2015/0562
Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte, denkmalgeschützte Brückenbauwerk Seitersweg über die Trasse der Odenwaldbahn (Strecke Darmstadt-Wiebelsbach-Heubach)
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
2015/0562
11685 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
14.01.2016
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Straßenverkehrs -
und Tiefbauamt OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2015/0562
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 541010
Kostenstelle: 066-100-1000 Investitionsnummer: 15066-6126
Kostenträger: 5410-11 Sachkonto: 0952 010
Betreff: Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte, denkmalgeschützte
Brückenbauwerk Seitersweg über die Trasse der Odenwal dbahn (Strecke Darmstadt -
Wiebelsbach-Heubach)
Vorlage vom: 10.12.2015
Beschlussvorschlag :
1. Dem Bauvorhaben " Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte denkmalge-
schützte Brückenbauwerk Seitersweg über die Trasse der Odenwaldbahn (Strecke Darm -
stadt – Wiebelsbach-Heubach) als Fuß- und Radwegbrücke“ mit Kosten in Höhe von
750.000 Euro brutto (Variante 2 ohne Behelfsbrücke) wird zugestimmt.
2. Die Finanzierung erfolgt über die Kostenstelle 066 -100-1000, Sachkonto 0952 010,
Invest.-Nr. 15066-6126 "Grundhafte Sanierung der Brücke Seitersweg".
3. Die erforderlichen Mittel werden von HAR der Kostenstel le 066-100-1000, Sachkonto
0952010, Invest.-Nr. 08066-6999 "Straßenbau -sanierungsprogramm" auf diese
Investitionsnummer verlagert.
4. Das Straßenverkehrs - und Tiefbauamt wird ermächtigt, nach Magistratsbeschluss die
notwendigen Sperrpausen bei der Bahn AG zu beantragen.
- 2 -
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magi strats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 10.12.2015:
Lage und Bedeutung
Das Bauwerk „Überführung des Seitersweges“ über die DB in Darmstadt liegt in der direkten
Verbindung zwischen den beiden historisch bedeutsamen Stadtgebieten der Wissenschafts-
stadt Darmstadt, der Mathildenhöhe und der Rosenhöhe. Das Bauwerk dient somit einerseits
für Touristen als direkte Verbindung zwischen diesen beiden historischen Bereichen des
Stadtgebietes und andererseits für Bewohner östlich der Bahnstrecke und der Rosenhöhe als
wesentlicher Verbindungsweg zum Stadtzentrum. Zusätzlich liegt das Bauwerk im Zuge einer
wichtigen Radwegeverbindung in Richtung Innenstadt.
Beschreibung und Zustand des Bauwerkes
Das Bauwerk wurde im Jahr 1872 als Bogenbrücke aus Sandsteinen errichtet.
BILD 1: Ansicht aus Richtung Ostbahnhof BILD 2: Ansicht in Längsrichtung
Die seitliche Begrenzung der Brückenfläche bildet ein Brüstungsmauerwerk, welches ebenfalls
aus Sandsteinen errichtet wurde. Die momentane Höhe der Brüstung beträgt 1,0 m. Diese
Höhe ist als Absturzsicherung für Fußgänger bei einer Höhe < 12 m über den Gleisen
ausreichend. Für die Nutzung durch Radverkehr ist die Höhe zu gering. Hier muss eine Höhe
von 1,30 m vorhanden sein. Aus diesem Grund ist die Verkehrssicherheit für Radfahrer nicht
regelgerecht gegeben. Eine Sperrung des Bauwerkes für Radfahrer ist aufgrund der direkten
Verbindung zur Stadtmitte und der damit verbundenen starken Nutzung durch Radfahrer nicht
praktikabel.
Aufgrund der leicht nach außen verschobenen Brüstungen, die auch an den Enden der beiden
Brüstungsmauern durch Anfahrschäden massiv verformt sind, wurde das Bauwerk im Juni
2014 mit Pollern für den Pkw-Verkehr gesperrt und lediglich für die Nutzung durch Fußgänger
und Radfahrer freigehalten. Die Standsicherheit der Brüstungen aufgrund von Fahrzeuganprall,
die Absturzsicherheit von Kraftfahrzeugen sowie die Verkehrssicherheit des unterführten
Eisenbahnverkehrs sind gefährdet.
Weiterhin sind einzelne Sandsteine im Zuge von zurückliegenden Instandsetzungsmaßnahmen
durch Beton ersetzt worden, welche das historische Erscheinungsbild des Bauwerkes
wesentlich beeinträchtigen.
Durch die offene Fuge zwischen dem Brückenoberbau und dem Mauerwerk konnte permanent
Wasser, im Winter mit Streusalz versetzt, zu den Sandsteinen vordringen. Aufgrund dieser
permanenten Durchfeuchtung hat die Festigkeit des Sandsteins deutlich abgenommen,
einzelne Steine sind vollkommen zerstört. Die Standsicherheit der Brüstung ist durch das
- 4 -
minderfeste Steinmaterial erheblich beeinträchtigt. Eine kurzfristige Instandsetzung der
Brüstungsmauern ist umgehend erforderlich. Durch die stark beeinträchtigte Standsicherheit
der Brüstung ist die Verkehrssicherheit der unterführten Bahnstrecke gefährdet. Bereits 2014
wurde eine Sofortmaßnahme durchgeführt, bei der lose Steine abgeschlagen wurden, um die
Verkehrssicherheit der Bahn weiterhin zu gewährleisten.
Stellungnahme der Denkmalschutzbehörde zum Denkmalwert des Bauwerkes
„Die alte Sandsteinbrücke gehört zur Odenwaldbahn und entstand um 1870 als die Bahntrasse
von Darmstadt in den Odenwald verlegt wurde. Die einjochige, leichtbuckelförmige Brücke mit
den beidseitigen Sandsteingeländern ist eine wichtige historische Wegeverbindung zwischen
Innenstadt, Mathildenhöhe und Rosenhöhe an deren Erhalt ein öffentliches Interesse besteht.
Die Brücke ist Kulturdenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz und
steht aus künstlerischen, geschichtlichen, technischen und städtebaulichen Gründen unter
Denkmalschutz.“
Instandsetzungskonzept
Ein erfolgreiches Instandsetzungskonzept muss die Gegebenheiten des Denkmalschutzes mit
einer modernen, technisch sinnvollen, innen liegenden Bauwerksergänzung verbinden, um die
Sandsteine vor Feuchtigkeit zu schützen und die permanente Durchfeuchtung zu verhindern.
Zudem muss die Verkehrssicherheit für die Radfahrer wieder hergestellt werden.
Es wurden mehrere Varianten (mit Fahrzeugverkehr/ohne Fahrzeugverkehr) für die Instand -
setzung des Bauwerkes im Vorfeld untersucht. Abschließend soll das Bauwerk nach Aussage
des Stadtplanungsamtes, Abt. 61.4 Mobilität und öffentlicher Raum „zukünftig keinen
regulären Kfz-Verkehr aufnehmen, sondern soll als reine Fuß- und Radwegbrücke fungieren“.
Hieraus ergibt sich nicht nur eine Ersparnis von ca. 20.000 Euro gegenüber der Variante „mit
Fahrzeugverkehr“, es entspricht auch den Belangen des Denkmalschutzes.
Um den hohen Denkmalwert des Bauwerkes zu erhalten, dürfen die Sandsteinbrüstungen nicht
abgebaut, sondern nur partiell bearbeitet werden. Für den erhöhten denkmalpflegerischen
Aufwand stellt das Landesamt für Denkmalpflege Hessen eine Förderung der zusätzlichen
Kosten in Höhe von 50% bzw. max. 30.000 Euro Förderung in Aussicht.
Die Belange des Denkmalschutzes werden insofern erfüllt, dass das Bauwerk in der
Erscheinungsform nicht wesentlich verändert wird. Eine gestalterische Veränderung ergibt sich
durch die Absenkung des Fahrbahnbelages um 30 cm, hier kann die ursprüngliche historische
Höhenlage der ehemaligen Straßenoberfläche wieder hergestellt werden. Dementsprechend
müssen die beiden Straßenanschlussbereiche ebenfalls angepasst werden. Hier kann im
Gegenzug aber auf ein Aufsatzgeländer verzichtet werden und trotzdem die erforderliche
Erhöhung der Höhe der Absturzsicherung um 30 cm erreicht werden.
Im Bereich des Mauerwerks, in denen die Wurzeln die Steine und die Mörtelfugen zerstört
haben oder sich extrem tief in den Mörtelfugen festgesetzt haben, müssen diese Wurzeln
entfernt werden. Die durch Wurzeln oder Feuchtigkeit zerstörten Steine werden in den
Bereichen der Brüstungen oder in den Flügel- und Widerlagerwänden in Abhängigkeit vom
Schädigungsumfang entweder vollständig oder partiell ersetzt.
Der Schutz der horizontalen, überdeckten Mauerwerksflächen vor einer weiteren Durch-
feuchtung des Mauerwerkes wird durch einen dünnen Aufbeton inkl. Abdichtung als
Sperrschicht erreicht. Diese Schicht wird auf die obere Steinschicht aufgelegt.
Die vertikalen Flächen werden ebenfalls auf diese Weise vor der weiteren Durchfeuchtung
geschützt. Sie erhalten eine Abdichtung aus einer bituminösen Beschichtung nach den
Regelungen der AIB der DB.
- 5 -
Als Belag wird eine Pflasterfläche aus dunklem Basalt verlegt (in Abstimmung mit der
Denkmalschutzbehörde). Dieses Basaltpflaster muss aufgrund der geringen Schichtdicke und
der Möglichkeit des Ausspülens der Feinanteile des Kieses in Mörtel verlegt werden.
Nach Anfrage beim RP Darmstadt liegt das Bauwerk Seitersweg in einem Bombenabwurf -
gebiet. Hier muss vom Vorhandensein von Kampfmitteln ausgegangen werden. Bei allen
Flächen ist eine systematische Überprüfung vor Beginn der geplanten Bauarbeiten erforderlich,
auf denen bodeneingreifende Maßnahmen stattfinden. Aufgrund der Anpassung der
Straßenanschlussbereiche sind hier Kampfmittelräumkosten zu kalkulieren. Die Kosten hierfür
werden auf ca. 20.000 Euro geschätzt.
Das Bauwerk muss unter Vollsperrung saniert werden, was eine Sperrzeit für ca. 8 Monate
bedeutet. Der geplante Baubeginn ist für Mai/Juni 2016 vorgesehen. Eine mögliche
Bauzeitverkürzung durch Verlängerung der Arbeitszeiten (bis 20:00 Uhr, ggf. auch samstags)
wird im Laufe der weiteren Planung geprüft.
Abschließend gibt es zwei Varianten der Ausführung, die aufgrund der wichtigen
Wegeverbindung zwischen Mathilden- und Rosenhöhe abgewogen werden müssen.
Variante 1 beinhaltet den Bau einer Behelfsbrücke über die gesamte Bauzeit. Die zusätzlichen
Kosten hierfür werden auf 125.000 Euro geschätzt. Variante 2 sieht den beschilderten Umweg
der Fußgänger und Radfahrer über den noch zu ertüchtigenden Weg parallel zur Bahnstrecke
und über den Bahnübergang Erbacher Straße vor. Der Eingang zur Rosenhöhe kann direkt über
die Erbacher Straße erfolgen (Umweg ca. 200 m). Der Umweg bis zum Eingang Am Löwentor
würde ca. 400 m betragen.
Nach Abwägung der Kosten und Nutzen wird die Variante 2 ohne Herstellung einer
Behelfsbrücke mit geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 750.000 Euro (brutto) empfohlen.
Kostenschätzung (inkl. MwSt) der denkmalgerechten Instandsetzung – Variante 2
1. Baustelleneinrichtung und Verkehrssicherung, Erdarbeiten 110.000 €
2. Kampfmittelsondierung 20.000 €
3. Arbeiten am Brüstungsmauerwerk 100.000 €
4. Abbrucharbeiten (Fahrbahnbelag, Gehwegbelag usw.) 70.000 €
5. Grundierung, Pflasterarbeiten, Fugen, Schutzschicht und Anschlüsse 260.000 €
6. Gerüste Auf- und Abbau 40.000 €
7. Unvorhergesehenes 30.000 €
8. Planung und Technische Bearbeitung 120.000 €
----------------
750.000 €
Die Baukosten in Höhe von 750.000 Euro (brutto) werden aus Haushaltsausgaberesten der
Kostenstelle 066-100-1000, Invest.-Nr. 08066-6999 "Straßenbausanierungsprogramm" auf die
nachfolgend genannte Kostenstelle verlagert.
Die Finanzierung erfolgt über die Kostenstelle 066-100-1000, Sachkonto 0952010, Invest.-Nr.
15066-6126 "Grundhafte Sanierung der Brücke Seitersweg". Die Ausführung erfolgt nach
intensiver Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Das Landesamt für Denkmalpflege
Hessen hat, wie zuvor beschrieben, eine max. Fördersumme in Höhe von 30.000 Euro in
Aussicht gestellt.
- 6 -
Die Folgekosten betragen jährlich 5.000 Euro. Die Deckung erfolgt über die Kostenstel le 066-
210-1000, Sachkonto 6165 010 (Instandhaltung von Ingenieurbauwerken).
Darmstadt, 10.12.2015
III-66/3/I/nz, Nst.: 27 06
Die Dezernentin III Der Dezernent IV
Cornelia Zuschke Andrè Schellenberg
Stadträtin Stadtkämmerer
anlage 1
11754 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
14.01.2016
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Straßenverkehrs -
und Tiefbauamt OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
III 61 66
IV 20
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2015/0562
Magistratsbeschluss -Nr.
54
Internetfähig
Produkt-Nr.: 541010
Kostenstelle: 066-100-1000 Investitionsnummer: 15066-6126
Kostenträger: 5410-11 Sachkonto: 0952 010
Betreff: Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte, denkmalgeschützte
Brückenbauwerk Seiter sweg über die Trasse der Odenwaldbahn (Strecke Darmstadt -
Wiebelsbach-Heubach)
Vorlage vom: 10.12.2015
Beschlussvorschlag :
1. Dem Bauvorhaben " Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte denkmalge-
schützte Brückenbauwerk Seitersweg über die Trasse der Odenwaldbahn (Strecke Darm-
stadt – Wiebelsbach-Heubach) als Fuß- und Radwegbrücke“ mit Kosten in Höhe von
750.000 Euro brutto (Variante 2 ohne Behelfsbrücke) wird zugestimmt.
2. Die Finanzierung erfolgt über die Kostenstelle 066 -100-1000, Sachkonto 0952 010,
Invest.-Nr. 15066-6126 "Grundhafte Sanierung der Brücke Seitersweg".
3. Die erforderlichen Mittel werden von HAR der Kostenstel le 066-100-1000, Sachkonto
0952010, Invest.-Nr. 08066-6999 "Straßenbau -sanierungsprogramm" auf diese
Investitionsnummer verlage rt.
4. Das Straßenverkehrs - und Tiefbauamt wird ermächtigt, nach Magistratsbeschluss die
notwendigen Sperrpausen bei der Bahn AG zu beantragen.
- 3 -
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 20.01.2016
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 10.12.2015:
Lage und Bedeutung
Das Bauwerk „Überführung des Seitersweges“ über die DB in Darmstadt liegt in der direkten
Verbindung zwischen den beiden historisch bedeutsamen Stadtgebieten der Wissenschafts -
stadt Darmstadt, der Mathildenhöhe und der Rosenhöhe. Das Bauwerk dient somit einerseits
für Touristen als direkte Verbindung zwischen diesen beiden historischen Bereichen de s
Stadtgebietes und andererseits für Bewohner östlich der Bahnstrecke und der Rosenhöhe als
wesentlicher Verbindungsweg zum Stadtzentrum. Zusätzlich liegt das Bauwerk im Zuge einer
wichtigen Radwegeverbindung in Richtung Innenstadt.
Beschreibung und Zustand des Bauwerkes
Das Bauwerk wurde im Jahr 1872 als Bogenbrücke aus Sandsteinen errichtet.
BILD 1: Ansicht aus Richtung Ostbahnhof BILD 2: Ansicht in Längsrichtung
Die seitliche Begrenzung der Brückenfläche bildet ein Brüstungsmauerwerk, welches ebenfalls
aus Sandsteinen errichtet wurde. Die momentane Höhe der Brüstung beträgt 1,0 m. Diese
Höhe ist als Absturzsicherung für Fußgänger bei einer Höhe < 12 m über den Gleisen
ausreichend. Für die Nutzung durch Radverkehr ist die Höhe zu gering. Hier muss eine Höhe
von 1,30 m vorhanden sein. Aus diesem Grund ist die Verkehrssicherheit für Radfahrer nicht
regelgerecht gegeben. Eine Sperrung des Bauwerkes für Radfahrer ist aufgrund der direkten
Verbindung zur Stadtmitte und der damit verbundenen starken Nutzung durch Radfahrer nicht
praktikabel.
Aufgrund der leicht nach außen verschobenen Brüstungen, die auch an den Enden der beiden
Brüstungsmauern durch Anfahrschäden massiv verformt sind, wurde das Bauwerk im Juni
2014 mit Pollern für den Pkw-Verkehr gesperrt und lediglich für die Nutzung durch Fußgänger
und Radfahrer freigehalten. Die Standsicherheit der Brüstungen aufgrund von Fahrzeuganprall,
die Absturzsicherheit von Kraftfahrzeugen sowie die Verkehrssicherheit des unterführten
Eisenbahnverkehrs sind gefährdet.
Weiterhin sind einzelne Sandsteine im Zuge von zurückliegenden Instandsetzungsmaßnahmen
durch Beton ersetzt worden, welche das historische Erscheinungsbild des Bauwerkes
wesentlich beeinträchtigen.
Durch die offene Fuge zwischen dem Brückenoberbau und dem Mauerwerk konnte permanent
Wasser, im Winter mit Streusalz versetzt, zu den Sandsteinen vordringen. Aufgrund dieser
- 5 -
permanenten Durchfeuchtung hat die Festigkeit des Sandsteins deutlich abgenommen,
einzelne Steine sind vollkommen zerstört. Die Standsicherheit der Brüstung ist durch das
minderfeste Steinmaterial erheblich beeinträchtigt. Eine kurzfristige Instandsetzung der
Brüstungsmauern ist umgehend erforderlich. Durch die stark beeinträchtigte Standsicherheit
der Brüstung ist die Verkehrssicherheit der unterführten Bahnstrecke gefährdet. Bereits 2014
wurde eine Sofortmaßnahme durchgeführt, bei der lose Steine abgeschlagen wurden, um die
Verkehrssicherheit der Bahn weiterhin zu gewährleisten.
Stellungnahme der Denkmalschutzbehörde zum Denkmalwert des Bauwerkes
„Die alte Sandsteinbrücke gehört zur Odenwaldbahn und entstand um 1870 als die Bahntrasse
von Darmstadt in den Odenwald verlegt wurde. Die einjochige, leichtbuckelförmige Brücke mit
den beidseitigen Sandsteingeländern ist eine wichtige historische Wegeverbindung zwischen
Innenstadt, Mathildenhöhe und Rosenhöhe an deren Erhalt ein öffentliches Interesse besteht.
Die Brücke ist Kulturdenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz und
steht aus künstlerischen, geschichtlichen, technischen und städtebaulichen Gründen unter
Denkmalschutz.“
Instandsetzungskonzept
Ein erfolgreiches Instandsetzungskonzept muss die Gegebenheiten des Denkmalschutzes mit
einer modernen, technisch sinnvollen, innen liegenden Bauwerksergänzung verbinden, um die
Sandsteine vor Feuchtigkeit zu schützen und die permanente Durchfeuchtung zu verhindern.
Zudem muss die Verkehrssicherheit für die Radfahrer wieder hergestellt werden.
Es wurden mehrere Varianten (mit Fahrzeugverkehr/ohne Fahrzeugverkehr) für die Instand-
setzung des Bauwerkes im Vorfeld untersucht. Abschließend soll das Bauwerk nach Aussage
des Stadtplanungsamtes, Abt. 61.4 Mobilität und öffentlicher Raum „zukünftig keinen
regulären Kfz-Verkehr aufnehmen, sondern soll als reine Fuß- und Radwegbrücke fungieren“.
Hieraus ergibt sich nicht nur eine Ersparnis von ca. 20.000 Euro gegenüber der Variante „mit
Fahrzeugverkehr“, es entspricht auch den Belangen des Denkmalschutzes.
Um den hohen Denkmalwert des Bauwerkes zu erhalten, dürfen die Sandsteinbrüstungen nicht
abgebaut, sondern nur partiell bearbeitet werden. Für den erhöhten denkmalpflegerischen
Aufwand stellt das Landesamt für Denkmalpflege Hessen eine Förderung der zusätzlichen
Kosten in Höhe von 50% bzw. max. 30.000 Euro Förderung in Aussicht.
Die Belange des Denkmalschutzes werden insofern erfüllt, dass das Bauwerk in der
Erscheinungsform nicht wesentlich verändert wird. Eine gestalterische Veränderung ergibt sich
durch die Absenkung des Fahrbahnbelages um 30 cm, hier kann die ursprüngliche historische
Höhenlage der ehemaligen Straßenoberfläche wieder hergestellt werden. Dementsprechend
müssen die beiden Straßenanschlussbereiche ebenfalls angepasst werden. Hier kann im
Gegenzug aber auf ein Aufsatzgeländer verzichtet werden und trotzdem die erforderliche
Erhöhung der Höhe der Absturzsicherung um 30 cm erreicht werden.
Im Bereich des Mauerwerks, in denen die Wurzeln die Steine und die Mörtelfugen zerstört
haben oder sich extrem tief in den Mörtelfugen festgesetzt haben, müssen diese Wurzeln
entfernt werden. Die durch Wurzeln oder Feuchtigkeit zerstörten Steine werden in den
Bereichen der Brüstungen oder in den Flügel- und Widerlagerwänden in Abhängigkeit vom
Schädigungsumfang entweder vollständig oder partiell ersetzt.
Der Schutz der horizontalen, überdeckten Mauerwerksflächen vor einer weiteren Durch -
feuchtung des Mauerwerkes wird durch einen dünnen Aufbeton inkl. Abdichtung als
Sperrschicht erreicht. Diese Schicht wird auf die obere Steinschicht aufgelegt.
- 6 -
Die vertikalen Flächen werden ebenfalls auf diese Weise vor der weiteren Durchfeuchtung
geschützt. Sie erhalten eine Abdichtung aus einer bituminösen Beschichtung nach den
Regelungen der AIB der DB.
Als Belag wird eine Pflasterfläche aus dunklem Basalt verlegt (in Abstimmung mit der
Denkmalschutzbehörde). Dieses Basaltpflaster muss aufgrund der geringen Schichtdicke und
der Möglichkeit des Ausspülens der Feinanteile des Kieses in Mörtel verlegt werden.
Nach Anfrage beim RP Darmstadt liegt das Bauwerk Seitersweg in einem Bombenabwurf-
gebiet. Hier muss vom Vorhandensein von Kampfmitteln ausgegangen werden. Bei allen
Flächen ist eine systematische Überprüfung vor Beginn der geplanten Bauarbeiten erforderlich,
auf denen bodeneingreifende Maßnahmen stattfinden. Aufgrund der Anpassung der
Straßenanschlussbereiche sind hier Kampfmittelräumkosten zu kalkulieren. Die Kosten hierfür
werden auf ca. 20.000 Euro geschätzt.
Das Bauwerk muss unter Vollsperrung saniert werden, was eine Sperrzeit für ca. 8 Monate
bedeutet. Der geplante Baubeginn ist für Mai/Juni 2016 vorgesehen. Eine mögliche
Bauzeitverkürzung durch Verlängerung der Arbeitszeiten (bis 20:00 Uhr, ggf. auch samstags)
wird im Laufe der weiteren Planung geprüft.
Abschließend gibt es zwei Varianten der Ausführung, die aufgrund der wichtigen
Wegeverbindung zwischen Mathilden- und Rosenhöhe abgewogen werden müssen.
Variante 1 beinhaltet den Bau einer Behelfsbrücke über die gesamte Bauzeit. Die zusätzlichen
Kosten hierfür werden auf 125.000 Euro geschätzt. Variante 2 sieht den beschilderten Umweg
der Fußgänger und Radfahrer über den noch zu ertüchtigenden Weg parallel zur Bahnstrecke
und über den Bahnübergang Erbacher Straße vor. Der Eingang zur Rosenhöhe kann direkt über
die Erbacher Straße erfolgen (Umweg ca. 200 m). Der Umweg bis zum Eingang Am Löwentor
würde ca. 400 m betragen.
Nach Abwägung der Kosten und Nutzen wird die Variante 2 ohne Herstellung einer
Behelfsbrücke mit geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 750.000 Euro (brutto) empfohlen.
Kostenschätzung (inkl. MwSt) der denkmalgerechten Instandsetzung – Variante 2
1. Baustelleneinrichtung und Verkehrssicherung, Erdarbeiten 110.000 €
2. Kampfmittelsondierung 20.000 €
3. Arbeiten am Brüstungsmauerwerk 100.000 €
4. Abbrucharbeiten (Fahrbahnbelag, Gehwegbelag usw.) 70.000 €
5. Grundierung, Pflasterarbeiten, Fugen, Schutzschicht und Anschlüsse 260.000 €
6. Gerüste Auf- und Abbau 40.000 €
7. Unvorhergesehenes 30.000 €
8. Planung und Technische Bearbeitung 120.000 €
----------------
750.000 €
Die Baukosten in Höhe von 750.000 Euro (brutto) werden aus Haushaltsausgaberesten der
Kostenstelle 066-100-1000, Invest.-Nr. 08066-6999 "Straßenbausanierungsprogramm" auf die
nachfolgend genannte Kostenstelle verlagert.
Die Finanzierung erfolgt über die Kostenstelle 066-100-1000, Sachkonto 0952010, Invest.-Nr.
15066-6126 "Grundhafte Sanierung der Brücke Seitersweg". Die Ausführung erfolgt nach
intensiver Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Das Landesamt für Denkmalpflege
Hessen hat, wie zuvor beschrieben, eine max. Fördersumme in Höhe von 30.000 Euro in
Aussicht gestellt.
Die Folgekosten betragen jährlich 5.000 Euro. Die Deckung erfolgt über die Kostenstel le 066-
210-1000, Sachkonto 6165 010 (Instandhaltung von Ingenieurbauwerken).
Darmstadt, 10.12.2015
III-66/3/I/nz, Nst.: 27 06
Die Dezernentin III Der Dezernent IV
Cornelia Zuschke Andrè Schellenberg
Stadträtin Stadtkämmerer
anlage 5
245 Zeichen
Punkt 46: Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte, denkmalgeschützte Brückenbauwerk Seitersweg über die Trasse der Odenwaldbahn (Strecke Darmstadt - Wiebelsbach-Heubach) (V-Nr. 2015/0562) Der Vorlage wird einstimmig zugestimmt.
anlage 3
299 Zeichen
Punkt 15: Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte, denkmalgeschützte Brückenbauwerk Seitersweg über die Trasse der Odenwaldbahn (Strecke Darmstadt - Wiebelsbach-Heubach) (V-Nr. 2015/0562) Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
anlage 4
299 Zeichen
Punkt 17: Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte, denkmalgeschützte Brückenbauwerk Seitersweg über die Trasse der Odenwaldbahn (Strecke Darmstadt - Wiebelsbach-Heubach) (V-Nr. 2015/0562) Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
anlage 2
300 Zeichen
Punkt 12: Instandsetzungsmaßnahme für das fast 150 Jahre alte, denkmalgeschützte Brückenbauwerk Seitersweg über die Trasse der Odenwaldbahn (Strecke Darmstadt - Wiebelsbach-Heubach) (V-Nr. 2015/0562) Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
Beratungsverlauf (5)
Orte (3)
- Erbacher Straße
- Am Löwentor
- Seitersweg
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2015/0562
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 10.12.2015
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00