2050/2023
Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2022
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle V/503/1 Vorlagen-Nummer 11.07.2023 2050/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 17.08.2023 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 24.08.2023 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 24.08.2023 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 31.08.2023 Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2022 Im Jahr 2022 hat die Verbraucherberatung im Quartier vom Amt für Soziales, Arbeit und Seni- oren 161.895,00 Euro für die laufende Arbeit erhalten. Die Verwaltung gibt in der Anlage 1 den Jahresbericht 2022 über das Beratungsangebot „Ver- braucherberatung im Quartier“ zur Kenntnis. Weitere Informationen über die Beratung im Quartier sind auf der Homepage zu finden: Verbraucherberatung im Quartier Die Gremien werden über die weitere Entwicklung der Verbraucherberatung im Quartier infor- miert. Gez. Dr. Rau Anlage – Jahresbericht 2022
Jahresbericht 2022
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Jahresbericht 2022 Im Quartier. Für Sie. Da. Verbraucherberatung im Quartier Köln Inhaltsverzeichnis 1 Übergeordnete Ziele der "Verbraucherberatung im Quartier".............................................1 2 Überblick Input/Ressourcen....................................................................................................2 3 Überblick: Outputs/Leistungen nach Ziel...............................................................................5 Übergeordnetes Ziel 1: Niederschwelliger und frühzeitiger Zugang zu rechtlicher Beratung und Vertretung für Bürger:innen, die den W eg nicht oder nur schwer in eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale finden..................................................................5 Übergeordnetes Ziel 2: Kooperative Vernetzung und Synergienutzung vorhandener Strukturen, um die bestehenden Hilfen und Angebote bestmöglich miteinander zu vernetzen und die Maßnahmen bedarfsgerechter, passgenauer und wirkungsvoller auszurichten.......................................................................................................................15 Übergeordnetes Ziel 3: Präventiv tätig werden und durch Bildung und Infor mation dazu beitragen, dass bestimmte Probleme im Verbraucheralltag gar nicht erst auftreten und das Selbsthilfepotential gestärkt wird........................................................................................23 Übergeordnetes Ziel 4: Sensor- und Frühwarnfunktion mit Blick auf verbraucherrechtliche Fallstricke, um diese bereits in der Entstehung zu unterbinden.....27 Übergeordnetes Ziel 5: Entwicklung von Strategie und Ansatzpunkten zur Er höhung der Reichweite mit dem Ziel, eine präventive Wirkung de s aufsuchenden Arbeitsansatzes in allen 15 Kölner Sozialräumen zu entfalten.........................................................................29 Übergeordnetes Ziel 6: Identifizierung von strukturellen Problemlagen, Lücken im Hilfesystem, Handlungsempfehlungen an die Stadt Köln.................................................. 31 "Verbraucherberatung im Quartier": Rückblick 2022 und Ausblick 2023............................33 1 I Seite 1 Übergeordnete Ziele der "Verbraucherberatung im Quartier" Infos und Aktionen da, wo die Menschen sind niederschwellige Bildung zu Themen praktischer Bedeutung flexible Ausgestaltung der Bildungsformate z.B. mit Übersetzung gute Erreichbarkeit per Telefon und Email zielgruppengerechte persönliche Ansprache jede:r ist erstmal richtig 3 Lotsenfunktion flexible Ausrichtung auf aktuelle Bedarfe kontinuierlicher Austausch mit Akteur:innen im Stadtteil qualifizierte gegenseitige Verweise Information, inhaltlicher Austausch Multiplikator:innen-Schulung Aufbereitung von Informationen, Musterbriefen und Checklisten zu unseriösen Geschäftspraktiken in einfacher Sprache, teils mehrsprachig Verbreitung über Infostände/digitale Wege/sonstige Aktionen und Multiplikator:innen Vernetzung mit Sozialraumkoordinationen Angebotsvorstellung in Sozialraumkonferenzen Zurverfügungstellung von Frühwarnmaterialien zum Einsatz in allen Sozialräumen Start Quartiers-Newsletter 2 x Sitzung des Beirates der Verbraucherzentrale Köln Auswertung identifizierter Problemlagen und deren Aufbereitung für Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung Anknüpfung an integriertes Handlungskonzept Verbesserte Vernetzung der Hilfs- und Unterstützungsangebote Nachhaltiger Beitrag zur sozialen Stabilisierung Bedarf an kommunalen Transferleistungen wird mittelfristig reduziert 2 I Seite 2 Überblick Input/Ressourcen Ansatz der "Verbraucherberatung im Quartier" Mit Mitteln des Landesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (seit 2015) und der Stadt Köln (seit 2017) hat die Verbraucherzentrale die Möglichkeit in struktur schwachen Stadtquartieren Verbraucher:innen direkt in ihrem Lebensumfeld zu unterstützen. Zentrale Zielgruppen sind Verbraucher:innen, die den Weg in die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in der Kölner Innenstadt nur schwer oder gar nicht finden und vielfach multiple Problemlagen haben. Hierzu zählen insbesondere Armu tsbetroffene, Erwerbslose, Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, Ältere, Jugendliche oder junge Erwachsene und Menschen mit Beeinträchtigungen. Seit September 2015 bietet die Verbraucherzentrale NRW in Köln neben der Beratungsstelle in der Innenstadt ein Angebot in den Sozialräumen Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord, Höhenberg und Vingst, Kalk sowie Humboldt-Gremberg an. Im direkten Wohnumfeld ist die "Verbraucherberatung im Quartier" niederschwellig a nsprechbar. Beraterinnen mit Rechtsberatungsbefugnis stellen verbraucherrechtliche Beratung in wöchentlichen Sprechstunden sowie rechtliche Vertretung zur Verfügung. Präventi ons- und Bildungsarbeit vor Ort wird geleistet und an Aktionen und Festen teilgenommen. Die "Verbraucherberatung im Quartier" ist in den jeweiligen Sozialräumen gut vernetzt und ein fester Bestandteil der Unterstützungslandschaft. Als personelle Ressourcen stehen zur Verfügung: " eine Teamleitungsstelle (seit 2020) " zwei Beratungskraftstellen " eine halbe Assistenzstelle " zweistündige Rechtsanwaltstätigkeit pro Woche " eine ehrenamtliche Verbraucherbegleitung (seit 2021) " nach Bedarf Aushilfen Die Teamleitung übernimmt die allgemeinen Führungs- und koordinativen Aufgaben und ist für die strategische Weiterentwicklung in den Kölner Sozialräumen zuständig. Sie sorgt dafür, dass neben den aktuell vier gesetzten Sozialräumen weitere Köl ner Sozialräume von der 3 I Seite >Verbraucherberatung im Quartier< profitieren. Dies e Reichweitenerhöhung erreicht sie durch eine gute Vernetzung und Kommunikation, die Vermittlung von Nachfragen und Angeboten sowie die Durchführung von Multiplikator:innen-Veranstaltungen. Sie ist zuständig für die Auswertung besonderer verbraucherrechtlicher Problemlagen vor Ort (z.B. bei unlauterer Werbung, sog. Drückerkolonnen oder anderem irreführenden Verhalten von Anbietern) und verbessert die Situation durch die Bereitstellung verbraucherrecht lich basierter Informationen für die betroffenen Verbraucher:innen bzw. die Multiplikator:innen im U mfeld. Die Teamleitung ist außerdem für die Auswertung identifizierter Problemlagen und deren A ufbereitung für Handlungsempfehlungen an Verwaltung und Politik zuständig. Im September 2022 trat Michaela Schmitt-Reiners die Nachfolge von Isabelle Hirschmann in der Teamleitung an. Die zwei Beratungskraftstellen werden durch zwei Teilzeitmitarbeiterinnen und eine Mitarbeiterin in Vollzeit besetzt. Diese beiden Planstellen werden i n Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord, Höhenberg und Vingst, Kalk und Humboldt-Gremberg so eingesetzt, dass jeweils eine Verbraucherberaterin "das Gesicht der Verbraucherze ntrale" in einem Sozialraum darstellt. Eine präsente Vertrauensperson ist für die Arbeit im Qua rtier wichtig, da sie die Hemmschwelle der Bewohner:innen zur Angebotsnutzung senkt. Gleichwoh l gibt es auch inhaltliche Schwerpunktsetzungen, die sozialraumübergreifend von den Kolleginnen durchgeführt werden, um u.a. den Fortbildungsaufwand ressourcenschonend zu gestalten. Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord sowie Höhenberg und Vingst werden von je einer Kollegin mit einem halben Stellenanteil betreut. Die Kollegin mit Vollzeitste lle kümmert sich vorrangig um die Sozialräume Kalk und Humboldt-Gremberg. Zwischen Höhenberg-Vingst, Humboldt-Gremberg und Kalk gibt es im Stadtbezirk Köln-Kalk übergreifende Strukturen innerhalb des Akteursnetzwerkes und hinsichtlich diverser Arbeitskreise und -konferenzen. Dahingehende Aktivitäten werden ebenso mit dem vollen Stellenanteil abgedeckt. Die Verbraucherberaterinnen vertreten sich darüber hinaus gegenseitig bei Urlaub, Krankheit oder Fortbildungen und unterstützen sich bei besonderer Arbeitsbelastung, um eine kontinuierliche Erreichbarkeit vorzuhalten, Nachfragen zu bedienen oder Aktionen durchzuführen. Um eine ausreichende Infostandbesetzung von mindestens zwei Personen bei Festen sicherzustellen, kommt in der Regel zusätzlich eine teamexterne Aushilfe hinzu. Seit 2021 unterstützt eine Ehrenamtlerin die hauptamtliche Beratungskraft am Standort Chorweiler. Sie gibt Verbraucher:innen in Rücksprache mit der Verbraucherberaterin praktische Hilfestellungen bei den vielfältigen Anforderungen des Konsumalltags. Dies kann das Sortieren von Vertragsunterlagen oder das Abschreiben von Musterbriefen sein, um etwa Verträge zu widerrufen. 4 I Seite Ein Honoraranwalt der Verbraucherzentrale NRW unterstützt die Beraterinnen im Rahmen von bis zu zwei Wochenstunden. Er bearbeitet vorrangig beso nders komplexe Rechtsfälle oder Themen außerhalb der aktuellen Rechtsberatungsbefugnis der Mitarbeiterinnen. Dabei übernimmt er die Kommunikation mit der Anbieterseite. Die Verbrauche rberaterinnen führen die niederschwellige Kommunikation mit den Ratsuchenden, die für den zielführenden Beratungsverlauf notwendig ist. Statistische Erfassung Im Vertrag zwischen der Stadt Köln und der Verbrauc herzentrale NRW zur "Verbraucherberatung im Quartier" vom 17.07.2019 wurde in § 5 festgehalt en, dass >ein übersichtliches Erhebungsraster zu noch zu vereinbarenden Kennziffern der "Verbraucherberatung im Quartier" zu entwickeln ist , welches Aussagen zur Erfolgsbilanz der Arbeit und zu deren Wirkungen in den jeweiligen Sozialräumen ermöglicht. Dieses Erhebungsraster wurde in den Jahresbericht integriert. Die Orientierung an den übergeordneten Zielen 1 bis 6 soll eine Aussage ermöglichen, wie sich die Erfolge der Verbraucherarbeit in den Sozialräumen abbildet und welche strukturellen Problemlagen in den Blick genommen werden sollten. Grundlage für die Ableitung aus der Praxissicht sind sowohl qualitative als auch quantitative Indikatoren. Verbraucherrechtliche Anliegen werden in einem elek tronischen Statistiksystem der Verbraucherzentrale NRW nach Sozialraum erfasst. D ie Daten werden durch das Controlling der Verbraucherzentrale NRW aufbereitet und auf Plausibilität geprüft. Mit Abschluss eines Verbraucherfalles wird manuell in einer Übersichtstabelle nach "erfolgreich" oder "nicht erfolgreich/ohne Ergebnis" kategorisiert. Zu den Zielen der "Verbraucherberatung im Quartie r" gehören u. a. der Aufbau und die Pflege einer bedarfsgerechten Verweisstruktur sowie die Bi ldungs- und Präventionsarbeit für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Die Führung und Auswertung einer Aktionstabelle soll dazu beitragen, Aussagen über das Erreichen der Zielsetzung zu treffen. In dieser Aktionstabelle werden Veranstaltungen und Aktionen in den Quartieren und die Beteiligung von Seiten der Verbraucher:innen und Kooperationspartner:innen manuell festgehalten. 5 I Seite 3 Überblick: Outputs/Leistungen nach Ziel Übergeordnetes Ziel 1: Niederschwelliger und frühzeitiger Zugang zu rechtlicher Beratung und Vertretung für Bürger:inne n, die den Weg nicht oder nur schwer in eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale finden Tabelle 1: Anzahl (n) der jeweiligen Anliegen für die "Verbraucherberatung im Quartier" Anliegen gesamt (n) Chorweiler (n) Kalk, Hum.-Grem. (n) Höhenberg- Vingst (n) Gesamt 1142 364 433 345 Verweis 175 96 66 13 Auskunft 193 49 69 75 Rechtsbesorgung 774 219 298 257 Rechtsberatung 349 98 151 100 Folgeberatung 146 29 55 62 Rechtsvertretung 204 80 61 63 Folgerechtsvertretung 75 12 31 32 Diagramm 1: Rechtsbesorgungen1 (n) nach Thema für "Verbraucherberatung im Quartier" 1 "Rechtsbesorgungen" umfassen alle Rechts- und Folg eberatungen sowie Rechts- und Folgerechtsvertretungen 0 50 100 150 200 250 300 274 204 154 34 6 3 99 Rechtsbesorgungen 6 I Seite Diagramm 2: Rechtsbesorgung (%) nach Thema für einzelne Quartiersstandorte "Verbraucherberatung im Quartier" ist eine vielgefragte Anlaufstelle in den Sozialräumen Mit insgesamt 1142 Verbraucheranliegen wurde die "Verbraucherberatung im Quartier" auch im Jahr 2022 von Ratsuchenden stark nachgefragt (2021: 1138 Verbraucheranliegen). Es wurden 495 Rechtsberatungen durchgeführt, davon waren etwa ein Drittel Folgeberatungen 2. Dies sind 55 Rechts- und Folgeberatungen mehr als im Vorjahr. In 279 Fällen wurde die ratsuchende Person rechtlich vertreten, wovon 27 Prozent Folgerechtsve rtretungen3 waren. Diagramm 2 zeigt für die Sozialraumstandorte eine unterschiedliche prozentua le Verteilung der Rechtsbesorgungsthemen 4. Die drei Themenblöcke Telekommunikation und Digitales, Energie und Wasser sowie Alltagsverträge sind überall vorrangig. Dass in Vingst/Höhenberg die Nachfrage nach energierechtlichen Fragestellungen besonders hoch i st, liegt auch an der dort schon seit Jahren vorhandenen Rechtsberatungskompetenz. In 2022 war d as Thema auch in Chorweiler sehr stark 2 Folgeberatung: erneute Beratung der ratsuchenden Per son zum weiteren Vorgehen im aktuellen Fall. Keine Abbildung des organisatorischen Aufwandes, wie z. B. Terminvereinbarung, Unterlagenversand, etc. 3 Folgerechtsvertretung: erneute inhaltliche Verhand lung mit dem Anbieter, was meistens auch eine Folgeberatung mit dem/der Verbraucher:in beinhaltet (aber nicht zwingend). Nicht dazu gehören rein organisatorische Maßnahmen wie Vollmachtszusendungen, Frist-Erinnerungen, etc. 4 Die Themenauswertung beruht auf einem zwischen den Verbraucherzentralen bundesweit abgestimmten Normwortkatalog. Dieser wurde zum 01.01.2022 grundlegend umgestellt, sodass die Themenauswertung nicht mit den Vorjahren vergleichbar ist. Die wesentlichen Änderungen sind: " Das Thema "Alltagsverträge" vereint u. a. Aspekte der alten Normworte "Konsumgüter", "Allgemeine Dienstleistungen" und "Freizeit". " "Finanzierung" und "Zahlungsverkehr" waren zuvor größtenteils in "Finanzdienstleistungen" zusammengefasst. " Die Inhalte des Themas "Postdienstleistungen/elektronische Kommunikation" verteilen sich nun auf das aktualisierte Thema "Telekommunikation und Digitales" sowie "Alltagsverträge". " "Freizeit" und "Verkehrsdienstleistungen" werde nun zum größten Teil in "Reise/Mobilität" und "Alltagsverträge" abgebildet. Chorweiler Höhenberg Vingst Kalk / Humboldt-Gremberg Höhenberg Vingst 7 I Seite vertreten. Hier hat eine enge Kooperation mit dem S tromsparcheck der Caritas und der >wohn mobil< von PariSozial viele Menschen bedarfsgerecht zum Thema erreicht. In Kalk erhielt die Beraterin die Rechtsberatungsbefugnis für das Energ ierecht erst im November 2022, dies erklärt die geringe Anzahl an Rechtsbesorgungen im Bereich Energie. Die große Zahl an Anfragen im Bereich Telekommunikation in Kalk ist vermutlich au f das zweifelhafte Geschäftsgebaren einiger der zahlreichen Anbieter im Stadtteil zurückzuführen. Unter >Sonstiges< finden sich neben der Kategorie > Sonstiges< in der Statistik auch die Themen, die nur unterdurchschnittlich nachgefragt wurden, wie Freizeit, Bauen und Wohnen, Handwerk und Kundendienst. In 13 Prozent der gesamten Rechtsvertretungsfälle wurde der Honoraranwalt effizient in die Falllösung miteinbezogen. Diagramm 3: Verweis und Auskunft (n) nach Thema für "Verbraucherberatung im Quartier" Es erfolgten 193 Auskünfte5 im Jahr 2022. Vorwiegend drehten sich diese thematisch um Anliegen zu Energie und Wasser und Alltagsverträge. Ferner erfolgte insgesamt 175 Mal direkt ein qualifizierter Verweis6. Entweder wurde intern an die allgemeine Verbrauch erberatung oder eine Spezialberatung der Verbraucherzentrale NRW verwies en oder an eine/n Kooperationspartner:in 5 Auskunft: Information, bei der keine fachliche und rechtliche Prüfung eines individuellen Sachverhaltes erfolgt. Gemeint sind allgemeine Auskünfte und weiterführende Informationen, Abgabe von informations- und/oder lösungsorientierten Materialien (Musterbriefe, Infobroschüren...). Es gilt zu beachten, dass eine Auskunft einen anschließenden qualifizierten Verweis beinhalten kann. Dieser Verweis wird nicht separat in der Statistik erfasst. 6 Verweis: Lotsen eines/einer Ratsuchenden an passendes Beratungsangebot der externen Unterstützungsstruktur im Sozialraum oder innerhalb des Angebotes der Verbraucherzentrale. Es erfolgt keine Auskunft oder Beratung. 0 10 20 30 40 50 60 9 19 27 1 20 16 14 7 2 3 57 15 46 44 15 17 12 9 5 3 0 27 Verweis Auskunft 8 I Seite innerhalb der Sozialräume bzw. stadtweite Anlaufstelle. In 57 Fällen (Diagramm 3 unter der Kategorie "Sonstiges") erfolgte dies u. a. bei sozial-, arbeits- oder strafrechtlichen Fragestellungen. Beratung zur Energiepreiskrise Die Energiepreiskrise hat sich in 2022 zugespitzt u nd war neben der Corona-Pandemie und dem Ukraine 3 Krieg prägende Krise im Jahr 2022 mit praktischen Auswirkungen auch für die Verbraucherberatung im Quartier. Energiearmut war s eit Beginn der Beratung ein nachgefragtes Thema. Ende 2021 hoben auch in Quartieren beliebte Strom-Billiganbieter ihre Preise an, oft auf eine nicht rechtmäßige Art und Weise. Oder Verbraucher:innen erhielten Kündigungen, die anfechtbar waren. Viele Verbraucher:innen wechselten zur Grundversorgung. Da es in den letzten Jahren keine Angebote in Köln für eine Energiearmutsberatung gab, hat sich die Lage bei vielen Haushalten zugespitzt. Zwei der Beraterinnen nahmen in 2022 an Fortbildung en zum Thema Energierecht teil, um in der Krise noch bedarfsgerechter und umfangreicher zu en ergierechtlichen Fragestellungen in den Sozialräumen beraten und vertreten zu können. Nicht zuletzt mit den Jahresabrechnungen für Strom im Herbst stiegen die Beratungsanfragen. Folgende Aspekte spielten dabei eine Rolle: " Die Nummer des Stromzählers stimmt nicht mit der in der Rechnung genannten Zählernummer überein. " Der Verbrauch ist sehr hoch und sollte zum Beispiel vom Stromsparcheck geprüft werden. " Der vom Energieanbieter vorgeschlagene Abschlag pas st nicht zum Verbrauch und soll angepasst werden. " Verbraucher:innen werden darüber aufgeklärt, wie viel kWh sie mit dem aktuellen Abschlag bezahlen und wie sie den Verbrauch und damit die Kosten kontrollieren können. " Die Forderung aus der Jahresrechnung kann nicht bezahlt werden. " Der erhöhte Abschlag kann nicht mehr gezahlt werden. Die Arbeitskreise für Beratung für die Bezirke Chorweiler und Kalk, in denen sich Beratungsstellen unterschiedlicher Träger sozialräumlich zusammen schließen, boten gute Gelegenheiten zur Vernetzung und für den fachlichen Austausch zwische n den Verbraucherberaterinnen im Quartier und Sozialberater:innen und anderen Akteur:innen so wie der Verwaltung in der Energiepreiskrise. Dieser Austausch erleichtert auch zielsichere Verweise. Regelmäßige Absprachen von Zuständigkeiten bei Schnittstellenthemen zwischen d er Verbraucherzentrale und Kooperationspartner:innen stellen zudem sicher, das s keine Doppelberatungen stattfinden und Synergieeffekte bestmöglich genutzt werden können. 9 I Seite Seit Anfang des Jahres 2022 werden sozialraumübergreifend Tools und Informationen zur Verfügung gestellt, damit Multiplikator:innen erste Fragen rund um die Stromrechnung und Strompreise besser einschätzen können und gezielter nur in passenden Fragen an die Verbraucherberatung verweisen (siehe hierzu auch Ziel 3: Prävention). Erfolgskennzahlen der rechtlichen Vertretung Durchsetzung von Verbraucheransprüchen gegenüber dem Anbieter In 75 Prozent der in 2022 aufgenommenen Fälle konnt en die Verbraucheransprüche im Rahmen der Rechtsbesorgung erfolgreich durchgesetzt werden. Die Verbraucher:innen zogen direkten wirtschaftlichen Nutzen aus Erstattungen, Einsparungen, abgewehrten Forderungen oder stornierten Verträgen. Bei den Fällen, bei denen ei ne direkte Kostenersparnis einfach zu ermitteln ist, verblieben über 24.655 Euro dank erfolgreicher Rechtsvertretungen bei den Verbraucher:innen. Sie bekamen von den Unternehmen entweder Geld zurüc k oder mussten deren Forderung nicht begleichen bei Beträgen zwischen zwanzig und mehrer en tausend Euro. Der höchste klar zu beziffernde Betrag liegt bei 2.133 Euro. Hinzu kamen Erstattungen aus Reklamationen bzw. dem Austausch von Haushalts- und Elektrogeräten während der Gewährleistungszeit oder das Nachbessern von Handwerkerleistungen. Diese Ersparnisse können nicht genau beziffert werden. In weiteren Fällen profitierten Ratsuchende von der Klärung der Rechtslage, auch wenn die Forderung der Gegenseite berechtigt war. Kostenintensive Mahn- un d Inkassoverfahren konnten gestoppt und potentielle Schuldenfallen abgewehrt werden, indem Verbraucher:innen zu einem weiteren nachhaltigen Umgang mit ihrer individuellen, wirtsc haftlichen Situation beraten wurden (Prüfung leistbarer Ratenzahlungsvereinbarungen, keine Zahlu ngen aus dem Unpfändbaren...). Existenzbedrohende Notlagen wie Stromsperren, Konto pfändungen sowie Vollstreckungsmaßnahmen wurden verhindert. Dadurch konnte vielfach der Teufelskreis aus immer weiteren Gebührenforderungen und noch mehr Ve rtragsfallen unterbrochen und betroffene Haushalte stabilisiert werden. Mit Blick auf das so ziale Sicherungssystem führt dies mittelfristig zu einer Entlastung der öffentlichen Kassen. In 12 Prozent der Fälle stand das Ergebnis zum Zeit punkt der Berichtserstellung noch aus, da die Verhandlungen mit Anbietern noch im Gange waren. El f Prozent der Fälle wurden ohne Ergebnis abgeschlossen, da entweder der/die Verbraucher:in i m Fallverlauf nicht mehr erreichbar war oder eine Reaktion der Anbieterseite trotz mehrfacher Ko ntaktversuche im Namen der Verbraucherzentrale ausblieb. Hier musste im Einzelfall auch für weitere Erfolgsaussichten auf den gerichtlichen Klageweg verwiesen werden. Nicht zuletzt wurden in den Beratungssituationen Präventionsarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe geleist et, um bestärkte Verbraucher:innen in die Lage 10 I Seite zu versetzen, zukünftig verbraucherrechtlichen Fall en auszuweichen oder frühzeitiger rechtlichen Rat einzuholen. In zwei Prozent der Fälle konnte fü r die Verbraucher:innen keine Verbesserung erzielt werden. 31 Fälle aus dem Jahr 2021 konnten in 2022 positiv abgeschlossen werden, vier blieben ohne Ergebnis und drei bleiben zum Jahresende weiterhin offen. Dankesnachrichten von Verbraucher:innen und Multiplikator:innen nach erfolgter Verbraucherberatung Intensität und Komplexität rechtlicher Beratung/Ver tretung einer Zielgruppe mit geringem Selbsthilfepotential und multiplen Problemlagen Die "Verbraucherberatung im Quartier" nimmt die Problemsituation der Ratsuchenden ganzheitlich in den Blick. Oftmals treten multiple Problemlagen auf, die mit dem vordergründigen Anliegen des Ratsuchenden einhergehen. Daraus folgen weitere Ver weise, Auskünfte und/oder Rechtsbesorgungen. Das Angebot bei Geld- und Kreditproblemen ist in der Regel ein Querschnittsthema und nur die vordergründige Anfrag e, am Beispiel hier "Telekommunikations- forderung", fließt in die Gesamtstatistik der Rechtsbesorgungen ein (vgl. Tabelle 1 sowie Diagramm 1 und 2). Verschiedene Aspekte machen die Verbraucherberatung aufwändig und zeitintensiv: "Ich bin sehr zufrieden, ich bin Ihnen sehr dankbar für all Ihre Bemühungen. ...< "Ich habe gerade Ihre Email gelesen. Ich habe mich darüber gefreut. Schließlich möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Hilfe bedanken." >Ich bedanke mich &.für ihre stets umseitige und kompetente Arbeit.< "...ich bedank mich sehr, das die Sache erledigt ist. Endlich kehrt Ruhe in die Familie von der Stres. Vielen Dank und Grüßen von meinem Familie.." >...Das liest sich ja erst mal sehr gut. Da wird er sich sicherlich freuen, wenn er die Unterlagen erhält.< "...durch Verwandte haben wir gehört, dass die durch Hilfe der Verbraucherberatung vieles geklärt haben. Gerne würde ich daher so schnell wie möglich einen Termin vereinbaren.< >Super! Du bist ja echt Quell des Wissens.< 11 I Seite " Die Verbraucher:innen können oft ihr Anliegen nicht darlegen, weil sie die dazugehörigen Dokumente nicht verstehen. Die Beraterin muss sich zunächst einen Überblick über den Sachverhalt verschaffen, eventuell Dokumente zuordn en helfen und fehlende Unterlagen besorgen lassen. Zusammen mit dem mündlichen Berich t des Ratsuchenden vervollständigt sich das Bild des Anliegens. " Die verständliche Vermittlung des Sachverhalts an die Verbraucher:innen kann bei sprachlichen Barrieren oder/und wenn Verbraucher:innen Abläufe und Verfahren nicht vertraut sind, aufwändig sein. Für die sprachliche Vermittlung müssen öfter andere Personen (z.B. Multiplikator:innen, Ehrenamtliche o der Familienmitglieder) miteinbezogen werden, was die Kommunikation komplexer macht. Der Zeitaufwand für einzelne Bearbeitungsschritte und Betreuungsleistungen wird in der Verbraucherzentrale NRW quantitativ nicht erfasst. Nachfolgende Verbraucherfälle aus der Praxis sollen daher die Intensität und Komplexität der rechtlichen Beratung und Vertretung der "Verbraucherberatung im Quartier" veranschaulichen: Komplexe Verbraucherberatungen zu Stromkosten Der folgende Fall ist typisch für Anfragen zum Thema erhöhte Strompreise und zeigt, dass energierechtliche Fragen mit Fragen der technischen Ausstattung des Haushalts und des Haushaltseinkommens miteinander verzahnt sind. " 25.10.2022 Eine alleinerziehende Sozialhilfeempfängerin mit z wei Kindern bekommt von ihrem Stromanbieter mit der Jahresrechnung eine Forderung von 600¬. Der Betrag erscheint ihr zu hoch. Sie bittet um eine Ratenzahl ung und Stundung, um die Forderung zunächst zu prüfen. Beides wird vom Anbieter abgelehnt. Das Jobcenter lehnt ein Darlehen ab. Die Summe wird abgebucht. " Nach dem ersten Beratungsgespräch vereinbart die Ve rbraucherin einen Termin mit dem Stromsparcheck und stellt einen Antrag auf Mehrbeda rf, weil ihre Warmwasserversorgung über Strom läuft. Sie kontrolliert ihre Zählerständ e, ob Strom unrechtmäßig von Dritten entnommen wird und ob in ihrem Kundenkonto Zwischenstände/Verbräuche plausibel angegeben werden. " 28.10.22 Die Beraterin der Verbraucherberatung im Quartier (ViQ) erreicht, dass eine Mahnsperre von drei Wochen für die Klärungen einger äumt wird. Die Verbraucherin bucht das Geld zurück. 12 I Seite " 14.11.2022 Der Stromsparcheck hat alle Geräte geprü ft bis auf den Durchlauferhitzer. Er hat festgestellt, dass der Fernseher viel verbraucht und beim Spülen gespart werden kann. Weitere sog. >Stromfresser< wurden nicht gefunden. Mit dem Stromanbieter wird eine Ratenzahlung über 100¬ vereinbart, weiterhin mit Vorbehalt einer fortgesetzten Fehlerprüfung. " 18.11.2022 Die Verbraucherin sorgt sich, die Ratenz ahlung nicht einhalten zu können, da sie eine Preiserhöhung bekommen hat und der neue Ab schlag über 320¬ beträgt. Der Vermieter soll den Durchlauferhitzer prüfen lassen. ViQ überprüft die Berechnung des Abschlags. " Der Abschlag könnte auf unter 300 ¬ gesenkt werden. Die Verbraucherin wird über die Gefahren bei Reduzierung des Abschlags informiert. Außerdem berät ViQ sie zu einem möglichen Anbieterwechsel und der Strompreisbremse. Die Verbraucherin erhielt eine Zahlung von Sanktionsfrei e.V. (einem Verein zur Un terstützung von Bezieher:innen von Arbeitslosengeld II) und kann 400¬ ihrer Nachzahlung damit bezahlen. Der neue Betrag der Ratenzahlung beträgt 56¬. Die Verbraucherin beantra gt ein Darlehen beim Jobcenter für den Kauf einer Spülmaschine, um Strom zu sparen. De r Anbieter stimmt nach neuerlicher Berechnung einem Abschlag von 290¬ zu. " Die Ratenzahlung platzt, weil ein Abschlag aus Dezember nicht abgebucht werden konnte. " Der Verbraucherin wird ausführlich mündlich und per Email erklärt, dass sie nicht mehr als 5898 kWh im Jahr bzw. 490 kWh im Monat verbrauchen darf, um im nächsten Jahr keine Nachzahlung zu riskieren. In der Anpassungsbenachri chtigung des Anbieters steht, der Abschlag sei aufgrund der von der Verbraucherin erwarteten Verbrauchsänderung vorgenommen worden und nicht auf Grund fehlerhafter Berechnung. Dies wird beanstandet. Sämtliche Beratungsgespräche werden telefonisch und außerhalb der Sprechstunde geführt. Abwendung hoher finanzieller Einbußen zugunsten der Ratsuchenden und Abwehr einer manifesten Überschuldung Bei einem engen Haushaltsbudget können die Verbindli chkeiten aus einzelnen Verträgen schnell strukturell in Schuldenkreisläufe führen. Dies zeigt der folgende Fall aus 2022: " Im Juli 2022 schließt die Verbraucherin in einem Handyladen einen Laufzeitvertrag inklusive eines iPhones. Bei der ersten Rechnung vo n 130¬ ist sie verwundert, wie teuer der Vertrag ist. Sie holt das iPhone im Laden nicht ab und versucht vergeblich, über eine 13 I Seite no-reply3Email den Vertrag rückgängig zu machen. Ein Integrationslotse hilft ihr, im Online- Konto die Rechnungen abzurufen. " 11.8.22 Vodafone begründet die Höhe der ersten Rech nung mit Anschlussgebühren und der anteiligen Berechnung des Abschlussmonats. Ein Rücktritt vom Vertrag wird zunächst mündlich abgelehnt. Eine umfangreiche schriftliche Rechtsvertretung wird eingeleitet. Vorerst wird ein Kombirabatt auf Betreiben der Beraterin eingepflegt. " 25.08.2022 Die Verbraucherin fühlt sich betrogen, w eil sie die hohen monatlichen Beträge von ihrem Konto abgebucht bekommt, obwohl sie das i Phone nicht erhalten bzw. abgeholt hat und möchte daher bei der Bank die Lastschrift widerrufen und die Abbuchungen abwenden. Sie wird von der Beraterin informiert, we lche Risiken damit verbunden sind, dies vor Absprache mit der Anbieterin zu tun, während auf die Bearbeitung der Rechtsvertretung gewartet wird. " 19.09.22 Die Verbraucherin überlegt es sich anders und möchte das iPhone auch gegen den Rat von ViQ und des Integrationslotsen erhalten . Sie wird über die Folgen informiert, wird allerdings entgegen der Beratungsaussage selbst aktiv und bespricht mit der Anbieterin eine Vertragsverlängerung, um doch noch das Endgerät zu erhalten. " 6.10. Es bedarf weiterer Beratungen des Integration slotsen und der Verbraucherin, um klar zu machen, dass sie sich einen solchen Vertrag nich t leisten kann, welche (Rechts)folgen dieser hat. Sie wird bei dem Widerruf weiterhin unterstützt. " 26.10. Die Verbraucherin meldet sich verzweifelt pe r E-Mail, weil sie kein Geld mehr auf dem Konto hat und nicht weiß, wie sie und ihr Kind den restlichen Monat zurecht kommen sollen. Ihr werden Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt. Währenddessen wird die Gegenseite immer wieder um eine Antwort gebeten. Die Verbrauch erin soll mitteilen, dass sie die Zahlungen an die Gegenseite aussetzen muss, weil das Konto nicht mehr gedeckt ist. " 18.11. Die Verbraucherin meldet sich per E-Mail und hofft, dass sie bald Geld vom Mobil - funkanbieter zurück erhält, weil ihr Strom-, Gas- und Telefonkosten zu teuer geworden sind. " 21.11. Die Gegenseite antwortet auf die Schreiben der Verbraucherberatung im Quartier und bestätigt den Widerruf und eine Rückerstattung bereits gezahlter Beträge. " 25.11 Die Verbraucherin meldet verzweifelt, dass die versprochene Erstattung auf ihr Konto zwar erfolgte, aber durch die Anbieterin weitere 400¬ von ihrem Konto abgebucht wurden. " Telefonat mit der Anbieterin ergibt, dass es sich um einen Systemfehler handelt. Die Verbraucherin solle das Geld zurück buchen. Es sei vergessen worden, einen Mahnstopp 14 I Seite zu hinterlegen. Eine angeblich bestehende Restforde rung wird von ViQ angezweifelt, weil der Vertrag ja storniert wurde. Es wird Einigung er zielt darüber, dass keine offenen Posten mehr bestehen. " Die Verbraucherin wird über die jetzige Vertragssit uation aufgeklärt. Sie profitiert von einer Ersparnis von mehr als 1600¬ durch die Abwendung des Vertrages und die Kosten für ihren zweiten Vertrag. 15 I Seite Übergeordnetes Ziel 2: Kooperative Vernetzung und Synergienutzung vorhandener Strukturen, um die bestehenden Hilfen und Angebote bestmöglich miteinander zu vernetzen und die Maßnahmen bedarfsgerechter, passgenauer und wirkungsvoller auszurichten Tabelle 2: Kooperationen und Maßnahmen Kooperationen Angebote und Maßnahmen Alle Sozialraumbewohner:innen Kalk und Humboldt-Gremberg Außenstelle des Interkulturellen Dienstes (IKD) zweiwöchentliche persönliche Sprechstunden bzw. durchgehende telefonische und elektronische Erreichbarkeit Lotsenfunktion, thematischer Austausch und funktionierende Verweisstruktur zu Beratungs- und Bildungsangeboten vor Ort, u. a. zu IKD und "Digitalprojekt"; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen durch Plakataushang und Flyerauslage Sozialraumkoordination Kalk Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage- Einträge, E-Mail-Verteiler und Newsletter der Sozialraumkoordination; regelmäßige Verbrauchertipps auf der Homepage der Sozialraumkoordination Sozialraumkoordination Humboldt-Gremberg Einmal monatlich Sprechstunde im Raum 3 Infostände an Markttagen und Stadtteilfesten Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage- Einträge, E-Mail-Verteiler und Newsletter der Sozialraumkoordination; regelmäßige Verbrauchertipps auf der Homepage der Sozialraumkoordination GAG Quartierstreff Neue Sprechstunde einmal monatlich Teilnahme am Eröffnungstreff Kontaktaufnahme zur Nachbarschaft und Bewerbung des Angebots 16 I Seite Stadtteilkonferenz Kalk Teilnahme am Runden Tisch Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Runder Tisch Humboldt- Gremberg Teilnahme am Runden Tisch Bewerbung der neuen Sprechstunden in Humboldt-Gremberg und anderer Veranstaltungen für Verbraucher:innen, Lots enfunktion, Einbringen von Themen, funktionierende Verweisstruk tur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen Gemeinwesenarbeit Veedel e. V. funktionierende Verweisstruktur und thematischer Au stausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden u nd aktuellen Themen Evangelische Kirche Kalk-Humboldt Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch mit Pfarrer:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Nachbarschaftstreff; Pavillon e.V. funktionierende Verweisstruktur und fachlicher Aust ausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden u nd aktuellen Themen Diakonie Michaelshoven BerMico und BeWo Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch über Energiepreiskrise Höhenberg und Vingst Bürgerzentrum Vingst/ Vingster Treff wöchentliche persönliche Sprechstunde bzw. durchgehende telefonische und elektronische Erreichbarkeit Lotsenfunktion, thematischer Austausch und funktionierende Verweisstruktur zu Beratungs- und Bildungsangeboten vor Ort Bekanntmachung des Angebots auf der Homepage, durch Plakataushang und Flyerauslage Veranstaltungs- und Aktionsdurchführungen in den Räumlichkeiten oder im Online-Format für verschiedene Zielgruppen Stadtteiltreffen Höhenberg und Vingst Teilnahme am Mitsommerfest mit Informationen, Spielen, Aktionen Teilnahme am Runden Tisch Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur, thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen 17 I Seite Sozialraumkoordination Höhenberg-Vingst 4 x Aktion "Infobox" auf dem Vingster Markt rund um Haushaltsbudget, saisonal Einkaufen, Lagerung, Energiekosten Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung du rch Homepage- Einträge, E-Mail-Verteiler; Veröffentlichungen von Verbrauchertipps auf der Homepage der Sozialraumkoordination Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8) GAG Sozialmanagement Gemeinsame Infoaktion im Kalkhof, Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Energiepreiskrise und Auswirkungen für Verbraucher:innen Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord Kulturbrücke wöchentliche persönliche Sprechstunden bzw. durchgehende telefonische und elektronische Erreichbarkeit Lotsenfunktion und funktionierende Verweisstruktur zu Beratungsangeboten vor Ort; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen durch Plakataushang und Flyerauslage Ehrenamtsprojekt >Ordnung im Ordner< Sozialraumkoordinaton Chorweiler Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung du rch Homepage- Einträge, E-Mail-Verteiler Stadtteilkonferenz Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord Teilnahme an den Konferenzen Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen AK Beratung/Fiz e. V. regelmäßige Teilnahme Vernetzung insbesondere mit dem Jobcenter, fachlicher Austausch und Aufrechterhaltung eines funktionierenden Verweissystems GAG Immobilien AG Zwei gemeinsame Infoaktionen rund um steigende Energiepreise und hohe Kosten dieKümmerei Teilnahme an Planungstreffen; Vernetzung und Aufbau eines funktionierendes Verweissystems und Angebotsetablierung in den neuen Räumen der dieKümmerei Vernetzung zum Energiearmutsprojekt der Verbraucherzentrale NRW und Stromsparcheck der Caritas zum thematischen Austausch "Lücke im Hilfesystem bei Energiearmutsproblematiken" vier Veranstaltungen für Verbraucher:innen Chorweiler City Center Info-Aktion zu gestiegenen Energiepreisen 18 I Seite Mieterkontaktstelle und Stromsparcheck Gemeinsame Infostände zu Energie VHS Chorweiler Eine Veranstaltung zu Stromverträgen sozialraumübergreifend IN VIA Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und Austausch über Auswirkungen Energiepreiskrise, Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Menschen mit geringem Einkommen Kalk und Humboldt-Gremberg Caritas Schuldnerberatung Sozialberatung Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und Austausch über Auswirkungen Energiepreiskrise, Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Diakonie Schuldnerberatung Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und Austausch über Auswirkungen Energiepreiskrise, Höhenberg und Vingst Vingster Treff Mimik und Campus Arbeit 1 x Bildungseinheit >Stromkosten im Griff< Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord Zug um Zug 1x Bildungseinheit (allg. Verträge und En ergierechnungen) Sozialraumübergreifend AK Schuldenprävention Integration in den Runden Tisch Vernetzung und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien über Akteursnetzwerk durch analoge oder digitale Streuung RheinEnergie Vernetzung und thematischer Austausch zur Wiederbelebung des Rundes Tisches Energiearmut und zur stadtweiten "Lücke im Hilfesystem bei Energiearmutsproblematiken" Clearingstelle Claro Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Frauen gegen Erwerbslosigkeit Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur Infoveranstaltung für Verbraucherinnen 19 I Seite Stromsparcheck Caritas Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Bereitstellung von Infomaterial rund um "Energiespartipps in einfacher Sprache" Menschen mit Migrationshintergrund Kalk und Humboldt-Gremberg Interkultureller Dienst (IKD) Lotsenfunktion und gegenseitige Verweisstruktur, inhaltlicher Austausch Stadt Köln und Ceno e.V. Austausch zu Unterstützungsmöglichkeiten für Geflüchtete aus der Ukraine Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur Stadt Köln Sozialdienst für Geflüchtete Austausch zur Situation in Kalker Geflüchtetenunterkünften, Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur Caritas Perspektivberatung Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen AK Geflüchtete Teilnahme am Runden Tisch Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen und der Sprechstunde Dialog der Kulturen Teilnahme am Runden Tisch Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen und der Sprechstunde Bürgerhaus Kalk Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur, Anbahnung Kooperation in Deutschlerncafé für Geflüchtete aus der Ukraine (Das Café wurde nach kurzer Zeit aufgegeben) Caritas >Willkommen und Ankommen in Köln< Gemeinsame Infoaktion im öffentlichen Raum und Vert eilen von Flyern in Haushalte Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8) Fachdienst für Integration und Migration Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen 20 I Seite Case Management des Kommunalen Integrations- managements Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Familien und Kinder Kalk und Humboldt-Gremberg Fröbel Familienzentrum Taunuspänz Lotsenfunktion und funktionierende Verweisstruktur; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Bekanntmachung des Angebots auf der Homepage, durch Plakataushang und Flyerauslage Runder Tisch Humboldt - Gremberg Teilnahme am Nachbarschaftsfest Humboldt-Gremberg Bunt & Schön Kinderschutzbund Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch Vorstellung Angebote in Elterncafé 1x Multiplikator:innen-Schulung 1x Bildungseinheit zu Energiekosten und Energierechnung Höhenberg und Vingst Familienwerkstatt Gruppe >Frauen nach acht< 1 x Bildungseinheit "Versicherungen" Vingster Treff 2 x Bildungseinheit zu Ernährung für Eltern und Kinder 1 x Bildungseinheit zum Thema Stromsparen und Stromrechnung Katharina Henoth Gesamtschule, Elterncafé 1 x Bildungseinheit zu Energiekosten und Stromrechnung Freunde des interkulturellen Zentrums FIZ Bildungseinheit für Stadtteileltern Jugendliche und junge Erwachsene Kalk und Humboldt-Gremberg Pavillon e.V. Vernetzung und Angebotsvorstellung, Lo tsenfunktion AWO, Streetwork Kalk Vernetzung, Lotsenfunktion und thematischer Austausch u. a. zur Zielgruppenerreichung während Corona Kölner Jugendlotsen Vernetzung, Lotsenfunktion und thematischer Austausch zur Verschuldung junger Menschen 21 I Seite Jugendzentrum GremBerg Vernetzung, Lotsenfunktion und thematischer Austausch Kulturzirkus Schäl Sick e.V. Vernetzung, Lotsenfunktion und thematischer Austausch Adolph-Kolping-Schule 2 x Bildungseinheiten zum The ma Budget und Taschengeld Höhenberg und Vingst Jugendwohnen St. Gereon Lotsenfunktion und funktionierende Verweisstruktur Senior:innen Kalk und Humboldt-Gremberg Gremberger Treff Vernetzung und Angebotsvorstellung, Lotsenfunktion Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage, mediale Streuung über Social-Media- Plattform Seniorennetzwerk Humboldt-Gremberg Vernetzung und Angebotsvorstellung, Lotsenfunktion Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage, Aktionsplanung 2022 1 x Vorstellung und Bildungseinheit im Seniorinnen-Café im Raum³ Seniorenberatungen (Caritas, DRK) Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur Höhenberg und Vingst Seniorennetzwerk Höhenberg Angebotsvorstellung und Informationen in der monatlichen Seniorenzeitung "Wat läuf?" Seniorenberatung der Johanniter Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur Seniorenberatung Vernetzung, funktionierende Verwei sstruktur Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8) Runder Tisch Seniorenarbeit Kalk Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen Bekanntmachung von Informationen, Veranstaltungen und der Sprechstunden 1 x Infovortrag für Multiplikator:innen zur Rechtslage und dem Angebot der VZ im Bereich Energie, Vergabe von Infomaterial und Tipps zum Umgang mit Ratsuchenden 22 I Seite Seniorenkoordination Kalk Lotsenfunktion; Bekanntmachung von Informationen (u. a. Überblick digitaler Angebote der Verbraucherzentrale NRW für Senior:innen) und Frühwarnmaterialien, Veranstaltungen und der Sprech stunde; Infostreuung über Email-Verteiler Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord Deutsch-Türkischer- Verein dtvk VielfALT Internationale Seniorenmesse Seniorenkoordination Chorweiler Lotsenfunktion; Bekanntmachung von Informationen (u. a. Überblick digitaler Angebote der Verbraucherzentrale NRW für Senior:innen) und Frühwarnmaterialien, Veranstaltungen und der Sprechstunde, Infostreuung über Email-Verteiler "Verbraucherberatung im Quartier" ist fester Bestandteil in der Unterstützungslandschaft Die enge Vernetzung in den Quartieren mit Multiplikator:innen unterschiedlicher Expertisen, Aufgaben und Angebote bewährt sich und ist ein groß er Vorteil insbesondere für diejenigen, die in den Veedeln Rat und Hilfe suchen. Die über 60 kooperativen Organisationen, Institutionen, örtlichen Akteur:innen und Vereine in Tabelle 2 zeigen auch die verschiedenen Orte und Wege, auf denen die Zielgruppen der "Verbraucherberatung im Quartier" erreicht werden. Die "Verbraucherberatung im Quartier" wird nachgefragt für Arbeitsgruppen, Bildungsveranstaltungen und Aktionen. Das Pflegen der Kontakte ist und blei bt ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Beratungs- und Präventionsarbeit. Ein stabiles Netzwerk mit verlässlichen Partner:innen zahlt sich in Krisenzeiten aus Im Jahr 2022 nahm das Team der Verbraucherberatung im Quartier an 54 Planungs- und Vernetzungsgesprächen mit Akteur:innen in den Sozialräumen sowie an 23 Terminen von Arbeitskreisen, Konferenzen und Runden Tischen teil. Inhaltliche Schwerpunkte waren der Umgang mit der Energiepreiskrise sowie Hilfe für G eflüchtete in Köln. Die Vernetzungstreffen wurden wieder zunehmend präsent ausgerichtet. Als n eue Vernetzungspartner:innen sind dieses Jahr >Zug um Zug< in Chorweiler und >BerMico< sozialraumübergreifend dazu gekommen. Insbesondere in der ersten Jahreshälfte wurden die neuen Beratungsangebote im GAG Quartierstreff in Kalk und Raum3 in Humboldt 3 Gremberg aktiv beworben. Ende des Jahres stellte sich die neue Teamleitung bei einigen Vernetzungspa rtner:innen persönlich vor und besprach aktuelle Bedarfe, Ideen und Anliegen. Auch hier sta nd die Energiepreiskrise im Vordergrund. Es wurden bedarfsgerecht Informationen für Multiplikator:innen zusammen gestellt, zu einem Vernetzungstreffen eingeladen und Veranstaltungen f ür Verbraucher:innen und Multiplikator:innen entwickelt, die Anfang 2023 durchgeführt wurden. De r Bedarf nach aufsuchender Verbraucherberatung wird während der Gespräche immer wieder betont. 23 I Seite Übergeordnetes Ziel 3: Präventiv tätig werden und durch Bildung und Information dazu beitragen, dass bestimmte Probleme im Verbraucheralltag gar nicht erst auftreten und das Selbsthilfepotential gestärkt wird Tabelle 3: Präventions- und Bildungsarbeit vor Ort für Quartier Gesamt und je Sozialraum Art des Angebots Sozialraum Aktionen (n) Teilnehmende (n) Vorträge, Bildungseinheiten Gesamt 31 274 Chorweiler 12 88 Höhenberg-Vingst 8 79 Kalk, Hum.-Grem. 11 107 sozialraumübergreifend 0 0 Ehrenamtliche Unterstützung für Verbraucher:innen Gesamt 18 20 Chorweiler 18 20 Info- und Aktionsstand Gesamt 20 1.048 Chorweiler 5 391 Höhenberg-Vingst 7 270 Kalk, Hum.-Grem. 7 337 sozialraumübergreifend 1 50 Infovortrag,Schulung für Multiplikator:innen Gesamt 7 115 Chorweiler 2 24 Höhenberg-Vingst 1 1 Kalk, Hum.-Grem. 0 0 sozialraumübergreifend 4 90 Gesamt 76 1.457 Im Jahr 2022 konnten insgesamt 76 Angebote realisiert werden, von denen insgesamt 1.4 57 Personen direkt profitierten und damit deutlich mehr als in der Pandemie möglich war. Die Durchführung erfolgte vor Ort oder online in festen Gruppen oder über Einladungen zu Einzelveranstaltungen. Im ersten Halbjahr wurden einige Gastveranstaltungen der "Verbraucherberatung im Quartier" (u. a. in Schulen , in Begegnungscafés) noch pandemiebedingt abgesagt. Im ganzen Jahr 2022 war noch eine gewisse Zurückhaltung bei der Teilnahme an Veranstaltungen spürbar. Aktionen wie der Beutelzau n, bei dem Informationsmaterial und Give aways in Jutebeuteln zum Mitnehmen an einen Zaun gehängt werden, halfen auch kontaktscheuere Menschen zu erreichen. Das soziale Leben in den Stadtteilen kam erst langsam 24 I Seite wieder in Gang. Präventionsarbeit für den Verbraucherschutz ist da am effektivsten durchzuführen, wo feste >funktionierende< Gruppen bestehen wie in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Berufsschulklassen oder gut frequentierten Elternca fés. Die Organisation und Bewerbung von Einzelveranstaltungen ist aufwändiger. Die Energiepreiskrise im Fokus Die Verbraucherzentrale NRW stellte sich strategisch auf die Anforderungen der Energiepreiskrise ein, indem sie den Anfragen zu Energiekosten eine P riorität bei der Terminvergabe einräumt und dabei auf die Existenzsicherung fokussiert. Energiearmut war immer schon Teil der Gemengelage, mit der Menschen aus benachteiligten Quartieren in die Beratung kommen. Die Energiepreis krise machte sich im Jahre 2022 zunächst durch erhöhte Anfragen von Multiplikator:innen zum Thema bemerkbar. Das Team der Verbraucherberatung im Quartier bündelte und kanali sierte die Informationen der Verbraucherzentrale NRW, die für Multiplikator:inne n besonders nützlich waren und sind. Dazu gehörten zum Beispiel " Hinweise auf die jeweils aktualisierte Landingpage der Verbraucherzentrale NRW zur Energiepreiskrise mit ersten Informationen zu der sich jeweils durch Beschlüsse der Bundesregierung veränderten Lage. " ein Rechentool, das überprüfen hilft, ob der Abschlag zu Preis und Verbrauch passt. " Rechentools wie den Duschrechner, die es ermögliche n, eine bessere Einschätzung für den eigenen Energiebedarf zu bekommen. " Die Verteilung der Broschüre >Energiesparen im Allt ag< in einfacher deutscher Sprache und vier weiteren Sprachfassungen. Allein der Schuldnerhilfe Köln wurden 5000 Exemplare kostenlos zur Verfügung gestellt. " Hinweise auf Online 3 Multiplikator:innen-Veranstaltungen zur Vermeidung von Stromsperren, Diese Informationen und praktischen Tools wurden in Sozialraumkonferenzen, Fachgesprächen in Arbeitsgruppen, anderen Vernetzungstreffen und in Form von Newslettern und Einzelmailings weiter gegeben. Die Expertise der Verbraucherzentra le fand wiederum Eingang in Handreichungen, die soziale Träger für ihre Mitarbe iter:innen zum Umgang mit der Energiepreiskrise in Köln erstellten. Bei Aktionen und Infoständen auf Straßen-, Stadtteil- oder Nachbarschaftsfesten, auf (Markt)plätzen oder Fußgängerzonen/Einkaufszentren wurden mit Give-aways und 25 I Seite aktionsorientierten Formaten wie dem Glücksrad oder Quizformaten Zugang zum Thema bei den Zielgruppen (Familien mit Kindern, Senior:innen&) geschaffen. Quizfragen lauteten z.B. ... Eine Duschuhr bietet Anlass für ein Gespräch über Duschzeiten (insbesondere von Jugendlichen), ein Thermometer mit Hydrometer als Give-away Gesprä chsstoff zum Thema Heizen und Lüften. Nicht selten kommt dabei das Gespräch auch auf Frag estellungen zum Stromvertrag und es kann auf die Beratungsangebote verwiesen werden. Die Beraterinnen im Quartier haben in Zusammenarbei t mit Fachreferent:innen der Verbraucherzentrale NRW Präventionsangebote entwickelt, die Verbraucher:innen vermitteln, welche Informationen aus ihrer Stromrechnung wichti g für sie sind. Dafür wurden mit Hilfe der Vorträge aus den Fachabteilungen niederschwellige Formate entwickelt. Die Teilnehmenden brachten ihre eigenen Stromrechnungen mit und lernt en, die Informationen daraus zu verstehen und zu gewichten. Es wurde ihnen nahegelegt, einzel ne Angaben wie die Stromzählernummer, den Zählerstand möglichst regelmäßig und die Berech nung des Abschlags zu überprüfen. Immer wieder traten Ungereimtheiten in diesen Punkten in den Dokumenten der Teilnehmenden zutage. Mal werden Teilnehmende in die Beratung des Stromsparchecks vermittelt, mal wird deutlich, dass eine persönliche (rechtliche) Einzelberatung bei der Verbraucherzentrale unverzichtbar ist. In 2022 konnten mit solchen Veranstaltungen 57 Haushalte er reicht werden. Diese Präventionsarbeit im Quartier wird in der Regel von den Beraterinnen sel bst durchgeführt. Das hat den Vorteil, dass während der Veranstaltungen schon wichtige Hinweise in Einzelfällen gegeben werden können. Am 10. März 2022 führte die Verbraucherberatung im Quartier 23 Multiplikator:innen in der Online 3 Fortbildung >Steigende Energiepreise, (zu) hohe Kosten 3 Energierechnung verstehen und Prüfmöglichkeiten kennen< darin ein, grundlegende Fragen im Umgang mit den gestiegenen Duschkabine Duschuhr Raumklima-T ester 26 I Seite Stromkosten bearbeiten zu können und nicht in allen Fällen an die Verbraucherzentrale zu verweisen. Weitere Multiplikator:innen profitierten von drei NRW-weiten online 3 Angeboten zur Verhinderung von Stromsperren, auf die sie von der Teamleitung hingewiesen wurden. Die Verbraucherzentrale in Köln und die Verbraucher beratung im Quartier luden am 6. Dezember zu einem offenen Erfahrungsaustausch ein mit 10 Anmeldungen und 7 teilnehmenden Multiplikator:innen von der PariSozial Seniorenberatung Finkenberg, Caritas, Sozialraum- koordination Höhenhaus/Dünnwald, Caritas Fachdienst für Integration und Migration, Mieterverein Köln, Bürgerschaftshaus Bocklemünd/Mengenich, Kelle rladen e.V. und Diakonie Michaelshoven, Notunterkunft für Familien. Das Anliegen war vor al lem, die Bedarfe an fachlicher Unterstützung durch die Verbraucherzentrale z.B. in Form von Multiplikator:innen-Schulungen abzufragen und die Grenzen und Möglichkeiten der Beratung durch die VZ nochmal genau darzustellen. Dies ist um so wichtiger, da für die Verbraucher:innen energierech tliche und sozialrechtliche Anliegen Hand in Hand gehen. Möglichst zielgerichtete Verweise erspa ren den Verbraucher:innen unnötige Wege und den Trägern vermeidbaren Aufwand. Ziel eines erweiterten Multiplikatorenansatzes ist es, relevante Akteure durch ein ausgeweitetes Angebot an Informations- und >Fortbildungs<veranstaltungen kompetent und handlungsfähig für die Arbeit an konkreten Verbraucherproblemen der ihnen anvertrauten Zielgruppen zu machen und präventive Verbraucherinformationen möglichst breit zu streuen. Ehrenamt für die >Verbraucherberatung im Quartier" in Chorweiler Im Jahr 2022 unterstützte die ehrenamtliche Verbrau cherbegleiterin der "Verbraucherberatung im Quartier" am Standort Chorweiler 18 Verbraucher:inn en dabei, ihre Unterlagen in eine sinnvolle und gut nachvollziehbare Ordnung zu bringen. Dies ist eine sinnvolle Ergänzung zur Beratung und erhöht das Selbsthilfepotential von Verbraucher:inn en. Die Ehrenamtlerin unterstützte auch bei Aktionsständen vor Ort. Zur Zeit arbeitet die Verbr aucherberatung im Quartier an einem Konzept zur Ausweitung der ehrenamtlichen Tätigkeit. 27 I Seite Übergeordnetes Ziel 4: Sensor- und Frühwarnfunktion mit Blick auf verbraucherrechtliche Fallstricke, um diese bereits in der Entstehung zu unterbinden Verletzliche Verbraucher:innen sind verbraucherrech tlichen Fallstricken und dubiosen Geschäftspraktiken in besonderer Weise ausgesetzt. Aufgrund steigender Stromkosten wechselten Verbraucher:innen zu Anbietern, die ihre Preisversp rechen nicht hielten, ältere Menschen werden öfter Opfer von Betrug an der Haustür oder am Telef on. Eine Aufgabe der "Verbraucherberatung im Quartier" ist es, verbraucherrechtliche Fallstri cke und dubiose Geschäftspraktiken frühzeitig zu erkennen und die Sozialraumbewohner:innen zeitnah zu informieren. Die Problematiken fallen entweder gehäuft in den Sprechstunden auf oder werden von Multiplikator:innen gemeldet. Die "Verbraucherberatung im Quartier" erstellt daraufhin zielgruppenspezifische Präventionsmaterialien. Komplexe Themen werden in einfacher Sprache aufbereitet. Der leserfreundliche deutsche Text sol l die enthaltenen Informationen einer möglichst breiten Bevölkerungsgruppe zugänglich machen. 7 Ein neues Thema war in 2022 die Warnung vor Lockangeboten von Stromanbietern. Eingängige Hinwei se wie "Geben Sie keine persönlichen Daten weiter" oder "Bezahlen Sie niemals Geld im Vo raus." sollen Verbraucher:innen warnen. Kontaktdaten der "Verbraucherberatung im Quartier" sowie der Kölner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW für tiefergehende Unterstützung sind ebenfalls vermerkt. Die Präventionsmaterialien werden an Infoständen un d anderen Aktionsformaten vor Ort verteilt (siehe Tabelle 2 und 3) und über die Kanäle der Kooperationspartner:innen und Multiplikator:innen verbreitet. Verschiedene Dreh- und Angelpunkte in den Sozialräumen übernehmen in der netzwerkabdeckenden Verbreitung eine wichtige Funkt ion, etwa die Sozialraumkoordination, das Seniorennetzwerk, die Außenstelle des Interkulturellen Dienstes oder der Vingster Treff. Über viele verschiedene, nicht einzeln nachzuhaltende Kanäle verbreiten die Sozialraumakteur:innen die Informationen analog (über Aushänge in örtlichen Sc haukästen und an Schwarzen Brettern in Hauseingängen, über Briefkasteneinwürfe, Flyerabgab en, Abdrucke in Newslettern...). 7 Aufgrund der breiten Varianz der Zuwanderungshinte rgründe der in den Kölner Sozialräumen lebenden Menschen wird die Möglichkeit mehrsprachiger Übersetzungen der Frühwarnmaterialien hinsichtlich Mehrwert und Realisierbarkeit je nach Thema und Zielgruppe geprüft. 28 I Seite Multiplikator:innen drucken sich Infoblätter selbst aus oder werden bei Bedarf mit Druckexemplaren von der "Verbraucherberatung im Qua rtier" beliefert. Online-Kanäle werden zur Informationsstreuung von den Sozialraumakteur:innen ebenso genutzt (Homepage-Einträge, elektronische Newsletter, Postings über Social-Media). Zum Weltverbrauchertag am 15. März informierte die Verbraucherberatung im Quartier über Kundenrechte bei Telefon- und Internetverträgen und warnte vor Kostenfallen. Sie wies auf entsprechende Online-Veranstaltungen hin und verbreitete online und per Post eine Checkliste, die beim Entscheidungsprozess für den passenden Handyvertrag unterstützt. Auch auf Musterbriefe für Kündigungen, Einspruch und Rückforderungen wurde dabei hingewiesen. In 2022 waren zudem folgende Themen relevant " Die Warnung, den Stromanbieter zu wechseln, ohne ei nen genauen Preisvergleich. Oft wird mit einem niedrigeren Abschlag geworben und am Ende des Abrechnungsjahres droht eine hohe Nachzahlung. Mit dem Flyer >Achtung bei neuen Vertr ägen für Strom und Gas< wurde das Thema kurz und in einfacher Sprache beschrieben. " Die Warnung vor Gewinnversprechen am Telefon oder p er Briefwerbung. Die "Verbraucherberatung im Quartier" reagierte mit dem Hinweis in einfacher Sprache "Teurer Vertrag statt Gewinn - Vorsicht bei Gewinn-Versprechen." Verbraucher:innen wurden dazu aufgerufen, Werbung zu ignorieren, bei Anruf fremder Personen aufzulegen und mit persönlichen Daten sparsam umzugehen. Zusätzlich wurden Multiplikator:innen weitere Informationen zur Abzockmasche und Handhabemöglichkeiten zur Verfügung gestellt. " Die "Verbraucherberatung im Quartier" warnte weiterhin vor Trittbrettfahrenden, die die Erdgasumstellung in Kölner Stadtteilen nutzen könnten, teure Verträge an der Haustür unterzuschieben. Es wird berichtet, dass die Mitarb eiter:innen der Rheinischen Netzgesellschaft mittlerweile so sensibel agieren, dass sich die Mieter:innen gut informiert und sicher fühlen. Dies darf auch als ein Ergebnis und Erfolg der Kampagne der Verbraucherberatung im Quartier gewertet werden. 29 I Seite Übergeordnetes Ziel 5: Entwicklung von Strategie und Ansatzpunkten zur Erhöhung der Reichweite mit dem Ziel, eine präventive Wirkung des aufsuchenden Arbeitsansatzes in allen 15 Kölner Sozialräumen zu entfalten Die Verbraucherberatung im Quartier ist auch in den Sozialräumen, in denen vor Ort keine persönliche Beratung angeboten werden kann, gut ein geführt und vernetzt. Sie hält Kontakt über persönliche Gespräche, Arbeitstreffen, Teilnahmen a n Sozialraumkonferenzen oder gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen. In 2022 haben 23 Vern etzungsgespräche stattgefunden und eine Online - Schulung mit 25 Teilnehmenden. Schwerpunkt e der Vernetzungsgespräche waren die Themen Energiearmut und Schuldenprävention. Die Verbraucherberatung ist mittlerweile in allen So zialräumen bekannt. In 2022 wurden auf zwei weiteren Sozialraumkonferenzen mit insgesamt 38 Tei lnehmenden der Quartiersansatz und die Angebote der Beratungsstelle Köln bzw. der Verbraucherzentrale NRW vorgestellt. Vermittlung von Angeboten der Beratungsstelle Köln und der Verbraucherzentrale NRW Im Zuge der Reichweitenerhöhung versteht sich die "Verbraucherberatung im Quartier" als Ansprechpartnerin und Vernetzungsstelle in alle Köl ner Sozialräume, um Stadtteilakteur:innen mit passenden Bildungs-, Informations- und Beratungsangeboten der Verbraucherzentrale NRW zusammenzubringen. 1. Beispiel: Eine Mitarbeiterin des Interkulturellen Dienstes fragt für eine Unterkunft für Geflüchtete nach einer Info-Veranstaltung zum Thema Budget. Wie teile ich das Geld ein? Aber auch Themen wie Ratenzahlung, Handy-Verträge und Ähnliches. Hier wird erfolgreich eine Fortbildungsveranstaltung durch das Projekt >Get In!< vermittelt, das auf neu zugewanderte Verbraucher:innen, die gerade Deutsch lernen, zugeschnitten ist. 2. Beispiel: Anfrage für eine Schuldnerberatung für drei Familien mit Duldungsstatus. Hier werde die Beratung nicht vom Jobcenter refinanziert. Die Frag e ist, ob die Verbraucherberatung im Quartier eine Idee habe, wo die Familien trotzdem beraten werden könne. Hier wird an die Schuldnerberatung in der Beratungsstelle Köln vermi ttelt und die Ratsuchenden werden darauf hingewiesen, dass sie selbst für ein:e Dolmetscher:in sorgen müssen und Unterlagen zu Einnahmen und Ausgaben vorbereiten. Verbrauchertipps in einfacher Sprache Tipps der Verbraucherzentrale NRW werden ausgewählt nach ihrer inhaltlichen Relevanz für verletzliche Verbraucher:innen. Dann werden sie in einfacherer Sprache formuliert und per Email 30 I Seite an Multiplikator:innen in den Sozialräumen weiter g eleitet, die jeweils vor Ort entscheiden, ob sie sie wiederum in ihre Verteiler geben. Solche kurzen inhaltlichen Texte werden immer wieder auch für Newsletter in den Quartieren verwandt, um die Verbraucher:innen vor Ort zu relevanten Themen wie z.B. das richtige Lüften und Heizen oder die sog. >Dezember-Entlastung< zu informieren. Die auf den Seiten 28 und 29 vorgestellten Frühwarnmaterialien der "Verbraucherberatung im Quartier" wurden zum Einsatz in allen 15 Sozialräumen zur Nutzung durch Sozialraum- akteur:innen aufbereitet und stadtweit zur Verfügung gestellt. In vier Newslettern mit derzeit 78 Abonnent:innen wurden aktuelle Themen aufgegriffen, Veranstaltungen angekündigt und nützliche Materiali en und Tools bereit gestellt. So wurden zum Beispiel wichtige Informationen für Menschen, die a us der Ukraine geflüchtet sind, in deutscher und ukrainischer Sprache zur Verfügung gestellt. Verbraucher:innen finden auf der Internetseite https://www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/koeln/verbraucherberatung-im-quartier- 23016 einfache, konzentrierte Informationen zum Unterstützungsangebot. Alle erstellten Präventions- materialien der "Verbraucherberatung im Quartier" stehen hier zum Download zur Verfügung. Im Jahr 2022 gab es 1473 gezielte Zugriffe. "Danke für die Infos und Hinweise. Gebe ich gern über meinen Verteiler weiter. Und danke für die wichtige Arbeit, die Sie immer wieder leisten.< "Danke für dieses zeitgemäße Angebot, welches ich an die Akteur*innen im & Bezirk weiter geleitet habe. Viel Erfolg!< 31 I Seite Übergeordnetes Ziel 6: Identifizierung von strukturellen Problemlagen, Lücken im Hilfesystem, Handlungsempfehlungen an die Stadt Köln An dieser Stelle beschreiben wir besondere struktur elle Problemlagen, die durch das Angebot der Verbraucherzentrale alleine nicht ausreichend bearbeitet werden können. Sie erfordern eine umfassendere Herangehensweise von Politik und Zivil gesellschaft. Neben eigenen Beobachtungen des Teams fließen Berichte von Verbra ucher:innen und Multiplikator:innen der Kölner Sozialräume ein. Schlecht, teuer oder gar nicht wohnen In allen Kölner Stadtteilen ist es schwierig bis un möglich eine neue Wohnung zu bekommen. Dies ist umso schwieriger je geringer das Einkommen ist. Auch rassistische Diskriminierungen führen zu zusätzlichen Erschwernissen bei der Wohnungssuche. Mieter:innen, die keine neue Wohnung finden, sind gezwungen die Nachteile ihrer derzeiti gen Mietverhältnisse 3 oft über Jahre - in Kauf zu nehmen: Sei es, dass die Wohnung sanierungsbedür ftig, zu teuer oder zu klein für einen wachsenden beziehungsweise zu groß für einen kleine r werdenden Haushalt ist. Wohnungen, die nicht saniert werden, beeinträchtigen die Gesundhei t ihrer Bewohner:innen, sei es, dass sie nicht zur Ruhe kommen können, Schimmel und/oder Kälte aus gesetzt sind. Sind Wohnungen schlecht isoliert, muss mehr geheizt werden, was insbesondere im letzten Jahr auch die Kosten in die Höhe trieb. Hier war hilfreich, dass bundesweit die Prüf ung der Angemessenheit von Heizkosten bei Leistungsbezug in 2022 ausgesetzt wurde. Wenn Mieter:innen beim Heizen sparen, droht Schimmelbildung in der Wohnung, für den sie durch ihr eigenes Verhalten dann auch Verantwortung tragen. Inflation verstärkt die Armut Die gestiegenen Preise insbesondere bei Energie und Lebensmitteln, zwei Produkten, die in den Bereich der Existenzsicherung gehören, belasten bes onders die armen Haushalte. Es wird immer wieder berichtet, dass Kinder hungrig in die Schule kommen. Die Einführung des bundesweiten Bürgergelds mit einem angehobenen Regelsatz reicht nicht aus, um den Verlust an Kaufkraft durch die Effekte der Inflation auszugleichen. Wie bereits im letzten Jahresbericht in Bezug auf >Energiearmut< ausgeführt, leistet die Verbraucherberatung einen wichtigen Beitrag um Verbraucher:innen zu unterstützen aus überteuerten oder wenig oder keinen Nutzen bringenden Verträgen auszusteigen und damit Kosten einzusparen. Auch bei der Priorisierung von Ausgaben unterstützt sie. Die Beraterinnen geben ebenfalls Hinweise zu Fragestellungen, die nicht in ihre Rechtsberatungsbefugnis oder auch das Angebot der Verbraucherzentrale NRW fallen, wie beispielsweise zum Rundfunkbeitrag oder 32 I Seite der Krankenversicherung. Diese Unterstützungsleistungen können aber nicht mehr als eine >Erste Hilfe< sein. Digitalisierung Nicht für alle Menschen bedeutet die Ausweitung der Digitalisierung eine Erleichterung des Verbraucheralltags und eine Absenkung von Barrieren . Die Beraterinnen stellen vermehrt fest, dass Verbraucher:innen durch die Digitalisierung er schwert Zugang zu ihren eigenen Unterlagen, Verträgen und Rechnungen haben. Auch das führt dazu , dass sie sich nicht mehr um die mit Verträgen in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten angemessen kümmern z.B. weil sie neue Mitteilungen nicht mehr lesen. Viele Quartiers bewohner:innen besitzen nur ein Smartphone als Endgerät, was die Ansicht und Bearbeitung ersch weren kann. Gerade Senior:innen vermissen feste Ansprechpartner:innen und Präsenz-Angebote, an die sie sich richten können, um Fragen zu stellen und ihre Angelegenheiten zu erledigen. Beis pielsweise schließen immer mehr Bankfilialen, die vorher fußläufig zu erreichen waren. Oft sind d ie reinen digital verwalteten Angebote auch die preisgünstigeren, so dass Verbraucher:innen sich de nnoch für sie entscheiden (müssen). Auch in Präventionsveranstaltungen wird dieses Problem ange sprochen, das eine weitere Dimension von Verletzlichkeit bei Verbraucher:innen darstellt. 33 I Seite Verbraucherberatung im Quartier: Rückblick 2022 und Ausblick 2023 Das Jahr 2022 stand vor allem im ersten Halbjahr no ch unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen auf das soziale Leben in den Stadtteilen. Zunehmend konnten aber im Laufe des Jahres wieder mehr Veranstaltungen in Prä senz stattfinden und wurden Präventiv- Angebote für Gruppen und Aktionen auf Straßenfesten angefragt. Seit Beginn des Ukraine 3 Kriegs war die Unterbringung, die Versorgung und die Beratung dieser neuen Gruppe von Geflüchteten ein wichtiges Thema der sozialräumlich en Arbeit. Die Verbraucherberatung konnte hier verbraucherrechtlich unterstützen, indem sie für Neueinwander:innen und Geflüchtete wichtige Informationen und Materialien, teilweise in ukrainischer und russischer Sprache,verteilte. Der Anstieg der Energiepreise mit seiner Brisanz fü r die soziale Lage von Verbraucher:innen ist seit Ende 2021 bis heute das hervorstechendste Them a für die Verbraucherberatung im Quartier. Neben der Bearbeitung einer hohen Anzahl an Beratun gsanfragen, stellte sie das Thema auch in den Mittelpunkt ihrer Präventionsarbeit und bei Akt ionen im Stadtteil. Inhalte und Materialien der Verbraucherzentrale NRW konnten für eine niederschwellige Bildungsarbeit adaptiert werden. Auch die übrigen Sozialräume profitierten von regel mäßigen Informationen und Veranstaltungen. Die Energiepreiskrise wird uns in 2023 weiter besch äftigen. Die befristete Stellenaufstockung von insgesamt 14 Stunden pro Woche erlaubt uns, mehr Fälle zu beraten und mit dem Thema häufiger auf der Straße präsent zu sein. Wir geben unser Kno whow auch an Multiplikator:innen in den Kölner Sozialräumen weiter mit dem Ziel, eine höhere Kompetenz im Umgang mit Stromverbrauch und Kosten auszubilden. Es geht auch darum zu erken nen, in welchen Fällen eine individuelle Beratung notwendig und sinnvoll ist. Auch hier bewähren sich die in den letzten Jahren geschaffenen Netzwerke. Das Thema >falsche Kreditversprechen< spielt in 2023 ebenfalls eine größere Rolle. Es ist Schwerpunkt des diesjährigen Weltverbrauchertags un d hängt mit den Folgen der Inflation bei Energie und Nahrungsmitteln zusammen. Da wo Geldnot herrscht, steigt die Versuchung, sich auf windige Angebote einzulassen, die letztendlich die Not vergrößern. Für 2023 sind außerdem mehrere Multiplikator:innen-Fortbildungen geplant, u.a. für den Bereich Inkasso. Verbraucherzentrale NRW e. V. Verbraucherberatung im Quartier Köln Frankenwerft 35 (Eingang Mauthgasse) 50667 Köln Ansprechpartnerinnen: Beate Fackeldey, Tel.: 0211-3809 474 Michaela Schmitt-Reiners, Tel.: 0211-913 802 037 E-Mail: koeln.quartier@verbraucherzentrale.nrw www.verbraucherzentrale.nrw/koelnquartier Impressum: Herausgeber: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V. Mintropstraße 27 - 40215 Düsseldorf Fax: 0211-380 92 16 - www.verbraucherzentrale.nrw Text: Michaela Schmitt-Reiners Layout: Kathrin Ercklentz © Fotos: Verbraucherzentrale NRW e. V. © Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, 2023. Die auszugsweise Wiedergabe für wissenschaftliche und schulische Zwecke ist gestattet. Grafiken und Fotos unterliegen dem Urheberrecht. Eine Reproduktion 3 gleich welcher Art 3 ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch die Copyright-Inhaber (s. o.) gestattet.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2050/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.07.2023
- Erstellt
- 22.06.2023 12:04