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Radverkehrsführung Kasinostraße: Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung und Beauftragung der Entwurfsplanung
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anlage 1
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Verkehrsuntersuchung Kasinostraße 2 Ausgangssituation • Die Kasinostraße im Wandel • Tempo 30 (2021) • Machbarkeitsstudie zur Raddirektverbindung „Gerader Gustav“ (2021) • Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht (2025) • Seit Jahren viele Defizite im Bestand, vor allem für den Rad- und Fußverkehr. • Bisher fehlt eine durchgängige Nord-Süd-Achse für den Radverkehr durch Darmstadt: • gut ausgebauter Radfahrstreifen auf der Neckarstraße endet momentan im Nichts. • Die Fortführung dieses Ausbaus ist der lange überfällige Lückenschluss im Radnetz. • Verwaltung ist durch Magistratsvorlagen 2022/0253 + 2023/0055 zur Prüfung und Durchführung eines Verkehrsversuchs beauftragt. 3 3 Untersuchungsraum Kasinostraße Einrichtung durchgängiger Radverkehrsanlagen Länge ca. 1.600 m 8 Lichtsignalanlagen Parallelachse Dolivostraße-Steubenplatz Berücksichtigung/ Bewertung Kfz-Verlagerungsverkehre 3 Lichtsignalanlagen 4 Planungsziele • Sichere und regelkonforme Verkehrsführung für alle Verkehrsteilnehmende • Schaffung eines zukunftsfähigen und bedarfsorientierten Verkehrsraums • Beibehaltung der ÖPNV-Beschleunigung an den betroffenen 4 Kreuzungen • Sicherstellung einer ausreichenden Verkehrsqualität für den Kfz-Verkehr → Einrichtung von Radfahrstreifen Hauptziel, aber keine isolierte Betrachtung. → Zukunftsfähiger, ganzheitlicher Ansatz unter Berücksichtigung der Belange aller Verkehrsteilnehmenden. 5 Lösungsansätze • Bestandsnaher Lösungsansatz ohne größere bauliche Maßnahmen. • Keine Änderung der Fahrbahnränder (Borde) und des Kreuzungsdesigns. • Umsetzung soll in der Regel durch Ummarkierungsarbeiten und signaltechnische Maßnahmen erfolgen. • Ziel ist eine mittelfristig umsetzbare und kostenoptimierte Umsetzung. 6 Planungsgrundsätze • Mindestanforderung Querschnitte 7 Verkehrszählung • Verkehrszählung der Kfz-Verkehrsmengen an relevanten Kreuzungen (2024) • Verkehrssimulation an allen Kreuzungen und auf der Parallelachse Dolivostraße aufgrund zu erwartender Verlagerungsverkehre (2025) • Aufgrund aktuell niedriger Verkehrsmengen durch die Sperrung der Rheinstraßenbrücke wurde für eine realitätsnahe Simulation ein Korrekturfaktor angewandt. Spitzenstunde Abends 8 Simulationslauf Kreuzung Kasinostraße/ Frankfurter Straße/ Rhönring Schnitt A 9 Simulationslauf Kreuzung Kasinostraße/ Pallaswiesenstraße Schnitt A 10 Simulationslauf Kreuzung Kasinostraße/ Landwehrstraße Schnitt A 11 Simulationslauf Kreuzung Kasinostraße/ Julius-Reiber-Straße Kreuzung Kasinostraße/ Bismarckstraße Schnitt A Schnitt B 12 Simulationslauf Kreuzung Kasinostraße/ Bleichstraße Kreuzung Kasinostraße/ Rheinstraße Schnitt A 13 Kernaussagen • Eine sichere Radverkehrsführung bei gleichzeitiger Leistungsfähigkeit für den Kfz- Verkehr ist möglich. • Ein Großteil der Radverkehrsführung kann als Protected Bike Lane mit ausreichender Breite für Überholvorgänge Rad/ Rad ausgeführt werden. • Die restlichen Abschnitte fast ausschließlich als Radfahrstreifen umsetzbar • Die Umsetzung kann überwiegend bestandsnah über Markierungsarbeiten und signaltechnische Maßnahmen erfolgen. 14 Vorher Bildnachweis: Street Smart by cyclomedia 15 Nachher Bildnachweis: Street Smart by cyclomedia, www.scalgubbar.se
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
14.01.2026
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat VI an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Mobilitäts- und
Tiefbauamt OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2026/0012
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: 066-000-0530 Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Radverkehrsführung Kasinostraße: Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung und
Beauftragung der Entwurfsplanung
Vorlage vom: 22.12.2025
Beschlussvorschlag :
1. Die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung zur Radführung in der Kasinostraße
zwischen Rheinstraße und Frankfurter Straße werden zur Kenntnis genommen.
2. Auf dieser Grundlage wird verwaltungsintern eine Entwurfsplanung für eine sichere und
regelkonforme Radverkehrsführung unter B eibehaltung der Leistungsfähigkeit für Kfz -
Verkehr und ÖPNV erstellt und die Baukosten ermittelt . Sodann wird für die bauliche
Umsetzung ein gesonderter Gremienbeschluss eingeholt.
Anlagen: Verkehrsuntersuchung Kasinostraße
Datenschutzrelevante Anlage:
- 2 -
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 22.12.2025
Die Diskussion um eine Radverkehrsanlage in der Kasinostraße sowie um die Führung des
Radverkehrs insgesamt beschäftigt Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung seit vielen Jahren.
Sie war dabei häufig von gegenseitiger öffentlicher Triggerung geprägt. Parolen wie „Autos
raus aus der Stadt“ oder „Radfahrer halten sich an keine Regeln“ bestimm en die Debatte
und verstärken die Konfrontation.
Das Konzept des Mobilitätsfriedens setzt genau hier an. Ziel ist es, diese polarisierte
Diskussion aufzulösen und in Verkehrsfragen Lösungen zu entwickeln, die für alle Beteiligten
tragfähig sind.
Dabei ist es zentral, Mobilität als ein individuelles und emotional besetztes Thema zu
begreifen und entsprechend zu behandeln. Gleichzeitig muss deutlich gemacht werden, dass
kaum jemand ausschließlich nur ein einziges Verkehrsmittel nutzt ; Multimodalität ist die
Regel. Jedes Verkehrsmittel hat daher seine Daseinsberechtigung. Zwischen den
Verkehrsträgern bestehen zudem Wechselwirkungen: Ein attraktiver ÖPNV oder ein
leistungsfähiger Radverkehr schaffen auch Entlastung und Raum für den motorisierten
Verkehr.
Im Konzept des Mobilitätsfriedens werden mögliche Lösungen anhand klar definierter
Kriterien iterativ entwickelt, um eine ausgewogene und verträgliche Aufteilung des
Straßenraums zu erreichen. Die wichtigsten Kriterien sind:
1. Verkehrssicherheit
Verkehrssicherheit ist das oberste Ziel der Verkehrsplanung. Alle Lösungen müssen den
heutigen Anforderungen an die Sicherheit entsprechen. Dabei ist zu beachten, dass
Planungen grundsätzlich von regelkonformem Verhalten der Verkehrsteilnehmenden
ausgehen. Gegenseitig e Rücksichtnahme lässt sich nicht baulich erzwingen, sondern nur
fördern.
2. Leistungsfähigkeit
Das Verkehrssystem muss insgesamt leistungsfähig bleiben. Dies bedeutet nicht, dass es in
der Spitzenstunde des Berufsverkehrs zu keinerlei Einschränkungen kommen darf, wohl
aber, dass das System als Ganzes zuverlässig funktioniert. Die Leistungsfähigkeit ist für alle
Verkehrsmittel gleichermaßen zu berücksichtigen.
Für den motorisierten Individualverkehr bedeutet dies insbesondere, Rückstaus bis in
benachbarte Knotenpunkte zu vermeiden. Leistungsfähigkeit beschränkt sich jedoch nicht
allein auf den Kfz-Verkehr; auch Radverkehrsanlagen müssen leistungsfähig sein. Beim
Radverkehr ist dabei weniger die reine Breite des Verkehrsraums entscheidend , sondern
vielmehr Attraktivität, Sicherheit und Netzwirkung.
Der ÖPNV bildet als ganzjähriges Rückgrat der nachhaltigen Mobilität eine tragende Säule.
Die in Darmstadt erreichte sehr gute ÖPNV -Beschleunigung ist zwingend zu erhalten. Der
Fußverkehr wiede rum benötigt kurze, sichere und ausreichend breite
Querungsmöglichkeiten, um attraktiv zu bleiben.
Die großen Konfliktfragen im Verkehr sind lösbar. Voraussetzung dafür ist ein fairer
Interessenausgleich zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen sowie d ie Nutzung und
Akzeptanz technischer Realitäten und moderner Steuerungsinstrumente.
- 4 -
Projektziele
Auf Grundlage der MV 2023/0055 wurde eine Verkehrsuntersuchung und Simulation für die
Kasinostraße zwischen Rheinstraße und Frankfurter Straße beauftragt. Zie l der
Untersuchung war es, eine sichere und regelkonforme Führung des Radverkehrs unter
Beibehaltung der Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs zu prüfen. Gleichzeitig sollte ein
zukunftsfähiger und bedarfsorientierter Verkehrsraum geschaffen werden, der die Belange
aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt. Die bestehende ÖPNV -Beschleunigung an den
vier betroffenen K notenpunkten sollte erhalten bleiben . Neben der objektiven
Verkehrssicherheit soll auch die subjektive Sicherheit insbesondere für den Rad- und zu
Fußverkehr verbessert werden. Angestrebt wurde eine mittelfristig umsetzbare und
kostenoptimierte Lösung. Die Maßnahme fügt sich in die verkehrspol itischen Zielsetzungen
der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Förderung einer sicheren, leistungsfähigen und
nachhaltigen Mobilität im Sinne des Mobilitätsfriedens ein.
Methodik und Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung
Die durchgeführte Verkehrsuntersuchung umfasst mehrere Schritte:
• Festlegung der Mindestanforderungen an Querschnitten für den Rad - als auch den
Kfz-Verkehr
• Verkehrszählungen der Kfz -Verkehrsmengen an relevanten Kreuzungen im Jahr 2024
• Um die aktuell niedrigen Verkehrsmengen aufgrund der Sperr ung der
Rheinstraßenbrücke realistisch abzubilden, wurden Historiendaten aus den
vergangenen Jahren herangezogen und mit der Bestandssituation abgeglichen
• Verkehrssimulation entlang der gesamten Kasinostraße sowie auf der Parallelachse
Dolivostraße für das Prognosejahr 2025 : Die Betrachtung der Parallelachse
Dolivostraße dient der Absicherung der Leistungsfähigkeit des Gesamtverkehrsnetzes
• Iterative Prüfung verschiedener Querschnitte und Varianten mit Simulationen
Die Ergebnisse zeigen, dass eine sichere R adverkehrsführung mit einer gleichzeitigen
Leistungsfähigkeit für den Kfz -Verkehr möglich ist. Über 60% der Radverkehrsführung
können als „Protected Bike Lane “ (Radstreifen mit Sicherheitstrennstreifen zum Kfz -Verkehr)
mit der erforderlichen Breite für Übe rholvorgänge im Radverkehr durchgeführt werden. In
den restlichen Abschnitten sind vorwiegend Radstreifen umsetzbar. Lediglich an der
Kreuzung Kasino -/Bismarckstraße kann der Radverkehr aufgrund des hohen
Verkehrsaufkommens und der geringen Fahrbahnbreite im südlichen Kreuzungsarm auf der
Ostseite unter besonderen Sicherungs - und Markierungsmaßnahmen auf dem Kfz-
Rechtsabbiegestreifen geradeaus geführt werden. Diese Führung stellt unter den gegebenen
baulichen und verkehrlichen Rahmenbedingungen die leistungsfähigste und
verkehrssicherste umsetzbare Lösung dar. An der Kreuzung Rheinstraße/Neckarstraße hat
die Simulation gezeigt, dass auch in der südlichen Zufahrt Verbesserungen für den Kfz -
Verkehr im Vergleich zum Bestand möglich sind.
Für die Umsetzung wird von überwiegend bestandsnahen Markierungsarbeiten und
signaltechnische Maßnahmen ausgegangen, was den Aufwand für größere bauliche Eingriffe
minimiert. Die vorgesehenen Maßnahmen basieren auf einem bestandsnahen Lösungsansatz ,
der keine Änderungen der Fahrbahnränder vorsieht. In wenigen Fällen wird die Anpassung
einzelner Mittelinseln erforderlich sein.
Die Umsetzung wird in der Regel durch M arkierungsarbeiten sowie Anpassungen der
signaltechnischen Infrastruktur erfolgen.
- 5 -
Ausblick
Nach Beschlussfassung soll eine Entwurfsplanung erstellt werden und im Jahr 2026 dem
Magistrat vorgelegt werden. Im Zuge der Entwurfsplanung ist eine abgestimmte Information
der betroffenen Akteure vorgesehen. Aufgrund der Länge der Strecke von insgesamt 1 .600
Metern sowie der möglichen Anpassungen auf der Parallelachse Dolivostraße/ Julius-Reiber-
Straße und der Anzahl betroffener Lichtsignalanlagen wird die Umsetzung in mehreren
Bauabschnitten erfolgen. Nach Umsetzung der Maßnahme ist eine verkehrliche
Nachbetrachtung vorgesehen. Die vorgeschlagene Vorgehensweise ermöglicht eine
schrittweise, überprüfbare Umsetzung unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit aller
Verkehrsarten.
Finanzierung
Es entstehen keine externen Kosten für das Erstellen der Entwurfsplanung. Die Baukosten
können erst beziffert werden, wenn die Entwurfsplanung vorliegt und werden gemeinsam mit
dieser dem Magistrat vorgelegt.
Dezernat VI
Paul Georg Wandrey
Stadtrat
Beratungsverlauf (4)
Orte (12)
- Neckarstraße
- Kasinostraße 2
- Frankfurter Straße
- Pallaswiesenstraße
- Landwehrstraße
- Julius-Reiber-Straße
- Bismarckstraße
- Bleichstraße
- Rheinstraße
- Dolivostraße
- Rhönring
- Steubenplatz
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2026/0012
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 22.12.2025
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00