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1840/2018

Gewalt in der Pflege

Mitteilung Ausschuss 12.06.2018

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 14.06.2018, TOP 11.1.6

Anlage - Kölner Appell

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Mitteilung Ausschuss

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Anlage - Kölner Appell

4249 Zeichen

Psycho

Soziale Köln, den 22.09.2016
Arbeits Z 02 21/2 21-2 45 60
Gemeinschaft Köln Fax 02 21/2 21-2 27 55

www.psychiatrie-koeln.de

PSAG ®X Gesundheitsamt, Neumarkt 15 - 21, 50667 Köln DJ] AK AIDS

Ü AK Alterspsychiatrie

Ü) AK Erwachsenenpsychiatrie

Ü] AK geistige Behinderung/
Lernschwierigkeiten

Ü] AK Psychosoziale Versorgung von
Kindern und Jugendlichen

Ü] AK Sucht

U] AK Vorsitzende

Kölner Appell zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen und Vermeidung
von Gewalt in der häuslichen Pflege

Der Arbeitskreis Alterspsychiatrie der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG)
Köln ruft auf zu mehr Achtsamkeit in der häuslichen Pflege.

In Köln erhielten nach Auskunft des Amtes für Soziales und Senioren der Stadt Köln
Ende 2013 rund 20.500 Menschen häusliche Pflegeleistungen, rund 14.300 davon
alleine durch pflegende Angehörige oder sonstige Bezugspersonen.

Die Familie erfüllt im privaten, nicht öffentlichen Raum eine wichtige gesellschaftliche
Aufgabe. Sie folgt dem Wunsch vieler alter Menschen, in ihrem vertrauten Umfeld
gepflegt und umsorgt zu werden. Dies verdient eine hohe Anerkennung.

Die häusliche Pflege stellt für viele pflegende Angehörige eine besondere Belastung
dar: Verhaltensänderungen bis hin zu Impulsdurchbrüchen im Rahmen der Demenz
beim alten Menschen, dessen Rundumbetreuung mit unzureichenden Erholungspha-
sen, geminderte emotionale Distanz und fehlende Kenntnisse über Krankheitsent-
wicklung und Unterstützungsmöglichkeiten können zu Überforderung führen, die sich
in Aggression sowie psychischer und physischer Gewalt widerspiegeln kann. Nach
Schätzungen der WHO werden in wirtschaftlich entwickelten Ländern mindestens
vier bis sechs Prozent der alten Menschen in ihrem Zuhause vernachlässigt oder gar
misshandelt (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege:
Gewalt und Aggression in der Pflege, 2009).

Die auftretenden Gewaltphänomene werden durch das Umfeld häufig erst viel zu
spät wahrgenommen. Nicht jede pflegebedürftige Person kann sich versteckt oder
offen dazu äußern. Das Schamgefühl der pflegenden Angehörigen verhindert ein
offenes Ansprechen von Überforderung.

Geschäftsstelle: PSAG Köln e. V. c/o Gesundheitsamt Köln, Neumarkt 15 — 21, 50667 Köln, ®: 0221 / 221-24560, Fax: 0221 / 221-2755, Bank-
verbindung: Sparkasse KölnBonn, IBAN: DE46 3705 0198 0147 2629 50, BIC: COLSDE33

Dies veranlasst die PSAG, Personen, Institutionen und Verbände, die mit der häusli-
chen Pflege und Betreuung befasst sind, zu mehr Aufmerksamkeit aufzufordern, um
sowohl den betroffenen Menschen, als auch den pflegenden Angehörigen die not-
wendige Beratung und Unterstützung zukommen zu lassen.

Die Palette der Kontaktpartner stellt sich in der Praxis häufig durchaus vielfältig dar.
Aus dem nächsten sozialen Umfeld können dies weitere Familienangehörige, Nach-
barn oder Freunde und Bekannte, aber auch Haus- oder Fachärzte sein. Häufig sind
jedoch auch Institutionen beteiligt wie ambulante Pflegedienste, Tagespflege-/ Kurz-
zeitpflegeteams, qualifizierte Alltagsbegleiter oder gesetzliche Betreuerinnen und
Betreuer. Darüber hinaus haben der Medizinische Dienst bzw. die Beraterinnen und
Berater von Pflegekassen, Krankenhausambulanzen oder auch die Polizei immer
wieder direkte Berührungspunkte.

Der Arbeitskreis Alterspsychiatrie der PSAG möchte alle genannten Personenkreise,
Dienste und Einrichtungen gezielt für das Thema der häuslichen Gewalt in der Pflege
sensibilisieren. .

Die PSAG ruft alle verantwortlichen Akteure aus Politik, Verwaltung und freier Wohl-
fahrtspflege auf, in der häuslichen Pflege genau hinzuschauen, aufmerksam zu sein,
Beobachtungen nicht zu bagatellisieren und geeignete Maßnahmen zu entwickeln,
denn: j

Keine Gewalt in häuslichen Pflegebeziehungen!

Autoren: Joachim Eischeid, Stefan Kleinstück, Thomas Mattes,
PD Dr. Peter Häussermann, Hildegard Hauschopp

Barbara Müller-Kautz
Sprecherin der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Köln

Fritz Papenbrock
Stellvertretender Sprecher der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Köln

Geschäftsstelle: PSAG Köln e. V. c/o Gesundheitsamt Köln, Neumarkt 15-21, 50667 Köln, ®: 0221 / 221-24560, Fax: 0221 / 221-2755, Bank-
verbindung: Sparkasse KölnBonn, IBAN: DE46 3705 0198 0147 2629 50, BIC: COLSDE33

Mitteilung Ausschuss

3910 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/50/503 
 
Vorlagen-Nummer 12.06.2018 
 1840/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Soziales und Senioren 14.06.2018 
 
Gewalt in der Pflege 
 
Hier: Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung Vorlagen-Nummer 
1015/2018 
Ergänzend zur Vorlagennummer 1015/2018 teilt die Verwaltung mit: 
 
Folgende strategische Interventionsmaßnahmen der Verwaltung zur Verbesserung der Situation von 
Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen in Bezug auf die Thematik „Gewalt in der häuslichen 
Pflege“ sind vorgesehen. 
 
1. Aktualisierung der Wissensdatenbank des Bürgertelefons 115 zum Thema Gewalt in der häus-
lichen Pflege  
 
Seit Einrichtung des Bürgertelefons (vorher Callcenter der Stadt Köln) im Jahr 2002 gab es 
nach dortiger Auskunft keine Nachfragen zum Thema „Gewalt in der Pflege“. Das Bürgertele-
fon hält eine umfassende Wissensdatenbank vor, in der alle wesentlichen Informationen zu 
Themen abgelegt sind, die von Bürgerinnen und Bürgern nachgefragt werden. Die in der Ab-
teilung für Senioren und behinderte Menschen (503) vorhandenen Informationen zum Thema  
„Gewalt in der häuslichen Pflege“ werden kurzfristig für die Wissensdatenbank zur Verfügung 
gestellt, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bürgertelefons den Nachfragenden 
entsprechende Auskünfte erteilen können. 
 
2. Fortbildung zur Identifikation und Prävention von Gewalt in der häuslichen Pflege und zur Un-
terstützung pflegender Angehöriger 
 
Es werden die Fachkräfte geschult, die in der kommunalen Seniorenarbeit tätig sind und einen 
Zugang zu potenziellen Opfern häuslicher Gewalt haben, wie folgende Personengruppen 
 
 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände/SBK, wie 
- Seniorenberaterinnen und –berater,  
- Koordinatorinnen und Koordinatoren, die im Rahmen der Häuslichen Unterstüt-
zungsdienste für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, ehrenamtliche 
Helferinnen und Helfer schulen und begleiten, 
- Senioren Netzwerkerinnen und –Netzwerker und  
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Präventive Hausbesuche durchführen; 
 Verwaltungsinterne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 
- des Fachdienstes für ambulante und teilstationäre Hilfen der Abteilung für Senioren 
und behinderte Menschen, 
- des Beratungstelefons und des zentralen Bürgertelefons,

2 
 
- der Betreuungsstelle. 
 
3. Werbung für das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Köln – Unser Angebot für pflegende Angehöri-
ge NRW – Ansprechpartnerin Frau Cornelia Martini, Marsilstein 4 - 6, 50676 Köln, Telefon: 
0221 95154233, pflegeselbsthilfe-koeln@paritaet-nrw.org www.pflegeselbsthilfe-koeln.de  
Sprechzeit: Mittwochs von 10 – 12 Uhr, um Selbsthilfegruppen und Angehörigengesprächs-
gruppen zu gründen. 
 
4. Erstellen eines Flyers zum Thema Gewalt in der häuslichen Pflege und Versendung an Bera-
tungsstellen sowie Multiplikatoren mit folgendem Inhalt: 
 
 Veröffentlichung der wichtigsten Telefonnummern und Internetadressen 
 Information über Selbsthilfegruppen 
 Information über Unterstützungs- und Entlastungsprogramme für pflegende Angehöri-
ge (siehe hierzu Konzept Seniorenfreundliches Köln 2015-2025) 
 Information über Sofortmaßnahmen bei akuter Gefährdung 
 
5. Information und Werbung für die 7. Kölner Demenzwochen (21.09.2018 bis 05.10.2018), in 
denen ein Fachtag zum Thema Gewalt in der Pflege im Studio Dumont am 26.09.2018 statt-
finden wird. (Anlage Kölner Appell zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen und Ver-
meidung von Gewalt in der häuslichen Pflege) 
 
6. Beratungsangebot durch SBK (Sozial-Betriebe-Köln gemeinnützige GmbH) 
Frau Ursula Münchhalfen, Telefonnummer 0221 / 77755408, E-Mail: ursu-
la.muenchhalfen@sbk.de berät Familien in Konfliktsituationen, wenn Angehörige die häusliche 
Pflege sicherstellen. 
Hinweis: https://www.unfallkasse-nrw.de/pflegende-angehoerige/ 
 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

14.06.2018 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 11.1.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1840/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
12.06.2018
Erstellt
30.05.2018 13:29