A-R/0006/2012
Süchte älterer Menschen erkennen und handeln!
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Originalantrag
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2012 Antrag 31.01.2012 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Süchte älterer Menschen erkennen und handeln! Die dritthäufigste psychische Erkrankung im Alter n ach Depression und Demenz ist bereits heute die Sucht. Bislang sind in unserer Stadt keine eigenständigen Konzepte für suchtkranke Seniorinnen und Senioren entwickelt worden. Daher wird die Verwaltung beauftragt, einen Bericht vorzulegen, 1. der einen quantitativen und qualitativen Problem aufriss für die Stadt Münster darstellt, 2. den kommunalen Hilfebedarf umreißt, 3. die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Profess ionen und Hilfsangebote für Suchtkranke dokumentiert und die Passgenauigkeit von Hilfeangeboten für Seniorinnen und Senioren ermittelt, 4. die zukünftig notwendigen kommunalen Handlungssc hritte aufzeigt (insbesondere Aufklärungskampagnen, Schulungen für Angehörige und Pflegende/Betreuende, lokale Therapieeinrichtungen). 5. In die Zusammenarbeit zur Berichterstattung sind die Seniorenvertretung, die Wohlfahrtsverbände, die Einrichtungen der Suchthilf e sowie Ärzte- und Apothekerkammer einzubeziehen. Die Berichterstattun g ist geschlechtergerecht auszurichten, insbesondere die Handlungsempfehlungen sind für Frauen und Männer gesondert auszuweisen. Begründung Bei Begriffen wie Drogenmissbrauch, Sucht und Abhän gigkeit denken viele Menschen zuerst an junge Menschen, die massiv Alkoh ol trinken und in der Öffentlichkeit auffallen, oder an jüngere KonsumentInnen von illegalisierten Drogen. Im Gegensatz zu Jugendlichen fallen ältere Menschen in der Öffentlichkeit mit ihrem Suchtverhalten zumeist wenig auf. Suchtprobleme, Ve reinsamung und Isolation zeigen sich eher im häuslichen Umfeld, seltener auc h in Pflegeeinrichtungen. Sucht im Alter existiert daher in der öffentlichen Wahrnehmung kaum als Problemlage. Dies liegt auch daran, dass das Spektrum der zur Sucht f ührenden Stoffe im Alter anders ist und dass das Suchtverhalten weniger öffentlich und kontrollierter ist. Außerdem ist die Unterscheidung zwischen den Folgen von Sucht un d einem Demenz-Prozess im Alter häufig schwer zu unterscheiden. Schließlich b esteht auch immer noch das Vorurteil, dass Menschen im höheren Lebensalter gar nicht mehr süchtig sein können. SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstraße 15 . 48143 Münster Telefon: (0251) 45 314 . Fax : (0251) 511 750 Mail: fraktion@spd-muenster.de www.spd-fraktion-muenster.de 2 Mit der Zunahme des Anteils älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung verschärft sich auch die Suchtproblematik. So schätzt die Deut sche Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS) den Anteil der über 60 jährigen Männer mit einem schwerwiegenden Alkoholproblem auf 2% bis 3% und de n Anteil der Frauen auf ca. 1%. Zwischen 5% und 10% der über 60 jährigen weisen einen problematischen / nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch von psychoaktiven Medikamenten und / oder Schmerzmitteln auf. Fachleute schätzen, dass bundesweit mehr als 1,7 Mi llionen Menschen abhängig von Arzneimitteln sind. Zwei Drittel davon nehmen S chlaf- und Beruhigungsmitteln missbräuchlich ein, die übrigen vor allem starke Sc hmerz- und Migränemittel, Hustenmitteln und Psychostimulanzien. Stoffgebundenes Suchtverhalten kann aber auch im Al ter erfolgreich präventiv angegangen und therapiert werden. Dazu ist es insbe sondere wichtig, auf dieses Thema hinzuweisen und Angehörige sowie die in der A ltenhilfe Berufstätigen zu schulen. Dies ist auch eine Aufgabe kommunaler Gesu ndheitspolitik. Daher ist es notwendig, die Einrichtungen der Altenhilfe auf kom munaler Ebene entsprechend zu schulen, die Therapiemöglichkeiten auf kommunaler E bene zu beschreiben und die Zusammenarbeit von Altenhilfe, Suchthilfe und Gerontopsychiatrie zu verstärken. Beanka Ganser Dr. Michael Jung Kurt Pölling Holger Wigger Marianne Koch Friedhelm Schade Dr. Fritz Baur Dr. Thorsten Kornblum Anne Sch ulze Wintzler Thomas Fastermann Gaby Kubig-Steltig Petra Se yfferth Philipp Gabriel Thomas Marquardt Beate Vilhj almsson Anne Hakenes Robert von Olberg Maria Winkel Ralf Hubert
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0006/2012
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 01.02.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37