2019/0334
Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt
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2019/0334
13064 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
08.01.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Amt für Interne
Dienste OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I II
III IV
V
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2019/0334
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 111170
Kostenstelle: 010-003-1003 Investitionsnummer: 18010-0001
Kostenträger: 1111-71 Sachkonto: 0840010
Betreff: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt
Vorlage vom: 16.10.2019
Beschlussvorschlag :
Der Magistrat nimmt vom Vorhaben der Einführung einer Datenplattform Kenntnis.
Die konkrete Umsetzung des Projekts und die notwendigen Haushaltsmittel werden im Rahmen
einer weiteren Vorlage für die Haushaltsjahre 2021 bis einschließlich 20 26 beantragt und zur
Beschlussfassung für die Stadtverordnetenversammlung vorgelegt.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 03.12.2019
Gründe für die Einrichtung einer Datenplattform durch die Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Die zentrale Datenplattform soll als Basis für eine Vielzahl von Vorhaben aus dem
Projektportfolio der Digitalstadt dienen und die Vernetzung der Akteure aus den
beteiligten Bereichen erleichtern. Sie vereinfacht die Kommunikation zwischen
Bürgern, Wirtschaft und Stadt und bietet durch starke Verschlüs selung
Datensicherheit und Vertraulichkeit.
Im Vorfeld wurden Anwendungsfälle und Projekte aus den beteiligten Bereichen der
Digitalstadt Darmstadt identifiziert, die auf eine Datenplattform zurückgreifen
müssen. Ein Team aus IT Fachleuten der Stadtverwaltung und der Stadtwirtschaft hat
die auf dem Markt verfügbaren IOT -Plattformen untersucht und für die für Darmstadt
entscheidenden Elemente Vorgaben erstellt. Vorhandende Applikationen, die im
Rahmen der Digitalisierung an die Datenplattform angebunden werd en sollen, sind
insbesondere bei der Verwaltung, dem EAD und der Entega zu finden.
Die Datenplattform betrifft als verbindendes Element alle Bereiche, die in der
Digitalstadt Darmstadt vertreten sind. Dazu gehören Verwaltung, Handel, Gesellschaft,
Bildung, Cybersicherheit, Sicherheit & Katastrophenschutz, Gesundheit, Mobilität,
Umwelt, Industrie 4.0, Energie und IT -Infrastruktur. Manche dieser Bereiche sind
hauptsächlich mit Auswertung und Analyse der Daten befasst (Bildung, Gesellschaft),
andere überwiegen d mit der Erfassung (Mobilität, Umwelt), wiederrum andere sind
Querschnittsfunktionen (IT-Sicherheit).
Für alle Zielgruppen hat die gemeinsame Datenplattform den Vorteil, dass sie keine
eigene Infrastruktur aufbauen müssen, sondern sich über vereinbarte Schnittstellen an
die Funktionalitäten anschließen können, die sie benötigen. Dabei profitieren sie von
den Features zur Wartung und IT-Sicherheit.
Daten verschiedener Bereiche können nach Prüfung auf datenschutzrechtliche
Kriterien miteinander verknüpft wer den, um Mehrwerte für alle Bereiche und die
Bevölkerung zu generieren.
Durch die Schaffung einer eigenen Infrastruktur wird sichergestellt, dass die
anfallenden Daten nicht einem einzelnen Unternehmen zufallen, sondern die Hoheit
bei der Stadt und den Bürg ern bleibt. Dies erlaubt vielfältige Kooperationen mit
unterschiedlichen Einrichtungen (und Firmen) und sichert gleichzeitig den
Datenschutz.
Zielsetzungen der Datenplattform
Die DIN SPEC "Referenzarchitekturmodell Offene Urbane Plattform"1 definiert offene
städtische Datenplattformen als eine auf lokale Gegebenheiten angepasste
Implementierung einer Architektur zur Integration bestehender städtischer
Infrastrukturen, Datenspeicher und Services aus dem öffentlichen und privaten
Bereich. Offene städtische Datenplattformen integrieren IoT-Infrastrukturen,
ermöglichen ihren Betrieb und sammeln und verteilen Daten aus diesen und anderen
Quellen zum Zwecke der Nutzung durch neue Anwendungen.
Generelle Anforderungen an die Datenplattform sind:
Sammeln von Daten aus Bestandssystemen und IoT-Devices
Bereitstellung der Daten für Anwender und weiterverarbeitende Systeme
1 Die DIN SPEC ist eine Art Vorstufe zur DIN NORM und kommt u.a. dann zur Anwendung, wenn wie auf diesem
Gebiet noch keine offizielle Normierung vorliegt.
- 4 -
Visualisierung und Aufbereitung der Daten, z.B. in Form von Dashboards
Bereitstellung einer Entwicklungsumgebung für Datenverarbeitung und
ereignisgesteuerte Aktionen
Analyse und BigData-Auswertungsmöglichkeiten
Gewährleistung von Datensicherheit und Schutz vor Angriffen
Diese Anforderungen können mit einer Schichtenarchitektur adressiert werden, in
deren Kern die Infrastrukturschicht liegt, die die Bereitstellung und Weiterverarbeitung
von umfassenden stadtrelevanten Daten ermöglicht. Basiskomponenten der
Infrastrukturschicht umfassen diskrete (einmalig erfasste) und kontinuierliche
Datenquellen, Datenspeicher, Datenbeschreibungen und -spezifikationen, Filter,
Transformatoren und Aggregatoren, und orchestrierbare Dienste für den Zugriff.
Die bestehende IT-Infrastruktur wird in Darmstadt bisher, wie in vielen anderen
Städten, durch Stand-Alone-Systeme bestimmt. Die Verknüpfung dieser Systeme
untereinander ist nicht geplant und häufig nicht möglich; stattdessen sollen diese
Systeme nach und nach an die Datenplattform angeschlossen werden.
Ziel der Erstellung einer Darmstädter Datenplattform ist daher eine integrierte
Infrastruktur, die bestehende Systeme der Stadtwirtschaft und ggf. der
Stadtverwaltung (die durch die Datenplattform nicht ersetzt werden können und
sollen) koordiniert und mit dem entstehenden Internet der Dinge kombinieren kann.
Um die bestehenden Systeme verbinden zu können, wird auf allen Ebenen Offenheit
benötigt.
Die wichtigsten Eigenschaften der Datenplattform sind damit
die Generierung übergreifender Datenflüsse durch Anbindung von
Bestandssystemen
die Einbindung von IoT-Devices zur Sammlung und Analyse städtischer Daten
das Anbieten von Services und Analytics für Stakeholder
Bei der Anbindung der Bestandssysteme muss in Hinblick auf die notwendige
Resilienz der Systeme darauf geachtet werden, dass die bestehenden Funktionen der
Legacy-Systeme auch bei einem Ausfall der Datenplattform weiter zur Verfügung
stehen müssen. Die Plattform muss bestehende Infrastruktur und Komponenten
integrieren und spätere Erweiterungen erlauben. Um diese späteren Erweiterungen zu
erlauben, muss auf offene Standards und Schnittstellen gesetzt werden. Die
Datenplattform kann kein "Produkt von der Stange" sein, sondern muss auf die
Darmstädter Gegebenheiten und Anforderungen angepasst sein.
Diese Ziele sollen durch die Realisierung der Datenplattform erreicht werden:
- 5 -
Die in der Grafik genannten Ziele, die durch die Einführung einer Datenplattform
erreicht werden sollen, sind im Folgenden näher beschrieben:
Ökonomisch:
Ein immer größerer Anteil der wirtschaftlichen Wertschöpfung wird heute in
wirtschaftlichen Kooperationen geschaffen. Die Datenplattform schafft die
Grundlage für digitale Zusammenarbeit und zukunftsfähige digitale
Wirtschaftsstrukturen und stärkt den Standort Darmstadt.
Über die Datenplattform können Existenzgründer und Start-Up Unternehmen
wichtige Informationen zur Ansiedlung am Wirtschaftsstandort Darmstadt
gewinnen und schnelle Entscheidungen treffen.
Ökologisch:
Die Datenplattform wird wesentlich zu einer klimafreundlichen
Stadtentwicklung und modernen Mobilität beitragen. Dies wird durch die
Bereitstellung der hierfür notwendigen Daten ermöglicht.
Für die Luftreinhaltung werden über die Datenplattform wichtige Informationen
gewonnen, um aktive Maßnahmen zu ergreifen.
Der Energieverbrauch von Industrie und Haushalten wird aktiv über die auf der
Datenplattform zur Verfügung gestellten Informationen beeinflusst und die
Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs können eingeleitet werden.
Bei der Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001
[3] muss ein Unternehmen festlegen und dokumentieren, wie es die
Energieeffizienz messbar verbessern will. Hierbei wird die Datenplattform
wichtige Grundlagen und Informationen liefern.
Die Datenplattform ermöglicht eine Synchronisation zwischen dezentral
erzeugten erneuerbaren Energien mit den Verbrauchern vor Ort, wodurch mehr
erneuerbare Energie ins Netz eingespeist und die Anzahl der Netzengpässe
vermindert wird.
Sozial:
Die Einrichtung der Datenplattform wird dazu beitragen, dass Bürgerinnen und
Bürger stärker am öffentlichen Leben teilhaben können, weil ihnen eine
aktuelle, breitbandige Informationsbasis zur Verfügung steht.
Durch die Datenplattform wird der soziale Zusammenhalt gefördert werden,
dies wird durch die Bereitstellung von aktuellen Informationen und
Bürgerbeteiligungsportalen erreicht.
Die Datenplattform wird auch Informationen zum Gesundheitswesen zur
Verfügung stellen.
Die öffentliche Sicherheit wird durch Integration und Bereitstellung von
Diensten für die Ordnungsbehörden erhöht.
Die Lebensqualität in Darmstadt wird durch die vielfältigen Einsatzgebiete und
Anwendungen im Zusammenhang mit der Datenplattform verbessert.
- 6 -
Die Ausschreibung der "Datenplattform" wurde in 2 Losen durchgeführt.
Los 1: Dienstleistung und Betrieb der Datenplattform
Vergabe an COUNT + CARE GmbH & Co. KG
Los 2: Technische Umsetzung der Datenplattform
Vergabe an ekom21 Hessen
Das Projekt Datenplattform gliedert sich in zwei Phasen:
1. Implementierungsphase:
Diese soll zum 01.12.2019 beginnen und endet zum 31.12.2020.
Für diese Phase stehen für die Finanzierung insgesamt 800.000,00 € als
Fördermittel vom Land Hessen zur Verfügung. Die Implementierungsphase dient
zur Realisierung der bereits geplanten Projekte in den Bereichen Verkehr, Umwelt
und Abfallwirtschaft. Gleichzeitig wird evaluiert, ob die gesetzten Ziele der
Datenplattform erreicht werden, umso entscheiden zu können ob der weitere
Betrieb der Datenplattform aus Sicht der Wissenschaftsstadt Darmstadt sinnvoll
ist.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt muss zwei Monate vor dem offiziellen Ende der
Implementierungsphase entscheiden, ob die Datenplattform weiter betrieben wird.
2. Betriebsphase:
Die Betriebsphase ist optional und soll zum 01.01.2021 beginnen, sofern dieser
durch die entsprechende Beschlussfassung der städtischen Gremien zugestimmt
wurde. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt beauftragt danach die Betriebsphase für
zunächst 36 Monate. Danach kann der Vertrag jährlich verlängert werden.
Ab dem 01.01.2021 müssen die notwendigen Finanzierungsmittel für die
Haushaltsjahre 2021 bis einschließlich 2026, die aus der Vergabe für Los 1 und
Los 2 entstehen, geplant und zur Verfügung gestellt werden.
- 7 -
Kostenübersicht Datenplattform Digitalstadt Darmstadt
LOS 1: Ergebnis COUNT + CARE GmbH & Co. KG
Dienstleistungen für den Betrieb der Datenplattform in der
Implementierungsphase und den lfd. Betrieb
2021 2022 2023 2024 2025 2026 Gesamt
282.000 € 282.000 € 282.000 € 282.000 € 282.000 € 282.000 € 1.692.000 €
LOS 2: Ergebnis ekom21
Datenplattform Digitalstadt
2021 2022 2023 2024 2025 2026 Gesamt
565.000 € 579.000 € 594.000 € 609.000 € 623.000 € 638.000 € 3.608.000 €
Gesamt netto LOS1 und LOS2
5.300.000 €
zzgl. 19 % MwSt . 1.007.000 €
Gesamtaufwand brutto für den Zeitraum 2021 bis 2026 6.307.000 €
- 8 -
Kostendifferenzierung Datenplattform Digitalstadt Darmstadt
Implementierungphase 2019 - 2020
2019 2020
LOS 1 - € - € (Finanzierung erfolgt über Fördermittel
des Landes Hessen) LOS 2 - € - €
Betriebsphase I 2021 – 2022 Vertragslaufzeit 24 Monate
2021 2022 2023 Gesamt
LOS 1 282.000 € 282.000 € 282.000 € 846.000 €
LOS 2 565.000 € 579.000 € 595.000 € 1.739.000 €
Gesamtsumme netto 2021 – 2022 Betriebsphase I 2.585.000 €
zzgl. 19 % MwSt. 491.150 €
Gesamtsumme brutto 2021 – 2022 Betriebsphase I 3.076.150 €
Betriebsphase II ab 2024 Laufzeit 12 Monate mit Option dreimal jährlich zu verlängern
2024 2025 2026
LOS 1 282.000 € 282.000 € 282.000 €
LOS 2 609.000 € 623.000 € 638.000 €
Gesamt netto / Jahr 891.000 € 905.000 € 920.000 €
Zzgl. 19 % 169.290 € 171.950 € 174.800 €
Gesamt brutto / Jahr 1.060.290 € 1.076.950 € 1.094.800 €
Darmstadt, den 03.12.2019
Dezernat I Dezernat IV
Jochen Partsch André Schellenberg
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
anlage 4
196 Zeichen
Punkt 16: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt - Kenntnisnahme - (V-Nr. 2019/0334) Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
anlage 3
177 Zeichen
Punkt 3: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt (V-Nr. 2019/0334) . Kenntnisnahme - Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
anlage 1
13132 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
08.01.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Amt für Interne
Dienste OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 10.3
II III
IV 20
V
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2019/0334
Magistratsbeschluss-Nr.
14
Internetfähig
Produkt-Nr.: 111170
Kostenstelle: 010-003-1003 Investitionsnummer: 18010-0001
Kostenträger: 1111-71 Sachkonto: 0840010
Betreff: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt
Vorlage vom: 16.10.2019
Beschlussvorschlag:
Der Magistrat nimmt vom Vorhaben der Einführung einer Datenplattform Kenntnis.
Die konkrete Umsetzung des Projekts und die notwendigen Haushaltsmittel werden im Rahmen
einer weiteren Vorlage für die Haushaltsjahre 2021 bis einschließlich 2026 beantragt und zur
Beschlussfassung für die Stadtverordnetenversammlung vorgelegt.
Anlagen:
- 3 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 15.01.2020
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 03.12.2019
Gründe für die Einrichtung einer Datenplattform durch die Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Die zentrale Datenplattform soll als Basis für eine Vielzahl von Vorhaben aus dem
Projektportfolio der Digitalstadt dienen und die Vernetzung der Akteure aus den
beteiligten Bereichen erleichtern. Sie vereinfacht die Kommunikation zwischen
Bürgern, Wirtschaft und Stadt und bietet durch starke Verschlüsselung
Datensicherheit und Vertraulichkeit.
Im Vorfeld wurden Anwendungsfälle und Projekte aus den beteiligten Bereichen der
Digitalstadt Darmstadt identifiziert, die auf eine Datenplattform zurückgreifen
müssen. Ein Team aus IT Fachleuten der Stadtverwaltung und der Stadtw irtschaft hat
die auf dem Markt verfügbaren IOT -Plattformen untersucht und für die für Darmstadt
entscheidenden Elemente Vorgaben erstellt. Vorhandende Applikationen, die im
Rahmen der Digitalisierung an die Datenplattform angebunden werden sollen, sind
insbesondere bei der Verwaltung, dem EAD und der Entega zu finden.
Die Datenplattform betrifft als verbindendes Element alle Bereiche, die in der
Digitalstadt Darmstadt vertreten sind. Dazu gehören Verwaltung, Handel, Gesellschaft,
Bildung, Cybersicherheit, Sicherheit & Katastrophenschutz, Gesundheit, Mobilität,
Umwelt, Industrie 4.0, Energie und IT -Infrastruktur. Manche dieser Bereiche sind
hauptsächlich mit Auswertung und Analyse der Daten befasst (Bildung, Gesellschaft),
andere überwiegend mit der Erfassun g (Mobilität, Umwelt), wiederrum andere sind
Querschnittsfunktionen (IT-Sicherheit).
Für alle Zielgruppen hat die gemeinsame Datenplattform den Vorteil, dass sie keine
eigene Infrastruktur aufbauen müssen, sondern sich über vereinbarte Schnittstellen an
die Funktionalitäten anschließen können, die sie benötigen. Dabei profitieren sie von
den Features zur Wartung und IT-Sicherheit.
Daten verschiedener Bereiche können nach Prüfung auf datenschutzrechtliche
Kriterien miteinander verknüpft werden, um Mehrwerte für alle Bereiche und die
Bevölkerung zu generieren.
Durch die Schaffung einer eigenen Infrastruktur wird sichergestellt, dass die
anfallenden Daten nicht einem einzelnen Unternehmen zufallen, sondern die Hoheit
bei der Stadt und den Bürgern bleibt. Dies e rlaubt vielfältige Kooperationen mit
unterschiedlichen Einrichtungen (und Firmen) und sichert gleichzeitig den
Datenschutz.
Zielsetzungen der Datenplattform
Die DIN SPEC "Referenzarchitekturmodell Offene Urbane Plattform"1 definiert offene
städtische Datenplattformen als eine auf lokale Gegebenheiten angepasste
Implementierung einer Architektur zur Integration bestehender städtischer
Infrastrukturen, Datenspeicher und Services aus dem öffentlichen und privaten
Bereich. Offene städtische Datenplattformen integrieren IoT-Infrastrukturen,
ermöglichen ihren Betrieb und sammeln und verteilen Daten aus diesen und anderen
Quellen zum Zwecke der Nutzung durch neue Anwendungen.
Generelle Anforderungen an die Datenplattform sind:
Sammeln von Daten aus Bestandssystemen und IoT-Devices
1 Die DIN SPEC ist eine Art Vorstufe zur DIN NORM und kommt u.a. dann zur Anwendung, wenn wie auf diesem
Gebiet noch keine offizielle Normierung vorliegt.
- 5 -
Bereitstellung der Daten für Anwender und weiterverarbeitende Systeme
Visualisierung und Aufbereitung der Daten, z.B. in Form von Dashboards
Bereitstellung einer Entwicklungsumgebung für Datenverarbeitung und
ereignisgesteuerte Aktionen
Analyse und BigData-Auswertungsmöglichkeiten
Gewährleistung von Datensicherheit und Schutz vor Angriffen
Diese Anforderungen können mit einer Schichtenarchitektur adressiert werden, in
deren Kern die Infrastrukturschicht liegt, die die Bereitstellung und Weiterverarbeitung
von umfassenden stadtrelevanten Daten ermöglicht. Basiskomponenten der
Infrastrukturschicht umfassen diskrete (einmalig erfasste) und kontinuierliche
Datenquellen, Datenspeicher, Datenbeschreibungen und -spezifikationen, Filter,
Transformatoren und Aggregatoren, und orchestrierbare Dienste für den Zugriff.
Die bestehende IT-Infrastruktur wird in Darmstadt bisher, wie in vielen anderen
Städten, durch Stand-Alone-Systeme bestimmt. Die Verknüpfung dieser Systeme
untereinander ist nicht geplant und häufig nicht möglich; stattdessen sollen diese
Systeme nach und nach an die Datenplattform angeschlossen werden.
Ziel der Erstellung einer Darmstädter Datenplattform ist daher eine integrierte
Infrastruktur, die bestehende Systeme der Stadtwirtschaft und ggf. der
Stadtverwaltung (die durch die Datenplattform nicht ersetzt werden können und
sollen) koordiniert und mit dem entstehenden Internet der Dinge kombinieren kann.
Um die bestehenden Systeme verbinden zu können, wird auf allen Ebenen Offenheit
benötigt.
Die wichtigsten Eigenschaften der Datenplattform sind damit
die Generierung übergreifender Datenflüsse durch Anbindung von
Bestandssystemen
die Einbindung von IoT-Devices zur Sammlung und Analyse städtischer Daten
das Anbieten von Services und Analytics für Stakeholder
Bei der Anbindung der Bestandssysteme muss in Hinblick auf die notwendige
Resilienz der Systeme darauf geachtet werden, dass die bestehenden Funktionen der
Legacy-Systeme auch bei einem Ausfall der Datenplattform weiter zur Verfügung
stehen müssen. Die Plattform muss bestehende Infrastruktur und Komponenten
integrieren und spätere Erweiterungen erlauben. Um diese späteren Erweiterungen zu
erlauben, muss auf offene Standards und Schnittstellen gesetzt werden. Die
Datenplattform kann kein "Produkt von der Stange" sein, sondern muss auf die
Darmstädter Gegebenheiten und Anforderungen angepasst sein.
Diese Ziele sollen durch die Realisierung der Datenplattform erreicht werden:
- 6 -
Die in der Grafik genannten Ziele, die durch die Einführung einer Datenplattform
erreicht werden sollen, sind im Folgenden näher beschrieben:
Ökonomisch:
Ein immer größerer Anteil der wirtschaftlichen Wertschöpfung wird heute in
wirtschaftlichen Kooperationen geschaffen. Die Datenplattform schafft die
Grundlage für digitale Zusammenarbeit und zukunftsfähige digitale
Wirtschaftsstrukturen und stärkt den Standort Darmstadt.
Über die Datenplattform können Existenzgründer und Start-Up Unternehmen
wichtige Informationen zur Ansiedlung am Wirtschaftsstandort Darmstadt
gewinnen und schnelle Entscheidungen treffen.
Ökologisch:
Die Datenplattform wird wesentlich zu einer klimafreundlichen
Stadtentwicklung und modernen Mobilität beitragen. Dies wird durch die
Bereitstellung der hierfür notwendigen Daten ermöglicht.
Für die Luftreinhaltung werden über die Datenplattform wichtige Informationen
gewonnen, um aktive Maßnahmen zu ergreifen.
Der Energieverbrauch von Industrie und Haushalten wird aktiv über die auf der
Datenplattform zur Verfügung gestellten Informationen beeinflusst und die
Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs können eingeleitet werden.
Bei der Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001
[3] muss ein Unternehmen festlegen und dokumentieren, wie es die
Energieeffizienz messbar verbessern will. Hierbei wird die Datenplattform
wichtige Grundlagen und Informationen liefern.
Die Datenplattform ermöglicht eine Synchronisation zwischen dezentral
erzeugten erneuerbaren Energien mit den Verbrauchern vor Ort, wodurch mehr
erneuerbare Energie ins Netz eingespeist und die Anzahl der Netzengpässe
vermindert wird.
Sozial:
Die Einrichtung der Datenplattform wird dazu beitragen, dass Bürgerinnen und
Bürger stärker am öffentlichen Leben teilhaben können, weil ihnen eine
aktuelle, breitbandige Informationsbasis zur Verfügung steht.
- 7 -
Durch die Datenplattform wird der soziale Zusammenhalt gefördert werden,
dies wird durch die Bereitstellung von aktuellen Informationen und
Bürgerbeteiligungsportalen erreicht.
Die Datenplattform wird auch Informationen zum Gesundheitswesen zur
Verfügung stellen.
Die öffentliche Sicherheit wird durch Integration und Bereitstellung von
Diensten für die Ordnungsbehörden erhöht.
Die Lebensqualität in Darmstadt wird durch die vielfältigen Einsatzgebiete und
Anwendungen im Zusammenhang mit der Datenplattform verbessert.
- 8 -
Die Ausschreibung der "Datenplattform" wurde in 2 Losen durchgeführt.
Los 1: Dienstleistung und Betrieb der Datenplattform
Vergabe an COUNT + CARE GmbH & Co. KG
Los 2: Technische Umsetzung der Datenplattform
Vergabe an ekom21 Hessen
Das Projekt Datenplattform gliedert sich in zwei Phasen:
1. Implementierungsphase:
Diese soll zum 01.12.2019 beginnen und endet zum 31.12.2020.
Für diese Phase stehen für die Finanzierung insgesamt 800.000,00 € als
Fördermittel vom Land Hessen zur Verfügung. Die Implementierungsphase dient
zur Realisierung der bereits geplanten Projekte in den Bereichen Verkehr, Umwelt
und Abfallwirtschaft. Gleichzeitig wird evaluiert, ob die gesetzten Ziele der
Datenplattform erreicht werden, umso entscheiden zu können ob der weitere
Betrieb der Datenplattform aus Sicht der Wissenschaftsstadt Darmstadt sinnvoll
ist.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt muss zwei Monate vor dem offiziellen Ende der
Implementierungsphase entscheiden, ob die Datenplattform weiter betrieben wird.
2. Betriebsphase:
Die Betriebsphase ist optional und soll zum 01.01.2021 beginnen, sofern dieser
durch die entsprechende Beschlussfassung der städtischen Gremien zugestimmt
wurde. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt beauftragt danach die Betriebsphase für
zunächst 36 Monate. Danach kann der Vertrag jährlich verlängert werden.
Ab dem 01.01.2021 müssen die notwendigen Finanzierungsmittel für die
Haushaltsjahre 2021 bis einschließlich 2026, die aus der Vergabe für Los 1 und
Los 2 entstehen, geplant und zur Verfügung gestellt werden.
- 9 -
Kostenübersicht Datenplattform Digitalstadt Darmstadt
LOS 1: Ergebnis COUNT + CARE GmbH & Co. KG
Dienstleistungen für den Betrieb der Datenplattform in der
Implementierungsphase und den lfd. Betrieb
2021 2022 2023 2024 2025 2026 Gesamt
282.000 € 282.000 € 282.000 € 282.000 € 282.000 € 282.000 € 1.692.000 €
LOS 2: Ergebnis ekom21
Datenplattform Digitalstadt
2021 2022 2023 2024 2025 2026 Gesamt
565.000 € 579.000 € 594.000 € 609.000 € 623.000 € 638.000 € 3.608.000 €
Gesamt netto LOS1 und LOS2
5.300.000 €
zzgl. 19 % MwSt . 1.007.000 €
Gesamtaufwand brutto für den Zeitraum 2021 bis 2026 6.307.000 €
Kostendifferenzierung Datenplattform Digitalstadt Darmstadt
Implementierungphase 2019 - 2020
2019 2020
LOS 1 - € - € (Finanzierung erfolgt über Fördermittel
des Landes Hessen) LOS 2 - € - €
Betriebsphase I 2021 – 2022 Vertragslaufzeit 24 Monate
2021 2022 2023 Gesamt
LOS 1 282.000 € 282.000 € 282.000 € 846.000 €
LOS 2 565.000 € 579.000 € 595.000 € 1.739.000 €
Gesamtsumme netto 2021 – 2022 Betriebsphase I 2.585.000 €
zzgl. 19 % MwSt. 491.150 €
Gesamtsumme brutto 2021 – 2022 Betriebsphase I 3.076.150 €
Betriebsphase II ab 2024 Laufzeit 12 Monate mit Option dreimal jährlich zu verlängern
2024 2025 2026
LOS 1 282.000 € 282.000 € 282.000 €
LOS 2 609.000 € 623.000 € 638.000 €
Gesamt netto / Jahr 891.000 € 905.000 € 920.000 €
Zzgl. 19 % 169.290 € 171.950 € 174.800 €
Gesamt brutto / Jahr 1.060.290 € 1.076.950 € 1.094.800 €
Darmstadt, den 03.12.2019
Dezernat I Dezernat IV
Jochen Partsch André Schellenberg
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
anlage 2
159 Zeichen
Punkt 13: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt (V-Nr. 2019/0334) Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2019/0334
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 16.10.2019
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00