2012/0286
Erstellung/Erarbeitung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes 2012/13
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 22.08.2012 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat III Vergabe- und Beschaffungsstelle Finanzverwaltung an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Agenda-Büro Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2012/0286 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: 561040 Kostenstelle: 561-030-1000 Investitionsnummer: Kostenträger: 5610-41 Sachkonto: Betreff: Erstellung/Erarbeitung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes 2012/13 Vorlage vom: 15.08.2012 Beschlussvorschlag: 1. Der Magistrat nimmt die ausgesprochen hohe Förderung des Projektes „Integriertes Klimaschutzkonzept Darmstadt“ durch den Bund/PtJ positiv zur Kenntnis. 2. Der Magistrat stimmt den konzeptionellen Vorstellungen und geplanten Vorgehensweisen zu. Alle städtischen Verwaltungsstellen und Eigenbetriebe sind angewiesen, aktiv und unterstützend an der Konzepterstellung mitzuwirken. 3. Das Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) wird im Wege der freihändigen Vergabe nach VOF zum 01.09.2012 (Projektlaufzeit 1 Jahr) mit der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes beauftragt. 4. Kostenstelle 561-030-1000: Die Ansätze werden zu 100% freigegeben. Bis zum Ende der Förderung (2014) werden alle anfallenden Haushaltsreste übertragen und freigegeben. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: - 2 - Folgekosten: Ja Nein Beschluss des Magistrats vom - 3 - Begründung zur Magistratsvorlage vom 15.08.2012 Verzeichnis 1 Veranlassung/Vorprüfung/Förderung...................................................................................... 3 2 Inhalte des Integrierten Klimaschutzkonzeptes / Ablauf.......................................................... 4 2.1 Konzeptionelle Vorstellungen................................................................................................. 4 2.2 Geplante Vorgehensweise..................................................................................................... 4 2.2.1 Strukturen zur Erstellung und Umsetzung des Konzeptes..................................................... 5 2.2.2 Rückkopplung mit den politischen Gremien............................................................................ 6 2.2.3 Arbeitsschritte im KSK_2012/13............................................................................................. 6 3 Beauftragung IWU / Vergaberecht........................................................................................ 10 3.1 Vergaberechtliche Einschätzung der Fachverwaltung:.......................................................... 10 3.2 Vergaberechtliche Einschätzung der Vergabe- und Beschaffungsstelle:............................... 12 3.3 Empfehlung / Beauftragung IWU.......................................................................................... 12 3.4 Splitting des Auftrages......................................................................................................... 12 4 Haushalt / haushalterische Rahmenbedingungen................................................................. 13 1 Veranlassung/Vorprüfung/Förderung Das gegenwärtig aktuelle (alte) Klimaschutzkonzept für die Wissenschaftsstadt Darmstadt stammt aus dem Jahr 2002 und bedarf dringend der Überarbeitung. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung haben daher in den Haushaltsberatungen für 2012 die Grundlagen für die Beauftragung und Erstellung eines neuen Klimaschutzkonzeptes gelegt und ausreichend Haushaltsmittel bereitgestellt. Im Haushaltsjahr 2012 stehen bei der Kostenstelle 561-030-1000 (Klimaschutzkonzept Darmstadt) unter der Position 13 (Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen) insgesamt 153.000 € bereit. Die Erstellung eines neuen Klimaschutzkonzeptes (kurz: KSK_2012/13) ist fachlich dringend geboten, basiert auf einer Empfehlung des aktuellen Koalitionsvertrages und ist Grund- voraussetzung für weitergehende finanzielle Förderungen kommunaler Aktivitäten im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundes. Ein vom Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) im November 2011 eingeholtes und aktuell bestätigtes Angebot zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Wissenschaftsstadt Darmstadt beziffert Kosten in Höhe von: • ca. 106.000 € brutto (mit Kampagnenvorbereitung, ohne Kampagnenumsetzung) • ca. 151.000 € brutto (inklusive Kampagnenumsetzung) Der am 24. Januar 2012 beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, vertreten durch den Projektträger Jülich (PtJ), gestellte Förderantrag fand seinen positiven Abschluss mit Bescheid vom 24.7.2012 (zugestellt 31.7.2012) Das integrierte Klimaschutzkonzept Darmstadt wird von der Bundesrepublik Deutschland/ PtJ mit 85 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 80.196,- € in Form einer nicht rückzahlbaren Zuwendung gefördert . - 4 - Bezogen auf die aus fachlicher Sicht für erforderlich eingestuften Inhalte des integrierten Klimaschutzkonzeptes gem. Angebot IWU ist mit der Förderzusage folgender Drittmittelrückfluss gewährleistet: Inhalt Max. Förderbetrag Förderquote real 106.000 € brutto (mit Kampagnenvorbereitung, ohne Kampagnenumsetzung) 80.196,- € 75,66 % 151.000 € brutto (inklusive Kampagnenumsetzung) 80.196,- € 53,11 % 2 Inhalte des Integrierten Klimaschutzkonzeptes / Ablauf 2.1 Konzeptionelle Vorstellungen Ziel des Vorhabens „Neues Klimaschutzkonzept 2012/2013 – kurz: KSK_2012/13“ ist es, aufbauend auf den bestehenden Grundlagen, institutionellen Kapazitäten und Aktivitäten ein integriertes und aktivierendes Klimaschutzkonzept für Darmstadt zu erstellen, bei dem gutachterliche Konzepterarbeitung, „Werkstätten der Profis“ zu speziellen Umsetzungsbereichen, breite partizipative Prozesse und konkrete Kampagnen miteinander verschränkt werden. Die Erstellung dieses Klimaschutzkonzeptes soll zum einen den besonderen lokalen und regionalen Verhältnissen in Darmstadt in Bezug auf die vorhandenen Potenziale, Handlungsräume, Akteurssituationen usw. Rechnung tragen und Maßnahmen bereits praktisch umsetzen. Zum anderen beachtet es die Richtlinien des Bundesumweltministeriums zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen und lässt sich in die Initiative des Landes Hessen „100 Kommunen für den Klimaschutz" einbinden. 2.2 Geplante Vorgehensweise Auf Grund der bereits bestehenden Grundlagen und Aktivitäten der Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt die Erarbeitung des geplanten integrierten Klimaschutzkonzepts zum einen an diesen bestehenden Grundlagen an und wird zugleich mit konkreten praktischen Aktivitäten verknüpft, die unmittelbar Beiträge zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten. Somit umfasst das Vorhaben „Integriertes Klimaschutzkonzept für die Wissenschaftsstadt Darmstadt“ folgende vier Aufgabenfelder, die miteinander verschränkt werden: a) ein „gutachterliches“ Aufgabenfeld, welches die fachliche Expertise zur Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes und die Zusammenfassung in ein Gesamtdokument mit folgenden Inhalten abdeckt. Dieses Aufgabengebiet umfasst • eine qualifizierte CO2-Bilanzierung • die Identifikation spezifischer lokaler Klimaschutzpotenziale und Handlungsoptionen unter Einbindung in den partizipativen Prozess und der Ergebnisse der bei den anderen Aufgabenfelder „Werkstätten der Profis“ sowie „Aktionen und Kampagnen“ • die Entwicklung eines Maßnahmenkataloges - 5 - • die Ausarbeitung eines Controllingkonzeptes • die Entwicklung eines Konzeptes zur Öffentlichkeitsarbeit • die Einbindung des Klimaschutzkonzeptes in die Stadtentwicklungsstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt b) ein Aufgabenfeld „Werkstätten der Profis“, in dem zentrale Akteure der Stadtgesellschaft handlungsbezogen zusammengebracht werden und in diesen Werkstätten Umsetzungsstrategien diskutieren und ausarbeiten. c) ein „ kommunikativ-partizipatives“ Aufgabenfeld , über das die Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit der Stadtgesellschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt gewährleistet wird . Das Aufgabengebiet umfasst • Ausarbeitung eines Öffentlichkeitskonzeptes • Bildung von öffentlichen Arbeitsgruppen zu Themen wie Bauen und Wohnen, Konsum, Verkehr, Wirtschaft, Energieversorgung, Erneuerbare Energien • Präsentationsveranstaltungen d) ein Aufgabenfeld „Kampagnen und Aktionen“, in dem Kampagnen und Aktionen frühzeitig zu Maßnahmenfeldern initiiert werden, von denen bekannt ist, dass diese zur Erreichung der Klimaschutzziele notwendig sind und eine breite Öffentlichkeit betreffen: Die vier Aufgabenfelder sollen ineinander greifen und aufeinander abgestimmt sein, zeitlich wie inhaltlich. Die Erarbeitung und praktische Durchführung des Klimaschutzkonzeptes erfolgt innerhalb eines Jahres (01. September 2012 – 31. August 2013) Die Konzepterstellung ist durch den Wechsel zwischen Analyse und vorbereitenden Ergebnisdarstellungen durch den Auftragnehmer und den darauf aufbauenden Diskussionsrunden gekennzeichnet. Die weiteren Arbeitsschritte richten sich nach den Ergebnissen der Akteursdiskussionsrunden aus, das heißt nach den identifizierten Handlungsfeldern und Aufgaben. Damit bekommt die Erstellung des Konzeptes einen prozessualen Charakter. 2.2.1 Strukturen zur Erstellung und Umsetzung des Konzeptes Vertreter der Wissenschaftsstadt Darmstadt bilden gemeinsam mit den Auftragnehmern eine Steuerungsgruppe, die organisatorisch und fachlich sämtliche Arbeitsschritte für die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes begleitet. Zentrales Begleit- und Lenkungsgremium des Prozesses wird zudem ein Klimaschutzbeirat sein. Dieser integriert alle wesentlichen Akteure der Stadtgesellschaft, die für die Ausarbeitung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes und vor allem auch für die Umsetzung der Klimaschutzziele benötigt werden. Zu diesen Akteuren zählen zum Beispiel Gewerbe und wichtige Einzelunternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, Stadtwerke, Stadtverwaltung, Stadtparlament, Bevölkerung, Verbände und Vereine. Ergänzt werden sollte der Beirat durch Vertreterinnen und Vertreter der im Laufe des Prozesses entstandenen Werkstätten und Arbeitsgruppen. Über den Klimaschutzbeirat wird die Rückkopplung des Prozesses mit Entscheidern aus der Politik gewährleistet und die Informationen aus den verschiedenen Gremien zusammengefasst und ausgetauscht. - 6 - 2.2.2 Rückkopplung mit den politischen Gremien Über den Klimaschutzbeirat, über regelmäßige Berichterstattungen im Magistrat, in den Ausschüssen und auf der Stadtverordnetenversammlung soll sichergestellt werden, dass alle politischen Parteien in der Wissenschaftsstadt Darmstadt kontinuierlich über die Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes informiert werden, damit das fertige Klimaschutzkonzept möglichst einvernehmlich im Magistrat und in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden kann. Schematische Darstellung der Strukturen im KSK_2012/13 2.2.3 Arbeitsschritte im KSK_2012/13 In einer Vorbereitungsphase werden in einem ersten Screening der Ausgangsbedingungen in Bezug auf die vier Aufgabenfelder alle vorhandenen Materialien (z. B. bisherige kommunalpolitische Beschlüsse, bisherige Ergebnisse in Bezug auf den Klimaschutz in Darmstadt) gesichtet und ausgewertet. Es erfolgt die Identifizierung von Akteuren für gezielte Ansprache und Integration in den Prozess und die Abstimmung über die Zusammenarbeit mit weiteren Ämtern und der kommunalpolitischen Ebene in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Ferner wird die Rolle der Öffentlichkeitsarbeit bereits bei der Erstellung des Konzeptes definiert und eine Vereinbarung über die aufzubauenden Strukturen und Beginn der Etablierung der Strukturen getroffen. - 7 - Schematische Darstellung der Strukturen im KSK_2012/13 Im Arbeitspaket 1: Ausarbeitung des Klimaschutzkonzeptes wird eine qualifizierte, auf lokalen Daten basierende CO2-Bilanzierung erstellt, auf deren Basis eine Ergebnisanalyse durchgeführt und wesentliche Belastungsgrößen identifiziert werden. Auf Basis von Trendprognosen und Klimaschutzpotenzialen werden unterschiedliche Szenarien ausgearbeitet. (z. B. „Darmstadt - auf dem Weg zur CO2-neutralen Stadt“), wobei die Perspektiven kontinuierlich fortgeschrieben werden und der Überprüfung von Maßnahmen und Zielerreichung im weiteren Projektverlauf, z. B. für Evaluation und Erfolgskontrolle, als Bestandteil des Controllingkonzeptes dienen. - 8 - Im Rahmen einer Potenzialanalyse werden die möglichen Maßnahmenfelder städtebauliche Planung und Entwicklung, Gebäudesanierung, BHKW-Ausbau, Nahwärmenetze, kommunale Liegenschaften, Straßenbeleuchtung, erneuerbare Energien und Elektromobilität berücksichtigt. Ebenfalls gehört in die Betrachtung der realistischen Potenziale eine Betrachtung der Stärken und Schwächen der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Bezug auf die Handlungsbereiche. Daraus können dann die erschließbaren Potenziale abgeleitet werden. Die Identifikation und Auswahl von Maßnahmen erfolgt über die Sammlung von Maßnahmenvorschlägen in den verschiedenen Diskursbereichen (Beirat, Werkstätten, Arbeitsgruppen), über die eigenständige Analyse zu komm unalen Handlungsmöglichkeiten und über die Auswertung von anderen lokalen Klimaschutzkonzepten. Eine vorläufige Maßnahmenliste wird erstellt und die Maßnahmen werden einer Bewertung unterzogen. Mit üblichen und einfachen Verfahren werden Analysen bezüglich der potenziellen regionalen Wertschöpfung vorgenommen. Diese Verfahren ermöglichen grobe Abschätzungen hinsichtlich der Wirkungen und Dimensionen für die regionale Wertschöpfung. Ein wichtiges Instrument des Controllingkonzeptes ist die Fortschreibung der komm unalen CO2- Bilanz als Basisinstrument der Evaluation. Darüber hinaus sollen bei der Maßnahmenbeschreibung bereits Vorschläge zum Monitoring der Einzelmaßnahmen angegeben werden. Diese sind dann in das Gesamtcontrollingkonzept einzubauen. Das Controllingkonzept beschreibt zudem die wesentlichen Erfolgsfaktoren. Mit Hilfe der Öffentlichkeitsarbeit sollen die Akteure der Stadtgesellschaft erreicht werden, mit denen eine Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen und die Erreichung der Klimaschutzziele überhaupt erst ermöglich werden. In alle Entscheidungs- und Handlungsbereiche sollte die Frage nach einer klimafreundlichen Lösung Eingang finden. Diese gesellschaftliche Veränderung herbeizuführen, ist eine wesentliche Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit zum Klimaschutz. Es wird ein Konzept erarbeitet, welches die verschiedenen Aufgabenbereiche der Öffentlichkeitsarbeit (Information, Kommunikation, Ansprechstelle, Motivation usw.) abdeckt und dabei die unterschiedlichsten Formen der Öffentlichkeitsarbeit aufgreift (Veranstaltungen, Messen, Informationsblätter usw.) Neben dem Klimaschutzkonzept gibt es weitere Teilkonzepte, die für die Stadtentwicklungsaufgaben der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgearbeitet worden sind bzw. ausgearbeitet werden. Darüber hinaus existieren verschiedene Leitbilder zur Wissenschaftsstadt Darmstadt. Das Klimaschutzkonzept soll die vorhandenen Stadtentwicklungsstrategien ergänzen bzw. Impulse für Neuausrichtungen geben. Hierzu werden Aussagen erarbeitet. Im Arbeitspaket 2: Werkstätten der Profis werden Akteure aus der in den allgemeinen öffentlichen Partizipationsprozess eingebunden. Die „Werkstätten der Profis“ sind inhaltlich auf bestimmte Themen, die für eine ausgewählte Gruppe von Wirtschaftsakteuren interessant ist, und organisatorisch auf ein exklusives, professionelles Arbeitsklima ausgerichtet. In den Werkstätten erfolgt eine Verständigung mit den Verantwortlichen der Stadt über spezifische, an den Werkstattthemen orientierte gemeinsame Umsetzungsstrategien Jede Werkstatt erstellt eine Zielvereinbarung (Charta) zum Klimaschutz, die von Seiten der Stadt und den beteiligten Unternehmen unterzeichnet wird. Im Arbeitspaket 3: Akteursbeteiligung - 9 - wird zunächst eine Akteursanalyse, um den Kreis der Handlungsakteure möglichst vollständig zu erfassen. Über die Einrichtung eines Klimaschutzbeirates, die Bildung von Arbeitsgruppen im offenen Beteiligungsprozess, den Werkstätten und Informations- bzw. Präsentationsveranstaltungen wird die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes durch einen partizipativen Prozess gestützt. Der Beirat sollte die wichtigsten Akteure repräsentieren und jeweils unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters oder der zuständigen Dezernentin tagen. Daneben werden moderierte Arbeitsgruppen gebildet . Die Ausdifferenzierung in den Arbeitsgruppen ermöglicht eine differenziertere Vorgehensweise. Auch für die Arbeitsgruppen sollten in erster Linie fachbezogene Personen bzw. Vertreterinnen und Vertreter entsprechender Institutionen, die für die Umsetzung des Klimaschutzes in Darmstadt von besonderer Bedeutung sind (z. B. auch Multiplikatoren), gewonnen werden. Auf einer Präsentationskonferenz (Klimaschutzforum) werden die Arbeitsergebnisse und das erstellte Klimaschutzkonzept der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Format der Veranstaltung wird so gewählt, dass sowohl die Ergebnisse des Klimaschutzkonzeptes und die Mitwirkung der am Prozess Beteiligten informativ und gut sichtbar vermittelt werden als auch die breite Öffentlichkeit eine attraktive Veranstaltung erleben kann, um so eine Aufbruchstimmung für die Umsetzung des Konzeptes zu erzeugen. Im Arbeitspaket 4: Aktionen und Kampagnen werden Konzepte für zwei Kampagnen und Aktionspakete erarbeitet, die unmittelbar durchgeführt werden sollen. Komplexität des KSK_2012/13 - 10 - 3 Beauftragung IWU / Vergaberecht In den allgemeinen Nebenbestimm ungen für Zuwendungen zur Projektförderung an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften (ANBest-Gk), welche verbindlicher Teil des erteilten Förderbescheides von PtJ sind, wird hinsichtlich der Vergabe von Aufträgen folgendes geregelt: Bei der Vergabe von Aufträgen zur Erfüllung des Zuwendungszwecks sind die nach den einschlägigen haushaltsrechtlichen Bestimmungen des Zuwendungsempfängers anzuwendenden Vergabegrundsätze zu beachten. 3.1 Vergaberechtliche Einschätzung der Fachverwaltung: Grundlage für die Einstellung eines entsprechenden Titels im Haushaltsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt war das Angebot des Institutes Wohnen und Umwelt (IWU) vom 15. November 2011. Auf der Basis dieses Angebotes wurde zudem der Förderantrag bei PtJ inhaltlich begründet. Basis des Förderantrages war folgerichtig dann auch die vom IWU eingestellte Kostenplanung, welche in Summe bei ca. 151.000 € brutto liegt. Von PtJ werden daraus 94.348 € als förderfähig anerkannt. Der „Einkauf über diesen förderfähigen Betrag hinausgehender Leistungen“ ist nach Auskunft von PtJ förderunschädlich. Unter Bezugnahme auf die Rundverfügung Nr. 15 vom 16. April 2012 ist ein vergaberechtliches Verhandlungsverfahren bei Anwendung der VOF erst ab einer Auftragssumme von 200.000 € (netto) erforderlich, weshalb eine direkte Auftragserteilung in Höhe von ca. 151.000 € brutto freihändig erfolgen kann. Bei Anwendung der VOL/A müsste eine beschränkte Ausschreibung erfolgen, wobei durchaus gute Gründe bestehen, den Auftrag dennoch freihändig zu vergeben. Dabei sind die Gründe für den Verzicht auf eine beschränkte Ausschreibung aktenkundig zu machen. - 11 - Der Fachverwaltung liegen drei Angebote für die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes vor. Diese sind: • Goethe-Universität Frankfurt vom 27.04.2011 über 67.200 € • Entega vom 1.7.2011 über ca. 50.000 € (nicht konkretisiertes Allgemeinangebot) • IWU-Vergleichsangebot vom 15.11.2011 mit 106.000 € (ohne Kampagnen) bis 151.000 € (inklusive Kampagnen) Mit ca. 106.000 bis 151.000 € stellt das IWU-Angebot das teuerste, nach Sichtung der Angebotsinhalte aber auch das für Darmstadt verwertbarste und interessanteste Angebot dar. Das Angebot der Goethe-Universität Frankfurt sieht in mehreren Arbeitsphasen und differenzierten Arbeitsschritten eine partizipative Konzepterstellung mit Handlungsfeld-bezogenen Arbeitsgruppen vor. Insgesamt geht das Angebot von bis zu 120 Tagwerken aus. Die angebotene Anzahl der Tagwerke wird seitens der Fachverwaltung realistisch als zu niedrig eingestuft. Im Hinblick auf eine möglichst hohe Zuschussfähigkeit (Klimaschutzinitiative des Bundes) geht die Fachverwaltung hier von einem zu hohen Modifikations-und Überarbeitungsbedarf zum Angebot aus. Ferner ist aufgrund der lokalen sowie thematischen „Ferne" zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer von einem hohen, eigenen Personal-(und Kommunikations-) aufwand auszugehen. Das Angebot der Entega sieht eine enge Anlehnung an die Klimaschutzinitiative des Bundes vor. Vor dem Hintergrund gemachter Erfahrungen zur CO 2-Bilanzierung 1990-2009, deren Fortschreibung wesentlicher Bestandteil des Klimaschutzkonzeptes ist, wird der unterbreitete Kostenrahmen i.H. von ca. 50.000 € im Falle einer Kommune der Größenordnung Darmstadts als eher unrealistisch und das Angebot insgesamt als eher Klein-Kommunen orientiert bewertet. Angaben zu der Zahl der Tagwerke wurden keine gemacht. Anlässlich einer Besprechung bei Entega im Mai 2012 wurde darüber hinaus deutlich, dass Entega bis dato keine Erfahrungen zur Erstellung von CO 2-Bilanzierungen für Kommunen hat(te). Die Fachverwaltung empfiehlt daher, das Angebot entega nicht anzunehmen und zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes die Beauftragung eines mit der komplexen Thematik CO 2-Bilanzierung in der Größenklasse Darmstadts versierten Auftragnehmers sicherzustellen. Das Angebot des IWU sieht ebenfalls eine enge Anlehnung an die Klimaschutzinitiative des Bundes vor, was für eine hohe (bestätigte) Förderfähigkeit spricht. Seitens PtJ wurde eine Förderung in Höhe von 85 % der förderfähigen Kosten beschieden. Zudem sieht das Angebot die Erstellung eines Maßnahmenkataloges im Sinne der Hessen-initiative "100 Kommunen für Klimaschutz" vor. Damit weist das Angebot aus Sicht der Fachverwaltung bei 148 Tagwerken zwar den höchsten Preis, aber auch den höchsten Mehrwert aus . Das IWU war/ist: • Kooperationspartner der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Bundesprojekt „Klimaschutz in Kommunen" und kennt daher im Rahmen der dort erstellten SWOT-Analyse bestehende (lokalen) Hemmnisse sehr gut - 12 - • Auftragnehmer für die Erstellung der CO 2-Bilanzierung für 1990-2009; kennt damit das im Einsatz befindliche Fachprogramm sehr gut, steht in engem Kontakt mit dem Klima-Bündnis europäischer Kommunen, kennt die Datenbasis und-Probleme in Darmstadt und kann daher den Aufwand für die Fortführung der CO 2-Bilanzierung im Klimaschutzkonzept realistischer einschätzen und im Ergebnis faktisch zu Gunsten anderer Aufgabeninhalte niedriger halten. • bereits Auftragnehmer zum alten Klimaschutzkonzept, was eine Überleitung von altem zu neuen Klimaschutzkonzept erleichtert • aufgrund einer Vielzahl ähnlich gelagerte (kommunaler) Aufträge thematisch versiert • kennt aufgrund originärer Zuständigkeiten die Lage (vor allem Wohnungsbestand) in Darmstadt sehr genau Das IWU weist damit aus Sicht der Fachverwaltung den höchsten Synergie- und Effizienz- erwartungsgrad aus. Aus diesem Grund schlägt die Fachverwaltung die Beauftragung des IWU im Wege der freihändigen Vergabe ohne weitere Angebotseinholung Dritter vor. 3.2 Vergaberechtliche Einschätzung der Vergabe- und Beschaffungsstelle: Die Vergabe-und Beschaffungsstelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt bestätigt mit Schreiben vom 4.7.2012, dass die im Zuge des Klimaschutzkonzeptes zu erbringenden Leistungen freiberuflicher Natur sind und demnach die Bestimmungen der VOF ausschlaggebend sind. Die Vergabe-und Beschaffungsstelle bestätigt ferner, dass auf der Basis des veranschlagten Angebots (IWU) i.H.v. ca. 151.000,- € eine Auftragserteilung im Rahmen einer freihändigen Vergabe erfolgen kann. Unter der Voraussetzung, dass sich die Gesamtkosten nicht im Bereich um die 200.000 € (netto) oder darüber hinaus bewegen, stimmt die Vergabe- und Beschaffungsstelle einer freihändigen Vergabe zu. Die Vergabe-und Beschaffungsstelle empfiehlt dennoch, aus Gründen eines ausgewogenen Wettbewerbes auch im Rahmen der freien Vergabe weitere (2-3) Vergleichsangebot einzuholen. 3.3 Empfehlung / Beauftragung IWU Nach Klärung der Anwendbarkeit von VOF empfiehlt die Fachverwaltung die Beauftragung des IWU zur Erstellung des neuen Klimaschutzkonzeptes auf dem Wege der freihändigen Vergabe zum Projektstart 01.09.2012 Mit Verweis auf die bereits vorliegenden (älteren) Vergleichsangebote, deren Bewertung durch die Fachverwaltung und im Hinblick auf die im Förderbescheid des PtJ vorgeschriebene ambitionierte Zeitachse für das Projekt (Projektzeitraum: 01.September 2012 bis 31. August 2013) empfiehlt die Fachverwaltung, von der Einholung weiterer Vergleichsangebote abzusehen. 3.4 Splitting des Auftrages Das Angebot IWU zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Wissenschaftsstadt Darmstadt lässt sich in 2 Teilbereiche splitten: • Teilbereich 1: ca. 106.000 € brutto inkl. 2er Kampagnenvorbereitungen, jedoch ohne praktische Kampagnenumsetzung weitestgehend förderfähig nach Kommunalrichtlinie - 13 - • Teilbereich 2: weitere ca. 44.000 € brutto für die praktische Kampagnenumsetzung nicht förderfähig nach Kommunalrichtlinie Vorgesehen ist, unverzüglich den Teilbereich 1 zu beauftragen und die Beauftragung des Teilbereiches 2 von den Ergebnissen und Prozesserfahrungen des Teilbereiches 1 abhängig zu machen. Darüber hinaus wird versucht, für den Teilbereich 2 föderunschädlich weitere Drittmittel zu akquirieren. 4 Haushalt / haushalterische Rahmenbedingungen Im Haushaltsjahr 2012 sind mit Planungsbeginn bei der Kostenstelle 561-030-1000 (Klimaschutzkonzept Darmstadt) insgesamt 153.000 € etatisiert worden, wobei ein Mittelrückfluss über Zuweisungen und Zuschüssen i.H.v. 30.000,- € eingeplant wurde. Bei Aufrechterhaltung einer 10-%-igen Haushaltssperre für die Kostenstelle 561-030-1000 stehen für die Beauftragung des IWU zur Erstellung des Klimaschutzkonzeptes insgesamt Mittel zur Verfügung, welche • ausreichend sind zur Beauftragung des Teilbereiches 1 (ohne Kampagne) • nicht ausreichend sind zur zusätzlichen Beauftragung des Teilbereiches 2 (mit Kampagne) Durch die außergewöhnlich hohe Bezuschussung seitens der Bundesrepublik Deutschland/PtJ in Höhe von max. 80.196,- € stehen gegenüber der ursprünglichen Planung unerwartete, planbare Mehreinnahmen in Form von Zuweisungen und Zuschüssen zur Verfügung. Da aufgrund der Haushaltskonsolidierung ggw. Mehreinnahmen nicht für Mehrausgaben verwendet werden dürfen, andererseits aber im Haushalt abgebildet sein sollen, wird in Abstimmung mit der Kämmerei das Projekt wie folgt umgesetzt: • Im Jahr der Beauftragung (2012) stehen mit 153.00,00 € genügend Mittel zur Verfügung, um die Maßnahme komplett in Auftrag geben zu können. • Da Erträge erzielt werden wird zur Sicherung des fachlich erforderlichen Auftragsumfangs und der Planungskontinuität die Übertragung der Haushaltsreste für die Folgejahre bis 2014 (Ende der Förderung) und die Freigabe der Ansätze zu 100% festgelegt und bestätigt. • In den anstehenden Haushaltsberatungen werden Einnahmen aus Zuweisungen und Zuschüssen wie folgt eingeplant: o Einnahmen 2012: 30.000,00 € (wie bisher) o Einnahmen 2013: 38.000,00 € ( bisher 20.000,00 €, Erhöhung um 18.000,00 € o Einnahmen 2014: 12.000,00 € Darmstadt, den 06.08.2012 AZ: III-561-KSK_2012/13 Brigitte Lindscheid Andre´ Schellenberg Stadträtin Stadtkämmerer - 14 -
Beratungsverlauf (6)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2012/0286
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 15.08.2012
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00