2016/0437
Zwischenbericht zum Stand des Antrags der UNESCO-Welterbenominierung Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt
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2016/0437
22376 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
02.11.2016
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Dezernat I
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magis trat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 41
III 61 Denkmalschutz
IV 20
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2016/0437
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 523010
Kostenstelle: 712-001-1001 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5230-12 Sachkonto:
Betreff: Zwischenbericht zum Stand des Antrags der UNESCO -Welterbenominierung
Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt
Vorlage vom: 24.10.2016
Beschlussvorschlag :
Der Magistrat nimmt den Zwischenbericht des Kulturdezernenten zum Stand des Antrags der
UNESCO-Welterbenominierung Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt zur Kenntnis
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
- 2 -
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom
Zwischenbericht zum Stand des Antrags der UNESCO-Welterbenominierung Künstlerkolonie
Mathildenhöhe Darmstadt
Mit Vorlage-Nr. 2014/0421 vom 28.10.2014 beschloss der Magistrat die Fortführung der
UNESCO-Welterbenominierung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt und stimmte der
vom Kulturdezernenten vorgeschlagenen institutsübergreifenden Koordinierung und
Organisation des Nominierungsverfahrens zu.
Zum aktuellen Sachstand der Welterbenominierung (Stand Oktober 2016) wird folgendes
berichtet:
Bericht zur Arbeit der Gremien
Magistratskommission Mathildenhöhe
Seit der Konstituierenden Sitzung am 26.08.2013 fanden bis zum Jahr 2015 insgesamt sechs
Sitzungen der Magistratskommission Mathildenhöhe statt. Im Zuge der Neukonstituierung des
Stadtparlaments und des Magistrats für die neue Legislaturperiode erfolgte die
Neukonstituierung der Magistratskommission Mathildenhöhe am 04.08.2016. In 2016 ist eine
weitere Sitzung am 27.10.2016 terminiert. Als ständige Themen in den Sitzungen wurden
„Stand Welterbeverfahren“ und „Bürgerbeteiligung/Öffentlichkeitsarbeit/Veranstaltungen“
festgelegt. Die Kommissionsmitglieder befassten sich außerdem mit folgenden Themen:
- Bauliche Maßnahmen auf der Mathildenhöhe von zentraler Bedeutung
(Ausstellungsgebäude, Sanierungen Großes Haus Glückert und Haus Olbrich, Osthang)
- Spendenmittel Mathildenhöhe und deren Verwendung
- Aktuelle räumliche Situation der Kulturinstitute auf der Mathildenhöhe und neue
Raumanforderungen
- Heutige und zukünftige Nutzungen der öffentlichen Gebäude auf der Mathildenhöhe
- Entwicklung Osthang Mathildenhöhe
- Nominierung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe zur Aufnahme in die aktuelle deutsche
Tentativliste
- Besucherzentrum: allgemeine Informationen und Beispiele
- Machbarkeitsstudie Landesgartenschau 2022: Synergien Welterbeantrag
- Bericht zur Arbeit der Gremien
- Ausarbeitung Managementplan und Nominierungsdossier
- Rückblick auf die Fachtagung vom 17.-19.04.2016.
Welterbeworkshop
Die Expertinnen/Experten des Advisory Boards, die für das Welterbeverfahren beratend tätig
sind, haben mit dem 1. Welterbeworkshop am 15. und 16. Juli 2015 ihre Arbeit aufgenommen.
Den Vorsitz hat auf Vorschlag von Oberbürgermeister Jochen Partsch der Präsident des
Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (LfDH) und Welterbebeauftragter des Landes, Dr.
Markus Harzenetter, übernommen. Als weitere Mitglieder dieses Gremiums hat der
Oberbürgermeister folgende Expertinnen und Experten in das Advisory Board berufen:
Prof. Berthold Burkhardt, Braunschweig (Sprecher der ICOMOS-Monitoring-Gruppe
Deutschland)
Prof. Dr. Werner Durth, Darmstadt (FB Architektur, TU Darmstadt)
Dr. Bernd Euler-Rolle, Wien (Fachdirektor Österr. Bundesdenkmalamt)
Prof. Dr. Jörg Haspel, Berlin (Präsident ICOMOS Deutschland)
Prof. Dr. Werner Oechslin, Einsiedeln/Schweiz
Mag. Gerd Pichler, Wien (Leiter der Abt. Spezialmaterien, Österr. Bundesdenkmalamt)
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Dr. Birgitta Ringbeck, Berlin (Ministerialrätin, Auswärtiges Amt)
Prof. Dr. Regina Stephan Darmstadt (Hochschule Mainz)
Prof. Dr. Gerd Weiß, Wiesbaden (Präsident des LfDH a.D.).
Bisher fanden vier Workshops mit dem Advisory Boards statt. Schwerpunktthemen waren:
- Begehung des Nominierungsgebietes und anschließende Beratung zur Ausweisung des
Welterbeareals. Es wurden eine Reihe von Aufträgen an das Team Welterbe erteilt
- Inhaltliche Diskussion zur Konkretisierung der Sektionen der ICOMOS-Tagung, über die
Auswahl der Themen, der Moderatoren und Referenten
- Sanierung Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe: Präsentation der Planungen, der
Ergebnisse der Bauforschung und denkmalpflegerischen Position sowie Beratung
- Bebauungsplan O27 – Mathildenhöhe Süd
- Sonstige Bauvorhaben in der Kern- und Pufferzone (bauliche Weiterentwicklung Alice-
Hospital)
- Ergebnisse der Bauforschungen am Haus Olbrich und am Großen Haus Glückert
- Begründungen zur Ausweisung der Kern- und Pufferzone, der historischen und
gewachsenen Sichtbeziehungen inklusive Kartenwerk
- Sachstand Studien und Gutachten: Masterplan, Parkpflegewerk, Mobilitätskonzept,
Tourismuskonzept.
Koordinierungsrunde
Die Koordinierungsrunde zum Welterbeantrag setzt sich zusammen aus Interessensgruppen
der Mathildenhöhe wie Nutzer und Institutionen, Delegierten von privaten Eigentümer von
Liegenschaften in der Kernzone der projektierten Welterbestätte sowie bürgerschaftlichen
Gruppierungen (Fördervereine, Russisch-orthodoxe Kirchengemeinde, SOS Mathildenhöhe,
Boule-Spieler) und fachlich ausgewiesenen Interessensgruppen wie BDA und Darmstädter
Architektursommer. Im Austausch mit Vertretern der städtischen Fachämter und Dienststellen
sollen Konfliktlagen vermieden bzw. gemeinsam ausgeräumt werden. Die unterschiedlichen
Interessenslagen der Stakeholder der Mathildenhöhe werden im Zusammenhang mit der
projektierten Welterbestätte koordiniert und in Einklang gebracht mit dem Ziel einer
gemeinsamen Entwicklung von angemessenen, nachhaltigen und zukunftsfähigen Ideen im
Sinne der Nutzer und der Bürgerschaft.
Bisher fanden vier Koordinierungsrunden statt. Thematische Schwerpunkte der
Koordinierungsrunden waren:
- Aufgaben der Stadt im Welterbeverfahren
- Haltungen, Erwartungen, Auswirkungen aus der Sicht der Stakeholder
- Bebauungsplan Mathildenhöhe Süd und Bauprojekte
- Synergien und Nutzungen auf der Mathildenhöhe
- Aspekte der Verkehrsplanung Mathildenhöhe
- Einbeziehung der Privateigentümer: Anforderungen aus dem Managementplan
- Sachstand Tourismuskonzept Mathildenhöhe (Vortrag und Diskussion zu den
Bausteinen nach Analyse und Auswertung des Tourismusworkshops)
Die Zusammenarbeit in der Koordinierungsrunde läuft sehr gut, auch wenn nicht immer alle
Interessensgruppen bei den Sitzungen vertreten sind. Die Ergebnisse der Diskussionen werden
festgehalten und soweit wie möglich in den Managementplan mit einfließen.
Arbeitsgemeinschaft Welterbe
In der Arbeitsgemeinschaft Welterbe arbeiten die städtischen Fachämter und das Landesamt
für Denkmalpflege Hessen seit 2015 zusammen. Vorrangiges Ziel ist die fachliche Erarbeitung
des Managementplans und des Nominierungsdossiers für den Welterbeantrag. 2016 wurden
drei Unterarbeitsgruppen zu den Bereichen PLANUNGEN, BAU und KULTUR, TOURISMUS
UND VERMITTLUNG gebildet, um Themen zu bündeln und die notwendigen
Informationsebenen herzustellen.
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Die Mitwirkenden wurden zunächst über die Koordinierungsstruktur und den zeitlichen Ablauf
des Welterbeantrags sowie über die zu bearbeitenden Inhalte informiert. Im zweiten Schritt
wurden die Punkte des Managementplans und die daraus abzuleitende Binnenstruktur
besprochen und diskutiert. Es folgte die Bearbeitung der Binnenstruktur des Managementplans
durch die Fachämter und Dienststellen nach den Erfordernissen des Darmstädter Antrags. Die
Ergebnisse wurden überarbeitet und die Aufgaben (Ausarbeitung der einzelnen
Kapitel/Unterkapitel) besprochen und verbindlich nach dem vorgegebenen Zeitplan verteilt. Die
gemeinsame Arbeit wird fortgesetzt.
Ausarbeitung Managementplan und Nominierungsdossier
Managementplan und Nominierungsdossier sind verpflichtende Unterlagen bei der Einreichung
des Welterbeantrags.
Auf dem städtischen Server wurde eine interne Informationsplattform eingerichtet, zu der die
Mitwirkenden der städtischen Ämter und Dienststellen eine Zugriffsberechtigung haben. Dort
wurden allgemeine Informationen wie der Leitfaden Managementpläne für Welterbestätten,
Autorenhinweise, Binnenstruktur und Zeitplan eingestellt. Darüber hinaus finden sich dort
Dateien der Managementpläne und Nominierungsdossiers von deutschen Welterbestätten
(Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel, Kloster Corvey und Speicherstadt/Kontorhausviertel
Hansestadt Hamburg), um jederzeit Vergleichsbeispiele zur Bearbeitung heranziehen zu
können. Die Bearbeiter können selbst aktuelles Arbeitsmaterial aus ihren Bereichen einstellen
wie relevante Grafiken und Karten zum Welterbeantrag und Zwischenstände bzw.
abgeschlossene Gutachten und Studien. Abrufbar sind außerdem die Protokolle der
Arbeitsgemeinschaft Welterbe und die der Untergruppen. Die Informationsplattform soll
kontinuierlich ausgebaut werden.
Sachstand Managementplan
In 2016 wurde die Struktur des Managementplans in einzelne Kapitel nach dem Leitfaden für
Managementpläne für Welterbestätten erstellt. Darüber hinaus wurden die Zuständigkeiten und
Terminfestlegungen für die Mitwirkenden aus den städtischen Fachämtern und Dienststellen
zur Abgabe der zu erstellenden Texte und die Vorauswahl der Fotos für die Dokumentation in
der Arbeitsgemeinschaft Welterbe und den Untergruppen festgelegt. Ziel ist die Fertigstellung
einer Erstfassung des Managementplans zum 01.09.2017, die anschließend redaktionell
bearbeitet wird.
Bestandteil des Managementplans ist u.a. ein Baupflegekatalog zu den einzelnen Objekten und
Einzeldenkmälern der projektierten Welterbestätte. Das Fachbüro 4wdmedia, Darmstadt hat
im Auftrag der Stadt und in Zusammenarbeit mit dem Koordinator Mathildenhöhe bereits
2010 eine Datenbank als Grundlage für einen Baupflegekatalog zum Welterbeantrag
entwickelt, in die bereits eine Reihe von Daten eingepflegt wurden. Um alle Anforderungen
erfüllen zu können, wurde ein struktureller Abgleich mit der Datenbank zur Welterbestätte
Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel durchgeführt. Daraus haben sich zusätzliche Erfordernisse
zur Weiterentwicklung der vorhandenen Grundstruktur der Datenbank für den Baupflegekatalog
Mathildenhöhe ergeben, die Anfang 2017 realisiert werden soll.
Des Weiteren wurde die Beauftragung folgender Gutachten/Studien in Zusammenhang mit
dem Managementplan von den städtischen Fachämtern und Dienststellen in die Wege geleitet:
Mobilitätskonzept Mathildenhöhe
Die Abteilung Mobilität und öffentlicher Raum des Stadtplanungsamtes hat zusammen mit
dem Fachbüro STETE PLANUNG, Darmstadt, ein Mobilitätskonzept Mathildenhöhe mit
Eckpunkten des Verkehrskonzepts und Ansätze zur Gestaltung erarbeitet. Es wurden
Untersuchungen durchgeführt zu den Anforderungen an ein Mobilitätskonzept seitens der
UNESCO und der Stadt Darmstadt, zu Verkehrskonzepten an ausgewählten bestehenden
UNESCO-Welterbestätten in Deutschland und die Konsequenzen aus diesen Recherchen für die
Mathildenhöhe formuliert. Eckpunkte sind die Parkierung für Besucher (und in Kombination
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mit Fußwegen), ÖPNV, Bus-Shuttle sowie Fuß- und Radverkehr. Betrachtet wurden auch
flankierende Maßnahmen im Umfeld und weitere Maßnahmen wie ein Besucherzentrum und
Service-Leistungen. Erste planerische Gestaltungsansätze für den öffentlichen Raum der
Mathildenhöhe und benachbarte Gebiete, u.a. der Ostbahnhof, wurden erarbeitet.
Tourismuskonzept Mathildenhöhe
Die Darmstadt Marketing GmbH hat das Fachbüro projekt2508, Bonn, beauftragt, ein
Tourismuskonzept für die projektierte Welterbestätte Künstlerkolonie Mathildenhöhe
Mathildenhöhe zu erarbeiten. Die Bearbeitung ist inzwischen weit fortgeschritten, ein
ausführliches Papier zum aktuellen Stand des Ergebnisses liegt bereits vor. Der Aufbau des
Tourismuskonzeptes gliedert sich in eine ausführliche Darstellung der Ausgangssituation, in
einen Vorschlag für ein Handlungs- und Umsetzungskonzept und eine Risiko- und
Wirkungsanalyse. Grundlegende Untersuchungen zu den Stärken und Schwächen der
Mathildenhöhe, u.a. bezüglich der Verkehrsanbindung und Erreichbarkeit der Mathildenhöhe,
zum Erlebnisraum Mathildenhöhe und zu Vermittlungsaspekten, zur Gastronomie und Service,
zum Lebens- und Wirtschaftsstandort, zur Vernetzung und Angeboten in der Region, wurden
durchgeführt und eine Leitidee, Ziele und Leitlinien sowie Marketingziele entwickelt.
Einbezogen waren in den die Ausarbeitung begleitenden Workshops außerdem die Stabsstelle
Welterbe im LfDH, die Projektleitung Entwicklung Mathildenhöhe, das Institut Mathildenhöhe
und der Kulturreferent, um jeweils relevante Aspekte aus diesen Bereichen zu berücksichtigen.
Parkpflegewerk Mathildenhöhe
Das Grünflächenamt hat das Landschaftsarchitektur-Büro Ehrig, Bielefeld, beauftragt, für das
Areal der Künstlerkolonie Mathildenhöhe ein Parkpflegewerk zu erarbeiten. Im Vorfeld wurde
von Dipl.-Ing. Architektin Christiane Geelhaar seit 2015 eine Literaturrecherche (Schriftquellen)
durchgeführt und die historischen Bild- und Planquellen recherchiert (u.a. chronologische
Zusammenstellung der Lagepläne zu den vier Ausstellungen der Künstlerkolonie, Verluste- und
temporäre Gartenanlagen sowie allgemeiner Überblick) und weitgehend dokumentiert als
Grundlage für das Parkpflegwerk. Der Schwerpunkt liegt zunächst bei der Dokumentation der
Unterlagen der noch vorhandenen Anlagen und Gärten. Die komplette Zusammenstellung
dieser ersten Phase soll bis November 2016 vorliegen.
Wesentliche Inhalte des Parkpflegewerks sind neben der historischen Analyse und
Dokumentation die Bestandskartierung, die Anfertigung von anlagengenetischen Karten, eine
Nutzungsanalyse, die Entwicklung eines Leitkonzeptes mit Formulierung von Erhaltungs - und
Entwicklungszielen und die Aufstellung eines Maßnahmenkatalogs sowie Pflegekonzepte mit
Kostenschätzungen für investive Maßnahmen und dauerhafte wiederkehrende Pflege- und
Unterhaltungsmaßnahmen. Die Erstellung des Parkpflegewerks wird von Mag. Gerd Pichler als
Gartenexperte des Advisory Boards fachlich begleitet. Die Fertigstellung des Planwerks ist für
Ende März 2017 vorgesehen.
Masterplan Mathildenhöhe
Das Stadtplanungsamt hat mit den Vorbereitungen zur Beauftragung eines Masterplans für die
städtebauliche Entwicklung der Mathildenhöhe begonnen. Die Angebotseinholung ist für die
43. KW vorgesehen. Die Aufgabenstellung wurde mit dem Landesamt für Denkmalpflege
Hessen und den örtlichen Vertretern des Advisory Boards abgestimmt. Zieltermin für die
Fertigstellung ist der 30.04.2017.
Sachstand Nominierungsdossier
Parallel zur Ausarbeitung des Managementplans wurde im Juni 2016 mit dem Aufbau der
Struktur des Nominierungsdossiers für die Welterbenominierung „Künstlerkolonie
Mathildenhöhe“ auf der Grundlage der aktuellen Fassung der Operational Guidelines der
UNESCO begonnen. Inzwischen ist auch eine fachliche Zuordnung der einzelnen Kapitel und
eine Terminfestlegung für die Ausarbeitung der Texte und Auswahl von Fotos erfolgt. Bis zum
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01.09.2017 soll eine Erstfassung des Dossiers vorliegen. Daran anschließen wird sich die
redaktionelle Bearbeitung.
Zur Begründung der Ausweisung der Kernzone und der Pufferzone sowie des Nachweises der
historischen Entwicklung von Sichtachsen und Blickbeziehungen im Nominierungsdossier
wurden erste Karten durch das Vermessungsamt in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle
Welterbe am Landesamt für Denkmalpflege Hessen erstellt, die im 4. Welterbeworkshop
diskutiert wurden. Um sämtliche Vorgaben für den Welterbeantrag zu erfüllen, ist ein
vollständiges Kartenwerk zu erstellen, das bis 01.09.2017 vorliegen soll.
Für das Kapitel Dokumentation im Nominierungsdossier ist ein umfassendes Fotoverzeichnis
mit aktuellen Aufnahmen zur projektierten Welterbestätte sowie Angaben zu den Urheber - und
Veröffentlichungsrechten zu erstellen. Der Koordinator Mathildenhöhe wird dazu eine
Systematik erarbeiten und in Zusammenarbeit mit den städtischen Fachämtern und
Dienststellen eine Auswahl der Fotografien zusammenstellen.
Öffentlichkeitsarbeit für den Welterbeantrag
ICOMOS-Tagung
Vom 17. bis 19.04.2016 veranstaltete die Stadt Darmstadt in Zusammenarbeit mit ICOMOS
Deutschland und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen die Fachtagung „Eine Stadt
müssen wir erbauen, eine ganze Stadt“ im Wissenschafts- und Kongresszentrum
darmstadtium, um den Welterbeantrag in einen wissenschaftlichen Rahmen einzubinden.
Hauptzielgruppen waren ICOMOS-Mitglieder, Denkmalpfleger, kunst- und
architekturhistorische Institute in Deutschland, Schweiz und Österreich. Bedient wurden auch
einschlägige Internetverteiler/Portale für einen internationalen Interessentenkreis.
Angesprochen wurden insbesondere auch interessierte Personen aus Darmstadt und dem
Rhein-Main-Gebiet.
Die Fachvorträge von 22 Referentinnen/Referenten haben sehr viele Interessenten
angesprochen. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Programms bewegten sich im
Spannungsfeld der nationalen und europäischen Entwicklungen in der Zeit der Entstehung der
Künstlerkolonie Mathildenhöhe. Die Tagung war auf 200 Personen ausgelegt. Wegen der
großen Nachfrage wurde die Bestuhlung des Saals auf 220 Plätze erhöht. Der offene Abend mit
Empfang im Rahmen der Tagung am Eröffnungstag wurde insbesondere für die Darmstädter
Bevölkerung veranstaltet, um die Kontinuität der Bürgerinformation zum Welterbeantrag
fortzusetzen.
Die Vorträge der Fachtagung werden derzeit für die Drucklegung beim Landesamt für
Denkmalpflege Hessen lektoriert und sollen in der dort erscheinenden Reihe „Arbeitshefte des
Landesamtes für Denkmalpflege“ veröffentlicht werden. Die Herausgabe des Tagungsbandes
ist für Ende 2016 vorgesehen. Ausgewählte Vorträge werden in den Dokumentationsband des
Welterbeantrags aufgenommen.
Website zum Welterbeantrag
Im Jahr 2015 wurde mit der Entwicklung einer eigenen Website zum Welterbeantrag unter
Einbeziehung aller zuständigen städtischen Stellen begonnen. Nach dem Aufbau von
Gestaltung und Struktur durch das Fachbüro 4wdmedia, Darmstadt, wurden inzwischen ein
großer Teil der Texte für die festgelegten Rubriken erarbeitet und ein Pool für Abbildungen
angelegt. Die Koordination der Fertigstellung wird mit Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit
des Amtes für Wirtschaft und Stadtentwicklung durchgeführt. Der geplante Launchtermin ist
für Januar 2017 geplant.
Pilotprojekte zur Welterbepädagogik
Auf Kinder und Jugendliche abgestimmte Projekte sollen nach den Vorgaben der UNESCO
Begeisterung für das Thema Welterbe und für die Künstlerkolonie Mathildenhöhe wecken.
Deshalb wurden zielgerichtete Konzepte für zwei Darmstädter Partnerschulen sowie eine
Kindertagesstätte erarbeitet.
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Im Anschluss an das erste vom Förderverein Freunde der Mathildenhöhe 2013 durchgeführte
und erfolgreich abgeschlossene pädagogische Projekt zum Welterbeantrag an der Justus -
Liebig-Schule im Wahlpflichtunterricht Erdkunde wurden 2015 an diesem Darmstädter
Gymnasium zwei Pilotprojekte im Fachbereich Kunst initiiert und im Schuljahr 2016 realisiert.
Darüber hinaus konnten im gleichen Jahr Pilotprojekte an einer Darmstädter Grundschule
(Mornewegschule) und in der Liebfrauen-Kindertagesstätte durchgeführt werden.
Durch die Pilotprojekte konnten unterschiedliche Altersklassen und Bildungseinrichtungen
angesprochen und deren multiplikatorische Funktion in die Familien- und Freundeskreise
hinein genutzt werden. Angebote zur Welterbepädagogik sollen zukünftig auch an anderen
Darmstädter Bildungseinrichtungen angeboten werden.
Finanziell gefördert wurden die Projekte durch die Bürgerstiftung Darmstadt, durch den Verein
Freunde der Mathildenhöhe e.V., durch die Darmstadt Marketing GmbH und einen privaten
Spender. Zur Realisierung von neuen Projekten sollen weitere Sponsorenmittel bei
Unternehmen und Spenden bei privaten Förderern bzw. Fördervereinen eingeworben werden.
Die Ergebnisse dieser Projekte werden abschließend in einer Broschüre zusammengefasst,
deren Fertigstellung Anfang 2017 vorgesehen ist. Die Durchführung weiterer pädagogischer
Projekte zum Welterbeantrag ist in Zusammenarbeit mit dem Institut Mathildenhöhe
vorgesehen. Die pädagogische Arbeit für die projektierte Welterbestätte soll dort zukünftig
institutionell verortet sein. In der UA KULTUR, TOURISMUS UND VERMITTLUNG der
Arbeitsgemeinschaft Welterbe wird dafür ein Vermittlungskonzept erarbeitet.
Bürgerinformationsveranstaltungen
Nach drei Bürgerinformationsveranstaltungen zum Welterbeantrag im Jahr 2012 und dem
Ausstellungsprojekt „Welterbe werden!“ mit Vortragsprogramm im September/Oktober 2014
in der Mail Hall auf dem Osthang Mathildenhöhe fand am 17. November 2015 die vierte
Veranstaltung für die Bürgerschaft statt. Mit dem Offenen Abend zur Fachtagung am 17. April
2016 wurde die fünfte Bürgerinformationsveranstaltung durchgeführt.
Am 2. November 2016 wird die sechste Bürgerinformationsveranstaltung im Saal des Justus-
Liebig-Hauses veranstaltet. Schwerpunktthemen werden das Mobilitätskonzept Mathildenhöhe
und das Tourismuskonzept Mathildenhöhe sein.
Bewirtschaftung der Haushaltsmittel zum Welterbeantrag
Die im Rahmen des Haushalts 2015 eingebrachte Magistratsvorlage 2014/0463 vom
17.11.2014 enthält den veranschlagten Mittelbedarf für den Welterbeantrag für die HH -Jahre
2015 bis 2019. Die Bewirtschaftung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt. Die für die
HH-Jahre 2015 und 2016 bereitgestellten Mittel wurden/werden ordnungsgemäß verausgabt.
Der Etatrahmen wurde/wird nicht überschritten.
Darmstadt, den 27. Oktober 2016
I/Lo
Der Dezernent I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2016/0437
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 24.10.2016
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00