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A-R/0089/2017

Bildende Kunst noch stärker fördern

Antrag an den Rat 05.12.2017

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 13.12.2017, TOP 44.14

a-r-0089-2017-Bildende Kunst

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a-r-0089-2017-Bildende Kunst

5142 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0089/2017 
 
 
 
 
 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL CDU 
Ratsfraktion Münster Ratsfraktion Münster 
 
 
21. November 2017 
Ratsantrag 
 
 
Bildende Kunst noch stärker fördern 
 
1. Die Stadt Münster erstellt ein Konzept kommunale r Kunstförderung, das die 
bereits bestehenden institutionellen und konzeptionellen Rahmenbedingungen 
von Bildender Kunst in der Stadt weiterentwickelt. Dabei sollen der Bestand, die 
Weiterentwicklung und das Entstehen neuer privater, Vereins- und anderer nicht 
kommunaler Initiativen und Institutionen vorrangig berücksichtigt werden. 
2. Ziel eines solchen Konzeptes ist es, auf die Dif ferenzierung und Diversifizierung 
von Gegenwartskunst zu reagieren und diese noch stärker als bisher in den 
Focus kommunaler Kunstförderung zu nehmen. Dem für Münster so 
bedeutsamen Thema „Kunst und Öffentlichkeit“ sollte dabei besondere 
Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Präsentation  internationaler Kunst soll 
dabei genau wie der Förderung junger – auch lokaler – Kunst im Fokus stehen.  
3. Das Konzept soll außerdem dazu beitragen, die üb erregionale Position und 
Aufmerksamkeit, die die Stadt alle 10 Jahre mit Hilfe der Skulptur.Projekte erzielt, 
zu verfestigen. 
4. Dabei sind die folgenden Aspekte zu berücksichti gen und ihre Einbeziehung in 
ein solches Konzept zu prüfen: 
• die neue Rolle der Dominikanerkirche als (Dauer-)A usstellungsort für Gerhard 
Richters Pendel-Installation in Kombination mit weiteren Nutzungen, 
• die Frage eines weiteren innenstadtnahen Ausstellu ngsraumes für 
zeitgenössische Kunst und interdisziplinäre Diskurse - neben der Kunsthalle 
am Hafen, 
• die Ausweitung von Atelierangeboten für AbsolventI nnen der Kunstakademie 
bzw. für KünstlerInnen allgemein, 
• die Zwischennutzung von Häusern, Wohnungen oder La denlokalen für 
temporäre Projekte oder als Atelier, 
• die Ausschreibung eines kommunalen Förderpreises B ildende Kunst für junge 
KünstlerInnen, 
u. a. 
5. Bei der anstehenden Neubesetzung der Leitungsste lle für die Kunsthalle Münster 
ist zu berücksichtigen, dass die neue Leitung die entsprechenden - 
spartenübergreifenden - Kompetenzen und Erfahrungen für die Entwicklung und 
Ausgestaltung eines solchen Konzeptes mitbringt.

2 
 
6. Bei allen Fragen ist die Kooperation mit den in der Stadt bereits ansässigen 
öffentlichen Kulturakteuren (Uni, Kunstakademie, LWL, Museen, Kunstverein  ...) 
und privaten Kulturschaffenden (Galerien, Ausstellungshallen, Netzwerken, 
Initiativen, Ateliergemeinschaften ...) zu suchen und zu nutzen. Darüber hinaus 
soll geprüft werden, inwieweit eine Kooperation mit Akteuren aus der Region - 
auch über die Grenze zu den Niederlanden hinaus (Uni Twente, AKI Enschede 
...) - sinnvoll und machbar ist. 
 
Begründung: 
Die gerade zu Ende gehenden Skulptur.Projekte 2017 sind in der Öffentlichkeit und 
in der (Fach-)Presse auf so große Resonanz gestoßen wie keine der Vorläufer-
Ausstellungen. Fast 56 Prozent der im Münster-Barometer Befragten hat die 
Skulpturenausstellung „gut“ oder „sehr gut“ gefallen. Genau so viele messen den 
Skulptur.Projekten eine „sehr große Bedeutung“ für das Image der Stadt zu. 
Resümee des Münster-Barometers: „Die Münsteraner lieben die Skulptur-Projekte, 
und das mehr denn je.“ 
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Ausstellung sich gewandelt hat. Dominierten 
in der Auftaktausstellung 1977 noch die klassischen Skulpturen aus Beton, Stein und 
Stahl, so liegt der Schwerpunkt der aktuellen Ausstellung bei Installationen und 
Performances, ephemeren Kunstwerken also, die stärker auf das Prozesshafte der 
Kunst orientieren als auf das Werk selbst im Sinne eines materiell greifbaren 
Kunstwerks. Die Vorschläge der städtischen Kunstkommission für den Ankauf von 
Werken der Skulptur.Projekte 2017 dokumentieren genau diese veränderten 
künstlerischen Schwerpunktsetzungen. 
Diese Differenzierung und Diversifizierung der zeitgenössischen Kunst von der 
Malerei über Fotografie und Video bis zu temporären Installationen, Performances 
und Konzeptkunst soll die städtische Kulturpolitik noch stärker als bisher in den Blick 
nehmen und zur Grundlage eines Konzeptes kommunaler Kunstförderung machen. 
Das beinhaltet auch die Vernetzung mit anderen Kunstsparten wie Theater, Tanz, 
Literatur und Musik. 
Die fachlichen und ästhetischen Ansprüche, die an eine neue Leitung der Kunsthalle 
Münster zu stellen sind - die bisherige langjährige Leiterin scheidet Anfang des 
Jahres 2018 aus -, sollen die Umsetzung eines solchen Konzeptes sicherstellen. 
Die Veränderung der Kunstszene durch regionale und internationale Einflüsse - vor 
allem auch im Gefolge von Migration und Bevölkerungswachstum - ist dabei 
besonders zu berücksichtigen. Hier dürften sich zahlreiche Möglichkeiten für neue 
künstlerische Themen und Strategien ergeben. 
Die Kooperation mit anderen Akteuren in Stadt und Region soll das vorhandene 
Know How für die städtischen Aktivitäten nutzen; die vorhandenen Kontakte - und 
eventuell neue - lassen sich ganz sicher in die kommunalen Planungen einbinden. 
 
gez. Dr. Dietmar Erber gez. Dr. Petra Dieckmann 
und Fraktion und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

13.12.2017 Rat
TOP 44.14 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0089/2017
Typ
Antrag an den Rat
Datum
05.12.2017
Erstellt
06.10.2020 14:37