A-R/0089/2017
Bildende Kunst noch stärker fördern
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a-r-0089-2017-Bildende Kunst
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0089/2017 Bündnis 90/Die Grünen/GAL CDU Ratsfraktion Münster Ratsfraktion Münster 21. November 2017 Ratsantrag Bildende Kunst noch stärker fördern 1. Die Stadt Münster erstellt ein Konzept kommunale r Kunstförderung, das die bereits bestehenden institutionellen und konzeptionellen Rahmenbedingungen von Bildender Kunst in der Stadt weiterentwickelt. Dabei sollen der Bestand, die Weiterentwicklung und das Entstehen neuer privater, Vereins- und anderer nicht kommunaler Initiativen und Institutionen vorrangig berücksichtigt werden. 2. Ziel eines solchen Konzeptes ist es, auf die Dif ferenzierung und Diversifizierung von Gegenwartskunst zu reagieren und diese noch stärker als bisher in den Focus kommunaler Kunstförderung zu nehmen. Dem für Münster so bedeutsamen Thema „Kunst und Öffentlichkeit“ sollte dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Präsentation internationaler Kunst soll dabei genau wie der Förderung junger – auch lokaler – Kunst im Fokus stehen. 3. Das Konzept soll außerdem dazu beitragen, die üb erregionale Position und Aufmerksamkeit, die die Stadt alle 10 Jahre mit Hilfe der Skulptur.Projekte erzielt, zu verfestigen. 4. Dabei sind die folgenden Aspekte zu berücksichti gen und ihre Einbeziehung in ein solches Konzept zu prüfen: • die neue Rolle der Dominikanerkirche als (Dauer-)A usstellungsort für Gerhard Richters Pendel-Installation in Kombination mit weiteren Nutzungen, • die Frage eines weiteren innenstadtnahen Ausstellu ngsraumes für zeitgenössische Kunst und interdisziplinäre Diskurse - neben der Kunsthalle am Hafen, • die Ausweitung von Atelierangeboten für AbsolventI nnen der Kunstakademie bzw. für KünstlerInnen allgemein, • die Zwischennutzung von Häusern, Wohnungen oder La denlokalen für temporäre Projekte oder als Atelier, • die Ausschreibung eines kommunalen Förderpreises B ildende Kunst für junge KünstlerInnen, u. a. 5. Bei der anstehenden Neubesetzung der Leitungsste lle für die Kunsthalle Münster ist zu berücksichtigen, dass die neue Leitung die entsprechenden - spartenübergreifenden - Kompetenzen und Erfahrungen für die Entwicklung und Ausgestaltung eines solchen Konzeptes mitbringt. 2 6. Bei allen Fragen ist die Kooperation mit den in der Stadt bereits ansässigen öffentlichen Kulturakteuren (Uni, Kunstakademie, LWL, Museen, Kunstverein ...) und privaten Kulturschaffenden (Galerien, Ausstellungshallen, Netzwerken, Initiativen, Ateliergemeinschaften ...) zu suchen und zu nutzen. Darüber hinaus soll geprüft werden, inwieweit eine Kooperation mit Akteuren aus der Region - auch über die Grenze zu den Niederlanden hinaus (Uni Twente, AKI Enschede ...) - sinnvoll und machbar ist. Begründung: Die gerade zu Ende gehenden Skulptur.Projekte 2017 sind in der Öffentlichkeit und in der (Fach-)Presse auf so große Resonanz gestoßen wie keine der Vorläufer- Ausstellungen. Fast 56 Prozent der im Münster-Barometer Befragten hat die Skulpturenausstellung „gut“ oder „sehr gut“ gefallen. Genau so viele messen den Skulptur.Projekten eine „sehr große Bedeutung“ für das Image der Stadt zu. Resümee des Münster-Barometers: „Die Münsteraner lieben die Skulptur-Projekte, und das mehr denn je.“ Vielleicht liegt es auch daran, dass die Ausstellung sich gewandelt hat. Dominierten in der Auftaktausstellung 1977 noch die klassischen Skulpturen aus Beton, Stein und Stahl, so liegt der Schwerpunkt der aktuellen Ausstellung bei Installationen und Performances, ephemeren Kunstwerken also, die stärker auf das Prozesshafte der Kunst orientieren als auf das Werk selbst im Sinne eines materiell greifbaren Kunstwerks. Die Vorschläge der städtischen Kunstkommission für den Ankauf von Werken der Skulptur.Projekte 2017 dokumentieren genau diese veränderten künstlerischen Schwerpunktsetzungen. Diese Differenzierung und Diversifizierung der zeitgenössischen Kunst von der Malerei über Fotografie und Video bis zu temporären Installationen, Performances und Konzeptkunst soll die städtische Kulturpolitik noch stärker als bisher in den Blick nehmen und zur Grundlage eines Konzeptes kommunaler Kunstförderung machen. Das beinhaltet auch die Vernetzung mit anderen Kunstsparten wie Theater, Tanz, Literatur und Musik. Die fachlichen und ästhetischen Ansprüche, die an eine neue Leitung der Kunsthalle Münster zu stellen sind - die bisherige langjährige Leiterin scheidet Anfang des Jahres 2018 aus -, sollen die Umsetzung eines solchen Konzeptes sicherstellen. Die Veränderung der Kunstszene durch regionale und internationale Einflüsse - vor allem auch im Gefolge von Migration und Bevölkerungswachstum - ist dabei besonders zu berücksichtigen. Hier dürften sich zahlreiche Möglichkeiten für neue künstlerische Themen und Strategien ergeben. Die Kooperation mit anderen Akteuren in Stadt und Region soll das vorhandene Know How für die städtischen Aktivitäten nutzen; die vorhandenen Kontakte - und eventuell neue - lassen sich ganz sicher in die kommunalen Planungen einbinden. gez. Dr. Dietmar Erber gez. Dr. Petra Dieckmann und Fraktion und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0089/2017
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 05.12.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37