2014/0381
Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 - Vorschlag # 480: (Jobcenter, sinnvolle Förderung in Ausbildung statt Beschäftigungstherapie)
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2014/0381
6522 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
24.09.2014
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Dezernat V
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2014/0381
Magistratsbeschluss-Nr.
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 - Vorschlag # 480: (Jobcenter, sinnvolle
Förderung in Ausbildung statt Beschäftigungstherapie)
Vorlage vom: 22.09.2014
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 22.09.14:
Für den Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 wurde folgender Vorschlag eingebracht:
Jobcenter, sinnvolle Förderung in Ausbildung statt Beschäftigungstherapie
Viele erwerbslose Menschen zwischen 30-40 Jahren wünschen sich eine grundlegende
Qualifikation in Form einer beruflichen Ausbildung bzw. eine Weiterqualifizierung, da
sie sich eine Beschäftigung in ihrem alten Beruf aus guten Gründen nicht mehr
vorstellen können. Leider stellt die aktuelle Förderpraxis des Jobcenter DA in diesen
Fällen nur eine unterentwickelte Förderpraxis bereit, obwohl diese Menschen in ihren
neuen Jobs oft lebenslang keine Kunden mehr des Jobcenters wären. In mehreren
Fällen habe ich es erlebt, wie motivierte Menschen eine gefühlte Ewigkeit um einen der
begehrten Bildungsgutscheine bzw. ähnlicher Instrumente kämpfen mussten.
Vorschlag: Stärkung dieser Förderung zu Lasten der oft sinnlosen 14 oder 30 Tage
langen Verwahrungen in stupiden sog. Bewerbungstrainings.
Der Vorschlag erhielt 78 Ja-Stimmen und 8 Nein-Stimmen
Der Magistrat stimmt darin überein, arbeitslose Menschen in Darmstadt durch
abgestimmte sinnvolle beschäftigungspolitische Maßnahmen so gut wie möglich zu
fördern und zu unterstützen.
In der operativen Umsetzung muss sich das Jobcenter jedoch an rechtlichen
Rahmenbedingungen orientieren und Zielvereinbarungen, die in gemeinsamer
Trägerschaft zwischen Bundesagentur und Bundesministerium abgeschlossen wurden,
umsetzen.
Die Bewilligung bzw. Erteilung von Bildungsgutscheinen (BGS) unterliegt rechtlichen
Restriktionen, resultierend u.a. aus den Vorschriften des SGB II. Das Fallmanagement
des Jobcenters Darmstadt hat im Einzelfall die zwingenden
Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen.
Dabei spielen einzelfallbezogen u.a. folgende Kriterien eine Rolle:
o Eignung der Bewerberinnen bzw. des Bewerbers für einen erfolgreichen
Maßnahmeabschluss (physisch und psychisch)
o Berücksichtigung des individuellen Arbeitsmarktes (regional und
fachlich)
o Angemessenheit der Kosten
o hohe (dauerhafte) Integrationsprognose
o BGS kann nur für zertifizierte Maßnahmen bei zertifizierten Trägern
ausgegeben werden
Dem Jobcenter steht jährlich ein Eingliederungsetat zur Verfügung. Durch diesen Etat
werden die unterschiedlichen Eingliederungsinstrumente finanziert. Für berufliche
Weiterbildungs- und Fördermaßnahmen stehen dabei ca. 20-25% des Gesamtetats zur
Verfügung. Im Eingliederungstitel (EgT) des Jobcenter Darmstadt sind für das Jahr
2014 insgesamt 632.269 Euro für den Bereich Förderung der beruflichen
Weiterbildung sowie 551.293 Euro für die Förderung benachteiligter Auszubildender
etatisiert. Dieser Etatansatz kann, je nach Bedarfslage, im Rahmen des
Gesamtbudgets, aufgestockt werden.
- 4 -
Die dargestellte Kritik in Bezug auf die Förderpraxis entspricht nicht den tatsächlichen
Gegebenheiten. So setzt das Jobcenter Darmstadt vor Ort das bundesweite Projekt
„AusBildung wird was – Spätstarter gesucht“, eine Initiative des Bundesministerium
für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Beseitigung des Fachkräftebedarfs seit 2013 um.
Hierbei ist insbesondere die Zielgruppe der Menschen im Alter zwischen 25 bis unter
35 Jahren angesprochen. Im Einzelfall kann hier auch eine Förderung für Ältere (über
35 Jahre) erfolgen. Die Initiative wird derzeit durch verschiedene
Kommunikationsformate in die Öffentlichkeit kommuniziert. In diesem
Zusammenhang sei die Kampagne „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“ erwähnt.
Gerade das Jobcenter Darmstadt konnte im Vergleich zu allen anderen hessischen
Jobcentern für das Jahr 2013 mit großem Abstand einen Spitzenwert bei Teil- und
abschlussorientierten Qualifizierungen vorweisen.
Die für 2014 geplanten Qualifizierungen sind in der Bildungszielplanung festgelegt.
Die Bildungszielplanung wird u.a. im Rahmen der Beratung des jährlich
fortzuschreibenden Arbeitsmarktprogrammes mit den Trägern festgelegt.
Die Planung orientiert sich dabei an den vorhanden Finanzmittel, den Bedürfnissen
und Angeboten des Arbeitsmarktes sowie nach den Potentialen der arbeitssuchenden
Menschen. Operativ werden diese Aktivitäten durch ständige Information an die
Fallmanagerinnen und Fallmanager umgesetzt. Darüber hinaus werden die
arbeitssuchenden Menschen im Rahmen von Gruppeninformationen regelmäßig über
Standardprogramme informiert.
Grundsätzlich wird bei Vorliegen der Voraussetzungen allen Förderanliegen
entsprochen. Gerade Bewerbungstrainings und Maßnahmen zur Verbesserung der
Vermittlungsfähigkeit sind dabei zwingend erforderlich. Bedauerlicherweise entspricht
fast jede 2. Bewerbung nicht den geforderten Standards. Zudem ist im Einzelfall auch
eine Erarbeitung von beruflichen Alternativen ebenso zwingend erforderlich, da die
Bewerberinnen bzw. Bewerber die Situation oft falsch bzw. unzureichend einschätzen.
Das Jobcenter wird bei der Umsetzung der Förderpraxis den Fokus im Rahmen der
Erstellung des jährlich fortzuschreibenden Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramms
verstärkt auf den Personenkreis der Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren
richten. Im Rahmen der Trägerversammlung für das Jobcenter Darmstadt wird
städtischerseits der Impuls aufgegriffen und weiterentwickelt.
Darmstadt, 22.09.2014
V/HB
Dezernat I Dezernat IV Dezernat V
Jochen Partsch Andrè Schellenberg Barbara Akdeniz
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2014/0381
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 22.09.2014
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00