2025/0065
Grundsatzbeschluss: Sozial- und Betriebsgebäude Alter Friedhof
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2025/0065
10836 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
28.02.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Grünflächenamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0065
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 55310
Kostenstelle: 067-060-2000 Investitionsnummer: 16067-5103
Kostenträger: 5530-10 Sachkonto: 0953010
Betreff: Grundsatzbeschluss: Sozial - und Betriebsgebäude Alter Friedhof
Vorlage vom: 2 4.02.2025
Beschlussvorschlag :
1. Dem Planungsprozess für den Umbau des Sozial - und Betriebsgebäudes Alter Friedhof,
gemäß der Variante C der Machbarkeitsstudie, auf den Grundstücken Herdweg 105 und
107, wird zugestimmt.
2. Die Vergabe der Planungsleistungen der LP 1 -3 wird beschlossen.
3. Die für die Planung nötigen Haushaltsmittel sind in den Haushaltsjahren 2025/2026
vorgesehen.
Anlagen: Anlage 1 Aufgabenstellung_MS
Anlage 2 Machbarkeitsstudie
Anlage 3 Stellungnahme IDA
Anlage 4 Stellungnahme KVB
Anlage 5 Stellungnahme DMA
Anlage 6 Historische Entwicklung
Anlage 7 Grobe Kostenschätzung datenschutzrelevant
- 2 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 24.02.2025
Hintergrund
Die bestehenden Betriebsgebäude des Alten Friedhof s erfüllen die rechtlichen
Verpflichtungen des Arbeitsschutzes und der sicherheitstechnischen Vorschriften nicht mehr.
Die gesamte Gebäudesubstanz ist bautechnisch, haustechnisch und energetisch
sanierungsbedürftig und verursacht dadurch hohe Kosten im Gebä udebetrieb.
Eine Vergrößerung der Flächen, insbesondere im Bereich der Verwaltung, die in den 80er
Jahren nicht vorgesehen war und veränderte Nutzungszusammenhänge verstärken die
Dringlichkeit der Maßnahme.
Da die Umsetzung der rechtlich und bautechnisc h verbindlichen Maßnahmen bereits zu
großen Eingriffen führt, ist es effizient und wirtschaftlich für die Planung den gesamten
Gebäudebestand mit einzubeziehen, um mögliche Synergieeffekte zu erarbeiten.
Die Kapelle des Alten Friedhof ist als Einzeldenkmal und aufgrund der eigenständigen und
unveränderten Nutzung von der Maßnahme ausgenommen.
Ziel
Übergeordnetes Ziel der Planung ist die Schaffung eines optimierten und effizient
funktionierenden Betriebsgebäudes auf den begrenzten und unter Denkmalschutz st ehenden
Flächen des stadthistorisch bedeutenden Alten Friedhofs.
Ziel ist die Ertüchtigung/Erneuerung der Haustechnik. Dabei gilt es den ermittelten
geänderten Flächenbedarf zu ermöglichen und auch die bauliche Situation an neue
Entwicklungen der Bestattu ngskultur anzupassen.
Grundstücke und Gebäude
Der Alte Friedhof ist der historisch bedeutendste Friedhof Darmstadts. Seit 1828 besteht der
Alte Friedhof auf den heutigen Flächen und wurde bis 1894 mehrmals erweitert. Im Jahr
2028 findet das 200-jährige Jubiläum des Friedhofs statt.
Die gesamte Liegenschaft des Alten Friedhofs umfasst 13,5 ha und befindet sich im Besitz
der Stadt Darmstadt. Zahlreiche Ehrengräber und Denkmäler befinden sich hier.
Die bebaute Fläche auf den Eckgrundstücken Herd weg 105 und 107 beträgt, ohne die
Aussegnungshalle, rund 650 qm.
Zustand der Gebäude
Die Gebäudeteile auf den Grundstücken sind in einem schlechten baulichen Zustand. Ein
Umstand, der sich aus der Errichtung ‚mit einfachen Baustoffen‘ vor 45 Jahren und de n
geringen Sanierungsmaßnahmen ergibt.
Mit Beteiligung der Ämter Grünflächenamt, Amt für Klimaschutz und Klimaschutzanpassung,
Untere Denkmalschutzbehörde und Eigenbetrieb für Immobilienmanagement Darmstadt
wurden die Gebäude untersucht, die funktionalen A bläufe besprochen und als
Projektvorbereitung aufgearbeitet.
Gemeinsam wurde die Aufgabenstellung für die Machbarkeitsstudie erarbeitet und hier alle
Anforderungen und Ideen zusammengefasst (Anlage 01: Aufgabenstellung zur Erstellung
einer Machbarkeitsstu die)
Machbarkeitsstudie
Durch IDA/Grünflächenamt wurde im Rahmen einer Volumenstudie, erstellt durch Bialucha
Architekten, geprüft, inwieweit eine Änderung der Gebäudesubstanz funktionelle und
bautechnische Probleme effizienter lösen würde. Diese Neuordnung der Nutzungsbereiche
wurde in einem gemeinsamen Termin mit der Unteren Denkmalschutzbehörde erarbeitet.
- 4 -
Eine detaillierte Betrachtung im Umgang mit dem Gebäudebestand erfolgt im Rahmen der
weiteren Planung.
Es wurden verschiedene Varianten zur Nutzung der vorhandenen Flächen auf dem Alten
Friedhof entwickelt. Vertieft bearbeitet wurden drei Varianten, zur Abst immung
vorgeschlagen wird die Variante C. (Anlage 02- Machbarkeitsstudie )
Variante A – Aufstockung des Eckgebäude s und Errichtung eines zwei geschossigen Neuba us
Variante B- Eingeschossiger Neubau an der Ecke Herdweg / Nieder -Ramstädter Straße und
zusätzlicher zweigeschossiger Neubau
Variante C – Zweigeschossiges Gebäude an der Ecke Herdweg / Nieder -Ramstädter Straße
(nach Prüfung und Eignung Erhalt, Teilerhalt oder Neubau) und Erhalt der bestehenden
Trauerhalle, Neubau der Fahrzeughalle als Erweiterung u nd Neubau der Verwaltungsfläche
als Pavillon
Bei gleichbleibenden Nutzungsanforderungen wurden folgende Themen im Rahmen der
Volumenstudie betrachtet und in der Bewertung der Szenarien berücksichtigt:
• Nutzung von grauer Energie (Bestand)
• Optimierung der Energieeffizienz
• Kompaktheit der Bebauung und Versiegelungsgrad
• Restrukturierung historischer Bezüge
• Bestehender Denkmalschutz
• Anpassung an Friedhofsentwicklungen
• Synergien von Flächen und Funktionen
• Erhalt von Grünflächen und Gehölzen
• Einbindung in die bestehende Friedhofsfläche
• Optimierter und effizienter Bauablauf
• Adressbildung des Alten Friedhofs im Stadtraum
• Adressbildung der Dienste der Friedhofsverwaltung
Konzept
Neben den bereits genannten, verpflichtenden Gründen für die Maßnahme, ist ein weiteres
Ziel der Neustrukturierung, die Bedeutung des historischen Eingangs, der Friedhofsallee und
des Portals, als Eintrittstor auf den Friedhof zu stärken. Die zentral begleitend zur
Trauerhalle angeordnete Verwaltung kann als Ans prechpartner vor Ort besser
wahrgenommen werden, und fungiert damit als sichtbarer und direkt kontaktierbarer
Ansprechpartner für die sonst eher im Hintergrund stattfindenden Unterhaltungstätigkeiten,
die mit den Friedhofsgebühren finanziert werden.
Durch die geplanten Änderungen wird zukünftig eine klare bauliche Unterscheidung der
denkmalgeschützten Räume der Trauerhalle und den zum Betrieb des Friedhofs notwendigen
Funktions- und Personalräumen geschaffen. Öffentliche und interne Vorgänge werden
voneinander getrennt. Dies ermöglicht eine wirtschaftlich effizientere Strategie für die
Errichtung, Bestandserhaltung, energetische Versorgung und Entwicklungspotential für die
einzelnen Gebäudeschwerpunkte.
Berücksichtigung des Klimavorbehalts im Bereich Hochba u (Magistratsvorlage 2023/0097)
Das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung wurde bei der Erstellung der
Machbarkeitsstudie von Beginn an einbezogen und entsprechende Kriterien wurden bei der
Variantenauswahl berücksichtigt (s. Stellungnahme Klimavorbehalt) . Die Erreichung der
- 5 -
städtischen Ziele ist durch Anwendung der Leitlinien für den nachhaltigen Hochbau der
Wissenschaftsstadt Darmstadt in der weiteren Planung zu erwarten.
Interimslösung
Für die Bauzeit ist die Nutzung der Fläche des angrenzenden Parkplatzes als
Baustelleneinrichtung nötig . Hierbei entfallen ca. 10 -15 Parkplätze über die gesamte
Bauzeit.
Die zum Beschluss vorgeschlagene Variante C gibt die Möglichkeit, durch einen
vorgezogenen Teilabriss der Wartehalle und der Toilett en für Besucherinnen und Besucher
die Errichtung der Interimscontainer, als Ersatz für die Bauzeit, auf dem Friedhofsgelände
selbst zu ermöglichen. Nach Rückbau der Container können Anbindung und
Fundamentierung für den Neubau des Verwaltungspavillons weit ergenutzt werden.
Freifläche
Entstehende Außenanlagen sollen an die historischen Vorbilder angelehnt werden und sich in
die vorhandene Grünanlage einfügen. Der Alte Friedhof ist die größte Grünfläche im Zentrum
von Darmstadt und hat neben ihrer klimatisch en Funktion eine wichtige Rolle als
Rückzugsraum und Teil der Ruhefindung und Trauerarbeit.
Der historische Baumbestand wird erhalten und wo möglich weiter ergänzt.
Finanzierung
Die Absicht für einen Umbau des Sozialgebäudes besteht bereits seit einigen Jahren, 2016
wurden hier Mittel für Vorstudien zur Verfügung gestellt. Die Finanzierung der weiteren
Planung ist im Entwurf des Haushaltsplans 2025/2026 vorgesehen. Aufgrund der
Dringlichkeit der Maßnahme soll unmittelbar nach Beschlussfassung die Planung fortgeführt
werden. Verzögerungen der Planung verursachen eine Verzögerung der Gesamtmaßnahme
und erhöhen die Wahrscheinlichkeit , dass kurzfristig Ersatzgebäude notwendig werden.
Ausblick weiterer Prozess
Aus den vorgenannten Gründen soll nach der Beschlussfassung der Planungsprozess weiter
vorangetrieben werden. Die Planung der Leistungsphasen 1 -3 werden ausgeschrieben und
vergeben. Gegebenenfalls werden hierfür weitere notwendig e Gutachten in Auftrag gegeben.
Bauherr ist das Grünflächenamt, es ist budgetführend und unterschriftsberechtigt.
Das Immobilienmanagement Darmstadt (IDA) übernimmt die Bauherrnvertretung in Form
des Projektmanagements (Projektsteuerung und Projektleitung ).
Für den weiteren Prozess werden relevante Fachämter (insbesondere die Untere
Denkmalschutzbehörde und das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung) in die
Abstimmungen eingebunden.
Nach Fertigstellung der Vorplanung und der dazugehörigen K ostenberechnung wird der
Entwurf dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung erneut zum Beschluss
vorgelegt.
Dezernat III Dezernat IV
Michael Kolmer André Schellenberg
Stadtrat Stadtkämmerer
anlage 1
8104 Zeichen
Aufgabenstellung Seite 1 von 4 Umbau / Neubau Betriebshof Alter Friedhof Aufgabenstellung Machbarkeitsstudie Sanierungsgründe Die bestehenden Betriebsgebäude des Alten Friedhof erfüllen die rechtlichen Verpflichtungen des Arbeitsschutzes und der sicherheitstechnischen Vors chriften nicht mehr. Um hier den gesetzlichen Zustand wieder herzustellen ist ein massiver Eingriff in die 45 Jahre alte gekommene Bausubstanz nötig. Da auch die Gebäudesubstanz bautechnisch, haustechnisch und energetisch sanierungsbedürftig ist und hohe Kosten im Gebäudebetrieb aufweist, soll geprüft werden, ob eine Erneuerung der Gebäude wirtschaftlich sinnvoller wäre als eine Sanierung. Auch eine veränderte funktionale Beziehung der Nutzungsbereiche Andienung Aussegnungshalle, Verwaltung mit Kundenkontakt, Betriebshof und Personal soll untersucht werden um die erforderlichen Nutzungen und Flächen möglichst effizient und funktional bereitstellen zu können. Der Alte Friedhof ist denkmalgeschützt. Einzeldenkmal ist im fraglichen Baufeld ist die Kapelle selbst, sowie die den ganzen Friedhof umgebende Mauer. Alle Planungen werden mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Nutzungseinheiten Auf dem Gelände des Alten Friedhofs müssen unterschiedliche Nutzungseinheiten auf geringer Fläche unterkommen (Siehe auch Raumprogramm) Aussegnungshalle Betriebshof Personalbereiche Verwaltung Dauerhaft sind dort zwischen 15 und 20 Mitarbeitern vor Ort. Zuzüglich der externen Bestatter, Steinmetze und Gärtner. Diese Mitarbeiterzahl kann sich verändern, sowohl was die Anzahl betrifft, als auch die Zusammensetzung. Die erforderlichen baulichen Rahmenbedingungen für diese Nutzungseinheiten sind sehr unterschiedlich. Gleichzeitig ist aufgrund der begrenzten Fläche eine größtmögliche Flächeneffizienz anzustreben, Aufgabenstellung Seite 2 von 4 d.h. zu prüfen ob bestimmte Bereiche mehreren Nutzungen zur Verfügung gestellt werden können (Synergien). Insbesondere ist abzuwägen, ob die bestehenden Gebäude an Ort und Stelle erhalten werden sollten oder ob eine Neuanordnung entscheidende Vorteile bringen würde. Die Aussegnungshalle ist denkmalgeschützt und darf nicht verändert werden. Das Personalgebäude am Eck soll ebenfalls in seiner Kubatur erhalten werden. Möglicherweise kann hier auch in Anlehnung an die historischen Fotoaufnahmen ein zweites Geschoß angedacht werden. Das Tor (Einfahrt Herdweg) zwischen Verwaltung und Betriebshof ist die Hauptdurchfahrt für sämtliche Nutzfahrzeuge und muss als Durchfahrt funktional erhalten bleiben. Die Zugänglichkeit der einzelnen Bereiche ist mit zu berücksichtigen. Auf dem Friedhofsgelände bewegen sich die Gärtnerkolonne, die Friedhofsangestellten, die Bestatter, Kunden und externe Firmen wie Gärtner, Steinmetz etc.. Die öffentlich zugänglichen Bereiche und die Verwaltung müssen barrierefrei gestalten werden (Höhenunterschied zwischen Straße und Verwaltungsgebäude FOK ca. 40cm. Im Bereich des Betriebshofes ist aufgrund der körperlichen Arbeit nicht mit Mitarbeitern im Rollstuhl zu rechnen. Energetische und klimatechnische Möglichkeiten sind bei der Betrachtung besonders zu berücksichtigen Zusammenstellung der funktionalen Abläufe in den jeweiligen Nutzungsbereichen (Flächen: siehe Raumprogramm) Aussegnungshalle/Trauergang/Kühlräume Die Aussegnungshalle selbst ist nicht Teil der Aufgabenstellung. Jedoch ist der Vorbereitungs- und Andienungstrakt der Halle formal bislang dem Betriebshof zugeordnet. Folgende Abläufe sind hier zu tätigen: Anlieferung und (Lagerung) von Särgen Vorbereitung für das Begräbnis Lagerung von Dekoration und Mobiliar der Trauerfeiern Eigentlich erfolgt die Aufbewahrung der Särge bis zur Bestattung beim Bestatter, demnach sind die Kühlräume eine ‚Notlösung‘, Kühlräume sind technisch zu optimieren, die exakte Anzahl der vorzuhaltenden Möglichkeiten ist im weiteren Prozess abzustimmen. Anlieferung und Lagerung von Urnen Lagerung der Urnen aus einer aufgelassenen Urnenwand bis zum erneuten Begräbnis Während der Trauerfeiern warten hier ggf. der Pfarrer, Redner und Bestatter (Steuerung von Musik, Licht etc.), um dann den Sarg zur Bestattung auf den Friedhof zu begleiten (Platz für Sargwägen). Nebenräume: Putzraum, je nach sonstiger Erreichbarkeit auch ein WC Aufgabenstellung Seite 3 von 4 Betriebshof 4-5 Stellplätze für PKW bzw. kleine Lastfahrzeuge und Grünpflegemaschinen erforderliche Stellfläche wie im Bestand. Die bestehende Raumhöhe von drei m ist ausreichend. Die Fahrzeuge benötigen eine Aufstellfläche, auf der sie im Freien gesäubert werden können. Lagerflächen für Ersatzteile, Maschinen und Werkzeug Lager für Bedarfsmaterial Kleingerätewerkstatt (Raum für die zugehörigen Batterien) Hier müssen auch diverse Betriebsstoffe gelagert werden (Benzin, Gasflaschen) Personalbereiche Grobschmutzentfernung im Außenbereich, Schmutzschleuse (Gitterrostboden) mit Schuhtrocknung (Schuhe und Mäntel) Umkleide, Dusche und WC In der Umkleide sind Trockenvorrichtungen für Uniformen/Kleidung wünschenswert. Im Sinne von Schwarz-Weiß Bereichen ist der Grad der Verschmutzung im Ablauf zu beachten. Aufgrund des veränderlichen Geschlechterverhälntnisses unter den Angestellten ist eine Duscheinheit mit kleiner Umkleide zu planen, die von Allen benutzt werden kann. Großer Personalraum mit Teeküche, der auch für Besprechungen verwendet werden kann benötigt. Der Personalraum soll als Pausen- bzw. Ruheraum genutzt werden und demnach nicht zu nah an den Betriebshofbereichen angesiedelt sein (insbesondere was externe Dienstleister angeht). Verwaltung Es sind drei Büros vorzusehen. 3 Bildschirmarbeitsplätze für die Aufseher, ein Büro für die stellvertretende Leitung und ein Büro für die leitende Friedhofsverwaltung. Kundenverkehr wird von dem 3er Büro ‚aufgefangen‘. Es soll aber keine Tresenfunktion entstehen. Die Kunden kommen auch unangemeldet, weshalb es einen Empfangs- und Wartebereich geben sollte. Den besonderen Umständen ist bei diesem Wartebereich Rechnung zu tragen. Um vertrauliche Kundengespräche durchführen zu können sind Besprechungsräume vorzusehen. Diese sind von Allen gemeinsam zu nutzen. Ein Besprechungsraum sollte etwas größer sein (ca. 10 Personen), einer etwas kleiner (ca. 5 Personen). Inkl. kleiner Teeküche. Ein Archiv, möglichst auch in Nähe der Büros, sollte auch etwas Regalfläche für das Aufbewahren von Urnen bis zur ‚Registrierung‘ vorsehen. Anschließend werden die Urnen bis zur Beerdigung im Urnenraum der Aussegnungshalle aufbewahrt. Ein Sanitätsraum ist notwendig, dieser ist als eigener Raum in der Nähe der Verwaltungsbüros einzurichten. Normalerweise ist hier eine Liegefläche ausreichend, da allerdings auf Friedhöfen mit einer höheren Frequentierung eines solchen Raumes gerechnet werden muss, wäre ein eigener Raum Aufgabenstellung Seite 4 von 4 wünschenswert. Möglicherweise lässt sich dieser auch mit einer kurzen Rückzugsmöglichkeit für die Bediensteten kombinieren. Die erforderlichen Toiletten sind für die Angestellten vorgesehen. Hier ist auf Barrierefreiheit Wert zu legen. Ziel Die Volumenstudie soll unter Berücksichtigung der funktionalen Zusammenhänge anhand der Kubatur prüfen, inwieweit die gewünschten Anforderungen auf der Fläche darstellbar sind. Eine Ausarbeitung in Varianten dient als Grundlage für weitere Gespräche. Die Beurteilung der Varianten erfolgt durch die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Ergebnisse im Gesamtkontext. Die Ergebnisse der Studie bilden die Grundlage für die weitere Planung und Entscheidungsvorlagen für das Projekt. Zusätzlich zur Volumenstudie ist eine Grobkostenschätzung der präferierten Variante zu erstellen.
anlage 8
10925 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
28.02.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Grünflächena mt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
III 67 69
IV 65
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0065
Magistratsbeschluss -Nr.
97
Internetfähig
Produkt-Nr.: 55310
Kostenstelle: 067-060-2000 Investitionsnummer: 16067-5103
Kostenträger: 5530-10 Sachkonto: 0953010
Betreff: Grundsatzbeschluss: Sozial - und Betriebsgebäude Alter Friedhof
Vorlage vom: 24.02.2025
Beschlussvorschlag :
1. Dem Planungsprozess für den Umbau des Sozial - und Betriebsgebäudes Alter Friedhof,
gemäß der Variante C der Machbarkeitsstudie, auf den Grundstücken Herdweg 105 und
107, wird zugestimmt.
2. Die Vergabe der Planungsleistungen der LP 1 -3 wird beschlossen.
3. Die für die Planung nötigen Haushaltsmittel sind in den Haushaltsjahren 2025/2026
vorgesehen.
- 3 -
Anlagen: Anlage 1 Aufgabenstellung_MS
Anlage 2 Machbarkeitsstudie
Anlage 3 Stellungnahme IDA
Anlage 4 Stellungnahme KVB
Anlage 5 Stellungnahme DMA
Anlage 6 Historische Entwicklung
Anlage 7 Grobe Kostenschätzung datenschutzrelevant
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 12.03.2025
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 24.02.2025
Hintergrund
Die bestehenden Betriebsgebäude des Alten Friedhof s erfüllen die rechtlichen
Verpflichtungen des Arbeitsschutzes und der sicherheitstechnischen Vorschriften nicht mehr.
Die gesamte Gebäudesubstanz ist bautechnisch, haustechnisch und energetisch
sanierungsbedürftig und verursacht dadurch hohe Kosten im Gebä udebetrieb.
Eine Vergrößerung der Flächen, insbesondere im Bereich der Verwaltung, die in den 80er
Jahren nicht vorgesehen war und veränderte Nutzungszusammenhänge verstärken die
Dringlichkeit der Maßnahme.
Da die Umsetzung der rechtlich und bautechnisc h verbindlichen Maßnahmen bereits zu
großen Eingriffen führt, ist es effizient und wirtschaftlich für die Planung den gesamten
Gebäudebestand mit einzubeziehen, um mögliche Synergieeffekte zu erarbeiten.
Die Kapelle des Alten Friedhof ist als Einzeldenkmal und aufgrund der eigenständigen und
unveränderten Nutzung von der Maßnahme ausgenommen.
Ziel
Übergeordnetes Ziel der Planung ist die Schaffung eines optimierten und effizient
funktionierenden Betriebsgebäudes auf den begrenzten und unter Denkmalschutz st ehenden
Flächen des stadthistorisch bedeutenden Alten Friedhofs.
Ziel ist die Ertüchtigung/Erneuerung der Haustechnik. Dabei gilt es den ermittelten
geänderten Flächenbedarf zu ermöglichen und auch die bauliche Situation an neue
Entwicklungen der Bestattu ngskultur anzupassen.
Grundstücke und Gebäude
Der Alte Friedhof ist der historisch bedeutendste Friedhof Darmstadts. Seit 1828 besteht der
Alte Friedhof auf den heutigen Flächen und wurde bis 1894 mehrmals erweitert. Im Jahr
2028 findet das 200-jährige Jubiläum des Friedhofs statt.
Die gesamte Liegenschaft des Alten Friedhofs umfasst 13,5 ha und befindet sich im Besitz
der Stadt Darmstadt. Zahlreiche Ehrengräber und Denkmäler befinden sich hier.
Die bebaute Fläche auf den Eckgrundstücken Herd weg 105 und 107 beträgt, ohne die
Aussegnungshalle, rund 650 qm.
Zustand der Gebäude
Die Gebäudeteile auf den Grundstücken sind in einem schlechten baulichen Zustand. Ein
Umstand, der sich aus der Errichtung ‚mit einfachen Baustoffen‘ vor 45 Jahren und de n
geringen Sanierungsmaßnahmen ergibt.
Mit Beteiligung der Ämter Grünflächenamt, Amt für Klimaschutz und Klimaschutzanpassung,
Untere Denkmalschutzbehörde und Eigenbetrieb für Immobilienmanagement Darmstadt
wurden die Gebäude untersucht, die funktionalen A bläufe besprochen und als
Projektvorbereitung aufgearbeitet.
Gemeinsam wurde die Aufgabenstellung für die Machbarkeitsstudie erarbeitet und hier alle
Anforderungen und Ideen zusammengefasst (Anlage 01: Aufgabenstellung zur Erstellung
einer Machbarkeitsstu die)
Machbarkeitsstudie
Durch IDA/Grünflächenamt wurde im Rahmen einer Volumenstudie, erstellt durch Bialucha
Architekten, geprüft, inwieweit eine Änderung der Gebäudesubstanz funktionelle und
bautechnische Probleme effizienter lösen würde. Diese Neuordnu ng der Nutzungsbereiche
wurde in einem gemeinsamen Termin mit der Unteren Denkmalschutzbehörde erarbeitet.
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Eine detaillierte Betrachtung im Umgang mit dem Gebäudebestand erfolgt im Rahmen der
weiteren Planung.
Es wurden verschiedene Varianten zur Nutzung der vorhandenen Flächen auf dem Alten
Friedhof entwickelt. Vertieft bearbeitet wurden drei Varianten, zur Abstimmung
vorgeschlagen wird die Variante C. (Anlage 02- Machbarkeitsstudie )
Variante A – Aufstockung des Eckgebäude s und Errichtung eines zwei geschossigen Neuba us
Variante B- Eingeschossiger Neubau an der Ecke Herdweg / Nieder -Ramstädter Straße und
zusätzlicher zwei geschossiger Neubau
Variante C – Zweigeschossiges Gebäude an der Ecke Herdweg / Nieder -Ramstädter Straße
(nach Prüfung und Eignung Erhalt, Teilerhalt oder Neubau) und Erhalt der bestehenden
Trauerhalle, Neubau der Fahrzeughalle als Erweiterung und Neubau der Verwaltungsfläche
als Pavillon
Bei gleichbleibenden Nutzungsanforderungen wurden folgende Themen im Rahmen der
Volumenstudie b etrachtet und in der Bewertung der Szenarien berücksichtigt:
• Nutzung von grauer Energie (Bestand)
• Optimierung der Energieeffizienz
• Kompaktheit der Bebauung und Versiegelungsgrad
• Restrukturierung historischer Bezüge
• Bestehender Denkmalschutz
• Anpassung an Friedhofsentwicklungen
• Synergien von Flächen und Funktionen
• Erhalt von Grünflächen und Gehölzen
• Einbindung in die bestehende Friedhofsfläche
• Optimierter und effizienter Bauablauf
• Adressbildung des Alten Friedhofs im Stadtraum
• Adressbildung der Dienste der Friedhofsverwaltung
Konzept
Neben den bereits genannten, verpflichtenden Gründen für die Maßnahme, ist ein weiteres
Ziel der Neustrukturierung, die Bedeutung des historischen Eingangs, der Friedhofsallee und
des Portals, als Eintrittstor auf den Friedhof zu stärken. Die zentral begleitend zur
Trauerhalle angeordnete Verwaltung kann als Ansprechpartner vor Ort besser
wahrgenommen werden, und fungiert damit als sichtbarer und direkt kontaktierbarer
Ansprechpartner für die sonst eher im Hintergrund stattfindenden Unterhaltungstätigkeiten,
die mit den Friedhofsgebühren finanziert werden.
Durch die geplanten Änderungen wird zukünftig eine klare bauliche Unterscheidung der
denkmalgeschützten Räume der Trauerhalle und den zum Betrieb des Friedhofs notwendigen
Funktions- und Personalräumen geschaffen. Öffentliche und interne Vorgänge werden
voneinander getrennt. Dies ermöglicht eine wirtschaftlich effizientere Strategie für die
Errichtung, Bestandserhaltung, energetische Versorgung und Entwicklungspotential für die
einzelnen Gebäudeschwerpunkte.
Berücksichtigung des Klimavorbehalts im Bereich Hochbau (Magistratsvorlage 2023/0097)
Das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung wurde bei der Erstellung der
Machbarkeitsstudie von Beginn an ei nbezogen und entsprechende Kriterien wurden bei der
- 6 -
Variantenauswahl berücksichtigt (s. Stellungnahme Klimavorbehalt). Die Erreichung der
städtischen Ziele ist durch Anwendung der Leitlinien für den nachhaltigen Hochbau der
Wissenschaftsstadt Darmstadt in der weiteren Planung zu erwarten.
Interimslösung
Für die Bauzeit ist die Nutzung der Fläche des angrenzenden Parkplatzes als
Baustelleneinrichtung nötig . Hierbei entfallen ca. 10 -15 Parkplätze über die gesamte
Bauzeit.
Die zum Beschluss vorgeschlagene Variante C gibt die Möglichkeit, durch einen
vorgezogenen Teilabriss der Wartehalle und der Toiletten für Besucherinnen und Besucher
die Errichtung der Interimscontainer, als Ersatz für die Bauzeit, auf dem Friedhofsgelände
selbst zu ermögli chen. Nach Rückbau der Container können Anbindung und
Fundamentierung für den Neubau des Verwaltungspavillons weitergenutzt werden.
Freifläche
Entstehende Außenanlagen sollen an die historischen Vorbilder angelehnt werden und sich in
die vorhandene Grünan lage einfügen. Der Alte Friedhof ist die größte Grünfläche im Zentrum
von Darmstadt und hat neben ihrer klimatischen Funktion eine wichtige Rolle als
Rückzugsraum und Teil der Ruhefindung und Trauerarbeit.
Der historische Baumbestand wird erhalten und wo m öglich weiter ergänzt.
Finanzierung
Die Absicht für einen Umbau des Sozialgebäudes besteht bereits seit einigen Jahren, 2016
wurden hier Mittel für Vorstudien zur Verfügung gestellt. Die Finanzierung der weiteren
Planung ist im Entwurf des Haushaltsplans 2025/2026 vorgesehen. Aufgrund der
Dringlichkeit der Maßnahme soll unmittelbar nach Beschlussfassung die Planung fortgeführt
werden. Verzögerungen der Planung verursachen eine Verzögerung der Gesamtmaßnahme
und erhöhen die Wahrscheinlichkeit , dass kurzfristig Ersatzgebäude notwendig werden.
Ausblick weiterer Prozess
Aus den vorgenannten Gründen soll nach der Beschlussfassung der Planungsprozess weiter
vorangetrieben werden. Die Planung der Leistungsphasen 1 -3 werden ausgeschrieben und
vergeben. Gegebenenfalls werden hierfür weitere notwendig e Gutachten in Auftrag gegeben.
Bauherr ist das Grünflächenamt, es ist budgetführend und unterschriftsberechtigt.
Das Immobilienmanagement Darmstadt (IDA) übernimmt die Bauherrnvertretung in Form
des Projektmanagements (Projektsteuerung und Projektleitung ).
Für den weiteren Prozess werden relevante Fachämter (insbesondere die Untere
Denkmalschutzbehörde und das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung) in die
Abstimmungen eingebunden.
Nach Fertigstellung der Vorplanung und der dazugehörigen K ostenberechnung wird der
Entwurf dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung erneut zum Beschluss
vorgelegt.
Dezernat III Dezernat IV
Michael Kolmer André Schellenberg
Stadtrat Stadtkämmerer
anlage 3
3061 Zeichen
00007-00 Alter Friedhof – Neubau/Sanierung Verwaltungs- und Betriebsgebäude ha Architektur vom 28.01.2025 Stellungnahme zur Volumenstudie von BialuchaArchitektur vom 28.01.2025 2016 wurde von der damaligen Leitung des Grünflächenamts bei dem Architekturbüro Hinkel eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Es wurde geprüft, ob die Sanierung und Aufstockung des Verwaltungsgebäudes auf der Ecke Nieder Ramstädter Str. und Herdweg für die gewachsenen Anforderungen des Nutzers an die Räumlichkeiten ausreichen könnte. Die Flächen waren nicht ausreichend. 2024 wurde eine weitere Machbarkeitsstudie beauftragt (Bialucha Architekten-Darmstadt), welche die gesamten Betriebsflächen und Bestandsgebäude zur Planung betrachtet. Es wurden verschiedene Versionen zur Umsetzung der baulichen Anforderungen der Nutzer untersucht, welche die 4 Funktionen (Verwaltung / Personal / Betriebshof / Trauerhalle) optimal verknüpfen und die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme in Bau und Unterhaltung berücksichtigen. Diese umfassten: - den Teilerhalt bestehender Gebäudestrukturen (Eckgebäude mit und ohne Keller, Fahrzeughalle) - Zuwegung der Fläche von der westlichen Nieder Ramstädter Straße - Zwei-Geschossigkeit im Bezug zur denkmalgeschützten Kapelle - Sichtachsen / Eingriff in die Friedhofsfläche Erkenntnisse - Das erforderliche Raumprogramm ist auf der zu Verfügung stehenden Fläche als eingeschossige Anlage nicht umsetzbar. - Eine Aufstockung des Eckgebäudes gewährleistet nicht die nötige Praktikabilität (Behindertengerechtigkeit, Raumgrößen, …) - Die Zuwegung für interne Prozesse und die Schnittstelle zur Öffentlichkeit müssen entflochten werden um das Tagesgeschäft zu erleichtern. - besonders die von der Verwaltung benötigte Fläche hat sich stark vergrößert Im Sinne der Energieeinsparung und Senkung der Betriebskosten sind optimal getrennte beheizte/unbeheizte Bereiche (nutzeroptimierte Architektur) und optimal gedämmte Gebäudeteile maximal kostensparend. 00007-00 Alter Friedhof – Neubau/Sanierung Verwaltungs- und Betriebsgebäude ha Architektur vom 28.01.2025 Fazit Die in der Volumenstudie entstandene Version C ist die zu präferierende Richtung, welche in einem konkreten Entwurf umgesetzt werden sollte. Sie sieht den Neubau eines Pavillions als langen Riegel in Ost-West Ausrichtung vor (Funktion: Schnittstelle Öffentlichkeit - Verwaltung & öffentliche WCs), somit ist die Fläche innerhalb der alten Spange ausschließlich für interne Abläufe vorbehalten. Der Verwaltungsbereich hat den Anspruch alle Vorgaben zur Barrierefreiheit zu erfüllen, dies ist durch die Eingeschossigkeit des neuen Riegels gewährleistet. Für die Bestandsgebäude bzw. deren Flächen ergeben sich maximale planerische Flexibilität, und der laufende Betrieb kann während der Bauphase auf dem Gelände weiter gewährleistet werden. Darmstadt, 13.02.2025 i. A.Britta Pfeifhofer Dipl.- Ing. Innenarchitektur Dipl.- Ing. Bauingenieurwesen Stadthaus West Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt Mina-Rees-Straße 12 | 64295 Darmstadt
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Wissenschaftsstadt Denkmalschutzbehörde Mina-Rees-Straße 12 64295 Darmstadt Darmstadt Der Magistrat Wissenschaftsstadt Darmstadt DenkmEIscHmtzHeNönde Dezernat Ill Stadthaus West z.Hd. Frau Tanja Wiebel Mina-Rees-Straße 12 64295 Darmstadt Diensträume 2. 0G Ansprechpartner*in: Frau Geske Telefon: 06151-13-21 44 E-mail: svenja.geske@darmstadt.de Internet: www.darmstadt.de Ihr Zeichen Unser Zeichen Datum 61.3-Ge 14.02.2025 Objekt: Adresse: Alter Friedhof, Herdweg 105-107, 64285 Darmstadt Maßnahme: Erweiterung / Neubau Sozial- und Betriebsgebäude ‚Alter Friedhof‘ Denkmalstatus: Kulturdenkmal nach 8 2 Abs. 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz Denkmalschutzrechtliche Stellungnahme Sehr geehrte Damen und Herren, der Alte Friedhof in Darmstadt ist als Sachgesamtheit aus künstlerischen, städtebaulichen und geschichtlichen Gründen als Kulturdenkmal nach 82 Abs. 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen. Zum Denkmal gehören neben den geschichtlich und teils baukünstlerisch wertvollen Gräbern auch die Bruchsteinmauer mit Sandsteinabdeckung und die 1860 errichtete Friedhofskapelle, sowie u.a. das Mausoleum von Herff. Geschichte: Der Alte Friedhof wurde 1828 vom Kapellplatz auf die „Bessunger Kaut“ verlegt, eine Art Sandwüste am südlichen Stadtrand, entlang der Verbindungsstraße nach Nieder-Ramstadt (heute: Nieder-Ramstädter-Straße). Insgesamt wurde der Friedhof drei Mal erweitert - zuletzt 1894. Seitdem prägt diese Form unverändert den Friedhof. Die Namensgebung ‚Alter Friedhof‘ erfolgte 1914 zur Einweihung des Waldfriedhofes. Die Gebäudestruktur entwickelte sich im Laufe der Zeit von einem freistehenden Leichenhaus (heute: Kapelle/Trauerhalle; noch zu großen Teilen erhalten) über eine nahezu vollständige Bebauung zur Nieder-Ramstädter-Straße zur heutigen Bebauung aus verschiedenen Zeitschichten zwischen 1860 und 1980. Aufgrund der betrieblichen Bedarfe der Friedhofsverwaltung ist eine Neuordung und Erweiterung der Betriebs- und Verwaltungsflächen notwendig. Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie sollten Möglichkeiten einer denkmalgerechten Neuordnung untersucht werden. Gebäudebestand historisch (von Ost nach West): 1 Portal 2 Trauerhalle 3.1 Durchfahrt 3.2 Leichenhaus 3.3 Sezier- und Arzträume 4 Hof (Wohnhaus) 5 Wohnhaus Friedhofsverwalter Gebäudebestand 2025 (von Ost nach West): 1. Portal: Haupteingang seit Eröffnung des Friedhofes (Auftakt der zentralen Friedhofsallee) 2. Trauerhalle: ursprünglich als Leichenhalle 1860/1861 errichtet und 1883 umgebaut zur Friedhofskapelle. Erweiterung 1898. Ursprünglich mit Sichtmauerwerk errichtet, Putzfassade nicht bauzeitlich.. Im Krieg beschädigt, Wiederaufbau und spätere Überformung durch Anbau einer Apsis 1978.Noch heute in Nutzung. 3. Funktions-/Wirtschaftsgebäude: wurde 1978 errichtet und beinhaltet neben Leichenhalle etc. Funktions-/Betriebsräume inkl. Fahrzeughalle etc.. Das Gebäude weist typische Merkmale der Postmoderne auf, ein (teilweiser) Erhalt und Integration in eine Gesamtplanung des weiteren Planungsprozesses ist zu prüfen. 4. Betriebshof: Ursprünglich vermutlich als Hof/Garten des Friedhofswärterhauses angelegt. Anfahrt für Bestatter, Anlieferung etc.. Aktuell aber auch inoffizieller Zugang für Trauergäste und weitere Besucher. Durch die teils ungünstige Überschneidung von öffentlichen und nicht-öffentlichen Funktionen besteht hier Handlungsbedarf. 5. Verwalterhaus: Ehemals als Wohnhaus des Friedhofswärters errichtet, im Krieg erheblich beschädigt und zwischenzeitlich als Personalunterkunft genutzt, wurde das Gebäude im Rahmen der Umbaumaßnahmen 1978 um einen Flachbau erweitert, in dem sich Umkleiden und Sanitärräume für das Personal befinden. Durch die teils ungünstige Überschneidung von öffentlichen und nicht-öffentlichen Funktionen besteht hier Handlungsbedarf. Die erhaltene historische und somit denkmalrelevante Substanz ist im Rahmen von weitergehenden Untersuchungen noch zu überprüfen. Stellungnahme Denkmalschutz zum Ergebnis der Machbarkeitsstudie: Variante A Eine Aufstockung des Verwaltungsgebäudes ist unter Erhalt des bauzeitlichen Sockels denkbar. Die Herstellung einer Zufahrt über die Nieder-Ramstädter-Straße ist aus Sicht des Denkmalschutzes kritisch zu sehen. Neben großen Eingriffen in die Substanz der Einfriedungsmauer sind hierdurch ebenfalls die Anlagen der ersten (und ältesten) Grabstätten entlang der Mauer von diesem Eingriff betroffen. Dies ist als erhebliche Störung des bestehenden Gefüges zu werten. Variante B Die zweigeschossige Bebauung des ehemaligen Betriebshofes wirkt sich störend auf die nahestehende Trauerhalle wie auch die Blickbeziehungen der bestehenden Wegebeziehung aus. Darüber hinaus wird auch durch diese Variante keine Trennung von betrieblichen Abläufen und Publikumsverkehr erreicht. Auch wird der naturnahe Charakter des Friedhofs durch das zweigeschossige Bauvolumen erheblich beeinträchtigt. Variante C Die Neugliederung der aktuell erforderlichen Funktionen des Friedhofes entlang der ursprünglichen historischen Spange erzeugt eine logische Betriebsabfolge und sortiert die notwendigen Funktionen im Sinne der bauzeitlichen Anordnung neu. Die sich hieraus ergebende Wiederherstellung der historischen Blickachse zwischen Mausoleum von Herff und den ältesten (Ehren-)Gräbern erscheint aus Sicht des Denkmalschutzes sinnvoll und wünschenswert. Der südlich der Wegachse neu errichtete Verwaltungs-Pavillon ermöglicht eine saubere Trennung von betrieblichen Abläufen und Publikumsverkehr. Hierdurch wird auch das historische Portal in seiner Funktion als historischer Haupteingang gestärkt. Aus Sicht des Denkmalschutzes ist Variante C aufgrund der klaren Strukturen und Anordnungen im Sinne der historischen Anlage die klar zu bevorzugende Variante für die weitere Planung. Mit freundlichen Grüßen " syenjäeske, Architektin AKH n. Ängestellte
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Punkt 19: Grundsatzbeschluss: Sozial- und Betriebsgebäude Alter Friedhof (V-Nr. 2025/0065) Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung einstimmig, der Vorlage zuzustimmen.
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Alter Friedhof Historie Ausweisung der Fläche und Erweiterung in den Folgejahren • Historisch bedeutendster Friedhof Darmstadts. • 1928 wurde der Darmstädter Friedhof vom Kapellplatz auf die ‚Bessunger Kaut‘ verlegt, eine Sandwüste am südlichen Stadtrand. • Der Alte Friedhof steht als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz • Zum Ensemble gehören neben den geschichtlich und baukünstlerisch wertvollen Gräbern auch die Bruchsteinmauer und Friedhofskapelle sowie zahlreiche Grabsteine, Grabstätten und Mausoleen. • Als Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstelerischen und städtebaulichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen Ausschnitt 1835 Planausschnitt 1835, Stadtarchiv Ausschnitt 1866 Gebäude und Haupteingang • Mit der Planung des Friedhofs wurde der Eingang des Friedhofs durch die Friedhofsallee besonders betont.Sie diente früher als Zufahrt des Friedhofs, heute ist die Straße eine Sackgasse. • Durch diese Wegeführung entstand zwischen Nieder-Ramstädter-Straße und Friedhofsallee eine kleine Grünanlage, die bis heute erhalten ist. • Direkt rechts neben dem Haupteingang befand sich ab 1860/61 das Leichenhaus, das 1883 zur Friedhofskapelle umgebaut und 1898 erweitert wurde, und auch heute noch steht Parkanlage und Friedhofsallee Grünfläche heute Tierbrunnen und Friedhofsallee An der Kreuzung der Heinrichstraße mit der Nieder-Ramstädter-Straße steht seit 1907 der von dem Frankfurter Bildhauer Anton Lussmann errichtete Tierbrunnen. Der Brunnen bildet den Eingang des kurzen Alleestückes zum Alten Friedhof. Tierbrunnen und Friedhofsallee Heute ist die Straße überwiegend als Anwohnerstraße der Zulieferer des Friedhofs genutzt, sowie zum Parken. Haupteingangstor Alter Friedhof 1906 Stadtplan mit erstmaliger, durchgängiger Bebauung auf den Grundstücken Herdweg 105 und 107. Gebäude Errichtung 1866 1866 wurde der Ausbau der Friedhofsgebäude nötig. Das vorhandene Leichenhaus wurde in eine Kapelle umgebaut und angrenzend weitere Gebäude hinzugefügt. Das historische Baufeld ordnet sich der geometrischen Aufteilung des Friedhofs unter. Die jetzige Kapelle besteht aus dieser Zeit. Foto Jahrbuch Stadtarchiv 1892/93 Die erste Verwalter- familie vor der Kapelle Stadtversammlung Jahrbuch 1892/93 Grundriss Jahrbuch Stadtarchiv 1892/93 Trauerhalle Durchfahrt Leichenhaus Sezier- und Arzträume Wohnhaus Verwalter mit kleinem Hof Auszug aus dem Jahrbuch der Stadtversammlung anlässlich der Errichtung der Gebäude auf dem Alten Friedhof Die nächste Veranlassung zu der Errichtung dieser Baracke gab der Ausbruch der Cholera in Hamburg. Die Baracke ist aus Holz mit Bretterverschalung und Dachpappedeckung hergestellt und besteht aus einem Raum zur Unterbringung von 23 Leichen, einem Sezierraum, einem Raum für Ärzte, einem Raum für Verunglückte, sowie einem Wärterraum. Die 3 letzteren Räume sind außer der Bretterverschalung noch mit einer Verkleidung aus Gipsdielen versehen. Sämtliche Räume außer dem Sezierraumhaben einen Backsteinbelag als Fußboden, während der Sezierraum einen Asphaltfußboden hat. Der Leichenraum erhält seine Beleuchtung durch einen, faßt auf die Länge des Raums durchgeführten Dachreiter, dessen verglaste Fenster behufs Ventilirung des Raumes zum Drehen und Reguliren von Innen aus eingerichtet sind. • Der Bereich von der Kapelle bis zur Nieder-Ramstädter Straße wurde nahezu vollständig für Kapelle, Durchfahrt, Leichenhaus mit Nebenräumen und Verwalterhaus mit eigenem Hof verbaut. • Die Kapelle hatte damals keine Apsis. Gegenüberliegend des Eingangs befand sich eine Durchfahrt für Kutschen. Vermutlich für Anlieferung der Leichen. Die Orientierung der Trauerhalle war demnach vermutlich eher zur Mittelachse gerichtet. • Das Leichenhaus überragt die Kapelle auf mehreren Bildern. Oben war ein Lichtband eingefügt. • Angrenzend an das Leichenhaus befanden sich Sezier-, Ärzteraum, ein Wärterraum, ein Raum für Verunglückte und etc. Außerdem gab es ein Verbrennungsofen für den Torfmull. • Im Anschluss ist ein kleiner Hofgarten und das Wohnhaus der Friedhofswärterfamilie. • Im Bereich der Mauer gab es historisch eine Tür von der Nieder-Ramstädter Straße auf den Friedhof 1944 – Zerstörung Dies ist das einzige zeitgenössische Bild, dass die Gebäude des Alten Friedhofs zeigt. Im Hintergrund Richtung Herdweg ist das Kreuz des Eingangsportals der Kapelle zu erkennen. Das macht deutlich, dass die gesamte Zwischenbebauung und das Dach der Aussegnungshalle mit dem Turm in sich zusammengefallen ist. Das Wohnhaus im Vordergrund ist bis auf den ausgebrannten Dachstuhl auf dem Foto fast zur Gänze erhalten. Wiederaufbau verm. 1952 Das Eckgebäude ist hier als Abbruch eingetragen. Die Wand der Kapelle war offenbar erhalten. Die Durchfahrt der Leichenwägen erfolgt hier bereits im Bereich der jetzt Betriebseinfahrt. Neubau 1978/ Hofsituation an der Personalunterkunft Entwurfsrahmen 1978 Es ist zu diesem Zeitpunkt keine Verwaltung vorgesehen. Das Eckgebäude wird als Personalunterkunft verwendet Der Hof des Verwalterhauses wurde zur Wirtschaftseinfahrt Bestandgrundriss BESTAND BESTAND Schwerpunkte Planung Haupteingang stärken Alle externen Fußgänger gehen zum Haupteingang hinein. Jetzige Zufahrt z.B. Transponder gesichert Die Achse der Fahrzeuge möglichst vom Besuchern und Trauernden trennen Stärkung der historischen Achsen durch Öffnung der ersten Achse vom Mausoleum auf das Ehrengrab von Johann Friedrich Kaupp. Verdichten der Flächen zwischen Trauerhalle und Nieder-Ramstädter Straße, damit der Eingriff in die Park/Friedhofssituation möglichst klein bleibt. Gemäß historischem Vorbild. Anordnung Nutzungseinheiten Freilegung der historischen Sichtachse Beispiele Fahrzeughalle Beispiele Modulbau Beispiele Modulbau
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Einschätzung im Rahmen des Klimavorbehalts zur Machbarkeitsstudie Neubau Verwaltung und Betriebshof Alter Friedhof Darmstadt Grundlagen: Ortsbegehung am 11.7.2024, Kommunikation mit Fr. Wiebel, Dez. III, Vorstellung der Zwischenstands durch Bialucha-Architekten zusammen mit dem Denkmalschutz und Präsentations- & Planungsunterlagen. Allgemeine Situation Bei der Begehung wurden die unter Denkmalschutz stehende Kapelle mit Anbau, die in den 80er Jahren ergänzten Räumlichkeiten für Trauerhalle, Werkstätten und Fahrzeughalle sowie die Verwaltungs- und Sanitärbereiche, welche sich im Eckgebäude (Herdweg/Niederramstädter Straße) und in einem daran anschließenden Anbau befinden, begangen (s. Fotos unten). In den Büros waren zum Zeitpunkt der Begehung die sommerlichen Temperaturen sehr hoch und die Belüftbarkeit auf Grund des Straßenlärms stark eingeschränkt, was schlechte Arbeitsbedingungen zur Folge hat. In den Duschen wurden gemäß der letzten Trinkwasserbeprobung auffällige Legionellenkonzentrationen nachgewiesen. Deshalb sind Teile außer Betrieb genommen worden und aktuell beenden Frauen und Männer versetzt ihren Dienst, da die gleichen Duschen genutzt werden. Hier erscheint dringendster Handlungsbedarf zu bestehen. Der Keller des Eckgebäudes hat an zahlreichen Stellen starke Salzausblühungen und war zum Zeitpunkt der Begehung sehr warm, was zu großen Teilen auf die Abwärme des Wärmeerzeugers zurückzuführen ist. Dies zeigte sich auch in der Thermographieaufnahme von Anfang Januar 2025 (s.u.). Die anstehende Erneuerung des Wärmeerzeugers und Verbesserung der Leitungsdämmungen (Legionellenproblematik) würde sicher zu einem Absinken der Temperaturen in dem als Abstellbereich fungierenden Keller führen und tendenziell eine Verstärkung der Feuchteproblematik zur Folge haben – insbesondere, wenn eine Dämmung der Kellerdecke zur Verbesserung des Wärmeschutzes erfolgt. Die Kapelle ist nicht Teil der Untersuchungen und kann losgelöst von den übrigen Gebäuden betrachtet werden. Die Nutzung der Trauerhalle hat sich wegen zunehmender Urnenbestattungen geändert und die vorhandenen Kapazitäten zum Kühlen und Aufstellen von Särgen werden nicht mehr im aktuellen Umfang benötigt. Die stromintensive Kühltechnik ist eine Spezialanfertigung aus der Bauzeit, so dass von einem relevanten Einsparpotential ausgegangen werden kann. Werkstätten und Fahrzeughalle sind energetisch in einem mäßigen Zustand. Die Stahlkonstruktion der Fahrzeughalle stellt bei einer energetischen Ertüchtigung wegen verbleibender Wärmebrücken große Herausforderung für Dämmmaßnahmen dar. Daneben besteht die Frage, wie bzw. ob die aktuellen Brandschutzanforderungen durch die Stahlkonstruktion erfüllt werden können. Der Trauergang sowie Teile der Sanitärbereiche weisen 45°-Schrägverglasungen auf, welche eine diskrete Belichtung ermöglichen, wärmeschutztechnisch allerdings eine große Schwachstelle darstellen. Neben den aufgeführten, altersbedingten Schwächen des Bestands übersteigt der Raumbedarf von 620 m² deutlich die vorhandenen Flächen von ca. 450 m², so dass ein Zubau von fast 40 % der vorhandenen Fläche erforderlich ist. Wärmeversorgung Im Untergeschoss des Eckgebäudes ist ein Niedertemperaturgaskessel (Leistung: 125 kW) aus dem Jahr 2004 installiert. Dieser versorgt neben dem Eckgebäude die Aufenthalts- und Umkleidebereiche inkl. Duschen für die Mitarbeitenden sowie die Wirtschaftsgebäude und die Trauerhalle und die Kapelle auf der anderen Seite des Hofs. Die Wärmeübergabe erfolgt im Wesentlichen über statische Heizflächen, in der Kapelle und den Werkstätten zusätzlich über eine Luftheizung (BJ 1979, 17,8 kWh Heizleistung bei 3000 m³/h Luftvolumenstrom), welche im Keller des Kapellenanbaus untergebracht ist. Der Keller ist im Gegensatz zu dem des Eckgebäudes trocken und bietet Platzreserven, welche für die Unterbringung eines neuen Wärmerzeugers ausreichen könnten. Der Gasverbrauch für die Wärmeversorgung der Gebäude am alten Friedhof inkl. der teilbeheizten Kapelle und der Frostfreihaltung der Besuchersanitäranlage betrug in den letzten Jahren ca. 150.000 kWh/a. Eine Unterzählung für Gebäudeteile ist nicht vorhanden. Mit einer ergänzenden Flächenschätzung für die Kapelle (ca. 240 m²) und die Besuchersanitäranlage (ca. 40 m²) ergibt sich ein mittlerer spezifischer Energieverbrauch von ca. 200 kWh/(m²a), was dem über Fünffachen des Zielwertes für den Heizwärmebedarf städtischer Sanierungen entspricht. Einschätzung im Rahmen des Klimavorbehalts Die Heizungsanlage ist aufgrund des Alters und des Zustands (insbesondere bezogen auf die Duschen) mittelfristig erneuerungsbedürftig. Gemäß dem Gebäudeenergiegesetz und auch entsprechend des städtischen Ziels der Treibhausgasneutralität bis 2035 ist eine Umstellung von fossilem Gas als Energieträger auf eine regenerative Wärmeversorgung zwingend nötig. Dies würde eine Heizungsanlage mit Wärmepumpe zur Umweltwärmenutzung erfüllen. Zudem sollten im gleichen Zug und auch gemäß städtischer Beschlusslage eine Verbesserung des Wärmeschutzes, angestrebt werden. Hierdurch vereinfacht sich gleichzeitig eine Wärmeversorgung mittels Wärmepumpenlösung, da die erforderliche Heizlast sinkt und leichter die bei Wärmepumpen anzustrebenden niedrigere Vorlauftemperaturen realisiert werden können. Auch die im Projekt nicht vertieft betrachtete Kapelle könnte vermutlich durch Umstellung auf moderne Gebläsekonvektoren mit geringeren Vorlauftemperaturen auskommen. Durch den besseren Wärmeschutz werden sowohl der sommerliche als auch der winterliche Komfort und damit die Arbeitsbedingungen verbessert. Neben den Treibhausgasemissionen in der Betriebsphase gilt es auch die „grauen“ Emissionen durch die Herstellung und Errichtung im Rahmen der Baumaßnahme in den Blick zu nehmen. Grundsätzlich ist diesbezüglich eine Sanierung im Bestand immer die bessere Variante. In dem von den Architekten präferierten Entwurf (Alternative C) von Bialucha Architektur ist nur ein Teilerhalt der Trauerhalle vorgesehen und Neubauten für die Werkstatt sowie die Verwaltung mit integriertem Besucher-WC angedacht. Neben den Nachteilen der Neuerrichtung relevanter Gebäudeteile bzgl. der grauen Energie, ist bei dem Entwurf die Trennung der unbeheizten Trauerhalle & Fahrzeughalle, der teilbeheizten Werkstatt & Lager und der normalbeheizten Verwaltung sowie die größere Kompaktheit des zweigeschossigen Werkstattgebäudes zu begrüßen. Die vorherigen Entwürfe A & B sahen teils ein Abrücken von der Trauerhalle vor, was dort zu größeren strukturellen Änderungen führen würde. Vorteil von Variante A ist die Möglichkeit des Erhalts des Eckgebäudes, wenn die baulichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. In der Alternative C wird als größter Nachteil die durch die langgestreckte Form resultierende geringe Kompaktheit des Verwaltungsgebäudes gesehen. Zur Minimierung des Wärmebedarfs und des Einsatzes grauer Energien wäre eine Erhöhung der Kompaktheit der Gebäudekubatur auch hier wünschenswert. Daneben kann der Einsatz grauer Energien auch durch entsprechende Materialwahl z.B. Holzbau minimiert werden. Für die Überdachung des Betriebshofs könnten eventuell auch im Sinne des Ansatzes des zirkularen Bauens die Stahlträger der aktuellen Fahrzeughalle eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil der Neuerrichtung ist, dass die Statik direkt so ausgelegt werden kann, dass Dachbegrünungen und solare Energieerzeugungsanlagen auf den Dächern errichtet werden können. Der im Entwurf (Alternative C) gefundene Mittelweg zwischen Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Umgang mit den bestehenden Strukturen vor dem Hintergrund des zusätzlichen Flächenbedarfs erscheint aus Sicht des Klimavorbehalts als guter Kompromiss. Eine reine Erweiterung der Flächen wäre auch aus Klimaschutzsicht wenig zielführend, da die Heizungsanlage in naher Zukunft auf Grund des Alters ohnehin vollständig erneuert werden muss und so die Chance des Umstiegs von einer fossilen auf eine vollständig erneuerbare Wärmeversorgung genutzt werden kann. Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung, Stand 10.02.2025 Fotos des Verwaltungsgebäudes mit angebauten Sanitärteil (oben links), der Fahrzeughalle mit Hof (oben rechts), der Stahlkonstruktion in der Fahrzeughalle (Mitte links), der Ausblühungen im Kellergeschoss des Verwaltungsbaus (Mitte rechts) und eine Thermographieaufnahme des Verwaltungsbaus mit deutlich sichtbaren Schwachstellen der Gebäudehülle und des überwärmten Kellers (rechts).
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Punkt 25: Grundsatzbeschluss: Sozial- und Betriebsgebäude Alter Friedhof (V-Nr. 2025/0065) Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltung: AfD
Beratungsverlauf (4)
Orte (8)
- Heinrichstraße
- Nieder-Ramstädter Straße
- Mina-Rees-Straße 12
- Kapellplatz
- Herdweg 105
- Mittelweg
- Am Alten Friedhof
- Sackgasse
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2025/0065
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 24.02.2025
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00