A-R/0007/2010
Ausstieg aus der Kohleverstromung in Hamm
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Originalantrag
19332 Zeichen
Ratsantrag 14.01.2010 „Ausstieg aus der Kohleverstromung in Hamm“ Der Rat möge beschließen: 1. Die Stadt Münster bekennt sich zum Klimaschutz u nd zur Energieeffizienz. Ziel ist es, den CO 2-Ausstoß in der Stadt bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senke n. Um dieses Ziel zu erreichen, engagieren sich Stadtverwaltung, Politik und alle gesellschaftliche n Gruppen der Stadt gemeinsam. 2. Die Stadtwerke Münster beteiligen sich an dieser Aufgabe mit einem eigenen lokalen Klimaschutzprogramm. Ziel ist es, alle KundInnen der Stadtwerke bis zum Jahr 2025 mit Stro m aus erneuerbaren Energien und aus Anlagen der Kraft-Wär me- Kopplung (KWK) versorgen zu können. Strom aus Stein - und Braunkohle sowie aus Atomenergie soll spätestens bi s zu diesem Zeitpunkt vollständig vermieden und bis dahin laufend reduziert werden und die Energieeffizienz laufend g esteigert werden. 3. Ziel des Klimaschutzprogramms der Stadtwerke Mün ster ist es, die heimischen Energieträger Sonne, Wind, Wasse r, Erdwärme (Geothermie) und Bioenergie zu stärken, di e Abhängigkeit der Stromversorgung in Münster von fos silen Brennstoffen weiter zu verringern und dadurch die Versorgungssicherheit der KundInnen zu steigern. 4. Das Klimaschutzprogramm der Stadtwerke orientier t sich an ökologischen, sozialen und an wirtschaftlichen Zielsetzungen. Die Investitionen in den Klimaschutz sollen gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Unternehmen s sichern und seine zukunftssichere Stellung als Energieverso rger für Münster stärken. 5. Investitionen in regenerative und CO 2-arme Energien sollen die Stromkosten in Münster von den Auswirkungen des Handels mit CO 2-Zertifikaten abkoppeln und den Strompreis für die KundInnen der Stadtwerke stabil halten. 6. Ein weiteres Ziel des Klimaschutzprogramms ist e s, die Energieeffizienz zu erhöhen. Die dezentrale KWK in neuen Baugebieten und im Bestand wird ausgebaut, das Fernwärmenetz der Stadtwerke wird möglichst mit den Netzen anderer Betreiber verschmolzen. 7. Investitionen des Klimaschutzprogramms sollen vo rnehmlich der lokalen und regionalen Wirtschaft und dem hiesi gen Handwerk zugutekommen und technologisch geprägte Arbeitsplätze in der Stadt erhalten. Die Stadtwerke bemühen sich gleichzeitig darum, Betriebe und Unternehmen i n Münster für Klimaschutz zu gewinnen. Ziel ist es, ein Klimabündnis der Münsteraner Wirtschaft ins Leben zu rufen. 2 8. Münster soll ein bevorzugter Standort für Invest itionen und Firmen im Bereich der erneuerbaren Energien werden. Das lokale Klimaschut zprogramm soll auch einen arbeitsmarktpolitischen Effekt entwickeln. 9. Zusätzliche Arbeitsplätze bei den Stadtwerken zu m Beispiel im Bereich der Energiesparberatung für KundInnen und des Managemen ts von Klimaschutzprojekten sollen geschaffen werden. 10. Das Engagement der Stadtwerke in die Kohleverst romung wird beendet. Die Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH wird b eauftragt, ein Verkaufsverfahren für die Beteiligung an dem Gekko- Kohlekraftwerk in Hamm einzuleiten, um diese gewinnbringend zu veräußern. Der kaufmännische Wert der Beteiligung soll zunächst durch einen Sachverständi gen ermittelt werden. Ziel ist es, mindestens diesen Wert zu erlösen. Das Verfahre n soll bis Mitte 2010 zum Abschluss gebracht werden. Die Entscheidung über de n Verkauf trifft der Rat der Stadt. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf wird eing esetzt, um das Klimaschutzprogramm der Stadtwerke für Münster zu f inanzieren und die Energiepreise für die einkommensschwache Bevölkerungsgruppe erschwinglich zu halten. 11. Die Stadtwerke und die Stadtverwaltung werden w ird beauftragt Vorschläge zu entwickeln, wie die preiswerte Energieversorgung un d die Nutzung regenerativer Energien sowie die Energieeinsparung auch für arme Haushalte in der Stadt sichergestellt werden können. Ziel ist es, den Ene rgiegrundbedarf armer Haushalte zu sichern und sie bei der Anschaffung en ergiesparender Geräte sowie der Finanzierung von Energiesparmaßnahmen in Wohnun gen und Gebäuden durch einen Fonds zu unterstützen. Begründung 1. Klimaschutz ist unsere Zukunftsaufgabe 40 Prozent weniger CO 2 bis 2020, das ist das von der Bundesregierung gese tzte Ziel. Städte und Gemeinden müssen Vorreiter sein, wenn di eses Ziel erreicht werden soll. Münster hat sich in der Vergangenheit bereits kräft ig angestrengt und einige Erfolge errungen: • Die GuD-Anlage der Stadtwerke im Hafen produziert seit Ende 2005 rd. 50 Prozent des in Münster benötigten Stroms und senkt zugleich die CO 2-Produktion in der Stadt um ca. 11 Prozent. • Das Förderprogramm zur energetischen Sanierung alt er Gebäude hat seit 1996 mehr als 3.000 Wohnungen energetisch nach vorn gebr acht und 500 Arbeitsplätze in Münster gesichert. • 5 Mio. € Investitionen für Energieeinsparung und E nergieeffizienz in städtischen Gebäuden seit 2000 haben den Anstieg der Energiekos ten der Stadt um fast 2 Mio. € jährlich verlangsamt – Tendenz steigend. • Mehr als 100 Schulen und Kita nehmen jedes Jahr am Wettbewerb der Stadt um Energie- und Abfallsparen teil. Über 20.000 Kinder machen Energiesparen so zu einem regelrechten Volkssport. Die Stadt hat hier eine wichtige Vorbildfunktion. Die Bilanz des Klimaschutzes in Münster ist positiv . Nach bisherigen Berechnungen der Verwaltung sank das CO 2-Aufkommen bis 2006 um 21 Prozent (gegenüber 1990). Andere Berechnungen, die in den 2. Klimaschutzberic ht der Stadt Eingang gefunden haben, sehen dagegen nur noch einen Rückgang von ca . 6 Prozent. Münster muss sich also noch einmal kräftig ins Zeug legen, wenn das Ziel, 40 Prozent bis 2020 einzusparen, erreicht werden soll. Der Vergleich mi t den bisherigen Maßnahmen und ihren Ergebnissen zeigt, welche neue Dimension vor uns liegt. Die Stadt muss das 3 gesamte kommunale Handlungsspektrum nutzen und die Bürgerschaft noch mehr als bisher zum mitmachen bewegen. Schwerpunkte für den Klimaschutz der nächsten Jahre sind neben der Reduzierung des Kfz-Verkehrs u nd der Förderung der Energieeinsparung im Gebäudebereich die Umstellung der Energieerzeugung in der Stadt auf KWK und auf Erneuerbare Energien. 2. Die Stadtwerke als Motor des kommunalen Klimasc hutzes Seit Mitte der 1990er Jahre, als sie von der damali gen rot-grünen Ratsmehrheit verpflichtet wurden, den Ressourcenschutz als Unter nehmensziel aufzunehmen, ist Klimaschutz auch für die Stadtwerke Münster ein The ma. Heute produziert eine hocheffiziente GuD-Anlage genug Strom, um nahezu di e Hälfte des in Münster verbrauchten Stroms zu liefern – und das bei deutli ch minimiertem Brennstoffeinsatz gegenüber dem alten kohlebefeuerten Kraftwerk. Die Fernwärmeversorgung stellt ein wichtiges Element des kommunalen Klimaschutzes dar. Mehr als 12.000 Haushalte sind über ca. 94 km Fernwärmeleitung angeschlossen. Sie haben im Jahr 2006 558.000 MW/h Fernwärme abgenommen und damit zum hoh en Auslastungsgrad der GuD-Anlage beigetragen. Von daher ist es nur konseq uent, dass die Stadtwerke jetzt auch die Wärmeversorgung der Gebäude der Stadt Müns ter übernehmen. Hier sind auch Investitionen in Solar- bzw. Photovoltaik-Anla gen (PV-Anlagen) zu forcieren. Insgesamt ergibt sich damit die Chance, den Energie einsatz zu optimieren und das Fernwärmesystem in Münster noch effizienter zu nutzen. Neben der Fernwärme gibt es auch ein wachsendes Net z von Nahwärmeinseln, die von den Stadtwerken vornehmlich in den äußeren Stad tteilen betrieben werden. Ein Dutzend Blockheizkraftwerke haben die Stadtwerke mi ttlerweile in unterschiedlicher Größe installiert und erzeugen damit dezentral Fern wärme und Strom. Zusammen mit weiteren BHKW privater Betreiber wird auf diesem We ge eine Leistung von 28 MW vorgehalten – ebenfalls Energieerzeugung mit einem Wirkungsgrad von deutlich über 80 Prozent. Noch untergeordnet ist demgegenüber die Nutzung Reg enerativer Energien. Eine Wasserkraftanlage an der Werse erzeugt seit 1988 jä hrlich rund 240.000 kWh. Eine PV-Anlage auf dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke und zehn Anlagen auf Schuldächern liefern Solarstrom. Eine Windenergiean lage mit einer Leistung von 600 kW in Häger liefert bis zu 900.000 kWh. Und schließ lich werden die Bioabfälle, die von den Münsteraner Abfallwirtschaftsbetrieben auf der Zentraldeponie angeliefert werden, in einer Bioabfallvergärungsanlage umgewandelt, und das dabei entstehende Biogas wird in einem BHKW energetisch genutzt. Versuche, auch Biogas aus Abfällen der landwirtscha ftlichen Produktion zu nutzen, sind noch Zukunftsmusik. Projekte für große PV-Anla gen, zum Beispiel auf dem Südhang der ehemaligen Zentraldeponie in Coerde, ko mmen bislang über technische Konzepte nicht hinaus. Auch die „Stadtwerke Münster Neue Energien GmbH“ sind hier auf dem richtigen Weg, haben aber bisher nur einige wenige Beteiligungspro jekte realisiert, so die zusammen mit der städtischen Wohnungsgesellschaft W + S geba ute PV-Anlage in der Wohnsiedlung „Nieland“ und die PV-Anlage auf dem Bu sdepot der Stadtwerke. Die Anlagen werden durch Ökostromerlöse der Stadtwerke und durch Anteile privater Partner finanziert. Ein gutes Projekt, aber noch kein Durchbruch. Es wird Zeit, dass die Stadtwerke Münster sich hier stärker engagieren. Ziel muss es sein, die Stromproduktion in Münster auf KWK-Techni k und auf Erneuerbare Energien umzustellen und so auszubauen, dass Strom aus Kohle und Atom so schnell wie möglich verdrängt werden kann. Ziel ist es, den Be darf aller KundInnen der Stadtwerke bis zum Jahr 2025 zu 100 Prozent mit Str om aus KWK und aus Regenerativen Energien decken zu können. Die Stadtw erke müssen ihrer 4 Vorbildfunktion für aktiven Klimaschutz stärker ger echt werden und die BürgerInnen stärker als bisher motivieren, hierbei mitzumachen. 3. Kohle hat als Energielieferant ausgedient Das im Jahr 2008 beschlossene Engagement der Stadtw erke in den Bau eines neuen Steinkohlekraftwerkes der RWE AG in Hamm stellt die se Argumentation auf den Kopf. Das GEKKO genannte neue Großkraftwerk ist für die S tadtwerke energie- und umweltpolitisch kontraproduktiv: • Das Kraftwerk wird als herkömmliches Kondensations kraftwerk nur Strom erzeugen, ohne Nutzung der Wärme und deshalb mehr als die Hälfte der eingesetzten Primärenergie „in die Luft blasen“. Das bedeutet je kW/h doppelt so viel Energiebedarf wie in der GuD-Anlage und in den BHKW. • Bei CO 2-Emissionen von ca. 8,9 Mio. Tonnen jährlich verurs acht der Anteil der Stadtwerke Münster am GEKKO (rd. 20 MW) ca. 112.000 Tonnen CO 2. Die durch die GuD-Anlage erzielte CO 2-Einsparung wird dadurch zu 60 % aufgezehrt. Auch für die Energieversorgung in Münster ist das Projekt in Hamm ohne Bedeutung: • Der in Hamm erzeugte Strom wird nicht nach Münster geleitet oder in Münster verkauft. • Die Beteiligung in Hamm begründet auch kein Stromk ontingent oder ein „Deputat“. Jede kW/h, die die Stadtwerke nicht selbst in Anlag en in Münster produzieren und in das Netz einspeisen können, müssen sie zuvor bei Vorlieferanten oder an der Strombörse in Leipzig kaufen. Die Produktion in Ham m hat deshalb auch keine Auswirkungen auf den Strompreis in Münster. Alle Argumente, das Engagement in Hamm diene der Ve rsorgungssicherheit, der Diversifizierung und der Preisstabilität, sind über holt. Auch die größere Unabhängigkeit vom Erdgas und Öl spricht nicht für die Kohle. Stei nkohle für Kraftwerke kommt von Übersee und nicht (mehr) aus Deutschland. Dass aust ralische oder kanadische Steinkohle prinzipiell preiswerter und sicherer sei n soll als norwegisches Erdöl oder russisches Erdgas ist weltmarktpolitisch ein sich schnell einholendes Argument. Was übrig bleibt, ist daher allein die Rendite, die das Engagement in Hamm abwerfen soll. Es geht um „Kohle“, aber nicht um Energie! Wer diese Strategie gutheißt, der muss allerdings a kzeptieren, dass alle Anstrengungen der Stadt CO 2 zu sparen, zunichte gemacht werden. Münster hat al s Klimahauptstadt ausgedient, wenn die Stadtwerke ih re Beteiligung am Kohlekraftwerk realisieren! Die These von der Grundlast, die durch Kohle- und A tomstrom sichergestellt werden müsse, ist durch den schnellen Zubau von GuD-Anlage n und das rasante Wachstum der Erneuerbaren Energien vom Tisch. In Münster gi lt sie seit dem Bau der GuD- Anlage schon nicht mehr. Eine dritte Gasturbine kön nte bereits jetzt in der GuD-Anlage sinnvoll eingesetzt werden und die eigene Stromerzeugung weiter steigern. 4. 100 Prozent Strom aus Kraft-Wärme-Koppelung und aus Erneuerbaren Energien bis 2025 – Versorgungssicherheit für die KundInnen Der Verzicht auf die Beteiligung der Stadtwerke an dem „GEKKO“ genannten Kohlekraftwerk der RWE-Power in Hamm setzt Mittel f rei, um die dezentrale Versorgung in Münster auszubauen und die Stromverso rgung der KundInnen der Stadtwerke krisensicher zu machen. Im Vordergrund s tehen dabei folgende Maßnahmen: • Der Ausbau der Kraft-Wärmekoppelung in Baugebieten und im Gebäudebestand, 5 • die Nutzung von Biogas aus der heimischen Landwirt schaft als Brennstoff für BHKW und auch als Ersatz für Erdgas, • die Verbreitung der Windenergie, der Geothermie un d der PV-Technik auf breiter Front und in Kooperation mit Vereinen und privaten Investoren, • die weitere Senkung der CO 2-Emissionen der Busse und • die Energiesparberatung für Haushalts- und Gewerbe kundInnen der Stadtwerke. Zu den Aufgaben des Klimaschutzprogramms der Stadtw erke gehört auch die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Universität Mü nster, um beispielsweise ein Solarkataster für Münster zu erstellen, aus dem man entnehmen kann, wie gut sich bestimmte Dachflächen für die Installation von Solaranlagen eignen. Diese Maßnahmen stärken den Klimaschutz vor Ort, fö rdern die Nutzung heimischer Energien, verringern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Übersee und vergrößern die Versorgungssicherheit für die KundIn nen der Stadtwerke und für die Stadt Münster. 5. Stabile Strompreise durch KWK und durch Erneuerb are Energien Kohlestrom wird teuer. „Teure Kohle“ titelt die SZ am 19.12. 2008 und verweist auf die Folgen, die vor allem der Handel mit CO 2-Zertifikaten mit sich bringt. Die EU- Kommission verlangt, dass die Zertifikate für CO 2-Emissionen ab 2012 nicht mehr kostenlos an die Emittenten abgegeben, sondern vers teigert werden. Der Preis der Zertifikate, der schon heute bei 25 €/t liegt, wird steigen und die Produktionskosten in CO 2-intensiven Industriezweigen (Metallindustrie, Chem ie usw.) und bei der Energieerzeugung mit Braun- und Steinkohle verteuer n. Der bislang zu konstatierende Preisvorteil des Stroms aus Braun- und Steinkohle w ird damit schnell wegfallen und der Druck auf Energieerzeuger, effizientere Produkt ionsverfahren anzuwenden, wird größer werden. 6. Klimaschutz und Arbeitsplätze für Münster Wie stark sich Investitionen in Klimaschutz auf den EU-weiten Arbeitsmarkt auswirken, beschreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsfor schung in einer Studie wie folgt: „Egal, ob die Staatengemeinschaft kraftvoll den Kli maschutz anpackt oder nicht – das Geschäft mit dem Umweltschutz wird bis 2020 deutlic h stärker wachsen als der Rest der Wirtschaft“ („Grüne Milliarden“ in: SZ v. 28.04. 2009). Eine Beurteilung, die auch für Münster ihre Berechtigung hat. Untersuchungen der s tädtischen Förderung der energetischen Altbausanierung kamen beispielsweise zu folgenden Ergebnissen: • 1 € öffentliche Förderung bewegt durchschnittlich 8 € private Investition und • seit Beginn des Förderprogramms haben die städtisc hen Mittel rd. 500 Arbeitsplätze in Handwerk und Baugewerbe gesichert. Klimaschutz dient deshalb auch der Wirtschaft und d en Arbeitsplätzen. Das gilt national, wo – wie die SZ schreibt, „inzwischen fas t 2 Mio. Menschen ihr Geld in Öko- Branchen verdienen“ („Umweltschutz schafft Jobs wie nie zuvor“ in. SZ v. 16.01. 2009) – und auch lokal. Eine Investition der Stadtwerke v on mehr als 40 Mio. € in Erneuerbare Energien, in den Ausbau der KWK und für mehr Energieeffizienz bei den KundInnen wäre ein deutliches Plus für Wirtschaft, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe in der Stadt und in der Region. Das Klimaschutzprogramm der Stadtwerke richtet sich deshalb direkt an die heimische Wirtschaft. Um die Anreizwirkung für Unternehmen zu erhöhen, sollen einzelne Betriebe gezielt angesprochen und über Möglichkeite n des betrieblichen Klimaschutzes informiert werden. Zur Unterstützung engagierter Betriebe können auch Fördermittel für beispielhafte Maßnahmen eingesetzt werden. Ziel ist es, ein Klimabündnis der Münsteraner Wirtschaft ins Leben z u rufen. 6 7. Stärkung des Unternehmens und Sicherung der Ener gieversorgung Die vollständige Umstellung der lokalen Stromproduk tion auf KWK und auf Erneuerbare Energien bedeutet auch größere Unabhäng igkeit der Stadtwerke von Vorlieferanten, also den Monopolunternehmen, die üb erregionale Netze betreiben und mit Spannung versorgen. Die Energieproduktion der Stadtwerke soll ausreichen, um den KundInnen ab 2025 nur Strom anzubieten, der in eigenen Anlagen erzeugt worden ist. Für KundInnen wäre dies erheblich sicherer als die Abhängigkeit von den Hochspannungsnetzen. Wer’s nicht glaubt, erinnere sich bitte an „Kyrill“ und die Folgen für viele Tausend Menschen in Westfalen. Die Masten der Überlandleitungen brachen zusammen, und es war tagelang “zappenduster“ im Versorgungsgebiet der RWE! 8. Neue Arbeitsplätze bei den Stadtwerken Schließlich soll die Klimaschutzinitiative dazu bei tragen, Arbeitsplätze im Unternehmen Stadtwerke zu sichern und neue zu schaffen. Zum Beispiel: • EnergiesparberaterInnen für KundInnen, • ProjektmanagerInnen für Bürgerenergieanlagen, • IngenieurInnen und TechnikerInnen für das wachsend e Fernwärme- und für neue Nahwärmenetze. Das Engagement und die Kreativität von Geschäftsfüh rung und Beschäftigten wird sicher dazu beitragen, dass die Stadtwerke Münster weitere Geschäftsfelder im Klimaschutz erschließen und ihren KundInnen zusätzl iche – ökologisch wie ökonomisch interessante - Angebote machen werden; m ehr jedenfalls als das Engagement in Hamm jemals bewirken könnte. 9. Die BürgerInnen mitnehmen Die Energiewende kann nur dann erfolgreich sein, we nn es gelingt, BügerInnen einzubeziehen. Neben den ökologischen und wirtschaf tlichen Aspekten des Klimaschutzes spielen deshalb auch soziale Kriterie n eine wichtige Rolle. Zum einen müssen Energieeinsparung und die Nutzung regenerati ver Energien als gesellschaftliche Anliegen in die Bürgerschaft getr agen und individuell vermittelt werden. Das ist eine Herausforderung, der sich vor allem die Stadtwerke stellen müssen. Zugleich muss es auch für arme Haushalte möglich se in, sich an Energiesparen und der Nutzung regenerativer Energien zu beteiligen. H ier bieten sich den Stadtwerken und der Stadt die Aufgaben, einerseits die Versorgu ng armer Haushalte mit einem Energiegrundbedarf zu sichern und sie andererseits beim Energiesparen zu unterstützen. gez. Klas und Fraktion gez. Heuer und Fraktion gez. Köhn und Fraktion gez. Kersting und Gruppe gez. Langenfeld
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Werse
- Nieland
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0007/2010
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 22.01.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37