A-R/0075/2023
Für generationengerechte Stadtfinanzen-„Wir haben kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem“
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A-R-0075-2023-CDU-Stadtfinanzen
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0075/2023 Münster, 05. Dezember 2023 Ratsantrag Für generationengerechte Stadtfinanzen „Wir haben kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem“ Die Stadtverwaltung wird beauftragt, einen strukturellen Konsolidierungsprozess einzuleiten. 1. Zur Unterstützung eines Konsolidierungspakets wird eine Unternehmensberatung beauftragt, a. Eine tiefgreifende und vergleichende Analyse der Finanzsituation durchzuführen. Das beinhaltet die Bewertung von Einnahmen, Ausgaben, Schulden und vorhandenen Vermögenswerten. b. Durch eine detaillierte Prüfung der städtischen Prozesse und Verwaltungsstrukturen soll die Beratung ineffiziente Bereiche identifizieren und Empfehlungen für Optimierungen aussprechen. Die Optimierung durch Digitalisierung ist dabei ein Schwerpunkt. Es sind Vergleiche zu anderen Kommunen gleicher Größe und Struktur zu ziehen. c. Durch eine genaue Überprüfung der Ausgabenstruktur soll die Beratung Vorschläge zur Kostensenkung machen, u. a. es durch die Optimierung von Dienstleistungen, Outsourcing oder andere Maßnahmen. d. Digitalen Technologien zu stärken, um Verwaltungsprozesse zu automatisieren und zu optimieren, um Kosteneinsparungen zu erzielen. e. Das Schuldenmanagement überprüfen. f. Es sind Feststellungen zu nicht rückstellungspflichtigen aber in Zukunft anfallenden Aufwendungen zu treffen, so z. B. aus dem Bereich der Energiewende und der Altersvorsorge der städtischen Bediensteten zu treffen. g. Überprüfungen durchführen, um ineffiziente Ausgaben zu identifizieren und Kosten zu senken. Ziel ist die Verbesserung der Effizienz städtischer Dienstleistungen. h. Identifizierung von Arbeitsbereichen, in denen Ressourcen mit anderen Städten gemeinsam genutzt werden können, um beispielsweise Ausrüstung oder Infrastruktur mit benachbarten Gemeinden zu teilen. Dies gilt insbes. auch für die Weiterentwicklung von Digitalisierungslösungen. Zu prüfen ist auch eine gemeinsame Immobilienbevorratung. i. Erarbeitung eines Masterplan Energieeffizienz und Klimaresilienz: Priorisierung von Investitionen und in Technologien, um mit größtmöglicher Effizienz für jeden verfügbaren Euro maximale Wirkung zu erzielen sowie um Betriebskosten zu senken. Das beinhaltet sowohl städtische Gebäude als auch den Fuhrpark. j. Mitarbeiter und Führungskräfte sollen für Kostenbewusstsein sensibilisiert werden. Schulungen und Anreizsysteme können dazu beitragen, ein Klima der sparsamen Ausgaben zu schaffen. Welche Systeme sind zulässig und haben sich bewährt? k. Transparenz und Beteiligung von Politik und Bürgern am Konsolidierungsprozess sicherzustellen, um Vertrauen aufzubauen und die Akzeptanz von Maßnahmen zu fördern. l. Die Beratung sollte eng mit den städtischen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten, um für Münster maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die den spezifischen Anforderungen und Zielen unserer Stadt gerecht werden. Auftraggeber ist jedoch der Rat. Die Sprecher der Fraktionen sind in Abstimmungsgesprächen aktiv zu beteiligen. 2. Die Einnahmequellen sollen durch Handlungsstrategien weiter diversifiziert werden: a. Gewerbegebiete realisieren b. Cluster Batterieforschung voranbringen c. Förderung des Tourismus 3. Verwaltung und Unternehmensberatung haben Maßnahmen sorgfältig zu planen, mit der Politik zu vereinbaren und die Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen der Stadtverwaltung sowie mit der Bürgerschaft zu vereinbaren. Es ist wichtig, dass diese Maßnahmen sorgfältig geplant und umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Servicequalität für die Bürger erhalten bleibt, während gleichzeitig die Kosten gesenkt werden. 4. Eine Beauftragung durch den Rat erfolgt alsbald. Die Ergebnisse der Untersuchung sind zur Einbringung des Haushalts 2025 dem Rat vorzulegen. Die Bewertung soll bis zu Q2 erste Feststellungen an den AWLFW berichten. Begründung: „Die haushaltswirtschaftliche Lage der Stadt Münster ist so prekär wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die eingangs erwähnten Krisen, Kriege, Zinsveränderungen, Konjunkturverschlechterungen und Tarifsteigerungen machen sich neben Fallkostenerhöhungen der Sozialtransfers in vielen Bereichen spürbar im städtischen Haushalt bemerkbar. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie konnte der städtische Haushalt auch im Ist nicht mehr ausgeglichen dargestellt werden. Dieser Trend setzt sich mit einer verstärkten Tendenz auch für das Haushaltsjahr 2023 fort: Während der unterjährigen Bewirtschaftung hatte die Verwaltung darauf hingewiesen, dass das im Plan angesetzte Haushaltsdefizit von rund 55 Mio. Euro nicht maßgeblich verbessert werden wird und die Notwendigkeit der engen Bewirtschaftung innerhalb der vorhandenen Budgetrahmen hervorgehoben.“ Diese Beschreibung aus dem Vorbericht des Haushaltsplanentwurfs 2024 verdeutlicht im höchsten Maße die dringende Handlungsnotwendigkeit einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung. Weiterhin steigen die Belastungen durch Inflation, Fachkräfte- und Baustoffmangel, durch eine nicht ausreichende Bundesfinanzierung für Geflüchtete und ein immer höheres Standarddenken in allen Bereichen. Die breit getragenen Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung und Klimaresillienz nehmen eine steigende Bedeutung im städtischen Haushalt in Anspruch. Viele Handlungsfelder bieten die Chance auf Konsolidierungsmöglichkeiten, u. a.: Die Digitalisierung der Stadtverwaltung muss mit Engagement und effizienzbetont vorangetrieben werden. Hier bieten sich ausreichend Möglichkeiten, Prozesse nicht nur zu vereinfachen, Papier zu sparen und bürgernah zu agieren, sondern auch für die Mitarbeiterschaft in Zeiten von Fachkräftemangel mit Home-office-Plätzen attraktiv zu bleiben. Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel bestimmen auch jetzt schon Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung: Münster braucht ein Personalentwicklungskonzept, das auch für das Jahr 2030ff Antworten liefert: Welche Aufgaben können anderweitig erfüllt werden? Wie viele Mitarbeiter braucht die Stadt mittelfristig in einzelnen Bereichen? Wie bildet die Stadt Nachwuchs aus, auch potenzielle Führungskräfte? In der Zusammenarbeit mit den städtischen Gesellschaften liegen ebenfalls Optimierungspotenziale, die immer wieder von Neuem gehoben werden müssen. Aufgabenverlagerung, gemeinsame Aktivitäten sowie höhere Gewinnabführungen/Geringere Zuschusswesen sind nur einige Möglichkeiten, den Haushalt der Stadt nachhaltig zu entlasten. Auch die Rathauspolitik sollte einen Anerkennungsbeitrag leisten: Welche Gremien in welchem Sitzungsrythmus sind vonnöten, um die städtischen Herausforderungen zu meistern? Welche Berichte brauchen wir, welche nicht? Grundbaustein ist die Transparenz und Beteiligung von Politik und Bürgern am Konsolidierungsprozess s icherzustellen, damit Vertrauen begründet und die Akzeptanz von Maßnahme Gez. Stefan Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0075/2023
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 06.12.2023
- Erstellt
- 06.12.2023 09:57