2013/0102
Ausbau niederschwelliger Hilfen im Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt hier: Erziehungsbeistandschaften
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Zwischen der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
vertreten durch den Magistrat, - Stadt -
und
Frau / Herr ................................
Anschrift - Vertragspartner/in -
wird nachstehender Vertrag über Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) geschlossen:
§ 1 Gegenstand des Vertrages
Der/Die Vertragspartner/in führt für die Stadt Aufgaben im Bereich der flexiblen ambulanten Erziehungshilfen gem. § 27 i. V. m. § 30 SGB VIII aus. Die zu erbringenden Leistungen können von dem/r Vertragspartner/in nicht auf Dritte übertragen werden.
Die Aufgaben des/r Vertragspartners/in bestehen darin, Kinder bzw. Jugendliche und deren Eltern im organisatorischen und lebensweltlichen Bereich zu unterstützen. Des Weiteren sollen die Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer individuellen Bedarfe gefördert werden. Grundlage und Zielsetzung der Hilfe werden im aktuellen Hilfeplanverfahren festgelegt.
Die Stadt ist berechtigt, die Leistung durch Einzelangaben zu konkretisieren. Der/Die Vertragspartner/in ist bei der Ausübung der Honorartätigkeit nicht in die Organisationsstruktur der Stadtverwaltung eingebunden und unterliegt nicht dem dienstlichen Weisungsrecht der Stadtverwaltung.
Er/Sie verpflichtet sich, für seinen/ihren notwendigen Versicherungsschutz zu sorgen. Die Stadt übernimmt keine Haftung für Sach- und Personenschäden, die der/die Vertragspartner/in in Ausübung ihrer Tätigkeit verursacht oder erleidet.
§ 2 Beginn und Dauer des Vertrages
Der Honorarvertrag wird für die Zeit vom ................... bis .................. abgeschlossen.
Der Vertrag kann von der Stadtverwaltung ordentlich mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende gekündigt werden.
Die außerordentliche Kündigung gem. § 626 BGB bleibt unberührt. Sie kann insbesondere erfolgen, wenn in Ausübung der Tätigkeit grob fahrlässig gehandelt, gegen die Verschwiegenheitspflicht verstoßen wird oder die vereinbarten Aufgaben nicht ordnungsgemäß erfüllt wurden und eine vorherige schriftliche Mahnung keinen Erfolg hatte.
§ 3 Ort und Zeit der Tätigkeit
Der/Die Vertragspartner/in erbringt die Leistungen im Haushalt bzw. im sozialen Umfeld der jeweils zu betreuenden Klienten.
Die Anzahl der zu leistenden Stunden für die Aufgaben des/der Vertragspartners/in richten sich nach den Festlegungen im Hilfeplan. Dabei sind für die unmittelbare Betreuung der Klienten mindestens 80 % der Leistungszeit der/die Vertragspartner/in zu verwenden. Die restliche Zeit steht zur Vorbereitung, Nachbereitung und Regelung organisatorischer Angelegenheiten zur Verfügung.
§ 4 Vergütung
Der/Die Vertragspartner/in erhält ein Honorar in Höhe von 13.00 ¬ pro geleisteter Fachleistungsstunde (60 Minuten). Mit diesem Honorar sind sämtliche Aufwendungen der Vertragspartnerin/des Vertragspartners im Zusammenhang mit der übernommenen Aufgabe abgegolten. (z. B. Fahrten, Organisation und Verwaltung, Arbeitsmaterial).
Die Vertragspartnerin/der Vertragspartner ist für die Einhaltung aller aus diesem Vertrag folgenden steuerrechtlichen Verpflichtungen verantwortlich. Der Stadt Darmstadt ist die Steueridentifikationsnummer des/der Vertragspartners/in mitzuteilen.
Die Abrechnung der geleisteten Fachleistungsstunden erfolgt monatlich anhand eines schriftlichen Fachleistungsstundennachweises nach Rechnungszugang.
Ist der/die Klient/in zu vereinbarten Terminen verhindert und wurde dies dem/der Vertragspartner/in mindestens einen Tag vorher mitgeteilt, besteht kein Anspruch auf Honorar.
Mit der Vergütung nach diesem Paragraphen werden alle finanziellen Ansprüche aus diesem Vertrag abgegolten.
Das Honorar ist 4 Wochen nach Rechnungseingang auf das Konto des/der Vertragspartner/in bei der Name der Bank., Bankleitzahl ..............., Kontonummer ................... unter dem Verwendungszweck Honorar einzuzahlen.
§ 5 Verschwiegenheit
Der/die Vertragspartner/in verpflichtet sich, über alle ihm/ihr bekannt gewordenen und bekannt werdenden Tatsachen und Umstände während des Vertragsverhältnisses und über das Ende des Honorarvertrages hinaus strengstes Stillschweigen zu bewahren.
Gegenüber berechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes der Stadtverwaltung Darmstadt ist der/die Vertragspartner/in zur Auskunft verpflichtet. Die Auskunftspflicht bezieht sich darauf, ob die Termine mit den Klienten /Klientinnen stattgefunden haben und auf alle Informationen, die im Zusammenhang mit dem Hilfeplan und dem damit verbundenen Hilfeplanverfahren stehen.
§ 6 Schutzauftrag
Die zuständige Fachkraft des Städtischen Sozialdienstes ist über eine Gefährdung des Kindeswohls im Sinne des § 8a SGB VIII unverzüglich zu unterrichten. Außerhalb der Dienstzeiten des Städtischen Sozialdienstes ist die Benachrichtigung über die zuständige Polizeidienststelle vorzunehmen.
§ 7 Persönliche Eignung
Aufgrund der Bestimmungen des § 72 a SGB VIII hat die Vertragspartnerin/der Vertragspartner der Stadt vor Aufnahme der Tätigkeit ein aktuelles erweitertes Führungszeugnis nach dem § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes vorzulegen.
§ 8 Nebenabreden
Der Vertrag kann während seiner in § 2 bestimmten Laufzeit von jeder Partei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden. Die Kündigung ist aber ausgeschlossen, solange aus dem Gesichtspunkt des Kindeswohles die Betreuung durch die Vertragspartnerin/den Vertragspartner unerlässlich erscheint. Die Beurteilung dessen obliegt der Stadt.
Die Stadt ist berechtigt, den Honorarvertrag fristlos zu kündigen, wenn ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss im Zusammenhang mit Zwangsvollstreckungen gegen den/die Vertragspartner/in bekannt wird.
§ 9 Sonstiges
Mündliche Nebenabreden wurden nicht getroffen.
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In Vertretung Vertragspartner/in
Stadt Darmstadt
Anlage
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2013/0102
8682 Zeichen
Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 24.04.2013 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat V Dezernat I Dezernat IV an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Jugendamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2013/0102 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: 363300 Kostenstelle: 051-002-1010 Investitionsnummer: Kostenträger: 3633-50 Sachkonto: 7250100 Betreff: Ausbau nieder schwelliger Hilfen im Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt hier: Erziehungsbeistandschaften Vorlage vom: 15.04.2013 Beschlussvorschlag: 1. Dem Aufbau niederschwe lliger Hilfen mit eigener Personalressource gem. § 30 SGB VIII Erziehungsbeistand wird zugestimmt. Es handelt sich um die Umsetzung einer Maßnahme des Haushaltskonsolidierungskonzeptes. 2. Zum Aufbau der Personalressource wird die freie vb EG S 12 Stelle Nr. 3333 innerhalb des Jugendamtes verlagert, auf dieser die Aufgabe „ Koordination Erziehungsbeistandschaft“ hinterlegt und zur umgehenden Wiederbesetzung freigegeben. 3. Da die Einrichtung einer Koordinierungsstelle erst im 2. Halbjahr 2013 realisiert werden kann, sind im Nachtragshaushalt 2013 unter der Kostenstelle 051-002-1010, SK 7250100, Produkt 363300, Kostenträger 3632-30 (Kostenträger 3633-50 ist nicht beplant) 145.000 Euro abzuplanen. - 2 - 4. Hiervon sind 36.600 Euro zur Kostenstelle 051-002-1010, SK 7250100, Produkt 36330, Kostenträger 3633-40 zu verlagern und dort zu etatisieren, sowie 34.750 Euro in den Personalhaushalt zu verschieben. 5. In den Haushalten der Jahre 2014 ff sind unter der Kostenstelle 051-002-1010, SK 7250100, Produkt 363300, Kostenträger 3633-50 (ab 2014 erfolgt die Planung je Hilfeleistung) 291.600 Euro abzuplanen. 6. Hiervon sind 73.200 Euro zur Kostenstelle 051-002-1010, SK 7250100, Produkt 36330, Kostenträger 3633-40 zu verlagern und dort zu etatisieren, sowie 69.500 Euro in den Personalhaushalt zu verschieben. 7. Die Nettoeinsparung beträgt in 2013 73.650 Euro ab 2014 148.900 Euro. Im Haushaltskonsolidierungskonzept 2013 wurden 129.000 Euro als Jahreseinsparung gemeldet. Anlagen: Honorarvertragsmuster Stand 27.03.2013 Anlage 1 Erziehungsbeistände Berechnung Datenschutzrelevante Anlage: Folgekosten: Ja Nein Beschluss des Magistrats vom - 3 - Begründung zur Magistratsvorlage vom 15.04.2013 Es besteht die mittelfristige Zielsetzung, durch den Ausbau niederschwelliger Hilfen mit eigenen Personalressourcen kostenintensivere sozialpädagogische Einzelbetreuungen von Kindern, Jugendlichen und deren Familien zu reduzieren. Nach § 27, Absatz 1 Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) besteht für Personensorgeberechtigte ein Rechtsanspruch auf Hilfe zur Erziehung, wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist. Diese Hilfe kann u.a. durch den Einsatz von Erziehungsbeistandschaften gemäß § 30 SGB VIII geleistet werden. Darin ist bestimmt: „Der Erziehungsbeistand und der Betreuungshelfer sollen das Kind oder den Jugendlichen bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen möglichst unter Einbeziehung des sozialen Umfelds unterstützen und unter Erhaltung des Lebensbezuges zur Familie seine Verselbständigung fördern.“ In der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden für die Familienhilfe zurzeit freie Träger beauftragt, die die Aufgabe der sozialpädagogischen Einzelbetreuung mit bei ihnen beschäftigten sozialpädagogischen Fachkräften erfüllen. Die von der Stadt zu übernehmenden Kosten dieser Fachkräfte belaufen sich auf ca. 60 Euro pro Fachleistungsstunde (60 Minuten). In manchen Familien ist diese hochprofessionelle und kostenintensive Betreuung notwendig. In anderen Familien wäre dagegen lediglich eine niederschwellige Hilfe zur Förderung der Kinder und Jugendlichen auch unter pädagogischen Gesichtspunkten erforderlich und ausreichend. Dadurch könnte zugleich eine Reduzierung der Kosten im Bereich der Hilfen zur Erziehung erzielt werden. Eine genaue Kostenberechnung ist aus Anlage 1 ersichtlich. Die Aufgaben von Erziehungsbeiständen sind, Kinder bzw. Jugendliche und deren Eltern im organisatorischen Bereich zu unterstützen, bspw. durch Unterstützung bei den Hausaufgaben, Begleitung zu Ämtern, Hinführung zu sozialraumbezogenen Angeboten, individuelle Förderung der sozial-emotionalen und kognitiven Bedarfe der Kinder und Jugendlichen. Zur Umsetzung der oben genannten Zielsetzung bedarf es der Schaffung einer Stelle „Koordination Erziehungsbeistandschaft“. Aufgaben dieser Koordinierungsstelle sind: - Koordinierung grundsätzlicher Angelegenheiten in Bezug auf den Einsatz der Erziehungsbeistände - Anwerbung von geeigneten Personen als Erziehungsbeistände - Ausbildungsinhalte und Aufgabenstellung der Erziehungsbeistände festlegen und die notwendige Supervision im Familienzentrum begleiten - Beratung der Erziehungsbeistände und Ansprechperson bei auftretenden Problemen mit dem Kind, Jugendlichen oder der Familie - Bedarfsanalyse und Organisation des Einsatzes in Kooperation mit der fallzuständigen Mitarbeiterin/Mitarbeiter des Städtischen Sozialdienstes - Erbrachte Leistungen kontrollieren, Steuerung der Haushaltsmittel - Evaluation und Weiterentwicklung der Konzeption - Öffentlichkeitsarbeit - Regelmäßige Berichterstattung Die notwendige Stelle wird durch jugendamtsinterne Verlagerung der seit 01.03.2013 freien vb Stelle Nr. 3333 vom Albert-Schweitzer-Haus zum Städtischen Sozialdienst unter Zuordnung der neuen Aufgabe „Koordination Erziehungsbeistandschaft“ geschaffen. Die Stelle wird zur umgehenden Wiederbesetzung freigegeben und ist neu zu bewerten. Die Stellenverlagerung ist in den Stellenplan 2014 aufzunehmen. Die im städtischen Haushalt für die Stelle Nr. 3333 eingeplanten Mittel werden daher auch weiterhin benötigt und können nicht - so wie in der Begründungsseite der Magistratsvorlage Nr. 2012/0427 zur - 4 - Übergabe der Trägerschaft des Albert-Schweitzer-Hauses in Lindenfels an den Verein Kubus e.V. in Fürth-Kröckelbach, die vom Magistrat am 21.11.2012 beschlossen wurde, aufgeführt- zukünftig entfallen. Die notwendigen Haushaltsmittel werden jedoch voll umfänglich durch entsprechende Einsparungen (siehe Kostenberechnung) kompensiert. Es erfolgt keine Ausweitung des Haushaltes. Die Erziehungsbeistände erhalten ein projektbezogenes Honorar (ein arbeitsrechtliches Beschäftigungsverhältnis wird nicht generiert). Frühester Beginn des Einsatzes der Erziehungsbeistände ist der 01.07.2013. Hierzu ist es notwendig, die erforderliche Koordinierungsstelle vorher zu besetzen. Durch den Einsatz von 15 Erziehungsbeiständen, entsprechende Fortbildung und Supervision sowie die Koordination können 15 kostenintensive Sozialpädagogische Familienhilfen ersetzt werden. Hierdurch ergeben sich haushaltskonsolidierende Gesichtspunkte, die in der Anlage zu dieser Vorlage dargestellt sind. Unter den beschriebenen zeitlichen und ressourcenrelevanten Rahmenbedingungen ist im Saldo für den Haushalt 2013 mit einem Einsparvolumen in Höhe von 73.650 Euro in den Folgehaushaltsjahren in Höhe von 148.900 Euro im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe (Kostenträger 3633-50) bezogen auf das Rechnungsergebnis 2012 zu rechnen. Im Nachtragshaushalt 2013 sind unter der Kostenstelle 051-002-1010, SK 7250100, Produkt 363300, Kostenträger 3632-30 (Kostenträger 3633-50 ist nicht beplant) 145.000 Euro abzuplanen. Hiervon sind 36.600 Euro zur Kostenstelle 051-002-1010, SK 7250100, Produkt 36330, Kostenträger 3633-40 zu verlagern und dort zu etatisieren, sowie 34.750 Euro in den Personalhaushalt zu verschieben. In den Haushalten der Jahre 2014 ff sind unter der Kostenstelle 051-002-1010, SK 7250100, Produkt 363300, Kostenträger 3633-50 (ab 2014 erfolgt die Planung je Hilfeleistung) 291.600 Euro abzuplanen. Hiervon sind 73.200 Euro zur Kostenstelle 051-002-1010, SK 7250100, Produkt 36330, Kostenträger 3633-40 zu verlagern und dort zu etatisieren, sowie 69.500 Euro in den Personalhaushalt zu verschieben. Darmstadt, 15.04.2013 51-ge/schm Dezernat I Dezernat IV Dezernat V Jochen Partsch André Schellenberg Barbara Akdeniz Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadträtin
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Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2013/0102
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 15.04.2013
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00