2014/0043
Verleihung der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt an Frau Ute Ritschel
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2014/0043
6295 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Hauptamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2014/0043
Magistratsbeschluss-Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 111070
Kostenstelle: 782-020-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 1110-71 Sachkonto: 7290100
Betreff: Verleihung der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt an
Frau Ute Ritschel
Vorlage vom: 29.01.2014
Beschlussvorschlag:
Frau Ute Ritschel, Kuratorin und Organisatorin der Internationalen Waldkunstpfade, wird in
Anerkennung ihrer Verdienste auf künstlerischem Gebiet die Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der
Stadt Darmstadt verliehen.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
- 2 -
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vo m 29.01.2014
Frau Ritschel, am 12.11.1956 in Rückingen geboren, ist Kuratorin und seit 2002, dem
Gründungsjahr, Mitglied im Vorstand des Vereins für Internationale Waldkunst e.V. Der Verein
hat seither in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Forstamt Darmstadt sechs Internationale
Waldkunstpfade im Bessunger Forst ausgerichtet, die seit 2002 im zweijährlichen Rhythmus
unter verschiedenen Themenschwerpunkten stattgefunden haben: Recherche 2002,
Expeditionen 2004, Laboratorium 2006, Kreislauf und Systeme 2008, Freiheit und Wildnis
2010 und Realität und Romantik 2012.
Frau Ritschel war für alle sechs Waldkunstpfade die künstlerische Ideengeberin und
Organisatorin und auch für die Öffentlichkeitsarbeit und die Werbung von Sponsoren
verantwortlich. Mit großer Energie und hohem fachlichen Können hat sie die einzelnen
Waldkunstpfade vom Zeitpunkt der Vorschläge für das jeweilige Motto über die Anwerbung der
Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt bis zur Betreuung der Künstlerinnen und Künstler
vor Ort während der dreiwöchigen Erstellungsphase gestaltet. Auch die Vorbereitung und
Erstellung des zweisprachigen Katalogs (deutsch/englisch), die Vorbereitung des parallel
laufenden Kinderwaldkunstpfades und die Organisation der Führungen (im Jahr 2012 waren es
über 100) gehören zu ihren Aufgaben. Darüber hinaus kümmert sich Frau Ritschel um die
Organisation und Durchführung der Pressekonferenzen und um die Aufbereitung des Materials
für die Medien. All diese Tätigkeiten führt Frau Ritschel im wesentlich ehrenamtlich und mit
hohem persönlichen Einsatz und Zeitaufwand durch. Nachdem Frau Ritschel bis 2009 ihre
Privatwohnung als Organisationsstützpunkt zur Verfügung gestellt hatte, konnte ab Mitte 2009
auf ihre Initiative hin ein Internationales Waldkunstzentrum in der Ludwighöhstr. 137
eingerichtet werden. Von dort nehmen seitdem die Aktivitäten und Initiativen des Vereins ihren
Ausgangspunkt, auch für die zahlreichen Kinder- und Schulklassenführungen.
Auf Grund ihrer hohen Fachkompetenz und ihrer Erfahrung hatte Frau Ritschel von Januar bis
Juni 2007 als Gastprofessorin und „Artist in Residence“ an der University of Madison im US-
Bundesstaat Wisconsin (Partnerstaat von Hessen) Gelegenheit, ein Seminar zu „Cultural
Practice“ durchzuführen. Gleichzeitig fanden eine Konferenz zum Thema „Native – Invasive“
sowie der Waldkunstpfad „Forest Art Wisconsin“ mit 25 Künstlerinnen und Künstlern statt. Die
Konferenz bot mehrere Diskussionsforen u. a. aus den Bereichen Kunst, Forst und Umwelt an
und setzte die Arbeit des 3. Internationalen Waldkunstpfades aus dem Jahr 2006 fort, bei dem
jeder Künstler bzw. jede Künstlerin mit einem Spezialisten / einer Spezialistin kooperierte.
Weiterhin war Frau Ritschel im Jahr 2009 an einem Projekt zur Vorbereitung und
Durchführung eines Waldkunstpfades in Bariloche, Argentinien beteiligt und setzte sich auch in
anderen Ländern (China, Südkorea und Elfenbeinküste) für die Durchführung von
Waldkunstpfaden ein. Insgesamt hat der Verein neun internationale Waldkunst-Projekte und
vier Konferenzen in Darmstadt, Wisconsin (USA) und Mount Lushan (China) organisiert. Bisher
haben 115 Künstler aus 30 Ländern 150 Kunstwerke gestaltet. Der Waldkunstpfad in
Darmstadt hat insgesamt 35 Kunstwerke - davon 21 Kunstwerke aus vergangenen Jahren und
14 neue Kunstwerke.
Neben diesen großartigen Projekten hat Frau Ritschel bereits seit 1995 zehnmal die
Kunstbiennale „Vogelfrei“ initiiert und durchgeführt. Anfänglich als Ausstellung bzw.
Installation von Kunstwerken in Privatgärten des Komponistenviertels konzipiert, fand dieses
Event zuletzt 2013 in Gärten des Paulus- und Steinbergviertels statt. Die Kunstbiennalen
hießen u. a. „Kunstentdeckungen in Privatgärten“ (1995), „Paradiesgärten“ (2005), „Stadtluft
macht frei“ (2009, auf dem Dach des Darmstadtiums) und „StadtgARTen“ (2013). Als
- 4 -
Vorsitzende des Zentrums für Natur und Kunst e. V. hat sie auch für diese Ausstellungen
jeweils einen Katalog herausgegeben: „Vogelfrei 1-10“.
Für ihre ehrenamtlichen Verdienste in den Bereichen „Kunst im Garten“ und „Kunst im Wald“
wurde Frau Ritschel im Jahr 2005 mit der Ehrenurkunde für verdiente Bürgerinnen und Bürger
der Stadt Darmstadt ausgezeichnet.
Frau Ritschel hat sich mit besonderem Engagement auf dem Gebiet der Kunst eingesetzt. Die
bisher stattgefundenen Internationalen Waldkunstpfade erfreuen sich sehr großer Beliebtheit
bei den Besucherinnen und Besuchern. Mit Gründung der Internationalen Waldkunstpfade ist
es Frau Ritschel darüber hinaus gelungen, das Ansehen unserer Stadt über ihre Grenzen
hinaus zu mehren und den Gedanken der Waldkunstpfade als “ künstlerische Auseinander-
setzung mit dem Naturstandort Wald“ auch international bekannt zu machen. Ihre
außerordentlichen Verdienste und ihr uneigennütziger Einsatz sollten durch die Verleihung mit
der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt gewürdigt werden.
Darmstadt, 29.01.2014
100 gö
Dezernat I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2014/0043
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 29.01.2014
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00