A-R/0042/2015
Ausbauoffensive Kindertagesbetreuung
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0042/2015 Antrag Ausbauoffensive Kindertagesbetreuung Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Die Stadt Münster startet eine Ausbauoffensive Kindertagesbetreuung, bei der folgende Grundsätze bei der Schaffung neuer Kindertagesstätten berücksichtigt werden: 1. Der Bau neuer Kindertageseinrichtungen erfolgt in Zukunft verstärkt durch private Träger. Die Räume werden im Anschluss im Rahmen eines langfristigen Mietvertrages vom Träger der Kindertageseinrichtung (höchstens) zum Preis der Mietpauschalen nach KiBiz angemietet. 2. Für Kindertageseinrichtungen wird einmalig ein Standardmodell / eine Standardbauform entwickelt, nach dem / nach der in Zukunft soweit möglich neue Einrichtungen erstellt werden. Auf (Architekturwettbewerbe und) individuelle architektonische Planungen für jeden Standort wird verzichtet. 3. Neben den vorgegebenen Raumprogrammen werden bei der Standardbauform immer die Belange der Inklusion mit berücksichtigt. 4. Zur Erarbeitung von Entwicklungsperspektiven für die Bedarfe bei Angeboten der Kindertagesbetreuung werden die bezirksbezogenen Workshop-Prozesse unter Beteiligung von Verwaltung, Politik, Schulen und Kita-Trägern vor Ort genutzt. Dort werden quartiersbezogene Konzepte für Kinder unter sechs Jahren sowie für Schülerinnen und Schüler im Grundschulbereich entwickelt. Hier werden die Stadtbezirke Mitte, Südost und Hiltrup vorrangig behandelt. 5. Zur Nutzung von Synergieeffekten wird im Stadtteil die enge Anbindung von Kita und Grundschule mitbedacht. Dabei wird geprüft, ob die gemeinsame Nutzung von Küchenräumen, Sanitärräumen und Sporträumen möglich ist. 6. Die weiteren Modelle der Kindertagesbetreuung, wie Tagespflege, Großtagespflege und betrieblich unterstützte Kindertagesbetreuung werden weiterhin unterstützt und ausgebaut. 2 Begründung: Bis zum Jahr 2020 werden in Münster ungefähr eintausend Kinder unter drei Jahren und ebenso eintausend Kinder von drei bis sechs Jahren mehr leben. Die Zahl der Kinder, die als Flüchtlinge in die Stadt kommen, ist bei dieser Planung noch nicht berücksichtigt. Zudem zeigen langfristige Prognosen, dass diese Entwicklungen nicht nur vorübergehend sind, sondern die Münsteraner Bevölkerung langfristig deutlich ansteigen wird. Jedes der über dreijährigen Kinder und mehr als die Hälfte der unter dreijährigen Kinder in Münster wird einen Kinderbetreuungsplatz benötigen. Bei einer flächendeckenden Versorgung mit Betreuungsplätzen müssen zudem noch größere Kapazitäten geschaffen werden, um ein Betreuungsangebot vor Ort sicher zu stellen. Schon aktuell ist es nicht möglich für jedes Kind in Münster ein Betreuungsangebot vor Ort zu gewährleisten. Auf die Stadt Münster kommen daher sehr große Herausforderungen beim Bau von Kindertageseinrichtungen zu. Eine gute Kinderbetreuung und frühe Förderung für Kinder gehört zu den wichtigsten Aufgaben, denen sich die Stadt Münster stellen muss. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch zum guten Aufwachsen in Münster gehören bedarfsgerechte Betreuungsangebote in guter Qualität und von vielfältigen Trägern angeboten. Münster muss sich dem Wachstum stellen und seine Anstrengungen für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Kindertageseinrichtungen weiter steigern. Es ist notwendig vielfältige Betreuungsangebote in wenigen Jahren zu schaffen. Die Verwaltung hat den Ausbau der Betreuungsangebote bisher sehr frühzeitig geplant und erfolgreich durchgeführt. Den weiteren beträchtlichen Ausbau dieser Infrastruktur kann die Stadt Münster jedoch nur schwer alleine bewältigen. Durch das Wachstum der Stadt ist es zusätzlich erforderlich, den notwendigen Wohnraum für Familien zu schaffen und deutlich in den Ausbau der Schulen zu investieren. Die städtische Gesellschaft Wohn- und Stadtbau muss sich auf die Schaffung preiswerten Wohnraums konzentrieren, da für diese Aufgabe kaum private Investoren zur Verfügung stehen. Um die dringend notwendigen Kindertagesstätten zu errichten sollte die Stadt Münster daher private Partner und Träger suchen, die für die Stadt die Kindertagesstätten errichten. Der Betrieb der Einrichtungen soll weiterhin durch bewährte Trägerorganisationen erfolgen, die über ein geeignetes pädagogisches Konzept sowie gute Vernetzungsstrukturen im jeweiligen Quartier verfügen. Es ist zwar schön, aber nicht notwendig bei jedem Bau einer neuen Kindertagesstätte in Gänze neue architektonische Planungen anzufertigen. Jede Kindertagesstätte kann aufbauend auf einem geplanten Standardmodell errichtet werden. Dieses Modell berücksichtigt selbstverständlich die vorgegebenen Raumprogramme und die Bedarfe der Inklusion mit. Das Modell der Standardbauformen wird bereits bei der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften erfolgreich genutzt. Die individuelle Ausgestaltung der Einrichtung erfolgt anschließend durch den Träger der Kindertageseinrichtung, aufbauend auf seinem pädagogischen Konzept. Es ist geplant in jedem Stadtbezirk Workshop-Prozesse zu installieren, bei denen unter 3 Einbeziehung von Politik, Verwaltung und Schulen Konzepte zur Versorgung der Schülerinnen und Schüler im Grundschulbereich entwickelt werden. Die Bedarfe der Kindertagesbetreuung sollen dabei mit berücksichtigt werden. Da vielfältige Vernetzungsgeflechte zwischen Grundschule und Kindertagesstätte bestehen und auch notwendig sind, ist es sinnvoll die Planungen gemeinsam im Stadtteil abzustimmen. Wo möglich kann und sollte die Anbindung einer Kita an eine Grundschule auch so eng sein, dass eine gemeinsame Nutzung von Räumen angestrebt wird. gez. Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldma nn Philipp Hagemann Marius Herwig Mathias Kerstin g Michael Kleyboldt Marianne Koch Katharina Köhnk e Thomas Kollmann Gaby Kubig-Steltig Hedwig Lieke fedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyfferth Ludger St einmann Julia Suuck Beate Vilhjalmsson Robert von Olber g Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0042/2015
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 09.06.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37