2018/0255
Bebauungsplan O 32 – Mathildenhöhe Ost - (Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung)
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Kontakt Wissenschaftsstadt Darmstadt Stadtplanungsamt Technisches Stadthaus / Bessunger Straße 125, Block D 64295 Darmstadt Telefon 06151 13-2092, Fax: 06151-13 2088 E-Mail stadtplanungsamt@darmstadt.de Bauleitplanverfahren O 32 - Mathildenhöhe Ost - Informationen zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung 1. Worum es geht Das Planungsgebiet umfasst die Flächen des Nord- und Ost- hangs am Rande der Mathildenhöhe und erstreckt sich zwi- schen der Dieburger Straße und der Erbacher Straße. Nachdem für den Kernbereich der Mathildenhöhe mit seinen bedeutenden Denkmälern eine Bewerbung zur Nominierung als UNESCO-Welterbestätte vorbereitet wird, ist es auch ein Ziel der Stadtentwicklung, die Bereiche der sogenannten Puf- ferzone, die das Antragsgebiet für die angestrebte Welterbe- stätte umschließt, durch Bauleitpläne zu sichern und zukünftige Planungen mit den Zielen des Welterbeantrags in Einklang zu bringen. Neben diesen allgemeinen Zielen steht hier insbeson- dere die Entwicklung der städtischen Freifläche am Osthang mit einem zukünftigen Besucherzentrum und weiteren kulturellen Nutzungen im Vordergrund. 2. Ziel und Zweck der Planung Ziel des Bebauungsplanes O 32 ist es, den von unterschied- lichen Entwicklungen sehr heterogen geprägten Nord- und Ost- hang der Mathildenhöhe weiter zu entwickeln und die städte- bauliche Umgebung des Nominierungsgebietes (Pufferzone) so- wie die Flächen für ein Besucherzentrum und weitere kulturelle Einrichtungen durch die Bauleitplanung zu sichern. Mit Blick auf das Ensemble Mathildenhöhe ist auch die Fernwir - kung des Ensembles sowie die Auswirkung der Bebauung auf die Stadtsilhouette zu berücksichtigen. Bereits die bestehende Bebauung stellt aus bestimmten Blickrichtungen eine empfind- liche Störung dieser einmaligen Wirkung dar. Deshalb ist ins- besondere in der direkten Umgebung darauf zu achten, dass keine weitere Häufung von unterschiedlichen Hochbauten den vorhandenen Umriss der Stadtkrone beeinträchtigt. Die bestehende Bebauung soll unter Berücksichtigung der bau- historisch bedeutenden Umgebung planungsrechtlich gesichert werden. 3. Bestand Der Bereich ist geprägt durch sehr heterogene Bauformen und unterschiedliche Gebäude- und Grundstücksgrößen. Der Nord- osthang wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört. Mit Aufgabe der dort ansässigen Brauereien entstanden im Zuge des Großwoh- nungsbaus der späten 1960er Jahre kreuzförmige Punkthäuser mit bis zu 10 Geschossen, die in Abänderung der Planung durch eine angrenzende Baugruppe mit sieben Geschossen sowie eine niedrigere Randbebauung ergänzt wurden. Ein für den Ost- hang geplanter Hotelneubau wurde nie umgesetzt. Aber auch unabhängig vom Bewerbungsverfahren für die Ma- thildenhöhe ist es aus städtebaulicher Sicht notwendig, die heute noch bestehenden unterschiedlichen planungsrechtlichen Bedingungen (Bereiche mit veraltetem Bauplanungsrecht neben Bereichen ohne bauplanungsrechtliche Regelungen) aufzuhe- ben und mit der Aufstellung dieses Bebauungsplans klare Richt- linien für die weitere städtebauliche Entwicklung zu definieren. Das zukünftige einheitliche Planungsrecht, welches mit dem Be- bauungsplan O 32 geschaffen wird, gibt insbesondere unter Be- achtung des gestiegenen Nutzungsdruckes innerhalb des ge- samten Stadtgebietes eine gesicherte Grundlage für die Zukunft des Gebietes. So kommt dem zukünftigen Bebauungsplan bei der städtebaulichen Entwicklung eine besondere Bedeutung zu. Stand: 4. September 2018 Im Gegensatz zu den städtischen Bau- und Wohnformen findet man östlich des Fiedlerwegs eher eine villenartige, stark durch- grünte Wohnbebauung, die sich zur Erbacher Straße hin wieder zu einer mehrgeschossigen Blockrandbebauung verdichtet. 4. Die wichtigsten Neuordnungsvorschläge Von besonderer Bedeutung ist die Entwicklung des unbebauten Grundstücks nördlich des Olbrichwegs. Neue Impulse gab es hier bereits im Rahmen des Architektur- Sommers 2014, in wel- chem das Grundstück durch temporäre Bebauungen bespielt wurde. Die sog. Main-Hall wurde schließlich zum Schauplatz für eine ganze Reihe von kulturellen Veranstaltungen, die bis heute fortgesetzt werden. Mit dieser kulturellen Nutzung der wichtigen Teilfläche wurde bereits ein politisches Ziel der zukünftigen Entwicklung definiert und zugleich der historischen Entwicklung der Mathildenhöhe Rechnung getragen. Die städtische Freifläche am Osthang ist als zentraler Entwick- lungsbereich für das zukünftige Besucherzentrum Mathilden- höhe und die ergänzenden kulturellen Nutzungen vorgesehen. Durch den Masterplan Mathildenhöhe, der im Rahmen des Ma- nagementplans für das Nominierungsgebiet erstellt wurde, ist mit Hilfe verschiedener Planungsszenarien bereits eine mög- liche bauliche Entwicklung geprüft worden. Diese Rahmen- bedingungen sind in die Auslobung des Wettbewerbs für die Neuordnung des Osthangs und das Besucherzentrum einge- gangen. Der Wettbewerb wird 2018 abgeschlossen, die Er - gebnisse werden dann zur Grundlage für den Bebauungsplan O 32, um die rechtlichen Voraussetzungen für die neue Bebau- ung zu schaffen. 5. Weiteres Vorgehen Dieses Informationsblatt, in dem die Grundzüge der Planung dargestellt sind, wird zusätzlich zur Auslegung im Stadtpla- nungsamt in das Internet eingestellt und an alle Eigentümer und Eigentümerinnen, Bewohner und Bewohnerinnen verteilt. Wir wollen Sie damit einladen, aus Ihrer Sicht Anregungen zu geben und mit uns zu besprechen. Unter Prüfung und Beachtung Ihrer Anregungen, die Sie bitte in den nächsten 4 Wochen äußern sollten, sowie auf Grundlage der hier vorgestellten Planungs- grundsätze wird das Stadtplanungsamt einen Bebauungsplan- entwurf erarbeiten. Ihre Anregungen richten Sie bitte an die un- terstehende Adresse. Wenn die städtischen Gremien diesen Entwurf beschlossen ha- ben, wird er für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt. Während dieser Zeit haben Sie erneut die Gelegenheit, zu dem Entwurf Ihre Anregungen zu äußern. Der Zeitraum dieser Offenla- ge wird im Darmstädter Echo und im Internet bekannt gemacht. Ihre Anregungen werden sorgfältig geprüft und der Stadtverord- netenversammlung vorgelegt. Diese entscheidet, inwieweit sie berücksichtigt werden können. Über die Entscheidung werden Sie anschließend informiert. Neben der baulichen Neuordnung des Bereichs kommt auch der Bewertung und Berücksichtigung der grünordnerischen Rah- menbedingungen und Maßnahmen eine große Bedeutung zu. Hierbei ist neben den Quartiersfreiflächen besonders die Bedeu- tung der gesamtstädtischen, stadträumlichen Grün- und Bio- topvernetzungspotentiale zu beachten. Zwischen der Rosenhö- he im Osten und dem Herrngarten im nördlichen Stadtzentrum bestehen unterschiedlich ausgeprägte Grün- und Frischluftkorri- dore, die bei der weiteren baulichen Entwicklung berücksichtigt werden sollen. Entwicklungsflächen für den Osthang (Auszug Masterplan 2017) Grün- und Frischluftvernetzung
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Magdalena
Russ. Orth. Kirche
der hl. Maria
Platanenhain
Wolfskehlstraße
Wolfskehlstraße
Am
Löwentor
Seitersweg
Wolfskehlstraße
Ludwig-Engel-Weg
Erbacher
Straße
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Hochzeitsturm
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Hoetgerweg
Erbacher
Straße
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Mathildenhöhweg
Prinz-Christians-Weg
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Heinrich-Jobst-Treppe
Bauhausweg
Nikolaiweg
Eugen-Bracht-Weg
Eugen-Bracht-Weg
Fiedlerweg
Taunusstraße
Hohler
Weg
Dieburger Straße
Dieburger
Straße
Olbrichweg
Olbrichweg
Olbrichweg
Seitersweg
Spessartring
Erbacher Straße
Schwarzwaldring
Christiansenweg
Alexandraweg
Alexandraweg
Alexandraweg
Spielplatz
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Hochschule für Gestaltung
Biergarten
Tiefgarage
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Tiefgarage
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Tiefgarage
Tiefgarage
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Park / öffentliche Grünfläche
"Osthang"
öffentliche Grünfläche
Kleingärten
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Öffentliche Fläche
Baumallee
Wohngebäude mit gewerblicher
Nutzung im Erdgeschoss
Hochschule Darmstadt
Hotel
Wohnnutzung
Gastronomie
Parkplätze
Nebengebäude
W e r k S t a d t A r c h i t e k t e n u n d S t a d t p l a n e r
M a g d a l e n e n s t r a ß e 1 7 6 4 2 8 9 D a r m s t a d t
T e l : 0 6 1 5 1 - 7 4 0 9 1 F a x 0 6 1 5 1 - 7 4 0 9 8
Gebäudenutzung M. 1 : 1000
Darmstadt September 2018
öffentl. Grün-/Platzflächen
Fußwege
öffentl. Verkehrsflächen
P
Parkdecks / Tiefgaragen TG
B a u l e i t p l a n v e r f a h r e n B e b a u u n g s p l a n " O 32 - M a t h i l d e n h ö h e O s t - "
Gebäudenutzung
Stellplatznutzung
Einzelhandel
( Anlage 3 )
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W e r k S t a d t A r c h i t e k t e n u n d S t a d t p l a n e r
M a g d a l e n e n s t r a ß e 1 7 6 4 2 8 9 D a r m s t a d t
T e l : 0 6 1 5 1 - 7 4 0 9 1 F a x 0 6 1 5 1 - 7 4 0 9 8
Gebäudetypen / DachformenM. 1 : 1000
Darmstadt September 2018
Walmdach Satteldach Flachdach
B a u l e i t p l a n v e r f a h r e n B e b a u u n g s p l a n " O 32 - M a t h i l d e n h ö h e O s t - "
Gebäudetypen / Dachformen ( Anlage 5 )
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PO a ’ Bauleitplanverfahren Bebauungsplan "032-Mathildenhöhe Ost-" N; % M. 1:1000 a
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Punkt 14: Bebauungsplan O 32 – Mathildenhöhe Ost - (Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung) (V-Nr. 2018/0255) Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
22.08.2018
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
III 61
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2018/0255
Magistratsbeschluss-Nr.
327
Internetfähig
Produkt-Nr.: 511020
Kostenstelle: 061-010-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5110-21 Sachkonto:
Betreff: Bebauungsplan O 32 – Mathildenhöhe Ost - (Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung)
Vorlage vom: 17.08.2018
Beschlussvorschlag:
1. Den allgemeinen Zielen und Zwecken der Planung (Faltblatt, Anlage 1) und dem
Maßnahmenplan (Anlage 2), zum Bebauungsplan O 32 – Mathildenhöhe Ost – wird
zugestimmt. Sie sind der frühzeitigen Unterrichtung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1
BauGB und der Unterrichtung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange
gem. § 4 Abs. 1 BauGB zugrunde zu legen (Anlagen 1 und 2 werden zu den Sitzungen
aufgehängt/ausgelegt).
2. Die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB erfolgt durch
öffentliche Auslegung der unter Punkt 1 genannten Planungsunterlagen und der Pläne zur
städtebaulichen Bestandsanalyse (Anlagen 3 bis 7, werden ebenfalls zu den Sitzungen
aufgehängt / ausgelegt) für die Dauer eines Monats beim Stadtplanungsamt mit
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gleichzeitiger Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung. Zusätzlich werden die
Planungsziele in Form eines DIN A 3 Faltblatts (Anlage 1) als Hauswurfsendung im
Geltungsbereich an die Anwohnerschaft verteilt sowie an die Eigentümerinnen und
Eigentümer versendet.
Die frühzeitige Unterrichtung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange
gem. § 4 Abs. 1 BauGB erfolgt schriftlich parallel zur frühzeitigen Unterrichtung der
Öffentlichkeit.
Anlagen: Anlage 1 Faltblatt
Anlage 2 Maßnahmenplan
Anlage 3 Nutzung
Anlage 4 Ausnutzung
Anlage 5 Gebäudetypen
Anlage 6 Luftbild
Anlage 7 Baum- und Biotopkartierung
(Anlagen 1 bis 7 sind der Magistratsvorlage auf DIN A 4 verkleinert beigefügt
und werden zu den Sitzungen in Originalgröße aufgehängt/ausgelegt)
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Hinweis:
Durch diesen Bebauungsplan entstehen keine direkten Folgekosten.
Solche entstehen durch die Be bauung auf den privaten und öffentlichen
Flächen. Diese Kosten öffentlicher Projekte werden den entsprechenden
Kostenträgern zugeordnet und sind nicht Gegenstand der Bauleitplanung.
Beschluss des Magistrats vom 27.08.2018
Der Vorlage wird zugestimmt.
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Begründung zur Magistratsvorlage 2018/0255 vom 17.08.2018:
Anlass und Ziel der Planung
Für den Kernbereich der Mathildenhöhe mit seinen bedeutenden Denkmälern wird derzeit die
Bewerbung für eine Nominierung als Welterbestätte fertiggestellt. Alle Bereiche, welche
innerhalb der Pufferzone zum Nominierungsgebiet liegen, sollen durch Bebauungspläne
gesichert und in ihrer Entwicklung gesteuert werden.
Für die städtische Freifläche am Osthang wurde im Rahmen des Masterplans Mathildenhöhe
ein kulturell es Entwicklungskonzept erarbeitet, welche die Grundlage für die weiteren
baulichen Vorhaben darstellt. Zentrales Vorhaben für den Beginn dieser Neuausrichtung ist
ein Besucherzentrum am westlichen Ende des städtischen Grundstücks, welches eine
wichtige Funktion auch mit Blick auf die UNESCO -Anforderungen erfüllt.
Für das Besucherzentrum wird derzeit ein Wettbewerb durchgeführt, welcher einen Entwurf
für das Besucherzentrum sowie die weitere städtebauliche Entwicklung des Umfeldes
beinhaltet. Die Vorgaben f ür die Wettbewerbsauslobung entsprechen den Vorgaben, welche
in die frühzeitige Bürgerbeteiligung eingeflossen sind.
Im Rahmen der Bundesförderung für „Nationale Projekte des Städtebaus “ wurde für das
„Premiumprojekt Entwicklung Mathildenhöhe “ die besondere Relevanz der kulturellen
Entwicklung auf dem Osthang bestätigt. Der Bebauungsplan stellt eine wesentliche
Voraussetzung zur Realisierung des Besucherzentrums im Rahmen der kulturellen
Konzeption für die Mathildenhöhe dar.
Zusammen mit den Frages tellungen zum Welterbeantrag werden auch die städtebaulichen
und inhaltlichen Zielsetzungen für den Osthang und seine Einbindung in die direkte
Umgebung weiter entwickelt und neu ausgerichtet.
Bisherige Entwicklung der Mathildenhöhe im Bereich des Osthangs
Mit Beginn der ersten Ausstellung „Ein Dokument deutscher Kunst“ wurde die Mathildenhöhe
erstmals bewusst baulich in die städtische Entwicklung mit einbezogen. Der Osthang ist
jedoch jenseits von Lucasweg und Olbrichweg nur zu kleinen Teilen bebaut gew esen. Dies
hängt auch damit zusammen, dass die Brauereien sich nach 1905 deutlich ausgeweitet
haben und einen wesentlichen Teil des Geländes zwischen der Dieburger Straße und dem
Olbrichweg einnahmen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde auch die Mathildenhöhe star k zerstört, ebenso die Bereiche am
Osthang. Die Brauereianlagen mit ihren Produktions - und Lagerstätten wurden z. T. wieder
aufgebaut (Anker -Brauerei), wurden dann aber in den 1960er Jahren nach und nach
aufgegeben. Ende der 1960er Jahre entstand am Olbric hweg als Ersatz für den vormaligen
Geschosswohnungsbau der Ausstellung von 1914 das neue Gebäude für den Fachbereich
Gestaltung der Hochschule Darmstadt und war damit die erste größere Bautätigkeit nach
dem Krieg. Das Gebäude wurde 1986 erweitert.
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Östlich des Fiedlerwegs im Bereich bis zur Bahnlinie ist eine Reihe von Wohngebäuden zu
finden. Neben einer Häuserzeile aus der Gründerzeit entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg
am äußeren Olbrichweg und am Seitersweg unterschiedliche Wohngebäude, deren
Ausprägung vom Bungalow bis zum fünfgeschossigen Mehrfamilienhaus reicht.
Mit der Aufgabe der Brauereien stellte sich erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg die Frage
nach einer umfassenden Neuordnung dieses Bereiches. Am 13.07.1972 wurde daher die
Aufstellung des Be bauungsplans O 13 – Mathildenhöhe Ost – beschlossen. Das Inkrafttreten
dieses Bebauungsplans erfolgte bereits am 23. Januar 1974. Noch unter der Einwirkung des
Großwohnungsbaus der späten 1960er Jahre und etwas zeitversetzt zu Projekten wie Neu -
Kranichstein und Eberstadt Süd wurden sechs kreuzförmige Punkthäuser mit bis zu 12
Geschossen sowie eine ergänzende Randbebauung mit bis zu vier Geschossen geplant. In
Ergänzung dazu wurden auf dem städtischen Grundstück am Olbrichweg die
Voraussetzungen für ein Hotel als siebengeschossiges Terrassenhaus geschaffen.
Die städtische Fläche am Olbrichweg blieb bis heute unbebaut, der Hotelbau wurde ebenso
wenig realisiert wie spätere Vorhaben, wie sie beispielsweise in dem Ideenwettbewerb aus
dem Jahr 1983 vorgeschlagen wurden.
Seit dem Werkstatt -Verfahren („Forum Mathildenhöhe“) aus dem Jahre 2006 wurde die
kulturelle Entwicklung der Mathildenhöhe in den Vordergrund gestellt, welche sie auch über
Jahrzehnte geprägt hat. Seit dem Architektur -Sommer 2014 mit seinen tempo rären
Bebauungen wird das freie Grundstück auf dem Osthang wieder bespielt und für eine Reihe
von kulturellen Veranstaltungen genutzt.
Zukünftige Entwicklung der Mathildenhöhe im Bereich des Osthangs
Das kulturelle Leitbild für die Mathildenhöhe stellt die Grundlage für die bauliche
Weiterentwicklung im Masterplan Mathildenhöhe dar, der im Rahmen des Managementplans
für das Nominierungsgebiet der Künstlerkolonie Mathildenhöhe von der Architektur- und
Planungsgesellschaft mbH in Kassel (ANP) entwickelt wurde.
Durch verschiedene Bebauungsszenarien wurde geprüft, welche möglichen Nutzflächen für
die Freiflächen am Osthang realisierbar sind . Dabei wurden die Flächen für das
Besucherzentrum ermittelt sowie Flächen für ergänzende kulturelle Einrichtungen
berücksichtigt.
Teil der ergänzenden kulturellen Einrichtungen sind Ausstellungsflächen und
Mehrzweckräume für die städtische Kunstsammlung, Räume für das Institut für neue
Technische Form (INTEF) , den Deutschen Werkbund sowie für die entsprechende
Infrastruktur und Betriebseinrichtungen. Die s bezieht auch die Entwicklung der kleinen
Freifläche am Nordhang östlich des Lucaswegs mit ein .
Ziel des Bebauungsplans: Sensible Integration in das Stadtbild
Der von verschiedensten Entwicklungen insbesondere der Nachkriegszeit sehr heterogen
geprägte Osthang der Mathildenhöhe soll weiter entwickel t und in die städtebauliche
Umgebung (Pufferzone) des Nominierungsgebietes integriert werden . Dabei sind die
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Fernwirkung des Ensembles sowie die Auswirkung der Bebauung a uf die Stadtsilhouette zu
berücksichtigen.
Bereits die vorhandene Bebauung stellt aus bestimmten Blickrichtungen eine empfindliche
Störung dieser prägenden Stadtsilhouette dar. Deshalb ist insbesondere in der direkten Nähe
des Nominierungsgebietes darauf zu achten, keine Hochbauten entstehen zu lassen welche
den vorhandenen Umriss der Stadtkrone stören könnten.
Auch ist der Anschluss der Bebauung an sehr unterschiedlich geprägte Bereiche bei den
Übergängen zu anderen Siedlungsteilen besonders zu beachten. Das z. T. direkte Gegenüber
zur Bebauung der Künstlerhäuser muss in Bezug auf die Vermeidung von Brüchen im
Stadtgefüge beachtet werden.
Ziel soll aber auch sein, den Osthang zu einer weiteren Hauptseite der Mathildenhöhe
aufzuwerten, nicht zuletzt, da a uch der Zugang vom Ostbahnhof her an Bedeutung gewinnen
wird. Die „Vierte Seite“ der Mathildenhöhe soll aus ihrer z. T. isolierten Rolle herausgeholt
und als ebenbürtiger Stadtraum zu den anderen Seiten weiterentwickelt werden.
Zu 1.:
Das Bebauungsplanverfahren wurde am 17.05.2018 durch einen Aufstellungsbeschluss der
Stadtverordnetenversammlung eingeleitet und die Planungsziele durch eine Veränderungs -
sperre gesichert (MV-Nr. 218/0110).
Zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange sind die
Planungsunterlagen als Grundlage dieses Verfahrensschrittes erstellt worden.
Die Planungsunterlagen bestehen aus einem DIN A 3 Faltblatt (Allgemeine Ziele und Zwecke
der Planung) (Anlage 1), dem Maßnahmenplan zum Bebauungsplan O 32 (Anlage 2) sowie
fünf großformatigen Plänen zur städtebaulichen Bestandsanalyse (Anlage 3 bis 7
Das Faltblatt (Anlage 1) und die großformatigen, farbigen Pläne (Anlagen 2 bis 7), die der
Magistratsvorlage auf DIN A 4 verkleinert beiliegen, können auch in PARLIS maßstabsfrei
eingesehen werden und werden zusätzlich zu den Sitzungen in Originalgröße (DIN A 3)
aufgehängt/ausgelegt.
Zu 2.:
Das BauGB schreibt in § 3 Abs. 1 zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung vor, die
Öffentlichkeit über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung frühzeitig zu unterrichten.
Dazu erfolgt eine einmonatige öffentliche Auslegung der Anlagen 1 bis 7 beim
Stadtplanungsamt, mit der zugleich den Bürgern die Möglichkeit gegeben wird, ihre
Stellungnahmen im Stadtplanungsamt vorzubringen und zu erörtern. Dies wird ortsüblich
bekannt gemacht. Um möglichst viele Anwohner / Eigentümer im Plangebiet zu erreichen,
wird zusätzlich das Faltblatt (Anlage 1) an die Haushalte verteilt bzw. per Pos t versendet.
Parallel zur frühzeitigen Unterrichtung der Öffentlichkeit werden die Behörden und sonstigen
Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB schriftlich über die Planung informiert.
Nach Ablauf dieser frühzeitigen Beteiligung werden die e ingegangenen Stellungnahmen
geprüft und ggf. in der weiteren Planung berücksichtigt.
Die Dezernentin III:
Dr. Barbara Boczek
Stadträtin
Darmstadt, den 17.08.2018
61.3 cb Nst. 2930
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Punkt 22: Bebauungsplan O 32 – Mathildenhöhe Ost - (Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung) - Kenntnisnahme - (V-Nr. 2018/0255) Stadtve. Klaff-Isselmann (CDU) verlässt unter Hinweis auf § 25 HGO den Sitzungssaal und nimmt an der Beratung nicht teil. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
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Taunusstraße 47 I 65183 Wiesbaden I Fon (0611) 53 173 - 0 I Fax - 88 info@dielandschaftsarchitekten.de I www.dielandschaftsarchitekten.de Projekt: Bebauungsplan Mathildenhöhe Ost O32 Planinhalt: Baum- und Biotopkartierung Plan-Nr.: DLA 1085-18-2 Maßstab: 1:500 Plangröße: 1189 X 950 Datum: 13.08.2018 Gez.: Bue/Sli im Auftrag für: Werkstadt Architekten+Stadtplaner Magdalenenstraße 17 64489 Darmstadt 1 3 2 Laubbaum Nadelbaum Baumnummer (Kartierungnummer) (vgl. Baumliste Anhang XX) Arten- und strukturarme Hausgärten Dachflächen extensiv begrünt Dachflächen nicht begrünt Befestigte u. begrünte Flächen Wasserdurchlässige Flächen- befestigung Nahezu versiegelte Flächen Sehr stark o. völlig versiegelte Flächen Geltungsbereich Bebauungsplan Legende 10.510 10.520 10.530 10.540 10.710 10.720 11.221 11.222 B Baumgruppe Einordnung nach Hessischer Kompensationsverordnung Anlage 3: Wertliste nach Nutzungstypen Parks, Villensiedlungen mit Großbaumbestand 11.231 B Arten- und strukturreiche Hausgärten Dachflächen intensiv begrünt10.730 wertvoller Einzelbaum (biotopprägend) Hecken-/ Gebüschpflanzungen (straßenbegleitend) 02.600 Olbrichweg Wolfskehlstraße Wolfskehlstraße Am Löwentor Wolfskehlstraße Hoetgerweg Fiedlerweg Seitersweg Mathildenhöhweg Prinz-Christians-Weg Prinz-Christians-Weg Lucasweg Heinrich-Jobst-Treppe Bauhausweg Fiedlerweg Hohler Weg Dieburger Straße Dieburger Straße Olbrichweg Olbrichweg Seitersweg Spessartring Erbacher Straße Schwarzwaldring Christiansenweg Alexandraweg Alexandraweg 106 110 1 2 3 4 5 6 7 8 12 1110 9 13 14 1516 19 17 18 20 2122 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 4243 4546 47 48 49 50 51 52 53 44 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 6970 7172 73 74 75 767778 79 80 81 8283 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 98 9796 95 99 100 101 102 103 104 105 106107 108 109110 111 112 113 114 115116117 118 119 120 121 122123124 125126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139140 141 142143 144 145 146 147148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162163 164 165 166167 168 169 170 171 172 173 174175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186187188 189 190 207 206205204 203202 201 200 199 198 197 196 195 194 193 192 191 208 209 210 211 212213214 215 216217 218 219220 221222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 243 242 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260261262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272273 274275 276 277 278 271a 16a 17a 21a 37a 66a 76a 75a 85a 212a 215a 215c 215d 215b 207b207a 112b 116a116b 121a 122a 133a 104a 104b 104c 104d 104e 103a 105c 105b 105a 112a 210a 204a204b 204c 146/24 184a 129 178 189 132 133 1 2 3 5 14 38 39 64 244 247 248 249 278 210a 216 218 217 219 220 221 222 223 224225 226 227 228 229 230 231 232 234 233 235 235a 236 237 238 239 240 242 241 243 244 247 246 245 248 249 250 252 253 254 251 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265266 267268 269 270 273 274 271 272 275 276 277 278279280 281 283 284 282 285 286 287288 289 290 291 294 292 293 295 296 297 298299 300 301 302303 110a 110 108 106 104 102 100 99 95 93 91 89 87 85 83 81 81 79 77 75 73 71 69 67 65 63 61 59 57 55 53 49 47 45 43 42 41 40 109 107 105 103 101 98 96 94 92 90 88 86 84 82 80 78 76 74 72 70 68 66 64 62 60 58 56 54 52 50 48 46 44 1 2 3 4 5 6 7 8 9 11 12 13 14 10 304 305 306 307 308 310 309 311 312 313 314 315 317316 318 319 320 321 322 323 1414 Wolfskehlstraße Wolfskehlstraße Am Löwentor Wolfskehlstraße Seitersweg Mathildenhöhweg Prinz-Christians-Weg Prinz-Christians-Weg Heinrich-Jobst-Treppe Bauhausweg Fiedlerweg Hohler Weg Dieburger Straße Olbrichweg Olbrichweg Erbacher Straße Schwarzwaldring Christiansenweg Alexandraweg Alexandraweg Anlage 7
2018/0255
11911 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
22.08.2018
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2018/0255
Magistratsbeschluss-Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 511020
Kostenstelle: 061-010-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5110-21 Sachkonto:
Betreff: Bebauungsplan O 32 – Mathildenhöhe Ost - (Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung)
Vorlage vom: 17.08.2018
Beschlussvorschlag:
1. Den allgemeinen Zielen und Zwecken der Planung (Faltblatt, Anlage 1) und dem
Maßnahmenplan (Anlage 2), zum Bebauungsplan O 32 – Mathildenhöhe Ost – wird
zugestimmt. Sie sind der frühzeitigen Unterrichtung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1
BauGB und der Unterrichtung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange
gem. § 4 Abs. 1 BauGB zugrunde zu legen (Anlagen 1 und 2 werden zu den Sitzungen
aufgehängt/ausgelegt).
2. Die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB erfolgt durch
öffentliche Auslegung der unter Punkt 1 genannten Planungsunterlagen und der Pläne zur
städtebaulichen Bestandsanalyse (Anlagen 3 bis 7, werden ebenfalls zu den Sitzungen
aufgehängt / ausgelegt) für die Dauer eines Monats beim Stadtplanungsamt mit
gleichzeitiger Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung. Zusätzlich werden die
Planungsziele in Form eines DIN A 3 Faltblatts (Anlage 1) als Hauswurfsendung im
- 2 –
Geltungsbereich an die Anwohnerschaft verteilt sowie an die Eigentümerinnen und
Eigentümer versendet.
Die frühzeitige Unterrichtung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange
gem. § 4 Abs. 1 BauGB erfolgt schriftlich parallel zur frühzeitigen Unterrichtung der
Öffentlichkeit.
Anlagen: Anlage 1 Faltblatt
Anlage 2 Maßnahmenplan
Anlage 3 Nutzung
Anlage 4 Ausnutzung
Anlage 5 Gebäudetypen
Anlage 6 Luftbild
Anlage 7 Baum- und Biotopkartierung
(Anlagen 1 bis 7 sind der Magistratsvorlage auf DIN A 4 verkleinert beigefügt
und werden zu den Sitzungen in Originalgröße aufgehängt/ausgelegt)
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Hinweis:
Durch diesen Bebauungsplan entstehen keine direkten Folgekosten.
Solche entstehen durch die Bebauung auf den privaten und öffentlichen
Flächen. Diese Kosten öffentlicher Projekte werden den entsprechenden
Kostenträgern zugeordnet und sind nicht Gegenstand der Bauleitplanung.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 –
Begründung zur Magistratsvorlage 2018/0255 vom 17.08.2018:
Anlass und Ziel der Planung
Für den Kernbereich der Mathildenhöhe mit seinen bedeutenden Denkmälern wird derzeit die
Bewerbung für eine Nominierung als Welterbestätte fertiggestellt. Alle Bereiche, welche
innerhalb der Pufferzone zum Nominierungsgebiet liegen, sollen durch Bebauungspläne
gesichert und in ihrer Entwicklung gesteuert werden.
Für die städtische Freifläche am Osthang wurde im Rahmen des Masterplans Mathildenhöhe
ein kulturelles Entwicklungskonzept erarbeitet, welche die Grundlage für die weiteren
baulichen Vorhaben darstellt. Zentrales Vorhaben für den Beginn dieser Neuausrichtung ist
ein Besucherzentrum am westlichen Ende des städtischen Grundstücks, welches eine
wichtige Funktion auch mit Blick auf die UNESCO -Anforderungen erfüllt.
Für das Besucherzentrum wird derzeit ein Wettbewerb durchgeführt, welcher einen Entwurf
für das Besucherzentrum sowie die weitere städtebauliche Entwicklung des Umfeldes
beinhaltet. Die Vorgaben für die Wettbewerbsauslobung entsprechen den Vorgaben, welche
in die frühzeitige Bürgerbeteiligung eingeflossen sind.
Im Rahmen der Bundesförderung für „Nationale Projekte des Städtebaus “ wurde für das
„Premiumprojekt Entwicklung Mathildenhöhe “ die besondere Relevanz der kulturellen
Entwicklung auf dem Osthang bestätigt. Der Bebauungsplan stellt eine wesentliche
Voraussetzung zur Realisierung des Besucherzentrums im Rahmen der kulturellen
Konzeption für die Mathildenhöhe dar.
Zusammen mit den Fragestellungen zum Welterbeantrag werden auch die städtebaulichen
und inhaltlichen Zielsetzungen für den Osthang und seine Einbindung in die direkte
Umgebung weiter entwickelt und neu ausgerichtet.
Bisherige Entwicklung der Mathildenhöhe im Bereich des Osthangs
Mit Beginn der ersten Ausstellung „Ein Dokument deutscher Kunst“ wurde die Mathildenhöhe
erstmals bewusst baulich in die städtische Entwicklung mit einbezogen. Der Osthang ist
jedoch jenseits von Lucasweg und Olbrichweg nur zu kleinen Teilen bebaut gewesen. Dies
hängt auch damit zusammen, dass die Brauereien sich nach 1905 deutlich ausgeweitet
haben und einen wesentlichen Teil des Geländes zwischen der Dieburger Straße und dem
Olbrichweg einnahmen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde auch die Mathildenhöhe stark zerstört, ebenso die Bereiche am
Osthang. Die Brauereianlagen mit ihren Produktions - und Lagerstätten wurden z. T. wieder
aufgebaut (Anker -Brauerei), wurden dann aber in den 1960er Jahren nach und nach
aufgegeben. Ende der 1960er Jahre entstand am Olbrichweg als Ersatz für den vormaligen
Geschosswohnungsbau der Ausstellung von 1914 das neue Gebäude für den Fachbereich
Gestaltung der Hochschule Darmstadt und war damit die erste größere Bautätigkeit nach
dem Krieg. Das Gebäude wurde 1986 erweitert.
- 4 –
Östlich des Fiedlerwegs im Bereich bis zur Bahnlinie ist eine Reihe von Wohngebäuden zu
finden. Neben einer Häuserzeile aus der Gründerzeit entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg
am äußeren Olbrichweg und am Seitersw eg unterschiedliche Wohngebäude, deren
Ausprägung vom Bungalow bis zum fünfgeschossigen Mehrfamilienhaus reicht.
Mit der Aufgabe der Brauereien stellte sich erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg die Frage
nach einer umfassenden Neuordnung dieses Bereiches. Am 13.07.1972 wurde daher die
Aufstellung des Bebauungsplans O 13 – Mathildenhöhe Ost – beschlossen. Das Inkrafttreten
dieses Bebauungsplans erfolgte bereits am 23. Januar 1974. Noch unter der Einwirkung des
Großwohnungsbaus der späten 1960er Jahre und etw as zeitversetzt zu Projekten wie Neu -
Kranichstein und Eberstadt Süd wurden sechs kreuzförmige Punkthäuser mit bis zu 12
Geschossen sowie eine ergänzende Randbebauung mit bis zu vier Geschossen geplant. In
Ergänzung dazu wurden auf dem städtischen Grundstüc k am Olbrichweg die
Voraussetzungen für ein Hotel als siebengeschossiges Terrassenhaus geschaffen.
Die städtische Fläche am Olbrichweg blieb bis heute unbebaut, der Hotelbau wurde ebenso
wenig realisiert wie spätere Vorhaben, wie sie beispielsweise in dem Ideenwettbewerb aus
dem Jahr 1983 vorgeschlagen wurden.
Seit dem Werkstatt -Verfahren („Forum Mathildenhöhe“) aus dem Jahre 2006 wurde die
kulturelle Entwicklung der Mathildenhöhe in den Vordergrund gestellt, welche sie auch über
Jahrzehnte geprägt hat. S eit dem Architektur -Sommer 2014 mit seinen temporären
Bebauungen wird das freie Grundstück auf dem Osthang wieder bespielt und für eine Reihe
von kulturellen Veranstaltungen genutzt.
Zukünftige Entwicklung der Mathildenhöhe im Bereich des Osthangs
Das k ulturelle Leitbild für die Mathildenhöhe stellt die Grundlage für die bauliche
Weiterentwicklung im Masterplan Mathildenhöhe dar, der im Rahmen des Managementplans
für das Nominierungsgebiet der Künstlerkolonie Mathildenhöhe von der Architektur- und
Planungsgesellschaft mbH in Kassel (ANP) entwickelt wurde.
Durch verschiedene Bebauungsszenarien wurde geprüft, welche möglichen Nutzflächen für
die Freiflächen am Osthang realisierbar sind . Dabei wurden die Flächen für das
Besucherzentrum ermittelt sowie Flächen für ergänzende kulturelle Einrichtungen
berücksichtigt.
Teil der ergänzenden kulturellen Einrichtungen sind Ausstellungsflächen und
Mehrzweckräume für die städtische Kunstsammlung, Räume für das Institut für neue
Technische Form (INTEF) , den Deutschen Werkbund sowie für die entsprechende
Infrastruktur und Betriebseinrichtungen. Die s bezieht auch die Entwicklung der kleinen
Freifläche am Nordhang östlich des Lucaswegs mit ein .
Ziel des Bebauungsplans: Sensible Integration in das Stadtbild
Der von verschiedensten Entwicklungen insbesondere der Nachkri egszeit sehr heterogen
geprägte Osthang der Mathildenhöhe soll weiter entwickel t und in die städtebauliche
Umgebung (Pufferzone) des Nominierungsgebietes integriert werden . Dabei sind die
Fernwirkung de s Ensembles sowie die Auswirkung der Bebauung auf die Stadtsilhouette zu
berücksichtigen.
- 5 –
Bereits die vorhandene Bebauung stellt aus bestimmten Blickrichtungen eine empfindliche
Störung dieser prägenden Stadtsilhouette dar. Deshalb ist insbesondere in der direkten Nähe
des Nominierungsgebietes darauf zu achten, keine Hochbauten entstehen zu lassen welche
den vorhandenen Umriss der Stadtkrone stören könnten.
Auch ist der Anschluss der Bebauung an sehr unterschiedlich geprägte Bereiche bei den
Übergängen zu anderen Siedlungsteilen besonders zu beachten. Das z. T. direkte Gegenüber
zur Bebauung der Künstlerhäuser muss in Bezug auf die Vermeidung von Brüchen im
Stadtgefüge beachtet werden.
Ziel soll aber auch sein, den Osthang zu einer weiteren Hauptseite der Mathildenhöhe
aufzuwerten, nicht zuletzt, da auch der Zugang vom Ostbahnhof her an Bedeutung gewinnen
wird. Die „Vierte Seite“ der Mathildenhöhe soll aus ihrer z. T. isolierten Rolle herausgeholt
und als ebenbürtiger Stadtraum zu den anderen Seiten weiter entwickelt werden.
Zu 1.:
Das Bebauungsplanverfahren wurde am 17.05.2018 durch einen Aufstellungsbeschluss der
Stadtverordnetenversammlung eingeleitet und die Planungsziele durch eine Veränderungs -
sperre gesichert (MV-Nr. 218/0110).
Zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange sind die
Planungsunterlagen als Grundlage dieses Verfahrensschrittes erstellt worden.
Die Planungsunterlagen bestehen aus einem DIN A 3 Faltblatt (Allgemeine Ziele und Zwecke
der Planung) (Anlage 1), dem Maßnahmenplan zum Bebauungsplan O 32 (Anlage 2) sowie
fünf großformatigen Plänen zur städtebaulichen Bestandsanalyse (Anlage 3 bis 7
Das Faltblatt (Anlage 1) und die großformatigen, farbigen Pläne (Anlagen 2 bis 7), die der
Magistratsvorlage auf DIN A 4 verkleinert beiliegen, können auch in PARLIS maßstabsfrei
eingesehen werden und werden zusätzlich zu den Sitzungen in Originalgröße (DIN A 3)
aufgehängt/ausgelegt.
Zu 2.:
Das BauGB schreibt in § 3 Abs. 1 zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbet eiligung vor, die
Öffentlichkeit über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung frühzeitig zu unterrichten.
Dazu erfolgt eine einmonatige öffentliche Auslegung der Anlagen 1 bis 7 beim
Stadtplanungsamt, mit der zugleich den Bürgern die Möglichkeit gegeb en wird, ihre
Stellungnahmen im Stadtplanungsamt vorzubringen und zu erörtern. Dies wird ortsüblich
bekannt gemacht. Um möglichst viele Anwohner / Eigentümer im Plangebiet zu erreichen,
wird zusätzlich das Faltblatt (Anlage 1) an die Haushalte verteilt bzw . per Post versendet.
Parallel zur frühzeitigen Unterrichtung der Öffentlichkeit werden die Behörden und sonstigen
Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB schriftlich über die Planung informiert.
Nach Ablauf dieser frühzeitigen Beteiligung werden die eingegangenen Stellungnahmen
geprüft und ggf. in der weiteren Planung berücksichtigt.
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Die Dezernentin III:
Dr. Barbara Boczek
Stadträtin
Darmstadt, den 17.08.2018
61.3 cb Nst. 2930
61.2 zim Nst. 2603
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der hl. Maria
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Wolfskehlstraße
Wolfskehlstraße
Am
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Ludwig-Engel-Weg
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T.
Ernst-Ludwig-Haus
T.
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K
K
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Hochzeitsturm
T.
T.
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Hoetgerweg
Erbacher
Straße
Fiedlerweg
Seitersweg
Mathildenhöhweg
Prinz-Christians-Weg
Prinz-Christians-Weg
Lucasweg
Heinrich-Jobst-Treppe
Bauhausweg
Dieburger
Straße
Nikolaiweg
Eugen-Bracht-Weg
Eugen-Bracht-Weg
Fiedlerweg
Taunusstraße
Taunusstraße
Hohler
Weg
Dieburger Straße
Dieburger
Straße
Olbrichweg
Olbrichweg
Olbrichweg
Seitersweg
Spessartring
Erbacher Straße
Schwarzwaldring
Christiansenweg
Alexandraweg
Alexandraweg
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GFZ 1,12
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GFZ 0,96
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M a g d a l e n e n s t r a ß e 1 7 6 4 2 8 9 D a r m s t a d t
T e l : 0 6 1 5 1 - 7 4 0 9 1 F a x 0 6 1 5 1 - 7 4 0 9 8
Ausnutzung / GRZM. 1 : 1000
Darmstadt September 2018
GRZ > 0,6
GRZ 0,5 < 0,6
GRZ 0,4 < 0,5
GRZ 0,3 < 0,4
GRZ 0,2 < 0,3
GRZ < 0,2
B a u l e i t p l a n v e r f a h r e n B e b a u u n g s p l a n " O 32 - M a t h i l d e n h ö h e O s t - "
Ausnutzung (Anlage 4 )
anlage 2
1111 Zeichen
W e r k S t a d t A r c h i t e k t e n u n d S t a d t p l a n e r
M a g d a l e n e n s t r a ß e 1 7 6 4 2 8 9 D a r m s t a d t
T e l : 0 6 1 5 1 - 7 4 0 9 1 F a x 0 6 1 5 1 - 7 4 0 9 8
Maßnahmenplan / Vorschläge
Darmstadt September 2018
Geltungsbereich B-Plan O 13
vom 23.01.1974
Entwicklungsflächen
Umgrenzung der denkmalgeschützten
Gesamtanlage Mathildenhöhe
Fluchtlinienplan
Histor. Einfriedung, Bruchsteinmauer
x
Fluchtlinienplan 161
Fluchtlinienplan 288
denkmalgeschützte Gesamtanlage
Ensemble Mathildenhöhe
Geltungsbereich B-Plan O 13 von 1974
Entwicklungs- und Neuordnungsfläche "Osthang"
für kulturelle Nutzung
Neuordnungsbereich Hochschule Darmstadt
Te i l b e r e i c h "Biergarten"
Städtische Grünfläche
Entwicklungsfläche
"Nordhang"
Erhaltung Alleebestand
Geltungsbereich B-Plan O 32
Neuordnungsfläche
Zugang
Mathildenhöhe
Geltungsbereich B-Plan O 32
Erhaltungsflächen
B a u l e i t p l a n v e r f a h r e n B e b a u u n g s p l a n " O 32 - M a t h i l d e n h ö h e O s t - "
Maßnahmenplan / Vorschläge ( Anlage 2 )
anlage 9
178 Zeichen
Punkt 6: Bebauungsplan O 32 – Mathildenhöhe Ost - (Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung) (V-Nr. 2018/0255) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
Beratungsverlauf (4)
Orte (23)
- Bessunger Straße 125
- Dieburger Straße
- Erbacher Straße
- Taunusstraße 47I
- Hoetgerweg
- Prinz-Christians-Weg
- Lucasweg
- Olbrichweg
- Eugen-Bracht-Weg
- Fiedlerweg
- Seitersweg
- Wolfskehlstraße
- Ludwig-Engel-Weg
- Heinrich-Jobst-Treppe
- Magdalenenstraße 17
- Mathildenhöhweg
- Spessartring
- Schwarzwaldring
- Christiansenweg
- Am Löwentor
- Bauhausweg
- Nikolaiweg
- Hohler Weg
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2018/0255
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 17.08.2018
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00