V/0621/2016
Jahresabschluss 2015 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (FMO GmbH)
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Beschlussvorlage
4425 Zeichen
V/0621/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Jahresabschluss 2015 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (FMO GmbH) Beratungsfolge 28.09.2016 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Lagebericht der Geschäftsführung der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH für das Geschäftsjahr 2015 (Anlage 1 - 3) werden zur Kenntnis genommen. 2. Es wird weiter zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH für das Geschäftsjahr 2015 vom beauftragten Wirtschaftsprüfer am 17. Mai 2016 der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 3. Die Stadt Münster ermächtigt ihren Vertreter / den Vertreter der Stadtwerke Münster GmbH in der Gesellschafterversammlung der FMO Flughafen Münster/ Osnabrück GmbH folgende Ent- scheidungen zu treffen: a) Der Jahresabschluss der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH für das G e- schäftsjahr 2015, abschließend in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit 146.544.598,01 € sowie einem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Jahresfehlbetrag von 12.805.900,17 € wird festgestellt. b) Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2015 Entla s- tung erteilt. c) Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 12.805.900,17 € wird mit der Kapitalrücklage ve r- rechnet. Vorlagen-Nr.: V/0621/2016 Auskunft erteilt: Frau Haubner Ruf: 492 20 32 E-Mail: HaubnerG@stadt-muenster.de Datum: 01.08.2016 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0621/2016 II. Finanzielle Auswirkungen: Keine Begründung: Die FMO GmbH ist eine mittelbare Beteiligung der Stadt Münster. Mit Ratsbeschluss vom 19.09.1984 ist der Anteil der Stadt Münster an der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH auf die Stadtwerke Münster GmbH übertragen worden. Auf der Grundlage des v.g. Ratsbeschlusses können die Vertr e- ter der Stadt Münster / Stadtwerke Münster GmbH in der Gesellschafterversammlung den im B e- schlussvorschlag genannten Punkten erst nach Abstimmung mit der Stadt Münste r abschließend zu- stimmen. Gesamtentwicklung/-ergebnis: Dem Jahresabschluss wurde von dem beauftragten Wirtschaftsprüfer der uneingeschränkte Bestät i- gungsvermerk erteilt. Im Geschäftsverlauf 2015 musste die Flughafengesellschaft einen Jahresverlust von rund 12,8 Mio. € verzeichnen. Dass dieser Verlust über dem Planansatz von 11,2 Mio. € lag, hatte wesentlich mit den handelsrechtlich erforderlichen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen in Folge des Auslaufens des Anstellungsvertrages des Geschäftsfüh rers zu tun. Bereinigt um diesen Einmale ffekt wurde das geplante Jahresergebnis erreicht. Aufgrund eines Passagierrückgangs von rund 8,6 % im Vergleich zum Vorjahr auf rund 822 Ta usend Passagiere musste auch ein entsprechender Umsatzrückgang hingenommen w erden. Gründe hierfür waren u.a. der Wegfall von Strecken der Ryanair nach Barcelona und Malaga sowie das Einstellen der London-Verbindung durch die Fluggesellschaft Flybe. Ausblick: Der Flughafen wird auch in den kommenden Jahren aufgrund der bestehend en hohen Wettb e- werbsintensität in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld agieren. Abgesehen von diesen Marktris i- ken ist die Tatsache, dass der Liquiditätsbedarf der FMO GmbH zwingend von Gesellschafterzahlu n- gen abhängig ist, von entscheidender Bedeutung für d en FMO. Sowohl in 2016 als auch in den Folgejahren sind nach aktueller Prognose daher die Zuführungen durch die Gesellschafter zwingend notwendig. Für das Geschäftsjahr 2016 wird mit einem Jahresfehlbetrag von rund 10 Mio. € gerechnet. Weitere Einzelheiten können dem Jahresabschluss und dem Lagebericht in der Anlage entnommen werden. Beratung: Die Gesellschafterversammlung der FMO GmbH hat in Ihre r Sitzung am 16. Juni 2016 über die im Beschluss genannten Punkte beraten. Das Votum für die Stadt Münster / die Stadtwerke Münster GmbH in der Gesellschafterversammlung stand dabei unter dem Vorbehalt eines entsprechenden Beschlusses durch den Haupt- und Finanzausschuss. I.V. Gez. Reinkemeier Stadtkämmerer Anlagen: Anlage 1: Bilanz zum 31.12.2015 Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015 Anlage 3: Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 - 3 - V/0621/2016
Anlagen zur Vorlage 621-2016
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FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven
Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015
2014
€
. Umsatzerlöse 12.964.176,57
. Sonstige betriebliche Erträge 4.313.021,95
17.277.198,52
. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für
bezogene Waren
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
w
-241.159,38
-3.326.939,52
-3.568.098,90
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung
davon für Altersversorgung 2.312.562,21 €
(Vorjahr 746.634,92 €)
-9.323.722,94
-2.470.047,96
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5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
7. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen
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-3.801.270,39
-6.434.825,50
1.040.818,42
. Erträge aus Beteiligungen
. Aufwendungen aus Verlustübernahme
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
14. Außerordentliche Aufwendungen
15. Außerordentliches Ergebnis
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
17. Sonstige Steuern
18. Jahresfehlbetrag
-12.847.631,41
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1
Lagebericht der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH
für das Geschäftsjahr 2015
Die Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, deren Gesellschafter sich überwiegend aus
den angrenzenden Städten und Landkreisen zusammensetzen, ist ein internationaler
Verkehrsflughafen mit spezieller Fokussierung auf Linien- und Touristikverkehr. Ein
Großteil der Umsatzerlöse kommt aus diesem Bereich. Die weiteren Erlöse kommen
überwiegend aus dem Non-Aviation-Geschäft.
Il. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten zeigen sich in der Bundesrepublik
Deutschland weiterhin stabil. Geringe Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig stetigem
Wachstum des Bruttosozialproduktes bildet auch für die Flughäfen im Allgemeinen ein
robustes volkswirtschaftliches Umfeld. Die spezielle Situation für den FMO bleibt
jedoch weiterhin schwierig. Der seit Jahren anhaltende Margendruck insbesondere bei
kleineren und mittelgroßen Flughäfen hat unvermindert Bestand. Die
Fluggesellschaften nutzen die entstandenen Überkapazitäten im. Airportmarkt gezielt
aus, um Einstandspreise weiter zu drücken. Die Bereitschaft des Fluggastes, auch
weitere Anreisen zu Abflughäfen in Kauf zu nehmen, verbunden mit einer
entstandenen hohen Preistransparenz, begünstigt die ohnehin vorhandene
Wettbewerbssituation der bundesdeutschen Airports.
Aufgrund der Marktgegebenheiten und des Margendegressionseffektes ist im direkten
Umfeld am Flughafen Düsseldorf ein vergleichsweise niedrigeres Preisniveau
festzustellen, das insbesondere den Endverbraucher bei Urlaubsreisen häufig dazu
bewegt, seine Urlaubsreise von dort zu starten. Eine Trendwende für das Segment
Charter könnten die sich abzeichnenden Kapazitätsengpässe an großen Airports
bedeuten.
Positive Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der
Luftverkehrsbranche haben sicherlich der weiterhin niedrige Rohölpreis sowie das
sehr günstige Zinsniveau.
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ll. Geschäftsverlauf
Im Geschäftsjahr 2015 erzielte die FMO GmbH einen Jahresfehlbetrag von 12,8 Mio. €
(Plan 11,2 Mio. €). Wesentlich für das Überschreiten des Planansatzes waren die
handelsrechtlich erforderlichen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen in Folge
des Auslaufens des Anstellungsvertrages des Geschäftsführers. Bereinigt um diesen
Einmaleffekt wurde das geplante Jahresergebnis erreicht.
Aufgrund eines Passagierrückgangs von ca. 8,6 % im Vergleich zum Vorjahr auf ca.
822 Tsd. Passagiere musste auch ein entsprechender Umsatzrückgang hingenom-
men werden. Gründe für den Passagierrückgang waren u.a. der Wegfall von Strecken
der Ryanair nach Barcelona und Malaga sowie das Einstellen der London-Verbindung
durch die Fluggesellschaft Fiybe.
Die Erlösrückgänge im Segment Aviation führen dazu, dass auch im Bereich Non-
Aviation weiterhin eine schwierige Umsatzentwicklung festzustellen ist. Rückgänge im
Passagierbereich führen automatisch auch zu Umsatzrückgängen im Bereich Shops
und Restaurants.
Erfreulich ist eine spürbare Belebung im Bereich General Aviation. Insbesondere die
Ausweitung des Geschäftsbetriebs der Wartungswerft ASK, die mittlerweile die
gesamte ehemalige airberlin-Halle angemietet hat sowie die Stationierung des
Flugzeugs Global Express durch den Unternehmer Dieter Fuchs aus Dissen sind hier
positiv zu erwähnen. Zudem konnten durch das Zusammenlegen der Verkehrs-
zentralen für die Großluftfahrt und den General Aviation Bereich deutliche Synergien
gehoben werden.
Dass das um den erwarteten Sondereffekt bereinigte Ergebnis trotzdem im Planansatz
gehalten werden konnte, liegt an diversen positiven Kosteneffekten. Zwar sind der
Personalaufwand und hier insbesondere die Sozialabgaben bzw. Aufwendungen für
Altersversorgung durch die entsprechende Rückstellung im Zusammenhang mit dem
o.a. Sondereffekt zusätzlich belastet. Bereinigt man diese Position jedoch um den
Einmaleffekt, ist ein nachhaltiges Senken der Personalkosten auf ca. 9,9 Mio. € zu
erkennen. Dieser Wert liegt sogar unter dem Planansatz 2015 (10,0 Mio. €).
Il. Lage der Gesellschaft
Wesentliche Kennzahlen:
2015 2014 2013
TE TE TE
Umsatzerlöse 11.744 12.964 13.764
Materialaufwand 3.732 3.568 3.597
Rohergebnis 8.012 9.396 10.149
Personalaufwand 11.499 11.794 10.243
Betriebsergebnis vor Abschreibungen,
Zinsen und Ertragsteuern (EBITDA) 4.680 -4.772 -2.331
Zinsergebnis -3.639 -3.549 -3.697
Jahresfehlbetrag -12.806 -12.848 -10.589
Die Ertragslage der Gesellschaft bleibt weiterhin angespannt. Es ist festzustellen, dass
sich der Trend stetig sinkender Umsatzerlöse aus den Vorjahren im verkehrlichen
Bereich weiter fortgesetzt hat. Insbesondere vor diesem Hintergrund ist es wichtig, den
geplanten Entschuldungsprozess entsprechend umzusetzen.
Die ersten Schritte bezüglich der Umsetzung des Finanzierungskonzeptes bzw. die
entsprechenden Auswirkungen sind auch bilanziell zu erkennen. Nachdem im
Dezember 2014 das Konzept einstimmig beschlossen wurde, wurde 2015 bereits das
erste Kapital in Form eines Gesellschafterdarlehens zugeführt. Die Zufuhr 2016 bzw.
der Beschluss zur Zufuhr 2017 sind mittlerweile ebenfalls durchgeführt worden.
Deutlich zeigt sich, dass sich die geplanten Wirkungen entsprechend bilanziell
bemerkbar machen. Während zu Beginn des Geschäftsjahres 2014 der Stand der
Bankdarlehen noch bei ca. 92,38 Mio. € lag, betrug er zum Ende des Jahres 2015 nur
noch 68,77 Mio. €. In dem getilgten Betrag von ca. 23,61 Mio. € stecken u.a.
Sondertilgungen in Höhe von 6,975 Mio. €. Diese Sondertilgungen lösten die Kredite
ab, die nicht nur mit Gesellschafterbürgschaften, sondern auch mit Grundschulden
abgesichert waren. Neben dem entsprechend gesunkenen Bürgschaftsrisiko der
Gesellschafter ist die FMO GmbH somit auch frei von jedweden Grundschuld-
belastungen. Auch im Rahmen der Zinsaufwendungen macht sich der gesunkene
Bestand an Bankdarlehen bemerkbar. So betrug der Zinsaufwand für Darlehen im
Geschäftsjahr 2015 nur noch insgesamt ca. 3,04 Mio. € nach 3,20 Mio. € im Vorjahr.
Insgesamt zeigen sich somit die ersten spürbar positiven Effekte des
Entschuldungsprozesses und die geplanten Schritte des Entschuldungsprozesses
werden somit insgesamt eingehalten.
Das Beteiligungsergebnis des Flughafens wird weiterhin insbesondere durch die FMO
Parking Services GmbH getragen. Diese Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr
2015 einen Gewinn in Höhe von ca. 1,39 Mio. € (Vorjahr 1,04 Mio. €). Zwar konnten
damit die Verluste der FMO Airport Services GmbH in Höhe von 0,89 Mio. € (Vorjahr
0,67 Mio. €) und der FMO Security Services GmbH in Höhe von 1,23 Mio. € (Vorjahr
1,10 Mio. €) nicht gänzlich kompensiert werden, jedoch konnten wesentliche negative
Effekte dieser letztgenannten Gesellschaften wenigstens zum Teil ausgeglichen
werden.
Die Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von ca. 6,4 Mio. € auf ca.
5,5 Mio, € sind im Wesentlichen auf geringere Vermarktungsaufwendungen, Rechts-
und Beratungskosten sowie gesunkene Einstandspreise beim Stromeinkauf
zurückzuführen. Außerdem führte das anhaltend defensive Investitionsverhalten zu
weiter sinkenden Abschreibungen.
2015 2014
TE TE
Jahresergebnis -12.806 | -12.848
Cashflow nach DVFA/SG -7.088 -8.881
Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit -6.207 -7.001
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit "2.299 868
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit 8,374 5.596
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -132 2.273
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 3.927| 4.059
(Auszüge Cash-Flow Rechnung)
Die Finanzlage der Gesellschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass eine ausreichende
Innenfinanzierung aus der Gesellschaft heraus nicht möglich ist. Die beschlossenen
Einzahlungen der Gesellschafter sind planmäßig weiterhin notwendig, um den |
geplanten Entschuldungsprozess erfolgreich zu beschreiten. Ziel ist es, die |
Flughafengesellschaft nach abgeschlossener Entschuldung auch im operativen
Ergebnis weitestgehend von finanziellen Unterstützungen durch Gesellschafter
unabhängig zu machen. Das dazu beschlossene Finanzierungskonzept stellt für
diesen Weg eine Art Masterplan dar. Eine entsprechende Kontrolle zwischen Plan-
und Ist-Zahlen wird stetig vorgenommen.
Parallel dazu werden auch der Liquiditätsbestand bzw. die Liquiditätsentwicklung in
einer rollierenden Vorschau permanent kontrolliert. Diese weist sowohl kurz- als auch
langfristig eine robuste Liquidität aus.
(Auszüge Bilanz)
Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich um fast 30 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr
erhöht. Wesentlich für diesen Sachverhalt ist es, dass die in 2015 beschlossenen
Kapitalzuführungen zum Bilanzstichtag als Forderungen gegen Gesellschafter
gebucht worden sind. Auf der Passivseite der Bilanz führt die korrespondierende
Gegenbuchung zu einer entsprechend robusten Eigenkapitalquote. Nach
Berücksichtigung des Jahresfehlbetrags von ca. 12,8 Mio. € beträgt das Eigenkapital
ca. 49,6 Mio. €. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von gut 33,8 %. Auch in diesen
Kennzahlen zeigt sich die Wirkung der Umsetzung des Finanzierungskonzeptes.
Gleichfalls zeigen die gesunkenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, dass
die avisierten Ziele auch hier erreicht werden.
IV. Nachtragsbericht
Nachträgliche Erkenntnisse zum Jahresabschluss liegen nicht vor.
31.12.2015 31.12.2014 Veränderung
TE % TE % TE
Aktiva
Langfristig gebundenes Vermögen 107.335) 73,3} 108.733] 93,0 -1.398
Kurzfristig gebundenes Vermögen 39.210| 26,7 8.076 7,0 31.134
146.545 | 100,0| 116.809 | 100,0 29.736
Passiva
Langfristig verfügbare Mittel 132.073| 90,1] 100.477| 86,0 31.596
Kurzfristig verfügbare Mittel 14.472 9,1 16.332| 14,0 -1.860
146.545 116.809 29.736
V. Ausblick mit Chancen und Risiken
Der Flughafen Münster/Osnabrück wird auch in den kommenden Jahren aufgrund der
bestehenden Wettbewerbsintensität in einem schwierigen Wetibewerbsumfeld
agieren. Insbesondere die bestehenden Überkapazitäten im Touristik-Markt des
Flughafens Düsseldorf mit den einhergehenden stetig sinkenden Einstandspreisen für
Veranstalter üben weiterhin Druck auch auf den relevanten Markt des Flughafens
Münster/Osnabrück aus.
Das Geschäftsjahr 2015 zeigte, dass es qualitativ gelungen ist, z. B. mehrere
touristische Destinationen, die in der Vergangenheit durch airberlin im Direktflug
bedient wurden, zu einem großen Teil wieder erfolgreich in den Flugplan zu
integrieren. Quantitativ zeigt sich aber auch, dass diese Aufholung mit einem zunächst
geringeren Kapazitätsangebot der Airlines (insbesondere Germania) erfolgt, um die
entsprechenden Strecken solide und nachhaltig zu entwickeln. Das hohe Wachstum
im Luftverkehrsmarkt der Türkei wirkte sich positiv auf den FMO aus; in diese Region
konnte in 2015 eine signifikante Erweiterung des Flugangebotes registriert werden.
Für 2016 droht sich dieser Trend jedoch aufgrund der jüngsten Terroranschläge in der
Türkei umzukehren. Nach Rücksprache mit den Veranstaltern liegen die
Vorausbuchungszahlen für die Türkei weit unter dem Vorjahr, so dass auf andere
touristische Regionen (Griechenland, Spanien, Italien etc.) ausgewichen wird, was
wiederum zu Kapazitätsengpassen in diesen Ländern führt, so dass die Nachfrage
nicht vollumfänglich bedient werden kann.
Das Touristikaufkommen wird durch eine stabile Linienentwicklung positiv unterstützt.
Die Linienverbindung zum Drehkreuz Istanbul wird ab dem Sommerflugplan um 3
Frequenzen auf eine tägliche Bedienung ausgeweitet, des Weiteren wird die
Anbindung an den Hub München ab April um 3 Frequenzen pro Woche aufgestockt.
Insgesamt ist ersichtlich, dass die vorgenannten Aufholprozesse im Linien- und
Touristiksegment gewissen Schwankungsbreiten unterliegen. Der anhaltende
Margendruck wird auch künftig dazu führen, dass die Umsatzsituation der FNO GmbH
nur eine moderate Verbesserung erfahren wird. Im Rahmen des erstellten
Finanzierungskonzeptes wurde vor diesem Hintergrund auch nur mit einem
entsprechenden Wachstum gerechnet. Abgesehen von diesen Marktrisiken ist die
Tatsache, dass der Liquiditätsbedaf der FMO GmbH zwingend von
Gesellschafterzahlungen abhängig ist, von entscheidender Bedeutung für den
Standort FMO. Sowohl im Jahr 2016 als auch in den Folgejahren sind nach aktueller
Prognose daher diese Zuführungen durch die Gesellschafter zwingend notwendig, um
den Liquiditätsbedarf der FMO GmbH inkl. der Tochterunternehmen zu decken.
Neben der bereits erfolgten grundsätzlichen Zustimmung der Gesellschafter zum
Finanzierungskonzept ist es daher erforderlich, auch die juristisch bindenden
Beschlüsse für die Kapitalzuführungen in den Folgejahren zu fassen. Für die
Geschäftsjahre 2016 und 2017 ist dies bereits erfolgt.
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Durch den weitreichenden Rückgang von airberlin-Verkehren am Standort FMO ist im
Charter-Bereich weiterhin eine signifikante Angebotslücke vorhanden, die es durch
Neuakquisitionen zu schließen gilt; dies ist teilweise bereits durch die Fluggesellschaft
Germania geschehen. Der Linienverkehr sollte, wie auch in den vergangenen
Geschäftsjahren, eine stabile und wirtschaftlich erfolgreiche Komponente des
Flughafens bleiben. Die auch kommerziell erfolgreiche Anbindung an die Hubs
München, Frankfurt und zuletzt Istanbul zeigen im Kern, insbesondere
auch durch die Ausweitung des Angebotes in 2016, dass der Flughafen
Münster/Osnabrück ein adäquates Einzugsgebiet hat und sich auch zukünftig im
nationalen und internationalen Flughafenmarkt erfolgreich aufstellen kann.
Auf dieser positiven Grundlage in Verbindung mit einer weitestgehend schuldenfreien
Infrastruktur sollte sich die Marktposition der Flughafengesellschaft in den kommenden
Jahren durchaus spürbar verbessern.
Für das Geschäftsjahr 2016 wird mit einem Jahresfehlbetrag von ca. 10 Mio €
gerechnet.
Greven, den 6. Mai 2016
FMO Flughafen Münster/Osnabrück
Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Greven
Prof. Gerd Stöwer Thorsten Brockmeyer
Geschäftsführer Stellvertretender Geschäftsführer
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Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- V/0621/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 25.07.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37