3588/2019
Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Beschluss des Leitbildes Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage 10_Eigentumsübersicht_Abwendungsvereinbarung
953 Zeichen
Maßstab Erstellt am 5.2.2020 © Stadt Köln Kreuzfeld Eigentümerübersicht Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster232/4 Katasterservice Die Oberbürgermeisterin Die Karte ist auf Grundlage des amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) erstellt worden. Stand 05.02.2020 Rahmen FNP Ausweisung Untersuchungsgebiet Leitbild Kreuzfeld DB Netz AG RheinEnergie AG sonstige Private Stadt Köln Abwendungsvereinbarung vom 09.12.2019 Legende zum Eigentumsverhältnis Das Produkt darf nur mit der Zustimmung vom Katasteramt der StadtKöln vervielfältigt, veröffentlicht oder für andere Zwecke benutzt werden. Die Datenschutzbestimmungen des Vermessungs- und Katastergesetzes, sowie des Datenschutzgesetzes NRW und des Bundesdatenschutzgesetzes sind zu beachten und einzuhalten. Den Datenschutzbedingungen unterliegen alle personenbezogenen Daten. Personenbezogene Daten sind unter anderem Name, Alter, Familienstand, Geburtsdatum, Anschrift etc.
Anlage 3 - Beschluss der BV Chorweiler 21.11.2019
1708 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin $ Geschäfts g Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) Frau Büscher-Kallen Telefon: (0221) 221-96313 Fax : (0221) 221-96400 E-Mail: anja.buescher-kallen@stadt-koeln.de Datum: 21.11.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 48. Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler vom 21.11.2019 öffentlich 9.2.5 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Beschluss des Leitbildes Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ 3588/2019 Zusatzbeschluss: Die Bezirksvertretung Chorweiler beschließt die Texterweiterung im Konzept zu fol- genden Punkten: - Ausbau und Anbindung des Blumenbergsweges an die A 57vor Baubeginn von Kreuzfeld - Forderung an die Verwaltung, dass Gespräche hinsichtlich des Wegfalls von Umfahrungen des Stadtbezirks Chorweiler durch die S-Bahn erfolgen müssen - Planungen zum Bildungscampus - Aktive Einbindung der Bezirksvertretung Chorweiler bei den weiteren Planun- gen Beschluss über die Beschlussvorlage: Die Bezirksvertretung Chorweiler empfiehlt dem Rat folgenden Beschluss zu fassen: Der Rat 1. nimmt das Leitbild Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ als Ergebnis des ersten Verfah- rensschrittes der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld zur Kenntnis; 2. beschließt das Leitbild als Grundlage für die weitere Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld; 3. beauftragt die Verwaltung, das Leitbild beim nächsten Verfahrensschritt, dem städte- baulichen Qualifizierungsverfahren als Grundlage zu beachten. Abstimmungsergebnis zum Zusatzbeschluss: Einstimmig beschlossen bei Abwesenheit von Frau Danke (SPD) und Herrn Kerpen (CDU) n Abstimmungsergebnis über die Beschlussvorlage: Einstimmig beschlossen bei Abwesenheit von Frau Danke (SPD) und Herrn Kerpen (CDU)
Beschlussvorlage Rat
5275 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/151 151/2 Vorlagen-Nummer 3588/2019 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Beschluss des Leitbildes Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln„ Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat 1. nimmt das Leitbild Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ als Ergebnis des ersten Verfahrensschrit- tes der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld zur Kenntnis; 2. beschließt das Leitbild als Grundlage für die weitere Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuz- feld; 3. beauftragt die Verwaltung, das Leitbild beim nächsten Verfahrensschritt, dem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren als Grundlage zu beachten. Alternative: keine Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 21.11.2019 Liegenschaftsausschuss 15.11.2019 Gesundheitsausschuss 19.11.2019 Ausschuss Soziales und Senioren 21.11.2019 Ausschuss Schule und Weiterbildung 25.11.2019 Ausschuss für Umwelt und Grün 28.11.2019 Verkehrsausschuss 02.12.2019 Stadtentwicklungsausschuss 05.12.2019 Sportausschuss 23.01.2020 Rat 06.02.2020 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung: Mit dem Ratsbeschluss „Neue Flächen für den Wohnungsbau“ vom 20.12.2016 (Vorlagen-Nr. 1028/2015), wurde die Verwaltung beauftragt zu der Fläche „Im Kreuzfeld“ unter Berücksichtigung der Flächen „östlich und westlich Blumenberg“ eine Studie in Auftrag zu geben, die verschiedene Aspekte behandeln soll. Dazu gehört u.a. die sozialräumliche Verträglichkeit, die optimale räumliche und bau- liche Ausnutzung der zu entwickelnden Flächen unter besonderer Berücksichtigung der benachbarten Stadtteile und Freiräume, wie dem Naturschutzgebiet Worringer Bruch. Die Idee einer neu interpre- tierten Gartenstadt soll genauso in die Überlegungen einfließen, wie Aussagen zu einer urbanen und nachhaltigen Qualität der Siedlungsentwicklung am Stadtrand. Gefordert ist eine umfangreiche Bür- gerbeteiligung vorzusehen, um die interessierte Bürgerschaft im Planungsprozess von Beginn an zu beteiligen. Die Verwaltung hat den Stadtentwicklungsausschuss im Dezember 2018 und die BV Chorweiler im Januar 2019 in einer Mitteilung (Vorlagen-Nr. 3895/2018) über die Verfahrensschritte zu der Entwick- lung des neuen Stadtteils informiert. In der Mitteilung wird der Ablaufplan der Entwicklung bis zur Planrechtschaffung in den einzelnen Verfahrensschritten mit Zeithorizonten vorgelegt: 1. Leitbildprozess bis Oktober 2019 2. Städtebauliches Qualifizierungsverfahren ab Januar 2020 3. Integrierte Planung zur Erstellung eines Masterplans für Kreuzfeld 4. Formelle Bauleitplanung zur Schaffung von Baurecht im Sinne des Masterplans Umsetzung – erster Verfahrensschritt: Der erste Verfahrensschritt der Entwicklung des neuen Stadtteils ist der Leitbildprozess und wurde mit der externen Unterstützung durch das Büro Urbanizers aus Berlin von Januar bis Oktober 2019 durchgeführt. Durch ein moderiertes Verfahren zur Klärung der offenen Rahmenbedingungen mit Be- teiligung von Verwaltung, Politik, Experten und der Öffentlichkeit wurden die noch offenen Fragestel- lungen der Machbarkeit diskutiert, abgewogen, geprüft und schließlich eine programmatische Grund- lage als sogenannte DNA des neuen Stadtteils durch den Markenkern mit den Entwicklungszielen mit breitem Konsens festgelegt. Das hier vorliegende Produkt, das Leitbild mit Entwicklungszielen, schließt diesen ersten Verfahrensschritt der Entwicklung ab und dient als Basis für alle weiteren Pla- nungsschritte. Neben der inhaltlichen Prägung durch den entwickelten Markenkern aus den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN, BILDUNG fördern, für GESUNDHEIT sorgen wurden auch erste Aussagen zu einem modifizierten räumlichen Planungsumgriff getroffen. Das erarbeitete Leitbild stellt mit den durchgeführten Expertenhearings und dem Öffentliche Forum sicher, dass die gute Ausgangslage für eine sozialgerechte, nachhaltige Entwicklung von Kreuzfeld genutzt werden kann. Die Planung des innovativen und vielfältigen Stadtteils am Stadtrand kann mit breiter Akzeptanz durch alle am beteiligten Akteure und aufbauend auf ein solides inhaltliches Fun- dament weiter vorangetrieben werden. 3 Ausblick – folgende Verfahrensschritte: Das sich unmittelbar anschließende städtebauliche Qualifizierungsverfahren baut auf der Grundlage des Leitbildes auf und wird vom Stadtplanungsamt in enger Abstimmung mit dem Amt für Stadtent- wicklung und Statistik vorbereitet und anschließend in eigener Federführung umgesetzt. Ziel dieses Verfahrens ist den städtebaulichen Rahmen des Stadtteils zu definieren, der die Entwicklungsziele des Leitbildes für Kreuzfeld weiter konkretisiert und räumlich darstellt. Planungswerkstätten sichern die kontinuierliche Mitwirkung der Öffentlichkeit am Entwicklungsprozess. Eine ergänzende Beschlussvorlage des Stadtplanungsamtes zum nächsten Verfahrensschritt ist in einer parallelen Beratungsfolge vorgesehen und sichert die nahtlose und fristgerechte Weiterbefas- sung mit der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld. Anlage: Anlage 1 Kurzfassung „Leitbild Kreuzfeld – Ein gutes Stück Köln Anlage 2 Broschüre „Leitbild Kreuzfeld – Ein gutes Stück Köln“
Anlage 2 _Broschuere_Leitbild_Kreuzfeld
105342 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln Anlage zur Beschlussvorlage 3588/2019 Ergebnis Leitbildprozess für den neuen Stadtteil Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 2 Kontakt/Impressum Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Telefon 02 21 / 221-2 22 67 stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de www.stadt.koeln Die Oberbürgermeisterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Inhaltliche Bearbeitung und Gestaltung Urbanizers Büro für städtische Konzepte Marie Neumüllers, Annika Levels, Phil von Lueder, Julia Felker Stand 11/2019 November 2019, Köln Anlage zur Beschlussvorlage 3588/2019 Kontakt/Impressum 3 Inhaltsverzeichnis Vorwort 4 Einleitung Ausgangssituation 5 Ausgangssituation in Köln Ein Stadtteil mit Zukunft 6 Ausgangssituation in Chorweiler Potentiale und EInschränkungen Grüne Infrastruktur erlebbar machen 6 Ausgangssituation in Kreuzfeld Die gute Anbindung weiter verbessern Voraussetzungen für einen gesunden Bezirk schaffen Neue Möglichkeiten zum Lernen und Arbeiten schaffen Den Akteuren Raum für Gemeinschaft bieten EInkaufsmöglichkeiten ausbauen Wohnbaupotentiale ausschöpfen Fazit der Analyse 9 21 Grundlagen des Leitbilds 11 22 Leitbildprozess 14 23 Leitbild 14 24 25 Den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! 15 26 B I LDUNG fördern! 16 33 Für GESUNDHEI T sorgen! 18 36 44 Ausblick Quellenverzeichnis 20 40 49 50 Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 4 Vorwort 5 Einleitung Auftrag zur Entwicklung eines neuen Stadtteils Die Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld, als 13. Stadtteil im Kölner Norden rückte im Dezember 2016 durch den Ratsbeschluss zu „Neue Flächen für den Woh- nungsbau“ als Potential für die Siedlungsentwicklung erneut in den Fokus. Die Entwicklung der Fläche wur- de dabei an den Prüfauftrag geknüpft, grundlegende Rahmenbedingungen im Vorfeld weiterer planerischer Schritte zu untersuchen. Dazu gehört u.a. die sozial- räumliche Verträglichkeit, die optimale räumliche und bauliche Ausnutzung der zu entwickelnden Flächen unter besonderer Berücksichtigung der benachbar- ten Stadtteile und angrenzenden Freiräume, wie dem Naturschutzgebiet Worringer Bruch. Die Idee einer neu interpretierten Gartenstadt soll genauso in die Überle- gungen einfließen, wie Aussagen zu einer urbanen und nachhaltige Qualität am Stadtrand. Gefordert ist eine umfangreiche Bürgerbeteiligung vorzusehen, um die in- teressierte Bürgerschaft im Planungsprozess von Beginn an zu beteiligen. Zunächst wurde die geplante Vorgehensweise mit den einzelnen Verfahrensschritten entwickelt und vorge- stellt, die Planung von Kreuzfeld gliedert sich dabei wie folgt: 1. Le itbildprozess 2. S tädtebauliches Qualifizierungsverfahren 3. In tegrierte Planung zur Erstellung eines Masterplans für Kreuzfeld 4. F ormelle Bauleitplanung zur Schaffung von Baurecht im Sinne des Masterplans Das hier vorliegende Leitbild ist das Ergebnis des ersten Verfahrensschrittes, dem Leitbildprozess. Durch ein moderiertes Verfahren zur Klärung der Rahmenbedin- gungen mit Beteiligung von Verwaltung, Politik und Experten und später der Öffentlichkeit wurden die noch offenen Fragestellungen der Machbarkeit diskutiert, abgewogen und geprüft und schließlich die DNA des neuen Stadtteils durch den Markenkern mit den Entwick- lungszielen mit breitem Konsens festgelegt. Zu den Rahmenbedingungen, die im Prozess geklärt wurden, gehörte z.B. die Frage, welche Bedarfe es in Köln, Chorweiler und Blumenberg gibt, die im neuen Stadtteil Platz finden können. Dies unterstützt die Inte- gration des Stadtteils in die Gesamtstadt, in den Bezirk und in die unmittelbare Nachbarschaft von Beginn an. Ebenso konnten Planungsprinzipien und Schlüsselthe- men identifiziert werden, die mit den unterschiedlichen Akteuren entwickelt und schließlich in einem Öffentli- chen Forum, als ersten Baustein der Beteiligung der Bür- gerinnen und Bürger, vorgestellt und diskutiert wurden. Der neue Stadtteil soll von neuen und alten Bewohnern und Bewohnerinnen angenommen werden und schon in der Planungsphase zu einer hohen Identifikation mit dem Entwicklungsvorhaben führen. Das Leitbild dient dabei als prägende Grundlage für den weiteren Pla- nungsprozess. Leitbildprozess Wie sind wir vorgegangen? Folie 19Dezernat VI/Amt für Stadtentwicklung und Statistik Leitbild DNA des Stadtteils Folie 16Dezernat VI/Amt für Stadtentwicklung und Statistik Städtebau Kultur Nachbarschaft Arbeit Rahmenbedingungen klären Welche Bedarfe gibt es in Köln, Chorweiler, Blumenberg? Stadtteil soll sich in Gesamtstadt und Bezirk integrieren Von neuen und alten Bewohnerinnen angenommen werden Identifikation Planungsprinzipien und Schlüsselthemen identifizieren Grundlage für den weiteren Planungsprozess Abb. 1: Im Leitbildprozess beteiligte Akteure Abb. 2: DNA des neuen Stadteils Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 6 Ausgangssituation Ausgangssituation in Köln Eine Stadt bleibt zukunftsfähig In deutschen Großstädten und ihrem Umland ist die Bevölkerung in den vergangenen Jahren deutlich gewach- sen. Während noch in den 1990er Jahren Prozesse der Suburbanisierung, der Abwanderung aus den Kernstädten, thematisiert wurden, diskutiert die Fachpresse heute die Notwendigkeit tiefgreifender Transformationsprozesse in wachsenden Metropolregionen wie Hamburg, Berlin und München. Auch die Stadt Köln kann sich in diese Nennung einreihen. 2018 steigt die Bevölkerungszahl bereits zum fünften Mal. Mit 5.189 neuen Einwohnerinnen und Einwoh- ner wuchs Köln damit im letzten Jahr um einen Stadtteil in der Größe des Kreuzfelder Nachbarn Blumenberg. Und das Wachstum hält an. Das Interesse an der Stadt Köln bleibt nach aktuellen Bevölkerungsprognosen auch in den kommenden Jahren bestehen. Damit wächst synchron zur Einwohnerzahl ebenso die Vielfalt der Herausforderungen in der bereits heute bevölkerungsreichsten Stadt Nord- rhein-Westfalens. Veränderungen in der Altersstruktur, Klimawandel und Klimaschutz, veränderte Mobilitätsbedürfnisse, ökono- mischer Strukturwandel, Digitalisierung und Globalisie- rung sind dabei nur einige Themen, denen sich Köln auch zukünftig stellen muss. Auf einer begrenzten Fläche führen diese Herausforderungen in Kombination mit besagtem Wachstum zu neuen Anforderungen an Dichte, Zusam- menleben und Flächennutzungen. Innovative und integrierte Lösungen sind bei Baulandmobi- lisierung und Schaffung von neuem, bezahlbaren Wohn- raum gefragt. Dies geht weit über die Zurverfügungstel- lung von Räumen für Wohnen und Arbeiten hinaus. Alle Bereiche der Daseinsvorsorge von Bildung über Gesundheit bis hin zur Mobilität müssen mitbedacht und organisiert werden. Bei der Schaffung eines neuen Stadtteils geht es dabei nicht bloß darum die bereits erreichten Standards und Qualitäten zu halten. Vielmehr sollte die Planung als Chance begriffen werden, die Zukunftsfähigkeit der Stadt sowie des Bezirks weiter zu steigern. Die Zertifizierung der Stadt Köln mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ erhebt zudem den Anspruch, neue Beteiligungsstrukturen kinder- und jugendgerecht partizipativ zu entwickeln und neu zu denken. Die Umsetzung der UN-Kinderrechtskon- vention auf lokaler Ebene verankert damit die „Kinder- und Jugendfreundlichkeit der Stadt Köln“ als Querschnittsthe- ma in allen Planungsbereichen, die das Aufwachsen und die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in Köln betreffen. Unter Einbezug aktueller Trends der Stadtent- wicklung (u.a. Klimawandel, Konnektivität, Wissenskultur, Urbanisierung, etc.) kann dies auch in Stadtrandlage im Kölner Norden gelingen. Mit der Frage, wie wir in Köln generell in Zukunft leben wol- len, beschäftigt sich parallel zum Leitbildprozess Kreuzfeld auch die Stadtstrategie der Stadt Köln unter dem Slogan „Kölner Perspektiven 2030“. Es ist geplant, Anfang 2020 einen abgestimmten Entwurf vorzulegen. Dadurch, dass beide Prozesse im Amt für Stadtentwicklung und Statistik angesiedelt sind, ist ein intensiver Austausch stets ge- währleistet. Das Zielgerüst der Stadtstrategie gilt gesamt- städtisch und damit auch für Kreuzfeld. Daher steht das Leitbild für Kreuzfeld nicht im Widerspruch zum Zielgerüst, sondern dockt thematisch daran an. Als neues Quartier kann Kreuzfeld einen wichtigen Beitrag zur Zielerreichung der Stadtstrategie leisten. Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ Zentrale Aufgabe der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ ist es, die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Umgang mit den zukünftigen Herausforderungen der Stadt zusammen-zubringen und eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. Mit der Stadtstrategie erhält die Stadt ein „Regiebuch“ und einen belastbaren Orientierungsrahmen für das nächste Jahrzehnt. Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ setzt sich aus zwei wesentlichen Bausteinen zusammen: der 360-Grad-Perspektive und der Stadträumlichen Perspekti- ve. 360-Grad-Perspektive Die 360-Grad-Perspektive beschäftigt sich mit allen Stad- tentwicklungsthemen, die für Köln relevant sind. Als wich- tiger Meilenstein wurde dazu ein Zielgerüst (siehe nächste Seite) entwickelt, aus dem sich Handlungsempfehlungen ableiten. Als Grundlage für das Zielgerüst dienten eine ver- waltungsinterne Standortbestimmung, die Stadtgespräche von Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu den „Kölner Perspektiven 2030“, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs), die „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“, Erkenntnisse aus dem Forschungs- projekt „Nachdenken über die Stadt von übermorgen“ (Bundesinstitut für Bau-, Stadt-und Raumforschung) sowie 7 Zielgerüst der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ Stand Oktober 2019 Kölner Perspektiven 2030 Zielgerüst Leitsatz 1: Köln sorgt für kompakte und lebenswerte Quartiere. Ziel 1.1 Köln steuert seine Entwicklung aktiv im Einklang mit leistungsfähigen Mobilitätsangeboten und starken Zentren. Ziel 1.2 Köln geht mit der knappen Ressource „Fläche“ sorgfältig um. Ziel 1.3 Köln sichert und entwickelt seine Veedel zu Zentren des gemeinschaftlichen Lebens. Ziel 1.4 Köln sorgt für attraktive Parks, Plätze, Straßen und sichere öffentliche Räume. Ziel 1.5 Köln entwickelt seine Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen bedarfsgerecht. Leitsatz 2: Köln schafft Raum für eine dynamische und nachhaltige Wirtschaft und für vielfältige Arbeitswelten. Ziel 2.1 Köln stärkt seinen breiten Wirtschafts-Mix. Ziel 2.2 Köln baut seine Position als führende Wissenschaftsstadt aus. Ziel 2.3 Köln entwickelt gewerbliche und industrielle Standorte mit klarem, inhaltlichem Profil. Ziel 2.4 Köln entwickelt Räume und Strukturen für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Ziel 2.5 Köln optimiert die Flächennutzung der Industrie- und Gewerbegebiete und verbessert ihre Erreichbarkeit. Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt. Leitsatz 3: Köln sorgt für Bildung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Ziel 3.1 Köln fördert die Vielfalt in den Stadtteilen. Ziel 3.2 Köln sorgt für bezahlbaren Wohnraum und vielfältige Wohnformen. Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine Inklusive Gesellschaft ein. Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt. Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung. Leitsatz 4: Köln stärkt seine Rolle als vielfältig vernetzte Metropole. Ziel 4.1 Köln entwickelt seine Mobilitätsangebote gemeinsam mit der Region innovativ und umweltverträglich weiter und stärkt den öffentlichen Nahverkehr. Ziel 4.2 Köln schafft mehr Raum für Rad- und Fußverkehr. Ziel 4.3 Köln stärkt sein grünes Freiraumnetz und entwickelt es in die Region weiter. Ziel 4.4 Köln stärkt seine Rolle als Vorreiter in der Digitalisierung. Ziel 4.5 Köln stärkt die regionale Kooperation und die internationale Zusammenarbeit. Leitsatz 5: Köln wächst klimagerecht und umweltfreundlich und sorgt für gesunde Lebensverhältnisse. Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport. Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen. Ziel 5.3 Köln betreibt eine konsequente Klimawandelanpassung. Ziel 5.4 Köln betreibt aktiv Klimaschutz und reduziert seine CO2-Emissionen. Ziel 5.5 Köln stärkt regionale Wertschöpfungsketten und nachhaltige Stoffkreisläufe. Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 8 Ausgangssituation weitere Anregungen aus Bürgerschaft und Politik. Stadträumliche Perspektive Die stadträumliche Perspektive ist der zweite wesentliche Baustein der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“. Aus dem Zusammenspiel der räumlichen Analyse mit dem Zielgerüst werden räumliche Zielaussagen getroffen, die zusammen mit den zu definierenden Zukunftsräumen das räumliche Leitbild für Köln ergeben. SDGs und Leipzig Charta als gesamtstädtische Ziele Strategieprozesse der Stadt Köln, wie die „Kölner Pers- pektiven 2030“ und auch der Leitbildprozess Kreuzfeld speisen sich stets aus ein und demselben Fundament aus international entwickelten Absichten. Hiermit gemeint sind zum einen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die „Sustainable Development Goals (SDGs). Die politischen Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN) sollen der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomi- scher, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen. Zum an- deren fließen die Schlüsselbotschaften der „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ mit ein. Der hier geforderte integrierte und gebietsbezogene Ansatz wird ebenfalls sowohl auf konzeptioneller als auch auf operativer Ebene berücksichtigt. Abb. 3: Sustainable Development Goals (Share GmbH 2019) 9 Chorweiler bekommt Verstärkung Mit dem neuen Stadtteil Köln-Kreuzfeld wird ein 13. Stadtteil im Bezirk Chorweiler entstehen (siehe Luftbild S. 11). Chorweiler liegt linksrheinisch im Norden des Kölner Stadtgebietes und grenzt als einziger Bezirk nicht an den Bezirk Innenstadt, sondern an die Bezirke Nippes und Ehrenfeld sowie die Städte Dormagen im Norden und Pulheim im Westen. In peripherer Lage ist er im Norden überwiegend von landwirtschaftlich genutzten Flächen und Waldflächen umgeben. Die Kölner Innenstadt liegt Luftlinie in ca. zehn Kilometer Entfernung. Mit 83.000 Menschen ist Chorweiler derzeit nicht nur der einwohnerschwächste Kölner Stadtbezirk, sondern auch der Stadtbezirk mit der geringsten Einwohner - dichte. Auch künftig wird hier ein niedrigeres Bevöl - kerungswachstum erwartet als in der Gesamtstadt. Insbesondere in den Stadtteilen, in denen das Bevölke - rungswachstum stagniert (Blumenberg und Seeberg) wird sich die Alterung der Bevölkerung noch deutlicher niederschlagen, im Bezirk Chorweiler ist insbesondere Blumenberg hiervon betroffen (Stadt Köln 2019a). Chorweiler assoziieren viele Personen mit Urbanität durch Dichte am Stadtrand von Köln und den damit verbundenen in die Jahre gekommenen Großwohn - siedlungen mit einem hohen Anteil an gefördertem Wohnungsbau. Doch der Bezirk zeigt unterschiedliche Facetten. Er ist vielfältig und gleichzeitig monoton, urban und ländlich zugleich, dichte Hochhaustrukturen liegen neben Einfamilienhausbebauung. Eine aktuelle Umfrage des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik spiegelt diese unterschiedlichen Facetten auch in der Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger wieder, wenn es um die Frage nach der Zufriedenheit mit dem eigenen Stadtteil geht. Die Stadtteilzufrieden - heit variiert zwischen 50 und 81 %. Insgesamt gaben immerhin annähernd zwei Drittel der Befragten an, „zu - frieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Eine besonders hohe Zufriedenheit betrifft Infrastrukturangebote wie Parks und Grünflächen, Nachbarschaftskontakte sowie die fußläufige Erreichbarkeit von Bussen und Bahnen. Freizeitangebote sowohl für Sport, Senioren sowie das Angebot an sozialen Einrichtungen und Beratungsstel - len liegen wiederum am Ende der Zufriedenheitsskala (Stadt Köln 2019c). Positive Ergebnisse, die zum Teil auch weit über dem Kölner Durchschnitt liegen (Fahrradfreundlichkeit, Kin - derbetreuung) deuten eine Ausgangslage für den 13. Stadtteil an, auf deren Stärken aufgebaut werden kann. Für bis dato bestehende Herausforderungen bietet Köln-Kreuzfeld wiederum Raum für Abhilfe. Darüber hinaus werden bereits im Rahmen des Städtebauförde - rungsprogramms Soziale Stadt verschiedene Förder - angebote in Teilräumen des Stadtbezirks in Anspruch genommen. Ausgangssituation in Chorweiler Bereits beschlossene Maßnahmen / Neue Maßnahmen des erweiterten Handlungsprogramms Fördergebiet Klimaschutz und Umweltgerechtigkeit 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarnsystems 4.0.10 Erweiterung des Schulgartenangebotes Wohnen 5.0.2 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm 5.3.1 Wohnungsbau/gemischte Nutzungen im Sozialraumgebiet 5.3.2 Einrichtung Runder Tisch Wohnungswirtschaft Mobilität und Verkehr 6.3.1 Neugestaltung der S- und U-Bahnstation Chorweiler Nachrichtliche private und öffentliche Maßnahmen 1.0.5 Integration von Kindern und Jugendlichen aus Südosteuropa 2.3.4 „Lebenswertes Chorweiler“ - Neugestaltung der zentralen Plätze 5.3.4 Neues Wohnen in Chorweiler-Nord 5.3.5 Betrauung der GAG Immobilien AG mit dem „Chorweiler-Paket“ Teilraum Blumenberg Teilraum Chorweiler-Nord Teilraum Chorweiler-Mitte Teilraum Seeberg-Nord Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung 0.0.1 Quartiersmanagement 0.0.2 Evaluation 0.0.3 Fortschreibung ISEK Früh ansetzende Hilfen 1.0.16 Zugehende Hilfe 1.0.17 Stadtteileltern 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln 1.0.27 Kita-Einstieg 1.3.1 Neubau Kinder- und Jugendeinrichtung „Blu4Ju“ Öffentlicher Raum 2.0.4 Neugestaltung von Sport-, Spiel- und Bewegungsräumen 2.3.3 Gestalterische und funktionale Aufwertung Weserplatz 2.3.5 Neugestaltung Turkuplatz 2.3.6 Umgestaltung des Rückgrats von Chorweiler 2.3.7 Öffnung des Einkaufszentrums nach außen S11 S11 Bereits beschlossene Maßnahmen / Neue Maßnahmen des erweiterten Handlungsprogramms Abb. 4 : Übersichtsplan Maßnahmenprogramm ISEK Sozialraum Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord, Mai 2018 (Steg NRW; Stadt Köln 2018) Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 10 Ausgangssituation Förderprogramme in Chorweiler Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord ist Teil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“, mit dem die Stadt Köln ein breites Maßnahmenbündel in insgesamt elf Kölner Sozialräumen umsetzt. Zentraler Bestandteil ist der sozialraumorientierte An - satz, in dessen Vordergrund die im Quartier lebenden Bewohnerinnen und Bewohner stehen. Ziel ist, Rah - menbedingungen zu schaffen und geeignete Maßnah - men zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort zu entwickeln. Zur Zielerreichung ist eine integrierte Betrachtung der verschiedenen Themenfelder der Stad - tentwicklung, wie zum Beispiel Wohnen, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales, Bildung, Gesundheit, Mobilität, öffentlicher Raum, Klima, Umwelt und Grün besonders wirkungsvoll. Teilmaßnahmen wie die Aufwertung von Spielplätzen oder einen Verfügungsfonds für bürgerge - tragene Projektideen werden bereits umgesetzt. Über das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ sind unter dem Label „Lebenswertes Chorweiler – Ein Zentrum im Wandel“ zukunftswei - sende Gestaltungskonzepte für die zentralen öffentli - chen Plätze Liverpooler Platz, Pariser Platz und Lyoner Passage erarbeitet worden, deren bauliche Umsetzung bis Ende 2020 das Erscheinungsbild des öffentlichen Raums im Zentrum von Chorweiler-Mitte vollständig verändern wird. Ein wesentlicher Impuls kommt außerdem aus der Wohnungswirtschaft: Durch die GAG Immobilien AG wurden über Jahrzehnte vernachlässigte Bestände mit ca. 1.200 Wohneinheiten übernommen und in den kommenden Jahren abschnittsweise instandgesetzt. Mehrere Neubauvorhaben, die andere Qualitäten in den Stadtraum implementieren, kommen hinzu. Wohnraumangebote durch Neubauten in landschaft - lich attraktiver Lage im Bereich Swinestraße, deren Aus - gestaltung Ergebnis des Landeswettbewerbs „Neues Wohnen in Chorweiler- Nord“ darstellen, sind Ausdruck einer Aufbruchsstimmung. Gute Ausgangslage für die Entwicklung von Kreuz - feld Die in dem an Kreuzfeld angrenzenden Raum eingelei - teten Prozesse tragen zu einer deutlichen Aufwertung und einer damit verbundenen Imageverbesserung bei. Ebenfalls positiv auf die Ausgangslage für den neuen Stadtteil wirken sich die Eigentumsverhältnisse der Fläche aus. Ein überwiegender Anteil befindet sich in städtischem Eigentum. Diese Tatsache stellt nicht nur ein hohes Maß an Steuerungsmöglichkeiten sicher, sondern eröffnet auch den notwendigen Gestaltungs - spielraum, Kreuzfeld so zu entwickeln, dass der Kölner Norden und seine angrenzenden Gebiete insgesamt davon profitieren. Abb. 5-7: Pariser Platz, Liverpooler Platz, Lyoner Passage (Stadt Köln 2019b) 11 800m6004002000 Mittelpunkt: [351308,5656127] 1:20000 KölnGIS Luftbilder 2018 (DOP) Herausgeber: Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster Die Geoinformationen sind gesetzlich geschützt und nur für den Dienstgebrauch zu verwenden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit sind die jeweiligen Herausgeber verantwortlich. Diese sind auch für die Genehmigung weitergehender Nutzung zuständig. Erstellt am: 28.10.2019 Abb. 8: Untersuchungsgebiete in Blumenberg (Stadt Köln) Ausgangssituation in Kreuzfeld Nachbar Blumenberg Der neue Stadtteil wird im Norden des Bezirks Chor - weiler in direkter Nachbarschaft zum Stadtteil Blu - menberg entstehen. Im Hinblick auf eine von Anfang an gelungene Integration des neuen Quartiers in die Stadt Köln sowie den Bezirk, wird Blumenberg als einziger angrenzender Siedlungsbereich für Kreuzfeld eine besondere Rolle spielen. In der Planung gilt es dementsprechend auch ein besonderes Augenmerk auf die Stärken und Herausforderungen in Blumenberg zu richten. Von seinen Bewohnerinnen und Bewohner wird Blu - menberg unter anderem als jung, modern, gelassen und grün beschrieben, was sicherlich auch auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass Blumenberg trotz Randlage den jüngsten Altersdurchschnitt des Bezirks aufweisen kann. Andererseits werden auch Eigenschaf - ten wie verachtet, langweilig, schlicht und unschein - bar überdurchschnittlich häufig in der Umfrage des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik genannt. Im Wohnumfeld sind die Blumenberger neben den ausreichenden Flächen für Naherholung auch mit der Erreichbarkeit und Familienfreundlichkeit zufrieden. Wie im gesamten Bezirk gibt es Nachbesserungsbedarf in der Freizeit- und Versorgungsinfrastruktur (Stadt Köln 2019c). Der S-Bahnhaltepunkt Köln-Blumenberg stellt zwar bereits eine Verbindung zwischen dem bestehenden Blumenberg und dem neuen Kreuzfeld dar, bedarf aber eines barrierefreien Ausbaus. Weitere Brücken sollten sowohl baulich als auch im Bereich der Infrastruktur zwischen den Stadtteilen hergestellt werden. Auch Blu - menberg soll gestärkt werden. Eine Verbindungsachse sollte den Anschluss Blumenbergs an das Zentrum Chorweilers sicherstellen, in der Praxis sind die Sicht - beziehungen jedoch aufgrund der baulichen Situation unterbrochen. Die Achse ist also nicht erkennbar und wirksam. Umso relevanter wird auch für Blumenberg eine Verbindung zum neuen Stadtteil Kreuzfeld sein. Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 12 Ausgangssituation Naturraum Naturräumlich betrachtet liegt das Untersuchungsgebiet innerhalb der Kölner Bucht, einer orographischen Senke im Übergangsbereich zwischen Mittelgebirgsschwelle und niederdeutschem Tiefland. Hinsichtlich der klima- tischen Wirkung des Raumes befinden sich im Untersu- chungsraum Flächen mit einem hohen Kühlleistungspo- tential. Das Gebiet liegt zudem in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes Worringer Bruch und ist heute landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich geprägt. Seit 1967 auf dem Plan Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaß - nahme „Neue Stadt Köln-Chorweiler“ plante die Stadt Köln auf Basis des Generalbebauungsplans des Stadtplaners Fritz Schumacher von 1922/23 nach dem Krieg im Norden eine Großsiedlung zu errichten, in der 100.000 Menschen wohnen sollten. Hierzu gehörte die Entwicklung der Stadtteile Heimersdorf, Seeberg, Chorweiler und Blumenberg. Darüber hinaus sahen die Planungen auch die Errichtung zwei weiterer Stadt - teile vor: einen Stadtteil nördlich von Blumenberg bzw. südlich des Worringer Bruchs sowie den Stadtteil Kreuzfeld. Die „Neue Stadt Köln-Chorweiler“ entsteht seit 1970 sukzessive von Süd nach Nord. Mit der Realisierung Blumenbergs Mitte der 1990er Jahre nahm man auch die Planung für Kreuzfeld auf. 1993 stellte ein städte - baulicher Ideenwettbewerb die Grundlage für einen weit fortgeschrittenen Bebauungsplan dar. Kurz vor Satzungsbeschluss wurde diese Planung durch die Po - litik im Jahr 2005 kritisch hinterfragt und im Ergebnis nicht weiter verfolgt. Stattdessen wurde die sozialver - trägliche Siedlungsentwicklung durch Arrondierung bestehender Ortslagen empfohlen. Knapp 15 Jahre später reichen die empfohlenen Ar- rondierungen bestehender Ortslagen nicht mehr aus, um dem aktuellen und prognostizierten Stadtwachs- tum gerecht zu werden. Mit dem Einwohnerzuwachs geht eine steigende Haushaltszahl einher, die zu einer vermehrten Nachfrage nach Wohnungen führt. Auch der Bezirk Chorweiler ist hiervon betroffen. Im Stadtent- wicklungskonzept Wohnen der Stadt Köln (Stadt Köln 2014) wird der Mobilisierung von Wohnbauflächen eine herausgehobene Bedeutung zugeschrieben. Im Rahmen Abb. 9: Neue Stadt Köln-Chorweiler Gesamtplan (Ludmann, Riedel 1967) 13 der Maßnahme „Neue Flächen für den Wohnungsbau“ wurde die Fläche Kreuzfeld 2016 erneut identifiziert. Mit einem Planungsgebiet von 46,7 ha bietet die Fläche Potential für mindestens 2.200 – 3.000 Wohneinheiten. Der Bebauungsplanentwurf, der auf der Planung der 90er Jahre basiert, ist aus heutiger Sicht nicht mehr zeit- gemäß und kann vor dem Hintergrund von veränderten Bedarfen und Qualitätsansprüchen sowie veränderten gesetzlichen Anforderungen nicht als Grundlage einer Entwicklung dienen. Eine neue, bedarfsgerechte Planung ist erforderlich. Doch um welche Bedarfe geht es für Köln, für Chorweiler und auch für Blumenberg? Das gilt es im Rahmen dieses Leitbildprozesses herauszufinden, damit sich der neue Stadtteil im Bezirk integrieren und von dessen alten wie neuen Bewohnerinnen und Bewohner gut angenommen werden kann. Abb. 10: Bebauungsplanentwurf Köln-Kreuzfeld, 2005 (Stadt Köln 2005) Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 14 Grundlagen des Leitbilds Grundlagen des Leitbilds Ein Stadtteil mit Zukunft Die jetzt wieder aufgegriffene Planung für die Entwick- lung eines neuen Stadtteils im Kölner Norden kann nur teilweise auf die Erkenntnisse zurückgreifen, die im Zusammenhang mit der Aufstellung des Bebauungs- plans Anfang des Jahrtausends gewonnen wurden. Zahlreiche rechtliche Voraussetzungen haben sich ebenso verändert wie die sozialstrukturellen Gegeben- heiten in Blumenberg, im Bezirk und in der Gesamtstadt. Während die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die städtebauliche Umsetzung noch detailliert ermittelt werden müssen, war es für den Leitbildprozess wichtig, im Wege einer Sekundäranalyse Gegebenheiten in der Gesamtstadt, auf Bezirksebene und in Blumenberg zu erfassen und in die Formulierung des Leitbilds, seiner Ziele und der zugehörigen Handlungsempfehlungen einfließen zu lassen. Dazu wurde zunächst der räumliche Umgriff des früheren Bebauungsplans überprüft und für die Leitbildentwicklung deutlich vergrößert. An- schließend wurden – bereits mit den drei Kernthemen des Leitbilds im Hinterkopf – einzelne für die künftige Entwicklung wichtige Sektoren genauer betrachtet. Die Feststellungen zu Mobilität und Verkehr, zu Bildung und Arbeit, zur Nahversorgung, zur grünen Infrastruktur, zu Gesundheit und Sport, zu Gemeinschaft und Sozialem helfen dabei, zu prüfen, was alles entstehen muss, um die festgestellten Wohnbaupotentiale tatsächlich zu realisieren. Denn Kreuzfeld soll ein lebendiger Stadtteil werden, der für den ganzen Kölner Norden Ausstrah- lungskraft hat. Abb. 11: Verortung Kreuzfeld im Luftbild Kölns (Stadt Köln 2019) 15 Potentiale und Einschränkungen Bei der Planung des neuen Stadtteils wird zunächst ein viel größeres Gebiet betrachtet als die Flächen, die später tatsächlich bebaut werden. So entsteht ein umfängli- ches Bild der zu berücksichtigenden Faktoren und der Einschränkungen, die Auswirkungen auf die späteren Baufelder haben. Aus Ergebnissen der Voruntersuchungen resultiert die Empfehlung an den Rat, die im Osten Blumenbergs gelegene Fläche, deren Bebauung gemäß Ratsbeschluss von 2016 geprüft werden sollte, nicht weiterzuverfol- gen: Auf dem Plan erscheint die Ausbildung einer klaren Stadtkante nach Osten zwar nachvollziehbar, aber das hier gewachsenes Eichenwäldchen ist von großem Wert als grüne Lunge und Naherholungsort für die Blumenber- gerinnen und Blumenberger. Damit Kreuzfeld und Blumenberg im Zusammenhang betrachtet werden, wurde die zweite in Blumenberg ge- legene Potentialfläche in den Umgriff mit aufgenommen. So wird die zentrale Funktion des S-Bahn-Haltepunkts und die Notwendigkeit seiner Aufwertung auf den ersten Blick deutlich. Der Streckenabschnitt von der Haltestelle Blumenberg verläuft quer durch das Plangebiet und wurde Anfang der 1980er Jahre weitestgehend in Tieflage als Tunnel errichtet. Die Tunnelkonstruktion wurde nur für die vertraglich vereinbarten Belastungen berechnet und bemessen. Hierbei handelt es sich um das Eigengewicht, die Erdüberschüttung von ca. 1,0 m und einem Schwer- lastfahrzeug. Zusätzliche Lastreserven wurden nicht berücksichtigt. Lasten zusätzlicher Nutzungen müssten über Tiefgründungen rechts und links des Tunnels einge- leitet werden. Des Weiteren können die Erschütterungen des Zugverkehrs Nutzungen der umliegenden Oberflä- chen einschränken. Und genau die Qualitäten, wie der vorhandene S-Bahnanschluss, die den künftigen Stadtteil auszeichnen, bedeuten auch Grenzen der Bebaubarkeit: Der Worringer Bruch, der als großer, fast vollständig ver- landeter Altarm des Rheins mit verschiedenen Laubwald- beständen und ausgedehnten Röhrichten zu den FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebieten zählt, die Deutschland bei der Europäischen Union gemeldet hat, genießt einen Umgebungsschutz von 300 m. Das heißt, hier bestehen hohe Anforderungen an eine Verträglichkeitsprüfung. Ebenso bedeutend ist die Wasserschutzzone. Im enge- ren Schutzgebiet dürfen weder Straßen noch Gebäude gebaut oder erweitert werden. Auch die Frage, ob Teile der Flächen Bodendenkmale enthalten, wurde noch nicht abschließend beantwortet. Im Nordosten des Plangebie- tes befindet sich bereits ein eingetragenes Bodendenk- mal mit Funden aus der Römer-, Eisen- und Jungsteinzeit. Weitere Funde sind daher wahrscheinlich. Ein entspre- chendes Gutachten muss beauftragt werdenFür den Umgriff des alten Bebauungsplans für Kreuzfeld (vgl. S. 13) gab es also zahlreiche Gründe. Trotzdem lässt sich die bebaubare Fläche insbesondere durch den integrierten Blick auf Kreuzfeld und Blumenberg erweitern, um neben dem dringend benötigten Wohnraum auch Platz für Ge- werbe, Grün und soziale Infrastruktur zu schaffen. S-Bahn-Deckel Blumenberg Wasserschutzzone 2 Blumenbergsweg Wasserwerk Weiler Mindestabstand zum Schutzgebiet FFH-Schutzgebiet Worringer Bruch Wasserschutzzone 2 - Verletzung der Deck- schicht verboten Prüffläche Erschütterung FFH- Schutzgebiet Worringer Bruch Prüffläche Bodendenkmal Lärmimmissionen Mindestabstand 300 m zum Schutzgebiet Wor- ringer Bruch Legende Räumlicher Umgriff Untersuchungsgebiet Betrachtungsraum Restriktionen Bebauung und Planung Prüfflächen Ratsbeschluss Neue Flächen für den Woh- nungsbau Dez. 2016 100m Abb. 12: Übersichtsplan Restriktionen Potentialfläche Kreuzfeld Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 16 Grundlagen des Leitbilds Die gute Anbindung weiter verbessern Anknüpfend an den Grundgedanken der Stadtstrategie kann Kreuzfeld wirkungsvolle Beiträge zur umweltfreundlichen Mobilität leisten und ein neues Mobilitätsverhalten fördern. Öffentlicher Personennahverkehr Die Anbindung an die Regional- und S-Bahn ist ein besonders gutes Argument für den Standort Kreuzfeld. Nicht nur die Köl- ner Innenstadt ist gut erreichbar, sondern auch Düsseldorf oder Essen. Das macht den neuen Stadtteil interessant für multilokal lebende Menschen und Pendler. Die Landesinitiative „Bauland an der Schiene“ hat mit verschiedenen Beispielen deutlich gemacht, welche Vorteile der Wohnungsbau an bestehenden Haltepunkten des schienengebun denen Personennahverkehrs hat. Dies betrifft die Siedlungsentwicklung, aber auch die Feststellung von infrastrukturellen Investitionsbedarfen und die Berücksichtigung von Mobilitätskonzepten, die vor Ort mitgedacht und verfolgt werden. Die heutige Verzahnung von Fachplanungen und Flächenentwicklung entscheidet darüber, ob künftiges Mobilitätsverhalten auf die Schiene ausgerichtet wird. Schon heute bilden die Fahrten der S6 und der S11 zu den Hauptverkehrszeiten einen 10-Minuten-Takt zwischen dem S-Bahn-Haltepunkt Blumenberg und der Kölner Innen- stadt . Dieses Angebot wird sukzessive ausgebaut und dabei auch darauf hingewirkt, dass alle Züge die Haltepunkte auch bedienen. Bereits ab 2020 ist eine Ausweitung des 10-Minu- ten-Taktes über die heutigen Zeitfenster hinaus vorgesehen. Ab Chorweiler gibt es zudem Anschlussmöglichkeiten an die Stadtbahn. Damit diese umfassend genutzt werden, sind bestehende Buslinien in Taktung und Reichweite auszubauen und durch neue zu ergänzen. Bedarfsorientierte ÖPNV-Ange- bote wie Rufbussysteme oder Bürgerbusse sind als sinnvolle Ergänzungen in die Betrachtung einzubeziehen. Insbesondere der Tangentialverkehr zwischen den einzelnen Ortsteilen des Kölner Nordens bietet Potentiale für Verbesserungen, die spätestens mit der Realisierung des neuen Stadtteil mit seinen vielfachen auch überortlich anziehenden Angeboten dringend erforderlich sind. Rad- und Fußverkehr Radverkehrsförderung ist wesentlicher Strategiebaustein der Stadt Köln für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem und saubere Luft. Der Radverkehr hat gerade kurzfristig das größte Zuwach- spotential aller Verkehrsmittel des Umweltverbundes. Der Radverkehrsanteil wächst stetig. Er kann einen wesentlichen Anteil daran haben, dass das Ziel eines 2/3-Anteils am Modal Split für den Umweltverbund mittelfristig erreicht wird. Die Radvorrangsroute Worringen-Innenstadt, die mitten durch den künftigen Stadtteil führt, macht deutlich, welche Potentia- le auch längeren Fahrradstrecken beizumessen sind. Die Einbin- dung in das Velonetz NRW ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Aber auch eine Verdichtung des bezirklichen Radwegenetzes, die Schaffung von Tangentialverbindungen und eine Anbin- dung an den Rhein ist erforderlich, um das Radfahren attraktiv, komfortabel und sicher zu machen. Der Radweg entlang des Blumenbergswegs ist dabei zu priorisieren. Analog zur Quali- fizierung der Radwegenetzes sollen sowohl auf Stadtteil- als auch auf Bezirksebene attraktive Verbindungen für Fußgänge- rinnen und Fußgänger geschaffen werden. Motorisierter Individualverkehr Das schon heute sehr gut ausgebaute Hauptverkehrsstraßen- netz mit überregionaler Anbindung an das Fernstraßennetz ist ein wichtiger Standortvorteil für die Entwicklung des neuen Stadtteils. Sowohl die A57 als auch die A1 sind für den motorisierten Individualverkehr schnell erreichbar. Damit die jetzigen und künftigen Bewohnerinnen und Bewohner von Blumenberg, Kreuzfeld und Chorweiler insgesamt von der Nähe zum Fernstraßennetz vollumfänglich profitieren können, sind jedoch qualifizierende Maßnahmen erforderlich: Die A57 wird sechsstreifig ausgebaut, die bisherige Teilanschlusstelle Chorweiler soll eine Vollanschlusstelle mit Anbindung von und zur nördlichen A57 werden. Damit der Blumenbergsweg seiner Rolle als örtlicher Hauptverkehrszug gerecht werden kann, ist seine Ertüchtigung und Weiterführung erforderlich. Da der Blumenbergsweg eine Landesstraße ist, muss hierfür zunächst eine Höherpriorisierung des Ausbaus im Landesstra- 4 S6 / S11 Hbf. Richtung Düsseldorf / Essen Pulheim Frechen Dormagen Monheim Leverkusen Bergisch Gladbach Troisdorf Chorweiler Ehrenfeld Lindenthal Hürth Rodenkirchen Porz Nippes Mülheim Kalk Strecke S-Bahn 0,5km 2km Strecke Stadtbahn Autobahnen Legende Mobilität Untersuchungsgebiet 17 ßenplanungsprogramm erreicht werden. Die Schlüsselfunkti- on des Blumenbergswegs ist bereits im Entwicklungskonzept Chorweiler für den Sozialraum Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord dargestellt, das 2017 vom Rat beschlossen wur- de. Auch die Funktion der Mercatorstraße als zentrale Nord- Süd-Achse ist zu beachten. Über den Blumenbergsweg und die Mercatorstraße erfolgt die äußere Erschließung des neuen Stadtteils. Bei der inneren Erschließung ist besonders darauf zu achten, dass eine umweltfreundliche, multimodale Mobilität erreicht wird und der Verzicht auf den privaten PKW erleichter wird. Autofreie und autoarme Quartiere sind im städtebauli- chen Konzept mitzudenken. Multimodalität und Sharing-Angebote Schneller und unkomplizierter, bedarfsgerechter Wechsel zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln und der Leitge- danke „Nutzen statt besitzen“ sind prägende Bestandteile von Mobilitätskonzepten für Gartenstädte des 21. Jahrhunderts. Hier hat Chorweiler als einziger Kölner Bezirk, der nicht direkt an die Innenstadt angrenzt, Nachholbedarf. Die Abdeckung durch Sharing-Angebote sollte ausgebaut werden. Da der S-Bahn-Haltepunkt Blumenberg weder den Anforderungen an Barrierefreiheit genügt noch ein attraktives Eingangstor zum bestehenden oder zum künftigen Stadtteil ist, könnte er im Zuge des ohnehin erforderlichen Umbaus zur Mobilstation für den Kölner Norden werden. Zu beachten Insbesondere beim Ausbau der Hauptverkehrsrouten für den motorisierten Individualverkehr gilt es, das Bedürfnis nach optimaler Mobilität des Einzelnen in ein Verhältnis zu den unvermeidlichen Immissionen zu setzen, die dem Wohnungsbau Beschränkungen auferlegen könnten. Die übergeoordneten Nachhaltigkeitsziele sind im Rahmen des erforderlichen Mobilitätskonzepts ebenfalls zu beachten. Köln-Worringen Dormagen-Bayerwerk Köln-Blumenberg S6 / S11 Linie 15 Linie 12 Köln-Chorweiler Nord Köln-Chorweiler Köln-Volkhovener Weg Merkenich Pulheim Bf (RB, RE) 4 Fähre Langel - Hitdorf Dormagen Pulheim Monheim Chorweiler Leverkusen Ehrenfeld Lindenthal Nippes Mülheim Strecke S-Bahn Strecke Stadtbahn Velorouten Autobahnen Legende Mobilität Haupt- & Bundesstraßen Untersuchungsgebiet In Planung: Verlängerung Blumenbergsweg zur A57 1km Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 18 Grundlagen des Leitbilds Neue Möglichkeiten zum Lernen, Spielen und Arbeiten schaffen Da sowohl das Angebot an Bildungseinrichtungen als auch die Möglichkeiten zur wohnortnahen Erwerbsar - beit zu den in Chorweiler defizitär wahrgenommenen Standortfaktoren gehören, wurden die diesbezüg - lich vorliegenden Informationen zusammengefasst. Dabei sind in der Karte zur Gesamtstadt Kultur- und Bildungsstandorte dargestellt, deren Angebote von Einwohnerinnen und Einwohnern aus ganz Köln und z.T. auch überregional genutzt werden. Der Fokus bei der Karte zum Stadtbezirk Chorweiler wiederum liegt auf den lokal relevanten Einrichtungen. Aufgrund der Bebauungs- und Verkehrsdichte des Stadtbezirks ist die Einrichtung von attraktiven Spielmöglichkei - ten für Kinder und Jugendliche in besonderem Maße ein unverzichtbares Element der Planung des neuen Wohnquartiers. Kindertagesbetreuung Bislang liegt die Versorgungsquote in Chorweiler deutlich unter dem gesamtstädtischen Schnitt und entspricht auch nicht dem von Eltern im Bezirk an - gemeldeten Bedarf. Dies basiert auf der zu geringen Versorgungslage insbesondere der Stadtteile Chor - weiler und Heimersdorf. Aufgrund der Flächengröße des Bezirks stellen sich die Einzugsbereiche für Kitas schwierig dar und es interessiert hier besonders die Versorgung auf Stadtteilebene. In Blumenberg, als angrenzender Stadtteil zu Kreuzfeld, ist die Anzahl der Kinder U3 und Ü3 rückläufig, so dass der Bedarf im Kitajahr 2019/2020 annähernd gedeckt werden kann. Die Bedarfe für den neuen Stadtteil Kreuzfeld werden gesondert berechnet, je nach Anzahl der zu errichtenden Wohnungen und Größe der Kitas (Anzahl der Gruppen) werden bis zu zehn zusätzliche Kindertagesstätten im neuen Stadtteil benötigt. Schulen Die Kapazitäten der Grundschulen in den einzelnen Stadtteilen Chorweilers reichen grundsätzlich aus. Jedoch zieht die Entwicklung Kreuzfelds weiteren Bedarf nach sich. Dieser ist abhängig von der Zahl der zuziehenden Menschen. Die Verwaltung schlägt daher vor, im ersten Bauabschnitt eine größere Grundschule, in weiteren Bauabschnitten bis zu zwei weitere kleinere Grundschulen vorzusehen. Die Ver - sorgung des Stadtbezirks Chorweiler mit Plätzen an weiterführenden Schulen ist unter Berücksichtigung der vorgesehenen neuen Schulstandorte darstellbar. Für den aus Kreuzfeld erwachsenden Bedarf müs - sen zusätzliche Plätze geschaffen werden. Daher ist vorgesehen, bis zu zwei Gesamtschulen im Neubau - gebiet zu berücksichtigen. Durch eine Gesamtschu - le können alle Bildungsabschlüsse bis zum Abitur angeboten werden. In Bezug auf die Gymnasialquote im Stadtbezirk Chorweiler „ist in Summe eine unter - durchschnittliche Bildungsteilhabe festzustellen, die in der Regel mit einem deutlich erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt verbunden ist.“ (Steg NRW GmbH) Es gehört zu den größten Erwartungen an den neuen Stadtteil, durch ein integratives Bildungsangebot die Möglichkeit zu stärken, wohnortnah im Bezirk das Abitur zu erlangen. Unter Berücksichtig eines denkba - ren stadtbezirksübergreifenden Angebotes durch ein (zu verlagerndes) Berufskolleg und eine Förderschule kann ein Flächenbedarf von bis zu 150.000 qm für Schulen entstehen. Die Bildungsangebote könnten teilweise in einem Bildungscampus – auch gemein - sam beispielsweise mit Kita oder Jugendeinrichtung zusammengefasst werden, um eine gemeinsame Infrastruktur zu schaffen. B B B B B B B B B B B B U U U U U U U U U U U U U U U U U UU ab 2021: TH Köln: Campus Levererkusen Pulheim Frechen Dormagen Monheim Leverkusen Bergisch Gladbach Troisdorf Chorweiler Ehrenfeld Lindenthal Hürth Rodenkirchen Porz Nippes Mülheim Kalk B Bibliotheken Volkshochschulen Hochschulstandorte Weiterführende Schulen Bürostandorte Gewerbe & Industrie Untersuchungsgebiet Legende Bildung und Arbeit U 0,5km 2km © GGS Ernstbergstraße 19 Neue Möglichkeiten zum Lernen, Spielen und Arbeiten schaffen Hochschuleinrichtungen, Kultur und Weiterbildung Keine der 14 Hochschulen mit Hauptsitz in Köln hat aktuell einen Standort im Stadtbezirk Chorweiler. Auch studentisches Wohnen gibt es hier bislang nicht. Die Bezirksvertretung Chorweiler hält „eine Außenstelle der TH Köln mit angeschlossenem Wohn - heim“ („Initiative zur Schulentwicklung im Stadtbe - zirk Chorweiler“ vom 21.06.2018) für denkbar – ein Potential, das allerdings nur in enger Abstimmung mit den Hochschulen realisiert werden kann. Weiter - bildungsangebote werden von der VHS im Zentrum von Chorweiler angeboten, außerdem macht eine Reihe von Kultur- und Freizeiteinrichtungen eben - falls Weiterbildungsangebote, die sich vor allem auf Integration richten. In Blumenberg gibt es eine Bil - dungsstätte des deutschen Familienverbandes. Hier erscheint eine Anreicherung des Angebots geboten. Arbeitsstätten Flächen für Gewerbe sind knapp, das Arbeitsstätten - angebot ist beschränkt. Vielmehr bildete sich insbe - sondere auch in Blumenberg eine Funktionstrennung zwischen Arbeiten und Wohnen heraus. Daher sind in die Planung für Kreuzfeld wohnortnahe Arbeitsmög - lichkeiten einzubeziehen. Kreuzfeld soll entgegen der ursprünglichen Planung auch im Sinne der Leipzig Charta neue Funktionsmischungen etablieren. Hier wird besonderes Augenmerk auf einen bunten Bran - chenmix gelegt, um ein möglichst großes Spektrum an Arbeitsangeboten zu schaffen. Neben Bereichen für Büro/Dienstleistung sollen auch Flächen für ge - meinnütziges sowie nicht störendes Gewerbe geprüft werden. U B B B Dormagen Pulheim Monheim Leverkusen Ehrenfeld Nippes Mülheim Lindenthal Chorweiler B Bibliotheken Hochschulstandorte Volkshochschulen Weiterführende Schulen Grundschulen Kitas Bürostandorte Legende Bildung und Arbeit Ford Werke Untersuchungsgebiet U Gewerbe & Industrie 1km Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 20 Grundlagen des Leitbilds Trotz des vorhandenen Bezirkszentrums Chorweiler, dem Stadtteilzentrum Worringen sowie vier Nahver- sorgungszentren stufte bereits das Einzelhandels- und Zentrenkonzept Köln 2010 die Nahversorgungssituati- on im Stadtbezirk Chorweiler unter quantitativen und räumlichen Gesichtspunkten als überwiegend unter- durchschnittlich ein (Stadt Köln 2010). Mehrere Stadttei- le weisen zudem qualitative Defizite der Angebotsstruk- turen auf. Der seinerzeit noch in Blumenberg ansässige Vollsortimenter existiert mittlerweile nicht mehr, seit 2017 gibt es aber in den ehemaligen Verkaufsräumen einen Marken-Discounter. Sich gegenseitig verschärfender Strukturwandel im Einzelhandel und der Umgang mit kompromissbehafte- ten Bestandsflächen führen dazu, dass die Versorgung in Blumenberg weder räumlich noch quantitativ oder qua- litativ von den derzeitigen Bewohnerinnen und Bewoh- nern als angemessen empfunden wird. Die gute Verkehr- sanbindung in das Bezirkszentrum kann die Angebote im Stadtteil nicht ersetzen. Die Realisierung des neuen Stadtteils würde die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner im des derzeitigen Nahversorgungszentrums von aktuell circa 5000 auf 10000 Menschen verdop- peln. Damit ergibt sich eine gute Chance, die gesamte Angebotsstruktur rund um den S-Bahnhof sowie die sie verknüpfenden öffentlichen Räume neu zu gestalten. Einkaufsmöglichkeiten ausbauen Leverkusen Ehrenfeld Nippes Mülheim Lindenthal Chorweiler Worringen Nippes Blumenberg Chorweiler Dormagen Pulheim Monheim Bezirkszentren Stadtteilzentren Nahversorgungszentren Legende Nahversorgung und Einkauf Untersuchungsgebiet 1km 21 Chorweiler zeichnet sich durch einen im gesamtstädtischen Vergleich großen Anteil an Natur- und Freiräumen aus. Hervorzuheben ist der Worringer Bruch, der schon seit 1991 Naturschutzgebiet und mittlerweile FFH-Gebiet ist. 164 Hektar Auenlandschaft des Rhein-Altarms sind heute Heimat für ganz unterschiedliche Waldtypen, Weiden und Obstwiesen. Als regional wertvoller Lebensraum für mehrere zum Teil gefährdete Pflanzen- und Tierarten wie auch als Naherholungs- und Naturerfahrungsraum für Chorweiler, Köln und das nördliche Umland hat er große Bedeutung. Auch südwestlich des neuen Stadtteils befindet sich ein Waldgebiet, das zum Bild eines grünen Stadtteils maßgeblich beiträgt. Kleinere Wälder sind überall im Bezirk verstreut. Gewässer befinden sich östlich und südöstlich des Planungsgebiets in einiger Entfernung: Das Naherho- lungsgebiet Fühlinger See ist ebenso gut erreichbar wie das Rheinufer. Der Schutzbereich des Wasserwerks Weiler reicht bis unmittelbar an das Planungsgebiet heran. In der Schutz- zone 2 – von deren Rand aus das Wasser etwa 50 Tage bis zum Wasserwerk fließt – darf die Deckschicht nicht verletzt werden, um das Wasser u.a. vor bakterieller Verunreinigung zu schützen. Zwischen Chorweiler, Blumenberg und Füh- lingen befinden sich zwei Kleingartenanlagen, zahlreiche weitere, z.T. eher kleine Anlagen finden sich vornehmlich entlang der S-Bahn-Trasse. Derzeit ist im Bezirk Chorwei- ler durch große Frei- und Ackerflächen eine ausreichende Frisch- und Kaltluftproduktion sowie ein Kühlungspotential vorhanden. Diese Flächen sorgen lokal für eine Abkühlung in den bebauten Bereichen. Bei einer künftigen Bebauung sollte die Aufrechterhaltung dieser Frisch- und Kaltluftver- sorgung sowie des Kühlungspotentials beachtet werden. Durch die vorhandenen Verkehrsachsen wirken vor allem Lärmimmissionen aus dem Schienenverkehr und dem Stra- ßenverkehr ein. Auch darauf sollte in der Planung entlang der Verkehrsachsen reagiert werden, damit diese nicht zu einer hohen Lärm- und Luftschadstoffbelastung führt. Grüne Infrastruktur erlebbar machen FFH FFH Fühlinger See Worringer Bruch Chorbusch F F F F F F F F F F K K K K K K K KK K K K K K K K K K K K Dormagen Pulheim Monheim Leverkusen Ehrenfeld Nippes Mülheim Lindenthal Chorweiler LeverkusenLeverkusenLeverkusenLeverkusenLeverkusenLeverkusenLeverkusenLeverkusen Landwirtschaft Grüngürtel Wälder Überschwemmungsgebiete Retentionsräume FFH-Schutzgebiete Friedhöfe Kleingärten Legende Grüne Infrastruktur FFH F Untersuchungsgebiet K 1km Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 22 Grundlagen des Leitbilds Das Thema Gesundheitseinrichtungen ist ein aktuell viel diskutiertes im Bezirk Chorweiler. In Anbetracht der voraussichtlichen Schließung der Notfallpraxis in Chor- weiler (eine ortsnahe Einrichtung einer Notfallpraxis im Heilig-Geist Krankenhaus befindet sich in der Um- setzung) und der Tatsache, dass der Bezirk kein eigenes Krankenhaus besitzt, besteht die dringende Notwenig- keit zur Schaffung neuer medizinischer Einrichtungen, um den Bedarf zu decken. Auch in Kontext des demogra- phischen Wandels und den daraus erwachsenden neuen Anforderungen steht der Bezirk vor neuen Herausforde- rungen. Die Schaffung von Barrierefreiheit und Pflege- einrichtungen, niedrigschwelliger, vor- und nachsorgen- der Angebote zur Sicherstellung von Gesundheit und sozialer Teilhabe sowie adäquaten Wohnraum für eine alternde Gesellschaft steht dabei im Vordergrund. Im Sinne einer gesundheitsfördernden Prävention spie- len auch die Themen Sport- und Bewegungsräume eine übergeordnete Rolle im Bezirk. Die Schaffung und Bewahrung gesundheitsförderlicher Umweltbedingungen sind für eine hohe Lebensqualität im neuen Stadtteil ebenfalls unabdingbar. Zu den präventiven Maßnahmen zählen auch durch den öffentlichen Gesundheitsdienst verantwortete Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche und ihre Familien. Die Schaffung von zielgruppengerechten Angeboten und dem Erhalt und der Qualifizierung vor- handener Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sind im Hinblick auf die Attraktivität einer Stadt als Wohn- und Lebensort mit hoher Qualität ein elementares Kriterium. Sie tragen darüber hinaus auch zur Funktionsfähigkeit des sozialen Gefüges bei. Im Bezirk Chorweiler besteht bereits ein dichtes Netz an Sport- und Freizeitangebo- ten, in das sich ein neuer Stadtteil einfügen und seinen Beitrag leisten kann. B B P P P P P P P P P P P P P St. Josef Wiesdorf Helig-Geist Longerich St. Agatha St. Vinzenz Kliniken Köln Kreiskrankenhaus Dormagen Dormagen Pulheim Monheim Leverkusen Ehrenfeld Nippes Mülheim Lindenthal Chorweiler T Krankenhäuser Notfallpraxen Pflegeeinrichtungen Sozialberatungstellen Arztpraxen (nur Chorweiler) Überörtliche Sportanlagen Sportstandorte Legende Gesundheit und Sport B P Untersuchungsgebiet 1km Voraussetzungen für einen gesunden Bezirk schaffen 23 Chorweiler verfügt über eine Reihe an Familien- und Jugend- zentren, Bildungs- und Hilfsangebote verschiedener Akteu- re sowie interkulturelle Zentren und religiöse Einrichtungen. Wenig verwunderlich ist, dass sich eine Vielzahl der Angebo- te in Chorweiler-Mitte konzentriert. Auch hier fehlen jedoch Angebote in den Abendstunden und am Wochenende. Möglichkeiten für bestimmte Altersgruppen sind spärlich vertreten. Mit dem Blu4Ju gibt es in Blumenberg eine offene Kinder- und Jugendeinrichtung, die um ein mobiles Projekt ergänzt wird. Jugendberufshilfe und Streetwork gehören zu den Angeboten, die immer wieder eingefordert werden. Der älteren Generation stehen nur in Chorweiler-Mitte Treffpunkte und Tageseinrichtungen zur Verfügung, was angesichts von Mobilitätseinschränkungen unzureichend ist. Die sehr aktive IG Blumenberg e.V. nutzt u.a. Räumlich- keiten in der Pfarrgemeinde Katharina v. Siena. Größere Versammlungsräumlichkeiten fehlen im Umkreis des geplanten neuen Stadtteils vollständig. Eine größere Multi- funktionshalle mit ca. 4000 Quadratmetern als öffentlicher Begegnungsort wird ebenso gewünscht wie Produktions- räume für Künstlerinnen und Künstler. Der öffentliche Raum und Grünräume werden als Begeg- nungs- und Aktionsräume trotz teilweise unwirtlicher Ausstrahlung schon heute intensiv genutzt, die Aufwertung insbesondere der Umgebung des S-Bahnhofs als Treffpunkt und Keimzelle der Gemeinschaft wird vielfach gewünscht. Die unterschiedlichen Blickwinkel von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern sind in Chorweiler noch nicht hinreichend berücksichtigt. Die gleichstellungspolitischen Strategie Gender Mainstreaming bietet sich bei der Entwick- lung von Kreuzfeld die einmalige Chance für die Stadt Köln, von Beginn an eine gendersensible Planung vorzunehmen. Mit der IG Blumenberg, der Stadtteilkonferenz Blumen- berg, der Bezirksjugendpflege, dem Arbeitskreis Jugend Blumenberg, und der Sozialraumkoordination Blumenberg Chorweiler Seeberg Nord sind wichtige Ansprechpartner vor Ort um die Vernetzung des neuen Stadtteils von Beginn an mitzugestalten. Den Akteuren Raum für Gemeinschaft bieten R R B B B Dormagen Pulheim Monheim Leverkusen Ehrenfeld Nippes Mülheim Lindenthal Chorweiler T Bezirksrathäuser Bürgerzentren Familienzentren Jugendzentren Sozialräume Legende Gemeinschaft & Soziales R B Untersuchungsgebiet Bezirksrathaus Chorweiler Bezirksrathaus Nippes Bürgerzentrum Chorweiler Bürgerzentrum Nippes Bürgerzentrum Bocklemünd 1km Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 24 Grundlagen des Leitbilds In Anbetracht der Herausforderung der steigenden Ein- wohnerzahlen Kölns steht die Mobilisierung zusätzlicher Flächenpotentiale für den Wohnungsbau im Fokus der Kölner Stadtentwicklung. Die Entwicklung der vorhan- denen Wohnraumpotentiale bietet dabei eine große Chance. Der durch die immense Nachfrage erzeugte Druck auf die vorliegenden Flächen verlangt eine sorg- fältige stadtentwicklungspolitische Abwägung und das Unterbringen von möglichst vielfältigen Nutzungsmög- lichkeiten. Die Mobilisierung dieser Flächen soll auch, wie im Stadtentwicklungskonzept Wohnen festgeschrieben, trotz des vorherrschenden Drucks Aspekte des Stadtkli- mas beachten und Naturräume und Freiflächen mög- lichst schonen, während innerhalb der Quartiersentwick- lung Grünflächen als integrative Bestandteile der neuen Siedlung mitgedacht werden. Wohnen umfasst auch die Schaffung einer stationären Pflegeversorgung. Darüber hinaus gewinnt kostengünstiges und barrierefreies Woh- nen zunehmend an Bedeutung. Gerade deshalb spie- len auch bei der Entwicklung von Chorweilers größter Potentialfläche Kreuzfeld ökologische Fragen und eine Multifunktionalität eine große Rolle. Neben Kreuzfeld sind auch in nahezu allen weiteren Stadtteilen Chorweilers lang- und mittelfristige Poten- tialflächen angesiedelt. Nach dem Ratsbeschluss „Neue Flächen für den Wohungsbau (beschlossen Dezember 2016) gibt es zusätzlich zu den Untersuchungsflächen in Blumenberg noch ein weiteres Potential von 3300 Wohneinheiten. Die für Kreuzfeld im alten Bebauungspla- nentwurf vorgesehenen 2200 Wohneinheiten beruhen noch auf der Annahme, dass auch in Kreuzfeld Einfamili- enhäuser entstehen sollten. Vorgesehen ist gegenwärtig die Schaffung von Geschosswohnungsbau mit einer urbanen Dichte. Die Anzahl der potentiell zu schaffenden Wohneinheiten wird im weiteren Prozess an dieses Ziel angepasst werden. Wohnbaupotentiale ausschöpfen Dormagen Pulheim Chorweiler Monheim Leverkusen Ehrenfeld Nippes Mülheim Lindenthal Wohnbaupotentiale (klein, mittel, groß) Wohnbau Realisierung Legende Wohnbau Kreuzfeld süd. BaptiststraßeMottenkaul (I. BA) Mottenkaul (II. BA) west. Blumenberg öst. Blumenberg Wohnbaupotentiale im Leitbildprozess Weiter- verfolgung nicht emp- fohlen 1km 25 Fazit der Analyse Die Entwicklung Kreuzfelds bietet großes Potential für den gesamten Bezirk Chorweiler. Durch den im Vergleich zum Bebauungsplanentwurf von 2005 angepassten und vergrößerten Flächenumgriff der Potentialfläche ent- steht hier die Möglichkeit, nicht nur einen Wohnstandort zu entwickeln, sondern einen neuen Stadtteil, der neben Wohnen ebenso Raum für Gewerbe, Grün und soziale Infrastruktur bietet. Insbesondere soziale Infrastruktur und gemischte Nutzungen von Wohnen und Gewer- be fehlen bisher in Chorweiler im Allgemeinen und in Blumenberg im Besonderen. Mit einem integrierten Blick auf Kreuzfeld und Blumenberg besteht die Mög- lichkeit, den „unvollendeten Stadtteil“ zu vollenden. Die Potentialfläche wird im weiteren Prozess im Rahmen von verschiedenen Fachgutachten hinsichtlich ihrer Mach- barkeit untersucht. Ein zentraler Standortvorteil Kreuzfelds ist die gute Anbindung an bestehende Verkehrsinfrastruktur des MIV und des ÖV. Der Autobahnanschluss Chorweiler und die Zuwegung über den Blumenbergsweg werden weiter ausgebaut. Über den vorhandenen S-Bahnhof gelangen die künftigen Bewohnerinnen und Bewoh- ner schnell in die Kölner Innenstadt oder in die weitere Region. Weitere Potentiale der Verbindung bestehen im Ausbau des S-Bahnhofs zur Mobilitätsdrehscheibe, in der Verbesserung der Tangentialverbindungen sowie der Erhöhung der Taktung des ÖV. Attraktive Möglichkeiten bietet zudem der Anschluss ans Radverkehrsnetz sowie der Ausbau von Sharing-Angeboten. Hinsichtlich der sozialen und gewerblichen Infrastruk- tur besteht in Chorweiler ein Mangel an vernetzten Bildungseinrichtungen, welches insbesondere, wei- terführende Schulen und Hochschuleinrichtungen betrifft. Auch Angebote der Gesundheitsversorgung und -prävention sowie Nahversorgung müssen ausge- baut werden. Hier können mit der Errichtung des neuen Stadtteils stadtteilübergreifende Lücken in der Versor- gung der geschlossen werden. Schließlich bildet das vorhandene bürgerschaftliche Engagement im Bezirk eine gute Grundlage, um Gemeinschaft zu fördern und Initiativen zu vernetzen. So entsteht eine lebendige Stadtgesellschaft in und um Kreuzfeld, die den Kölner Norden generationenübergreifend und unabhängig von Herkunft und sozialem Status bereichert. Eine erste, auch im Prüfauftrag des Rates benannte Ausgangsidee für die Siedlungsentwicklung am Stadtrand zielte bereits auf die Prinzipien und neu interpretierten Ansätze des Gartenstadtgedankens ab. Die Thesen zur Gartenstadt 21 bilden dabei die inhaltliche Grundlage und zeigen, dass der Gartenstadtgedanke weit über eine Flächenentwicklung im Grünen hinausgeht. Es geht nicht nur Köln so: In allen wachsenden Stadtregionen führen der steigende Bedarf nach Wohnraum sowie das wachsende Bewusstsein über die Notwendigkeit einer nachhaltigen Flächeninanspruchnahme immer wieder zu Nutzungskonflikten um die noch vorhandenen freien Flächen. Der Notwendigkeit, Flächen für die Erholung der Bevölkerung und die Anpassung an den Klimawandel zu sichern, steht das Erfordernis gegenüber, weitere Neubaugebiete zu entwickeln. Eine Neuinterpretation von Reformideen der Gartenstadt aus dem frühen 20. Jahrhundert kann dabei helfen und wurde bereits im zweiten Expertenhearing aufgegriffen: Von gemeinschaftlichen Organisations- und Finanzierungsmodellen über stadt- räumliche Qualitäten, bei denen eine hohe bauliche Dichte und öffentliche Freiräume in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen, bis hin zu einer attraktiven „Grünen Infrastruktur“ reichen die Thesen, die für die Gartenstadt 21 entwickelt wurden. Mehr Informationen: BBSR (a), online unter: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/ExWoSt/Studien/2015/Gar- tenstadt-21/01-start.html Exkurs: Gartenstadt 21 Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 26 Leitbildprozess Leitbildprozess Das Leitbild für den neuen Stadtteil Kreuzfeld ent - stand in einem konsultativen Prozess, an dem die ent - sprechenden Fachämter der Verwaltung, Vertreterin - nen und Vertreter der Stadt- und Bezirkspolitik sowie wichtige Stakeholder in Blumenberg, Chorweiler und aus ganz Köln beteiligt waren. Im Rahmen von drei Expertenhearings, die zwischen März und Juli 2019 stattfanden, stand das Entwickeln einer gemeinsa - men Zieldimension sowie Wege und Möglichkeiten diese umzusetzen im Fokus der Diskussionen. Dabei wurden sowohl lokale Bedarfe und interne Ansichten erörtert, als auch Inspiration und Expertise durch externe Fachleute in den Prozess eingebracht. Das Ergebnis ist ein Leitbild, das mit den Themen Vernetzung, Bildung und Gesundheit wichtige Be - darfe des Bezirks Chorweiler und Leitziele der Stadt Köln aufgreift und diese zukunftsweisend weiterent - wickelt. Im Folgenden werden Vorgehensweise und Ergebnisse der drei Workshops zusammengefasst dargestellt. Er stes Expertenhearing Den Auftakt des Prozesses bildete ein verwaltungs - interner Workshop am 12. März 2019 im Stadthaus Deutz. Geladen waren alle mit der Entwicklung Kreuzfelds betrauten Fachämter. Ziel war es, eine gemeinsame Vision und erste Leitziele für Kreuzfeld zu entwickeln. Die Expertinnen und Experten der Verwaltung waren im Vorfeld dazu aufgefordert worden, Bilder und Vorstellungen eines Stadtteils mitzubringen, in dem sie gerne leben möchten. Diese wurden im Rahmen der Vorstellungsrunde den anderen Teilnehmenden präsentiert. Schon hier zeichnete sich eine große Einigkeit hinsichtlich folgender Themen ab: • Nutzungsgemischter und lebendiger Stadtteil • Gute Anbindung und kurze Wege • Qualitativ hochwertige und grüne öffentliche Räume • Sozial wertvoll und inklusiv für alle • Starke Bildungs- und Kultureinrichtungen • Klimaschutz und Nachhaltigkeit • Prozesshafte Entwicklung mit viel Beteiligung und Raum für flexible Anpassungen • Urbane Qualitäten • Kinder- und Jugendgerechtigkeit Im Anschluss konnten die Teilnehmenden an drei Arbeitstischen ihre konkreten Ideen und Bedarfe für Kreuzfeld einbringen. Fest stand, dass Kreuzfeld gut an die Region, die Stadt und die Nachbarschaft angebunden sein und vielfältige Angebote für ganz Chorweiler schaffen sollte. Die Thementische fokus - sierten daher die drei Maßstabsebenen Region, Bezirk und Nachbarschaft. An ihnen wurde erörtert, wie sich Kreuzfeld in seine Umgebung einfügen kann und welche Qualitäten den neuen Stadtteil kennzeichnen sollen. © Urbanizers © Urbanizers 27 Insgesamt wurden die bereits zu Beginn des Work - shops genannten Themen bestätigt und vertieft. Ergänzt wurden sie um das Thema Gesundheit und Lebensqualität, das von vielen Teilnehmenden als wichtiges Entwicklungsziel formuliert wurde. Markenkern und Impulspapier Aus den vielfältigen Diskussionen und Beiträgen so - wie der parallel durchgeführten strukturellen Analyse des Planungsgebiets haben das Amt für Stadtent - wicklung und Statistik sowie die Gutachter Urbanizers Büro für städtische Konzepte, in der Nachbereitung drei vorläufige Oberthemen als Markenkern für das Leitbild abgeleitet. Bildung: Der Bedarf an qualitativ hochwertigen Bil - dungseinrichtungen in Chorweiler ist hoch. Bildung soll eine wichtige Ankerfunktion im neuen Quartier übernehmen und dabei sowohl wertvoll für die Be - wohnerinnen und Bewohner Chorweilers, als auch ein Magnet für neue Menschen sein. Bildung in Kreuzfeld muss sozial, vielfältig und kulturell sein und darf nie - manden ausschließen. Gesundheit: Mit Kreuzfeld soll ein vorbildhafter, gesunder Stadtteil entwickelt werden. Die räumliche Ausgestaltung geht über die Schaffung von medizi - nischen Einrichtungen hinaus und meint sowohl eine klima- und umweltgerechte Entwicklung von hoch - wertigen Grün- und Freiraumangeboten, als auch eine barrierefreie und generationengerechte Wohn - raumversorgung. Dabei spielen auch Aspekte der Prävention und sozialen Gesundheit eine Rolle. Vernetzung: Die nachhaltige Vernetzung Kreuzfelds ist mehr als die notwendige verkehrliche Anbindung. Sie bedeutet insbesondere eine Vernetzung von exis - tierenden und neuen Akteuren. Zudem meint Vernet - zung die Bündelung verschiedener Aktivitäten und Nutzungen, um den Stadtteil lebendig und vielseitig zu machen. Mit diesem Markenkern wurde im Anschluss an das erste Expertenhearing ein Impulspapier verfasst, das die drei Themen auf Basis der eingebrachten Ideen und Bedarfe aufbereitet und untersetzt. Dieses diente als Grundlage für den weiteren Prozess und wurde im Rahmen der folgenden Workshops stetig weiterent - wickelt und detailliert. Zweites Expertenhearing Das zweite Expertenhearing fand am 06. Mai 2019 im Bürgerzentrum Chorweiler statt. Teilnehmende wa - ren wiederum Vertreterinnen und Vertreter bestimm - ter Fachämter sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bezirkspolitik sowie des Stadtentwicklungsausschus - ses. Ziel des Workshops war die politische Abstim - mung, Konsultation und Präzisierung der bisher erarbeiteten Leitziele. Um die Leitthemen fachlich zu untersetzen und zu qualifizieren waren drei externe Expertinnen und © Urbanizers © Urbanizers Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 28 Leitbildprozess Experten eingeladen. Christine Loth, Stadtplanerin aus Siegen und Expertin für moderne Bildungsland - schaften, zeigte programmatische und räumliche Konzepte aus dem Forschungsprojekt „Lokale Bil - dungslandschaften und Stadtentwicklung“, die veranschaulichen wie Bildung zu einem integralen Be - standteil von Stadtentwicklung werden kann. Thomas Claßen, Wissenschaftler am Landeszentrum Gesund - heit Nordrhein-Westfalen, präsentierte Grundsätze der gesundheitsorientierten Stadtentwicklung an - hand des „Leitfadens Gesunde Stadt“. Lars-Christian Uhlig, Referent am Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung, beleuchtete die vielfältigen Bedeu - tungen des Begriffs Vernetzung, insbesondere in Bezug auf Mobilität, grüne Infrastruktur und Akteure in der Stadtentwicklung. Im Anschluss erfolgte die Konsultation der Teilneh - menden zu den Themen des Markenkerns an drei Sta - tionen. An Wandzeitungen wurden Hinweise, Ideen oder Bedarfe gesammelt und den sektoralen Themen der Stadtplanung – Wohnen, Mobilität, Grün- und Freiräume, Wirtschaft, soziale Infrastruktur sowie wichtige Kooperationspartnerinnen und -partner – zugeordnet. Die vielfältigen Diskussionen und Beiträge des Ex - pertenhearings haben gezeigt, dass der Markenkern Bildung - Gesundheit - Vernetzung den richtigen Rahmen für die Entwicklung Kreuzfelds bildet. Es wurden vielfältige Vorschläge eingebracht, wie die Leitthemen präzisiert und vertieft werden können. Dabei wurden im Rahmen des Hearings auch erste Schritte in Richtung der Konkretisierung räumlicher und programmatischer Ordnungsprinzipien unter - nommen, die im weiteren Verfahren diskutiert und erweitert werden sollten. Auf Basis der Ergebnisse des Hearings wurde das Impulspapier überarbeitet und präzisiert und als Grundlage für das dritte Expertenhearing aufbereitet. Die von den Expertinnen und Experten eingebrachten Beispiele sind als Best-Practice in die Konzeption des Leitbildes eingeflossen. Drittes Expertenhearing Zum dritten Expertenhearing wurden neben den bereits teilnehmenden Vertreterinnen und Vertretern der Fachämter und politischen Gremien auch Stake - holder aus dem Bezirk und der Region eingeladen. Dazu gehörten lokale Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter aus Blumenberg und Chorweiler sowie thematisch relevante aus ganz Köln und den nördlich angrenzenden Gemeinden. Der Workshop fand am 01. Juli 2019 in der Gemeinschaftsgrund - schule Ernstbergstraße in Blumenberg statt. Ziel des Workshops war die Verankerung und Un - tersetzung der Leitthemen Vernetzung, Bildung, Gesundheit sowie die gemeinsame Entwicklung von Stadtbausteinen und Umsetzungsmöglichkeiten für die drei Themen. Dazu wurde mit Verena Brehm, Gründungspartnerin von CITYFÖRSTER architec - ture + urbanism, wiederum auch externe Expertise eingeladen. Frau Brehm stellte anhand des Prozesses zum Freiburger Wohnbauprojekt Dietenbach sowie anhand studentischer Entwürfe zur Prüffläche Kreuz - feld mögliche Stadtbausteine für den neuen Stadtteil vor. Im Anschluss folgte eine umfassende Podiums- © Urbanizers © Urbanizers 29 und Plenumsdiskussion. Das Podium war mit Markus Greitemann (Beigeordneter Dezernat Stadtentwick - lung, Planen und Bauen), Brigitte Scholz (Amt für Stadtentwicklung und Statistik), Hans-Martin Wolff (Stadtplanungsamt), Reinhard Zöllner (Bezirksbürger - meister Chorweiler), Niklas Kienitz (Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses) und Verena Brehm (cityförster architecture + urbanism) besetzt. Die Diskussion erfolgte entlang der folgenden Leitfragen: Leitbild und städtebauliche Umsetzung • Wie lassen sich die Leitthemen, die den Mar - kenkern bilden, in realisierbare Stadtbausteine übersetzen? • Was bedeutet dies für die Entwicklung von Kreuzfeld, sind hier räumliche Schwerpunkte zu erkennen? • Gibt es Starterprojekte z.B. in Blumenberg, die vorab angestoßen werden können? Siedlungsstruktur - Bevölkerungsstruktur • Welche Siedlungsstruktur erscheint wünschens - wert, um am Übergang zwischen Stadt und Land - schaft urbane Akzente zu setzen? • Welche Impulse gibt es für die soziale Mischung und für die Nutzungsmischung unterschiedlicher Funktionen im neuen Stadtteil? • Lassen sich hier bereits besondere und erforderli - che Wohnformen und –typologien ableiten? Grünstruktur • Welche Anforderungen leiten sich aus den Leitthemen und aus den guten naturräumlichen Gegebenheiten für eine geplante grüne Infra - struktur als Gerüst des Stadtteils ab? • Wie gestalten sich der Siedlungsrand und der Übergang/ bzw. die Öffnung in die Landschaft? • Wie kann eine grüne Vernetzung gelingen, die auch bis in die Region ausstrahlt? Wissenschaft und Forschung, Gewerbe und soziale Infrastruktur • Können Institute aus Wissenschaft und Forschung die Leitthemen anreichern? • Wie müssen Gewerbeflächen und soziale Infrastruktur ausgelegt werden, um dem Vernetzungsgedanken zu entsprechen? Mobilität und Region • Wo und wie müssen verkehrliche Verbindungen ertüchtigt werden, um eine gute und nachhaltige Erreichbarkeit Kreuzfelds und der umliegenden Stadtteile zu sichern? • Welche Impulse wünschen sich die Nachbarn für Kreuzfeld, wie kann die Entwicklung von Kreuz - feld die Vernetzung mit dem Umland unterstüt - zen? Die Ergebnisse der Diskussion wurden gemeinsam mit den Ergebnissen der beiden anderen Workshops und der Standortanalyse zusammengefasst und zu einem finalen Leitbild ausgearbeitet, das neben den übergeordneten Leitzielen auch räumliche und pro - grammatische Prinzipien und Handlungsempfehlun - gen für das weitere Verfahren formuliert. © Paul Caruso © Paul Caruso Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 30 Leitbildprozess Öffentliches Forum Am Samstag, den 21.09.2019 diskutierte Oberbürger - meisterin Henriette Reker die Ergebnisse des bisherigen Verfahrens mit der interessierten Öffentlichkeit. Im Pfarrsaal der Kirche St. Katharina von Siena in Blumen - berg fanden sich etwa 160 interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, um von den von Verwaltung und Politik entwickelten Leitzielen zu erfahren und ihre eigenen Ideen für das Leitbild für Kreuzfeld einzubringen. Die Öffentlichkeitsveranstaltung setzte ein kraftvol - les Signal dafür, dass die Entwicklung Kreuzfelds an Fahrt aufgenommen hat. Mit dem Leitbild wurde die erste Prozessetappe termingerecht abgeschlossen. Zum Auftakt informierte Brigitte Scholz vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik über den Markenkern und den aktuellen Stand des Leitbilds für Kreuzfeld. Sie betonte die Stärken des Standorts, die insbesondere in großen Anteilen städtischer Flächen, dem vorhan - denen S-Bahnhof, der guten Versorgung mit Grün und einer aktiven Bürgerschaft liegen. Ergänzt wurden ihre Erläuterungen durch Informationen aus den Fachberei - chen Verkehr, Bildung, Sport und Gesundheit. In diesen Ausführungen wurde deutlich, dass die Stadt Köln großen Wert auf die Stärkung des Umweltverbundes als tragende Säule des Verkehrssystems, die Schaffung vielfältiger Lernorte für die Stadtgesellschaft sowie den Ausbau der Gesundheits- und Sportinfrastruktur in Chorweiler legt. Nach dieser Einführung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, im Rahmen eines Wandelformats Ihre Ideen und Bedenken in Bezug auf die Entwicklung Kreuzfelds in das Verfahren einzubrin - gen. An drei Marktständen zu den Leitthemen Vernet - zung, Bildung und Gesundheit standen Verwaltungs - mitarbeiterinnen und -mitarbeiter Rede und Antwort für drängende Fragen und notieren mit Unterstützung von Urbanizers die Ideen der Bürgerinnen und Bürger auf Moderationskarten. Am Marktstand Vernetzung stand insbesondere das Thema Verkehr im Fokus. Die Teilnehmenden wünsch - ten sich für alle Verkehrsarten eine stärkere Vernetzung der Stadtteile im Kölner Norden untereinander sowie die Verbesserung der Taktung des ÖPNV. Dieser sollte nicht nur regelmäßiger, sondern vor allem auch zu Tagesrandzeiten sowie nachts fahren. Im Widerspruch zueinander standen der Wunsch nach Anbindung und Ausbau des Straßennetzes einerseits und die Sorge um ein verstärktes Verkehrsaufkommen und Ausweichver - kehre andererseits. Darüber hinaus wurden auch die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur sowie das Ausweiten alternativer Mobilität und neuer Technologi - en gewünscht. Über diese Themen hinaus wurde gewünscht, Grün - verbindungen in der Planung einen hohen Stellenwert zu geben sowie soziale, kulturelle und gastronomische Einrichtungen in Kreuzfeld vorzusehen. Beim Leitthema Bildung wünschten sich die Teilneh - menden eine große Vielfalt an Bildungsangeboten und -modalitäten. Inklusive und integrative Bildungsan - gebote und –orte für alle waren ebenso gewollt wie innovative, moderne Schulbauten mit vielfältig nutz - baren Räumlichkeiten. Die Idee Kreuzfeld als Hoch - schulstandort zu entwickeln fand viel Zustimmung. Dabei sollte bei der Stadtteilplanung auch direkt an Bedarfe von Studierenden gedacht werden. Außerdem wurden die Kollaboration mit privaten Akteuren und die Schaffung von Freiflächen für private Initiativen als wichtig empfunden, um die Gemeinschaft im Stadtteil zu stärken. Es wurde mehrfach darauf hingewiesen, © Paul Caruso © Paul Caruso 31 dass das Timing der Planung stimmen muss und die Bildungseinrichtungen mit Fertigstellung der Wohnbe - bauung eröffnet werden sollten. Am Marktstand Gesundheit wurde gefordert, den Klimawandel auch baulich, z.B. in Form von Gebäude - begrünung und der Förderung erneuerbarer Energien, zu berücksichtigen. Außerdem wurde der schonende Umgang mit bestehenden Grünflächen im Sinne des Klimaschutzes angeregt. Um dem Mangel an medizini - scher Versorgung zu begegnen, wurde die Ansiedlung von Fachärzten z.B. in einem Gesundheitszentrum gewünscht. Die Teilnehmenden legten außerdem Wert auf generationenübergreifende und barrierefreie Wohnangebote und Stadtteilplanung sowie genossen - schaftliche Wohnungskonzepte. Die Ergebnisse des Wandelformats wurden dokumen - tiert und sind in die finale Überarbeitung des Leitbildes eingeflossen. Im nächsten Schritt wird ein für Köln neuartiges Dialogverfahren stattfinden, im Rahmen dessen im kommenden Jahr ein städtebaulicher Ent - wurf erarbeitet wird. Im Zuge dieses Verfahrens wird es weitere Beteiligungsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger geben, um ihr lokales Expertenwissen in den Prozess einzubinden. © Paul Caruso © Paul Caruso © Paul Caruso Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 32 Leitbildprozess © Paul Caruso © Paul Caruso © Paul Caruso 33 Leitbild Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 34 Leitbild Entstehen soll ein kompakter, lebenswerter und sozial gerechter Stadtteil. Vernetzung, Bildung sowie Gesundheit bilden einen starken Markenkern, der den Anspruch an eine soziale und funktionale Mi- schung sichtbar macht. Die Grund- lage dafür bildet ein dichtes Netz urbaner Funktionen mit vielfältigen Wohn- und Mobilitätsangeboten, Raum für unterschiedliche Arbeits- formen, Nahversorgung sowie soziale und grüne Infrastruktur. So wird der neue Stadtteil inklusiv, abwechslungsreich, erhält beste Voraussetzungen für vielfältiges, öf- fentliches Leben und ist von Anfang an Ein gutes Stück Köln. MARKENKERN BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! um weltgerech t den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! versorgt aktiv m ob il g rü n g em ischt vielfältig lebensnah innovativ STADTSTRATEGIE KÖLNER PERSPEKTIVEN 2030 35 BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! um weltgerech t den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! versorgt aktiv m ob il g rü n g em ischt vielfältig lebensnah innovativ STADTSTRATEGIE KÖLNER PERSPEKTIVEN 2030 Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 36 Leitbild BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Der neue Stadtteil vernetzt Stadt und Landschaft und schlägt Brücken in die Nachbarschaft und die Stadtregion. Ökologische Aspekte sowie Komponenten einer umweltverträglichen Mobilität werden von Beginn an berück- sichtigt. Kreuzfeld schafft sozial und räumlich integrierte, nachhaltige Quartiere und bringt Menschen unter- schiedlichen Alters, unterschiedlicher Lebensstile und unterschiedlicher Herkunft zusammen. © Anna Earl/Unsplash © Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH © Stanislav Rabunski/Unsplash 37 BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! mobil Kreuzfeld ist zuverlässig an Innenstadt und Umland angebunden und mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Im neuen Stadtteil gibt es vielfältige nachhaltige Mobilitätsangebote, die wichtige Ziele im Bezirk und darüber hinaus mit ihm verbinden. Optimale Umstiegsmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln werden mitgeplant. grün Ein vielfältiges Netz urbaner grüner Infrastruktur, bestehend aus Parkanla- gen, Gemeinschaftsgärten, Spiel- und Sportflächen und anderen Grünstruk- turen, sichert ökologische und stadtklimatische Funktionen für Kreuzfeld und schafft Stadträume mit hoher Lebensqualität und geht schonend mit vorhandenen Freiflächen um. Es verbindet den Stadtteil mit dem grünen Chorweiler, beachtet die Biotopvernetzung und sichert wertvolle Land- schaftsbereiche in der Umgebung. gemischt In Kreuzfeld entstehen Angebote für den ganzen Bezirk. Nachbarschaft und neue Bewohnerinnen und Bewohner finden vielfältige Möglichkeiten für Teilhabe und Mitgestaltung und entwickeln generationen- und herkunfts- übergreifend gemeinsame Perspektiven. Dazu trägt von Anfang an der Aufbau eines Netzwerks von Akteuren und Interessen bei und ein vielfältiges Wohnungsangebot – sozial orientiert, bezahlbar, hochwertig, experimentell und innovativ. Eine kleinteilige Grundstücksparzellierung und -vergabe ist Grundlage für die Entstehung eines gemischten, urba- nen Quartiers. Zentrale Akteure, wie z.B. Genossenschaf- ten, Bestandshalter, Bauträger und Baugruppen in die städtebauliche Entwicklung Kreuzfelds einzubinden hilft, das Gelände bedarfsgerecht aufzuteilen. Ein integriertes Verkehrskonzept bildet die Grundlage, um Kreuzfeld an Blumenberg, Chorweiler und die Kölner Innenstadt anzuschließen.Tangentiale Verbindungen zu anderen Stadtteilen und umliegenden Ortschaften tragen ebenfalls zur Erreichbarkeit Kreuzfelds bei. Eine verdich- tete Taktung des bestehenden Bahn- und Busangebots sowie die Ausweitung des Busnetzes stärken die Erreich- barkeit ganz Chorweilers. Sharing-Angebote für Fahrrä- der, Autos und weitere Verkehrsmittel gestalten Mobilität flexibel. Mobilitätsstationen erleichtern die gezielte Kombination verschiedener Verkehrsmittel. Als Bahnhof und Stadtteilzentrum kann die S-Bahn-Stati- on „Köln-Blumenberg“ als Eingangstor und Verbindungs- element zwischen Kreuzfeld und Blumenberg fungieren. Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie schaffen hier einen zentralen Anlaufpunkt zur Nahversorgung und bilden einen Ort der Begegnung. Ein Netz aus blauer und grüner Infrastruktur dient dem neuen Stadtteil als städtebaulich-räumliches Grundge- Handlungsempfehlungen Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 38 Leitbild BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Kleinteilige Grundstücksparzel- lierung und -vergabe integriertes Verkehrskonzept Bahnhof und Stadtteilzentrum grüne und blaue Infrastruktur Prozessbegleitung vor Ort Tangentiale Verbindungen Bahn- und Busangebot Sharing- Angebote Genossen- schaften Baugruppen Veranstaltungen Freizeit- und Bildungs- angebotegemeinschaftliche Nutzformen Begegnung fahrrad- und fußgänger- freundliche Verbindungen Nahversorgung fußgängerfreundliche Straßen und Plätze Gastronomie multifunktionale Freiräume GEMISCHT GRÜN MOBIL Einzelhandel Bauträger Bestands- halter Information Beteiligung grünes Netz dichte Taktung Mobilitäts- stationen Sport, Spiel und Bewegung rüst. Grüne, fahrrad- und fußgängerfreundliche Verbin- dungen zum Rhein und nach Blumenberg bieten Raum für Naherholung und kleinräumliche Mobilität. Multifunktio- nale Frei- und Grünräume ermöglichen Sport, Bewegung und Begegnung. Eine „erste Adresse“, die den Planungs- und Bauprozess vor Ort begleitet, kann frühzeitig nachbarschaftlichen Zusammenhalt stärken. Information und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger stärken Transparenz, Teilhabe und Mitbestimmung. Veranstaltungen sowie verschie- dene Freizeit- und Bildungsangebote rund um die Ent- wicklung Kreuzfelds festigen die Identifikation der lokalen Bevölkerung mit dem neuen Stadtteil. Gemeinsame Perspektiven entstehen in der Entwicklung gemeinschaft- licher Nutzformen, wie z.B. Urban Gardening, im engen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. 39 BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Mobility Hubs Oberbillwerder, Hamburg Mit Oberbillwerder entsteht ein neuer Stadtteil in Hamburg Bergedorf. Wichtiger Bestandteil der Ent- wicklung ist ein nachhaltiges Mobilitätskonzept und hier insbesondere die mehrstöckigen Mobility Hubs: Bewohnerinnen und Bewohner parken hier ihr Auto und können auf Mobilitätsangebote wie Carsharing, Lastenfahrräder und Transportgefährte zugreifen. Die Mobility Hubs sollen zentral an den Quartiersplätzen liegen und neben Mobilitätsangeboten auch ande- re Nutzungen, wie z.B. Serviceeinrichtungen oder soziale, kulturelle und gewerbliche Einrichtungen bereithalten. Mobility Hubs sind damit nicht nur Mobilitätsknoten, sondern wesentlicher Beitrag zum öffentlichen Leben und gemeinschaftlichen Nutzun- gen. Quelle: BBSR (c), online unter: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/ DE/FP/ZIP/NPS/2018/foerderprojekte-2018/steckbriefe/ham- burg-node.html Quelle: BBSR (b), online unter: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/ DE/FP/ZIP/NPS/2016/foerderprojekte-2016/steckbriefe/heidel- berg-node.html Quelle: Stadt Freiburg, online unter https://www.freiburg.de/ pb/208560.html „Der andere Park“ Heidelberg In der historischen Kasernenanlage der Campbell Barracks in Heidelberg entsteht ein Freiraum anderer Art, der verschiedene dort angesiedelte Orte des Wis- sens miteinander vernetzt und über Grün-, Frei- und Spielflächen die Identität des Stadtteils neu prägt. Kul- turelle und wissenschaftliche Einrichtungen treffen auf einen offenen Begegnungs- und Erholungsraum. In einem innovativen und partizipativen Planungsprozess wurde der Ansatz verfolgt, Stadt über ihre zentralen öffentlichen Freiräume zu entwickeln. Rieselfeld Freiburg Im seit 1995 entstandene Stadtteil sollte eine „tragfähi- ge Alltagskultur“ entstehen, und die Anwohnenden soll- ten von Anfang an dabei sein. Ein Jahr später hatte der neue Stadtteil seinen eigenen Verein, den K.I.O.S.K., der inmitten der „Stadtneubaustelle“ seinen eigenen Laden als Anlaufstelle und Treffpunkt etablierte. Dieses Provi- sorium mitten im Quartier ist seit 2003 Geschichte: Seit- her gibt es im Rieselfeld einen vom Verein betriebenen Stadtteiltreff mit Saal, Gruppenräumen, Jugendräumen und Café, sowie eine Außenstelle der Stadtbibliothek. Wichtig für den Erfolg war nicht zuletzt die frühzeitige Verortung im Sinne einer „ersten Adresse“, die von Anfang an Anlaufpunkt für Anregungen und Fragen war und mit ihrer Gebäudehülle weiterwuchs. Kreuzfeld lernt von ... © ADEPT Aps / Karres+Brand © Studio Vulkan © Stadt Freiburg Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 40 Leitbild BI LDUNG fördern! Kreuzfeld wird Aktionsfeld für moderne Bildungslandschaften und schafft neue, qualitativ hochwertige und le- bensnahe Bildungsangebote für alle. In einer Bildungslandschaft werden diese im ganzen Stadtteil erlebbar und setzen von Anfang an soziale und räumliche Akzente. Kreuzfeld wird somit nicht nur für die zukünftigen Bewoh- nerinnen und Bewohner, sondern für Chorweiler und ganz Köln zu einem attraktiven Standort. BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! © Christin Hume/Unsplash © Rachel/Unsplash © Heinrich-Böll-Stiftung 41 vielfältig Bildung in Kreuzfeld ist räumlich erlebbar und verteilt sich über den ganzen Stadtteil. Die Ansiedlung und Vernetzung wichtiger Einrichtungen, wie Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen als Orte informeller Bildung sowie Erwachsenenbildung schafft Synergien. Bildungsstandorte sind mehrfach nutzbar und werden durch außerschulische Lernorte ergänzt. Der öffentliche Raum bietet Möglichkeiten der kreativen Aneignung und ist gemeinschaft- lich nutz- und erlebbar. lebensnah Kreuzfeld verbindet Bildung und Freizeit und schafft generationenübergrei- fende, barrierefreie und inklusive Angebote für die ganze Nachbarschaft. Lernen und Lehren entsteht unabhängig vom sozialen Status im Dialog der Bewohnerinnen und Bewohner. Vielfältige Begegnungen sorgen für einen Austausch von Wissen und Talenten und tragen zu einer selbstbestimmten und emanzipierten Stadtgesellschaft bei. innovativ Kölns dynamische Hochschullandschaft findet hier beste Bedingungen für innovative Forschungs- und Lehrprojekte. Als Forschungsstandort entwickelt Kreuzfeld überörtliche Strahlkraft. Wissenschaft und Alltagsbildung stehen im lebendigen Dialog. Die Wohnangebote des Stadtteils berücksichtigen daher auch die Bedarfe von Studierenden und Hochschulangehörigen. BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Ein kooperativer Prozess unter Teilhabe aller relevanten Bildungsakteure und der lokalen Bevölkerung sichert die Entwicklung einer bedarfsgerechten Bildungslandschaft und sichert deren Qualität von Anfang an. Vielfältige Formen der Kindertagesbetreuung und Schule mit einem Fokus auf Integration und Inklusion ermöglichen individuelle Bildungswege im Stadtteil, die unabhängig vom sozialen Status sind. Ausbildungsangebote und Angebote der Erwachse- nenbildung schaffen zusätzliche Möglichkeiten für alle Generationen. Als Teil des öffentlichen Stadtraums sind Schulhöfe auch außerhalb der Schulzeiten als Aktiv- und Bewegungsräu- me nutzbar. Außerschulische Bildungsangebote fördern Lernen als le- benslangen Prozess. Die enge Kooperation zwischen Ein- richtungen für Bildung, Sport, Freizeit und Gesundheit schafft ganzheitliche Lernangebote. Ein Bildungshaus kann als „dritter Ort“ im Quartier Bibliothek, Lern- und Begegnungsangebote bündeln. Angebote der Umwelt- bildung sowie Jugendeinrichtungen unterstützen das alltägliche Lernen und Erfahren im Stadtraum. Bera- tungs- und/ oder Weiterbildungsangebote unterstützen Handlungsempfehlungen Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 42 Leitbild BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Nachbarschafts- zentren Forschen und Lernen Bildungsland- schaft Außerschulische Bildungsangebote enge Kooperationen Lebenslanges Lernen vielfältige Kitaformen und Schulen kooperativer Prozess Gründercampus Wohnangebote für Studierende Forschungscluster lokale Bevölkerung LEBENSNAH INNOVATIV Jugendeinrichtungen offene Schulhöfe Bildungshaus Ausbildungsangebote VIELFÄLTIG Angebote für Umweltbildung Spiel-, Bewegungs- Aktionsflächen Weiterbildungsangebote gemeinschaftliche Nutzungen Bildungsakteure Beratungsangebote Wohnangebote für Forschende die Bewohnerinnen und Bewohner in unterschiedlichen Lebenslagen. Nachbarschaftszentren und gemeinschaftliche Nutzun- gen schaffen Begegnungsorte des alltäglichen Aus- tauschs und voneinander Lernens. Eine Kooperation mit Kölner Hochschulen ermöglicht die Ansiedlung von Lehr- und Forschungsangeboten. Wohnangebote für Studierende und Forschende verbin- den Arbeiten, Lernen und Wohnen. Ein Gründercampus gibt Raum für neue Geschäftsideen „made in Kreuzfeld“. 43 ... Campus für lebenslanges Lernen in Oster- holz-Scharmbeck Größe der Projektfläche: 4 ha Einwohnerzahl der Gemeinde: circa 30.500 Projektlaufzeit: 2008 – 2015 Im niedersächsischen Mittelzentrum Osterholz- Scharmbeck wurde auf einer innerstädtischen Brach - fläche ein innovatives Lern- und Begegnungszentrum entwickelt. Die Bildungslandschaft setzt sich aus einem Gymnasium, einer Oberschule, einem multifunktio - nal nutzbaren Medienhaus inklusive einer Mensa und einem Bildungshaus, das in erster Linie der Erwach - senenbildung dient, zusammen. Ein breites Bildungs - verständnis rückt die Orientierung an den Lernbedürf- nissen aller Altersklassen, Austausch und Begegnung sowie die Förderung von Begabungen und Stärken in den Vordergrund. Dazu werden auf dem Campus nicht nur baulich, sondern auch pädagogisch neue Wege gegangen: offene und anregende Gestaltung von Lern- und Begegnungsräumen, niedrigschwellige Zu - gänglichkeit zu formalen und non-formalen Bildungs - angeboten, Konzentration und Vernetzung sowie Offenheit und Transparenz prägen die Nutzung und Räumlichkeiten des Campus. Durch eine enge Verzah- nung von Bildungsangeboten mit Sport- und Freizeit - einrichtungen (DLRG, städtisches Schwimmbad) und außerschulischen sozialen Institutionen (SOS Kinder - dorf, Mehrgenerationenhaus, Familienzentrum) wird der Campus ganztätig genutzt und die Institutions- und ressortübergreifende Zusammenarbeit langfristig gestärkt. So entstand ein gesunder und kommunikati- onsfördernder Lern- und Lebensraum in der Stadt. Entwickelt wurde das Campuskonzept über mehrere Etappen. 2007 wurde im Integrierten Standentwick - lungskonzept die Schaffung eines multifunktionalen Zentrums für Bildung, Freizeit, Medien, Mehrgene - rationeninfrastruktur und soziales Zusammenleben benannt. Als wesentlicher Impuls zur Überführung in eine konkrete Planung gelten vorangegangene res - sortübergreifende Erfahrungen des Landkreises in den Handlungsfeldern Bildung und Quartiersmanagement, wodurch bereits Kooperationen zwischen der Stadt und verschiedenen Bildungsakteuren bestanden. An - schließend übernahm die Einrichtung „Kommunaler Bildungskontor“ des Landkreises die Verantwortung für das Thema auf kommunaler Ebene. Gemeinsam er- arbeiteten die beteiligten Akteure Leitideen und erste Umsetzungsschritte für den Campus, auf deren Basis ein europaweit ausgeschriebenes Wettbewerbsverfah- ren durchgeführt wurde. Der Campus bildet einen wesentlichen Baustein zur Profilierung der Stadt und trägt grundlegend zur so - zialen und demografischen Stadtentwicklung bei. Be - wusst wurde dabei Bildung als Strategie genutzt, um Nachteile im Bereich der Bildung und Erwerbstätigkeit auszugleichen und einer sozialen Benachteiligung ent- gegenzuwirken. Zeitgleich wird die Kernstadt aufge - wertet und Ziele der Stadtplanung mit denen der Päd- agogik zusammengebracht. Kreuzfeld lernt von ... BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Quelle: Million, A.; Coelen, T.; Heinrich, A. J.; Loth, C.; Somborski, I. (2017) © Stadt Osterholz-Scharmbeck © Oberschule Lernhaus im Campus Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 44 Leitbild BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Für GESUND HEIT sorgen! In vielfältigem Sinn ist Kreuzfeld ein gesunder Stadtteil. Er wird Standort mit Vorbildcharakter für Stadtentwick- lung und Gesundheitsvorsorge. Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und -vorsorge sind für ganz Chor- weiler ein Gewinn. Kreuzfeld nutzt seine Nähe zum Naturraum und verfügt über eigene, qualitativ hochwertige Grün- und Freiräume, er beachtet Prinzipien gesundheitsfördernder Planung und er fördert die Gesundheit der Menschen, die hier wohnen und arbeiten. © Chanan Greenblatt/Unsplash © AOK Baden-Württemberg © Levio Inc. 45 BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! versorgt Kreuzfeld bietet hochwertige und zeitgemäße Gesundheitseinrichtungen und achtet auf Gesundheitsprävention im Stadtteil. Menschen jeder Le- bensphase sind hier gut versorgt. Auch das vielfältige soziale Miteinander hält gesund. umweltgerecht Soziale, gesundheitliche und Umweltthemen bilden die Grundlagen der integrierten Planung von Kreuzfeld. Vorausschauende Planung der Gebäude, der Mobilität, der technischen Infrastruktur und der Freiräume ermöglicht präventiv die Themen Klimawandel und Umweltbelastungen aufzugreifen. aktiv Attraktiv gestaltete Straßenräume, nachhaltige Mobilität und Sportangebo- te im öffentlichen Raum setzen die Bewohnerinnen und Bewohner Kreuz- felds in Bewegung. Das Prinzip der Barrierefreiheit ist leitend für die Raumge- staltung und macht Kreuzfeld zugänglich für alle. Die Ansiedlung eines Facharztzentrums könnte eine beste- hende Lücke in der Gesundheitsversorgung Chorweilers schließen. Zeitgemäße Pflegeeinrichtungen sichern die Versorgung älterer Menschen im Stadtteil. Gesundheitsan- gebote sind niedrigschwellig und teilhabeorientiert. Mehrgenerationenhäuser unterstützen den sozialen Zu- sammenhalt der Bewohnerinnen und Bewohner. Eine enge Kooperation zwischen Pflegeeinrichtungen und Kinderta- gesstätten fördert soziales Miteinander und generationen- übergreifende Begegnungen. Neue Arbeitsplätze in der Wissens- und Gesundheitswirt- schaft erhöhen die Attraktivität Kreuzfelds als Wohn- und Arbeitsstandort. In Nachbarschaftszentren und gemeinschaftlichen Nutz- formen können sich Menschen unabhängig von Alter und Herkunft begegnen. Begegnungsstätten und Cafés fördern den sozialen Austausch und das Miteinander. Parks oder Gemeinschaftsgärten bieten vielfältige Möglichkeiten der Betätigung und Aneignung. Die Verwendung und Erzeugung erneuerbarer Energien sowie die Förderung postfossiler Mobilität helfen, den CO2-Ausstoß in Kreuzfeld zu senken. Blaue und grüne Infrastruktur sind das Grundgerüst für einen umweltgerechten Stadtteil. Attraktive Rad- und Handlungsempfehlungen Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 46 Leitbild BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! postfossile Energie und Mobilität Sport- infrastruktur Facharztzentrum nachhaltiges Regenwassermanagement zeitgemäße Pflegeeinrichtungen Mehrgenerationen- häuser Räume für Vereinsarbeit UMWELTGERECHT AKTIV grüne und blaue Infrastruktur Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft VERSORGT Dach- und Fassaden- begrünung Kooperationen zwischen Pflegeeinrichtungen und Kita niedrigschwellige Gesundheitsangebote engmaschiges Rad- und Fußwegenetz öffentliche BewegungsräumeSportanlagen erneuerbare Energien Pflege und Betreuung für alle Generationen gemeinschaftliche Nutzformen Begegnungsstätten und Cafés Parks Gemeinschaftsgärten Fußverbindungen fördern grüne Mobilität. Dach- und Fas- sadenbegrünungen reduzieren die Wärmespeicherung der Gebäude und tragen so zu einem angenehmen Mikroklima bei. Durch ein nachhaltiges Regenwassermanagement kann Wasser vor Ort versickern, verdunsten, temporär zwischen- gespeichert oder genutzt werden. Eine gut ausgebaute Sportinfrastruktur ist Grundlage für einen aktiven und gesunden Stadtteil. Sportanlagen mit Räumen für die Vereinsarbeit fördern soziales Miteinander. Bewegungsräume als Teil der grünen Infrastruktur und des öffentlichen Stadtraums integrieren Bewegung in den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner. Ein engmaschiges, kinderfreundliches und barrierefreies Rad- und Fußwegenetz ermöglicht allen Bewohnerinnen und Bewohnern sich selbständig im Stadtteil zu bewegen. 47 BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Kap. 7 Mobilität und Erschließungsqualität • ÖPNV verbessern und priorisieren • Anreize zur aktiven Fortbewegung schaffen Kap. 9 Umwelt und Gesundheit • Luftqualität durch nachhaltige Mobilität und Energie verbessern • Wasserqualität, -sicherheit und -versorgung verbessern Kap. 10 Öffentliche Freiräume • Zugang zu Grün- und Naturräumen sicherstellen • Straßenräume qualitätsvoll gestalten Kap. 11 Körperliche Aktivität • Bewegung und Sport fördern • Zu Fuß gehen und Fahrradfahren fördern • Zugang zu Erholungsmöglichkeiten sicherstellen Kap. 13 Soziale Infrastruktur • Vielfältige Einrichtungen für vielfältige Bevölke- rung bereitstellen • Soziale Infrastruktur von Anfang an einrichten • Lücken in bestehender Soziale Infrastruktur schließen Kap. 14 Sozialer Zusammenhalt und Integration • Bevölkerung an der Planung beteiligen • Teilhabe fördern • Soziale Interaktion im Wohnumfeld fördern … a us dem Leitfaden Gesunde Stadt Der Leitfaden Gesunde Stadt stellt Hintergrundin - formationen für eine gesundheitsförderliche Stad - tentwicklung zusammen, um gesundheitliche Aus - wirkungen eines Projektes besser einschätzen und gesundheitsbezogene Wirkungen fördern zu können. Das Leitbild zu Kreuzfeld orientiert sich an den folgen- den Grundsätzen des Leitfadens: Kreuzfeld lernt ... Quelle: Landeszentrum Gesundheit NRW (2019) © Landeszentrum Gesundheit NRW Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 48 Ausblick © Paul Caruso © Stadt Köln © Urbanizers © Paul Caruso 49 Ausblick Der Weg nach Köln-Kreuzfeld Mit dem hier vorgelegten Ergebnis ist der erste zentrale Verfahrensschritt auf dem Weg zum neuen Stadtteil, der Leitbildprozess, abgeschlossen. Es folgen die städ- tebaulichen Planungsprozesse, die begonnene breite Öffentlichkeitsbeteiligung wird dabei kontinuierlich fort- gesetzt. Dieser komplexe und mehrstufige Prozess stellt sicher, dass die gute Ausgangslage für eine sozial gerech- te, nachhaltige Entwicklung von Kreuzfeld genutzt und die Planung eines innovativen und vielfältigen Stadtteils am Stadtrand mit breiter Akzeptanz möglich wird. Das sich unmittelbar anschließende städtebauliche Qualifizierungsverfahren baut auf der Grundlage des Leitbildes auf. Ziel dieses Verfahrens ist den Städtebau des Stadtteils zu definieren. Hierbei werden Planungsbü- ros aufgefordert städtebauliche Entwürfe zu entwickeln. Das Ergebnis wird ein städtebauliches Rahmenkon- zept sein, welches die Entwicklungsziele für Kreuzfeld weiter konkretisiert und räumlich darstellt. Öffentliche Planungswerkstätten sichern die kontinuierliche Mit- wirkung der Öffentlichkeit am Planungsprozess im Austausch mit den Planungsteams, den Expertinnen und Experten und einem Begleitgremium. Hieran schließt sich die Integrierte Planung und abschlie- ßend die Bauleitplanung an. In der Integrierten Planung als vertiefende Planungsphase werden die wesentlichen Handlungsfelder für die teilräumliche Entwicklung be- trachtet und mögliche Bauabschnitte und Quartiere des neuen Stadtteils konkretisiert. Es werden die Ergebnisse aus dem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren unter anderem mit Hinblick auf die folgenden Fachthemen detaillierter ausgearbeitet: • Bebauung • Nutzungsmischung • Freiraumqualitäten • Mobilität • Verkehr • Ökologie • Entwässerung • Lärm-, Brandschutz etc. Diese Integrierte Planung, an dessen Ende ein Master- plan entwickelt wird, bildet die Vorlage und Basis für die dann folgende Bauleitplanung. Dieses Bauleitplanver- fahren schafft das Bauplanungsrecht für die Bebauung von Kreuzfeld und ermöglicht im Anschluss die bauliche Realisierung des neuen Stadtteils. Wesentlicher Be- standteil auch dieser weiteren Verfahrensschritte ist die Fortführung von unterschiedlichen Beteiligungsforma- ten mit der Öffentlichkeit und somit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Leitbildprozess Städtebauliches Qualifizierungs- verfahren Integrierte Planung Bauleitplanung 2019 2020 2021 2022/2023 Leitbild mit Entwicklungs- zielen Bebauungs- pläne Rahmenplan Masterplan Beteiligung der Öffentlichkeit | Politik | Verwaltung begleitendes Moderationsbüro Abb. 13: Prozessphasen Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 50 Quellenverzeichnis Quellenverzeichnis Literatur Antrag im Rat der Stadt Köln von der CDU-Fraktion, der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis`90 / Die Grünen und Die Linke 21.06.2018: TOP 8.3.1: Initiative zur Schulent- wicklung im Bezirk Chorweiler, einstimmig beschlossen, https://ratsinformation.stadt-koeln.de/to0050.asp?__ ktonr=252791 (aufgerufen am 8. Okt 2019) Antrag im Rat der Stadt Köln 03.05.2018: TOP 3.2.1: Neue Flächen für den Wohnungsbau im Bezirk Chorweiler, Einstimmig bei Stimmenthaltung der Gruppe Rot-Weiß zu- gestimmt, https://ratsinformation.stadt-koeln.de/to0050. asp?__ktonr=248561 (aufgerufen am 8. Okt 2019) BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, Raumforschung) (a): Gartenstadt 21 – ein neues Leitbild für die Stadtent- wicklung in verdichteten Ballungsräumen – Vision oder Utopie?, https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/ExWoSt/ Studien/2015/Gartenstadt-21/01-start.html (aufgerufen am 8. Okt 2019) BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, Raumforschung) (b): Heidelberg. Der andere Park - Grünes Band des Wissens für die Campbell Barracks, https://www.bbsr.bund.de/BBSR/ DE/FP/ZIP/NPS/2016/foerderprojekte-2016/steckbriefe/ heidelberg-node.html (aufgerufen am 8. Okt 2019) BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, Raumforschung) (c): Hansestadt Hamburg. Mobility Hubs für eine nachhaltige Quartiersentwicklung, https://www.bbsr.bund.de/BBSR/ DE/FP/ZIP/NPS/2018/foerderprojekte-2018/steckbriefe/ hamburg-node.html (aufgerufen am 8. Okt 2019) Ludmann, Riedel 1967: Neue Stadt Köln-Chorweiler (S.20), Stuttgart/ Bern: Karl Krämer Verlag Million, A.; Coelen, T.; Heinrich, A. J.; Loth, C.; Somborski, I. 2017: Gebaute Bildungslandschaften – Verflechtun- gen zwischen Pädagogik und Stadtplanung. jovis Verlag GmbH: Berlin. Landeszentrum Gesundheit NRW 2019: Leitfaden Gesun- de Stadt. Hinweise für Stellungnahmen zur Stadtentwick- lung aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, https:// www.lzg.nrw.de/_php/login/dl.php?u=/_media/pdf/ser- vice/Pub/2019_df/lzg-nrw_leitfaden_gesunde_ stadt_2019.pdf (aufgerufen am 8. Okt 2019) Share GmbH 2019: Sustainable Development Goals, htt- ps://www.share.eu/nachhaltigkeit/sustainable-develop- ment-goals/ (aufgerufen am 8. Okt 2019) Stadt Freiburg: Ein riesiges Feld für das stadtnahe Leben im Grünen, https://www.freiburg.de/pb/208560.html (aufgerufen am 8. Okt 2019) Stadt Köln 2005: Amt für Stadtplanung, Bebauungsplan Nr. 61560/02 Kreuzfeld in Köln-Blumenberg (Entwurf), Köln Stadt Köln 2010: Einzelhandels- und Zentrenkonzept Köln 2010, Köln Stadt Köln 2014: Amt für Stadtentwicklung Statistik: Stadtentwicklungskonzept Wohnen, Köln Stadt Köln 2018: Fortschreibung Integriertes Stadtent- wicklungskonzept für den Sozialraum Blumenberg, Chor- weiler und Seeberg-Nord, Köln Stadt Köln 2019: Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“, https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwal- tung/stadtentwicklung/koelner-perspektiven-2030/ stadtstrategie-koelner-perspektiven-2030 (aufgerufen am 8. Okt 2019) Stadt Köln 2019a: Amt für Stadtentwicklung und Statistik: Kölner Statteilinformationen Zahlen 2018, Köln Stadt Köln 2019b: Lebenswertes Chorweiler – Ein Zent- rum im Wandel, Abbildungen von arge Chorweiler in Zu- sammenarbeit mit lad+, yellow z und BPR, https://www. stadt-koeln.de/artikel/64570/index.html (aufgerufen am 8. Okt 2019) Stadt Köln 2019c: Kölner Statistische Nachrichten 2/2019, Besser als ihr Ruf – Eine Image-Analyse der Stadtteile des Stadtbezirks Chorweiler, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Köln 51 Steg NRW GmbH 2017: Neuland entdecken – Aufbruch im Kölner Norden Entwicklungskonzept Köln-Chorwei- ler für den Sozialraum Blumenberg, Chorweiler, See- berg-Nord. Bildnachweis Titelbild, Seiten 15 - 28, 33-46, 48: Urbanizers Büro für städtische Konzepte Titelbild, Seiten 29-32, 48 : Paul Caruso Seiten 5, 9-11, 13-14, 48-49 : Stadt Köln Seite 36: Anna Earl/Unsplash; Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein; Stanislav Rabunski/Unsplash Seite 39: ADEPT Aps / Karres+Brand; Studio Vulkan, Stadt Freiburg Seite 40: Christin Hume/Unsplash; Rachel/Unsplash; Hein- rich-Böll-Stiftung Seite 43: Stadt Osterholz-Scharmbeck; Oberschule Lern- haus im Campus Seite 44: Chanan Greenblatt/Unsplash, AOK Baden-Würt- temberg; Levio Inc. Seite 47: Landeszentrum Gesundheit NRW
Anlage 4, Auszug Liegenschaftsausschuss 15.11.2019
2575 Zeichen
Geschäftsführung Liegenschaftsausschuss Herr Jansen Telefon: (0221) 25276 E-Mail: timnoel.jansen@stadt-koeln.de Datum: 26.11.2019 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der Sitzung des Liegenschaftsausschusses vom 15.11.2019 öffentlich 2.2 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Beschluss des Leitbildes Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ 3588/2019 RM Pakulat bittet darum, die Vorlage ohne Votum in den weiteren Sitzungslauf zu geben und am 28.01.2020 erneut im Liegenschaftsausschuss aufzurufen. RM Sterck weist darauf hin, dass zur Verbindung der beiden Stadteile Blumenberg und Kreuzfeld die auf S. 11 der Broschüre „Leitbild Kreuzfeld – Ein gutes Stück Köln“ angesprochene S-Bahn-Station und ihr Ausbau eine wichtige Rolle spielt. Des Weite- ren muss eine sinnvolle Lösung für die Mercatorstraße gefunden werden, damit die- se keinen trennenden Charakter bekommt. Eine Lösung hierfür könnte eine Er- schließung der Mercatorstraße südlich an Kreuzfeld vorbei sein, sodass dort wo zur- zeit die Mercatorstr. zwischen Blumenberg und Kreuzfeld verläuft, eventuell ein Fuß- gängerbereich eingerichtet werden kann. RM Weisenstein erkundigt sich, ob die Politik eine Möglichkeit hat, weitere Leitlinien für den neuen Stadtteil einzubringen. Frau Drevermann erklärt, dass der jetzige Dreiklang an Leitlinien aus „Vernetzung“, „Bildung“ und „Gesundheit“ aus einem gemeinsamen Prozess mit Bevölkerung und Experten heraus entstanden ist, in dem ebendiese als die Hauptkriterien definiert wurden. Der Ausschussvorsitzende RM Frank fasst zusammen, dass die Vorlage ohne Vo- tum in die nachfolgenden Gremien gegeben und in der nächsten Sitzung des Lie- genschaftsausschusses am 28.01.2020 erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Er bittet die Verwaltung, zeitnah eine Mitteilung als weitere Anlage in Session einzustellen bzw. zu versenden, in der die Eigentumsverhältnisse im Planungsgebiet dargestellt werden. Beschluss: Der Liegenschaftsausschuss empfiehlt dem Rat folgenden Beschluss zu fassen: Der Rat 1. nimmt das Leitbild Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ als Ergebnis des ersten Verfah- rensschrittes der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld zur Kenntnis; 2. beschließt das Leitbild als Grundlage für die weitere Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld; 3. beauftragt die Verwaltung, das Leitbild beim nächsten Verfahrensschritt, dem städte- baulichen Qualifizierungsverfahren als Grundlage zu beachten. Abstimmungsergebnis: In weiteren Sitzungslauf verwiesen mit erneuter Wiedervorlage.
Anlage 6 - Auszug Stadtentwicklungsausschuss 05.12.2019
1512 Zeichen
Anlage 6 Geschäftsführung Stadtentwicklungsausschuss Herr Freitag Telefon: (0221) 221-23148 Fax : (0221) 221-24088 E-Mail: uwe.freitag@stadt-koeln.de Datum: 09.12.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokol l der 44. Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 05.12.2019 öffentlich 5.1 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Beschluss des Leitbildes Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ 3588/2019 Beschluss: Der Stadtentwicklungsausschuss schließt sich dem Beschlussvorschlag der Bezirksvertre- tung Chorweiler an und empfiehlt dem Rat die Annahme folgenden Beschlusses: Der Rat 1. nimmt das Leitbild Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ als Ergebnis des ersten Ver- fahrensschrittes der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld zur Kenntnis; 2. beschließt das Leitbild als Grundlage für die weitere Entwicklung des neuen Stadt- teils Kreuzfeld; 3. beauftragt die Verwaltung, das Leitbild beim nächsten Verfahrensschritt, dem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren als Grundlage zu beachten. und beschließt die Texterweiterung im Konzept zu folgenden Punkten: - Ausbau und Anbindung des Blumenbergsweges an die A 57 vor Baubeginn von Kreuzfeld - Forderung an die Verwaltung, dass Gespräche hinsichtlich des Wegfalls von Umfahrungen des Stadtbezirks Chorweiler durch die S-Bahn erfolgen müs- sen - Planungen zum Bildungscampus - Aktive Einbindung der Bezirksvertretung Chorweiler bei den weiteren Pla- nungen Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Anlage_7_Eigentumsverhältnisse im Planungsgebiet
998 Zeichen
Anlage Nr. 7 zur Vorlage Nr. 3588/2019 entsprechend Niederschrift Liegenschaftsausschuss vom 15.11.2019 ! " #$ %&' ( 1:12.000 12 ) * " + , ,- .!"/0 1, ' 2 345!1 6 " )74 !* 2 !* , 5 ( )5 ,+ 8(, ( ( 9#( , 81 + 1 ) ) $ : #,1 ) 42; 7 ) ) < , , ) 5 , , ) 4 #! # 3 #* #!
Anlage 0 Begründung der Dringlichkeit
1171 Zeichen
Anlage 0 zu Beschlussvorlage Nr. 3588/2019 Vorlagen-Nr. 3588/2019: Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Begründung der Dringlichkeit Der umfangreiche Beteiligungsprozess zum Leitbild Kreuzfeld mit Verwaltung, Politik und Bürgerschaft stieß auf sehr breite Resonanz. Die fundierte Auswertung der Ergebnisse war somit aufwändiger und hat die Fertigstellung der Beschlussvorlage „Leitbild Kreuzfeld – Ein gutes Stück Köln“ verzögert. Die Einbringung in die BV 6 am 14.11.2019 ist zur zügigen Abwicklung der Planung des neuen Stadtteils Kreuzfeld und damit zur Deckung des dringenden Bedarfs an Wohnungen erforderlich. Mit Erreichung des Rates am 12.12.2019 kann dieser Zeitplan gehalten werden Das vorliegende Ergebnis des Leitbildprozesses Kreuzfeld bildet die Grundlage für das sich anschließende städtebauliche Qualifizierungsverfahren. Um die in der Mitteilung 3895/2018 vorgestellten Verfahrensschritte mit dem hinterlegten Zeitplan zu halten und eine nahtlose Weiterbearbeitung im Stadtplanungsamt zu gewährleisten, ist erforderlich den Leitbildprozess im Jahr 2019 zu beenden und dessen Ergebnisse zu beschließen.
Anlage 9, Auszug Liegenschaftsausschuss 28.01.2020, TOP 2.1
1884 Zeichen
Geschäftsführung Liegenschaftsausschuss Herr Jansen Telefon: (0221) 25276 Fax : (0221) E-Mail: timnoel.jansen@stadt-koeln.de Datum: 31.01.2020 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Liegenschaftsau sschusses vom 28.01.2020 öffentlich 2.1 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Beschluss des Leitbildes Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ 3588/2019 Beschluss in der Fassung des Ausschusses Schule und Weiterbildung: Der Liegenschaftsausschuss empfiehlt dem Rat die Annahme folgenden Beschlusses: Der Rat 1. nimmt das Leitbild Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ als Ergebnis des ersten Ver- fahrensschrittes der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld zur Kenntnis; 2. beschließt das Leitbild als Grundlage für die weitere Entwicklung des neuen Stadt- teils Kreuzfeld; 3. beauftragt die Verwaltung, das Leitbild beim nächsten Verfahrensschritt, dem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren als Grundlage zu beachten. und beschließt die Texterweiterung im Konzept zu folgenden Punkten: - Ausbau und Anbindung des Blumenbergsweges an die A 57 vor Baubeginn von Kreuzfeld - Forderung an die Verwaltung, dass Gespräche hinsichtlich des Wegfalls von Umfahrungen des Stadtbezirks Chorweiler durch die S-Bahn erfolgen müs- sen - Planungen zum Bildungscampus - Aktive Einbindung der Bezirksvertretung Chorweiler bei den weiteren Pla- nungen Der Rat 4. nimmt das Leitbild Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ als Ergebnis des ersten Verfah- rensschrittes der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld zur Kenntnis; 5. beschließt das Leitbild als Grundlage für die weitere Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld; 6. beauftragt die Verwaltung, das Leitbild beim nächsten Verfahrensschritt, dem städte- baulichen Qualifizierungsverfahren als Grundlage zu beachten. Abstimmungsergebnis: Einstimmig empfohlen.
Anlage 5 - Auszug Verkehrsausschuss 02.12.2019
3665 Zeichen
Anlage 5 Geschäftsführung Verkehrsausschuss Frau Krause Telefon: (0221) 221-25909 Fax : (0221) 221-24447 E-Mail: angela.krause@stadt-koeln.de Datum: 03.12.2019 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 51. Sitzung des Verkehrsausschusses vom 02.12.2019 öffentlich 4.7 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Beschluss des Leitbildes Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ 3588/2019 Änderungsantrag der FDP-Fraktion vom 02.12.2019 AN/1690/2019 Insbesondere angesichts der Wohnsituation in Köln signalisiert RM Noack seitens der SPD-Fraktion Zustimmung zur Verwaltungsvorlage. Hohe Priorität müssen Ver- waltung und Land jedoch der von der BV Chorweiler geforderten Anbindung des Blumenbergsweges an die A 57 vor Baubeginn von Kreuzfeld einräumen. Zudem sollte die Verwaltung an den Verkehrsverbund herantreten mit dem Ziel, die vielen Ausfälle der S-Bahnverbindungen zu reduzieren. Den FDP-Antrag lehne seine Fraktion ab; dieser verzögere das Verfahren erheblich. RM Nesseler-Komp schlägt seitens der CDU -Fraktion vor, sich der Beschlussfassung der BV Chorweiler anzuschließen. Hinsichtlich des FDP-Antrages schließe sie sich der Einschätzung ihres Vorredners an. RM Hammer teilt seitens der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Zustimmung zur Ve r- waltungsvorlage aus verkehrlicher Sicht mit. An die Verwaltung möchte er die Frage richten, wie diese den FDP-Antrag bewerte. Auch RM Weisenstein stimmt für die Fraktion Die Linke. der Verwaltungsvorlage zu. Die Initiative von Herrn Sterck könne er zwar durchaus nachvollziehen; dennoch soll- te die gesamte Verkehrssituation betrachtet werden und nicht nur der motorisierte Individualverkehr. Für die FDP-Fraktion begrüßt RM Sterck die Verwaltungsvorlage als großen Beitrag zur Wohnungsnot in Köln und nimmt im weiteren Redebeitrag Stellung zum einge- reichten Änderungsantrag. Aus seiner Sicht sei genau jetzt der richtige Zeitpunkt für die Prüfung einer alternativen Führung der Mercatorstraße. Seniorenvertreter Meurers verweist auf die Ausführungen auf S. 26 der Broschüre; er vermisse hier schmerzlich einen wichtigen und großen Bevölkerungsteil, nämlich die Senioren. 1. Beschluss (Änderungsantrag der FDP-Fraktion, AN/1690/2019): Die Beschlussvorlage wird um folgenden Punkt ergänzt: Im Rahmen der weiteren Planungen wird die Führung der Mercatorstraße als südli- che Umgehung von Kreuzfeld mit Verbindung zum westlichen Blumenbergsweg bzw. zur Anschlussstelle Worringen an die A57 geprüft. Abstimmungsergebnis: Mehrheitlich abgelehnt gegen die FDP-Fraktion 2. Geänderter Beschluss (Verwaltungsvorlage mit der Beschlussempfehlung der BV Chorweiler): Der Verkehrsausschuss empfiehlt dem Rat wie folgt zu beschließen: Der Rat 1. nimmt das Leitbild Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ als Ergebnis des ersten Ver- fahrensschrittes der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld zur Kenntnis; 2. beschließt das Leitbild als Grundlage für die weitere Entwicklung des neuen Stadt- teils Kreuzfeld; 3. beauftragt die Verwaltung, das Leitbild beim nächsten Verfahrensschritt, dem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren als Grundlage zu beachten. und beschließt die Texterweiterung im Konzept zu folgenden Punkten: - Ausbau und Anbindung des Blumenbergsweges an die A 57 vor Baubeginn von Kreuzfeld - Forderung an die Verwaltung, dass Gespräche hinsichtlich des Wegfalls von Umfahrungen des Stadtbezirks Chorweiler durch die S-Bahn erfolgen müs- sen - Planungen zum Bildungscampus - Aktive Einbindung der Bezirksvertretung Chorweiler bei den weiteren Pla- nungen Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt
Anlage 1_Kurzfassung_Leitbild_Kreuzfeld
22158 Zeichen
Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln Die Oberbürgermeisterin Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 2 Leitbild BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! um weltgerech t den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! versorgt aktiv m ob il g rü n g em ischt vielfältig lebensnah innovativ STADTSTRATEGIE KÖLNER PERSPEKTIVEN 2030 Entstehen soll ein kompakter, lebenswerter und sozial gerechter Stadtteil. Vernetzung, Bildung sowie Gesundheit bilden einen starken Markenkern, der den Anspruch an eine soziale und funktionale Mi- schung sichtbar macht. Die Grund- lage dafür bildet ein dichtes Netz urbaner Funktionen mit vielfältigen Wohn- und Mobilitätsangeboten, Raum für unterschiedliche Arbeits- formen, Nahversorgung sowie soziale und grüne Infrastruktur. So wird der neue Stadtteil inklusiv, abwechslungsreich, erhält beste Voraussetzungen für vielfältiges, öf- fentliches Leben und ist von Anfang an Ein gutes Stück Köln. MARKENKERN 3 BILDUNG fördern! für GESUNDHEIT sorgen! um weltgerech t den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! versorgt aktiv m ob il g rü n g em ischt vielfältig lebensnah innovativ STADTSTRATEGIE KÖLNER PERSPEKTIVEN 2030 Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 4 Leitbild BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! Den Stadtteil NACHHALTIG VERNETZEN! Der neue Stadtteil vernetzt Stadt und Landschaft und schlägt Brücken in die Nachbarschaft und die Stadtregion. Ökologische Aspekte sowie Komponenten einer umweltverträglichen Mobilität werden von Beginn an berück- sichtigt. Kreuzfeld schafft sozial und räumlich integrierte, nachhaltige Quartiere und bringt Menschen unter- schiedlichen Alters, unterschiedlicher Lebensstile und unterschiedlicher Herkunft zusammen. © Anna Earl/Unsplash © Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH © Stanislav Rabunski/Unsplash 5 BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! mobil Kreuzfeld ist zuverlässig an Innenstadt und Umland angebunden und mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Im neuen Stadtteil gibt es vielfältige nachhaltige Mobilitätsangebote, die wichtige Ziele im Bezirk und darüber hinaus mit ihm verbinden. Optimale Umstiegsmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln werden mitgeplant. grün Ein vielfältiges Netz urbaner grüner Infrastruktur, bestehend aus Parkanla- gen, Gemeinschaftsgärten, Spiel- und Sportflächen und anderen Grünstruk- turen, sichert ökologische und stadtklimatische Funktionen für Kreuzfeld und schafft Stadträume mit hoher Lebensqualität und geht schonend mit vorhandenen Freiflächen um. Es verbindet den Stadtteil mit dem grünen Chorweiler, beachtet die Biotopvernetzung und sichert wertvolle Land- schaftsbereiche in der Umgebung. gemischt In Kreuzfeld entstehen Angebote für den ganzen Bezirk. Nachbarschaft und neue Bewohnerinnen und Bewohner finden vielfältige Möglichkeiten für Teilhabe und Mitgestaltung und entwickeln generationen- und herkunfts- übergreifend gemeinsame Perspektiven. Dazu trägt von Anfang an der Aufbau eines Netzwerks von Akteuren und Interessen bei und ein vielfältiges Wohnungsangebot – sozial orientiert, bezahlbar, hochwertig, experimentell und innovativ. Eine kleinteilige Grundstücksparzellierung und -vergabe ist Grundlage für die Entstehung eines gemischten, urba- nen Quartiers. Zentrale Akteure, wie z.B. Genossenschaf- ten, Bestandshalter, Bauträger und Baugruppen in die städtebauliche Entwicklung Kreuzfelds einzubinden hilft, das Gelände bedarfsgerecht aufzuteilen. Ein integriertes Verkehrskonzept bildet die Grundlage, um Kreuzfeld an Blumenberg, Chorweiler und die Kölner Innenstadt anzuschließen.Tangentiale Verbindungen zu anderen Stadtteilen und umliegenden Ortschaften tragen ebenfalls zur Erreichbarkeit Kreuzfelds bei. Eine verdich- tete Taktung des bestehenden Bahn- und Busangebots sowie die Ausweitung des Busnetzes stärken die Erreich- barkeit ganz Chorweilers. Sharing-Angebote für Fahrrä- der, Autos und weitere Verkehrsmittel gestalten Mobilität flexibel. Mobilitätsstationen erleichtern die gezielte Kombination verschiedener Verkehrsmittel. Als Bahnhof und Stadtteilzentrum kann die S-Bahn-Stati- on „Köln-Blumenberg“ als Eingangstor und Verbindungs- element zwischen Kreuzfeld und Blumenberg fungieren. Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie schaffen hier einen zentralen Anlaufpunkt zur Nahversorgung und bilden einen Ort der Begegnung. Ein Netz aus blauer und grüner Infrastruktur dient dem neuen Stadtteil als städtebaulich-räumliches Grundge- Handlungsempfehlungen Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 6 Leitbild BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! Kleinteilige Grundstücksparzel- lierung und -vergabe integriertes Verkehrskonzept Bahnhof und Stadtteilzentrum grüne und blaue Infrastruktur Prozessbegleitung vor Ort Tangentiale Verbindungen Bahn- und Busangebot Sharing- Angebote Genossen- schaften Baugruppen Veranstaltungen Freizeit- und Bildungs- angebotegemeinschaftliche Nutzformen Begegnung fahrrad- und fußgänger- freundliche Verbindungen Nahversorgung fußgängerfreundliche Straßen und Plätze Gastronomie multifunktionale Freiräume GEMISCHT GRÜN MOBIL Einzelhandel Bauträger Bestands- halter Information Beteiligung grünes Netz dichte Taktung Mobilitäts- stationen Sport, Spiel und Bewegung rüst. Grüne, fahrrad- und fußgängerfreundliche Verbin- dungen zum Rhein und nach Blumenberg bieten Raum für Naherholung und kleinräumliche Mobilität. Multifunktio- nale Frei- und Grünräume ermöglichen Sport, Bewegung und Begegnung. Eine „erste Adresse“, die den Planungs- und Bauprozess vor Ort begleitet, kann frühzeitig nachbarschaftlichen Zusammenhalt stärken. Information und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger stärken Transparenz, Teilhabe und Mitbestimmung. Veranstaltungen sowie verschie- dene Freizeit- und Bildungsangebote rund um die Ent- wicklung Kreuzfelds festigen die Identifikation der lokalen Bevölkerung mit dem neuen Stadtteil. Gemeinsame Perspektiven entstehen in der Entwicklung gemeinschaft- licher Nutzformen, wie z.B. Urban Gardening, im engen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. 7 BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! Mobility Hubs Oberbillwerder, Hamburg Mit Oberbillwerder entsteht ein neuer Stadtteil in Hamburg Bergedorf. Wichtiger Bestandteil der Ent- wicklung ist ein nachhaltiges Mobilitätskonzept und hier insbesondere die mehrstöckigen Mobility Hubs: Bewohnerinnen und Bewohner parken hier ihr Auto und können auf Mobilitätsangebote wie Carsharing, Lastenfahrräder und Transportgefährte zugreifen. Die Mobility Hubs sollen zentral an den Quartiersplätzen liegen und neben Mobilitätsangeboten auch ande- re Nutzungen, wie z.B. Serviceeinrichtungen oder soziale, kulturelle und gewerbliche Einrichtungen bereithalten. Mobility Hubs sind damit nicht nur Mobilitätsknoten, sondern wesentlicher Beitrag zum öffentlichen Leben und gemeinschaftlichen Nutzun- gen. Quelle: BBSR (c), online unter: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/ DE/FP/ZIP/NPS/2018/foerderprojekte-2018/steckbriefe/ham- burg-node.html Quelle: BBSR (b), online unter: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/ DE/FP/ZIP/NPS/2016/foerderprojekte-2016/steckbriefe/heidel- berg-node.html Quelle: Stadt Freiburg, online unter https://www.freiburg.de/ pb/208560.html „Der andere Park“ Heidelberg In der historischen Kasernenanlage der Campbell Barracks in Heidelberg entsteht ein Freiraum anderer Art, der verschiedene dort angesiedelte Orte des Wis- sens miteinander vernetzt und über Grün-, Frei- und Spielflächen die Identität des Stadtteils neu prägt. Kul- turelle und wissenschaftliche Einrichtungen treffen auf einen offenen Begegnungs- und Erholungsraum. In einem innovativen und partizipativen Planungsprozess wurde der Ansatz verfolgt, Stadt über ihre zentralen öffentlichen Freiräume zu entwickeln. Rieselfeld Freiburg Im seit 1995 entstandene Stadtteil sollte eine „tragfähi- ge Alltagskultur“ entstehen, und die Anwohnenden soll- ten von Anfang an dabei sein. Ein Jahr später hatte der neue Stadtteil seinen eigenen Verein, den K.I.O.S.K., der inmitten der „Stadtneubaustelle“ seinen eigenen Laden als Anlaufstelle und Treffpunkt etablierte. Dieses Provi- sorium mitten im Quartier ist seit 2003 Geschichte: Seit- her gibt es im Rieselfeld einen vom Verein betriebenen Stadtteiltreff mit Saal, Gruppenräumen, Jugendräumen und Café, sowie eine Außenstelle der Stadtbibliothek. Wichtig für den Erfolg war nicht zuletzt die frühzeitige Verortung im Sinne einer „ersten Adresse“, die von Anfang an Anlaufpunkt für Anregungen und Fragen war und mit ihrer Gebäudehülle weiterwuchs. Kreuzfeld lernt von ... © ADEPT Aps / Karres+Brand © Studio Vulkan © Stadt Freiburg Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 8 Leitbild BILDUNG fördern! Kreuzfeld wird Aktionsfeld für moderne Bildungslandschaften und schafft neue, qualitativ hochwertige und le- bensnahe Bildungsangebote für alle. In einer Bildungslandschaft werden diese im ganzen Stadtteil erlebbar und setzen von Anfang an soziale und räumliche Akzente. Kreuzfeld wird somit nicht nur für die zukünftigen Bewoh- nerinnen und Bewohner, sondern für Chorweiler und ganz Köln zu einem attraktiven Standort. BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! © Christin Hume/Unsplash © Rachel/Unsplash © Heinrich-Böll-Stiftung 9 vielfältig Bildung in Kreuzfeld ist räumlich erlebbar und verteilt sich über den ganzen Stadtteil. Die Ansiedlung und Vernetzung wichtiger Einrichtungen, wie Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen als Orte informeller Bildung sowie Erwachsenenbildung schafft Synergien. Bildungsstandorte sind mehrfach nutzbar und werden durch außerschulische Lernorte ergänzt. Der öffentliche Raum bietet Möglichkeiten der kreativen Aneignung und ist gemeinschaft- lich nutz- und erlebbar. lebensnah Kreuzfeld verbindet Bildung und Freizeit und schafft generationenübergrei- fende, barrierefreie und inklusive Angebote für die ganze Nachbarschaft. Lernen und Lehren entsteht unabhängig vom sozialen Status im Dialog der Bewohnerinnen und Bewohner. Vielfältige Begegnungen sorgen für einen Austausch von Wissen und Talenten und tragen zu einer selbstbestimmten und emanzipierten Stadtgesellschaft bei. innovativ Kölns dynamische Hochschullandschaft findet hier beste Bedingungen für innovative Forschungs- und Lehrprojekte. Als Forschungsstandort entwickelt Kreuzfeld überörtliche Strahlkraft. Wissenschaft und Alltagsbildung stehen im lebendigen Dialog. Die Wohnangebote des Stadtteils berücksichtigen daher auch die Bedarfe von Studierenden und Hochschulangehörigen. BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! Ein kooperativer Prozess unter Teilhabe aller relevanten Bildungsakteure und der lokalen Bevölkerung sichert die Entwicklung einer bedarfsgerechten Bildungslandschaft und sichert deren Qualität von Anfang an. Vielfältige Formen der Kindertagesbetreuung und Schule mit einem Fokus auf Integration und Inklusion ermöglichen individuelle Bildungswege im Stadtteil, die unabhängig vom sozialen Status sind. Ausbildungsangebote und Angebote der Erwachse- nenbildung schaffen zusätzliche Möglichkeiten für alle Generationen. Als Teil des öffentlichen Stadtraums sind Schulhöfe auch außerhalb der Schulzeiten als Aktiv- und Bewegungsräu- me nutzbar. Außerschulische Bildungsangebote fördern Lernen als le- benslangen Prozess. Die enge Kooperation zwischen Ein- richtungen für Bildung, Sport, Freizeit und Gesundheit schafft ganzheitliche Lernangebote. Ein Bildungshaus kann als „dritter Ort“ im Quartier Bibliothek, Lern- und Begegnungsangebote bündeln. Angebote der Umwelt- bildung sowie Jugendeinrichtungen unterstützen das alltägliche Lernen und Erfahren im Stadtraum. Bera- tungs- und/ oder Weiterbildungsangebote unterstützen Handlungsempfehlungen Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 10 Leitbild BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! Nachbarschafts- zentren Forschen und Lernen Bildungsland- schaft Außerschulische Bildungsangebote enge Kooperationen Lebenslanges Lernen vielfältige Kitaformen und Schulen kooperativer Prozess Gründercampus Wohnangebote für Studierende Forschungscluster lokale Bevölkerung LEBENSNAH INNOVATIV Jugendeinrichtungen offene Schulhöfe Bildungshaus Ausbildungsangebote VIELFÄLTIG Angebote für Umweltbildung Spiel-, Bewegungs- Aktionsflächen Weiterbildungsangebote gemeinschaftliche Nutzungen Bildungsakteure Beratungsangebote Wohnangebote für Forschende die Bewohnerinnen und Bewohner in unterschiedlichen Lebenslagen. Nachbarschaftszentren und gemeinschaftliche Nutzun- gen schaffen Begegnungsorte des alltäglichen Aus- tauschs und voneinander Lernens. Eine Kooperation mit Kölner Hochschulen ermöglicht die Ansiedlung von Lehr- und Forschungsangeboten. Wohnangebote für Studierende und Forschende verbin- den Arbeiten, Lernen und Wohnen. Ein Gründercampus gibt Raum für neue Geschäftsideen „made in Kreuzfeld“. 11 ... Campus für lebenslanges Lernen in Oster- holz-Scharmbeck Größe der Projektfläche: 4 ha Einwohnerzahl der Gemeinde: circa 30.500 Projektlaufzeit: 2008 – 2015 Im niedersächsischen Mittelzentrum Osterholz- Scharmbeck wurde auf einer innerstädtischen Brach - fläche ein innovatives Lern- und Begegnungszentrum entwickelt. Die Bildungslandschaft setzt sich aus einem Gymnasium, einer Oberschule, einem multifunktio - nal nutzbaren Medienhaus inklusive einer Mensa und einem Bildungshaus, das in erster Linie der Erwach - senenbildung dient, zusammen. Ein breites Bildungs - verständnis rückt die Orientierung an den Lernbedürf- nissen aller Altersklassen, Austausch und Begegnung sowie die Förderung von Begabungen und Stärken in den Vordergrund. Dazu werden auf dem Campus nicht nur baulich, sondern auch pädagogisch neue Wege gegangen: offene und anregende Gestaltung von Lern- und Begegnungsräumen, niedrigschwellige Zu - gänglichkeit zu formalen und non-formalen Bildungs - angeboten, Konzentration und Vernetzung sowie Offenheit und Transparenz prägen die Nutzung und Räumlichkeiten des Campus. Durch eine enge Verzah- nung von Bildungsangeboten mit Sport- und Freizeit - einrichtungen (DLRG, städtisches Schwimmbad) und außerschulischen sozialen Institutionen (SOS Kinder - dorf, Mehrgenerationenhaus, Familienzentrum) wird der Campus ganztätig genutzt und die Institutions- und ressortübergreifende Zusammenarbeit langfristig gestärkt. So entstand ein gesunder und kommunikati- onsfördernder Lern- und Lebensraum in der Stadt. Entwickelt wurde das Campuskonzept über mehrere Etappen. 2007 wurde im Integrierten Standentwick - lungskonzept die Schaffung eines multifunktionalen Zentrums für Bildung, Freizeit, Medien, Mehrgene - rationeninfrastruktur und soziales Zusammenleben benannt. Als wesentlicher Impuls zur Überführung in eine konkrete Planung gelten vorangegangene res - sortübergreifende Erfahrungen des Landkreises in den Handlungsfeldern Bildung und Quartiersmanagement, wodurch bereits Kooperationen zwischen der Stadt und verschiedenen Bildungsakteuren bestanden. An - schließend übernahm die Einrichtung „Kommunaler Bildungskontor“ des Landkreises die Verantwortung für das Thema auf kommunaler Ebene. Gemeinsam er- arbeiteten die beteiligten Akteure Leitideen und erste Umsetzungsschritte für den Campus, auf deren Basis ein europaweit ausgeschriebenes Wettbewerbsverfah- ren durchgeführt wurde. Der Campus bildet einen wesentlichen Baustein zur Profilierung der Stadt und trägt grundlegend zur so - zialen und demografischen Stadtentwicklung bei. Be - wusst wurde dabei Bildung als Strategie genutzt, um Nachteile im Bereich der Bildung und Erwerbstätigkeit auszugleichen und einer sozialen Benachteiligung ent- gegenzuwirken. Zeitgleich wird die Kernstadt aufge - wertet und Ziele der Stadtplanung mit denen der Päd- agogik zusammengebracht. Kreuzfeld lernt von ... BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! Quelle: Million, A.; Coelen, T.; Heinrich, A. J.; Loth, C.; Somborski, I. (2017) © Stadt Osterholz-Scharmbeck © Oberschule Lernhaus im Campus Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 12 Leitbild BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! Für GESUNDHEIT sorgen! In vielfältigem Sinn ist Kreuzfeld ein gesunder Stadtteil. Er wird Standort mit Vorbildcharakter für Stadtentwick- lung und Gesundheitsvorsorge. Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und -vorsorge sind für ganz Chor- weiler ein Gewinn. Kreuzfeld nutzt seine Nähe zum Naturraum und verfügt über eigene, qualitativ hochwertige Grün- und Freiräume, er beachtet Prinzipien gesundheitsfördernder Planung und er fördert die Gesundheit der Menschen, die hier wohnen und arbeiten. © Chanan Greenblatt/Unsplash © AOK Baden-Württemberg © Levio Inc. 13 BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! versorgt Kreuzfeld bietet hochwertige und zeitgemäße Gesundheitseinrichtungen und achtet auf Gesundheitsprävention im Stadtteil. Menschen jeder Le- bensphase sind hier gut versorgt. Auch das vielfältige soziale Miteinander hält gesund. umweltgerecht Soziale, gesundheitliche und Umweltthemen bilden die Grundlagen der integrierten Planung von Kreuzfeld. Vorausschauende Planung der Gebäude, der Mobilität, der technischen Infrastruktur und der Freiräume ermöglicht präventiv die Themen Klimawandel und Umweltbelastungen aufzugreifen. aktiv Attraktiv gestaltete Straßenräume, nachhaltige Mobilität und Sportangebo- te im öffentlichen Raum setzen die Bewohnerinnen und Bewohner Kreuz- felds in Bewegung. Das Prinzip der Barrierefreiheit ist leitend für die Raumge- staltung und macht Kreuzfeld zugänglich für alle. Die Ansiedlung eines Facharztzentrums könnte eine beste- hende Lücke in der Gesundheitsversorgung Chorweilers schließen. Zeitgemäße Pflegeeinrichtungen sichern die Versorgung älterer Menschen im Stadtteil. Gesundheitsan- gebote sind niedrigschwellig und teilhabeorientiert. Mehrgenerationenhäuser unterstützen den sozialen Zu- sammenhalt der Bewohnerinnen und Bewohner. Eine enge Kooperation zwischen Pflegeeinrichtungen und Kinderta- gesstätten fördert soziales Miteinander und generationen- übergreifende Begegnungen. Neue Arbeitsplätze in der Wissens- und Gesundheitswirt- schaft erhöhen die Attraktivität Kreuzfelds als Wohn- und Arbeitsstandort. In Nachbarschaftszentren und gemeinschaftlichen Nutz- formen können sich Menschen unabhängig von Alter und Herkunft begegnen. Begegnungsstätten und Cafés fördern den sozialen Austausch und das Miteinander. Parks oder Gemeinschaftsgärten bieten vielfältige Möglichkeiten der Betätigung und Aneignung. Die Verwendung und Erzeugung erneuerbarer Energien sowie die Förderung postfossiler Mobilität helfen, den CO2-Ausstoß in Kreuzfeld zu senken. Blaue und grüne Infrastruktur sind das Grundgerüst für einen umweltgerechten Stadtteil. Attraktive Rad- und Handlungsempfehlungen Leitbild Kreuzfeld - Ein gutes Stück Köln 14 Leitbild BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! postfossile Energie und Mobilität Sport- infrastruktur Facharztzentrum nachhaltiges Regenwassermanagement zeitgemäße Pflegeeinrichtungen Mehrgenerationen- häuser Räume für Vereinsarbeit UMWELTGERECHT AKTIV grüne und blaue Infrastruktur Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft VERSORGT Dach- und Fassaden- begrünung Kooperationen zwischen Pflegeeinrichtungen und Kita niedrigschwellige Gesundheitsangebote engmaschiges Rad- und Fußwegenetz öffentliche BewegungsräumeSportanlagen erneuerbare Energien Pflege und Betreuung für alle Generationen gemeinschaftliche Nutzformen Begegnungsstätten und Cafés Parks Gemeinschaftsgärten Fußverbindungen fördern grüne Mobilität. Dach- und Fas- sadenbegrünungen reduzieren die Wärmespeicherung der Gebäude und tragen so zu einem angenehmen Mikroklima bei. Durch ein nachhaltiges Regenwassermanagement kann Wasser vor Ort versickern, verdunsten, temporär zwischen- gespeichert oder genutzt werden. Eine gut ausgebaute Sportinfrastruktur ist Grundlage für einen aktiven und gesunden Stadtteil. Sportanlagen mit Räumen für die Vereinsarbeit fördern soziales Miteinander. Bewegungsräume als Teil der grünen Infrastruktur und des öffentlichen Stadtraums integrieren Bewegung in den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner. Ein engmaschiges, kinderfreundliches und barrierefreies Rad- und Fußwegenetz ermöglicht allen Bewohnerinnen und Bewohnern sich selbständig im Stadtteil zu bewegen. 15 BILD UNG förde rn! für GESUNDHEIT sorgen! den Stadtteil NACHHALTIG VERNE TZEN! Kap. 7 Mobilität und Erschließungsqualität • ÖPNV verbessern und priorisieren • Anreize zur aktiven Fortbewegung schaffen Kap. 9 Umwelt und Gesundheit • Luftqualität durch nachhaltige Mobilität und Energie verbessern • Wasserqualität, -sicherheit und -versorgung verbessern Kap. 10 Öffentliche Freiräume • Zugang zu Grün- und Naturräumen sicherstellen • Straßenräume qualitätsvoll gestalten Kap. 11 Körperliche Aktivität • Bewegung und Sport fördern • Zu Fuß gehen und Fahrradfahren fördern • Zugang zu Erholungsmöglichkeiten sicherstellen Kap. 13 Soziale Infrastruktur • Vielfältige Einrichtungen für vielfältige Bevölke- rung bereitstellen • Soziale Infrastruktur von Anfang an einrichten • Lücken in bestehender Soziale Infrastruktur schließen Kap. 14 Sozialer Zusammenhalt und Integration • Bevölkerung an der Planung beteiligen • Teilhabe fördern • Soziale Interaktion im Wohnumfeld fördern … aus dem Leitfaden Gesunde Stadt Der Leitfaden Gesunde Stadt stellt Hintergrundin - formationen für eine gesundheitsförderliche Stad - tentwicklung zusammen, um gesundheitliche Aus - wirkungen eines Projektes besser einschätzen und gesundheitsbezogene Wirkungen fördern zu können. Das Leitbild zu Kreuzfeld orientiert sich an den folgen- den Grundsätzen des Leitfadens: Kreuzfeld lernt ... Quelle: Landeszentrum Gesundheit NRW (2019) © Landeszentrum Gesundheit NRW
Anlage 8, Auszug Ausschuss Schule und Weiterbildung 20.01.2020
1552 Zeichen
Geschäftsführung Ausschuss Schule und Weiterbildung Frau Willms Telefon: (0221) 221-21600 Fax : (0221) E-Mail: jennifer.willms@stadt-koeln.de Datum: 21.01.2020 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Ausschusses Schule und Weiterbildung vom 20.01.2020 öffentlich 4.1 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Beschluss des Leitbildes Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ 3588/2019 Beschluss in der Fassung des Stadtentwicklungsausschusses: Der Stadtentwicklungsausschuss schließt sich dem Beschlussvorschlag der Bezirksvertre- tung Chorweiler an und empfiehlt dem Rat die Annahme folgenden Beschlusses: Der Rat 1. nimmt das Leitbild Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ als Ergebnis des ersten Ver- fahrensschrittes der Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld zur Kenntnis; 2. beschließt das Leitbild als Grundlage für die weitere Entwicklung des neuen Stadt- teils Kreuzfeld; 3. beauftragt die Verwaltung, das Leitbild beim nächsten Verfahrensschritt, dem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren als Grundlage zu beachten. und beschließt die Texterweiterung im Konzept zu folgenden Punkten: - Ausbau und Anbindung des Blumenbergsweges an die A 57 vor Baubeginn von Kreuzfeld - Forderung an die Verwaltung, dass Gespräche hinsichtlich des Wegfalls von Umfahrungen des Stadtbezirks Chorweiler durch die S-Bahn erfolgen müs- sen - Planungen zum Bildungscampus - Aktive Einbindung der Bezirksvertretung Chorweiler bei den weiteren Pla- nungen Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt
Beratungsverlauf (10)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mit Änderungen empfohlen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mit Änderungen empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (13)
- Mercatorstraße
- Baptiststraße
- Ernstbergstraße 19
- Pariser Platz
- Liverpooler Platz
- Blumenbergsweg
- Willy-Brandt-Platz 2
- Volkhovener Weg
- Lyoner Passage
- Swinestraße
- Weserplatz 2
- Turkuplatz 2
- Mottenkaul
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 3588/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 13.12.2019
- Erstellt
- 14.10.2019 15:39