Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf"
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 2481/2017 vom 31.08.2017
Stand: Am 28.09.2017 im Rat geändert beschlossen.
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Anlage 2_Kostenübersicht ISEK Bi_We_Os
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wird der Mittelabfluss den jeweiligen Haushaltsjahren zugeordnet Maßnahme Kosten (€) 2017** Kosten (€) 2018** Kosten (€) 2019** Kosten (€) 2020** Kosten (€) 2021** Kosten (€) 2022** 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung 757.498 € 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation 44.090 € 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugendarbeit Köln* 27.320 € 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendintegrationskursen* 134.328 € 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialräumen* 46.074 € 1.0.17 Stadtteileltern* 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK I, Trägern des Offenen Ganztags* 110.964 € 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel* 69.433 € 1.0.21 Ferienschulen* 23.538 € 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln* 311.760 € 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln 240.000 € 2.1.3 Mühlenweg (Matthias-Brüggen-Str. bis Ossendorfer Weg) 2.338.000 € 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze" 83.050 € 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels 54.000 € 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthaltsqualität 15.520 € 5.0.2A „Zuhause im Veedel“ (Modul A) 186.845 € 5.0.2B "Zuhause im Veedel" (Modul B) 124.240 € Anlage 2: Kostenübersicht für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf * Anteilige, auf den Sozialraum bezogene Darstellung der Kosten für sozialraumübergreifende Maßnahmen (raumübergreifende Förderantragstellung) ** Die Gesamtmaßnahmenkosten sind dem vorgesehenen Bewilligungsjahr zugeordnet. Im Rahmen der detaillierten Planungen zur Fördermittelantragstellung 77.547 € 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm, zusätzlich beträgt der Eigenanteil der Antragsteller 387.000 €. 387.000 € -
Anlage 4 Auszug BV 4 vom 11.09.2017
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Anlage 4 Geschäftsführung Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) Herr Schmitz Telefon: (0221) 221-94313 Fax : (0221) 221-94342 E-Mail: Andreas.Schmitz2@stadt-koeln.de Datum: 19.09.2017 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 26. Sitzung der Bezirksvertretung Ehrenfeld vom 11.09.2017 öffentlich 10.11 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf" 2481/2017 Herr Bezirksbürgermeister Wirges teilt mit, dass der Vorsitzende der Bezirksseniorenvertre- tung angeregt habe, die Seniorenvertretung an den weiteren Beratungen zu beteiligen. Bezirksvertreter Hanselmann (SPD-Fraktion) begrüßt die Einbringung des Stadtentwick- lungskonzeptes. Viele Menschen haben die Umsetzung der Maßnahme Kreisverkehr Müh- lenwerg / Matthias-Brüggen Straße erwartet, der gemäß dem Konzept im Jahr 2019 errichtet werden soll. Im Vorfeld zu diesem Konzept seien in Veranstaltungen aus den Sozialräumen zahlreiche Wünsche und Verbesserungsvorschläge aufgenommen worden. Im Westend sei nun eine Spiel- und Bewegungsfläche von 7.000 m² vorgesehen. Im Vorfeld sei diskutiert worden, hier einen Trimm-Dich Pfad für Senioren zu errichten. Diese Maßnahme sei nicht enthalten. Er verweist auf die bestehende Aktion Nachbarschaft. Die hier geleistete Arbeit werde im Handlungsfeld Wohnen nunmehr ebenfalls erwähnt. Hier gebe es Überschneidungen. Es sollten daher Überlegungen geben, ob auf bereits bestehende Strukturen und Vereine vor Ort zurückgegriffen werden könne. Frau Geisler, Amt für Stadtentwicklung, teilt mit, dass im Westend nicht nur ein Spielplatz geplant sei. Die Fläche soll grundsätzlich für alle nutzbar sein. Die Anregung werde geprüft. Die Aktion Nachbarschaft sei bekannt. Es werde verwaltungsintern geprüft, ob die bestehen- den Strukturen genutzt werden können, Bezirksvertreter Petri (Fraktion Die Linke) fragt am Beispiel von Ersatzbeschaffungen von Spielgeräten auf Spielplätzen nach, wie das vorliegende Programm verknüpft werden kann mit real vorhandenen Bedarfen. Frau Geisler, Amt für Stadtentwicklung, weist hier auf die Zuständigkeiten innerhalb der Ver- waltung hin. Das Programm sei für neue Maßnahmen und nicht für Ersatzbeschaffungen vorgesehen. Bezirksvertreter Klemm (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) stellt folgende Nachfragen: „1. Wann sollen die dargestellten Maßnahmen beginnen? Erst dann, wenn eine Förderzusa- ge da ist oder ggfs. früher, also wie in Anlage 2 (Kostenübersicht) dargestellt? 2. Sind alle der vorgeschlagenen Maßnahmen komplett neu oder sollen diese ggfs. schon bisher durchgeführten Förderungen durch die Stadt ersetzen? 3. Welche Maßnahmen sollen durch Dritte (nicht Stadt Köln) durchgeführt werden, und wie läuft das Vergabeverfahren? (Ausschreibung?) 4. Sind bei der Programmerstellung die SozialraumkoordinatorInnen eingebunden worden und ggfs. wie? 5. Wie soll das Verhältnis zwischen den künftigen QuartiersmanagerInnen und den Sozial- raumkoordinatorInnen sein, und wie wird deren Arbeit voreinander abgegrenzt? Nach wel- chem Verfahren sollen die Stellen für die QuartiersmanagerInnen besetzt werden? (bspw. externe Ausschreibung?) Frau Geisler, Amt für Stadtentwicklung, teilt hierzu Folgendes mit: zu 1) Grundsätzlich sollen die Maßnahmen nach Förderzusage bzw. erfolgtem Bewilli- gungsbescheid begonnen werden. Die Umsetzung ist auch von den Kapazitäten der beteilig- ten Fachämter anhängig. In Einzelfällen können Maßnahmen nach Genehmigung des vor- zeitigen Maßnahmenbeginns auch früher beginnen. Hierzu müssen Beschlüsse der zustän- digen Gremien eingeholt werden. zu 2) Alle Maßnahmen sind neu. Dies ist eine grundsätzliche Fördervoraussetzung. zu 3) In der Regel werden die Maßnahmen durch Dritte durchgeführt. Die Stadt Köln selber ist nicht förderfähig. Eine Ausnahme ist der ESF. Hier kann die Stadt Köln auch selber Maß- nahmen durchführen. zu 4) Die Sozialraumkoordinatorinnen und Koordinatoren wurden eingebunden. Es gab Bür- gerbeteiligungen, Workshops und zahlreiche Besprechungen unter Beteiligung der Koordina- torinnen und Koordinatoren. zu 5) Der Sozialraumkoordinator hat in erster Linie die Aufgabe Bedarfe festzustellen, beste- hende Angebotsstrukturen zu vernetzen, er reagiert auf Bedarfe vor Ort und steht für die Zusammenarbeit im Projekt starke Veedel. Der Quartiersmanager begleitet die städtebauli- chen Projekte und er verankert das Gesamtprojekt im Quartier. Es ist zwingend erforderlich das beide Stellen eng zusammenarbeiten. Bezirksvertreter Berg (CDU-Fraktion) führt aus, dass gemäß der Ausführungen der Verwal- tung sich die Förderbeginne auch verschieben können. Dies sei für seine Fraktion nicht hin- nehmbar. Einzelne Maßnahmen wie z.B. die Sprachförderung (Projekt 1.012) müssen früh- zeitig begonnen werden, da ansonsten der Sinn der Maßnahme wegfalle oder sich Bedarfe verschieben. Frau Geisler, Amt für Stadtentwicklung, teilt mit, dass die Maßnahme der Sprachförderung vom Fachamt nicht weiter verfolgt werde. Ansonsten sei die Verwaltung bemüht, die Maß- nahmen zügig zu beginnen. Bezirksvertreter Hanselmann (SPD-Fraktion) regt folgende ergänzte Beschlussfassung an: 3. „Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch unter Einbeziehung der jetzt schon vorhan- denen Akteure im Sozialraum.“ Beschluss: Die Bezirksvertretung Ehrenfeld empfiehlt dem Rat der Stadt Köln, folgenden geänderten Beschluss zu fassen: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Integrierte Stadtent- wicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ (sie- he Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzepti- onen, soweit im weiteren Abstimmungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund lau- fender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrierten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf- geführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Finanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 2,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 bereits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021 ff. in Höhe von 2,9 Mio. € für die Gesamtmaßnahmen des ISEKs für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“, wurde nachrichtlich aufgeführt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan-Entwurf 2018 inkl. mittelfristiger Finanzplanung bis 2021 erfolgte aufgrund der aktualisierten Pla- nung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, B) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch unter Einbeziehung der jetzt schon vorhan- denen Akteure im Sozialraum. C) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Ehrenfeld vorzulegen und die zuständi- gen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. D) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Ehrenfeld ohne Einschränkung zustim- men. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt. -
Anlage 3_ISEK Bickendorf, Westend und Ossendorf final
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Starke Veedel – Starkes Köln Mai 2017 Starke Veedel – Starkes Köln Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 2 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kontakt / Impressum Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Telefon 0221 / 221-22267 stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de Sachbearbeiterin: Frau Veronika Geisler Stand Mai 2017 Die Oberbürgermeisterin Dezernat Stadtentwicklung, Planen und Bauen Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 3 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mein Standpunkt Liebe Kölnerinnen und Kölner in Bickendorf, Westend und Ossendorf, sehr geehrte Damen und Herren! Angesichts wachsender Armut bei Kindern und Jugendlichen sowie bei älteren Menschen, Alleinerziehenden, Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen ist mir der soziale Ausgleich in unserer Stadt sehr wichtig. lch freue mich deshalb sehr, Ihnen mit dem lntegrierten Stadt- entwicklungskonzept ein Programm für lhr Veedel vorlegen zu können, das insbesondere die Lebenslage der von Armut bedrohten oder betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Blick nimmt. Jede Bürgerin und jeder Bürger soll eine gleichberechtigte Chance haben, am gesellschaftli- chen Leben teilzuhaben. Dies ist unser Leitbild, auf dem das soziale Handeln unserer Stadt- gesellschaft basiert. Hierzu gehört die Chance auf Gesundheit, auf eine gute Bildung und Ausbildung ebenso wie auf einen Arbeitsplatz oder eine angemessene Wohnung in einem lebenswerten, attraktiven Veedel. Mit dem Programm und den darin enthaltenen Projekten und Maßnahmen kommen wir die- sem Leitbild in den nächsten Jahren ein gutes Stück näher. Das Programm enthält Maß- nahmen zur Verbesserung von Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen sowie von Erwachsenen, Maßnahmen zur Verbesserung der Integration von Menschen mit Zuwande- rungsgeschichte sowie beschäftigungsfördernde Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. Ent- halten sind auch Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen und lnvestitionen in die örtliche Infrastruktur, mit denen Ihr Veedel attraktiver werden soll. Ich lade Sie herzlich ein, sich zu engagieren und sich zu beteiligen. Henriette Reker Oberbürgermeisterin der Stadt Köln 4 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 5 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Vorwort Köln ist durch eine starke Vielfalt geprägt. Jedes Veedel hat ein eigenes Gesicht. Diese Vielfalt spiegelt nicht nur die unter- schiedlichen Entstehungszeiten und Funk- tionalitäten der einzelnen Stadtteile wider, sondern auch die Weltoffenheit Kölns. Die ausgewogene Entwicklung aller Vee- del ist Ziel der Kölner Stadtentwicklung. Dies gilt sowohl für die gebaute Umwelt als auch für die soziale Balance in der Stadt. Hierfür müssen wir frühzeitig Maß- nahmen ergreifen, damit alle Stadtteile den „Anschluss behalten“. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die Stadt Köln an dem Aufruf „Starke Quartie- re – starke Menschen“ des Landes Nord- rhein-Westfalen und nutzt so die Chancen der aktuellen EU-Förderperiode. Im Fokus stehen dabei Armutsbekämpfung und die Vermeidung von Ungleichheit. Die Stellschrauben der Quartiersentwick- lung sind dabei vielfältig. Die im Integrier- ten Stadtentwicklungskonzept „Starke Ve- edel – Starkes Köln“ vorgeschlagenen Maßnahmen widmen sich sowohl der Ge- staltung des öffentlichen Raumes, als auch sozialen Themen wie Prävention, Bildung, Qualifizierung sowie dem Klima- schutz und der Umweltgerechtigkeit. Dabei bauen wir auf dem seit 2005 etab- lierten Programm „Lebenswerte Veedel“ auf, bei dem die elf Sozialräume Kölns im Mittelpunkt stehen. In den Sozialräumen ist der Bedarf an unterstützenden Angebo- ten kontinuierlich besonders hoch. Unter breiter Beteiligung vor Ort wurde das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ entwickelt, in das sich das vorlie- gende Integrierte Stadtentwicklungskon- zept für den Sozialraum Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf einordnet. Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf ist durch eine sehr heterogene Struktur und seine Lage am westlichen Stadtrand geprägt. Der Bedarf an städte- baulichen Verbesserungen und ergänzen- den sozial-integrativen Angeboten wird in der Großwohnanlage der „Y-Häuser“ im Westend besonders deutlich. Die stabili- sierende Funktion angrenzender Quartiere im Sozialraum, die strukturell besser auf- gestellt sind, soll aktiv für notwendige Aufwertungs- und Veränderungsprozesse genutzt werden. Die Quartiersentwicklung in den elf Sozial- räumen stellt uns in den kommenden Jah- ren vor vielschichtige Herausforderungen. Mit dem vorgesehen Maßnahmenpaket für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf werden die Kräfte aus unter- schiedlichen Handlungsfeldern in einem Ansatz gebündelt. Ich bin mir sicher, dass wir durch diesen integrierten Ansatz der Quartiersentwicklung einen guten Schritt für die Stadtteile nach vorne machen. Ihr Franz-Josef Höing 6 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Inhaltsverzeichnis 1. Vorbemerkung ......................................................................................... ................... 7 2. Ausgangslage: Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln ........ 7 3. Projektidee und Zielsetzung .......................................................................... ............ 9 4. Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise ............................................. 15 5. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ............................................................................... ............. 19 6. Bestandsanalyse ...................................................................................... ................ 25 6.1 Demographie,Soziales und Bildung ..................................................................... .30 6.2 Öffentlicher Raum und Verkehr ........................................................................ .....35 6.3 Wirtschaft ........................................................................................... ...................43 6.4 Wohnen ............................................................................................... .................43 7. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe .......... 53 8. Ziele und Handlungsfelder ............................................................................ ........... 54 9. Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Bickendorf, Westend und Ossendorf ............................................................................................ ..................... 59 10. Maßnahmen für den Sozialraum.......................................................................... .... 62 10.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette .........................62 10.2 Maßnahmen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf .........................73 10.3 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung ...........................................75 10.4 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen .............................................................8 7 10.5 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum.................................................................... 136 10.6 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung ........................................................................................ .......... 144 10.7 Handlungsfeld 5: Wohnen .............................................................................. ..... 155 11. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung ............................................166 11.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung ............................................................ 168 12. Anhang ............................................................................................... ......................171 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 7 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 1. Vorbemerkung Das vorliegende Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist ein Bestandteil des Leitkon- zeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“, das am 20.Dezember 2016 vom Rat der Stadt Köln beschlossen wurde und insgesamt elf Sozialräume umf asst. Bereits seit 2006 ist die Stadt Köln in diesen elf Gebieten mit dem Programm "Leben swerte Veedel – Sozialraum- und Bürgerorientierung" aktiv, so dass zahlreiche Vorha ben realisiert oder angestoßen wurden. Die Sozialraumkoordinatorinnen und -koordinatoren s ind für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden. Ziel des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist es, verbesserte Lebensbedingungen der Menschen in allen elf Sozialräumen des Programmgebiet zu schaffen und auf den Arbei- ten des Programms „Lebenswerte Veedel“ aufzubauen. Für das hier vorliegende ISEK „Bi- ckendorf, Westend und Ossendorf“ wird also ein Sozi alraum betrachtet, der Teil eines Ge- samtprogramms ist. Zur Herleitung, Beschreibung und Umsetzung der Maßnahmen im Sozi- alraum liegt damit ein für sich stehendes Konzept v or – alle für den Raum Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf notwendigen Informationen sind i m ISEK „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ enthalten. 2. Ausgangslage: Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln Die Stadt Köln steht, wie viele andere Städte auch, derzeit vor dem Hintergrund der Globali- sierung, der Internationalisierung, der Digitalisie rung, des Klimawandels, der Energiewende, der Zu- und Abwanderungen und des demographischen W andels vor großen Herausforde- rungen. Diese globalen strukturellen Entwicklungen werden von einer zunehmenden Ein- kommenspolarisierung sowie steigenden Anteilen arme r und benachteiligter Bevölkerungs- gruppen begleitet, die sich häufig räumlich konzent rieren. Zwischen einzelnen Stadtteilen nehmen strukturelle Ungleichgewichte und eine klein räumige Polarisierung zu. Die in den letzten Jahren festzustellende zunehmende räumliche Segregation führt folgerichtig dazu, dass die Quartiersebene in den Blick der Stadtentwi cklung gerät. Das Quartier, in Köln auch Veedel genannt, ist das direkte Lebensumfeld der Me nschen: Hier wohnen und leben sie, treten miteinander in Beziehung und beteiligen sich somit am Gemeinwesen. In der neuen Förderperiode der EU-Strukturfonds 201 4 bis 2020 hat die Europäische Union mit der Europa-2020-Strategie die Prioritäten „Inte lligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ gesetzt und damit fünf Kernziele zu den T hemenfeldern „Beschäftigung“, „For- schung und Entwicklung sowie Innovation“, „Klimawan del und Energie“, „Bildung“ sowie „Armut und soziale Ausgrenzung“ festgelegt. Zur Umsetzung dieser Strategie hat das Land Nordrhein-Westfalen Operationelle Programme (OP) fü r die Strukturfonds: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Europäische r Sozialfonds (ESF) sowie Europäi- scher Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) erarbeitet. Alle Operationellen Programme müssen einen Beitrag zur P räventionsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen leisten. Gemeinsam mit den euro paweiten Strategien definieren vier Leitthemen den Rahmen für den Europäischen Sozialfonds (ESF) und weiterer europäischer Fördermöglichkeiten 1: 1 Vergleich http://www.soziale-stadt.Nordrhein-Westfalen.de/downloads/EU- Strukturfonds_Okt.2014.pdf (14.08.2015) 8 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Themen: − Früh ansetzende Hilfen („Kein Kind zurücklassen“) − Verbesserung des Übergangs Schule – Beruf („Kein A bschluss ohne Anschluss“ – Übergang Schule – Beruf Nordrhein-Westfalen) − Integrierte und nachhaltige Stadt- und Quartiersen twicklung (zum Beispiel durch städ- tebauliche, gesundheitsfördernde oder Jugendhilfemaßnahmen) − Armutsbekämpfung Aus den Operationellen Programmen heraus veröffentl icht das Land Aufrufe, auf die eine Bewerbung erfolgen kann. Am 10.02.2015 wurde der Aufruf mit dem Thema „Starke Quartie- re – starke Menschen“ – Gemeinsamer Aufruf zu den P rogrammen des EFRE, des ELER und des ESF (2014 bis 2020) zur präventiven und nac hhaltigen Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung“ gestartet. Die Stadt Köln bewirbt sich mit dem vorliegenden Integrierten Stad tentwicklungskonzept (ISEK) „Starke Ve- edel – Starkes Köln: Mitwirken, zusammenhalten, Zuk unft gestalten“ für die neue Europäi- sche Förderperiode. Die Stadt Köln hat die Europäische Förderphase 2014 bis 2020 und die dahinterliegende „Europa 2020 Strategie“ zum Anlass genommen, die ei genen städtischen Ziele zu prüfen und neu aufzustellen. Die von der Europäischen Unio n aufgestellten Prioritäten und die fünf Kernziele werden ebenso ausdrücklich unterstützt wi e die Präventionsstrategie des Landes. Der Stadtvorstand, in dem alle Dezernate vertreten sind, hat deshalb das Konzept „Europa 2020 Handlungsprogramm: Kölner Handlungserfordernisse“ als Orientierung der Verwaltung in zentralen städtischen Handlungsfeldern am 23.09. 2014 beschlossen. Dies sind die Berei- che (1) Bildung, (2) Soziale Balance / Quartiersentwicklung, (3) Beschäftigung, (4) Infrastruk- tur / Mobilität, (5) Klimawandel und nachhaltige En ergiewirtschaft, (6) Forschung, Entwick- lung und Innovation sowie (7) Kultur / Baukultur / öffentlicher Raum. Diese sieben Hand- lungsfelder werden in einem fachübergreifenden Proz ess umgesetzt. Als wesentliche Ziele wurden unter anderem die Quartiersentwicklung und d ie damit angestrebte soziale Balance in der Stadt und zwischen den Quartieren benannt. Im Vordergrund des städtischen Handelns stehen dami t die benachteiligten Quartiere sowie die in diesen Quartieren lebenden Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel ist, Rahmen- bedingungen zu schaffen und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedin- gungen vor Ort zu entwickeln. Betrachtet werden dab ei immer die Gesamtstadt und die Wechselwirkungen zwischen den Quartieren untereinan der. So führt eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner be lasteter Quartiere auch zur Auf- wertung der Gesamtstadt. Für die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohn erinnen und Bewohner ist eine inte- grierte Betrachtung der verschiedenen Themenfelder der Stadtentwicklung, wie zum Beispiel Wohnen, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales, Bildung , Gesundheit, Mobilität, Öffentlicher Raum, Klima, Umwelt und Grün besonders wirkungsvoll . Daher werden auch bestehende und derzeit in der Entwicklung befindliche Konzepte der Stadt Köln in dem Programm „Star- ke Veedel – Starkes Köln“ aufgegriffen und dementsp rechend Maßnahmen priorisiert und aneinander angepasst 2. Durch diese integrierte und gesamtstädtische Betr achtung werden die Verstetigung und die Nachhaltigkeit von Quartie rsentwicklungen gesichert, da sie in ge- samtstädtische Strategien und Konzepte eingebunden sind und nicht isoliert betrachtet wer- den. 2 Eine kurze Beschreibung der städtischen Konzepte befindet sich im Kapitel 12 Anhang 1 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 9 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 3. Projektidee und Zielsetzung Mit dem ISEK Bickendorf, Westend und Ossendorf knüp ft die Stadt Köln an bereits erfolg- reich gestartete Programme zur Verbesserung der Leb enssituation an. Das ISEK baut auf dem Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozi alraumorientierung in Köln“ auf. Das Ziel des Programms „Lebenswerte Veedel“ liegt i n der Begründung und Optimierung von Unterstützungsleistungen und der Stärkungen der Selbsthilfekräfte, indem die Zusam- menarbeit und Vernetzung aller städtischen Dienstst ellen, der freien Träger, Verbände und sonstiger Akteure im Quartier vorangetrieben wird. Dazu wird in jedem Sozialraum eine So- zialraumkoordination eingesetzt, die – bis auf eine Ausnahme – bei den freien Trägern ange- siedelt ist. Sie fungiert als „Informationsdrehsche ibe“ und Bindeglied zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik, Verbänden und Bewohnerschaft. Sie unterstützt oder initiiert Kooperati- ons- und Vernetzungsstrukturen im Sozialraum, nutzt diese, um besondere Bedarfslagen zu identifizieren, und entwickelt gemeinsam mit den Di ensten und Einrichtungen der freien Trä- ger vor Ort bedarfsgerechte Projekte und Maßnahmen. Der im Westen von Köln linksrheinisch gelegene Sozi alraum Bickendorf, Westend und Ossendorf gehört zum Stadtteil und Stadtbezirk Ehre nfeld. Mit rund 26.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Sozialraum (Stand 31.12.2015), le ben circa ein Viertel der Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtbezirks Ehrenfeld im Sozialraum. Im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf zei gen sich mit Blick auf die Sozialstruk- tur Handlungsbedarfe im Bereich Einkommensarmut, Ar beitslosigkeit und gesundheitliche Beeinträchtigungen. Der Anteil der Menschen, die SGBII-Leistungen bezie hen, liegt mit rund 19 Prozent über dem städtischen Durchschnitt (Stadt Köln 13,4 Proze nt im Jahr 2015). Bei kleinräumiger Be- trachtung wird deutlich, dass sich zwischen den Qua rtieren zum Teil deutliche Unterschiede ergeben. So nehmen im Westend rund 38 Prozent Leist ungen nach SGBII in Anspruch und im Quartier „Bickendorf Reihenhäuser“ (siehe Übersichtskarte im Kapitel Bestandsanalyse) unter drei Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner. Auffällig ist zudem der mit 44 Prozent überdurchsch nittliche Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund im Vergleich z ur Gesamtstadt (35,7 Prozent). Bei den jungen Menschen bis 18 Jahre liegt der Migrantenant eil bei fast 60 Prozent (Stadt Köln 50 Prozent). Ziel des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes is t es, den Sozialraum Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf zu stärken, die Armut zu bekämpf en, den sozialen Zusammenhalt aus- zubauen, Präventionsansätze zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbesse rn. Erwartet werden auch positive Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und de n sozialen Zusammenhalt in der Ge- samtstadt. Dabei verfolgt das Programm auch das Zie l, strukturelle Verbesserungen bei der Entwicklung und Umsetzung integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwick- lung zu erreichen. 10 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Dazu gehört die stärkere Entwicklung sozialraumorie ntierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akt- euren einerseits und die Abstimmung ihres Handelns mit den Dienststellen der Stadt ande- rerseits. Gleichzeitig ist die Bewohnerschaft von a llen an der Programmumsetzung Beteilig- ten aktiv einzubinden. Hiermit wird dem Querschnittsziel „Verbesserte Teil habe und Mitwirkung“ Rechnung getra- gen. Ein weiteres wesentliches Ziel der Maßnahmen i st, durch Barrierefreiheit und Chancen- gleichheit allen Bevölkerungsgruppen eine Teilnahme am Gesellschaftsleben zu ermögli- chen. Beide Aspekte finden bei der Durchführung aller Maßnahmen Berücksichtigung. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 11 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 1: Lage des Sozialraums Bickendorf, Westend und Ossendorf im Kölner Westen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 12 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Umsetzung der Idee der Sozialraumorientierung ist je nach Handlungsfeld in den Dienst- stellen der Verwaltung unterschiedlich stark ausgep rägt. Bislang ist die Zusammenführung dieses Ansatzes zu einem gesamtstädtischen, integri erten Handlungsansatz nur teilweise gelungen. Deshalb hat der Stadtvorstand am 17.03.20 15 die sozialräumliche Ausrichtung des Verwaltungshandelns als verbindliches Handlungs prinzip noch einmal bekräftigt. In der- selben Sitzung hat der Stadtvorstand beschlossen, d ie elf Sozialräume aus dem Programm „Lebenswerte Veedel“ sowie die diesem Konzept zugrunde liegende Handlungsstrategie der Quartiersorientierung zur Grundlage der geplanten I ntegrierten Stadtentwicklungskonzepte für den EFRE- / ESF-Aufruf des Landes „Starke Quart iere – Starke Menschen“ zu machen. Die Entwicklung integrierter, sozialraumorientierte r Stadtentwicklungskonzepte ist eine not- wendige Aufgabe, die für alle städtischen Dienstste llen eine Herausforderung bedeutet. Sie formulieren auch neue Anforderungen an die Stadtges ellschaft und geben der Stadtverwal- tung innovative Anstöße für die Entwicklung neuer, adäquater Angebotsformen und – strukturen. Die Stadt Köln baut bei der Bearbeitung des Program ms „Starke Veedel – Starkes Köln“ auf den Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLH EIM 2020 auf und strebt erstmals die systematische Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten, quartiersorientierten Hand- lungsansatzes in einem Programmgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz liegt die Leitfrage zugrunde, wie erfolgreich Stadt entwicklung aus dem Quartier heraus erfol- gen kann, welche Faktoren zum Gelingen beitragen un d wie die Bewohnerinnen und Be- wohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden können. Zum einen wird erstmalig für elf Sozialräume ein Ma ßnahmenpaket entwickelt, das in allen Sozialräumen mit einem vergleichbarem Vorgehen umge setzt, dabei jedoch explizit auf die Bedarf und Erfordernisse vor Ort angepasst wird. Di es sind insbesondere Maßnahmen, die zur Präventionskette 3 gehören. Zum anderen werden zusätzlich gebietsspez ifische städte- bauliche und sozial-integrative Lösungen passgenau für die Bedürfnisse und Anforderungen der unterschiedlichen Sozialräume entwickelt. Beson deres Augenmerk wird bei den sozial- integrativen auf den niederschwelligen Zugang zu de n Angeboten und ihrer Verknüpfung gelegt. Bei den gebietsspezifischen Maßnahmen werde n auch Maßnahmen mit Modellcha- rakter vorgeschlagen. Eine Übertragbarkeit der dort erzielten Erkenntnisse wird angestrebt. 3 Unter einer kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote ver- standen werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen und Lebensla- gen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erforderlich sind. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 13 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 2: Übersicht über die elf Sozialräume des Programms "Lebenswerte Veedel - Lebenswertes Köln" Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 14 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 15 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 4. Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise Die Grundlage für die Auswahl des Sozialraums Bicke ndorf, Westend und Ossendorf sowie für die weiteren zehn Programmgebiete bildet die be stehende Gebietsabgrenzung des Pro- gramms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraum orientierung in Köln“ (vergleiche Karte 2). Mit Hilfe des Monitorings Stadtentwicklun g wurde geprüft, ob es sich hierbei tat- sächlich um Gebiete mit besonderen Handlungserforde rnissen handelt, die im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung betroffen sind. Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systemat isch die Entwicklung der Gesamtstadt Köln und ihrer Teilräume. Betrachtet werden in eine r einheitlichen Vorgehensweise (Index- werte) verschiedene Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wan- del oder Wohnen. Für die Auswahl der elf Sozialräume wird im Folgenden der Index „Soziale Lage“ zugrunde gelegt, der die wirtschaftlichen, po litisch-kulturellen und gesundheitlichen Aspekte von Benachteiligung berücksichtigt. Er setz t sich zusammen aus verschiedenen Statistikdaten sowie aus Ergebnissen der Umfrage „Leben in Köln“ und berücksichtigt somit sowohl „harte“ statistische Daten als auch „subjektive“ Einschätzungen der Befragten. Der Index wird durch die Vielfalt an Indikatoren de r Tatsache gerecht, dass sich Benachteili- gung in weit mehr als nur monetären Aspekten widerspiegelt. Abbildung 1 zeigt die Zusammensetzung des Indexes „ Soziale Lage“ für die Gesamtstadt. Grundlage der Berechnung des Indexes sind die 86 Kö lner Stadtteile. Für die vorliegende räumliche Abgrenzung wurden Stadtteile zusammengefasst, um in etwa gleich große Räume von 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und Räume mit einer vergleichbaren sozial- ökonomischen Bevölkerungsstruktur bilden zu können. 16 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 1: Zusammensetzung Index Soziale Lage 4 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Die bestehenden Sozialräume, die im Programm „Lebenswerte Veedel“ enthalten sind, zäh- len zu den Gebieten mit besonderen Handlungserforde rnissen und entsprechen demnach den im Aufruf „Starke Menschen – Starke Quartiere“ geforderten Kriterien zur Auswahl des Programmgebietes (vergleiche Karte 3). Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf wa r bis in die 1930-er Jahre geprägt durch die ursprüngliche bäuerliche Struktur. Im Lau fe der Zeit nach Ende des 2. Weltkrieges entstanden Arbeitersiedlungen und eine dichte Bebau ung mit Häusern jeder Art, überwie- gend jedoch Siedlungshäuser und Blockbebauung als A rbeiterwohnungen. Es entstand ein klassischer Arbeiterstadtteil. Der Stadtteil Ossend orf entwickelte sich zum industriellen Ge- werbestandort und am Butzweilerhof siedelten sich insbesondere viele Unternehmen aus der Medienbranche an, so dass hier im Laufe des Struktu rwandels ein bedeutendes Gewerbe- gebiet entstanden ist. Diese Entwicklung, in der vi ele neue Arbeitsplätze entstanden sind, spiegelt sich jedoch nicht vor Ort in der Arbeitslo senquote wieder, die im Sozialraum sehr hoch ist. 4 Der Hinweis S verweist auf Statistikdaten, der Hinweis U auf Umfrageergebnisse. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 17 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Der Zuzug von ausländischen Bürgern und Bürgerinnen stellt den Sozialraum vor dem Hin- tergrund der aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik vor weitere Herausforderungen. Es werden verstärkt Hilfen im Bereich der Integration benötigt, so dass insbesondere Maß- nahmen des Handlungsfeldes „Früh ansetzende Hilfen“ in Bickendorf, Westend und Ossen- dorf wirksam werden. Die Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den Sozialraum Bicken- dorf, Westend und Ossendorf werden aus den ermittelten Handlungsbedarfen abgeleitet. In der Bestandsanalyse wird der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf ausführlich dargestellt und die Ausgangslage wird mit aussagekräftigen Indikatoren hinsichtlich der sozi- alen, demographischen, ökonomischen, klimatischen, ökologischen und städtebaulichen Situation sowie zur Bildungssituation hinterlegt, um den Anforderungen des Aufrufes gerecht zu werden. 18 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 3: Programmgebiet (Sozialräume) „Starke Veedel – Starkes Köln" Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 19 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 5. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklu ng des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Erstellung des Programms „Starke Veedel – Stark es Köln“ und der Integrierten Stadt- entwicklungskonzepte (ISEKs) für die elf Sozialräum e erfolgte unter intensiver Beteiligung der Fach- und Bürgerämter sowie der Sozialraumkoord inatorinnen und Sozialraumkoordina- toren. Die Projektleitung lag bei der Leitung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik und wurde durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG unterstützt (vergleiche Abbildung 2). Beteiligt waren die nachfolgend aufgelisteten Dezernate und Fachämter: − Dezernat Oberbürgermeisterin: Büro der Oberbürgerm eisterin, Amt für Presse- und Öf- fentlichkeitsarbeit − Dezernat I Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Rech t: Bürgeramt Rodenkirchen, Bürgeramt Ehrenfeld, Bürgeramt Nippes, Bürgeramt Ch orweiler, Bürgeramt Porz, Bür- geramt Kalk, Bürgeramt Mülheim, Amt für Personal, Organisation und Innovation − Dezernat II Finanzen: Kämmerei − Dezernat III Wirtschaft und Liegenschaften: Amt fü r Wirtschaftsförderung − Dezernat IV Dezernat für Bildung, Jugend und Sport : Amt für Schulentwicklung, Amt für Weiterbildung, Familienberatung und Schulpsycho logischer Dienst, Sportamt, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung − Dezernat V Soziales, Integration und Umwelt: Amt f ür Soziales und Senioren, Punkt- dienststelle Diversity, Gesundheitsamt, Amt für Woh nungswesen, Umwelt- und Ver- braucherschutzamt, Koordinationsstelle Klimaschutz − Dezernat VI Stadtentwicklung: Planen und Bauen : A mt für Stadtentwicklung und Sta- tistik, Stadtplanungsamt, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen − Dezernat VII Kunst und Kultur: Kulturamt, Stadtbi bliothek, Museumsdienst Köln − Dezernat VIII Mobilität und Verkehrsinfrastruktur: Amt für Straßen und Verkehrstechnik Zur Projektsteuerung wurde ein Projektteam im Amt für Stadtentwicklung und Statistik einge- richtet. Zur inhaltlichen Bearbeitung wurden die fo lgenden fünf themenspezifische Arbeits- gruppen gebildet, die dezernats- und ämterübergreifend zusammengearbeitet haben: − AG 1: Früh ansetzende Hilfen − AG 2: Öffentlicher Raum − AG 3: Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen − AG 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinh altung und Lärmminderung − AG 5: Sozialraumorientierung als Strategie der Sta dtentwicklung Neben unterschiedlichen Fachämtern haben auch weitere Akteure an der Programmentwick- lung und den Arbeitsgruppensitzungen teilgenommen, wie zum Beispiel das Jobcenter, die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien AG, die Regionalagentur Region Köln und der für die regionale Zusammenarbeit zuständige Verein „Region Köln/Bonn e.V.“. Die in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Inhalte wurd en regelmäßig in Ämterrunden einge- bracht, diskutiert, abgestimmt und die weitere Vorgehensweise festgelegt. Zur Steuerung des Gesamtprogramms richtete das Amt der Oberbürgermeisterin einen Len- kungskreis mit Vertreterinnen und Vertretern der Dezernate ein. 20 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zusätzlich wurden die Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren sowie die Leitungen der Bürgerämter zu zentralen Veranstaltungen eingeladen und mit in den Diskussionsprozess eingebunden. Insbesondere waren sie beteiligt an der Qualifizierung der Bestandsanalyse sowie an der Entwicklung von Maßnahmen. Abbildung 2: Projektstruktur Stadtverwaltung Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Über diese regelmäßig durchgeführten Sitzungen mit der Projektgruppe, den Arbeitsgrup- pen, dem Lenkungskreis und den Fachämterrunden wurd en anlassbezogen Gespräche mit weiteren Akteuren geführt, wie zum Beispiel: − Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung un d Verkehr des Landes Nord- rhein-Westfalen − Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales d es Landes Nordrhein-Westfalen − Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpf ung − Regionalagentur Region Köln − Bezirksregierung Köln − Liga der Wohlfahrtverbände − Seniorenvertretung der Stadt Köln − Personalrat − Steuerungsgremium „Lebenswerte Veedel“ Die verschieden politischen Gremien wurden über Mit teilungen regelmäßig über das Pro- gramm und den Programmfortschritt informiert. Zur inhaltlichen Qualifizierung des Programms fanden zwei Workshops statt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 21 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Erster Workshop am 27. April 2015 – Qualifizierung der Bestandsanalyse Gegenstand des ersten Workshops, der am 27. April 2 015 stattfand, waren die Ergebnisse der Bestandaufnahme. Rund 60 Teilnehmerinnen und Te ilnehmer aus den Fachdienststel- len, dem Jobcenter, der Sozialraumkoordination, den Bürgerämtern und der GAG Immobilien AG qualifizierten die vorliegenden Ergebnisse, stel lten Querbezüge her und zeigten Schnitt- stellen zu anderen Themenbereichen auf. So wurden d ie Analyseergebnisse geschärft und ausdifferenziert. Die Atmosphäre in diesem Workshop war sehr arbeits- und ergebnisorien- tiert, so dass die Rückmeldungen am Ende des Workshops sehr positiv waren. Abbildung 3: Rückmeldung der Teilnehmenden aus dem ersten Workshop zur Be- standsanalyse am 27. April 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Abbildung 4: Diskussion zum Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 22 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zweiter Workshop am 27. Mai 2015 – Qualifizierung der Maßnahmen Der zweite Workshop fand am 27. Mai 2015 zur Qualif izierung der gemeldeten Maßnahmen statt. Der Teilnehmerkreis war identisch mit dem de s ersten Workshops. Im Vorfeld hatten die Fachdienststellen, Bürgerämter und Sozialraumko ordinatorinnen und -koordinatoren, die in den Sozialräumen vernetzt arbeiten, auf der Grun dlage einer vorgegebenen Struktur die Möglichkeit Projektideen einzubringen. Rund 180 Maßnahmen und Projekte konnten somit in die Vorbereitung des Workshops einfließen. Nicht al le Ideen konnten berücksichtigt werden, da sie teilweise nicht in dem Förderzeitraum umsetz bar waren, keinen oder nur einen gerin- gen Beitrag zur Zielerreichung leisteten, oder aber nicht ausreichend qualifiziert worden wa- ren. Schlussendlich wurden mehr als 70 Projektideen für die Bewohnerveranstaltung her- ausgearbeitet. Die Projekte wurden erläutert, quali fiziert, zusammengefasst und in das erar- beitete und abgestimmte Zielsystem eingeordnet. Auc h dieser Workshop war von einer ho- hen Arbeitsintensität und einer großen Bereitschaft zur Zusammenarbeit geprägt. Abbildung 5: Workshop am 27. Mai 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Auftaktveranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung am 1. Juni 2015 Am 1. Juni 2015 fand von 18:00 bis 22:00 Uhr eine ö ffentliche Bewohnerveranstaltung im Forum der Volkshochschule statt. Das Ziel lag darin , über das Programm und die geplanten Projekte zu informieren, dazu Meinungen der Bewohne rschaft einzuholen und weitere Ideen aufzunehmen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der elf Programmgebiete sowie weitere Teilnehmende hatten damit die Möglichkeit, an der E rstellung und Qualifizierung des Maß- nahmenprogramms für ihren Sozialraum aktiv mitzuwir ken. Beworben wurde die Veranstal- tung über eine Pressemitteilung, Flyer und Plakate. Rund 250 Teilnehmende haben sich hier aktiv in das Programm eingebracht, vorhandene Ideen bewertet und Ideen für Maßnahmen entwickelt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 23 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 6: Einladungsplakat für die Öffentlichkeitsbeteiligung am 01. Juni 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Im Rahmen der Veranstaltung wurden nach einer kurze n Einführung an Arbeitstischen, die nach den einzelnen Sozialräumen aufgeteilt waren, i n kleinen Gruppen gearbeitet. Jede Gruppe verfügte über eine Moderatorin beziehungswei se einen Moderator, deren / dessen Aufgabe es war, die Ausgangssituation vorzustellen und die Diskussionsergebnisse festzu- halten. Abschließend stellten die Bürgeramtsleitungen zusammen mit den Sozialraumkoordi- natorinnen und –koordinatoren die Ergebnisse für den jeweiligen Sozialraum im Plenum vor. Abbildung 7: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015 Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign) Die Gesamtveranstaltung wurde durch einen externen Moderator geleitet. Diese Veranstaltung ist als Auftakt des Beteiligung sverfahrens zu verstehen. Die Beteiligung wird ein fester Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sein. 24 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 8: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015 – Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign) Diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahmen Am 18. Juni, 28. Juli und 25. August 2015 tagte die Zwischengeschaltete Stelle (light) und nahm eine diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahm en vor. Mitglieder dieser Stelle sind Vertreterinnen und Vertreter aller Dezernate. Die L eitung des Gremiums lag beim Beigeord- neten des Dezernates für Planen, Bauen und Stadtent wicklung, der durch die Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik vertreten wurde. Die Auswahl der Maßnahmen wurde begründet, protokolliert und einvernehmlich beschlossen. Abbildung 9: Diskriminierungsfreie Auswahl durch die Zwischengeschaltete Stelle (light) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Die schriftliche Zusammenstellung des Programms „St arke Veedel – Starkes Köln“ und der elf Integrierten Stadtentwicklungskonzepte für die Sozialräume erfolgte im Amt für Stadtent- wicklung und Statistik. Nach Fertigstellung wurde d as Programm von allen Dezernaten mit- gezeichnet. Der für die Erstellung des Programms initiierte Pro zess wird im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes fortgesetzt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 25 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6. Bestandsanalyse 5 Die Bestandsanalyse für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf nimmt die fol- genden zentralen Handlungsfelder in den Blick: − Demographie, Soziales und Bildung − Öffentlicher Raum und Verkehr − Wirtschaft − Wohnen − Ökologie und Klima 5 Angabe zu den statistischen Werten und Indikatoren (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statis- tik): − Die Angaben zur sozialen und demografischen Situati on beziehen sich auf das Jahr 2015. Um zeitliche Entwicklungen darzustellen, wurden zudem die Werte von 2007 in den Steckbrief aufgenommen. (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik). − Die Beschreibungen zum öffentlichen Raum entspreche n dem Stand aus dem Jahr 2015. − Die Ausgangssituation zum Themenbereich Wirtschaft und Wohnen umfassen verschiedene Datengrundla- gen: o Gewerbe- und Industrieflächen; Stand 2015 o Einzelhandel- und Zentrenkonzept, Stand 2013 o Beschäftigungssituation, Anteil öffentlich gefördert er Wohnungen; jeweils Stand 2015 o Wohnungsbestand der GAG Immobilien AG, Stand 2016 o Kaufkraftindex; Stand 2007 o Wohnzufriedenheit: Demografie-Umfrage der Stadt Köln, 2009 Die Datengrundlagen zum Themenbereich Klima wurden im Jahr 2013 berechnet, die Daten zu Grün- und Frei- flächen stammen aus dem laufend fortgeführten Grünflächenkataster und wurden in 2015 berechnet, die Berech- nung der Luftschadstoffe erfolgte ebenfalls in 2015, die Daten zum Verkehrslärm stammen aus dem Jahr 2014. 26 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 4: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Qualifizierung und Soziales Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 27 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 5: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Bildung Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 28 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Tabelle 1: Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung 6 im Sozialraum Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung 7 im Sozialraum Statistik des gesamten Sozialraums geringfügig ungü nstiger städtischer Durchschnitt, minimale Zunahme von Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrati onshintergrund, konstante Werte bei Leis- tungsempfängerinnen und -empfängern nach SGB ll, Zu nahme bei Kindern / Jugendlichen in Be- darfsgemeinschaften. Charakteristik des Sozialraumes (stadträumliche Besonderheiten) Lage im Stadtge- biet Bezirk: Ehrenfeld Stadtteile: Bickendorf, Ehren- feld, Bocklemünd/ Mengenich, Neu- Ehrenfeld, Ossen- dorf, Vogelsang angrenzende Sozial- räume: Bocklemünd /Mengenich, Bilderstöckchen Fläche: 330 ha Siedlungs- entwick- lung Stadtteile des linksrheinischen 2. Vorortgürtels, B ickendorf: intensive Wohnungs- bautätigkeit nach dem 1. Weltkrieg, Entwicklung von Siedlungen im genossenschaftli- chen und gemeinnützigen Wohnungsbau (Beispiel: Gart ensiedlung GAG) ergänzt durch Siedlung Westend (Realisierung 1960er und 198 0-1990er Jahre, hier aus- schließlich sozialer Wohnungsbau). Ossendorf: Wachs tum ab 1930, mit dem Beginn der Besiedelung durch die Gemeinnützige Wohnungsbau genossenschaft Köln- Ehrenfeld, Sonderstandort JVA Ossendorf. Nahver- sorgung Stadtteilzentrum Bickendorf im Bereich Venloer Stra ße / Rochusplatz, städtebauliche Aufwertung des öffentlichen Raumes erforderlich (im Zusammenhang mit der Bebau- ung Rochusplatz geplant), Angebotsergänzung im kurz - und mittelfristigen Bedarf notwendig (Lebensmittel, Bekleidung, Schuhe), Nahve rsorgungszentrum Ossendorf im Bereich Margareta-, Frohnhof- und Rochusstraße, Westend ist ausschließlich durch einen Discounter versorgt, insgesamt Vollversorger in dezentralen Lagen. Eine differenzierte Darstellung der Bildungsbeteiligung kann dem Anhang entnommen werden. (Ver- gleiche Kapitel 12, Anhang 15). Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 29 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anbindung ÖPNV, MIV Sehr gute Anbindung an den Öffentlichen Personennah verkehr (ÖPNV) (Stadtbahnli- nien 3 / 4 Bickendorf, Westend und 5 Ossendorf) und Buslinien, Autobahnnetz für motorisierten Individualverkehr über Ausfahrt Bockl emünd und Longerich optimal erreichbar. Grün / Freizeit Zwischen beiden Stadtteilen befinden sich der Rochu spark als Teilstück der Verbin- dung Innerer und Äußerer Grüngürtel, vereinzelte Gr ünbereiche und Kleingärtenanla- gen, insgesamt wenig vernetzt. Gewerbe Gewerbegebiet Bickendorf ist Teil des Sozia lraums, weitere Gewerbenutzung vorhan- den (Beispiel Siemens und Ikea in Ossendorf). soziale Akteure Diverse soziale Akteure (Bürgervereine, vielfältige niederschwellige Beratungsange- bote, GAG, Sozialraumkoordination, Seniorennetzwerk und andere, Familienhaus Ossendorf, big (Bickendorfer Interessensgemeinschaf t e.V.), viel ehrenamtliches En- gagement, auch stadtteilübergreifend, zunehmend meh r Austausch mit den sozial benachteiligten Gebieten. Kita / Schulen 4 Grundschulen, Gymnasium, Hauptschule (beides Mont essori) und Förderschule (Lindweiler Hof), diverse Kindertagesstätten. Stabilisierungsmaßnahmen Sozial- raum- koordinati- on Outback Stiftung (Thomas Wydra), Sozialraum seit 20 06, Koordinierung von Präventi- onsmaßnahmen und Hilfeangeboten, Vernetzung von unt erschiedlichen Akteuren, Initiierung von Maßnahmen (Beispiel Familienhaus Os sendorfpark, Straßen- und Ve- edelsfeste, fachliche Workshops). Gemein- wesenar- beit Zum 01.01.2017 wurden Mittel der Stadt Köln für jew eils eine halbe Stelle Gemeinwe- senarbeit in Neu – Bocklemünd und Westend zur Bewoh neraktivierung bereitgestellt. Die Stellen sind bei Aktion Nachbarschaft angesiedelt. Städtische. Maßnah- men Einrichtung einer lokalen Jugendeinrichtung. Private Maßnah- men Sanierung der GAG Siedlungen in Bickendorf, aktuell e Planung zur Erneuerung der Gebäude Schlichtsiedlung Gerhard-Bruder-Straße der Ehrenfelder Genossenschaft unter Beteiligung der Bewohner. Fazit Teilbereiche mit stark sozialbelasteten Wohnquartie ren und Siedlungen (Westend, Siedlung Ossendorfer Weg (Y-Häuser), Parsevalstraße, Vitalis höfe), auch Quartiere mit geringer Belastung vorhanden. Sozialraum profitiert von räumlicher Näh e zum „InViertel“ Ehrenfeld (hier aktuell Umnut- zung des Güterbahnhofs), Nahversorgung ist insbeson dere im Westend zu optimieren, Gestaltung des Rochusplatzes hat Potenzial den gesamten Stadtt eil Bickendorf aufzuwerten, Wohnumfeld- maßnahmen im Westend erforderlich, Gestaltung der p rivaten und öffentlichen Freiräume sowie Vernetzung der Grünbereiche kann im gesamten Sozial raum optimiert werden, soziale Maßnahmen als wesentlicher Beitrag zur Stabilisierung des Sozialraums weiterhin erforderlich. Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 30 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.1 Demographie,Soziales und Bildung Ein Blick auf die Sozialstruktur zeigt deutliche Un terschiede zwischen den Quartieren im So- zialraum. Die Kennwerte – wie SGB II Bezug – unterscheiden sich zum Teil erheblich. Sozial stark benachteiligt sind vor allem die Quartiere Westend und Vitalisstraße (zum Beispiel SGB II-Bezug deutlich über dem städtischen Durchschnitt ), wohingegen das Quartier Bickendorf mit den Einfamilien-Reihenhaussiedlungen sozial sehr stabil ist (zum Beispiel sehr geringer SGB II-Bezug, hohe Gymnasialquote). Der Sozialraum ist insgesamt kinderreich und durch eine „junge Struktur“ geprägt. Der über- durchschnittliche hohe Jugendquotient korrespondier t mit einem unterdurchschnittlichen Al- tersquotienten. Das heißt der Anteil der unter 18-J ährigen an den Einwohnerinnen und Ein- wohnern ist mit 29,5 Prozent besonders hoch (Stadt Köln 23,9 Prozent). Dies geht mit einer ebenfalls auffällig hohen Quote der SGB II-Empfänge rinnen und -empfänger bei den unter 15-Jährigen einher (29,1 Prozent, Stadt Köln: 22 Prozent). Insgesamt werden mit Blick auf die sozialen Kennwer te sozialstrukturelle Unterschiede im Vergleich zum gesamtstädtischen Durchschnitt erkenn bar. So sind im Sozialraum über- durchschnittlich viele Haushalte von Transferleistu ngen abhängig und die Quote der Allein- erziehenden ist hoch. Auch aufgrund der aktuellen Herausforderungen, die mit Integration von Neuzugewanderten verbunden sind, werden vermehrt Unterstützungsbedarfe im gesamten Sozialraum deutlich. Die heterogene Struktur der Quartiere bietet auch Stabilisierungsmöglichkeiten, die sich zum Beispiel durch das vielfältige bürgerschaftliche En gagement in den sozialstrukturell stabilen Quartieren zeigen. Bevölkerungsstruktur Insgesamt leben rund 25.500 Personen im Sozialraum, davon etwa 11.400 im Stadtteil Bi- ckendorf, 5.200 im Stadtteil Westend und fast 9.000 im Stadtteil Ossendorf. Prägend für den Sozialraum ist die hohe kulturelle Vielfalt, wobei auch auf kleinräumiger Ebene deutliche Unterschiede zu verzeichnen sind. S o liegt der Durchschnittswert der Be- wohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund für den Sozialraum mit rund 45 Pro- zent deutlich über dem städtischen Durchschnitt von 36,8 Prozent. Im Stadtteil Westend liegt der Anteil sogar bei fast 70 Prozent. Auch der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer li egt im Sozialraum (etwa 21 Prozent) über dem städtischen Durchschnitt (18,6 Prozent). Neuzugewanderte In jüngerer Vergangenheit hat sich die Debatte um d ie Integration von Neuzugewanderten vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereig nisse in verschiedenen Krisen- und Kriegsregionen mit daraus resultierendem starkem Fl üchtlingszustrom wieder verstärkt. Im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf sind Zuwanderungen zu verzeichnen. Im Jahr 2015 sind 495 Ausländerinnen und Ausländer, davon 80 Personen zwischen 15 und 26 Jahren (18 Prozent), zugezogen (Gesamtstadt 21.6 87 Personen, davon 6.174 (28,5 Pro- zent) zwischen 15 und 26 Jahren). Zu bemerken ist d aneben aber auch, dass es im Sozial- raum im Betrachtungszeitraum insgesamt erstmals mehr Fortzüge als Zuzüge gegeben hat. Die Gruppe der Neuzugewanderten ist sehr heterogen, so dass sie spezifische Unterstüt- zungsbedarfe bei der Integration vor Ort benötigt u nd damit eine Zielgruppe mit eigenen Be- darfen bildet. Zu nennen sind hier beispielsweise Alltagsstrukturierung, Sprachförderung, Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 31 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Hilfe bei Behördengängen und psychologische Betreuung bei vorangegangen traumatischen Erlebnissen. Die Akteure vor Ort sehen sich mit dieser wachsende n Herausforderung konfrontiert, da be- reits etwat 500 Flüchtlinge in Bickendorf und Ossen dorf leben, mit steigender Tendenz. Hier kann man von einem „Ankommensstadtteil“ sprechen. Weitere Flächen für Flüchtlingsunter- künfte werden derzeit geprüft, hier ist erneut Ossendorf im Gespräch (Abb.10 a+b). Die Stadtteile sind mit der Erbringung zusätzlicher Integrationsleistungen in dem ohnehin durch soziale Problemlagen betroffenen Quartieren z unehmend gefordert und sind teilweise an der Grenze zur Überforderung angelangt. Die fachlich zuständigen Ämter der Stadtverwaltung setzten sich bereits intensiv mit dieser in ihrer Intensität neuen Entwicklung und Herausforder ung auseinander. Sie haben im Jahr 2014 auf Grundlage einer weitgehenden Bedarfsanalys e einen gemeinsamen „Handlungs- rahmen Zuwanderung“ mit einem Maßnahmenpaket entwickelt, das eng an den größten Be- darfen anknüpft und das derzeit aktualisiert wird. Dabei wird auch außerhalb des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ auf den bisherigen Erfahrungen aufgebaut. Vor diesem Hintergrund nimmt auch die Anforderung a n Integrationsleistung im Stadtteil Ossendorf zu. Unmittelbar im Sozialraum finden sich vier Flüchtlingsunterkünfte sowie zwei weitere im Stadtteil Ehrenfeld. Die Stadt Köln biet et für diese Zielgruppen bereits ver- schiedenste Unterstützungs- und Integrationsangebot e an. Zu nennen sind hier beispiels- weise Maßnahmen wie das „Auszugsmanagement“, welches dabei unterstützt Flüchtlingen eine neue Wohnperspektive zu bieten, die Integratio n zu erleichtern und so auch neue Ka- pazitäten für weitere für Köln zugewiesene Flüchtli nge zu schaffen. Aufgrund des hohen Handlungsdrucks werden dennoch weitere Unterstützun gsangebote vor Ort notwendig sein. Insbesondere aufgrund der weiter zu erwartenden hoh en Zuwanderungsquote im Stadtteil als auch der bereits überdurchschnittlich hohen Zah l der Empfängerinnen und Empfänger von Transferleistungen sind Angebote zur Verbesseru ng der Integration vor Ort unbedingt erforderlich. Exemplarisch hervorzuheben sind Angebote zur Sprachförderung sowie für Kin- der- und Jugendarbeit. 32 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 10 a: geplante Flüchtlingsunterkunft im S tadtteil Ossendorf in der Wilhelm- Schreiber-Straße Quelle: Stadt Köln, Amt für Wohnungswesen Abbildung 10 b: Luftbild der Fläche für die geplante Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Ossendorf in der Wilhelm-Schreiber-Straße Quelle: Stadt Köln, Amt für Wohnungswesen Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 33 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Haushaltsstruktur Die Haushaltsstruktur im Sozialraum ist durch einen vergleichsweise hohen Anteil an Fami- lienhaushalten geprägt (Sozialraum 24,4 Prozent; Stadt Köln 18,3 Prozent), was sich auch in der jungen Bevölkerungsstruktur widerspiegelt (Juge ndquotient Sozialraum 29,5; Stadt Köln 23,9). Analog hierzu ist der Anteil der Einpersonen haushalte unterdurchschnittlich (Sozial- raum 30,4 Prozent; Stadt Köln 33,6 Prozent). Sozialstruktur Der Sozialraum ist insgesamt kinderreich und durch eine junge Struktur mit einem über- durchschnittlich hohen Anteil an Alleinerziehendenhaushalten geprägt. Mit Blick auf die Sozialstruktur zeigen sich erkenn bare Unterschiede zwischen den Quartie- ren. Die Kennwerte – wie SGB II Bezug – unterscheiden sich zum Teil deutlich. In den Quar- tieren Westend und Vitalisstraße liegt der Anteil an Personen mit SGB II-Bezug deutlich über dem städtischen Durchschnitt. Im Unterschied dazu i st das Quartier „Bickendorf Reihenhäu- ser“ sozial sehr stabil, was sich auch an der gerin gen SGB II-Bezugsquote und der hohen Gymnasialquote ablesen lässt. Der Anteil der Personen, die Grundsicherung im Alter beziehen ist mit 12,6 Prozent fast dop- pelt so hoch wie im gesamtstädtischen Durchschnitt (7,6 Prozent). Die Kennzahlen lassen deutliche Handlungsbedarfe im Bereich der früh ansetzenden Hilfen für alle Altersgruppne im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf erkennen. Eine geringe gesellschaftliche und gesellschaftspol itische Teilhabe spiegelt sich unter ande- rem in der geringen Wahlbeteiligung in den Stadttei len Bickendorf und Ossendorf wider. Die Wahlbeteiligung lag bei der Kommunalwahl 2014 deutl ich unter der Wahlbeteiligung an der Landtagswahl 2012 und bei der Oberbürgermeisterwahl 2015 lag sie nochmal fast 10 Pro- zentpunkte niedriger. 34 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Tabelle 2: Wahlbeteiligung in Prozent Stadtteil Landtagswahl 2012 Kommunalwahl 2014 OB-Wahl 2015 Bickendorf, ein- schließlich Westend 49,2 39,7 32,1 Ossendorf 51,9 43,0 36,1 Gesamt Köln 59,3 49,7 40,3 Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik Die geringe Wahlbeteiligung kann auch Indikator für geringe Bildungsteilhabe und objektiv vorhandene oder subjektiv empfundene fehlende Mitwi rkungsmöglichkeiten sein. Daher kommt den aktivierenden Unterstützungsangeboten im Bereich Prävention, Bildung und Qualifizierung eine hohe Bedeutung zu. Sie bilden d urch eine niederschwellige Willkom- mensstruktur – auch in Verbindung mit der Sozialraumkoordination – eine gute Grundlage für die Entwicklung von Kooperationspartnerschaften zum Aufbau einer Präventionskette. Sie eröffnen Zugänge zu und für Menschen, die für das „ Regelsystem“ und unterstützende An- gebotsstrukturen häufig schwer erreichbar sind. Soziale Infrastruktur Im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf sind bereits eine Vielzahl von Angeboten etabliert, auf die mit diesem Programm aufgebaut wi rd. (Seite 26, Karte 4). Zu nennen sind insbesondere: − im Bereich der Regelangebote der Bildungs- und soz ialen Infrastruktur: Kindertages- einrichtungen, Familienzentren, Grundschulen, Jugendangebote, Migrationsberatung, Jobbörse, Interkulturelles Zentrum, Flüchtlingseinrichtung, − sowie Ergänzungsangebote im Bereich der Bildungs- und sozialen Infrastruktur: Frühförderung, Familienberatung, Jugendmigrationsdienst, Sozialberatung, Beratung / Vermittlung in Arbeit, Kleiderkammer, Lebensmittelausgabe. Von den Akteuren vor Ort werden allerdings erheblic he Defizite bei den formalen Bildungs- abschlüssen als auch in den Sprachkompetenzen insbe sondere junger Menschen gesehen. Durch den hohen Anteil an Personen mit Migrationsge schichte sind frühzeitig ansetzende präventive Maßnahmen zur Integration erforderlich. Hinzu kommt, dass zahlreiche Bewohnerinnen und Bewo hner gesundheitliche und soziale Problemlagen aufweisen, die nicht selten zu einer Sucht- oder einer psychischen Erkrankung führen. Damit einher geht häufig eine Einkommensver ringerung aufgrund von Früh- Verrentung oder SGB II und SGB XII Bezug. Nicht sel ten leben die Betroffenen aber auch sehr zurückgezogen, entziehen sich zunehmend famili ärer Verantwortung und / oder ver- meiden den direkten Kontakt nach außen. Die vorhandenen Angebote sollen als Teil der Präventionskette gezielt in die im Rahmen des Programms vorgesehenen Maßnahmen eingebunden werden und bilden eine „Brücke“ zum weitergehenden Hilfesystem. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 35 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.2 Öffentlicher Raum und Verkehr Ein Ziel der Stadtentwicklung in Köln ist es, durch die Verbesserung des öffentlichen Rau- mes und die Gestaltung des unmittelbareren Wohnumfe ldes, lebendige, bunte und generati- onsgerechte Quartiere für und mit den Kölnerinnen u nd Kölnern zu schaffen. Dies umfasst auch die Inwertsetzung bislang untergenutzter Fläch en. Durch die Schaffung von Räumen mit „guter“ Aufenthaltsqualität soll auch soziale Ausgrenzung vermieden und abgebaut wer- den. Insbesondere für einkommensschwächere Haushalt e stellt das unmittelbare Wohnum- feld, auch aufgrund ihrer oftmals geringeren Mobili tät, häufig einen zentralen Bezugspunkt dar. Wohnumfeld In den Zentren und Quartiersmittelpunkten der jewei ligen Stadtteile sind städtebauliche Defi- zite erkennbar. So verläuft das Stadtteilzentrum Bi ckendorf entlang der brachliegenden Flä- che südlich des Hochhauses Westcenter. Hier plant d ie GAG Immobilien AG die Bebauung des Rochusplatzes am Westcenter. Es sind rund 100 öffentlich geförderte Wohneinheiten mit einem Anteil an Flüchtlingswohnungen und gewerblich en Mietflächen vorgesehen. Die Bau- phase ist geplant von 2018 bis 2020.Der rechtskräft ige Bebauungsplan sieht hier bis zu 5- geschossige Gebäude mit einer Mischnutzung und eine n Marktplatz vor. Diese Planungs- grundlage ermöglicht als Option eine Neufassung des Ortseingangs und eine Aufwertung des Stadtteilzentrums mit Strahlkraft in den gesamten Sozialraum. Das Nahversorgungszentrum im Stadtteil Ossendorf is t räumlich nicht ausreichend gefasst, es fehlen Bereiche mit Aufenthaltsmöglichkeiten und leichte Querungsmöglichkeiten der Straßen. Der Quartiersmittelpunkt im Quartier „Westend“ befindet sich inmitten der Siedlung in zentraler Lage in einem Blockinnenbereich. Die Nutzung dieses Stadtraums als lebendiger Quartiersmittelpunkt gelingt nur unzureichend, die vorhandenen Einrichtungen, wie das Café Bickolo und die in geringer Anzahl vorhandenen Läde n sorgen nicht für eine ausreichende Belebung der mit Hochbeeten unzureichend gestalteten Platzfläche. Handlungsbedarf besteht zudem in der Verkehrssituat ion Mathias-Brüggen-Straße hinsicht- lich der Verbesserung der Raumqualitäten, der Aufen thaltsflächen für Fußgänger und der Förderung des Radverkehrs (Abbildung 11). 36 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 11: Situation Mathias-Brüggen-Straße Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Räumliche Barrieren werden insbesondere bei der Weg everbindung vom Quartier „Ossen- dorf-Nord“ (Siedlung Parsevalstraße) über die Siedl ung Ossendorfer Weg in das Quartier Westend deutlich. Mehrspurige Straßen verhindern di e Vernetzung der Quartiere (Teilbe- reich der Grünverbindung Innerer und Äußerer Grüngürtel). Insbesondere im Quartier Westend fallen mindergenut zte private Freiflächen auf. In Bicken- dorf und auch in Ossendorf sind qualifizierte private Wohnungsneubaumaßnahmen der städ- tischen Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien AG u nd der Wohnungsbaugenossen- schaft „Die Ehrenfelder“ geplant beziehungsweise werden bereits umgesetzt. Diese können positive Auswirkungen auf den städtischen Raum entwickeln. Darüber hinaus fehlen Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten im öffentlichen Raum. Die aktuell auf den motorisierten Verkehr ausgerichteten Straße nverkehrsflächen mit umfänglichen, teilweise freilaufenden Abbiegespuren führen seit J ahren zu sich stetig verschärfenden Nut- zungskonflikten mit den wichtigen Aufenthalts- und Fußwegebeziehungen der Anwohner und Anwohnerinnen innerhalb des Ortsteils. Ausgehend vo n örtlichen Planungsvorstellungen bietet sich hier die Möglichkeit zur partizipativen Entwicklung für eine den zukünftigen Anfor- derungen gerecht werdende Umplanung. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 37 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 12 - 13: Wohnsituation im Sozialraum Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 38 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 14: Aktion Nachbarschaft bei den Y- Häusern Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Begegnungsräume Es existieren im Sozialraum verschiedene Begegnungsstätten: • Familienhaus in Ossendorf, • Café Bickolo im Westend, • Familienprojekt „Füreinander – Miteinander“ des Ve edel e.V. und das • Seniorennetzwerk des Quäker Nachbarschaftsheimes. Das Café Bickolo ist hier als einzige offene Begegn ungsstätte im Westend zu nennen. Es wird mit einem niederschwelligen Beratungsangebot v on den Bewohnerinnen und Bewoh- nern gut angenommen. (Abbildung 15 und 16) Die Stadt Köln hat deshalb die Unterstützungsmöglichkeiten zur Finanzierung der Weiterfüh- rung dieser Einrichtung außerhalb des Programms „St arke Veedel – Starkes Köln“ geprüft. Rat der Stadt Köln hat aufgrund des festgestellten Bedarfs für die kommenden Jahre eine Basisfinanzierung für die Weiterführung der Arbeit der Einrichtung beschlossen. Im Jahr 2017 beträgt der städtische Zuschuss für das Café B ickolo 35.000 Euro, im Jahr 2018 36.000 Euro und ab dem Jahr 2019 37.000 Euro jährlich. 8 (Seite 26, Karte 4) 8 Vorlagen-Nummer 3978/2016 „Förderung der ökumenischen Begegnungsstätte Café Bickolo e.V. im Haushaltsjahr 2017“. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 39 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 15: Café Bickolo im Westend Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Abbildung 16: Gegenüber des Café Bickolo liegender Platz im Gebäudekomplex Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 40 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Spiel- und Bewegungsräume Für den kinderreichen Sozialraum nehmen Spiel- und Bewegungsräume einen wichtigen Stellenwert ein. Bedingt durch die wirtschaftlich e her problematische Situation vieler Fami- lienhaushalte, sind die mit Kosten verbundenen Frei zeitmöglichkeiten der Kinder und Ju- gendlichen deutlich eingeschränkt. Hier besteht ein größerer Bedarf an Freizeit-, Entwick- lungs- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche vor Ort, die keinen finanziel- len Aufwand mit sich bringen. Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungsräume und damit adäqua te Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können, ist die Neuerrichtung von attra ktiven, qualitativ guten und bedarfsorien- tierten sportlichen Angeboten dringend erforderlich . Kinder und Jugendliche sowie arbeitslo- se junge Erwachsene verbringen einen nicht unerhebl ichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich aufgrund fehlender Möglichke iten nicht nur auf den offiziell ausge- wiesenen Flächen. Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung im Ver bund mit anderen fördern Interaktion und leisten damit regelmäßig einen positiven Beitrag zu r Entwicklung von Kindern und Jugendli- chen. Die in diesen Zusammenhängen gemachten Erfahr ungen des sozialen Lernens kön- nen das Selbstbild von Jugendlichen positiv beeinfl ussen und insofern direkt oder indirekt einen Beitrag zur Kriminalitätsprävention leisten. Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind verstärkt niede rschwellige, kostenfreie Angebote für jedes Alter ohne Ausgrenzung im öffentlichen Raum b ereitzustellen. Aufgrund des hohen Anteils an Kindern und Jugendlichen und der aktuell insgesamt vier Flüchtlingsunterkünfte im Stadtteil Ossendorf besteht akut ein hoher Bedarf f ür Spiel- und Bewegungsräume. Vorge- sehen ist deshalb die Neugestaltung der Grünfläche Mühlenweg/Westendstraße für Trend- sportarten. Abbildung 17: Grünfläche im Westend Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 41 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mobilität Es gibt mit den Stadtbahnlinien 3 und 4 nach Bickendorf und ins Westend und mit der Linie 5 nach Ossendorf eine sehr gute Anbindung durch den Ö PNV (Öffentlicher Personennahver- kehr). Die Stadtbahn wird durch Buslinien ergänzt. Das Autobahnnetz ist für den motorisier- ten Individualverkehr über die Auffahrt- Bocklemünd und Longerich optimal erreichbar. Auch die motorisierte innerstädtische Erreichbarkeit ist über die angrenzende Venloer Straße im Westen und die Äußere Kanalstraße im Osten des Sozi alraumes grundsätzlich gut ausge- staltet. Eine leichte Einschränkung gilt für das Viertel Wes tend, hier erfolgt die Anbindung an den ÖPNV nur am Rand des Quartiers Westend über die Str aßenbahnlinien 3 und 4 an der Ven- loer Straße und der Buslinie 127 über die Mathias-Brüggen-Straße nach Ossendorf. Im Sozialraum sind grundsätzlich Radverkehrsanlagen vorhanden. Die Ausgestaltung und der bauliche Zustand der Radverkehrsanlagen weisen jedoch entsprechend der aktuellen rechtlichen Vorgaben und dem tatsächlichen Bedarf d es Radverkehrs einen Anpassungsbe- darf aus. In Wohnquartieren ist der Radverkehr inne rhalb der eingerichteten Tempo-30 Zo- nen im Mischverkehr zu führen. Der Sozialraum weist im Modal Split einen Radverkeh rsanteil von 16 Prozent in Bickendorf auf und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt im Stadtgebiet Köln (12 Prozent), wäh- rend Ossendorf mit 7 Prozent deutlich unter dem stä dtischen Durchschnitt liegt (vergleiche Kapitel 12, Tabelle Anhang 2). 42 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 6: Straßenanbindung des Sozialraums Bickendorf, Westend und Ossendorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 43 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.3 Wirtschaft Gewerbe und Industrie Der Sozialraum verfügt über ein Gewerbegebiet, das direkt südlich an das Stadtteilzentrum Bickendorf angrenzt. Das Gewerbegebiet weist auf se inen 49,1 Hektar Gewerbe- und 16,8 Hektar Industrieflächen vielfältige Nutzungen auf – im Randgebiet auch Wohnnutzung. Dar- über hinaus ist eine weitere Gewerbenutzung unter a nderem in Ossendorf (Siemens und IKEA) oder auch Bickendorf außerhalb des Gewerbegeb ietes vorhanden. Durch die private Unternehmerinitiative Ossendorf – „Butzweiler Hof“ ist die Unternehmerschaft mit dem nörd- lich an den Sozialraum angrenzenden Gewerbegebiet B utzweilerhof (breiter Branchenmix, rund 11.000 Arbeitsplätze in circa 400 Unternehmen) gut vernetzt. Darüber hinaus weist der Sozialraum mit 5,6 Hektar baureifen und 10,1 Hektar mittel- bis langfristigen zu aktivierende Gewerbeflächen die höchsten Potenziale auf. (Seite 26, Karte 4). Beschäftigungssituation Die angesiedelten Gewerbebetriebe bieten grundsätzlich Potentiale für die Beschäftigung im Sozialraum. Die Quote der sozialversicherungspflich tig Beschäftigten liegt mit 51,8 Prozent nur geringfügig unter dem städtischen Durchschnitt von 52,6 Prozent. Dabei fällt die Quote der SVP-Beschäftigten Frauen geringer (47,5 Prozent ; Stadt Köln 50,6 Prozent) und die der Ausländerinnen und Ausländer (39,4 Prozent; Stadt Köln 36,1 Prozent) höher aus. Die Quote der unter 25-Jährigen SVP-Beschäftigten von 34 Prozent ist auf deutlich höherem Niveau als die Gesamtstadt mit 29,1 Prozent. Insofern erfolgt hier eine positive Entwicklung. Der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Besch äftigten im Sozialraum konnte im Zeit- raum 2007 bis 2015 um 7,1 Prozent gesteigert werden . Und damit etwas mehr als der ge- samtstädtische Durchschnitt von 5,2 Prozent. Versorgung Durch die Stadtteil- und Nahversorgungszentren in Bickendorf und Ossendorf ist die Nahver- sorgung im Sozialraum insgesamt gut. Im Quartier We stend gibt es Versorgungsdefizite in der fußläufigen Nahversorgung, hier befindet sich lediglich ein Discounter. 6.4 Wohnen Gebäudestruktur und -Zustand Das Bild des Sozialraumes wird aus städtebaulicher Sicht geprägt durch mehrstöckige Wohnanlagen und die Hochhäuser Westcenter (400 Wohn ungen) als auch die Y – Häuser mit rund 600 Bewohnern und Bewohnerinnen. Das Gros der Wohnsiedlungen wurde in den siebziger und achtziger Jahren gebaut. Dazwischen l iegen Reihenhaussiedlungen und am östlichen Rand die Justizvollzugsanstalt (JVA) Osse ndorf. Wie bereits erläutert, konzentrie- ren sich die Problemlagen im Sozialraum auf einzeln e Siedlungsbereiche, insbesondere in der Siedlung Ossendorfer Weg („Y-Häuser“), Vitalish öfe und Parsevalstraße / Zamenhof- straße (mangelnde Integration, Verschuldung, Suchte rkrankungen), die sich mit baulichen Mängeln überlagern. Die äußerlich zumeist freundlich hergerichteten Fassaden, insbesonde- re der GAG Wohnsiedlungen, lassen in Teilen bestehe nden inseitigen Sanierungsbedarf oftmals nicht erkennen. Darunter leiden die Wohnqua lität und damit das Wohlbefinden der Bewohnerschaft. (Seite 45, Karte 8) 44 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 18: Ansicht der „Y Häuser“ Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Abbildung 19: hergerichtete Außenfassaden, hier:Parsevalstrasse Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 45 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Im Sozialraum befinden sich auch kleinteilige Gebäu destrukturen, teilweise von dörflichem Charakter geprägt. Größere sichtbare Mängel bei der Instandhaltung sind hier nicht festzu- stellen. Abbildung 20: kleinteilige Wohnbebauung im Sozialraum, hier: Zamenhofstrasse Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Eigentümerstruktur Die GAG Immobilien AG verfügt im Sozialraum über ci rca 4.300 Wohneinheiten (unter ande- rem in den Siedlungen Westend, Parseval Straße / Zamenhofstraße und Ossendorfpark) und ist ein starker Partner, mit dem bereits Kooperatio nsstrukturen bestehen. Weiterhin verfügen genossenschaftliche und gemeinnützige Wohnungsbauge sellschaften über Wohnungsbe- stände im Sozialraum, wie in Bickendorf die der Köl ner Gartensiedlung e.G. Die GAG Immo- bilien AG und die Kölner Gartensiedlung sind hier d ie größten Wohnungsbestandshalter im Sozialraum. Aufgrund der stabilen Eigentümerstruktur mit erkenn barem Instandhaltungsinteresse befin- den sich ständig Wohnungen und Häuserkomplexe in de r Modernisierung oder Sanierung bzw. Abriss und Neubau. Die Betreuung der Mieter un d Unterhaltung der Wohnungen befin- det sich daher auf einem relativ hohen Niveau. 46 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 21: Rosenhofsiedlung der GAG in Bickendorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Öffentlich geförderter Wohnungsbau Der Anteil der öffentlich geförderten Wohnungen (Ty p A) liegt sowohl in Bickendorf (19,5 Prozent) als auch in Ossendorf (28,5 Prozent) über dem städtischen Durchschnitt (6,8 Prozent). Wohnzufriedenheit Die Ergebnisse der Demografie Umfrage 2009 zeigen, dass die Zufriedenheit der Bewohner- schaft im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossend orf mit ihrer Wohnung hoch ist und damit sogar leicht über dem städtischen Durchschnit t liegt. Über 70 Prozent der Befragten geben an, mit ihrer Wohnung zufrieden oder sogar se hr zufrieden zu sein. Die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld im Programmgebiet fällt jedoch m it rund 60 Prozent geringer aus (sie- he Kapitel 12, Tabelle Anhang 7). Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 47 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zwischen den Wohnanlagen befinden sich vielfältige, teils wilde Grünbereiche, die eine Auf- lockerung der stark konzentrierten Bebauung im Quar tier bewirken. Auch kleinere Spielplät- ze befinden sich zwischen den Gebäuden der Wohnanla gen und tragen zu einer positiven Gestaltung der Häuserkomplexe bei. Abbildung 22: Spielplatz zwischen Wohnhäusern Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 48 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.5 Ökologie und Klima Für eine nachhaltige und präventive Stadtentwicklung sind der Klimaschutz wie zum Beispiel die Förderung guter Umweltbedingungen zentral. Insb esondere Städte sind durch ihren ho- hen Versiegelungsgrad sowie höhere Umweltbelastunge n durch Verkehr und Industrie be- sonders von Klimafolgen, wie zum Beispiel Hitzeperi oden, aber auch von schlechten Um- weltbedingungen, wie mangelnde Grün- und Erholungsflächen, Lärm- oder Luftschadstoffbe- lastung betroffen 9. Die kombinierte Betrachtungsweise von ökologischen, klimatischen sowie sozialen und ge- sundheitlichen Aspekten wird in Deutschland seit ei nigen Jahren verstärkt unter dem Stich- wort „Umweltgerechtigkeit“ 10 diskutiert. Im Vordergrund des Ansatzes steht dabe i das prä- ventive Ziel, umweltbezogene gesundheitliche Beeint rächtigungen zu vermeiden und zu be- seitigen. Weiter verfolgt wird der Gedanke auch im Zusammenhang mit der „Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen“ und dem damit verbunden integrativen Ansatz zum Ab- bau von sozialen Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Stadtquartieren. Grün- und Freiflächen Im Sozialraum sind verschiedene kleinere Grünflächen und Spielplätze vorhanden. Mit 9,6 Quadratmeter Grün- und Erholungsflächen je Einwohnerin und Einwohner bewegt sich der Sozialraum im Vergleich zum weiteren Progr ammgebiet im Mittelfeld. Hervorzuhe- ben ist die Tatsache, dass drei Grünzüge von versch iedenen Richtungen an den Sozialraum grenzen und somit die Möglichkeit der weiteren Grün vernetzung bieten. Im Nordwesten der Grünzug Ossendorf und im Westen der Grünzug Vogelsa ng. Von Süden führt der Grünzug Takufeld bis nach Ossendorf und Bickendorf Mitte hi nein. Dort bildet der Rochuspark die zentrale Grünanlage im Quartier. Innerhalb eines 50 0 Meter Radius betragen die Grün- und Erholungsflächen somit 177,9 Quadratmeter pro Einwohnerin und Einwohner. Der Schwerpunkt der Maßnahmen im Handlungsfeld „ökologische und klimatische Situation“ für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendor f liegt daher in der Nutzbarmachung der Grünflächen und in den Bereichen Lärmschutz und Reduzierung der Luftemissionen, Umweltbildung sowie der Anpassung an den Klimawande l. Dies wird im Folgenden näher erläutert: Lärm- und Schadstoffbelastung In einer dicht besiedelten Stadt wie Köln ist die H auptquelle der Luftemission der Straßen- verkehr. Kritische Belastungen werden im Wesentlich en für die Luftschadstoffe Feinstaub 9 Die im Folgenden durchgeführten flächenbezogenen Analysen und Berechnungen beziehen sich ausschließlich auf bewohnte Stadtquartiere. Größere Gewerbe- oder Grünflächen wurden aus der Berechnung herausgenommen, um die Werte nicht zu verzerren. 10 „Umweltgerechtigkeit wird als normatives Leitbild verstanden, das auf die Vermeidung und den Ab- bau der sozialräumlichen Konzentration gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen sowie die Gewähr- leistung eines sozialräumlich gerechten Zugangs zu Umweltressourcen ausgerichtet ist.“ Böhme, C., Preuß, Th. u. C. Bunge (2014): Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum – Erfolgsfaktoren für eine Implementierung im kommunalen Handeln. Umid 2, S. 5-10, S. 6. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 49 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und Stickstoffoxide festgestellt 11 . Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf liegt innerhalb der 2008 eingeführten und 2012 erweiterten Umweltzone. Auch Lärm stellt insbesondere in großen Städten ein zentrales Umweltproblem dar. Bei der hier durchgeführten Analyse der Sozialräume wurden nicht alle Lärmbelastungen betrachtet, sondern nur die Bereiche, die erhebliche Belastunge n aufweisen. Zumeist wurde bei den nachfolgenden Auswertungen auf die in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der EU- Umgebungslärmrichtlinie definierten Auslösewerte Be zug genommen 12 . Gegenstand dieser Richtlinie sind Straßen-, Flug- und Schienenverkehr slärm sowie durch Industrieanlagen und große Hafenanlagen ausgelöster Lärm. In Bezug auf die Luft- und Schadstoffbelastung lassen sich hauptsächlich drei Belastungszo- nen ausmachen: − Die Vitalisstraße zwischen der Kleingartensiedlung im Westen und der Kreuzung Vo- gelsanger Straße, − die Venloer Straße zwischen der Ecke Akazienweg un d der Kreuzung Äußere Kanal- straße, sowie − die Subbelrather Straße zwischen der Straße An der Buchenhecke und ebenfalls der Kreuzung zur Äußeren Kanalstraße. Von Lärm sind insbesondere die Belastungsachsen − Venloer Straße (von Äußerer Kanalstraße bis Häusch ensweg) und − Subbelrather Straße (von Äußerer Kanalstraße bis S andweg) betroffen. (vergleiche Kapitel 12, Anhang 8). 11 Erläuterungen zur Erhebung von Luftqualität und Schadstoffbelastung können dem Kapitel 12 Anhang 9 bis 13 entnommen werden. 12 Erläuterungen zur Erhebung von Lärmbelastungen nach EU-Umgebungslärmrichtlinie können dem Kapitel 12 Anhang 13 entnommen werden. 50 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 7: Übersichtskarte zur Lärm-, Schadstoff- und Wärmebelastung Quelle: Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 51 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ In Screeningberechnungen wurden im Sozialraum bezüg lich der Schadstoffbelastungen als Belastungsschwerpunkte die folgenden vielbefahrenen Hauptverkehrsstraßen identifiziert: • Vitalisstraße ab Ecke Vogelsanger Straße in Richtu ng Vogelsang, • Außerhalb des Sozialraumes der Maarweg, von dem di e stadtauswärts führende Venloer Straße und die Subbelrather Straße hoch bel astet sind. (Genaueres siehe Abschnitt Stadtklima) Stadtklima Durch eine systematische Untersuchung des Kölner St adtklimas wird deutlich, dass es zu- künftig in Köln heißer wird und Wetterextreme (Star kregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergre ifen, um sich dem Klimawandel anzu- passen. Die Betroffenheit oder Anfälligkeit eines Stadtgebietes ergibt sich zum einen aus der klimatischen Belastung (zum Beispiel durch Hitze) u nd zum anderen aus der Sensitivität der dortigen Stadtbewohnerinnen und –bewohner (über 65 Jahre). Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeitigen kli- matischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zuneh men und die Zahl der heißen Tage kann sich verdoppeln. In den dicht bebauten Stadtqu artieren gibt es nur wenige wirksame Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte zu schaffen. Dur ch die Versickerung von Regen- wasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnte die Ent- siegelung und Bepflanzung von gepflasterten und bet onierten Stellplätze, Höfe, Vorgärten oder Garagenauffahrten zur klimatische Abmilderung beitragen. Der Anteil versiegelter Fläche beträgt im Sozialrau m Bickendorf, Westend und Ossendorf 45,2 Prozent und bietet daher Entsiegelungspotenzia le, die es noch genauer zu definieren gilt. Der Klimawandel und die Zunahme an Tagen mit hohen Temperaturen im Sozialraum erfor- dern ein frühzeitiges Informieren zum Umgang mit Hi tze von vor allem Eltern, Kindern sowie älteren und gesundheitlich eingeschränkten Menschen. Bei Hitzeperioden wurden allgemein höhere Sterberat en gemessen. Das wärmere Stadtkli- ma führt zu erhöhten gesundheitlichen Belastungen u nd Risiken. Zusätzlich führen Hilfebe- dürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausrei- chende Flüssigkeitsversorgung und -aufnahme unterlassen werden. Auffällig hoch ist die gemessene - und zukünftig zu erwartende - Wärmebelastung im Sozial- raum. Fast die Hälfte aller hier wohnenden Bewohner innen und Bewohner leben in sehr hoch belasteten Siedlungsgebieten (44 Prozent). Kli maaktive Freiflächen sind in diesem Raum keine vorhanden. 52 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 53 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 7. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe In der Gesamtschau ergeben sich im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf deutli- che Handlungsbedarfe über alle Handlungsfelder hinweg, wobei die heterogene Ausgangssi- tuation im Sozialraum handlungsleitend sein muss. Tabelle 3: Stärken-Schwächen-Analyse und Ableitung der Handlungsbedarfe im Sozi- alraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Ist-Analyse Stärken / Potenziale Herausforderungen Handlungsbedarf Demographi- sche, soziale und Bil- dungs- situation Kulturelle Vielfalt Hohe Kreativität das Leben zu meistern Bürgerschaftliches En- gagement teilweise vor- handen Räumlich konzentrierte Problemlagen mit deutli- chen Aktivierungsprob- lemen Hoher Anteil von SGB II Bezieher und Beziehe- rinnen, insbesondere im Westend Unterdurchschnittliche Bildungsteilhabe Optimierung präventiver integrier- ter Angebotsstrukturen mit Lü- ckenschluss, speziell für Kinder und Jugendliche Aktivierung und Empowerment, vor allem von SGB II Bezieherin- nen und Beziehern Verbesserter Zugang zu Bil- dungsangeboten Wirtschaft Gut erschlossenes Ge- werbegebiet Hoher Anteil von Lang- zeitarbeitslosen, insbe- sondere im Westend Aktivierung und Empowerment von Langzeitarbeitslosen Wohnen Hoher Anteil öffentlich geförderter und damit preiswerter Wohnungen. Bestehende Kooperati- onsstrukturen mit der GAG Insgesamt gute Nahver- sorgung Wohnquartier Westend (unter andrem Y- Häuser) Nahversorgungsdefizite im Westend Aktivierung und Empowerment der Mieter im Westend Stärkung des Verantwortungsbe- wusstseins der Bewohner und Bewohnerinnen für ihr Wohnquar- tier / Verbesserung des Wohnum- feldes Ökologische / klimatische Situation Gebiet verfügt über klei- nere Grünflächen und Spielplätze Ossendorfpark als Po- tenzialfläche Vernetzung von Grün- flächen fehlt Mindergenutzte Grün- flächen Hohe Wärmebelastung Grünflächen aufwerten Spiel- und Bewegungsräume schaffen Informations- und Beratungsan- gebote zum Klimawandel schaf- fen Öffentlicher Raum Weitgehend gepflegtes Wohnumfeld Qualifizierte Wohnungs- neubaumaßnahmen der GAG und anderer Priva- ter wirkt sich positiv auf den öffentlichen Raum aus Sehr gute ÖPNV- Anbindung und Anbin- dung an den MIV Gebiet profitiert von räumlicher Nähe zum „In- Viertel“ Ehrenfeld Mangel an Begegnungs- räumen Zentren und Quartiers- mittelpunkte mit unzu- reichender Aufenthalts- qualität Defizitäre Verkehrssi- tuation in der Mathias- Brüggen-Straße Gestaltung und Erhalt von Be- gegnungsräumen Maßnahmen zur Wohnumfeld- verbesserung (Müllproblematik) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 54 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 8. Ziele und Handlungsfelder Den Rahmen für die Ziele des Programms „Starke Veed el – Starkes Köln“ und damit auch für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendor f bildet das im Aufruf des Landes Nordrhein-Westfalen vom 10.02.2015 „Starke Quartiere – starke Menschen“ enthaltene Ziel der nachhaltigen Quartiersentwicklung sowie der Bek ämpfung von Armut und Ausgrenzung. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens „…will die Armutsvorbeugung und die Entwick- lung von Präventionsketten unterstützen, mit denen die unterschiedlichen Zielgruppen er- reicht, Hilfen insbesondere im Lebens- und Sozialra um der Menschen angeboten und die Lebenslagen berücksichtigt werden. Dabei soll insbe sondere die frühzeitige Förderung von Kindern und Familien in den Blick genommen werden.“ (vergleiche Aufruf des Landes Nord- rhein-Westfalen vom 10.02.2015, Seite 4). Die im Aufruf des Landes enthaltenen Ziele, die in der Bestandsanalyse identifizierten Stär- ken und Schwächen sowie die sich daraus ergebenden Handlungsbedarfe bilden die Grund- lage für die Zielsetzung für das Programm „Starke V eedel – Starkes Köln“. Daher wird fol- gendes Leitziel festgelegt: „Verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im Programmgebiet“ Dieses Leitziel entspricht dem des Programms „Lebenswerte Veedel“, knüpft gleichzeitig an die vom Stadtvorstand beschlossenen „Europa-2020-St rategie“ der Stadt Köln an und gibt die langfristige Zielrichtung für das Programmgebiet vor. Die Operationalisierung des Leitziels für die strat egische und für die operative Ebene erfolgt durch einen Top-Down-Ansatz. Die sich aus der Stärk en-Schwächen-Analyse ergebenden Schwerpunkte für Handlungsbedarfe und -prioritäten wurden mit den Entwicklungsvorgaben des Leitziels des Programms gespiegelt, so dass sic h im Ergebnis folgende fünf Handlungs- felder, die das Programm themenspezifisch ausrichten, ergeben: 1. Früh ansetzende Hilfen 2. Wirtschaft und Qualifizierung 3. Wohnen 4. Öffentlicher Raum 5. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltu ng und Lärmminderung Bevor für diese Handlungsfelder die strategischen u nd operativen Ziele erarbeitet werden konnten, wurden die aus dem Aufruf vorgegebenen Que rschnittsziele, die für das gesamte Programm gelten und beachtet werden müssen, in das Zielsystem eingebracht. Hierbei han- delt es sich um folgende Ziele: − Gleichstellung von Männern und Frauen − Nichtdiskriminierung (Chancengleichheit / Barriere freiheit) − Nachhaltigkeit Die Stadt Köln hat diese Querschnittsziele um die z wei Ziele „Verbesserte Teilhabe und Mit- wirkung“ sowie „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“ ergänzt. Dabei geht es um die Fra- ge, wie Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus unter Beteiligung der dort aktiven Akteure und lebenden Menschen erfolgen kann. Ziel ist, die sozialraumorientierte Ausrichtung des Handelns sowohl in der Verwaltung als auch bei den Akteuren und den unterschiedlichen Zielgruppen in den Sozialräumen zu verankern. Der Z ielgruppenbezug steht dabei im Mittel- punkt des Handelns. Die Umsetzung dieser Querschnittsziele im Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung und berücksichtigt Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 55 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ gleichzeitig alle Querschnittsziele des Aufrufs. In sbesondere die Nachhaltigkeit wird durch die aktivierende und teilnehmende Form der Stadtentwicklung gefördert. Im nächsten Schritt wurden für die fünf Handlungsfe lder strategische Ziele festgelegt. Sie beschreiben den angestrebten Zustand, der in den fü nf Handlungsfeldern erreicht werden soll. Tabelle 4: Handlungsfelder und Strategische Ziele Nr. Handlungsfeld Strategische Ziele 1 Früh ansetzende Hilfen − Verbesserte Bildungsstrukturen und erhöhtes (Aus-) Bil- dungsniveau − Verbesserte gesundheitliche Situation 2 Wirtschaft und Qualifizie- rung − Gefestigte und verbesserte Erwerbsfähigkeit sowie erhöhte Erwerbstätigkeit − Strukturell verbesserte wirtschaftliche Situation 3 Wohnen − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn- und Lebensumfeld − Gefestigte und gestärkte Wohnfunktion 4 Öffentlicher Raum − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn- und Lebensumfeld 5 Umweltgerechtigkeit - Kli- maschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn- und Lebensumfeld − Umweltgerechteres und klimaangepasstes Leben Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Um die strategischen Ziele für die Entwicklung von Maßnahmen zu operationalisieren, wur- den insgesamt 14 operative Ziele definiert. Sie kön nen nicht trennscharf für die einzelnen Handlungsfelder festgelegt werden, da sie aufgrund des integrativen Ansatzes ihre Wirkung vielfach über mehrere Handlungsfelder hinweg entfal ten. Die strategischen Ziele hingegen können – bis auf eine Ausnahme (Lebenswertes und ök ologisch gerecht gestaltetes Wohn- und Lebensumfeld) – eindeutig einem Handlungsfeld zugeordnet werden. Deshalb sind die operativen Ziele im Zielsystem meh reren Handlungsfeldern zugeordnet. Besonders deutlich wird der integrative Ansatz bei den Handlungsfeldern „Früh ansetzende Hilfen“ und „Wirtschaft und Qualifizierung“. Hier wirken die operativen Ziele in der Regel in beiden Handlungsfeldern. Dies entspricht unter ande rem dem Ziel, im Programmgebiet Bi- ckendorf, Westend und Ossendorf eine Präventionsket te aufzubauen. Ähnliche starke Ziel- wirkungszusammenhänge sind auch bei den Handlungsfe ldern „Öffentlicher Raum“ und „Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung“ festzustellen. Die operativen Ziele dieser beiden Handlungsfelder wirk en darüber hinaus auch noch im Hand- lungsfeld „Wohnen“. Um die festgelegten Ziele erreichen zu können, wurden Maßnahmen für die Handlungsfelder entwickelt, die einen erkennbaren Beitrag zur Ziele rreichung leisten. Die Zielfestlegung wird in der ausführlichen Maßnahmenbeschreibung deutlich . Zusätzlich werden Ziele für jede Maßnahme definiert, deren Erreichung durch festgele gte Indikatoren über ein Controlling gemessen wird. Sowohl die maßnahmenbezogenen Ziele als auch die entsprechende Zu- ordnung der Maßnahmen zu den operativen Zielen sind in den Maßnahmenbeschreibungen dokumentiert. 56 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Entwicklung des Zielsystems erfolgte in Abstimm ung mit den beteiligten Fachämtern . Damit sind alle relevanten fachlichen Anforderungen in der Strategie- und Zieldiskussion berücksichtigt. Das Zielsystem bildet den Konsens für die zukünftige Entwicklung des Sozial- raumes und ist damit Grundlage für alle notwendigen im Integrierten Stadtentwicklungskon- zept enthaltenen Maßnahmen. Für das gesamte Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ergibt sich das folgende Zielsys- tem (vergleiche Abbildung 27). Die für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Osse ndorf vorgesehenen Maßnahmen bil- den entsprechend der örtlichen Bedarfssituation ein en Beitrag zur Erreichung der Ziele des ISEKs (vergleiche Abbildung 2). Auf Grundlage der abgeleiteten spezifischen Handlun gsbedarfe werden nicht in jedem Sozi- alraum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt. Die fol gende Übersicht verdeutlicht, zu wel- chen operativen Zielen die Handlungsansätze Bickend orf, Westend und Ossendorf einen besonderen Beitrag leisten (grün hervorgehoben). Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 57 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 22 : Zielsystem des Programms „Starke Veedel - Starkes Köln" Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 58 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 23:Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf: Beitrag der Maßnahmen zur Erreichung der operativen Ziele Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 59 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 9. Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Bic kendorf, Westend und Ossendorf Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf we ist durchgängig besondere Entwick- lungsbedarfe auf, deren Verringerung oder Behebung durch geeignete Maßnahmen zur Sta- bilisierung und Aufwertung im öffentlichen Interess e und besonders auch im Interesse der dort lebenden Menschen liegt. Dem besonderen Entwic klungsbedarf dieses Sozialraumes wird mit dem vorliegenden Integrierten Stadtentwick lungskonzept durch eine aufeinander abgestimmte Bündelung von investiven und sonstigen Maßnahmen entsprochen. Damit erfüllt der Sozialraum die grundlegenden Anfo rderungen des Besonderen Städtebau- rechts im Baugesetzbuch zur Festlegung von Gebieten der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e Baugesetzbuch (BauGB). Der Einsatz und die Absicherung staatlicher Fördermittel im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf erfordert die Festlegung einer geeign eten „Fördergebietskulisse“ gemäß Baugesetzbuch. Aufgrund der Ausgangslage, den Entwi cklungszielen und dem integrierten Maßnahmen- beziehungsweise Stadtentwicklungskonzept ist hierfür die Festlegung des So- zialraums als Gebiete der „Sozialen Stadt“ geeignet und zielführend. Die Alternativen des Baugesetzbuches – Sanierungsgebiete zum Beispiel St adtumbaugebiete – sind nicht ent- sprechend anwendbar. Nachdem Nordrhein-Westfalen bereits 1994 Gebiete de r „Sozialen Stadt“ für „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ in der landesseitigen Städtebauförderung eingeführt hat, wurde dieser Gebietstypus als „Fördergebietskulisse“ 2004 mit einer Novellierung des Städ- tebaurechts mit dem neuen § 171e „Maßnahmen der Soz ialen Stadt“ ins Baugesetzbuch eingefügt. Bezüglich des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sind neue Gebiete der „Sozialen Stadt“ durch Ratsbeschluss festzulegen. Dies gilt auch für den Sozialraum Bicken- dorf, Westend und Ossendorf. Ein entsprechender Bes chluss des Rates der Stadt Köln zur Festlegung des Sozialraumes als Gebiet der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171 E Abs. 3 Bauge- setzbuch (BauGB) erfolgte am 20.12.2016. Unmittelbare finanzielle Auswirkungen ergeben sich aus der Festlegung der Gebiete der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e BauGB nicht. Diese Festlegung ist vielmehr eine Vorausset- zung für die Inanspruchnahme insbesondere von Bunde smitteln, jedoch ohne Ansprüche hierauf zu manifestieren. In § 171e Absatz 6 Bauges etzbuch heißt es, das die §§ 164a und 164b (Einsatz von Städtebauförderungsmitteln) im „S oziale-Stadt-Gebiet“ entsprechend an- zuwenden sind, womit ein Einsatz von Städtebauförde rungsmitteln wie in Sanierungsgebie- ten ermöglicht wird. Der Beschluss über die Gebietsfestlegungen ist ortü blich bekanntzumachen. Rechtliche Wir- kungen für die ansässige Bevölkerung, Eigentümer, W irtschaft und sonstige Personen im festgelegten Gebiet ergeben sich (im Unterschied zu r förmlichen Festlegung eines Sanie- rungsgebietes nach § 142 Baugesetzbuch) nicht. Entsprechend den Maßgaben des § 171e Baugesetzbuch folgt die Abgrenzung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf den räumlichen Festlegungen des städtischen Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraum- orientierung in Köln“. Großflächige Gewerbe- und Industriegebiete ohne str ukturelle Umbrüche wurden dement- sprechend bei der Gebietsabgrenzung grundsätzlich n icht berücksichtigt. Außerdem wurden teilweise die Grenzen der Sozialräume in der Abgren zung der Gebiete der „Sozialen Stadt“ arrondierend begradigt. 60 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Aus dem Gebiet des Sozialraums werden dabei die im Wesentlichen landwirtschaftlich ge- nutzten Flächen ausgenommen. Das so abgegrenzte Soz iale-Stadt-Gebiet Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf ist rund 277 Hektar groß. Festlegung des Gebiets der „Sozialen Stadt“ Bickendorf, Westend und Ossendorf Entsprechend den in Kapitel 2.4 dargestellten Anfor derungen werden die Wohn- und Misch- gebiete des Sozialraums Bickendorf, Westend und Oss endorf in nachfolgender Karten- abbildung festgelegt. Aus dem Gebiet des Sozialraums werden dabei ausgeno mmen das Gebiet der Justizvoll- zugsanstalt Köln-Ossendorf (deren Neubau mit teilwe iser Überplanung bisheriger Dienst- wohnungen geplant ist) sowie das Gewerbe- und Indus triegebiet Bickendorf, südlich Venloer Straße bis zum Maarweg, in dem keine Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon- zeptes verortet werden können. Das so abgegrenzte, im Bereich der Äußeren Kanalstr aße begradigte Soziale-Stadt-Gebiet Bickendorf, Westend und Ossendorf ist rund 277 Hektar groß. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 61 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 8: Gebiet der „Sozialen Stadt“ Bickendorf, Westend und Ossendorf Festlegung entsprechend des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 Stand Dezember 2015 62 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10. Maßnahmen für den Sozialraum Abgeleitet aus der Stärken-Schwächen-Analyse und de n sich daraus ergebenden Hand- lungsbedarfen, liegen die Schwerpunkte der Maßnahmen im Bereich der Prävention und hier bei den Themenfeldern „Früh ansetzende Hilfe“ und „Qualifizierung“. Die damit verbundenen Angebotsstrukturen sind regelmäßig gebietsübergreifend angelegt. 10.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präv entionskette Bei allen ausgewählten Maßnahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde darauf beachtet, dass nur solche entwickelt und zur Umsetzung vorgeschlagen werden, die einen Beitrag zur Präventionskette leisten und best ehende Lücken schließen. Unter der kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote verstanden werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen von Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen aller Altersgruppen erforderlich sind. Dabei wird ein be- sonderes Augenmerk auf die Zielgruppe der Kinder un d Jugendlichen und auf die einzelnen Schnittstellen im Hilfesystem gelegt. Diese Übergän ge gilt es unter besonderer Beachtung der Bedarfe vor Ort zu gestalten. Zentral ist dabei die zielgruppenspezifische Betrac htung. So werden beispielweise die im Rahmen der Bedarfsanalyse festgestellten Unterstütz ungsnotwendigkeiten für Kinder und Jugendliche in den Maßnahmen zu früh ansetzenden Hi lfen berücksichtigt, die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren wird unter anderem dur ch die Aktivierungsmaßnahme wie „Zuhause im Veedel“ (Projekt Nummer 5.0.2 Modul A) unterstützt. Bereits bestehende Präventionsansätze In der Stadt Köln gibt es bereits eine Vielzahl an Präventionsangeboten für Kinder und Ju- gendliche. Diese reichen von der Kindertagesbetreuung der unter 3-Jährigen über die Offene Ganztagsschule im Primarbereich bis hin zu weiterführenden gebundenen Ganztagsschulen. In diesen Bereichen hat die Stadt Köln in den vergangenen Jahren erhebliche auch finanziel- le Anstrengungen unternommen mit dem Ziel, die Betr euungsquote deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus verfügt die Stadt Köln über umfassen de Hilfesysteme in verschiedenen Handlungsfeldern (zum Beispiel Weiterbildung/Grundb ildung, Arbeitsmarkt- und Beschäfti- gungsförderung, Freizeit, Integrations-, Gesundheit s- und Sportförderung), die sich an ver- schiedene Zielgruppen richten (Kinder und Jugendlic he, Familien, kranke und behinderte Menschen, Seniorinnen und Senioren, Flüchtlinge und Zuwanderer, Arbeitslose, Wohnungs- lose und vom Wohnungsverlust bedrohte Menschen, Lei stungsempfängerinnen und Leis- tungsempfänger, Eltern und Alleinerziehende). Die bestehenden Hilfesysteme sind durchweg präventiv ausgerichtet. Für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen verfolgt die Stadt Köln eine „Doppelstrategie“: 1. Es wird entschieden in die Regelsysteme der Bild ung investiert, um die Bildungs- und Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern. 2. Die Stadt Köln kommt der zentralen Maxime städti scher Armutsbekämpfung in einem sozialräumlichen Bezug, „Ungleiches ungleich behand eln“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bildung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade solche Einrich- tungen und Angebote noch einmal verstärkt, die viel en Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslagen verbesserte Bildungs- und Entwicklungschancen er- öffnen. Mit Blick auf die Präventionskette lässt sich festh alten, dass es in der Stadt Köln eine Viel- zahl guter und die Zielgruppen erreichende Ansätze gibt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 63 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kinder und Jugendliche Das über die entsprechende Bundesinitiative in Köln etablierte „Netzwerk frühe Hilfen“ mit seinen Kinderwillkommensbesuchen und Familienhebamm en kann als das erste Glied der kommunalen Präventionskette der Stadt Köln angesehe n werden. Einen weiteren Baustein im Wirkungsbereich des Übergangs von der Schule in den Beruf stellt das in Köln umgesetz- te Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ dar. In Köln werden des Weiteren die Bausteine „Kindertagesbetreuung – Familienzentren, plusKITA, Sprachförderung“ und „Ganztagsschulen – Offene Ganztagsschulen im Primar bereich und gebundene Ganztags- schulen im Sekundarbereich“ stark akzentuiert, zum einen in ihrer Breitenwirkung für alle Kölner Eltern und Kinder, zum anderen „in der Tiefe“ zur Verbesserung von Bildungschancen in Stadtgebieten mit erhöhtem Armuts- und Bildungsrisiko. Schulsozialarbeit wird – wie ange- führt – (als knappes Gut) insbesondere nach Kriteri en der sozialen Benachteiligung, der In- klusion und der Integration eingesetzt. Ältere Menschen Auch im Arbeitsfeld „Senioren“ ist die Präventionsk ette seit langem etabliert. Wichtige Ket- tenglieder sind beispielsweise: offene Mitmach-Ange bote in Bürgerzentren und Senioren- Netzwerken, Informationsarbeit über das Monatsmagazin „KölnerLeben“ oder eine Informati- onskarte („rote Info-Karte“) für alle neun Stadtbez irke mit allen wichtigen Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Seniorin nen und Senioren, verschiedenste Formen der Beratung, Angebote in der Wohnung, Entla stungsangebote für pflegende Ange- hörige, Stationäre Hilfen sowie Hospize. Die Ketten glieder vernetzen sich an sogenannten „Runden Tischen“ in den Bezirken. Hier besteht Intensivierungsbedarf. Gesundheit Dem Thema Gesundheit als Grundlage für Bildungschan cen sowie sozialer und beruflicher Teilhabe wird in Köln ebenfalls ein hoher Stellenwe rt eingeräumt. So gibt es ein differenzier- tes Angebot an Gesundheitsförderung und ein sehr br eit aufgestelltes ambulantes und stati- onäres Versorgungssystem. Die Stadt Köln begleitet und unterstützt seit Jahren kontinuier- lich die Weiterentwicklung sowie die Abstimmung und Evaluation der Gesundheitsförderpro- jekte in Köln, unter anderem im Rahmen der kommunal en Gesundheitskonferenz sowie in ressortübergreifender Zusammenarbeit im Bereich Ges undheit mit anderen Schwerpunkten wie Kinder und Jugendhilfe, Schule, Soziales, Senio rinnen und Senioren. Bei Kindern wird zum Beispiel „Gruppenprophylaxe“ für die Zahngesundheit in Kindertageseinrichtungen und Schulen vom Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes im Auftrag des „Kölner Arbeitskreis Zahngesundheit“ durchgefüh rt. Darüber hinaus wurden von der Stadt Köln, dort wo an Nahtstellen zum Versorgungss ystem Lücken auftreten, sozialkom- pensatorische Angebote eingerichtet, wie beispielsw eise im Rahmen der oben erwähnten Frühen Hilfen. Diese Angebote sind niederschwellig konzipiert und erreichen gezielt auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Ebenso gibt es bedarfsorientiert Einrichtungen für Erwachsene wie beispielsweise sozialpsychiatrische Angebote, Suchtberatungsstellen und Präventionsangebote für Seniorinnen und Senioren. Trotz dieses bereits engmaschig angelegten Systems der Gesundheitsförderung leben in Köln Menschen, die davon noch nicht erreicht werden und daher gezielt Angebote wie zuge- hende Hilfen oder Gesundheitslotsen benötigen, um mit dieser Unterstützung der Weg in das System der Gesundheitsförderung und -versorgung und zu dem für sie geeigneten Angebot zu finden. Arbeitsmarktintegration Im Bereich der Arbeitsmarktintegration bestehen ebe nfalls vielfältige Angebote für die unter- schiedlichen Zielgruppen, die immer wieder überprüft und an sich verändernde Bedarfslagen 64 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ angepasst werden. Neue Beratungsansätze des Jobcenters Köln wie zum Beispiel der „Work First Ansatz“ bei „befit4job“, einem 6-wöchigen Intensivprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene, sozialraumorientierte Beratung wie bei „U25 Hotspot Chorweiler“ oder das U25-Angebot „moDUle“ bieten Jugendlichen individuel le Möglichkeiten der Weiterentwick- lung und Integration in den Ausbildungs- oder Arbei tsmarkt. Weitere beispielhafte Angebote für Jugendliche sind die Jugendbüros, die Fachberat ung, Joblinge, die Joblotsen U25 und ein Eingliederungscoaching. Zudem setzt jeder der J obcenter-Standorte in den Stadtbezir- ken auf Netzwerkarbeit im Sozialraum, um die Jugend lichen dort bestmöglich zu erreichen. Dabei geht es neben der Integration in den Arbeitsmarkt auch um soziale Integration. Für die Zielgruppe der Alleinerziehenden werden spe zifische Beratungsangebote und Maß- nahmen vorgehalten, zum Beispiel „Alleinerziehende im Aufbruch“, Betriebliche Einzelum- schulung für Alleinerziehende, Projekte für alleine rziehende Migrantinnen sowie das Projekt ‚NAVI‘ (Nachhaltige Aktivierung-Vermittlung-Integration) für Erziehende. Für Langzeitleistungsbeziehende mit multiplen Vermi ttlungshemmnissen (zum Beispiel feh- lende Qualifikation, gesundheitliche oder familiäre Probleme, fehlende Motivation) gibt es weitere, zum Teil sehr niederschwellige Angebote, d ie eng mit den kommunalen Eingliede- rungsleistungen nach § 16a SGB II verbunden sind. Das ganze Bündel der Maßnahmen wird individuell und passgenau genutzt und je nach Bedar f auf längere Zeit als Förderkette ange- legt, um die Integrationsfähigkeit schrittweis zu v erbessern mit dem Ziel, die Hilfebedürftig- keit zu verringern oder zu überwinden. Entwicklung einer Gesamtstrategie für eine kommunale Präventionskette Trotz des großen Engagements der Stadt im Präventio nsbereich ist Armut mit ihren unter- schiedlichen Ausprägungsformen und Folgewirkungen i nsbesondere bei Kindern, Jugendli- chen sowie Seniorinnen und Senioren im Programmgebi et weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die bislang auf- und ausgebauten präventiven Hilfsangebote haben offenbar Lücken, die mit dem vorliegenden Integrierten Stadtentwickl ungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ geschlossen werden sollen. Tabelle 5 zeigt die zentralen Bausteine der Kölner Präven- tionskette, untergliedert nach Zielgruppen, zentral en Handlungsfeldern, wichtigen Partnern, Angebotsstrukturen und Lücken, auf. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 65 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 66 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Tabelle 5: Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette (1) Zielgruppen / Lebenslagen Zentrale Handlungs- felder Wichtige Partner Angebotsstrukturen Lücken 0 bis 3 (Kita) Gesunde Kin- der, Frühe Förderung Familie, Famili- enzentren, Frühförderung, Gesundheits- amt, Jugendamt Frühe Hilfen, Clearing- stelle - Gesunde Zu- kunft für Kinder in Köln, Jusch, Familien- hebamme, KiWi, Hilfen zur Erziehung, Frühförderung, Kita U-3, Sprachliche Ent- wicklung Prävention durch Information, Erreich- barkeit der Zielgrup- pen, Sprach-und Kul- turmittler 3 bis 6 (Kita) Altersgerechte Entwicklung, Förderung der Erziehungs- kompetenz Familie, Famili- enzentren, Frühförderung, Gesundheits- amt, Jugendamt Kindertagesstätten, Frühe Bildung, Sprachförderung, Übergang Kita / Grundschule, Hilfen zur Erziehung, Schu- leingangsuntersu- chung Prävention durch Information, Erreich- barkeit der Zielgrup- pen, Sprach-und Kul- turmittler 6 bis 10 (Grund- schule) Erfolgreicher Bildungsteil- habe, Ge- sundheitser- ziehung, ge- sundheitliche Teilhabe Familie, Schule, OGS, Jugend- amt, Freizeitträ- ger, Gesund- heitsamt Schuleingangsunter- suchung, Sprachförde- rung, Elternmitwirkung in der Schule, Über- gang Grundschule Sek I, Hilfen zur Erziehung, Gesunde Ernährung, Lernpaten (intergene- rative Angebote), OGS plus Träger im Umfeld Schule Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und Gesundheitsförde- rung, Sprach- und Kulturmittler 10 bis 16 (Sek. I) Erfolgreicher Bildungsteil- habe und Er- weiterung der Teilhabe- chancen Familie, Schule, OGS, Jugend- amt, Freizeitträ- ger Elternmitwirkung in der Schule, Hilfen zur Er- ziehung, Freizeitange- bote, Suchtprävention, Berufswahlorientie- rung, KAoA, Übergang Schule / Ausbildung, Lernpaten (intergene- rative Angebote), OGS plus Träger im Umfeld Schule Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und gesundheitliche Prävention, unter an- derem Suchtpräventi- on, Sprach- und Kul- turmittler 16 bis 19 (Sek. II) Erfolgreicher Bildungsteil- habe und Er- weiterung der Teilhabechan- cen Familie, Schule, Jugendamt, Freizeitträger, Soziale lokale Netzwerke Zusammenarbeit Schule / Eltern, Hilfen zur Erziehung, Frei- zeitangebote, Sucht- prävention, Berufs- wahlorientierung, KAoA, Übergang Schule / Ausbildung Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und gesundheitliche Prävention, unter an- derem Suchtpräventi- on, Sprach- und Kul- turmittler Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 67 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette (2) Zielgruppen / Lebenslagen Zentrale Handlungs- felder Wichtige Partner Angebotsstrukturen Lücken 19 bis 34 (junges Er- wachsenenal- ter) Übergang Schule / Beruf, Berufsausbil- dung, Studium und Einstieg in den Beruf, Familiengrün- dung, Ge- sundheitsför- derung Schule, KAoA, Kammern, Loka- le Ökonomie, Weiterbildungs- träger, Jobcen- ter, VHS, Ta- ges- und Abendschule Köln (TAS) Bildungsberatung, KAoA, Praktikum, dua- le Ausbildung, IHK, HWK, Berufsbezogene Sprachförderung, Grundbildungsträger, Bürgerzentren MOQI Entwicklung beruflicher Perspekti- ven für benachteiligte junge Erwachsene Prävention durch Information, Grund- bildung, Ausbildungs- Qualifizierungs- und Berufsberatung, Stär- kung soziale Netzwer- ke, gesundheitliche Prävention 34 bis 65 (Er- wachsenenal- ter, Familien- phase) Förderung der Erziehungs- kompetenz, Erwerbstätig- keit, Lebens- langes Lernen Jobcenter, Qua- lifizierungsträ- ger, Familien- zentren, Weiter- bildungsträger, Arbeitslosen- zentren, Schuld- ner beratung Bildungsberatung, Beschäftigungs- förderung, Qualifizie- rungsträger, Gesund- heitsförderung, Bür- gerzentren Grundbildung, Qualifizierungs- und Berufsberatung, Stär- kung soziale Netzwer- ke, Aktivierung / Em- powerment, Erzie- hungshilfen, gesund- heitliche Prävention 65 bis 80 (Ru- hestand) Bürgerschaftli- ches Engage- ment, Kultur, Sport, Bildung, Freizeit, Ge- sundheit Diverse Dienst- leister im Quar- tier, Familie/ Nachbarschaft, Anbieter von Sport, Kultur, Bildung, Ge- sundheit, Bera- tung, Informati- on Soziale Netzwerke, Freizeitträger, Gesundheitsförderung, Lebenslanges Lernen, Begegnungsräume, SeniorenNetzwerke, VHS, Bürgerzentren, Selbsthilfegruppen, Initiativen, Projekte, Seniorenberatung Prävention durch Information, Soziale Netzwerke, altersge- rechte Lern- und Gesundheitsförde- rung, Intergenerative Win-Win Strukturen, gesundheitliche Prä- vention, Prävention für mobilitätseinge- schränkte Menschen, Menschen mit gerin- ger Rente / Transfer- einkommen und an- ders teilhabe- eingeschränkter Men- schen, Steuerung und Vernetzung der Prä- ventionskette 0 und älter Selbständiges Leben mit Unterstützung, Pflege/ Ge- sundheit, Teil- habe Familie, Nach- barschaft, Kran- ken- und Pfle- gekassen, Amt für Soziales und Senioren, Wohl- fahrtsverbände und andere Dienstleister, Gesundheits- system Haushaltsnahe Dienst- leistung, häusliche Pflege, Seniorenbera- tung/Pflegeberatung/ Wohnraumanpas- sungsberatung und andere Dienst- leistungen zum selb- ständigen Leben, ge- rontopsychiatrische Beratung Prävention für haus- gebundene und pfle- gebedürftige Menschen, Steuerung und Vernetzung der Präventionskette Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 68 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bislang fehlen eine konsequente, ganzheitliche Anal yse möglicher Lücken zum Beispiel der Optimierungsbedarfe in der Präventionskette und die Etablierung einer kommunalen Ge- samtstrategie. Die vorangestellten Beispiele zeigen, dass sich durch das Trägerengagement im Verbund mit den Angeboten des Regelsystems ein s tarkes Angebotsprofil entwickeln las- sen kann. Hierfür sollen die Voraussetzungen geschaffen werden. Durch eine Neuorientierung der Hilfesysteme sollen bislang voneinander getrennt erbrachte Leistungen und Angebote aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Ziel ist es eine durchgängige Förderung und Unterstützung zu gestalt en, bei denen die einzelnen Angebote sinnvoll miteinander verknüpft und Wirkungszusammen hänge aufgezeigt werden können – unabhängig davon, wer sie erbringt. Hierzu gehören unter anderem: − Präventive Leistungen im Bereich der Frühen Hilfen − Unterstützungen im Übergang Schule und Beruf − Beratungsleistungen für Familien − Präventive Angebote in den Bereichen Sport und Fre izeit − Gesundheitsförderung, zum Beispiel Angebote für Me nschen mit Sucherkrankung und junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen oder Ernährung − Unterstützung und Aktivierung von Seniorinnen und Senioren zum Beispiel Senioren- netzwerke − Verbesserung der Integration − Beschäftigungsförderung Abbildung 25 zeigt die Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln sowie die einzubindenden Akteure. Ein wichtiger Ansatzpunkt für Verbesserungen der be stehenden Ansätze der Kölner Präven- tionskette wird in den Bereichen der „Bildungsberat ung“ zum Beispiel allgemein im Bereich der niederschwelligen, zugehenden Unterstützungslei stungen für Eltern und Familien gese- hen. Diese sind in Verbindung mit Grundbildungs- un d Alphabetisierungsangeboten für El- tern beziehungsweise Erwachsene sowie in den Bereic hen einer proaktiven offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Gestaltung offen zugänglicher , attraktiver Sport-, Spiel- und Bewe- gungsräume sowie der Unterstützung von Seniorinnen und Senioren zu sehen. Ein weiterer zentraler Baustein ist die Qualifizierung und Profe ssionalisierung des Systems, mit denen das armutssensible und präventiv wirkende Denken un d Handeln von Fachkräften in Bil- dungsinstitutionen verstärkt werden soll. Die Idee besteht darin, im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ systema- tisch-strukturbildende Schwerpunkte zu setzen und E inzelmaßnahmen, die sich wechselsei- tig ergänzen, entsprechend zu „clustern“. Die benan nten, neu als Bausteine der Präventi- onskette zu qualifizierenden Themen „Bildungsberatung“, „Jugendarbeit“, „Sport und Bewe- gung“ und „Qualifizierung“ haben grundsätzlich das Potential, die Präventionskette insge- samt engmaschiger zu weben und gewinnbringend weiter zu entwickeln, da die Maßnahmen für unterschiedliche Altersgruppen und Bildungssettings übergreifend wirken können. Die Entwicklung dieser Präventionsstrategie soll - ausgehend von den Bedürfnissen der Be- wohnerinnen und Bewohner - als Prozess gestaltet we rden. Für die dafür erforderliche Akti- vierung der Bewohnerschaft im Programmgebiet sind i m Programm „Starke Veedel – Star- kes Köln“ mehrere Maßnahmenvorschläge in verschiede nen Handlungsfeldern enthalten. Sie können für den anstehenden Prozess der sozialra umorientierten integrierten Stadtent- wicklung genutzt werden. Bei diesem Prozess handelt es sich um einen Paradigmenwechsel Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 69 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ in der Stadtentwicklung, der darin besteht, die Sta dt weniger aus der Angebotsperspektive zu entwickeln, sondern vielmehr die Sozialräume und die darin lebenden Menschen sowie die Akteure in den Mittelpunkt des Handelns zu stel len. Diese Veränderung des Blickwinkels kommt auch in dem Beschluss des Stadtvorstandes der Stadt Köln vom 17.03.2015 zum Ausdruck, mit dem die sozialräumliche Ausrichtung d es Verwaltungshandelns als Hand- lungsmaxime für die Verwaltung festgelegt wurde. Teilnahme der Stadt Köln am Präventionsprogramm „Kein Kind zurücklassen“ Seit Januar 2017 nimmt die Stadt Köln am Landesprog ramm „Kein Kind zurück lassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen“ (KeKiz) teil. Ziel dieser NRW-Initiative ist es, allen Kindern und Jugendlichen von Anfang an bestmögliche Bildungs-, Teilhabe- und Entwicklungschancen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und der fina nziellen Situation der Eltern zu ermögli- chen. Mit Beratungs- und Unterstützungsressourcen des Lan des und der anteiligen Förderung ei- ner Stelle für kommunale Koordinierung möchte das Dezernat für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit der KeKiz-Land eskoordinierungsstelle eine Präventi- onsstrategie aufbauen, damit Kinder und Jugendliche vor allem in Stadträumen mit hohem Bildungs- und Armutsrisiko von klein auf unterstützt werden können. Das Landesprogramm zielt insbesondere auf drei Entwicklungsaufgaben ab: − Entwicklung eines Präventionsleitbilds − Aufbau/Weiterentwicklung von Maßnahmen einer kommu nalen Präventionskette bei gesamtkommunaler Steuerung und integrierter Planung − Etablierung eines Präventionsmonitorings inklusive wirkungsorientierter Steuerung Sowohl im Rahmen der Landesinitiative als auch im R ahmen des ISEKs sollen die bereits bestehenden Angebote in der Stadt Köln gebündelt werden, wie etwa die Frühen Hilfen wäh- rend der Schwangerschaft, „KinderWillkommen“ Besuche bei Neugeborenen, die Lese- und Sprachförderung sowie besondere Förderungen von Kit as und Schulen in Stadtteilen mit erhöhten Armuts- und Bildungsrisiken. Gemäß dem Gru ndsatz „vorbeugen ist besser als heilen“ werden Maßnahmen der Bereiche Bildung, Gesu ndheit, Kinder- und Jugendhilfe so- wie Soziales im Programm „KeKiz“ optimal miteinander verknüpft und durch innovative An- gebote ergänzt. Die Stadt hatte sich mit Antrag im Oktober letzten Jahres um die Teilnahme am Programm „Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfal en“ beworben, das von der Landesre- gierung Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Sti ftung ins Leben gerufen wurde. Zwi- schen 2012 und 2016 bauten bereits 18 Kommunen im R ahmen eines Modellprogramms lückenlose Präventionsketten auf. Eine Evaluation z eigt, dass die Städte durch die Umset- zung Erfolge verzeichnen konnten. Im Januar 2017 wu rde das Programm neben Köln auf insgesamt 40 Kommunen ausgeweitet. 70 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 71 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 24: Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 72 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 73 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.2 Maßnahmen im Sozialraum Bickendorf, Westend un d Ossendorf Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die M aßnahmen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf. Eine detailliertere Maßnahme nbeschreibung findet sich in den fol- genden Maßnahmenblättern. Tabelle 6: Übersicht der Maßnahmen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Nummer Maßnahme 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung im Soz ialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen Nummer Maßnahme 1.0.5 Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme d urch aufsuchende mobile Arbeit im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugenda rbeit Köln in Bickendorf, Westend und Ossendorf 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendlich e und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschke nntnissen im Rahmen von Ju- gendintegrationskursen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Per- spektive für junge Menschen mit psychischen Problem en bis 27 Jahre in allen Sozialräu- men; hier: Bickendorf, Westend und Ossendorf 1.0.17 Stadtteileltern im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung m it Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und Sekundarstufe I (SEK I), Trägern des Offenen Ganztags im Sozialraum im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossen- dorf 1.0.21 Ferienschulen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 74 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum Nummer Maßnahme 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf: es wu rde im Rahmen der Spielplatzbe- darfsplanung der Stadt Köln ein Spielflächenfehlbed arf von 7.104 m² ermittelt. Der hohe Bedarf begründet sich vor allem durch den hohen Ant eil an Kindern und Jugendlichen im Gebiet und der sozialräumlichen Gewichtung. 2.1.3 Umgestaltung Mühlenweg (Matthias-Brüggen-Str. bis Ossendorfer Weg) Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Nummer Maßnahme 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. In formationsmaterial für die Bevölke- rung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Identifikation d er Bürger/Innen mit ihrem Sozialraum und Erhöhung der Biodiversität sowie Aufenthaltsqua lität im Sozialraum Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf. Handlungsfeld 5: Wohnen Nummer Maßnahme 5.0.2A „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeldpflege im Quartier – Westend, Y Häuser- hier: Mieter- /Nachbarschaftsarbeit 5.0.2B „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeldpflege im Quartier – Westend, Y-Häuser- hier: Quartiershausmeister 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 75 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.3 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwir kung Laufende Nummer 0.0.1 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Maßnahme Büro für Quartiersmanagement und Aktivieru ng im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Der Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ liegt im Stadtbezirk Ehrenfeld. Hier leben cirka 107.000 Ein wohnerinnen und Einwohner, davon insgesamt rund 25.000 im Sozia lraum. Köln-Ehrenfeld ist ein einwanderungsgeprägter Stadtteil mit hete- rogener Struktur. Man kann von einem „Ankommenssta dtteil“ sprechen, der mit den damit einhergehenden Integrat ionsleistun- gen vor besonderen Herausforderungen steht. Es lebe n z.Zt. cirka 500 Flüchtlinge im Sozialraum, weitere 100 so llen in Kürze in Containern zusätzlich untergebracht werden. Im Sozialraum vereinen sich bauliche Missstände, Ve rschmut- zungen des Wohnumfeldes und soziale Probleme wie Ar beitslo- sigkeit, Armut, Verschuldung und Suchtprobleme. Ein Blick auf die soziale Bevölkerungsstruktur zeigt, das soziale Unterstüt- zungsbedarfe erforderlich sind: Der Anteil an Mensc hen mit Mig- rationsgeschichte(44,4 Prozent) die Zahlen der SGB II- Beziehe- rinnen und Bezieher (18,8 Prozent) sowie die Zahlen der Emp- fängerinnen und Empfänger von Grundsicherung (12,6 Prozent) sind dementsprechend hoch. Aufgrund einer oftmals geringen Teilhabe der Bewohn erinnen und Bewohner an unterschiedlichen Lebensbereichen u nd den damit einhergehenden Netzwerkstrukturen wird die ho he Bedeu- tung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten sow ie der Aktivierung der Bewohnerschaft im Sozialraum „Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf“ deutlich. Auch die Imageaufwert ung des Sozialraums stellt eine große Herausforderung dar. Ein positive- res Bild ist für die Entwicklung des Sozialraums vo n großer Be- deutung. Im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ b esteht bereits ein vielseitiges Hilfesystemen, welches unm ittelbare Auswirkungen auf die Quartiersentwicklung nimmt. Mit Hilfe einer „Bestandserhebung und eines Schnittstellenmanagemen ts“ sol- len die vorhandenen Strukturen in den Blick genomme n werden, um so potenzielle Lücken aufzeigen zu können. Schnittstelle zur Sozialraumkoordination: Mit dem Programm „Lebenswerte Veedel“ wird bereits seit 2006 in elf Sozialräumen konsequent ein integriertes so zialraumorien- tiertes Stadtentwicklungskonzept verfolgt. Die Sozialraumkoordination ist organisatorisch an d ie Bürgeräm- ter angebunden. Mit der Koordination in den Sozialr äumen sind zehn freie Träger beauftragt, eine Koordination erf olgt in städti- scher Trägerschaft. Diese arbeiten nach den methodi schen Prin- 76 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zipien der sozialraumorientierten Arbeit: 1. Orient ierung an den Bedarfen und Interessen der Wohnbevölkerung, 2. Nut zung der Stärken und Potenziale der Menschen sowie der Resso urcen des Sozialraums, 3. Stärkung von Selbsthilfe, Eigen initiative und Teilhabe, 4. Erschließung von zusätzlichen externen Ressour- cen, 5. Zielgruppen und bereichsübergreifende Ansät ze, 6. Ko- operation und Vernetzung der Aktivitäten und Angebo te im Sozi- alraum. Die Sozialraumkoordination nimmt seit Jahren erfolg reich eine aktive Koordinationsfunktion wahr und arbeitet akti v an der Sicherung und dem Ausbau der Netzwerke in den Sozialräumen. Die Umsetzung des Maßnahmenprogramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ in den Sozialräumen kann durch die el f vorhande- nen Sozialraumkoordinatorinnen/Sozialraumkoordinato ren nicht zusätzlich geleistet werden. Durch das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ entsteht ein neuer Koordinierungs- und Abstim- mungsaufwand. Die Akzeptanz und Implementierung des Hand- lungsprogramms kann in den Sozialräumen aber nur ge lingen, wenn Bewohnerschaft und Akteure für dieses Programm sensibi- lisiert werden und Zugangsstrukturen genutzt werden . Die Maß- nahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung “ soll in enger Abstimmung mit der Sozialraumkoordination die Umset- zung des Maßnahmenprogrammes sichern. Zum einen in den spezifischen Themenbereichen – hier insbesondere de r Aufbau von Präventionsketten – sowie zum anderen bei Bedar f – seien dies problematische Wohnquartiere und Nachbarschaft en oder auch die Ertüchtigung von Einkaufsstraßen. Die wesentlichen Aufgaben des Quartiermanagements z ur Um- setzung des Programms sind demnach in enger Abstimm ung mit der Sozialraumkoordination und den institutionellen Akteuren vor Ort eng abzustimmen. In der Praxis ergibt sich vor Ort ein Team aus der Bürgeramtslei- tung, der Sozialraumkoordination, Quartiersmanagement und der Programmsteuerung „Starke Veedel – Starkes Köln“, welches mit Blick auf die umzusetzenden Maßnahmen um weitere Ak teure ergänzt wird. Bürgeramtsleitung Steuerungsfunktion Sozialraumkoordination Programmsteuerung Vernetzung vor Ort „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 77 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbeschreibung Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an den oben genannten Herausforderungen und Bedarfslag en an. Die Maßnahme geht der Frage nach, wie erfolgreich S tadtent- wicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, wel che Fakto- ren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinne n und Bewohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden können. Entsprechend dieser vielschichtigen Fragestellung, setzt sich das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivier ung“ aus vier unterschiedlichen Projektbausteinen zusammen: − Quartiersmanagement − Verfügungsfonds − Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement − Öffentlichkeitsarbeit Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ bündelt diese Projektbausteine unter einem Dach, die jeweil s darauf ab- zielen, die Quartiersentwicklung im Sinne der sozia lraumorien- tierten Stadtentwicklung umzusetzen. Dabei bildet d ie Aktivie- rung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der weite ren orts- ansässigen Akteure den Schwerpunkt des „Büros für Q uartiers- management und Aktivierung“. Die genannten Projektbausteine mit hohem aktivieren dem Cha- rakter bedürfen einer zentralen Steuerung und Verne tzung, die durch die Zusammenführung des „Büros für Quartiersm anage- ment und Aktivierung“ gewährleistet wird. Es wird e ine gemein- same räumliche Verortung vorgenommen. Die einzelnen Projektbausteine stehen jeweils für s ich als inhalt- lich selbständige Maßnahmen, die auch von unterschi edlichen Projektträgern umgesetzt werden können. Bei der Maß nah- menumsetzung wird jedoch vorausgesetzt, dass eine e nge Zu- sammenarbeit zwischen den einzelnen Projektbaustein en erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Projektbaustein: Quartiersmanagement Im Rahmen des Integrierten Handlungsprogramms „Star ke Vee- del – Starkes Köln“ sind für den Sozialraum „Bicken dorf, Wes- tend und Ossendorf“ insgesamt 20 Maßnahmen geplant, die ei- nen neuen und zusätzlichen Koordinierungsaufwand fü r den So- zialraum auslösen, der durch die schon bestehenden Strukturen der Sozialraumkoordination nicht gedeckt werden kan n. Das Quartiersmanagement übernimmt die Aufgabe, die maßn ahmen- umsetzenden Träger in Abstimmung mit der Sozialraumkoordina- tion bei den Zugängen zu den Zielgruppen und bei de r Akquise der Teilnehmenden im Sinne eines „One-face-to the-c ustomer“ zu unterstützen. Darüber hinaus stellt das Quartier smanagement 78 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ die Vernetzung der Maßnahmen sicher. Das Quartiersmanagement ist Ansprechpartner und Lotse für alle Belange des sozialraumbezogenen Programms und bilde t die Schnittstelle in die Verwaltung, es dient somit als lokal verortete Kommunikationsdrehscheibe und Informationsvermittlu ng. Es sensibilisiert die Bewohnerschaft und die lokalen A kteure für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“, nutzt die vorhande- nen Zugangsstrukturen und sichert somit den Erfolg des Inte- grierten Handlungsprogramms. Neben der Ansprache de r Be- wohnerschaft wird das Quartiersmanagement auch zent raler Ansprechpartner für die weiteren lokalen Akteure se in. Darüber hinaus soll auch das geplante Haus, -Hof- und Fassa denpro- gramm im Sozialraum entsprechende Beachtung finden. Im Pro- jektbaustein „Verfügungsfonds“ wird das Quartiersma nagement unterstützend und begleitend mitwirken, die Maßnahm e „Be- standserhebung und Schnittstellenmanagement“ wird e benfalls durch das Quartiersmanagement unterstützt. Vor dem Hintergrund des politischen Interesses am G esamtpro- gramm wird die Gremienarbeit ebenfalls ein Aufgaben feld des Quartiersmanagers darstellen. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreib ung vorge- sehen ist. Projektbaustein: Verfügungsfonds Der Verfügungsfonds bietet finanzielle Unterstützung für die Um- setzung von Projektideen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Bewohnerinnen und Bewohner, Träger vor Ort sowie Vereine, Arbeitsgruppen und –kreise etc. könn en Anträge für die Förderung von Projektideen beantragen. Vora ussetzung ist dabei, dass die Ideen einen inhaltlichen Bezug zum Sozial- raum haben und in die Bedarfslage vor Ort passen. M it Hilfe des Verfügungsfonds soll somit das bürgerschaftliche En gagement mobilisiert werden. Der Verfügungsfonds dient dazu, die städtebaulichen Maßnah- men im Sozialraum zu flankieren und die Beteiligung sprozesse vorzubereiten. Beispielsweise könnten Beteiligungsm aßnahmen wie Nachbarschaftsfeste und Begegnungstage zur Miet er- und Eigentümeraktivierung umgesetzt werden, bei denen k onkrete Bezüge zu den städtebaulichen Maßnahmen entstehen. Die Richtlinien des Verfügungsfonds werden dementsprech end aus- gestaltet. Im Rahmen des „Verfügungsfonds“ – ein niederschwelliges Akti- vierungsinstrument – übernimmt das Quartiersmanagem ent bei- spielsweise die Aufgabe, Bewohnerinnen und Bewohner sowie weitere Sozialraumakteure für eine Antragstellung z um Verfü- gungsfonds zu motivieren und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen und Vorstellung zu unterstützen. Förderanträge zum Verfügungsfonds sind an das im So zialraum Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 79 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ verortete Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung zu stel- len. Potenzielle Anträge werden dort zunächst auf grundsätzliche Förderfähigkeit geprüft und dann in enger Abstimmun g mit der Sozialraumkoordination inhaltlich bewertet und bei Bedarf priori- siert. Hierfür wird durch das Quartiersmanagement e ine Arbeits- gruppe zur fachlichen (Vor-) Bewertung der Anträge eingerichtet. Die letztendliche Beschlussfassung von Förderanträg en erfolgt durch ein entsprechendes Entscheidungsgremium für d en Sozi- alraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Die operative Ab- wicklung des Verfügungsfonds erfolgt in Arbeitsteil ung zwischen dem Quartiersmanagement und der zentralen Koordinie rungs- stelle beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Projektbaustein: Bestandserhebung und Schnittstellen- management Der Projektbaustein bildet die Basis des Prozesses einer „Stadt- entwicklung aus dem Quartier heraus“. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Schaffung von Grundlagen für die Umset zung des Prozesses zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklu ng. Die um- fasst die Analyse der lokalen Akteurs- und Angebots struktur, die Ableitung der Handlungsbedarfe und das Aufzeigen vo n Schnitt- stellen. Auf den Erkenntnissen aufbauend, erfolgt d ie detaillierte Umsetzungskonzeption des Prozesses und das Wissensm a- nagement (laufende Bereitstellung der Informationen für alle Ak- teure im Programmgebiet). Im Rahmen des Projektbausteins „Bestandserhebung un d Schnittstellenmanagement“ zeigt das Quartiersmanage ment die Zugänge zu den ortsansässigen Akteuren auf und bene nnt An- gebote und Systeme. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Aussch reibung vorgesehen ist. Projektbaustein Öffentlichkeitsarbeit Der Projektbaustein setzt sich aus unterschiedliche n Instrumen- ten der Öffentlichkeitsarbeit und Medienarbeit zusa mmen. Es wird ein Strategie- und Kommunikationskonzept zur Ö ffentlich- keitsarbeit und zur „Vermarktung“ des Programms erarbeitet. Der Schwerpunkt liegt dabei in den Themen Beteiligung, Mitwirkung und Aktivierung. Ziel ist es die unterschiedlichen Zielgruppen niederschwellig und bedarfsgerecht zu erreichen und die dafür erforderlichen Instrumente zu entwickeln. Darüber h inaus wird auf die klassischen Instrumente der Öffentlichkeits arbeit zurück- gegriffen, um das Programm zu kommunizieren. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreib ung vorge- sehen ist. 80 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zielgruppe Die Zielgruppe ist sehr breit aufgestell t. Die Maßnahme kommt insbesondere den unterschiedlichen Teilgruppen der Bewohne- rinnen und Bewohnern im Sozialraum zugute. Aber auc h die Verwaltung, Träger, Politik, sonstige staatliche In stitutionen auf kommunaler Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und – koordinatoren, weitere (organisierte) lokale Akteur e und Interes- sensvertretungen sind in die Zielgruppe inbegriffen. Ziele Projektbaustein: Quartiersmanagement Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens- räume − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort Projektziele − Das Quartiersmanagement zielt darauf ab die Bewohn er- schaft des Sozialraumes zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstützen. Es handelt sich um eine niederschwellige und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von Teil - habe und Mitwirkung. Ziel ist es, über die Maßnahme n des Integrierten Handlungsprogramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ die Verantwortung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie weiterer Akteure für das „eigene“ Veedel langfristig zu stärken, zu stabilisieren und selbst tragende Strukturen auszubauen. Darüber hinaus werden folgen de Ziele verfolgt: o Koordination und Bündelung der im Rahmen des Inte- grierten Stadtentwicklungskonzeptes vorgesehenen Bewohnerbeteiligungen und –aktivierungen sowie wei- terer Akteure vor Ort in Abstimmung mit der Sozial- raumkoordination o Intensivierung des nachbarschaftlichen, bürgerscha ftli- chen und ehrenamtlichen Engagements durch den Verfügungsfonds o Verbesserung der Vernetzung und Kooperation der Ak - teure im Sozialraum in Bezug auf die im Integrierte n Gesamtprogramm, „Starke Veedel – Starkes Köln“ verankerten Maßnahmen Projektbaustein: Verfügungsfonds Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Projektziele − Mit dem Verfügungsfonds wird das Ziel verfolgt, Be woh- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 81 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ nerinnen und Bewohner sowie lokale Akteure des Sozi al- raumes aktiv in die Quartiersentwicklung einzubezie hen. Im Focus steht die Intensivierung des nachbarschaft li- chen, bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engage- ments. Die kurzfristige und unkomplizierte Umsetzun g ei- ner Vielzahl von kleinen Projekten und Maßnahmen so ll zur Verbesserung des Miteinanders im Sozialraum füh - ren. Forciert werden soll insbesondere eine Verbesserung in der Kommunikation und Vernetzung innerhalb der B ür- gerschaft des Sozialraumes „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ sowie eine Stärkung der Kooperation der Ak- teure untereinander. Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstelle n- management“ Querschnittsziele − Sozialraumorientierte Stadtentwicklung Projektziele − Im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ werden bereits eine Vielzahl an Aktivitäten und Maß nah- men wirksam, stehen in der Praxis aber oftmals zu s tark nebeneinander. Mit dem Baustein „Bestandsanalyse un d Schnittstellenmanagement“ sollen im Sinne einer soz ial- raumorientierten Handlungsweise, die Maßnahmen vor Ort vernetzt werden und vorhandene Lücken über ergä n- zende Maßnahmen geschlossen und Dopplungen aufge- zeigt werden. Ziel ist es die Zusammenarbeit in all en Fachbereichen der Verwaltung sowie mit der Bürger- schaft und den weiteren Akteuren vor Ort zu stärken . Da- bei knüpft der Prozess bei den bestehenden Struktur en sowie den Aktivitäten und Angeboten der Akteure vor Ort an, die bereits eine Vielzahl an laufenden Maßnahme n umsetzen. Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe- und Mitwirkung Operative Ziele − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadresse Projektziele − Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, einen aktiv en Prozess 82 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zur Konsens- und Imageentwicklung zu initiieren, in des- sen Vordergrund die Entwicklung eines neuen positiv en „Stadtteil-Gefühls" steht. − Eine breit ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit die nt dar- über hinaus der Information und Aktivierung der Akt eure im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Sie richten sich im Wesentlichen an Bewohnerinnen und B e- wohner, Multiplikatoren und Unternehmen sowie weite re Akteure und verfolgt dabei das Ziel, das Programm u nd die damit verbundenen Maßnahmen bekannt zu machen und eine positive Aufbruchsstimmung im Sozialraum z u erzeugen. − Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit setzten be i der Beteiligung und Aktivierung von Bevölkerung und Akt eu- ren vor Ort an und bilden einen wichtigen Beitrag z ur Mit- gestaltung des Programms durch die Bewohnerschaft. Indikatoren Projektbaustein: Quartiersmanagement − Bekanntheit, Akzeptanz und praktische Annahme des Quartiersmanagements bei der Bewohnerschaft − Anzahl der Teilnehmenden bei den durchgeführten Ve r- anstaltungen Projektbaustein: Verfügungsfonds − Anzahl der beantragten Maßnahme − Anzahl der durchgeführten Maßnahmen − Anzahl der beteiligten Personen Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstelle n- management“ − Anzahl der Prozessbeteiligten − Anzahl der entwickelten bedarfsorientierten Angebo te im Konsens − Anzahl der beteiligten Dienststellen in der Verwal tung − Anzahl der Zielgruppen, die im Prozess erreicht wu rden − Subjektive Einschätzung des Prozesses durch die Pr o- zessbeteiligten Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit − Anzahl der Veröffentlichungen (Flyer, Artikel, etc .) Kosten Verfügungsfonds: 267.613,50 € Quartiersmanagement: 286.863,50 € Öffentlichkeitsarbeit: 150.661,00 € Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement: 52.360,00 € Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 83 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gesamtkosten: 757.498,00 € Davon 2019: 216.428,00 € Davon 2020: 216.428,00 € Davon 2021: 216.428,00 € Davon 2022: 108.214,00 € Projektlaufzeit / Zeitraum Für alle Arbeitsmodule i st prozessbegleitend eine Projektlaufzeit von 42 Monate vorgesehen. Da die Maßnahme einen wic htigen Rahmen für das Gesamtprogramm bildet und ihr eine w ichtige Grundlage für die Erarbeitung und Implementierung e iner sozial- raumbezogenen Arbeitsweise zukommt, ist die Maßnahm e von Beginn an bis zum Abschluss des Programms vorzusehen. 01.01.2019 bis 30.06.2022 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadten twicklung und Statistik Förderung Städtebauförderung Bemerkungen Zum STEP 2017 wurden Förderanträge gest ellt. Laut Veröffentli- chung des MBWSV vom 18.04.2017 ist für diesen Sozia lraum keine Förderung vorgesehen. Sollte eine frühere Ums etzung der Maßnahme durch eine Förderzusage möglich werden, wird diese im Sinne der zügigen Programmumsetzung durchgeführt. 84 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 0.0.2 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Maßnahme Prozessbegleitende Evaluation im Sozialrau m „Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf“ Inhalt Projektbeschreibung Die Evaluation bildet einen wichtigen Beitrag zur B ewertung, Qualifizierung und Weiterentwicklung der Programmum setzung im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Sie ist pro- zessbegleitend angelegt und nimmt das gesamte Maßna hmen- paket im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossend orf“ in den Blick. Dabei wird besonders die Wirkung der städtebaulichen Maßnahmen betrachtet und im Sinne des integrierten Ansatzes der Quartiersentwicklung vor allem Beteiligungs- un d Aktivie- rungsprozesse in den Mittelpunkt gestellt. Die Evaluation ist zunächst auf den Sozialraum „Bic kendorf, Westend und Ossendorf“ ausgerichtet. Im Kontext des Pro- gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ findet die Bü ndelung und Vernetzung der Ergebnisse aus den einzelnen Sozialräumen statt und wird im laufenden Prozess in die einzelnen Sozialräume zurückgespiegelt. Somit zeigt die Evaluation frühze itig die Wir- kung der Maßnahmen im Sozialraum wie auch im Kontex t des Gesamtprogramms auf und notwendige Veränderungen kö nnen eingeleitet werden. Vorgehen und Methode Die Evaluation ist prozessbegleitend und damit form ativ ange- legt. Sie verfolgt das Ziel laufend Bewertungen über den Prozess zu erhalten und Handlungsempfehlungen abzuleiten. E inerseits muss hierfür auf konkreten Daten aufgebaut werden, die im Rahmen des Controllings erhoben werden. Aus diesem Grund ist eine Beteiligung beim Aufbau des Controllings siche rzustellen. Andererseits erfolgt die Bewertung des Prozesses im Rahmen von diskursiven Prozessen, wie Workshops, Einzelges prächen, World-Cafés u. ä. Die prozessbegleitende Evaluation nimmt ein breites Spektrum an Themen in den Fokus. Eine parallele Bearbeitung aller The- men ist in der erforderlichen Intensität nicht mögl ich. Aus diesem Grund ist vorgesehen, Schwerpunkte zu unterschiedli chen Zeit- horizonten zu setzten. Die konkrete Abfolge ist im Rahmen des Prozesses festzulegen. Parallel hierzu ist eine kontinuierliche Selbsteval uation im Rah- men der Einzelmaßnahmen vorgesehen. Die Träger der Einzel- maßnahmen werden bei der Selbstevaluation unterstüt zt und qualifiziert (zum Beispiel über Leitfragen, Erhebun g von Kenn- werten), so dass der laufende Prozess kontinuierlic h bewertet und die Ergebnisse in die „prozessbegleitende Evalu ation“ zu- rück gespiegelt werden können. Die Ergebnisse bilde n einen elementaren Beitrag für die Gesamtevaluation. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 85 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Gesamtsteuerung der Maßnahme „prozessbegleitend e Eva- luation“ sowie die Einbindung in das gesamte Maßnah menpro- gramm liegen bei der zentralen Koordinierungsstelle der Stadt- verwaltung (Amt für Stadtentwicklung und Statistik) . Auch das Controlling wird im Aufgabenbereich der zentralen K oordinati- onsstelle der Stadt Köln umgesetzt. Es wird sicherg estellt, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Evaluation und Co ntrolling erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Für die Erbringung der Leistungen der einzelnen Mod ule wird zusätzliche externe Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung der Leistungen vorgesehe n ist. Bie- tergemeinschaften können zugelassen werden. Zielgruppe Die Maßnahme kommt allen im Sozialraum a dressierten Ziel- gruppen zugute. Die Zielgruppe ist dabei sehr breit aufgestellt von der Verwaltung über Träger, Politik, sonstige s taatliche Insti- tutionen auf kommunaler Ebene, Sozialraum-koordinat orinnen und immer -koordinatoren bis hin zu weiteren (organ isierten) Akteuren und Interessensvertretungen im Quartier so wie Be- wohnerinnen und Bewohner. Ziele Querschnittsziel − Sozialraumorientierte Stadtentwicklung Projektziele Die Evaluation verfolgt das Ziel laufend Bewertunge n über den Prozess zu erhalten und Handlungsempfehlungen abzul eiten. Die Qualifizierung und Weiterentwicklung der Progra mmumset- zung steht im Fokus der Evaluation Indikatoren − Anzahl der durchgeführten Methoden (Expertengesprä - che, World Café, etc.) − Bereitstellung von Zwischenergebnissen Kosten Kalkulierte Tagessätze Brutto: je 1.130,50 € 39 Tage: 44.089,50 € Gesamtkosten für den Sozialraum: 44.089,50 € davon 2019: 11.305,00 € davon 2020: 11.305,00 € davon 2021: 11.305,00 € davon 2022: 10.174,50 € Projektlaufzeit / Zeitraum 42 Monate 01.01.2019 bis 30.06.2022 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadten twicklung und Statistik 86 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Förderung Städtebauförderung Bemerkungen Zum STEP 2017 wurden Förderanträge gest ellt. Laut Veröffentli- chung des MBWSV vom 18.04.2017 ist für dieses Sozia lraum- gebiet keine Förderung vorgesehen. Sollte eine früh ere Umset- zung der Maßnahme durch eine Förderzusage möglich w erden, wird diese im Sinne der zügigen Programmumsetzung d urchge- führt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 87 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.4 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen Lfd. Nr.1.0.5 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Integration von zugewanderten Kindern, Jug endlichen und jun- gen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die besteh enden Re- gelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit im Sozia lraum Bi- ckendorf, Westend und Ossendorf (Nachrichtlich) Inhalt Ausgangslage Die gesellschaftliche Situation im Sozialraum Bicke ndorf, Wes- tend und Ossendorf ist durch den überdurchschnittli ch hohen Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte und sc hlechten Perspektiven auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt geprägt. Dies wirkt sich auf das Verhalten der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil spürbar aus. Geringe Akzeptanz von kultur ellen Unter- schieden, eine latente Feindlichkeit dem anderen ge genüber, Selbstbezug und Abgrenzung auf die eigene Herkunfts gruppe sind vor allem in sozial benachteiligten Familien, unabhängig von der jeweiligen Nationalität, auszumachen. Durch auf suchende Jugendarbeit soll hier insbesondere die Zielgruppe mit Flücht- lingsstatus niederschwellig erreicht und in die bes tehenden Re- gelsysteme integriert werden. Die Anbindung insbesondere der Kinder, Jugendlichen und jun- gen Erwachsenen an Jugendeinrichtungen und Schulen, die Bindung von Kapazitäten an Integrationsleistungen (zum Beispiel Sprachkurse, familienunterstützende Angebote) und d ie aktive Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen sind nur ein Teil der örtlichen Herausforderungen. Hier gilt, wie gen erell in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, eine adäquate Pla nung und Bereitstellung von adressatengerechten Angeboten mi t dem Ziel der Integration von jungen Flüchtlingen in die best ehenden Re- gelangebote. Projektbeschreibung Neben Gesprächs- und Beratungsangeboten vor Ort bei nhaltet die mobile aufsuchende Arbeit insbesondere eine Unt erstützung der Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Wünsche un d Interes- sen im Freizeitbereich, Kulturbereich und Bildungsbereich Im Rahmen von Gemeinwesenarbeit ist die Mobile Arbe it mit unterschiedlichen Institutionen im Stadtgebiet wie Schulen, Ver- einen und Kirchen, sowie der städtischen Streetwork etc. ver- netzt. Die Angebote in mobiler und aufsuchender Arbeit kön nen für die heranwachsenden Flüchtlinge zum Beispiel vor einer Flücht- lingsunterkunft oder auf einem öffentlichen Spiel- oder Bolzplatz stattfinden. Es handelt sich dabei um niederschwell ige Spiel-, Sport- und Kreativangebote, die zumeist gemeinsam m it Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil durchgeführt werden. 88 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zielgruppe Sozial benachteiligte Kinder, Jugendlich e und junge Erwachsene mit Flüchtlingsstatus im Alter von 10 bis 25 Jahren. Ziele Übergeordnetes Ziel Mobiler Jugendarbeit ist die Integration und die Verbesserung der Lebenswelt Jugendlicher. In Hi nblick auf den öffentlichen Raum gilt es insbesondere, Prozess e der Aus- grenzung, Vorverurteilung und Stigmatisierung von J ugendlichen zu verhindern oder zu verringern. Entsprechend ist die Förde- rung gesellschaftlicher Akzeptanz und Toleranz gege nüber Ju- gend und Jugendkultur und umgekehrt zu fördern. Ziel der Projekte ist, insbesondere die Zielgruppen der nicht an- gebundenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flücht- lingsstatus zu erreichen und diesen den Zugang zur Infrastruktur des Sozialraumes und damit der gesellschaftlichen T eilhabe zu ermöglichen, um ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern (Heranführung an die Regelsysteme). Aufgrund der in dividuellen Multiproblemlagen der Zielgruppe ist eine individue lle Begleitung des Einzelnen nötig. Nachhaltiges Wirken und Veränderung von Verhaltensw eisen und Ansichten durch eine frühzeitige Unterstützung der Kinder, Jugendlichen und Familien durch Beziehungsarbeit, B eratung, Information und Begleitung; Verbesserung der Integr ation in den Stadtteil und darüber hinaus ist ein weiteres Ziel. Eine Vernetzung und Einbindung in bestehende Strukt uren vor Ort, zum Beispiel in die Jugendeinrichtung, den Spo rtverein etc. wird zusätzlich angestrebt. Indikatoren - Anzahl der Kontakte differenziert nach Zielgruppe n, - Dokumentation der Themen von Jugendlichen und ihr er Bearbeitung, - Zahl der Vermittlungen zu sonstigen unterstützend en An- geboten/ Kooperationspartnern, - Zahl der Vermittlung in Qualifizierungsangebote o der Ausbildung - Vermittlung in bestehende Institutionen Kosten Für das Projekt im Sozialraum Bickendorf, We stend und Ossen- dorf werden folgende Kosten angesetzt: Personalkosten: 1 Stelle Projektleitung kleine und mittlere Projekte 88.200 € pro Jahr / 176.400 € für 2 Jahre Sachkosten: Sachkosten enthalten Honorar- und Materialkosten 40.800 € pro Jahr / 81.600 € für 2 Jahre Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 89 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gesamtkosten: 258.000 € Davon 2019: 129.000 € Davon 2020: 129.000 € Projektlaufzeit/ Zeitraum Laufzeit 24 Monate 01.01.2019 bis 31.12.2020 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Kin- derinteressen und Jugendförderung Förderung ESF-Einzelprojekt Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht erkennbar. Bemerkung Das mobile Angebot wird in enger Abstimmu ng mit den Akteuren im Sozialraum konzipiert. Die Maßnahme ZuBeFa (Zugehende Beratung von neu zug e- wanderten Familien aus Südosteuropa und deren Kinde rn) wird zurzeit mit einem vergleichbaren Ansatz über EHAP ( Europäi- scher Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligt en Personen) vom 01.01.16 – 31.12.18 in den Stadtbezirken: − Rodenkirchen − Ehrenfeld − Nippes − Chorweiler − Porz − Kalk − Mülheim durchgeführt. Diese Maßnahme wird nachrichtlich im Programm aufge führt, eine Förderung über das Programm „Starke Veedel-Sta rkes Köln“ wird nicht erfolgen. 90 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr. 1.0.7 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- un d Jugendarbeit Köln in Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Die Abfrage bei Trägern der freien Jugendhilfe in d er Stadt Köln zu Handlungsnotwendigkeiten im Handlungsfeld „Früh anset- zende Hilfen“ hat als einen wichtigen Handlungsbeda rf das Thema „Professionalisierung des Systems durch Quali fizierung“ ergeben. Dies gilt aufgrund der spezifischen Ausgan gslage auch für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf. Dabei sind sowohl Setting-interne Qualifizierungsan gebote in- nerhalb der Kinder- und Jugendhilfe als auch Settin g- übergrei- fende Angebote mit kooperierenden Systemen wie Kita , Famili- enzentren, Schule, Übergangssystem Schule / Beruf, Prävention als Bedarfe genannt worden. Entsprechende übergreifende Qualifizierungsangebote sind bis- her nicht verfügbar, bieten aber große Chancen hins ichtlich der Optimierung von Präventionsketten durch besser aufe inander ausgerichtete Teilsysteme. Gleichzeitig soll über die Qualifizierungsoffensive ein Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kinder- und Juge ndarbeit geleistet werden. Es sollen sowohl die vorhandenen Fachkräfte- potenziale gestärkt und weiterentwickelt werden, a ls auch Auf- stiegsmöglichkeiten der Beschäftigen zu Fachkräften durch Fort- bildungen verbessert werden. Projektbeschreibung Im Rahmen des Projektes soll eine Qualifizierungsof fensive rea- lisiert werden, die sozialräumliche Bezüge – hier f ür den Sozial- raum Bickendorf, Westend und Ossendorf – ebenso wie eine gesamtstädtische Ausrichtung umfasst. Die Qualifizi erungsinhal- te lassen sich dabei in fachübergreifende Themen (z um Beispiel Projektmanagement) und fachspezifische Inhalte (zum Beispiel Kindeswohl) unterscheiden. Um über die Setting-übergreifenden Qualifizierungen einen Bei- trag zur Stärkung der sozialräumlichen Präventionsk etten zu er- reichen, wird innerhalb des Curriculums ein Schwerp unkt in der Durchführung von Qualifizierungen in den Sozialräum en unter Einbeziehung der jeweils vor Ort aktiven Kooperatio nspartner liegen. Setting-interne Qualifizierungen werden zen tral umge- setzt. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in den folgende n Arbeits- paketen: − Ermittlung des Qualifizierungsbedarfes aller relev anten Akteure − Entwicklung eines bedarfsgerechten Qualifizierungs kon- zeptes Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 91 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Umsetzung und Durchführung des Qualifizierungskon- zeptes − Evaluierung der durchgeführten Qualifizierung Das Projekt wird in allen 11 Sozialräumen zeitgleich durchgeführt; da angesichts der dezentralen, bezirklich ausgerich teten Struktu- ren der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Köln nu r so sicher- gestellt werden kann, dass das gesamte System und n icht nur einzelne Akteure qualifiziert werden. Mögliche Themenschwerpunkte der Qualifizierungsoffe nsive auf der Grundlage der Bedarfsabfrage: − Armutssensibles Handeln in der Offenen Kinder- und Ju- gendarbeit − Sprachförderung − Anerkennung und Sichtbarmachung Non-formaler Bil- dungsprozesse − Interkulturelles Lernen − Netzwerken und Projektmanagement − Berufswahlorientierung in der Jugendarbeit − Primärpräventive Suchtberatung − Bewegung, Ernährung und Stressregulation in Kinder - und Jugendeinrichtungen − Digitalisierung und Medienpädagogische Präventions ar- beit − Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung − Ökologische Bildung (zum Beispiel Urban Gardening) − Kulturelle Bildung − Inklusion Zielgruppe − Beschäftigte in der Offenen Kinder- und Jugendarbe it in Köln − Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Familienze ntren − Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich − Träger des Offenen Ganztags − Träger im Übergangssystem Schule / Beruf − Träger im Präventionsbereich Ziele Operative Ziele − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich 92 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verbesserung Übergangsmanagement –Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt − Stärkung der vorhandenen Fachkräftepotenziale und Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit als Fachkräf te durch Fortbildungen Projektziele − Kompetenzstärkung der handelnden Akteure durch Vermittlung praxisrelevanter Fortbildungsinhalte − Stärkung der sozialräumlichen und gesamtstädti- schen Präventionsstrukturen durch bessere Kenntnis- se über die Arbeitsfelder benachbarter Professionen und damit einhergehend weitere wissensbasierte Vernetzung aller Akteure − Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kin - der- und Jugendarbeit Indikatoren − Anzahl der durchgeführten Setting-internen und übe rgrei- fenden Qualifizierungen − Anzahl der Teilnehmenden − Relevanz der Qualifizierungsinhalte für die berufl iche Praxis (auf der Grundlage der Teilnehmenden- Befragung) Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 93 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Kosten für 11 Sozialräume Kosten für den Sozialraum Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf pro Jahr 2 Jahre Stel- lenan- teile für den Sozial- raum anteilige Kosten Personalkosten 1 Stelle Koordination (Projektleitung kleine Projekte) 88.200 € 176.400 € 0,09 16.036 € 0,5 Stelle Assistenz 30.060 € 60.120 € 0,05 5.465 € Personalkosten gesamt: 236.520€ 236.520 € - 21.50 1 € Davon Haushaltsjahr 2018: 118.260 € - 10.751 € Davon Haushaltsjahr 2019: 118.260 € - 10.755 € Sachkosten Honorare Dozentinnen und Dozenten 22.500 € 45.000 € - 4.091 € Materialien für Fortbildungen 3.000 € 6.000 € - 545 € Raummieten für Fortbildungen 6.500 € 13.000 € - 1.182 € Sachausgaben gesamt: 64.000 € - 5.818 € Davon Haushaltsjahr 2017: 32.000 € - 2.909 € Davon Haushaltsjahr 2018: 32.000 € - 2.909 € Gesamtkosten Davon Haushaltsjahr 2018: Davon Haushaltsjahr 2019: 300.520 € 150.260 € 150.260 € - 27.320 € 13.660 € 13.660 € Projektlaufzeit / Zeitraum 2 Jahre / 24 Monate 01.01.2018 – 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie / Offene Kinder- und Jugendarbeit Förderung − ESF,Ggfs. über die Fachkräfteinitiative (FKI) 94 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer. Nr. 1.0.12 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Sprachförderangebote für neu eingereiste J ugendliche und jun- ge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder ge- ringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendintegrations- kursen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Zunehmend reisen Jugendliche ab 16 Jahren neu zu, e ntweder als Flüchtlinge mit ungesichertem Aufenthaltsstatus oder viel- fach aus Südosteuropa. In der Regel verfügen sie weder über Schulabschlüss e noch über die erforderlichen Deutschkenntnisse, um Schul abschlüsse in absehbarer Zeit erreichen zu können. Durch die g eringen Deutschkenntnisse besteht darüber hinaus ein sehr e rschwerter Zugang zu Praktikumsplätzen oder gar zum Arbeitsmarkt. In den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf sind in 2015 insgesamt 80 Jugendliche und junge Erwachsene zwi- schen 15 und 25 Jahren neu zugewandert 13 . Die Chancen auf kurzfristige Aufnahme in ein Regelsystem zur Verbes serung der Bildungs- und Berufsperspektive sind der Zielgruppe entweder nicht kurzfristig möglich oder strukturell nicht zu gänglich. Den persönlichen und gesellschaftlichen Folgen fehlende r Perspekti- ven kann mit dem kurzfristig zugänglichen Angebot d er Ju- gendintegrationskurse präventiv begegnet werden. Projektbeschreibung Projekt-/Aufgabenbeschreibung Der Zugang zu bestehenden Jugendintegrationskursen wird den Jugendlichen ermöglicht, die keinen Anspruch auf ei ne BAMF- (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) geförderte Maßnahme haben, und nicht im Regelsystem Schule einen Platz finden. Zur Teilnahme erteilt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Köln einen Gutschein für den Jugendintegrationskursträge r, der ent- sprechend seine Kosten von cirka 3.000 €/ Teilnehme ndem ab- rechnet. Vorangegangen ist eine Einzelfallprüfung u nd -entscheidung durch das KI Köln. Bestehende Jugendintegrationskurse werden durch die se Maß- nahme für die beschriebene Zielgruppe geöffnet. 13 Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist in der Gesamtschau für die Sozialräume ein deutli- cher Anstieg dieser Bevölkerungsgruppe zur verzeichnen. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 95 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Maßnahme ist ein wirksamer Teil der Präventions kette im Bereich (Aus-) Bildung und Beruf. In 3 obligatorisc hen Modulen zu jeweils 300 Stunden werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Lage versetzt, mit der Sprache u nd den Le- bensverhältnissen im Bundesgebiet so vertraut zu we rden, dass sie ohne Hilfe oder Vermittlung Dritter in allen An gelegenheiten des täglichen Lebens selbstständig handeln können. Sie − werden durch fachliche Kenntnisse auf ein zukünfti ges Weiterlernen in einer schulischen oder beruflichen Bil- dungseinrichtung oder in einem Betrieb vorbereitet − werden mit dem Ziel der Ausbildungs- und Berufsvor be- reitung mit dem Schul- und Ausbildungssystem vertra ut gemacht − erwerben und erweitern Allgemeinwissen zu verschie de- nen Bereichen des Lebens in Deutschland wie Gesund- heitswesen, Alkohol- und Drogenprävention, Ein Orientierungskurs über 60 Std. vermittelt Kennt nisse und Verständnis zu deutschen rechtsstaatlichen Zusammen hängen, Rechten, Pflichten und zu interkultureller Kompetenz. Während des Jugendintegrationskurses werden die Tei lneh- menden durch Jugendmigrationsdienste und die Kurstr äger selbst beraten. Der Übergang in weiter führende Bil dung und Ausbildung bzw. den Beruf soll nahtlos gesichert werden. Zielgruppe Neu Zugewanderte zwischen 16 und 25 Jahr en ohne Anspruch auf BAMF-finanzierte Jugendintegrationskurse, die e ntweder im Sozialraum wohnen, einen Jugendintegrationskurs be suchen können oder dort ihre sozialen Bezüge haben. Ziele Verbesserung der Integrationschancen in das S chul- und Aus- bildungssystem und in den Arbeitsmarkt. Indikatoren Zahl der von der Zielgruppe abgeschloss enen Jugendintegrati- onskurse Kosten Sachkosten Die Kosten für einen Jugendintegrationskurs belaufe n sich aktu- ell auf 3,10 €/Std. Für 960 Std. ergeben sich Gesam tkosten von 2.976 € pro Kursplatz. Für 20 angestrebte Plätze /Jahr im Sozialraum betragen die Pro- jektkosten 59.520 €/Jahr , auf 2 Jahre sind dies 119.040 €. 96 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Personalkosten Mit der Projektabwicklung ist ein zusätzlicher Pers onalmehrbe- darf verbunden. Als Teilprojekt ergänzend zu den So zialräumen Blumenberg/Chorweiler/Seeberg und Buchheim/Buchfors t/ Mül- heim-Nord/Keupstr. entfallen 20 Prozent einer halbe n Stelle „Projektmitarbeit“ (Kosten einer Vollzeitstelle = 7 6.440 € pro Jahr) auf diesen Sozialraum mit zusätzlich 7.644 € pro Jahr und 15.288 € auf die Projektlaufzeit. Gesamtkosten 134.328 € Davon 2018: 67.164 € Davon 2019: 67.164 € Projektlaufzeit/ Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2018 - 31.12.2019 Eine Fortführung über den 31.12.2019 hinaus ist mög lich und grundsätzlich gewünscht. Eine Weiterentwicklung der Maßnah- me ist denkbar. Die konkrete Fortführung ist im Rah men einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergeb nis der Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststel le Diversity, Kommunales Integrati- onszentrum Förderung − ESF B1.2 Armutszuwanderung ggfs. als Einzelprojekt e zur Integration Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. − Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vor- behalt eines möglichen Förderzuganges bzw. einer au s- reichenden Förderquote. Bemerkungen Der Förderzugang ist aufgrund der vorgesehenen Sach kosten unklar, daher wird diese Maßnahme von 5001 neu konzipiert. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 97 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr. 1.0.16 Handlungsfeld Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regels ystem und Entwick- lung einer beruflichen Perspektive für junge Mensch en mit psy- chischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialraum gebieten, hier : Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Die elf Sozialraumgebiete − Bickendorf, Westend und Ossendorf − Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord − Höhenberg und Vingst − Ostheim und Neubrück − Mülheim-Nord und Keupstraße − Buchheim und Buchforst − Porz Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil − Meschenich und Rondorf − Bilderstöckchen − Bocklemünd / Mengenich − Humboldt / Gremberg und Kalk weisen sich durch wirtschaftliche, soziale und gesu ndheitliche Benachteiligung aus. Hier leben gehäuft Familien mi t niedrigem sozialen Status und Multiproblemlagen. Viele der do rt aufwach- senden jungen Menschen bis 27 Jahre werden aufgrund von ganz unterschiedlichen Problemkonstellationen daran gehin- dert, eine eigene Lebensperspektive insbesondere im Hinblick auf eine berufliche Zukunftsgestaltung zu entwickel n. Ihnen fällt es schwer, die altersüblichen Entwicklungsschritte zu gehen. Sie ziehen sich zurück und vermeiden den direkten K ontakt zu anderen Menschen oder verhalten sich aggressiv und abwei- send. Oft werden auch Alkohol bzw. illegale Drogen konsumiert. Ursache eines solches Verhaltens können psychiatris che sowie weitere Beeinträchtigungen oder Erkrankungen sein, die als solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Dies es müsste aber frühzeitig erkannt und bei der weiteren schuli schen oder beruflichen Planung berücksichtigt werden. Unter Um ständen wäre parallel (oder vorgeschaltet) eine Behandlung/ Therapie erforderlich, um eine berufliche Perspektive überhaupt in Angriff nehmen zu können. Diese jungen Menschen benötigen d aher eine gezielte Unterstützung von Menschen, die ihre Bedürfnisse erkennen, über sozialpsychiatrische Kenntnisse verf ügen und eng mit dem psychiatrischen Hilfesystem zusammenarbeiten. Kölner Fachleute unterschiedlicher Institutionen (z um Beispiel Jobcenter, Landschaftsverband, Ämter der Stadt Köln , Träger der Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie) haben A nfang 2016 Handlungsempfehlungen entwickelt, die speziell e Hilfen für die Zielgruppe der jungen Menschen mit psychisc hen Prob- lemen präferieren. Unter der Bezeichnung „Kompetenz zentrum 98 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ U 27“ (Arbeitstitel) beinhalten die Empfehlungen ein Gesamtan- gebot bestehend aus einer zugehenden Hilfe, einer n ieder- schwelligen Beratung, einem Kontaktangebot und Hilf en zur Tagesstrukturierung/Beschäftigung. Das Angebot der zugehenden Hilfe für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialr aumgebie- ten könnte als ein wesentlicher Baustein innerhalb der o.g. be- darfsorientierten Angebotsstruktur fungieren, da er Betroffenen mit besonders hohem Entwicklungsbedarf den Weg zu w eiter- führenden Unterstützungsleistungen zugänglich macht . Erfah- rungswerte belegen, dass die jungen Menschen, die i n einem sozial benachteiligten Umfeld leben und zusätzlich eine psychi- sche Beeinträchtigung aufweisen, einen sehr niedrigschwelligen Zugang benötigen, um im Regelsystem wie zum Beispie l ge- sundheitliche Versorgung, im Bildungssystem, Arbeit , anzu- kommen. Immer dann, wenn die Komm-Strukturen eines Ange- bots, beispielsweise einer Beratungsstelle, (noch) nicht greifen, bietet zugehende Hilfe die Möglichkeit einer ersten Kontaktauf- nahme und Überleitung zu dem passgenauen Angebot mi t Komm-Struktur. In der Praxis bedeutet dies, dass di e jungen Menschen überwiegend zu Hause aufgesucht werden, da sie häufig sozial zurückgezogen leben, keinen Peergroups angehö- ren, weder die Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene noch entsprechende Institutionen nutzen oder sich a n bekann- ten Hotspots ihrer Altersgruppe in der Stadt aufhalten. Der sozi- alpsychiatrische Ansatz hat dabei das Ziel, junge M enschen mit psychischen Problemen niedrigschwellig in ihren All tagskompe- tenzen zu stärken, die Betroffenen langfristig in d as Regelsys- tem anzubinden und Übergänge in gesundheitlichen, s chuli- schen und/oder beruflicher Lebensbereichen zu begle iten. Je nach Einzelfall können hierzu auch Maßnahmen des Jobcenters gehören. Rückmeldungen der Mitarbeiter/innen des Jo bcenters U 25 zufolge, sind viele der jungen Kundinnen und K unden nicht in der Lage, die Voraussetzungen solcher Maßn ahmen des Jobcenters zu erfüllen. Sie benötigen im Vorfel d Hilfen, die sie auf einen solchen Schritt vorbereiten. Damit be käme auch ein bisher kaum zu erreichendes Klientel die Chance , an Zu- kunftsperspektiven zu arbeiten. Ebenso können auf d iese Wei- se Maßnahmenabbrüche verhindert und Ressourcen gezi elt eingesetzt werden. Die zugehende Hilfe würde eine b isher in der Fachwelt deutlich wahrgenommene Lücke im Hilfes ystem schließen. Schnittstellen zu Regelangeboten und Anknüpfungsmög - lichkeiten • Bildungseinrichtungen wie Schulen, insbesondere die Schulsozialarbeit, sonstige städtische Einrich- tungen, Jobcenter U25 und alle Akteure in den Sozi- alraumgebieten vor Ort sind wichtige Kooperations- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 99 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ partner, da sie häufig Hinweise auf die Personen der bedürftigen Zielgruppe erhalten oder in direktem Kontakt mit den Personen stehen (zum Beispiel Schulen, Kom- petenzagenturen) Insbesondere bei vermuteten oder bestehenden psychiatrischen Problemlagen kann das hier dargestellte Angebot von den Kooperationspartnern hinzugezogen werden bzw. eine Vermittlung erfolgen. • Mit dem Jobcenter U25 gibt es im Rahmen der einzel- fallbezogenen Begleitung eine enge Zusammenarbeit, unter anderem wenn es um die Entwicklung einer beru f- lichen Perspektive geht. Sollte sich bei der Beratu ng ei- nes Jugendlichen/jungen Erwachsenen durch das Job- center U25 eine sozialpsychiatrische Problematik ab- zeichnen, besteht im Rahmen der Kooperation die Mög - lichkeit, eine einzelfallbezogene Begleitung durch die hier dargestellte Maßnahme einzuleiten. • Streetwork der Jugendhilfe (siehe auch Maßnahme 1.05) Im Gegensatz zu dem hier dargestellten Angebot 1.0. 16 besteht die Zielgruppe von Streetwork in der Regel aus Kindern und Jugendlichen, die sich an bekannten Hot - spots aufhalten und sich dort mit Gleichgesinnten d er Peergroup treffen. Daher sind im überwiegenden Fall die Zielgruppe von Streetwork und die Zielgruppe des hi er dargestellten Angebots nicht identisch. Wenn sich j e- doch bei der einzelfallbezogenen Begleitung eines J u- gendlichen/jungen Erwachsenen im Rahmen von Streetwork eine sozialpsychiatrische Problematik ab - zeichnet, besteht im Rahmen der Kooperation beider Maßnahmen die Möglichkeit, dass die einzelfallbezog e- ne Begleitung entsprechend an die hier dargestellte Maßnahme übergeleitet wird. • Gesundheitsamt Es gibt eine enge fachliche Kooperation des o.g. An ge- bots 1.0.16 mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst de s Gesundheitsamtes. Das Angebot 1.0.16 ergänzt das be - stehende Regelangebot. Der Sozialpsychiatrische Dienst ist ein stadtweites Angebot, das Hilfen und Bera- tung für Erwachsene mit einer psychischen Erkrankun g nach dem ÖGD und Gesetz über Hilfen und Schutz- maßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG). vorhält (zum Beispiel in Krisensituationen). Es han delt sich dabei in der Regel nicht um eine intensivierte und längerfristige Begleitung, sondern um eine situativ e Hil- festellung für ausschließlich erwachsene Menschen. Das hier neu benötigte Angebot richtet sich hingege n 100 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch an minderjährige junge Menschen mit in der Al- tersphase benötigten spezifischen Hilfestellungen – so- bald der Bedarf auftritt oder bekannt wird. In der Praxis zeigt sich, dass eine Kontaktaufnahme zu diesen jungen Menschen mit der beschriebenen Prob- lematik überaus schwierig ist. Ihnen ist selbst nic ht be- wusst, dass ggf. psychische Problemlagen vorliegen. Daher sehen sie keinen Grund, einen Fachdienst wie den Sozialpsychiatrischen Dienst oder einen niederg e- lassenen Facharzt/eine Fachärztin aufzusuchen. Die Angehörigen nehmen die Situation meist deutlicher wahr. Ihnen ist aufgrund ihrer persönlichen Betroff enheit und (in der Regel) fehlender Fachkenntnisse jedoch nicht möglich ist, die Jugendlichen bzw. jungen Erw ach- senen zu motivieren, aktiv Hilfe zu suchen. Meist v er- geht sehr viel Zeit, sodass die Betroffenen erst vi el zu spät Zugang zum Hilfesystem finden. In der Zwischen - zeit ist u. U. keine gezielte Perspektivplanung erf olgt o- der die Ausbildung bzw. die Schule wurde abgebrochen, da keine helfenden Maßnahmen begonnen worden sind. Eine Erfahrung, die sehr frustrierend für die junge n Menschen ist und im Zuge einer umfassenden Hilfepla - nung vermieden werden könnte. Die hier beschriebene Maßnahme 1.0.16 ist eine aufsuchende, speziell auf junge Menschen und schulische/berufliche Orientieru ng ausgerichtete Hilfe mit einem besonders niedrigschw el- ligen Ansatz. Sie ist daher geeignet, einen Kontakt auf- bau schrittweise einzuleiten. Darüber hinaus kann d urch die Spezialisierung und den intensiven Kontakt zu Schnittstellen, beispielsweise mit dem Jobcenter U2 5, eine wirksame und zielgerichtete Hilfe angeboten we r- den. Aufgrund der Vernetzung des hier beschriebenen Angebots im Sozialraum und entsprechenden Instituti o- nen wie zum Beispiel den Schulen, ist es unter ande rem möglich, die betroffenen jungen Menschen überhaupt zu erreichen. Dadurch kann frühzeitig präventiv eingeschrit- ten und die Chronifizierung einer eventuell bestehe nden Erkrankung oder die Erlangung einer Erkrankung ver- mieden werden. Projektbeschreibung • Intensiv abholende und stark akzeptierendes Hilfsa ngebot, sprichwörtlich abholende Begleitung beispielsweise beim Verlassen der Wohnung oder bei der Kontaktherstellu ng mit anderen Menschen, die eine sehr akzeptierende u nd Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 101 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ langsam aufbauende Hilfe notwendig macht und auf ei ner vertrauensvollen Beziehung beruht. • • Stärkung der Alltagskompetenzen und somit langfris tig An- bindung an die Regelangebote. Dabei ist es von größ ter Wichtigkeit, dass dieser Prozess kontinuierlich ver läuft und sich an den individuellen Bedürfnissen jedes Einzel nen ori- entiert. Beispielhafte Aufgabendarstellung • Herstellung einer vertrauensvollen Kontakts im Rah men aufsuchender Tätigkeit • Entwicklung einer individuellen realistischen Pers pektive, insbesondere im Bereich Tagesstrukturierung, Beschä fti- gung, Ausbildung • Gestaltung des Übergangs zwischen Schule und Beruf : Hilfe im Kontakt zum Jobcenter U 25 und anderen In sti- tutionen Anbindung an die Angebote des gesundheitlichen Re- gelsystems Diese Maßnahme hat einen modellhaften Ansatz, der erstmalig in Köln erprobt wird. Es kann dabei auf Erfahrungen bereits durchgeführter Projekte in anderen Städten, zum Beispiel „Achtung-Fertig-Los!“ in Velbert, mit ähnlichen Zielsetzungen zurückgegriffen werden. Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamte s, als kommunaler Leistungsträger der Daseinsvorsorge, erf üllt, wie oben beschrieben, konkrete Aufgaben gemäß ÖGD und PsychKG (Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psy- chischen Krankheiten). Zu den Tätigkeiten des Diens tes gehört eine meist situative Hilfestellung und Kriseninterv ention. Ebenso wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben keine a uf Dauer angelegte intensive Begleitung und Beratung von Men schen mit psychischen Problemen über einen längeren Zeitraum geleistet. Der Dienst kann auch nur von erwachsenen Betroffene n ab 18 Jahren in Anspruch genommen werden und ist nicht al tersspezi- fisch auf ein junges (minderjähriges) Klientel ausg erichtet. Erfah- rungsgemäß treten Schwierigkeiten und die Notwendig keit einer beruflichen oder schulischen Planung bereits vor de m Erreichen einer Volljährigkeit auf. Zu erwarten ist vielmehr, dass der Sozial- psychiatrische Dienst als Kooperationspartner, jung e Menschen an die Projektmitarbeiter/innen vermitteln wird. Ergänzend zu den genannten Aufgaben können die konk reten Aktivitäten der zugehenden Hilfe beispielhaft sein: • Motivation zur Entwicklung einer realistischen Zuk unftspla- nung und Hilfe bei der Umsetzung (individuelle Hilf epla- nung) 102 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ • Begleitung bei notwenigen Behördengängen (Jobcente r, Jugendamt etc.) • Motivation und Begleitung zu ggf. einer psychiatri schen Behandlung und/oder Psychotherapie • Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu anderen Hilfeträg ern (Bil- dungseinrichtungen, Arbeitsprojekten, Betreutes Woh nen etc.) • Unterstützung bei der Aufnahme und Pflege sozialer Kontakte • Hilfe bei der Gestaltung freier Zeit und Vermittlu ng zu spe- ziellen Freizeitangeboten zur Tagesstrukturierung • Beratung und Unterstützung der Angehörigen des Bet roffe- nen/der Betroffenen Zu den über den Einzelfall hinausgehenden Aufgaben gehören unter anderem: • Kontaktaufbau und -erhalt zu regionalen Kooperatio nspart- nern • Klienten-Akquise im Sozialraum • Fachlicher Austausch und Teilnahme an arbeitsfeldb ezo- genen Gremien (Einrichtungsebene) Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich bis zu 5 Prozent der Wochenarbeitszeit für übergreifende Tätigkeiten verwendet wird. Die Hilfe kann ohne formales Verfahren beginnen, so bald der Betroffene/die Betroffene Interesse zur Mitarbeit b ekundet. Sie endet, wenn eine erfolgreiche Anbindung an eine wei terführende Hilfe erfolgt, die eine konkrete und nachhaltige Pe rspektive eröff- net bzw. wenn der Betroffene/die Betroffene keine U nterstützung mehr benötigt oder wünscht. Die Intensität der Begleitung entspricht dem jeweil igen Hilfebe- darf und wird voraussichtlich mehrere persönliche K ontakte pro Woche umfassen. Sie erfordert ergänzend von den Fac hkräften eine Vor- und Nachbereitungszeit, um Telefonate zu führen und Schriftverkehr bearbeiten zu können. Geschätzt hand elt es sich dabei um cirka 3,5 bis 4 Stunden pro Woche und Klie nt bzw. Kli- entin und kann sich über einen Zeitraum von durchsc hnittlich 6 bis 9 Monaten erstrecken. Zielgruppe Junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre Ziele Operative Ziele • Neu geschaffenen, bedarfsgerechte Angebotsstruktu- ren Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 103 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ • Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Bildung, Gesundheit und Arbeitsvermittlungen mit be- darfsgerechten Zugängen und Angebotsformen Projektziele • Die jungen Menschen finden durch die neue bedarfsg e- rechte aufsuchende Angebotsstruktur, die die psychi sche Problematik berücksichtigt, den Zugang zu den Angeb o- ten gesundheitlicher Versorgung und sonstiger Regel an- gebote. • Unter Berücksichtigung der psychischen Problematik werden individuelle Ziele mit der Perspektive beruf licher und/oder sozialer Teilhabe vereinbart und umgesetzt . • Durch Vernetzung des Angebots mit anderen Angebote n wie zum Beispiel Veedelscentern (3.0.7), U25, Jobce nter, Schulsozialarbeit (siehe oben) wird der Übergang fü r die Betroffenen ins Regelsystem erleichtert. Im Projektzeitraum sollen mindestens 40 junge Mensc hen mit psychischen Problemlagen begleitet und je in mindes tens ein Angebot vermittelt werden, das einen weiteren Schri tt in Hinblick auf die berufliche Perspektive bzw. deren Einmündun g bedeutet. Dieses Angebot kann je nach individueller Problemla ge im ge- sundheitlichen, schulischen, ausbildungs-, qualifiz ierungs- und/oder berufsbezogenen Bereich liegen. Bei der An gabe von 40 Projektteilnehmenden handelt es sich nicht um eine festgeleg- te Platzzahl, sondern um eine Mindestzahl von junge n Men- schen, bei denen die intensive Betreuung zu einer k onkreten Vermittlung bzw. Anbindung an eine weiterführende H ilfe des Regelsystems auch tatsächlich führen soll. Es ist d avon auszu- gehen, dass ein höherer Anteil an jungen Menschen e rreicht wird, jedoch nicht sofort bei jedem eine Vermittlung ins Regelsys- tem gelingt. Über die Möglichkeit, den Kontakt zu h alten, bestün- de auch bei diesen jungen Menschen langfristig eine Chance, durch eine intensivere Betreuung in eine verbindliche Vermittlung einzumünden. Grundsätzlich ist die Dauer des Betreuungszeitraums nicht be- grenzt und wird sich an den jeweiligen Lebensumstän den orien- tieren, insbesondere wenn man bedenkt, dass aufgrun d der ein- zelnen Problemkonstellationen unterschiedliche Them en im Hin- blick auf eine Verselbständigung bearbeitet werden müssen. Vorgesehen ist jedoch, dass – sobald möglich – eine Überleitung in andere Hilfeformen erfolgen soll. Die Betreuungs zeit kann je- doch einen Zeitraum von cirka 6 bis 9 Monaten erfor dern. Den- noch ist davon auszugehen, dass nicht bei jeder/jed em Betroffe- 104 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ nen eine Überleitung in eine Hilfe mit konkreter Pe rspektive in- nerhalb des angegebenen Zeitraums möglich ist. Die drei Projektträger sind sehr erfahren und haben im Zuge ihrer bestehenden Angebote und Kooperationen bereits konk rete Vor- stellungen, welche Personen im Sozialraum die Hilfe benötigen würden. Darüber hinaus sollen jedoch auch in der Zu sammenar- beit mit der Sozialraumkoordination, den im Sozialr aum tätigen Hilfeanbieter, Schulen und anderen Institutionen ne ue Kooperati- onspartner gewonnen werden, die direkt an das Proje kt der zu- gehenden Hilfe vermitteln können. Die Bekanntmachun g des Angebots wird erfahrungsgemäß in den ersten drei Mo naten er- folgen, gleichzeitig ist es möglich, mit der Beglei tung der bereits bekannten Personen zeitnah zu beginnen. Da die zuge hende Hilfe sehr individuell mit einem hohen Zeitaufwand begleitet und der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung an den Anfang setzt wird, ist mit einer hohen Haltewirkung zurech nen. Dieser Ansatz wird einer unnötigen Fluktuation innerhalb d es Projektes entgegenwirken. Im Verlauf der Projektarbeit werden in den Sozialräumen Struktu- ren der Kooperationen aufgebaut und eine Zusammenar beit in Netzwerken geschaffen, die über den Projektzeitraum hinaus wirken und bestehen bleiben. Darüber hinaus werden die Er- kenntnisse und Ergebnisse des Projektes in die weitere Psychiat- rieplanung der Stadt Köln einfließen. Indikatoren • Anzahl erreichter und beratener Personen • Anzahl von Vermittlungen in Hilfen oder Maßnahmen Kosten Personalkosten Für 11 Sozialräume: Förderfähige Kosten zur Weiterleitung an den Träger pro Jahr für 2 Jahre Projektmitarbeit, 2 Stellen, Pauschale je 76.440 € 152.880 € 305.760 € Für den Sozialraum Bicken- dorf, Westend und Ossen- dorf sind 15 Prozent einge- plant 22.932 € 45.864 € Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 105 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Nicht förderfähige Kosten Für 11 Sozialräume: Freistellung von Personal, 1/10 Stelle für 11 Sozial- räume 7.040 € 14.080 € Davon 15 Prozent im Sozial- raum 1.056 € 2.112 € Sachkosten für 11 Sozial- räume 700 € 1.400 € Davon 15 % im Sozialraum 105 € 210 € Gesamtkosten Bickendorf, Westend und Ossendorf 24.093 € 48.186 € Kofinanzierung Für 11 Sozialräume: Teilnehmende nach SGB II (12) 43.200 € 86.400 € Davon: 2017: 18.069,75 € 2018: 24.093,00 € 2019: 6.023,25 € Projektlaufzeit/ Zeitraum 2 Jahre: 01.04.2017 bis 31.03.2019 Projektverantwortlicher Stadt Köln, Gesundheitsamt Förderung ESF Bemerkung Ergänzende Hinweise/Besonderheiten: Angabe des Fachamtes: Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt über das Thema Ge sundheit, nicht über das Thema Pädagogik. Die Zielgruppe befi ndet sich jedoch im Übergang zum Erwachsensein, daher fließen je nach Entwicklungstand auch pädagogische Elemente in die Beglei- tung ein. Die Besonderheit des Angebots besteht darin, dass h ier Men- schen erreicht werden, die neben möglichen psychosozialen De- fiziten eine psychische Problematik aufweisen. Dies e Menschen benötigen ein sozialpsychiatrisch ausgerichtetes An gebot, da rein pädagogische Ansätze nicht mehr greifen. Die Maßnahme wurde bewilligt und ist am 01.04.2017 gestartet. 106 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.17 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Stadtteileltern im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Anhand der sozio-ökonomischen Eckwerte im Sozialrau m Bicken- dorf, Westend und Ossendorf wird – wie auch in den weiteren zehn Kölner Sozialräumen – deutlich, dass der Bedarf an Beratungsan- geboten über dem städtischen Durchschnitt liegt. Di e Erfahrung zeigt zudem, dass insbesondere für den niederschwel ligen Zugang entsprechende Angebote in Form von einer Orientieru ngsberatung und Lotsenfunktion in Verbindung mit aufsuchender Beratung und Begleitung erforderlich sind, damit bildungsbenacht eiligte Men- schen in prekären Lebenslagen erreicht werden. Mit dieser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und nieder- schwelliger Beratungsansatz im Veedel geschaffen. D as Angebot bildet eine „Türöffner Funktion“ in Richtung Regelangebot. Projektbeschreibung Stadtteileltern Mit dem Projekt „Stadtteileltern“, sollen niedrigschwellige Zugänge in die Zielgruppen gewährleistet werden. Hierfür we rden die beste- henden „Stadtteilmütter-Projekte“ zu einem Stadttei leltern-Projekt weiterentwickelt. Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Struktur- förderprogramm MÜLHEIM 2020 wird sich an den beiden folgen- den Prinzipien orientiert: − Keine Beschränkung der Stadtteileltern auf Migrati onshin- tergrund − Verstärkte Einbeziehung von Männern als Stadtteilv äter Innovativ an dem Vorhaben ist insbesondere die Weit erentwicklung der bisherigen Stadtteilmütter-Projekte in ein dreistufiges Qualifizie- rungsmodell mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit durch Ar- beitsmarktintegration: − Qualifizierung zur Stadtteilmutter / zum Stadtteil vater Die Qualifizierung der Stadtteileltern erfolgt durc h die VHS Köln und hat einen zeitlichen Umfang von 6 Monaten und cirka 20 Unterrichtseinheiten / Woche. Vermittelt w erden Kenntnisse in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Sozi- ales sowie Basiswissen in der Beratung. Die Stadtte ileltern unterstützen Familien in Fragen zu diesen Themen und fun- gieren als Lotsen zu Fachberatungsstellen und dem R egel- system. − Praxiseinsatz als Stadtteileltern (12 bis 18 Monat e) Stadtteileltern informieren in vielen Sprachen über Förder- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 107 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ möglichkeiten ihrer Kinder in der Schule, nennen An sprech- personen für eine familiäre Unterstützung und berat en bei gesundheitlichen Themen oder beim Übergang Schule u nd Beruf. Sie leisten in ihrem Veedel praktische Integ rationsar- beit − Berufsbezogene Anschlussqualifizierung in den erst en Ar- beitsmarkt (6 bis 12 Monate), zum Beispiel o Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen o Haushaltsnahe Dienstleistungen o Alltagsassistenz – zum Beispiel in Wohngruppen für Demenzkranke o Pädagogische Hilfskraft, zum Beispiel für den Ein- satz in einer Offenen Ganztagsschule o Verwaltungsassistenz im Gesundheitswesen/ Pati- entenlotsin Es erfolgt eine dezentrale Koordination der Stadtte ileltern durch kooperierende Träger an insgesamt acht Standorten, wobei einige Sozialräume für das Stadtteileltern-Projekt zusamme ngefasst wer- den. An diese vier Standorte werden die acht Stadtt eilelternprojek- te, die von Trägern vor Ort koordiniert werden, ang ebunden, so dass eine Kombination aus „Komm“-Strukturen und auf suchender Arbeit realisiert wird. Durch die enge Kooperation zwischen den Beratenden und den Stadtteileltern werden Beratungs- und Begleitungsan gebote wirk- sam miteinander verbunden. Es ist geplant, dass die Universität zu Köln / Huma nwissenschaftli- che Fakultät das Projekt „Stadtteileltern“ wissenschaftlich unter der Fragestellung begleiten wird, welche Auswirkungen der Einsatz von Stadtteileltern auf Wissensbestände und Verhaltensm uster der be- gleitenden Familien hat. Abgrenzung und Verbindung des Projektes zu den best ehen- den Strukturen Das Projekt etabliert eine Verweis- und Lotsenstruk tur, durch die der Regelbetrieb der Kölner Beratungslandschaft ges tärkt wird und Menschen, die bisher Beratungsangebote in den Berei chen Bil- dung, Soziales und Gesundheit nicht oder nur in unz ureichendem Maße in Anspruch genommen haben, an diese Strukturen herange- führt werden. Das Projekt schließt insbesondere mit seinen aufsuc henden und dezentralen Beratungsformaten Lücken in der gesamts tädtischen Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf de r infrastrukturel- len Ebene durch die Einbindung der beratenden Einri chtungen niedrigschwellige quartiersbezogener Beratungsnetzw erke, die auf Dauer angelegt sind. Die enge Kooperation mit den Projekten Grundbildung im Veedel 108 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ (vergleiche Maßnahme Projektnummer 1.0.20), Familie nbildung sowie den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenzagentu ren und Bildungsträgern im Sozialraum ist wesentlicher Projektbestandteil. Dies gilt auch für die Kooperation mit bestehenden Beratungsnetz- werken wie zum Beispiel Netzwerk früher Hilfen, NEIS, Arbeitskreis Vernetzte Beratung, Netzwerke der Weiterbildung, etc. Zielgruppe Bildungsbenachteiligte − Erwachsene − Familien − Kinder und Jugendliche Ziele Operative Ziele − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebotsf or- men − Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n und / oder Arbeitsplätze Projektziele − Verbesserung der Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern in den durch Stadtteileltern unterstützten Familien − Verbesserung der Grundbildungs- und Erziehungskomp e- tenzen von Eltern in den durch Stadtteileltern unte rstützten Familien − Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Stadtteil eltern, Integration der Projektteilnehmenden in den 1. Arbeitsmarkt Das Projekt schließt mit seinen Beratungsangeboten Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig durch die Schaffung niedrigschwelliger quartiersbezogener Unterstützung sstrukturen, die auf Dauer angelegt sind. Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter IP 9 (b) formu- lierten Zielsetzung „Verbesserung der Integration b enachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und i n die Gemein- schaft“ (Ziel 11) in vollem Umfang und leistet eine n wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung. Indikatoren − Anzahl der erfolgten Beratungen − Anzahl der erreichten Ratsuchenden nach Geschlecht , Al- ter, Migrationshintergrund, Status, Beratungsanlass − Anzahl der erfolgten Vermittlungen an dritte Stell en − Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltun gen − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 109 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Anzahl der durch Stadtteileltern erreichten Famili en − Veränderung von Wissensbeständen und Verhaltenswei sen bei den unterstützten Familien (Erziehungskompetenz , Ori- entierungswissen, Integration) − Anzahl der in den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Stadtteil- eltern Kosten Projektlaufzeit / Zeit- raum Projektlaufzeit: 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2017 bis 30.06.2020 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die konkre- te Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrac htung abhän- gig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung in Kooperation mit Amt für Kin- der, Jugend und Familie Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht er- kennbar. Bemerkung 165.000 € Drittmittel für das Projekt Sta dtteileltern werden durch eine Stiftung bereitgestellt. Eine schriftliche Fi nanzierungszusage liegt vor. Ein positives Votum der AG Einzelprojekte des MAIS liegt vor, so- dass kurzfristig mit der Bewilligung des Förderantr ages gerechnet wird.. pro Jahr 3 Jahre Stellenanteile für den Sozialraum anteilige Kosten Personalkosten 1 Stelle Projektleitung kleiner und mittlerer Projekte 86.460 € 259.380 € 0,09 23.580 € 8 x 0,25 Stellen Projektmitarbeit 149.880 € 449.640 € 0,18 40.876 € Sachkosten Bürgerschaftl. Engagement (nur 2Jahre) 72.000 € 144.000 € 13.091 € Gesamtkosten Stadtteileltern 308.340 € 853.020 € 77.547 € Davon Haushaltsjahr 2017: 154.170 € 14.015 € Davon Haushaltsjahr 2018: 308.340 € 28.031 € Davon Haushaltsjahr 2019: 272.340 € 24.758 € Davon Haushaltsjahr 2020 118.170 € 10.743 € Zusätzliche Stiftungsgelder, die nicht in den Finanzierungsplan einfließen: Qualifizierung Stadtteileltern (VHS) 96.000 € 8.727 € Evaluation (lernende Region) 12.000 € 36.000 € 3.273 € Öffentlichkeitsarbeit 11.000 € 33.000 € 3.000 € Kosten für 11 Sozialräume Kosten für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 110 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 111 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr. 1.0.19 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Übergänge begleiten: Angebote der Familien bildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und Sekundarstufe I (SEK I), Trägern des Offe- nen Ganztags im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossen- dorf Inhalt Ausgangslage Die Familie ist für jedes Individuum die erste und gleichzeitig nachhaltigste Sozialisationsinstitution. Als zentra ler Ort des Auf- wachsens und der Identitätsbildung stellt sie für K inder den ge- sellschaftlichen Mikrokosmos kultureller Leitbilder dar. Jeder Mensch erfährt in der Familie soziale Normen, Geborgenheit und intensive Beziehung. Familie symbolisiert den Wunsc h nach per- sönlichem Glück. Jeder Mensch hat eine Familie, jed er braucht sie von Geburt an bis ins hohe Alter. − Bislang wurden keine vergleichbaren Ansätze auf ge - samtstädtischer Ebene realisiert. − Das Projekt wurde in der AG § 78 SGB VIII Familien bil- dung entwickelt. − Projektspezifische Einwohnerdaten der Jugendhilfe pla- nung (Stand 31.12.2015) begründen den räumlichen Be - darf für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Oss en- dorf Bickendorf Einwohner 11.410 Einwohner mit Migrationshintergrund 3.847 0 bis 3jährige 348 3 bis 6jährige 295 6 bis 10jährige 376 10 bis 15jährige 469 0 bis 15jährige gesamt 1.488 Haushalte mit Kindern 1.112 Alleinerziehendenhaushalte 317 Arbeitslosenquote 9,5 Prozent 112 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Westend Einwohner 5.196 Einwohner mit Migrationshintergrund 3.500 0 bis 3jährige 205 3 bis 6jährige 211 6 bis 10jährige 315 10 bis 15jährige 338 0 bis 15jährige gesamt 1.069 Haushalte mit Kindern 714 Alleinerziehendenhaushalte 245 Arbeitslosenquote 17,9 % Ossendorf Einwohner 8.881 Einwohner mit Migrationshintergrund 3.966 0 bis 3jährige 273 3 bis 6jährige 283 6 bis 10jährige 395 10 bis 15jährige 566 0 bis 15jährige gesamt 1.517 Haushalte mit Kindern 1.152 Alleinerziehendenhaushalte 314 Arbeitslosenquote 10,2 % Projektbeschreibung Eingebettet in lokale Strukturen wird ein breit gef ächertes Unter- stützungssystem aufgebaut, das Familien fördert und aktivieren- de Impulse im Gemeinwesen setzt. Damit werden sowoh l Bil- dungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern geförde rt als auch Eltern und Familien unterstützt. Unabhängig von der sozialen und kulturellen Herkunf t werden allen Kinder und Jugendlichen positive Zukunftschancen eröffnet. Bildung und Gesundheit von Kindern, Jugendlichen un d ihren Eltern werden von Geburt bis zur Ausbildung geförde rt. Jedes Kind soll körperlich und seelisch gesund im Arbeits leben an- kommen. Es wird eine Präventionskette (weiter-)entwickelt, die bereits be- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 113 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ stehende Maßnahmen und weitere notwendige Maßnahmen ein- schließt und miteinander verbindet. Mit dieser Präv entionskette werden Schutzfaktoren gefördert und Risikofaktoren vermindert. Die Präventionskette muss die verschiedenen Stationen und Ein- flussfaktoren in der Entwicklung der Kinder in den Blick nehmen. Risikoanfällig sind vor allem Übergänge zwischen de n einzelnen Lebens- und Erziehungsphasen (Transitionen). Hier s etzen die Familienbildungsangebote an. Methoden Offene Sprechstunden, Eltern-Kind-Kurse, Elternkomp etenztrai- nings, Elternseminare, Elterncafés, Nachbarschaftsh ilfen und haushaltsnahe Dienstleistungen, Elternbildungsprogramme „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundschu- le“, FuN (Familie und Nachbarschaft) sowie Qualifiz ierungen für Erzieherinnen, Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen im offenen Ganztag. Durchgeführt werden die Projekte von Mitarbeiterinnen der Fami- lienbildung, die eine Zusatzqualifikation zur Elter nbegleiterin (El- ternchance II) erfolgreich abgeschlossen haben. Sie verfügen über interkulturelle Kompetenz und sind in der Lage , nied- rigschwellige Zugänge zu erschließen mit den besond eren Schwerpunkten: - Elternkompetenz stärken: Bedeutung von Bildung, i ndivi- dueller Förderung und Bildungsverläufen vermitteln - Bildungsoptionen eröffnen: Angebote zur Bildungsb eglei- tung und -beratung einrichten - Schulwahl begleiten: Eltern bei diesen Entscheidu ngen Information anbieten - Diagnose stellen: Fähigkeiten von Kindern einschä tzen und nach Bedarf Familien an andere Dienste vermitteln - Zusammenarbeit verbessern: Erziehungs- und Bildun gs- partnerschaften zwischen Familien und Fachkräften i n Kinderbetreuung und Schule fördern - Innovative Familienbildung etablieren: neue Forme n und Inhalte der Eltern- und Familienbildung einrichten - Netzwerke bilden: Zusammenarbeit mit anderen Elte rn- und Kind bezogenen Einrichtungen stärken Die Angebote werden bei Bedarf bei interkultureller Zusammen- setzung der Teilnehmenden mit einer Doppeldozentur (mutter- sprachliche Fähigkeiten und Deutsch) durchgeführt, um sprachli- che Barrieren und Kommunikationshindernisse zu mini mieren. Die Angebote „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundschule“ basieren auf dem peer-to-peer A nsatz, die Evaluation der Angebote belegt ihre Wirksamkeit. Di ese drei An- gebote werden in enger Abstimmung mit dem KI (Kommu nales Integrationszentrum) als Fachdienststelle durchgeführt. Ein wichtiger Aspekt bei den Angeboten für Familien ist die ge- genseitige soziale Unterstützung, die Erfahrungen d er gemein- sam verbrachten (Lern-) Zeit und der Austausch im R ahmen ei- 114 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ner geschützten Gruppe. Dienste und Angebote werden gebündelt, die Familien dringend benötigen. Hierzu zählen Bildung, Erziehung und Bet reuung. Ein Beispiel für die Umsetzung der Präventionskette in Absprache mit der Sozialraumkoordination: Angebote für Schwangerschaft, Geburt, Mutterschutzzeit - Ganzheitliche Geburtsvorbereitung, - Begleitung bei der Geburt und Nachsorge Angebote im 1. Lebensjahr - Babynest, - Elterncafé 1. Lebensjahr, - Elternstart NRW, - Guter Start mit Baby ( haushaltsnahe Dienstleitun g) Angebote im 2. bis 6. Lebensjahr - Elterncafé, - Griffbereit, - Gesund aufwachsen, - Rucksack in der Kita, - Eltern-Kind-Gruppen Angebote im 6. bis 10. Lebensjahr - Elternbegleiterinnen (Elternchance II), - Rucksack in der Grundschule, - Elterntraining (starke Eltern-starke Kinder, FuN ), - Eltern-Kind-Gruppen, - Ferienschule Angebote ab dem 10. Lebensjahr - Elterncafés, - Eltern-Kind-Gruppen, - Elterntrainings, Elternwerkstätten, - Rucksack in der Grundschule - Elternbegleiterinnen (Elternchance II), - Ferienschule Die Projekte sind mit der Sozialraumkoordination vo rabbespro- chen. Im Sozialraum bereits zahlreiche Kontakte zu Kindertages- stätten, KitaPlus-Einrichtungen und Familienzentren mit denen im Projekt kooperiert werden soll. Darüber hinaus sollen weitere Kooperationspartner g ewonnen werden. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 115 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Organisationsstruktur des Projektes gliedert si ch in drei Be- reiche: Steuerung im Fachamt, im Sozialraum und Umsetzung im Sozialraum Zur Gewährleistung der ordnungsgemäßen Durchführung und Abwicklung des Moduls ist es notwendig, in einer Or ganisations- einheit die administrativen Aufgaben des Projektes zu bündeln und den Informationsfluss zu sichern. Die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt wird koor diniert und das Projekt nach außen vertreten. Zu diesen Aufgaben zählen die Geschäftsführung für das Pro- jekt: - Mittelbewirtschaftung - Vergaben - Verträge - Controlling - Evaluation, Dokumentation, - Erstellen von Zwischen- und Endberichten - Koordination von Arbeitsgruppen - Vertretung des Projektes nach außen - Öffentlichkeitsarbeit für das Gesamtprojekt Zielgruppe Kinder, junge Erwachsene in der Familien gründungsphase, Müt- ter und Väter in prekären Lebenslagen, Bezugsperson en und Nachbarschaften Ziele Operative Ziele - Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Ber eich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen - Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt - Neue bedarfsgerechte Angebotsstrukturen entwickel n un- ter Berücksichtigung bewährter evaluierter Ansätze Projektziele Bei den gesetzten Zielen muss berücksichtigt werden , dass Fa- milien eine heterogene Zielgruppe sind, die sich di fferenziert durch eine Vielfalt von divergierenden Bildungsbarr ieren, Part- nerschaftskonstellationen, ethnischen Abstammungen und un- terschiedlichen ökonomischen Grundlagen unterscheiden. - Entwicklung einer förderlichen Beziehung zwischen Eltern und Kindern - Entwicklung einer Erziehungspartnerschaft zwische n El- tern und pädagogischen Fachkräften. - Vermittlung von Kompetenzen, die Erwachsene und K in- der brauchen, um unter den gegenwärtigen Bedingunge n von Gesellschaft, Arbeit und Kindheit „Familie zu l eben“ und die mit Familie verbundenen Aufgaben sicher, ge las- 116 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sen und mit Freude zu erfüllen. - Aktivierung und Beteiligung von Eltern Deswegen wird die Beteiligungsbereitschaft der Elte rn an den Bildungs- und Erziehungsprozessen ihrer Kinder ge- fördert. Es entsteht für die Familien eine sichtbar e Ver- bindlichkeit und Verlässlichkeit der Angebote: Nied er- schwellige familienstärkende und – unterstützende A nge- bote und Hilfen für Eltern, Kinder und Jugendliche aller Altersstufen. - Gesundheitsförderung Die Familie ist der früheste und aussichtsreichste Ort für die Prägung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen. Sie ist ebenso der Ort, an dem Fehlentwicklungen erkann t und alternative Lösungen entwickelt werden können. Vor diesem Hintergrund trägt die Gesundheitsförderung z u einer positiven Veränderung der Lebensqualität von Fa- milien bei, unterstützt die Entwicklung eines ganzh eitli- chen Körper-bewusstseins und ermutigt, neue Hand- lungsalternativen umzusetzen. - „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch Information, Unters tützung und Begleitung Indikatoren − Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, − Anzahl der durchgeführten Angebote, − Evaluation durch regelmäßige Teilnehmerbefragung Kosten Personalkosten 1 Stelle Projektleitung großer Projekte 95.520,00 € pro Jahr / 191.040 € für 2 Jahre 5 Stellen Projektmitarbeit 76.440 € pro Jahr / pro Stelle / 764.400 € für 2 Jahre 1 Stelle Assistenz 60.120 € pro Jahr ./. 120.240 € für 2 Jahre Personalkosten gesamt: 537.840 € pro Jahr ./. 1.075.680 € für 2 Jahre für 11 Sozialräume Pro Sozialraum Personalkosten von 97.789 € Davon Haushaltsjahr 2018: 48.894 € Davon Haushaltsjahr 2019: 48.894 € Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 117 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Sachkosten Programm „Rucksack“ 30.420 € Programm „Griffbereit“ 21.060 € Coaching „Rucksack“ und „Griffbereit 14.940 € Material „Griffbereit“ 4.500 € Sachkosten für Angebote 22.000 € Werbung/Flyer 22.000 € Stadtteilfeste 22.000 € Layout/Druck Dokumentation 5.000 € Informationsmaterial 3.000 € 144.920 € Sachkosten gesamt: 144.920 € für 2 Jahre für 11 Sozialräume Pro Sozialraum Sachkosten von 13.175 € Davon Haushaltsjahr 2018: 6.587 € Davon Haushaltsjahr 2019: 6.587 € Gesamtkosten 1.220.600 € für 2 Jahre Gesamtkosten pro Sozialraum Personalkosten 97.789 € Sachkosten 13.175 € Gesamt 110.964 € Davon Haushaltsjahr 2018: 55.482 € Davon Haushaltsjahr 2019: 55.482 € Projektlaufzeit / Zeitraum 01.01.2018 bis 31.12.201 9 (24 Monate) Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me. 118 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Kin- derinteressen und Jugendförderung Förderung − ESF − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung Im Bereich früher Hilfen und der Bekämpfu ng von Armut werden die Angebote mit den Akteuren im Sozialraum zielgru ppenspezi- fisch nach Bedarf entwickelt, soweit sie nicht bere its im Vorfeld abgestimmt wurden. Für diese Maßnahme ist eine Anpassung der Konzeptio n vorge- sehen. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 119 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr.1.0.20 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im So zialraum Bicken- dorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Aktuellen Studien zufolge leben in Köln mehr als 100.000 funktio- nale Analphabetinnen und Analphabeten (cirka 16 Pro zent der Deutsch sprechenden Bevölkerung im erwerbsfähigen A lter.) Davon sind maximal fünf von hundert als Lernende in Alphabeti- sierungskursen angemeldet. Die Erfahrung zeigt, das s erfolgrei- che Präventions- und Interventionsstrategien hetero gene Ziel- gruppen und Problemlagen berücksichtigen müssen, wo bei Grundbildung eine gesamtgesellschaftliche Querschni ttsaufgabe ist, die nicht nur im Alphakurs stattfindet. Mit di eser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und niederschwelliger A nsatz ge- schaffen. Das Angebot bildet eine „Türöffner Funkti on“ in Rich- tung Regelangebot. Vor diesem Hintergrund haben die Stadt Köln, die Un iversität zu Köln und die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. i m Sommer 2014 das Kölner Zentrum für Grundbildung und Präven tion ins Leben gerufen. Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums sind: − Netzwerkarbeit unterstützen − Angebotsstrukturen weiterentwickeln − Zugangswege erschließen und systematisch nutzen − Präventionsstrategien etablieren Arbeitsgrundlage sind die Empfehlungen des Landesbe irates für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung in NRW zum Thema Alphabetisierung und Grundbildung, wobei im Rahmen des Pro- jektes „Gemeinsam für Grundbildung im Veedel“ die f olgenden Empfehlungen von besonderer Bedeutung sind: − „Eine Grundbildungsoffensive zu initiieren − Grundbildung als Aufgabe von Schule zu fokussieren − Ressortübergreifendes Einbeziehen von Familie, vor - schulischen Einrichtungen, Schulen, Arbeitswelt, Ve r- braucherschutz und politischer Bildung − Neue Zugänge und Formate zu ermöglichen…“ Es ist davon auszugehen, dass in den 11 Kölner Sozi alräumen und damit auch im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ der Anteil der funktionalen Analphabeten noch einmal deut- lich über dem städtischen Durchschnitt liegt. Auch wenn hinsichtlich der Korrelation zwischen Gru ndbildungs- defiziten und wirtschaftlicher, politisch-kultureller und gesundheit- 120 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ licher Benachteiligung die Datenlage noch nicht bef riedigend ist, zeigen vorliegende aktuelle Studien, dass Grundbild ungsdefizite in einem zirkulären Wirkungszusammenhang Ursache un d Folge dieser Benachteiligungsformen sind. So weist die leo. – Level-One Studie (leo.-Studie) zur Literalität von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus de utliche Übereinstimmungen zwischen wirtschaftlicher Benacht eiligung und funktionalem Analphabetismus auf, andere Studie n kommen für politisch-kulturelle und gesundheitliche Benach teiligung und Grundbildungsdefizite ebenfalls zu stark ausgeprägt en Zusam- menhängen („Literacy changes Lives" des National Li teracy Trust, 2008). Funktionaler Analphabetismus „ist gegeben, wenn die schrift- sprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal erforderlich sind und als s elbstverständ- lich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen gesell schaftlichen Anforderungen gerecht zu werden und gesellschaftlic he Teilhabe zu garantieren.“ (Q: Alphabund 2010) Aktuelle Studien wie LEO Level One (2011) und PIAAC (Pro- gramme for the International Assessment of Adult Competencies) (2012) sehen dabei eine hohe Korrelation zwischen fehlenden grundlegenden Kompetenzen und Arbeitslosigkeit / SG B II- Bezug, prekären Lebensverhältnissen, Überschuldung, Armuts- und Krankheitsrisiko und Bildungsbenachteiligung in Familien- strukturen. Dabei ist, ähnlich wie bereits bei PISA , (Programme for International Student Assessment) das erzielte Kompetenzni- veau in hohem Maße abhängig von der sozialen Herkunft. Projektbeschreibung Aufgabenverständnis: Durch die Verbindung von Praxis und Forschung im Be reich Grundbildung und Prävention soll die gemeinsame Ent wicklung und kontinuierliche Bewertung der Wirkung von Inter ventionen ermöglicht und Grundbildungsarbeit als partizipativ geplante Hilfe zur Selbsthilfe und effektive und effiziente Interv ention etabliert werden. Grundbildung umfasst in unserem Verständnis „Kompet enzen in den Grunddimensionen kultureller und gesellschaftli cher Teilha- be, wie Rechenfähigkeit (Numeracy), Grundfähigkeite n im IT- Bereich (Computer Literacy), Medienkompetenz (Media Literacy), Gesundheitsbildung (Health Literacy), Finanzielle G rundbildung (Financial Literacy) und Soziale Grundkompetenzen ( Social Lite- racy).“ (Q: Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2012) Damit ist Grundbildung eine Fähigkeit, die über die Lese- / Schreibkompetenzen hinausgeht, diese aber beinhaltet: Basierend auf den Erfahrungen der langjährigen Alph abetisie- rungs- und Grundbildungsarbeit der VHS Köln und der Projekte PAGES und CURVE, die im Rahmen des Bundesprogramms Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 121 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ alphabund umgesetzt wurden, wird angestrebt, als He ranfüh- rungsstruktur zu den klassischen Alphabetisierungsk ursen und unter Bezugnahme auf den oben zitierten umfassenden Grund- bildungsbegriff, sozialräumlich verortete Grundbild ungsangebote zu den Themen − Lese- und Schreibkompetenzen (Literacy) − Rechenfähigkeit (Numeracy) − Grundfähigkeiten im IT-Bereich (Computer Literacy) , − Medienkompetenz (Media Literacy) − Gesundheitsbildung (Health Literacy) − Finanzielle Grundbildung (Financial Literacy) − Soziale Grundkompetenzen (Social Literacy) zu entwickeln und umzusetzen. Umsetzung: Die Umsetzung des Projektes erfolgt in allen 11 Köl ner Sozial- räumen, da die Bedarfslagen in Bezug auf verbessert e Grundbil- dungskompetenzen vergleichbar sind. Dabei wurde der im Monitoring Stadtentwicklung der Stadt Köln verwendete Index „Soziale Lage“ zu Grunde gelegt, der für die 11 Kölner Sozialräume besondere Handlungserfordernisse im ge- samtstädtischen Vergleich ausweist. Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrate gie der Stadt Köln im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Stark e Veedel – Starkes Köln zunächst in Form einer Pilotphase in d en folgenden Sozialräumen. - Mülheim-Nord, Keupstraße und Buchheim, Buchforst - Meschenich und Rondorf - Blumenberg, Chorweiler und Seeberg Nord Nach sechs Monaten Projektlaufzeit erfolgt die Ausw eitung des Angebotes auf die weiteren Sozialräume: - Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil - Bickendorf, Westend und Ossendorf - Bilderstöckchen - Bocklemünd / Mengenich - Höhenberg und Vingst - Ostheim und Neubrück - Humboldt / Gremberg und Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitn ah auf alle Sozialräume übertragen werden können und Strategien der Teil- nehmendengewinnung und Formatentwicklung zunächst i n einer Teilgruppe erprobt werden können, bevor sie in der Fläche um- 122 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ gesetzt werden. Geplante Vorgehensweise − Gewinnung von Lernenden für Grundbildungsangebote − T 0-Befragung: Erhebung der vorhandenen Wissensbe- stände und Verhaltensweisen der Lernenden − Entwicklung von modularen Curricula für die unters chied- lichen Literacy-Dimensionen − Umsetzung der Curricula in Kursen in den jeweilige n So- zialräumen − T 1-Befragung: Veränderung der Wissensbestände und Verhaltensweisen der Lernenden − Erarbeitung von Handreichungen für Dozentinnen und Dozenten als Grundlage einer Übernahme der Curricul a- Inhalte in den Regelbetrieb wie zum Beispiel in Alp habe- tisierungskurse und in beschäftigungsfördernde Maß- nahmen Abgrenzung des ESF-Einzelprojektes zu den Programme n der ESF-Förderung Ausschlaggebend für das Vorhaben ist die Tatsache, dass über die bestehenden Alphabetisierungskurse nur maximal 5 Prozent der funktionalen Analphabeten erreicht werden. Gründe hierfür liegen unter anderem in den zentrale n Angebots- strukturen, umfangreichen Curricula, Mindestteilneh menden Zah- len sowie verfügbaren Lernorten und Lernzeiten. Das Projekt „Grundbildung im Veedel“ ist den klassischen Alpha- betisierungskursen als - niedrigschwelliges - dezentrales - inhaltlich differenziertes Grundbildungsangebot vorgeschaltet und dient der He ranführung der Lernenden an die Regelstrukturen durch neue Angebote. Diese Angebote unterscheiden sich in Umfang und For mat deut- lich von Alphabetisierungskursen im Regelangebot, d a sie bei geringem Umfang der Lerneinheiten modular aufgebaut sind und darauf abzielen, kurzfristige Lernerfolge zu vermit teln. Grundbil- dungsangebote bieten eine Brücke, um auch wieder Zu gänge zu Angeboten der Regelsysteme zu finden, etwa das Nachholen von Schul- oder Berufsabschlüssen oder die Teilnahme an Bera- tungs- und Bildungsangeboten. Erreichung der Zielgruppen: Die Gewinnung der Teilnehmenden erfolgt durch eine enge Ko- operation mit den sozialräumlichen Strukturen vor O rt, die gleich- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 123 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zeitig auch als Lernorte in das Projekt eingebunden werden. Bei- spielhaft seien hier genannt: - Kitas / Familienzentren - Schulen - Jugendeinrichtungen - Bürgerzentren - Migrantenorganisationen, zum Beispiel Moscheevere ine - Interkulturelle Zentren - Beratungsinfrastrukturen vor Ort Weitere Zugangsstrukturen und Lernorte werden im Pr ojekt iden- tifiziert und für die Grundbildungsarbeit aktiviert. Des Weiteren erfolgt eine Kooperation mit Stadtteil eltern- und Integrationslotsen-Projekten, um Teilnehmende für d ie Kursan- gebote durch aufsuchende Strukturen zu gewinnen. Ergänzt wird die die Teilnehmendengewinnung durch e ine enge Kooperation mit Kölner Beratungsservice und Kölner Veedelscen- ter (KVC), den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenza genturen und Bildungsträgern. Etabliert wird eine Verweis- u nd Lotsen- struktur, durch die Bildungs- und Sozialberatung au f Grundbil- dungsangebote verweist und umgekehrt aus Grundbildu ngsteil- nahme in Bildungs- und Beratungsangebote vermittelt. Zielgruppe Bildungsbenachteiligte Bürgerinnen und B ürger mit Grundbil- dungsdefiziten in den 11 Sozialräume: − Erwachsene − Familien und − Jugendliche / Junge Erwachsene Ziele Operatives Ziel − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen Projektziel - Mit dem Projekt „Gemeinsam für Grundbildung im Ve edel“ soll im Programmgebiet der elf Sozialräume eine Gru nd- bildungsoffensive gestartet werden, um so benachtei ligte Stadtteile und bildungsbenachteiligte Bewohnerinnen und Bewohner, besonders von Armut Betroffene wie Allein er- ziehende, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migr ati- onsgeschichtedurch die Möglichkeit des Erwerbs von all- tagsbezogenen Grundbildungskenntnissen zu stabilisieren und zu unterstützen. - Das Projekt schließt mit seinen Grundbildungsform aten Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infrastrukturellen Ebene durch die Schaffung nied- rigschwelliger quartiersbezogener Grundbildungsnetz wer- ke, die auf Dauer angelegt sind. 124 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ - Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsach se 4: Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Präve ntion unter IP 9 (b) formulierten Zielsetzung „Verbesseru ng der Integration benachteiligter gesellschaftlicher Grup pen in Arbeit, Bildung und in die Gemeinschaft“ (Ziel 11) in vol- lem Umfang und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Er- reichung dieser Zielsetzung. Indikatoren − Anzahl der entwickelten Grundbildungsformate − Anzahl der erreichten Lernenden nach Geschlecht, A lter, Migrationshintergrund, Status (Kursteilnahmen) − Anzahl der realisierten Angebote − Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltun gen − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Doze ntin- nen und Dozenten − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Mult iplika- torinnen und Multiplikatoren Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 125 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Projektlaufzeit / Zeitraum Laufzeit 24 Monate 01.01.2018 bis 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung Es ist geplant das Projekt in Kooperation mit Univ ersität zu Köln und Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. (Kölner Ze ntrum für Grundbildung und Prävention) umzusetzen Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht erkennbar. 126 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.21 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Ferienschulen im Sozialraum Bickendorf, We stend und Ossen- dorf Inhalt Ausgangslage Sprache ist das Medium und der Schlüssel zum Lernen in allen Fächern. Entsprechende Kompetenzen bilden eine Vora usset- zung für den Schulerfolg. Die Herausforderung in me hrsprachi- gen Klassen besteht darin, alle Kinder so zu unters tützen, dass sie die Schulsprache Deutsch möglichst gut und auch schnell beherrschen. Ferienschulen sind ein geeignetes Inst rument, den Schulerfolg neu zugewanderter und sozial benachteil igter Kinder zu fördern. Projektbeschreibung Im Rahmen des Projekts sollen 22 Ferienschulen an G rundschu- len im Programmgebiet der elf Sozialräume angeboten werden. Hierüber können bis zu 600 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Das Projekt setzt bei den Erfahrungen des Strukturf örderpro- gramms MÜLHEIM 2020 an. Hier konnten in der Zeit vo n 2011 bis 2014 alle Grundschulen im Programmgebiet der el f Sozial- räume mit einem vergleichbaren modularen Konzept fü r eine Zu- sammenarbeit in dem Thema „Sprachförderung“ gewonnen wer- den. Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrate gie der Stadt Köln im Integrierten Stadtentwicklungskonzept „Star ke Veedel – Starkes Köln“ zunächst in Form einer viermonatigen Pilotphase in den folgenden Sozialräumen. - Mülheim-Nord, Keupstraße und Buchheim, Buchforst - Meschenich und Rondorf - Blumenberg, Chorweiler und Seeberg Nord Nach der Durchführung von je einer Ferienschule in den vier Pi- lotstandorten erfolgt die Ausweitung des Angebotes auf die weite- ren Sozialräume: - Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil - Bickendorf, Westend und Ossendorf - Bilderstöckchen - Bocklemünd / Mengenich - Höhenberg und Vingst - Ostheim und Neubrück - Humboldt / Gremberg und Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitn ah auf alle Sozialräume übertragen werden können und didaktisch e und organisatorische Konzepte zunächst in einer Teilgru ppe erprobt Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 127 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ werden können, bevor sie in der Fläche umgesetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass in den 11 Kölner Sozi alräume und damit auch im Sozialraum Bickendorf, Westend un d Ossen- dorf der Anteil an Grundschulkindern mit besonderem Sprachför- derbedarf noch einmal deutlich über dem städtischen Durch- schnitt liegt, da der Anteil an Schülerinnen und Sc hülern mit Mig- rationsgeschichtehöher und die sozio-ökonomische La ge der Familien schwieriger ist als in der Gesamtstadt. Während der Schulferien (Ostern / Sommer / Herbst) können Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf an ihrer Grundschule an einer kostenlosen Ferienmaßnahme tei lnehmen, die auf die Verbesserung der Sprachkompetenzen in d er Mutter- sprache und in der deutschen Sprache ausgerichtet i st. Während der Maßnahme werden die Kinder in Kleingruppen (sechs Kinder) von je zwei Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstuden ten be- treut. Die Sprachförderung basiert auf der DemeK Methode. Charakteristisches Kennzeichen der Ferienschule ist die Verbin- dung von spielpädagogischen Elementen mit lebendige r Sprach- fördertätigkeit zur Verbesserung der alltags- und b ildungssprach- lichen Kompetenzen. Den Abschluss der Ferienschule bildet am letzten Ta g ein Ab- schlussfest, zu dem auch die Eltern und Geschwister kinder ein- geladen werden. Im Rahmen des Ferienschulen-Konzeptes werden die te ilneh- menden Grundschulen hinsichtlich der Optimierungsmö glichkei- ten für erfolgreiche mehrsprachige Unterrichtskonze pte beraten und unterstützt, so dass die Wirkung der Ferienschulen im Schul- alltag aufgegriffen und fortgeführt werden kann. Abgrenzung des Vorhabens zu Regelangeboten Bereits im Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 konn ten Fe- rienschulen nur durch die damals verfügbare Förderu ng realisiert werden, da keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten verfügbar waren. Vergleichbare kompetenzorientierte Angebote wie der TalentCA- MPus im Bundesprogramm „Kultur macht stark“ richten sich an Schülerinnen und Schüler in der Sek. 1, haben nicht den klaren Fokus auf Sprachförderung und können somit nicht üb ertragen oder zur Finanzierung herangezogen werden. Ferienschulen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Konzeption und Umsetzung erheblich von den Regelangeboten im O ffenen Ganztag, da entsprechende Betreuungsschlüssel und organisato- rische Voraussetzungen im schulischen Regelbetrieb nicht reali- siert werden können. Gleichwohl wirken die Feriensc hulen durch die vermittelten Kompetenzen in den schulischen All tag und ge- ben in Kombination mit den Beratungsangeboten wicht ige Impul- se für mehrsprachigen Unterricht in den beteiligten Grundschu- len. 128 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zielgruppen Schülerinnen und Schüler der beteiligte n Grundschulen Beteiligte Grundschulen in den 11 Sozialräumen Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten Ziele Operatives Ziel − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n und / oder Arbeitsplätze Projektziele Sprachliche Kompetenzen erweisen sich zunehmend als grund- legende Qualifikation für eine vollständige Teilhab e am gesell- schaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Ziel des P rojektes ist es, mit einem umfassenden modularen Konzept die sprachl iche Kompetenz von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte un d Kin- dern aus sozial schwachen Familien zu fördern. Spra chförderung versteht sich im Rahmen der Projektumsetzung in ein em doppel- ten Sinne: − als Förderung der Bildungssprache Deutsch im Deuts ch- und Fachunterricht, da viele Schülerinnen und Schül er auch während der Schulzeit noch Deutschlerner sind − als Förderung der Herkunftssprachen (Schriftsprach e) in Koordination mit dem Erwerb der deutschen Sprache a ls Anknüpfen an den Stärken der mehrsprachig aufwach- senden Migrantinnen und Migranten Ein weiteres Ziel ist die frühzeitige und umfassend e Vermittlung von Praxiswissen für Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstuden- ten, die in den Ferienschulen erfolgt. Indikatoren − Anzahl der beteiligten Grundschulen − Anzahl der erreichten Schülerinnen und Schüler − Anzahl der zum Einsatz kommenden Lehramtsstudentin - nen und -studenten Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 129 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2018 – 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung in Kooperation mit dem Kom- munalen Integrationszentrum. Es ist geplant, die positiven Umsetzungserfahrungen aus dem Strukturförderprogram MÜLHEIM 2020 mit den Kooperat ions- partnern Lernende Region – Netzwerk Köln e.V., Zent rum für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) sowie dem In stitut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität z u Köln umzu- setzen. Förderung − Gegebenenfalls geeignetes Landesprogramm des MFLJS oder MSW oder des BAMF (Sprachkurse) − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. − Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorb e- halt eines möglichen Förderzuganges bzw. einer ausr ei- chenden Förderquote. 130 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bemerkungen Aufgrund bereits vorhandener Angebote a ußerhalb des Pro- gramms wird derzeit eine alternative Maßnahme geprüft. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 131 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.26 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialr aum Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Köln ist die viert-größte Stadt Deutschlands. Aufgr und ihrer Strukturen vor allem aber durch ihr tolerantes und offenes Stadtbild verfügt die Stadt über eine hohe Anziehun gskraft so- wohl bei Studierenden, Alleinlebenden, Familien und Personen aus dem Um- und Ausland. Aus diesem Grund zählt Köl n auch zu einer der wachsenden Städte Deutschlands. Ein Faktor ist unter anderem der seit vielen Jahren anhaltende Zuzug von EU-Bürgerinnen und Bürger. An der Spitze der Köl- ner aus EU-Mitgliedsstaaten standen zum Stichtag 31 .12.2015 Italiener (18.745), Polen (9.632) und Griechen (5.7 76). Bezüg- lich dieser Staatsangehörigen ist in den vergangenen Jahren ein moderater und relativ linearer Anstieg der Einwohne rzahlen zu verzeichnen. Seit dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien im Jahr 2007 ist die Zahl der gemeldeten EU-Bürgerinnen und Bürger aus den beiden Staaten deutlicher als bei allen anderen Zuw anderern aus den EU-Mitgliedsstaaten gestiegen. Zum 31.12.20 15 hat sich die Zahl auf insgesamt 10.497 Menschen erhöht (6.548 Bulgaren, 3.949 Rumänen). Dazu gibt es in Köln eine nicht quantifizierbare Anzahl an EU-Bürgerinnen und Bürge rn, insbe- sondere aus den beiden genannten Staaten, die nicht gemeldet sind, sich aber sowohl vorübergehend als auch regel mäßig in Köln aufhalten. Schon anhand der Meldedaten über Zu züge und Fortzüge lassen sich hohe Fluktuationsquoten nachvo llziehen, die 2014 bei rund 51 Prozent, in den Jahren 2011 bi s 2013 so- gar zwischen 65 und 70 Prozent lagen. Der Zuzug von Zugewanderten konzentriert sich nicht auf einige wenige Quartiere, sondern verteilt sich über das ga nze Stadtge- biet. Besonders betroffen sind dabei zwangsläufig d ie Gebiete und Quartiere, die mit vergleichsweise hohen Arbeit slosenquo- ten und entsprechend hohen Anteilen von Transferlei stungs- empfängerinnen und -empfängern, noch relativ preisg ünstigem Wohnungsbestand zu den benachteiligten Stadtteilen und - vierteln in Köln gehören. Hierzu zählt auch der Soz ialraum Bi- ckendorf, Westend und Ossendorf. Die Freizügigkeit innerhalb der EU gründet für alle EU- Bürgerinnen und -Bürger auf dem Recht zur Arbeitssu che und dem Aufenthaltsrecht sowohl zur Arbeitssuche als au ch für die Dauer der Beschäftigung in jedem EU-Mitgliedsland. Menschen, die in ihren Herkunftsländern eine schulische Bildung und eine berufliche Qualifizierung erfahren haben, finden sich auf dem hiesigen Arbeitsmarkt relativ gut zurecht u nd könnten sich und ihre Familien oft selbstständig finanziere n und ernäh- 132 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ren. Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrung si nd zum Teil dennoch ursächlich für den schwierigen zuweile n perspek- tivlosen Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt. Insbeson dere Frau- en aus den benannten Zuzugsländern sind von Diskrim inierung und Ausgrenzung betroffen. Studien zu folge, erfahr en gerade Frauen aus Sinti und Roma Familien häufiger Diskrim inierung aufgrund von Zuschreibungen, die diesen Personen ge genüber getroffen werden, als andere. Zugänge in den Arbeits- aber auch Wohnungsmarkt sind erschwert, da sowohl Arbeitgeber als auch Wohnungseigentümer häufig zurückschrecken, Familien aus EU-Ost-Ländern eine Wohnung zu vermieten zum Beispiel einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz anzubieten. Somit ka nn davon ausgegangen werden, dass qualifizierte Personen aus den be- schriebenen Gründen, einen deutlich schwereren Star t in das hiesige System haben, als andere. Die aktuelle Zuwanderungssituation weist aber eben auch eine große Anzahl von Menschen auf, die in ihren Herkunf tsländern bereits großer Not ausgesetzt waren, ohne Zugang zu Bildung, adäquat bezahlter Beschäftigung, Gesundheitsversorg ung und menschenwürdigen Wohnbedingungen. Die Menschen ohne echte Perspektive auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sic hern ihren täglichen Lebensunterhalt unter anderem durch Geleg enheitsar- beiten, Sammeln von Schrott und Flaschen, Verwertun g von Sperrmüll aber auch durch Bettelei oder persönliche Verdingung bis hin zu Prostitution. Um den daraus heraus resultierenden Anforderungen b egegnen zu können, hat die Stadt Köln das ESF-Projekt „Will kommen in Köln“ im Zeitraum 01.01.2014 bis 31.12.2015 durchge führt. Im Zentrum aller Aktivitäten stand die nachhaltige Int egration der Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Südosteuropa in de n Ar- beitsmarkt und das soziale Umfeld. Schwerpunkte des Projektes waren der Aufbau von Begegnungs- und Beratungsstellen sowie die Durchführung von Sprachkursen. Die Verbindung v on aufsu- chender Beratungstätigkeit und fester Beratungsstel le als An- laufpunkt erwies sich als erfolgreiche Strategie fü r die Teilneh- mendengewinnung und die Umsetzung der Beratungsarbe it. Die Vielzahl der multiplen Vermittlungshemmnisse der Zu gewander- ten (Wohnsituation, Krankenversicherungsschutz, soz iale Absi- cherung, Schulden) verzögerte jedoch eine schnelle Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt. Im Fokus stand daher erst einmal der Abbau dieser Hemmnisse. Die Beratungen wurden d ann Zug um Zug mit arbeitsaktivierenden Maßnahmen kombi niert. Die Unterstützungs- und Beratungsangebote konzentrierten sich in diesem Projekt im Wesentlichen auf die Stadtteil e Ehrenfeld, Kalk und Mülheim. Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW fördert für ein weiteres Jahr arbeitsmarktliche Projekte im Kontext der Zuwanderung aus Südosteuropa. In dem Folgeprojekt „ Weiter- entwicklung Willkommen in Köln“ werden in 2016 die Erkennt- nisse aus der zweijährigen Projektumsetzungsphase a ufgegrif- fen und weiterentwickelt. Die Maßnahmen im Projekt konzentrie- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 133 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ren sich auch hier auf die Stadtteile Ehrenfeld, Ka lk und Mül- heim. Im Rahmen der neuen ESF-Förderphase in Nordrhein-Westfalen wird das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ ab 2017 die guten Ansätze aus den beiden vorangegangen Proj ekten aufgreifen und auf den bisher nicht berücksichtigte n Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf übertragen. Im zu künftigen Projekt ist der zentrale Inhalt die Arbeitsmarktint egration sowie die Themenfelder Diskriminierung, Ausgrenzung und V orurteile gegenüber der beschriebenen Zielgruppe. Denn die Un terstüt- zung und Mobilisierung der ankommenden Personen ist nicht ausreichend. Ein Zusammenspiel zwischen der Aufnahm e- und Ankommenden-Gesellschaft muss forciert werden, um e ine ziel- führende und erfolgreiche Integration für alle Bete iligten zu er- langen. Niedrigschwellige Unterstützung, die im Vorfeld der Arbeits- marktintegration erforderlich ist, erhalten die Men schen ab dem 01.01.2016 über Angebote, die aus dem Europäischen Hilfs- fonds finanziert werden. Die Angebote aus dem EHAP sollen den Menschen bei der Bewältigung des Alltags in Deu tschland helfen, sie für Beratungsstrukturen des regulären H ilfesystems sensibilisieren und an diese heranführen sowie bei der Überwin- dung von sprachlichen Schwierigkeiten unterstützen. Das ESF- Projekt als Schnittstelle knüpft hier an zwei Stell en an. Zum ei- nen unterstützt es die Zugewanderten bei der Arbeit smarktin- tegration. Die Zugewanderten verfügen über sehr unt erschiedli- che Ausgangssituationen im Hinblick auf ihre Chance n der In- tegration in den Arbeitsmarkt. Sowohl der Bildungs- zum Bei- spiel der Ausbildungsstand, die tatsächliche Arbeitserfahrung als auch der arbeitsrechtliche Status sind sehr vielfäl tig. In der Re- gel sind die Sprachkompetenzen der deutschen Sprach e für ei- ne schnelle Integration in Beschäftigung zu gering. Bestehende Potenziale, Fähigkeiten und Kenntnisse müssen ident ifiziert werden. Ebenso wichtig ist die Förderung der Sprachkompetenz. Zum anderen wird ein Schwerpunkt des Projektes auf die Öff- nung von Betrieben und Ausbildungseinrichtungen sowie Ämtern und Dienststellen gelegt. Im Rahmen von Diversity w ird sowohl die Zielgruppe als auch die Aufnahmegesellschaft als Zielgruppe betrachtet. Wie beschrieben, haben Erfahrungen geze igt, dass Integrationsmaßnahmen eindimensional nicht zielführ end sind, deshalb fokussiert Willkommen und Ankommen in Köln alle Be- teiligten gleichermaßen. Projektbeschreibung Das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ setzt hier mit einem sogenannten integrierten Konzept, einer Kombination aus Kompetenzfeststellung, Sprachförderung, Beratung un d Beglei- tung abgestimmt auf die Zielgruppe, sowie Öffentlic hkeitsarbeit, Schulungen, Begegnung und Austausch an beide Zielgr uppen (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeb erinnen und Arbeitgebergeber) gerichtet, an. 134 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Das Ziel der Arbeitsmarktintegration soll in enger Abstimmung mit maßgeblichen Kölner Arbeitsmarktakteuren und an deren mit der Zielgruppe vertrauten Institutionen wie zum Bei spiel Jobcen- ter, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer Migran- tenselbsthilfeorganisationen, Antidiskriminierungss tellen und weitere erreicht werden durch: 1. Zielgruppensensible Beratung 2. Kompetenzfeststellung im Rahmen der arbeitsmarkt lichen Integration 3. Sprachkurse 4. Gewinnung von Arbeitgeberinnen und -gebern zur Q uali- fizierung der Zielgruppe (Kombination von einem Pra kti- kum und auf den Job ausgerichtete Sprachkurs) 5. Begleitung in bestehenden Beschäftigungsverhältn issen 6. Anerkennung von ausländischen Bildungs- und Beru fsab- schlüssen 7. Fachberatung für berufliche Abschlüsse 8. Begleitung vor und nach Anerkennung von Abschlüs sen 9. Rechte und Pflichten von Arbeitnehmerinnen und - nehmern 10. Coaching im Rahmen der dauerhaften Integration 11. Begegnung und Austausch sowie Sensibilisierung auf beiden Seiten 12. Vermittlung der Projektteilnehmenden in sozialv ersiche- rungspflichtige Beschäftigungs- zum Beispiel in Aus bil- dungsverhältnisse 13. Aufbau einer Unterstützungsstruktur für die Zug ewander- ten als auch die Arbeitgeber der Zielgruppe Zielgruppe − Personen aus der EU mit Schwerpunkt Süd-Osteuropa − im Alter zwischen 18 und 55 Jahren − Frauen und Männer zu gleichen Anteilen Ziele Operative Ziele − Schaffung von bedarfsgerechten Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätzen − Vernetzte Beratungs- und Angebotsstrukturen im Ber eich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verstärkte Arbeitsmarktintegration von Armut Bedro hten / Betroffenen Projektziele − Aktivierung, Heranführung und Integration in den A r- beitsmarkt, und den Sozialraum Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 135 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Konzeption eines umfassenden Begleitprogramms − Qualifikation durch ausbildungsähnliche Strukturen und Sprachkurse − Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung Indikatoren − Anzahl der Fortbildungsveranstaltungen − Anzahl der Teilnehmenden − Anzahl Personen, die mit Abschlüssen qualifiziert wurden − Anzahl Personen Vermittlungen in den Arbeitsmarkt Kosten Personal und Sachkosten (Summen) Nicht förderfähige Kosten Pro Jahr für 2 Jahre Projektleitung mittlere Projekte 1/4 Stelle, Pauschale 19.110 € 38.220 € Herausgehobene Projektmit- arbeit 1/4 Stelle, Pauschale 22.050 € 44.100 € Gesamt 41.160 € 82.320 € Förderfähige Kosten zur Weiterleitung an Träger Pro Jahr für 2 Jahre 2 Stellen Projektmitarbeit, Pauschale von 76.440 € 152.880 € 305.760 € Bürgerschaftliches Engage- ment 3.000 € 6.000 € Gesamt 155.880 € 311.760 € Gesamtkosten 394.080 € Davon 2019: 197.040 € Davon 2020: 197.040 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2019 bis 31.12.2020 Eine Übertragung dieser Maßnahme auf andere Sozialr äume sowie eine Weiterentwicklung sind denkbar. Die konk rete Fort- führung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung a bhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststel le Diversity Förderung − ESF, B 1 im Rahmen der Einzelfallentscheidung − Der Eigenanteil der Stadt Köln wird durch die Stel lung von Personal erbracht. − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 136 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.5 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum Laufende Nummer 2.0.4 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ Einrichtung von Trendsportarten sowie Spiel- und Be wegungsmög- lichkeiten für Kindern und Jugendliche im Sozialraum Inhalt Ausgangslage Im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ b esteht laut Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln 2011 eine g roße Unterver- sorgungen an öffentlichen Spiel- und Sportflächen. Unter Berücksichtigung von Einwohnerdichte und Ante il an Mehr- familienhäusern sowie Anzahl und Anteil der hier le benden Kinder und Jugendlichen besteht laut Rankingliste der Juge ndhilfeplanung allein im Stadtteil Bickendorf ein Flächenfehlbedar f von insgesamt 7.104 Quadratmeter. Daraus errechnet sich insgesamt der Rang 36 aller 86 Kölner Stadtteile. Dem grundsätzlich vorhanden und jährlich steigenden Flächenfehlbedarf kann nur mit neu geschaffenen Spiel- und Bewegungsflächen entgegengewirkt werden. Vor allem im Westend – der Bereich zwischen Venloer Straße, Mühlenweg, Westfriedhof und Bahntrasse – ist die bedarfsgerechte Neuerrichtung von attraktiven, qualitativ guten und bedarfsorientier- ten sportlichen Angeboten dringend erforderlich, um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters- und be darfsge- rechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungsräume u nd damit adäquate Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können. Ein enorm hoher Handlungsbedarf ergibt sich darüber hinaus auch aus der vorhandenen Bevölkerungsstruktur sowie den gegebenen familiären und sozialen Lebensbedingungen der Kinde r und Ju- gendlichen im Sozialraum. Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerh eblichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen si ch aufgrund feh- lender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell au sgewiesenen Flä- chen. Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind verstärkt nieder- schwellige, kostenfreie Angebote für jeden ohne Aus grenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen. Projektbeschreibung Entsprechend des Bedarfes ist folgende Fläche für e inen projektbe- zogenen Umbau vorgesehen: − Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“: zu sätzli- che Fläche für Trendsport in Grünfläche/große Wiese Müh- lenweg/Westendstraße in Köln-Bickendorf (siehe unte nste- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 137 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ hende Markierung im Plan) Das vorhandene öffentliche Spielangebot besteht aus einen Ball- spielbereich (Bolzplatz und Streetball), 2 Tischten nisplatten im Ein- gangsbereich Ossendorfer Weg/Johann-Thomer-Straße u nd einem cirka 2.500 m² großen Spielplatz mit Rutsche, Seilz irkus, Balancier- angebot und Kreuzpendel: Die insgesamt rd. 50.000 m² große öffentliche Grünfläche bietet hier noch räumliche Möglichkeiten zur Planung der dringe n erforderli- chen Angebotsflächen für Kinder und Jugendliche. Unterschiedliche bewegungsorientierte Räume, die im Besonderen auch als dezent- 138 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ rale Jugendtreffpunkte mit Aufenthaltsqualität zum Treffen, Chillen, Kommunizieren etc. genutzt werden können, sind an d ieser Stelle dringend erforderlich und bedarfsgerecht herzuricht en. Das zusätz- liche Angebot ist aufgrund der Nähe zur dichten Woh nbebauung und verschiedener Einrichtungen für Kinder und Juge ndliche gut verortet. Der Aspekt der Barrierefreiheit wird im Rahmen der Planung in en- ger Abstimmung mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Köln berücksichtigt. Zielgruppe Alle Kinder, Jugendliche und junge Erwac hsene aus dem Wohnum- feld Ziele Operative Ziele − Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Flächen für Neunutzungen − Aufgewertete Begegnungs- und Lebensräume Projektziel Zeitnahe Bereitstellung öffentlicher Spiel- und Bew egungsflächen mit hohem Bewegungs- und Aufenthaltswert für Kinder , Jugendli- che, Familien sowie andere in den Sozialraumgebiete n lebende Menschen; Schaffung der Voraussetzungen für eine hö here Le- bens- und Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtviertels Indikatoren − Anzahl neu errichteter Spiel- und Bewegungsangebot e − Umgestaltete Fläche in m² − Teilnehmende an den Kinder-, Jugend- und Bürgerbet eili- gungen − Verminderung des Fehlbedarfes, Erhöhung der zur Ve rfü- gung stehenden Flächen (in m²) Kosten Sachkosten / Baukosten − Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“: Kostenschätzung 240.000 € Projektlaufzeit/ Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2019 bis 31.12.2021 2019: 20:000 € Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 139 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 2020: 120:000 € 2021: 100:000 € Projektverantwortli- cher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie Förderung EFRE Kofinanzierung durch Städtebauförderung ggf. Kofinanzierung durch Landessportbund (MFKJKS) Bemerkung An der Planung der Maßnahme werden Kinder , Jugendliche und junge Erwachsene sowie die interessierte Bewohnerschaft beteiligt. Nur auf diese Weise kann eine bedarfsgerechte Gesta ltung erreicht werden. Eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Einricht ungen der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort und der Sozialraum koordination ist vorgesehen. 140 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 2.1.3 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Umgestaltung Mühlenweg von Mathias-Brüggen-Straße bis Westendstraße/Ossendorfer Weg Inhalt Ausgangslage Zweispurige Hauptstraße mit ortsprägendem Verkehrsc ha- rakter und teilweiser Erschließungsfunktion für Gew erbe und Wohnen Mühlenweg (Westendstraße - Mathias-Brüggen-Straße) Westendstraße (Mühlenweg – Ortslage) Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 141 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Westendstraße (Ortslage – Ossendorfer Weg) Nach vorwiegend verkehrstechnischen Kriterien gesta lteter Straßenraum (teilweise mit Abbiegespuren). Knotenpunkt Mathias-Brüggen-Straße/Mühlenweg Im Jahr 2016 wurde der Mühlenwege im Abschnitt von Hugo-Eckener-Straße, weiter nördlich entlang des We st- friedhofs bis zum Anschluss an den Mühlen- weg/Westendstraße saniert und als Geh- und Radweg a us- gebaut 142 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mühlenweg im Bereich nördlich des Westfriedhofs Entlang des Mühlenweges von Westendstraße bis Mathi as- Brüggen-Straße sowie in der Westendstraße bestehen we- der bauliche Radwege noch auf der Fahrbahn abmarkie rte Radverkehrsführungen. Da der Mühlenweg Bestandteil einer NRW-Veloroute und einer wichtigen Radverkehrsverbin dung im Kölner Nordwesten ist, stellt diese Lücke im Rad wege- netz eine deutliche Qualitätsminderung dar. Der Knotenpunkt Mathias-Brüggen- Straße/Mühlenweg ist als Unfallhäufungspunkt seit 1996 bis letztmalig in 201 3 einge- stuft. Vorfahrtsmißachtungen und Auffahrunfälle ste llen da- bei die am häufigsten vorkommenden Unfälle dar. Die in den letzten Jahren durchgeführten begleitenden Maßnahme n (Haltelinie im Mühlenweg näher an die Mathias-Brügg en- Straße herangerückt, Grünschnitt durchgeführt, vers tärkte polizeiliche Kontrollen) führten zwar in den letzte n drei Jah- ren zu einer Entspannung der Situation. Allerdings wird sich die Situation erst durch einen kompletten Umbau des Kno- tenpunktes nachhaltig verbessern. Projektbeschreibung − Knotenpunkt Mathias-Brüggen-Straße/Mühlenweg wird als Kreisverkehr umgebaut. − Radverkehrsführungen werden optimiert. Ziel ist es , den Radverkehr entlang des Mühlenweges und der Westend- straße über neu anzulegende Radverkehrsanlagen ver- kehrssicher zu führen. − Aufenthaltsqualität entlang des Straßenabschnittes – ins- besondere im Bereich „Wohnen“ - verbessern. Zielgruppe − Anwohnerinnen und Anwohner des Stadtteils Bickendo rf. − Fahrradfahrerinnen und -fahrer von und nach Köln- Bickendorf. Ziele Operatives Ziel − Erschlossene und bedarfsgerechte weiterentwickelte Flä- chen für neue Nutzungen Projektziele − Raumqualitäten verbessern und stärker vernetzen. − Radverkehrsanteils auf diesem Straßenabschnitt erh ö- hen. − Aufenthaltsflächen für Fußgänger vergrößern. Indikatoren − Umgebaute Fläche vorher / nachher − Radverkehrsanlagen vorher / nachher − Gehwegbreiten vorher / nachher Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 143 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Planungskosten (geschätzt) Straßenplanung HOAI, §48, Leistungsphasen 1 bis 5: 130.000 € a) Planungskosten gesamt: 130.000 € Externe Kosten für baubegleitende Arbeiten (geschätzt) HOAI, §48, Leistungsphasen 6 bis 9 einschließlich örtliche Bauleitung: 108.000 € b) Externe Kosten gesamt: 108.000 € Ausbaukosten (geschätzt) Straßenumbau: 2.100.000 € c) Ausbaukosten gesamt: 2.100.000 € Gesamtkosten (a bis c): 2.338.000 € Kostenaufteilung (a bis c): Jahr a) Planung [€] b) bau- begleitende Arbeiten [€] c) Ausbau [€] a) bis c) [€] 2017 30.000 0 30.000 2018 50.000 0 50.000 2019 50.000 0 50.000 2020 43.000 43.000 2021 41.000 735.000 776.000 2022 24.000 1.365.000 1.389.000 Gesamt 130.000 108.000 2.100.000 2.338.000 Projektlaufzeit / Zeitraum 63 Monate Vorplanung ab 01.06.2017 bis 31.12.2019 Umsetzung ab 01.01.2020 bis 30.09.2022 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Straßen und Verkehrstechnik Förderung Städtebauförderungsmittel 144 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.6 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimasc hutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Lfd. Nummer 4.0.2 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umwe ltgerechtigkeit Maßnahme Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze “ Maßnahme im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst u nd den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und d ie Ergeb- nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelge rechte Met- ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln heißer wird und dass Wetter- extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine d eutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadttei le gegen- über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von über 30°C und die Sommertage, mit Temperaturen von über 25 C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40°C erre icht wer- den. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jah rhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzei tigen klimati- schen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. In den dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur w enige wirk- same Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte im Stadtgeb iet zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnten unzählige gepflasterte und betonierte Stellplätze, Höfe, Vorg ärten oder Ga- ragenauffahrten durch Entsiegelung und Bepflanzung wieder zur klimatische Abmilderung der Hitzebelastung beitragen. Projektbeschreibung Es gibt zwei Ansätze die parallel verfolgt werden: Entsiegelung von privaten oder von öffentlichen Flächen. In einem ersten Schritt sollte in den Quartieren ei ne Bestands- aufnahme die möglichen potentiellen Flächen erheben , die für eine Entsiegelung zur Verfügung stehen könnten. In einem weiteren Schritt sollte die Entsiegelung u nd Bepflan- zung der Flächen durchgeführt werden. Dies könnte d urch eine Förderung der Entsiegelungsmaßnahmen für private un d ge- werbliche Eigentümer erfolgen. Möglich wäre zum Bei spiel eine Förderquote von 20 € pro entsiegeltem Quadratmeter. Mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit in den Quartie ren sollte für Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 145 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ die Maßnahme geworben werden. Zudem besteht ein integrativer Ansatz, da die Maßna hme durch einen Träger des 2. Arbeitsmarktes durchgeführt werden kann. Neben privaten Flächen sollen auch öffentliche Fläc hen (zum Beispiel Plätze) entsiegelt werden. Hier sind mögli che Synergie- effekte mit anderen EFRE-Projekten zu prüfen, bei d enen im Rahmen von Gestaltungsmaßnahmen auch Flächen entsie gelt werden. Mit der Entsiegelung ist auch eine ökologische Revi talisierung der Flächen durchzuführen. Denkbar ist hier die gez ielte Zu- sammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften in d en Sozi- alräumen. Neben der Regenwasserversickerung vor Ort könnten a us voll- versiegelten Hinterhöfen grüne Oasen entstehen, die den Be- wohnern nicht nur eine Verbesserte Aufenthaltsquali tät bieten, sondern auch das Bewusstsein für den Klimawandel un d Natur stärken. Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner Ziele Operative Ziele − Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise − Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziele − Anzahl der sensibilisierten Bewohnerinnen und Bewo h- ner für das Thema „Klimaanpassung / Hitze“ − Flächenentsiegelung Indikatoren − Entsiegelte Fläche in Quadratmeter − Begrünte Fläche in Quadratmeter − Anzahl der beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner Kosten Sachkosten Pro Quadratmeter entsiegelter Fläche fallen Kosten in Höhe von 25 bis 40 € an. Hinzu kommen Planungskosten in Höhe von 20 Prozent. Kostenvolumen 30.000€ Es fallen Kosten für Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 10.000 € an. Die Kosten zur Bestandsaufnahme sind im Gesamtv olumen enthalten. Berücksichtigt werden in der Kostenkalku lationen so- wohl Maßnahmen für private als auch für öffentliche Flächen. Personalkosten Eine halbe Stelle Entgeltgruppe 13: 43.050 € 146 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Geschätzte Gesamtkosten 83.050 € Davon 2018: 29.350 € Davon 2019: 29.350 € Davon 2020: 24.350 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2018 bis 31.12.2020 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt- und Ver braucherschutzamt Förderung EFRE Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 147 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Lfd. Nr. 4.0.4 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umweltg erechtigkeit Maßnahme Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssy stems. Informati- onsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels Maßnahme im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst u nd den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und d ie Ergeb- nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelge rechte Met- ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln wärmer wird und die Wetter- extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine d eutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadttei le gegen- über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10°C. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von über 30°C und die Sommertage, mit Temperaturen von über 25°C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maxima ltempe- raturen von über 40°C erreicht werden. Die Zahl der Sommerta- ge wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgeb iet Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältni ssen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tag e kann sich sogar verdoppeln. Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartierte bei l ang anhal- tenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonde rs Kleinkin- der, Kranke und ältere Menschen. Aber auch bei gesu nden Men- schen kann Hitze zu Erschöpfung und eingeschränkter Leis- tungsfähigkeit führen. Bei Hitzeperioden wurden höhere Sterberaten gemesse n und das wärmere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheit lichen Be- lastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausreichende Flüssig- keitsversorgung und Flüssigkeitsaufnahme unterlassen werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner I nternetseite und als Handy-App eine Hitzewarnung an. Dieser Dien st kann auch von Altenpflegeeinrichtungen genutzt werden. Projektbeschreibung Ziel ist es, durch eine gezielte Öffentlichkeitsarb eit die Bewoh- nerschaft in den unterschiedlichen Stadtvierteln zu erreichen, die alters- und situationsbedingt diese webbasierte Tec hnik nicht nutzen können. Diese Zielgruppe soll nicht nur eine Vorwarnung für Hitzeereignisse bekommen, sondern auch eine ent sprechen- 148 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ de Verhaltensänderung bzw. Vorsorge betreiben. So sollte zum Beispiel ein alter Mensch dazu angehalten werden, in besonders belasteten Hitzetagen sein Trinkverhal ten zu än- dern, oder die junge Mutter könnte in der Mittagsze it mit ihrem Kind den Schattenplatz aufsuchen. Die Kampagne sollte neben allgemeinverständlichen I nformatio- nen verschiedene Medien bedienen. Gerade alte Menschen, ggf. in Einrichtungen, benutzen andere Medien als junge Mütter von Kleinkindern. Die Information sollte über verschiedene Kommuni- kationswege verbreitet werden. Hierbei sollten auch neue Wege eingeschlagen werden. Hierzu ergeben sich in den Stadtteilen mehrere Fragestellungen: − Wie wird die Hitzewarnung des DWD in den Einrichtu n- gen an die Bewohnerinnen und Bewohner kommuniziert und wie wirkt sich die Hitzewarnung auf das Verhalt en aus? − Wie werden ältere Bewohnerinnen und Bewohner er- reicht, die nicht in einer Einrichtung leben? − Welche Möglichkeiten gibt es, das Thema Stadtklima / Hitzeentwicklung zu kommunizieren? − Was sind geeignete Kommunikationsmedien? − Welche Verhaltensänderungen stellen sich ein? Mit Hilfe von Multiplikatoren soll das Thema an die Zielgruppe kommuniziert werden. Hier werden gezielt nicht nur Träger im Bereich Altenpflege angesprochen, sondern diverse a ndere, um das Wissen auf breiter Basis zu kommunizieren. Mögliche Multiplikatoren sind: − Diverse soziale und kirchliche Träger, − Pflegedienste, − Grundschulen, − Sozialraumkoordinatoren, − Anlaufstellen, − Gemeinden, Soziale Netzwerke, Mittler Geplant ist das Themenfeld „Informationsfluss der H itze- Warnung in der Einrichtung“, bzw. „Erreichbarkeit v on alleinle- benden älteren Menschen“ durch die Universität Bonn (Prof. Kis- temann, Institut für Hygiene & Public Health) im Ra hmen von gesundheitsgeographischen Masterarbeiten untersuche n zu las- sen. Mögliche Maßnahmen sind: − Medien: Die Information kann über einen einfachen Flyer erfolgen, aber auch durch Medien wie Handy-Apps, od er das Internetz. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 149 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Ausgabe von Trinkflaschen − Gedrucktes Informationsmaterial − Internet / App − Veranstaltungen: Geplant ist an zentralen Orten in den Sozialräumen Thementage und Informationskampagnen nach dem Motto „bleib cool“ durchzuführen. Diese sollen an heißen Sommertagen den Aspekt Gesundheitsvor- sorge spielerisch erlebbar machen. Eine Trinktheke des Versorgungsunternehmens RheinEnergie gibt Trinkwas- ser aus, um die Bevölkerung für das Thema zu sensib ili- sieren. Kinder (und Erwachsene) können mit Feuerweh r- schläuchen und Wasserspielen Abkühlung finden. Durc h gezielte Ausgabe von Trinkflaschen an ältere Leute wer- den diese erreicht. Das Thema Klimawandel und die damit verbundene Hitz eent- wicklung kann in Zusammenarbeit mit dem Gesundheits amt in die Grundschulen transportiert werden. Alte Menschen in Einrichtungen könnten auch über ei ne „Hitze- ampel“ entsprechend informiert werden. Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Quar tiere Ziele Operatives Ziel − Verbesserte Umweltbildung und –beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise Projektziele − Veränderte Einstellung zum Thema Umweltbelastung und Hitze, − Sensibilisierung für das Thema Hitzewelle Indikatoren − Anzahl der Website-Besuche (Klicks) − Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche Kosten Personalkosten Halbe Stelle Entgeltgruppe 13 beim Umwelt-und Verbr aucher- schutzamt: 43.050 € Die Darstellung der Personalkosten erfolgt nur nachrichtlich. Die- se Kosten werden nicht in die Förderung eingebracht. Sachkosten Wissenschaftliche Analyse durch die Uni Bonn. 4.000 € für 2 Studierende für jeweils 0,5 Jahre Supervision 4.000 € Separate, isolierte Internetpräsenz: 6.000€ 150 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Veranstaltungen und Infokampagne in den Sozialräumen vor Ort 20.000€ Flyer, Informationsmaterial, Trinkflaschen 20.000€ Sachkosten gesamt: 54.000 € Gesamtkosten 54.000 € 2018: 20.000 € 2019: 17.000 € 2020: 17.000 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre, 01. 01.2018 – 31.12.2020 Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorbe halt ei- nes möglichen Förderzuganges bzw. einer ausreichend en För- derquote . Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt-und Verb raucherschutzamt in Zusammenar- beit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, der Rhe inEnergie und der Universität Bonn, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit Förderung − BUMB-Programm (Klima), BMBF Bemerkungen Die Umsetzung erfolgt gesamtstädtisch a us einem anderen För- derzugang. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 151 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 4.0.9 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, L uft- reinhaltung und Lärmminderung Maßnahmen Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbes serung der Identifi- kation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialr aum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthalts- qualität im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Es ist schon lange bekannt, dass lebendige Tiere ei ne besonde- re Wirkung bei Menschen in Bezug auf Identifikation und eigene Wahrnehmung erzielen. Das sich Kümmern um andere Le bewe- sen, die geeignete Hilfe bereitwillig annehmen, füh rt dabei oft zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls und kann daz u beitra- gen, Aggressionen gegen sich und das Umfeld in Fürs orge um- zuwandeln. Darüber hinaus stellt die Verbesserung der Biodiver sität eine wichtige Aufgabe in Zeiten des Artenschwundes und d es Klima- wandels dar, denen es mit geeigneten Mitteln entgeg enzusteu- ern gilt. Da die Stadt Köln die Deklaration „Biodiv ersität in Kom- munen“ unterzeichnet hat und damit eine freiwillige Selbstver- pflichtung zur Berücksichtigung der Artenvielfalt i n allen Hand- lungsbereichen eingegangen ist, besteht hier konkre ter Hand- lungsbedarf, zumal die Kommune bei dem Wettbewerb „ Bio- diversität in Kommunen“ sehr schlecht abgeschnitten hat. Projekte zur gezielten Förderung von Arten, die als Sympathie- träger gelten, sind dabei besonders geeignet, sowoh l dem sozia- len, als auch dem ökologischen Aspekt gerecht zu werden. Projektbeschreibung Es wird eine geeignete Art ausgewählt, für die Schu tzmaßnah- men relativ einfach auch durch die Bürger umzusetze n sind. Durch den Aufbau einer Internetseite mit allen Info rmationen rund um diese Tierart und der Darstellung möglicher Schutz- maßnahmen sollen alle Bürgerinnen und Bürger inform iert wer- den. Aktionen vor Ort sollen dabei nicht nur bleibende S trukturen schaffen sondern unter Mitwirken der Bürgerinnen un d Bürger erfolgen, so dass eine Identifikation möglich wird. Denkbar sind hier, adäquat zum Spatzenprojekt, Maßnahmenkonzepti on und Umsetzung an Schulen und KITAs zur Lebensraumgestal tung, die Entwicklung von Flyern zum Schutz der Art sowie die Auslo- bung eines Fotowettbewerbs zu der Art mit anschließ ender Ka- lendererstellung. Die Entwicklung und die Abgabe vo n Saatgut als direkte oder indirekte Nahrungsgrundlage sowie die Anleitung für Fortpflanzungsstätten sollen das Projekt abrund en. Durch die Entwicklung eines Kinderlesebuches soll d arüber hin- aus das Erlebte weiter gefestigt werden und mit ein er Förderung im Bereich Lesekompetenz verbunden werden. 152 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Wichtig ist, dass die gewählte Art zum einen als Sy mpathieträger wahrgenommen wird, aber auch noch so häufig vorkomm t, dass eine Beobachtung durch die Bewohnerinnen und Bewohner ohne großen Aufwand möglich ist. Die Habitate sollten da bei geeignet sein, auch anderen Arten zu helfen. Durch die Anlage eines beschilderten Lehrpfades sol len die Leit- art und ihr Lebensraum darüber hinaus für alle erlebbar werden Aus dem Spatzenprojekt liegt bereits eine ganze Rei he von Er- fahrungen vor, die im Rahmen eines neuen Projektes genutzt werden könnten. Als mögliche Arten könnten der Igel oder Wildbienen gewählt werden. Zum Nachweis der Populationsstärkung könnte eine Ka rtierung vor Beginn und nach Ablauf der Projektzeit in Bezug auf die ge- wählte Art in den Projekträumen durchgeführt werden Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner aller Alterss tufen einschließlich gemeinnütziger Vereine und Wohnungsbaugesellschaften Ziele Querschnittsziel − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verbesserte Umweltbildung und – beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise Projektziele − Identifizierung der Bewohnerschaft mit der gewählt en Art − Verbesserung des Lebensumfeldes durch die Erweite- rung oder naturnähere Gestaltung von Grünbereichen − Verbesserung der Wertschätzung naturnaher Struktur en − Wissenserweiterung über ökologische Zusammenhänge durch Aktionen und Informationen rund um die gewähl te Art − Verbesserung der Population der gewählten Art Indikatoren − Anzahl der verteilten Kalender − Anzahl der angelegten Habitatstrukturen − Nutzung des Lehrpfades − Anzahl der Einsätze des Kinderlesebuches an den Grundschulen − Anzahl der Population der Leitart Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 153 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Personal und Sachkosten (Summen) 2018: − Abgabe von Nisthilfen und Saatgut zur Schaffung ge eig- neter Lebensgrundlagen für die Art durch interessie rte Bürgerinnen und Bürger: 5.000 € (Materialkosten, Ve rtei- lung und Design) − Schulprojekte an 2 Pilotschulen oder anderen Einri chtung zur Schaffung geeigneter Habitate: Honorarkosten: 48 Arbeitsstunden zu je 30 € ergibt 1.440 € Materialkosten: 500 € − Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der ers ten Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Au sstel- lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch ). 6 Stunden zu je 30 €; gesamt: 180,- € − Entwicklung eines Arbeitsheftes zur Ökologie der L eitart: 7.000,- € 2019: − Schaffung geeigneter Habitate im Wohnumfeld als Ge - meinschaftsaktion unter Anleitung von Fachleuten au s dem Naturschutz an einer Örtlichkeit: Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden zu je 30 € ergibt 720 € Materialkosten: 500 € − Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der zwe iten Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Au sstel- lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch ). 6 Stunden zu je 30 €; gesamt: 180 € 2020: - Abschlussbericht Gesamtkosten: 15.520 € Davon 2018: 14.120 € Davon 2019: 1.400 € 2020 Abschlussbericht Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2018 bis 31.12.2020 Projektverantwortlicher Stadt Köln, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz in Zusam- menarbeit mit den lokalen Naturschutzverbänden, Sti ftung Rhei- nische Kulturlandschaft und gegebenenfalls Wohnungs bauge- sellschaften Förderung − EFRE 154 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bemerkungen − Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorb e- halt eines möglichen Förderzuganges bzw. einer ausr ei- chenden Förderquote . Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 155 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.7 Handlungsfeld 5: Wohnen Laufende Nummer 5.0.2 Handlungsfeld: Wohnen Maßnahme „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeld- pflege im Quartier Westend Modul A: Mieter- und Nachbarschaftsarbeit Modul B: Quartiershausmeister Inhalt Ausgangslage Wohnen bedeutet zu Hause sein, sich wohl fühlen, ak tiv am Le- ben im Stadtviertel beteiligt sein. Die Wohnung, da s direkte Wohnumfeld und die unmittelbare Nachbarschaft sind für die Bewohnerinnen und Bewohner wichtig und bei der Inte gration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zentrale Ansa tzpunkte. Dies trifft besonders für sozial belastete Quartier e zu, in denen meist viele Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf wur de ein Quartier in Westend (Ossendorfer Weg/ Mathias-Brügg en- Straße) identifiziert, dessen Bewohnerschaft durch einen hohen Anteil an sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppe n gekenn- zeichnet ist. Dies geht einher mit einem teilweise unattraktiven Wohnungsbestand und Wohnumfeld. Durch die Überlager ung von sozialer Benachteiligung der Bewohnerschaft und einer un- terdurchschnittlichen Qualität der Wohn- und Lebens bedingun- gen werden hier besondere Handlungsbedarfe deutlich. Folgende Merkmale sind in dem Quartier besonders he rvorzuhe- ben: − räumliche Konzentration von Armut / Abhängigkeit v on Transferleistungen − hoher Anteil an Langzeitarbeitslosen − strukturelle Mängel der Wohnungen und des Umfelds − negatives Image − geringe Identifikation der Wohnbevölkerung mit dem Quartier Projektbeschreibung Das Projekt „Zuhause im Veedel“ setzt gleichzeitig bei den Le- benslagen der Quartiersbewohnerinnen und -bewohnern (Modul A) und bei der Pflege des direkten Wohnumfeldes (Mo dul B) an. So kann durch eine frühzeitige und sichtbare Verbes serung der „Wohnadresse“ eine Kultur der Eigenverantwortlichkeit (wieder-) initiiert, -etabliert und verstetigt werden. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit sind die Akteure d er Woh- nungswirtschaft frühzeitig und kontinuierlich in de n Prozess ein- zubeziehen. Hier besteht eine Schnittstelle zur Arb eit des Quar- tiersmanagers (vergleiche Maßnahme 0.0.1), der im Rahmen der Programmkoordination vor Ort Dialoge mit den instit utionellen 156 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und privatwirtschaftlichen Akteuren initiiert. Im S tadtviertel Wes- tend stellt vor allem die GAG Immobilien AG einen w ichtigen Partner dar. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagemen t in dem insgesamt wesentlich größeren Sozialraum Bicken dorf, Westend und Ossendorf ist sicherzustellen und konstituierend für den nachhaltigen Erfolg der Maßnahme. Das Quartiers manage- ment zielt darauf ab, die Bewohnerschaft des Sozial raums zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstützen, dadur ch Barrieren abzubauen und den Netzwerkgedanken zu stärken. Somit erfolgt in diesem Kontext bereits eine Ansprache der Bewohn erschaft und der institutionellen Quartiersakteure. Die Situ ation im Quar- tier Westend erfordert jedoch eine intensivere Betr achtung. Hier leben überwiegend sozial benachteiligte Bevölkerung s-gruppen, die eher artikulationsschwach sind und mit besonder s nieder- schwellig angelegten Methoden angesprochen und akti viert wer- den müssen. Dies erfolgt im Rahmen dieser Maßnahme. Modul A – Mieter- und Nachbarschaftsarbeit Das ausgewählte Quartier ist durch erhebliche sozia le Problem- lagen gekennzeichnet. Eine Verbesserung der dortige n Lebens- bedingungen kann nur durch ein integriertes Handeln erreicht werden, bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner selb st eine entscheidende Rolle spielen. Nicht für sie, sondern mit ihnen sollen Veränderungen geplant und umgesetzt werden. Aufgabe im Rahmen von Modul A wird sein, in Zusamme narbeit mit möglichst vielen Betroffenen die Lebensqualität vor Ort zu steigern, die das Quartier beeinträchtigenden struk turellen Prob- leme zu erkunden, sie konstruktiv und lösungsorient iert aufzu- greifen und Partizipationsprozesse zu ermöglichen. Schwerpunk- te sind die sozialen Lebensverhältnisse und der persönliche Kon- takt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie die konkrete Aktivierung der Menschen in ihrer Lebenswelt. Die Soziale Arbeit knüpft an den konkret festgestellten Interessen, Ak tivitäten und Bedürfnislagen der Bewohnerschaft an und entwickelt daraus bedarfsgerechte Beratungs-, Aktivierungs- und Unter stützungs- leistungen für das Quartier. Die Aktivierungsaufgabe lässt sich folgendermaßen k onkretisie- ren: − Kontinuierliche Präsenz im Quartier − Durchführung einer aktivierenden Bewohnerbefragung (nach Möglichkeit mehrsprachig) zur Herausarbeitung von Handlungsbedarfen aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort − Erkundung der Interessen, Ressourcen und Bedarfsla gen im Quartier durch Methoden aufsuchender Arbeit − Soziale Aktivierung der Wohnbevölkerung durch die Or- ganisation von Versammlungen, Stadtteilfesten, kult urel- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 157 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ len Veranstaltungen, Informationsangeboten und Akti o- nen, Gebiets- und Gebäudebegehungen − Aufbau von Selbstbestimmungsgremien wie Mieterräte n − Schaffung von Mitwirkungsmöglichkeiten am sozialen und kulturellen Leben im Quartier − Verbesserung der Lebensbedingungen durch Maßnah- men zur Aufwertung des Quartiers und Erhöhung der S i- cherheit in Zusammenarbeit mit dem Quartiershausmei s- ter (vergleiche Modul B) − Erhöhung der Teilhabechancen in den Bereichen Be- schäftigung, Bildung und Gesundheit − Vertretung der Interessen der Wohnbevölkerung (Lob - byarbeit für das Quartier) − Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß der weiterhin erforderlichen profes sio- nellen Unterstützung soll durch eine wissenschaftli che Begleitung ermittelt werden. Modul B - Quartiershausmeister Die Aufgabenwahrnehmung „Quartiershausmeister“ konnte be- reits im Rahmen des Wohndialoges in Kalk-Nord (Mont ag Stif- tung – Urbane Räume, Projekt Kalkschmiede) große Er folge und stadtweite Beachtung aufweisen. Es hat sich gez eigt, dass der Quartiershausmeister, überwiegend in Zusammenar beit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, durch seine Präsen z und Tätigkeit nachweislich zur Verbesserung des Wohnumf eldes, beitragen konnte. Er kümmert sich dabei insbesonder e um die sogenannten „Zwischenräume“, sein Einsatzgebiet ist explizit nicht auf den Grundstücken der Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer. Ergänzend zu Modul A soll im Stadtviertel Westend d aher ein Quartiershausmeister eingesetzt werden. Der Einsatz eines Quartiershausmeisters erfolgt auf grund der augenscheinlichen und akuten Handlungsbedarfe im Wo hnum- feld (zum Beispiel Müllablagerungen), der deutliche n Formulie- rung des Bedarfs durch Bewohner und Akteure des Gebiets (im Rahmen der begleitenden Workshops zur Erarbeitung d es Inte- grierten Stadtentwicklungskonzeptes sowie aus der W oh- nungswirtschaft (insbesondere GAG Immobilien AG). D er Be- darf spiegelt sich auch in der geringen Zufriedenhe it der Be- wohnerinnen und Bewohner mit dem Wohnumfeld (Demogr a- phie Umfrage). Folgende Aufgaben übernimmt der Quartiershausmeister in den Quartieren: − Der Quartiershausmeister hat die Aufgabe, für die Be- wohnerinnen und Bewohner im Quartier ansprechbar zu 158 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sein und sie bei den alltäglichen Fragen des Zusamm en- lebens zu unterstützen. Voraussetzung ist daher, dass die Person entsprechend im Quartier anerkannt ist. Unab - dingbar sind neben handwerklichen daher auch sozial e und kommunikative Fähigkeiten. − Zu den konkreten Aufgaben zählen: Örtliche Präsenz (ak- tiver Kümmerer vor Ort, regelmäßige Überprüfung des Quartiers auf Missstände und deren Behebung), die I n- formation und der Dialog mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie die Verbesserung der Sauberkeit im öf- fentlichen Raum (gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern) Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier Ziele Modul A Querschnittsziel − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort Projektziele − Ziel der aktivierenden Mieter- und Nachbarschaftsa rbeit ist es, allen in dem Quartier lebenden Menschen, un ab- hängig von der persönlichen Lebenssituation, der He r- kunft, der sozialen Stellung und materiellen Leistu ngsfä- higkeit die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaf tlichen Leben zu eröffnen und damit einer Verfestigung von Ar- mut und sozialer Ausgrenzung vorzubeugen. Durch die Aktivierung und Beteiligung werden die Voraussetzun gen dafür geschaffen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers ihre Interessen vertreten, ihre Recht e als Mieterinnen und Mieter sowie als Bewohnerinnen und Bewohner wahrnehmen, sich bürgerschaftlich engagieren können und aktiv in die Gestaltung ihrer Wohnumwelt einbringen. Modul B Operative Ziele − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n und / oder Arbeitsplätze − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens- räume − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen − Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie umwe lt- bewusstere Lebensweise Projektziele Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 159 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Schaffung von niedrigschwelligen Beteiligungsmögli chkei- ten für Bewohnerinnen und Bewohner an der Gestaltun g des Wohnumfeldes − Bildung eines neuen Verantwortungsbewusstseins der Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Quartier und Ver - besserung der Lebensbedingungen − Personalrekrutierung und -qualifizierung aus dem Q uar- tier (Der Quartiershausmeister ist aus dem Sozialra um- gebiet zu rekrutieren.) Indikatoren Modul A − Anzahl der befragten Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen der aktivierenden Befragung − Anzahl der initiierten Aktivitäten und Projekte in der Be- wohnerschaft − Anzahl der aufgebauten Anlaufstellen und Kommunika ti- onsräume im Quartier − Anzahl der aufgebauten zum Beispiel unterstützten Mie- terinitiativen und Mieterräte − Anzahl der aufgebauten spezifischen Beratungsangeb ote (Mieterberatung) − Anzahl der durchgeführten und dokumentierten Miete r- treffen Modul B − Rekrutierung des Quartiershausmeisters aus dem Soz ial- raum − Anzahl der Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnum- feldes (Sichtbare Verbesserung des Wohnumfeldes) − Anzahl der initiierten, wohnumfeldbezogenen Aktivi täten und Projekte in der Bewohnerschaft Kosten Modul A: Personalkosten für das Quartier Westend (externe Vergabe) 0,5 Stelle S 15: 35.250 € pro Jahr für 3,5 Jahre: 123.375 € Personalkosten Modul A: 123.375 € Sachkosten für das Quartier Westend Kostenermittlung für 3,5 Jahre: Raumkosten: 19.526,50 € Einrichtungsgegenstände: 1.659,00 € 160 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Geschäftskosten: 4.466,00 € Fernsprechkosten: 1.211,00 € IT-Kosten: 17.857,00 € Sachkosten Modul A: 44.719,50 € Aktivierungsbudget Aktivierende Befragung: 6.500,00 € Wissenschaftliche Begleitung: 7.000,00 € Beteiligungsverfahren: 5.250,00 € Aktivierungsbudget Modul A: 18.750,00 € Gesamtkosten Modul A: 186.844,50 € Davon in 2019: 25.763,50 € Davon in 2020: 54.777,00 € Davon in 2021: 54.777,00 € Davon in 2022: 51.527,00 € Modul B: Personalkosten für das Quartier Westend 1 Stelle Assistenz: 60.120 € pro Jahr / für 2 Jahre: 120.240 € Personalkosten Modul B: 120.240 € Sachkosten für das Quartier Westend Kleine Maßnahmen zur Steigerung des Wohnumfeldes: 2.000 € pro Jahr für 2 Jahre: 4.000 € Sachkosten Modul B: 4.000 € Gesamtkosten Modul B:124.240 € Gesamtkosten Modul A und B : 311.085 € Projektlaufzeit / Zeitraum Modul A: 01.07.2019 – 31.12.2022 42 Monate / 3,5 Jahre Modul B: 01.01.2018 bis 31.12.2019 24 Monate / 2 Jahre Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 161 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ der weiterhin erforderlichen professionellen Unters tützung soll durch die wissenschaftliche Begleitung ermittelt werden. Eine Weiterentwicklung der Maßnahmen ist denkbar. Die konkre- te Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrac htung ab- hängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren (Modul A), Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Modul B) Förderung − Modul A: Städtebauförderung − Modul B: ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht erkennbar. Bemerkung Zum STEP 2017 wurden für Modul A Förderanträge gestellt. Laut Veröffentlichung des MBWSV vom 18.04.2017 ist für d iesen So- zialraum keine Förderung vorgesehen. Sollte eine fr ühere Um- setzung der Maßnahme durch eine Förderzusage möglic h wer- den, wird diese im Sinne der zügigen Programmumsetz ung durchgeführt. 162 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 5.0.3 Handlungsfeld: Wohnen Maßnahme Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalt Ausgangslage Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf li egt im Westen Kölns, circa 5 Kilometer vom Zentrum entfernt nordwest- lich des Stadtteils Ehrenfeld. Die Siedlungsstruktur ist recht heterogen: von Einf amilienhaus- quartieren über einen hohen Anteil an Geschosswohnu ngsbau bis hin zu Großwohnanlagen der 1960er bis 1980er Ja hre („Y- Häuser“, Siedlung Westend). Insbesondere im Bereich der Großwohnsiedlungen, aber auch im weiteren Teilen de s Sozial- raums zeigen sich bauliche Missstände, Verschmutzun gen des Wohnumfeldes, die mit sozialen Problemlagen einherg ehen. Vor Ort zeigen sich erhebliche Probleme durch den schle chten Zu- stand großer Teile der Wohnbebauung in Folge mangel nder In- standhaltung. Dieser Sanierungs- und Modernisierung sstau be- lastet das Erscheinungsbild. Der Zustand der Einfamilienhausbebauung – freistehe nd und in weiten Teilen als Reihenhäuser – zeichnet sich durc h einen eher individuellen Pflege- und Farbgestaltungszustand au s. Über die Förderung auch von Einzeleigentümern und Eigentümer gemein- schaften könnte das Erscheinungsbild harmonisiert u nd aufge- wertet werden. Projektbeschreibung Das Fassadenprogramm soll dazu anregen, nachhaltige Verbes- serungen an Wohnhäusern oder am unmittelbaren Wohnu mfeld vorzunehmen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im S ozialraum soll verbessert werden. Grundlage der Förderung bildet die Förderrichtlinie Stadterneue- rung von 2008 (Teil II, Förderbestimmungen für die städtebauli- che Sanierung und Entwicklung). Demnach können Maßn ahmen zur Fassadenverbesserung, Begrünung, Herrichtung u nd Ge- staltung von Hof- und Gartenflächen sowie Maßnahmen an Au- ßenwänden und Dächern gefördert werden. Zuwendungsf ähig sind 50 Prozent der Ausgaben von höchstens 60 Euro je Quad- ratmeter umgestalteter Fläche. Durch die Erneuerung der Ansichtsflächen von Wohnge bäuden werden Innenhof und Straßenseite deutlich aufgewert et. Das Förderprogramm bietet Mietern und Eigentümern von W ohnim- mobilien und gemischt genutzten Immobilien Unterstü tzung bei Verschönerungsmaßnahmen für Fassaden und Innenhöfe. Ein attraktiver Stadtteil stärkt das gemeinsame Miteina nder von Be- wohnerinnen und Bewohnern. Vor diesem Hintergrund s ind Ver- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 163 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ schönerungs- und Verbesserungsmaßnahmen im Sozialra um Bickendorf. Westend und Ossendorf von besonderer Bedeutung. Zielgruppe − Hauseigentümer − Eigentümergemeinschaften − Mieter und Nutzungsberechtigte Ziele Operatives Ziel − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen Projektziele − Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum so ll verbessert werden − Aufwertung des Wohnumfeldes − Stärkung des Miteinanders der Bewohnerschaft durch ein attraktiveres Wohnumfeld − Steigerung der privaten Investitionen im Sozialrau m Indikatoren − Anzahl der Interessentenanfragen zum Programm − Anzahl der durchgeführten Beratungen Kosten − Gesamtkosten für den Sozialraum : 774.000,00 € − Davon Kostenanteil Dritter: 387.000,00 € − Förderfähige Kosten : 387.000,00 € − − Davon 2019: 129.000 € − Davon 2020: 129.000 € − Davon 2021: 129.000 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2019 bis 31.12.2021 Projektverantwortlicher − Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung − Städtebauförderung Bemerkung Der Baustein „Entsiegelung“ der im Rahmen der Förde rrichtlinie Stadterneuerung in Teil II, Ziffer 11.2 Satz (1) mit aufgeführt wird, soll innerhalb des Haus- Hof – und Fassadenprogramm s explizit nicht gefördert werden, da die Stadt Köln das Thema „Entsiege- lung“ im Rahmen der Maßnahme 4.0.2 „Grüne Höfe, Grüne Plät- ze“ sowohl für private als auch für öffentliche Flächen zur Förde- rung vorsieht. Eine entsprechende Anpassung wird in der zu er- arbeitenden Richtlinie zum Haus, Hof- und Fassadenp rogramm 164 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ erfolgen. Zum STEP 2017 wurden Förderanträge gestellt. Laut V eröffentli- chung des MBWSV vom 18.04.2017 ist für diesen Sozia lraum keine Förderung vorgesehen. Sollte eine frühere Ums etzung der Maßnahme durch eine Förderzusage möglich werden, wird diese im Sinne der zügigen Programmumsetzung durchgeführt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 165 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Städtebauliches und soziales Engagement weiterer Akteure Die GAG Immobilien AG, an der die Stadt Köln einen überwiegenden Anteil hält, wurde vor mehr als hundert Jahren gegründet. In diesem Zeitra um haben sich die Anforderungen und Herausforderungen im Handlungsfeld „Wohnen und Wohn raumanpassung und Wohnraum- versorgung“ stark verändert. Neben der Betreuung eines Bestandes von derzeit übe r 43.000 Wohnungen werden durch die GAG laufend neue Wohnbauprojekte realisiert, um den steigenden Bedarf an Wohnun- gen, insbesondere bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit durchschnittlichen zum Bei- spiel geringeren Einkommen, abzufedern. Im Rahmen von Neubauvorhaben für die Errichtung von circa 360 neuen Wohnungen wer- den in Bickendorf circa 94 Millionen Euro investiert Bei diesem Vorhaben sind - 189 geförderte Wohnungen, - 25 Wohnungen für Flüchtlinge , - 17 Studentenappartements und - diverse Gewerbeeinheiten zur Umsetzung vorgesehen. Ein weiterer Schwerpunkt der GAG liegt in der Sanierung des Altbestandes. Die GAG verfügt im Stadtteil Bickendorf über insgesamt rund 3.300 W ohnungen (Stand: Dezember 2016). 870 Wohnungen wurden bereits in den letzten Jahren umfangreich modernisiert. Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,7 Millionen Euro wur den zu Beginn des Jahres 2017 weitere 16 Wohneinheiten fertig gestellt. Neben der Sanierung der Gebäude sehen die Konzepte der Wohnungsgesellschaft auch die Gestaltung der Grün- und Freiflächen, die Errichtun g von Spielplätzen und Kindergärten so- wie eine Verbesserung der Müllentsorgung vor. Gebäu de mit einem unwirtschaftlichen Sa- nierungsaufwand werden durch Neubauten ersetzt. Mod ernisierung und/oder Neubau erfol- gen nach neuesten energetischen und ökologischen Ge sichtspunkten. Ziel ist, gemeinsam mit lokalen, aber auch stadt- und landesweit agiere nden Akteuren, die soziale Stabilität der Wohnquartiere zu bewahren, ihre Wohnqualität weiter zu entwickeln und die Identifikation der Mieterinnen und Mieter mit „ihrem“ Stadtteil zu fördern. 166 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 11. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung Bereits in der Phase der Konzepterstellung wurden m it Blick auf die Umsetzung des Pro- gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Arbeitsstrukturen aufgebaut, an denen für die Um- setzungsphase angeknüpft werden soll. Die Eckpunkte zu Strukturen und Verfahren sind mit Nennung der an der Umsetzung beteiligten Akteure un d ihrer Rollen in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Abbildung 25: Organisationsmodell zur Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungs- konzepte s „Starke Veedel – Starkes Köln“ Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Das daraus abgeleitete Organisationsmodell bildet zunächst die organisatorische Ausgangs- struktur der Stadt Köln in der Vorbereitungsphase für die Umsetzung der Maßnahmen. Diese Vorbereitungsphase dient der Planung und Durchführu ng aller für die Umsetzung erforderli- chen Arbeiten (siehe unten). Im Rahmen einer Prozesssteuerung sollen die bei der Evaluation von MÜLHEIM 2020 er- kannten Optimierungspotenziale einer zentralen Steu erung bei dezentraler Umsetzung be- rücksichtigt werden, um die erforderlichen Struktur en und Verfahren auf die Anforderungen des neuen Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ m öglichst effizient umzusetzen. Dies beinhaltet zum Beispiel die Vermeidung von Doppelst rukturen und Redundanzen in der Auf- gabenwahrnehmung, die Steigerung der Arbeitseffizie nz, eine Optimierung der Ressourcen Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 167 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und des Know-hows der Beteiligten sowie der integri erten, ämterübergreifenden Zusammen- arbeit. Ziel ist es, mit Beginn der Umsetzungsphase ein optimales Organisationsmodell im- plementiert zu haben oder zeitnah zu entwickeln. Als zentrales Entscheidungs- und Steuerungsgremium des neuen Programms ist ein Len- kungskreis vorgesehen. Dieser ist hochrangig besetz t und trifft alle für die Planung und Durchführung des Programms wesentlichen Entscheidungen. Die für die Vorbereitung der Umsetzungsphase erford erlichen Arbeiten übernimmt das Steu- erungsteam in Zusammenarbeit mit den Fach- und Bürg erämtern. Das Steuerungsteam bündelt Erfahrungen, zum Beispiel zu den Themen Pro jektsteuerung, Bürgerbeteiligung, Öf- fentlichkeitsarbeit, Finanzen, Förderung und Vergabe. Um die Fragestellungen aus den Sozialräumen unkompl iziert zu bündeln, wird für jeden So- zialraum eine konkrete Ansprechperson benannt, die zum einen die aktuellen Belange regelt und zum anderen die Schnittstelle zum Gesamtprogramm bildet. In der Vorbereitungsphase kümmert sich der koordini erende Bereich des Steuerungsteams insbesondere um die Vorbereitung der Antragstellungen von Fördermitteln für das neue Pro- gramm. Weiterhin wird der begonnene Prozess der Bür gerinnen- und Bürgerbeteiligung, dem im neuen Programm eine hohe Bedeutung zukommt, weitergeführt und durch Maß- nahmen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Die d urch die Fachämter zu erstellenden Kon- zepte und darauf aufbauenden Leistungsbeschreibunge n dienen als Grundlage späterer Ausschreibungen. Eine entscheidende Bedeutung für den erfolgreichen Abschluss der Vorbereitungsphase ist der intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit zwi schen dem koordinierenden Steue- rungsteam und den Dezernaten / Fachämtern beizumess en. Im Rahmen dieser Zusammen- arbeit sind im Bedarfsfall die Grundlagen für die E rweiterung des Steuerungsteams um zent- rale Steuerungs- und Koordinationsaufgaben für die Umsetzungsphase zu entwickeln. Dar- über hinaus werden die Fragen einer künftigen, förd erfähigen Einbindung von Externen zum Beispiel von Beschäftigten der Fachämter abgestimmt. Parallel dazu erfolgt auch ein Austausch mit den Bü rgeramtsleitungen und der Sozialraum- koordination über die Weiterentwicklung und zielger ichtete Ergänzung der vorhandenen Strukturen in den Sozialräumen um die Koordination der Maßnahmen des ISEKs sicherzu- stellen. Dabei wird insbesondere das Quartiersmanagement die örtliche Sozialraumkoordina- tion sinnvoll unterstützen und entlasten. In enger Kooperation mit den Akteuren vor Ort soll die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt und insbeso ndere die Abwicklung des Verfü- gungsfonds begleitet werden. Für den Erfolg des Programms wird die prozessbeglei tende Entwicklung der Umsetzungs- struktur von entscheidender Bedeutung sein. Ziel ist es auf aktuelle Anforderungen reagieren zu können und ein zentrales Schnittstellenmanagement aufzubauen. 168 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 11.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung Tabelle 7: Zeit-, Maßnahmen- und Finanzierungsplanung Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozial- raum Bicken- dorf, Westend und Ossendorf Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022 übergreifend 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung übergreifend (alle Sozi- alräume) 757.400 € Städtebauförderung 216.400 € 216.400 € 216.400 € 108.200 € übergreifend 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation übergreifend (alle Sozi- alräume) 44.100 € Städtebauförderung 11.300€ 11.300 € 11.300 € 10.200 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.5 Integration von zugewanderten Kindern, Jugend- lichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlings- status in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit Nachrichtlich aufgenommen, keine Förderung im Rahmen „Starke Veedel – Starkes Köln“ übergreifend (alle Sozi- alräume) ESF Früh ansetzende Hilfen 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Ju- gendarbeit Köln übergreifend (alle Sozi- alräume) 27.400 € ESF 13.700 € 13.700 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Ju- gendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendin- tegrationskursen übergreifend (alle Sozi- alräume) 134.200 € ESF 67.100 € 67.100 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsys- tem und Entwicklung einer beruflichen Perspek- tive für junge Menschen mit psychischen Prob- lemen bis 27 Jahre in allen Sozialräumen; hier: Bickendorf, Westend und Ossendorf übergreifend (alle Sozi- alräume) 48.200 € ESF 18.100 € 24.100 € 6.000 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.17 Stadtteileltern übergreifend (alle Sozi- alräume) 77.600 € ESF 14.000 € 28.000 € 24.800 € 10.800 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbil- dung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK 1, Trägern des Offenen Ganztags übergreifend (alle Sozi- alräume) 111.000 € ESF 55.500 € 55.500 € Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 169 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozial- raum Bicken- dorf, Westend und Ossendorf Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Früh ansetzende Hilfen 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel übergreifend (alle Sozialräume) 69.400 € ESF 34.700 € 34.700 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.21 Ferienschulen übergreifend (alle Sozialräume) 23.600 € gegebenenfalls ge- eignetes Landes- programm des MFKJKS, des MSW oder des BAMF (Sprachkurse) 11.800 € 11.800 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln übergreifend (alle Sozialräume) 312.000 € ESF 156.000 € 156.000 € Öffentlicher Raum 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln übergreifend (alle Sozialräume) 240.000 € EFRE mit Kofinan- zierung über Städte- bauförderung 20.000 € 120.000 € 100.000 € Öffentlicher Raum 2.1.3 Umgestaltung Mühlenweg von Mathias-Brüggen-Straße bis Westendstraße/Ossendorfer Weg Bickendorf, Wes- tend und Ossen- dorf 2.338.000 € Städtebauförderung 30.000 € 50.000 € 50.000 € 43.000 € 776.000 € 1.389.000 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze übergreifend (alle Sozialräume) 83.000 € EFRE 29.300 € 29.300 € 24.400 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und In- formationssystems. Informations- material für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels Wird über den Sonderaufruf ge- samtstädtisch umgesetzt. übergreifend (alle Sozialräume) 54.000 € BMUB-Programm (Klima), BMBF 20.000 € 17.000 € 17.000 € 170 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozial- raum Bicken- dorf, Westend und Ossendorf Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Identifikati- on der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleich- zeitiger Erhöhung der Biodiversi- tät sowie der Aufenthaltsqualität. Förderfähigkeit wird geklärt. übergreifend (alle Sozialräume) 15.500 € EFRE 14.100 € 1.400 € Abschlussbericht Wohnen 5.0.2 Modul A: „Zuhause im Veedel“ – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeldpflege im Quartier Westend und Y-Häuser, hier: Mieter-/Nachbarschaftsarbeit Modul B: Quartiershausmeister übergreifend (alle Sozialräume) 311.100 € Städtebauförderung für Modul A 186.900 € ESF für Modul B 124.200 € 62.100 € 25.800 € 62.100 € 54.800 € 54.800 € 51.500 € Wohnen 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenpro- gramm übergreifend (alle Sozialräume) 774.000 € (Von den Ei- gentümern wird eine Kofinan- zierung von 50 % = 387.000 € eingebracht) Städtebauförderung Eigenanteil der Zuwendungs- empfänger 129.000 € 129.000 € 129.000 € Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 171 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 12. Anhang Anhang 1: Städtische Konzepte Themenfeld: Früh ansetzende Hilfe Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft (2012) Das in 23 Arbeitsgruppen in einem zweijährigen Arbeits- und Beteiligungsprozess formulierte Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft bildet die zentrale Leitlinie für die kommunale Integrationsarbeit der nächsten Jahre. Es geht von dem Grundsatz aus, dass nur eine integrierte und für Veränderung offene Sta dtgesellschaft erfolgreich und für alle ge- winnbringend die Herausforderungen der globalisierte n Zukunft bewältigen kann. Daneben fußt es im Sinne des Inklusions- und Genderansatzes auf dem Grundgedanken, dass Ver- schiedenheit der Normalfall ist und dass jeder einzelne Mensch in seiner Besonderheit ak- zeptiert werden und seine Potenziale einbringen können soll. Ein Drittel der in Köln lebenden Menschen hat aktuell, mit steigender Tendenz, eine soge- nannte Zuwanderungsschichte. Statistisch gesehen ist fes tstellbar, dass sowohl selbst Zu- gewanderte als auch Menschen mit erkennbarem familiärem Zuwanderungshintergrund im Durchschnitt sozial und wirtschaftlich schlechter gestellt sin d als die sogenannte Mehrheits- gesellschaft. Insofern gilt: „Integration ist eine dauerhafte politische und gesamtgesellschaft- liche Aufgabe, die alle in der Stadt (im Land) lebenden Menschen betrifft. Ziel der im Konzept beschriebenen präventiven und „nachholenden“ Maßnahmen zur Integrationsförderung ist es, den Kölnerinnen und Kölnern mit Zuwanderungsgesch ichte eine gleichberechtigte Teil- habe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen un d kulturellen Leben zu ermögli- chen und für Toleranz, Akzeptanz und wechselseitigen Re spekt zwischen den Bevölke- rungsgruppen zu werben. Das ergänzende "Interkulturelle Maßnahmenprogramm - M aßnahmenempfehlungen" ist die von sieben Expertengruppen erarbeitete Zusammenstellun g von konkreten Maßnahmen zur praktischen Umsetzung des Prozesses für mehr Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Integrationsrat, Fachausschüsse und Rat der Stadt Köln ha ben auf dieser Grundlage eine Vielzahl von unterschiedlichen Maßnahmen beschlossen und zur Umsetzung finanzrelevan- ter Maßnahmen ein Integrationsbudget in Höhe von jäh rlich etwa einer Million Euro im Dop- pelhaushalt 2016/2017 bereitgestellt. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/integrationsrat/konzept-zur-staerkung-der- integrativen-stadtgesellschaft-und-interkulturelles-massnahmenprogramm − Handlungskonzept Behindertenpolitik (2009) In Köln leben mehr als 100.000 Menschen mit einer aner kannten Schwerbehinderung und weitere rund 50.000 Menschen mit einer Behinderung vo n 20 bis 40 Prozent. Nicht nur für sie sind barrierefreie und inklusive Strukturen und An gebote notwendig. Auch alle anderen - ganz gleich, ob sie in Köln wohnen oder die Stadt nur kurzfristig besuchen - profitieren da- von. So ist bekannt, dass eine barrierefrei zugänglich e Umwelt für etwa 10 Prozent der Be- völkerung zwingend erforderlich, für etwa 30 bis 40 P rozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel ist, also ein Qualitätsmerkmal darstellt. Die Aufgabe des Handlungskonzeptes ist es, die Informationen über die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in Köln zu verbessern, den Blick für Stärken und Schwächen der Kölner Behindertenpolitik und der bestehenden H ilfesysteme zu schärfen, kurz- und mit- 172 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ telfristige Ziele zu entwickeln, einen Maßnahmenpla n abzustimmen, der zukünftig als Leitfa- den für eine koordinierte und zielorientierte Behindertenpolitik in Köln dient. Der 1. Folgebericht legte den Fokus auf die Situation von Menschen mit Behinderung in dem Bewusstsein, dass die Bedeutung von Inklusion sehr viel um fassender ist. Die Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und zur Förderung einer une ingeschränkten Teilhabe von Men- schen mit Behinderung zeigen jedoch, dass sie die Teilhab e aller Menschen erleichtern und damit wichtige Schritte zu einer inklusiven Entwicklung sind. Der 2. Folgebericht zum Handlungskonzept Behinderten politik „Köln überwindet Barrieren – eine Stadt für alle“ wurde vom Rat der Stadt Köln i n seiner Sitzung vom 20.12.2016 zur Kenntnis genommen. Im Rahmen dieses Berichtes wird festg estellt, dass sich die Kölner Behindertenpolitik seit Verabschiedung des Handlungskon zeptes im September 2009 deut- lich weiterentwickelt hat. Viele der damals beschlossenen Maßnahmen zählen inzwischen zum Standard städtischer Aufgabenwahrnehmung. Zahlrei che Barrieren konnten abgebaut und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung verbesser t werden. Die im 1. Folgebericht genannten Prioritäten konnten zu 2/3 vollständig umg esetzt werden. Ein Viertel der Prioritä- ten wurde zumindest teilweise umgesetzt. Für die Jahre bis 2020 werden Handlungsempfehlungen fü r folgende Themenbereiche prio- risiert: - Kinder und Jugend - Stadtentwicklung, Stadtgrün, öffentlicher Straßenra um, öffentlicher Personennahver- kehr - Gebäude - Wohnen - Arbeit - Kunst und Kultur – Weiterbildung - Sport - Soziale Hilfen - Gesundheitsdienste - Information, Kommunikation – Service - Sensibilisierung und Fortbildung - Politische Teilhabe und Mitwirkung Um das Engagement einzelner Menschen, Organisationen un d Betriebe zu würdigen und bekannt zu machen, wurde in 2017 zum achten Mal der K ölner Innovationspreis Behinder- tenpolitik (KIB) ausgeschrieben. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/behinderung/handlungskonzept-zur- koelner-behindertenpolitik − − „Plan für ein seniorenfreundliches Köln“ (2002) Aktuell gibt es in Köln mehr als 40 SeniorenNetzwerke in den Kölner Stadtteilen. Bereits im Oktober 2002 gingen die ersten SeniorenNetzwerke in den Stadtteilen mit Meschenich, Poll und Kalk an den Start. Prozessbegleitende politisch gewählte Gremien sind − Integrationsrat − Stadt-Arbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik − Stadt-Arbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 173 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zentrale und präventiv wirkende Zielsetzungen der Netzwerke sind: − das Leben in der Gemeinschaft zu fördern, − Selbstverantwortung der Seniorinnen und Senioren zu stärken, − Beteiligung von älteren Menschen am gesellschaftlichen L eben zu ermöglichen, − Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe anzuregen, − Bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und − altersspezifische Angebote in Bildung, Kultur, Freizei t und Sport zu. Weitere Informationen unter: http://www.seniorennetzwerke-koeln.de/ − Seniorenfreundliches Köln – Weiterentwicklung der S eniorenarbeit 2015-2025 (Sep- tember 2014) Köln ist eine Stadt in der die Zahl alter und hochalt riger Menschen kontinuierlich zunimmt. Das seniorenfreundliche Köln will sich in seinen Angebotsstrukturen darauf einstellen. Es soll sich auszeichnen durch: − bedarfsgerechte und gut erreichbare, barrierefrei zu gängliche Information und Beratung, − vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten Engagement un d Selbsthilfe bereiter Senio- rinnen und Senioren, − integrierte und passgenaue Angebote, die ein selbstä ndiges Leben in der eige- nen Wohnung such im hohen Alter und mit Handicaps ermöglichen, − ein in der Öffentlichkeit verankertes Bewusstsein für d ie Lebenssituation und Be- dürfnisse alternder Menschen. Eckpfeiler der kommunalen Seniorenarbeit sind die in d en Stadtbezirken wirkenden Pro- gramme: Seniorenberatung, Senioren / Netzwerke, Entl astungsdienste für Menschen mit De menz und ihre Angehörigen und haushaltsnahe Dienstleist ungenSeniorenkoordination im Stadtbezirk. Als weiterer Baustein zur Weiterentwicklung der Senior enarbeit in Köln sollen zukünftig Se- niorenkoordinatorinnen und Seniorenkoordinatoren ei ngesetzt werden. Geplant ist die Ein- richtung von je einer halben Stelle je Stadtbezirk. D ie Vorlage ist aktuell in der politischen Beratung. − Rahmenkonzept der Kölner Bürgerhäuser und Bürgerzentren Ausgehend von städtischen Konzepten wie Leitbild der S tadt Köln, Leitlinien für ein soziales Köln etc. und übergeordneten Arbeitsprinzipien wie Pr ävention, Integration, Inklusi- on/Barrierefreiheit und Gender Mainstreaming arbeite n die Kölner Bürgerhäuser/-zentren nach der vom Rat der Stadt Köln 2007 verabschiedeten Rahmenkonzeption. Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren haben eine wesent liche Funktion in der Schaffung von Möglichkeiten zur Begegnung von Menschen. Sie bieten eine Infrastruktur sowohl zu eigen- 174 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ aktivem Handeln als auch zu konsumtiven Verhalten. Als l ebendiger und offener Treffpunkt fördern sie den sozialen, kulturellen und politischen Dialog der Menschen. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren beteiligen sich mit ihren Angeboten aktiv an der Gestal- tung des Stadtteils und des Stadtbezirks mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Bevölkerung. Sie fördern die Integration aller Kulturen und sozialer Schichten, sowie die Verbindung zwischen den Generationen. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren verfolgen das Ziel , möglichst viele Menschen zu akti- vieren, um eigenverantwortliches Handeln zu erreichen und/oder für ehrenamtliches Enga- gement zu motivieren. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren sind Dienstleister f ür die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil und im Stadtbezirk. Sie bilden eine Infor mationsplattform in Verbindung mit Bera- tungsleistungen. Die Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren werden im Rahmen von Handlungsfeldern umgesetzt: − Handlungsfeld Kultur − Handlungsfeld Erziehung, Bildung und Qualifizierun g − Handlungsfeld Beratung − Handlungsfeld Sozialraumorientierte Gemeinwesenarb eit − Handlungsfeld bürgerschaftliches und gesellschaftspolitische s Engagement − Handlungsfeld Ökologie − Handlungsfeld Gesundheitsförderung Die Handlungsfelder können je nach Ausrichtung der Ei nrichtung und den Gegebenheiten "vor Ort" eingeschränkt oder durch weitere inhaltliche S chwerpunkte ergänzt bzw. erweitert werden wie zum Beispiel Wohnen, gesellschaftspolitische Bildung usw. Mit 11 der 14 Kölner Bürgerhäuser/-zentren werden jä hrlich auf Grundlage der Rahmenkon- zeption Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 175 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ „Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Köln 2011“ Der Rat der Stadt Köln hat im Herbst 2011 die „Integ rierte Jugendhilfe- und Schulentwick- lungsplanung Köln 2011“ beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Es handelt sich hierbei um ein strategisches Rahmenkonzept, mit dem Ziele, Herausforderun- gen und Entwicklungsperspektiven für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschrieben und Lösung sansätze erörtert werden. Das Konzept verfolgt eine lebenslaufbezogene Perspekti ve auf die Bildungsbereiche, sieht Kinderarmut, Inklusion und Integration als zentrale H erausforderungen und erörtert sozial- räumliche Ansätze zur Verbesserung von Lebensverhältnissen und Bildungschancen. Die vorgeschlagenen Lösungen sind in öffentlichen Sitzungen aller neun Bezirksvertretungen mit einem um Bildungsakteure vor Ort erweiterten Teilnehm erkreis ausführlich erörtert worden. Die zahlreichen wertvollen Anregungen, Hinweise und V orschläge sind in die Planungen aufgenommen worden. Vor diesem Hintergrund sind in de n Folgejahren Konkretisierungs- und Teilpläne entwickelt und entsprechende Maßnahmen u mgesetzt worden, zum Beispiel die „Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln 2011“, der „Inklusionsplan für Kölner Schulen 2012“, die „Konkretisierung der Schulentwicklungsplanun g Köln 2012“, die halbjährlichen „Statusberichte zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Köln“ (seit 2011), die „Schulent- wicklungsplanung für die städtischen Berufskollegs und We iterbildungskollegs in Köln 2015“ oder die „Kinder- und Jugendförderplanung Köln 2015 – 2020“ (in Vorbereitung). Die Inte- grierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung der S tadt Köln wird in einer Publikation des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2011) „Moderne Sozialplanung“ als Beispiel „guter Praxis“ vorgestellt. Besondere Erwähnung fin- den unter anderem der gewählte Planungsansatz einer „local governance“ und dass den Planungen unterliegende Indikatorenmodell der Sozia lraumanalyse mit seinen zu Indizes zusammen gefassten Bildungs- und Sozialindikatoren au f kleinräumiger Ebene von Stadttei- len und Stadtvierteln Kölns. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/jugendhilfebericht_2011.pdf Kölner Bildungsbericht – Bildungsmonitoring 2012 Der Kölner Bildungsbericht schafft Transparenz im Bildun gsgeschehen und stellt aussagefä- hige „Daten für Taten“ zur Verfügung. Er widmet sich besonders zentralen Fragestellungen wie den Übergängen zwischen den Schulformen bis hin zur Ausbildung und in den Beruf. Außerdem wird der sprachlichen Bildung in frühen Leben sphasen, dem informellen Lernen und der Bildungsberatung besonderer Stellenwert einge räumt. Dabei richtet sich der Blick immer auch auf die Stadtbezirke und Stadtteile Kölns, beispielsweise um deutlich zu ma- chen, wo Kinder und Jugendliche unter erschwerten Beding ungen aufwachsen, die die Bil- dungsbeteiligung und den Bildungserfolg beeinträchtige n können. Auch für Köln lässt sich nachweisen, dass Bildungschancen von Kindern und Jugendliche n in hohem Maße von der sozialen Herkunft abhängen und entsprechend sozialräuml ich stark unterschiedlich verteilt sind. Gleichzeitig wird im Bildungsbericht beispielhaft aufgezeigt, dass präventive Maßnah- men wirksam sind. So konnte für die sprachliche Bildung und Förderung im Elementarbe- reich nachgewiesen werden, dass der Sprachförderbedarf g eringer ist, je länger ein Kind eine Kindertageseinrichtung bereits besucht. Besonders auf fällig waren die Ergebnisse bei Kindern mit Migrationshintergrund: mit jedem zusätzli chen Jahr in der Kita halbiert sich na- hezu der Anteil, der Sprachförderung benötigt. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/bildungsbericht2012-barrierefrei.pdf 176 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bildungsstrategie der Stadt Köln Für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen verfolgt di e Stadt Köln eine „Doppelstrategie“: Erstens wird entschieden in die Regelsysteme der Bildung investiert, um die Bildungs- und Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachse nen zu verbessern. Zweitens kommt die Stadt der zentralen Maxime städtischer Armut sbekämpfung in einem sozialräum- lichen Bezug, „Ungleiches ungleich behandeln“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bil- dung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade solche Einrichtungen und Angebote noch einmal verstärkt, die vielen Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslagen ver- besserte Bildungs- und Entwicklungschancen eröffnen. Es gibt in Köln eine Vielzahl von Präventionsangebote n für Kinder und Jugendliche. Im Fol- genden sollen beispielhaft zwei „große Blöcke“, die gle ichsam zentrale Bausteine der kom- munalen Präventionskette in Köln darstellen, ausführli cher dargestellt werden. Mit Blick auf die Bildung von Kindern und Jugendlichen haben insbeson dere der Ausbau der Kinderta- gesbetreuung und die schulische Ganztagsbildung einen au sgesprochen hohen bildungs- und gesellschaftspolitischen Stellenwert: Für die Eltern spielt eine flexible und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eine zentrale Rolle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Betreuungsaspekt). Für die Kinder selbst ergeben sich ve rbesserte Bildungschancen, ins- besondere wenn sie aus benachteiligten Familien kommen (Bildungsaspekt). Mit seinen Versorgungsquoten in den Bereichen Kinderta gesbetreuung für unter 3-Jährige, Offene Ganztagsschule im Primarbereich und Ganztag in der Sekundarstufe I belegt Köln im interkommunalen Vergleich in Nordrhein-Westfalen vor dere Plätze. Hierin und auch in die erhöhte Förderung von Bildungsinstitutionen in Stadtg ebieten mit erhöhtem Armuts- und Bil- dungsrisiko gehen – neben Landesförderungen – erhebl iche städtische Eigenmittel ein. Die gesamten Aufwendungen des Dezernates für Bildung, Jugen d und Sport liegen bei über 1 Milliarde Euro, wobei nur ein Viertel des Betrags durch Erträge, beispielsweise auch Landes- fördermittel, gegen finanziert ist. Neben der Förderung von Bildungschancen im Kontext von Kindertageseinrichtungen und Schule, die vorgehend beispielhaft skizziert wurde, un ternimmt das Bildungsdezernat der Stadt Köln weitere erhebliche Anstrengungen in vielen Handlungs- und Bildungsbereichen unter anderem in den Bereichen Familienberatung, Wei terbildung / Grundbildung / Volks- hochschule, Kinder- und Jugendarbeit und Sportförderung . Trotz der beschriebenen An- strengungen und Investitionen in den Bildungsbereich ist mit Blick auf hohe Kinderarmuts- quoten gerade in den elf Sozialräumen in Köln gleich wohl festzuhalten, dass die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für gelingendes Au fwachsen und gleiche Bindungs- chancen für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin sehr groß sind. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/bildung-und-schule/ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 177 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kulturförderung Die Stadt Köln hat ein hohes Selbstverständnis als Kultu rstadt anerkannt zu sein. Als größte Stadt in Nordrhein-Westfalen bietet sich daher ein seh r vielfältiges und aktives Bild der Kul- turszene. Die Kulturförderung versteht sich in diesem Si nne auch als Querschnittsaufgabe, deren Wirkung in dem ersten Kulturbericht zu den Jahre n 2013 und 2014 14 ausführlich be- schrieben ist. Die folgende Bestandsanalyse der Kulturför derung in Köln bezieht ausschließ- lich auf die institutionalisierte Kulturförderung. Die institutionalisierte Kulturförderung, die von der Stadt angeboten wird umfasst alle Berei- che der Hochkultur mit Oper, Schauspiel, Gürzenich-Orchest er, Puppenspiele und Museen sowie der Stadtbibliothek. Darüber hinaus ist das Histori sche Archiv dort angebunden. Die städtischen Angebote haben einen sehr starken räumlichen Bezug zum Innenstadtbereich und direkt angrenzenden Stadtteilen Kalk und Mülheim . Ein Angebot in den Sozialräumen findet sich Mülheim-Nord und Keupstraße mit den Depots 1 und 2 der Städtischen Bühnen, Kalk mit der Halle Kalk sowie in Chorweiler und Neubr ück, in denen Stadtteilbibliotheken vorhanden sind 15 . Neben der institutionalisierten Kulturförderung werde n die Angebote der „freien Szene“ in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Theater, Tanz , Film, Musik, Popmusik und Interkultur finanziell unterstützt. Die Förderung konzentriert si ch auf professionalisierte Angebote von Kultur in den unterschiedlichen Sparten und grenzt sich damit bewusst gegen das aus- schließlich räumlich orientierte Angebot der „Veedelskul tur“ ab. Die Förderung der „freien Szene“ wird wiederum in die Förderung von Kulturinstitutionen mit festen Spielstätten und in die Projektförderung differenziert, die sich sowohl au f Künstlerförderung (Einzelpersonen), als auch auf Ensembles und Gruppen und auch auf Projekte in den Spielstätten beziehen kann. Darüber hinaus werden Ateliers für Bildende Kün stler und Proberäume für Gruppen der Popkultur angeboten. Der räumliche Bezug der institutionalisierten Kulturfö rderung von Spielstätten spiegelt sich ebenfalls mit einem deutlichen Schwerpunkt in der Inne nstadt sowie auch in Ehrenfeld, Kalk und Sülz / Klettenberg. Die Nutzung von Ateliers und Proberäumen ist in den Sozialräumen Meschenich und Rondorf, Humboldt /Gremberg und Kalk un d angrenzend an die Sozialräu- men Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord und Bocklemünd / Mengenich vorhanden. Der Ausbau des kulturellen Angebotes in den Sozialräum en ist ein wichtiger Baustein für Verbesserung der Integration benachteiligter Gruppen i n Arbeit, Bildung und in die Gemein- schaft. Ziel ist auch, durch die Einbindung der Kulturfö rderung in die Handlungsfelder und Maßnahmen in den Programmgebieten, die Kulturstadt Köln noch stärker auf die Randgebie- te des Stadtgebietes auszuweiten. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/koelner-kulturbericht 14 Weitere Erläuterungen zum Kulturbericht der Stadt Köln können dem Anhang entnommen werden 15 Eine Übersichtskarte zur Lage städtischer kultureller Einrichtungen (Museen, Ateliers/proberäumen, Theater und Kulturinstituten) findet sich im ersten Abschnitt der Bestandsanalyse (Themenfeld: De- mographische und soziale Situation). Eine genauere Übersicht über die Lage der Einrichtungen kann den Karten für jeden Sozialraum im 2.1.1 entnommen werden. 178 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Themenfeld: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Klimaschutzkonzept - Zum Schutz des Klimas und der Be wohnerinnen und Bewohner der Stadt Köln Das Integrierte Klimaschutzkonzept umfasst übergreifend den gesamten Energie- und Mobi- litätsbereich. Für die Erstellung des "Integrierten K limaschutzkonzept Köln" wurden Aufträge in Höhe von 197.308 Euro erteilt. Mit dem Konzept l iegt für Köln ein Programm vor, das bei ganzheitlicher Umsetzung erheblich dazu beiträgt, den begonnenen Klimaschutzprozess der Stadt Köln fortzusetzen und den Verpflichtungen aus de m Bürgermeisterkonvent nachzu- kommen, nämlich einer 20-prozentigen Steigerung der Energieeffizienz, einer 20- prozentigen Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und einer 20-prozentigen Senkung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020. Das Konzept mit de m gesamten Energie- und Mo- bilitätsbereich hat der Rat der Stadt Köln im April 2 014 zur Kenntnis genommen. Das Kon- zept leistet darüber hinaus einen Beitrag, die selbst a uferlegten CO2-Minderungsziele zu erreichen und ergänzt das Kooperationsprojekt „Smart Ci ty Cologne“. Mit einem Beschluss hat der Rat 13 konkrete Maßnahmen aus dem Gesamtkonzept, für 2014 zur weiteren schnel- len Bearbeitung und Einzelbeschlussfassungen auf den Weg gebracht und ermöglicht es weitere Fördermittel von Bund und Europäischer Union zu beantragen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/integrierte-klimaschutzkonzepte- energie-und-verkehr Freiflächensystem der Stadt Köln Köln verfügt über ein gesamtstädtisches Freiflächensystem, das auf die Planungen von Fritz Schumacher in den 1920er Jahren zurückgeht. Die nachfolgenden Generationen haben kon- tinuierlich auf dieser Zielformulierung aufgebaut, oh ne diese in Frage zu stellen. Heute ist dieses gesamtstädtische Freiflächensystem mit seinen wesentli chen Elementen, dem Inne- rer und Äußerer Grüngürtel und den verbindenden rad ialen Grünzügen, ein wesentliches Element der Stadtstruktur, das sowohl aus klimatischer, ök ologischer als auch erholungs- funktionaler Sicht von großer Bedeutung ist. In den zurückliegenden Jahren konnten hierauf aufbaue nd weitergehende Ziele formuliert werden um das Freiflächensystem weiter zu entwickeln und weiter zu qualifizieren. Die Aus- weisung von Kompensationsflächenpools in den radial vom Äußeren Grüngürtel zur Stadt- grenze führenden Grünzügen, die Weiterentwicklung in die Region (RegioGrün) und die Er- arbeitung eines Entwicklungskonzeptes für den Äußeren Grüngürtel sowie die geplante Ver- längerung des Inneren Grüngürtels sind als vorausschauende Strategie vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt und des Klimawandels zu verstehen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/regiogruen http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/ Stadtklima in Köln Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Me tropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NORDR HEIN-WESTFALEN, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetriebe n Köln durchgeführt und die Ergebnisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelg erechte Metropole Köln - Ab- schlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezei gt, dass es zukünftig in Köln heißer Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 179 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wird und dass Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nich t mehr aufzuhaltenden Klimawandel anzupassen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schon heute eine deutliche Aufheizung (Wärmein- sel) der dicht bebauten Stadtteile und der Innenstadt gegenüber dem Umland besteht. Die im Rahmen der Studie durchgeführten Messungen zeigten Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von über 30°C und die Sommer- tage, mit Temperaturen von über 25°C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40°C erre icht werden. Die Zahl der Sommer- tage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeiti- gen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zun ehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. Planungshinweiskarte: Die Planungshinweiskarte zeigt für das gesamte Stadtgeb iet auf, welche zukünftige Wärme- belastung zu erwarten ist. Sie gibt Hinweise welche Geb iete besonders vom Klimawandel betroffen sein werden und welche wichtigen Kaltluftent stehungsgebiete im Stadtgebiet noch vorhanden sind. Sie gilt als wichtige Grundlage für Auswertungen zur Betroffenheit einzelnen Stadtteile zum Beispiel -bezirke. Mit der Darstellung − der Anzahl der heißen Tage für die Periode 2021 bi s 2050 (als Maß für die zu erwar- tende Wärmebelastung), − der Verteilung der Grünzüge in der Stadt (als poten tielle Frisch- und Kaltluftprodukti- onsflächen), − den Kaltluftflüssen (als Maß für die Möglichkeit der V erminderung der innerstädti- schen Wärmebelastung), − der Windrose (woher weht der Wind wie häufig?), werden in der Planungshinweiskarte Größen zusammengeführt, welche die siedlungsklimati- sche Situation und das Leben der Menschen in der Stadt b eschreiben. Dadurch hilft diese Karte, die Empfindlichkeit der Flächen bei Nutzungsänd erungen und den resultierenden kli- matischen Folgen erkennen und bewerten zu können. Die Flächen der hoch und sehr hoch belasteten Gebiete kö nnen hierbei als klimatische Sa- nierungsgebiete eingestuft werden, in denen sich Maß nahmen zur Verbesserung des Stadt- klimas aufdrängen, während die klimaaktiven, zum Bei spiel sehr klimaaktiven Flächen eine sehr hohe Empfindlichkeit bei nutzungsändernden Eingri ffen, Versiegelung und Bebauungs- verdichtungen aufweisen. Diese beiden Klassen sollten als „Stadtklimatische Ausgleichsflä- chen“ in ihrer klimatischen Funktion erhalten bleiben. Wichtige Eckpunkte einer klimawandelgerechten Planung sind die Freihaltung von Kaltluf- tentstehungsgebieten und Frischluftschneisen, die Durchgr ünung der Stadt, aber auch die Berücksichtigung der Belange des Klimawandels bei Planverfahren. Betroffenheit: Der Stadtbewohner befindet sich in permanentem Austausch mit seinem urbanen Umfeld. Bewegt er sich im Freien, zum Beispiel in der Innenstad t zum Einkaufen, zum Spazierenge- hen im Park oder ist er mit dem Rad unterwegs zum Arb eitsplatz, so wirken auf ihn die Luft- 180 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ temperatur, die Luftfeuchte, die Luftströmung und di e Sonnenstrahlung ein. Im Gegensatz zum Aufenthalt im Freien ergeben sich beim Aufenthalt in Gebäuden andere Situationen. Hier werden Wohlbefinden sowie Wärmestress wesentlich dur ch die Innenraumtemperatur und Luftfeuchte in den Räumen bestimmt. Einerseits lassen sich durch technische Einrich- tungen wie Klimaanlagen optimale Innenraumtemperatu ren erreichen. Andererseits können durch das hohe Wärmespeichervermögen der Gebäudehülle i nsbesondere nachts hohe Wärmebelastungen auftreten, falls keine entsprechenden Hilfsmittel vorhanden sind. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/das-projekt- klimawandelgerechte-metropole-koeln Themenfeld Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen: Stadtentwicklungskonzept Wohnen und Handlungskonzept Preiswerter Wohnungsbau / Kooperatives Baulandmodell Das am 11.02.2014 vom Rat beschlossene Stadtentwicklungskonzept (StEK) Wohnen sowie das im Vorgriff bereits am 02.11.2010 beschlossene Handl ungskonzept Preiswerter Wohn- raum formulieren unter anderem spezifische Ziele und Leitlinien der Kölner Wohnungspolitik, die auch auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept EFRE anzuwenden sind: − Ziel 3: Sicherung und Neubau öffentlich geförderter Wohnungen − Ziel 4: Anpassung der Wohnungsbestände gemäß der Anfor derungen des demogra- phischen Wandels und des Klimawandels − Ziel 5: Nachhaltig angelegte Wohnungspolitik − Ziel 6: Steigerung der Wohnzufriedenheit − Ziel 7: Abschluss einer Vereinbarung mit der Wohnungswi rtschaft zur partnerschaftli- chen Lösung der bevorstehenden Aufgaben in Neubau und Bestand − Leitlinie 2: Innenentwicklung vor Außenentwicklung − Leitlinie 3: Sozialen Ausgleich unterstützen – sozial e Schieflagen vermeiden − Leitlinie 4: Partnerschaftliche Quartiersentwicklung fö rdern Zur Erreichung der Ziele und Leitlinien der Kölner W ohnungspolitik wird zurzeit ein Hand- lungsprogramm mit 22 Maßnahmen in acht Handlungsfelde rn umgesetzt. Insbesondere der mit dem Konzept begonnene, intensive Dialog mit der Wohnungswirtschaft ist eine wichtige Voraussetzung für quartierbezogenen Partnerschaften, d ie sich im EFRE Handlungspro- gramm wiederfinden. Der Rat der Stadt Köln hat zudem am 17.12.2013 den Beschluss zum Kooperativen Bau- landmodell Köln gefasst, um die Bereitstellung bezah lbaren Wohnraums in Köln anzukur- beln. Das Kooperative Baulandmodell Köln nimmt diejenigen, die von einer Bodenwertsteige- rung profitieren, in die Pflicht, einen definierten Teil der geplanten Wohneinheiten für den geförderten Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen und sich stärker als bisher an den Fol- gekosten der Bauleitplanung zu beteiligen. Die 1. Fortschreibung des Kooperativen Baulandmodells i st am 04. April 2017 vom Rat der Stadt Köln beschlossen worden. Mit der Fortschreibung des Kooperativen Baulandmodells Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 181 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde das Ziel verfolgt, die Anwendung des Modells zu vereinfachen und die Umsetzung praktikabler zu gestalten. . Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/wohnen Einzelhandels- und Zentrenkonzept (EHZK) Das EHZK wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Er ist die wesentliche Handlungsgrundlage zur Sicherung und Stärkung des Köl ner Zentrensystems, als Rückgrat der räumlich-funktionalen Ordnung der Stadt sowie zur Sicherung einer Wohnortnahen Nah- versorgung. Das EHZK definiert für alle 80 Kölner Gesch äftszentren konkrete Handlungs- empfehlungen bezüglich Ausstattung, Branchenmix und ent hält Aussagen bezüglich Hand- lungserfordernissen für unterversorgte Bereiche. Wesentli che Aussagen des EHZK sind in den Zentrenpässen der Programmgebiete wiedergegeben. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/versorgung/einzelhandels- und-zentrenkonzept-1 Stadtentwicklungskonzept Wirtschaft Vor dem Hintergrund eines verstärkten Wettbewerbs um Be triebe, gerade auch des produ- zierenden Gewerbes, steigt die Bedeutung von geeigne ten Konzepten die es ermöglichen, frühzeitig und angemessen auf die verschiedenen Bedarf e an Fläche und Infrastruktur zu reagieren. Den Wirtschaftsstandort Köln langfristig zu stabilisieren und zu stärken ist das Ziel des in Planung befindlichen Stadtentwicklungskonzeptes Wirtschaft. Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Herausarbeitung der Flächenbedarfe, Flächenpotenzi- ale und ihrer Verfügbarkeit sowie die Darstellung von Konflikten der Flächennutzung in Be- zug auf Freiraum, Gewerbe-, Wohn- und Einzelhandelsnu tzung. Die Herausforderung ist dabei die verschiedenen Interessen und Bedarfe an Fläche nachhaltig und ressourcenscho- nend zu erfüllen. Themenfeld Öffentlicher Raum / städtebauliche Situation: − teilräumliche Entwicklungsplanungen (Rechtsrheinische Ent wicklungskonzept Teil- raum Nord, Handlungsprogramm Rechtsrheinische Perspektiven) − Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Köln − Stadtentwicklungskonzept Wohnen − Handlungskonzept zur Kölner Behindertenpolitik − Köln Mobil 2015 182 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 2: Anteil der Radfahrerinnen und Radfahrer in den elf Sozialräumen Sozialräume Stadtteile Anteil Fahrradnutzung am Anteil aller Wege in % Bickendorf, Westend und Ossendorf Bickendorf 7 Ossendorf 16 Bilderstöckchen Bilderstöckchen 8 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord Blumenberg 7 Chorweiler 7 Seeberg 7 Bocklemünd / Mengenich Bocklemünd / Mengenich 3 Buchheim und Buchforst Buchheim 5 Buchforst 6 Höhenberg und Vingst Höhenberg 5 Vingst 7 Humboldt / Gremberg und Kalk Kalk 9 Humboldt / Gremberg 8 Meschenich und Rondorf Meschenich 6 Rondorf 9 Mülheim-Nord und Keupstraße Mülheim 8 Ostheim und Neubrück Ostheim 4 Neubrück 14 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Porz 6 Finkenberg k.A. Gremberghoven 9 Eil 9 Stadt Köln gesamt 12 Quelle: Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten, 2006 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 183 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 3: Anteil an Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern am Gesamtbestand Programmgebiet Stadt Köln Anteil Ein- und Zwei- familienhäuser Anteil Mehrfamilien- häuser Bickendorf, Westend und Ossendorf 61 % 39 % Bilderstöckchen 45 % 55 % Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 58 % 42 % Bocklemünd / Mengenich 67 % 33 % Buchheim und Buchforst 40 % 60 % Höhenberg und Vingst 28 % 72 % Humboldt / Gremberg und Kalk 12 % 88 % Meschenich und Rondorf 85 % 15 % Mülheim-Nord und Keupstraße 22 % 78 % Ostheim und Neubrück 68 % 32 % Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 67 % 33 % Stadt Köln 60 % 40 % Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 184 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 4: Wohneinheiten der GAG (Stand 2016) Stadtteil Wohneinheiten der GAG Bickendorf 3.316 Bilderstöckchen 795 Blumenberg 451 Bocklemünd/Mengenich 1.333 Buchforst 2.225 Buchheim 1.255 Chorweiler 2.556 Eil 32 Gremberghoven 1 Höhenberg 1.562 Humboldt/Gremberg 1.467 Kalk 1.345 Meschenich 70 Mülheim 1.303 Neubrück 30 Ossendorf 1.249 Ostheim 1.792 Porz 363 Rondorf 303 Seeberg 109 Vingst 2.933 GAG gesamt 43.398 Quelle: GAG Immobilien AG Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 185 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 5: Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen in Prozent in den einzelnen Stadtteilen der elf Sozialräume Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 19,5 28,5 10,9 22,0 70,7 17,7 20,8 7,4 11,4 10,4 6,8 25,1 6,2 12,1 0,9 6,1 30,8 11,0 10,6 13,2 0,0 1,7 6,8 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 Bickendorf Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg Chorweiler Seeberg Bocklemünd/Mengenich Mülheim Buchheim Buchforst Höhenberg Vingst Humboldt/Gremberg Kalk Meschenich Rondorf Ostheim Neubrück Porz Finkenberg Gremberghoven Eil Köln Anteil an öffentl. geförderten Wohnungen (Typ A) 2015 in Prozent 186 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 6: Kaufkraftindex nach Stadtteilen in den elf Sozialräumen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 85 90 95 100 105 110 115 Stadt Köln Eil Finkenberg Porz Neubrück Ostheim Mülheim-Nord / Keupstr. Rondorf Meschenich Kalk Humboldt-Gremberg Vingst Höhenberg Buchforst Buchheim Bocklemünd / Mengenich Chorweiler Blumenberg Bilderstöckchen Ossendorf Bickendorf - 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Kaufkraftindex Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 187 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 7: Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Be wohner mit ihren Wohnun- gen und ihrem Wohnumfeld im Programmgebiet (2009) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 188 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 8: Anteil an Grünflächen pro Einwohnerin und Einwohner im Programmgebiet (Quadratmeter je Einwohnerin und Einwohner) Sozialraum Kleingarten- anlage Kinderspiel- platz Grün- anlage Fried- hof Lan d- schafts- plan sonstiges Forst Grün + Forst ge- samt Bickendorf, Westend und Ossendorf 1,7 2,1 5,8 0,0 0,0 0,0 0,0 5,8 9,6 Bilderstöckchen 0,0 0,7 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 1,4 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord 0,7 2,2 8,9 0,0 0,0 0,0 3,3 12,2 15,1 Bocklemünd / Mengenich 0,0 1,0 4,8 1,9 0,0 0,0 11,5 16,3 20,1 Buchheim und Buchforst 0,0 1,0 4,5 0,0 0,0 0,5 0,0 4,5 5,5 Höhenberg und Vingst 0,8 1,2 2,4 0,0 0,0 0,0 1,2 3,6 5,9 Humboldt / Gremberg und Kalk 1,1 1,1 2,3 0,0 0,0 0,0 0,0 2,3 4,6 Meschenich und Rondorf 0,6 1,2 3,0 0,6 0,0 0,0 9,7 12,7 15,2 Mülheim-Nord und Keupstraße 0,0 1,8 0,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9 2,8 Ostheim und Neubrück 1,0 1,0 2,0 0,0 0,0 0,5 2,0 3,9 6,9 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 0,0 1,3 1,7 0,4 0,0 0,0 0,4 2,2 3,9 Durchschnitt Köln 26 m² 60m² Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 189 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 9: Anteil an Grünflächen an der Gesamtfläche im Programmgebiet (in Prozent) Sozialraum Kleingar- tenanlage Kinder- spielplatz Grün- anlage Friedhof Lan d- schafts- plan sonstiges Forst Grün + Forst gesamt Bickendorf, Westend und Ossendorf 0,6 0,1 0,7 0,1 0,1 0,0 0,1 0,8 1,7 Bilderstöckchen 0,9 0,1 1,0 0,2 0,0 0,0 0,0 1,0 2,3 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 0,1 0,1 0,9 0,0 0,0 0,0 0,7 1,6 1,8 Bocklemünd / Mengenich 0,0 0,0 0,2 0,1 0,1 0,0 1,3 1,4 1,7 Buchheim und Buchforst 0,2 0,0 0,3 0,1 0,0 0,0 0,1 0,4 0,8 Höhenberg und Vingst 0,2 0,0 0,2 0,1 0,0 0,0 0,5 0,6 1,0 Humboldt / Gremberg und Kalk 0,2 0,1 0,4 0,3 0,0 0,0 0,3 0,7 1,3 Meschenich und Rondorf 0,1 0,0 0,1 0,1 0,2 0,1 0,4 0,6 1,1 Mülheim-Nord und Keupstra- ße 0,1 0,1 0,4 0,2 0,0 0,0 0,0 0,4 0,8 Ostheim und Neubrück 0,1 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,3 0,5 0,7 Porz-Ost, Finkenberg, Grem- berghoven und Eil 0,1 0,1 0,2 0,2 0,0 0,0 0,2 0,4 0,8 Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 190 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 10: Anteil an Grünflächen pro Einwohnerin und Einwohner im Sozialraum (m² je Einwohnerin und Einwohner) 500m Pufferzone Sozialraum Kleingar- tenanlage Kinder- spielplatz Grün anlage Friedhof Lan d- schafts- plan sonstiges Forst Grün+ Forst gesamt Bickendorf, Westend und Ossendorf 59,2 8,3 75,4 13,7 13,7 0,0 7,5 82,9 177,9 Bilderstöckchen 46,1 5,0 51,1 7,9 0,0 0,0 0,0 51,1 110,2 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 9,2 6,7 66,5 0,4 0,7 0,0 49,9 116,4 133,4 Bocklemünd / Mengenich 3,8 4,8 52,7 41,2 44,1 1,0 414,9 467,6 562,4 Buchheim und Buchforst 25,6 4,5 38,1 12,5 0,0 4,0 19,0 57,1 103,7 Höhenberg und Vingst 32,9 7,5 29,7 11,5 0,0 0,8 79,3 109,0 161,7 Humboldt / Gremberg und Kalk 8,3 4,0 15,5 10,0 0,0 0,0 13,2 28,6 50,9 Meschenich und Rondorf 8,5 3,0 13,3 6,7 20,0 10,9 42,4 55,8 104,9 Mülheim-Nord und Keupstra- ße 4,6 5,5 23,9 12,0 0,0 0,0 1,8 25,7 47,8 Ostheim und Neubrück 29,9 7,8 41,7 0,0 1,5 3,9 68,6 110,3 153,9 Porz-Ost, Finkenberg, Grem- berghoven und Eil 5,2 6,0 17,3 13,8 0,0 2,2 13,4 30,6 57,8 Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 191 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 11: Von Lärmbelastung besonders betroffene B ereiche im Sozialraum Bi- ckendorf, Westend und Ossendorf Sozialraum Straßenverkehr Deutsche Bahn AG HGK und KVB Flugverkehr BImSchG An- lage Bickendorf, Westend und Ossendorf Belastungsachsen − Venloer Straße zwi- schen Äu- ßerer Ka- nalstraße und Häus- chensweg − Subbel- rather Stra- ße wischen Äußerer Kanalstraße und Sand- weg Im Süden des Sozialraumes befindet sich eine IVU- Anlage. Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 192 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 12: Luftqualität und Schadstoffbelastung Laut 39. BImSchV gelten folgende Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit: − NO2: der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsg renzwert liegt bei 40 µg pro m3; der über eine volle Stunde gemittelte Immissionsgr enzwert beträgt 200 µg pro m3, bei 18 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr. − PM10:der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsg renzwert liegt bei 40 µg pro m3; der über den Tag gemittelte Immissionsgrenzwert be trägt 50 µg pro m3, bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr. In die Berechnung sind alle Straßen mit einem DTV-Wer t (durchschnittliche tägliche Ver- kehrsbelastung) von über 4000 Kraftfahrzeugen je 24 Stunden berücksichtigt. Weiterhin sind alle Gebäude bis zu einer Entfernung von 35 Meter zu r Straßenmitte eingeflossen. Die Kon- zentrationen sind im Ergebnis in einer Immissionshöhe vo n 1,5 Metern an der Gebäudefas- sade dargestellt. Da es sich um ein Screening und keine D etailbetrachtung handelt, können die Ergebnisse lediglich als Hinweis auf eine problematische Belastung gewertet werden. Bei Überschreitungen von Grenzwerten werden Ursachenanalysen durchgeführt und es sind Luftreinhaltepläne aufzustellen, in denen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität festgelegt werden. Eine Maßnahme für das Kölner Stadt gebiet ist die Einführung der Um- weltzone. Aus einer stadtweiten Screeningberechnung der Kfz-bedingten Luftschadstoffe wurde die Belastung für die Sozialräume ausgewertet. Die Immissionsbelastung wurde so- wohl für Feinstaub (PM10) als auch für Stickstoffdioxi d (NO2) berechnet, wobei in der Schlussbetrachtung lediglich der Luftschadstoff Stickstoffdioxid als problematische Größe mit den häufigsten Überschreitungen herangezogen wurde. Zum Messen der Luftschadstoffbelastung gibt es im Jahr 201 6 in Köln fünf kontinuierliche Messstellen und zwölf Passivsammler. Nachfolgend werden für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf die aktuellen Schwerpunkte der Luftbelastung, auf Basis der Screening- Ergebnisse, dargestellt. Als Schwerpunkte werden dabei lediglich diejenigen Straße n einbezogen, die in der Screening- berechnung eine Stickstoffdioxidbelastung von über 40µg pro Kubikmeter und damit Hinwei- se auf eine problematische Belastung geben. Bickendorf, Westend und Ossendorf Für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf l assen sich, auf Basis der Scree- ningberechnungen, hauptsächlich drei Belastungszonen ausma chen: Die Vitalisstraße zwi- schen der Kleingartensiedlung im Westen und der Kreuzung Vogelsanger Straße, die Venlo- er Straße zwischen der Ecke Akazienweg und der Kreuzu ng Äußere Kanalstraße, sowie die Subbelratherstraße zwischen der Straße An der Buchenhe cke und ebenfalls der Kreuzung zur Äußeren Kanalstraße. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 193 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 13: Erläuterungen zur Erhebung der Lärmbelast ung nach Europäischer Um- gebungslärmrichtlinie Außer für die Lärmvorsorge (Planfeststellungsverfahren) gibt es in Deutschland jedoch keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Ebenso sind das Bere chnungsverfahren und die Defini- tion einer erheblichen Belastung in Deutschland nicht ei nheitlich, sondern je nach Emittent und Verfahren unterschiedlich. Vorrangig wurde daher bei den nachfolgenden Auswertungen auf die Kartierung nach EU-Umgebungslärmrichtlinie zur ückgegriffen, bei der, basierend auf einem innerhalb der Europäischen Union (EU) einheitli chen Verfahren, die Ermittlung der Belastung durch Umgebungslärm erfolgt und die als eine wesentliche Informationsgrundlage über gegebene Lärmbelastungen anzusehen ist. Neben Lär mkarten mit flächigen Darstel- lungen der Lärmbelastungen werden bei dieser Kartier ung auch die Lärmbelastungen an Gebäudefassenden erfasst. In einem weiteren Schritt wer den mit Hilfe dieser Fassadenbe- lastungen die Lärmbelastungen der Einwohnerinnen und Einwohner der Gebäude ermittelt. Unter Umgebungslärm werden gemäß der EU-Richtlinie be lästigende und gesundheits- schädliche Geräusche im Freien, die durch menschliche Aktivi täten verursacht werden und die von Verkehrsmitteln wie dem Straßenverkehr, den Eisenbahnen, Flugzeugen, sowie von Industriegeländen und großen Häfen ausgehen, verstand en. Sport-, Freizeit- und Nachbar- schaftslärm, Lärm durch Tätigkeiten innerhalb von Wohnun gen und Lärm am Arbeitsplatz werden nicht durch die EU-Umgebungslärm-Richtlinie erfasst. Auslösewerte wurden mit Runderlass des Ministeriums für U mwelt und Naturschutz, Land- wirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) vom 07.02.2008 ) definiert: „Lärmprobleme im Sinne des § 47 d Absatz 1 BImSchG liegen auf jeden Fal l vor, wenn an Wohnungen, Schu- len, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäud en ein LDEN von 70 dB(A) oder ein LNight von 60 dB(A) erreicht oder überschritten w ird. Dies gilt nicht in Gewerbe- oder Industriegebieten nach §§ 8 und 9 der Baunutzungsverordnung sowie in Gebieten nach § 34 Absatz 2 des Baugesetzbuches mit entsprechender Eigenart. “ Für den Fluglärm sind Schutzziele für die Lärmaktionsplanung in rechtsverbind licher Weise in § 14 des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm geregelt. Vor diesem Hinter grund hat das MUNLV für Fluglärm die Auslösewerte von 65 dB(A) (LDEN) und 55 dB(A) (LNight) definiert. 194 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 14: Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 195 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 1 5: Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 an städtischen allgemeinbildenden Schulen am Wohnort (Schuljahr 2015/ 2016) Sozialraum / Stadt Absolut Quoten in Prozent Insge- samt Haupt- schule Real- schule Gesamt- schule Gymna- sium Förder- schule Haupt- schule Real- schule Gesamt- schule Gymna- sium Förder- schule Bickendorf, Westend und Ossendorf 795 133 302 72 256 32 16,7 38,0 9,1 32,2 4,0 Bilderstöckchen 457 102 129 54 148 24 22,3 28,2 11,8 32,4 5,3 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 1.225 188 497 274 208 58 15,3 40,6 22,4 17,0 4,7 Bocklemünd / Mengenich 328 56 94 82 62 34 17,1 28,7 25,0 18,9 10,4 Buchheim und Buchforst 588 72 171 165 155 25 12,2 29,1 28,1 26,4 4,3 Höhenberg und Vingst 781 175 213 209 161 23 22,4 27,3 26,8 20,6 2,9 Humboldt / Gremberg und Kalk 1.002 228 308 195 224 47 22,8 30,7 19,5 22,4 4,7 Meschenich und Rondorf 361 47 87 103 107 17 13,0 24,1 28,5 29,6 4,7 Mülheim-Nord und Keupstraße 370 89 87 105 44 45 24,1 23,5 28,4 11,9 12,2 Ostheim und Neubrück 708 139 236 117 178 38 19,6 33,3 16,5 25,1 5,4 Porz-Ost, Finkenberg Grem- berghoven und Eil 855 123 286 187 191 68 14,4 33,5 21,9 22,3 8,0 Summe Sozialräume 7.470 1.352 2.410 1.563 1.734 411 18,1 32,3 20,9 23,2 5,5 Stadt Köln 23.746 2.970 6.009 4.809 8.936 1.022 12,5 25,3 20,3 37,6 4,3 Quelle: Stadt Köln, Amt für Schulentwicklung und Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) 196 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 16: Bevölkerungs- und Sozialstruktur in den Quartieren Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Bevölkerungs- und Sozialstruktur der Quartiere im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Westend Bickendorf-Mitte Westcenter, Siedlung Vitalisstraße Realisierung in den 1960er Jahren, erweitert in den 1980 bis1990er Jahren (sozialer Wohnungsbau), GAG Immobilien AG, Grubo und Antoniter Siedlungsgesells chaft, zum Teil WEG, Solarsiedlung Ossendorf, keine Nahversorgungslage, ausschließlich Discounter, Quartiersmittelpunkt Clemens-Hastrich-Straße wenig gestaltet, hier Café Bickolo, junges Quartier, Bezug SGB ll ist rückläufig, allerdings deutlich über s tädtischem Durchschnitt, Benachteiligung im Teilraum der Siedl ung Ossendorfer Weg deutlich höher. Heterogene Struktur mit diversen infrastrukturellen Einrichtungen, Stadtteilzentrum und vielfältige Wohnbebauung, zum Beispiel GAG Siedlung Bickendorf ll, soziale Belastung unter dem städtischen Durchschnitt, überdurchschnittlich hoher Anteil an älterer Bevölkerung, seniorengerechte, barrierefreie Entwicklung des Quartiers erforderlich. 2002 bis 2005 Neubau der Vitalishöfe (GAG) nach Abriss der Altbebauung, Wohnhochhaus Westcenter, Leerstand der Ladenlokale, Randlage südöstlich des Gewerbegebiets, Ergän- zung durch Bebauung Rochusplatz geplant, somit Stärken der Wohnlage und des Stadtteil- zentrum möglich, sehr hoher und zunehmender Anteil an Bevölkerung mit Migrationshinter- grund, überdurchschnittlich hoher, aber rückläufiger Anteil an SGB ll Empfängern. Jugendquotient Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 – unter 65 Jahre Altenquotient Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre Quote Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Al ter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz Betreuungsquote U10 Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre Gymnasiastenquote Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014/15 Entwicklung 2007 - 2015 Angabe in Prozentpunkten Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 197 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bickendorf Reihenhäuser Bickendorf Garten Siedlung Bickendorf Gewerbe Ossendorf-Mitte Bickendorf l (vormals GAG Immobilien AG, jetzt Einzeleigentümer), kein Handlungsbedarf, Bewohnerschaft ist im Bürgerverein aktiv, Stabilisierung des Stadtteils, sehr geringer Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund, wenig soziale Belastung, deutlich überhöhter Altenquo- tient. Gartensiedlung Bickendorf (GAG Immobilien AG), kein Handlungsbedarf, Bewohnerschaft ist in Bürgerverein aktiv und trägt zur Stabilisierung des Stadtteils bei, sehr hoher Altenquo- tient bei rückläufigem Jugendquotient, Anteil der SGB ll Empfänger entspricht städtischem Durchschnitt. Gewerbegebiet mit vielfältiger Nutzung, hier auch Wohnbereiche süd-westlich der Venloer Straße und BfO als sozialer Akteur (Gebrauchtwarenkaufhaus, niederschwelliges Arbeitspro- jekt), sehr hoher Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund sowie an Kindern unter 15 Jahren in SGB ll Bedarfsgemeinschaften. Heterogene Bebauung mit infrastrukturellen Einrichtungen, Nahversorgungszentrum, hier auch: Schlichtsiedlung der Ehrenfelder Wohnungsgenossenschaft, errichtet in den 1930er Jahren, derzeit Planung von Abriss und Neubau von 350 Wohneinheiten unter Einbeziehung der Bewohnerschaft, Datenprofil entspricht fast gänzlich dem städtischen Durchschnitt. 198 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Siedlung Ossendorfpark Ossendorf-Nord Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Reihenhausbebauung hier kein Handlungsbedarf, in Randlage befindet sich die Siedlung Parsevalstraße hier: bis zu 7 geschossige Bebauung der GAG Immobilen AG, vor 3 Jahren saniert, intensive Bemühungen zur Stabilisierung des Gebietes, zum Teil auffällige Be- wohnerschaft (Zuzug von Rumänen und Bulgaren), integrierte Maßnahmen zur Stabilisie- rung hier weiterhin erforderlich, hier hoher Jugend- und Altenquotient, überdurchschnittlich hoher Anteil an Kinder in SGB ll Bedarfsgemeinschaften. Beginn der 2000er Jahre Konversion einer ehemaligen belgischen Kaserne zu einem Wohnquartier, Geschosswohnungsbau und Reihenhausbebauung; „Familienhaus Ossen- dorfpark“ mit diversen Betreuungs- und Beratungsangeboten im Quartierszentrum stabili- siert das Quartier, sehr hoher Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshin- tergrund, sehr hoher Jugendquotient, bei sinkender Zahl von SGB ll Empfängern. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 199 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 17: Datenprofil der Sozialräume im Handlungsfeld Frühe Hilfen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Jahr 2015 Angaben als Prozentualer Anteil Bickendorf, Westend und Ossendorf Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Höhenberg und Vingst Ostheim und Neubrück Mülheim-Nord und Keupstraße Buchheim und Buchforst Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Meschenich und Rondorf Bilderstöckchen Bocklemünd / Mengenich Humboldt / Gremberg und Kalk Köln Einwohner unter 3-Jährige 3,2 3,6 3,3 3,6 3,5 3,3 3,3 2,6 3,6 3,2 3,4 3,0 3 bis unter 6-Jährige 3,1 3,6 3,4 3,8 3,3 3,0 3,5 2,9 3,3 3,3 3,0 2,7 6 bis unter 10-Jährige 4,3 5,1 4,5 4,9 4,6 3,7 4,6 4,4 4,3 4,2 3,6 3,5 unter 18-Jährige 19,3 22,5 19,4 21,7 19,7 17,7 20,7 18,8 19,7 19,5 16,8 15,9 18 bis unter 28-Jährige 13,1 13,6 14,7 13,0 17,0 14,7 12,3 11,4 14,9 12,0 17,2 0,0 28 bis unter 65-Jährige 52,5 47,9 49,8 46,0 51,8 51,3 47,7 52,2 49,5 46,3 52,3 0,0 ab 65-Jährige 15,0 16,0 16,1 19,4 11,4 16,3 19,3 17,5 15,9 22,1 13,7 17,6 Ausländerinnen und Ausländer 21,4 34,4 32,5 28,1 47,8 28, 6 29,4 24,1 27,8 22,7 35,6 18,6 Einwohner mit Migrationshintergrund 44,4 76,7 58,5 60,1 66,5 53,5 58,2 41,3 51,4 43,3 59,1 36,8 Einwohner unter 18 Jahre mit Migrationshintergrund Haushalte Einpersonenhaushalte 43,8 27,4 45,7 36,6 52,1 48,5 37,0 34,3 43,0 40,4 54,7 50,6 Familienhaushalte mit Kindern 24,4 32,1 23,4 27,4 21,5 20 ,7 24,9 24,8 24,3 23,7 18,0 18,3 Anteil Alleinerziehende an allen Familienhaushalten Sozialleistungsbezug SGB II SGB II-Quote 18,7 31,0 27,4 32,1 39,4 24,3 25,8 15,0 19,2 28,2 25,4 9,3 SGB II-Quote bei unter 15-Jährigen 29,1 46,1 41,1 47,8 5 8,2 37,7 39,5 23,8 31,0 46,1 39,8 14,9 Sozialleistungsbezug SGB XII Quote Grundsicherung im Alter 12,6 32,4 13,1 14,1 18,0 12 ,2 12,6 6,1 8,5 11,4 15,9 5,6 Quote Grundsicherung bei Erwerbsminderung Arbeitslosigkeit Arbeitslosenquote 11,3 15,7 16,3 17,8 24,2 15,3 13,9 9,2 11,5 15,3 15,6 8,8 Jugendarbeitslosenquote 6,0 9,1 7,9 10,7 16,7 8,7 9,0 6,1 6, 6 10,0 7,4 5,6 Kinderbetreuung in Kita/Tagespflege * unter 3-Jährige mit Migrationshintergrund 61,0 83,0 79,2 78,6 85,3 74,0 77,8 54,8 66,1 66,2 77,6 50,8 3 bis unter 6-Jährige mit Migrationshintergrund unter 6-jährige Kinder darunter beitragsbefreit 49,8 71,9 69,5 73,3 83,1 59,0 56, 9 41,2 54,0 67,0 68,8 34,6 beitragsbefreit mit Migrationshintergrund 76,2 79,2 76 ,9 80,8 75,3 73,4 81,8 71,2 72,3 58,6 78,9 64,6 Hilfen zur Erziehung Anteil laufender Hilfen nach §§ 27 bis 35 SGB VIII an allen Einwohnern mit Hauptwohnung unter 21 Jahren * Datenbasis 31.12.2014 1,5 2,5 3,2 3,7 2,8 1,8 66,0 80,7 53,1 2,5 2,1 2,7 2,5 3,7 2,4 0,8 63,9 84,4 78,8 80,2 84,0 73,7 78,7 56,8 68,8 1,6 1,4 1,0 1,1 1,8 1,7 1,7 2,4 1,9 1,8 2,9 23,0 18,8 22,9 31,7 28,7 23,5 29,4 26,8 28,2 25,8 32,4 27,5 77,4 55,6 66,7 61,5 82,2 52,0 60,2 83,9 77,9 77,1 83,8 73,4 -
Anlage 0 Isek Bickendorf, Westend und Ossendorf
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Anlage 0 Mit der Vorlage 2481 / 2017 beabsichtigt die Verwaltung den Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ durch den Rat zu erwirken. Das Leitkonzept zum Gesamtprogramm wurde am 20.12.2016 vom Rat beschlossen (Vorlage 2899 / 2016). Mit dem Ratsbeschluss über das ISEK „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ wird die Verwaltung in die Lage versetzt, Förderanträge für die Städtebauförderung zu stellen, welche einen wichtigen Förderzugang für dieses Programm bildet. Aufgrund der komplexen förderrechtlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen engen zeitlichen Vorgaben sollte die Beschlussvorlage 2481/2017 ungeachtet der kurzfristigen Vorlage in den vorgesehenen Beratungsgang eingebracht werden. Die Beschlussvorlage für das ISEK für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ (Vorlage-Nr. 2481/2017) wird aufgrund notwendiger Abstimmungsprozesse nicht innerhalb der 14 Tages Frist vor Beginn der ersten Sitzung in die politische Beratungsfolge eingebracht. Um dennoch die Ratssitzung am 28.09.2017 zu erreichen und somit zeitnah mit der Programmumsetzung beginnen zu können, wird die Vorlage den politischen Gremien zu Beginn der Beratungsfolge verfristet vorgelegt. -
Anlage 7, 20170926_Synopse Veränderung Maßnahmen gegenüber Leitkonzept
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Anlage 7 zu TOP 10.34 Beantwortung der mündlichen Anfrage aus dem Verkehrsausschuss vom 05.09.2017 zu den Vorlagen: TOP 5.8 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 2481/2017 TOP 5.9 Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 2488/2017 In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 05.09.2017 wurde eine Darstellung der Änderungen, die sich im Maßnahmenzuschnitt zwischen dem Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss vom 20.12.2016, Vorlage-Nr. 2899/2016) und den sozialraumspezifischen Integrierten Stadtentwicklungskonzepten (ISEK) ergeben haben, erbeten. Neu aufgenommene Maßnahme 5.0.3 „Haus-, Hof- und Fassadenprogramm“ Die Maßnahme soll in allen 11 Sozialräumen umgesetzt werden. Veränderungen bei geplanten Maßnahmen Leitkonzept Sozialraumbezogenes ISEK 0.0.1 „Verfügungsfonds“ 0.0.2 „Quartiersmanagement zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes in den Sozialräumen“ 2.0.8 „Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung (Zu Hause im Veedel)“ 0.0.1 „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ mit den Modulen Quartiersmanagement Verfügungsfonds Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement Öffentlichkeitsarbeit Zusammenfassung der Maßnahmen auf Grundlage der Abstimmungen mit dem Land. 6.0.1 „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“ 0.0.2 „Prozessbegleitende Evaluation“ Der Baustein „Programmbegleitende Evaluation“ wurde als eigene Maßnahme aufgenommen. Der Baustein „Controlling“ wird im Rahmen der Programmkoordination sichergestellt. Maßnahmen mit erforderlicher Nachqualifizierung Gegenüber dem Leitkonzept ergeben sich bei den ESF-Maßnahmen Nachqualifizierungsbedarfe, weil sich die Förderkonditionen und Zielausrichtung geändert haben. Die Projekte erfordern nun einen deutlich niederschwelligen, aufsuchenden Ansatz. Zudem werden Personalkosten in Form von Pauschalen gefördert, jedoch keine Sachkosten. 1.0.7 „Qualifizierungsoffensive offene Kinder- und Jugendarbeit“ Modifizierung erforderlich um einen alternativen Förderzugang zu erreichen. 1.0.12 „Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene“ Modifizierung erforderlich um den Förderbedingungen zu entsprechen. Aktueller Sachstand 28.09.17: Nach erneuter Prüfung wird die Maßnahme aufgrund fehlender Förderzugänge nicht weiterverfolgt. 1.0.19 „Übergänge begleiten, Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen, OGTS Neukonzeption mit neuer Kostenkalkulation nach Beratung durch das Land NRW mit verstärktem aufsuchenden Ansatz. Maßnahmen mit ausstehender sozialräumlicher Verortung 2.0.10 „Unser Park“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. Aktueller Sachstand 28.09.17: Nach erneuter Prüfung wird die Maßnahme aufgrund fehlender Förderzugänge nicht weiterverfolgt. 2.0.11 „Wie inklusiv ist das Quartier“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. 3.0.3 „„Quartiersgarten“ – Qualifizierung von Menschen und Grünflächen“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. 4.0.10 „Stärkung beziehungsweise Erweiterung des Schulgartenangebotes“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. Maßnahme, die außerhalb des Programms durchgeführt wird und nachrichtlich aufgenommen ist 1.0.5 „Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit Die Maßnahme wird bereits über den Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gefördert und umgesetzt. Maßnahmen, die nicht umgesetzt werden 1.0.14 „Gesundheitslotsinnen und –lotsen im Sozialraum „Migranten begleiten Migranten““ Für die Maßnahme konnte kein Förderzugang ermittelt werden. 1.0.17a „Kölner Bildungsberatungszentrum“ Die Maßnahmenkonzeption lässt sich nicht in vorgesehener Form als Fördermaßnahme umsetzten. 1.0.21 „Ferienschulen“ Aufgrund zwischenzeitlich neu entstandener Angebote außerhalb des Programms wird die Maßnahme nicht weiterverfolgt. 3.0.6 „Klosterwald 2.0 Die Maßnahme wird im Rahmen des Programms nicht weiterverfolgt. 3.0.9 „Kölner Zukunfts-Kompass“ Da bereits ähnliche Angebote vorhanden sind, wird diese Maßnahme nicht explizit für die Sozialräume zur Förderung vorgesehen und wurde in die sozialraumspezifischen ISEKs nicht mehr aufgenommen. Nur Humboldt / Gremberg und Kalk 4.5.1 Integrierter Ansatz zur Entwicklung und Aufbereitung einer Brachfläche zu stadtentwicklungspolitischen bzw. ökologischen Zwecken: Kalkberg“ Die Maßnahme wird aufgrund der aktuellen Entwicklung rund um den Kalkberg nicht weiter verfolgt. -
Anlage 5 Auszug StEA vom 21.09.2017
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Anlage 5 Geschäftsführung Stadtentwicklungsausschuss Herr Freitag Telefon: (0221) 221-23657 Fax : (0221) 221-24141 E-Mail: uwe.freitag@stadt-koeln.de Datum: 26.09.2017 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 27. Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 21.09.2017 öffentlich 6.6 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf" 2481/2017 Beschluss: Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Rat folgenden geänderten Be- schluss zu fassen: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Inte- grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Um- setzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstimmungs- prozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förder- bedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrier- ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Finanzie- rungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer er- zielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maß- nahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwan- des und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 2,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 bereits be- rücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021 ff. in Höhe von 2,9 Mio. € für die Ge- samtmaßnahmen des ISEKs für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“, wurde nachrichtlich aufgeführt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan- Entwurf 2018 inkl. mittelfristiger Finanzplanung bis 2021 erfolgte aufgrund der ak- tualisierten Planung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon- zeptes für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch unter Einbeziehung der jetzt schon vorhandenen Akteure im Sozialraum. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrier- ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Ehrenfeld vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Ehrenfeld ohne Einschränkung zustimmen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt. -
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IX/152/1 152/1 Vorlagen-Nummer 2481/2017 Stand: 07.12.2023 Sachstandsbericht Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf" Status in Bearbeitung erledigt Aktueller Bearbeitungsstand: Der Rat der Stadt Köln hat am 20.12.2016 das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftsweisendes Handlungskonzept zur sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlos- sen und die Verwaltung mit der Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen für die seiner- zeit elf Kölner Sozialräume beauftragt. Auf der Grundlage des Handlungskonzeptes wurden sozial-integrativen Maßnahmen mit Mit- teln aus dem Europäischen Sozialfonds umgesetzt. Darüber hinaus wurde die „Neugestaltung der Trendsporteinrichtung Mühlenweg“ mit EU-Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regio- nale Entwicklung realisiert. Aufgrund der Anforderungen der Städtebauförderung wurde für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erstellt, das vom Rat am 28.09.2017 beschlossen wurde. Eine Fortschreibung mit der ergänzenden Maßnahme „Umgestaltung Rochusplatz" erfolgte mit Ratsbeschluss vom 14.02.2019. Neben der investiven Maßnahme „Umgestaltung Rochusplatz“ konnte die zweite zentrale städtebauliche Maßnahme „Umbau des Knotenpunktes Mathias-Brüggen-Straße/Mühlenweg zum Kreisverkehr aufgrund von fehlender Flächenverfügbarkeit nicht umgesetzt werden. In Folge wurde das eingereichte Maßnahmenpaket für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ vom Fördermittelgeber nicht als ausreichend bewertet und das Integrierte Stadtentwicklungskonzept nicht anerkannt. Anforderungen an ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept setzen voraus, dass die vorgesehenen Maßnahmen sowohl vom Umfang als auch vom integrierten Ansatz nachhaltig und städtebaulich erkennbar zu einer positiven Entwicklung des Sozialraumes beitragen. Vor diesem Hintergrund erhielten alle städtebaulichen Maßnahmen keine Bewilligung. Die investive Maßnahme „Umgestaltung Rochusplatz“ ist für den Sozialraum und den Stadtbezirk Ehrenfeld von so großer Bedeutung, dass die Umsetzung mit städtischen Mitteln weiterverfolgt wird. 2 Das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde Ende 2022 abgeschlossen. -
Anlage 6 Auszug FA vom 25.09. TOP 12.18
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Anlage 6 Geschäftsführung Finanzausschuss Herr Hengstenberg Telefon: (0221) 221-24649 Fax : (0221) 221-23902 E-Mail: michael.hengstenberg@stadt-koeln.de Datum: 26.09.2017 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der Sitzung des Finanzausschusses vom 25.09.2017 öffentlich 12.18 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf" 2481/2017 Geänderter Beschluss in der Fassung des Stadtentwicklungsausschuss: Der Finanzausschuss empfiehlt dem Rat wie folgt zu beschließen: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Inte-grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Wes-tend und Ossendorf“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Um-setzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Star- kes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weite- ren Abstimmungs-prozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Än- derungen der Förder-bedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integ- rier-ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Fi- nanzie-rungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer er-zielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maß-nahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergeb- niswirksamen Aufwan-des und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 2,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Fi- nanzplanung bis 2020 bereits be-rücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021 ff. in Höhe von 2,9 Mio. € für die Ge-samtmaßnahmen des ISEKs für den So- zialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“, wurde nachrichtlich aufge- führt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan-Entwurf 2018 inkl. mittelfristiger Fi- nanzplanung bis 2021 erfolgte aufgrund der aktualisierten Planung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, a) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungs- kon-zeptes für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch unter Ein- beziehung der jetzt schon vorhandenen Akteure im Sozialraum. b) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integ- rier-ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Ehrenfeld vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. c) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Ehrenfeld ohne Einschränkung zustimmen. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt -
Anlage 1 Lesehilfe zur Ratsvorlage ISEK Bi_We_Os
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Lesehilfe zur Ratsvorlage Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf im Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ Das vorliegende Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf ist Bestandteil des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“, das am 20.Dezember 2016 vom Rat der Stadt Köln beschlossen wurde und insgesamt elf Sozialräume umfasst. Die sozialraumspezifischen ISEKs bilden die Grundlage für die Städtebauförderungsmittel. Das ISEK Bickendorf, Westend und Ossendorf basiert auf dem Leitkonzept und zeigt die Handlungsbedarfe spezifisch für den Sozialraum auf. In der folgenden Übersicht sind die Änderungen gegenüber dem Leitkonzept aufgezeigt. ISEK Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalte Änderungen gegenüber dem Leitkonzept Kapitel 1 Vorbemerkung Kapitel 2 Ausgangslage Allgemeines zum Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und zur aktuellen EU- Förderperiode. Herleitung des Förderaufrufes und die einzelnen Handlungsfelder, die speziell für den jeweiligen Sozialraum ausgestaltet werden: Verbesserte Teilhabe und Bildung Früh ansetzende Hilfen Öffentlicher Raum Wirtschaft und Qualifizierung Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Wohnen Inhaltlich entsprechen diese den Kapiteln 1. und 1.1 des Leitkonzeptes Kapitel 3 Projektidee und Zielsetzung Kapitel 4 Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise Hier wird auf den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf speziell eingegangen und die Handlungsbedarfe aufgezeigt, die zur Auswahl dieses Stadtgebietes geführt haben. Gleichzeitig wird die methodische Vorgehensweise aufgezeigt, Statistikdaten betrachtet und die soziale Lage festgestellt. Diese entsprechen inhaltlich den Kapiteln 1.2 und 1.3 des Leitkonzeptes und sind punktuell um Aussagen zum Sozialraum ergänzt. Kapitel 5 Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programmes „Starke Veedel – Starkes Köln“ Hier wird die Projektstruktur dargestellt und die Vorgehensweise hinsichtlich Öffentlichkeitsbeteiligungen und Maßnahmenauswahl geschildert. Diese entsprechen inhaltlich dem Kapitel 1.4 des Leitkonzeptes mit geringfügigen redaktionellen Änderungen. Kapitel 6 (Bestands-)Analyse Hier wird der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf genauer betrachtet. Alle für eine integrative Stadtentwicklung relevanten Themenfelder Demografie Öffentlicher Raum und Verkehr Wirtschaft Wohnen Ökologie und Klima Werden in Bezug auf den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf analysiert und mit Karten-, Tabellen- und Zahlenmaterial belegt. Es wird auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation eingegangen. Diese Analyse basiert auf der Bestandsanalyse des 2. Kapitels des Leitkonzeptes. Inhaltlich wurde die Bestandsanalyse auf den Sozialraum ausgerichtet und hinsichtlich der Darstellung der Handlungsbedarfe deutlich erweitert. Kapitel 7 Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe Hier erfolgt eine tabellarische Darstellung der Potenziale und Herausforderungen, mit den sich daraus abgeleiteten Handlungsbedarfen. Dieses Kapitel basiert auf der Tabelle 12 im Leitkonzept (Kapitel 6.5) und wurde analog zur Bestandsanalyse inhaltlich ergänzt. 8. Kapitel Ziele und Handlungsfelder Die Ziele und Handlungsfelder für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ werden hier sowohl sozialraumübergreifend als auch sozialraumspezifisch dargestellt. Sozialraumübergreifend entspricht dem Kapitel 2.3 und sozialraumspezifisch dem Kapitel 3.3.1 des Leitkonzeptes. 9. Kapitel Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Bickendorf, Westend und Ossendorf Behandelt wird hier die Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ mit einer entsprechenden Kartendarstellung des spezifischen Sozialraumes Bickendorf, Westend und Ossendorf. Entspricht Kapitel 2.4 und 3.3.1 des Leitkonzeptes, in dem ein allgemeiner Überblick gegeben wird über die Gebietsfestlegungen. 10. Kapitel Maßnahmen für den Sozialraum Bickendorf, Die Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette und bestehende Entspricht inhaltlich dem Kapitel 3. des Leitkonzeptes. Westend und Ossendorf Präventionsansätze abgestellt auf die Zielgruppen werden allgemein und ausführlich dargestellt inkl. Tabelle 14 aus dem Leitkonzept. 10.2 Kapitel Maßnahmen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Tabellarische Darstellung aller im Sozialraum stattfindenden Maßnahmen. Entspricht inhaltlich der Tabelle 16 aus dem Kapitel 3.3.1 des Leitkonzeptes und wurde auf den aktuellen Stand der Maßnahmen angepasst. 10.3 bis 10.7 Kapitel Maßnahmenblätter (Änderungen siehe separate Tabelle) Die sozialraumübergreifenden Maßnahmen sind im Maßnahmenblatt sozialraumscharf dargestellt inkl. Finanzierung Die Darstellung der sozialraumübergreifenden Maßnahmen erfolgt im Leitkonzept immer für alle Sozialräume, in denen die jeweilige Maßnahme stattfinden soll. 11. Kapitel Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung Tabellarische, aktualisierte Darstellung der Kosten, die im Sozialraum anfallen. Tabellarische Darstellung der Kosten, die in allen 11 Sozialräumen anfallen. 12. Kapitel Anhang Städtische Konzepte und statistisches Material Redaktionelle Anpassung und Überarbeitung auf den Sozialraum abgestellt. Soweit aktuelles Zahlenmaterial vorliegt auf den Stand 31.12.2015 aktualisiert. Maßnahme Änderung zum Leitkonzept 0.0.1 Verfügungsfonds 0.0.2 Quartiersmanagement zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes in den Sozialräumen Die beiden Maßnahmen wurden zu der Maßnahme 0.0.1 „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ mit den Modulen Quartiersmanagement Verfügungsfonds Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement Öffentlichkeitsarbeit zusammengefasst. Nach Anregung des Landes NRW wurden in dieser Maßnahme Projekte gebündelt, die einen starken aktivierenden Charakter im Rahmen der Programmumsetzung verfolgen. 0.0.2 Aus der ehemaligen Maßnahme 6.0.1 „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“ wurde die programmbegleitende Evaluation herausgelöst. Das als notwendig angesehene Controlling wird nach intensiven Abstimmungen mit dem Fördermittelgeber nicht zur Förderung vorgesehen und wird im Rahmen der Programmkoordination durch die Verwaltung sichergestellt. 1.0.5 Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit Die Maßnahme wird nur nachrichtlich aufgenommen, eine Förderung im Rahmen des Projektes „Starke Veedel – Starkes Köln“ erfolgt nicht. 1.0.7 Qualifizierungsoffensive offene Kinder- und Jugendarbeit Die Maßnahme entspricht in der geplanten Ausrichtung nicht den Zielen des Aufrufs „Starke Quartiere – Starke Menschen“. Nach Modifizierung ist ggfls. eine alternative Förderung über den Fachkräfteaufruf möglich. 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene Es erfolgt eine Neukonzeption der Maßnahme durch das Fachamt, da es in bisheriger Form keinen Förderzugang geben kann. 1.0.14 Gesundheitslotsinnen und –lotsen im Sozialraum „Migranten begleiten Migranten“ Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 1.0.17a Kölner Bildungsberatungszentrum Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 1.0.19 Übergänge begleiten, Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen. OGTS Es erfolgt eine Neukonzeption der Maßnahme mit neuer Kostenkalkulation durch das Fachamt. 1.0.21 Ferienschulen Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. Eine Ersatzmaßnahme wird zzt. geprüft: Neu: „Lesementor“ bei gleich bleibendem Kostenrahmen. 2.0.8 Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung (Zu Hause im Veedel) Die Maßnahme wurde in die Maßnahme 0.0.1 integriert. 2.0.10 Unser Park Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 2.0.11 Wie inklusiv ist das Quartier Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 3.0.3 „Quartiersgarten“ Qualifizierung von Menschen und Grünflächen Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 3.0.6 Klosterwald 2.0 Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 3.0.9 „Kölner Zukunfts-Kompass“ Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt, da bereits ähnliche Angebote vorhanden sind. 4.0.10 Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 5.0.3 Haus-, Hof- und Fassadenprogramm Diese Maßnahme wurde für alle 11 Sozialräume neu aufgenommen. -
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/152/1 152/1 Vorlagen-Nummer 2481/2017 Freigabedatum 31.08.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf" Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Integrierte Stadtentwicklungskon- zept (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ (siehe Anlage 1). Er beauf- tragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstim- mungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingun- gen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrierten Stadtentwick- lungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ aufgeführten Einzelmaß- nahmen, die in der Kosten- und Finanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maß- Jugendhilfeausschuss 05.09.2017 Verkehrsausschuss 05.09.2017 Ausschuss Soziales und Senioren 07.09.2017 Wirtschaftsausschuss 07.09.2017 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 11.09.2017 Ausschuss Schule und Weiterbildung 11.09.2017 Integrationsrat 11.09.2017 Ausschuss für Umwelt und Grün 14.09.2017 Sportausschuss 14.09.2017 Gesundheitsausschuss 19.09.2017 Stadtentwicklungsausschuss 21.09.2017 Finanzausschuss 25.09.2017 Rat 28.09.2017 2 nahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zah- lungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 2,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristi- gen Finanzplanung bis 2020 bereits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021 ff. in Höhe von 2,9 Mio. € für die Gesamtmaßnahmen des ISEKs für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“, wurde nachrichtlich aufgeführt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan-Entwurf 2018 inkl. mittelfristiger Finanzplanung bis 2021 erfolgte aufgrund der aktualisierten Planung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den So- zialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrierten Stadtentwick- lungskonzeptes, die im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Ehrenfeld vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachaus- schüsse und die Bezirksvertretung Ehrenfeld ohne Einschränkung zustimmen. 3 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max. 85 % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 2,2 Mio. € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max. 90 % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung 1. Ausgangslage Vor dem Hintergrund zukünftiger Herausforderungen, die sich nicht zuletzt durch den demografischen und strukturellen Wandel für die Stadt Köln ergeben, hat sich die Stadtverwaltung seit Herbst 2014 intensiv mit der neuen EU-Förderperiode 2014-2020 auseinandergesetzt und die Förderstrategie der Stadt Köln darauf ausgerichtet. Mit seinem Beschluss zum „Europa 2020 Handlungsprogramm: Köl- ner Handlungserfordernisse“ hat der Stadtvorstand am 23.09.2014 die Aufforderungen verbunden, dass alle Dezernate und Ämter bereits im Vorfeld der zu erwartenden neuen Projektaufrufe des Lan- des in die Vorbereitungen einsteigen und Projektideen entwickeln. Mit der Genehmigung der Operati- onellen Programme zum Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zum Europäi- schen Sozialfonds (ESF) des Landes Nordrhein-Westfalen ist durch die EU formal die neue Förderpe- riode im Herbst 2014 gestartet. Auf Basis des Operationellen Programms erfolgte am 10.02.2015 der gemeinsame Aufruf „Starke Quartiere – starke Menschen“ des Landes NRW zur präventiven und nachhaltigen Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung, der die Programme des EFRE, des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (E- LER) und des ESF bündelt. Das mit dem Förderaufruf verbundene Maßnahmenspektrum soll einen Beitrag zur Präventionsstrategie des Landes leisten. Grund- und damit Fördervoraussetzung, um Mittel aus den europäischen Struktur- und Investitions- fonds beantragen zu können, ist die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK). Köln hat sich mit seinem Konzept für den breiten Ansatz der sozialraumorientierten Stadtentwicklung entschieden und mit dem Leitkonzept (ISEK) „Starke Veedel - Starkes Köln“: mitwirken, zusammen- halten, Zukunft gestalten" (abrufbar unter www.starke-veedel.koeln) die unterschiedlichen Handlungs- felder des Aufrufs gemeinsam betrachtet. Das ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln“ stellt dabei die elf Sozialräume, in denen die Stadt Köln mit dem Programm „Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozial- raumorientierung in Köln“ seit 2006 arbeitet, in den Vordergrund. 4 Im Einzelnen handelt es sich dabei um die linksrheinischen Sozialräume: Bickendorf, Westend und Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Bocklemünd / Mengenich Meschenich und Rondorf und um die rechtsrheinischen Sozialräume: Buchheim und Buchforst1 Mülheim-Nord und Keupstraße2 Höhenberg und Vingst Humboldt / Gremberg und Kalk Ostheim und Neubrück Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Mit der Vorlage-Nr. 2899/2016 hat der Rat das ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftswei- sendes Leitkonzept zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen beauf- tragt. Das Leitkonzept wurde von der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IntermAG) am 04.11.2016 anerkannt. Auf Basis der Anerkennung und des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlag-Nr. 2899/2016) können Fördermittel des ESF und EFRE beantragt werden. Parallel dazu möchte die Verwaltung weitere Fördermittel für die Finanzierung der Maßnahmen ein- werben. Zentral ist dabei das Programm „Soziale Stadt“. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ können über Städtebaufördermittel investive Maßnahmen gefördert werden. Aufgrund der Anforde- rungen der Städtebauförderung ist die Erarbeitung eines separaten sozialraumbezogenen ISEKs, das die Gegebenheiten des Raumes nach unterschiedlichen Kriterien betrachtet, Stärken und Schwächen herausarbeitet und daraus Handlungsempfehlungen in Form von Maßnahmen ableitet, erforderlich. Im Ergebnis bedeutet diese Voraussetzung für die Beantragung von Städtebaufördermitteln, dass zusätzlich zu dem raumübergreifenden Leitkonzept insgesamt zehn separate sozialraumbezogene ISEKs erarbeitet werden. Aufgrund des erforderlichen Bearbeitungsaufwandes sieht die Verwaltung entsprechend des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlag-Nr. 2899/2016) ein gestaffeltes Verfah- ren vor: Für die Sozialräume „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020 „Meschenich und Rondorf“ wurden die ISEKs fertiggestellt, vom Land anerkannt und vom Rat am 18.05.2017 beschlossen. 1 Aufgrund besonderer Fördervoraussetzungen wurden gemäß der Vorgabe des Landes die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße zu einem Handlungsraum zusammengefasst. Er kann so als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020, das die Stadt Köln von 2009 bis 2014 umgesetzt hat, weiter gefördert werden. 2 Siehe Fußnote 1 5 In der zweiten Phase wurden die ISEKs: - „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ und - „Humboldt/Gremberg und Kalk“ erarbeitet und dem Land zur Anerkennung vorgelegt. Teilweise haben sich die beschriebenen Ange- botsstrukturen im Rahmen der Erarbeitungsphase verändert. Die ISEKs bilden den Stand von Mai 2017 ab. In der dritten Phase werden die ISEKs für die Sozialräume: - „Bilderstöckchen“ sowie - „Höhenberg und Vingst“, in der vierten Phase für die Sozialräume - „Ostheim und Neubrück“ - „Bocklemünd/Mengenich“ „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ erarbeitet. 2. Einordnung des ISEKs für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ in die Programmstruktur Der Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ liegt im westlichen Stadtgebiet und zeigt eine heterogene Bebauungsstruktur. Prägend sind dabei insbesondere mehrstöckige Wohnanlagen sowie die Hochhäuser Westcenter und die Y-Häuser. Diese sind überwiegend in den siebziger und achtzi- ger Jahren gebaut worden, mit einem hohen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen und einer Sozialstruktur, die durch sozio-ökonomische Benachteiligung geprägt ist. Die Entscheidung den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ zeitnah zu bearbeiten, resul- tiert unter anderem aus den vorhandenen Herausforderungen und Handlungsbedarfen, die sich aus dem Sozialraum heraus ergeben, sowie dem Engagement der genossenschaftlichen und gemeinnüt- zigen Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen. Das hier vorgelegte ISEK für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ ist Bestandteil des Programmes „Starke Veedel – Starkes Köln“ dass insgesamt elf Sozialräume umfasst. Dieses Programm bildet den ersten Baustein eines umfassenden und langfristig angelegten Quartiersent- wicklungsprozesses für den Sozialraum. Ziel ist es, verbesserte Lebensbedingungen für die Men- schen in allen Sozialräumen zu schaffen und auf den Arbeiten des Programms „Lebenswerte Veedel– Sozialraum- und Bürgerorientierung“ aufzubauen, das bereits seit 2006 in elf Sozialräumen umge- setzt wird. Seitdem wurden zahlreiche Vorhaben angestoßen und realisiert. Die Sozialraumkoordina- torinnen und Sozialraumkoordinatoren sind für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden. Das ISEK für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ umfasst eine detaillierte Betrac h- tung des Sozialraumes und geht auf dessen spezifischen Anforderungen ein. Es bildet daher ein für sich stehendes Konzept. Ziel des ISEKs ist es, den Sozialraum „ Bickendorf, Westend und Ossendorf“ zu stärken, die Armut zu bekämpfen, den sozialen Zusammenhal t auszubauen, Präventionsansätze zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Erwartet werden auch positive Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt in der Gesamtstadt. Dabei beinhaltet das ISEK für den Sozialraum „ Bicken- dorf, Westend und Ossendorf “ auch das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei der Entwicklung und Umsetzung integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu 6 gehört die stärkere Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einerseits und die Abstimmung ihres Handelns mit den Dienststellen der Stadt andererseits. Gleichzeitig wird die B e- wohnerschaft von allen an der Programmumsetzung Beteiligten aktiv eingebunden. Das ISEK für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ basiert auf dem Leitkonzept und greift die Gliederung des Leitkonzepts auf. Darauf aufbauend wurden 18 Maßnahmen von den städtischen Fachämtern, den Bürgerämtern und weiteren Akteuren, u.a. der Sozialraumkoordination erarbeitet und sind zur Umsetzung vorgesehen. 3. Finanzen Der Rat hat die Anerkennung des Bedarfs für die im ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln: mitwirken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“ aufgeführten Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rd. 77,3 Mio. € -vorbehaltlich der avisierten Förderzugänge- in seiner Sitzung am 20.12.2016 be- schlossen (Session-Nr. 2899/2016). Die erforderliche Veranschlagung des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungs- ermächtigungen bis 2020 sind im Hpl. 2016/2017 inkl. mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 berück- sichtigt. Der darüber hinausgehende Bedarf für die Jahre 2021 ff wird in den zukünftigen Haushalts- planaufstellungen berücksichtigt. Die erforderlichen Haushaltsermächtigungen dienen sowohl der Vorfinanzierung der Maßnahmen als auch der Sicherstellung der Finanzierung des städtischen Eigenanteils. Über die Höhe der zu erwar- tenden Fördermittel kann derzeit noch keine qualifizierte Aussage getätigt werden. Die Förderquote des EFRE liegt bei maximal 50 % der Projektkosten. Der ESF fördert bis maximal 90 % der projekt- bezogenen Personalkosten einschließlich der Arbeitsplatzkosten auf Grundlage von Pauschalen, je- doch keine projektbezogenen Sachkosten. Maßnahmen, die über die Städtebauförderung finanziert werden, weisen derzeit eine Förderquote von 70 %3 auf. Durch die Kofinanzierung der Städtebauför- derung mit anderen Fördertöpfen, die -sofern die Voraussetzungen vorliegen- beantragt werden soll, kann z.B. für einzelne EFRE-kofinanzierte Maßnahmen eine Förderquote von bis zu 85 % erreicht werden. Für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ sollen aus dem o. g. Ansatz insgesamt 2,2 Mio. € zur Umsetzung der Einzelmaßnahmen verwandt werden. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Teilergebnisplan, bzw. Teilfinanzplan 0902, Stadtent- wicklung. Die im Hpl. 2016/2017 inklusive mittelfristiger Finanzplanung bis 2020 für das Projekt „Star- ke Veedel – Starkes Köln“ veranschlagten konsumtiven Aufwandsermächtigungen und investiven Zahlungsermächtigungen decken die kalkulierten Gesamtkosten des Teilprojektes ab. Jenseits der im Haushalt bereitgestellten Mittel, stehen über die Projektkoordination hinaus keine Personalressourcen zu Verfügung. Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht ab- schließend möglich. Aufgrund des Planungsfortschrittes kann derzeit davon ausgegangen werden, dass es noch Verschiebungen von den ergebniswirksamen Aufwendungen zu den investiven Auszah- lungen geben wird. Die Mittel aus den Förderprogrammen der EU, dem ESF und dem EFRE, sind fristgebunden, Bewilli- gungen sind nur bis zum Jahr 2020 möglich. Der integrierte Ansatz des Leitkonzeptes bedingt die Realisierung einer Vielzahl vernetzt wirkender Maßnahmen. Mit einer weiteren Verzögerung der Um- setzung sind die Gewährung von Fördermitteln und damit die Umsetzung des ISEKs gefährdet. Anlagen 3 Die Förderquote der Städtebauförderung wird jährlich für die Kommunen durch das Land festgelegt. Maßgeb- lich ist die Förderquote, die bei der Beantragung der Fördermittel Gültigkeit hat.
Beratungsverlauf
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05.09.2017
TOP 4.4, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
07.09.2017
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 4.12, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
07.09.2017
TOP 6.5, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
11.09.2017
Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 4.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen -
11.09.2017
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld)
TOP 10.11, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: geändert beschlossen -
14.09.2017
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 4.7, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
19.09.2017
TOP 5.6, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen -
21.09.2017
TOP 6.6, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: geändert beschlossen
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