2481/2017
Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf"
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Anlage 3_ISEK Bickendorf, Westend und Ossendorf final
375778 Zeichen
Starke Veedel – Starkes Köln Mai 2017
Starke Veedel – Starkes Köln
Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten
Integriertes Stadtentwicklungskonzept
für den Sozialraum
„Bickendorf, Westend und Ossendorf“
2 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kontakt / Impressum
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Telefon 0221 / 221-22267
stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de
Sachbearbeiterin: Frau Veronika Geisler
Stand Mai 2017
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat Stadtentwicklung, Planen und Bauen
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 3
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Mein Standpunkt
Liebe Kölnerinnen und Kölner in Bickendorf, Westend und Ossendorf,
sehr geehrte Damen und Herren!
Angesichts wachsender Armut bei Kindern und Jugendlichen sowie bei älteren Menschen,
Alleinerziehenden, Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen ist mir der soziale Ausgleich
in unserer Stadt sehr wichtig. lch freue mich deshalb sehr, Ihnen mit dem lntegrierten Stadt-
entwicklungskonzept ein Programm für lhr Veedel vorlegen zu können, das insbesondere die
Lebenslage der von Armut bedrohten oder betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Blick
nimmt.
Jede Bürgerin und jeder Bürger soll eine gleichberechtigte Chance haben, am gesellschaftli-
chen Leben teilzuhaben. Dies ist unser Leitbild, auf dem das soziale Handeln unserer Stadt-
gesellschaft basiert. Hierzu gehört die Chance auf Gesundheit, auf eine gute Bildung und
Ausbildung ebenso wie auf einen Arbeitsplatz oder eine angemessene Wohnung in einem
lebenswerten, attraktiven Veedel.
Mit dem Programm und den darin enthaltenen Projekten und Maßnahmen kommen wir die-
sem Leitbild in den nächsten Jahren ein gutes Stück näher. Das Programm enthält Maß-
nahmen zur Verbesserung von Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen sowie von
Erwachsenen, Maßnahmen zur Verbesserung der Integration von Menschen mit Zuwande-
rungsgeschichte sowie beschäftigungsfördernde Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. Ent-
halten sind auch Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen und lnvestitionen in die örtliche
Infrastruktur, mit denen Ihr Veedel attraktiver werden soll.
Ich lade Sie herzlich ein, sich zu engagieren und sich zu beteiligen.
Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln
4 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 5
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Vorwort
Köln ist durch eine starke Vielfalt geprägt.
Jedes Veedel hat ein eigenes Gesicht.
Diese Vielfalt spiegelt nicht nur die unter-
schiedlichen Entstehungszeiten und Funk-
tionalitäten der einzelnen Stadtteile wider,
sondern auch die Weltoffenheit Kölns.
Die ausgewogene Entwicklung aller Vee-
del ist Ziel der Kölner Stadtentwicklung.
Dies gilt sowohl für die gebaute Umwelt
als auch für die soziale Balance in der
Stadt. Hierfür müssen wir frühzeitig Maß-
nahmen ergreifen, damit alle Stadtteile
den „Anschluss behalten“.
Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die
Stadt Köln an dem Aufruf „Starke Quartie-
re – starke Menschen“ des Landes Nord-
rhein-Westfalen und nutzt so die Chancen
der aktuellen EU-Förderperiode. Im Fokus
stehen dabei Armutsbekämpfung und die
Vermeidung von Ungleichheit.
Die Stellschrauben der Quartiersentwick-
lung sind dabei vielfältig. Die im Integrier-
ten Stadtentwicklungskonzept „Starke Ve-
edel – Starkes Köln“ vorgeschlagenen
Maßnahmen widmen sich sowohl der Ge-
staltung des öffentlichen Raumes, als
auch sozialen Themen wie Prävention,
Bildung, Qualifizierung sowie dem Klima-
schutz und der Umweltgerechtigkeit.
Dabei bauen wir auf dem seit 2005 etab-
lierten Programm „Lebenswerte Veedel“
auf, bei dem die elf Sozialräume Kölns im
Mittelpunkt stehen. In den Sozialräumen
ist der Bedarf an unterstützenden Angebo-
ten kontinuierlich besonders hoch.
Unter breiter Beteiligung vor Ort wurde
das Programm „Starke Veedel – Starkes
Köln“ entwickelt, in das sich das vorlie-
gende Integrierte Stadtentwicklungskon-
zept für den Sozialraum Bickendorf, Wes-
tend und Ossendorf einordnet.
Der Sozialraum Bickendorf, Westend und
Ossendorf ist durch eine sehr heterogene
Struktur und seine Lage am westlichen
Stadtrand geprägt. Der Bedarf an städte-
baulichen Verbesserungen und ergänzen-
den sozial-integrativen Angeboten wird in
der Großwohnanlage der „Y-Häuser“ im
Westend besonders deutlich. Die stabili-
sierende Funktion angrenzender Quartiere
im Sozialraum, die strukturell besser auf-
gestellt sind, soll aktiv für notwendige
Aufwertungs- und Veränderungsprozesse
genutzt werden.
Die Quartiersentwicklung in den elf Sozial-
räumen stellt uns in den kommenden Jah-
ren vor vielschichtige Herausforderungen.
Mit dem vorgesehen Maßnahmenpaket für
den Sozialraum Bickendorf, Westend und
Ossendorf werden die Kräfte aus unter-
schiedlichen Handlungsfeldern in einem
Ansatz gebündelt. Ich bin mir sicher, dass
wir durch diesen integrierten Ansatz der
Quartiersentwicklung einen guten Schritt
für die Stadtteile nach vorne machen.
Ihr
Franz-Josef Höing
6 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung ......................................................................................... ................... 7
2. Ausgangslage: Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln ........ 7
3. Projektidee und Zielsetzung .......................................................................... ............ 9
4. Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise ............................................. 15
5. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms „Starke
Veedel – Starkes Köln“ ............................................................................... ............. 19
6. Bestandsanalyse ...................................................................................... ................ 25
6.1 Demographie,Soziales und Bildung ..................................................................... .30
6.2 Öffentlicher Raum und Verkehr ........................................................................ .....35
6.3 Wirtschaft ........................................................................................... ...................43
6.4 Wohnen ............................................................................................... .................43
7. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe .......... 53
8. Ziele und Handlungsfelder ............................................................................ ........... 54
9. Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Bickendorf, Westend und
Ossendorf ............................................................................................ ..................... 59
10. Maßnahmen für den Sozialraum.......................................................................... .... 62
10.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette .........................62
10.2 Maßnahmen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf .........................73
10.3 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung ...........................................75
10.4 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen .............................................................8 7
10.5 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum.................................................................... 136
10.6 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und
Lärmminderung ........................................................................................ .......... 144
10.7 Handlungsfeld 5: Wohnen .............................................................................. ..... 155
11. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung ............................................166
11.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung ............................................................ 168
12. Anhang ............................................................................................... ......................171
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 7
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
1. Vorbemerkung
Das vorliegende Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist ein Bestandteil des Leitkon-
zeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“, das am 20.Dezember 2016 vom Rat der Stadt Köln
beschlossen wurde und insgesamt elf Sozialräume umf asst. Bereits seit 2006 ist die Stadt
Köln in diesen elf Gebieten mit dem Programm "Leben swerte Veedel – Sozialraum- und
Bürgerorientierung" aktiv, so dass zahlreiche Vorha ben realisiert oder angestoßen wurden.
Die Sozialraumkoordinatorinnen und -koordinatoren s ind für die Menschen in den Veedeln
mittlerweile zu festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden.
Ziel des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist es, verbesserte Lebensbedingungen
der Menschen in allen elf Sozialräumen des Programmgebiet zu schaffen und auf den Arbei-
ten des Programms „Lebenswerte Veedel“ aufzubauen. Für das hier vorliegende ISEK „Bi-
ckendorf, Westend und Ossendorf“ wird also ein Sozi alraum betrachtet, der Teil eines Ge-
samtprogramms ist. Zur Herleitung, Beschreibung und Umsetzung der Maßnahmen im Sozi-
alraum liegt damit ein für sich stehendes Konzept v or – alle für den Raum Bickendorf, Wes-
tend und Ossendorf notwendigen Informationen sind i m ISEK „Bickendorf, Westend und
Ossendorf“ enthalten.
2. Ausgangslage: Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln
Die Stadt Köln steht, wie viele andere Städte auch, derzeit vor dem Hintergrund der Globali-
sierung, der Internationalisierung, der Digitalisie rung, des Klimawandels, der Energiewende,
der Zu- und Abwanderungen und des demographischen W andels vor großen Herausforde-
rungen. Diese globalen strukturellen Entwicklungen werden von einer zunehmenden Ein-
kommenspolarisierung sowie steigenden Anteilen arme r und benachteiligter Bevölkerungs-
gruppen begleitet, die sich häufig räumlich konzent rieren. Zwischen einzelnen Stadtteilen
nehmen strukturelle Ungleichgewichte und eine klein räumige Polarisierung zu. Die in den
letzten Jahren festzustellende zunehmende räumliche Segregation führt folgerichtig dazu,
dass die Quartiersebene in den Blick der Stadtentwi cklung gerät. Das Quartier, in Köln auch
Veedel genannt, ist das direkte Lebensumfeld der Me nschen: Hier wohnen und leben sie,
treten miteinander in Beziehung und beteiligen sich somit am Gemeinwesen.
In der neuen Förderperiode der EU-Strukturfonds 201 4 bis 2020 hat die Europäische Union
mit der Europa-2020-Strategie die Prioritäten „Inte lligentes, nachhaltiges und integratives
Wachstum“ gesetzt und damit fünf Kernziele zu den T hemenfeldern „Beschäftigung“, „For-
schung und Entwicklung sowie Innovation“, „Klimawan del und Energie“, „Bildung“ sowie
„Armut und soziale Ausgrenzung“ festgelegt. Zur Umsetzung dieser Strategie hat das Land
Nordrhein-Westfalen Operationelle Programme (OP) fü r die Strukturfonds: Europäischer
Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Europäische r Sozialfonds (ESF) sowie Europäi-
scher Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) erarbeitet. Alle
Operationellen Programme müssen einen Beitrag zur P räventionsstrategie des Landes
Nordrhein-Westfalen leisten. Gemeinsam mit den euro paweiten Strategien definieren vier
Leitthemen den Rahmen für den Europäischen Sozialfonds (ESF) und weiterer europäischer
Fördermöglichkeiten 1:
1 Vergleich http://www.soziale-stadt.Nordrhein-Westfalen.de/downloads/EU-
Strukturfonds_Okt.2014.pdf (14.08.2015)
8 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Themen:
− Früh ansetzende Hilfen („Kein Kind zurücklassen“)
− Verbesserung des Übergangs Schule – Beruf („Kein A bschluss ohne Anschluss“ –
Übergang Schule – Beruf Nordrhein-Westfalen)
− Integrierte und nachhaltige Stadt- und Quartiersen twicklung (zum Beispiel durch städ-
tebauliche, gesundheitsfördernde oder Jugendhilfemaßnahmen)
− Armutsbekämpfung
Aus den Operationellen Programmen heraus veröffentl icht das Land Aufrufe, auf die eine
Bewerbung erfolgen kann. Am 10.02.2015 wurde der Aufruf mit dem Thema „Starke Quartie-
re – starke Menschen“ – Gemeinsamer Aufruf zu den P rogrammen des EFRE, des ELER
und des ESF (2014 bis 2020) zur präventiven und nac hhaltigen Entwicklung von Quartieren
und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung“ gestartet. Die Stadt Köln
bewirbt sich mit dem vorliegenden Integrierten Stad tentwicklungskonzept (ISEK) „Starke Ve-
edel – Starkes Köln: Mitwirken, zusammenhalten, Zuk unft gestalten“ für die neue Europäi-
sche Förderperiode.
Die Stadt Köln hat die Europäische Förderphase 2014 bis 2020 und die dahinterliegende
„Europa 2020 Strategie“ zum Anlass genommen, die ei genen städtischen Ziele zu prüfen
und neu aufzustellen. Die von der Europäischen Unio n aufgestellten Prioritäten und die fünf
Kernziele werden ebenso ausdrücklich unterstützt wi e die Präventionsstrategie des Landes.
Der Stadtvorstand, in dem alle Dezernate vertreten sind, hat deshalb das Konzept „Europa
2020 Handlungsprogramm: Kölner Handlungserfordernisse“ als Orientierung der Verwaltung
in zentralen städtischen Handlungsfeldern am 23.09. 2014 beschlossen. Dies sind die Berei-
che (1) Bildung, (2) Soziale Balance / Quartiersentwicklung, (3) Beschäftigung, (4) Infrastruk-
tur / Mobilität, (5) Klimawandel und nachhaltige En ergiewirtschaft, (6) Forschung, Entwick-
lung und Innovation sowie (7) Kultur / Baukultur / öffentlicher Raum. Diese sieben Hand-
lungsfelder werden in einem fachübergreifenden Proz ess umgesetzt. Als wesentliche Ziele
wurden unter anderem die Quartiersentwicklung und d ie damit angestrebte soziale Balance
in der Stadt und zwischen den Quartieren benannt.
Im Vordergrund des städtischen Handelns stehen dami t die benachteiligten Quartiere sowie
die in diesen Quartieren lebenden Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel ist, Rahmen-
bedingungen zu schaffen und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedin-
gungen vor Ort zu entwickeln. Betrachtet werden dab ei immer die Gesamtstadt und die
Wechselwirkungen zwischen den Quartieren untereinan der. So führt eine Verbesserung der
Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner be lasteter Quartiere auch zur Auf-
wertung der Gesamtstadt.
Für die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohn erinnen und Bewohner ist eine inte-
grierte Betrachtung der verschiedenen Themenfelder der Stadtentwicklung, wie zum Beispiel
Wohnen, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales, Bildung , Gesundheit, Mobilität, Öffentlicher
Raum, Klima, Umwelt und Grün besonders wirkungsvoll . Daher werden auch bestehende
und derzeit in der Entwicklung befindliche Konzepte der Stadt Köln in dem Programm „Star-
ke Veedel – Starkes Köln“ aufgegriffen und dementsp rechend Maßnahmen priorisiert und
aneinander angepasst
2. Durch diese integrierte und gesamtstädtische Betr achtung werden
die Verstetigung und die Nachhaltigkeit von Quartie rsentwicklungen gesichert, da sie in ge-
samtstädtische Strategien und Konzepte eingebunden sind und nicht isoliert betrachtet wer-
den.
2 Eine kurze Beschreibung der städtischen Konzepte befindet sich im Kapitel 12 Anhang 1
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 9
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3. Projektidee und Zielsetzung
Mit dem ISEK Bickendorf, Westend und Ossendorf knüp ft die Stadt Köln an bereits erfolg-
reich gestartete Programme zur Verbesserung der Leb enssituation an. Das ISEK baut auf
dem Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozi alraumorientierung in Köln“ auf.
Das Ziel des Programms „Lebenswerte Veedel“ liegt i n der Begründung und Optimierung
von Unterstützungsleistungen und der Stärkungen der Selbsthilfekräfte, indem die Zusam-
menarbeit und Vernetzung aller städtischen Dienstst ellen, der freien Träger, Verbände und
sonstiger Akteure im Quartier vorangetrieben wird. Dazu wird in jedem Sozialraum eine So-
zialraumkoordination eingesetzt, die – bis auf eine Ausnahme – bei den freien Trägern ange-
siedelt ist. Sie fungiert als „Informationsdrehsche ibe“ und Bindeglied zwischen Verwaltung,
Wirtschaft, Politik, Verbänden und Bewohnerschaft. Sie unterstützt oder initiiert Kooperati-
ons- und Vernetzungsstrukturen im Sozialraum, nutzt diese, um besondere Bedarfslagen zu
identifizieren, und entwickelt gemeinsam mit den Di ensten und Einrichtungen der freien Trä-
ger vor Ort bedarfsgerechte Projekte und Maßnahmen.
Der im Westen von Köln linksrheinisch gelegene Sozi alraum Bickendorf, Westend und
Ossendorf gehört zum Stadtteil und Stadtbezirk Ehre nfeld. Mit rund 26.000 Einwohnerinnen
und Einwohnern im Sozialraum (Stand 31.12.2015), le ben circa ein Viertel der Bewohner
und Bewohnerinnen des Stadtbezirks Ehrenfeld im Sozialraum.
Im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf zei gen sich mit Blick auf die Sozialstruk-
tur Handlungsbedarfe im Bereich Einkommensarmut, Ar beitslosigkeit und gesundheitliche
Beeinträchtigungen.
Der Anteil der Menschen, die SGBII-Leistungen bezie hen, liegt mit rund 19 Prozent über
dem städtischen Durchschnitt (Stadt Köln 13,4 Proze nt im Jahr 2015). Bei kleinräumiger Be-
trachtung wird deutlich, dass sich zwischen den Qua rtieren zum Teil deutliche Unterschiede
ergeben. So nehmen im Westend rund 38 Prozent Leist ungen nach SGBII in Anspruch und
im Quartier „Bickendorf Reihenhäuser“ (siehe Übersichtskarte im Kapitel Bestandsanalyse)
unter drei Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner.
Auffällig ist zudem der mit 44 Prozent überdurchsch nittliche Anteil an Einwohnerinnen und
Einwohnern mit Migrationshintergrund im Vergleich z ur Gesamtstadt (35,7 Prozent). Bei den
jungen Menschen bis 18 Jahre liegt der Migrantenant eil bei fast 60 Prozent (Stadt Köln 50
Prozent).
Ziel des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes is t es, den Sozialraum Bickendorf, Wes-
tend und Ossendorf zu stärken, die Armut zu bekämpf en, den sozialen Zusammenhalt aus-
zubauen, Präventionsansätze zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen
Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbesse rn. Erwartet werden auch positive
Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und de n sozialen Zusammenhalt in der Ge-
samtstadt. Dabei verfolgt das Programm auch das Zie l, strukturelle Verbesserungen bei der
Entwicklung und Umsetzung integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwick-
lung zu erreichen.
10 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Dazu gehört die stärkere Entwicklung sozialraumorie ntierten Denkens in der Verwaltung
ebenso, wie die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akt-
euren einerseits und die Abstimmung ihres Handelns mit den Dienststellen der Stadt ande-
rerseits. Gleichzeitig ist die Bewohnerschaft von a llen an der Programmumsetzung Beteilig-
ten aktiv einzubinden.
Hiermit wird dem Querschnittsziel „Verbesserte Teil habe und Mitwirkung“ Rechnung getra-
gen. Ein weiteres wesentliches Ziel der Maßnahmen i st, durch Barrierefreiheit und Chancen-
gleichheit allen Bevölkerungsgruppen eine Teilnahme am Gesellschaftsleben zu ermögli-
chen. Beide Aspekte finden bei der Durchführung aller Maßnahmen Berücksichtigung.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 11
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 1: Lage des Sozialraums Bickendorf, Westend und Ossendorf im Kölner Westen
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
12 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Umsetzung der Idee der Sozialraumorientierung ist je nach Handlungsfeld in den Dienst-
stellen der Verwaltung unterschiedlich stark ausgep rägt. Bislang ist die Zusammenführung
dieses Ansatzes zu einem gesamtstädtischen, integri erten Handlungsansatz nur teilweise
gelungen. Deshalb hat der Stadtvorstand am 17.03.20 15 die sozialräumliche Ausrichtung
des Verwaltungshandelns als verbindliches Handlungs prinzip noch einmal bekräftigt. In der-
selben Sitzung hat der Stadtvorstand beschlossen, d ie elf Sozialräume aus dem Programm
„Lebenswerte Veedel“ sowie die diesem Konzept zugrunde liegende Handlungsstrategie der
Quartiersorientierung zur Grundlage der geplanten I ntegrierten Stadtentwicklungskonzepte
für den EFRE- / ESF-Aufruf des Landes „Starke Quart iere – Starke Menschen“ zu machen.
Die Entwicklung integrierter, sozialraumorientierte r Stadtentwicklungskonzepte ist eine not-
wendige Aufgabe, die für alle städtischen Dienstste llen eine Herausforderung bedeutet. Sie
formulieren auch neue Anforderungen an die Stadtges ellschaft und geben der Stadtverwal-
tung innovative Anstöße für die Entwicklung neuer, adäquater Angebotsformen und –
strukturen.
Die Stadt Köln baut bei der Bearbeitung des Program ms „Starke Veedel – Starkes Köln“ auf
den Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLH EIM 2020 auf und strebt erstmals
die systematische Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten, quartiersorientierten Hand-
lungsansatzes in einem Programmgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz
liegt die Leitfrage zugrunde, wie erfolgreich Stadt entwicklung aus dem Quartier heraus erfol-
gen kann, welche Faktoren zum Gelingen beitragen un d wie die Bewohnerinnen und Be-
wohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden können.
Zum einen wird erstmalig für elf Sozialräume ein Ma ßnahmenpaket entwickelt, das in allen
Sozialräumen mit einem vergleichbarem Vorgehen umge setzt, dabei jedoch explizit auf die
Bedarf und Erfordernisse vor Ort angepasst wird. Di es sind insbesondere Maßnahmen, die
zur Präventionskette 3 gehören. Zum anderen werden zusätzlich gebietsspez ifische städte-
bauliche und sozial-integrative Lösungen passgenau für die Bedürfnisse und Anforderungen
der unterschiedlichen Sozialräume entwickelt. Beson deres Augenmerk wird bei den sozial-
integrativen auf den niederschwelligen Zugang zu de n Angeboten und ihrer Verknüpfung
gelegt. Bei den gebietsspezifischen Maßnahmen werde n auch Maßnahmen mit Modellcha-
rakter vorgeschlagen. Eine Übertragbarkeit der dort erzielten Erkenntnisse wird angestrebt.
3 Unter einer kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote ver-
standen werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen und Lebensla-
gen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erforderlich sind.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 13
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 2: Übersicht über die elf Sozialräume des Programms
"Lebenswerte Veedel - Lebenswertes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
14 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 15
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
4. Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise
Die Grundlage für die Auswahl des Sozialraums Bicke ndorf, Westend und Ossendorf sowie
für die weiteren zehn Programmgebiete bildet die be stehende Gebietsabgrenzung des Pro-
gramms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraum orientierung in Köln“ (vergleiche
Karte 2). Mit Hilfe des Monitorings Stadtentwicklun g wurde geprüft, ob es sich hierbei tat-
sächlich um Gebiete mit besonderen Handlungserforde rnissen handelt, die im Vergleich zur
Gesamtstadt überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung betroffen sind.
Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systemat isch die Entwicklung der Gesamtstadt
Köln und ihrer Teilräume. Betrachtet werden in eine r einheitlichen Vorgehensweise (Index-
werte) verschiedene Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wan-
del oder Wohnen. Für die Auswahl der elf Sozialräume wird im Folgenden der Index „Soziale
Lage“ zugrunde gelegt, der die wirtschaftlichen, po litisch-kulturellen und gesundheitlichen
Aspekte von Benachteiligung berücksichtigt. Er setz t sich zusammen aus verschiedenen
Statistikdaten sowie aus Ergebnissen der Umfrage „Leben in Köln“ und berücksichtigt somit
sowohl „harte“ statistische Daten als auch „subjektive“ Einschätzungen der Befragten.
Der Index wird durch die Vielfalt an Indikatoren de r Tatsache gerecht, dass sich Benachteili-
gung in weit mehr als nur monetären Aspekten widerspiegelt.
Abbildung 1 zeigt die Zusammensetzung des Indexes „ Soziale Lage“ für die Gesamtstadt.
Grundlage der Berechnung des Indexes sind die 86 Kö lner Stadtteile. Für die vorliegende
räumliche Abgrenzung wurden Stadtteile zusammengefasst, um in etwa gleich große Räume
von 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und Räume mit einer vergleichbaren sozial-
ökonomischen Bevölkerungsstruktur bilden zu können.
16 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 1: Zusammensetzung Index Soziale Lage
4
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Die bestehenden Sozialräume, die im Programm „Lebenswerte Veedel“ enthalten sind, zäh-
len zu den Gebieten mit besonderen Handlungserforde rnissen und entsprechen demnach
den im Aufruf „Starke Menschen – Starke Quartiere“ geforderten Kriterien zur Auswahl des
Programmgebietes (vergleiche Karte 3).
Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf wa r bis in die 1930-er Jahre geprägt
durch die ursprüngliche bäuerliche Struktur. Im Lau fe der Zeit nach Ende des 2. Weltkrieges
entstanden Arbeitersiedlungen und eine dichte Bebau ung mit Häusern jeder Art, überwie-
gend jedoch Siedlungshäuser und Blockbebauung als A rbeiterwohnungen. Es entstand ein
klassischer Arbeiterstadtteil. Der Stadtteil Ossend orf entwickelte sich zum industriellen Ge-
werbestandort und am Butzweilerhof siedelten sich insbesondere viele Unternehmen aus der
Medienbranche an, so dass hier im Laufe des Struktu rwandels ein bedeutendes Gewerbe-
gebiet entstanden ist. Diese Entwicklung, in der vi ele neue Arbeitsplätze entstanden sind,
spiegelt sich jedoch nicht vor Ort in der Arbeitslo senquote wieder, die im Sozialraum sehr
hoch ist.
4 Der Hinweis S verweist auf Statistikdaten, der Hinweis U auf Umfrageergebnisse.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 17
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Der Zuzug von ausländischen Bürgern und Bürgerinnen stellt den Sozialraum vor dem Hin-
tergrund der aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik vor weitere Herausforderungen.
Es werden verstärkt Hilfen im Bereich der Integration benötigt, so dass insbesondere Maß-
nahmen des Handlungsfeldes „Früh ansetzende Hilfen“ in Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf wirksam werden.
Die Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den Sozialraum Bicken-
dorf, Westend und Ossendorf werden aus den ermittelten Handlungsbedarfen abgeleitet.
In der Bestandsanalyse wird der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf ausführlich
dargestellt und die Ausgangslage wird mit aussagekräftigen Indikatoren hinsichtlich der sozi-
alen, demographischen, ökonomischen, klimatischen, ökologischen und städtebaulichen
Situation sowie zur Bildungssituation hinterlegt, um den Anforderungen des Aufrufes gerecht
zu werden.
18 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 3: Programmgebiet (Sozialräume) „Starke Veedel – Starkes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 19
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
5. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklu ng des Programms
„Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Erstellung des Programms „Starke Veedel – Stark es Köln“ und der Integrierten Stadt-
entwicklungskonzepte (ISEKs) für die elf Sozialräum e erfolgte unter intensiver Beteiligung
der Fach- und Bürgerämter sowie der Sozialraumkoord inatorinnen und Sozialraumkoordina-
toren. Die Projektleitung lag bei der Leitung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik und
wurde durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG unterstützt (vergleiche Abbildung
2).
Beteiligt waren die nachfolgend aufgelisteten Dezernate und Fachämter:
− Dezernat Oberbürgermeisterin: Büro der Oberbürgerm eisterin, Amt für Presse- und Öf-
fentlichkeitsarbeit
− Dezernat I Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Rech t: Bürgeramt Rodenkirchen,
Bürgeramt Ehrenfeld, Bürgeramt Nippes, Bürgeramt Ch orweiler, Bürgeramt Porz, Bür-
geramt Kalk, Bürgeramt Mülheim, Amt für Personal, Organisation und Innovation
− Dezernat II Finanzen: Kämmerei
− Dezernat III Wirtschaft und Liegenschaften: Amt fü r Wirtschaftsförderung
− Dezernat IV Dezernat für Bildung, Jugend und Sport : Amt für Schulentwicklung, Amt
für Weiterbildung, Familienberatung und Schulpsycho logischer Dienst, Sportamt, Amt
für Kinder, Jugend und Familie, Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung
− Dezernat V Soziales, Integration und Umwelt: Amt f ür Soziales und Senioren, Punkt-
dienststelle Diversity, Gesundheitsamt, Amt für Woh nungswesen, Umwelt- und Ver-
braucherschutzamt, Koordinationsstelle Klimaschutz
− Dezernat VI Stadtentwicklung: Planen und Bauen : A mt für Stadtentwicklung und Sta-
tistik, Stadtplanungsamt, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen
− Dezernat VII Kunst und Kultur: Kulturamt, Stadtbi bliothek, Museumsdienst Köln
− Dezernat VIII Mobilität und Verkehrsinfrastruktur: Amt für Straßen und Verkehrstechnik
Zur Projektsteuerung wurde ein Projektteam im Amt für Stadtentwicklung und Statistik einge-
richtet. Zur inhaltlichen Bearbeitung wurden die fo lgenden fünf themenspezifische Arbeits-
gruppen gebildet, die dezernats- und ämterübergreifend zusammengearbeitet haben:
− AG 1: Früh ansetzende Hilfen
− AG 2: Öffentlicher Raum
− AG 3: Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen
− AG 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinh altung und Lärmminderung
− AG 5: Sozialraumorientierung als Strategie der Sta dtentwicklung
Neben unterschiedlichen Fachämtern haben auch weitere Akteure an der Programmentwick-
lung und den Arbeitsgruppensitzungen teilgenommen, wie zum Beispiel das Jobcenter, die
stadteigene Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien AG, die Regionalagentur Region
Köln und der für die regionale Zusammenarbeit zuständige Verein „Region Köln/Bonn e.V.“.
Die in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Inhalte wurd en regelmäßig in Ämterrunden einge-
bracht, diskutiert, abgestimmt und die weitere Vorgehensweise festgelegt.
Zur Steuerung des Gesamtprogramms richtete das Amt der Oberbürgermeisterin einen Len-
kungskreis mit Vertreterinnen und Vertretern der Dezernate ein.
20 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zusätzlich wurden die Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren sowie die
Leitungen der Bürgerämter zu zentralen Veranstaltungen eingeladen und mit in den
Diskussionsprozess eingebunden. Insbesondere waren sie beteiligt an der Qualifizierung der
Bestandsanalyse sowie an der Entwicklung von Maßnahmen.
Abbildung 2: Projektstruktur Stadtverwaltung
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Über diese regelmäßig durchgeführten Sitzungen mit der Projektgruppe, den Arbeitsgrup-
pen, dem Lenkungskreis und den Fachämterrunden wurd en anlassbezogen Gespräche mit
weiteren Akteuren geführt, wie zum Beispiel:
− Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung un d Verkehr des Landes Nord-
rhein-Westfalen
− Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales d es Landes Nordrhein-Westfalen
− Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpf ung
− Regionalagentur Region Köln
− Bezirksregierung Köln
− Liga der Wohlfahrtverbände
− Seniorenvertretung der Stadt Köln
− Personalrat
− Steuerungsgremium „Lebenswerte Veedel“
Die verschieden politischen Gremien wurden über Mit teilungen regelmäßig über das Pro-
gramm und den Programmfortschritt informiert.
Zur inhaltlichen Qualifizierung des Programms fanden zwei Workshops statt.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 21
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Erster Workshop am 27. April 2015 – Qualifizierung der Bestandsanalyse
Gegenstand des ersten Workshops, der am 27. April 2 015 stattfand, waren die Ergebnisse
der Bestandaufnahme. Rund 60 Teilnehmerinnen und Te ilnehmer aus den Fachdienststel-
len, dem Jobcenter, der Sozialraumkoordination, den Bürgerämtern und der GAG Immobilien
AG qualifizierten die vorliegenden Ergebnisse, stel lten Querbezüge her und zeigten Schnitt-
stellen zu anderen Themenbereichen auf. So wurden d ie Analyseergebnisse geschärft und
ausdifferenziert. Die Atmosphäre in diesem Workshop war sehr arbeits- und ergebnisorien-
tiert, so dass die Rückmeldungen am Ende des Workshops sehr positiv waren.
Abbildung 3: Rückmeldung der Teilnehmenden aus dem ersten Workshop zur Be-
standsanalyse am 27. April 2015
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Abbildung 4: Diskussion zum Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
22 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zweiter Workshop am 27. Mai 2015 – Qualifizierung der Maßnahmen
Der zweite Workshop fand am 27. Mai 2015 zur Qualif izierung der gemeldeten Maßnahmen
statt. Der Teilnehmerkreis war identisch mit dem de s ersten Workshops. Im Vorfeld hatten
die Fachdienststellen, Bürgerämter und Sozialraumko ordinatorinnen und -koordinatoren, die
in den Sozialräumen vernetzt arbeiten, auf der Grun dlage einer vorgegebenen Struktur die
Möglichkeit Projektideen einzubringen. Rund 180 Maßnahmen und Projekte konnten somit in
die Vorbereitung des Workshops einfließen. Nicht al le Ideen konnten berücksichtigt werden,
da sie teilweise nicht in dem Förderzeitraum umsetz bar waren, keinen oder nur einen gerin-
gen Beitrag zur Zielerreichung leisteten, oder aber nicht ausreichend qualifiziert worden wa-
ren. Schlussendlich wurden mehr als 70 Projektideen für die Bewohnerveranstaltung her-
ausgearbeitet. Die Projekte wurden erläutert, quali fiziert, zusammengefasst und in das erar-
beitete und abgestimmte Zielsystem eingeordnet. Auc h dieser Workshop war von einer ho-
hen Arbeitsintensität und einer großen Bereitschaft zur Zusammenarbeit geprägt.
Abbildung 5: Workshop am 27. Mai 2015
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Auftaktveranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung am 1. Juni 2015
Am 1. Juni 2015 fand von 18:00 bis 22:00 Uhr eine ö ffentliche Bewohnerveranstaltung im
Forum der Volkshochschule statt. Das Ziel lag darin , über das Programm und die geplanten
Projekte zu informieren, dazu Meinungen der Bewohne rschaft einzuholen und weitere Ideen
aufzunehmen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der elf Programmgebiete sowie weitere
Teilnehmende hatten damit die Möglichkeit, an der E rstellung und Qualifizierung des Maß-
nahmenprogramms für ihren Sozialraum aktiv mitzuwir ken. Beworben wurde die Veranstal-
tung über eine Pressemitteilung, Flyer und Plakate. Rund 250 Teilnehmende haben sich hier
aktiv in das Programm eingebracht, vorhandene Ideen bewertet und Ideen für Maßnahmen
entwickelt.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 23
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 6: Einladungsplakat für die Öffentlichkeitsbeteiligung am 01. Juni 2015
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Im Rahmen der Veranstaltung wurden nach einer kurze n Einführung an Arbeitstischen, die
nach den einzelnen Sozialräumen aufgeteilt waren, i n kleinen Gruppen gearbeitet. Jede
Gruppe verfügte über eine Moderatorin beziehungswei se einen Moderator, deren / dessen
Aufgabe es war, die Ausgangssituation vorzustellen und die Diskussionsergebnisse festzu-
halten. Abschließend stellten die Bürgeramtsleitungen zusammen mit den Sozialraumkoordi-
natorinnen und –koordinatoren die Ergebnisse für den jeweiligen Sozialraum im Plenum vor.
Abbildung 7: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015
Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign)
Die Gesamtveranstaltung wurde durch einen externen Moderator geleitet.
Diese Veranstaltung ist als Auftakt des Beteiligung sverfahrens zu verstehen. Die Beteiligung
wird ein fester Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sein.
24 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 8: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015 –
Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign)
Diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahmen
Am 18. Juni, 28. Juli und 25. August 2015 tagte die Zwischengeschaltete Stelle (light) und
nahm eine diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahm en vor. Mitglieder dieser Stelle sind
Vertreterinnen und Vertreter aller Dezernate. Die L eitung des Gremiums lag beim Beigeord-
neten des Dezernates für Planen, Bauen und Stadtent wicklung, der durch die Leiterin des
Amtes für Stadtentwicklung und Statistik vertreten wurde. Die Auswahl der Maßnahmen
wurde begründet, protokolliert und einvernehmlich beschlossen.
Abbildung 9: Diskriminierungsfreie Auswahl durch die
Zwischengeschaltete Stelle (light)
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Die schriftliche Zusammenstellung des Programms „St arke Veedel – Starkes Köln“ und der
elf Integrierten Stadtentwicklungskonzepte für die Sozialräume erfolgte im Amt für Stadtent-
wicklung und Statistik. Nach Fertigstellung wurde d as Programm von allen Dezernaten mit-
gezeichnet.
Der für die Erstellung des Programms initiierte Pro zess wird im Rahmen der Umsetzung des
Konzeptes fortgesetzt.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 25
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6. Bestandsanalyse 5
Die Bestandsanalyse für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf nimmt die fol-
genden zentralen Handlungsfelder in den Blick:
− Demographie, Soziales und Bildung
− Öffentlicher Raum und Verkehr
− Wirtschaft
− Wohnen
− Ökologie und Klima
5 Angabe zu den statistischen Werten und Indikatoren (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statis-
tik):
− Die Angaben zur sozialen und demografischen Situati on beziehen sich auf das Jahr 2015. Um zeitliche
Entwicklungen darzustellen, wurden zudem die Werte von 2007 in den Steckbrief aufgenommen. (Quelle:
Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik).
− Die Beschreibungen zum öffentlichen Raum entspreche n dem Stand aus dem Jahr 2015.
− Die Ausgangssituation zum Themenbereich Wirtschaft und Wohnen umfassen verschiedene Datengrundla-
gen:
o Gewerbe- und Industrieflächen; Stand 2015
o Einzelhandel- und Zentrenkonzept, Stand 2013
o Beschäftigungssituation, Anteil öffentlich gefördert er Wohnungen; jeweils Stand 2015
o Wohnungsbestand der GAG Immobilien AG, Stand 2016
o Kaufkraftindex; Stand 2007
o Wohnzufriedenheit: Demografie-Umfrage der Stadt Köln, 2009
Die Datengrundlagen zum Themenbereich Klima wurden im Jahr 2013 berechnet, die Daten zu Grün- und Frei-
flächen stammen aus dem laufend fortgeführten Grünflächenkataster und wurden in 2015 berechnet, die Berech-
nung der Luftschadstoffe erfolgte ebenfalls in 2015, die Daten zum Verkehrslärm stammen aus dem Jahr 2014.
26 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 4: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Qualifizierung und Soziales
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 27
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 5: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Bildung
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
28 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Tabelle 1: Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung
6 im Sozialraum
Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung 7 im Sozialraum
Statistik des gesamten Sozialraums geringfügig ungü nstiger städtischer Durchschnitt, minimale
Zunahme von Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrati onshintergrund, konstante Werte bei Leis-
tungsempfängerinnen und -empfängern nach SGB ll, Zu nahme bei Kindern / Jugendlichen in Be-
darfsgemeinschaften.
Charakteristik des Sozialraumes (stadträumliche Besonderheiten)
Lage im
Stadtge-
biet
Bezirk:
Ehrenfeld
Stadtteile:
Bickendorf, Ehren-
feld, Bocklemünd/
Mengenich, Neu-
Ehrenfeld, Ossen-
dorf, Vogelsang
angrenzende Sozial-
räume:
Bocklemünd
/Mengenich,
Bilderstöckchen
Fläche:
330 ha
Siedlungs-
entwick-
lung
Stadtteile des linksrheinischen 2. Vorortgürtels, B ickendorf: intensive Wohnungs-
bautätigkeit nach dem 1. Weltkrieg, Entwicklung von Siedlungen im genossenschaftli-
chen und gemeinnützigen Wohnungsbau (Beispiel: Gart ensiedlung GAG) ergänzt
durch Siedlung Westend (Realisierung 1960er und 198 0-1990er Jahre, hier aus-
schließlich sozialer Wohnungsbau). Ossendorf: Wachs tum ab 1930, mit dem Beginn
der Besiedelung durch die Gemeinnützige Wohnungsbau genossenschaft Köln-
Ehrenfeld, Sonderstandort JVA Ossendorf.
Nahver-
sorgung
Stadtteilzentrum Bickendorf im Bereich Venloer Stra ße / Rochusplatz, städtebauliche
Aufwertung des öffentlichen Raumes erforderlich (im Zusammenhang mit der Bebau-
ung Rochusplatz geplant), Angebotsergänzung im kurz - und mittelfristigen Bedarf
notwendig (Lebensmittel, Bekleidung, Schuhe), Nahve rsorgungszentrum Ossendorf
im Bereich Margareta-, Frohnhof- und Rochusstraße, Westend ist ausschließlich
durch einen Discounter versorgt, insgesamt Vollversorger in dezentralen Lagen.
Eine differenzierte Darstellung der Bildungsbeteiligung kann dem Anhang entnommen werden. (Ver-
gleiche Kapitel 12, Anhang 15).
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 29
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anbindung
ÖPNV,
MIV
Sehr gute Anbindung an den Öffentlichen Personennah verkehr (ÖPNV) (Stadtbahnli-
nien 3 / 4 Bickendorf, Westend und 5 Ossendorf) und Buslinien, Autobahnnetz für
motorisierten Individualverkehr über Ausfahrt Bockl emünd und Longerich optimal
erreichbar.
Grün /
Freizeit
Zwischen beiden Stadtteilen befinden sich der Rochu spark als Teilstück der Verbin-
dung Innerer und Äußerer Grüngürtel, vereinzelte Gr ünbereiche und Kleingärtenanla-
gen, insgesamt wenig vernetzt.
Gewerbe Gewerbegebiet Bickendorf ist Teil des Sozia lraums, weitere Gewerbenutzung vorhan-
den (Beispiel Siemens und Ikea in Ossendorf).
soziale
Akteure
Diverse soziale Akteure (Bürgervereine, vielfältige niederschwellige Beratungsange-
bote, GAG, Sozialraumkoordination, Seniorennetzwerk und andere, Familienhaus
Ossendorf, big (Bickendorfer Interessensgemeinschaf t e.V.), viel ehrenamtliches En-
gagement, auch stadtteilübergreifend, zunehmend meh r Austausch mit den sozial
benachteiligten Gebieten.
Kita /
Schulen
4 Grundschulen, Gymnasium, Hauptschule (beides Mont essori) und Förderschule
(Lindweiler Hof), diverse Kindertagesstätten.
Stabilisierungsmaßnahmen
Sozial-
raum-
koordinati-
on
Outback Stiftung (Thomas Wydra), Sozialraum seit 20 06, Koordinierung von Präventi-
onsmaßnahmen und Hilfeangeboten, Vernetzung von unt erschiedlichen Akteuren,
Initiierung von Maßnahmen (Beispiel Familienhaus Os sendorfpark, Straßen- und Ve-
edelsfeste, fachliche Workshops).
Gemein-
wesenar-
beit
Zum 01.01.2017 wurden Mittel der Stadt Köln für jew eils eine halbe Stelle Gemeinwe-
senarbeit in Neu – Bocklemünd und Westend zur Bewoh neraktivierung bereitgestellt.
Die Stellen sind bei Aktion Nachbarschaft angesiedelt.
Städtische.
Maßnah-
men
Einrichtung einer lokalen Jugendeinrichtung.
Private
Maßnah-
men
Sanierung der GAG Siedlungen in Bickendorf, aktuell e Planung zur Erneuerung der
Gebäude Schlichtsiedlung Gerhard-Bruder-Straße der Ehrenfelder Genossenschaft
unter Beteiligung der Bewohner.
Fazit
Teilbereiche mit stark sozialbelasteten Wohnquartie ren und Siedlungen (Westend, Siedlung
Ossendorfer Weg (Y-Häuser), Parsevalstraße, Vitalis höfe), auch Quartiere mit geringer Belastung
vorhanden. Sozialraum profitiert von räumlicher Näh e zum „InViertel“ Ehrenfeld (hier aktuell Umnut-
zung des Güterbahnhofs), Nahversorgung ist insbeson dere im Westend zu optimieren, Gestaltung
des Rochusplatzes hat Potenzial den gesamten Stadtt eil Bickendorf aufzuwerten, Wohnumfeld-
maßnahmen im Westend erforderlich, Gestaltung der p rivaten und öffentlichen Freiräume sowie
Vernetzung der Grünbereiche kann im gesamten Sozial raum optimiert werden, soziale Maßnahmen
als wesentlicher Beitrag zur Stabilisierung des Sozialraums weiterhin erforderlich.
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
30 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6.1 Demographie,Soziales und Bildung
Ein Blick auf die Sozialstruktur zeigt deutliche Un terschiede zwischen den Quartieren im So-
zialraum. Die Kennwerte – wie SGB II Bezug – unterscheiden sich zum Teil erheblich. Sozial
stark benachteiligt sind vor allem die Quartiere Westend und Vitalisstraße (zum Beispiel SGB
II-Bezug deutlich über dem städtischen Durchschnitt ), wohingegen das Quartier Bickendorf
mit den Einfamilien-Reihenhaussiedlungen sozial sehr stabil ist (zum Beispiel sehr geringer
SGB II-Bezug, hohe Gymnasialquote).
Der Sozialraum ist insgesamt kinderreich und durch eine „junge Struktur“ geprägt. Der über-
durchschnittliche hohe Jugendquotient korrespondier t mit einem unterdurchschnittlichen Al-
tersquotienten. Das heißt der Anteil der unter 18-J ährigen an den Einwohnerinnen und Ein-
wohnern ist mit 29,5 Prozent besonders hoch (Stadt Köln 23,9 Prozent). Dies geht mit einer
ebenfalls auffällig hohen Quote der SGB II-Empfänge rinnen und -empfänger bei den unter
15-Jährigen einher (29,1 Prozent, Stadt Köln: 22 Prozent).
Insgesamt werden mit Blick auf die sozialen Kennwer te sozialstrukturelle Unterschiede im
Vergleich zum gesamtstädtischen Durchschnitt erkenn bar. So sind im Sozialraum über-
durchschnittlich viele Haushalte von Transferleistu ngen abhängig und die Quote der Allein-
erziehenden ist hoch.
Auch aufgrund der aktuellen Herausforderungen, die mit Integration von Neuzugewanderten
verbunden sind, werden vermehrt Unterstützungsbedarfe im gesamten Sozialraum deutlich.
Die heterogene Struktur der Quartiere bietet auch Stabilisierungsmöglichkeiten, die sich zum
Beispiel durch das vielfältige bürgerschaftliche En gagement in den sozialstrukturell stabilen
Quartieren zeigen.
Bevölkerungsstruktur
Insgesamt leben rund 25.500 Personen im Sozialraum, davon etwa 11.400 im Stadtteil Bi-
ckendorf, 5.200 im Stadtteil Westend und fast 9.000 im Stadtteil Ossendorf.
Prägend für den Sozialraum ist die hohe kulturelle Vielfalt, wobei auch auf kleinräumiger
Ebene deutliche Unterschiede zu verzeichnen sind. S o liegt der Durchschnittswert der Be-
wohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund für den Sozialraum mit rund 45 Pro-
zent deutlich über dem städtischen Durchschnitt von 36,8 Prozent. Im Stadtteil Westend liegt
der Anteil sogar bei fast 70 Prozent.
Auch der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer li egt im Sozialraum (etwa 21 Prozent)
über dem städtischen Durchschnitt (18,6 Prozent).
Neuzugewanderte
In jüngerer Vergangenheit hat sich die Debatte um d ie Integration von Neuzugewanderten
vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereig nisse in verschiedenen Krisen- und
Kriegsregionen mit daraus resultierendem starkem Fl üchtlingszustrom wieder verstärkt. Im
Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf sind Zuwanderungen zu verzeichnen.
Im Jahr 2015 sind 495 Ausländerinnen und Ausländer, davon 80 Personen zwischen 15 und
26 Jahren (18 Prozent), zugezogen (Gesamtstadt 21.6 87 Personen, davon 6.174 (28,5 Pro-
zent) zwischen 15 und 26 Jahren). Zu bemerken ist d aneben aber auch, dass es im Sozial-
raum im Betrachtungszeitraum insgesamt erstmals mehr Fortzüge als Zuzüge gegeben hat.
Die Gruppe der Neuzugewanderten ist sehr heterogen, so dass sie spezifische Unterstüt-
zungsbedarfe bei der Integration vor Ort benötigt u nd damit eine Zielgruppe mit eigenen Be-
darfen bildet. Zu nennen sind hier beispielsweise Alltagsstrukturierung, Sprachförderung,
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 31
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Hilfe bei Behördengängen und psychologische Betreuung bei vorangegangen traumatischen
Erlebnissen.
Die Akteure vor Ort sehen sich mit dieser wachsende n Herausforderung konfrontiert, da be-
reits etwat 500 Flüchtlinge in Bickendorf und Ossen dorf leben, mit steigender Tendenz. Hier
kann man von einem „Ankommensstadtteil“ sprechen. Weitere Flächen für Flüchtlingsunter-
künfte werden derzeit geprüft, hier ist erneut Ossendorf im Gespräch (Abb.10 a+b).
Die Stadtteile sind mit der Erbringung zusätzlicher Integrationsleistungen in dem ohnehin
durch soziale Problemlagen betroffenen Quartieren z unehmend gefordert und sind teilweise
an der Grenze zur Überforderung angelangt.
Die fachlich zuständigen Ämter der Stadtverwaltung setzten sich bereits intensiv mit dieser in
ihrer Intensität neuen Entwicklung und Herausforder ung auseinander. Sie haben im Jahr
2014 auf Grundlage einer weitgehenden Bedarfsanalys e einen gemeinsamen „Handlungs-
rahmen Zuwanderung“ mit einem Maßnahmenpaket entwickelt, das eng an den größten Be-
darfen anknüpft und das derzeit aktualisiert wird. Dabei wird auch außerhalb des Programms
„Starke Veedel – Starkes Köln“ auf den bisherigen Erfahrungen aufgebaut.
Vor diesem Hintergrund nimmt auch die Anforderung a n Integrationsleistung im Stadtteil
Ossendorf zu. Unmittelbar im Sozialraum finden sich vier Flüchtlingsunterkünfte sowie zwei
weitere im Stadtteil Ehrenfeld. Die Stadt Köln biet et für diese Zielgruppen bereits ver-
schiedenste Unterstützungs- und Integrationsangebot e an. Zu nennen sind hier beispiels-
weise Maßnahmen wie das „Auszugsmanagement“, welches dabei unterstützt Flüchtlingen
eine neue Wohnperspektive zu bieten, die Integratio n zu erleichtern und so auch neue Ka-
pazitäten für weitere für Köln zugewiesene Flüchtli nge zu schaffen. Aufgrund des hohen
Handlungsdrucks werden dennoch weitere Unterstützun gsangebote vor Ort notwendig sein.
Insbesondere aufgrund der weiter zu erwartenden hoh en Zuwanderungsquote im Stadtteil
als auch der bereits überdurchschnittlich hohen Zah l der Empfängerinnen und Empfänger
von Transferleistungen sind Angebote zur Verbesseru ng der Integration vor Ort unbedingt
erforderlich. Exemplarisch hervorzuheben sind Angebote zur Sprachförderung sowie für Kin-
der- und Jugendarbeit.
32 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 10 a: geplante Flüchtlingsunterkunft im S tadtteil Ossendorf in der Wilhelm-
Schreiber-Straße
Quelle: Stadt Köln, Amt für Wohnungswesen
Abbildung 10 b: Luftbild der Fläche für die geplante Flüchtlingsunterkunft
im Stadtteil Ossendorf in der Wilhelm-Schreiber-Straße
Quelle: Stadt Köln, Amt für Wohnungswesen
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 33
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Haushaltsstruktur
Die Haushaltsstruktur im Sozialraum ist durch einen vergleichsweise hohen Anteil an Fami-
lienhaushalten geprägt (Sozialraum 24,4 Prozent; Stadt Köln 18,3 Prozent), was sich auch in
der jungen Bevölkerungsstruktur widerspiegelt (Juge ndquotient Sozialraum 29,5; Stadt Köln
23,9). Analog hierzu ist der Anteil der Einpersonen haushalte unterdurchschnittlich (Sozial-
raum 30,4 Prozent; Stadt Köln 33,6 Prozent).
Sozialstruktur
Der Sozialraum ist insgesamt kinderreich und durch eine junge Struktur mit einem über-
durchschnittlich hohen Anteil an Alleinerziehendenhaushalten geprägt.
Mit Blick auf die Sozialstruktur zeigen sich erkenn bare Unterschiede zwischen den Quartie-
ren. Die Kennwerte – wie SGB II Bezug – unterscheiden sich zum Teil deutlich. In den Quar-
tieren Westend und Vitalisstraße liegt der Anteil an Personen mit SGB II-Bezug deutlich über
dem städtischen Durchschnitt. Im Unterschied dazu i st das Quartier „Bickendorf Reihenhäu-
ser“ sozial sehr stabil, was sich auch an der gerin gen SGB II-Bezugsquote und der hohen
Gymnasialquote ablesen lässt.
Der Anteil der Personen, die Grundsicherung im Alter beziehen ist mit 12,6 Prozent fast dop-
pelt so hoch wie im gesamtstädtischen Durchschnitt (7,6 Prozent). Die Kennzahlen lassen
deutliche Handlungsbedarfe im Bereich der früh ansetzenden Hilfen für alle Altersgruppne im
Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf erkennen.
Eine geringe gesellschaftliche und gesellschaftspol itische Teilhabe spiegelt sich unter ande-
rem in der geringen Wahlbeteiligung in den Stadttei len Bickendorf und Ossendorf wider. Die
Wahlbeteiligung lag bei der Kommunalwahl 2014 deutl ich unter der Wahlbeteiligung an der
Landtagswahl 2012 und bei der Oberbürgermeisterwahl 2015 lag sie nochmal fast 10 Pro-
zentpunkte niedriger.
34 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Tabelle 2: Wahlbeteiligung in Prozent
Stadtteil Landtagswahl
2012
Kommunalwahl
2014
OB-Wahl
2015
Bickendorf, ein-
schließlich Westend
49,2 39,7 32,1
Ossendorf 51,9 43,0 36,1
Gesamt Köln 59,3 49,7 40,3
Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik
Die geringe Wahlbeteiligung kann auch Indikator für geringe Bildungsteilhabe und objektiv
vorhandene oder subjektiv empfundene fehlende Mitwi rkungsmöglichkeiten sein. Daher
kommt den aktivierenden Unterstützungsangeboten im Bereich Prävention, Bildung und
Qualifizierung eine hohe Bedeutung zu. Sie bilden d urch eine niederschwellige Willkom-
mensstruktur – auch in Verbindung mit der Sozialraumkoordination – eine gute Grundlage für
die Entwicklung von Kooperationspartnerschaften zum Aufbau einer Präventionskette. Sie
eröffnen Zugänge zu und für Menschen, die für das „ Regelsystem“ und unterstützende An-
gebotsstrukturen häufig schwer erreichbar sind.
Soziale Infrastruktur
Im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf sind bereits eine Vielzahl von Angeboten
etabliert, auf die mit diesem Programm aufgebaut wi rd. (Seite 26, Karte 4). Zu nennen sind
insbesondere:
− im Bereich der Regelangebote der Bildungs- und soz ialen Infrastruktur: Kindertages-
einrichtungen, Familienzentren, Grundschulen, Jugendangebote, Migrationsberatung,
Jobbörse, Interkulturelles Zentrum, Flüchtlingseinrichtung,
− sowie Ergänzungsangebote im Bereich der Bildungs- und sozialen Infrastruktur:
Frühförderung, Familienberatung, Jugendmigrationsdienst, Sozialberatung, Beratung
/ Vermittlung in Arbeit, Kleiderkammer, Lebensmittelausgabe.
Von den Akteuren vor Ort werden allerdings erheblic he Defizite bei den formalen Bildungs-
abschlüssen als auch in den Sprachkompetenzen insbe sondere junger Menschen gesehen.
Durch den hohen Anteil an Personen mit Migrationsge schichte sind frühzeitig ansetzende
präventive Maßnahmen zur Integration erforderlich.
Hinzu kommt, dass zahlreiche Bewohnerinnen und Bewo hner gesundheitliche und soziale
Problemlagen aufweisen, die nicht selten zu einer Sucht- oder einer psychischen Erkrankung
führen. Damit einher geht häufig eine Einkommensver ringerung aufgrund von Früh-
Verrentung oder SGB II und SGB XII Bezug. Nicht sel ten leben die Betroffenen aber auch
sehr zurückgezogen, entziehen sich zunehmend famili ärer Verantwortung und / oder ver-
meiden den direkten Kontakt nach außen.
Die vorhandenen Angebote sollen als Teil der Präventionskette gezielt in die im Rahmen des
Programms vorgesehenen Maßnahmen eingebunden werden und bilden eine „Brücke“ zum
weitergehenden Hilfesystem.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 35
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6.2 Öffentlicher Raum und Verkehr
Ein Ziel der Stadtentwicklung in Köln ist es, durch die Verbesserung des öffentlichen Rau-
mes und die Gestaltung des unmittelbareren Wohnumfe ldes, lebendige, bunte und generati-
onsgerechte Quartiere für und mit den Kölnerinnen u nd Kölnern zu schaffen. Dies umfasst
auch die Inwertsetzung bislang untergenutzter Fläch en. Durch die Schaffung von Räumen
mit „guter“ Aufenthaltsqualität soll auch soziale Ausgrenzung vermieden und abgebaut wer-
den. Insbesondere für einkommensschwächere Haushalt e stellt das unmittelbare Wohnum-
feld, auch aufgrund ihrer oftmals geringeren Mobili tät, häufig einen zentralen Bezugspunkt
dar.
Wohnumfeld
In den Zentren und Quartiersmittelpunkten der jewei ligen Stadtteile sind städtebauliche Defi-
zite erkennbar. So verläuft das Stadtteilzentrum Bi ckendorf entlang der brachliegenden Flä-
che südlich des Hochhauses Westcenter. Hier plant d ie GAG Immobilien AG die Bebauung
des Rochusplatzes am Westcenter. Es sind rund 100 öffentlich geförderte Wohneinheiten mit
einem Anteil an Flüchtlingswohnungen und gewerblich en Mietflächen vorgesehen. Die Bau-
phase ist geplant von 2018 bis 2020.Der rechtskräft ige Bebauungsplan sieht hier bis zu 5-
geschossige Gebäude mit einer Mischnutzung und eine n Marktplatz vor. Diese Planungs-
grundlage ermöglicht als Option eine Neufassung des Ortseingangs und eine Aufwertung
des Stadtteilzentrums mit Strahlkraft in den gesamten Sozialraum.
Das Nahversorgungszentrum im Stadtteil Ossendorf is t räumlich nicht ausreichend gefasst,
es fehlen Bereiche mit Aufenthaltsmöglichkeiten und leichte Querungsmöglichkeiten der
Straßen. Der Quartiersmittelpunkt im Quartier „Westend“ befindet sich inmitten der Siedlung
in zentraler Lage in einem Blockinnenbereich. Die Nutzung dieses Stadtraums als lebendiger
Quartiersmittelpunkt gelingt nur unzureichend, die vorhandenen Einrichtungen, wie das Café
Bickolo und die in geringer Anzahl vorhandenen Läde n sorgen nicht für eine ausreichende
Belebung der mit Hochbeeten unzureichend gestalteten Platzfläche.
Handlungsbedarf besteht zudem in der Verkehrssituat ion Mathias-Brüggen-Straße hinsicht-
lich der Verbesserung der Raumqualitäten, der Aufen thaltsflächen für Fußgänger und der
Förderung des Radverkehrs (Abbildung 11).
36 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 11: Situation Mathias-Brüggen-Straße
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Räumliche Barrieren werden insbesondere bei der Weg everbindung vom Quartier „Ossen-
dorf-Nord“ (Siedlung Parsevalstraße) über die Siedl ung Ossendorfer Weg in das Quartier
Westend deutlich. Mehrspurige Straßen verhindern di e Vernetzung der Quartiere (Teilbe-
reich der Grünverbindung Innerer und Äußerer Grüngürtel).
Insbesondere im Quartier Westend fallen mindergenut zte private Freiflächen auf. In Bicken-
dorf und auch in Ossendorf sind qualifizierte private Wohnungsneubaumaßnahmen der städ-
tischen Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien AG u nd der Wohnungsbaugenossen-
schaft „Die Ehrenfelder“ geplant beziehungsweise werden bereits umgesetzt. Diese können
positive Auswirkungen auf den städtischen Raum entwickeln.
Darüber hinaus fehlen Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten im öffentlichen Raum. Die aktuell
auf den motorisierten Verkehr ausgerichteten Straße nverkehrsflächen mit umfänglichen,
teilweise freilaufenden Abbiegespuren führen seit J ahren zu sich stetig verschärfenden Nut-
zungskonflikten mit den wichtigen Aufenthalts- und Fußwegebeziehungen der Anwohner und
Anwohnerinnen innerhalb des Ortsteils. Ausgehend vo n örtlichen Planungsvorstellungen
bietet sich hier die Möglichkeit zur partizipativen Entwicklung für eine den zukünftigen Anfor-
derungen gerecht werdende Umplanung.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 37
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 12 - 13: Wohnsituation im Sozialraum
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
38 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 14: Aktion Nachbarschaft bei den Y- Häusern
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Begegnungsräume
Es existieren im Sozialraum verschiedene Begegnungsstätten:
• Familienhaus in Ossendorf,
• Café Bickolo im Westend,
• Familienprojekt „Füreinander – Miteinander“ des Ve edel e.V. und das
• Seniorennetzwerk des Quäker Nachbarschaftsheimes.
Das Café Bickolo ist hier als einzige offene Begegn ungsstätte im Westend zu nennen. Es
wird mit einem niederschwelligen Beratungsangebot v on den Bewohnerinnen und Bewoh-
nern gut angenommen. (Abbildung 15 und 16)
Die Stadt Köln hat deshalb die Unterstützungsmöglichkeiten zur Finanzierung der Weiterfüh-
rung dieser Einrichtung außerhalb des Programms „St arke Veedel – Starkes Köln“ geprüft.
Rat der Stadt Köln hat aufgrund des festgestellten Bedarfs für die kommenden Jahre eine
Basisfinanzierung für die Weiterführung der Arbeit der Einrichtung beschlossen. Im Jahr
2017 beträgt der städtische Zuschuss für das Café B ickolo 35.000 Euro, im Jahr 2018
36.000 Euro und ab dem Jahr 2019 37.000 Euro jährlich.
8
(Seite 26, Karte 4)
8 Vorlagen-Nummer 3978/2016 „Förderung der ökumenischen Begegnungsstätte Café Bickolo e.V. im
Haushaltsjahr 2017“.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 39
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 15: Café Bickolo im Westend
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Abbildung 16: Gegenüber des Café Bickolo liegender Platz im Gebäudekomplex
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
40 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Spiel- und Bewegungsräume
Für den kinderreichen Sozialraum nehmen Spiel- und Bewegungsräume einen wichtigen
Stellenwert ein. Bedingt durch die wirtschaftlich e her problematische Situation vieler Fami-
lienhaushalte, sind die mit Kosten verbundenen Frei zeitmöglichkeiten der Kinder und Ju-
gendlichen deutlich eingeschränkt. Hier besteht ein größerer Bedarf an Freizeit-, Entwick-
lungs- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche vor Ort, die keinen finanziel-
len Aufwand mit sich bringen.
Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters- und bedarfsgerechte Spiel-,
Kommunikations- und Bewegungsräume und damit adäqua te Entwicklungsmöglichkeiten
anbieten zu können, ist die Neuerrichtung von attra ktiven, qualitativ guten und bedarfsorien-
tierten sportlichen Angeboten dringend erforderlich . Kinder und Jugendliche sowie arbeitslo-
se junge Erwachsene verbringen einen nicht unerhebl ichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen
Raum. Sie bewegen sich aufgrund fehlender Möglichke iten nicht nur auf den offiziell ausge-
wiesenen Flächen.
Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung im Ver bund mit anderen fördern Interaktion und
leisten damit regelmäßig einen positiven Beitrag zu r Entwicklung von Kindern und Jugendli-
chen. Die in diesen Zusammenhängen gemachten Erfahr ungen des sozialen Lernens kön-
nen das Selbstbild von Jugendlichen positiv beeinfl ussen und insofern direkt oder indirekt
einen Beitrag zur Kriminalitätsprävention leisten.
Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind verstärkt niede rschwellige, kostenfreie Angebote für
jedes Alter ohne Ausgrenzung im öffentlichen Raum b ereitzustellen. Aufgrund des hohen
Anteils an Kindern und Jugendlichen und der aktuell insgesamt vier Flüchtlingsunterkünfte im
Stadtteil Ossendorf besteht akut ein hoher Bedarf f ür Spiel- und Bewegungsräume. Vorge-
sehen ist deshalb die Neugestaltung der Grünfläche Mühlenweg/Westendstraße für Trend-
sportarten.
Abbildung 17: Grünfläche im Westend
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 41
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Mobilität
Es gibt mit den Stadtbahnlinien 3 und 4 nach Bickendorf und ins Westend und mit der Linie 5
nach Ossendorf eine sehr gute Anbindung durch den Ö PNV (Öffentlicher Personennahver-
kehr). Die Stadtbahn wird durch Buslinien ergänzt. Das Autobahnnetz ist für den motorisier-
ten Individualverkehr über die Auffahrt- Bocklemünd und Longerich optimal erreichbar. Auch
die motorisierte innerstädtische Erreichbarkeit ist über die angrenzende Venloer Straße im
Westen und die Äußere Kanalstraße im Osten des Sozi alraumes grundsätzlich gut ausge-
staltet.
Eine leichte Einschränkung gilt für das Viertel Wes tend, hier erfolgt die Anbindung an den
ÖPNV nur am Rand des Quartiers Westend über die Str aßenbahnlinien 3 und 4 an der Ven-
loer Straße und der Buslinie 127 über die Mathias-Brüggen-Straße nach Ossendorf.
Im Sozialraum sind grundsätzlich Radverkehrsanlagen vorhanden. Die Ausgestaltung und
der bauliche Zustand der Radverkehrsanlagen weisen jedoch entsprechend der aktuellen
rechtlichen Vorgaben und dem tatsächlichen Bedarf d es Radverkehrs einen Anpassungsbe-
darf aus. In Wohnquartieren ist der Radverkehr inne rhalb der eingerichteten Tempo-30 Zo-
nen im Mischverkehr zu führen.
Der Sozialraum weist im Modal Split einen Radverkeh rsanteil von 16 Prozent in Bickendorf
auf und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt im Stadtgebiet Köln (12 Prozent), wäh-
rend Ossendorf mit 7 Prozent deutlich unter dem stä dtischen Durchschnitt liegt (vergleiche
Kapitel 12, Tabelle Anhang 2).
42 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 6: Straßenanbindung des Sozialraums Bickendorf, Westend und Ossendorf
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 43
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6.3 Wirtschaft
Gewerbe und Industrie
Der Sozialraum verfügt über ein Gewerbegebiet, das direkt südlich an das Stadtteilzentrum
Bickendorf angrenzt. Das Gewerbegebiet weist auf se inen 49,1 Hektar Gewerbe- und 16,8
Hektar Industrieflächen vielfältige Nutzungen auf – im Randgebiet auch Wohnnutzung. Dar-
über hinaus ist eine weitere Gewerbenutzung unter a nderem in Ossendorf (Siemens und
IKEA) oder auch Bickendorf außerhalb des Gewerbegeb ietes vorhanden. Durch die private
Unternehmerinitiative Ossendorf – „Butzweiler Hof“ ist die Unternehmerschaft mit dem nörd-
lich an den Sozialraum angrenzenden Gewerbegebiet B utzweilerhof (breiter Branchenmix,
rund 11.000 Arbeitsplätze in circa 400 Unternehmen) gut vernetzt. Darüber hinaus weist der
Sozialraum mit 5,6 Hektar baureifen und 10,1 Hektar mittel- bis langfristigen zu aktivierende
Gewerbeflächen die höchsten Potenziale auf. (Seite 26, Karte 4).
Beschäftigungssituation
Die angesiedelten Gewerbebetriebe bieten grundsätzlich Potentiale für die Beschäftigung im
Sozialraum. Die Quote der sozialversicherungspflich tig Beschäftigten liegt mit 51,8 Prozent
nur geringfügig unter dem städtischen Durchschnitt von 52,6 Prozent. Dabei fällt die Quote
der SVP-Beschäftigten Frauen geringer (47,5 Prozent ; Stadt Köln 50,6 Prozent) und die der
Ausländerinnen und Ausländer (39,4 Prozent; Stadt Köln 36,1 Prozent) höher aus.
Die Quote der unter 25-Jährigen SVP-Beschäftigten von 34 Prozent ist auf deutlich höherem
Niveau als die Gesamtstadt mit 29,1 Prozent. Insofern erfolgt hier eine positive Entwicklung.
Der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Besch äftigten im Sozialraum konnte im Zeit-
raum 2007 bis 2015 um 7,1 Prozent gesteigert werden . Und damit etwas mehr als der ge-
samtstädtische Durchschnitt von 5,2 Prozent.
Versorgung
Durch die Stadtteil- und Nahversorgungszentren in Bickendorf und Ossendorf ist die Nahver-
sorgung im Sozialraum insgesamt gut. Im Quartier We stend gibt es Versorgungsdefizite in
der fußläufigen Nahversorgung, hier befindet sich lediglich ein Discounter.
6.4 Wohnen
Gebäudestruktur und -Zustand
Das Bild des Sozialraumes wird aus städtebaulicher Sicht geprägt durch mehrstöckige
Wohnanlagen und die Hochhäuser Westcenter (400 Wohn ungen) als auch die Y – Häuser
mit rund 600 Bewohnern und Bewohnerinnen. Das Gros der Wohnsiedlungen wurde in den
siebziger und achtziger Jahren gebaut. Dazwischen l iegen Reihenhaussiedlungen und am
östlichen Rand die Justizvollzugsanstalt (JVA) Osse ndorf. Wie bereits erläutert, konzentrie-
ren sich die Problemlagen im Sozialraum auf einzeln e Siedlungsbereiche, insbesondere in
der Siedlung Ossendorfer Weg („Y-Häuser“), Vitalish öfe und Parsevalstraße / Zamenhof-
straße (mangelnde Integration, Verschuldung, Suchte rkrankungen), die sich mit baulichen
Mängeln überlagern. Die äußerlich zumeist freundlich hergerichteten Fassaden, insbesonde-
re der GAG Wohnsiedlungen, lassen in Teilen bestehe nden inseitigen Sanierungsbedarf
oftmals nicht erkennen. Darunter leiden die Wohnqua lität und damit das Wohlbefinden der
Bewohnerschaft. (Seite 45, Karte 8)
44 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 18: Ansicht der „Y Häuser“
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Abbildung 19: hergerichtete Außenfassaden, hier:Parsevalstrasse
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 45
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Im Sozialraum befinden sich auch kleinteilige Gebäu destrukturen, teilweise von dörflichem
Charakter geprägt. Größere sichtbare Mängel bei der Instandhaltung sind hier nicht festzu-
stellen.
Abbildung 20: kleinteilige Wohnbebauung im Sozialraum, hier: Zamenhofstrasse
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Eigentümerstruktur
Die GAG Immobilien AG verfügt im Sozialraum über ci rca 4.300 Wohneinheiten (unter ande-
rem in den Siedlungen Westend, Parseval Straße / Zamenhofstraße und Ossendorfpark) und
ist ein starker Partner, mit dem bereits Kooperatio nsstrukturen bestehen. Weiterhin verfügen
genossenschaftliche und gemeinnützige Wohnungsbauge sellschaften über Wohnungsbe-
stände im Sozialraum, wie in Bickendorf die der Köl ner Gartensiedlung e.G. Die GAG Immo-
bilien AG und die Kölner Gartensiedlung sind hier d ie größten Wohnungsbestandshalter im
Sozialraum.
Aufgrund der stabilen Eigentümerstruktur mit erkenn barem Instandhaltungsinteresse befin-
den sich ständig Wohnungen und Häuserkomplexe in de r Modernisierung oder Sanierung
bzw. Abriss und Neubau. Die Betreuung der Mieter un d Unterhaltung der Wohnungen befin-
det sich daher auf einem relativ hohen Niveau.
46 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 21: Rosenhofsiedlung der GAG in Bickendorf
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Öffentlich geförderter Wohnungsbau
Der Anteil der öffentlich geförderten Wohnungen (Ty p A) liegt sowohl in Bickendorf
(19,5 Prozent) als auch in Ossendorf (28,5 Prozent) über dem städtischen Durchschnitt
(6,8 Prozent).
Wohnzufriedenheit
Die Ergebnisse der Demografie Umfrage 2009 zeigen, dass die Zufriedenheit der Bewohner-
schaft im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossend orf mit ihrer Wohnung hoch ist und
damit sogar leicht über dem städtischen Durchschnit t liegt. Über 70 Prozent der Befragten
geben an, mit ihrer Wohnung zufrieden oder sogar se hr zufrieden zu sein. Die Zufriedenheit
mit dem Wohnumfeld im Programmgebiet fällt jedoch m it rund 60 Prozent geringer aus (sie-
he Kapitel 12, Tabelle Anhang 7).
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 47
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zwischen den Wohnanlagen befinden sich vielfältige, teils wilde Grünbereiche, die eine Auf-
lockerung der stark konzentrierten Bebauung im Quar tier bewirken. Auch kleinere Spielplät-
ze befinden sich zwischen den Gebäuden der Wohnanla gen und tragen zu einer positiven
Gestaltung der Häuserkomplexe bei.
Abbildung 22: Spielplatz zwischen Wohnhäusern
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
48 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6.5 Ökologie und Klima
Für eine nachhaltige und präventive Stadtentwicklung sind der Klimaschutz wie zum Beispiel
die Förderung guter Umweltbedingungen zentral. Insb esondere Städte sind durch ihren ho-
hen Versiegelungsgrad sowie höhere Umweltbelastunge n durch Verkehr und Industrie be-
sonders von Klimafolgen, wie zum Beispiel Hitzeperi oden, aber auch von schlechten Um-
weltbedingungen, wie mangelnde Grün- und Erholungsflächen, Lärm- oder Luftschadstoffbe-
lastung betroffen
9.
Die kombinierte Betrachtungsweise von ökologischen, klimatischen sowie sozialen und ge-
sundheitlichen Aspekten wird in Deutschland seit ei nigen Jahren verstärkt unter dem Stich-
wort „Umweltgerechtigkeit“ 10 diskutiert. Im Vordergrund des Ansatzes steht dabe i das prä-
ventive Ziel, umweltbezogene gesundheitliche Beeint rächtigungen zu vermeiden und zu be-
seitigen. Weiter verfolgt wird der Gedanke auch im Zusammenhang mit der „Herstellung
gleichwertiger Lebensbedingungen“ und dem damit verbunden integrativen Ansatz zum Ab-
bau von sozialen Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Stadtquartieren.
Grün- und Freiflächen
Im Sozialraum sind verschiedene kleinere Grünflächen und Spielplätze vorhanden.
Mit 9,6 Quadratmeter Grün- und Erholungsflächen je Einwohnerin und Einwohner bewegt
sich der Sozialraum im Vergleich zum weiteren Progr ammgebiet im Mittelfeld. Hervorzuhe-
ben ist die Tatsache, dass drei Grünzüge von versch iedenen Richtungen an den Sozialraum
grenzen und somit die Möglichkeit der weiteren Grün vernetzung bieten. Im Nordwesten der
Grünzug Ossendorf und im Westen der Grünzug Vogelsa ng. Von Süden führt der Grünzug
Takufeld bis nach Ossendorf und Bickendorf Mitte hi nein. Dort bildet der Rochuspark die
zentrale Grünanlage im Quartier. Innerhalb eines 50 0 Meter Radius betragen die Grün- und
Erholungsflächen somit 177,9 Quadratmeter pro Einwohnerin und Einwohner.
Der Schwerpunkt der Maßnahmen im Handlungsfeld „ökologische und klimatische Situation“
für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendor f liegt daher in der Nutzbarmachung
der Grünflächen und in den Bereichen Lärmschutz und Reduzierung der Luftemissionen,
Umweltbildung sowie der Anpassung an den Klimawande l. Dies wird im Folgenden näher
erläutert:
Lärm- und Schadstoffbelastung
In einer dicht besiedelten Stadt wie Köln ist die H auptquelle der Luftemission der Straßen-
verkehr. Kritische Belastungen werden im Wesentlich en für die Luftschadstoffe Feinstaub
9 Die im Folgenden durchgeführten flächenbezogenen Analysen und Berechnungen beziehen sich
ausschließlich auf bewohnte Stadtquartiere. Größere Gewerbe- oder Grünflächen wurden aus der
Berechnung herausgenommen, um die Werte nicht zu verzerren.
10 „Umweltgerechtigkeit wird als normatives Leitbild verstanden, das auf die Vermeidung und den Ab-
bau der sozialräumlichen Konzentration gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen sowie die Gewähr-
leistung eines sozialräumlich gerechten Zugangs zu Umweltressourcen ausgerichtet ist.“ Böhme, C.,
Preuß, Th. u. C. Bunge (2014): Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum – Erfolgsfaktoren für eine
Implementierung im kommunalen Handeln. Umid 2, S. 5-10, S. 6.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 49
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
und Stickstoffoxide festgestellt
11 . Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf liegt
innerhalb der 2008 eingeführten und 2012 erweiterten Umweltzone.
Auch Lärm stellt insbesondere in großen Städten ein zentrales Umweltproblem dar. Bei der
hier durchgeführten Analyse der Sozialräume wurden nicht alle Lärmbelastungen betrachtet,
sondern nur die Bereiche, die erhebliche Belastunge n aufweisen. Zumeist wurde bei den
nachfolgenden Auswertungen auf die in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der EU-
Umgebungslärmrichtlinie definierten Auslösewerte Be zug genommen 12 . Gegenstand dieser
Richtlinie sind Straßen-, Flug- und Schienenverkehr slärm sowie durch Industrieanlagen und
große Hafenanlagen ausgelöster Lärm.
In Bezug auf die Luft- und Schadstoffbelastung lassen sich hauptsächlich drei Belastungszo-
nen ausmachen:
− Die Vitalisstraße zwischen der Kleingartensiedlung im Westen und der Kreuzung Vo-
gelsanger Straße,
− die Venloer Straße zwischen der Ecke Akazienweg un d der Kreuzung Äußere Kanal-
straße, sowie
− die Subbelrather Straße zwischen der Straße An der Buchenhecke und ebenfalls der
Kreuzung zur Äußeren Kanalstraße.
Von Lärm sind insbesondere die Belastungsachsen
− Venloer Straße (von Äußerer Kanalstraße bis Häusch ensweg) und
− Subbelrather Straße (von Äußerer Kanalstraße bis S andweg) betroffen.
(vergleiche Kapitel 12, Anhang 8).
11 Erläuterungen zur Erhebung von Luftqualität und Schadstoffbelastung können dem Kapitel 12
Anhang 9 bis 13 entnommen werden.
12 Erläuterungen zur Erhebung von Lärmbelastungen nach EU-Umgebungslärmrichtlinie können dem
Kapitel 12 Anhang 13 entnommen werden.
50 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 7: Übersichtskarte zur Lärm-, Schadstoff- und Wärmebelastung
Quelle: Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 51
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
In Screeningberechnungen wurden im Sozialraum bezüg lich der Schadstoffbelastungen als
Belastungsschwerpunkte die folgenden vielbefahrenen Hauptverkehrsstraßen identifiziert:
• Vitalisstraße ab Ecke Vogelsanger Straße in Richtu ng Vogelsang,
• Außerhalb des Sozialraumes der Maarweg, von dem di e stadtauswärts führende
Venloer Straße und die Subbelrather Straße hoch bel astet sind. (Genaueres siehe
Abschnitt Stadtklima)
Stadtklima
Durch eine systematische Untersuchung des Kölner St adtklimas wird deutlich, dass es zu-
künftig in Köln heißer wird und Wetterextreme (Star kregenereignisse) zunehmen werden.
Daher ist es wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergre ifen, um sich dem Klimawandel anzu-
passen. Die Betroffenheit oder Anfälligkeit eines Stadtgebietes ergibt sich zum einen aus der
klimatischen Belastung (zum Beispiel durch Hitze) u nd zum anderen aus der Sensitivität der
dortigen Stadtbewohnerinnen und –bewohner (über 65 Jahre). Die Zahl der Sommertage
wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeitigen kli-
matischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zuneh men und die Zahl der heißen Tage
kann sich verdoppeln. In den dicht bebauten Stadtqu artieren gibt es nur wenige wirksame
Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte zu schaffen. Dur ch die Versickerung von Regen-
wasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnte die Ent-
siegelung und Bepflanzung von gepflasterten und bet onierten Stellplätze, Höfe, Vorgärten
oder Garagenauffahrten zur klimatische Abmilderung beitragen.
Der Anteil versiegelter Fläche beträgt im Sozialrau m Bickendorf, Westend und Ossendorf
45,2 Prozent und bietet daher Entsiegelungspotenzia le, die es noch genauer zu definieren
gilt.
Der Klimawandel und die Zunahme an Tagen mit hohen Temperaturen im Sozialraum erfor-
dern ein frühzeitiges Informieren zum Umgang mit Hi tze von vor allem Eltern, Kindern sowie
älteren und gesundheitlich eingeschränkten Menschen.
Bei Hitzeperioden wurden allgemein höhere Sterberat en gemessen. Das wärmere Stadtkli-
ma führt zu erhöhten gesundheitlichen Belastungen u nd Risiken. Zusätzlich führen Hilfebe-
dürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausrei-
chende Flüssigkeitsversorgung und -aufnahme unterlassen werden.
Auffällig hoch ist die gemessene - und zukünftig zu erwartende - Wärmebelastung im Sozial-
raum. Fast die Hälfte aller hier wohnenden Bewohner innen und Bewohner leben in sehr
hoch belasteten Siedlungsgebieten (44 Prozent). Kli maaktive Freiflächen sind in diesem
Raum keine vorhanden.
52 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 53
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
7. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe
In der Gesamtschau ergeben sich im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf deutli-
che Handlungsbedarfe über alle Handlungsfelder hinweg, wobei die heterogene Ausgangssi-
tuation im Sozialraum handlungsleitend sein muss.
Tabelle 3: Stärken-Schwächen-Analyse und Ableitung der Handlungsbedarfe im Sozi-
alraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Ist-Analyse Stärken / Potenziale Herausforderungen Handlungsbedarf
Demographi-
sche, soziale
und Bil-
dungs-
situation
Kulturelle Vielfalt
Hohe Kreativität das
Leben zu meistern
Bürgerschaftliches En-
gagement teilweise vor-
handen
Räumlich konzentrierte
Problemlagen mit deutli-
chen Aktivierungsprob-
lemen
Hoher Anteil von SGB II
Bezieher und Beziehe-
rinnen, insbesondere im
Westend
Unterdurchschnittliche
Bildungsteilhabe
Optimierung präventiver integrier-
ter Angebotsstrukturen mit Lü-
ckenschluss, speziell für Kinder
und Jugendliche
Aktivierung und Empowerment,
vor allem von SGB II Bezieherin-
nen und Beziehern
Verbesserter Zugang zu Bil-
dungsangeboten
Wirtschaft Gut erschlossenes Ge-
werbegebiet
Hoher Anteil von Lang-
zeitarbeitslosen, insbe-
sondere im Westend
Aktivierung und Empowerment
von Langzeitarbeitslosen
Wohnen Hoher Anteil öffentlich
geförderter und damit
preiswerter Wohnungen.
Bestehende Kooperati-
onsstrukturen mit der
GAG
Insgesamt gute Nahver-
sorgung
Wohnquartier Westend
(unter andrem Y-
Häuser)
Nahversorgungsdefizite
im Westend
Aktivierung und Empowerment
der Mieter im Westend
Stärkung des Verantwortungsbe-
wusstseins der Bewohner und
Bewohnerinnen für ihr Wohnquar-
tier / Verbesserung des Wohnum-
feldes
Ökologische
/ klimatische
Situation
Gebiet verfügt über klei-
nere Grünflächen und
Spielplätze
Ossendorfpark als Po-
tenzialfläche
Vernetzung von Grün-
flächen fehlt
Mindergenutzte Grün-
flächen
Hohe Wärmebelastung
Grünflächen aufwerten
Spiel- und Bewegungsräume
schaffen
Informations- und Beratungsan-
gebote zum Klimawandel schaf-
fen
Öffentlicher
Raum
Weitgehend gepflegtes
Wohnumfeld
Qualifizierte Wohnungs-
neubaumaßnahmen der
GAG und anderer Priva-
ter wirkt sich positiv auf
den öffentlichen Raum
aus
Sehr gute ÖPNV-
Anbindung und Anbin-
dung an den MIV
Gebiet profitiert von
räumlicher Nähe zum „In-
Viertel“ Ehrenfeld
Mangel an Begegnungs-
räumen
Zentren und Quartiers-
mittelpunkte mit unzu-
reichender Aufenthalts-
qualität
Defizitäre Verkehrssi-
tuation in der Mathias-
Brüggen-Straße
Gestaltung und Erhalt von Be-
gegnungsräumen
Maßnahmen zur Wohnumfeld-
verbesserung (Müllproblematik)
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
54 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
8. Ziele und Handlungsfelder
Den Rahmen für die Ziele des Programms „Starke Veed el – Starkes Köln“ und damit auch
für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendor f bildet das im Aufruf des Landes
Nordrhein-Westfalen vom 10.02.2015 „Starke Quartiere – starke Menschen“ enthaltene Ziel
der nachhaltigen Quartiersentwicklung sowie der Bek ämpfung von Armut und Ausgrenzung.
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens „…will die Armutsvorbeugung und die Entwick-
lung von Präventionsketten unterstützen, mit denen die unterschiedlichen Zielgruppen er-
reicht, Hilfen insbesondere im Lebens- und Sozialra um der Menschen angeboten und die
Lebenslagen berücksichtigt werden. Dabei soll insbe sondere die frühzeitige Förderung von
Kindern und Familien in den Blick genommen werden.“ (vergleiche Aufruf des Landes Nord-
rhein-Westfalen vom 10.02.2015, Seite 4).
Die im Aufruf des Landes enthaltenen Ziele, die in der Bestandsanalyse identifizierten Stär-
ken und Schwächen sowie die sich daraus ergebenden Handlungsbedarfe bilden die Grund-
lage für die Zielsetzung für das Programm „Starke V eedel – Starkes Köln“. Daher wird fol-
gendes Leitziel festgelegt:
„Verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im Programmgebiet“
Dieses Leitziel entspricht dem des Programms „Lebenswerte Veedel“, knüpft gleichzeitig an
die vom Stadtvorstand beschlossenen „Europa-2020-St rategie“ der Stadt Köln an und gibt
die langfristige Zielrichtung für das Programmgebiet vor.
Die Operationalisierung des Leitziels für die strat egische und für die operative Ebene erfolgt
durch einen Top-Down-Ansatz. Die sich aus der Stärk en-Schwächen-Analyse ergebenden
Schwerpunkte für Handlungsbedarfe und -prioritäten wurden mit den Entwicklungsvorgaben
des Leitziels des Programms gespiegelt, so dass sic h im Ergebnis folgende fünf Handlungs-
felder, die das Programm themenspezifisch ausrichten, ergeben:
1. Früh ansetzende Hilfen
2. Wirtschaft und Qualifizierung
3. Wohnen
4. Öffentlicher Raum
5. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltu ng und Lärmminderung
Bevor für diese Handlungsfelder die strategischen u nd operativen Ziele erarbeitet werden
konnten, wurden die aus dem Aufruf vorgegebenen Que rschnittsziele, die für das gesamte
Programm gelten und beachtet werden müssen, in das Zielsystem eingebracht. Hierbei han-
delt es sich um folgende Ziele:
− Gleichstellung von Männern und Frauen
− Nichtdiskriminierung (Chancengleichheit / Barriere freiheit)
− Nachhaltigkeit
Die Stadt Köln hat diese Querschnittsziele um die z wei Ziele „Verbesserte Teilhabe und Mit-
wirkung“ sowie „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“ ergänzt. Dabei geht es um die Fra-
ge, wie Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus unter Beteiligung der dort aktiven Akteure
und lebenden Menschen erfolgen kann. Ziel ist, die sozialraumorientierte Ausrichtung des
Handelns sowohl in der Verwaltung als auch bei den Akteuren und den unterschiedlichen
Zielgruppen in den Sozialräumen zu verankern. Der Z ielgruppenbezug steht dabei im Mittel-
punkt des Handelns. Die Umsetzung dieser Querschnittsziele im Programm „Starke Veedel -
Starkes Köln“ bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung und berücksichtigt
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 55
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
gleichzeitig alle Querschnittsziele des Aufrufs. In sbesondere die Nachhaltigkeit wird durch
die aktivierende und teilnehmende Form der Stadtentwicklung gefördert.
Im nächsten Schritt wurden für die fünf Handlungsfe lder strategische Ziele festgelegt. Sie
beschreiben den angestrebten Zustand, der in den fü nf Handlungsfeldern erreicht werden
soll.
Tabelle 4: Handlungsfelder und Strategische Ziele
Nr. Handlungsfeld Strategische Ziele
1 Früh ansetzende Hilfen
− Verbesserte Bildungsstrukturen und erhöhtes (Aus-) Bil-
dungsniveau
− Verbesserte gesundheitliche Situation
2 Wirtschaft und Qualifizie-
rung
− Gefestigte und verbesserte Erwerbsfähigkeit sowie erhöhte
Erwerbstätigkeit
− Strukturell verbesserte wirtschaftliche Situation
3 Wohnen
− Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn-
und Lebensumfeld
− Gefestigte und gestärkte Wohnfunktion
4 Öffentlicher Raum
− Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn-
und Lebensumfeld
5
Umweltgerechtigkeit - Kli-
maschutz, Luftreinhaltung
und Lärmminderung
− Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn-
und Lebensumfeld
− Umweltgerechteres und klimaangepasstes Leben
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Um die strategischen Ziele für die Entwicklung von Maßnahmen zu operationalisieren, wur-
den insgesamt 14 operative Ziele definiert. Sie kön nen nicht trennscharf für die einzelnen
Handlungsfelder festgelegt werden, da sie aufgrund des integrativen Ansatzes ihre Wirkung
vielfach über mehrere Handlungsfelder hinweg entfal ten. Die strategischen Ziele hingegen
können – bis auf eine Ausnahme (Lebenswertes und ök ologisch gerecht gestaltetes Wohn-
und Lebensumfeld) – eindeutig einem Handlungsfeld zugeordnet werden.
Deshalb sind die operativen Ziele im Zielsystem meh reren Handlungsfeldern zugeordnet.
Besonders deutlich wird der integrative Ansatz bei den Handlungsfeldern „Früh ansetzende
Hilfen“ und „Wirtschaft und Qualifizierung“. Hier wirken die operativen Ziele in der Regel in
beiden Handlungsfeldern. Dies entspricht unter ande rem dem Ziel, im Programmgebiet Bi-
ckendorf, Westend und Ossendorf eine Präventionsket te aufzubauen. Ähnliche starke Ziel-
wirkungszusammenhänge sind auch bei den Handlungsfe ldern „Öffentlicher Raum“ und
„Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung“ festzustellen. Die
operativen Ziele dieser beiden Handlungsfelder wirk en darüber hinaus auch noch im Hand-
lungsfeld „Wohnen“.
Um die festgelegten Ziele erreichen zu können, wurden Maßnahmen für die Handlungsfelder
entwickelt, die einen erkennbaren Beitrag zur Ziele rreichung leisten. Die Zielfestlegung wird
in der ausführlichen Maßnahmenbeschreibung deutlich . Zusätzlich werden Ziele für jede
Maßnahme definiert, deren Erreichung durch festgele gte Indikatoren über ein Controlling
gemessen wird. Sowohl die maßnahmenbezogenen Ziele als auch die entsprechende Zu-
ordnung der Maßnahmen zu den operativen Zielen sind in den Maßnahmenbeschreibungen
dokumentiert.
56 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Entwicklung des Zielsystems erfolgte in Abstimm ung mit den beteiligten Fachämtern .
Damit sind alle relevanten fachlichen Anforderungen in der Strategie- und Zieldiskussion
berücksichtigt. Das Zielsystem bildet den Konsens für die zukünftige Entwicklung des Sozial-
raumes und ist damit Grundlage für alle notwendigen im Integrierten Stadtentwicklungskon-
zept enthaltenen Maßnahmen.
Für das gesamte Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ergibt sich das folgende Zielsys-
tem (vergleiche Abbildung 27).
Die für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Osse ndorf vorgesehenen Maßnahmen bil-
den entsprechend der örtlichen Bedarfssituation ein en Beitrag zur Erreichung der Ziele des
ISEKs (vergleiche Abbildung 2).
Auf Grundlage der abgeleiteten spezifischen Handlun gsbedarfe werden nicht in jedem Sozi-
alraum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt. Die fol gende Übersicht verdeutlicht, zu wel-
chen operativen Zielen die Handlungsansätze Bickend orf, Westend und Ossendorf einen
besonderen Beitrag leisten (grün hervorgehoben).
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 57
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 22 : Zielsystem des Programms „Starke Veedel - Starkes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
58 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 23:Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf: Beitrag der Maßnahmen zur Erreichung der operativen Ziele
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 59
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
9. Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Bic kendorf, Westend und
Ossendorf
Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf we ist durchgängig besondere Entwick-
lungsbedarfe auf, deren Verringerung oder Behebung durch geeignete Maßnahmen zur Sta-
bilisierung und Aufwertung im öffentlichen Interess e und besonders auch im Interesse der
dort lebenden Menschen liegt. Dem besonderen Entwic klungsbedarf dieses Sozialraumes
wird mit dem vorliegenden Integrierten Stadtentwick lungskonzept durch eine aufeinander
abgestimmte Bündelung von investiven und sonstigen Maßnahmen entsprochen.
Damit erfüllt der Sozialraum die grundlegenden Anfo rderungen des Besonderen Städtebau-
rechts im Baugesetzbuch zur Festlegung von Gebieten der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e
Baugesetzbuch (BauGB).
Der Einsatz und die Absicherung staatlicher Fördermittel im Sozialraum Bickendorf, Westend
und Ossendorf erfordert die Festlegung einer geeign eten „Fördergebietskulisse“ gemäß
Baugesetzbuch. Aufgrund der Ausgangslage, den Entwi cklungszielen und dem integrierten
Maßnahmen- beziehungsweise Stadtentwicklungskonzept ist hierfür die Festlegung des So-
zialraums als Gebiete der „Sozialen Stadt“ geeignet und zielführend. Die Alternativen des
Baugesetzbuches – Sanierungsgebiete zum Beispiel St adtumbaugebiete – sind nicht ent-
sprechend anwendbar.
Nachdem Nordrhein-Westfalen bereits 1994 Gebiete de r „Sozialen Stadt“ für „Stadtteile mit
besonderem Erneuerungsbedarf“ in der landesseitigen Städtebauförderung eingeführt hat,
wurde dieser Gebietstypus als „Fördergebietskulisse“ 2004 mit einer Novellierung des Städ-
tebaurechts mit dem neuen § 171e „Maßnahmen der Soz ialen Stadt“ ins Baugesetzbuch
eingefügt. Bezüglich des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sind neue Gebiete der
„Sozialen Stadt“ durch Ratsbeschluss festzulegen. Dies gilt auch für den Sozialraum Bicken-
dorf, Westend und Ossendorf. Ein entsprechender Bes chluss des Rates der Stadt Köln zur
Festlegung des Sozialraumes als Gebiet der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171 E Abs. 3 Bauge-
setzbuch (BauGB) erfolgte am 20.12.2016.
Unmittelbare finanzielle Auswirkungen ergeben sich aus der Festlegung der Gebiete der
„Sozialen Stadt“ gemäß § 171e BauGB nicht. Diese Festlegung ist vielmehr eine Vorausset-
zung für die Inanspruchnahme insbesondere von Bunde smitteln, jedoch ohne Ansprüche
hierauf zu manifestieren. In § 171e Absatz 6 Bauges etzbuch heißt es, das die §§ 164a und
164b (Einsatz von Städtebauförderungsmitteln) im „S oziale-Stadt-Gebiet“ entsprechend an-
zuwenden sind, womit ein Einsatz von Städtebauförde rungsmitteln wie in Sanierungsgebie-
ten ermöglicht wird.
Der Beschluss über die Gebietsfestlegungen ist ortü blich bekanntzumachen. Rechtliche Wir-
kungen für die ansässige Bevölkerung, Eigentümer, W irtschaft und sonstige Personen im
festgelegten Gebiet ergeben sich (im Unterschied zu r förmlichen Festlegung eines Sanie-
rungsgebietes nach § 142 Baugesetzbuch) nicht.
Entsprechend den Maßgaben des § 171e Baugesetzbuch folgt die Abgrenzung des Gebietes
der „Sozialen Stadt“ für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf den räumlichen
Festlegungen des städtischen Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraum-
orientierung in Köln“.
Großflächige Gewerbe- und Industriegebiete ohne str ukturelle Umbrüche wurden dement-
sprechend bei der Gebietsabgrenzung grundsätzlich n icht berücksichtigt. Außerdem wurden
teilweise die Grenzen der Sozialräume in der Abgren zung der Gebiete der „Sozialen Stadt“
arrondierend begradigt.
60 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Aus dem Gebiet des Sozialraums werden dabei die im Wesentlichen landwirtschaftlich ge-
nutzten Flächen ausgenommen. Das so abgegrenzte Soz iale-Stadt-Gebiet Bickendorf, Wes-
tend und Ossendorf ist rund 277 Hektar groß.
Festlegung des Gebiets der „Sozialen Stadt“ Bickendorf, Westend und Ossendorf
Entsprechend den in Kapitel 2.4 dargestellten Anfor derungen werden die Wohn- und Misch-
gebiete des Sozialraums Bickendorf, Westend und Oss endorf in nachfolgender Karten-
abbildung festgelegt.
Aus dem Gebiet des Sozialraums werden dabei ausgeno mmen das Gebiet der Justizvoll-
zugsanstalt Köln-Ossendorf (deren Neubau mit teilwe iser Überplanung bisheriger Dienst-
wohnungen geplant ist) sowie das Gewerbe- und Indus triegebiet Bickendorf, südlich Venloer
Straße bis zum Maarweg, in dem keine Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon-
zeptes verortet werden können.
Das so abgegrenzte, im Bereich der Äußeren Kanalstr aße begradigte Soziale-Stadt-Gebiet
Bickendorf, Westend und Ossendorf ist rund 277 Hektar groß.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 61
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 8: Gebiet der „Sozialen Stadt“ Bickendorf, Westend und Ossendorf
Festlegung entsprechend des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016
Stand Dezember 2015
62 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
10. Maßnahmen für den Sozialraum
Abgeleitet aus der Stärken-Schwächen-Analyse und de n sich daraus ergebenden Hand-
lungsbedarfen, liegen die Schwerpunkte der Maßnahmen im Bereich der Prävention und hier
bei den Themenfeldern „Früh ansetzende Hilfe“ und „Qualifizierung“. Die damit verbundenen
Angebotsstrukturen sind regelmäßig gebietsübergreifend angelegt.
10.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präv entionskette
Bei allen ausgewählten Maßnahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde
darauf beachtet, dass nur solche entwickelt und zur Umsetzung vorgeschlagen werden, die
einen Beitrag zur Präventionskette leisten und best ehende Lücken schließen. Unter der
kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote verstanden
werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen von Kindern,
Jugendlichen sowie Erwachsenen aller Altersgruppen erforderlich sind. Dabei wird ein be-
sonderes Augenmerk auf die Zielgruppe der Kinder un d Jugendlichen und auf die einzelnen
Schnittstellen im Hilfesystem gelegt. Diese Übergän ge gilt es unter besonderer Beachtung
der Bedarfe vor Ort zu gestalten.
Zentral ist dabei die zielgruppenspezifische Betrac htung. So werden beispielweise die im
Rahmen der Bedarfsanalyse festgestellten Unterstütz ungsnotwendigkeiten für Kinder und
Jugendliche in den Maßnahmen zu früh ansetzenden Hi lfen berücksichtigt, die Zielgruppe
der Seniorinnen und Senioren wird unter anderem dur ch die Aktivierungsmaßnahme wie
„Zuhause im Veedel“ (Projekt Nummer 5.0.2 Modul A) unterstützt.
Bereits bestehende Präventionsansätze
In der Stadt Köln gibt es bereits eine Vielzahl an Präventionsangeboten für Kinder und Ju-
gendliche. Diese reichen von der Kindertagesbetreuung der unter 3-Jährigen über die Offene
Ganztagsschule im Primarbereich bis hin zu weiterführenden gebundenen Ganztagsschulen.
In diesen Bereichen hat die Stadt Köln in den vergangenen Jahren erhebliche auch finanziel-
le Anstrengungen unternommen mit dem Ziel, die Betr euungsquote deutlich zu erhöhen.
Darüber hinaus verfügt die Stadt Köln über umfassen de Hilfesysteme in verschiedenen
Handlungsfeldern (zum Beispiel Weiterbildung/Grundb ildung, Arbeitsmarkt- und Beschäfti-
gungsförderung, Freizeit, Integrations-, Gesundheit s- und Sportförderung), die sich an ver-
schiedene Zielgruppen richten (Kinder und Jugendlic he, Familien, kranke und behinderte
Menschen, Seniorinnen und Senioren, Flüchtlinge und Zuwanderer, Arbeitslose, Wohnungs-
lose und vom Wohnungsverlust bedrohte Menschen, Lei stungsempfängerinnen und Leis-
tungsempfänger, Eltern und Alleinerziehende). Die bestehenden Hilfesysteme sind durchweg
präventiv ausgerichtet.
Für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen verfolgt die Stadt Köln eine „Doppelstrategie“:
1. Es wird entschieden in die Regelsysteme der Bild ung investiert, um die Bildungs- und
Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern.
2. Die Stadt Köln kommt der zentralen Maxime städti scher Armutsbekämpfung in einem
sozialräumlichen Bezug, „Ungleiches ungleich behand eln“, auch mit Blick auf das
Handlungsfeld „Bildung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade solche Einrich-
tungen und Angebote noch einmal verstärkt, die viel en Kindern und Jugendlichen in
prekären sozialen Lebenslagen verbesserte Bildungs- und Entwicklungschancen er-
öffnen.
Mit Blick auf die Präventionskette lässt sich festh alten, dass es in der Stadt Köln eine Viel-
zahl guter und die Zielgruppen erreichende Ansätze gibt.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 63
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kinder und Jugendliche
Das über die entsprechende Bundesinitiative in Köln etablierte „Netzwerk frühe Hilfen“ mit
seinen Kinderwillkommensbesuchen und Familienhebamm en kann als das erste Glied der
kommunalen Präventionskette der Stadt Köln angesehe n werden. Einen weiteren Baustein
im Wirkungsbereich des Übergangs von der Schule in den Beruf stellt das in Köln umgesetz-
te Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ dar. In Köln werden des Weiteren die
Bausteine „Kindertagesbetreuung – Familienzentren, plusKITA, Sprachförderung“ und
„Ganztagsschulen – Offene Ganztagsschulen im Primar bereich und gebundene Ganztags-
schulen im Sekundarbereich“ stark akzentuiert, zum einen in ihrer Breitenwirkung für alle
Kölner Eltern und Kinder, zum anderen „in der Tiefe“ zur Verbesserung von Bildungschancen
in Stadtgebieten mit erhöhtem Armuts- und Bildungsrisiko. Schulsozialarbeit wird – wie ange-
führt – (als knappes Gut) insbesondere nach Kriteri en der sozialen Benachteiligung, der In-
klusion und der Integration eingesetzt.
Ältere Menschen
Auch im Arbeitsfeld „Senioren“ ist die Präventionsk ette seit langem etabliert. Wichtige Ket-
tenglieder sind beispielsweise: offene Mitmach-Ange bote in Bürgerzentren und Senioren-
Netzwerken, Informationsarbeit über das Monatsmagazin „KölnerLeben“ oder eine Informati-
onskarte („rote Info-Karte“) für alle neun Stadtbez irke mit allen wichtigen Informationen zu
Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Seniorin nen und Senioren, verschiedenste
Formen der Beratung, Angebote in der Wohnung, Entla stungsangebote für pflegende Ange-
hörige, Stationäre Hilfen sowie Hospize. Die Ketten glieder vernetzen sich an sogenannten
„Runden Tischen“ in den Bezirken. Hier besteht Intensivierungsbedarf.
Gesundheit
Dem Thema Gesundheit als Grundlage für Bildungschan cen sowie sozialer und beruflicher
Teilhabe wird in Köln ebenfalls ein hoher Stellenwe rt eingeräumt. So gibt es ein differenzier-
tes Angebot an Gesundheitsförderung und ein sehr br eit aufgestelltes ambulantes und stati-
onäres Versorgungssystem. Die Stadt Köln begleitet und unterstützt seit Jahren kontinuier-
lich die Weiterentwicklung sowie die Abstimmung und Evaluation der Gesundheitsförderpro-
jekte in Köln, unter anderem im Rahmen der kommunal en Gesundheitskonferenz sowie in
ressortübergreifender Zusammenarbeit im Bereich Ges undheit mit anderen Schwerpunkten
wie Kinder und Jugendhilfe, Schule, Soziales, Senio rinnen und Senioren. Bei Kindern wird
zum Beispiel „Gruppenprophylaxe“ für die Zahngesundheit in Kindertageseinrichtungen und
Schulen vom Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes im Auftrag
des „Kölner Arbeitskreis Zahngesundheit“ durchgefüh rt. Darüber hinaus wurden von der
Stadt Köln, dort wo an Nahtstellen zum Versorgungss ystem Lücken auftreten, sozialkom-
pensatorische Angebote eingerichtet, wie beispielsw eise im Rahmen der oben erwähnten
Frühen Hilfen. Diese Angebote sind niederschwellig konzipiert und erreichen gezielt auch
Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Ebenso gibt es bedarfsorientiert Einrichtungen für
Erwachsene wie beispielsweise sozialpsychiatrische Angebote, Suchtberatungsstellen und
Präventionsangebote für Seniorinnen und Senioren.
Trotz dieses bereits engmaschig angelegten Systems der Gesundheitsförderung leben in
Köln Menschen, die davon noch nicht erreicht werden und daher gezielt Angebote wie zuge-
hende Hilfen oder Gesundheitslotsen benötigen, um mit dieser Unterstützung der Weg in das
System der Gesundheitsförderung und -versorgung und zu dem für sie geeigneten Angebot
zu finden.
Arbeitsmarktintegration
Im Bereich der Arbeitsmarktintegration bestehen ebe nfalls vielfältige Angebote für die unter-
schiedlichen Zielgruppen, die immer wieder überprüft und an sich verändernde Bedarfslagen
64 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
angepasst werden. Neue Beratungsansätze des Jobcenters Köln wie zum Beispiel der „Work
First Ansatz“ bei „befit4job“, einem 6-wöchigen Intensivprogramm für Jugendliche und junge
Erwachsene, sozialraumorientierte Beratung wie bei „U25 Hotspot Chorweiler“ oder das
U25-Angebot „moDUle“ bieten Jugendlichen individuel le Möglichkeiten der Weiterentwick-
lung und Integration in den Ausbildungs- oder Arbei tsmarkt. Weitere beispielhafte Angebote
für Jugendliche sind die Jugendbüros, die Fachberat ung, Joblinge, die Joblotsen U25 und
ein Eingliederungscoaching. Zudem setzt jeder der J obcenter-Standorte in den Stadtbezir-
ken auf Netzwerkarbeit im Sozialraum, um die Jugend lichen dort bestmöglich zu erreichen.
Dabei geht es neben der Integration in den Arbeitsmarkt auch um soziale Integration.
Für die Zielgruppe der Alleinerziehenden werden spe zifische Beratungsangebote und Maß-
nahmen vorgehalten, zum Beispiel „Alleinerziehende im Aufbruch“, Betriebliche Einzelum-
schulung für Alleinerziehende, Projekte für alleine rziehende Migrantinnen sowie das Projekt
‚NAVI‘ (Nachhaltige Aktivierung-Vermittlung-Integration) für Erziehende.
Für Langzeitleistungsbeziehende mit multiplen Vermi ttlungshemmnissen (zum Beispiel feh-
lende Qualifikation, gesundheitliche oder familiäre Probleme, fehlende Motivation) gibt es
weitere, zum Teil sehr niederschwellige Angebote, d ie eng mit den kommunalen Eingliede-
rungsleistungen nach § 16a SGB II verbunden sind. Das ganze Bündel der Maßnahmen wird
individuell und passgenau genutzt und je nach Bedar f auf längere Zeit als Förderkette ange-
legt, um die Integrationsfähigkeit schrittweis zu v erbessern mit dem Ziel, die Hilfebedürftig-
keit zu verringern oder zu überwinden.
Entwicklung einer Gesamtstrategie für eine kommunale Präventionskette
Trotz des großen Engagements der Stadt im Präventio nsbereich ist Armut mit ihren unter-
schiedlichen Ausprägungsformen und Folgewirkungen i nsbesondere bei Kindern, Jugendli-
chen sowie Seniorinnen und Senioren im Programmgebi et weiterhin überdurchschnittlich
hoch. Die bislang auf- und ausgebauten präventiven Hilfsangebote haben offenbar Lücken,
die mit dem vorliegenden Integrierten Stadtentwickl ungskonzept „Starke Veedel – Starkes
Köln“ geschlossen werden sollen. Tabelle 5 zeigt die zentralen Bausteine der Kölner Präven-
tionskette, untergliedert nach Zielgruppen, zentral en Handlungsfeldern, wichtigen Partnern,
Angebotsstrukturen und Lücken, auf.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 65
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
66 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Tabelle 5: Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette
Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette (1)
Zielgruppen /
Lebenslagen
Zentrale
Handlungs-
felder
Wichtige
Partner
Angebotsstrukturen Lücken
0 bis 3 (Kita) Gesunde Kin-
der, Frühe
Förderung
Familie, Famili-
enzentren,
Frühförderung,
Gesundheits-
amt, Jugendamt
Frühe Hilfen, Clearing-
stelle - Gesunde Zu-
kunft für Kinder in
Köln, Jusch, Familien-
hebamme, KiWi, Hilfen
zur Erziehung,
Frühförderung, Kita
U-3, Sprachliche Ent-
wicklung
Prävention durch
Information, Erreich-
barkeit der Zielgrup-
pen, Sprach-und Kul-
turmittler
3 bis 6 (Kita) Altersgerechte
Entwicklung,
Förderung der
Erziehungs-
kompetenz
Familie, Famili-
enzentren,
Frühförderung,
Gesundheits-
amt, Jugendamt
Kindertagesstätten,
Frühe Bildung,
Sprachförderung,
Übergang Kita /
Grundschule, Hilfen
zur Erziehung, Schu-
leingangsuntersu-
chung
Prävention durch
Information, Erreich-
barkeit der Zielgrup-
pen, Sprach-und Kul-
turmittler
6 bis 10
(Grund-
schule)
Erfolgreicher
Bildungsteil-
habe, Ge-
sundheitser-
ziehung, ge-
sundheitliche
Teilhabe
Familie, Schule,
OGS, Jugend-
amt, Freizeitträ-
ger, Gesund-
heitsamt
Schuleingangsunter-
suchung, Sprachförde-
rung, Elternmitwirkung
in der Schule, Über-
gang Grundschule Sek
I, Hilfen zur Erziehung,
Gesunde Ernährung,
Lernpaten (intergene-
rative Angebote), OGS
plus Träger im Umfeld
Schule
Prävention durch
Information, adressa-
tengerechte
Erziehungshilfen,
Bildungsberatung und
Gesundheitsförde-
rung, Sprach- und
Kulturmittler
10 bis 16
(Sek. I)
Erfolgreicher
Bildungsteil-
habe und Er-
weiterung der
Teilhabe-
chancen
Familie, Schule,
OGS, Jugend-
amt, Freizeitträ-
ger
Elternmitwirkung in der
Schule, Hilfen zur Er-
ziehung, Freizeitange-
bote, Suchtprävention,
Berufswahlorientie-
rung, KAoA, Übergang
Schule / Ausbildung,
Lernpaten (intergene-
rative Angebote), OGS
plus Träger im Umfeld
Schule
Prävention durch
Information, adressa-
tengerechte
Erziehungshilfen,
Bildungsberatung und
gesundheitliche
Prävention, unter an-
derem Suchtpräventi-
on, Sprach- und Kul-
turmittler
16 bis 19
(Sek. II)
Erfolgreicher
Bildungsteil-
habe und Er-
weiterung der
Teilhabechan-
cen
Familie, Schule,
Jugendamt,
Freizeitträger,
Soziale lokale
Netzwerke
Zusammenarbeit
Schule / Eltern, Hilfen
zur Erziehung, Frei-
zeitangebote, Sucht-
prävention, Berufs-
wahlorientierung,
KAoA, Übergang
Schule / Ausbildung
Prävention durch
Information, adressa-
tengerechte
Erziehungshilfen,
Bildungsberatung und
gesundheitliche
Prävention, unter an-
derem Suchtpräventi-
on, Sprach- und Kul-
turmittler
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 67
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette (2)
Zielgruppen /
Lebenslagen
Zentrale
Handlungs-
felder
Wichtige
Partner
Angebotsstrukturen Lücken
19 bis 34
(junges Er-
wachsenenal-
ter)
Übergang
Schule / Beruf,
Berufsausbil-
dung, Studium
und Einstieg in
den Beruf,
Familiengrün-
dung, Ge-
sundheitsför-
derung
Schule, KAoA,
Kammern, Loka-
le Ökonomie,
Weiterbildungs-
träger, Jobcen-
ter, VHS, Ta-
ges- und
Abendschule
Köln (TAS)
Bildungsberatung,
KAoA, Praktikum, dua-
le Ausbildung, IHK,
HWK, Berufsbezogene
Sprachförderung,
Grundbildungsträger,
Bürgerzentren
MOQI Entwicklung
beruflicher Perspekti-
ven für benachteiligte
junge Erwachsene
Prävention durch
Information, Grund-
bildung, Ausbildungs-
Qualifizierungs- und
Berufsberatung, Stär-
kung soziale Netzwer-
ke, gesundheitliche
Prävention
34 bis 65 (Er-
wachsenenal-
ter, Familien-
phase)
Förderung der
Erziehungs-
kompetenz,
Erwerbstätig-
keit, Lebens-
langes Lernen
Jobcenter, Qua-
lifizierungsträ-
ger, Familien-
zentren, Weiter-
bildungsträger,
Arbeitslosen-
zentren, Schuld-
ner beratung
Bildungsberatung,
Beschäftigungs-
förderung, Qualifizie-
rungsträger, Gesund-
heitsförderung, Bür-
gerzentren
Grundbildung,
Qualifizierungs- und
Berufsberatung, Stär-
kung soziale Netzwer-
ke, Aktivierung / Em-
powerment, Erzie-
hungshilfen, gesund-
heitliche Prävention
65 bis 80 (Ru-
hestand)
Bürgerschaftli-
ches Engage-
ment, Kultur,
Sport, Bildung,
Freizeit, Ge-
sundheit
Diverse Dienst-
leister im Quar-
tier, Familie/
Nachbarschaft,
Anbieter von
Sport, Kultur,
Bildung, Ge-
sundheit, Bera-
tung, Informati-
on
Soziale Netzwerke,
Freizeitträger,
Gesundheitsförderung,
Lebenslanges Lernen,
Begegnungsräume,
SeniorenNetzwerke,
VHS, Bürgerzentren,
Selbsthilfegruppen,
Initiativen, Projekte,
Seniorenberatung
Prävention durch
Information, Soziale
Netzwerke, altersge-
rechte Lern- und
Gesundheitsförde-
rung, Intergenerative
Win-Win Strukturen,
gesundheitliche Prä-
vention, Prävention für
mobilitätseinge-
schränkte Menschen,
Menschen mit gerin-
ger Rente / Transfer-
einkommen und an-
ders teilhabe-
eingeschränkter Men-
schen, Steuerung und
Vernetzung der Prä-
ventionskette
0 und älter Selbständiges
Leben mit
Unterstützung,
Pflege/ Ge-
sundheit, Teil-
habe
Familie, Nach-
barschaft, Kran-
ken- und Pfle-
gekassen, Amt
für Soziales und
Senioren, Wohl-
fahrtsverbände
und andere
Dienstleister,
Gesundheits-
system
Haushaltsnahe Dienst-
leistung, häusliche
Pflege, Seniorenbera-
tung/Pflegeberatung/
Wohnraumanpas-
sungsberatung und
andere Dienst-
leistungen zum selb-
ständigen Leben, ge-
rontopsychiatrische
Beratung
Prävention für haus-
gebundene und pfle-
gebedürftige
Menschen, Steuerung
und Vernetzung der
Präventionskette
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
68 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Bislang fehlen eine konsequente, ganzheitliche Anal yse möglicher Lücken zum Beispiel der
Optimierungsbedarfe in der Präventionskette und die Etablierung einer kommunalen Ge-
samtstrategie. Die vorangestellten Beispiele zeigen, dass sich durch das Trägerengagement
im Verbund mit den Angeboten des Regelsystems ein s tarkes Angebotsprofil entwickeln las-
sen kann. Hierfür sollen die Voraussetzungen geschaffen werden.
Durch eine Neuorientierung der Hilfesysteme sollen bislang voneinander getrennt erbrachte
Leistungen und Angebote aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Ziel ist es eine
durchgängige Förderung und Unterstützung zu gestalt en, bei denen die einzelnen Angebote
sinnvoll miteinander verknüpft und Wirkungszusammen hänge aufgezeigt werden können –
unabhängig davon, wer sie erbringt.
Hierzu gehören unter anderem:
− Präventive Leistungen im Bereich der Frühen Hilfen
− Unterstützungen im Übergang Schule und Beruf
− Beratungsleistungen für Familien
− Präventive Angebote in den Bereichen Sport und Fre izeit
− Gesundheitsförderung, zum Beispiel Angebote für Me nschen mit Sucherkrankung
und junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen oder Ernährung
− Unterstützung und Aktivierung von Seniorinnen und Senioren zum Beispiel Senioren-
netzwerke
− Verbesserung der Integration
− Beschäftigungsförderung
Abbildung 25 zeigt die Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln sowie die
einzubindenden Akteure.
Ein wichtiger Ansatzpunkt für Verbesserungen der be stehenden Ansätze der Kölner Präven-
tionskette wird in den Bereichen der „Bildungsberat ung“ zum Beispiel allgemein im Bereich
der niederschwelligen, zugehenden Unterstützungslei stungen für Eltern und Familien gese-
hen. Diese sind in Verbindung mit Grundbildungs- un d Alphabetisierungsangeboten für El-
tern beziehungsweise Erwachsene sowie in den Bereic hen einer proaktiven offenen Kinder-
und Jugendarbeit, der Gestaltung offen zugänglicher , attraktiver Sport-, Spiel- und Bewe-
gungsräume sowie der Unterstützung von Seniorinnen und Senioren zu sehen. Ein weiterer
zentraler Baustein ist die Qualifizierung und Profe ssionalisierung des Systems, mit denen
das armutssensible und präventiv wirkende Denken un d Handeln von Fachkräften in Bil-
dungsinstitutionen verstärkt werden soll.
Die Idee besteht darin, im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ systema-
tisch-strukturbildende Schwerpunkte zu setzen und E inzelmaßnahmen, die sich wechselsei-
tig ergänzen, entsprechend zu „clustern“. Die benan nten, neu als Bausteine der Präventi-
onskette zu qualifizierenden Themen „Bildungsberatung“, „Jugendarbeit“, „Sport und Bewe-
gung“ und „Qualifizierung“ haben grundsätzlich das Potential, die Präventionskette insge-
samt engmaschiger zu weben und gewinnbringend weiter zu entwickeln, da die Maßnahmen
für unterschiedliche Altersgruppen und Bildungssettings übergreifend wirken können.
Die Entwicklung dieser Präventionsstrategie soll - ausgehend von den Bedürfnissen der Be-
wohnerinnen und Bewohner - als Prozess gestaltet we rden. Für die dafür erforderliche Akti-
vierung der Bewohnerschaft im Programmgebiet sind i m Programm „Starke Veedel – Star-
kes Köln“ mehrere Maßnahmenvorschläge in verschiede nen Handlungsfeldern enthalten.
Sie können für den anstehenden Prozess der sozialra umorientierten integrierten Stadtent-
wicklung genutzt werden. Bei diesem Prozess handelt es sich um einen Paradigmenwechsel
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 69
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
in der Stadtentwicklung, der darin besteht, die Sta dt weniger aus der Angebotsperspektive
zu entwickeln, sondern vielmehr die Sozialräume und die darin lebenden Menschen sowie
die Akteure in den Mittelpunkt des Handelns zu stel len. Diese Veränderung des Blickwinkels
kommt auch in dem Beschluss des Stadtvorstandes der Stadt Köln vom 17.03.2015 zum
Ausdruck, mit dem die sozialräumliche Ausrichtung d es Verwaltungshandelns als Hand-
lungsmaxime für die Verwaltung festgelegt wurde.
Teilnahme der Stadt Köln am Präventionsprogramm „Kein Kind zurücklassen“
Seit Januar 2017 nimmt die Stadt Köln am Landesprog ramm „Kein Kind zurück lassen! Für
ganz Nordrhein-Westfalen“ (KeKiz) teil. Ziel dieser NRW-Initiative ist es, allen Kindern und
Jugendlichen von Anfang an bestmögliche Bildungs-, Teilhabe- und Entwicklungschancen
unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und der fina nziellen Situation der Eltern zu ermögli-
chen.
Mit Beratungs- und Unterstützungsressourcen des Lan des und der anteiligen Förderung ei-
ner Stelle für kommunale Koordinierung möchte das Dezernat für Bildung, Jugend und Sport
der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit der KeKiz-Land eskoordinierungsstelle eine Präventi-
onsstrategie aufbauen, damit Kinder und Jugendliche vor allem in Stadträumen mit hohem
Bildungs- und Armutsrisiko von klein auf unterstützt werden können.
Das Landesprogramm zielt insbesondere auf drei Entwicklungsaufgaben ab:
− Entwicklung eines Präventionsleitbilds
− Aufbau/Weiterentwicklung von Maßnahmen einer kommu nalen Präventionskette bei
gesamtkommunaler Steuerung und integrierter Planung
− Etablierung eines Präventionsmonitorings inklusive wirkungsorientierter Steuerung
Sowohl im Rahmen der Landesinitiative als auch im R ahmen des ISEKs sollen die bereits
bestehenden Angebote in der Stadt Köln gebündelt werden, wie etwa die Frühen Hilfen wäh-
rend der Schwangerschaft, „KinderWillkommen“ Besuche bei Neugeborenen, die Lese- und
Sprachförderung sowie besondere Förderungen von Kit as und Schulen in Stadtteilen mit
erhöhten Armuts- und Bildungsrisiken. Gemäß dem Gru ndsatz „vorbeugen ist besser als
heilen“ werden Maßnahmen der Bereiche Bildung, Gesu ndheit, Kinder- und Jugendhilfe so-
wie Soziales im Programm „KeKiz“ optimal miteinander verknüpft und durch innovative An-
gebote ergänzt.
Die Stadt hatte sich mit Antrag im Oktober letzten Jahres um die Teilnahme am Programm
„Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfal en“ beworben, das von der Landesre-
gierung Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Sti ftung ins Leben gerufen wurde. Zwi-
schen 2012 und 2016 bauten bereits 18 Kommunen im R ahmen eines Modellprogramms
lückenlose Präventionsketten auf. Eine Evaluation z eigt, dass die Städte durch die Umset-
zung Erfolge verzeichnen konnten. Im Januar 2017 wu rde das Programm neben Köln auf
insgesamt 40 Kommunen ausgeweitet.
70 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 71
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 24: Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
72 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
73 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
10.2 Maßnahmen im Sozialraum Bickendorf, Westend un d Ossendorf
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die M aßnahmen im Sozialraum Bickendorf,
Westend und Ossendorf. Eine detailliertere Maßnahme nbeschreibung findet sich in den fol-
genden Maßnahmenblättern.
Tabelle 6: Übersicht der Maßnahmen im Sozialraum
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Nummer Maßnahme
0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung im Soz ialraum Bickendorf, Westend und
Ossendorf
0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen
Nummer Maßnahme
1.0.5 Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit
Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme d urch aufsuchende mobile Arbeit im
Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugenda rbeit Köln in Bickendorf, Westend
und Ossendorf
1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendlich e und junge Erwachsene zwischen
16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschke nntnissen im Rahmen von Ju-
gendintegrationskursen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Per-
spektive für junge Menschen mit psychischen Problem en bis 27 Jahre in allen Sozialräu-
men; hier: Bickendorf, Westend und Ossendorf
1.0.17 Stadtteileltern im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung m it Schwerpunkt Kooperation mit
Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und Sekundarstufe I (SEK I), Trägern
des Offenen Ganztags im Sozialraum im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf
1.0.21 Ferienschulen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
74 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum
Nummer Maßnahme
2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln
Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf: es wu rde im Rahmen der Spielplatzbe-
darfsplanung der Stadt Köln ein Spielflächenfehlbed arf von 7.104 m² ermittelt. Der hohe
Bedarf begründet sich vor allem durch den hohen Ant eil an Kindern und Jugendlichen im
Gebiet und der sozialräumlichen Gewichtung.
2.1.3 Umgestaltung Mühlenweg (Matthias-Brüggen-Str. bis Ossendorfer Weg)
Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
Nummer Maßnahme
4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze
4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. In formationsmaterial für die Bevölke-
rung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels
4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Identifikation d er Bürger/Innen mit ihrem Sozialraum
und Erhöhung der Biodiversität sowie Aufenthaltsqua lität im Sozialraum Bickendorf, Wes-
tend und Ossendorf.
Handlungsfeld 5: Wohnen
Nummer Maßnahme
5.0.2A „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeldpflege im Quartier
– Westend, Y Häuser- hier: Mieter- /Nachbarschaftsarbeit
5.0.2B „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeldpflege im Quartier
– Westend, Y-Häuser- hier: Quartiershausmeister
5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 75
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
10.3 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwir kung
Laufende Nummer 0.0.1 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Maßnahme Büro für Quartiersmanagement und Aktivieru ng im Sozialraum
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Der Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ liegt im
Stadtbezirk Ehrenfeld. Hier leben cirka 107.000 Ein wohnerinnen
und Einwohner, davon insgesamt rund 25.000 im Sozia lraum.
Köln-Ehrenfeld ist ein einwanderungsgeprägter Stadtteil mit hete-
rogener Struktur. Man kann von einem „Ankommenssta dtteil“
sprechen, der mit den damit einhergehenden Integrat ionsleistun-
gen vor besonderen Herausforderungen steht. Es lebe n z.Zt.
cirka 500 Flüchtlinge im Sozialraum, weitere 100 so llen in Kürze
in Containern zusätzlich untergebracht werden.
Im Sozialraum vereinen sich bauliche Missstände, Ve rschmut-
zungen des Wohnumfeldes und soziale Probleme wie Ar beitslo-
sigkeit, Armut, Verschuldung und Suchtprobleme. Ein Blick auf
die soziale Bevölkerungsstruktur zeigt, das soziale Unterstüt-
zungsbedarfe erforderlich sind: Der Anteil an Mensc hen mit Mig-
rationsgeschichte(44,4 Prozent) die Zahlen der SGB II- Beziehe-
rinnen und Bezieher (18,8 Prozent) sowie die Zahlen der Emp-
fängerinnen und Empfänger von Grundsicherung (12,6 Prozent)
sind dementsprechend hoch.
Aufgrund einer oftmals geringen Teilhabe der Bewohn erinnen
und Bewohner an unterschiedlichen Lebensbereichen u nd den
damit einhergehenden Netzwerkstrukturen wird die ho he Bedeu-
tung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten sow ie der
Aktivierung der Bewohnerschaft im Sozialraum „Bickendorf, Wes-
tend und Ossendorf“ deutlich. Auch die Imageaufwert ung des
Sozialraums stellt eine große Herausforderung dar. Ein positive-
res Bild ist für die Entwicklung des Sozialraums vo n großer Be-
deutung.
Im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ b esteht
bereits ein vielseitiges Hilfesystemen, welches unm ittelbare
Auswirkungen auf die Quartiersentwicklung nimmt. Mit Hilfe einer
„Bestandserhebung und eines Schnittstellenmanagemen ts“ sol-
len die vorhandenen Strukturen in den Blick genomme n werden,
um so potenzielle Lücken aufzeigen zu können.
Schnittstelle zur Sozialraumkoordination:
Mit dem Programm „Lebenswerte Veedel“ wird bereits seit 2006
in elf Sozialräumen konsequent ein integriertes so zialraumorien-
tiertes Stadtentwicklungskonzept verfolgt.
Die Sozialraumkoordination ist organisatorisch an d ie Bürgeräm-
ter angebunden. Mit der Koordination in den Sozialr äumen sind
zehn freie Träger beauftragt, eine Koordination erf olgt in städti-
scher Trägerschaft. Diese arbeiten nach den methodi schen Prin-
76 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
zipien der sozialraumorientierten Arbeit: 1. Orient ierung an den
Bedarfen und Interessen der Wohnbevölkerung, 2. Nut zung der
Stärken und Potenziale der Menschen sowie der Resso urcen
des Sozialraums, 3. Stärkung von Selbsthilfe, Eigen initiative und
Teilhabe, 4. Erschließung von zusätzlichen externen Ressour-
cen, 5. Zielgruppen und bereichsübergreifende Ansät ze, 6. Ko-
operation und Vernetzung der Aktivitäten und Angebo te im Sozi-
alraum.
Die Sozialraumkoordination nimmt seit Jahren erfolg reich eine
aktive Koordinationsfunktion wahr und arbeitet akti v an der
Sicherung und dem Ausbau der Netzwerke in den Sozialräumen.
Die Umsetzung des Maßnahmenprogramms „Starke Veedel –
Starkes Köln“ in den Sozialräumen kann durch die el f vorhande-
nen Sozialraumkoordinatorinnen/Sozialraumkoordinato ren nicht
zusätzlich geleistet werden. Durch das Programm „Starke Veedel
– Starkes Köln“ entsteht ein neuer Koordinierungs- und Abstim-
mungsaufwand. Die Akzeptanz und Implementierung des Hand-
lungsprogramms kann in den Sozialräumen aber nur ge lingen,
wenn Bewohnerschaft und Akteure für dieses Programm sensibi-
lisiert werden und Zugangsstrukturen genutzt werden . Die Maß-
nahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung “ soll in
enger Abstimmung mit der Sozialraumkoordination die Umset-
zung des Maßnahmenprogrammes sichern. Zum einen in den
spezifischen Themenbereichen – hier insbesondere de r Aufbau
von Präventionsketten – sowie zum anderen bei Bedar f – seien
dies problematische Wohnquartiere und Nachbarschaft en oder
auch die Ertüchtigung von Einkaufsstraßen.
Die wesentlichen Aufgaben des Quartiermanagements z ur Um-
setzung des Programms sind demnach in enger Abstimm ung mit
der Sozialraumkoordination und den institutionellen Akteuren vor
Ort eng abzustimmen.
In der Praxis ergibt sich vor Ort ein Team aus der Bürgeramtslei-
tung, der Sozialraumkoordination, Quartiersmanagement und der
Programmsteuerung „Starke Veedel – Starkes Köln“, welches mit
Blick auf die umzusetzenden Maßnahmen um weitere Ak teure
ergänzt wird.
Bürgeramtsleitung
Steuerungsfunktion
Sozialraumkoordination Programmsteuerung
Vernetzung vor Ort „Starke Veedel – Starkes Köln“
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 77
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektbeschreibung
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an
den oben genannten Herausforderungen und Bedarfslag en an.
Die Maßnahme geht der Frage nach, wie erfolgreich S tadtent-
wicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, wel che Fakto-
ren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinne n und
Bewohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden
können. Entsprechend dieser vielschichtigen Fragestellung, setzt
sich das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivier ung“ aus
vier unterschiedlichen Projektbausteinen zusammen:
− Quartiersmanagement
− Verfügungsfonds
− Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement
− Öffentlichkeitsarbeit
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ bündelt
diese Projektbausteine unter einem Dach, die jeweil s darauf ab-
zielen, die Quartiersentwicklung im Sinne der sozia lraumorien-
tierten Stadtentwicklung umzusetzen. Dabei bildet d ie Aktivie-
rung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der weite ren orts-
ansässigen Akteure den Schwerpunkt des „Büros für Q uartiers-
management und Aktivierung“.
Die genannten Projektbausteine mit hohem aktivieren dem Cha-
rakter bedürfen einer zentralen Steuerung und Verne tzung, die
durch die Zusammenführung des „Büros für Quartiersm anage-
ment und Aktivierung“ gewährleistet wird. Es wird e ine gemein-
same räumliche Verortung vorgenommen.
Die einzelnen Projektbausteine stehen jeweils für s ich als inhalt-
lich selbständige Maßnahmen, die auch von unterschi edlichen
Projektträgern umgesetzt werden können. Bei der Maß nah-
menumsetzung wird jedoch vorausgesetzt, dass eine e nge Zu-
sammenarbeit zwischen den einzelnen Projektbaustein en erfolgt
und Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
Projektbaustein: Quartiersmanagement
Im Rahmen des Integrierten Handlungsprogramms „Star ke Vee-
del – Starkes Köln“ sind für den Sozialraum „Bicken dorf, Wes-
tend und Ossendorf“ insgesamt 20 Maßnahmen geplant, die ei-
nen neuen und zusätzlichen Koordinierungsaufwand fü r den So-
zialraum auslösen, der durch die schon bestehenden Strukturen
der Sozialraumkoordination nicht gedeckt werden kan n. Das
Quartiersmanagement übernimmt die Aufgabe, die maßn ahmen-
umsetzenden Träger in Abstimmung mit der Sozialraumkoordina-
tion bei den Zugängen zu den Zielgruppen und bei de r Akquise
der Teilnehmenden im Sinne eines „One-face-to the-c ustomer“
zu unterstützen. Darüber hinaus stellt das Quartier smanagement
78 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
die Vernetzung der Maßnahmen sicher.
Das Quartiersmanagement ist Ansprechpartner und Lotse für alle
Belange des sozialraumbezogenen Programms und bilde t die
Schnittstelle in die Verwaltung, es dient somit als lokal verortete
Kommunikationsdrehscheibe und Informationsvermittlu ng. Es
sensibilisiert die Bewohnerschaft und die lokalen A kteure für das
Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“, nutzt die vorhande-
nen Zugangsstrukturen und sichert somit den Erfolg des Inte-
grierten Handlungsprogramms. Neben der Ansprache de r Be-
wohnerschaft wird das Quartiersmanagement auch zent raler
Ansprechpartner für die weiteren lokalen Akteure se in. Darüber
hinaus soll auch das geplante Haus, -Hof- und Fassa denpro-
gramm im Sozialraum entsprechende Beachtung finden. Im Pro-
jektbaustein „Verfügungsfonds“ wird das Quartiersma nagement
unterstützend und begleitend mitwirken, die Maßnahm e „Be-
standserhebung und Schnittstellenmanagement“ wird e benfalls
durch das Quartiersmanagement unterstützt.
Vor dem Hintergrund des politischen Interesses am G esamtpro-
gramm wird die Gremienarbeit ebenfalls ein Aufgaben feld des
Quartiersmanagers darstellen.
Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und
Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreib ung vorge-
sehen ist.
Projektbaustein: Verfügungsfonds
Der Verfügungsfonds bietet finanzielle Unterstützung für die Um-
setzung von Projektideen im Sozialraum „Bickendorf, Westend
und Ossendorf“. Bewohnerinnen und Bewohner, Träger vor Ort
sowie Vereine, Arbeitsgruppen und –kreise etc. könn en Anträge
für die Förderung von Projektideen beantragen. Vora ussetzung
ist dabei, dass die Ideen einen inhaltlichen Bezug zum Sozial-
raum haben und in die Bedarfslage vor Ort passen. M it Hilfe des
Verfügungsfonds soll somit das bürgerschaftliche En gagement
mobilisiert werden.
Der Verfügungsfonds dient dazu, die städtebaulichen Maßnah-
men im Sozialraum zu flankieren und die Beteiligung sprozesse
vorzubereiten. Beispielsweise könnten Beteiligungsm aßnahmen
wie Nachbarschaftsfeste und Begegnungstage zur Miet er- und
Eigentümeraktivierung umgesetzt werden, bei denen k onkrete
Bezüge zu den städtebaulichen Maßnahmen entstehen. Die
Richtlinien des Verfügungsfonds werden dementsprech end aus-
gestaltet.
Im Rahmen des „Verfügungsfonds“ – ein niederschwelliges Akti-
vierungsinstrument – übernimmt das Quartiersmanagem ent bei-
spielsweise die Aufgabe, Bewohnerinnen und Bewohner sowie
weitere Sozialraumakteure für eine Antragstellung z um Verfü-
gungsfonds zu motivieren und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen
und Vorstellung zu unterstützen.
Förderanträge zum Verfügungsfonds sind an das im So zialraum
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 79
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
verortete Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung zu stel-
len. Potenzielle Anträge werden dort zunächst auf grundsätzliche
Förderfähigkeit geprüft und dann in enger Abstimmun g mit der
Sozialraumkoordination inhaltlich bewertet und bei Bedarf priori-
siert. Hierfür wird durch das Quartiersmanagement e ine Arbeits-
gruppe zur fachlichen (Vor-) Bewertung der Anträge eingerichtet.
Die letztendliche Beschlussfassung von Förderanträg en erfolgt
durch ein entsprechendes Entscheidungsgremium für d en Sozi-
alraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Die operative Ab-
wicklung des Verfügungsfonds erfolgt in Arbeitsteil ung zwischen
dem Quartiersmanagement und der zentralen Koordinie rungs-
stelle beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik.
Projektbaustein: Bestandserhebung und Schnittstellen-
management
Der Projektbaustein bildet die Basis des Prozesses einer „Stadt-
entwicklung aus dem Quartier heraus“. Im Mittelpunkt steht dabei
zunächst die Schaffung von Grundlagen für die Umset zung des
Prozesses zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklu ng. Die um-
fasst die Analyse der lokalen Akteurs- und Angebots struktur, die
Ableitung der Handlungsbedarfe und das Aufzeigen vo n Schnitt-
stellen. Auf den Erkenntnissen aufbauend, erfolgt d ie detaillierte
Umsetzungskonzeption des Prozesses und das Wissensm a-
nagement (laufende Bereitstellung der Informationen für alle Ak-
teure im Programmgebiet).
Im Rahmen des Projektbausteins „Bestandserhebung un d
Schnittstellenmanagement“ zeigt das Quartiersmanage ment die
Zugänge zu den ortsansässigen Akteuren auf und bene nnt An-
gebote und Systeme.
Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise
und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Aussch reibung
vorgesehen ist.
Projektbaustein Öffentlichkeitsarbeit
Der Projektbaustein setzt sich aus unterschiedliche n Instrumen-
ten der Öffentlichkeitsarbeit und Medienarbeit zusa mmen. Es
wird ein Strategie- und Kommunikationskonzept zur Ö ffentlich-
keitsarbeit und zur „Vermarktung“ des Programms erarbeitet. Der
Schwerpunkt liegt dabei in den Themen Beteiligung, Mitwirkung
und Aktivierung. Ziel ist es die unterschiedlichen Zielgruppen
niederschwellig und bedarfsgerecht zu erreichen und die dafür
erforderlichen Instrumente zu entwickeln. Darüber h inaus wird
auf die klassischen Instrumente der Öffentlichkeits arbeit zurück-
gegriffen, um das Programm zu kommunizieren.
Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und
Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreib ung vorge-
sehen ist.
80 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zielgruppe Die Zielgruppe ist sehr breit aufgestell t. Die Maßnahme kommt
insbesondere den unterschiedlichen Teilgruppen der Bewohne-
rinnen und Bewohnern im Sozialraum zugute. Aber auc h die
Verwaltung, Träger, Politik, sonstige staatliche In stitutionen auf
kommunaler Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und –
koordinatoren, weitere (organisierte) lokale Akteur e und Interes-
sensvertretungen sind in die Zielgruppe inbegriffen.
Ziele Projektbaustein: Quartiersmanagement
Querschnittsziele
− Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Operative Ziele
− Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens-
räume
− Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
Projektziele
− Das Quartiersmanagement zielt darauf ab die Bewohn er-
schaft des Sozialraumes zu erreichen, zu aktivieren und
zu unterstützen. Es handelt sich um eine niederschwellige
und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von Teil -
habe und Mitwirkung. Ziel ist es, über die Maßnahme n
des Integrierten Handlungsprogramms „Starke Veedel –
Starkes Köln“ die Verantwortung der Bewohnerinnen und
Bewohner sowie weiterer Akteure für das „eigene“ Veedel
langfristig zu stärken, zu stabilisieren und selbst tragende
Strukturen auszubauen. Darüber hinaus werden folgen de
Ziele verfolgt:
o Koordination und Bündelung der im Rahmen des Inte-
grierten Stadtentwicklungskonzeptes vorgesehenen
Bewohnerbeteiligungen und –aktivierungen sowie wei-
terer Akteure vor Ort in Abstimmung mit der Sozial-
raumkoordination
o Intensivierung des nachbarschaftlichen, bürgerscha ftli-
chen und ehrenamtlichen Engagements durch den
Verfügungsfonds
o Verbesserung der Vernetzung und Kooperation der Ak -
teure im Sozialraum in Bezug auf die im Integrierte n
Gesamtprogramm, „Starke Veedel – Starkes Köln“
verankerten Maßnahmen
Projektbaustein: Verfügungsfonds
Querschnittsziele
− Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Projektziele
− Mit dem Verfügungsfonds wird das Ziel verfolgt, Be woh-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 81
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
nerinnen und Bewohner sowie lokale Akteure des Sozi al-
raumes aktiv in die Quartiersentwicklung einzubezie hen.
Im Focus steht die Intensivierung des nachbarschaft li-
chen, bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engage-
ments. Die kurzfristige und unkomplizierte Umsetzun g ei-
ner Vielzahl von kleinen Projekten und Maßnahmen so ll
zur Verbesserung des Miteinanders im Sozialraum füh -
ren. Forciert werden soll insbesondere eine Verbesserung
in der Kommunikation und Vernetzung innerhalb der B ür-
gerschaft des Sozialraumes „Bickendorf, Westend und
Ossendorf“ sowie eine Stärkung der Kooperation der Ak-
teure untereinander.
Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstelle n-
management“
Querschnittsziele
− Sozialraumorientierte Stadtentwicklung
Projektziele
− Im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“
werden bereits eine Vielzahl an Aktivitäten und Maß nah-
men wirksam, stehen in der Praxis aber oftmals zu s tark
nebeneinander. Mit dem Baustein „Bestandsanalyse un d
Schnittstellenmanagement“ sollen im Sinne einer soz ial-
raumorientierten Handlungsweise, die Maßnahmen vor
Ort vernetzt werden und vorhandene Lücken über ergä n-
zende Maßnahmen geschlossen und Dopplungen aufge-
zeigt werden. Ziel ist es die Zusammenarbeit in all en
Fachbereichen der Verwaltung sowie mit der Bürger-
schaft und den weiteren Akteuren vor Ort zu stärken . Da-
bei knüpft der Prozess bei den bestehenden Struktur en
sowie den Aktivitäten und Angeboten der Akteure vor Ort
an, die bereits eine Vielzahl an laufenden Maßnahme n
umsetzen.
Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit
Querschnittsziele
− Verbesserte Teilhabe- und Mitwirkung
Operative Ziele
− Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
− Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadresse
Projektziele
− Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, einen aktiv en Prozess
82 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
zur Konsens- und Imageentwicklung zu initiieren, in des-
sen Vordergrund die Entwicklung eines neuen positiv en
„Stadtteil-Gefühls" steht.
− Eine breit ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit die nt dar-
über hinaus der Information und Aktivierung der Akt eure
im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Sie
richten sich im Wesentlichen an Bewohnerinnen und B e-
wohner, Multiplikatoren und Unternehmen sowie weite re
Akteure und verfolgt dabei das Ziel, das Programm u nd
die damit verbundenen Maßnahmen bekannt zu machen
und eine positive Aufbruchsstimmung im Sozialraum z u
erzeugen.
− Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit setzten be i der
Beteiligung und Aktivierung von Bevölkerung und Akt eu-
ren vor Ort an und bilden einen wichtigen Beitrag z ur Mit-
gestaltung des Programms durch die Bewohnerschaft.
Indikatoren Projektbaustein: Quartiersmanagement
− Bekanntheit, Akzeptanz und praktische Annahme des
Quartiersmanagements bei der Bewohnerschaft
− Anzahl der Teilnehmenden bei den durchgeführten Ve r-
anstaltungen
Projektbaustein: Verfügungsfonds
− Anzahl der beantragten Maßnahme
− Anzahl der durchgeführten Maßnahmen
− Anzahl der beteiligten Personen
Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstelle n-
management“
− Anzahl der Prozessbeteiligten
− Anzahl der entwickelten bedarfsorientierten Angebo te im
Konsens
− Anzahl der beteiligten Dienststellen in der Verwal tung
− Anzahl der Zielgruppen, die im Prozess erreicht wu rden
− Subjektive Einschätzung des Prozesses durch die Pr o-
zessbeteiligten
Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit
− Anzahl der Veröffentlichungen (Flyer, Artikel, etc .)
Kosten Verfügungsfonds: 267.613,50 €
Quartiersmanagement: 286.863,50 €
Öffentlichkeitsarbeit: 150.661,00 €
Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement: 52.360,00 €
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 83
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Gesamtkosten: 757.498,00 €
Davon 2019: 216.428,00 €
Davon 2020: 216.428,00 €
Davon 2021: 216.428,00 €
Davon 2022: 108.214,00 €
Projektlaufzeit / Zeitraum Für alle Arbeitsmodule i st prozessbegleitend eine Projektlaufzeit
von 42 Monate vorgesehen. Da die Maßnahme einen wic htigen
Rahmen für das Gesamtprogramm bildet und ihr eine w ichtige
Grundlage für die Erarbeitung und Implementierung e iner sozial-
raumbezogenen Arbeitsweise zukommt, ist die Maßnahm e von
Beginn an bis zum Abschluss des Programms vorzusehen.
01.01.2019 bis 30.06.2022
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadten twicklung und Statistik
Förderung Städtebauförderung
Bemerkungen Zum STEP 2017 wurden Förderanträge gest ellt. Laut Veröffentli-
chung des MBWSV vom 18.04.2017 ist für diesen Sozia lraum
keine Förderung vorgesehen. Sollte eine frühere Ums etzung der
Maßnahme durch eine Förderzusage möglich werden, wird diese
im Sinne der zügigen Programmumsetzung durchgeführt.
84 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer 0.0.2 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Maßnahme Prozessbegleitende Evaluation im Sozialrau m „Bickendorf, Wes-
tend und Ossendorf“
Inhalt Projektbeschreibung
Die Evaluation bildet einen wichtigen Beitrag zur B ewertung,
Qualifizierung und Weiterentwicklung der Programmum setzung
im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Sie ist pro-
zessbegleitend angelegt und nimmt das gesamte Maßna hmen-
paket im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossend orf“ in
den Blick. Dabei wird besonders die Wirkung der städtebaulichen
Maßnahmen betrachtet und im Sinne des integrierten Ansatzes
der Quartiersentwicklung vor allem Beteiligungs- un d Aktivie-
rungsprozesse in den Mittelpunkt gestellt.
Die Evaluation ist zunächst auf den Sozialraum „Bic kendorf,
Westend und Ossendorf“ ausgerichtet. Im Kontext des Pro-
gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ findet die Bü ndelung
und Vernetzung der Ergebnisse aus den einzelnen Sozialräumen
statt und wird im laufenden Prozess in die einzelnen Sozialräume
zurückgespiegelt. Somit zeigt die Evaluation frühze itig die Wir-
kung der Maßnahmen im Sozialraum wie auch im Kontex t des
Gesamtprogramms auf und notwendige Veränderungen kö nnen
eingeleitet werden.
Vorgehen und Methode
Die Evaluation ist prozessbegleitend und damit form ativ ange-
legt. Sie verfolgt das Ziel laufend Bewertungen über den Prozess
zu erhalten und Handlungsempfehlungen abzuleiten. E inerseits
muss hierfür auf konkreten Daten aufgebaut werden, die im
Rahmen des Controllings erhoben werden. Aus diesem Grund ist
eine Beteiligung beim Aufbau des Controllings siche rzustellen.
Andererseits erfolgt die Bewertung des Prozesses im Rahmen
von diskursiven Prozessen, wie Workshops, Einzelges prächen,
World-Cafés u. ä.
Die prozessbegleitende Evaluation nimmt ein breites Spektrum
an Themen in den Fokus. Eine parallele Bearbeitung aller The-
men ist in der erforderlichen Intensität nicht mögl ich. Aus diesem
Grund ist vorgesehen, Schwerpunkte zu unterschiedli chen Zeit-
horizonten zu setzten. Die konkrete Abfolge ist im Rahmen des
Prozesses festzulegen.
Parallel hierzu ist eine kontinuierliche Selbsteval uation im Rah-
men der Einzelmaßnahmen vorgesehen. Die Träger der Einzel-
maßnahmen werden bei der Selbstevaluation unterstüt zt und
qualifiziert (zum Beispiel über Leitfragen, Erhebun g von Kenn-
werten), so dass der laufende Prozess kontinuierlic h bewertet
und die Ergebnisse in die „prozessbegleitende Evalu ation“ zu-
rück gespiegelt werden können. Die Ergebnisse bilde n einen
elementaren Beitrag für die Gesamtevaluation.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 85
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Gesamtsteuerung der Maßnahme „prozessbegleitend e Eva-
luation“ sowie die Einbindung in das gesamte Maßnah menpro-
gramm liegen bei der zentralen Koordinierungsstelle der Stadt-
verwaltung (Amt für Stadtentwicklung und Statistik) . Auch das
Controlling wird im Aufgabenbereich der zentralen K oordinati-
onsstelle der Stadt Köln umgesetzt. Es wird sicherg estellt, dass
eine enge Zusammenarbeit zwischen Evaluation und Co ntrolling
erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
Für die Erbringung der Leistungen der einzelnen Mod ule wird
zusätzliche externe Expertise und Ressourceneinsatz benötigt,
so dass eine Ausschreibung der Leistungen vorgesehe n ist. Bie-
tergemeinschaften können zugelassen werden.
Zielgruppe Die Maßnahme kommt allen im Sozialraum a dressierten Ziel-
gruppen zugute. Die Zielgruppe ist dabei sehr breit aufgestellt
von der Verwaltung über Träger, Politik, sonstige s taatliche Insti-
tutionen auf kommunaler Ebene, Sozialraum-koordinat orinnen
und immer -koordinatoren bis hin zu weiteren (organ isierten)
Akteuren und Interessensvertretungen im Quartier so wie Be-
wohnerinnen und Bewohner.
Ziele Querschnittsziel
− Sozialraumorientierte Stadtentwicklung
Projektziele
Die Evaluation verfolgt das Ziel laufend Bewertunge n über den
Prozess zu erhalten und Handlungsempfehlungen abzul eiten.
Die Qualifizierung und Weiterentwicklung der Progra mmumset-
zung steht im Fokus der Evaluation
Indikatoren − Anzahl der durchgeführten Methoden (Expertengesprä -
che, World Café, etc.)
− Bereitstellung von Zwischenergebnissen
Kosten Kalkulierte Tagessätze Brutto: je 1.130,50 €
39 Tage: 44.089,50 €
Gesamtkosten für den Sozialraum: 44.089,50 €
davon 2019: 11.305,00 €
davon 2020: 11.305,00 €
davon 2021: 11.305,00 €
davon 2022: 10.174,50 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 42 Monate
01.01.2019 bis 30.06.2022
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadten twicklung und Statistik
86 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Förderung Städtebauförderung
Bemerkungen Zum STEP 2017 wurden Förderanträge gest ellt. Laut Veröffentli-
chung des MBWSV vom 18.04.2017 ist für dieses Sozia lraum-
gebiet keine Förderung vorgesehen. Sollte eine früh ere Umset-
zung der Maßnahme durch eine Förderzusage möglich w erden,
wird diese im Sinne der zügigen Programmumsetzung d urchge-
führt.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 87
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
10.4 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen
Lfd. Nr.1.0.5
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Integration von zugewanderten Kindern, Jug endlichen und jun-
gen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die besteh enden Re-
gelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit im Sozia lraum Bi-
ckendorf, Westend und Ossendorf (Nachrichtlich)
Inhalt Ausgangslage
Die gesellschaftliche Situation im Sozialraum Bicke ndorf, Wes-
tend und Ossendorf ist durch den überdurchschnittli ch hohen
Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte und sc hlechten
Perspektiven auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt geprägt.
Dies wirkt sich auf das Verhalten der Kinder und Jugendlichen im
Stadtteil spürbar aus. Geringe Akzeptanz von kultur ellen Unter-
schieden, eine latente Feindlichkeit dem anderen ge genüber,
Selbstbezug und Abgrenzung auf die eigene Herkunfts gruppe
sind vor allem in sozial benachteiligten Familien, unabhängig von
der jeweiligen Nationalität, auszumachen. Durch auf suchende
Jugendarbeit soll hier insbesondere die Zielgruppe mit Flücht-
lingsstatus niederschwellig erreicht und in die bes tehenden Re-
gelsysteme integriert werden.
Die Anbindung insbesondere der Kinder, Jugendlichen und jun-
gen Erwachsenen an Jugendeinrichtungen und Schulen, die
Bindung von Kapazitäten an Integrationsleistungen (zum Beispiel
Sprachkurse, familienunterstützende Angebote) und d ie aktive
Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen sind nur ein Teil
der örtlichen Herausforderungen. Hier gilt, wie gen erell in der
Offenen Kinder- und Jugendarbeit, eine adäquate Pla nung und
Bereitstellung von adressatengerechten Angeboten mi t dem Ziel
der Integration von jungen Flüchtlingen in die best ehenden Re-
gelangebote.
Projektbeschreibung
Neben Gesprächs- und Beratungsangeboten vor Ort bei nhaltet
die mobile aufsuchende Arbeit insbesondere eine Unt erstützung
der Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Wünsche un d Interes-
sen im Freizeitbereich, Kulturbereich und Bildungsbereich
Im Rahmen von Gemeinwesenarbeit ist die Mobile Arbe it mit
unterschiedlichen Institutionen im Stadtgebiet wie Schulen, Ver-
einen und Kirchen, sowie der städtischen Streetwork etc. ver-
netzt.
Die Angebote in mobiler und aufsuchender Arbeit kön nen für die
heranwachsenden Flüchtlinge zum Beispiel vor einer Flücht-
lingsunterkunft oder auf einem öffentlichen Spiel- oder Bolzplatz
stattfinden. Es handelt sich dabei um niederschwell ige Spiel-,
Sport- und Kreativangebote, die zumeist gemeinsam m it Kindern
und Jugendlichen aus dem Stadtteil durchgeführt werden.
88 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zielgruppe Sozial benachteiligte Kinder, Jugendlich e und junge Erwachsene
mit Flüchtlingsstatus im Alter von 10 bis 25 Jahren.
Ziele Übergeordnetes Ziel Mobiler Jugendarbeit ist die Integration und
die Verbesserung der Lebenswelt Jugendlicher. In Hi nblick auf
den öffentlichen Raum gilt es insbesondere, Prozess e der Aus-
grenzung, Vorverurteilung und Stigmatisierung von J ugendlichen
zu verhindern oder zu verringern. Entsprechend ist die Förde-
rung gesellschaftlicher Akzeptanz und Toleranz gege nüber Ju-
gend und Jugendkultur und umgekehrt zu fördern.
Ziel der Projekte ist, insbesondere die Zielgruppen der nicht an-
gebundenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flücht-
lingsstatus zu erreichen und diesen den Zugang zur Infrastruktur
des Sozialraumes und damit der gesellschaftlichen T eilhabe zu
ermöglichen, um ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern
(Heranführung an die Regelsysteme). Aufgrund der in dividuellen
Multiproblemlagen der Zielgruppe ist eine individue lle Begleitung
des Einzelnen nötig.
Nachhaltiges Wirken und Veränderung von Verhaltensw eisen
und Ansichten durch eine frühzeitige Unterstützung der Kinder,
Jugendlichen und Familien durch Beziehungsarbeit, B eratung,
Information und Begleitung; Verbesserung der Integr ation in den
Stadtteil und darüber hinaus ist ein weiteres Ziel.
Eine Vernetzung und Einbindung in bestehende Strukt uren vor
Ort, zum Beispiel in die Jugendeinrichtung, den Spo rtverein etc.
wird zusätzlich angestrebt.
Indikatoren - Anzahl der Kontakte differenziert nach Zielgruppe n,
- Dokumentation der Themen von Jugendlichen und ihr er
Bearbeitung,
- Zahl der Vermittlungen zu sonstigen unterstützend en An-
geboten/ Kooperationspartnern,
- Zahl der Vermittlung in Qualifizierungsangebote o der
Ausbildung
- Vermittlung in bestehende Institutionen
Kosten Für das Projekt im Sozialraum Bickendorf, We stend und Ossen-
dorf werden folgende Kosten angesetzt:
Personalkosten:
1 Stelle Projektleitung kleine und mittlere Projekte
88.200 € pro Jahr / 176.400 € für 2 Jahre
Sachkosten:
Sachkosten enthalten Honorar- und Materialkosten
40.800 € pro Jahr / 81.600 € für 2 Jahre
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 89
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Gesamtkosten:
258.000 €
Davon 2019: 129.000 €
Davon 2020: 129.000 €
Projektlaufzeit/
Zeitraum
Laufzeit 24 Monate
01.01.2019 bis 31.12.2020
Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon-
krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung
abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah-
me
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Kin-
derinteressen und Jugendförderung
Förderung ESF-Einzelprojekt
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht
erkennbar.
Bemerkung Das mobile Angebot wird in enger Abstimmu ng mit den Akteuren
im Sozialraum konzipiert.
Die Maßnahme ZuBeFa (Zugehende Beratung von neu zug e-
wanderten Familien aus Südosteuropa und deren Kinde rn) wird
zurzeit mit einem vergleichbaren Ansatz über EHAP ( Europäi-
scher Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligt en Personen)
vom 01.01.16 – 31.12.18 in den Stadtbezirken:
− Rodenkirchen
− Ehrenfeld
− Nippes
− Chorweiler
− Porz
− Kalk
− Mülheim
durchgeführt.
Diese Maßnahme wird nachrichtlich im Programm aufge führt,
eine Förderung über das Programm „Starke Veedel-Sta rkes
Köln“ wird nicht erfolgen.
90 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Lfd. Nr. 1.0.7 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- un d Jugendarbeit Köln in
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Die Abfrage bei Trägern der freien Jugendhilfe in d er Stadt Köln
zu Handlungsnotwendigkeiten im Handlungsfeld „Früh anset-
zende Hilfen“ hat als einen wichtigen Handlungsbeda rf das
Thema „Professionalisierung des Systems durch Quali fizierung“
ergeben. Dies gilt aufgrund der spezifischen Ausgan gslage auch
für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf.
Dabei sind sowohl Setting-interne Qualifizierungsan gebote in-
nerhalb der Kinder- und Jugendhilfe als auch Settin g- übergrei-
fende Angebote mit kooperierenden Systemen wie Kita , Famili-
enzentren, Schule, Übergangssystem Schule / Beruf, Prävention
als Bedarfe genannt worden.
Entsprechende übergreifende Qualifizierungsangebote sind bis-
her nicht verfügbar, bieten aber große Chancen hins ichtlich der
Optimierung von Präventionsketten durch besser aufe inander
ausgerichtete Teilsysteme.
Gleichzeitig soll über die Qualifizierungsoffensive ein Beitrag zur
Fachkräftesicherung in der Offenen Kinder- und Juge ndarbeit
geleistet werden. Es sollen sowohl die vorhandenen Fachkräfte-
potenziale gestärkt und weiterentwickelt werden, a ls auch Auf-
stiegsmöglichkeiten der Beschäftigen zu Fachkräften durch Fort-
bildungen verbessert werden.
Projektbeschreibung
Im Rahmen des Projektes soll eine Qualifizierungsof fensive rea-
lisiert werden, die sozialräumliche Bezüge – hier f ür den Sozial-
raum Bickendorf, Westend und Ossendorf – ebenso wie eine
gesamtstädtische Ausrichtung umfasst. Die Qualifizi erungsinhal-
te lassen sich dabei in fachübergreifende Themen (z um Beispiel
Projektmanagement) und fachspezifische Inhalte (zum Beispiel
Kindeswohl) unterscheiden.
Um über die Setting-übergreifenden Qualifizierungen einen Bei-
trag zur Stärkung der sozialräumlichen Präventionsk etten zu er-
reichen, wird innerhalb des Curriculums ein Schwerp unkt in der
Durchführung von Qualifizierungen in den Sozialräum en unter
Einbeziehung der jeweils vor Ort aktiven Kooperatio nspartner
liegen. Setting-interne Qualifizierungen werden zen tral umge-
setzt.
Die Umsetzung des Projektes erfolgt in den folgende n Arbeits-
paketen:
− Ermittlung des Qualifizierungsbedarfes aller relev anten
Akteure
− Entwicklung eines bedarfsgerechten Qualifizierungs kon-
zeptes
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 91
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Umsetzung und Durchführung des Qualifizierungskon-
zeptes
− Evaluierung der durchgeführten Qualifizierung
Das Projekt wird in allen 11 Sozialräumen zeitgleich durchgeführt;
da angesichts der dezentralen, bezirklich ausgerich teten Struktu-
ren der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Köln nu r so sicher-
gestellt werden kann, dass das gesamte System und n icht nur
einzelne Akteure qualifiziert werden.
Mögliche Themenschwerpunkte der Qualifizierungsoffe nsive auf
der Grundlage der Bedarfsabfrage:
− Armutssensibles Handeln in der Offenen Kinder- und Ju-
gendarbeit
− Sprachförderung
− Anerkennung und Sichtbarmachung Non-formaler Bil-
dungsprozesse
− Interkulturelles Lernen
− Netzwerken und Projektmanagement
− Berufswahlorientierung in der Jugendarbeit
− Primärpräventive Suchtberatung
− Bewegung, Ernährung und Stressregulation in Kinder -
und Jugendeinrichtungen
− Digitalisierung und Medienpädagogische Präventions ar-
beit
− Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung
− Ökologische Bildung (zum Beispiel Urban Gardening)
− Kulturelle Bildung
− Inklusion
Zielgruppe − Beschäftigte in der Offenen Kinder- und Jugendarbe it in
Köln
− Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Familienze ntren
− Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich
− Träger des Offenen Ganztags
− Träger im Übergangssystem Schule / Beruf
− Träger im Präventionsbereich
Ziele Operative Ziele
− Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n
− Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich
92 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots-
formen
− Verbesserung Übergangsmanagement –Frühe Bildung,
Schule, Beruf, Arbeitsmarkt
− Stärkung der vorhandenen Fachkräftepotenziale und
Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit als Fachkräf te
durch Fortbildungen
Projektziele
− Kompetenzstärkung der handelnden Akteure durch
Vermittlung praxisrelevanter Fortbildungsinhalte
− Stärkung der sozialräumlichen und gesamtstädti-
schen Präventionsstrukturen durch bessere Kenntnis-
se über die Arbeitsfelder benachbarter Professionen
und damit einhergehend weitere wissensbasierte
Vernetzung aller Akteure
− Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kin -
der- und Jugendarbeit
Indikatoren − Anzahl der durchgeführten Setting-internen und übe rgrei-
fenden Qualifizierungen
− Anzahl der Teilnehmenden
− Relevanz der Qualifizierungsinhalte für die berufl iche
Praxis (auf der Grundlage der Teilnehmenden-
Befragung)
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 93
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kosten
Kosten für 11 Sozialräume
Kosten für den
Sozialraum
Bickendorf, Wes-
tend und Ossendorf
pro Jahr 2 Jahre
Stel-
lenan-
teile
für den
Sozial-
raum
anteilige
Kosten
Personalkosten
1 Stelle Koordination
(Projektleitung kleine Projekte) 88.200 € 176.400 € 0,09 16.036 €
0,5 Stelle Assistenz 30.060 € 60.120 € 0,05 5.465 €
Personalkosten gesamt: 236.520€ 236.520 € - 21.50 1 €
Davon Haushaltsjahr 2018: 118.260 € - 10.751 €
Davon Haushaltsjahr 2019: 118.260 € - 10.755 €
Sachkosten
Honorare Dozentinnen und Dozenten 22.500 € 45.000 € - 4.091 €
Materialien für Fortbildungen 3.000 € 6.000 € - 545 €
Raummieten für Fortbildungen 6.500 € 13.000 € - 1.182 €
Sachausgaben gesamt: 64.000 € - 5.818 €
Davon Haushaltsjahr 2017: 32.000 € - 2.909 €
Davon Haushaltsjahr 2018: 32.000 € - 2.909 €
Gesamtkosten
Davon Haushaltsjahr 2018:
Davon Haushaltsjahr 2019:
300.520 €
150.260 €
150.260 €
-
27.320 €
13.660 €
13.660 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 2 Jahre / 24 Monate
01.01.2018 – 31.12.2019
Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon-
krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung
abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah-
me.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie / Offene Kinder-
und Jugendarbeit
Förderung − ESF,Ggfs. über die Fachkräfteinitiative (FKI)
94 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer. Nr.
1.0.12
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Sprachförderangebote für neu eingereiste J ugendliche und jun-
ge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder ge-
ringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendintegrations-
kursen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Zunehmend reisen Jugendliche ab 16 Jahren neu zu, e ntweder
als Flüchtlinge mit ungesichertem Aufenthaltsstatus oder viel-
fach aus Südosteuropa.
In der Regel verfügen sie weder über Schulabschlüss e noch
über die erforderlichen Deutschkenntnisse, um Schul abschlüsse
in absehbarer Zeit erreichen zu können. Durch die g eringen
Deutschkenntnisse besteht darüber hinaus ein sehr e rschwerter
Zugang zu Praktikumsplätzen oder gar zum Arbeitsmarkt.
In den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf sind in
2015 insgesamt 80 Jugendliche und junge Erwachsene zwi-
schen 15 und 25 Jahren neu zugewandert
13 . Die Chancen auf
kurzfristige Aufnahme in ein Regelsystem zur Verbes serung der
Bildungs- und Berufsperspektive sind der Zielgruppe entweder
nicht kurzfristig möglich oder strukturell nicht zu gänglich. Den
persönlichen und gesellschaftlichen Folgen fehlende r Perspekti-
ven kann mit dem kurzfristig zugänglichen Angebot d er Ju-
gendintegrationskurse präventiv begegnet werden.
Projektbeschreibung
Projekt-/Aufgabenbeschreibung
Der Zugang zu bestehenden Jugendintegrationskursen wird den
Jugendlichen ermöglicht, die keinen Anspruch auf ei ne BAMF-
(Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) geförderte Maßnahme
haben, und nicht im Regelsystem Schule einen Platz finden. Zur
Teilnahme erteilt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Köln
einen Gutschein für den Jugendintegrationskursträge r, der ent-
sprechend seine Kosten von cirka 3.000 €/ Teilnehme ndem ab-
rechnet. Vorangegangen ist eine Einzelfallprüfung u nd
-entscheidung durch das KI Köln.
Bestehende Jugendintegrationskurse werden durch die se Maß-
nahme für die beschriebene Zielgruppe geöffnet.
13 Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist in der Gesamtschau für die Sozialräume ein deutli-
cher Anstieg dieser Bevölkerungsgruppe zur verzeichnen.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 95
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Maßnahme ist ein wirksamer Teil der Präventions kette im
Bereich (Aus-) Bildung und Beruf. In 3 obligatorisc hen Modulen
zu jeweils 300 Stunden werden die Jugendlichen und jungen
Erwachsenen in die Lage versetzt, mit der Sprache u nd den Le-
bensverhältnissen im Bundesgebiet so vertraut zu we rden, dass
sie ohne Hilfe oder Vermittlung Dritter in allen An gelegenheiten
des täglichen Lebens selbstständig handeln können.
Sie
− werden durch fachliche Kenntnisse auf ein zukünfti ges
Weiterlernen in einer schulischen oder beruflichen Bil-
dungseinrichtung oder in einem Betrieb vorbereitet
− werden mit dem Ziel der Ausbildungs- und Berufsvor be-
reitung mit dem Schul- und Ausbildungssystem vertra ut
gemacht
− erwerben und erweitern Allgemeinwissen zu verschie de-
nen Bereichen des Lebens in Deutschland wie Gesund-
heitswesen, Alkohol- und Drogenprävention,
Ein Orientierungskurs über 60 Std. vermittelt Kennt nisse und
Verständnis zu deutschen rechtsstaatlichen Zusammen hängen,
Rechten, Pflichten und zu interkultureller Kompetenz.
Während des Jugendintegrationskurses werden die Tei lneh-
menden durch Jugendmigrationsdienste und die Kurstr äger
selbst beraten. Der Übergang in weiter führende Bil dung und
Ausbildung bzw. den Beruf soll nahtlos gesichert werden.
Zielgruppe Neu Zugewanderte zwischen 16 und 25 Jahr en ohne Anspruch
auf BAMF-finanzierte Jugendintegrationskurse, die e ntweder im
Sozialraum wohnen, einen Jugendintegrationskurs be suchen
können oder dort ihre sozialen Bezüge haben.
Ziele Verbesserung der Integrationschancen in das S chul- und Aus-
bildungssystem und in den Arbeitsmarkt.
Indikatoren Zahl der von der Zielgruppe abgeschloss enen Jugendintegrati-
onskurse
Kosten Sachkosten
Die Kosten für einen Jugendintegrationskurs belaufe n sich aktu-
ell auf 3,10 €/Std. Für 960 Std. ergeben sich Gesam tkosten von
2.976 € pro Kursplatz.
Für 20 angestrebte Plätze /Jahr im Sozialraum betragen die Pro-
jektkosten 59.520 €/Jahr , auf 2 Jahre sind dies 119.040 €.
96 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Personalkosten
Mit der Projektabwicklung ist ein zusätzlicher Pers onalmehrbe-
darf verbunden. Als Teilprojekt ergänzend zu den So zialräumen
Blumenberg/Chorweiler/Seeberg und Buchheim/Buchfors t/ Mül-
heim-Nord/Keupstr. entfallen 20 Prozent einer halbe n Stelle
„Projektmitarbeit“ (Kosten einer Vollzeitstelle = 7 6.440 € pro
Jahr) auf diesen Sozialraum mit zusätzlich 7.644 € pro Jahr und
15.288 € auf die Projektlaufzeit.
Gesamtkosten 134.328 €
Davon 2018: 67.164 €
Davon 2019: 67.164 €
Projektlaufzeit/
Zeitraum
24 Monate / 2 Jahre
01.01.2018 - 31.12.2019
Eine Fortführung über den 31.12.2019 hinaus ist mög lich und
grundsätzlich gewünscht. Eine Weiterentwicklung der Maßnah-
me ist denkbar. Die konkrete Fortführung ist im Rah men einer
modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergeb nis der
Maßnahme.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststel le Diversity, Kommunales Integrati-
onszentrum
Förderung − ESF B1.2 Armutszuwanderung ggfs. als Einzelprojekt e
zur Integration
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind
nicht erkennbar.
− Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vor-
behalt eines möglichen Förderzuganges bzw. einer au s-
reichenden Förderquote.
Bemerkungen Der Förderzugang ist aufgrund der vorgesehenen Sach kosten
unklar, daher wird diese Maßnahme von 5001 neu konzipiert.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 97
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Lfd. Nr. 1.0.16 Handlungsfeld Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regels ystem und Entwick-
lung einer beruflichen Perspektive für junge Mensch en mit psy-
chischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialraum gebieten,
hier : Bickendorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Die elf Sozialraumgebiete
− Bickendorf, Westend und Ossendorf
− Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
− Höhenberg und Vingst
− Ostheim und Neubrück
− Mülheim-Nord und Keupstraße
− Buchheim und Buchforst
− Porz Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
− Meschenich und Rondorf
− Bilderstöckchen
− Bocklemünd / Mengenich
− Humboldt / Gremberg und Kalk
weisen sich durch wirtschaftliche, soziale und gesu ndheitliche
Benachteiligung aus. Hier leben gehäuft Familien mi t niedrigem
sozialen Status und Multiproblemlagen. Viele der do rt aufwach-
senden jungen Menschen bis 27 Jahre werden aufgrund von
ganz unterschiedlichen Problemkonstellationen daran gehin-
dert, eine eigene Lebensperspektive insbesondere im Hinblick
auf eine berufliche Zukunftsgestaltung zu entwickel n. Ihnen fällt
es schwer, die altersüblichen Entwicklungsschritte zu gehen.
Sie ziehen sich zurück und vermeiden den direkten K ontakt zu
anderen Menschen oder verhalten sich aggressiv und abwei-
send. Oft werden auch Alkohol bzw. illegale Drogen konsumiert.
Ursache eines solches Verhaltens können psychiatris che sowie
weitere Beeinträchtigungen oder Erkrankungen sein, die als
solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Dies es müsste
aber frühzeitig erkannt und bei der weiteren schuli schen oder
beruflichen Planung berücksichtigt werden. Unter Um ständen
wäre parallel (oder vorgeschaltet) eine Behandlung/ Therapie
erforderlich, um eine berufliche Perspektive überhaupt in Angriff
nehmen zu können. Diese jungen Menschen benötigen d aher
eine gezielte Unterstützung von Menschen, die ihre Bedürfnisse
erkennen, über sozialpsychiatrische Kenntnisse verf ügen und
eng mit dem psychiatrischen Hilfesystem zusammenarbeiten.
Kölner Fachleute unterschiedlicher Institutionen (z um Beispiel
Jobcenter, Landschaftsverband, Ämter der Stadt Köln , Träger
der Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie) haben A nfang
2016 Handlungsempfehlungen entwickelt, die speziell e Hilfen
für die Zielgruppe der jungen Menschen mit psychisc hen Prob-
lemen präferieren. Unter der Bezeichnung „Kompetenz zentrum
98 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
U 27“ (Arbeitstitel) beinhalten die Empfehlungen ein Gesamtan-
gebot bestehend aus einer zugehenden Hilfe, einer n ieder-
schwelligen Beratung, einem Kontaktangebot und Hilf en zur
Tagesstrukturierung/Beschäftigung.
Das Angebot der zugehenden Hilfe für junge Menschen mit
psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialr aumgebie-
ten könnte als ein wesentlicher Baustein innerhalb der o.g. be-
darfsorientierten Angebotsstruktur fungieren, da er Betroffenen
mit besonders hohem Entwicklungsbedarf den Weg zu w eiter-
führenden Unterstützungsleistungen zugänglich macht . Erfah-
rungswerte belegen, dass die jungen Menschen, die i n einem
sozial benachteiligten Umfeld leben und zusätzlich eine psychi-
sche Beeinträchtigung aufweisen, einen sehr niedrigschwelligen
Zugang benötigen, um im Regelsystem wie zum Beispie l ge-
sundheitliche Versorgung, im Bildungssystem, Arbeit , anzu-
kommen. Immer dann, wenn die Komm-Strukturen eines Ange-
bots, beispielsweise einer Beratungsstelle, (noch) nicht greifen,
bietet zugehende Hilfe die Möglichkeit einer ersten Kontaktauf-
nahme und Überleitung zu dem passgenauen Angebot mi t
Komm-Struktur. In der Praxis bedeutet dies, dass di e jungen
Menschen überwiegend zu Hause aufgesucht werden, da sie
häufig sozial zurückgezogen leben, keinen Peergroups angehö-
ren, weder die Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene
noch entsprechende Institutionen nutzen oder sich a n bekann-
ten Hotspots ihrer Altersgruppe in der Stadt aufhalten. Der sozi-
alpsychiatrische Ansatz hat dabei das Ziel, junge M enschen mit
psychischen Problemen niedrigschwellig in ihren All tagskompe-
tenzen zu stärken, die Betroffenen langfristig in d as Regelsys-
tem anzubinden und Übergänge in gesundheitlichen, s chuli-
schen und/oder beruflicher Lebensbereichen zu begle iten. Je
nach Einzelfall können hierzu auch Maßnahmen des Jobcenters
gehören. Rückmeldungen der Mitarbeiter/innen des Jo bcenters
U 25 zufolge, sind viele der jungen Kundinnen und K unden
nicht in der Lage, die Voraussetzungen solcher Maßn ahmen
des Jobcenters zu erfüllen. Sie benötigen im Vorfel d Hilfen, die
sie auf einen solchen Schritt vorbereiten. Damit be käme auch
ein bisher kaum zu erreichendes Klientel die Chance , an Zu-
kunftsperspektiven zu arbeiten. Ebenso können auf d iese Wei-
se Maßnahmenabbrüche verhindert und Ressourcen gezi elt
eingesetzt werden. Die zugehende Hilfe würde eine b isher in
der Fachwelt deutlich wahrgenommene Lücke im Hilfes ystem
schließen.
Schnittstellen zu Regelangeboten und Anknüpfungsmög -
lichkeiten
• Bildungseinrichtungen wie Schulen, insbesondere
die Schulsozialarbeit, sonstige städtische Einrich-
tungen, Jobcenter U25 und alle Akteure in den Sozi-
alraumgebieten vor Ort sind wichtige Kooperations-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 99
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
partner, da sie häufig Hinweise auf die Personen der
bedürftigen Zielgruppe erhalten oder in direktem Kontakt
mit den Personen stehen (zum Beispiel Schulen, Kom-
petenzagenturen) Insbesondere bei vermuteten oder
bestehenden psychiatrischen Problemlagen kann das
hier dargestellte Angebot von den Kooperationspartnern
hinzugezogen werden bzw. eine Vermittlung erfolgen.
• Mit dem Jobcenter U25 gibt es im Rahmen der einzel-
fallbezogenen Begleitung eine enge Zusammenarbeit,
unter anderem wenn es um die Entwicklung einer beru f-
lichen Perspektive geht. Sollte sich bei der Beratu ng ei-
nes Jugendlichen/jungen Erwachsenen durch das Job-
center U25 eine sozialpsychiatrische Problematik ab-
zeichnen, besteht im Rahmen der Kooperation die Mög -
lichkeit, eine einzelfallbezogene Begleitung durch die
hier dargestellte Maßnahme einzuleiten.
• Streetwork der Jugendhilfe
(siehe auch Maßnahme 1.05)
Im Gegensatz zu dem hier dargestellten Angebot 1.0. 16
besteht die Zielgruppe von Streetwork in der Regel aus
Kindern und Jugendlichen, die sich an bekannten Hot -
spots aufhalten und sich dort mit Gleichgesinnten d er
Peergroup treffen. Daher sind im überwiegenden Fall die
Zielgruppe von Streetwork und die Zielgruppe des hi er
dargestellten Angebots nicht identisch. Wenn sich j e-
doch bei der einzelfallbezogenen Begleitung eines J u-
gendlichen/jungen Erwachsenen im Rahmen von
Streetwork eine sozialpsychiatrische Problematik ab -
zeichnet, besteht im Rahmen der Kooperation beider
Maßnahmen die Möglichkeit, dass die einzelfallbezog e-
ne Begleitung entsprechend an die hier dargestellte
Maßnahme übergeleitet wird.
• Gesundheitsamt
Es gibt eine enge fachliche Kooperation des o.g. An ge-
bots 1.0.16 mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst de s
Gesundheitsamtes. Das Angebot 1.0.16 ergänzt das be -
stehende Regelangebot. Der Sozialpsychiatrische
Dienst ist ein stadtweites Angebot, das Hilfen und Bera-
tung für Erwachsene mit einer psychischen Erkrankun g
nach dem ÖGD und Gesetz über Hilfen und Schutz-
maßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG).
vorhält (zum Beispiel in Krisensituationen). Es han delt
sich dabei in der Regel nicht um eine intensivierte und
längerfristige Begleitung, sondern um eine situativ e Hil-
festellung für ausschließlich erwachsene Menschen.
Das hier neu benötigte Angebot richtet sich hingege n
100 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
auch an minderjährige junge Menschen mit in der Al-
tersphase benötigten spezifischen Hilfestellungen – so-
bald der Bedarf auftritt oder bekannt wird.
In der Praxis zeigt sich, dass eine Kontaktaufnahme zu
diesen jungen Menschen mit der beschriebenen Prob-
lematik überaus schwierig ist. Ihnen ist selbst nic ht be-
wusst, dass ggf. psychische Problemlagen vorliegen.
Daher sehen sie keinen Grund, einen Fachdienst wie
den Sozialpsychiatrischen Dienst oder einen niederg e-
lassenen Facharzt/eine Fachärztin aufzusuchen. Die
Angehörigen nehmen die Situation meist deutlicher
wahr. Ihnen ist aufgrund ihrer persönlichen Betroff enheit
und (in der Regel) fehlender Fachkenntnisse jedoch
nicht möglich ist, die Jugendlichen bzw. jungen Erw ach-
senen zu motivieren, aktiv Hilfe zu suchen. Meist v er-
geht sehr viel Zeit, sodass die Betroffenen erst vi el zu
spät Zugang zum Hilfesystem finden. In der Zwischen -
zeit ist u. U. keine gezielte Perspektivplanung erf olgt o-
der die Ausbildung bzw. die Schule wurde abgebrochen,
da keine helfenden Maßnahmen begonnen worden sind.
Eine Erfahrung, die sehr frustrierend für die junge n
Menschen ist und im Zuge einer umfassenden Hilfepla -
nung vermieden werden könnte. Die hier beschriebene
Maßnahme 1.0.16 ist eine aufsuchende, speziell auf
junge Menschen und schulische/berufliche Orientieru ng
ausgerichtete Hilfe mit einem besonders niedrigschw el-
ligen Ansatz. Sie ist daher geeignet, einen Kontakt auf-
bau schrittweise einzuleiten. Darüber hinaus kann d urch
die Spezialisierung und den intensiven Kontakt zu
Schnittstellen, beispielsweise mit dem Jobcenter U2 5,
eine wirksame und zielgerichtete Hilfe angeboten we r-
den. Aufgrund der Vernetzung des hier beschriebenen
Angebots im Sozialraum und entsprechenden Instituti o-
nen wie zum Beispiel den Schulen, ist es unter ande rem
möglich, die betroffenen jungen Menschen überhaupt zu
erreichen. Dadurch kann frühzeitig präventiv eingeschrit-
ten und die Chronifizierung einer eventuell bestehe nden
Erkrankung oder die Erlangung einer Erkrankung ver-
mieden werden.
Projektbeschreibung
• Intensiv abholende und stark akzeptierendes Hilfsa ngebot,
sprichwörtlich abholende Begleitung beispielsweise beim
Verlassen der Wohnung oder bei der Kontaktherstellu ng
mit anderen Menschen, die eine sehr akzeptierende u nd
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 101
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
langsam aufbauende Hilfe notwendig macht und auf ei ner
vertrauensvollen Beziehung beruht.
•
• Stärkung der Alltagskompetenzen und somit langfris tig An-
bindung an die Regelangebote. Dabei ist es von größ ter
Wichtigkeit, dass dieser Prozess kontinuierlich ver läuft und
sich an den individuellen Bedürfnissen jedes Einzel nen ori-
entiert.
Beispielhafte Aufgabendarstellung
• Herstellung einer vertrauensvollen Kontakts im Rah men
aufsuchender Tätigkeit
• Entwicklung einer individuellen realistischen Pers pektive,
insbesondere im Bereich Tagesstrukturierung, Beschä fti-
gung, Ausbildung
• Gestaltung des Übergangs zwischen Schule und Beruf :
Hilfe im Kontakt zum Jobcenter U 25 und anderen In sti-
tutionen
Anbindung an die Angebote des gesundheitlichen Re-
gelsystems
Diese Maßnahme hat einen modellhaften Ansatz, der erstmalig in
Köln erprobt wird.
Es kann dabei auf Erfahrungen bereits durchgeführter Projekte in
anderen Städten, zum Beispiel „Achtung-Fertig-Los!“ in Velbert,
mit ähnlichen Zielsetzungen zurückgegriffen werden.
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamte s, als
kommunaler Leistungsträger der Daseinsvorsorge, erf üllt, wie
oben beschrieben, konkrete Aufgaben gemäß ÖGD und
PsychKG (Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psy-
chischen Krankheiten). Zu den Tätigkeiten des Diens tes gehört
eine meist situative Hilfestellung und Kriseninterv ention. Ebenso
wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben keine a uf Dauer
angelegte intensive Begleitung und Beratung von Men schen mit
psychischen Problemen über einen längeren Zeitraum geleistet.
Der Dienst kann auch nur von erwachsenen Betroffene n ab 18
Jahren in Anspruch genommen werden und ist nicht al tersspezi-
fisch auf ein junges (minderjähriges) Klientel ausg erichtet. Erfah-
rungsgemäß treten Schwierigkeiten und die Notwendig keit einer
beruflichen oder schulischen Planung bereits vor de m Erreichen
einer Volljährigkeit auf. Zu erwarten ist vielmehr, dass der Sozial-
psychiatrische Dienst als Kooperationspartner, jung e Menschen
an die Projektmitarbeiter/innen vermitteln wird.
Ergänzend zu den genannten Aufgaben können die konk reten
Aktivitäten der zugehenden Hilfe beispielhaft sein:
• Motivation zur Entwicklung einer realistischen Zuk unftspla-
nung und Hilfe bei der Umsetzung (individuelle Hilf epla-
nung)
102 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
• Begleitung bei notwenigen Behördengängen (Jobcente r,
Jugendamt etc.)
• Motivation und Begleitung zu ggf. einer psychiatri schen
Behandlung und/oder Psychotherapie
• Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu anderen Hilfeträg ern (Bil-
dungseinrichtungen, Arbeitsprojekten, Betreutes Woh nen
etc.)
• Unterstützung bei der Aufnahme und Pflege sozialer
Kontakte
• Hilfe bei der Gestaltung freier Zeit und Vermittlu ng zu spe-
ziellen Freizeitangeboten zur Tagesstrukturierung
• Beratung und Unterstützung der Angehörigen des Bet roffe-
nen/der Betroffenen
Zu den über den Einzelfall hinausgehenden Aufgaben gehören
unter anderem:
• Kontaktaufbau und -erhalt zu regionalen Kooperatio nspart-
nern
• Klienten-Akquise im Sozialraum
• Fachlicher Austausch und Teilnahme an arbeitsfeldb ezo-
genen Gremien (Einrichtungsebene)
Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich bis zu 5 Prozent
der Wochenarbeitszeit für übergreifende Tätigkeiten verwendet
wird.
Die Hilfe kann ohne formales Verfahren beginnen, so bald der
Betroffene/die Betroffene Interesse zur Mitarbeit b ekundet. Sie
endet, wenn eine erfolgreiche Anbindung an eine wei terführende
Hilfe erfolgt, die eine konkrete und nachhaltige Pe rspektive eröff-
net bzw. wenn der Betroffene/die Betroffene keine U nterstützung
mehr benötigt oder wünscht.
Die Intensität der Begleitung entspricht dem jeweil igen Hilfebe-
darf und wird voraussichtlich mehrere persönliche K ontakte pro
Woche umfassen. Sie erfordert ergänzend von den Fac hkräften
eine Vor- und Nachbereitungszeit, um Telefonate zu führen und
Schriftverkehr bearbeiten zu können. Geschätzt hand elt es sich
dabei um cirka 3,5 bis 4 Stunden pro Woche und Klie nt bzw. Kli-
entin und kann sich über einen Zeitraum von durchsc hnittlich 6
bis 9 Monaten erstrecken.
Zielgruppe Junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre
Ziele Operative Ziele
• Neu geschaffenen, bedarfsgerechte Angebotsstruktu-
ren
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 103
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
• Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich
Bildung, Gesundheit und Arbeitsvermittlungen mit be-
darfsgerechten Zugängen und Angebotsformen
Projektziele
• Die jungen Menschen finden durch die neue bedarfsg e-
rechte aufsuchende Angebotsstruktur, die die psychi sche
Problematik berücksichtigt, den Zugang zu den Angeb o-
ten gesundheitlicher Versorgung und sonstiger Regel an-
gebote.
• Unter Berücksichtigung der psychischen Problematik
werden individuelle Ziele mit der Perspektive beruf licher
und/oder sozialer Teilhabe vereinbart und umgesetzt .
• Durch Vernetzung des Angebots mit anderen Angebote n
wie zum Beispiel Veedelscentern (3.0.7), U25, Jobce nter,
Schulsozialarbeit (siehe oben) wird der Übergang fü r die
Betroffenen ins Regelsystem erleichtert.
Im Projektzeitraum sollen mindestens 40 junge Mensc hen mit
psychischen Problemlagen begleitet und je in mindes tens ein
Angebot vermittelt werden, das einen weiteren Schri tt in Hinblick
auf die berufliche Perspektive bzw. deren Einmündun g bedeutet.
Dieses Angebot kann je nach individueller Problemla ge im ge-
sundheitlichen, schulischen, ausbildungs-, qualifiz ierungs-
und/oder berufsbezogenen Bereich liegen. Bei der An gabe von
40 Projektteilnehmenden handelt es sich nicht um eine festgeleg-
te Platzzahl, sondern um eine Mindestzahl von junge n Men-
schen, bei denen die intensive Betreuung zu einer k onkreten
Vermittlung bzw. Anbindung an eine weiterführende H ilfe des
Regelsystems auch tatsächlich führen soll. Es ist d avon auszu-
gehen, dass ein höherer Anteil an jungen Menschen e rreicht
wird, jedoch nicht sofort bei jedem eine Vermittlung ins Regelsys-
tem gelingt. Über die Möglichkeit, den Kontakt zu h alten, bestün-
de auch bei diesen jungen Menschen langfristig eine Chance,
durch eine intensivere Betreuung in eine verbindliche Vermittlung
einzumünden.
Grundsätzlich ist die Dauer des Betreuungszeitraums nicht be-
grenzt und wird sich an den jeweiligen Lebensumstän den orien-
tieren, insbesondere wenn man bedenkt, dass aufgrun d der ein-
zelnen Problemkonstellationen unterschiedliche Them en im Hin-
blick auf eine Verselbständigung bearbeitet werden müssen.
Vorgesehen ist jedoch, dass – sobald möglich – eine Überleitung
in andere Hilfeformen erfolgen soll. Die Betreuungs zeit kann je-
doch einen Zeitraum von cirka 6 bis 9 Monaten erfor dern. Den-
noch ist davon auszugehen, dass nicht bei jeder/jed em Betroffe-
104 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
nen eine Überleitung in eine Hilfe mit konkreter Pe rspektive in-
nerhalb des angegebenen Zeitraums möglich ist.
Die drei Projektträger sind sehr erfahren und haben im Zuge ihrer
bestehenden Angebote und Kooperationen bereits konk rete Vor-
stellungen, welche Personen im Sozialraum die Hilfe benötigen
würden. Darüber hinaus sollen jedoch auch in der Zu sammenar-
beit mit der Sozialraumkoordination, den im Sozialr aum tätigen
Hilfeanbieter, Schulen und anderen Institutionen ne ue Kooperati-
onspartner gewonnen werden, die direkt an das Proje kt der zu-
gehenden Hilfe vermitteln können. Die Bekanntmachun g des
Angebots wird erfahrungsgemäß in den ersten drei Mo naten er-
folgen, gleichzeitig ist es möglich, mit der Beglei tung der bereits
bekannten Personen zeitnah zu beginnen. Da die zuge hende
Hilfe sehr individuell mit einem hohen Zeitaufwand begleitet und
der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung an den Anfang
setzt wird, ist mit einer hohen Haltewirkung zurech nen. Dieser
Ansatz wird einer unnötigen Fluktuation innerhalb d es Projektes
entgegenwirken.
Im Verlauf der Projektarbeit werden in den Sozialräumen Struktu-
ren der Kooperationen aufgebaut und eine Zusammenar beit in
Netzwerken geschaffen, die über den Projektzeitraum hinaus
wirken und bestehen bleiben. Darüber hinaus werden die Er-
kenntnisse und Ergebnisse des Projektes in die weitere Psychiat-
rieplanung der Stadt Köln einfließen.
Indikatoren • Anzahl erreichter und beratener Personen
• Anzahl von Vermittlungen in Hilfen oder Maßnahmen
Kosten Personalkosten
Für 11 Sozialräume:
Förderfähige Kosten zur
Weiterleitung an den Träger
pro Jahr für 2 Jahre
Projektmitarbeit, 2 Stellen,
Pauschale je 76.440 €
152.880 € 305.760 €
Für den Sozialraum Bicken-
dorf, Westend und Ossen-
dorf sind 15 Prozent einge-
plant
22.932 € 45.864 €
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 105
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Nicht förderfähige Kosten
Für 11 Sozialräume:
Freistellung von Personal,
1/10 Stelle für 11 Sozial-
räume
7.040 € 14.080 €
Davon 15 Prozent im Sozial-
raum
1.056 € 2.112 €
Sachkosten für 11 Sozial-
räume
700 € 1.400 €
Davon 15 % im Sozialraum 105 € 210 €
Gesamtkosten Bickendorf,
Westend und Ossendorf
24.093 € 48.186 €
Kofinanzierung
Für 11 Sozialräume:
Teilnehmende nach SGB II
(12)
43.200 € 86.400 €
Davon:
2017: 18.069,75 €
2018: 24.093,00 €
2019: 6.023,25 €
Projektlaufzeit/
Zeitraum
2 Jahre: 01.04.2017 bis 31.03.2019
Projektverantwortlicher Stadt Köln, Gesundheitsamt
Förderung ESF
Bemerkung Ergänzende Hinweise/Besonderheiten:
Angabe des Fachamtes:
Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt über das Thema Ge sundheit,
nicht über das Thema Pädagogik. Die Zielgruppe befi ndet sich
jedoch im Übergang zum Erwachsensein, daher fließen je nach
Entwicklungstand auch pädagogische Elemente in die Beglei-
tung ein.
Die Besonderheit des Angebots besteht darin, dass h ier Men-
schen erreicht werden, die neben möglichen psychosozialen De-
fiziten eine psychische Problematik aufweisen. Dies e Menschen
benötigen ein sozialpsychiatrisch ausgerichtetes An gebot, da
rein pädagogische Ansätze nicht mehr greifen.
Die Maßnahme wurde bewilligt und ist am 01.04.2017 gestartet.
106 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
1.0.17
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Stadtteileltern im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Anhand der sozio-ökonomischen Eckwerte im Sozialrau m Bicken-
dorf, Westend und Ossendorf wird – wie auch in den weiteren zehn
Kölner Sozialräumen – deutlich, dass der Bedarf an Beratungsan-
geboten über dem städtischen Durchschnitt liegt. Di e Erfahrung
zeigt zudem, dass insbesondere für den niederschwel ligen Zugang
entsprechende Angebote in Form von einer Orientieru ngsberatung
und Lotsenfunktion in Verbindung mit aufsuchender Beratung und
Begleitung erforderlich sind, damit bildungsbenacht eiligte Men-
schen in prekären Lebenslagen erreicht werden.
Mit dieser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und nieder-
schwelliger Beratungsansatz im Veedel geschaffen. D as Angebot
bildet eine „Türöffner Funktion“ in Richtung Regelangebot.
Projektbeschreibung
Stadtteileltern
Mit dem Projekt „Stadtteileltern“, sollen niedrigschwellige Zugänge
in die Zielgruppen gewährleistet werden. Hierfür we rden die beste-
henden „Stadtteilmütter-Projekte“ zu einem Stadttei leltern-Projekt
weiterentwickelt. Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Struktur-
förderprogramm MÜLHEIM 2020 wird sich an den beiden folgen-
den Prinzipien orientiert:
− Keine Beschränkung der Stadtteileltern auf Migrati onshin-
tergrund
− Verstärkte Einbeziehung von Männern als Stadtteilv äter
Innovativ an dem Vorhaben ist insbesondere die Weit erentwicklung
der bisherigen Stadtteilmütter-Projekte in ein dreistufiges Qualifizie-
rungsmodell mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit durch Ar-
beitsmarktintegration:
− Qualifizierung zur Stadtteilmutter / zum Stadtteil vater
Die Qualifizierung der Stadtteileltern erfolgt durc h die VHS
Köln und hat einen zeitlichen Umfang von 6 Monaten und
cirka 20 Unterrichtseinheiten / Woche. Vermittelt w erden
Kenntnisse in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Sozi-
ales sowie Basiswissen in der Beratung. Die Stadtte ileltern
unterstützen Familien in Fragen zu diesen Themen und fun-
gieren als Lotsen zu Fachberatungsstellen und dem R egel-
system.
− Praxiseinsatz als Stadtteileltern (12 bis 18 Monat e)
Stadtteileltern informieren in vielen Sprachen über Förder-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 107
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
möglichkeiten ihrer Kinder in der Schule, nennen An sprech-
personen für eine familiäre Unterstützung und berat en bei
gesundheitlichen Themen oder beim Übergang Schule u nd
Beruf. Sie leisten in ihrem Veedel praktische Integ rationsar-
beit
− Berufsbezogene Anschlussqualifizierung in den erst en Ar-
beitsmarkt (6 bis 12 Monate), zum Beispiel
o Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen
Menschen
o Haushaltsnahe Dienstleistungen
o Alltagsassistenz – zum Beispiel in Wohngruppen für
Demenzkranke
o Pädagogische Hilfskraft, zum Beispiel für den Ein-
satz in einer Offenen Ganztagsschule
o Verwaltungsassistenz im Gesundheitswesen/ Pati-
entenlotsin
Es erfolgt eine dezentrale Koordination der Stadtte ileltern durch
kooperierende Träger an insgesamt acht Standorten, wobei einige
Sozialräume für das Stadtteileltern-Projekt zusamme ngefasst wer-
den. An diese vier Standorte werden die acht Stadtt eilelternprojek-
te, die von Trägern vor Ort koordiniert werden, ang ebunden, so
dass eine Kombination aus „Komm“-Strukturen und auf suchender
Arbeit realisiert wird.
Durch die enge Kooperation zwischen den Beratenden und den
Stadtteileltern werden Beratungs- und Begleitungsan gebote wirk-
sam miteinander verbunden.
Es ist geplant, dass die Universität zu Köln / Huma nwissenschaftli-
che Fakultät das Projekt „Stadtteileltern“ wissenschaftlich unter der
Fragestellung begleiten wird, welche Auswirkungen der Einsatz von
Stadtteileltern auf Wissensbestände und Verhaltensm uster der be-
gleitenden Familien hat.
Abgrenzung und Verbindung des Projektes zu den best ehen-
den Strukturen
Das Projekt etabliert eine Verweis- und Lotsenstruk tur, durch die
der Regelbetrieb der Kölner Beratungslandschaft ges tärkt wird und
Menschen, die bisher Beratungsangebote in den Berei chen Bil-
dung, Soziales und Gesundheit nicht oder nur in unz ureichendem
Maße in Anspruch genommen haben, an diese Strukturen herange-
führt werden.
Das Projekt schließt insbesondere mit seinen aufsuc henden und
dezentralen Beratungsformaten Lücken in der gesamts tädtischen
Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf de r infrastrukturel-
len Ebene durch die Einbindung der beratenden Einri chtungen
niedrigschwellige quartiersbezogener Beratungsnetzw erke, die auf
Dauer angelegt sind.
Die enge Kooperation mit den Projekten Grundbildung im Veedel
108 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
(vergleiche Maßnahme Projektnummer 1.0.20), Familie nbildung
sowie den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenzagentu ren und
Bildungsträgern im Sozialraum ist wesentlicher Projektbestandteil.
Dies gilt auch für die Kooperation mit bestehenden Beratungsnetz-
werken wie zum Beispiel Netzwerk früher Hilfen, NEIS, Arbeitskreis
Vernetzte Beratung, Netzwerke der Weiterbildung, etc.
Zielgruppe Bildungsbenachteiligte
− Erwachsene
− Familien
− Kinder und Jugendliche
Ziele Operative Ziele
− Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich
Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebotsf or-
men
− Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung,
Schule, Beruf, Arbeitsmarkt
− Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n und
/ oder Arbeitsplätze
Projektziele
− Verbesserung der Bildungs- und Entwicklungschancen von
Kindern in den durch Stadtteileltern unterstützten Familien
− Verbesserung der Grundbildungs- und Erziehungskomp e-
tenzen von Eltern in den durch Stadtteileltern unte rstützten
Familien
− Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Stadtteil eltern,
Integration der Projektteilnehmenden in den 1. Arbeitsmarkt
Das Projekt schließt mit seinen Beratungsangeboten Lücken in der
Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig durch die Schaffung
niedrigschwelliger quartiersbezogener Unterstützung sstrukturen,
die auf Dauer angelegt sind.
Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige
Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter IP 9 (b) formu-
lierten Zielsetzung „Verbesserung der Integration b enachteiligter
gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und i n die Gemein-
schaft“ (Ziel 11) in vollem Umfang und leistet eine n wesentlichen
Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung.
Indikatoren − Anzahl der erfolgten Beratungen
− Anzahl der erreichten Ratsuchenden nach Geschlecht , Al-
ter, Migrationshintergrund, Status, Beratungsanlass
− Anzahl der erfolgten Vermittlungen an dritte Stell en
− Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltun gen
− Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 109
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Anzahl der durch Stadtteileltern erreichten Famili en
− Veränderung von Wissensbeständen und Verhaltenswei sen
bei den unterstützten Familien (Erziehungskompetenz , Ori-
entierungswissen, Integration)
− Anzahl der in den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Stadtteil-
eltern
Kosten
Projektlaufzeit / Zeit-
raum
Projektlaufzeit: 36 Monate / 3 Jahre
01.07.2017 bis 30.06.2020
Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die konkre-
te Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrac htung abhän-
gig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung in Kooperation mit Amt für Kin-
der, Jugend und Familie
Förderung ESF
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht er-
kennbar.
Bemerkung 165.000 € Drittmittel für das Projekt Sta dtteileltern werden durch
eine Stiftung bereitgestellt. Eine schriftliche Fi nanzierungszusage
liegt vor.
Ein positives Votum der AG Einzelprojekte des MAIS liegt vor, so-
dass kurzfristig mit der Bewilligung des Förderantr ages gerechnet
wird..
pro Jahr 3 Jahre
Stellenanteile
für den
Sozialraum
anteilige Kosten
Personalkosten
1 Stelle Projektleitung kleiner und
mittlerer Projekte 86.460 € 259.380 € 0,09 23.580 €
8 x 0,25 Stellen Projektmitarbeit 149.880 € 449.640 € 0,18 40.876 €
Sachkosten
Bürgerschaftl. Engagement (nur 2Jahre) 72.000 € 144.000 € 13.091 €
Gesamtkosten Stadtteileltern 308.340 € 853.020 € 77.547 €
Davon Haushaltsjahr 2017: 154.170 € 14.015 €
Davon Haushaltsjahr 2018: 308.340 € 28.031 €
Davon Haushaltsjahr 2019: 272.340 € 24.758 €
Davon Haushaltsjahr 2020 118.170 € 10.743 €
Zusätzliche Stiftungsgelder, die nicht in den Finanzierungsplan einfließen:
Qualifizierung Stadtteileltern (VHS) 96.000 € 8.727 €
Evaluation (lernende Region) 12.000 € 36.000 € 3.273 €
Öffentlichkeitsarbeit 11.000 € 33.000 € 3.000 €
Kosten für 11 Sozialräume
Kosten für den Sozialraum
Bickendorf, Westend und Ossendorf
110 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 111
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Lfd. Nr. 1.0.19 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Übergänge begleiten: Angebote der Familien bildung mit
Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im
Primarbereich und Sekundarstufe I (SEK I), Trägern des Offe-
nen Ganztags im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf
Inhalt
Ausgangslage
Die Familie ist für jedes Individuum die erste und gleichzeitig
nachhaltigste Sozialisationsinstitution. Als zentra ler Ort des Auf-
wachsens und der Identitätsbildung stellt sie für K inder den ge-
sellschaftlichen Mikrokosmos kultureller Leitbilder dar. Jeder
Mensch erfährt in der Familie soziale Normen, Geborgenheit und
intensive Beziehung. Familie symbolisiert den Wunsc h nach per-
sönlichem Glück. Jeder Mensch hat eine Familie, jed er braucht
sie von Geburt an bis ins hohe Alter.
− Bislang wurden keine vergleichbaren Ansätze auf ge -
samtstädtischer Ebene realisiert.
− Das Projekt wurde in der AG § 78 SGB VIII Familien bil-
dung entwickelt.
− Projektspezifische Einwohnerdaten der Jugendhilfe pla-
nung (Stand 31.12.2015) begründen den räumlichen Be -
darf für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Oss en-
dorf
Bickendorf
Einwohner 11.410
Einwohner mit Migrationshintergrund 3.847
0 bis 3jährige 348
3 bis 6jährige 295
6 bis 10jährige 376
10 bis 15jährige 469
0 bis 15jährige gesamt 1.488
Haushalte mit Kindern 1.112
Alleinerziehendenhaushalte 317
Arbeitslosenquote 9,5 Prozent
112 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Westend
Einwohner 5.196
Einwohner mit Migrationshintergrund 3.500
0 bis 3jährige 205
3 bis 6jährige 211
6 bis 10jährige 315
10 bis 15jährige 338
0 bis 15jährige gesamt 1.069
Haushalte mit Kindern 714
Alleinerziehendenhaushalte 245
Arbeitslosenquote 17,9 %
Ossendorf
Einwohner 8.881
Einwohner mit Migrationshintergrund 3.966
0 bis 3jährige 273
3 bis 6jährige 283
6 bis 10jährige 395
10 bis 15jährige 566
0 bis 15jährige gesamt 1.517
Haushalte mit Kindern 1.152
Alleinerziehendenhaushalte 314
Arbeitslosenquote 10,2 %
Projektbeschreibung
Eingebettet in lokale Strukturen wird ein breit gef ächertes Unter-
stützungssystem aufgebaut, das Familien fördert und aktivieren-
de Impulse im Gemeinwesen setzt. Damit werden sowoh l Bil-
dungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern geförde rt als
auch Eltern und Familien unterstützt.
Unabhängig von der sozialen und kulturellen Herkunf t werden
allen Kinder und Jugendlichen positive Zukunftschancen eröffnet.
Bildung und Gesundheit von Kindern, Jugendlichen un d ihren
Eltern werden von Geburt bis zur Ausbildung geförde rt. Jedes
Kind soll körperlich und seelisch gesund im Arbeits leben an-
kommen.
Es wird eine Präventionskette (weiter-)entwickelt, die bereits be-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 113
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
stehende Maßnahmen und weitere notwendige Maßnahmen ein-
schließt und miteinander verbindet. Mit dieser Präv entionskette
werden Schutzfaktoren gefördert und Risikofaktoren vermindert.
Die Präventionskette muss die verschiedenen Stationen und Ein-
flussfaktoren in der Entwicklung der Kinder in den Blick nehmen.
Risikoanfällig sind vor allem Übergänge zwischen de n einzelnen
Lebens- und Erziehungsphasen (Transitionen). Hier s etzen die
Familienbildungsangebote an.
Methoden
Offene Sprechstunden, Eltern-Kind-Kurse, Elternkomp etenztrai-
nings, Elternseminare, Elterncafés, Nachbarschaftsh ilfen und
haushaltsnahe Dienstleistungen, Elternbildungsprogramme „Griff
bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundschu-
le“, FuN (Familie und Nachbarschaft) sowie Qualifiz ierungen für
Erzieherinnen, Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen im offenen
Ganztag.
Durchgeführt werden die Projekte von Mitarbeiterinnen der Fami-
lienbildung, die eine Zusatzqualifikation zur Elter nbegleiterin (El-
ternchance II) erfolgreich abgeschlossen haben. Sie verfügen
über interkulturelle Kompetenz und sind in der Lage , nied-
rigschwellige Zugänge zu erschließen mit den besond eren
Schwerpunkten:
- Elternkompetenz stärken: Bedeutung von Bildung, i ndivi-
dueller Förderung und Bildungsverläufen vermitteln
- Bildungsoptionen eröffnen: Angebote zur Bildungsb eglei-
tung und -beratung einrichten
- Schulwahl begleiten: Eltern bei diesen Entscheidu ngen
Information anbieten
- Diagnose stellen: Fähigkeiten von Kindern einschä tzen
und nach Bedarf Familien an andere Dienste vermitteln
- Zusammenarbeit verbessern: Erziehungs- und Bildun gs-
partnerschaften zwischen Familien und Fachkräften i n
Kinderbetreuung und Schule fördern
- Innovative Familienbildung etablieren: neue Forme n und
Inhalte der Eltern- und Familienbildung einrichten
- Netzwerke bilden: Zusammenarbeit mit anderen Elte rn-
und Kind bezogenen Einrichtungen stärken
Die Angebote werden bei Bedarf bei interkultureller Zusammen-
setzung der Teilnehmenden mit einer Doppeldozentur (mutter-
sprachliche Fähigkeiten und Deutsch) durchgeführt, um sprachli-
che Barrieren und Kommunikationshindernisse zu mini mieren.
Die Angebote „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack
in der Grundschule“ basieren auf dem peer-to-peer A nsatz, die
Evaluation der Angebote belegt ihre Wirksamkeit. Di ese drei An-
gebote werden in enger Abstimmung mit dem KI (Kommu nales
Integrationszentrum) als Fachdienststelle durchgeführt.
Ein wichtiger Aspekt bei den Angeboten für Familien ist die ge-
genseitige soziale Unterstützung, die Erfahrungen d er gemein-
sam verbrachten (Lern-) Zeit und der Austausch im R ahmen ei-
114 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
ner geschützten Gruppe.
Dienste und Angebote werden gebündelt, die Familien dringend
benötigen. Hierzu zählen Bildung, Erziehung und Bet reuung. Ein
Beispiel für die Umsetzung der Präventionskette in Absprache
mit der Sozialraumkoordination:
Angebote für Schwangerschaft, Geburt, Mutterschutzzeit
- Ganzheitliche Geburtsvorbereitung,
- Begleitung bei der Geburt und Nachsorge
Angebote im 1. Lebensjahr
- Babynest,
- Elterncafé 1. Lebensjahr,
- Elternstart NRW,
- Guter Start mit Baby ( haushaltsnahe Dienstleitun g)
Angebote im 2. bis 6. Lebensjahr
- Elterncafé,
- Griffbereit,
- Gesund aufwachsen,
- Rucksack in der Kita,
- Eltern-Kind-Gruppen
Angebote im 6. bis 10. Lebensjahr
- Elternbegleiterinnen (Elternchance II),
- Rucksack in der Grundschule,
- Elterntraining (starke Eltern-starke Kinder, FuN ),
- Eltern-Kind-Gruppen,
- Ferienschule
Angebote ab dem 10. Lebensjahr
- Elterncafés,
- Eltern-Kind-Gruppen,
- Elterntrainings, Elternwerkstätten,
- Rucksack in der Grundschule
- Elternbegleiterinnen (Elternchance II),
- Ferienschule
Die Projekte sind mit der Sozialraumkoordination vo rabbespro-
chen. Im Sozialraum bereits zahlreiche Kontakte zu Kindertages-
stätten, KitaPlus-Einrichtungen und Familienzentren mit denen
im Projekt kooperiert werden soll.
Darüber hinaus sollen weitere Kooperationspartner g ewonnen
werden.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 115
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Organisationsstruktur des Projektes gliedert si ch in drei Be-
reiche: Steuerung im Fachamt, im Sozialraum und Umsetzung im
Sozialraum
Zur Gewährleistung der ordnungsgemäßen Durchführung und
Abwicklung des Moduls ist es notwendig, in einer Or ganisations-
einheit die administrativen Aufgaben des Projektes zu bündeln
und den Informationsfluss zu sichern.
Die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt wird koor diniert und das
Projekt nach außen vertreten.
Zu diesen Aufgaben zählen die Geschäftsführung für das Pro-
jekt:
- Mittelbewirtschaftung
- Vergaben
- Verträge
- Controlling
- Evaluation, Dokumentation,
- Erstellen von Zwischen- und Endberichten
- Koordination von Arbeitsgruppen
- Vertretung des Projektes nach außen
- Öffentlichkeitsarbeit für das Gesamtprojekt
Zielgruppe Kinder, junge Erwachsene in der Familien gründungsphase, Müt-
ter und Väter in prekären Lebenslagen, Bezugsperson en und
Nachbarschaften
Ziele Operative Ziele
- Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Ber eich
Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots-
formen
- Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung,
Schule, Beruf, Arbeitsmarkt
- Neue bedarfsgerechte Angebotsstrukturen entwickel n un-
ter Berücksichtigung bewährter evaluierter Ansätze
Projektziele
Bei den gesetzten Zielen muss berücksichtigt werden , dass Fa-
milien eine heterogene Zielgruppe sind, die sich di fferenziert
durch eine Vielfalt von divergierenden Bildungsbarr ieren, Part-
nerschaftskonstellationen, ethnischen Abstammungen und un-
terschiedlichen ökonomischen Grundlagen unterscheiden.
- Entwicklung einer förderlichen Beziehung zwischen Eltern
und Kindern
- Entwicklung einer Erziehungspartnerschaft zwische n El-
tern und pädagogischen Fachkräften.
- Vermittlung von Kompetenzen, die Erwachsene und K in-
der brauchen, um unter den gegenwärtigen Bedingunge n
von Gesellschaft, Arbeit und Kindheit „Familie zu l eben“
und die mit Familie verbundenen Aufgaben sicher, ge las-
116 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
sen und mit Freude zu erfüllen.
- Aktivierung und Beteiligung von Eltern
Deswegen wird die Beteiligungsbereitschaft der Elte rn an
den Bildungs- und Erziehungsprozessen ihrer Kinder ge-
fördert. Es entsteht für die Familien eine sichtbar e Ver-
bindlichkeit und Verlässlichkeit der Angebote: Nied er-
schwellige familienstärkende und – unterstützende A nge-
bote und Hilfen für Eltern, Kinder und Jugendliche aller
Altersstufen.
- Gesundheitsförderung
Die Familie ist der früheste und aussichtsreichste Ort für
die Prägung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen. Sie
ist ebenso der Ort, an dem Fehlentwicklungen erkann t
und alternative Lösungen entwickelt werden können. Vor
diesem Hintergrund trägt die Gesundheitsförderung z u
einer positiven Veränderung der Lebensqualität von Fa-
milien bei, unterstützt die Entwicklung eines ganzh eitli-
chen Körper-bewusstseins und ermutigt, neue Hand-
lungsalternativen umzusetzen.
- „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch Information, Unters tützung
und Begleitung
Indikatoren − Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
− Anzahl der durchgeführten Angebote,
− Evaluation durch regelmäßige Teilnehmerbefragung
Kosten Personalkosten
1 Stelle Projektleitung großer Projekte
95.520,00 € pro Jahr / 191.040 € für 2 Jahre
5 Stellen Projektmitarbeit
76.440 € pro Jahr / pro Stelle / 764.400 € für 2 Jahre
1 Stelle Assistenz
60.120 € pro Jahr ./. 120.240 € für 2 Jahre
Personalkosten gesamt:
537.840 € pro Jahr ./. 1.075.680 € für 2 Jahre für
11 Sozialräume
Pro Sozialraum Personalkosten von 97.789 €
Davon Haushaltsjahr 2018: 48.894 €
Davon Haushaltsjahr 2019: 48.894 €
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 117
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Sachkosten
Programm „Rucksack“ 30.420 €
Programm „Griffbereit“ 21.060 €
Coaching „Rucksack“ und „Griffbereit 14.940 €
Material „Griffbereit“ 4.500 €
Sachkosten für Angebote 22.000 €
Werbung/Flyer 22.000 €
Stadtteilfeste 22.000 €
Layout/Druck Dokumentation 5.000 €
Informationsmaterial 3.000 €
144.920 €
Sachkosten gesamt:
144.920 € für 2 Jahre für 11 Sozialräume
Pro Sozialraum Sachkosten von 13.175 €
Davon Haushaltsjahr 2018: 6.587 €
Davon Haushaltsjahr 2019: 6.587 €
Gesamtkosten
1.220.600 € für 2 Jahre
Gesamtkosten pro Sozialraum
Personalkosten 97.789 €
Sachkosten 13.175 €
Gesamt 110.964 €
Davon Haushaltsjahr 2018: 55.482 €
Davon Haushaltsjahr 2019: 55.482 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 01.01.2018 bis 31.12.201 9 (24 Monate)
Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon-
krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung
abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah-
me.
118 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Kin-
derinteressen und Jugendförderung
Förderung − ESF
− Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind
nicht erkennbar.
Bemerkung Im Bereich früher Hilfen und der Bekämpfu ng von Armut werden
die Angebote mit den Akteuren im Sozialraum zielgru ppenspezi-
fisch nach Bedarf entwickelt, soweit sie nicht bere its im Vorfeld
abgestimmt wurden.
Für diese Maßnahme ist eine Anpassung der Konzeptio n vorge-
sehen.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 119
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Lfd. Nr.1.0.20
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im So zialraum Bicken-
dorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Aktuellen Studien zufolge leben in Köln mehr als 100.000 funktio-
nale Analphabetinnen und Analphabeten (cirka 16 Pro zent der
Deutsch sprechenden Bevölkerung im erwerbsfähigen A lter.)
Davon sind maximal fünf von hundert als Lernende in Alphabeti-
sierungskursen angemeldet. Die Erfahrung zeigt, das s erfolgrei-
che Präventions- und Interventionsstrategien hetero gene Ziel-
gruppen und Problemlagen berücksichtigen müssen, wo bei
Grundbildung eine gesamtgesellschaftliche Querschni ttsaufgabe
ist, die nicht nur im Alphakurs stattfindet. Mit di eser Maßnahme
wird ein quartiersbezogener und niederschwelliger A nsatz ge-
schaffen. Das Angebot bildet eine „Türöffner Funkti on“ in Rich-
tung Regelangebot.
Vor diesem Hintergrund haben die Stadt Köln, die Un iversität zu
Köln und die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. i m Sommer
2014 das Kölner Zentrum für Grundbildung und Präven tion ins
Leben gerufen.
Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums sind:
− Netzwerkarbeit unterstützen
− Angebotsstrukturen weiterentwickeln
− Zugangswege erschließen und systematisch nutzen
− Präventionsstrategien etablieren
Arbeitsgrundlage sind die Empfehlungen des Landesbe irates für
die gemeinwohlorientierte Weiterbildung in NRW zum Thema
Alphabetisierung und Grundbildung, wobei im Rahmen des Pro-
jektes „Gemeinsam für Grundbildung im Veedel“ die f olgenden
Empfehlungen von besonderer Bedeutung sind:
− „Eine Grundbildungsoffensive zu initiieren
− Grundbildung als Aufgabe von Schule zu fokussieren
− Ressortübergreifendes Einbeziehen von Familie, vor -
schulischen Einrichtungen, Schulen, Arbeitswelt, Ve r-
braucherschutz und politischer Bildung
− Neue Zugänge und Formate zu ermöglichen…“
Es ist davon auszugehen, dass in den 11 Kölner Sozi alräumen
und damit auch im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“ der Anteil der funktionalen Analphabeten noch einmal deut-
lich über dem städtischen Durchschnitt liegt.
Auch wenn hinsichtlich der Korrelation zwischen Gru ndbildungs-
defiziten und wirtschaftlicher, politisch-kultureller und gesundheit-
120 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
licher Benachteiligung die Datenlage noch nicht bef riedigend ist,
zeigen vorliegende aktuelle Studien, dass Grundbild ungsdefizite
in einem zirkulären Wirkungszusammenhang Ursache un d Folge
dieser Benachteiligungsformen sind.
So weist die
leo. – Level-One Studie (leo.-Studie) zur Literalität
von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus de utliche
Übereinstimmungen zwischen wirtschaftlicher Benacht eiligung
und funktionalem Analphabetismus auf, andere Studie n kommen
für politisch-kulturelle und gesundheitliche Benach teiligung und
Grundbildungsdefizite ebenfalls zu stark ausgeprägt en Zusam-
menhängen („Literacy changes Lives" des National Li teracy
Trust, 2008).
Funktionaler Analphabetismus „ist gegeben, wenn die schrift-
sprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als
diejenigen, die minimal erforderlich sind und als s elbstverständ-
lich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen gesell schaftlichen
Anforderungen gerecht zu werden und gesellschaftlic he Teilhabe
zu garantieren.“ (Q: Alphabund 2010)
Aktuelle Studien wie LEO Level One (2011) und PIAAC (Pro-
gramme for the International Assessment of Adult Competencies)
(2012) sehen dabei eine hohe Korrelation zwischen fehlenden
grundlegenden Kompetenzen und Arbeitslosigkeit / SG B II-
Bezug, prekären Lebensverhältnissen, Überschuldung, Armuts-
und Krankheitsrisiko und Bildungsbenachteiligung in Familien-
strukturen. Dabei ist, ähnlich wie bereits bei PISA , (Programme
for International Student Assessment) das erzielte Kompetenzni-
veau in hohem Maße abhängig von der sozialen Herkunft.
Projektbeschreibung
Aufgabenverständnis:
Durch die Verbindung von Praxis und Forschung im Be reich
Grundbildung und Prävention soll die gemeinsame Ent wicklung
und kontinuierliche Bewertung der Wirkung von Inter ventionen
ermöglicht und Grundbildungsarbeit als partizipativ geplante Hilfe
zur Selbsthilfe und effektive und effiziente Interv ention etabliert
werden.
Grundbildung umfasst in unserem Verständnis „Kompet enzen in
den Grunddimensionen kultureller und gesellschaftli cher Teilha-
be, wie Rechenfähigkeit (Numeracy), Grundfähigkeite n im IT-
Bereich (Computer Literacy), Medienkompetenz (Media Literacy),
Gesundheitsbildung (Health Literacy), Finanzielle G rundbildung
(Financial Literacy) und Soziale Grundkompetenzen ( Social Lite-
racy).“ (Q: Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2012)
Damit ist Grundbildung eine Fähigkeit, die über die Lese- /
Schreibkompetenzen hinausgeht, diese aber beinhaltet:
Basierend auf den Erfahrungen der langjährigen Alph abetisie-
rungs- und Grundbildungsarbeit der VHS Köln und der Projekte
PAGES und CURVE, die im Rahmen des Bundesprogramms
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 121
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
alphabund umgesetzt wurden, wird angestrebt, als He ranfüh-
rungsstruktur zu den klassischen Alphabetisierungsk ursen und
unter Bezugnahme auf den oben zitierten umfassenden Grund-
bildungsbegriff, sozialräumlich verortete Grundbild ungsangebote
zu den Themen
− Lese- und Schreibkompetenzen (Literacy)
− Rechenfähigkeit (Numeracy)
− Grundfähigkeiten im IT-Bereich (Computer Literacy) ,
− Medienkompetenz (Media Literacy)
− Gesundheitsbildung (Health Literacy)
− Finanzielle Grundbildung (Financial Literacy)
− Soziale Grundkompetenzen (Social Literacy)
zu entwickeln und umzusetzen.
Umsetzung:
Die Umsetzung des Projektes erfolgt in allen 11 Köl ner Sozial-
räumen, da die Bedarfslagen in Bezug auf verbessert e Grundbil-
dungskompetenzen vergleichbar sind.
Dabei wurde der im Monitoring Stadtentwicklung der Stadt Köln
verwendete Index „Soziale Lage“ zu Grunde gelegt, der für die 11
Kölner Sozialräume besondere Handlungserfordernisse im ge-
samtstädtischen Vergleich ausweist.
Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrate gie der Stadt
Köln im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Stark e Veedel –
Starkes Köln zunächst in Form einer Pilotphase in d en folgenden
Sozialräumen.
- Mülheim-Nord, Keupstraße und Buchheim, Buchforst
- Meschenich und Rondorf
- Blumenberg, Chorweiler und Seeberg Nord
Nach sechs Monaten Projektlaufzeit erfolgt die Ausw eitung des
Angebotes auf die weiteren Sozialräume:
- Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
- Bickendorf, Westend und Ossendorf
- Bilderstöckchen
- Bocklemünd / Mengenich
- Höhenberg und Vingst
- Ostheim und Neubrück
- Humboldt / Gremberg und Kalk
Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass
die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitn ah auf alle
Sozialräume übertragen werden können und Strategien der Teil-
nehmendengewinnung und Formatentwicklung zunächst i n einer
Teilgruppe erprobt werden können, bevor sie in der Fläche um-
122 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
gesetzt werden.
Geplante Vorgehensweise
− Gewinnung von Lernenden für Grundbildungsangebote
− T 0-Befragung: Erhebung der vorhandenen Wissensbe-
stände und Verhaltensweisen der Lernenden
− Entwicklung von modularen Curricula für die unters chied-
lichen Literacy-Dimensionen
− Umsetzung der Curricula in Kursen in den jeweilige n So-
zialräumen
− T 1-Befragung: Veränderung der Wissensbestände und
Verhaltensweisen der Lernenden
− Erarbeitung von Handreichungen für Dozentinnen und
Dozenten als Grundlage einer Übernahme der Curricul a-
Inhalte in den Regelbetrieb wie zum Beispiel in Alp habe-
tisierungskurse und in beschäftigungsfördernde Maß-
nahmen
Abgrenzung des ESF-Einzelprojektes zu den Programme n
der ESF-Förderung
Ausschlaggebend für das Vorhaben ist die Tatsache, dass über
die bestehenden Alphabetisierungskurse nur maximal 5 Prozent
der funktionalen Analphabeten erreicht werden.
Gründe hierfür liegen unter anderem in den zentrale n Angebots-
strukturen, umfangreichen Curricula, Mindestteilneh menden Zah-
len sowie verfügbaren Lernorten und Lernzeiten.
Das Projekt „Grundbildung im Veedel“ ist den klassischen Alpha-
betisierungskursen als
- niedrigschwelliges
- dezentrales
- inhaltlich differenziertes
Grundbildungsangebot vorgeschaltet und dient der He ranführung
der Lernenden an die Regelstrukturen durch neue Angebote.
Diese Angebote unterscheiden sich in Umfang und For mat deut-
lich von Alphabetisierungskursen im Regelangebot, d a sie bei
geringem Umfang der Lerneinheiten modular aufgebaut sind und
darauf abzielen, kurzfristige Lernerfolge zu vermit teln. Grundbil-
dungsangebote bieten eine Brücke, um auch wieder Zu gänge zu
Angeboten der Regelsysteme zu finden, etwa das Nachholen von
Schul- oder Berufsabschlüssen oder die Teilnahme an Bera-
tungs- und Bildungsangeboten.
Erreichung der Zielgruppen:
Die Gewinnung der Teilnehmenden erfolgt durch eine enge Ko-
operation mit den sozialräumlichen Strukturen vor O rt, die gleich-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 123
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
zeitig auch als Lernorte in das Projekt eingebunden werden. Bei-
spielhaft seien hier genannt:
- Kitas / Familienzentren
- Schulen
- Jugendeinrichtungen
- Bürgerzentren
- Migrantenorganisationen, zum Beispiel Moscheevere ine
- Interkulturelle Zentren
- Beratungsinfrastrukturen vor Ort
Weitere Zugangsstrukturen und Lernorte werden im Pr ojekt iden-
tifiziert und für die Grundbildungsarbeit aktiviert.
Des Weiteren erfolgt eine Kooperation mit Stadtteil eltern- und
Integrationslotsen-Projekten, um Teilnehmende für d ie Kursan-
gebote durch aufsuchende Strukturen zu gewinnen.
Ergänzt wird die die Teilnehmendengewinnung durch e ine enge
Kooperation mit Kölner Beratungsservice und Kölner Veedelscen-
ter (KVC), den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenza genturen
und Bildungsträgern. Etabliert wird eine Verweis- u nd Lotsen-
struktur, durch die Bildungs- und Sozialberatung au f Grundbil-
dungsangebote verweist und umgekehrt aus Grundbildu ngsteil-
nahme in Bildungs- und Beratungsangebote vermittelt.
Zielgruppe Bildungsbenachteiligte Bürgerinnen und B ürger mit Grundbil-
dungsdefiziten in den 11 Sozialräume:
− Erwachsene
− Familien und
− Jugendliche / Junge Erwachsene
Ziele Operatives Ziel
− Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich
Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots-
formen
Projektziel
- Mit dem Projekt „Gemeinsam für Grundbildung im Ve edel“
soll im Programmgebiet der elf Sozialräume eine Gru nd-
bildungsoffensive gestartet werden, um so benachtei ligte
Stadtteile und bildungsbenachteiligte Bewohnerinnen und
Bewohner, besonders von Armut Betroffene wie Allein er-
ziehende, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migr ati-
onsgeschichtedurch die Möglichkeit des Erwerbs von all-
tagsbezogenen Grundbildungskenntnissen zu stabilisieren
und zu unterstützen.
- Das Projekt schließt mit seinen Grundbildungsform aten
Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig
auf der infrastrukturellen Ebene durch die Schaffung nied-
rigschwelliger quartiersbezogener Grundbildungsnetz wer-
ke, die auf Dauer angelegt sind.
124 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
- Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsach se 4:
Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Präve ntion
unter IP 9 (b) formulierten Zielsetzung „Verbesseru ng der
Integration benachteiligter gesellschaftlicher Grup pen in
Arbeit, Bildung und in die Gemeinschaft“ (Ziel 11) in vol-
lem Umfang und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Er-
reichung dieser Zielsetzung.
Indikatoren − Anzahl der entwickelten Grundbildungsformate
− Anzahl der erreichten Lernenden nach Geschlecht, A lter,
Migrationshintergrund, Status (Kursteilnahmen)
− Anzahl der realisierten Angebote
− Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltun gen
− Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Doze ntin-
nen und Dozenten
− Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Mult iplika-
torinnen und Multiplikatoren
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 125
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kosten
Projektlaufzeit / Zeitraum Laufzeit 24 Monate
01.01.2018 bis 31.12.2019
Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon-
krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung
abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah-
me
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung
Es ist geplant das Projekt in Kooperation mit Univ ersität zu Köln
und Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. (Kölner Ze ntrum für
Grundbildung und Prävention) umzusetzen
Förderung ESF
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht
erkennbar.
126 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
1.0.21
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Ferienschulen im Sozialraum Bickendorf, We stend und Ossen-
dorf
Inhalt Ausgangslage
Sprache ist das Medium und der Schlüssel zum Lernen in allen
Fächern. Entsprechende Kompetenzen bilden eine Vora usset-
zung für den Schulerfolg. Die Herausforderung in me hrsprachi-
gen Klassen besteht darin, alle Kinder so zu unters tützen, dass
sie die Schulsprache Deutsch möglichst gut und auch schnell
beherrschen. Ferienschulen sind ein geeignetes Inst rument, den
Schulerfolg neu zugewanderter und sozial benachteil igter Kinder
zu fördern.
Projektbeschreibung
Im Rahmen des Projekts sollen 22 Ferienschulen an G rundschu-
len im Programmgebiet der elf Sozialräume angeboten werden.
Hierüber können bis zu 600 Schülerinnen und Schüler erreicht
werden.
Das Projekt setzt bei den Erfahrungen des Strukturf örderpro-
gramms MÜLHEIM 2020 an. Hier konnten in der Zeit vo n 2011
bis 2014 alle Grundschulen im Programmgebiet der el f Sozial-
räume mit einem vergleichbaren modularen Konzept fü r eine Zu-
sammenarbeit in dem Thema „Sprachförderung“ gewonnen wer-
den.
Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrate gie der Stadt
Köln im Integrierten Stadtentwicklungskonzept „Star ke Veedel –
Starkes Köln“ zunächst in Form einer viermonatigen Pilotphase in
den folgenden Sozialräumen.
- Mülheim-Nord, Keupstraße und Buchheim, Buchforst
- Meschenich und Rondorf
- Blumenberg, Chorweiler und Seeberg Nord
Nach der Durchführung von je einer Ferienschule in den vier Pi-
lotstandorten erfolgt die Ausweitung des Angebotes auf die weite-
ren Sozialräume:
- Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
- Bickendorf, Westend und Ossendorf
- Bilderstöckchen
- Bocklemünd / Mengenich
- Höhenberg und Vingst
- Ostheim und Neubrück
- Humboldt / Gremberg und Kalk
Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass
die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitn ah auf alle
Sozialräume übertragen werden können und didaktisch e und
organisatorische Konzepte zunächst in einer Teilgru ppe erprobt
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 127
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
werden können, bevor sie in der Fläche umgesetzt werden.
Es ist davon auszugehen, dass in den 11 Kölner Sozi alräume
und damit auch im Sozialraum Bickendorf, Westend un d Ossen-
dorf der Anteil an Grundschulkindern mit besonderem Sprachför-
derbedarf noch einmal deutlich über dem städtischen Durch-
schnitt liegt, da der Anteil an Schülerinnen und Sc hülern mit Mig-
rationsgeschichtehöher und die sozio-ökonomische La ge der
Familien schwieriger ist als in der Gesamtstadt.
Während der Schulferien (Ostern / Sommer / Herbst) können
Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf an ihrer
Grundschule an einer kostenlosen Ferienmaßnahme tei lnehmen,
die auf die Verbesserung der Sprachkompetenzen in d er Mutter-
sprache und in der deutschen Sprache ausgerichtet i st. Während
der Maßnahme werden die Kinder in Kleingruppen (sechs Kinder)
von je zwei Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstuden ten be-
treut. Die Sprachförderung basiert auf der DemeK Methode.
Charakteristisches Kennzeichen der Ferienschule ist die Verbin-
dung von spielpädagogischen Elementen mit lebendige r Sprach-
fördertätigkeit zur Verbesserung der alltags- und b ildungssprach-
lichen Kompetenzen.
Den Abschluss der Ferienschule bildet am letzten Ta g ein Ab-
schlussfest, zu dem auch die Eltern und Geschwister kinder ein-
geladen werden.
Im Rahmen des Ferienschulen-Konzeptes werden die te ilneh-
menden Grundschulen hinsichtlich der Optimierungsmö glichkei-
ten für erfolgreiche mehrsprachige Unterrichtskonze pte beraten
und unterstützt, so dass die Wirkung der Ferienschulen im Schul-
alltag aufgegriffen und fortgeführt werden kann.
Abgrenzung des Vorhabens zu Regelangeboten
Bereits im Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 konn ten Fe-
rienschulen nur durch die damals verfügbare Förderu ng realisiert
werden, da keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten verfügbar
waren.
Vergleichbare kompetenzorientierte Angebote wie der TalentCA-
MPus im Bundesprogramm „Kultur macht stark“ richten sich an
Schülerinnen und Schüler in der Sek. 1, haben nicht den klaren
Fokus auf Sprachförderung und können somit nicht üb ertragen
oder zur Finanzierung herangezogen werden.
Ferienschulen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Konzeption
und Umsetzung erheblich von den Regelangeboten im O ffenen
Ganztag, da entsprechende Betreuungsschlüssel und organisato-
rische Voraussetzungen im schulischen Regelbetrieb nicht reali-
siert werden können. Gleichwohl wirken die Feriensc hulen durch
die vermittelten Kompetenzen in den schulischen All tag und ge-
ben in Kombination mit den Beratungsangeboten wicht ige Impul-
se für mehrsprachigen Unterricht in den beteiligten Grundschu-
len.
128 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zielgruppen Schülerinnen und Schüler der beteiligte n Grundschulen
Beteiligte Grundschulen in den 11 Sozialräumen
Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten
Ziele Operatives Ziel
− Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n
und / oder Arbeitsplätze
Projektziele
Sprachliche Kompetenzen erweisen sich zunehmend als grund-
legende Qualifikation für eine vollständige Teilhab e am gesell-
schaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Ziel des P rojektes ist es,
mit einem umfassenden modularen Konzept die sprachl iche
Kompetenz von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte un d Kin-
dern aus sozial schwachen Familien zu fördern. Spra chförderung
versteht sich im Rahmen der Projektumsetzung in ein em doppel-
ten Sinne:
− als Förderung der Bildungssprache Deutsch im Deuts ch-
und Fachunterricht, da viele Schülerinnen und Schül er
auch während der Schulzeit noch Deutschlerner sind
− als Förderung der Herkunftssprachen (Schriftsprach e) in
Koordination mit dem Erwerb der deutschen Sprache a ls
Anknüpfen an den Stärken der mehrsprachig aufwach-
senden Migrantinnen und Migranten
Ein weiteres Ziel ist die frühzeitige und umfassend e Vermittlung
von Praxiswissen für Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstuden-
ten, die in den Ferienschulen erfolgt.
Indikatoren − Anzahl der beteiligten Grundschulen
− Anzahl der erreichten Schülerinnen und Schüler
− Anzahl der zum Einsatz kommenden Lehramtsstudentin -
nen und -studenten
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 129
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kosten
Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre
01.01.2018 – 31.12.2019
Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon-
krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung
abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah-
me
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung in Kooperation mit dem Kom-
munalen Integrationszentrum.
Es ist geplant, die positiven Umsetzungserfahrungen aus dem
Strukturförderprogram MÜLHEIM 2020 mit den Kooperat ions-
partnern Lernende Region – Netzwerk Köln e.V., Zent rum für
Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) sowie dem In stitut für
Deutsche Sprache und Literatur II der Universität z u Köln umzu-
setzen.
Förderung − Gegebenenfalls geeignetes Landesprogramm des MFLJS
oder MSW oder des BAMF (Sprachkurse)
− Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind
nicht erkennbar.
− Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorb e-
halt eines möglichen Förderzuganges bzw. einer ausr ei-
chenden Förderquote.
130 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Bemerkungen Aufgrund bereits vorhandener Angebote a ußerhalb des Pro-
gramms wird derzeit eine alternative Maßnahme geprüft.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 131
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
1.0.26
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialr aum Bickendorf,
Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Köln ist die viert-größte Stadt Deutschlands. Aufgr und ihrer
Strukturen vor allem aber durch ihr tolerantes und offenes
Stadtbild verfügt die Stadt über eine hohe Anziehun gskraft so-
wohl bei Studierenden, Alleinlebenden, Familien und Personen
aus dem Um- und Ausland. Aus diesem Grund zählt Köl n auch
zu einer der wachsenden Städte Deutschlands.
Ein Faktor ist unter anderem der seit vielen Jahren anhaltende
Zuzug von EU-Bürgerinnen und Bürger. An der Spitze der Köl-
ner aus EU-Mitgliedsstaaten standen zum Stichtag 31 .12.2015
Italiener (18.745), Polen (9.632) und Griechen (5.7 76). Bezüg-
lich dieser Staatsangehörigen ist in den vergangenen Jahren ein
moderater und relativ linearer Anstieg der Einwohne rzahlen zu
verzeichnen.
Seit dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien im Jahr 2007
ist die Zahl der gemeldeten EU-Bürgerinnen und Bürger aus den
beiden Staaten deutlicher als bei allen anderen Zuw anderern
aus den EU-Mitgliedsstaaten gestiegen. Zum 31.12.20 15 hat
sich die Zahl auf insgesamt 10.497 Menschen erhöht (6.548
Bulgaren, 3.949 Rumänen). Dazu gibt es in Köln eine nicht
quantifizierbare Anzahl an EU-Bürgerinnen und Bürge rn, insbe-
sondere aus den beiden genannten Staaten, die nicht gemeldet
sind, sich aber sowohl vorübergehend als auch regel mäßig in
Köln aufhalten. Schon anhand der Meldedaten über Zu züge und
Fortzüge lassen sich hohe Fluktuationsquoten nachvo llziehen,
die 2014 bei rund 51 Prozent, in den Jahren 2011 bi s 2013 so-
gar zwischen 65 und 70 Prozent lagen.
Der Zuzug von Zugewanderten konzentriert sich nicht auf einige
wenige Quartiere, sondern verteilt sich über das ga nze Stadtge-
biet. Besonders betroffen sind dabei zwangsläufig d ie Gebiete
und Quartiere, die mit vergleichsweise hohen Arbeit slosenquo-
ten und entsprechend hohen Anteilen von Transferlei stungs-
empfängerinnen und -empfängern, noch relativ preisg ünstigem
Wohnungsbestand zu den benachteiligten Stadtteilen und -
vierteln in Köln gehören. Hierzu zählt auch der Soz ialraum Bi-
ckendorf, Westend und Ossendorf.
Die Freizügigkeit innerhalb der EU gründet für alle EU-
Bürgerinnen und -Bürger auf dem Recht zur Arbeitssu che und
dem Aufenthaltsrecht sowohl zur Arbeitssuche als au ch für die
Dauer der Beschäftigung in jedem EU-Mitgliedsland.
Menschen, die in ihren Herkunftsländern eine schulische Bildung
und eine berufliche Qualifizierung erfahren haben, finden sich
auf dem hiesigen Arbeitsmarkt relativ gut zurecht u nd könnten
sich und ihre Familien oft selbstständig finanziere n und ernäh-
132 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
ren. Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrung si nd zum
Teil dennoch ursächlich für den schwierigen zuweile n perspek-
tivlosen Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt. Insbeson dere Frau-
en aus den benannten Zuzugsländern sind von Diskrim inierung
und Ausgrenzung betroffen. Studien zu folge, erfahr en gerade
Frauen aus Sinti und Roma Familien häufiger Diskrim inierung
aufgrund von Zuschreibungen, die diesen Personen ge genüber
getroffen werden, als andere. Zugänge in den Arbeits- aber auch
Wohnungsmarkt sind erschwert, da sowohl Arbeitgeber als auch
Wohnungseigentümer häufig zurückschrecken, Familien aus
EU-Ost-Ländern eine Wohnung zu vermieten zum Beispiel einen
Arbeits- oder Ausbildungsplatz anzubieten. Somit ka nn davon
ausgegangen werden, dass qualifizierte Personen aus den be-
schriebenen Gründen, einen deutlich schwereren Star t in das
hiesige System haben, als andere.
Die aktuelle Zuwanderungssituation weist aber eben auch eine
große Anzahl von Menschen auf, die in ihren Herkunf tsländern
bereits großer Not ausgesetzt waren, ohne Zugang zu Bildung,
adäquat bezahlter Beschäftigung, Gesundheitsversorg ung und
menschenwürdigen Wohnbedingungen. Die Menschen ohne
echte Perspektive auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sic hern ihren
täglichen Lebensunterhalt unter anderem durch Geleg enheitsar-
beiten, Sammeln von Schrott und Flaschen, Verwertun g von
Sperrmüll aber auch durch Bettelei oder persönliche Verdingung
bis hin zu Prostitution.
Um den daraus heraus resultierenden Anforderungen b egegnen
zu können, hat die Stadt Köln das ESF-Projekt „Will kommen in
Köln“ im Zeitraum 01.01.2014 bis 31.12.2015 durchge führt. Im
Zentrum aller Aktivitäten stand die nachhaltige Int egration der
Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Südosteuropa in de n Ar-
beitsmarkt und das soziale Umfeld. Schwerpunkte des Projektes
waren der Aufbau von Begegnungs- und Beratungsstellen sowie
die Durchführung von Sprachkursen. Die Verbindung v on aufsu-
chender Beratungstätigkeit und fester Beratungsstel le als An-
laufpunkt erwies sich als erfolgreiche Strategie fü r die Teilneh-
mendengewinnung und die Umsetzung der Beratungsarbe it. Die
Vielzahl der multiplen Vermittlungshemmnisse der Zu gewander-
ten (Wohnsituation, Krankenversicherungsschutz, soz iale Absi-
cherung, Schulden) verzögerte jedoch eine schnelle Integration
in den hiesigen Arbeitsmarkt. Im Fokus stand daher erst einmal
der Abbau dieser Hemmnisse. Die Beratungen wurden d ann
Zug um Zug mit arbeitsaktivierenden Maßnahmen kombi niert.
Die Unterstützungs- und Beratungsangebote konzentrierten sich
in diesem Projekt im Wesentlichen auf die Stadtteil e Ehrenfeld,
Kalk und Mülheim.
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW fördert
für ein weiteres Jahr arbeitsmarktliche Projekte im Kontext der
Zuwanderung aus Südosteuropa. In dem Folgeprojekt „ Weiter-
entwicklung Willkommen in Köln“ werden in 2016 die Erkennt-
nisse aus der zweijährigen Projektumsetzungsphase a ufgegrif-
fen und weiterentwickelt. Die Maßnahmen im Projekt konzentrie-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 133
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
ren sich auch hier auf die Stadtteile Ehrenfeld, Ka lk und Mül-
heim.
Im Rahmen der neuen ESF-Förderphase in Nordrhein-Westfalen
wird das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ ab 2017
die guten Ansätze aus den beiden vorangegangen Proj ekten
aufgreifen und auf den bisher nicht berücksichtigte n Sozialraum
Bickendorf, Westend und Ossendorf übertragen. Im zu künftigen
Projekt ist der zentrale Inhalt die Arbeitsmarktint egration sowie
die Themenfelder Diskriminierung, Ausgrenzung und V orurteile
gegenüber der beschriebenen Zielgruppe. Denn die Un terstüt-
zung und Mobilisierung der ankommenden Personen ist nicht
ausreichend. Ein Zusammenspiel zwischen der Aufnahm e- und
Ankommenden-Gesellschaft muss forciert werden, um e ine ziel-
führende und erfolgreiche Integration für alle Bete iligten zu er-
langen.
Niedrigschwellige Unterstützung, die im Vorfeld der Arbeits-
marktintegration erforderlich ist, erhalten die Men schen ab dem
01.01.2016 über Angebote, die aus dem Europäischen Hilfs-
fonds finanziert werden. Die Angebote aus dem EHAP sollen
den Menschen bei der Bewältigung des Alltags in Deu tschland
helfen, sie für Beratungsstrukturen des regulären H ilfesystems
sensibilisieren und an diese heranführen sowie bei der Überwin-
dung von sprachlichen Schwierigkeiten unterstützen. Das ESF-
Projekt als Schnittstelle knüpft hier an zwei Stell en an. Zum ei-
nen unterstützt es die Zugewanderten bei der Arbeit smarktin-
tegration. Die Zugewanderten verfügen über sehr unt erschiedli-
che Ausgangssituationen im Hinblick auf ihre Chance n der In-
tegration in den Arbeitsmarkt. Sowohl der Bildungs- zum Bei-
spiel der Ausbildungsstand, die tatsächliche Arbeitserfahrung als
auch der arbeitsrechtliche Status sind sehr vielfäl tig. In der Re-
gel sind die Sprachkompetenzen der deutschen Sprach e für ei-
ne schnelle Integration in Beschäftigung zu gering. Bestehende
Potenziale, Fähigkeiten und Kenntnisse müssen ident ifiziert
werden. Ebenso wichtig ist die Förderung der Sprachkompetenz.
Zum anderen wird ein Schwerpunkt des Projektes auf die Öff-
nung von Betrieben und Ausbildungseinrichtungen sowie Ämtern
und Dienststellen gelegt. Im Rahmen von Diversity w ird sowohl
die Zielgruppe als auch die Aufnahmegesellschaft als Zielgruppe
betrachtet. Wie beschrieben, haben Erfahrungen geze igt, dass
Integrationsmaßnahmen eindimensional nicht zielführ end sind,
deshalb fokussiert Willkommen und Ankommen in Köln alle Be-
teiligten gleichermaßen.
Projektbeschreibung
Das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ setzt hier mit
einem sogenannten integrierten Konzept, einer Kombination aus
Kompetenzfeststellung, Sprachförderung, Beratung un d Beglei-
tung abgestimmt auf die Zielgruppe, sowie Öffentlic hkeitsarbeit,
Schulungen, Begegnung und Austausch an beide Zielgr uppen
(Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeb erinnen
und Arbeitgebergeber) gerichtet, an.
134 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Das Ziel der Arbeitsmarktintegration soll in enger Abstimmung
mit maßgeblichen Kölner Arbeitsmarktakteuren und an deren mit
der Zielgruppe vertrauten Institutionen wie zum Bei spiel Jobcen-
ter, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer Migran-
tenselbsthilfeorganisationen, Antidiskriminierungss tellen und
weitere erreicht werden durch:
1. Zielgruppensensible Beratung
2. Kompetenzfeststellung im Rahmen der arbeitsmarkt lichen
Integration
3. Sprachkurse
4. Gewinnung von Arbeitgeberinnen und -gebern zur Q uali-
fizierung der Zielgruppe (Kombination von einem Pra kti-
kum und auf den Job ausgerichtete Sprachkurs)
5. Begleitung in bestehenden Beschäftigungsverhältn issen
6. Anerkennung von ausländischen Bildungs- und Beru fsab-
schlüssen
7. Fachberatung für berufliche Abschlüsse
8. Begleitung vor und nach Anerkennung von Abschlüs sen
9. Rechte und Pflichten von Arbeitnehmerinnen und -
nehmern
10. Coaching im Rahmen der dauerhaften Integration
11. Begegnung und Austausch sowie Sensibilisierung auf
beiden Seiten
12. Vermittlung der Projektteilnehmenden in sozialv ersiche-
rungspflichtige Beschäftigungs- zum Beispiel in Aus bil-
dungsverhältnisse
13. Aufbau einer Unterstützungsstruktur für die Zug ewander-
ten als auch die Arbeitgeber der Zielgruppe
Zielgruppe − Personen aus der EU mit Schwerpunkt Süd-Osteuropa
− im Alter zwischen 18 und 55 Jahren
− Frauen und Männer zu gleichen Anteilen
Ziele Operative Ziele
− Schaffung von bedarfsgerechten Angebotsstrukturen und
/ oder Arbeitsplätzen
− Vernetzte Beratungs- und Angebotsstrukturen im Ber eich
Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots-
formen
− Verstärkte Arbeitsmarktintegration von Armut Bedro hten /
Betroffenen
Projektziele
− Aktivierung, Heranführung und Integration in den A r-
beitsmarkt, und den Sozialraum
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 135
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Konzeption eines umfassenden Begleitprogramms
− Qualifikation durch ausbildungsähnliche Strukturen und
Sprachkurse
− Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung
Indikatoren − Anzahl der Fortbildungsveranstaltungen
− Anzahl der Teilnehmenden
− Anzahl Personen, die mit Abschlüssen qualifiziert wurden
− Anzahl Personen Vermittlungen in den Arbeitsmarkt
Kosten
Personal und Sachkosten (Summen)
Nicht förderfähige Kosten Pro Jahr für 2 Jahre
Projektleitung mittlere Projekte
1/4 Stelle, Pauschale
19.110 € 38.220 €
Herausgehobene Projektmit-
arbeit 1/4 Stelle,
Pauschale
22.050 € 44.100 €
Gesamt 41.160 € 82.320 €
Förderfähige Kosten zur
Weiterleitung an Träger
Pro Jahr für 2 Jahre
2 Stellen Projektmitarbeit,
Pauschale von 76.440 €
152.880 € 305.760 €
Bürgerschaftliches Engage-
ment
3.000 € 6.000 €
Gesamt 155.880 € 311.760 €
Gesamtkosten 394.080 €
Davon 2019: 197.040 €
Davon 2020: 197.040 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre
01.01.2019 bis 31.12.2020
Eine Übertragung dieser Maßnahme auf andere Sozialr äume
sowie eine Weiterentwicklung sind denkbar. Die konk rete Fort-
führung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung a bhängig
vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststel le Diversity
Förderung − ESF, B 1 im Rahmen der Einzelfallentscheidung
− Der Eigenanteil der Stadt Köln wird durch die Stel lung
von Personal erbracht.
− Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind
nicht erkennbar.
136 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
10.5 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum
Laufende Nummer
2.0.4
Handlungsfeld: Öffentlicher Raum
Maßnahme Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln
Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“
Einrichtung von Trendsportarten sowie Spiel- und Be wegungsmög-
lichkeiten für Kindern und Jugendliche im Sozialraum
Inhalt Ausgangslage
Im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ b esteht laut
Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln 2011 eine g roße Unterver-
sorgungen an öffentlichen Spiel- und Sportflächen.
Unter Berücksichtigung von Einwohnerdichte und Ante il an Mehr-
familienhäusern sowie Anzahl und Anteil der hier le benden Kinder
und Jugendlichen besteht laut Rankingliste der Juge ndhilfeplanung
allein im Stadtteil Bickendorf ein Flächenfehlbedar f von insgesamt
7.104 Quadratmeter. Daraus errechnet sich insgesamt der Rang 36
aller 86 Kölner Stadtteile. Dem grundsätzlich vorhanden und jährlich
steigenden Flächenfehlbedarf kann nur mit neu geschaffenen Spiel-
und Bewegungsflächen entgegengewirkt werden.
Vor allem im Westend – der Bereich zwischen Venloer Straße,
Mühlenweg, Westfriedhof und Bahntrasse – ist die bedarfsgerechte
Neuerrichtung von attraktiven, qualitativ guten und bedarfsorientier-
ten sportlichen Angeboten dringend erforderlich, um den jungen
Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters- und be darfsge-
rechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungsräume u nd damit
adäquate Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können.
Ein enorm hoher Handlungsbedarf ergibt sich darüber hinaus auch
aus der vorhandenen Bevölkerungsstruktur sowie den gegebenen
familiären und sozialen Lebensbedingungen der Kinde r und Ju-
gendlichen im Sozialraum.
Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerh eblichen Teil
ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen si ch aufgrund feh-
lender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell au sgewiesenen Flä-
chen. Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind verstärkt nieder-
schwellige, kostenfreie Angebote für jeden ohne Aus grenzung im
öffentlichen Raum bereitzustellen.
Projektbeschreibung
Entsprechend des Bedarfes ist folgende Fläche für e inen projektbe-
zogenen Umbau vorgesehen:
− Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“: zu sätzli-
che Fläche für Trendsport in Grünfläche/große Wiese Müh-
lenweg/Westendstraße in Köln-Bickendorf (siehe unte nste-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 137
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
hende Markierung im Plan)
Das vorhandene öffentliche Spielangebot besteht aus einen Ball-
spielbereich (Bolzplatz und Streetball), 2 Tischten nisplatten im Ein-
gangsbereich Ossendorfer Weg/Johann-Thomer-Straße u nd einem
cirka 2.500 m² großen Spielplatz mit Rutsche, Seilz irkus, Balancier-
angebot und Kreuzpendel:
Die insgesamt rd. 50.000 m² große öffentliche Grünfläche bietet hier
noch räumliche Möglichkeiten zur Planung der dringe n erforderli-
chen Angebotsflächen für Kinder und Jugendliche. Unterschiedliche
bewegungsorientierte Räume, die im Besonderen auch als dezent-
138 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
rale Jugendtreffpunkte mit Aufenthaltsqualität zum Treffen, Chillen,
Kommunizieren etc. genutzt werden können, sind an d ieser Stelle
dringend erforderlich und bedarfsgerecht herzuricht en. Das zusätz-
liche Angebot ist aufgrund der Nähe zur dichten Woh nbebauung
und verschiedener Einrichtungen für Kinder und Juge ndliche gut
verortet.
Der Aspekt der Barrierefreiheit wird im Rahmen der Planung in en-
ger Abstimmung mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Köln
berücksichtigt.
Zielgruppe Alle Kinder, Jugendliche und junge Erwac hsene aus dem Wohnum-
feld
Ziele Operative Ziele
− Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Flächen
für Neunutzungen
− Aufgewertete Begegnungs- und Lebensräume
Projektziel
Zeitnahe Bereitstellung öffentlicher Spiel- und Bew egungsflächen
mit hohem Bewegungs- und Aufenthaltswert für Kinder , Jugendli-
che, Familien sowie andere in den Sozialraumgebiete n lebende
Menschen; Schaffung der Voraussetzungen für eine hö here Le-
bens- und Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner
des Stadtviertels
Indikatoren − Anzahl neu errichteter Spiel- und Bewegungsangebot e
− Umgestaltete Fläche in m²
− Teilnehmende an den Kinder-, Jugend- und Bürgerbet eili-
gungen
− Verminderung des Fehlbedarfes, Erhöhung der zur Ve rfü-
gung stehenden Flächen (in m²)
Kosten Sachkosten / Baukosten
− Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“:
Kostenschätzung 240.000 €
Projektlaufzeit/
Zeitraum
36 Monate / 3 Jahre
01.01.2019 bis 31.12.2021
2019: 20:000 €
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 139
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
2020: 120:000 €
2021: 100:000 €
Projektverantwortli-
cher
Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie
Förderung EFRE
Kofinanzierung durch Städtebauförderung
ggf. Kofinanzierung durch Landessportbund (MFKJKS)
Bemerkung An der Planung der Maßnahme werden Kinder , Jugendliche und
junge Erwachsene sowie die interessierte Bewohnerschaft beteiligt.
Nur auf diese Weise kann eine bedarfsgerechte Gesta ltung erreicht
werden.
Eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Einricht ungen der
Kinder- und Jugendarbeit vor Ort und der Sozialraum koordination
ist vorgesehen.
140 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer 2.1.3 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum
Maßnahme Umgestaltung Mühlenweg
von Mathias-Brüggen-Straße
bis Westendstraße/Ossendorfer Weg
Inhalt Ausgangslage
Zweispurige Hauptstraße mit ortsprägendem Verkehrsc ha-
rakter und teilweiser Erschließungsfunktion für Gew erbe und
Wohnen
Mühlenweg (Westendstraße - Mathias-Brüggen-Straße)
Westendstraße (Mühlenweg – Ortslage)
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 141
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Westendstraße (Ortslage – Ossendorfer Weg)
Nach vorwiegend verkehrstechnischen Kriterien gesta lteter
Straßenraum (teilweise mit Abbiegespuren).
Knotenpunkt Mathias-Brüggen-Straße/Mühlenweg
Im Jahr 2016 wurde der Mühlenwege im Abschnitt von
Hugo-Eckener-Straße, weiter nördlich entlang des We st-
friedhofs bis zum Anschluss an den Mühlen-
weg/Westendstraße saniert und als Geh- und Radweg a us-
gebaut
142 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Mühlenweg im Bereich nördlich des Westfriedhofs
Entlang des Mühlenweges von Westendstraße bis Mathi as-
Brüggen-Straße sowie in der Westendstraße bestehen we-
der bauliche Radwege noch auf der Fahrbahn abmarkie rte
Radverkehrsführungen. Da der Mühlenweg Bestandteil einer
NRW-Veloroute und einer wichtigen Radverkehrsverbin dung
im Kölner Nordwesten ist, stellt diese Lücke im Rad wege-
netz eine deutliche Qualitätsminderung dar.
Der Knotenpunkt Mathias-Brüggen-
Straße/Mühlenweg ist als
Unfallhäufungspunkt seit 1996 bis letztmalig in 201 3 einge-
stuft. Vorfahrtsmißachtungen und Auffahrunfälle ste llen da-
bei die am häufigsten vorkommenden Unfälle dar. Die in den
letzten Jahren durchgeführten begleitenden Maßnahme n
(Haltelinie im Mühlenweg näher an die Mathias-Brügg en-
Straße herangerückt, Grünschnitt durchgeführt, vers tärkte
polizeiliche Kontrollen) führten zwar in den letzte n drei Jah-
ren zu einer Entspannung der Situation. Allerdings wird sich
die Situation erst durch einen kompletten Umbau des Kno-
tenpunktes nachhaltig verbessern.
Projektbeschreibung
− Knotenpunkt Mathias-Brüggen-Straße/Mühlenweg wird
als Kreisverkehr umgebaut.
− Radverkehrsführungen werden optimiert. Ziel ist es , den
Radverkehr entlang des Mühlenweges und der Westend-
straße über neu anzulegende Radverkehrsanlagen ver-
kehrssicher zu führen.
− Aufenthaltsqualität entlang des Straßenabschnittes – ins-
besondere im Bereich „Wohnen“ - verbessern.
Zielgruppe − Anwohnerinnen und Anwohner des Stadtteils Bickendo rf.
− Fahrradfahrerinnen und -fahrer von und nach Köln-
Bickendorf.
Ziele Operatives Ziel
− Erschlossene und bedarfsgerechte weiterentwickelte Flä-
chen für neue Nutzungen
Projektziele
− Raumqualitäten verbessern und stärker vernetzen.
− Radverkehrsanteils auf diesem Straßenabschnitt erh ö-
hen.
− Aufenthaltsflächen für Fußgänger vergrößern.
Indikatoren − Umgebaute Fläche vorher / nachher
− Radverkehrsanlagen vorher / nachher
− Gehwegbreiten vorher / nachher
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 143
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kosten Planungskosten (geschätzt)
Straßenplanung
HOAI, §48, Leistungsphasen 1 bis 5: 130.000 €
a) Planungskosten gesamt: 130.000 €
Externe Kosten für baubegleitende Arbeiten (geschätzt)
HOAI, §48, Leistungsphasen 6 bis 9
einschließlich örtliche Bauleitung: 108.000 €
b) Externe Kosten gesamt: 108.000 €
Ausbaukosten (geschätzt)
Straßenumbau: 2.100.000 €
c) Ausbaukosten gesamt: 2.100.000 €
Gesamtkosten (a bis c): 2.338.000 €
Kostenaufteilung (a bis c):
Jahr
a)
Planung
[€]
b)
bau-
begleitende
Arbeiten
[€]
c)
Ausbau
[€]
a) bis c)
[€]
2017 30.000 0 30.000
2018 50.000 0 50.000
2019 50.000 0 50.000
2020 43.000 43.000
2021 41.000 735.000 776.000
2022 24.000 1.365.000 1.389.000
Gesamt 130.000 108.000 2.100.000 2.338.000
Projektlaufzeit / Zeitraum
63 Monate
Vorplanung ab 01.06.2017 bis 31.12.2019
Umsetzung ab 01.01.2020 bis 30.09.2022
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Straßen und Verkehrstechnik
Förderung Städtebauförderungsmittel
144 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
10.6 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimasc hutz, Luftreinhaltung und
Lärmminderung
Lfd. Nummer 4.0.2 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umwe ltgerechtigkeit
Maßnahme Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze “
Maßnahme im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole
Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst u nd den
Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und d ie Ergeb-
nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelge rechte Met-
ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich
gezeigt, dass es zukünftig in Köln heißer wird und dass Wetter-
extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine d eutliche
Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadttei le gegen-
über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad.
In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von
über 30°C und die Sommertage, mit Temperaturen von über
25 C in Köln deutlich zunehmen.
Dabei können Maximaltemperaturen von über 40°C erre icht wer-
den. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jah rhunderts
für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzei tigen klimati-
schen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die
Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln.
In den dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur w enige wirk-
same Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte im Stadtgeb iet zu
schaffen.
Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit
möglichen Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnten unzählige
gepflasterte und betonierte Stellplätze, Höfe, Vorg ärten oder Ga-
ragenauffahrten durch Entsiegelung und Bepflanzung wieder zur
klimatische Abmilderung der Hitzebelastung beitragen.
Projektbeschreibung
Es gibt zwei Ansätze die parallel verfolgt werden: Entsiegelung
von privaten oder von öffentlichen Flächen.
In einem ersten Schritt sollte in den Quartieren ei ne Bestands-
aufnahme die möglichen potentiellen Flächen erheben , die für
eine Entsiegelung zur Verfügung stehen könnten.
In einem weiteren Schritt sollte die Entsiegelung u nd Bepflan-
zung der Flächen durchgeführt werden. Dies könnte d urch eine
Förderung der Entsiegelungsmaßnahmen für private un d ge-
werbliche Eigentümer erfolgen. Möglich wäre zum Bei spiel eine
Förderquote von 20 € pro entsiegeltem Quadratmeter. Mit einer
entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit in den Quartie ren sollte für
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 145
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
die Maßnahme geworben werden.
Zudem besteht ein integrativer Ansatz, da die Maßna hme durch
einen Träger des 2. Arbeitsmarktes durchgeführt werden kann.
Neben privaten Flächen sollen auch öffentliche Fläc hen (zum
Beispiel Plätze) entsiegelt werden. Hier sind mögli che Synergie-
effekte mit anderen EFRE-Projekten zu prüfen, bei d enen im
Rahmen von Gestaltungsmaßnahmen auch Flächen entsie gelt
werden.
Mit der Entsiegelung ist auch eine ökologische Revi talisierung
der Flächen durchzuführen. Denkbar ist hier die gez ielte Zu-
sammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften in d en Sozi-
alräumen.
Neben der Regenwasserversickerung vor Ort könnten a us voll-
versiegelten Hinterhöfen grüne Oasen entstehen, die den Be-
wohnern nicht nur eine Verbesserte Aufenthaltsquali tät bieten,
sondern auch das Bewusstsein für den Klimawandel un d Natur
stärken.
Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner
Ziele Operative Ziele
− Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie um-
weltbewusstere Lebensweise
− Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen
Projektziele
− Anzahl der sensibilisierten Bewohnerinnen und Bewo h-
ner für das Thema „Klimaanpassung / Hitze“
− Flächenentsiegelung
Indikatoren − Entsiegelte Fläche in Quadratmeter
− Begrünte Fläche in Quadratmeter
− Anzahl der beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner
Kosten Sachkosten
Pro Quadratmeter entsiegelter Fläche fallen Kosten in Höhe von
25 bis 40 € an. Hinzu kommen Planungskosten in Höhe von 20
Prozent.
Kostenvolumen 30.000€
Es fallen Kosten für Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 10.000 €
an. Die Kosten zur Bestandsaufnahme sind im Gesamtv olumen
enthalten. Berücksichtigt werden in der Kostenkalku lationen so-
wohl Maßnahmen für private als auch für öffentliche Flächen.
Personalkosten
Eine halbe Stelle Entgeltgruppe 13: 43.050 €
146 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Geschätzte Gesamtkosten 83.050 €
Davon 2018: 29.350 €
Davon 2019: 29.350 €
Davon 2020: 24.350 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre
01.01.2018 bis 31.12.2020
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt- und Ver braucherschutzamt
Förderung EFRE
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 147
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Lfd. Nr. 4.0.4 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umweltg erechtigkeit
Maßnahme Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssy stems. Informati-
onsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im
Zuge des Klimawandels
Maßnahme im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole
Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst u nd den
Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und d ie Ergeb-
nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelge rechte Met-
ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich
gezeigt, dass es zukünftig in Köln wärmer wird und die Wetter-
extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine d eutliche
Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadttei le gegen-
über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10°C.
In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von
über 30°C und die Sommertage, mit Temperaturen von über
25°C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maxima ltempe-
raturen von über 40°C erreicht werden. Die Zahl der Sommerta-
ge wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgeb iet Köln im
Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältni ssen, um 30
bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tag e kann
sich sogar verdoppeln.
Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartierte bei l ang anhal-
tenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonde rs Kleinkin-
der, Kranke und ältere Menschen. Aber auch bei gesu nden Men-
schen kann Hitze zu Erschöpfung und eingeschränkter Leis-
tungsfähigkeit führen.
Bei Hitzeperioden wurden höhere Sterberaten gemesse n und
das wärmere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheit lichen Be-
lastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen
gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken.
Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Vereinsamung oft
dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausreichende Flüssig-
keitsversorgung und Flüssigkeitsaufnahme unterlassen werden.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner I nternetseite
und als Handy-App eine Hitzewarnung an. Dieser Dien st kann
auch von Altenpflegeeinrichtungen genutzt werden.
Projektbeschreibung
Ziel ist es, durch eine gezielte Öffentlichkeitsarb eit die Bewoh-
nerschaft in den unterschiedlichen Stadtvierteln zu erreichen, die
alters- und situationsbedingt diese webbasierte Tec hnik nicht
nutzen können. Diese Zielgruppe soll nicht nur eine Vorwarnung
für Hitzeereignisse bekommen, sondern auch eine ent sprechen-
148 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
de Verhaltensänderung bzw. Vorsorge betreiben.
So sollte zum Beispiel ein alter Mensch dazu angehalten werden,
in besonders belasteten Hitzetagen sein Trinkverhal ten zu än-
dern, oder die junge Mutter könnte in der Mittagsze it mit ihrem
Kind den Schattenplatz aufsuchen.
Die Kampagne sollte neben allgemeinverständlichen I nformatio-
nen verschiedene Medien bedienen. Gerade alte Menschen, ggf.
in Einrichtungen, benutzen andere Medien als junge Mütter von
Kleinkindern. Die Information sollte über verschiedene Kommuni-
kationswege verbreitet werden. Hierbei sollten auch neue Wege
eingeschlagen werden.
Hierzu ergeben sich in den Stadtteilen mehrere Fragestellungen:
− Wie wird die Hitzewarnung des DWD in den Einrichtu n-
gen an die Bewohnerinnen und Bewohner kommuniziert
und wie wirkt sich die Hitzewarnung auf das Verhalt en
aus?
− Wie werden ältere Bewohnerinnen und Bewohner er-
reicht, die nicht in einer Einrichtung leben?
− Welche Möglichkeiten gibt es, das Thema Stadtklima /
Hitzeentwicklung zu kommunizieren?
− Was sind geeignete Kommunikationsmedien?
− Welche Verhaltensänderungen stellen sich ein?
Mit Hilfe von Multiplikatoren soll das Thema an die Zielgruppe
kommuniziert werden. Hier werden gezielt nicht nur Träger im
Bereich Altenpflege angesprochen, sondern diverse a ndere, um
das Wissen auf breiter Basis zu kommunizieren.
Mögliche Multiplikatoren sind:
− Diverse soziale und kirchliche Träger,
− Pflegedienste,
− Grundschulen,
− Sozialraumkoordinatoren,
− Anlaufstellen,
− Gemeinden, Soziale Netzwerke, Mittler
Geplant ist das Themenfeld „Informationsfluss der H itze-
Warnung in der Einrichtung“, bzw. „Erreichbarkeit v on alleinle-
benden älteren Menschen“ durch die Universität Bonn (Prof. Kis-
temann, Institut für Hygiene & Public Health) im Ra hmen von
gesundheitsgeographischen Masterarbeiten untersuche n zu las-
sen.
Mögliche Maßnahmen sind:
− Medien: Die Information kann über einen einfachen Flyer
erfolgen, aber auch durch Medien wie Handy-Apps, od er
das Internetz.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 149
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Ausgabe von Trinkflaschen
− Gedrucktes Informationsmaterial
− Internet / App
− Veranstaltungen: Geplant ist an zentralen Orten in den
Sozialräumen Thementage und Informationskampagnen
nach dem Motto „bleib cool“ durchzuführen. Diese sollen
an heißen Sommertagen den Aspekt Gesundheitsvor-
sorge spielerisch erlebbar machen. Eine Trinktheke des
Versorgungsunternehmens RheinEnergie gibt Trinkwas-
ser aus, um die Bevölkerung für das Thema zu sensib ili-
sieren. Kinder (und Erwachsene) können mit Feuerweh r-
schläuchen und Wasserspielen Abkühlung finden. Durc h
gezielte Ausgabe von Trinkflaschen an ältere Leute wer-
den diese erreicht.
Das Thema Klimawandel und die damit verbundene Hitz eent-
wicklung kann in Zusammenarbeit mit dem Gesundheits amt in
die Grundschulen transportiert werden.
Alte Menschen in Einrichtungen könnten auch über ei ne „Hitze-
ampel“ entsprechend informiert werden.
Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Quar tiere
Ziele Operatives Ziel
− Verbesserte Umweltbildung und –beratung sowie um-
weltbewusstere Lebensweise
Projektziele
− Veränderte Einstellung zum Thema Umweltbelastung
und Hitze,
− Sensibilisierung für das Thema Hitzewelle
Indikatoren − Anzahl der Website-Besuche (Klicks)
− Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche
Kosten Personalkosten
Halbe Stelle Entgeltgruppe 13 beim Umwelt-und Verbr aucher-
schutzamt: 43.050 €
Die Darstellung der Personalkosten erfolgt nur nachrichtlich. Die-
se Kosten werden nicht in die Förderung eingebracht.
Sachkosten
Wissenschaftliche Analyse durch die Uni Bonn. 4.000 € für 2
Studierende für jeweils 0,5 Jahre
Supervision 4.000 €
Separate, isolierte Internetpräsenz: 6.000€
150 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Veranstaltungen und Infokampagne
in den Sozialräumen vor Ort 20.000€
Flyer, Informationsmaterial, Trinkflaschen 20.000€
Sachkosten gesamt: 54.000 €
Gesamtkosten 54.000 €
2018: 20.000 €
2019: 17.000 €
2020: 17.000 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre, 01. 01.2018 – 31.12.2020
Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorbe halt ei-
nes möglichen Förderzuganges bzw. einer ausreichend en För-
derquote .
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt-und Verb raucherschutzamt in Zusammenar-
beit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, der Rhe inEnergie
und der Universität Bonn, Institut für Hygiene und Öffentliche
Gesundheit
Förderung − BUMB-Programm (Klima), BMBF
Bemerkungen Die Umsetzung erfolgt gesamtstädtisch a us einem anderen För-
derzugang.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 151
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer 4.0.9 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, L uft-
reinhaltung und Lärmminderung
Maßnahmen Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbes serung der Identifi-
kation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialr aum und
gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthalts-
qualität im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Es ist schon lange bekannt, dass lebendige Tiere ei ne besonde-
re Wirkung bei Menschen in Bezug auf Identifikation und eigene
Wahrnehmung erzielen. Das sich Kümmern um andere Le bewe-
sen, die geeignete Hilfe bereitwillig annehmen, füh rt dabei oft zu
einer Steigerung des Selbstwertgefühls und kann daz u beitra-
gen, Aggressionen gegen sich und das Umfeld in Fürs orge um-
zuwandeln.
Darüber hinaus stellt die Verbesserung der Biodiver sität eine
wichtige Aufgabe in Zeiten des Artenschwundes und d es Klima-
wandels dar, denen es mit geeigneten Mitteln entgeg enzusteu-
ern gilt. Da die Stadt Köln die Deklaration „Biodiv ersität in Kom-
munen“ unterzeichnet hat und damit eine freiwillige Selbstver-
pflichtung zur Berücksichtigung der Artenvielfalt i n allen Hand-
lungsbereichen eingegangen ist, besteht hier konkre ter Hand-
lungsbedarf, zumal die Kommune bei dem Wettbewerb „ Bio-
diversität in Kommunen“ sehr schlecht abgeschnitten hat.
Projekte zur gezielten Förderung von Arten, die als Sympathie-
träger gelten, sind dabei besonders geeignet, sowoh l dem sozia-
len, als auch dem ökologischen Aspekt gerecht zu werden.
Projektbeschreibung
Es wird eine geeignete Art ausgewählt, für die Schu tzmaßnah-
men relativ einfach auch durch die Bürger umzusetze n sind.
Durch den Aufbau einer Internetseite mit allen Info rmationen
rund um diese Tierart und der Darstellung möglicher Schutz-
maßnahmen sollen alle Bürgerinnen und Bürger inform iert wer-
den.
Aktionen vor Ort sollen dabei nicht nur bleibende S trukturen
schaffen sondern unter Mitwirken der Bürgerinnen un d Bürger
erfolgen, so dass eine Identifikation möglich wird. Denkbar sind
hier, adäquat zum Spatzenprojekt, Maßnahmenkonzepti on und
Umsetzung an Schulen und KITAs zur Lebensraumgestal tung,
die Entwicklung von Flyern zum Schutz der Art sowie die Auslo-
bung eines Fotowettbewerbs zu der Art mit anschließ ender Ka-
lendererstellung. Die Entwicklung und die Abgabe vo n Saatgut
als direkte oder indirekte Nahrungsgrundlage sowie die Anleitung
für Fortpflanzungsstätten sollen das Projekt abrund en.
Durch die Entwicklung eines Kinderlesebuches soll d arüber hin-
aus das Erlebte weiter gefestigt werden und mit ein er Förderung
im Bereich Lesekompetenz verbunden werden.
152 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Wichtig ist, dass die gewählte Art zum einen als Sy mpathieträger
wahrgenommen wird, aber auch noch so häufig vorkomm t, dass
eine Beobachtung durch die Bewohnerinnen und Bewohner ohne
großen Aufwand möglich ist. Die Habitate sollten da bei geeignet
sein, auch anderen Arten zu helfen.
Durch die Anlage eines beschilderten Lehrpfades sol len die Leit-
art und ihr Lebensraum darüber hinaus für alle erlebbar werden
Aus dem Spatzenprojekt liegt bereits eine ganze Rei he von Er-
fahrungen vor, die im Rahmen eines neuen Projektes genutzt
werden könnten.
Als mögliche Arten könnten der Igel oder Wildbienen gewählt
werden.
Zum Nachweis der Populationsstärkung könnte eine Ka rtierung
vor Beginn und nach Ablauf der Projektzeit in Bezug auf die ge-
wählte Art in den Projekträumen durchgeführt werden
Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner aller Alterss tufen einschließlich
gemeinnütziger Vereine und Wohnungsbaugesellschaften
Ziele Querschnittsziel
− Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Operative Ziele
− Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich
Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots-
formen
− Verbesserte Umweltbildung und – beratung sowie um-
weltbewusstere Lebensweise
Projektziele
− Identifizierung der Bewohnerschaft mit der gewählt en Art
− Verbesserung des Lebensumfeldes durch die Erweite-
rung oder naturnähere Gestaltung von Grünbereichen
− Verbesserung der Wertschätzung naturnaher Struktur en
− Wissenserweiterung über ökologische Zusammenhänge
durch Aktionen und Informationen rund um die gewähl te
Art
− Verbesserung der Population der gewählten Art
Indikatoren − Anzahl der verteilten Kalender
− Anzahl der angelegten Habitatstrukturen
− Nutzung des Lehrpfades
− Anzahl der Einsätze des Kinderlesebuches an den
Grundschulen
− Anzahl der Population der Leitart
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 153
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kosten Personal und Sachkosten (Summen)
2018:
− Abgabe von Nisthilfen und Saatgut zur Schaffung ge eig-
neter Lebensgrundlagen für die Art durch interessie rte
Bürgerinnen und Bürger: 5.000 € (Materialkosten, Ve rtei-
lung und Design)
− Schulprojekte an 2 Pilotschulen oder anderen Einri chtung
zur Schaffung geeigneter Habitate:
Honorarkosten: 48 Arbeitsstunden zu je 30 € ergibt
1.440 €
Materialkosten: 500 €
− Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der ers ten
Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Au sstel-
lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch ). 6
Stunden zu je 30 €; gesamt: 180,- €
− Entwicklung eines Arbeitsheftes zur Ökologie der L eitart:
7.000,- €
2019:
− Schaffung geeigneter Habitate im Wohnumfeld als Ge -
meinschaftsaktion unter Anleitung von Fachleuten au s
dem Naturschutz an einer Örtlichkeit:
Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden zu je 30 € ergibt 720 €
Materialkosten: 500 €
− Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der zwe iten
Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Au sstel-
lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch ). 6
Stunden zu je 30 €; gesamt: 180 €
2020:
- Abschlussbericht
Gesamtkosten: 15.520 €
Davon 2018: 14.120 €
Davon 2019: 1.400 €
2020 Abschlussbericht
Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre
01.01.2018 bis 31.12.2020
Projektverantwortlicher Stadt Köln, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz in Zusam-
menarbeit mit den lokalen Naturschutzverbänden, Sti ftung Rhei-
nische Kulturlandschaft und gegebenenfalls Wohnungs bauge-
sellschaften
Förderung − EFRE
154 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Bemerkungen − Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorb e-
halt eines möglichen Förderzuganges bzw. einer ausr ei-
chenden Förderquote .
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 155
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
10.7 Handlungsfeld 5: Wohnen
Laufende Nummer 5.0.2
Handlungsfeld: Wohnen
Maßnahme
„Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeld-
pflege im Quartier Westend
Modul A: Mieter- und Nachbarschaftsarbeit
Modul B: Quartiershausmeister
Inhalt Ausgangslage
Wohnen bedeutet zu Hause sein, sich wohl fühlen, ak tiv am Le-
ben im Stadtviertel beteiligt sein. Die Wohnung, da s direkte
Wohnumfeld und die unmittelbare Nachbarschaft sind für die
Bewohnerinnen und Bewohner wichtig und bei der Inte gration
unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zentrale Ansa tzpunkte.
Dies trifft besonders für sozial belastete Quartier e zu, in denen
meist viele Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind.
Im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf wur de ein
Quartier in Westend (Ossendorfer Weg/ Mathias-Brügg en-
Straße) identifiziert, dessen Bewohnerschaft durch einen hohen
Anteil an sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppe n gekenn-
zeichnet ist. Dies geht einher mit einem teilweise unattraktiven
Wohnungsbestand und Wohnumfeld. Durch die Überlager ung
von sozialer Benachteiligung der Bewohnerschaft und einer un-
terdurchschnittlichen Qualität der Wohn- und Lebens bedingun-
gen werden hier besondere Handlungsbedarfe deutlich.
Folgende Merkmale sind in dem Quartier besonders he rvorzuhe-
ben:
− räumliche Konzentration von Armut / Abhängigkeit v on
Transferleistungen
− hoher Anteil an Langzeitarbeitslosen
− strukturelle Mängel der Wohnungen und des Umfelds
− negatives Image
− geringe Identifikation der Wohnbevölkerung mit dem
Quartier
Projektbeschreibung
Das Projekt „Zuhause im Veedel“ setzt gleichzeitig bei den Le-
benslagen der Quartiersbewohnerinnen und -bewohnern (Modul
A) und bei der Pflege des direkten Wohnumfeldes (Mo dul B) an.
So kann durch eine frühzeitige und sichtbare Verbes serung der
„Wohnadresse“ eine Kultur der Eigenverantwortlichkeit (wieder-)
initiiert, -etabliert und verstetigt werden.
Zur Sicherung der Nachhaltigkeit sind die Akteure d er Woh-
nungswirtschaft frühzeitig und kontinuierlich in de n Prozess ein-
zubeziehen. Hier besteht eine Schnittstelle zur Arb eit des Quar-
tiersmanagers (vergleiche Maßnahme 0.0.1), der im Rahmen der
Programmkoordination vor Ort Dialoge mit den instit utionellen
156 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
und privatwirtschaftlichen Akteuren initiiert. Im S tadtviertel Wes-
tend stellt vor allem die GAG Immobilien AG einen w ichtigen
Partner dar.
Eine enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagemen t in
dem insgesamt wesentlich größeren Sozialraum Bicken dorf,
Westend und Ossendorf ist sicherzustellen und konstituierend für
den nachhaltigen Erfolg der Maßnahme. Das Quartiers manage-
ment zielt darauf ab, die Bewohnerschaft des Sozial raums zu
erreichen, zu aktivieren und zu unterstützen, dadur ch Barrieren
abzubauen und den Netzwerkgedanken zu stärken. Somit erfolgt
in diesem Kontext bereits eine Ansprache der Bewohn erschaft
und der institutionellen Quartiersakteure. Die Situ ation im Quar-
tier Westend erfordert jedoch eine intensivere Betr achtung. Hier
leben überwiegend sozial benachteiligte Bevölkerung s-gruppen,
die eher artikulationsschwach sind und mit besonder s nieder-
schwellig angelegten Methoden angesprochen und akti viert wer-
den müssen. Dies erfolgt im Rahmen dieser Maßnahme.
Modul A – Mieter- und Nachbarschaftsarbeit
Das ausgewählte Quartier ist durch erhebliche sozia le Problem-
lagen gekennzeichnet. Eine Verbesserung der dortige n Lebens-
bedingungen kann nur durch ein integriertes Handeln erreicht
werden, bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner selb st eine
entscheidende Rolle spielen. Nicht für sie, sondern mit ihnen
sollen Veränderungen geplant und umgesetzt werden.
Aufgabe im Rahmen von Modul A wird sein, in Zusamme narbeit
mit möglichst vielen Betroffenen die Lebensqualität vor Ort zu
steigern, die das Quartier beeinträchtigenden struk turellen Prob-
leme zu erkunden, sie konstruktiv und lösungsorient iert aufzu-
greifen und Partizipationsprozesse zu ermöglichen. Schwerpunk-
te sind die sozialen Lebensverhältnisse und der persönliche Kon-
takt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie die konkrete
Aktivierung der Menschen in ihrer Lebenswelt. Die Soziale Arbeit
knüpft an den konkret festgestellten Interessen, Ak tivitäten und
Bedürfnislagen der Bewohnerschaft an und entwickelt daraus
bedarfsgerechte Beratungs-, Aktivierungs- und Unter stützungs-
leistungen für das Quartier.
Die Aktivierungsaufgabe lässt sich folgendermaßen k onkretisie-
ren:
− Kontinuierliche Präsenz im Quartier
− Durchführung einer aktivierenden Bewohnerbefragung
(nach Möglichkeit mehrsprachig) zur Herausarbeitung von
Handlungsbedarfen aus Sicht der Bewohnerinnen und
Bewohner vor Ort
− Erkundung der Interessen, Ressourcen und Bedarfsla gen
im Quartier durch Methoden aufsuchender Arbeit
− Soziale Aktivierung der Wohnbevölkerung durch die Or-
ganisation von Versammlungen, Stadtteilfesten, kult urel-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 157
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
len Veranstaltungen, Informationsangeboten und Akti o-
nen, Gebiets- und Gebäudebegehungen
− Aufbau von Selbstbestimmungsgremien wie Mieterräte n
− Schaffung von Mitwirkungsmöglichkeiten am sozialen und
kulturellen Leben im Quartier
− Verbesserung der Lebensbedingungen durch Maßnah-
men zur Aufwertung des Quartiers und Erhöhung der S i-
cherheit in Zusammenarbeit mit dem Quartiershausmei s-
ter (vergleiche Modul B)
− Erhöhung der Teilhabechancen in den Bereichen Be-
schäftigung, Bildung und Gesundheit
− Vertretung der Interessen der Wohnbevölkerung (Lob -
byarbeit für das Quartier)
− Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen
Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt
werden. Das Maß der weiterhin erforderlichen profes sio-
nellen Unterstützung soll durch eine wissenschaftli che
Begleitung ermittelt werden.
Modul B - Quartiershausmeister
Die Aufgabenwahrnehmung „Quartiershausmeister“ konnte be-
reits im Rahmen des Wohndialoges in Kalk-Nord (Mont ag Stif-
tung – Urbane Räume, Projekt Kalkschmiede) große Er folge
und stadtweite Beachtung aufweisen. Es hat sich gez eigt, dass
der Quartiershausmeister, überwiegend in Zusammenar beit mit
den Bewohnerinnen und Bewohnern, durch seine Präsen z und
Tätigkeit nachweislich zur Verbesserung des Wohnumf eldes,
beitragen konnte. Er kümmert sich dabei insbesonder e um die
sogenannten „Zwischenräume“, sein Einsatzgebiet ist explizit
nicht auf den Grundstücken der Wohneigentümerinnen und
Wohneigentümer.
Ergänzend zu Modul A soll im Stadtviertel Westend d aher ein
Quartiershausmeister eingesetzt werden.
Der Einsatz eines Quartiershausmeisters erfolgt auf grund der
augenscheinlichen und akuten Handlungsbedarfe im Wo hnum-
feld (zum Beispiel Müllablagerungen), der deutliche n Formulie-
rung des Bedarfs durch Bewohner und Akteure des Gebiets (im
Rahmen der begleitenden Workshops zur Erarbeitung d es Inte-
grierten Stadtentwicklungskonzeptes sowie aus der W oh-
nungswirtschaft (insbesondere GAG Immobilien AG). D er Be-
darf spiegelt sich auch in der geringen Zufriedenhe it der Be-
wohnerinnen und Bewohner mit dem Wohnumfeld (Demogr a-
phie Umfrage).
Folgende Aufgaben übernimmt der Quartiershausmeister in den
Quartieren:
− Der Quartiershausmeister hat die Aufgabe, für die Be-
wohnerinnen und Bewohner im Quartier ansprechbar zu
158 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
sein und sie bei den alltäglichen Fragen des Zusamm en-
lebens zu unterstützen. Voraussetzung ist daher, dass die
Person entsprechend im Quartier anerkannt ist. Unab -
dingbar sind neben handwerklichen daher auch sozial e
und kommunikative Fähigkeiten.
− Zu den konkreten Aufgaben zählen: Örtliche Präsenz (ak-
tiver Kümmerer vor Ort, regelmäßige Überprüfung des
Quartiers auf Missstände und deren Behebung), die I n-
formation und der Dialog mit den Bewohnerinnen und
Bewohnern sowie die Verbesserung der Sauberkeit im öf-
fentlichen Raum (gemeinsam mit den Bewohnerinnen
und Bewohnern)
Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier
Ziele Modul A
Querschnittsziel
− Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Operative Ziele
− Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen
− Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
Projektziele
− Ziel der aktivierenden Mieter- und Nachbarschaftsa rbeit
ist es, allen in dem Quartier lebenden Menschen, un ab-
hängig von der persönlichen Lebenssituation, der He r-
kunft, der sozialen Stellung und materiellen Leistu ngsfä-
higkeit die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaf tlichen
Leben zu eröffnen und damit einer Verfestigung von Ar-
mut und sozialer Ausgrenzung vorzubeugen. Durch die
Aktivierung und Beteiligung werden die Voraussetzun gen
dafür geschaffen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner
des Quartiers ihre Interessen vertreten, ihre Recht e als
Mieterinnen und Mieter sowie als Bewohnerinnen und
Bewohner wahrnehmen, sich bürgerschaftlich engagieren
können und aktiv in die Gestaltung ihrer Wohnumwelt
einbringen.
Modul B
Operative Ziele
− Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n
und / oder Arbeitsplätze
− Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens-
räume
− Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen
− Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie umwe lt-
bewusstere Lebensweise
Projektziele
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 159
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Schaffung von niedrigschwelligen Beteiligungsmögli chkei-
ten für Bewohnerinnen und Bewohner an der Gestaltun g
des Wohnumfeldes
− Bildung eines neuen Verantwortungsbewusstseins der
Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Quartier und Ver -
besserung der Lebensbedingungen
− Personalrekrutierung und -qualifizierung aus dem Q uar-
tier (Der Quartiershausmeister ist aus dem Sozialra um-
gebiet zu rekrutieren.)
Indikatoren Modul A
− Anzahl der befragten Bewohnerinnen und Bewohner im
Rahmen der aktivierenden Befragung
− Anzahl der initiierten Aktivitäten und Projekte in der Be-
wohnerschaft
− Anzahl der aufgebauten Anlaufstellen und Kommunika ti-
onsräume im Quartier
− Anzahl der aufgebauten zum Beispiel unterstützten Mie-
terinitiativen und Mieterräte
− Anzahl der aufgebauten spezifischen Beratungsangeb ote
(Mieterberatung)
− Anzahl der durchgeführten und dokumentierten Miete r-
treffen
Modul B
− Rekrutierung des Quartiershausmeisters aus dem Soz ial-
raum
− Anzahl der Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnum-
feldes (Sichtbare Verbesserung des Wohnumfeldes)
− Anzahl der initiierten, wohnumfeldbezogenen Aktivi täten
und Projekte in der Bewohnerschaft
Kosten Modul A:
Personalkosten für das Quartier Westend (externe Vergabe)
0,5 Stelle S 15: 35.250 € pro Jahr
für 3,5 Jahre: 123.375 €
Personalkosten Modul A: 123.375 €
Sachkosten für das Quartier Westend
Kostenermittlung für 3,5 Jahre:
Raumkosten: 19.526,50 €
Einrichtungsgegenstände: 1.659,00 €
160 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Geschäftskosten: 4.466,00 €
Fernsprechkosten: 1.211,00 €
IT-Kosten: 17.857,00 €
Sachkosten Modul A: 44.719,50 €
Aktivierungsbudget
Aktivierende Befragung: 6.500,00 €
Wissenschaftliche Begleitung: 7.000,00 €
Beteiligungsverfahren: 5.250,00 €
Aktivierungsbudget Modul A: 18.750,00 €
Gesamtkosten Modul A: 186.844,50 €
Davon in 2019: 25.763,50 €
Davon in 2020: 54.777,00 €
Davon in 2021: 54.777,00 €
Davon in 2022: 51.527,00 €
Modul B:
Personalkosten für das Quartier Westend
1 Stelle Assistenz: 60.120 € pro Jahr / für 2 Jahre: 120.240 €
Personalkosten Modul B: 120.240 €
Sachkosten für das Quartier Westend
Kleine Maßnahmen zur Steigerung des Wohnumfeldes:
2.000 € pro Jahr
für 2 Jahre: 4.000 €
Sachkosten Modul B: 4.000 €
Gesamtkosten Modul B:124.240 €
Gesamtkosten Modul A und B : 311.085 €
Projektlaufzeit / Zeitraum Modul A: 01.07.2019 – 31.12.2022
42 Monate / 3,5 Jahre
Modul B: 01.01.2018 bis 31.12.2019
24 Monate / 2 Jahre
Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen
der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 161
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
der weiterhin erforderlichen professionellen Unters tützung soll
durch die wissenschaftliche Begleitung ermittelt werden.
Eine Weiterentwicklung der Maßnahmen ist denkbar. Die konkre-
te Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrac htung ab-
hängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren (Modul A),
Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Modul B)
Förderung − Modul A: Städtebauförderung
− Modul B: ESF
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht
erkennbar.
Bemerkung Zum STEP 2017 wurden für Modul A Förderanträge gestellt. Laut
Veröffentlichung des MBWSV vom 18.04.2017 ist für d iesen So-
zialraum keine Förderung vorgesehen. Sollte eine fr ühere Um-
setzung der Maßnahme durch eine Förderzusage möglic h wer-
den, wird diese im Sinne der zügigen Programmumsetz ung
durchgeführt.
162 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer 5.0.3 Handlungsfeld: Wohnen
Maßnahme
Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozialraum Bickendorf,
Westend und Ossendorf
Inhalt Ausgangslage
Der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf li egt im
Westen Kölns, circa 5 Kilometer vom Zentrum entfernt nordwest-
lich des Stadtteils Ehrenfeld.
Die Siedlungsstruktur ist recht heterogen: von Einf amilienhaus-
quartieren über einen hohen Anteil an Geschosswohnu ngsbau
bis hin zu Großwohnanlagen der 1960er bis 1980er Ja hre („Y-
Häuser“, Siedlung Westend). Insbesondere im Bereich der
Großwohnsiedlungen, aber auch im weiteren Teilen de s Sozial-
raums zeigen sich bauliche Missstände, Verschmutzun gen des
Wohnumfeldes, die mit sozialen Problemlagen einherg ehen. Vor
Ort zeigen sich erhebliche Probleme durch den schle chten Zu-
stand großer Teile der Wohnbebauung in Folge mangel nder In-
standhaltung. Dieser Sanierungs- und Modernisierung sstau be-
lastet das Erscheinungsbild.
Der Zustand der Einfamilienhausbebauung – freistehe nd und in
weiten Teilen als Reihenhäuser – zeichnet sich durc h einen eher
individuellen Pflege- und Farbgestaltungszustand au s. Über die
Förderung auch von Einzeleigentümern und Eigentümer gemein-
schaften könnte das Erscheinungsbild harmonisiert u nd aufge-
wertet werden.
Projektbeschreibung
Das Fassadenprogramm soll dazu anregen, nachhaltige Verbes-
serungen an Wohnhäusern oder am unmittelbaren Wohnu mfeld
vorzunehmen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im S ozialraum
soll verbessert werden.
Grundlage der Förderung bildet die Förderrichtlinie Stadterneue-
rung von 2008 (Teil II, Förderbestimmungen für die städtebauli-
che Sanierung und Entwicklung). Demnach können Maßn ahmen
zur Fassadenverbesserung, Begrünung, Herrichtung u nd Ge-
staltung von Hof- und Gartenflächen sowie Maßnahmen an Au-
ßenwänden und Dächern gefördert werden. Zuwendungsf ähig
sind 50 Prozent der Ausgaben von höchstens 60 Euro je Quad-
ratmeter umgestalteter Fläche.
Durch die Erneuerung der Ansichtsflächen von Wohnge bäuden
werden Innenhof und Straßenseite deutlich aufgewert et. Das
Förderprogramm bietet Mietern und Eigentümern von W ohnim-
mobilien und gemischt genutzten Immobilien Unterstü tzung bei
Verschönerungsmaßnahmen für Fassaden und Innenhöfe. Ein
attraktiver Stadtteil stärkt das gemeinsame Miteina nder von Be-
wohnerinnen und Bewohnern. Vor diesem Hintergrund s ind Ver-
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 163
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
schönerungs- und Verbesserungsmaßnahmen im Sozialra um
Bickendorf. Westend und Ossendorf von besonderer Bedeutung.
Zielgruppe − Hauseigentümer
− Eigentümergemeinschaften
− Mieter und Nutzungsberechtigte
Ziele Operatives Ziel
− Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen
Projektziele
− Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum so ll
verbessert werden
− Aufwertung des Wohnumfeldes
− Stärkung des Miteinanders der Bewohnerschaft durch ein
attraktiveres Wohnumfeld
− Steigerung der privaten Investitionen im Sozialrau m
Indikatoren − Anzahl der Interessentenanfragen zum Programm
− Anzahl der durchgeführten Beratungen
Kosten − Gesamtkosten für den Sozialraum : 774.000,00 €
− Davon Kostenanteil Dritter: 387.000,00 €
− Förderfähige Kosten : 387.000,00 €
−
− Davon 2019: 129.000 €
− Davon 2020: 129.000 €
− Davon 2021: 129.000 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre
01.01.2019 bis 31.12.2021
Projektverantwortlicher − Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Förderung − Städtebauförderung
Bemerkung Der Baustein „Entsiegelung“ der im Rahmen der Förde rrichtlinie
Stadterneuerung in Teil II, Ziffer 11.2 Satz (1) mit aufgeführt wird,
soll innerhalb des Haus- Hof – und Fassadenprogramm s explizit
nicht gefördert werden, da die Stadt Köln das Thema „Entsiege-
lung“ im Rahmen der Maßnahme 4.0.2 „Grüne Höfe, Grüne Plät-
ze“ sowohl für private als auch für öffentliche Flächen zur Förde-
rung vorsieht. Eine entsprechende Anpassung wird in der zu er-
arbeitenden Richtlinie zum Haus, Hof- und Fassadenp rogramm
164 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
erfolgen.
Zum STEP 2017 wurden Förderanträge gestellt. Laut V eröffentli-
chung des MBWSV vom 18.04.2017 ist für diesen Sozia lraum
keine Förderung vorgesehen. Sollte eine frühere Ums etzung der
Maßnahme durch eine Förderzusage möglich werden, wird diese
im Sinne der zügigen Programmumsetzung durchgeführt.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 165
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Städtebauliches und soziales Engagement weiterer Akteure
Die GAG Immobilien AG, an der die Stadt Köln einen überwiegenden Anteil hält, wurde vor
mehr als hundert Jahren gegründet. In diesem Zeitra um haben sich die Anforderungen und
Herausforderungen im Handlungsfeld „Wohnen und Wohn raumanpassung und Wohnraum-
versorgung“ stark verändert.
Neben der Betreuung eines Bestandes von derzeit übe r 43.000 Wohnungen werden durch
die GAG laufend neue Wohnbauprojekte realisiert, um den steigenden Bedarf an Wohnun-
gen, insbesondere bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit durchschnittlichen zum Bei-
spiel geringeren Einkommen, abzufedern.
Im Rahmen von Neubauvorhaben für die Errichtung von circa 360 neuen Wohnungen wer-
den in Bickendorf circa 94 Millionen Euro investiert Bei diesem Vorhaben sind
- 189 geförderte Wohnungen,
- 25 Wohnungen für Flüchtlinge ,
- 17 Studentenappartements und
- diverse Gewerbeeinheiten
zur Umsetzung vorgesehen.
Ein weiterer Schwerpunkt der GAG liegt in der Sanierung des Altbestandes. Die GAG verfügt
im Stadtteil Bickendorf über insgesamt rund 3.300 W ohnungen (Stand: Dezember 2016).
870 Wohnungen wurden bereits in den letzten Jahren umfangreich modernisiert. Mit einem
Investitionsvolumen von rund 2,7 Millionen Euro wur den zu Beginn des Jahres 2017 weitere
16 Wohneinheiten fertig gestellt.
Neben der Sanierung der Gebäude sehen die Konzepte der Wohnungsgesellschaft auch die
Gestaltung der Grün- und Freiflächen, die Errichtun g von Spielplätzen und Kindergärten so-
wie eine Verbesserung der Müllentsorgung vor. Gebäu de mit einem unwirtschaftlichen Sa-
nierungsaufwand werden durch Neubauten ersetzt. Mod ernisierung und/oder Neubau erfol-
gen nach neuesten energetischen und ökologischen Ge sichtspunkten. Ziel ist, gemeinsam
mit lokalen, aber auch stadt- und landesweit agiere nden Akteuren, die soziale Stabilität der
Wohnquartiere zu bewahren, ihre Wohnqualität weiter zu entwickeln und die Identifikation
der Mieterinnen und Mieter mit „ihrem“ Stadtteil zu fördern.
166 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
11. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung
Bereits in der Phase der Konzepterstellung wurden m it Blick auf die Umsetzung des Pro-
gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Arbeitsstrukturen aufgebaut, an denen für die Um-
setzungsphase angeknüpft werden soll. Die Eckpunkte zu Strukturen und Verfahren sind mit
Nennung der an der Umsetzung beteiligten Akteure un d ihrer Rollen in der nachfolgenden
Abbildung dargestellt.
Abbildung 25: Organisationsmodell zur Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungs-
konzepte s „Starke Veedel – Starkes Köln“ Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Das daraus abgeleitete Organisationsmodell bildet zunächst die organisatorische Ausgangs-
struktur der Stadt Köln in der Vorbereitungsphase für die Umsetzung der Maßnahmen. Diese
Vorbereitungsphase dient der Planung und Durchführu ng aller für die Umsetzung erforderli-
chen Arbeiten (siehe unten).
Im Rahmen einer Prozesssteuerung sollen die bei der Evaluation von MÜLHEIM 2020 er-
kannten Optimierungspotenziale einer zentralen Steu erung bei dezentraler Umsetzung be-
rücksichtigt werden, um die erforderlichen Struktur en und Verfahren auf die Anforderungen
des neuen Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ m öglichst effizient umzusetzen. Dies
beinhaltet zum Beispiel die Vermeidung von Doppelst rukturen und Redundanzen in der Auf-
gabenwahrnehmung, die Steigerung der Arbeitseffizie nz, eine Optimierung der Ressourcen
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 167
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
und des Know-hows der Beteiligten sowie der integri erten, ämterübergreifenden Zusammen-
arbeit. Ziel ist es, mit Beginn der Umsetzungsphase ein optimales Organisationsmodell im-
plementiert zu haben oder zeitnah zu entwickeln.
Als zentrales Entscheidungs- und Steuerungsgremium des neuen Programms ist ein Len-
kungskreis vorgesehen. Dieser ist hochrangig besetz t und trifft alle für die Planung und
Durchführung des Programms wesentlichen Entscheidungen.
Die für die Vorbereitung der Umsetzungsphase erford erlichen Arbeiten übernimmt das Steu-
erungsteam in Zusammenarbeit mit den Fach- und Bürg erämtern. Das Steuerungsteam
bündelt Erfahrungen, zum Beispiel zu den Themen Pro jektsteuerung, Bürgerbeteiligung, Öf-
fentlichkeitsarbeit, Finanzen, Förderung und Vergabe.
Um die Fragestellungen aus den Sozialräumen unkompl iziert zu bündeln, wird für jeden So-
zialraum eine konkrete Ansprechperson benannt, die zum einen die aktuellen Belange regelt
und zum anderen die Schnittstelle zum Gesamtprogramm bildet.
In der Vorbereitungsphase kümmert sich der koordini erende Bereich des Steuerungsteams
insbesondere um die Vorbereitung der Antragstellungen von Fördermitteln für das neue Pro-
gramm. Weiterhin wird der begonnene Prozess der Bür gerinnen- und Bürgerbeteiligung,
dem im neuen Programm eine hohe Bedeutung zukommt, weitergeführt und durch Maß-
nahmen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Die d urch die Fachämter zu erstellenden Kon-
zepte und darauf aufbauenden Leistungsbeschreibunge n dienen als Grundlage späterer
Ausschreibungen.
Eine entscheidende Bedeutung für den erfolgreichen Abschluss der Vorbereitungsphase ist
der intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit zwi schen dem koordinierenden Steue-
rungsteam und den Dezernaten / Fachämtern beizumess en. Im Rahmen dieser Zusammen-
arbeit sind im Bedarfsfall die Grundlagen für die E rweiterung des Steuerungsteams um zent-
rale Steuerungs- und Koordinationsaufgaben für die Umsetzungsphase zu entwickeln. Dar-
über hinaus werden die Fragen einer künftigen, förd erfähigen Einbindung von Externen zum
Beispiel von Beschäftigten der Fachämter abgestimmt.
Parallel dazu erfolgt auch ein Austausch mit den Bü rgeramtsleitungen und der Sozialraum-
koordination über die Weiterentwicklung und zielger ichtete Ergänzung der vorhandenen
Strukturen in den Sozialräumen um die Koordination der Maßnahmen des ISEKs sicherzu-
stellen. Dabei wird insbesondere das Quartiersmanagement die örtliche Sozialraumkoordina-
tion sinnvoll unterstützen und entlasten. In enger Kooperation mit den Akteuren vor Ort soll
die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt und insbeso ndere die Abwicklung des Verfü-
gungsfonds begleitet werden.
Für den Erfolg des Programms wird die prozessbeglei tende Entwicklung der Umsetzungs-
struktur von entscheidender Bedeutung sein. Ziel ist es auf aktuelle Anforderungen reagieren
zu können und ein zentrales Schnittstellenmanagement aufzubauen.
168 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
11.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung
Tabelle 7: Zeit-, Maßnahmen- und Finanzierungsplanung
Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten
für den Sozial-
raum Bicken-
dorf, Westend
und Ossendorf
Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022
übergreifend 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung übergreifend (alle Sozi-
alräume)
757.400 € Städtebauförderung 216.400 €
216.400 €
216.400 €
108.200 €
übergreifend 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation übergreifend (alle Sozi-
alräume)
44.100 € Städtebauförderung 11.300€ 11.300 € 11.300 €
10.200 €
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.5 Integration von zugewanderten Kindern, Jugend-
lichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlings-
status in die bestehenden Regelsysteme durch
aufsuchende mobile Arbeit
Nachrichtlich aufgenommen, keine Förderung im
Rahmen „Starke Veedel – Starkes Köln“
übergreifend (alle Sozi-
alräume)
ESF
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Ju-
gendarbeit Köln
übergreifend (alle Sozi-
alräume)
27.400 € ESF 13.700 € 13.700 €
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Ju-
gendliche und junge Erwachsene zwischen 16
und 25 Jahren mit keinen oder geringen
Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendin-
tegrationskursen
übergreifend (alle Sozi-
alräume)
134.200 € ESF 67.100 € 67.100 €
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsys-
tem und Entwicklung einer beruflichen Perspek-
tive für junge Menschen mit psychischen Prob-
lemen bis 27 Jahre in allen Sozialräumen; hier:
Bickendorf, Westend und Ossendorf
übergreifend (alle Sozi-
alräume)
48.200 € ESF 18.100 € 24.100 € 6.000 €
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.17 Stadtteileltern übergreifend (alle Sozi-
alräume)
77.600 €
ESF
14.000 €
28.000 €
24.800 €
10.800 €
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbil-
dung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita,
Familienzentren, Schulen im Primarbereich und
SEK 1, Trägern des Offenen Ganztags
übergreifend (alle Sozi-
alräume)
111.000 € ESF 55.500 € 55.500 €
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 169
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten
für den Sozial-
raum Bicken-
dorf, Westend
und Ossendorf
Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im
Veedel
übergreifend (alle
Sozialräume)
69.400 € ESF 34.700 € 34.700 €
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.21 Ferienschulen übergreifend (alle
Sozialräume)
23.600 € gegebenenfalls ge-
eignetes Landes-
programm des
MFKJKS, des MSW
oder des BAMF
(Sprachkurse)
11.800 € 11.800 €
Früh ansetzende
Hilfen
1.0.26 Willkommen und Ankommen in
Köln
übergreifend (alle
Sozialräume)
312.000 € ESF 156.000 € 156.000 €
Öffentlicher Raum 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in
den Veedeln
übergreifend (alle
Sozialräume)
240.000 € EFRE mit Kofinan-
zierung über Städte-
bauförderung
20.000 € 120.000 € 100.000 €
Öffentlicher Raum 2.1.3 Umgestaltung Mühlenweg
von Mathias-Brüggen-Straße bis
Westendstraße/Ossendorfer Weg
Bickendorf, Wes-
tend und Ossen-
dorf
2.338.000 € Städtebauförderung 30.000 € 50.000 € 50.000 € 43.000 € 776.000 € 1.389.000 €
Umweltgerechtigkeit
- Klimaschutz, Luft-
reinhaltung und
Lärmminderung
4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe,
grüne Plätze
übergreifend (alle
Sozialräume)
83.000 € EFRE
29.300 € 29.300 € 24.400 €
Umweltgerechtigkeit
- Klimaschutz, Luft-
reinhaltung und
Lärmminderung
4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und In-
formationssystems. Informations-
material für die Bevölkerung zum
Thema Hitzeentwicklung im Zuge
des Klimawandels
Wird über den Sonderaufruf ge-
samtstädtisch umgesetzt.
übergreifend (alle
Sozialräume)
54.000 € BMUB-Programm
(Klima), BMBF
20.000 € 17.000 € 17.000 €
170 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten
für den Sozial-
raum Bicken-
dorf, Westend
und Ossendorf
Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Umweltgerechtigkeit
- Klimaschutz, Luft-
reinhaltung und
Lärmminderung
4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart
zur Verbesserung der Identifikati-
on der Bürgerinnen und Bürger
mit ihrem Sozialraum und gleich-
zeitiger Erhöhung der Biodiversi-
tät sowie der Aufenthaltsqualität.
Förderfähigkeit wird geklärt.
übergreifend (alle
Sozialräume)
15.500 € EFRE 14.100 € 1.400 €
Abschlussbericht
Wohnen 5.0.2
Modul A: „Zuhause im Veedel“ –
Aktivierung, Beteiligung und
Wohnumfeldpflege im Quartier
Westend und Y-Häuser, hier:
Mieter-/Nachbarschaftsarbeit
Modul B: Quartiershausmeister
übergreifend (alle
Sozialräume)
311.100 € Städtebauförderung
für Modul A
186.900 €
ESF für Modul B
124.200 €
62.100 €
25.800 €
62.100 €
54.800 € 54.800 € 51.500 €
Wohnen 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenpro-
gramm
übergreifend (alle
Sozialräume)
774.000 €
(Von den Ei-
gentümern wird
eine Kofinan-
zierung von 50
% = 387.000 €
eingebracht)
Städtebauförderung
Eigenanteil der
Zuwendungs-
empfänger
129.000 € 129.000 € 129.000 €
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 171
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
12. Anhang
Anhang 1: Städtische Konzepte
Themenfeld: Früh ansetzende Hilfe
Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft (2012)
Das in 23 Arbeitsgruppen in einem zweijährigen Arbeits- und Beteiligungsprozess formulierte
Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft bildet die zentrale Leitlinie für
die kommunale Integrationsarbeit der nächsten Jahre. Es geht von dem Grundsatz aus, dass
nur eine integrierte und für Veränderung offene Sta dtgesellschaft erfolgreich und für alle ge-
winnbringend die Herausforderungen der globalisierte n Zukunft bewältigen kann. Daneben
fußt es im Sinne des Inklusions- und Genderansatzes auf dem Grundgedanken, dass Ver-
schiedenheit der Normalfall ist und dass jeder einzelne Mensch in seiner Besonderheit ak-
zeptiert werden und seine Potenziale einbringen können soll.
Ein Drittel der in Köln lebenden Menschen hat aktuell, mit steigender Tendenz, eine soge-
nannte Zuwanderungsschichte. Statistisch gesehen ist fes tstellbar, dass sowohl selbst Zu-
gewanderte als auch Menschen mit erkennbarem familiärem Zuwanderungshintergrund im
Durchschnitt sozial und wirtschaftlich schlechter gestellt sin d als die sogenannte Mehrheits-
gesellschaft. Insofern gilt: „Integration ist eine dauerhafte politische und gesamtgesellschaft-
liche Aufgabe, die alle in der Stadt (im Land) lebenden Menschen betrifft. Ziel der im Konzept
beschriebenen präventiven und „nachholenden“ Maßnahmen zur Integrationsförderung ist
es, den Kölnerinnen und Kölnern mit Zuwanderungsgesch ichte eine gleichberechtigte Teil-
habe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen un d kulturellen Leben zu ermögli-
chen und für Toleranz, Akzeptanz und wechselseitigen Re spekt zwischen den Bevölke-
rungsgruppen zu werben.
Das ergänzende "Interkulturelle Maßnahmenprogramm - M aßnahmenempfehlungen" ist die
von sieben Expertengruppen erarbeitete Zusammenstellun g von konkreten Maßnahmen zur
praktischen Umsetzung des Prozesses für mehr Chancengerechtigkeit und Teilhabe.
Integrationsrat, Fachausschüsse und Rat der Stadt Köln ha ben auf dieser Grundlage eine
Vielzahl von unterschiedlichen Maßnahmen beschlossen und zur Umsetzung finanzrelevan-
ter Maßnahmen ein Integrationsbudget in Höhe von jäh rlich etwa einer Million Euro im Dop-
pelhaushalt 2016/2017 bereitgestellt.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/integrationsrat/konzept-zur-staerkung-der-
integrativen-stadtgesellschaft-und-interkulturelles-massnahmenprogramm
− Handlungskonzept Behindertenpolitik (2009)
In Köln leben mehr als 100.000 Menschen mit einer aner kannten Schwerbehinderung und
weitere rund 50.000 Menschen mit einer Behinderung vo n 20 bis 40 Prozent. Nicht nur für
sie sind barrierefreie und inklusive Strukturen und An gebote notwendig. Auch alle anderen -
ganz gleich, ob sie in Köln wohnen oder die Stadt nur kurzfristig besuchen - profitieren da-
von. So ist bekannt, dass eine barrierefrei zugänglich e Umwelt für etwa 10 Prozent der Be-
völkerung zwingend erforderlich, für etwa 30 bis 40 P rozent notwendig und für 100 Prozent
komfortabel ist, also ein Qualitätsmerkmal darstellt.
Die Aufgabe des Handlungskonzeptes ist es, die Informationen über die Lebenssituation von
Menschen mit Behinderungen in Köln zu verbessern, den Blick für Stärken und Schwächen
der Kölner Behindertenpolitik und der bestehenden H ilfesysteme zu schärfen, kurz- und mit-
172 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
telfristige Ziele zu entwickeln, einen Maßnahmenpla n abzustimmen, der zukünftig als Leitfa-
den für eine koordinierte und zielorientierte Behindertenpolitik in Köln dient.
Der 1. Folgebericht legte den Fokus auf die Situation von Menschen mit Behinderung in dem
Bewusstsein, dass die Bedeutung von Inklusion sehr viel um fassender ist. Die Maßnahmen
zum Abbau von Barrieren und zur Förderung einer une ingeschränkten Teilhabe von Men-
schen mit Behinderung zeigen jedoch, dass sie die Teilhab e aller Menschen erleichtern und
damit wichtige Schritte zu einer inklusiven Entwicklung sind.
Der 2. Folgebericht zum Handlungskonzept Behinderten politik „Köln überwindet Barrieren –
eine Stadt für alle“ wurde vom Rat der Stadt Köln i n seiner Sitzung vom 20.12.2016 zur
Kenntnis genommen. Im Rahmen dieses Berichtes wird festg estellt, dass sich die Kölner
Behindertenpolitik seit Verabschiedung des Handlungskon zeptes im September 2009 deut-
lich weiterentwickelt hat. Viele der damals beschlossenen Maßnahmen zählen inzwischen
zum Standard städtischer Aufgabenwahrnehmung. Zahlrei che Barrieren konnten abgebaut
und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung verbesser t werden. Die im 1. Folgebericht
genannten Prioritäten konnten zu 2/3 vollständig umg esetzt werden. Ein Viertel der Prioritä-
ten wurde zumindest teilweise umgesetzt.
Für die Jahre bis 2020 werden Handlungsempfehlungen fü r folgende Themenbereiche prio-
risiert:
- Kinder und Jugend
- Stadtentwicklung, Stadtgrün, öffentlicher Straßenra um, öffentlicher Personennahver-
kehr
- Gebäude
- Wohnen
- Arbeit
- Kunst und Kultur – Weiterbildung
- Sport
- Soziale Hilfen
- Gesundheitsdienste
- Information, Kommunikation – Service
- Sensibilisierung und Fortbildung
- Politische Teilhabe und Mitwirkung
Um das Engagement einzelner Menschen, Organisationen un d Betriebe zu würdigen und
bekannt zu machen, wurde in 2017 zum achten Mal der K ölner Innovationspreis Behinder-
tenpolitik (KIB) ausgeschrieben.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/behinderung/handlungskonzept-zur-
koelner-behindertenpolitik
−
− „Plan für ein seniorenfreundliches Köln“ (2002)
Aktuell gibt es in Köln mehr als 40 SeniorenNetzwerke in den Kölner Stadtteilen. Bereits im
Oktober 2002 gingen die ersten SeniorenNetzwerke in den Stadtteilen mit Meschenich, Poll
und Kalk an den Start. Prozessbegleitende politisch gewählte Gremien sind
− Integrationsrat
− Stadt-Arbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik
− Stadt-Arbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 173
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zentrale und präventiv wirkende Zielsetzungen der Netzwerke sind:
− das Leben in der Gemeinschaft zu fördern,
− Selbstverantwortung der Seniorinnen und Senioren zu stärken,
− Beteiligung von älteren Menschen am gesellschaftlichen L eben zu ermöglichen,
− Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe anzuregen,
− Bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und
− altersspezifische Angebote in Bildung, Kultur, Freizei t und Sport zu.
Weitere Informationen unter:
http://www.seniorennetzwerke-koeln.de/
− Seniorenfreundliches Köln – Weiterentwicklung der S eniorenarbeit 2015-2025 (Sep-
tember 2014)
Köln ist eine Stadt in der die Zahl alter und hochalt riger Menschen kontinuierlich zunimmt.
Das seniorenfreundliche Köln will sich in seinen Angebotsstrukturen darauf einstellen. Es soll
sich auszeichnen durch:
− bedarfsgerechte und gut erreichbare, barrierefrei zu gängliche Information und
Beratung,
− vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten Engagement un d Selbsthilfe bereiter Senio-
rinnen und Senioren,
− integrierte und passgenaue Angebote, die ein selbstä ndiges Leben in der eige-
nen Wohnung such im hohen Alter und mit Handicaps ermöglichen,
− ein in der Öffentlichkeit verankertes Bewusstsein für d ie Lebenssituation und Be-
dürfnisse alternder Menschen.
Eckpfeiler der kommunalen Seniorenarbeit sind die in d en Stadtbezirken wirkenden Pro-
gramme: Seniorenberatung, Senioren / Netzwerke, Entl astungsdienste für Menschen mit
De menz und ihre Angehörigen und haushaltsnahe Dienstleist ungenSeniorenkoordination im
Stadtbezirk.
Als weiterer Baustein zur Weiterentwicklung der Senior enarbeit in Köln sollen zukünftig Se-
niorenkoordinatorinnen und Seniorenkoordinatoren ei ngesetzt werden. Geplant ist die Ein-
richtung von je einer halben Stelle je Stadtbezirk. D ie Vorlage ist aktuell in der politischen
Beratung.
− Rahmenkonzept der Kölner Bürgerhäuser und Bürgerzentren
Ausgehend von städtischen Konzepten wie Leitbild der S tadt Köln, Leitlinien für ein soziales
Köln etc. und übergeordneten Arbeitsprinzipien wie Pr ävention, Integration, Inklusi-
on/Barrierefreiheit und Gender Mainstreaming arbeite n die Kölner Bürgerhäuser/-zentren
nach der vom Rat der Stadt Köln 2007 verabschiedeten Rahmenkonzeption.
Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren
Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren haben eine wesent liche Funktion in der Schaffung von
Möglichkeiten zur Begegnung von Menschen. Sie bieten eine Infrastruktur sowohl zu eigen-
174 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
aktivem Handeln als auch zu konsumtiven Verhalten. Als l ebendiger und offener Treffpunkt
fördern sie den sozialen, kulturellen und politischen Dialog der Menschen.
Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren beteiligen sich mit ihren Angeboten aktiv an der Gestal-
tung des Stadtteils und des Stadtbezirks mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität
für die Bevölkerung. Sie fördern die Integration aller Kulturen und sozialer Schichten, sowie
die Verbindung zwischen den Generationen.
Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren verfolgen das Ziel , möglichst viele Menschen zu akti-
vieren, um eigenverantwortliches Handeln zu erreichen und/oder für ehrenamtliches Enga-
gement zu motivieren.
Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren sind Dienstleister f ür die Bürgerinnen und Bürger im
Stadtteil und im Stadtbezirk. Sie bilden eine Infor mationsplattform in Verbindung mit Bera-
tungsleistungen.
Die Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren werden im Rahmen von Handlungsfeldern
umgesetzt:
− Handlungsfeld Kultur
− Handlungsfeld Erziehung, Bildung und Qualifizierun g
− Handlungsfeld Beratung
− Handlungsfeld Sozialraumorientierte Gemeinwesenarb eit
− Handlungsfeld bürgerschaftliches und gesellschaftspolitische s Engagement
− Handlungsfeld Ökologie
− Handlungsfeld Gesundheitsförderung
Die Handlungsfelder können je nach Ausrichtung der Ei nrichtung und den Gegebenheiten
"vor Ort" eingeschränkt oder durch weitere inhaltliche S chwerpunkte ergänzt bzw. erweitert
werden wie zum Beispiel Wohnen, gesellschaftspolitische Bildung usw.
Mit 11 der 14 Kölner Bürgerhäuser/-zentren werden jä hrlich auf Grundlage der Rahmenkon-
zeption Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 175
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
„Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Köln 2011“
Der Rat der Stadt Köln hat im Herbst 2011 die „Integ rierte Jugendhilfe- und Schulentwick-
lungsplanung Köln 2011“ beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Es
handelt sich hierbei um ein strategisches Rahmenkonzept, mit dem Ziele, Herausforderun-
gen und Entwicklungsperspektiven für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen von Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschrieben und Lösung sansätze erörtert werden.
Das Konzept verfolgt eine lebenslaufbezogene Perspekti ve auf die Bildungsbereiche, sieht
Kinderarmut, Inklusion und Integration als zentrale H erausforderungen und erörtert sozial-
räumliche Ansätze zur Verbesserung von Lebensverhältnissen und Bildungschancen. Die
vorgeschlagenen Lösungen sind in öffentlichen Sitzungen aller neun Bezirksvertretungen mit
einem um Bildungsakteure vor Ort erweiterten Teilnehm erkreis ausführlich erörtert worden.
Die zahlreichen wertvollen Anregungen, Hinweise und V orschläge sind in die Planungen
aufgenommen worden. Vor diesem Hintergrund sind in de n Folgejahren Konkretisierungs-
und Teilpläne entwickelt und entsprechende Maßnahmen u mgesetzt worden, zum Beispiel
die „Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln 2011“, der „Inklusionsplan für Kölner Schulen
2012“, die „Konkretisierung der Schulentwicklungsplanun g Köln 2012“, die halbjährlichen
„Statusberichte zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Köln“ (seit 2011), die „Schulent-
wicklungsplanung für die städtischen Berufskollegs und We iterbildungskollegs in Köln 2015“
oder die „Kinder- und Jugendförderplanung Köln 2015 – 2020“ (in Vorbereitung). Die Inte-
grierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung der S tadt Köln wird in einer Publikation
des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2011)
„Moderne Sozialplanung“ als Beispiel „guter Praxis“ vorgestellt. Besondere Erwähnung fin-
den unter anderem der gewählte Planungsansatz einer „local governance“ und dass den
Planungen unterliegende Indikatorenmodell der Sozia lraumanalyse mit seinen zu Indizes
zusammen gefassten Bildungs- und Sozialindikatoren au f kleinräumiger Ebene von Stadttei-
len und Stadtvierteln Kölns.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/jugendhilfebericht_2011.pdf
Kölner Bildungsbericht – Bildungsmonitoring 2012
Der Kölner Bildungsbericht schafft Transparenz im Bildun gsgeschehen und stellt aussagefä-
hige „Daten für Taten“ zur Verfügung. Er widmet sich besonders zentralen Fragestellungen
wie den Übergängen zwischen den Schulformen bis hin zur Ausbildung und in den Beruf.
Außerdem wird der sprachlichen Bildung in frühen Leben sphasen, dem informellen Lernen
und der Bildungsberatung besonderer Stellenwert einge räumt. Dabei richtet sich der Blick
immer auch auf die Stadtbezirke und Stadtteile Kölns, beispielsweise um deutlich zu ma-
chen, wo Kinder und Jugendliche unter erschwerten Beding ungen aufwachsen, die die Bil-
dungsbeteiligung und den Bildungserfolg beeinträchtige n können. Auch für Köln lässt sich
nachweisen, dass Bildungschancen von Kindern und Jugendliche n in hohem Maße von der
sozialen Herkunft abhängen und entsprechend sozialräuml ich stark unterschiedlich verteilt
sind. Gleichzeitig wird im Bildungsbericht beispielhaft aufgezeigt, dass präventive Maßnah-
men wirksam sind. So konnte für die sprachliche Bildung und Förderung im Elementarbe-
reich nachgewiesen werden, dass der Sprachförderbedarf g eringer ist, je länger ein Kind
eine Kindertageseinrichtung bereits besucht. Besonders auf fällig waren die Ergebnisse bei
Kindern mit Migrationshintergrund: mit jedem zusätzli chen Jahr in der Kita halbiert sich na-
hezu der Anteil, der Sprachförderung benötigt.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/bildungsbericht2012-barrierefrei.pdf
176 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Bildungsstrategie der Stadt Köln
Für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen verfolgt di e Stadt Köln eine „Doppelstrategie“:
Erstens wird entschieden in die Regelsysteme der Bildung investiert, um die Bildungs- und
Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachse nen zu verbessern. Zweitens
kommt die Stadt der zentralen Maxime städtischer Armut sbekämpfung in einem sozialräum-
lichen Bezug, „Ungleiches ungleich behandeln“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bil-
dung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade solche Einrichtungen und Angebote noch
einmal verstärkt, die vielen Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslagen ver-
besserte Bildungs- und Entwicklungschancen eröffnen.
Es gibt in Köln eine Vielzahl von Präventionsangebote n für Kinder und Jugendliche. Im Fol-
genden sollen beispielhaft zwei „große Blöcke“, die gle ichsam zentrale Bausteine der kom-
munalen Präventionskette in Köln darstellen, ausführli cher dargestellt werden. Mit Blick auf
die Bildung von Kindern und Jugendlichen haben insbeson dere der Ausbau der Kinderta-
gesbetreuung und die schulische Ganztagsbildung einen au sgesprochen hohen bildungs-
und gesellschaftspolitischen Stellenwert: Für die Eltern spielt eine flexible und qualitativ
hochwertige Kinderbetreuung eine zentrale Rolle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
(Betreuungsaspekt). Für die Kinder selbst ergeben sich ve rbesserte Bildungschancen, ins-
besondere wenn sie aus benachteiligten Familien kommen (Bildungsaspekt).
Mit seinen Versorgungsquoten in den Bereichen Kinderta gesbetreuung für unter 3-Jährige,
Offene Ganztagsschule im Primarbereich und Ganztag in der Sekundarstufe I belegt Köln im
interkommunalen Vergleich in Nordrhein-Westfalen vor dere Plätze. Hierin und auch in die
erhöhte Förderung von Bildungsinstitutionen in Stadtg ebieten mit erhöhtem Armuts- und Bil-
dungsrisiko gehen – neben Landesförderungen – erhebl iche städtische Eigenmittel ein. Die
gesamten Aufwendungen des Dezernates für Bildung, Jugen d und Sport liegen bei über 1
Milliarde Euro, wobei nur ein Viertel des Betrags durch Erträge, beispielsweise auch Landes-
fördermittel, gegen finanziert ist.
Neben der Förderung von Bildungschancen im Kontext von Kindertageseinrichtungen und
Schule, die vorgehend beispielhaft skizziert wurde, un ternimmt das Bildungsdezernat der
Stadt Köln weitere erhebliche Anstrengungen in vielen Handlungs- und Bildungsbereichen
unter anderem in den Bereichen Familienberatung, Wei terbildung / Grundbildung / Volks-
hochschule, Kinder- und Jugendarbeit und Sportförderung . Trotz der beschriebenen An-
strengungen und Investitionen in den Bildungsbereich ist mit Blick auf hohe Kinderarmuts-
quoten gerade in den elf Sozialräumen in Köln gleich wohl festzuhalten, dass die aktuellen
und zukünftigen Herausforderungen für gelingendes Au fwachsen und gleiche Bindungs-
chancen für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin sehr groß sind.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/bildung-und-schule/
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 177
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kulturförderung
Die Stadt Köln hat ein hohes Selbstverständnis als Kultu rstadt anerkannt zu sein. Als größte
Stadt in Nordrhein-Westfalen bietet sich daher ein seh r vielfältiges und aktives Bild der Kul-
turszene. Die Kulturförderung versteht sich in diesem Si nne auch als Querschnittsaufgabe,
deren Wirkung in dem ersten Kulturbericht zu den Jahre n 2013 und 2014
14 ausführlich be-
schrieben ist. Die folgende Bestandsanalyse der Kulturför derung in Köln bezieht ausschließ-
lich auf die institutionalisierte Kulturförderung.
Die institutionalisierte Kulturförderung, die von der Stadt angeboten wird umfasst alle Berei-
che der Hochkultur mit Oper, Schauspiel, Gürzenich-Orchest er, Puppenspiele und Museen
sowie der Stadtbibliothek. Darüber hinaus ist das Histori sche Archiv dort angebunden. Die
städtischen Angebote haben einen sehr starken räumlichen Bezug zum Innenstadtbereich
und direkt angrenzenden Stadtteilen Kalk und Mülheim . Ein Angebot in den Sozialräumen
findet sich Mülheim-Nord und Keupstraße mit den Depots 1 und 2 der Städtischen Bühnen,
Kalk mit der Halle Kalk sowie in Chorweiler und Neubr ück, in denen Stadtteilbibliotheken
vorhanden sind
15 .
Neben der institutionalisierten Kulturförderung werde n die Angebote der „freien Szene“ in
den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Theater, Tanz , Film, Musik, Popmusik und Interkultur
finanziell unterstützt. Die Förderung konzentriert si ch auf professionalisierte Angebote von
Kultur in den unterschiedlichen Sparten und grenzt sich damit bewusst gegen das aus-
schließlich räumlich orientierte Angebot der „Veedelskul tur“ ab. Die Förderung der „freien
Szene“ wird wiederum in die Förderung von Kulturinstitutionen mit festen Spielstätten und in
die Projektförderung differenziert, die sich sowohl au f Künstlerförderung (Einzelpersonen),
als auch auf Ensembles und Gruppen und auch auf Projekte in den Spielstätten beziehen
kann. Darüber hinaus werden Ateliers für Bildende Kün stler und Proberäume für Gruppen
der Popkultur angeboten.
Der räumliche Bezug der institutionalisierten Kulturfö rderung von Spielstätten spiegelt sich
ebenfalls mit einem deutlichen Schwerpunkt in der Inne nstadt sowie auch in Ehrenfeld, Kalk
und Sülz / Klettenberg. Die Nutzung von Ateliers und Proberäumen ist in den Sozialräumen
Meschenich und Rondorf, Humboldt /Gremberg und Kalk un d angrenzend an die Sozialräu-
men Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord und Bocklemünd / Mengenich vorhanden.
Der Ausbau des kulturellen Angebotes in den Sozialräum en ist ein wichtiger Baustein für
Verbesserung der Integration benachteiligter Gruppen i n Arbeit, Bildung und in die Gemein-
schaft. Ziel ist auch, durch die Einbindung der Kulturfö rderung in die Handlungsfelder und
Maßnahmen in den Programmgebieten, die Kulturstadt Köln noch stärker auf die Randgebie-
te des Stadtgebietes auszuweiten.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/koelner-kulturbericht
14 Weitere Erläuterungen zum Kulturbericht der Stadt Köln können dem Anhang entnommen werden
15 Eine Übersichtskarte zur Lage städtischer kultureller Einrichtungen (Museen, Ateliers/proberäumen,
Theater und Kulturinstituten) findet sich im ersten Abschnitt der Bestandsanalyse (Themenfeld: De-
mographische und soziale Situation). Eine genauere Übersicht über die Lage der Einrichtungen kann
den Karten für jeden Sozialraum im 2.1.1 entnommen werden.
178 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Themenfeld: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
Klimaschutzkonzept - Zum Schutz des Klimas und der Be wohnerinnen und Bewohner
der Stadt Köln
Das Integrierte Klimaschutzkonzept umfasst übergreifend den gesamten Energie- und Mobi-
litätsbereich. Für die Erstellung des "Integrierten K limaschutzkonzept Köln" wurden Aufträge
in Höhe von 197.308 Euro erteilt. Mit dem Konzept l iegt für Köln ein Programm vor, das bei
ganzheitlicher Umsetzung erheblich dazu beiträgt, den begonnenen Klimaschutzprozess der
Stadt Köln fortzusetzen und den Verpflichtungen aus de m Bürgermeisterkonvent nachzu-
kommen, nämlich einer 20-prozentigen Steigerung der Energieeffizienz, einer 20-
prozentigen Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und einer 20-prozentigen Senkung
der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020. Das Konzept mit de m gesamten Energie- und Mo-
bilitätsbereich hat der Rat der Stadt Köln im April 2 014 zur Kenntnis genommen. Das Kon-
zept leistet darüber hinaus einen Beitrag, die selbst a uferlegten CO2-Minderungsziele zu
erreichen und ergänzt das Kooperationsprojekt „Smart Ci ty Cologne“. Mit einem Beschluss
hat der Rat 13 konkrete Maßnahmen aus dem Gesamtkonzept, für 2014 zur weiteren schnel-
len Bearbeitung und Einzelbeschlussfassungen auf den Weg gebracht und ermöglicht es
weitere Fördermittel von Bund und Europäischer Union zu beantragen.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/integrierte-klimaschutzkonzepte-
energie-und-verkehr
Freiflächensystem der Stadt Köln
Köln verfügt über ein gesamtstädtisches Freiflächensystem, das auf die Planungen von Fritz
Schumacher in den 1920er Jahren zurückgeht. Die nachfolgenden Generationen haben kon-
tinuierlich auf dieser Zielformulierung aufgebaut, oh ne diese in Frage zu stellen. Heute ist
dieses gesamtstädtische Freiflächensystem mit seinen wesentli chen Elementen, dem Inne-
rer und Äußerer Grüngürtel und den verbindenden rad ialen Grünzügen, ein wesentliches
Element der Stadtstruktur, das sowohl aus klimatischer, ök ologischer als auch erholungs-
funktionaler Sicht von großer Bedeutung ist.
In den zurückliegenden Jahren konnten hierauf aufbaue nd weitergehende Ziele formuliert
werden um das Freiflächensystem weiter zu entwickeln und weiter zu qualifizieren. Die Aus-
weisung von Kompensationsflächenpools in den radial vom Äußeren Grüngürtel zur Stadt-
grenze führenden Grünzügen, die Weiterentwicklung in die Region (RegioGrün) und die Er-
arbeitung eines Entwicklungskonzeptes für den Äußeren Grüngürtel sowie die geplante Ver-
längerung des Inneren Grüngürtels sind als vorausschauende Strategie vor dem Hintergrund
der wachsenden Stadt und des Klimawandels zu verstehen.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/regiogruen
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/
Stadtklima in Köln
Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Me tropole Köln“, zusammen mit dem
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NORDR HEIN-WESTFALEN, dem
Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetriebe n Köln durchgeführt und die
Ergebnisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelg erechte Metropole Köln - Ab-
schlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezei gt, dass es zukünftig in Köln heißer
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 179
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
wird und dass Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig
frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nich t mehr aufzuhaltenden Klimawandel
anzupassen.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schon heute eine deutliche Aufheizung (Wärmein-
sel) der dicht bebauten Stadtteile und der Innenstadt gegenüber dem Umland besteht. Die im
Rahmen der Studie durchgeführten Messungen zeigten Temperaturdifferenzen von bis zu 10
Grad.
In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von über 30°C und die Sommer-
tage, mit Temperaturen von über 25°C in Köln deutlich zunehmen.
Dabei können Maximaltemperaturen von über 40°C erre icht werden. Die Zahl der Sommer-
tage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeiti-
gen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zun ehmen und die Zahl der heißen
Tage kann sich sogar verdoppeln.
Planungshinweiskarte:
Die Planungshinweiskarte zeigt für das gesamte Stadtgeb iet auf, welche zukünftige Wärme-
belastung zu erwarten ist. Sie gibt Hinweise welche Geb iete besonders vom Klimawandel
betroffen sein werden und welche wichtigen Kaltluftent stehungsgebiete im Stadtgebiet noch
vorhanden sind. Sie gilt als wichtige Grundlage für Auswertungen zur Betroffenheit einzelnen
Stadtteile zum Beispiel -bezirke.
Mit der Darstellung
− der Anzahl der heißen Tage für die Periode 2021 bi s 2050 (als Maß für die zu erwar-
tende Wärmebelastung),
− der Verteilung der Grünzüge in der Stadt (als poten tielle Frisch- und Kaltluftprodukti-
onsflächen),
− den Kaltluftflüssen (als Maß für die Möglichkeit der V erminderung der innerstädti-
schen Wärmebelastung),
− der Windrose (woher weht der Wind wie häufig?),
werden in der Planungshinweiskarte Größen zusammengeführt, welche die siedlungsklimati-
sche Situation und das Leben der Menschen in der Stadt b eschreiben. Dadurch hilft diese
Karte, die Empfindlichkeit der Flächen bei Nutzungsänd erungen und den resultierenden kli-
matischen Folgen erkennen und bewerten zu können.
Die Flächen der hoch und sehr hoch belasteten Gebiete kö nnen hierbei als klimatische Sa-
nierungsgebiete eingestuft werden, in denen sich Maß nahmen zur Verbesserung des Stadt-
klimas aufdrängen, während die klimaaktiven, zum Bei spiel sehr klimaaktiven Flächen eine
sehr hohe Empfindlichkeit bei nutzungsändernden Eingri ffen, Versiegelung und Bebauungs-
verdichtungen aufweisen. Diese beiden Klassen sollten als „Stadtklimatische Ausgleichsflä-
chen“ in ihrer klimatischen Funktion erhalten bleiben.
Wichtige Eckpunkte einer klimawandelgerechten Planung sind die Freihaltung von Kaltluf-
tentstehungsgebieten und Frischluftschneisen, die Durchgr ünung der Stadt, aber auch die
Berücksichtigung der Belange des Klimawandels bei Planverfahren.
Betroffenheit:
Der Stadtbewohner befindet sich in permanentem Austausch mit seinem urbanen Umfeld.
Bewegt er sich im Freien, zum Beispiel in der Innenstad t zum Einkaufen, zum Spazierenge-
hen im Park oder ist er mit dem Rad unterwegs zum Arb eitsplatz, so wirken auf ihn die Luft-
180 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
temperatur, die Luftfeuchte, die Luftströmung und di e Sonnenstrahlung ein. Im Gegensatz
zum Aufenthalt im Freien ergeben sich beim Aufenthalt in Gebäuden andere Situationen.
Hier werden Wohlbefinden sowie Wärmestress wesentlich dur ch die Innenraumtemperatur
und Luftfeuchte in den Räumen bestimmt. Einerseits lassen sich durch technische Einrich-
tungen wie Klimaanlagen optimale Innenraumtemperatu ren erreichen. Andererseits können
durch das hohe Wärmespeichervermögen der Gebäudehülle i nsbesondere nachts hohe
Wärmebelastungen auftreten, falls keine entsprechenden Hilfsmittel vorhanden sind.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/das-projekt-
klimawandelgerechte-metropole-koeln
Themenfeld Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen:
Stadtentwicklungskonzept Wohnen und Handlungskonzept Preiswerter Wohnungsbau
/ Kooperatives Baulandmodell
Das am 11.02.2014 vom Rat beschlossene Stadtentwicklungskonzept (StEK) Wohnen sowie
das im Vorgriff bereits am 02.11.2010 beschlossene Handl ungskonzept Preiswerter Wohn-
raum formulieren unter anderem spezifische Ziele und Leitlinien der Kölner Wohnungspolitik,
die auch auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept EFRE anzuwenden sind:
− Ziel 3: Sicherung und Neubau öffentlich geförderter Wohnungen
− Ziel 4: Anpassung der Wohnungsbestände gemäß der Anfor derungen des demogra-
phischen Wandels und des Klimawandels
− Ziel 5: Nachhaltig angelegte Wohnungspolitik
− Ziel 6: Steigerung der Wohnzufriedenheit
− Ziel 7: Abschluss einer Vereinbarung mit der Wohnungswi rtschaft zur partnerschaftli-
chen Lösung der bevorstehenden Aufgaben in Neubau und Bestand
− Leitlinie 2: Innenentwicklung vor Außenentwicklung
− Leitlinie 3: Sozialen Ausgleich unterstützen – sozial e Schieflagen vermeiden
− Leitlinie 4: Partnerschaftliche Quartiersentwicklung fö rdern
Zur Erreichung der Ziele und Leitlinien der Kölner W ohnungspolitik wird zurzeit ein Hand-
lungsprogramm mit 22 Maßnahmen in acht Handlungsfelde rn umgesetzt. Insbesondere der
mit dem Konzept begonnene, intensive Dialog mit der Wohnungswirtschaft ist eine wichtige
Voraussetzung für quartierbezogenen Partnerschaften, d ie sich im EFRE Handlungspro-
gramm wiederfinden.
Der Rat der Stadt Köln hat zudem am 17.12.2013 den Beschluss zum Kooperativen Bau-
landmodell Köln gefasst, um die Bereitstellung bezah lbaren Wohnraums in Köln anzukur-
beln. Das Kooperative Baulandmodell Köln nimmt diejenigen, die von einer Bodenwertsteige-
rung profitieren, in die Pflicht, einen definierten Teil der geplanten Wohneinheiten für den
geförderten Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen und sich stärker als bisher an den Fol-
gekosten der Bauleitplanung zu beteiligen.
Die 1. Fortschreibung des Kooperativen Baulandmodells i st am 04. April 2017 vom Rat der
Stadt Köln beschlossen worden. Mit der Fortschreibung des Kooperativen Baulandmodells
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 181
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
wurde das Ziel verfolgt, die Anwendung des Modells zu vereinfachen und die Umsetzung
praktikabler zu gestalten.
.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/wohnen
Einzelhandels- und Zentrenkonzept (EHZK)
Das EHZK wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Er ist die wesentliche
Handlungsgrundlage zur Sicherung und Stärkung des Köl ner Zentrensystems, als Rückgrat
der räumlich-funktionalen Ordnung der Stadt sowie zur Sicherung einer Wohnortnahen Nah-
versorgung. Das EHZK definiert für alle 80 Kölner Gesch äftszentren konkrete Handlungs-
empfehlungen bezüglich Ausstattung, Branchenmix und ent hält Aussagen bezüglich Hand-
lungserfordernissen für unterversorgte Bereiche. Wesentli che Aussagen des EHZK sind in
den Zentrenpässen der Programmgebiete wiedergegeben.
Weitere Informationen unter:
http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/versorgung/einzelhandels-
und-zentrenkonzept-1
Stadtentwicklungskonzept Wirtschaft
Vor dem Hintergrund eines verstärkten Wettbewerbs um Be triebe, gerade auch des produ-
zierenden Gewerbes, steigt die Bedeutung von geeigne ten Konzepten die es ermöglichen,
frühzeitig und angemessen auf die verschiedenen Bedarf e an Fläche und Infrastruktur zu
reagieren. Den Wirtschaftsstandort Köln langfristig zu stabilisieren und zu stärken ist das Ziel
des in Planung befindlichen Stadtentwicklungskonzeptes Wirtschaft.
Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Herausarbeitung der Flächenbedarfe, Flächenpotenzi-
ale und ihrer Verfügbarkeit sowie die Darstellung von Konflikten der Flächennutzung in Be-
zug auf Freiraum, Gewerbe-, Wohn- und Einzelhandelsnu tzung. Die Herausforderung ist
dabei die verschiedenen Interessen und Bedarfe an Fläche nachhaltig und ressourcenscho-
nend zu erfüllen.
Themenfeld Öffentlicher Raum / städtebauliche Situation:
− teilräumliche Entwicklungsplanungen (Rechtsrheinische Ent wicklungskonzept Teil-
raum Nord, Handlungsprogramm Rechtsrheinische Perspektiven)
− Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Köln
− Stadtentwicklungskonzept Wohnen
− Handlungskonzept zur Kölner Behindertenpolitik
− Köln Mobil 2015
182 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 2: Anteil der Radfahrerinnen und Radfahrer in den elf Sozialräumen
Sozialräume Stadtteile Anteil Fahrradnutzung am
Anteil aller Wege in %
Bickendorf, Westend und Ossendorf Bickendorf 7
Ossendorf 16
Bilderstöckchen Bilderstöckchen 8
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-
Nord
Blumenberg 7
Chorweiler 7
Seeberg 7
Bocklemünd / Mengenich Bocklemünd / Mengenich 3
Buchheim und Buchforst Buchheim 5
Buchforst 6
Höhenberg und Vingst Höhenberg 5
Vingst 7
Humboldt / Gremberg und Kalk Kalk 9
Humboldt / Gremberg 8
Meschenich und Rondorf Meschenich 6
Rondorf 9
Mülheim-Nord und Keupstraße Mülheim 8
Ostheim und Neubrück Ostheim 4
Neubrück 14
Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven
und Eil
Porz 6
Finkenberg k.A.
Gremberghoven 9
Eil 9
Stadt Köln gesamt 12
Quelle: Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten, 2006
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 183
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 3: Anteil an Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern am Gesamtbestand
Programmgebiet
Stadt Köln
Anteil
Ein- und Zwei-
familienhäuser
Anteil Mehrfamilien-
häuser
Bickendorf, Westend und Ossendorf 61 % 39 %
Bilderstöckchen 45 % 55 %
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 58 % 42 %
Bocklemünd / Mengenich 67 % 33 %
Buchheim und Buchforst 40 % 60 %
Höhenberg und Vingst 28 % 72 %
Humboldt / Gremberg und Kalk 12 % 88 %
Meschenich und Rondorf 85 % 15 %
Mülheim-Nord und Keupstraße 22 % 78 %
Ostheim und Neubrück 68 % 32 %
Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 67 % 33 %
Stadt Köln 60 % 40 %
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
184 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 4: Wohneinheiten der GAG (Stand 2016)
Stadtteil Wohneinheiten der GAG
Bickendorf 3.316
Bilderstöckchen 795
Blumenberg 451
Bocklemünd/Mengenich 1.333
Buchforst 2.225
Buchheim 1.255
Chorweiler 2.556
Eil 32
Gremberghoven 1
Höhenberg 1.562
Humboldt/Gremberg 1.467
Kalk 1.345
Meschenich 70
Mülheim 1.303
Neubrück 30
Ossendorf 1.249
Ostheim 1.792
Porz 363
Rondorf 303
Seeberg 109
Vingst 2.933
GAG gesamt 43.398
Quelle: GAG Immobilien AG
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 185
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 5: Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen in Prozent in den einzelnen
Stadtteilen der elf Sozialräume
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
19,5
28,5
10,9
22,0
70,7
17,7
20,8
7,4
11,4
10,4
6,8
25,1
6,2
12,1
0,9
6,1
30,8
11,0
10,6
13,2
0,0
1,7
6,8
0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0
Bickendorf
Ossendorf
Bilderstöckchen
Blumenberg
Chorweiler
Seeberg
Bocklemünd/Mengenich
Mülheim
Buchheim
Buchforst
Höhenberg
Vingst
Humboldt/Gremberg
Kalk
Meschenich
Rondorf
Ostheim
Neubrück
Porz
Finkenberg
Gremberghoven
Eil
Köln
Anteil an öffentl. geförderten Wohnungen
(Typ A) 2015 in Prozent
186 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 6: Kaufkraftindex nach Stadtteilen in den elf Sozialräumen
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
85 90 95 100 105 110 115
Stadt Köln
Eil
Finkenberg
Porz
Neubrück
Ostheim
Mülheim-Nord / Keupstr.
Rondorf
Meschenich
Kalk
Humboldt-Gremberg
Vingst
Höhenberg
Buchforst
Buchheim
Bocklemünd / Mengenich
Chorweiler
Blumenberg
Bilderstöckchen
Ossendorf
Bickendorf
- 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
Kaufkraftindex
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 187
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 7: Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Be wohner mit ihren Wohnun-
gen und ihrem Wohnumfeld im Programmgebiet (2009)
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
188 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 8: Anteil an Grünflächen pro Einwohnerin und Einwohner im Programmgebiet (Quadratmeter je Einwohnerin und Einwohner)
Sozialraum
Kleingarten-
anlage
Kinderspiel-
platz
Grün-
anlage
Fried-
hof
Lan d-
schafts-
plan sonstiges Forst
Grün +
Forst
ge-
samt
Bickendorf, Westend und Ossendorf 1,7 2,1 5,8 0,0 0,0 0,0 0,0 5,8 9,6
Bilderstöckchen 0,0 0,7 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 1,4
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-
Nord 0,7 2,2 8,9 0,0 0,0 0,0 3,3 12,2 15,1
Bocklemünd / Mengenich 0,0 1,0 4,8 1,9 0,0 0,0 11,5 16,3 20,1
Buchheim und Buchforst 0,0 1,0 4,5 0,0 0,0 0,5 0,0 4,5 5,5
Höhenberg und Vingst 0,8 1,2 2,4 0,0 0,0 0,0 1,2 3,6 5,9
Humboldt / Gremberg und Kalk 1,1 1,1 2,3 0,0 0,0 0,0 0,0 2,3 4,6
Meschenich und Rondorf 0,6 1,2 3,0 0,6 0,0 0,0 9,7 12,7 15,2
Mülheim-Nord und Keupstraße 0,0 1,8 0,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9 2,8
Ostheim und Neubrück 1,0 1,0 2,0 0,0 0,0 0,5 2,0 3,9 6,9
Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven
und Eil 0,0 1,3 1,7 0,4 0,0 0,0 0,4 2,2 3,9
Durchschnitt Köln 26 m² 60m²
Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 189
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 9: Anteil an Grünflächen an der Gesamtfläche im Programmgebiet (in Prozent)
Sozialraum
Kleingar-
tenanlage
Kinder-
spielplatz
Grün-
anlage Friedhof
Lan d-
schafts-
plan sonstiges Forst
Grün +
Forst gesamt
Bickendorf, Westend und
Ossendorf 0,6 0,1 0,7 0,1 0,1 0,0 0,1 0,8 1,7
Bilderstöckchen 0,9 0,1 1,0 0,2 0,0 0,0 0,0 1,0 2,3
Blumenberg, Chorweiler und
Seeberg-Nord 0,1 0,1 0,9 0,0 0,0 0,0 0,7 1,6 1,8
Bocklemünd / Mengenich 0,0 0,0 0,2 0,1 0,1 0,0 1,3 1,4 1,7
Buchheim und Buchforst 0,2 0,0 0,3 0,1 0,0 0,0 0,1 0,4 0,8
Höhenberg und Vingst 0,2 0,0 0,2 0,1 0,0 0,0 0,5 0,6 1,0
Humboldt / Gremberg und
Kalk 0,2 0,1 0,4 0,3 0,0 0,0 0,3 0,7 1,3
Meschenich und Rondorf 0,1 0,0 0,1 0,1 0,2 0,1 0,4 0,6 1,1
Mülheim-Nord und Keupstra-
ße 0,1 0,1 0,4 0,2 0,0 0,0 0,0 0,4 0,8
Ostheim und Neubrück 0,1 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,3 0,5 0,7
Porz-Ost, Finkenberg, Grem-
berghoven und Eil 0,1 0,1 0,2 0,2 0,0 0,0 0,2 0,4 0,8
Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
190 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 10: Anteil an Grünflächen pro Einwohnerin und Einwohner im Sozialraum (m² je Einwohnerin und Einwohner) 500m Pufferzone
Sozialraum
Kleingar-
tenanlage
Kinder-
spielplatz
Grün
anlage Friedhof
Lan d-
schafts-
plan sonstiges Forst
Grün+
Forst gesamt
Bickendorf, Westend und
Ossendorf 59,2 8,3 75,4 13,7 13,7 0,0 7,5 82,9 177,9
Bilderstöckchen 46,1 5,0 51,1 7,9 0,0 0,0 0,0 51,1 110,2
Blumenberg, Chorweiler und
Seeberg-Nord 9,2 6,7 66,5 0,4 0,7 0,0 49,9 116,4 133,4
Bocklemünd / Mengenich 3,8 4,8 52,7 41,2 44,1 1,0 414,9 467,6 562,4
Buchheim und Buchforst 25,6 4,5 38,1 12,5 0,0 4,0 19,0 57,1 103,7
Höhenberg und Vingst 32,9 7,5 29,7 11,5 0,0 0,8 79,3 109,0 161,7
Humboldt / Gremberg und
Kalk 8,3 4,0 15,5 10,0 0,0 0,0 13,2 28,6 50,9
Meschenich und Rondorf 8,5 3,0 13,3 6,7 20,0 10,9 42,4 55,8 104,9
Mülheim-Nord und Keupstra-
ße 4,6 5,5 23,9 12,0 0,0 0,0 1,8 25,7 47,8
Ostheim und Neubrück 29,9 7,8 41,7 0,0 1,5 3,9 68,6 110,3 153,9
Porz-Ost, Finkenberg, Grem-
berghoven und Eil 5,2 6,0 17,3 13,8 0,0 2,2 13,4 30,6 57,8
Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 191
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 11: Von Lärmbelastung besonders betroffene B ereiche im Sozialraum Bi-
ckendorf, Westend und Ossendorf
Sozialraum Straßenverkehr Deutsche Bahn
AG
HGK und
KVB
Flugverkehr BImSchG An-
lage
Bickendorf,
Westend und
Ossendorf
Belastungsachsen
− Venloer
Straße zwi-
schen Äu-
ßerer Ka-
nalstraße
und Häus-
chensweg
− Subbel-
rather Stra-
ße wischen
Äußerer
Kanalstraße
und Sand-
weg
Im Süden des
Sozialraumes
befindet sich
eine IVU-
Anlage.
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
192 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 12: Luftqualität und Schadstoffbelastung
Laut 39. BImSchV gelten folgende Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit:
− NO2: der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsg renzwert liegt bei 40 µg pro
m3; der über eine volle Stunde gemittelte Immissionsgr enzwert beträgt 200 µg pro
m3, bei 18 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr.
− PM10:der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsg renzwert liegt bei 40 µg pro
m3; der über den Tag gemittelte Immissionsgrenzwert be trägt 50 µg pro m3, bei 35
zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr.
In die Berechnung sind alle Straßen mit einem DTV-Wer t (durchschnittliche tägliche Ver-
kehrsbelastung) von über 4000 Kraftfahrzeugen je 24 Stunden berücksichtigt. Weiterhin sind
alle Gebäude bis zu einer Entfernung von 35 Meter zu r Straßenmitte eingeflossen. Die Kon-
zentrationen sind im Ergebnis in einer Immissionshöhe vo n 1,5 Metern an der Gebäudefas-
sade dargestellt. Da es sich um ein Screening und keine D etailbetrachtung handelt, können
die Ergebnisse lediglich als Hinweis auf eine problematische Belastung gewertet werden.
Bei Überschreitungen von Grenzwerten werden Ursachenanalysen durchgeführt und es sind
Luftreinhaltepläne aufzustellen, in denen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität
festgelegt werden. Eine Maßnahme für das Kölner Stadt gebiet ist die Einführung der Um-
weltzone. Aus einer stadtweiten Screeningberechnung der Kfz-bedingten Luftschadstoffe
wurde die Belastung für die Sozialräume ausgewertet. Die Immissionsbelastung wurde so-
wohl für Feinstaub (PM10) als auch für Stickstoffdioxi d (NO2) berechnet, wobei in der
Schlussbetrachtung lediglich der Luftschadstoff Stickstoffdioxid als problematische Größe mit
den häufigsten Überschreitungen herangezogen wurde.
Zum Messen der Luftschadstoffbelastung gibt es im Jahr 201 6 in Köln fünf kontinuierliche
Messstellen und zwölf Passivsammler.
Nachfolgend werden für den Sozialraum
Bickendorf, Westend und Ossendorf die aktuellen
Schwerpunkte der Luftbelastung, auf Basis der Screening- Ergebnisse, dargestellt. Als
Schwerpunkte werden dabei lediglich diejenigen Straße n einbezogen, die in der Screening-
berechnung eine Stickstoffdioxidbelastung von über 40µg pro Kubikmeter und damit Hinwei-
se auf eine problematische Belastung geben.
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf l assen sich, auf Basis der Scree-
ningberechnungen, hauptsächlich drei Belastungszonen ausma chen: Die Vitalisstraße zwi-
schen der Kleingartensiedlung im Westen und der Kreuzung Vogelsanger Straße, die Venlo-
er Straße zwischen der Ecke Akazienweg und der Kreuzu ng Äußere Kanalstraße, sowie die
Subbelratherstraße zwischen der Straße An der Buchenhe cke und ebenfalls der Kreuzung
zur Äußeren Kanalstraße.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 193
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 13: Erläuterungen zur Erhebung der Lärmbelast ung nach Europäischer Um-
gebungslärmrichtlinie
Außer für die Lärmvorsorge (Planfeststellungsverfahren) gibt es in Deutschland jedoch keine
gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Ebenso sind das Bere chnungsverfahren und die Defini-
tion einer erheblichen Belastung in Deutschland nicht ei nheitlich, sondern je nach Emittent
und Verfahren unterschiedlich. Vorrangig wurde daher bei den nachfolgenden Auswertungen
auf die Kartierung nach EU-Umgebungslärmrichtlinie zur ückgegriffen, bei der, basierend auf
einem innerhalb der Europäischen Union (EU) einheitli chen Verfahren, die Ermittlung der
Belastung durch Umgebungslärm erfolgt und die als eine wesentliche Informationsgrundlage
über gegebene Lärmbelastungen anzusehen ist. Neben Lär mkarten mit flächigen Darstel-
lungen der Lärmbelastungen werden bei dieser Kartier ung auch die Lärmbelastungen an
Gebäudefassenden erfasst. In einem weiteren Schritt wer den mit Hilfe dieser Fassadenbe-
lastungen die Lärmbelastungen der Einwohnerinnen und Einwohner der Gebäude ermittelt.
Unter Umgebungslärm werden gemäß der EU-Richtlinie be lästigende und gesundheits-
schädliche Geräusche im Freien, die durch menschliche Aktivi täten verursacht werden und
die von Verkehrsmitteln wie dem Straßenverkehr, den Eisenbahnen, Flugzeugen, sowie von
Industriegeländen und großen Häfen ausgehen, verstand en. Sport-, Freizeit- und Nachbar-
schaftslärm, Lärm durch Tätigkeiten innerhalb von Wohnun gen und Lärm am Arbeitsplatz
werden nicht durch die EU-Umgebungslärm-Richtlinie erfasst.
Auslösewerte wurden mit Runderlass des Ministeriums für U mwelt und Naturschutz, Land-
wirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) vom 07.02.2008 ) definiert: „Lärmprobleme im
Sinne des § 47 d Absatz 1 BImSchG liegen auf jeden Fal l vor, wenn an Wohnungen, Schu-
len, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäud en ein LDEN von 70 dB(A) oder
ein LNight von 60 dB(A) erreicht oder überschritten w ird. Dies gilt nicht in Gewerbe- oder
Industriegebieten nach §§ 8 und 9 der Baunutzungsverordnung sowie in Gebieten nach § 34
Absatz 2 des Baugesetzbuches mit entsprechender Eigenart. “ Für den Fluglärm sind
Schutzziele für die Lärmaktionsplanung in rechtsverbind licher Weise in § 14 des Gesetzes
zum Schutz gegen Fluglärm geregelt. Vor diesem Hinter grund hat das MUNLV für Fluglärm
die Auslösewerte von 65 dB(A) (LDEN) und 55 dB(A) (LNight) definiert.
194 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 14: Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 195
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 1 5: Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 an städtischen allgemeinbildenden Schulen am Wohnort
(Schuljahr 2015/
2016)
Sozialraum / Stadt
Absolut Quoten in Prozent
Insge-
samt
Haupt-
schule
Real-
schule
Gesamt-
schule
Gymna-
sium
Förder-
schule
Haupt-
schule
Real-
schule
Gesamt-
schule
Gymna-
sium
Förder-
schule
Bickendorf, Westend und
Ossendorf 795 133 302 72 256 32 16,7 38,0 9,1 32,2 4,0
Bilderstöckchen 457 102 129 54 148 24 22,3 28,2 11,8 32,4 5,3
Blumenberg, Chorweiler und
Seeberg-Nord 1.225 188 497 274 208 58 15,3 40,6 22,4 17,0 4,7
Bocklemünd / Mengenich 328 56 94 82 62 34 17,1 28,7 25,0 18,9 10,4
Buchheim und Buchforst 588 72 171 165 155 25 12,2 29,1 28,1 26,4 4,3
Höhenberg und Vingst 781 175 213 209 161 23 22,4 27,3 26,8 20,6 2,9
Humboldt / Gremberg und Kalk 1.002 228 308 195 224 47 22,8 30,7 19,5 22,4 4,7
Meschenich und Rondorf 361 47 87 103 107 17 13,0 24,1 28,5 29,6 4,7
Mülheim-Nord und Keupstraße 370 89 87 105 44 45 24,1 23,5 28,4 11,9 12,2
Ostheim und Neubrück 708 139 236 117 178 38 19,6 33,3 16,5 25,1 5,4
Porz-Ost, Finkenberg Grem-
berghoven und Eil 855 123 286 187 191 68 14,4 33,5 21,9 22,3 8,0
Summe Sozialräume 7.470 1.352 2.410 1.563 1.734 411 18,1 32,3 20,9 23,2 5,5
Stadt Köln 23.746 2.970 6.009 4.809 8.936 1.022 12,5 25,3 20,3 37,6 4,3
Quelle: Stadt Köln, Amt für Schulentwicklung und Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem)
196 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 16: Bevölkerungs- und Sozialstruktur in den Quartieren
Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Bevölkerungs- und Sozialstruktur der Quartiere im
Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf
Westend
Bickendorf-Mitte
Westcenter, Siedlung Vitalisstraße
Realisierung in den 1960er Jahren, erweitert in den 1980 bis1990er Jahren (sozialer Wohnungsbau), GAG
Immobilien AG, Grubo und Antoniter Siedlungsgesells chaft, zum Teil WEG, Solarsiedlung Ossendorf, keine
Nahversorgungslage, ausschließlich Discounter, Quartiersmittelpunkt Clemens-Hastrich-Straße wenig
gestaltet, hier Café Bickolo, junges Quartier, Bezug SGB ll ist rückläufig, allerdings deutlich über s tädtischem
Durchschnitt, Benachteiligung im Teilraum der Siedl ung Ossendorfer Weg deutlich höher.
Heterogene Struktur mit diversen infrastrukturellen Einrichtungen, Stadtteilzentrum und
vielfältige Wohnbebauung, zum Beispiel GAG Siedlung Bickendorf ll, soziale Belastung unter
dem städtischen Durchschnitt, überdurchschnittlich hoher Anteil an älterer Bevölkerung,
seniorengerechte, barrierefreie Entwicklung des Quartiers erforderlich.
2002 bis 2005 Neubau der Vitalishöfe (GAG) nach Abriss der Altbebauung, Wohnhochhaus
Westcenter, Leerstand der Ladenlokale, Randlage südöstlich des Gewerbegebiets, Ergän-
zung durch Bebauung Rochusplatz geplant, somit Stärken der Wohnlage und des Stadtteil-
zentrum möglich, sehr hoher und zunehmender Anteil an Bevölkerung mit Migrationshinter-
grund, überdurchschnittlich hoher, aber rückläufiger Anteil an SGB ll Empfängern.
Jugendquotient Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 – unter 65 Jahre
Altenquotient Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre
Quote Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Al ter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit
Hauptwohnsitz
Betreuungsquote U10 Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre
Gymnasiastenquote Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014/15
Entwicklung 2007 - 2015 Angabe in Prozentpunkten
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 197
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Bickendorf Reihenhäuser
Bickendorf Garten Siedlung
Bickendorf Gewerbe
Ossendorf-Mitte
Bickendorf l (vormals GAG Immobilien AG, jetzt Einzeleigentümer), kein Handlungsbedarf,
Bewohnerschaft ist im Bürgerverein aktiv, Stabilisierung des Stadtteils, sehr geringer Anteil an
Bevölkerung mit Migrationshintergrund, wenig soziale Belastung, deutlich überhöhter Altenquo-
tient.
Gartensiedlung Bickendorf (GAG Immobilien AG), kein Handlungsbedarf, Bewohnerschaft
ist in Bürgerverein aktiv und trägt zur Stabilisierung des Stadtteils bei, sehr hoher Altenquo-
tient bei rückläufigem Jugendquotient, Anteil der SGB ll Empfänger entspricht städtischem
Durchschnitt.
Gewerbegebiet mit vielfältiger Nutzung, hier auch Wohnbereiche süd-westlich der Venloer
Straße und BfO als sozialer Akteur (Gebrauchtwarenkaufhaus, niederschwelliges Arbeitspro-
jekt), sehr hoher Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund sowie
an Kindern unter 15 Jahren in SGB ll Bedarfsgemeinschaften.
Heterogene Bebauung mit infrastrukturellen Einrichtungen, Nahversorgungszentrum, hier
auch: Schlichtsiedlung der Ehrenfelder Wohnungsgenossenschaft, errichtet in den 1930er
Jahren, derzeit Planung von Abriss und Neubau von 350 Wohneinheiten unter Einbeziehung
der Bewohnerschaft, Datenprofil entspricht fast gänzlich dem städtischen Durchschnitt.
198 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen-
dorf“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Siedlung Ossendorfpark
Ossendorf-Nord
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Reihenhausbebauung hier kein Handlungsbedarf, in Randlage befindet sich die Siedlung
Parsevalstraße hier: bis zu 7 geschossige Bebauung der GAG Immobilen AG, vor 3 Jahren
saniert, intensive Bemühungen zur Stabilisierung des Gebietes, zum Teil auffällige Be-
wohnerschaft (Zuzug von Rumänen und Bulgaren), integrierte Maßnahmen zur Stabilisie-
rung hier weiterhin erforderlich, hier hoher Jugend- und Altenquotient, überdurchschnittlich
hoher Anteil an Kinder in SGB ll Bedarfsgemeinschaften.
Beginn der 2000er Jahre Konversion einer ehemaligen belgischen Kaserne zu einem
Wohnquartier, Geschosswohnungsbau und Reihenhausbebauung; „Familienhaus Ossen-
dorfpark“ mit diversen Betreuungs- und Beratungsangeboten im Quartierszentrum stabili-
siert das Quartier, sehr hoher Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshin-
tergrund, sehr hoher Jugendquotient, bei sinkender Zahl von SGB ll Empfängern.
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ 199
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 17: Datenprofil der Sozialräume im Handlungsfeld Frühe Hilfen
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Jahr 2015 Angaben
als Prozentualer Anteil
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
Höhenberg und Vingst
Ostheim und Neubrück
Mülheim-Nord und Keupstraße
Buchheim und Buchforst
Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
Meschenich und Rondorf
Bilderstöckchen
Bocklemünd / Mengenich
Humboldt / Gremberg und Kalk
Köln
Einwohner
unter 3-Jährige 3,2 3,6 3,3 3,6 3,5 3,3 3,3 2,6 3,6 3,2 3,4 3,0
3 bis unter 6-Jährige 3,1 3,6 3,4 3,8 3,3 3,0 3,5 2,9 3,3 3,3 3,0 2,7
6 bis unter 10-Jährige 4,3 5,1 4,5 4,9 4,6 3,7 4,6 4,4 4,3 4,2 3,6 3,5
unter 18-Jährige 19,3 22,5 19,4 21,7 19,7 17,7 20,7 18,8 19,7 19,5 16,8 15,9
18 bis unter 28-Jährige 13,1 13,6 14,7 13,0 17,0 14,7 12,3 11,4 14,9 12,0 17,2 0,0
28 bis unter 65-Jährige 52,5 47,9 49,8 46,0 51,8 51,3 47,7 52,2 49,5 46,3 52,3 0,0
ab 65-Jährige 15,0 16,0 16,1 19,4 11,4 16,3 19,3 17,5 15,9 22,1 13,7 17,6
Ausländerinnen und Ausländer 21,4 34,4 32,5 28,1 47,8 28, 6 29,4 24,1 27,8 22,7 35,6 18,6
Einwohner mit Migrationshintergrund 44,4 76,7 58,5 60,1 66,5 53,5 58,2 41,3 51,4 43,3 59,1 36,8
Einwohner unter 18 Jahre
mit Migrationshintergrund
Haushalte
Einpersonenhaushalte 43,8 27,4 45,7 36,6 52,1 48,5 37,0 34,3 43,0 40,4 54,7 50,6
Familienhaushalte mit Kindern 24,4 32,1 23,4 27,4 21,5 20 ,7 24,9 24,8 24,3 23,7 18,0 18,3
Anteil Alleinerziehende an
allen Familienhaushalten
Sozialleistungsbezug SGB II
SGB II-Quote 18,7 31,0 27,4 32,1 39,4 24,3 25,8 15,0 19,2 28,2 25,4 9,3
SGB II-Quote bei unter 15-Jährigen 29,1 46,1 41,1 47,8 5 8,2 37,7 39,5 23,8 31,0 46,1 39,8 14,9
Sozialleistungsbezug SGB XII
Quote Grundsicherung im Alter 12,6 32,4 13,1 14,1 18,0 12 ,2 12,6 6,1 8,5 11,4 15,9 5,6
Quote Grundsicherung
bei Erwerbsminderung
Arbeitslosigkeit
Arbeitslosenquote 11,3 15,7 16,3 17,8 24,2 15,3 13,9 9,2 11,5 15,3 15,6 8,8
Jugendarbeitslosenquote 6,0 9,1 7,9 10,7 16,7 8,7 9,0 6,1 6, 6 10,0 7,4 5,6
Kinderbetreuung in Kita/Tagespflege *
unter 3-Jährige mit Migrationshintergrund 61,0 83,0 79,2 78,6 85,3 74,0 77,8 54,8 66,1 66,2 77,6 50,8
3 bis unter 6-Jährige
mit Migrationshintergrund
unter 6-jährige Kinder
darunter beitragsbefreit 49,8 71,9 69,5 73,3 83,1 59,0 56, 9 41,2 54,0 67,0 68,8 34,6
beitragsbefreit mit Migrationshintergrund 76,2 79,2 76 ,9 80,8 75,3 73,4 81,8 71,2 72,3 58,6 78,9 64,6
Hilfen zur Erziehung
Anteil laufender Hilfen nach
§§ 27 bis 35 SGB VIII an allen Einwohnern
mit Hauptwohnung unter 21 Jahren
* Datenbasis 31.12.2014
1,5 2,5 3,2 3,7 2,8 1,8
66,0 80,7 53,1
2,5 2,1 2,7 2,5 3,7 2,4
0,8
63,9 84,4 78,8 80,2 84,0 73,7 78,7 56,8 68,8
1,6 1,4 1,0 1,1 1,8 1,7 1,7 2,4 1,9 1,8 2,9
23,0 18,8 22,9 31,7 28,7 23,5 29,4 26,8 28,2 25,8 32,4 27,5
77,4 55,6 66,7 61,5 82,2 52,0 60,2 83,9 77,9 77,1 83,8 73,4
Beschlussvorlage Rat
15961 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
VI/152/1
152/1
Vorlagen-Nummer
2481/2017
Freigabedatum
31.08.2017
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung
Betreff
Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für
den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf"
Beschlussorgan
Rat
Gremium Datum
Beschluss:
1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“
(Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Integrierte Stadtentwicklungskon-
zept (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ (siehe Anlage 1). Er beauf-
tragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel –
Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstim-
mungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingun-
gen Anpassungen erforderlich werden.
2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrierten Stadtentwick-
lungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ aufgeführten Einzelmaß-
nahmen, die in der Kosten- und Finanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maß-
Jugendhilfeausschuss 05.09.2017
Verkehrsausschuss 05.09.2017
Ausschuss Soziales und Senioren 07.09.2017
Wirtschaftsausschuss 07.09.2017
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 11.09.2017
Ausschuss Schule und Weiterbildung 11.09.2017
Integrationsrat 11.09.2017
Ausschuss für Umwelt und Grün 14.09.2017
Sportausschuss 14.09.2017
Gesundheitsausschuss 19.09.2017
Stadtentwicklungsausschuss 21.09.2017
Finanzausschuss 25.09.2017
Rat 28.09.2017
2
nahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie
einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen.
Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zah-
lungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 2,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristi-
gen Finanzplanung bis 2020 bereits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021 ff. in Höhe
von 2,9 Mio. € für die Gesamtmaßnahmen des ISEKs für den Sozialraum „Bickendorf, Westend
und Ossendorf“, wurde nachrichtlich aufgeführt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan-Entwurf 2018
inkl. mittelfristiger Finanzplanung bis 2021 erfolgte aufgrund der aktualisierten Planung.
3. Der Rat beauftragt die Verwaltung,
A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den So-
zialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel –
Starkes Köln“.
B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrierten Stadtentwick-
lungskonzeptes, die im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ wirksam werden,
der Bezirksvertretung Ehrenfeld vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege
der Mitteilung zu informieren.
C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und
Ossendorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachaus-
schüsse und die Bezirksvertretung Ehrenfeld ohne Einschränkung zustimmen.
3
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Nein
Ja, investiv Investitionsauszahlungen €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max. 85 %
Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 2,2 Mio. €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max. 90 %
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
c) bilanzielle Abschreibungen €
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:
a) Erträge €
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten €
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
Beginn, Dauer
Begründung
1. Ausgangslage
Vor dem Hintergrund zukünftiger Herausforderungen, die sich nicht zuletzt durch den demografischen
und strukturellen Wandel für die Stadt Köln ergeben, hat sich die Stadtverwaltung seit Herbst 2014
intensiv mit der neuen EU-Förderperiode 2014-2020 auseinandergesetzt und die Förderstrategie der
Stadt Köln darauf ausgerichtet. Mit seinem Beschluss zum „Europa 2020 Handlungsprogramm: Köl-
ner Handlungserfordernisse“ hat der Stadtvorstand am 23.09.2014 die Aufforderungen verbunden,
dass alle Dezernate und Ämter bereits im Vorfeld der zu erwartenden neuen Projektaufrufe des Lan-
des in die Vorbereitungen einsteigen und Projektideen entwickeln. Mit der Genehmigung der Operati-
onellen Programme zum Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zum Europäi-
schen Sozialfonds (ESF) des Landes Nordrhein-Westfalen ist durch die EU formal die neue Förderpe-
riode im Herbst 2014 gestartet.
Auf Basis des Operationellen Programms erfolgte am 10.02.2015 der gemeinsame Aufruf „Starke
Quartiere – starke Menschen“ des Landes NRW zur präventiven und nachhaltigen Entwicklung von
Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung, der die Programme
des EFRE, des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (E-
LER) und des ESF bündelt. Das mit dem Förderaufruf verbundene Maßnahmenspektrum soll einen
Beitrag zur Präventionsstrategie des Landes leisten.
Grund- und damit Fördervoraussetzung, um Mittel aus den europäischen Struktur- und Investitions-
fonds beantragen zu können, ist die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK).
Köln hat sich mit seinem Konzept für den breiten Ansatz der sozialraumorientierten Stadtentwicklung
entschieden und mit dem Leitkonzept (ISEK) „Starke Veedel - Starkes Köln“: mitwirken, zusammen-
halten, Zukunft gestalten" (abrufbar unter www.starke-veedel.koeln) die unterschiedlichen Handlungs-
felder des Aufrufs gemeinsam betrachtet. Das ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln“ stellt dabei die elf
Sozialräume, in denen die Stadt Köln mit dem Programm „Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozial-
raumorientierung in Köln“ seit 2006 arbeitet, in den Vordergrund.
4
Im Einzelnen handelt es sich dabei um die linksrheinischen Sozialräume:
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Bilderstöckchen
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
Bocklemünd / Mengenich
Meschenich und Rondorf
und um die rechtsrheinischen Sozialräume:
Buchheim und Buchforst1
Mülheim-Nord und Keupstraße2
Höhenberg und Vingst
Humboldt / Gremberg und Kalk
Ostheim und Neubrück
Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
Mit der Vorlage-Nr. 2899/2016 hat der Rat das ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftswei-
sendes Leitkonzept zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung
unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen beauf-
tragt. Das Leitkonzept wurde von der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IntermAG) am 04.11.2016
anerkannt. Auf Basis der Anerkennung und des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlag-Nr.
2899/2016) können Fördermittel des ESF und EFRE beantragt werden.
Parallel dazu möchte die Verwaltung weitere Fördermittel für die Finanzierung der Maßnahmen ein-
werben. Zentral ist dabei das Programm „Soziale Stadt“. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“
können über Städtebaufördermittel investive Maßnahmen gefördert werden. Aufgrund der Anforde-
rungen der Städtebauförderung ist die Erarbeitung eines separaten sozialraumbezogenen ISEKs, das
die Gegebenheiten des Raumes nach unterschiedlichen Kriterien betrachtet, Stärken und Schwächen
herausarbeitet und daraus Handlungsempfehlungen in Form von Maßnahmen ableitet, erforderlich.
Im Ergebnis bedeutet diese Voraussetzung für die Beantragung von Städtebaufördermitteln, dass
zusätzlich zu dem raumübergreifenden Leitkonzept insgesamt zehn separate sozialraumbezogene
ISEKs erarbeitet werden. Aufgrund des erforderlichen Bearbeitungsaufwandes sieht die Verwaltung
entsprechend des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlag-Nr. 2899/2016) ein gestaffeltes Verfah-
ren vor:
Für die Sozialräume
„Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“
„Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des
Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020
„Meschenich und Rondorf“
wurden die ISEKs fertiggestellt, vom Land anerkannt und vom Rat am 18.05.2017 beschlossen.
1 Aufgrund besonderer Fördervoraussetzungen wurden gemäß der Vorgabe des Landes die Sozialräume
Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße zu einem Handlungsraum zusammengefasst. Er
kann so als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020, das die Stadt Köln von 2009 bis
2014 umgesetzt hat, weiter gefördert werden.
2 Siehe Fußnote 1
5
In der zweiten Phase wurden die ISEKs:
- „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ und
- „Humboldt/Gremberg und Kalk“
erarbeitet und dem Land zur Anerkennung vorgelegt. Teilweise haben sich die beschriebenen Ange-
botsstrukturen im Rahmen der Erarbeitungsphase verändert. Die ISEKs bilden den Stand von Mai
2017 ab.
In der dritten Phase werden die ISEKs für die Sozialräume:
- „Bilderstöckchen“ sowie
- „Höhenberg und Vingst“,
in der vierten Phase für die Sozialräume
- „Ostheim und Neubrück“
- „Bocklemünd/Mengenich“
„Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
erarbeitet.
2. Einordnung des ISEKs für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ in die
Programmstruktur
Der Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ liegt im westlichen Stadtgebiet und zeigt eine
heterogene Bebauungsstruktur. Prägend sind dabei insbesondere mehrstöckige Wohnanlagen sowie
die Hochhäuser Westcenter und die Y-Häuser. Diese sind überwiegend in den siebziger und achtzi-
ger Jahren gebaut worden, mit einem hohen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen und einer
Sozialstruktur, die durch sozio-ökonomische Benachteiligung geprägt ist.
Die Entscheidung den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ zeitnah zu bearbeiten, resul-
tiert unter anderem aus den vorhandenen Herausforderungen und Handlungsbedarfen, die sich aus
dem Sozialraum heraus ergeben, sowie dem Engagement der genossenschaftlichen und gemeinnüt-
zigen Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen.
Das hier vorgelegte ISEK für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ ist Bestandteil
des Programmes „Starke Veedel – Starkes Köln“ dass insgesamt elf Sozialräume umfasst. Dieses
Programm bildet den ersten Baustein eines umfassenden und langfristig angelegten Quartiersent-
wicklungsprozesses für den Sozialraum. Ziel ist es, verbesserte Lebensbedingungen für die Men-
schen in allen Sozialräumen zu schaffen und auf den Arbeiten des Programms „Lebenswerte Veedel–
Sozialraum- und Bürgerorientierung“ aufzubauen, das bereits seit 2006 in elf Sozialräumen umge-
setzt wird. Seitdem wurden zahlreiche Vorhaben angestoßen und realisiert. Die Sozialraumkoordina-
torinnen und Sozialraumkoordinatoren sind für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu festen
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden.
Das ISEK für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ umfasst eine detaillierte Betrac h-
tung des Sozialraumes und geht auf dessen spezifischen Anforderungen ein. Es bildet daher ein für
sich stehendes Konzept. Ziel des ISEKs ist es, den Sozialraum „ Bickendorf, Westend und Ossendorf“
zu stärken, die Armut zu bekämpfen, den sozialen Zusammenhal t auszubauen, Präventionsansätze
zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig
zu verbessern. Erwartet werden auch positive Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und den
sozialen Zusammenhalt in der Gesamtstadt. Dabei beinhaltet das ISEK für den Sozialraum „ Bicken-
dorf, Westend und Ossendorf “ auch das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei der Entwicklung und
Umsetzung integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu
6
gehört die stärkere Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die
abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einerseits und die
Abstimmung ihres Handelns mit den Dienststellen der Stadt andererseits. Gleichzeitig wird die B e-
wohnerschaft von allen an der Programmumsetzung Beteiligten aktiv eingebunden.
Das ISEK für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ basiert auf dem Leitkonzept und
greift die Gliederung des Leitkonzepts auf.
Darauf aufbauend wurden 18 Maßnahmen von den städtischen Fachämtern, den Bürgerämtern und
weiteren Akteuren, u.a. der Sozialraumkoordination erarbeitet und sind zur Umsetzung vorgesehen.
3. Finanzen
Der Rat hat die Anerkennung des Bedarfs für die im ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln: mitwirken,
zusammenhalten, Zukunft gestalten“ aufgeführten Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von
rd. 77,3 Mio. € -vorbehaltlich der avisierten Förderzugänge- in seiner Sitzung am 20.12.2016 be-
schlossen (Session-Nr. 2899/2016).
Die erforderliche Veranschlagung des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungs-
ermächtigungen bis 2020 sind im Hpl. 2016/2017 inkl. mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 berück-
sichtigt. Der darüber hinausgehende Bedarf für die Jahre 2021 ff wird in den zukünftigen Haushalts-
planaufstellungen berücksichtigt.
Die erforderlichen Haushaltsermächtigungen dienen sowohl der Vorfinanzierung der Maßnahmen als
auch der Sicherstellung der Finanzierung des städtischen Eigenanteils. Über die Höhe der zu erwar-
tenden Fördermittel kann derzeit noch keine qualifizierte Aussage getätigt werden. Die Förderquote
des EFRE liegt bei maximal 50 % der Projektkosten. Der ESF fördert bis maximal 90 % der projekt-
bezogenen Personalkosten einschließlich der Arbeitsplatzkosten auf Grundlage von Pauschalen, je-
doch keine projektbezogenen Sachkosten. Maßnahmen, die über die Städtebauförderung finanziert
werden, weisen derzeit eine Förderquote von 70 %3 auf. Durch die Kofinanzierung der Städtebauför-
derung mit anderen Fördertöpfen, die -sofern die Voraussetzungen vorliegen- beantragt werden soll,
kann z.B. für einzelne EFRE-kofinanzierte Maßnahmen eine Förderquote von bis zu 85 % erreicht
werden.
Für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ sollen aus dem o. g. Ansatz insgesamt
2,2 Mio. € zur Umsetzung der Einzelmaßnahmen verwandt werden.
Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Teilergebnisplan, bzw. Teilfinanzplan 0902, Stadtent-
wicklung. Die im Hpl. 2016/2017 inklusive mittelfristiger Finanzplanung bis 2020 für das Projekt „Star-
ke Veedel – Starkes Köln“ veranschlagten konsumtiven Aufwandsermächtigungen und investiven
Zahlungsermächtigungen decken die kalkulierten Gesamtkosten des Teilprojektes ab. Jenseits der im
Haushalt bereitgestellten Mittel, stehen über die Projektkoordination hinaus keine Personalressourcen
zu Verfügung. Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht ab-
schließend möglich. Aufgrund des Planungsfortschrittes kann derzeit davon ausgegangen werden,
dass es noch Verschiebungen von den ergebniswirksamen Aufwendungen zu den investiven Auszah-
lungen geben wird.
Die Mittel aus den Förderprogrammen der EU, dem ESF und dem EFRE, sind fristgebunden, Bewilli-
gungen sind nur bis zum Jahr 2020 möglich. Der integrierte Ansatz des Leitkonzeptes bedingt die
Realisierung einer Vielzahl vernetzt wirkender Maßnahmen. Mit einer weiteren Verzögerung der Um-
setzung sind die Gewährung von Fördermitteln und damit die Umsetzung des ISEKs gefährdet.
Anlagen
3 Die Förderquote der Städtebauförderung wird jährlich für die Kommunen durch das Land festgelegt. Maßgeb-
lich ist die Förderquote, die bei der Beantragung der Fördermittel Gültigkeit hat.
Anlage 4 Auszug BV 4 vom 11.09.2017
8222 Zeichen
Anlage 4 Geschäftsführung Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) Herr Schmitz Telefon: (0221) 221-94313 Fax : (0221) 221-94342 E-Mail: Andreas.Schmitz2@stadt-koeln.de Datum: 19.09.2017 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 26. Sitzung der Bezirksvertretung Ehrenfeld vom 11.09.2017 öffentlich 10.11 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf" 2481/2017 Herr Bezirksbürgermeister Wirges teilt mit, dass der Vorsitzende der Bezirksseniorenvertre- tung angeregt habe, die Seniorenvertretung an den weiteren Beratungen zu beteiligen. Bezirksvertreter Hanselmann (SPD-Fraktion) begrüßt die Einbringung des Stadtentwick- lungskonzeptes. Viele Menschen haben die Umsetzung der Maßnahme Kreisverkehr Müh- lenwerg / Matthias-Brüggen Straße erwartet, der gemäß dem Konzept im Jahr 2019 errichtet werden soll. Im Vorfeld zu diesem Konzept seien in Veranstaltungen aus den Sozialräumen zahlreiche Wünsche und Verbesserungsvorschläge aufgenommen worden. Im Westend sei nun eine Spiel- und Bewegungsfläche von 7.000 m² vorgesehen. Im Vorfeld sei diskutiert worden, hier einen Trimm-Dich Pfad für Senioren zu errichten. Diese Maßnahme sei nicht enthalten. Er verweist auf die bestehende Aktion Nachbarschaft. Die hier geleistete Arbeit werde im Handlungsfeld Wohnen nunmehr ebenfalls erwähnt. Hier gebe es Überschneidungen. Es sollten daher Überlegungen geben, ob auf bereits bestehende Strukturen und Vereine vor Ort zurückgegriffen werden könne. Frau Geisler, Amt für Stadtentwicklung, teilt mit, dass im Westend nicht nur ein Spielplatz geplant sei. Die Fläche soll grundsätzlich für alle nutzbar sein. Die Anregung werde geprüft. Die Aktion Nachbarschaft sei bekannt. Es werde verwaltungsintern geprüft, ob die bestehen- den Strukturen genutzt werden können, Bezirksvertreter Petri (Fraktion Die Linke) fragt am Beispiel von Ersatzbeschaffungen von Spielgeräten auf Spielplätzen nach, wie das vorliegende Programm verknüpft werden kann mit real vorhandenen Bedarfen. Frau Geisler, Amt für Stadtentwicklung, weist hier auf die Zuständigkeiten innerhalb der Ver- waltung hin. Das Programm sei für neue Maßnahmen und nicht für Ersatzbeschaffungen vorgesehen. Bezirksvertreter Klemm (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) stellt folgende Nachfragen: „1. Wann sollen die dargestellten Maßnahmen beginnen? Erst dann, wenn eine Förderzusa- ge da ist oder ggfs. früher, also wie in Anlage 2 (Kostenübersicht) dargestellt? 2. Sind alle der vorgeschlagenen Maßnahmen komplett neu oder sollen diese ggfs. schon bisher durchgeführten Förderungen durch die Stadt ersetzen? 3. Welche Maßnahmen sollen durch Dritte (nicht Stadt Köln) durchgeführt werden, und wie läuft das Vergabeverfahren? (Ausschreibung?) 4. Sind bei der Programmerstellung die SozialraumkoordinatorInnen eingebunden worden und ggfs. wie? 5. Wie soll das Verhältnis zwischen den künftigen QuartiersmanagerInnen und den Sozial- raumkoordinatorInnen sein, und wie wird deren Arbeit voreinander abgegrenzt? Nach wel- chem Verfahren sollen die Stellen für die QuartiersmanagerInnen besetzt werden? (bspw. externe Ausschreibung?) Frau Geisler, Amt für Stadtentwicklung, teilt hierzu Folgendes mit: zu 1) Grundsätzlich sollen die Maßnahmen nach Förderzusage bzw. erfolgtem Bewilli- gungsbescheid begonnen werden. Die Umsetzung ist auch von den Kapazitäten der beteilig- ten Fachämter anhängig. In Einzelfällen können Maßnahmen nach Genehmigung des vor- zeitigen Maßnahmenbeginns auch früher beginnen. Hierzu müssen Beschlüsse der zustän- digen Gremien eingeholt werden. zu 2) Alle Maßnahmen sind neu. Dies ist eine grundsätzliche Fördervoraussetzung. zu 3) In der Regel werden die Maßnahmen durch Dritte durchgeführt. Die Stadt Köln selber ist nicht förderfähig. Eine Ausnahme ist der ESF. Hier kann die Stadt Köln auch selber Maß- nahmen durchführen. zu 4) Die Sozialraumkoordinatorinnen und Koordinatoren wurden eingebunden. Es gab Bür- gerbeteiligungen, Workshops und zahlreiche Besprechungen unter Beteiligung der Koordina- torinnen und Koordinatoren. zu 5) Der Sozialraumkoordinator hat in erster Linie die Aufgabe Bedarfe festzustellen, beste- hende Angebotsstrukturen zu vernetzen, er reagiert auf Bedarfe vor Ort und steht für die Zusammenarbeit im Projekt starke Veedel. Der Quartiersmanager begleitet die städtebauli- chen Projekte und er verankert das Gesamtprojekt im Quartier. Es ist zwingend erforderlich das beide Stellen eng zusammenarbeiten. Bezirksvertreter Berg (CDU-Fraktion) führt aus, dass gemäß der Ausführungen der Verwal- tung sich die Förderbeginne auch verschieben können. Dies sei für seine Fraktion nicht hin- nehmbar. Einzelne Maßnahmen wie z.B. die Sprachförderung (Projekt 1.012) müssen früh- zeitig begonnen werden, da ansonsten der Sinn der Maßnahme wegfalle oder sich Bedarfe verschieben. Frau Geisler, Amt für Stadtentwicklung, teilt mit, dass die Maßnahme der Sprachförderung vom Fachamt nicht weiter verfolgt werde. Ansonsten sei die Verwaltung bemüht, die Maß- nahmen zügig zu beginnen. Bezirksvertreter Hanselmann (SPD-Fraktion) regt folgende ergänzte Beschlussfassung an: 3. „Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch unter Einbeziehung der jetzt schon vorhan- denen Akteure im Sozialraum.“ Beschluss: Die Bezirksvertretung Ehrenfeld empfiehlt dem Rat der Stadt Köln, folgenden geänderten Beschluss zu fassen: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Integrierte Stadtent- wicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ (sie- he Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzepti- onen, soweit im weiteren Abstimmungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund lau- fender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrierten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf- geführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Finanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 2,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 bereits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021 ff. in Höhe von 2,9 Mio. € für die Gesamtmaßnahmen des ISEKs für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“, wurde nachrichtlich aufgeführt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan-Entwurf 2018 inkl. mittelfristiger Finanzplanung bis 2021 erfolgte aufgrund der aktualisierten Pla- nung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, B) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch unter Einbeziehung der jetzt schon vorhan- denen Akteure im Sozialraum. C) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossen- dorf“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Ehrenfeld vorzulegen und die zuständi- gen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. D) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Ehrenfeld ohne Einschränkung zustim- men. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
2365 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
IX/152/1
152/1
Vorlagen-Nummer
2481/2017
Stand: 07.12.2023
Sachstandsbericht
Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln"
für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf"
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Der Rat der Stadt Köln hat am 20.12.2016 das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ als
zukunftsweisendes Handlungskonzept zur sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlos-
sen und die Verwaltung mit der Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen für die seiner-
zeit elf Kölner Sozialräume beauftragt.
Auf der Grundlage des Handlungskonzeptes wurden sozial-integrativen Maßnahmen mit Mit-
teln aus dem Europäischen Sozialfonds umgesetzt. Darüber hinaus wurde die „Neugestaltung
der Trendsporteinrichtung Mühlenweg“ mit EU-Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regio-
nale Entwicklung realisiert.
Aufgrund der Anforderungen der Städtebauförderung wurde für den Sozialraum „Bickendorf,
Westend und Ossendorf“ ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erstellt, das vom
Rat am 28.09.2017 beschlossen wurde. Eine Fortschreibung mit der ergänzenden Maßnahme
„Umgestaltung Rochusplatz" erfolgte mit Ratsbeschluss vom 14.02.2019.
Neben der investiven Maßnahme „Umgestaltung Rochusplatz“ konnte die zweite zentrale
städtebauliche Maßnahme „Umbau des Knotenpunktes Mathias-Brüggen-Straße/Mühlenweg
zum Kreisverkehr aufgrund von fehlender Flächenverfügbarkeit nicht umgesetzt werden. In
Folge wurde das eingereichte Maßnahmenpaket für den Sozialraum „Bickendorf, Westend
und Ossendorf“ vom Fördermittelgeber nicht als ausreichend bewertet und das Integrierte
Stadtentwicklungskonzept nicht anerkannt.
Anforderungen an ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept setzen voraus, dass die
vorgesehenen Maßnahmen sowohl vom Umfang als auch vom integrierten Ansatz nachhaltig
und städtebaulich erkennbar zu einer positiven Entwicklung des Sozialraumes beitragen. Vor
diesem Hintergrund erhielten alle städtebaulichen Maßnahmen keine Bewilligung.
Die investive Maßnahme „Umgestaltung Rochusplatz“ ist für den Sozialraum und den
Stadtbezirk Ehrenfeld von so großer Bedeutung, dass die Umsetzung mit städtischen Mitteln
weiterverfolgt wird.
2
Das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde Ende 2022 abgeschlossen.
Anlage 0 Isek Bickendorf, Westend und Ossendorf
1340 Zeichen
Anlage 0 Mit der Vorlage 2481 / 2017 beabsichtigt die Verwaltung den Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ durch den Rat zu erwirken. Das Leitkonzept zum Gesamtprogramm wurde am 20.12.2016 vom Rat beschlossen (Vorlage 2899 / 2016). Mit dem Ratsbeschluss über das ISEK „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ wird die Verwaltung in die Lage versetzt, Förderanträge für die Städtebauförderung zu stellen, welche einen wichtigen Förderzugang für dieses Programm bildet. Aufgrund der komplexen förderrechtlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen engen zeitlichen Vorgaben sollte die Beschlussvorlage 2481/2017 ungeachtet der kurzfristigen Vorlage in den vorgesehenen Beratungsgang eingebracht werden. Die Beschlussvorlage für das ISEK für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ (Vorlage-Nr. 2481/2017) wird aufgrund notwendiger Abstimmungsprozesse nicht innerhalb der 14 Tages Frist vor Beginn der ersten Sitzung in die politische Beratungsfolge eingebracht. Um dennoch die Ratssitzung am 28.09.2017 zu erreichen und somit zeitnah mit der Programmumsetzung beginnen zu können, wird die Vorlage den politischen Gremien zu Beginn der Beratungsfolge verfristet vorgelegt.
Anlage 1 Lesehilfe zur Ratsvorlage ISEK Bi_We_Os
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Lesehilfe zur Ratsvorlage Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf im Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ Das vorliegende Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf ist Bestandteil des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“, das am 20.Dezember 2016 vom Rat der Stadt Köln beschlossen wurde und insgesamt elf Sozialräume umfasst. Die sozialraumspezifischen ISEKs bilden die Grundlage für die Städtebauförderungsmittel. Das ISEK Bickendorf, Westend und Ossendorf basiert auf dem Leitkonzept und zeigt die Handlungsbedarfe spezifisch für den Sozialraum auf. In der folgenden Übersicht sind die Änderungen gegenüber dem Leitkonzept aufgezeigt. ISEK Bickendorf, Westend und Ossendorf Inhalte Änderungen gegenüber dem Leitkonzept Kapitel 1 Vorbemerkung Kapitel 2 Ausgangslage Allgemeines zum Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und zur aktuellen EU- Förderperiode. Herleitung des Förderaufrufes und die einzelnen Handlungsfelder, die speziell für den jeweiligen Sozialraum ausgestaltet werden: Verbesserte Teilhabe und Bildung Früh ansetzende Hilfen Öffentlicher Raum Wirtschaft und Qualifizierung Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Wohnen Inhaltlich entsprechen diese den Kapiteln 1. und 1.1 des Leitkonzeptes Kapitel 3 Projektidee und Zielsetzung Kapitel 4 Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise Hier wird auf den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf speziell eingegangen und die Handlungsbedarfe aufgezeigt, die zur Auswahl dieses Stadtgebietes geführt haben. Gleichzeitig wird die methodische Vorgehensweise aufgezeigt, Statistikdaten betrachtet und die soziale Lage festgestellt. Diese entsprechen inhaltlich den Kapiteln 1.2 und 1.3 des Leitkonzeptes und sind punktuell um Aussagen zum Sozialraum ergänzt. Kapitel 5 Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programmes „Starke Veedel – Starkes Köln“ Hier wird die Projektstruktur dargestellt und die Vorgehensweise hinsichtlich Öffentlichkeitsbeteiligungen und Maßnahmenauswahl geschildert. Diese entsprechen inhaltlich dem Kapitel 1.4 des Leitkonzeptes mit geringfügigen redaktionellen Änderungen. Kapitel 6 (Bestands-)Analyse Hier wird der Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf genauer betrachtet. Alle für eine integrative Stadtentwicklung relevanten Themenfelder Demografie Öffentlicher Raum und Verkehr Wirtschaft Wohnen Ökologie und Klima Werden in Bezug auf den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf analysiert und mit Karten-, Tabellen- und Zahlenmaterial belegt. Es wird auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation eingegangen. Diese Analyse basiert auf der Bestandsanalyse des 2. Kapitels des Leitkonzeptes. Inhaltlich wurde die Bestandsanalyse auf den Sozialraum ausgerichtet und hinsichtlich der Darstellung der Handlungsbedarfe deutlich erweitert. Kapitel 7 Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe Hier erfolgt eine tabellarische Darstellung der Potenziale und Herausforderungen, mit den sich daraus abgeleiteten Handlungsbedarfen. Dieses Kapitel basiert auf der Tabelle 12 im Leitkonzept (Kapitel 6.5) und wurde analog zur Bestandsanalyse inhaltlich ergänzt. 8. Kapitel Ziele und Handlungsfelder Die Ziele und Handlungsfelder für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ werden hier sowohl sozialraumübergreifend als auch sozialraumspezifisch dargestellt. Sozialraumübergreifend entspricht dem Kapitel 2.3 und sozialraumspezifisch dem Kapitel 3.3.1 des Leitkonzeptes. 9. Kapitel Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Bickendorf, Westend und Ossendorf Behandelt wird hier die Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ mit einer entsprechenden Kartendarstellung des spezifischen Sozialraumes Bickendorf, Westend und Ossendorf. Entspricht Kapitel 2.4 und 3.3.1 des Leitkonzeptes, in dem ein allgemeiner Überblick gegeben wird über die Gebietsfestlegungen. 10. Kapitel Maßnahmen für den Sozialraum Bickendorf, Die Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette und bestehende Entspricht inhaltlich dem Kapitel 3. des Leitkonzeptes. Westend und Ossendorf Präventionsansätze abgestellt auf die Zielgruppen werden allgemein und ausführlich dargestellt inkl. Tabelle 14 aus dem Leitkonzept. 10.2 Kapitel Maßnahmen im Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf Tabellarische Darstellung aller im Sozialraum stattfindenden Maßnahmen. Entspricht inhaltlich der Tabelle 16 aus dem Kapitel 3.3.1 des Leitkonzeptes und wurde auf den aktuellen Stand der Maßnahmen angepasst. 10.3 bis 10.7 Kapitel Maßnahmenblätter (Änderungen siehe separate Tabelle) Die sozialraumübergreifenden Maßnahmen sind im Maßnahmenblatt sozialraumscharf dargestellt inkl. Finanzierung Die Darstellung der sozialraumübergreifenden Maßnahmen erfolgt im Leitkonzept immer für alle Sozialräume, in denen die jeweilige Maßnahme stattfinden soll. 11. Kapitel Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung Tabellarische, aktualisierte Darstellung der Kosten, die im Sozialraum anfallen. Tabellarische Darstellung der Kosten, die in allen 11 Sozialräumen anfallen. 12. Kapitel Anhang Städtische Konzepte und statistisches Material Redaktionelle Anpassung und Überarbeitung auf den Sozialraum abgestellt. Soweit aktuelles Zahlenmaterial vorliegt auf den Stand 31.12.2015 aktualisiert. Maßnahme Änderung zum Leitkonzept 0.0.1 Verfügungsfonds 0.0.2 Quartiersmanagement zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes in den Sozialräumen Die beiden Maßnahmen wurden zu der Maßnahme 0.0.1 „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ mit den Modulen Quartiersmanagement Verfügungsfonds Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement Öffentlichkeitsarbeit zusammengefasst. Nach Anregung des Landes NRW wurden in dieser Maßnahme Projekte gebündelt, die einen starken aktivierenden Charakter im Rahmen der Programmumsetzung verfolgen. 0.0.2 Aus der ehemaligen Maßnahme 6.0.1 „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“ wurde die programmbegleitende Evaluation herausgelöst. Das als notwendig angesehene Controlling wird nach intensiven Abstimmungen mit dem Fördermittelgeber nicht zur Förderung vorgesehen und wird im Rahmen der Programmkoordination durch die Verwaltung sichergestellt. 1.0.5 Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit Die Maßnahme wird nur nachrichtlich aufgenommen, eine Förderung im Rahmen des Projektes „Starke Veedel – Starkes Köln“ erfolgt nicht. 1.0.7 Qualifizierungsoffensive offene Kinder- und Jugendarbeit Die Maßnahme entspricht in der geplanten Ausrichtung nicht den Zielen des Aufrufs „Starke Quartiere – Starke Menschen“. Nach Modifizierung ist ggfls. eine alternative Förderung über den Fachkräfteaufruf möglich. 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene Es erfolgt eine Neukonzeption der Maßnahme durch das Fachamt, da es in bisheriger Form keinen Förderzugang geben kann. 1.0.14 Gesundheitslotsinnen und –lotsen im Sozialraum „Migranten begleiten Migranten“ Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 1.0.17a Kölner Bildungsberatungszentrum Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 1.0.19 Übergänge begleiten, Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen. OGTS Es erfolgt eine Neukonzeption der Maßnahme mit neuer Kostenkalkulation durch das Fachamt. 1.0.21 Ferienschulen Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. Eine Ersatzmaßnahme wird zzt. geprüft: Neu: „Lesementor“ bei gleich bleibendem Kostenrahmen. 2.0.8 Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung (Zu Hause im Veedel) Die Maßnahme wurde in die Maßnahme 0.0.1 integriert. 2.0.10 Unser Park Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 2.0.11 Wie inklusiv ist das Quartier Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 3.0.3 „Quartiersgarten“ Qualifizierung von Menschen und Grünflächen Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 3.0.6 Klosterwald 2.0 Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 3.0.9 „Kölner Zukunfts-Kompass“ Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt, da bereits ähnliche Angebote vorhanden sind. 4.0.10 Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 5.0.3 Haus-, Hof- und Fassadenprogramm Diese Maßnahme wurde für alle 11 Sozialräume neu aufgenommen.
Anlage 7, 20170926_Synopse Veränderung Maßnahmen gegenüber Leitkonzept
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Anlage 7 zu TOP 10.34 Beantwortung der mündlichen Anfrage aus dem Verkehrsausschuss vom 05.09.2017 zu den Vorlagen: TOP 5.8 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 2481/2017 TOP 5.9 Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 2488/2017 In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 05.09.2017 wurde eine Darstellung der Änderungen, die sich im Maßnahmenzuschnitt zwischen dem Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss vom 20.12.2016, Vorlage-Nr. 2899/2016) und den sozialraumspezifischen Integrierten Stadtentwicklungskonzepten (ISEK) ergeben haben, erbeten. Neu aufgenommene Maßnahme 5.0.3 „Haus-, Hof- und Fassadenprogramm“ Die Maßnahme soll in allen 11 Sozialräumen umgesetzt werden. Veränderungen bei geplanten Maßnahmen Leitkonzept Sozialraumbezogenes ISEK 0.0.1 „Verfügungsfonds“ 0.0.2 „Quartiersmanagement zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes in den Sozialräumen“ 2.0.8 „Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung (Zu Hause im Veedel)“ 0.0.1 „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ mit den Modulen Quartiersmanagement Verfügungsfonds Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement Öffentlichkeitsarbeit Zusammenfassung der Maßnahmen auf Grundlage der Abstimmungen mit dem Land. 6.0.1 „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“ 0.0.2 „Prozessbegleitende Evaluation“ Der Baustein „Programmbegleitende Evaluation“ wurde als eigene Maßnahme aufgenommen. Der Baustein „Controlling“ wird im Rahmen der Programmkoordination sichergestellt. Maßnahmen mit erforderlicher Nachqualifizierung Gegenüber dem Leitkonzept ergeben sich bei den ESF-Maßnahmen Nachqualifizierungsbedarfe, weil sich die Förderkonditionen und Zielausrichtung geändert haben. Die Projekte erfordern nun einen deutlich niederschwelligen, aufsuchenden Ansatz. Zudem werden Personalkosten in Form von Pauschalen gefördert, jedoch keine Sachkosten. 1.0.7 „Qualifizierungsoffensive offene Kinder- und Jugendarbeit“ Modifizierung erforderlich um einen alternativen Förderzugang zu erreichen. 1.0.12 „Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene“ Modifizierung erforderlich um den Förderbedingungen zu entsprechen. Aktueller Sachstand 28.09.17: Nach erneuter Prüfung wird die Maßnahme aufgrund fehlender Förderzugänge nicht weiterverfolgt. 1.0.19 „Übergänge begleiten, Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen, OGTS Neukonzeption mit neuer Kostenkalkulation nach Beratung durch das Land NRW mit verstärktem aufsuchenden Ansatz. Maßnahmen mit ausstehender sozialräumlicher Verortung 2.0.10 „Unser Park“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. Aktueller Sachstand 28.09.17: Nach erneuter Prüfung wird die Maßnahme aufgrund fehlender Förderzugänge nicht weiterverfolgt. 2.0.11 „Wie inklusiv ist das Quartier“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. 3.0.3 „„Quartiersgarten“ – Qualifizierung von Menschen und Grünflächen“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. 4.0.10 „Stärkung beziehungsweise Erweiterung des Schulgartenangebotes“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. Maßnahme, die außerhalb des Programms durchgeführt wird und nachrichtlich aufgenommen ist 1.0.5 „Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit Die Maßnahme wird bereits über den Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gefördert und umgesetzt. Maßnahmen, die nicht umgesetzt werden 1.0.14 „Gesundheitslotsinnen und –lotsen im Sozialraum „Migranten begleiten Migranten““ Für die Maßnahme konnte kein Förderzugang ermittelt werden. 1.0.17a „Kölner Bildungsberatungszentrum“ Die Maßnahmenkonzeption lässt sich nicht in vorgesehener Form als Fördermaßnahme umsetzten. 1.0.21 „Ferienschulen“ Aufgrund zwischenzeitlich neu entstandener Angebote außerhalb des Programms wird die Maßnahme nicht weiterverfolgt. 3.0.6 „Klosterwald 2.0 Die Maßnahme wird im Rahmen des Programms nicht weiterverfolgt. 3.0.9 „Kölner Zukunfts-Kompass“ Da bereits ähnliche Angebote vorhanden sind, wird diese Maßnahme nicht explizit für die Sozialräume zur Förderung vorgesehen und wurde in die sozialraumspezifischen ISEKs nicht mehr aufgenommen. Nur Humboldt / Gremberg und Kalk 4.5.1 Integrierter Ansatz zur Entwicklung und Aufbereitung einer Brachfläche zu stadtentwicklungspolitischen bzw. ökologischen Zwecken: Kalkberg“ Die Maßnahme wird aufgrund der aktuellen Entwicklung rund um den Kalkberg nicht weiter verfolgt.
Anlage 2_Kostenübersicht ISEK Bi_We_Os
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wird der Mittelabfluss den jeweiligen Haushaltsjahren zugeordnet Maßnahme Kosten (€) 2017** Kosten (€) 2018** Kosten (€) 2019** Kosten (€) 2020** Kosten (€) 2021** Kosten (€) 2022** 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung 757.498 € 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation 44.090 € 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugendarbeit Köln* 27.320 € 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendintegrationskursen* 134.328 € 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialräumen* 46.074 € 1.0.17 Stadtteileltern* 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK I, Trägern des Offenen Ganztags* 110.964 € 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel* 69.433 € 1.0.21 Ferienschulen* 23.538 € 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln* 311.760 € 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln 240.000 € 2.1.3 Mühlenweg (Matthias-Brüggen-Str. bis Ossendorfer Weg) 2.338.000 € 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze" 83.050 € 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels 54.000 € 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthaltsqualität 15.520 € 5.0.2A „Zuhause im Veedel“ (Modul A) 186.845 € 5.0.2B "Zuhause im Veedel" (Modul B) 124.240 € Anlage 2: Kostenübersicht für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf * Anteilige, auf den Sozialraum bezogene Darstellung der Kosten für sozialraumübergreifende Maßnahmen (raumübergreifende Förderantragstellung) ** Die Gesamtmaßnahmenkosten sind dem vorgesehenen Bewilligungsjahr zugeordnet. Im Rahmen der detaillierten Planungen zur Fördermittelantragstellung 77.547 € 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm, zusätzlich beträgt der Eigenanteil der Antragsteller 387.000 €. 387.000 €
Anlage 6 Auszug FA vom 25.09. TOP 12.18
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Anlage 6 Geschäftsführung Finanzausschuss Herr Hengstenberg Telefon: (0221) 221-24649 Fax : (0221) 221-23902 E-Mail: michael.hengstenberg@stadt-koeln.de Datum: 26.09.2017 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der Sitzung des Finanzausschusses vom 25.09.2017 öffentlich 12.18 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf" 2481/2017 Geänderter Beschluss in der Fassung des Stadtentwicklungsausschuss: Der Finanzausschuss empfiehlt dem Rat wie folgt zu beschließen: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Inte-grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Wes-tend und Ossendorf“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Um-setzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Star- kes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weite- ren Abstimmungs-prozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Än- derungen der Förder-bedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integ- rier-ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Fi- nanzie-rungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer er-zielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maß-nahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergeb- niswirksamen Aufwan-des und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 2,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Fi- nanzplanung bis 2020 bereits be-rücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021 ff. in Höhe von 2,9 Mio. € für die Ge-samtmaßnahmen des ISEKs für den So- zialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“, wurde nachrichtlich aufge- führt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan-Entwurf 2018 inkl. mittelfristiger Fi- nanzplanung bis 2021 erfolgte aufgrund der aktualisierten Planung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, a) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungs- kon-zeptes für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch unter Ein- beziehung der jetzt schon vorhandenen Akteure im Sozialraum. b) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integ- rier-ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Ehrenfeld vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. c) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Ehrenfeld ohne Einschränkung zustimmen. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt
Anlage 5 Auszug StEA vom 21.09.2017
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Anlage 5 Geschäftsführung Stadtentwicklungsausschuss Herr Freitag Telefon: (0221) 221-23657 Fax : (0221) 221-24141 E-Mail: uwe.freitag@stadt-koeln.de Datum: 26.09.2017 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 27. Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 21.09.2017 öffentlich 6.6 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del - Starkes Köln" für den Sozialraum "Bickendorf, Westend und Ossendorf" 2481/2017 Beschluss: Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Rat folgenden geänderten Be- schluss zu fassen: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Inte- grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Bickendorf, Wes- tend und Ossendorf“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Um- setzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstimmungs- prozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förder- bedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrier- ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Finanzie- rungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer er- zielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maß- nahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwan- des und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 2,2 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 bereits be- rücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021 ff. in Höhe von 2,9 Mio. € für die Ge- samtmaßnahmen des ISEKs für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“, wurde nachrichtlich aufgeführt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan- Entwurf 2018 inkl. mittelfristiger Finanzplanung bis 2021 erfolgte aufgrund der ak- tualisierten Planung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon- zeptes für den Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ auch unter Einbeziehung der jetzt schon vorhandenen Akteure im Sozialraum. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrier- ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Ehrenfeld vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Bickendorf, Westend und Ossendorf“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Ehrenfeld ohne Einschränkung zustimmen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Beratungsverlauf (13)
Beschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2481/2017
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 31.08.2017
- Erstellt
- 10.08.2017 11:49