Mandari Insight

V/0185/2015

Modellprojekt: Aktiv für Arbeit im Stadtteil - "arbeitsmarktpolitisches Netzwerkcoaching in städtischen Problemgebieten"

Vorlagen 10.03.2015

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Aktiv Für Arbeit in Münster Kinderhaus-Brüningheide  
WORKSHOP III  | Dienstag, 24. Februar 2015  | Dokumentation

Aktiv für Arbeit in Münster Kinderhaus-Brüningheide
Workshop III  |  Dienstag, 24. Februar 2015
Dokumentation
Bearbeitung:
Dipl.-Ing. David R. Froessler
Düsseldorf  | März 2015

1.   Der Evaluationsstand des Projektes „Aktiv für Arbeit“ landesweit         
      Dr. Georg Wortmann | Seite 4
2.   Der Stand des städtischen Projektes        
      David R. Froessler | Seite 12
2.1     Aktivitäten und Ergebnisse auf der Ebene des Gesamtprojektes | Seite 12
2.2     Netzwerk-Gruppe 1: Verbesserung berufsbezogener Sprachkompetenzen | Seite 13
2.3     Netzwerk-Gruppe 2: Jugendliche auf dem Weg in Ausbildung und Job   | Seite 14
2.4     Netzwerk-Gruppe 3: Wege in Erwerbstätigkeit | Seite 15
2.5     Erste Schlussfolgerungen und Themen für die heutige Veranstaltung | Seite 16
3.   Arbeitsergebnisse der Netzwerk-Gruppen  | Seite 18
3.1     Netzwerk-Gruppe 1: Verbesserung berufsbezogener Sprachkompetenzen | Seite 18
3.2     Netzwerk-Gruppe 2: Jugendliche auf dem Weg in Ausbildung und Job  | Seite 19
3.3     Netzwerk-Gruppe 3: Wege in Erwerbstätigkeit | Seite 21
3.4     Zusammenschau der Gruppenergebnisse im Hinblick auf das weitere Vorgehen | Seite 22
4.   Empfehlungen zum weiteren Vorgehen  | Seite 24
5.   Anhang  |  Seite 28
         Liste der Teilnehmenden | Seite 28
      Impressum  |  Seite 29 
3
Inhalt

1.     Der Evaluationsstand des Projektes „Aktiv für
Arbeit“ landesweit
            Dr. Georg Worthmann  |  G.I.B. NRW
Guten Morgen, meine Damen  und Herren!
Ich möchte Ihnen mit meinem Vortrag einige Informationen zum Programm „Aktiv für
Arbeit im Stadtteil“ geben und vor allem zur wissenschaftlichen Begleitung, die wir
von der G.I.B. NRW übernommen haben.
Kurz zur G.I.B.: Dies ist die Kurzform für „Gesellschaft für innovative Beschäftigungs-
förderung“. Die G.I.B. ist eine 100%ige Landesgesellschaft und ist dem nordrhein-
westfälischen Arbeitsministerium zugeordnet. Insofern sind wir relativ nah an der
Arbeitsmarktpolitik des Landes NRW dran.
Ich möchte Ihnen heute einige Informationen zum Stand der Erhebungen geben, also:
Was haben wir bisher in Sachen wissenschaftlicher Begleitung unternommen? Und
dann noch einige Informationen zum Programm insgesamt, denn Sie haben ja insbe-
sondere das Projekt in Münster im Blick und das, war hier im Rahmen dieses Landes-
programms passiert.
Wir sind mittlerweile bereits in der Endphase der wissenschaftlichen Begleitung und
generieren also auch schon erste Ergebnisse und Erkenntnisse, die zum jetzigen Zeit-
punkt allerdings noch als vorläufig zu betrachten sind. Zum Abschluss werde ich Ihnen
dann einen kurzen Ausblick geben, wie es bei der wissenschaftlichen Begleitung wei-
tergehen wird. Trotz des engen Zeitplans bin ich im Anschluss auch gerne bereit, even-
tuell dann noch bestehende Fragen von Ihrer Seite zu beantworten. 
1.1  Ziele des Programms
Wenn man das Landesprogramm betrachtet, dann gibt es zunächst zwei zentrale Pro-
grammziele:
 Das erste Ziel bezieht sich auf Innovationen im Hinblick auf Strukturen und Pro-
zesse: Hier geht es darum, vorhandene Arbeitsmarktstrukturen und -prozesse
arbeitspolitisch zu aktivieren, professionell zu vernetzen und Akteure zu einer
strategischen Zusammenarbeit in städtischen Problemgebieten zu bringen. 
Das klingt jetzt vielleicht ein wenig abstrakt, bezieht sich aber vor allem auf die Netz-
werkebene, wo es darum geht, Akteure zu vernetzen und neue kooperative Prozesse
in Gang zu bringen. Für die wissenschaftliche Begleitung stellt sich dabei die Frage,
welche Faktoren es denn im Einzelnen sind, die ein solches strategisches Netzwerk-
management beeinflussen – positiv wie negativ? 
Stand der Landesweiten Evaluation
4
Zwei zentrale Ziele 
des Programms
Strukturen und Prozesse
optimieren

Während der wissenschaftlichen Begleitung ging es dabei auch immer um die Frage,
inwieweit in den einzelnen Projekten die Planung und die Umsetzung der Programm-
ziele übereinstimmen – auch, um dies an die lokalen Akteure in den einzelnen Projekten
zurück zu spiegeln. 
 Das zweite Ziel des Programms bezieht sich auf die Zielgruppen der Arbeits-
marktpolitik: Es besteht darin, arbeitsmarktferne Zielgruppen, die mit den her-
kömmlichen Instrumenten bislang nicht erreicht wurden, in ihrem Lebensumfeld
zu aktivieren und an Beschäftigungs- und/oder Qualifizierungsangebote mit
Marktperspektive heranzuführen. Im Mittelpunkt steht bei diesem Ziel der Begriff
der „Aktivierung“, der ja sehr weitreichend sein kann. 
Für die wissenschaftliche Begleitung steht hier die Frage im Mittelpunkt, welche Fak-
toren es sind, die dazu führen können, dass man die Zielgruppen erreicht und aktiviert.
Und, wie bereits bei der wissenschaftlichen Begleitung des ersten Ziels geht es auch
hier um die Klärung der Frage, inwieweit in den einzelnen Projekten die Planung und
Umsetzung der Programmziele übereinstimmen. 
1.2  Die Gebietskulisse
Zum Programm insgesamt: Neben Ihrem Projekt in Münster wurden im Rahmen dieses
Programms noch 9 weitere Projekte in den folgenden Städten und Stadtteilen geför-
dert:
 Aachen Ost
 Köln Chorweiler
 Duisburg Marxloh und Hochfeld
 Oberhausen Innenstadt und Alt-Oberhausen
 Gelsenkirchen Schalke
 Dortmund Clarenberg und Scharnhorst
 Bielefeld Sieker. 
Für die wissenschaftliche Begleitung und die dabei angestrebte Vergleichbarkeit der
10 geförderten Projekte war es eine Herausforderung, da es sich bei diesen Projekten
um 10 Unikate handelt, die jeweils durch sehr unterschiedliche Merkmale geprägt
waren:
 Dies bezieht sich auf die unterschiedlichen Startzeitpunkte: Münster ist als letz-
tes lokales Projekt gestartet – alle Projekte haben 2 Jahre Zeit und zum aktuellen
Zeitpunkt sind bereits 5 Projekte ausgelaufen, alle anderen laufen noch. Das
bedeutet, wenn die wissenschaftliche Begleitung die Projekte besucht, ist der
Umsetzungsstand jeweils ein anderer.  
Stand der Landesweiten Evaluation
5
Aktivierung von arbeitsmarkt-
fernen Zielgruppen in ihrem
unmittelbaren Lebensumfeld
10 geförderte und wissen-
schaftlich begleitete Projekte
Unterschiede zwischen den
begleiteten „Unikaten“

 Auch der Stellenumfang ist sehr unterschiedlich – die Spanne reicht von einer
halben Stelle für den Netzwerkcoach wie hier in Münster bis zu zwei Stellen in
anderen lokalen Projekten. 
 Die institutionelle Anbindung des jeweiligen Netzwerkcoaches ist häufig bei der
Kommune – wie hier im Fall von Frau Peters – aber in einigen Fällen sind auch
gemeinnützige Organisationen beauftragt, diese Aufgabe zu übernehmen. 
 Aber auch in konzeptioneller Hinsicht – was ist „Netzwerkcoaching“ und was
strebe ich damit an? – gibt es große Unterschiede zwischen den Projekten. Dies
bezieht sich zum einen auf die Zielgruppen die benannt wurden – in zwei Ruhr-
gebietsstädten beziehen sich die lokalen Projekte ausdrücklich auf Zuwanderer
aus Rumänien und Bulgarien. In anderen Städten ist diese Definition eher offen
gehalten, so dass es dort insgesamt um sehr arbeitsmarktferne Personen gehen
soll. 
 Und auch die Gebietsgröße ist zwischen den einzelnen Projekten sehr unter-
schiedlich, was gleichermaßen unterschiedliche Ausgangsbedingungen schafft.
Münster Kinderhaus-Brüningheide ist mit seinen rund 3.000 Einwohnern eher
eines der kleineren Programmgebiete. Die Spanne reicht bis zu einer Größen-
ordnung von 17.000 bis 18.000 Einwohnern, etwa in Duisburg-Marxloh. 
1.3   Aktivitäten und Methoden der wissenschaftlichen
Begleitung
Soweit also zu den Rahmenbedingungen und Varianzen im Rahmen dieses Landes-
programms, das wir wissenschaftlich begleiten und in dessen Rahmen Sie eines der
10 geförderten Projekte umsetzen. Ganz praktisch haben wir diese wissenschaftliche
Begleitung unter Einsatz der folgenden Methoden durchgeführt:
 Zunächst einmal eine Dokumentenanalyse – zum Beginn der Programmumset-
zung eine Analyse der Antragsunterlagen, die uns einen guten ersten Eindruck
von den Rahmenbedingungen, Konzeptionen, Schwerpunkten und Zielen der
einzelnen Projekte gegeben haben. 
 Im Anschluss haben wir in allen geförderten Quartieren die zentralen Akteure
interviewt. Dazu gab es eine Vereinbarung, dass in allen Projekten Vertreter der
Agentur für Arbeit, des Jobcenters, von Beschäftigungsträgern und wirtschafts-
nahe Akteure eine Zielvereinbarung mit der Kommune abschließen und/oder
einen „Letter of Intent“ zur Unterstützung des Netzwerkcoachings unterzeich-
nen und bei der Kommune einreichen. Diese Akteure wurden zu ihren Erwar-
tungen befragt und ergänzend haben wir in allen geförderten Quartieren
Expertengespräche geführt.
Stand der Landesweiten Evaluation
6
Methoden der
wissenschaftlichen Begleitung
Dokumentenanalyse
Lokale Interviews mit
zentralen Akteuren

 Auf dieser Grundlage anfänglicher Analysen in allen 10 geförderten Quartieren
haben wir dann drei Quartiere ausgewählt, die sich möglichst stark voneinander
unterscheiden. In diesen 3 Quartieren haben wir dann noch einmal ergänzende
Expertengespräche und Gruppendiskussionen geführt. 
 Zum Abschluss dieser ersten Phase der wissenschaftlichen Begleitung haben
wir die Ergebnisse aus dieser Phase dann mit den Netzwerkcoaches aus allen
10 geförderten Projekten diskutiert. 
Aktuell läuft noch ein weiterer methodischer Schritt der wissenschaftlichen Begleitung:
Die zentralen Akteure in den geförderten Städten und Projekten, die vor zwei Jahren
einen Fragebogen erhalten haben, bekommen in diesen Tagen erneut einen Fragebogen
zugeschickt, der insbesondere die Veränderungen während des geförderten Projekt-
zeitraums abfragt und auch einen Blick in die Zukunft wirft. 
Und man kann sicherlich auch sagen, dass Ihre heutige Veranstaltung in gewissem
Sinne eine Erhebung im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung ist. Daher bin ich
auch gerne den ganzen Vormittag über dabei. Denn heute geht es ja unter anderem
auch darum, wie man Ihr Netzwerk über die projektbezogene Beschäftigungsdauer
von Frau Peters hinaus – also nachhaltig – in seiner Tätigkeit fortsetzen und stabilisieren
kann. 
1.4  Vorläufige Ergebnisse und Erkenntnisse der wissen-
schaftlichen Begleitung
Damit bin ich schon bei den Ergebnissen, den vorläufigen Erkenntnissen, die wir bisher
generiert haben. 
Zunächst geht es dabei um die Erkenntnisse im Hinblick auf das Thema „Management
einer strategischen Zusammenarbeit“– dies ist ja die zentrale Aufgabe der Netzwerk-
coaches, der das Netzwerkmanagement arbeitspolitisch aktivieren, qualifizieren und
weiterentwickeln soll. Hier ging es während der Umsetzung der Projekte unter anderem
um die folgenden Aufgaben:
 Eine Analyse von bereits bestehenden Kooperationsstrukturen vorzunehmen
und mögliche Kooperationspartner für die lokalen Projekte zu identifizieren.
 Redundanzen, bestehende Doppelarbeit zu überwinden und gemeinsam Ent-
wicklungspotenziale zu ermitteln. 
 Eine weitere wichtige Aufgabe der Netzwerkcoaches war es dann, Netzwerk-
partner zu rekrutieren und bei Bedarf auch Vorbehalte gegenüber einem Netz-
werkcoaching oder einzelnen Netzwerkpartnern abzubauen, um so die relevan-
ten Organisationen und Personen zu einer aktiven Teilnahme am Netzwerk zu
motivieren. Das war die Aufgabe von Frau Peters – besonders in der ersten
Stand der Landesweiten Evaluation
7
Ergänzende Interviews in
3 ausgewählten Quartieren
Diskussion der ersten Ergeb-
nisse mit den Netzwerkcoaches
Wiederholte schriftliche 
Befragung zentraler Akteure
Erkenntnisse zum strategi-
schen Netzwerkmanagement

Phase der Umsetzung ab Mai 2013. Und ich kann mich noch gut an die Dis-
kussionen aus dieser Zeit erinnern, in denen es auch immer darum ging, Ver-
trauen zu schaffen, Konkurrenzdenken zu überwinden und zu verdeutlichen,
was man als Netzwerkcoach im Rahmen dieses Projektes gemeinsam angehen
möchte, was nicht sowieso schon existiert. 
 Ein weiteres wichtiges Ziel der Netzwerkcoaches in der Startphase bestand
darin, Gelegenheiten zu schaffen, dass alle Akteure, deren Mitwirkung benötigt
wird, einen konkreten Mehrwert durch diese neue Kooperation erhalten und
diesen auch erkennen: Es muss sich für die Partner lohnen, an dem Netzwerk
teilzunehmen und, da die Interessen natürlich ganz unterschiedlich sind, ist es
auch eine Aufgabe des Managements, diese Interessen auszubalancieren und
die Partner zu einer verlässlichen Mitarbeit an einem solchen Netzwerk zu mo-
tivieren. 
Auf der zweiten Ebene geht es dann nicht mehr nur um die Managementaufgaben
der Netzwerkcoaches, hier sind nun vielmehr alle Partner angesprochen – es geht hier
um den Bereich der 
kollektiven Netzwerkaufgaben. Im Einzelnen handelt es sich hier
um die folgenden Elemente der Netzwerkarbeit:
 Zunächst die aktive Einbindung des Jobcenters in das jeweilige lokale Projekt,
denn es hat sich in allen Fällen gezeigt, dass die Jobcenter eine ganz zentrale
Rolle spielen, wenn es um Unterstützung für arbeitsmarktferner Personen und
ihre Integration in Qualifizierungs- und/oder Beschäftigungsmaßnahmen geht.
Die Agentur für Arbeit spielt in diesem Zusammenhang sicherlich auch eine
wichtige Rolle, aber – da es sich ja hier vorrangig um die Zielgruppe der sehr
arbeitsmarktfernen Personen handelt – steht die Rolle der Jobcenter eindeutig
im Vordergrund. Wichtig ist aber die folgende Erkenntnis: Es ist eine Aufgabe
aller Netzwerkpartner, die Rolle des Jobcenters soweit zu erkennen und zu un-
terstützen, dass das Jobcenter auch wirklich motiviert und interessiert ist, an
einem solchen quartiersbezogenen Netzwerk teilzunehmen. 
 Die „Professionalisierung“ der Netzwerkpartner durch Erfahrungsaustausch,
Wissenstransfer und fachlichen Input ist ein weiteres wichtiges Ziel der geför-
derten lokalen Kooperationsprozesse und findet ja auch regelmäßig im Rahmen
Ihres Projektes statt. Jede teilnehmende Person – egal in welcher Rolle und in
welcher Funktion tätig – hat ja eine spezifische Expertise, die sie/er in die Netz-
werkarbeit einspeisen kann. Sie haben diesen Prozess ja in drei unterschiedliche
Netzwerkgruppen aufgeteilt und damit fokussierter gestaltet. Das ist nicht in
allen teilnehmenden Projekten so – es gibt auch manchmal große Runden. Aber
– egal in welcher Organisationsform – es geht immer darum, Gelegenheiten zu
schaffen, um sich auszutauschen, Erfahrungen der anderen Netzwerkpartner
kennen zu lernen und natürlich auch von der Expertise der anderen Teilnehmen-
den im Erfahrungsaustausch zu lernen und für die eigene Arbeit zu profitieren. 
 Wichtig ist weiterhin, dass es zu regelmäßigen Treffen von gleichbleibenden Per-
Stand der Landesweiten Evaluation
8
Erkenntnisse zu zentralen 
Netzwerkaufgaben aller Partner

sonen – nicht nur Organisationen – kommt. Denn das fördert das entstehen
von Vertrauen und vertrauensvoller Zusammenarbeit – und das ist eine der wich-
tigsten Voraussetzungen für die Bereitschaft zu Offenheit und Transparenz in
Austausch und Zusammenarbeit, für Kooperationsbereitschaft und – sicherlich
nicht weniger wichtig – Empathie gegenüber den anderen Netzwerkpartnern.
Wenn man einmal eine solche Ebene miteinander erreicht hat, dann wird es
auch wesentlich einfacher für jeden Teilnehmenden, in bestimmten Situationen
die Verhaltensweisen und Reaktionen des Netzwerkpartners zu verstehen und
damit auch leichter anzuerkennen und in die eigene Handlungsweise und Stra-
tegie einzubauen. 
 Wichtig für den nachhaltigen Erfolg der Projekte ist es weiterhin, dass ein sta-
biler Kern von relevanten Akteuren aufgebaut wird. Dazu müssen nicht immer
alle Partner zusammenkommen, es gibt durchaus auch Modelle, wo ein Steue-
rungskreis eingerichtet wurde, in dem sich nur ein Teil der Partner regelmäßig
trifft. Aber es müssen eben die wichtigsten und relevantesten Akteure sein, wozu
ich in jedem Fall das Jobcenter zählen würde – und die teilnehmenden Partner
an einem solchen stabilen Kern müssen alle relevanten Aspekte der themen-
spezifischen Expertise abdecken. 
 Nicht in allen, aber in vielen Quartieren gab es Ereignisse, die identitäts- und
sinnstiftend waren. Dabei handelte es sich beispielsweise um gemeinsame Ver-
anstaltungen, die Schaffung eines gemeinsamen Internetauftritts und/oder auch
abgestimmte Formen einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit. Wichtig in allen
Projekten war es aber, dass man sich  im Rahmen von regelmäßigen Treffen –
und dabei ist es relativ unerheblich, in welcher Frequenz diese Treffen stattfinden
– immer wieder vergewissern und gegenseitig bestätigen kann, dass man an
der richtigen Aufgabe gemeinsam arbeitet und dass dieses gemeinsame Handeln
einen Sinn und für jeden Beteiligten einen Mehrwert schafft. 
Wenn wir unseren Blick nun von der Ebene der Netzwerkakteure auf die Ebene der
Zielgruppen richten, dann zeigen die bisherigen Ergebnisse und Erkenntnisse der wis-
senschaftlichen Begleitung das folgende Bild:
 Zunächst finden wir in den Projekten ein breites Spektrum an Unterstützung
vor. Indem Sie ja zahlreiche Partner sind, die in diesem lokalen Kooperations-
verbund zusammenarbeiten, haben Sie natürlich auch in unterschiedlichen Pro-
blemlagen, bei unterschiedlichen Fällen etc. nun viel mehr Möglichkeiten, auf
Kollegen zuzugehen, die kooperationsbereit sind und die Ihnen Dank dieser
Netzwerkstruktur sehr oft die Möglichkeit geben, ein notwendiges Unterstüt-
zungsangebot ganz kurzfristig und unbürokratisch abzurufen. So können dann
im Idealfall schlüssige und bruchlose Dienstleistungsketten für die im Mittel-
punkt der Arbeit stehenden Personen auf der Ebene des Quartiers geschaffen
werden. 
 Dies bedeutet in der Praxis dann eben auch, dass eine engmaschige Betreuung
Stand der Landesweiten Evaluation
9
Erkenntnisse im Hinblick auf
die Zielgruppen der Projekte

der Zielgruppen auf Quartiersebene durch ein hohes Maß an Flexibilität und
Kooperationsbereitschaft geschaffen wird. 
 Wichtig und positiv beim Ansatz dieses Programms und der in seinem Rahmen
geförderten 10 Projekte ist es in besonderem Maße, dass Ansprache, Aktivierung
und Hilfe vor Ort im direkten Wohnumfeld der Zielgruppe geschehen kann und
dass dabei in den lokalen Projekten eine Vielzahl von lokalen Organisationen
und Einrichtungen [Familienzentren, Jugendeinrichtungen etc.] nun aktiv und
qualifiziert mitwirken. 
 Dies ist nach den bisherigen Erkenntnissen der wissenschaftlichen Begleitung
nicht nur ein großer Vorteil, weil auf der Ebene des Quartiers zahlreiche Orga-
nisationen und Einrichtungen „auf kurzen Wegen“ und flexibel zusammenar-
beiten und sich gegenseitig unterstützen können. Es ist im vorliegenden
Zusammenhang von besonderer Bedeutung, weil die Mitglieder der Zielgruppen
dieser Projekte vielfach große Hemmschwellen und Ängste haben, das als sicher
empfundene Umfeld ihres Quartiers zu verlassen und zentrale Einrichtungen
und Hilfsangebote aufzusuchen. Daher sind Einrichtungen vor Ort, im Quartier,
für sie von besonderer Bedeutung – wie etwa ein Quartiers-Zentrum, eine An-
laufstelle des Jobcenters im Quartier, oder auch eine Person, die auf Ebene des
Quartiers als „Kümmerer“ agiert. 
Abschließend möchte ich Ihnen noch einige Erkenntnisse vorstellen, die wir im Hinblick
auf eine 
„Typologie des Netzwerkcoachings“über die 10 wissenschaftlich begleiteten
Projekte hinweg gewonnen haben. Wir haben dabei die folgenden drei unterschiedli-
chen Ansätze vorgefunden, die in den einzelnen Quartieren nicht immer in Reinform
vorkommen müssen, die aber dennoch relevante strukturelle Unterschiede des Han-
delns vor Ort aufzeigen und illustrieren:
 Dies bezieht sich zunächst auf den so genannten „strukturellen Ansatz“, in des-
sen Mittelpunkt die folgenden Vorgehensweisen und Ziele stehen:
 Konkurrenzsituationen und Vorbehalte abbauen, 
 Kontaktbarrieren abbauen,
 Kommunikation ausbauen und
 Quartiersbezug für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen herstellen.
 Den zweiten Typ haben wir als „inhaltsbezogenen Ansatz“ bezeichnet  – er ist
vorrangig durch folgende Ziele und Aktivitäten gekennzeichnet:
 Redundanzen erkennen und gemeinsam abbauen,
 bestehende Netzwerke verknüpfen und erweitern,
 Vermittlung von Informationen zur Akquisition von Netzwerkpartnern und
Qualifizierung aller Netzwerkpartner
 Und schließlich haben wir einen dritten Typ vorgefunden, den wir als „Anspra-
Stand der Landesweiten Evaluation
10
Drei Typen 
eines Netzwerkcoachings
Der „strukturelle Ansatz“
Der „inhaltsbezogene“ Ansatz

che-zentrierten“ Ansatz bezeichnen. Im Vordergrund steht hier das Ziel
 etablierte Netzwerke im Quartier auf Aktivierung auszurichten,
 Ansprachekonzepte [weiter-] zu entwickeln und 
 mittelbar arbeitsmarktrelevante Akteure hinzu zu gewinnen und zu qualifi-
zieren.
Man findet aus allen Typen Elemente und Ansätze in allen Quartieren, aber jeweils mit
unterschiedlichen Schwerpunkten. Der Einsatz der einzelnen Ansätze und ihrer Ele-
mente sollte sich in jedem Fall auch nach den Gegebenheiten im einzelnen Quartier
richten: In einem relativ kleinen Quartier wie hier in Münster Kinderhaus-Brüningheide
ist sicherlich der „Ansprache-zentrierte Ansatz“ ein sehr praktikabler Weg, in den we-
sentlich größeren Quartieren muss man hingegen eher mit dem „strukturellen Ansatz“
oder dem „inhaltsbezogenen Ansatz“ arbeiten. 
Dies war also eine kurze Übersicht über die aktuell verfügbaren vorläufigen Erkennt-
nisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Programms. Sollten Sie zu einem spä-
teren Zeitpunkt im Laufe des Jahres Interesse daran haben, die endgültigen Erkennt-
nisse nachzulesen, hier noch ein kurzer 
Überblick über das weitere Verfahren: 
 Wir werden unsere wissenschaftliche Begleitung voraussichtlich noch bis zum
April dieses Jahres fortsetzen und dann unseren Abschlussbericht dem Arbeits-
ministerium vorlegen. 
 Nachdem er dort geprüft und freigegeben wurde, werden wir nicht den ganzen
Bericht, aber seine zentralen Ergebnisse auf unserer Internetpräsenz
[www.gib.nrw.de] in unserer Reihe der „Arbeitspapiere“ veröffentlichen. 
 Sobald diese Veröffentlichung erfolgt ist, werde ich die dann „ehemaligen“
Netzwerkcoaches informieren, die sicherlich wissen, an wen sie diese Informa-
tion in den lokalen Netzwerken weitergeben müssen, so dass Sie alle über diese
Veröffentlichung informiert werden. 
Stand der Landesweiten Evaluation
11
Der 
„Ansprache-zentrierte“ Ansatz
Abschließende Informationen
zum weiteren Vorgehen

2.     Der Stand des lokalen Projektes
            Dipl.-Ing. David R. Froessler  |  u r b a n o   Urban Research & Consultancy
Auch von mir ein herzliches „Guten Morgen“, meine Damen und Herren! Wie schon
beim letzten Workshop hier in Münster möchte ich auch heute einen Überblick zum
Stand Ihres städtischen Projektes geben. Wir schon beim letzten mal, gilt auch heute:
Mein Überblick beruht auf einer Auswertung von Sitzungsprotokollen und anderen
schriftlichen Dokumenten zu Ihrem Projekt, die mir Frau Peters zu diesem Zweck freund-
licherweise zur Verfügung gestellt hat. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass man mit
einem externen und unvoreingenommenen Blick auf ein solches Projekt schauen kann.
Es kann aber immer auch den Nachteil haben, dass man nicht die gesamte Realität
eines Projektes und seiner Aktivitäten  vollständig und korrekt erfasst und bewertet.
Daher möchte ich Sie auch heute wieder ermuntern, gerne Korrekturen und Ergänzun-
gen zu meinen Ausführungen zu machen, so dass wir für die anschließende Dokumen-
tation dieses Workshops über ein vollständiges und korrektes Bild verfügen.
Ich möchte meinen Überblick dann – wie gewohnt – mit einer kurzen Einschätzung
zum Umsetzungsstand Ihres lokalen Projektes abschließen. Diese externe Einschätzung
möchte ich heute aber sehr kurz halten, da ja Ihre eigene Einschätzung heute im Mit-
telpunkt des Workshops steht und ich da nicht mit meinem externen Blick zu sehr vor-
greifen möchte.   
2.1  Aktivitäten und Ergebnisse auf der Ebene des Ge-
samtprojektes
Von der Ebene des Gesamtprojektes ist zunächst zu berichten, dass seit dem letzten
Workshop 3 Sitzungen das Projektbeirates stattgefunden haben [am 18. Juni, am 24.
September und am 17. Dezember 2014].
Im Rahmen dieser Sitzungen standen die folgenden Themen im Mittelpunkt: 
 Eine Diskussion von Möglichkeiten der Verstetigung des Projektes über den För-
derzeitraum hinaus und auch die Klärung der Frage einer möglichen Übertra-
gung der Erkenntnisse und Prozessoptimierungen dieses Projektes auf andere
Stadtteile. Im Rahmen dieser Diskussionen wurde eine Klärung der folgenden
Themen angestrebt:
 Die Frage der Kostenübernahme für das virtuelle Netz für die Phase der Ver-
stetigung.
 Die Diskussion der Frage, wer im Rahmen einer solchen Verstetigung die Rolle
des Netzwerkadministrators übernehmen könnte und sollte.
 Zur Beiratssitzung am 17. Dezember 2014 wurde Herr Golding von der G.I.B.
NRW, den die meisten von Ihnen ja vom letzten Workshop kennen, eingela-
Stand des lokalen Projektes
12
Themen der Sitzungen 
des Projektbeirates
Möglichkeiten & Rahmenbe-
dingungen einer Verstetigung

den, um diesen Themenkomplex mit ihm zu  diskutieren und dadurch auch
von seinen Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten zu profitieren. 
 Und schließlich wurde mit der Klärung der Frage begonnen, ob Stellenanteile
eines solchen dauerhaften Netzwerkcoachings im Rahmen des neuen ESF-
Programms gefördert werden könnten
 Die Definition erster Eckpfeiler für eine Verstetigung, insbesondere im Hinblick
auf
 eine als notwendig erachtete Verschlankung des virtuellen Netzes und
 Möglichkeiten, eine Konzentrierung von Sitzungsterminen zu erreichen. 
 Im Hinblick auf die Entwicklung des virtuellen Netzes wurde im Rahmen dieser
Sitzungen festgestellt, dass es ein großes Interesse an der Nutzung dieses vir-
tuellen Netzes gibt, aber leider nur eine geringe Bereitschaft, selbst auch Infor-
mationen einzustellen oder sich einzubringen. Vor diesem Hintergrund wurde
der Plan entwickelt, zum Einstieg in die Phase der Verstetigung mit den Partnern
in den Netzwerkgruppen verbindliche Kooperationsvereinbarungen über Leis-
tungen abzuschließen, die vom jeweiligen Akteur zu erbringen sind. Auch dies
wird heute sicher zu diskutieren sein. 
2.2 Netzwerkgruppe 1: „Verbesserung berufsbezoge-
ner Sprachkompetenzen“
Auch im Rahmen der Tätigkeit dieser ersten Netzwerk-Gruppe, die sich auf das Thema
der „Verbesserung berufsbezogener Sprachkompetenzen“ konzentriert, wurden seit
dem letzten Workshop drei Arbeitstreffen organisiert [am 4. Juni, am 17. September
und am 3. Dezember 2014].
Zusätzlich zu diesen Arbeitstreffen hat diese Netzwerk-Gruppe seit dem letzten Work-
shop die folgenden Aktivitäten unternommen: 
 In den Räumen des Atriums wird seit dem 2. Juni 2014 ein Elternintegrationskurs
durchgeführt:
 Dieser Kurs konnte, dank einer Ausnahmegenehmigung, mit nur 7 Teilneh-
menden starten. 
 Für das nächste Modul – ab September 2014 oder einen weiteren Sprachkurs
wären dann 12-15 Teilnehmende notwendig.
 Im Rahmen einer ersten Auswertung dieses Kurses konnten große Fortschritte
bei den Teilnehmenden des ersten Moduls verzeichnet werden, die sich nicht
nur auf eine Verbesserung der Sprachkompetenzen beschränkten, sondern
auch im Hinblick auf Selbstbewusstsein und Präsenz und Aktivitäten im
Atrium als sehr positiv bewertet wurden. 
Stand des lokalen Projektes
13
Entwicklkungsstand & Perspek-
tiven des virtuellen Netzes
Themen & Aktivitäten 
von Netzwerk-Gruppe 1
Durchführung eines 
Elternintegtationskurses

 Im Rahmen der o.g. Treffen dieser Netzwerk-Gruppe wurden relevanten Ange-
bote des Hauses der Familie vorgestellt. Dabei handelt es sich insbesondere um
Informationen zu niedrigschwelligen Sprach- und Alphabetisierungskursen, zu
Kooperationen im Stadtteil und zur Verzahnung mit Trägern von zertifizierten
Sprachkursen.
 Weiterhin wurde im Rahmen eines Arbeitstreffens dieser Netzwerk-Gruppe das
Angebot von Kulturmittlerinnen des transkulturellen und interreligiösen Lern-
hauses für Frauen vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Angebot für bil-
dungsnahe Frauen, die u.a. ehrenamtlich an Schulen bei Elterngesprächen
eingesetzt werden.
 Großen Raum haben die Planungen zur Einrichtung eines neuen Elternintegra-
tionskurses mit wieder angestrebten 900 Stunde nach dem Ende des aktuell
laufenden Kurses im Oktober 2015 im Rahmen der Treffen dieser Netzwerk-
gruppe eingenommen. Das wichtigste Ziel dieser Aktivitäten ist es, für möglichst
viele neu hinzukommende Flüchtlinge eine Teilnahmemöglichkeit zu schaffen.
Vor dem Hintergrund der Probleme des ersten Kurses, eine ausreichende Anzahl
von Teilnehmenden zu aktivieren, wurde beschlossen, das Jobcenter stärker in
die Ansprache potenzieller Teilnehmender einzubinden und die Teilnehmenden
des aktuell noch laufenden Integrationskurses als „positive Botschafter“ in die
Gewinnung von Teilnehmenden für den nächsten Integrationskurs aktiv einzu-
binden.
2.3 Netzwerkgruppe 2: „Jugendliche auf dem Weg in
Ausbildung und Job“
Auch die zweite Netzwerk-Gruppe, die sich auf das Thema von Jugendlichen auf dem
Weg in Ausbildung und Job konzentriert, hat seit dem letzten Workshop drei Arbeits-
treffen organisiert [am 7. Mai, am 3. September und am 5. November 2014]. Im Rah-
men dieser Arbeitstreffen wurden die folgenden gemeinsamen Aktivitäten und Diskus-
sionen realisiert: 
 Eine Fallbesprechung zu einem Jugendlichen, dem anschließend über das Pro-
gramm „Fit für den  Job“ ein Mentor zur Seite gestellt werden sollte und eines
weiteren konkreten Falls mit Vereinbarungen zum weiteren abgestimmten Vor-
gehen.
 Eine Diskussion der Problematik von neu zuziehenden Jugendlichen ohne aus-
reichende Sprachkenntnisse.
 Die Vorstellung und Erläuterung der Pläne, die Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit
mit dem Jugendsalon neu auszurichten.
Stand des lokalen Projektes
14
Vorstellung von Akteuren 
& Angeboten im Stadtteil
Planungen für den nächsten
Elternintegrationskurse
Fallbesprechungen & Dis-
kussionen aktueller Probleme

 Die kurzfristige Besetzung von zwei freien Ausbildungsplätzen bei den Abfall-
wirtschaftsbetrieben der Stadt Münster mit Hilfe des Netzwerkes.
 Die Durchführung eines Pilotprojektes zur Vorstellung freier Lehrstellen vor Ju-
gendlichen der 10. Klassen in der Waldschule Kinderhaus und in der Geschwis-
ter-Scholl-Realschule mit jeweils rund 20 teilnehmenden Jugendlichen, woraus
allerdings zunächst keine konkreten Bewerbungen aus dem Kreis der Teilneh-
menden auf die vorgestellten Lehrstellen resultierte. Auf Seiten der Geschwis-
ter-Scholl-Realschule besteht aktuell kein Interesse an einer weiteren Koope-
ration. Zwischen der Waldschule und der Ausbildungsleiterin der Stadt Münster
[Frau Moellenhof] wurden hingegen konkrete Details einer weiteren Kooperation
vereinbart .
 Als neues Mitglied in der Netzwerk-Gruppe 2 konnte seit dem letzten Workshop
die Abendrealschule gewonnen werden. 
2.4 Netzwerkgruppe 3: „Wege in Erwerbstätigkeit“
Auch die dritte Netzwerk-Gruppe, die sich mit dem Thema der „Wege in Erwerbstätig-
keit“ befasst, hat seit dem letzten Workshop drei Arbeitstreffen organisiert [am 21.
Mai, am 10. September und am 19. November 2014]. Im Mittelpunkt dieser Treffen
standen die folgenden Themen und Aktivitäten: 
 Eine Präsentation und Diskussion von Möglichkeiten des Jobcenters und der
Agentur für Arbeit im Hinblick auf Qualifizierungsmöglichkeiten im Bereich von
Fahrerlaubnissen [PKW, LKW, Bus] und  zum Thema „Wege in die Selbständig-
keit“, konnte erfolgen.
 Eine Prüfung der Chancen, eine Jobmesse in der Agora des Bürgerhauses zu or-
ganisieren. Aus verschiedenen Gründen wurde dieser Plan anschließend nicht
weiter verfolgt – u.a. wegen des Wasserschadens im Gebäude, aber auch auf-
grund einer Unsicherheit darüber, ob eine ausreichende Anzahl von Jobsuchen-
den für eine solche Veranstaltung im Stadtteil mobilisiert werden könnten.
Stattdessen wurde vereinbart, monatliche Treffen von KAI und BGZ zur Ermitt-
lung der jeweils aktuellen Bedarfe an Arbeitsstellen zu organisieren, um an-
schließend in Kooperation mit dem Jobcenter und – wo möglich –  mit lokalen
Arbeitgebern zu versuchen, entsprechende Stellen zu akquirieren. Darüber hi-
naus ist geplant, bei Bedarf ergänzende thematisch ausgerichtete Veranstaltun-
gen vor Ort durchzuführen, beispielsweise zu Themen wie Lagerhaltung/Logistik,
Umschulungen etc. 
 Im Rahmen eines Arbeitstreffens dieser Netzwerk-Gruppe wurde die wachsende
Problematik von zuziehenden EU-Bürgern, die sehr arbeitswillig sind, denen
aber notwendige Sprachkenntnisse fehlen, diskutiert. 
 Weiterhin wurden erste Planungen für eine Informationsveranstaltung des Job-
centers vor Ort begonnen. 
Stand des lokalen Projektes
15
Durchführung eines 
Pilotprojektes mit Schulen
Chancen und Grenzen 
einer stadtteilbezogenen 
Arbeitsvermittlung

 Und schließlich wurde ein Angebot zur Durchführung einer Informationsveran-
staltung über die Änderungen im Hinblick auf den Zugang zum Arbeitsmarkt
für Flüchtlinge durch die GGUA [Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung
Asylsuchender e.V .] im März 2015 entwickelt. Es zeigt sich bereits zum Termin
des heutigen Workshop, dass dieses Angebot auf eine große Nachfrage stößt. 
 Seit dem letzten Workshop ist darüber hinaus der Verein „Chance e.V .“, der im
Quartier ambulantes betreutes Wohnen anbietet, dieser Netzwerk-Gruppe bei-
getreten. 
2.5 Erste Schlussfolgerungen und Aufgaben für die
heutige Veranstaltung
Damit kann also sicherlich festgehalten werden, dass Ihr lokales Projekt weiterhin auf
Erfolgskurs arbeitet. Gerade die Berichte aus den Netzwerk-Gruppen zeigen deutlich,
dass dort mittlerweile wichtige neue Kooperationsstrukturen nicht nur entwickelt, son-
dern mittlerweile sicherlich auch verstetigt wurden. Und – viel wichtiger und relevan-
ter – dass diese Kooperationen im Hinblick auf die Zielgruppen der einzelnen Netzwerke
bereits einen konkreten Mehrwert zeigen und das, was eines der Hauptziele dieses
Projektes ist: Eine Optimierung von Prozessen und Strukturen auf Stadtteilebene, um
die Zielgruppen des Projektes in Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln.
Zugleich zeigt sich aber auch, dass im Hinblick auf das virtuelle Netz – das nach meiner
Auffassung nicht nur ein wichtiges Instrument zur Erreichung dieser Ziele ist, sondern
auch eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg der geplanten Verstetigung –
weiterhin Probleme bestehen, um hier zu einer optimalen Nutzung und zu der ange-
strebten Attraktivität und Nachhaltigkeit zu gelangen. 
Für die heutige Veranstaltung sollte aus meiner Sicht die Diskussion und Klärung der
folgenden Fragen und Themen im Mittelpunkt stehen: 
 Eine kurze Bilanz zum Projekt insgesamt aus Ihrer Sicht in Form von Einschät-
zungen zum konkreten Mehrwert des Projektes für Ihre eigene Organisation
und Arbeit
 Eine Bilanz zu der Arbeit in Ihren jeweiligen Netzwerk-Gruppen, die sich mit
den folgenden Fragen befassen sollte: 
 Welche Ziele waren mit der Teilnahme verbunden?
 Welche dieser Ziele wurden erreicht?
 Welche Ziele lassen sich für eine mögliche Fortsetzung als konsensfähig de-
finieren?
Stand des lokalen Projektes
16
Informationsveranstaltung
zum Zugang von Flüchlingen
zum Arbeitsmarkt
Erfolgreiche Arbeit 
und konkreter Mehrwert 
für Stadtteil und Zielgruppen
Diskussionsbedarf im Hinblick
auf das virtuelle Netz
Aufgaben und Fragestellungen
für die heutige Arbeit

 Eine Diskussion von Details der geplanten Verstetigung des virtuellen Netzes –
insbesondere im Hinblick auf die Klärung der folgenden Fragen: 
 Besteht bei allen Partnern eine Bereitschaft zur Unterzeichnung konkreter
Kooperationsvereinbarungen, wie sie angestrebt werden?
 Welche Ideen und Modelle für eine Übernahme der Kosten dieser Versteti-
gung sind denkbar und möglich?
 Überlegungen und Einschätzungen zur Festlegung eines Netzwerkadminis-
trators, bei dem es sich aus meiner Sicht um eine städtische Mitarbeiterin
oder einen städtischen Mitarbeiter handeln sollte. 
 Und schließlich sollten heute sicherlich Details einer Verstetigung der Arbeit der
Netzwerk-Gruppen diskutiert und – soweit wie möglich – abgestimmt werden.
Dies bezieht sich insbesondere auf die folgenden Aspekte einer Verstetigung
der Netzwerk-Gruppen: 
 den Zuschnitt der Gruppen;
 die Übernahme der „Geschäftsführung“ für die einzelnen Gruppen und die
damit verbundenen Aufgaben;
 eine erste Definition von Zielen, Aufgaben und Erwartungen an eine Fortfüh-
rung der Arbeit in den einzelnen Netzwerk-Gruppen.
Stand des lokalen Projektes
17

3.     Arbeitsergebnisse der Netzwerk-Gruppen
3.1 Netzwerk-Gruppe 1: Verbesserung berufsbezogener
Sprachkompetenzen 
        Erreichte Ziele:
 Die Durchführung eines Elternintegrationskurses mit Modellcharakter mit 900
Stunden für die Teilnehmenden und bereits jetzt erkennbare deutliche Lern- und
Integrationsfortschritten.
 Die gemeinsame Entwicklung einer sehr guten Kooperationsqualität.
 Die Schaffung einer erfolgreichen Informations- und Austauschplattform.
 Dadurch konnte auch eine verbesserte Orientierung für Ratsuchende aus dem
Stadtteil erreicht werden.   
        Nicht erreichte Ziele:
  Die Einrichtung einer begleitenden Kinderbetreuung, die für viele Frauen Vor-
aussetzung für die Teilnahme an einem solchem Kurs wäre. 
  Die notwendige Hilfe zur Überwindung von häuslichen Hindernissen bei vielen
Frauen, für die ein Elternintegrationskurs wichtig wäre und die gerne teilnehmen
würden. 
  Männer konnten als Zielgruppe der Integrationskurse nicht erreicht werden. 
 Auch die Zielgruppe der Jugendlichen konnte für die Sprachkurse nicht erreicht
werden. 
Arbeitsergebnisse der Netzwerk-Gruppen
18

Ziele für eine Verstetigung
 Am wichtigsten wäre sicherlich der Erhalt der Ausnahmeregelung für die Eltern-
integrationskurse hinsichtlich der Teilnehmerzahlen, was allerdings als unwahr-
scheinlich eingeschätzt wird. 
 Daher muss nun geklärt werden, welche alternativen Optionen für die Finanzie-
rung solcher Kurse existieren – darunter werden voraussichtlich keine mit einer
vergleichbar hohen Stundenzahl sein, die aber als sehr wichtig angesehen wird.
 Weiterhin muss differenziert geklärt werden, für welche Zielgruppen gute Alter-
nativen für eine Finanzierung und Förderung entsprechender Kurse bestehen.
 In Abhängigkeit von den Ergebnissen dieser Vorklärungen muss dann entschie-
den werden, wie die Teilnehmer-Akquisition am besten und Erfolg versprechend-
sten organisiert werden kann.
 Aus dieser Liste von notwendigen Aktivitäten ergibt sich sehr deutlich die An-
forderung, sehr frühzeitig die Planung und Vorbereitung dieses nächsten Kurses
vorzunehmen – sie muss bereits jetzt mit Aufmerksamkeit und Nachdruck be-
trieben werden. 
        Strukturempfehlung:
 Es wird empfohlen, die Netzwerk-Gruppen als kleine und leistungsfähige Grup-
pen zu erhalten und
 eine sorgfältige Planung und Organisation der Schnittstellen zwischen den drei
Netzwerk-Gruppen vorzunehmen. 
3.2 Netzwerk-Gruppe 2: Jugendliche auf dem Weg in
Ausbildung und Job
        Erreichte Ziele:
 Es konnte eine gute Übersicht über alle relevanten Akteure gewonnen werden. 
 Der informelle Austausch mit und zwischen den Institutionen wurde verbessert.
 Die Vernetzung der Akteure wurde durch die Treffen verbessert, was die Bedeu-
tung von „Face to Face“-Kontakten sehr deutlich gemacht hat. 
 Weiterhin wurde eine Vereinfachung und Beschleunigung von Verfahren durch
neu geschaffene kurze Wege erreicht. 
 Fortbildungsangebote werden auf dieser Basis nun besser verteilt.
 Und schließlich hat eine Sensibilisierung für die Problemlagen der Zielgruppe
und die Rahmenbedingungen für das Handeln der zentralen Akteure stattge-
funden – beides ist nun transparenter geworden. 
Nicht erreichte Ziele:
Arbeitsergebnisse der Netzwerk-Gruppen
19

 Die Nutzung des virtuellen Netzwerks konnte wegen technischer Schwierigkeiten
und/oder Zeitmangel von den Teilnehmenden an dieser Netzwerk-Gruppe nicht
im geplanten Umfang realisiert werden. 
 Die geplante und erprobte anonyme Fallarbeit hat sich als nicht funktional er-
wiesen.
        Ziele für eine Verstetigung
 Die Arbeit in Netzwerk-Gruppen soll bestehen bleiben.
 Das virtuelle Netzwerk sollte entweder abgeschafft und durch einen eMail-Ver-
teiler und einen verantwortlichen Sprecher ersetzt werden – oder, im Falle einer
Weiterführung, abgespeckt und schlanker, damit für die einzelnen Gruppen ef-
fizienter gestaltet werden. 
 Jede(r) Teilnehmende sollte mögliche Akteure ansprechen und zur Teilnahme ein-
laden – die Verantwortung zur Pflege des gesamten Verteilers sollte hingegen
bei einer Person verbleiben.
 Das Projekt sollte auf den gesamten nördlichen Teil von Münster ausgedehnt
werden.
 Es wird als wünschenswert angesehen, dass eine Person verfügbar bleibt, um
weiterhin die Rolle eines Netzwerkcoaches zu übernehmen – auch wenn die
Umsetzung, insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung, unklar ist
Arbeitsergebnisse der Netzwerk-Gruppen
20

Strukturempfehlung:
 Es sollte nicht zu einer Fusion von Netzwerk-Gruppen kommen – aber deutlich
gemacht werden, dass – bei Interesse – eine Beteiligung an mehreren Netz-
werk-Gruppen möglich und auch erwünscht ist. 
 Treffen der einzelnen Netzwerk-Gruppen sollten im quartalsmäßigen Rhythmus
organisiert werden. 
 Zum Informationsaustausch über die einzelnen Netzwerk-Gruppen hinweg sollte
für alle Akteure ein jährliches Treffen organisiert werden
3.3 Netzwerk-Gruppe 3: Wege in Erwerbstätigkeit 
        Erreichte Ziele:
 Ein hilfreicher und für die Arbeit der Beteiligten nützlicher und Gewinn bringen-
der Kontaktaufbau.
 Regelmäßige und stabilisierende Kontaktpflege.
 Ein hilfreicher Austausch von Informationen.
 Ein guter und Gewinn bringender Austausch über die verschiedenen Aufgaben
und Ressourcen der teilnehmenden Netzwerk-Partner. 
 Die Schaffung von schneller und zeitnaher gegenseitiger Information durch das
virtuelle Netz.
 Eine verbesserte Kommunikation durch das virtuelle Netz.
Arbeitsergebnisse der Netzwerk-Gruppen
21

Nicht erreichte Ziele:
 Konkrete Vermittlungszahlen.  
        Ziele für eine Verstetigung
 Regelmäßige Kontaktpflege und Treffen sollten aufrechterhalten werden. 
 Für die Arbeit der Netzwerk-Gruppe relevante Angebote sollten aktueller in das
virtuelle Netz eingestellt werden. 
 Es sollte eine direktere Ansprache, beispielsweise bei der Stellenbesetzung, ent-
wickelt und stabilisiert werden. 
        Strukturempfehlung:
 Die Struktur der Netzwerk-Gruppen sollte beibehalten werden.
 Informationsmöglichkeiten über die übrigen Netzwerk-Gruppen sollten ermög-
licht werden, aber nicht automatisch verschickt werden.
 Es sollten den Nutzern ermöglicht werden die automatische Informationsfunktion
an- oder auszuschalten.
 Das Projekt sollte auf den gesamten Stadtteil Kinderhaus ausgeweitet werden.
 Die Administration des Gesamtprojektes – das Netzwerkcoaching – sollte in
städtischen Händen bleiben. 
3.4 Zusammenschau der Gruppenergebnisse im Hinblick
auf das weitere Vorgehen  
Eine zusammenfassende Auswertung im Hinblick auf das weitere Vorgehen und die
angestrebte Verstetigung des Projektes zeigt, dass zwischen den Einschätzungen, Pla-
nungen und Strukturempfehlungen der einzelnen Netzwerk-Gruppen ein sehr hohes
Maß an Übereinstimmung besteht:
 In allen Netzwerk-Gruppen ist ein hohes Maß an Prozessinnovation durch Er-
fahrungsaustausch, Kooperation etc. entstanden, das – so der übereinstim-
mende Wunsch – nicht aufgegeben, sondern weiter stabilisiert und entwickelt
werden sollte.
 In allen Netzwerk-Gruppen wird darin auch eine Chance auf eine Verbesserung
der Leistungsfähigkeit der eigenen Arbeit im Stadtteil gesehen.
Arbeitsergebnisse der Netzwerk-Gruppen
22

 Daher wird auch übereinstimmend die Empfehlung formuliert, dass Projekte in
seiner jetzigen Struktur nicht nur fortzusetzen, sondern nach Möglichkeit auf
ein größeres Gebiet auszudehnen.
 Weiterer Diskussions- und Klärungsbedarf besteht hinsichtlich der weiteren Ent-
wicklung des virtuellen Netzes. So sehr dessen Wert für die eigene Arbeit auch
geschätzt wird, so groß sind auch die Bedenken im Hinblick auf den Arbeits-
aufwand einer regelmäßigen Einspeisung eigener Informationen – und den Um-
gang mit dem hohen Maß an automatischen Nachrichten die darüber versendet
werden.
 Vollkommene Einigkeit besteht hingegen darüber, dass die einzelnen Netzwerk-
Gruppen nicht zur Förderung einer möglicherweise größeren Effizienz zusam-
mengelegt werden sollten, sondern – im Gegenteil – als fokussierte leistungs-
fähige Einheiten erhalten bleiben sollten.
 Im Hinblick auf die Frequenz der Treffen scheint es eine Präferenz für quartals-
mäßige Treffen der einzelnen Netzwerk-Gruppen und ein jährliches Gruppen
übergreifendes Treffen zu geben. Weitere Diskussionen benötigt ggf. noch die
konkrete Ausgestaltung der Schnittstellen zwischen den einzelnen Netzwerk-
Gruppen [Informationsaustausch, Kooperation etc.].
 Und eine ebenso deutliche Übereinstimmung besteht in dem Wunsch, auch wei-
terhin auf die Unterstützung eines Netzwerkcoaches zurückgreifen zu können,
dessen Tätigkeit übereinstimmend als Voraussetzung für eine erfolgreiche Ver-
stetigung gesehen wird. Einigkeit besteht zwischen den einzelnen Netzwerk-
Gruppen auch darüber, dass diese Funktion durch eine städtische Mitarbeiterin
oder einen städtischen Mitarbeiter wahrgenommen werden sollte. 
Arbeitsergebnisse der Netzwerk-Gruppen
23

4.     Empfehlungen zum weiteren Vorgehen
Chancen und Mehrwert einer Verstetigung
Die Ergebnisse der externen Dokumentenanalyse, wie auch die Evaluation, die von den
Teilnehmenden der Netzwerke im Rahmen dieses Workshops vorgenommen wurde,
haben deutlich belegt, dass mit dem Projekt „Aktiv für Arbeit“ in Münster Kinderhaus-
Brüningheide ein deutlicher Mehrwert in verschiedener Hinsicht erreicht wurde, unter
anderem im Hinblick auf die folgenden Fortschritte und positiven Ergebnisse:
 Die Arbeit aller für die Ziele des Projektes relevanten Organisationen konnte
durch diese Projekt modellhaft auf das Wohngebiet Kinderhaus – Brüningheide
als Sozialraum orientiert werden – dies ist gerade im Hinblick auf die Tätigkeit
des Jobcenters ein großer Erfolg, da in dessen Arbeit ein solcher Sozialraumbe-
zug im Regelfall nicht vorkommt. Mit dem Projekt „Aktiv für Arbeit“ ist es nicht
nur gelungen, einen solchen Sozialraumbezug herzustellen, darüber hinaus –
und für die Zukunft vielleicht noch wichtiger – sind alle Akteure davon über-
zeugt, dass sich dadurch ein deutlicher Mehrwert und eine Steigerung der Leis-
tungsfähigkeit in der eigenen Arbeit realisieren lässt. 
 Auf dieser Basis ist ein Kooperationsverbund gewachsen, dessen Mitglieder Ver-
trauen  zueinander aufgebaut haben, bessere Kenntnisse von den jeweils an-
deren Organisationen und deren Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten haben
und es zeigt sich, dass diese Kultur einer gebietsbezogenen Kooperation mit
klarem Fokus auf die Zielgruppen des Projektes alle Beteiligten von ihrem Mehr-
wert überzeugt und zu einer Fortsetzung auch über diese Finanzierung als Mo-
dellprojekt hinaus motiviert hat. 
 In der Konsequenz zeigt sich, dass nach und nach verbesserte „Hilfeketten“
etabliert werden konnten, mit denen die Zielgruppen wirkungsvoller und effi-
zienter als in der Vergangenheit auf ihrem Weg in Ausbildung und/oder Arbeit
unterstützt werden können.
Vor diesem Hintergrund lassen sich sowohl der Nutzen einer Verstetigung als auch
deren Erfolgsaussichten als sehr positiv bewerten. Dies auch vor dem Hintergrund des
deutlichen Eindrucks aus diesem Workshop, dass – Dank der Initialzündung, die durch
dieses Modellprojekt gegeben wurde – eine weitere positive Entwicklung dieser neuen
Kooperationskultur und der dadurch erreichten Prozessinnovationen wenn nicht zum
Selbstläufer wird, dann doch mit deutlichen geringerem Aufwand als während der nun
auslaufenden Modellphase erreicht werden kann. 
Vor diesem Hintergrund erscheint es sehr sinnvoll, nun differenziert zu planen, wie sich
eine solche Verstetigung der zentralen Errungenschaften dieses Projektes mit den –
wie bei allen Kommunen – auch in Münster begrenzten Ressourcen erreichen lässt. 
Empfehlungen
24
Neue Kooperation 
mit Sozialraumbezug
Alle Partner überzeugt
vom Mehrwert des Projektes
Neue  und
verbesserte Hilfeketten

Organisation der weiteren Netzwerkarbeit
Einige wichtige Eckpfeiler für die Organisation und konkrete Ausgestaltung einer sol-
chen Verstetigung sind aus den bisherigen Arbeiten – insbesondere aus den Diskus-
sionen des Workshops – bereits sehr deutlich geworden: 
 Die Organisation der kooperativen Arbeit im Stadtteil sollte auch weiterhin in
der Struktur der mittlerweile gut eingeführten und eingespielten Netzwerk-Grup-
pen erfolgen. Dieser thematische Fokus auf spezielle Aufgaben und Zielgruppen
in kleinen und schlanken Netzwerken hat sich bewährt und wird auch von den
jeweiligen Kooperationspartnern in den einzelnen Netzwerken geschätzt.
 Um eine erfolgreiche Verstetigung – und darüber hinaus auch ein weiteres qua-
litatives Wachstum der Strukturen, der Prozesse und der dadurch ermöglichten
gesteigerten Leistungsfähigkeit „des Systems“ – sicher zu stellen, wird auch
zukünftig die Unterstützung durch einen Netzwerkcoach notwendig sein. Dies
Unterstützung kann allerdings – im Vergleich zur nun auslaufenden Modell-
phase – mit geringeren Ressourcen ausreichend bereitgestellt werden. Im Hin-
blick auf die organisatorische Zuordnung sollte diese Unterstützung auch
weiterhin bei der Stadtverwaltung Münster liegen – idealerweise im Kontext
einer Verwaltungseinheit, die thematisch ohnehin im angesprochenen Aufga-
benfeld tätig ist und dort über die notwendigen Kompetenzen und Kontakte
verfügt. 
 Auch das virtuelle Netzwerk sollte sicherlich weitergeführt werden, da es als
eine der Grundvoraussetzungen für die Fortsetzung von Kooperation und zeit-
nahem, automatisierten Erfahrungsaustausch anzusehen ist. Hier wird es sicher-
lich eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Wochen sein, nicht nur die
Finanzierung für den weiteren Betrieb dieses Systems sicherzustellen, sondern
auch im Detail zu planen, welche Weiterentwicklungen dieses virtuellen Netzes
in Richtung auf mehr Nutzerfreundlichkeit und Praxisorientierung einerseits not-
wendig, andererseits mit den aktuell gegebenen Ressourcen auch möglich sind. 
Organisation der Arbeit der Netzwerk-Gruppen
Im Hinblick auf die weitere Arbeit der Netzwerkgruppen lassen sich die folgenden kon-
kreten Empfehlungen als Grundlage für die weitere Planung und Realisierung einer
Verstetigung des Projektes formulieren:
 Die Netzwerk-Gruppen sollten in ihrer jetzigen Struktur aufrechterhalten wer-
den – ihre Arbeit sollte aber zugleich mit dem Ziel und Anspruch verbunden
werden, dass sie auch weiterhin im Hinblick auf die beteiligten Kooperations-
partner wachsen sollten, um auf diese Weise zu einer Erhöhung ihrer Leistungs-
fähigkeit beizutragen. 
Empfehlungen
25
Beibehaltung
der Netzwerk-Gruppen
Netzwerkcoaching
mit reduziertem Aufwand
Ein weiterentwickeltes
virtuellen Netz

 Im Hinblick auf den Turnus der Treffen wird sicherlich im Rahmen einer Verste-
tigung vieles von den einzelnen Netzwerk-Gruppen – je nach Arbeitsfortschritt,
jeweils aktuellen Aufgaben etc. – flexibel entschieden werden. Es wäre wün-
schenswert, als Minimalkonsens mit allen Beteiligten festzuschreiben, dass jede
Netzwerk-Gruppe viermal im Jahr ein Arbeitstreffen organisiert. 
 Im Hinblick auf Ansiedlung, Einladung etc. erscheint es sinnvoll, dass es jeweils
eine Organisation aus dem Stadtteil ist, von der die Partner zu den jeweiligen
Treffen eingeladen werden. Ob dabei eine Organisation für einen längeren Zeit-
raum eine „Patenschaft“ für eine solche Netzwerk-Gruppe übernimmt, sollte
in den einzelnen Gruppen jeweils eigenständig entschieden werden. Es hätte
den Vorteil einer größeren Kontinuität und damit Belastbarkeit der Arbeit dieser
Gruppen, würde andererseits aber auch einen einzelnen Akteur über einen län-
geren Zeitraum mit Mehrarbeit belasten. Daher sollten die teilnehmenden Ak-
teure vor Ort entscheiden, ob dies für eine einzelne Organisation aus dem
Stadtteil für einen definierten Zeitraum leistbar ist oder doch auf mehrere Schul-
tern verteilt werden muss.
 Vor Beginn der Verstetigungsphase erscheint es darüber hinaus wichtig, dass
für die Arbeit dieser Netzwerkgruppen genaue Spielregeln definiert und mit
allen Partnern vereinbart werden. Über die Frage, wer für Einladung, Moderation,
Protokoll etc. jeweils verantwortlich ist, sollten hier sicherlich auch vorab schon
Fristen und Deadlines festgeschrieben werden, die sicherstellen, dass rechtzeitig
eingeladen wird und dass Protokolle nach den Arbeitstreffen zeitnah im virtu-
ellen Netz bereitgestellt werden können. Als Grundlage für die weitere Arbeit
der jeweiligen Netzwerk-Gruppe, aber sicherlich genauso wichtig als wichtige
Informationsquelle für den Netzwerkcoach und auch für die anderen Netzwerk-
Gruppen [Organisation der Schnittstellen]. 
Aufgaben des zukünftigen Netzwerkcoaches
Wie bereits erwähnt, erscheint es realistisch, eine erfolgreiche Verstetigung der Arbeit
der Netzwerk-Gruppen zukünftig mit deutlich geringerem zeitlichen Aufwand als in
der nun auslaufenden Modellphase gewährleisten zu können. Dies ist sicherlich auch
eine der zentralen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verstetigung, denn nur durch
eine möglichst effiziente und Ressourcen schonende Organisation des Netzwerkcoa-
chings wird sich sicherstellen lassen, dass es durch die Stadtverwaltung Münster bei
sehr begrenzten Ressourcen längerfristig zur Verfügung gestellt werden kann.
Im Einzelnen sollten bei der Planung dieses „neuen“ Netzwerkcoachings mit reduzier-
tem monatlichen Stundenbudget die folgenden Aufgaben berücksichtigt und kalkuliert
werden: 
Empfehlungen
26
Vierteljährliche Treffen
der Netzwerk-Gruppen
Stadtteilbasierte 
Organisationen als Einlader
“Spielregeln” für die Arbeit 
der Netzwerk-Gruppen

 Die weitere Betreuung und Entwicklung des virtuellen Netzes, die sicherlich ge-
rade in der Anfangsphase viel Aufmerksamkeit benötigen wird. 
 Die Anwesenheit des Netzwerkcoaches bei den Treffen der Netzwerk-Gruppen
in einer Übergangsphase – etwa die ersten ein bis zwei Treffen in der Versteti-
gungsphase, um den erfolgreichen Übergang von Modell- und Transferphase
sicherstellen und bei Bedarf unterstützend eingreifen zu können. Danach sollte
es ausreichend sein, wenn der Netzwerkcoach nur noch in Einzelfällen mit be-
sonderer Begründung auf Anfrage an den Treffen einzelner Netzwerk-Gruppen
teilnimmt. 
 Und schließlich wird es eine wichtige Aufgabe des Netzwerkcoachings bleiben,
die Schnittstellen zwischen den einzelnen Netzwerk-Gruppen zu organisieren
und dafür Sorge zu tragen, dass die Arbeit des Projektes nicht in vier parallel
Projekte zerfällt, sondern das weiterhin der Charakter eines umfassenden Netz-
werkes mit vier fokussierten Organisationseinheiten erhalten bleibt. Eines der
Instrumente, um dies zu erreichen, liegt in der Betreuung des virtuellen Netzes
sicherlich in der Organisation eines jährlichen Treffens aller Netzwerkpartner,
über die Grenzen von Netzwerk-Gruppen hinaus. Die Organisation und Ergeb-
nisdokumentation dieses jährlichen Treffens sollte auch durch den zukünftigen
Netzwerkcoach erfolgen. 
 Abschließend wäre zu überlegen, ob es auch eine – periodische – Aufgabe des
zukünftigen Netzwerkcoachings sein sollte, eventuelle neue Fördermöglichkeiten
im Blick zu behalten und aktiv zu werden, wenn sich – etwa im Zuge der Kon-
kretisierung des Europäischen Sozialfonds’ – neue Förderoptionen ergeben, die
es dem dann verstetigten Projekt – erlauben könnten, an definierten Elementen
und Strukturen mit Hilfe einer solchen zeitlich befristeten zusätzlichen Förde-
rung – noch einmal größere Entwicklungssprünge im Hinblick auf wahrgenom-
mene Aufgaben und Leistungsfähigkeit zu machen, als dies im Zuge der
routinemäßigen Verstetigung möglich ist. Dies könnte sich beispielsweise auf
das Ziel beziehen, bei Vorhandensein neuer Förderoptionen noch einmal gezielt
eine Weiterentwicklung und Anpassung des virtuellen Netzes an die Anforde-
rungen und Besonderheiten des Projektes und seiner Partner mit eigenständiger
Förderung zu realisieren. 
Empfehlungen
27
Kernaufgaben des
zukünftigen Netzwerkcoaches

5.   Anhang
      Liste der Teilnehmenden
Herr Becker-Hardt BAMF
Frau Berner Begegnungszentrum Sprickmannstraße e.V. 
Frau Bothe  Stadt Münster  | Amt 40  | Uppenbergschule [Praktikantin]
Frau Block Abendrealschule  | Münster
Frau Böntrup Agentur für Arbeit  | Münster
Herr Bothe GGUA Münster
Frau Dohle GS Paul-Schneider-Schule
Herr Dr. Ferber Akademie Überlingen
Herr Froessler u r b a n o [Moderator]
Frau Hernandez-Martinez  Stadt Münster  | Amt 40  | Uppenbergschule
Frau Hernö Stadt Münster  | Amt 59
Frau Isermeyer Stadt Münster  | Amt 40
Herr Krauß Stadt Münster  | Amt 40  | Stadtteilwerkstadt  Nord
Frau Kreuz Stadt Münster  | Amt 59
Frau Krüger Diakonie Münster 
Herr Mannke Regionalagentur Münsterland
Frau Niehaus Agentur für Arbeit  | Münster
Frau Peters Stadt Münster  | Amt 33 [Netzwerkcoach]
Herr Reckfort Stadt Münster  | Amt 59
Frau Remmers Stadt Münster  | Amt 33  | Leiterin BV-St. Nord
Frau Rosin Begegnungszentrum Sprickmannstraße e.V. 
Frau Salzig Chance e.V. 
Herr Schat Handwerkskammer Münster
Frau Sotiria Agentur für Arbeit  | Münster
Herr Treutler Stadt Münster  | Amt 50
Frau Wagner Stadt Münster  | Amt 40  | Uppenbergschule [Praktikantin]
Herr Walterbusch AWM
Herr Dr. Wortmann G.I.B.  | Bottrop
Liste der Teilnehmenden
28

Projekt:
Aktiv für Arbeit in Münster Kinderhaus-Brüningheide
Projektbaustein: 
Inhaltliche & methodische Vorbereitung,
Moderation & Dokumentation von
projektbezogenen Workshops
Dokumentation
3. Projektworkshop
Bearbeitung:
Dipl.-Ing. David R. Froessler
u r b a n o
Urban Research & Consultancy
Talstrasse 22-24
D - 40217 Düsseldorf
Fon: 0211 - 5 444 866
Fax: 0211 5 444 865
eMail: 
info@urbano.de
Web: 
www.urbano.de
www.UrbanFuturesFactory.eu
www.StadtumbauNRW.de
Düsseldorf | März 2015
IMPRESSUM
29

u r b a n o  |  Urban Research & Consultancy
Talstraße 22-24
D - 40217 Düsseldorf
Fon: +49 211 5 444 866
Fax. +49 211 5 444 865
eMail: info@urbano.de
Web: www.urbano.de

Berichtsvorlage

15274 Zeichen

V/0185/2015 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Bezirksverwaltung Münster-Nord 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Modellprojekt: Aktiv für Arbeit im Stadtteil - "arbeitsmarktpolitisches Netzwerkcoaching in 
städtischen Problemgebieten" 
(Programmgebiet Soziale Stadt, Wohngebiet Kinderhaus-Brüningheide) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
28.04.2015 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 
29.04.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und  
                     Arbeitsförderung Bericht 
 
 
Bericht: 
 
 
1. Anlass 
 
Die Verwaltung führt seit 15.05.2013 im Wohngebiet Kinderhaus -Brüningheide das auf 2 Jahre 
angelegte Projekt „Aktiv für Arbeit – arbeitsmarktpolitisches Netzwerkcoaching in städtischen 
Problemgebieten“ durch, das aus Mitt eln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird 
(Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Münster vom 14.12.2012 in der Fassung des Änd e-
rungsbescheids [geänderter Beginn der Maßnahme] vom 11.11.2013). Bezugsräume dieses 
wohngebietsbezogenen Vorhabens sind Programmgebiete der S ozialen Stadt. Das Land NRW 
hatte Münster im Vorfeld des Antragsverfahrens neben weiteren 9 Kreisen und kreisfreien Stä d-
ten angespr ochen, sich an dem Vorhaben zu beteiligen, konkret für das Gebiet Kinderhaus -
Brüningheide; Münster ist unter den Kommunen, die teilgenommen haben, die einzige zugela s-
sene komm unale Trägerin (§ 6a SGB II ; „Optionskommune“). Während seiner Laufzeit ist das 
Projekt in das Maßnahmenprogramm Wohngebiet Kinderhaus -Brüningheide (Verstetigungspro-
gramm Soziale Stadt) integriert. Mit Blick auf das Ende der Förderphase am 14.05.2015 fasst der 
folgende Bericht Ergebnisse und Erfahrungen des Projekts zusammen, um auf dieser Grundlage 
Hinweise zur Verstetigung der Aktivitäten zu geben. 
 
 
2. Projektbeschreibung 
 
Förderinhalt und Förderziel sind der nachhaltige Aufbau eines strategischen Netzwerkmanag e-
ments von arbeitsmarkt- und zielgruppenspezifischen Strukturen in städtischen Problemgebieten 
durch die Tätigkeit eines Netzwerkcoaches. Dadurch sollen geeignete Herangehenswe isen ent-
wickelt werden, arbeitsmarktpolitische Zielgruppen zu erreichen, die mit den herkömmlichen I n-
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0185/2015 
Auskunft erteilt: 
Frau Peters 
Herr Treutler 
Ruf: 
492-1653, 492 -5026 
E-Mail: 
PetersRita@stadt-muenster.de  
Treutler@stadt-muenster.de 
Datum: 
02.04.2015 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0185/2015 
 
strumenten bislang nicht erreicht wurden; sie sollen in ihrem Lebensumfeld aktiviert und an (nied-
rigschwellige) Qualifizierungs - und Beschäftigungsang ebote mit Marktperspektive herangeführt 
werden. Das Vorhaben wurde als Teilprojekt in das Handlungsfeld „Lokale Ökonomie“ des Ma ß-
nahmenprogramms Wohngebiet Kinderhaus – Brüningheide eingebunden. Die zu entwickelnden 
Ziele, Indikatoren und Dokumentationssysteme wurden in das Zielsystem des Maßnahmenpr o-
gramms integriert. 
 
Die Arbeit des Netzwerkcoaches bezieht sich auf die Ebene arbeitsmarktpolitischer Akteure; zur 
Aufgabe gehören dagegen nicht individuelle Arbeitsmarktintegration, persönliches Einze l-
coaching oder Tätigkeiten eines sich Kümmerns. Für das konkrete Wohngebiet bzw. auf dessen 
Bewohnerschaft bezogene Aktivitäten der Arbeitsmarktintegration sollen gefunden bzw. e r-
schlossen werden, um die Akteure in diesem Aufgabe nbezug systematisch zu vernetzen und auf 
dieser Grundlage eine strategische Zusammenarbeit unter ihnen aufzubauen und fortzuentw i-
ckeln. Bisher nicht oder unzulänglich erreichte erwerbsfähige Personen ohne Beschäftigung im 
Wohngebiet Kinderhaus – Brüningheide sollen über geeignete Maßnahmen und An sprachen 
dem Arbeitsmarkt angenähert (idealerweise: integriert) werden. Dazu sollen Beiträge und Ang e-
bote der Netzwerkpartner für arbeitslose Bewohner-innen und Bewohner in Orientierung an ihren 
Ressourcen verfügbar gemacht, angepasst und vermittelt werden . Dabei wird ein vergleichswe i-
se breites Begriffsverständnis von Arbeitsmarktintegration zugrunde gelegt, das neben klass i-
schen arbeitsmarktspezifischen Maßnahmen insbesondere den Sektor Schule sowie der A r-
beitsmarktintegration i. e. S. vorgelagerte Bereiche einbezieht; die in Rede stehenden Aktivitäten 
müssen jedoch geeignet und darauf ausgerichtet sein, mindestens eine substanzielle Annäh e-
rung der Maßnahme-TeilnehmerInnen an den Arbeitsmarkt zu erreichen. 
 
Für den Aufbau der Netzwerke im Wohngebiet Kinder haus - Brüningheide wird während der 
Laufzeit des Projekts ein Netzwerkcoach mit einer 0,5 Stelle gefördert; die im Amt für Bürger- und 
Ratsservice (Bezirksverwaltung Münster -Nord) angesiedelte Stelle ist mit einer städtischen Mi t-
arbeiterin besetzt.  
 
 
3. Netzwerke 
 
Bereits im Rahmen der Antragstellung musste die Verwaltung dem Land gegenüber die Berei t-
schaft einer Reihe von Trägern und Institutionen zu einer substantiierten Zusammenarbeit im 
Projekt nachweisen; dazu gehörten auch schriftliche Erklärungen (letters of intent) oder Vereinba-
rungen mit der Stadt, konkrete Beiträge (Ressourcen, Angebote, Leistungen) in das Projekt ei n-
zubringen. Diese Zusagen in die Tat umzusetzen, ist zentrale Aufgabe des Netzwerkcoaches: 
der Auf- und Ausbau der lokalen arbeitsmarktpolitischen Kooperationsstrukturen. Unter der Anlei-
tung des Netzwerkcoaches haben sich drei Netzwerke gegründet: 
 
 Netzwerk I: Verbesserung berufsbezogener Sprachkompetenz 
 
Zielgruppe sind erwerbsfähige Personen (18 bis 65 Jahre) mit und ohne Migrationsvorgeschichte. 
Sie sollen auch mit Hilfe vertrauter Personen ihrer communities, auf Sprachkurse hingewiesen 
bzw. direkt vermittelt werden. 
 
Es wurde bisher zusätzlich zu den vorhandenen, niedrigschwelligen Kursen ein zertifizierter 
Sprachkurs der Werkstatt für Bildung und Kultur im Atrium am Sprickmannplatz 1 - also unmittel-
bar im Zielgebiet - installiert. Die Akquise der TeilnehmerInnen erfolgte über die örtlichen Akteure 
(Begegnungszentrum Sprickmannstr aße e.V. [BGZ], Kinderhauser Arbeitslosen Initiative e.V . 
[KAI], gebietsbezogene Kindertagesstätten etc.). Insbesondere die BUT-Kräfte (Schulsozialarbei-
terInnen im Bildungs- und Teilhabepaket) an den Grundschulen haben die Eltern ihrer SchülerI n-
nen motivieren können. Der Kurs wird Ende Oktober 2015 enden. Derze it wird innerhalb des 
Netzes nach weiteren Räumen für Sprachkurse gesucht, sowie ein Folgekurs vorbereitet.

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 Netzwerk II: Jugendliche auf den Weg in Ausbildung und Job 
 
Alle SchulabgängerInnen, die im Gebiet wohnen und keine schulische Ausbildung oder ei n Studium 
anschließen, sollen als Zielgruppe (vorrangig) einen Ausbildungsplatz oder (nachrangig) eine Ma ß-
nahme zur Berufsvorbereitung erhalten, sofern sie nicht aufgrund eigener Entscheidung eine E r-
werbstätigkeit aufnehmen. 
 
Um die Zielgruppe erreichen zu können, wird innerhalb des Netzwerks anonymisiert über problemat i-
sche Einzelfälle gesprochen. Mit dem Expertenwissen der Akteure sollen individuelle L ösungswege 
gefunden werden. Hierdurch soll eine Kultur geschaffen werden, die bewirkt, dass innerhalb des  Net-
zes die Akteure schnell (unter zu Hilfenahme des virtuellen Netzes, s. Ziffer 4) individuelle Lösungen 
erarbeiten, um neue Wege zu finden. Gerade bei einem personellen Wechsel innerhalb der Akteure 
ermöglicht die Netzwerkarbeit ein schnelles Kennen und  Erkennen der rel evanten Ansprechpartner, 
so dass ein direkter Austausch ohne Umwege im Sinne der Zielgruppe unter den Akteuren ermöglicht 
wird. Erste Erfolge konnten erzielt werden, u. a. indem zwei Ausbildungsplätze der AWM mit Kunden 
des Jobcenters besetzt werden konnten. 
 
 Netzwerk III: Wege in Erwerbstätigkeit 
 
In diesem Netzwerk sollen erwerbsfähige Personen, die schon länger nicht erwerbstätig sind, nicht an 
einer Maßnahme teilnehmen bzw. sich nicht in vorbereitenden Gesprächen für eine Maßnahme befin-
den, von Personen angesprochen werden, die am Netzwerk beteiligt oder mit Netzwerkakteuren ve r-
bunden sind; Ziel der Ansprache ist es, die Bereitschaft für die Teilnahme an einer (geeigneten) Maß-
nahme verbindlich abzuklären.  
 
Auch in diesem Teilnetzwerk w urde von Akteuren entschieden, dass anonymisiert Einzelfälle inne r-
halb des Netzes aufgegriffen werden. Für diese Einzelfälle sollen mit den verschiedenen Akteuren im 
Netz individuelle Lösungen entwickelt werden. Steuerungsinstanz ist hierbei das Jobcenter bzw. die 
Agentur für Arbeit. Hierdurch sollen neue Wege in der Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen 
sowie der Träger und Vereine entstehen, die der Zielgruppe zugutekommen.  
 
 
4. Virtuelles Netz 
 
Intention des Förderprojekts ist, dass nach Ende der Förd erdauer eine Verstetigung der Netzwerka r-
beit erfolgen soll. Der Netzwerkcoach ist für die Projektdauer organisatorisch beim Amt für Bürger - 
und Ratsservice angesiedelt, vor allem wegen der räumlichen Nähe zum Programmgebiet; inhaltlich 
bestehen aber keine weiteren Berührungspunkte zwischen den (Kern -)Aufgaben des Amtes für Bü r-
ger- und Ratsservice und den Aufgaben des Netzwerkcoachs. Um eine Fortführung der Aufgaben 
auch una bhängig von dem Vorhandensein eines Netzwerkcoachs möglich zu machen, wurde und 
wird ein virtuelles Netz aufgebaut.   
 
Bei dem virtuellen Netz handelt es sich um eine Internetplattform der städtischen citeq, die ursprüng-
lich als Kurs- und Lernplattform für E-Learning in Schule und Weiterbildung entwickelt wurde und dort 
die Möglichkeit bietet, eine Vernetzung zu schaffen, Dokumente hochzuladen und zu versenden. In 
diesem Projekt soll dieses Netzwerk explizit nicht mehr Arbeit für die beteiligten Akteure verursachen, 
sondern vielmehr als „Informationsbörse“ dienen, mit deren Hilfe man bei Be darf leicht und effizient 
mit anderen Akteuren in Kontakt treten kann. Für jedes Netzwerk wurde ein virtuelles Netz angelegt. 
Voraussetzung hierfür ist lediglich das Vorhandensein einer Email-Adresse.    
 
Das virtuelle Netz bietet insbesondere folgende Funktionen: 
 
 Teilnehmerliste: Dort sind alle Netzwerkakteure mit Profil (Aufgabenbeschreibung, Telefonnum-
mer: Email-Adresse) hinterlegt und von dort können direkt Nachrichten per Mail versandt werden. 
 Nachrichtenforum: Von dort können Nachrichten verfasst werden, die automatisch an alle Teil-
nehmerinnen und Teilnehmer, des jeweiligen Netzes verschickt werden. Es können Dokumente, 
Flyer etc. angehängt werden, die dann ebenfalls automatisch an alle registrierten Nutzer ver-
schickt werden. Hierüber erfolgt derzeit auch jede Einladung, Übersendung der Protokolle sowie 
sonstige Information (papierlos).

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 Sitzungsunterlagen: Hier werden als „Ablage“ alle Unterlagen (Einladungen, Tagesordnungen,  
Protokolle, Muster) archiviert. Kein Akteur muss somit Ordner oder eine Ablage führen. 
 Beiträge Dritter: Dort hinterlegen alle Akteure ihre Angebote. 
 Links: Hier sind die Links auf die aktuellen Webseiten der Akteure eingestellt. 
 
Hierdurch wird gewährleistet, dass jeder Akteur ohne aufwendigen Schriftverkehr direkt informiert 
werden kann und, auch wenn er nicht an einem Netzwerktreffen teilnehmen konnte, informiert wird. 
Auch wird sichergestellt, dass zwischen den Treffen Kontakte, Vernetzungen und Kooperationen 
schnell und einfach erledigt werden können. So können zum Beispiel Fragen nach Praktikumsplätzen 
in das Nachrichtenforum gestellt werden und alle NetzwerkteilnehmerInnen sind au fgefordert sich zu 
kümmern. 
 
 
5. Ausblick 
 
Am 24.02.2015 fand der letzte von drei Workshops unter Leitung des externen Moderators Herrn Fro-
essler mit allen AkteurInnen statt. (Das Hand -Out ist als Anlage beigefügt.) Schwerpunkt dieses let z-
ten Workshops war die Bewertung der bisherigen Arbeit in den Netzwerken und Erwartungen an das 
weitere Vorgehen. 
 
Alle drei Netzwerke kamen in ihren Arbeitsgruppen zu d em Ergebnis, dass eine weitere Netzwerka r-
beit gewünscht und auch in den bestehenden Netzwerkstrukturen fortgesetzt werden soll. Jedoch 
wünschen alle Akteure, die Informationen künftig nicht nur in den Einzelnetzen verfügbar zu machen, 
sondern an der Inform ation in den anderen (virtuellen) Netzen teilhaben zu können.  Auch wird ein 
regelmäßiges Treffen innerhalb des Netzwerks und einmal jährlich ein netzweites Treffen als sinnvoll 
angesehen. Weiterhin soll das virtuelle Netz als Plattform für den Austausch v on Information dienen. 
Insbesondere kann hierdurch der Terminaustausch von – auch räumlich – weiter entfernten Akteuren, 
z.B. Vertreter des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) mit örtlichen Kindertagesstätten, 
Schulen und Anbietern von Sprachku rsen, aufrechterhalten werden. Insofern ist eine Weiterführung 
und Weiterentwicklung der Netzwerkaktivitäten sinnvoll. 
 
Innerhalb der jeweiligen Netze haben sich Akteure bereiterklärt, die nötigen administrativen Aufgaben 
(Einladung erstellen, Räume zur Verfügung stellen etc.) zu übernehmen. Innerhalb des virtuellen Net-
zes muss eine Person die Pflege des Netzes übernehmen. Es müssen u.a. Akteure hinzugefügt, g e-
löscht und Links eingestellt, sowie technische Hilfestellung angeboten werden. Dies kann, laut einhel-
liger Meinung aller Akteure, nur durch eine/n städtische/n MitarbeiterIn gewährleistet werden. Des 
Weiteren müsste diese/r MitarbeiterIn ein jährliches Treffen vorbereiten und könnte einem städtischen 
Beirat über die Aktivitäten der Netze Bericht erstatt en, damit eine verstetigte Maßnahme weiterhin im 
Sinne der generellen Zielsetzung des Vorhabens gesteuert werden kann: Die Lebensperspektiven für 
die Wohnbevölkerung durch passgenaue Integrationsangebote in Richtung Arbeit verbessern. 
 
Hierfür wäre ein ges chätzter Stellenanteil von bis zu 0,05 Vollzeitäquivalenz erforderlich. Ang esichts 
der Wohngebietsorientierung der Netzwerkaktivitäten mit Angeboten vor allem im Vorfeld von A r-
beitsmarktintegration im engeren Sinn wird nach Beendigung der Förderphase das S ozialamt die Be-
treuung des (realen und des virtuellen) Netzwerks wahrnehmen, angedockt an die Koordination des 
Maßnahmenprogramms Wohngebiet Kinderhaus -Brüningheide. Die Zusammenarbeit  mit dem Jo b-
center sowie mit den Institutionen im Wohngebiet ist gewähr leistet. Das Jobcenter wird insbesondere 
hierzu sein jährliches Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm bei den beteiligten Akteuren vorstellen, 
um die erforderliche und notwendige Transparenz herzustellen. Weiter sollen damit Anknüpfung s-
punkte für die kundenbezogene Arbeit initiiert werden. Besonders wichtig ist, dass die Schnittmengen 
und Schnittstellen bezogen auf Ziele und Aufträge aller Beteiligten identifiziert werden und eine Ve r-
ständigung darüber erfolgt. Zur besseren Nachvollziehbarkeit von Entschei dungen sollen untereinan-
der Hospitationen ermöglicht werden.  
 
Im Hinblick auf die Verstetigung werden mit den Hauptakteuren der einzelnen Netzwerke Kooperat i-
onszusagen aktualisiert und um konkrete Beiträge für die zukünftige Netzwerkarbeit ergänzt.

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Bei dem virtuellen Netz handelt es sich um ein Produkt der städtischen citeq. Daher müssten die Kos-
ten für die Bereitstellung von 780,00 € (für ein großes Netz) oder von 1.620,00 € (bei drei einzelnen 
Netzen) übernommen werden. 
 
 
In Vertretung 
gez. 
 
 
Thomas Paal 
Stadtrat 
 
Anlage:  Handout des Workshops vom 24.02.2015

Beratungsverlauf (2)

28.04.2015 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 3.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
03.06.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Sprickmannplatz 1
  • Sprickmannstraße
  • Brüningheide
  • Kinderhaus

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0185/2015
Typ
Vorlagen
Datum
10.03.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37