2447/2025
Mitteilung über die erfolgreiche Durchführung des Symposiums zur Chancengleichheit in der Stadtentwicklung "Eine Stadt für alle!"
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Dokumentation des Fachsymposiums "Stadt für Alle"
11361 Zeichen
Eine Stadt für alle! Symposium zur Chancen- gleichheit in der Stadtentwicklung 2 Chancengleichheit in der Stadtentwicklung Am 29.04.2025 fand auf politischen Auftrag hin das Symposium zur Chancengleichheit in der Stadtentwicklung „Eine Stadt für alle!“ statt (siehe Antragsnummer 2075/2023). Die Veranstaltung brachte circa 100 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung, Planungspraxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Der Fokus lag darauf, wie städtische Räume gestaltet werden können, um die Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder sozialer Herkunft – gleichberechtigt zu berücksichtigen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Petra Voßebürger und Tjerk Löwer. Eröffnung des Symposiums Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ 3 Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ Teresa De Bellis-Olinger, Vorsitzende des Ausschusses für Gleichstellung von Frauen und Männern, eröffnete das Symposium mit einem Plädoyer für eine inklusive Stadtplanung. Gender Planning sei dabei Kernbestandteil einer nachhaltigen, gerechten und lebenswerten Stadt. Gender Planning meint hierbei die Berücksichtigung der unterschiedlichen Anforderungen diverser Nut- zer*innengruppen auf sämtlichen Planungsebenen, sowohl in Bezug auf die Prozessgestaltung als auch die geplanten Maßnahmen. Sie stellte das Symposium in den Kontext des politischen Auftrags und erklärte die nachfolgenden Programmpunkte: auf drei paral- lele Workshops folgten drei Keynotes mit einer abschließenden Diskussionsrunde. Begrüßung und Einführung 4 Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ Impulse und Workshops Workshop 1: Beteiligung für alle Mit Simon Hubacher (neubig hubacher Architekten) und Katharina Pitko-Drees (Leiterin des Büros für Öffentlichkeitsbeteiligung, Stadt Köln) Ausgangspunkt des ersten Workshops war die Beobachtung, dass Beteiligungsverfahren häufig lediglich privilegierte Gruppen ansprechen. Die Bewegung „Stadt für alle“ zeigt, dass viele Menschen weiterhin nicht mitgedacht oder gehört werden. Das sogenannte Partizipa- tionsparadox – wonach die Einflussmöglichkeiten am größten sind, je früher man beteiligt wird, zugleich jedoch viele Gruppen zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingebunden werden – wurde erörtert. Im Anschluss wurden Kriterien für gelungene Beteiligungsprozesse vor- gestellt: niedrigschwellige Sprache, konkreter Ortsbezug, aktivierende Formate. Als gute Praxis, um nicht nur privilegierte Bevölkerungsschichten zu erreichen, wurden aufsuchende Beteiligungsformate wie Stadtteilspaziergänge, repräsentative Bürgerräte sowie Kooperationen mit Stadtteilbibliotheken diskutiert. Vorstellung von Beteiligungsgrundsätzen durch Simon Hubacher 5 Workshop 2: Öffentlicher Raum für alle Mit Stephan Lenzen (RMPSL Landschaftsarchitekten) und Katrin Witzel (Stadtplanungsamt Köln, Leiterin der Abteilung Öffentlicher Raum) Im Workshop zum Thema „Öffentlicher Raum für alle“ stand die Verbindung von Klimaan- passung und geschlechtergerechter Stadtplanung im Fokus. Der öffentliche Raum wurde als Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse diskutiert, da er häufig auf männlich kon- notierte Nutzungen (z.B. Kfz-Verkehr) ausgerichtet ist. Notwendige Klimaanpassungsmaß- nahmen (Entsiegelung, Verschattung, Einsatz von Wasser) eröffnen laut den Referent*innen die Chance, den öffentlichen Raum integrativer zu gestalten – etwa durch mehr Aufent- haltsqualität für Ältere, Kinder oder Frauen. Multicodierte Räume, also solche mit Mehrfach- nutzung, könnten mehr Menschen zugänglich gemacht und dadurch ein Schlüssel für mehr Teilhabe sein. Besonders große Chancen böten Neubauvorhaben wie der Deutzer Hafen, die von Beginn an mit Gender-Perspektive und einem attraktiven öffentlichen Raum für alle ge- plant werden können. Diskussion aktueller Projekte mit Stephan Lenzen Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ 6 Neben der Planung neuer gemischt genutzter Quartiere, in deren Umsetzung die Prinzipien der sozialen, generationenüber- greifenden, inklusiven und genderorientierten Bedarfe heute intensiv in den Blick genom- men werden, spielte der Umgang mit dem Bestand im Workshop 3 eine große Rolle. Wie lässt sich eine gewachsene Stadt chancengerecht um- und weiterbauen? Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ Workshop 3: Stadtquartier für alle Mit Kathrin Möller (GAG Köln) und Caroline Wagner (Stadtplanungsamt Köln) Am Beispiel der Kannebäckersiedlung in Hum- bold/Gremberg wurden Erfahrungen im Bereich der Kommunikation, des Umzugsmanagements aber auch des Ertüchtigens des Gebäudebe- standes geteilt. Es sind bisweilen kleine Maß- nahmen, wie ein Nachbarschaftstreff, die das Miteinander in einer Siedlung neu beleben. Hier heißt es zuhören und bedarfsgerecht ergänzen. Ein besonderes Augenmerk liegt bei der Gestal- tung auf der Berücksichtigung der unbezahlten Carearbeit, die durch barrierearme Wege aber auch wohnortnahe Spiel- und Aufenthaltsräume erleichtert, wenn nicht sogar erst möglich gemacht wird. Diskussion in Kleingruppen Moderation durch Kathrin Möller und Caroline Wagner 7 Dr. Julia Girardi-Hoog (Stadtbaudirektion Wien) In der ersten Keynote zeigte Dr. Julia Girardi-Hoog, Architektursozio- login und Beauftragte für Gender Planning in der Stadtbaudirektion Wien, anhand zahlreicher Beispiele auf, wie eine systematische und strategisch verankerte gendergerechte Stadtentwicklung umgesetzt werden kann. In Wien werde Gender Planning als Querschnittsaufgabe verstanden und betreffe alle Lebensbereiche: vom Mobilitätsangebot über die Gestaltung des öffentlichen Raums bis zur Typologie von Wohnungs- bauprojekten. Die Seestadt Aspern sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie Blockrandbebauung mit einem zentralen Park, ein umfassendes Mobilitätskonzept, großzügige Gehwege, sichere Querungen und vielfältige Erdgeschossnutzungen soziale Netzwerke fördere. Diese Angebote erreichen alle Bewohnerinnen und Bewohner, insbesondere vulnerable Gruppen wie Alleinerziehende, Kinder oder ältere Menschen. Sie verwies auch darauf, dass Bedarfe von Jugendlichen – insbesondere Mädchen – im öffentlichen Raum häufig nicht berücksichtigt würden Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ Keynotes Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ 8 Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ und dass es gezielte bzw. aufsuchende Beteiligungsformate brauche, um ihre Perspektiven einzubeziehen. Wettbewerbsverfahren für geförderten Wohnungsbau trügen dazu bei, dass dieser nicht nur funktional, sondern auch architektonisch qualifiziert werde. Grundsätzlich wird Gender Planning als Detailarbeit verstanden: es geht um konkrete Mobilität, Nutzbar- keit und soziale Sicherheit im Alltag. Die Ausstattung von Leihfahrrädern mit Kindersitzen oder zentral gelegene Spielbereiche sind keine Nebensächlichkeiten, sondern wichtige Bau- steine für Gleichstellung. Projekte wie die „partizipative Kinder- und Jugendmillion“ , bei der Projektideen von Kindern und Jugendlichen finanziert und umgesetzt werden, sind in Wien Ausdruck eines klaren politischen Willens, Chancengleichheit aktiv umzusetzen. Karin Hartmann (Architektin, Autorin) Die zweite Keynote von Karin Hartmann, Architektin und Autorin des Buches „Schwarzer Rolli, Hornbrille“ , beleuchtete die strukturellen Ursachen dafür, warum Frauen den Beruf der Architektur häufiger wieder verlassen. Sie analysierte eine historisch gewachsene Planungspraxis und ein Berufsbild, das bis heute stark vom Bild des Künstler-Architekten geprägt sei. Noch immer seien Führungspositionen in Planungsbüros überwiegend von Männern besetzt, da für Frauen der Anspruch ständiger Verfügbarkeit mit den Anforderun- gen der Care-Arbeit, die weiterhin überwiegend von ihnen erbracht wird, oft unvereinbar seien. Gleichzeitig beobachte sie positive Entwicklungen, etwa die zunehmende Auf- nahme genderbezogener Kriterien in Bundes- und Landesplanung sowie in kommunale Entwicklungsstrategien. Keynote von Karin Hartmann 9 Kolumnentitel — 12 pt Marius Jung (Autor, Speaker, Kabarettist) Eine persönliche Perspektive brachte Marius Jung, Autor und Kabarettist, in die Diskussion ein. In seiner Keynote schilderte er anhand eigener Erfahrungen, wie struktureller Rassismus seinen Alltag in Deutschland und der Stadt Köln prägt. Er betonte, dass Diversität nicht nur eine Frage der Repräsentation, sondern auch der Wahrnehmung sei. Wer selbst nicht im Rollstuhl sitzt, nehme fehlende Rampen oft nicht wahr – dieses Zitat von Alice Hasters illustrierte seinen Appell für eine inklusive Stadtentwicklung, die sich an den vielfältigen Bedürfnissen einer diversen Gesellschaft orientiert. Keynote von Marius Jung 10 In der abschließenden Fishbowl-Diskussion diskutierten die Referent*in- nen unter anderem mit Eva Herr (Leiterin des Stadtplanungsamts), Julia Pedersen (Leiterin des Amts für Gleichstellung), den Bezirksschülerver- treter*innen Fortune Ntunga und Ghadeer Al-Sadoon sowie Vertreter*innen aus Verwaltung und Zivilgesellschaft, wie gendergerechte Stadtentwicklung konkret in der Stadt Köln verankert werden kann. Die Schülervertreter*innen verwiesen anhand ihrer Wohnorte Bayenthal und Meschenich auf die große Ungleichverteilung öffentlicher Räume, was Ausstattung mit Grünflächen, Aufenthaltsqualität oder Verkehrsanbindung angeht. Die Diskussion machte deutlich, dass nicht nur Frauen und Mäd- chen von einer gendergerechten Stadt profitieren, sondern alle Gruppen – etwa Menschen mit Behinderungen, ältere Personen oder Familien. Daher wurde eine verstärkte Beteiligung Jugendlicher und marginalisierter Grup- pen in Planungsverfahren gefordert. Aus dem Publikum kam in diesem Zusammenhang der Denkanstoß, dass der öffentliche Raum für Frauen statistisch betrachtet sicherer ist als die Wohnung mit dem Partner. Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ Fishbowl-Disskusion 11 Aus Wien kam der Hinweis, dass geschlechterge- rechte Kriterien bei- spielsweise bereits in der Aufgaben- stellung von Wett- bewerbsverfahren berücksichtigt werden. Gleich- zeitig wurde daran erinnert, dass es in Köln bereits 2004 einen Beschluss zum Gender Main- streaming gab, der jedoch bisher nicht systematisch umgesetzt wurde. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer strategischen Steuerung, die Gender Planning als durchgängige Perspektive in allen Planungsprozessen vorsieht. Für eine konsequente Umsetzung bedarf es einer strukturellen Verankerung des Gender Planning als Quer- schnittsaufgabe innerhalb der Verwaltung. Dafür braucht es jedoch politische Rücken- deckung, Ressourcen und eine klare Systematik, wie die vielfältigen Belange berücksichtigt und abgewogen werden. Diskussionsrunde mit Eva Herr Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“ 12 Den Abschluss des Symposiums bildete das Fazit von Sabine Pakulat, der Vorsitzenden des Stadt entwicklungsausschusses: Abschluss und Fazit Eine gendergerechte Stadtentwicklung sei keine Nische, sondern diene dem Allgemeinwohl. Sie sei gut für alle – unabhängig von Geschlecht, Status, Alter oder sozialer Herkunft. Die Oberbürgermeisterin Stadtplanungsamt Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung Zentrale Dienste Bildnachweis Alle Fotos ©Sabine Große-Wortmann 13-JH/281-25/61/06.2025
Mitteilung Ausschuss
1678 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VI/61/611-1 Vorlagen-Nummer 11.12.2025 2447/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit 11.12.025 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 15.12.2025 Mitteilung über die erfolgreiche Durchführung des Symposiums zur Chancengleichheit in der Stadtentwicklung "Eine Stadt für alle!" Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern hat die Verwaltung be- auftragt, ein „Symposium zur Umsetzung von Chancengleichheit in der Raumentwick- lung in Köln“ durchzuführen mit dem übergeordneten Ziel, die entsprechenden Ämter der Stadt Köln zu motivieren, verstärkt eine Genderperspektive bei der Stadtentwick- lung einzunehmen (siehe AN/2075/2023). Unter Federführung des Stadtplanungsamtes fand am 29.04.2025 das Symposium zur Chancengleichheit in der Stadtentwicklung „Eine Stadt für alle!“ statt. Die Veranstal- tung im Historischen Archiv brachte circa 100 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung, Planungspraxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Der Fokus des Sym- posiums lag darauf, wie städtische Räume gestaltet werden können, um die Bedürf- nisse aller Bevölkerungsgruppen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder sozialer Herkunft – gleichberechtigt zu berücksichtigen. Das Programm umfasste insgesamt drei Workshops und drei Keynotes von Expert*in- nen aus In- und Ausland sowie eine abschließende Diskussionsrunde mit allen Teil- nehmer*innen. Eine Zusammenfassung der Beiträge, Diskussionen und Ergebnisse kann der Anlage entnommen werden. Gez. Greitemann Anlage Dokumentation des Symposiums „Eine Stadt für alle!“
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2447/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 12.11.2025
- Erstellt
- 05.08.2025 09:20