A-R/0004/2016
Geflüchteten eine Stimme geben
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a-r-0004-2016-Geflüchteten eine Stimme geben
3788 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0004/2016
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Geflüchteten eine Stimme geben
zur Verweisung an den ASSGVAf
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit dem Integrationsrat ein Konzept zu
entwickeln, das gewährleistet, dass die sich in der Obhut der Stadt Münster befindlichen
Geflüchteten ein Forum zur politischen Artikulation erhalten, das sie sich selbst wählen.
Begründung:
I. In Münster befindet sich eine wachsende Anzahl geflüchteter Menschen, die aus
unterschiedlichen Ländern zu uns gekommen sind auf der Flucht vor Bürgerkrieg
und Perspektivlosigkeit. Diese Menschen sind gescheiterten Staaten oder Dikta-
turen unter Einsatz ihres Lebens und dem Verlust ihrer zerstörten Heimat und
oftmals von Angehörigen und Freunden entronnen. Viele dieser Geflüchteten
werden in Europa, Deutschland und Münster ihre dauerhafte Heimat finden.
II. Die Stadt Münster, das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesrepublik
Deutschland unternehmen große Anstrengungen, all den zu uns geflüchteten
Menschen Unterkunft und Perspektive zu bieten. Die demokratischen Strukturen
unseres Staates zeigen auf allen Ebenen eine große Bereitschaft, diese Herausfor-
derung zu bewältigen.
III.
Diese demokratischen Strukturen sind gewählt von den Bürgerinnen und Bürgern
unseres Staates, nicht von den geflüchteten Menschen. Zu unserem Selbstver-
ständnis als Demokratie gehört es jedoch auch, wichtigen Personengruppen, die
im regulären demokratischen Verfahren aus strukturellen Gründen keine direkte
Rolle spielen, eine Stimme zu geben.
IV.
Der Integrationsrat ist das Gremium, in dem die Interessen der nicht-deutschen
Mitbürgerinnen und Mitbürger vertreten wird. Er vertritt auch die Interessen der
08.02.2016
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Geflüchteten und leistet hier eine gute und wichtige Arbeit. Die hier jetzt leben-
den Geflüchteten hatten allerdings nicht die Möglichkeit, an der Wahl zum Integ-
rationsrat teilzunehmen, da die Wahlen zum Integrationsrat bereits am 24. Mai
2014 stattfanden und die Wahlperiode bis 2020 dauern wird.
V. Ziel des Antrages ist es, den geflüchteten Menschen selbst eine Möglichkeit der
aktiven Anteilnahme an demokratischen Prozessen zu geben.
VI. Die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln haben auch deutlich gemacht, dass
die Geflüchteten ein Forum brauchen, in dem sie politische Zuschreibungen an-
derer politischer Kräfte zurückweisen können, eine Stimme, mit der sie politische
Vorgänge kommentieren können.
VII.
Letztlich besteht auch der Bedarf seitens der Politik, direkte Ansprechpart-
ner*innen zu haben, die die Bedürfnisse der Geflüchteten aktiv artikulieren und
die Entscheidungen, deren Gegenstand sie sind, beeinflussen können.
VIII. Wir sind uns der Herausforderungen, die dieses Vorhabens bedeutet, bewusst,
Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, unterschiedlichem politischen und
kulturellem Hintergrund in einem demokratischen, politischen Prozess zu integ-
rieren. Die dauerhafte Integration kann jedoch nur gelingen, wenn wir das Parti-
zipationsversprechen unserer Demokratie auch gegenüber denen halten, die aus
Diktaturen zu uns geflohen sind.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldma nn
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäg er
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koc h
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Ste ltig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Sey fferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Olberg
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0004/2016
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 09.02.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37