3771/2018
Ist Braunkohleverbrennung in Köln verzichtbar?
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle II/20/201/2 Vorlagen-Nummer 15.11.2018 3771/2018 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Umwelt und Grün 20.11.2018 Ist Braunkohleverbrennung in Köln verzichtbar? hier: Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Köln (AN/1319/2018) vom 13.09.2018 Der Rat hat in seiner Sitzung vom 04.04.2017 gemäß Änderungsantrag der SPD -Fraktion, der CDU- Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der Fraktion Die Linke und der FDP -Fraktion (AN/0511/2017; AN/0545/2017) beschlossen 1. Der Rat der Stadt Köln begrüßt, dass die RheinEnergie AG derzeit untersucht, ob und inwieweit der Einsatz von Braunkohle im Kessel 6 des Kraftwerkes Merkenich durch ande re Brennstoffe, z.B. Klärschlamm oder Holz, ersetzt werden kann. Beim Einsatz alternativer Brennstoffe ist die Minimierung der Emissionen, die durch Verbrennung auftreten, zu gewährleisten. 2. Für den Fall, dass diese Untersuchungen negativ verlaufen sol lten, soweit technisch machbar, ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar, wird Rhein -Energie aufgefordert, unverzüglich Planungen für eine alternative Gesamtversorgungslösung am Standort Merkenich – unter vollständigem Verzicht auf den Brennstoff Braunkohle – einzuleiten. Über die Zwischenergebnisse dieser Untersuchung ist der Ausschuss Umwelt und Grün kontinuierlich zu informieren. 3. Gleichzeitig fordert der Rat die RheinEnergie auf, den Ausbau der Strom - und Wärme - erzeugung auf Basis erneuerb arer Energien weiter zu forcieren. Über den Fortschritt bei der Umstellung auf erneuerbare Energien soll dem Ausschuss Umwelt und Grün und dem Finanzausschuss als Beteiligungsausschuss jährlich berichtet werden. Im Zusammenhang mit der 1. Sachstandsberic ht der RheinEnergie AG vom 03.04.2018 gemäß Mitteilung (1039/2018) zu den Sitzung des Umweltausschusses am 24.04.2018 und des Finanzausschusses am 30.04.2018 hat die Fraktion DIE LINKE mit Anfrage vom 13.09.2018 (AN/1319/2018) um Beantwortung folgender Fragen im Umweltausschuss gebeten: Frage 1: Welche Möglichkeiten bestehen bereits heute, ggf. unter Einbeziehung der großen ungenutzten Dampfkapazität der Müllverbrennungsanlage, auf Kohleverbrennung in Merkenich zu verzichten? Frage 2: Im Schreiben vom 0 3.04.2018 der RheinEnergie, heißt es, dass bei der Alternative durch den Einsatz von Erdgas anstelle von Braunkohle eine neue Kraftwerkskapazität am Standort errichtet werden müsste. a) Was genau ist damit gemeint und ist dies mit dem Ausbaustopp von foss ilen Kapazitäten vereinbar? Sollte der Bau einer neuen Anlage gemeint sein, ergibt sich die Frage, 2 b) wie soll ein geringfügig höherer Wirkungsgrad einer neuen Anlage eine dreistellige Investition rentabel machen? Der Referentenentwurf der Bundesregierung sieht eine Reduzierung der Förderhöhe von gasbetriebenen Kraftwerken in Kraft -Wärme-Kopplung vor, weil der Gaspreis mittlerweile niedrig ist und ansonsten eine Wettbewerbsverzerrung entstehen würde. Frage 3: Wie sah die Jahresdauerlinie der 4 einzelnen Kessel für das Jahr und 2017 für die Heizleistung und wie sah die Dampfleistung aus? Frage 4: Die GuD Anlage hat einen maximalen Wirkungsgrad von 84% und wird in der Umwelterklärung von RheinEnergie als effektive und größte Anlage gepriesen. Wie hoch ist der maximale Gesamtwirkungsgrad der anderen Anlagen (Block 4, Block 6 und des Reservekessels) und wie hoch ist die jeweilige maximale Dampfleistung in MW? Frage 5: 2017 hat Merkenich 4,915g Staub pro MWh ausgestoßen, 2016 waren es noch 2,302g. Dies ist eine Erhöhung um 113,5 Prozent. In der Umwelterklärung gab es hierzu keine Stellungnahme. Was ist die Ursache und ist mit der Beseitigung zu rechnen? Die Verwaltung antwortet hierzu: Die Beantwortung durch die RheinEnergie AG gemäß Schreiben vom 09.11. 2018 ist als Anlage beigefügt. Anlage Gez. Klug
Anlage
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Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Stadt Köln Historisches Rathaus 50667 Köln Herrn Rafael Struwe Ausschussvorsitzender Umwelt SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus - Spanischer Bau 50667 Köln - vorab per E-Mail - . nerg1e Bereich Kraftwerke Dr. Karsten Klemp Telefon: 0221 178-4747 Telefax: 0221 178-84747 k.klemp@rheinenergie.com 9. November 2018 Anfrage gern.§ 4 der Geschäftsordnung des Rates "DIE LINKE." AN/1319/2018 Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Struwe, mit der o. g. Anfrage bittet die Fraktion DIE LINKE. um Beantwortung von fünf Fragen unseren Heizkraftwerks-Standort Merkenich betreffend. Ziel der Fragen ist es letztlich, die fundamentale politische Position umzusetzen, so schnell wie möglich aus der Braunkohleverbrennung am Standort Merkenich auszusteigen. Mit Hilfe des Heizkraftwerkes Merkenich werden die Bürger und die Großindustrie (insbesondere die Firma Ford) im Kölner Norden von uns kostengünstig und sicher mit Fernwärme und Prozessdampf versorgt. Dazu werden sowohl Anlagen auf Erdgasbasis, die freie Wärmekapazität der Restmüllverbrennungsanlage der AVG als auch unsere hocheffiziente Braunkohleanlage eingesetzt, wobei letztere das Rückgrat bildet, siehe dazu auch unsere Ihnen vorliegende Stellungnahme "Stand der Untersuchung zum weiteren Betrieb des KWK-Braunkohle -Wirbelschichtkessels im HKW Merkenich der RheinEnergie AG" vom 03.04.2018. Als Energieversarger haben wir die Aufgabe, das energiepolitische Zieldreieck (Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit) bestmöglich unter Berücksichtigung der gegenseitigen Abhängigkeiten zu erfüllen. Besonders herauszustellen RheinEnergie AG Parkgürtel 24 50823 Köln Telefon 0221 178-0 Telefax 0221 178-3322 www.rheinenergie.com service@rheinenergie.com Vorstand: Dr. Dieter Steinkamp, Vorsitzender Dr. Andreas Gerbe Norbert Graefrath Dieter Hasse! Achim Südmeier Vorsitzender des Aufsichtsrates : Bernd Petelkau Sparkasse KölnBann IBAN DE74 3705 0198 0004 0029 52 BIC COLSDE33 Kreissparkasse Köln I BAN DE33 3705 0299 0000 0001 10 BIC COKSDE33 Postbank Köln I BAN DE20 3701 0050 0001 9255 00 BIC PBNKDEFF Amtsgericht Köln HRB 37306 Steuernr . 5217/5785/0020 USt.-ldNr . DE215409591 5. November 2018 Seite 2 von 3 i nerg1e ist in diesem Zusammenhang, dass wir die genehmigten Emissionsgrenzwerte stets sicher einhalten. Darüber hinaus ist die Versorgungssicherheit am Heizkraftwerk-Standort Merkenich zu betonen. Wir können keine nicht vertretbaren technischen bzw. kapazitiven Risiken eingehen und damit insbesondere die Dampfversorgung unserer Kunden gefährden. Ein Ausfall unserer Versorgung würde z. B. zu Produktionsstillständen bei Ford führen und gerade dieser Kölner Standortvorteil würde im europäischen Standortvergleich der Automobilproduktion zu einem Nachteil gewandelt werden, der unakzeptabel ist und viele Arbeitsplätze gefährden würde. ln diese Richtung zielen die Fragen 1, 2 und 3 der Anfrage der DIE LINKEN. Wir setzen unsere verschiedenen Wärme- und Stromerzeugungsanlagen stets so ein, dass wir das Zieldreieck optimal erfüllen. Das bedeutet auch, dass es keine Überkapazitäten gibt, die Geld kosten, ohne zur Zielerfüllung beizutragen. Die im HKW Merkenich installierten verschiedenen Erzeugungsanlagen gewährleisten in ihrer Gesamtheit, dass zu jedem Zeitpunkt im Jahr eine vollständige sowie sichere Kundenversorgung erfolgen und auch bei einem realistischen Ausfall von Teilen der Anlagenkapazitäten keine Unterversorgung entstehen kann. Die Randbedingungen für den jeweiligen , oft tagesaktuellen Anlageneinsatz, der unter zur Hilfenahme sehr komplexer und lange entwickelter Expertensysteme ermittelt wird, sind sehr vielfältig, so dass Einzelaspekte zu Fehlinterpretationen führen. Gerne weisen wir erneut darauf hin, dass unsere Anlagen in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden und sämtlich das Hocheffizienzkriterium der EU-KWK-Richtlinie erfüllen. Zu Frage 5: Der Brennstoff Kohle unterliegt gewissen Schwankungen hinsichtlich seiner Zusammensetzung , so dass der Staubgehalt des Reingases an der Schornsteinmündung demzufolge Schwankungen aufweist. Im Jahr 2016 waren die Staubfrachten - wie im Schreiben der Fraktion DIE LINKE. erwähnt- sehr niedrig und bildeten das Minimum innerhalb der letzten sechs Jahre. Der Vergleich der Werte im Jahr 2017 mit dem Mittelwert der letzten sechs Jahre zeigt eine Erhöhung von rund 20 %. Dies ist zum allergrößten Teil auf eine zwischenzeitlich durchgeführte Optimierung des Nettowirkungsgrades der KWK-Anlage und damit einer Optimierung des Brennstoffeinsatzes im Jahr 2017 zurückzuführen. Dadurch werden Anlagen mit schlechteren Wirkungsgraden verdrängt und in Summe C02-Emissionen eingespart . Die Staubemissionen im Jahr 2017 liegen weiter ständig deutlich unterhalb der genehmigten Grenzwerte . Dieses Beispiel zeigt, dass die Fokussierung eines einzigen Parameters , ohne dabei das gesamte System im Blick zu haben, zu falschen Schlüssen führen kann. Die Antworten zum zweiten Teil von Frage 2, 3 und 4 sind Betriebsgeheimnisse, die wir nicht veröffentlichen möchten . Abschließend noch einige Anmerkungen zum Stand unserer Standortplanung . Die letzten beiden Absätze unserer o. g. Stellungnahme an den Ausschuss Umwelt & Grün vom 03.04.2018 lauten: "Im nächsten Schritt wird nun von RheinEnergie AG geklärt, welche Alternativen zur Bereitstellung der Energie durch den Einsatz von Erdgas anstelle von 5. November 2018 Seite 3 von 3 . nergie Braunkohle bestehen. Hierzu wird aber eine neue Kraftwerkskapazität am Standort errichtet werden müssen. Als ganz entscheidende politische Randbedingungen insbesondere für die Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen werden die Ergebnisse aus der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission zum Kohleausstieg (Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung'? zu berücksichtigen sein, die Ende dieses Jahres vorliegen und im nächsten Jahr vom Gesetzgeber aufgegriffen werden sollen. Auch eine aktuell diskutierte Reform des Kraft-Wärme-Kopplungs Fördergesetzes (KWK-G) wird die Überlegungen und Planungen erheblich beeinflussen . Insofern werden im Laufe des Jahres 2018 die umfangreichen Grundsatzuntersuchungen zum Braunkohleersatz fortgeführt, hängen derzeit aber von noch unklaren Rahmenbedingungen ab." Wir sind aktuell dabei, Alternativen auf Erdgasbasis zu untersuchen. Dies ist ein sehr zeitaufwändiges Unterfangen, was hohes energietechnisches und energiewirtschaftliches Know-how erfordert. Solche Grundsatzuntersuchungen dauern üblicherweise 1 ,5-2 Jahre. Dies ist in unserem Fall aber nicht schädlich oder zu lang, da in die EntscheidungsfindunQ für die anlagentechnische Zukunft des Standorts Merkenich und der dazugehörenden Kunden zwingend die Ergebnisse der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" und die dazugehörige Gesetzgebung eingehen. Diese liegen aber noch nicht vor. Analoges gilt für das im nächsten Jahr von der Bundesregierung zu novellierende KWK-Gesetz. Erst dann kann für die RheinEnergie AG sichergestellt werden, dass eine zukunftsträchtige Lösung gefunden wird, in der eine versorgungssichere und wirtschaftlichste Variante für den Kohleausstieg gewählt wird, die gleichzeitig auch für die Stadt Köln die beste Lösung darstellt. Mit reundlichen Grüßen nl-~ Dr. ieter Steinp
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur weiteren Bearbeitung in die Verwaltung überwiesen
Zur SitzungOrte (1)
- Parkgürtel 24
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Details
- Aktenzeichen
- 3771/2018
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 15.11.2018
- Erstellt
- 15.11.2018 11:25