1979/2023
Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbeschluss der Integrierten Planung
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Anlage 1 - Planungsbericht Integrierte Planung
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Köln-Kreuzfeld Ein neuer Stadtteil im Kölner Norden. Grün. Urban. Nachhaltig Grußwort Sehr geehrte*r Leser*in, nur wenige stadtpolitische Themen sind so komplex und ambitioniert wie die Pla - nung eines vollkommen neuen Stadtteils. Gleichwohl haben wir einen weiteren gro- ßen Schritt in Richtung eines 87. Veedels für Köln vollbracht: Kreuzfeld wird endlich konkreter. Ich freue mich, dass wir Ihnen in diesem Booklet genauer zeigen können, wie die Vision des neuen Stadtteils allmählich in Bilder und einen städtebaulichen Master - plan umgesetzt wird, der ganz konkret die baulich-räumlichen Zukunftsperspektiven erläutert. Seitdem der städtebauliche Entwurf „The Woodhood – Kreuzfeld Gartenstadt 2.0“ im Dezember 2021 zum Favorit des Begleitgre- miums gekürt wurde, ist viel passiert: Der Planungsprozess ist kontinuierlich vorange- schritten. Auf Grundlage des ausgewählten Konzepts wurde in der Integrierten Planung der städtebauliche Masterplan für den neuen Stadtteil weiter vertieft und detail- lierter ausgearbeitet. Die konzeptionelle Abstimmung und Überprüfung der Planung erfolgte schrittweise in enger Abstimmung mit Akteur*innen und den Fachämtern der Verwaltung. Besonders freut mich, dass Henriette Reker Oberbürgermeisterin der Stadt Köln 2 auch Sie, liebe Kölner*innen, sich intensiv in die Planung eingebracht und die Möglich- keiten der breit angelegten Öffentlichkeits- beteiligung genutzt haben. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken! Mir ist es sehr wichtig, dass wir in Kreuzfeld aushan- deln, wie wir in Zukunft in Köln miteinander leben wollen. Mit dem neuen Stadtteil haben wir auch die Chance, Europas Metropolen ein Vorbild für wohnungspolitisch sinnvolles und klima - politisch verantwortungsbewusstes Bauen zu bieten. In Kreuzfeld wollen wir für rund 8.000 Menschen ein lebenswertes Zuhause schaffen, in dem man sich wohlfühlen kann. Als Millionenmetropole trägt die Stadt Köln Verantwortung für das globale Klima. Kreuz- feld wird daher als umweltverträglicher und resilienter Stadtteil mit ressourcenscho- nenden Bauweisen und tragfähigen Mobi- litäts- und Energiekonzepten geplant, der sich vermittelnd in das grüne und sowohl landwirtschaftlich als auch urban geprägte Umfeld einfügt. Insbesondere die Leitbildthemen Bildung, Gesundheit und Vernetzung sind auf vielen Ebenen in die Planung eingeflossen, etwa bei den Grün- und Freiräumen oder der Verortung von Schulen und Kitas. Wir entwi- ckeln einen vielfältigen, durchmischten und nachhaltigen Stadtteil – das wird Kreuzfeld ausmachen. Mit dem hier vorliegenden Ergebnis der Integrierten Planung haben wir die plane- rischen Weichen in Richtung Realisierung gestellt. Ich bin gespannt, ob die Ideen und Darstellungen unseres zukünftigen Veedels Kreuzfeld Sie genauso inspirieren wie mich. Henriette Reker Oberbürgermeisterin der Stadt Köln 3 Abb. 1: Titelseite: Visualisierung Grüne Mitte I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands Planungsbericht Integrierte Planung Im Rahmen des Städtebauprojektes zur Planung des neuen Stadtteils Köln-Kreuzfeld Abb. 2: Lageplan Bürgeranmerkung Legende Best-Practice-Beispiel Inhaltsverzeichnis 1. Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 1.1 K ölns neuer Stadtteil . . . . . . . . . . . . . . . 12 1.2 Standort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 1.3 I mpressionen des Areals . . . . . . . . . . . 18 1.4 Der Weg zur Integrierten Planung . . . 20 1.5 V ision Woodhood Kreuzfeld . . . . . . . . 22 1. 6 Quer schnittsthema Umsetzung & Phasierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 1. 7 Quer schnittsthema Gesunde Stadt . 31 2. Integrierte Planung . . . . . . . . . . . . . . 35 2.1 Städtebau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 2.1.1 Baufelder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 2.1.2 Nutzungsmischung . . . . . . . . . . . . . . 40 2.1.3 H öhe und Dichte . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 2.1.4 Gebäudetypologien . . . . . . . . . . . . . . 46 2.1.5 W ohnen und Miteinander . . . . . . . . . 48 Wohnen für alle . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Gemeinschaftliches Wohnen . . . . . 56 2.1. 6. Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 2.2 Freiraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 2.2.1 Landschaftskonzept . . . . . . . . . . . . . 64 2.2.2 Freiraumkonzept . . . . . . . . . . . . . . . . 66 2.2.3 U rbane Landwirtschaft . . . . . . . . . . . 68 2.2.4 Grüne M itte und mehr . . . . . . . . . . . 71 2.2.5 Hoodmitten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 2.2. 6 Alluvialpark . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 2.2. 7 Pflanzkonzept . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 2.2.8 Sport - und Spiellandschaft . . . . . . . 80 2.2. 9 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 2.3. Klima, Umwelt und Energie . . . . . . . 88 2.3.1 S tadtklima und Nachhaltigkeit . . . . 90 Biodiversität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93 Zirkularität und CO2-Bilanz . . . . . . . 96 2.3.2 Umgang mit Wasser . . . . . . . . . . . . . 98 Wasserbilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 0 2.3.3 Energie- und Wärmeversorgung . . 10 4 Wärmeversorgung . . . . . . . . . . . . . . 10 6 Stromversorgung . . . . . . . . . . . . . . . 10 8 2.3.4 Klimagerechte Stadtentwicklung . 1 10 2.3.5 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 2.4. M obilität und Verkehr . . . . . . . . . . . 1 16 2.4.1 Erschließung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118 2.4.2 Rad- und F ußverkehr . . . . . . . . . . . 121 2.4.3 ÖPNV – Bus & S-Bahn . . . . . . . . . . 1 24 2.4.4 Straßenquerschnitte . . . . . . . . . . . . 126 2.4.5 Mobilstationen . . . . . . . . . . . . . . . . . 132 2.4. 6 R uhender Verkehr . . . . . . . . . . . . . . 136 2.4. 7 Logistik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 2.4.8 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 2 2.5 Bildung, Jugend, Sport, Kultur & Soziales . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 6 2.5.1 Kitas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 8 2.5.2 Schulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150 2.5.3 Ü bergang Bildungseinrichtungen – Freiraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152 2.5.4 Pausenhofflächen und Schulwege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154 2.5.5 Kulturangebote und Sonderbausteine . . . . . . . . . . . . . . . 156 2.5. 6 Sport - und Spiellandschaft . . . . . . 16 2 Klein- und Multisportanlagen . . . . 16 4 Sportanlage Nord . . . . . . . . . . . . . . . 16 6 Spielflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 8 2.5.7 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 2 3. K reuzfelder Hoods . . . . . . . . . . . . . 17 5 3.1 Kreuzfelder Hoods . . . . . . . . . . . . . . . . 17 6 Hood Eins . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 8 Hood Zwei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182 Hood Drei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186 Hood Vier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190 Hood Fünf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194 3.2 L upenraum S-Bahn-Station . . . . . . . 198 4. Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 07 4.1 Flächenbilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208 4.2 Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213 4.3 Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . 218 K ontakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225 I mpressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 226 Abb. 3: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 1. Einführung Abb. 4: Axonometrie Woodhood Kreuzfeld 12 Einführung 1.1 Kölns neuer S tadtteil Einleitung und Anlass. Köln wächst: Wie viele andere Metropolre- gionen in Deutschland besteht ein enormer Druck, Wohnraum und damit verbunden essentiell notwendige Infrastruktur in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Arbeit zu schaffen, Flächenkonkurrenzen zu bewäl - tigen und dabei qualitätsvolle Räume zu schaffen. Trotz intensiver Innenentwicklung ist es an einigen Stellen notwendig, die Stadt zu erweitern. Doch wie kann dies im Kontext des Klimawan- dels und des Ziels einer minimalen Flächen - v ersiegelung möglichst umweltschonend und klimaneutral gelingen? Auf diese Frage soll die Entwicklung des Stadtteils Kreuzfeld Antworten finden. Die Herausforderung besteht darin, in einer wachsenden Metropolregion einen Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels zu finden und gleichzeitig einen intelligenten, umweltverträglichen und resilienten Stadt - teil zu schaffen. Dabei ist es von großer Be - deutung, dass Köln-Kreuzfeld für und mit unterschiedlichen Menschen geplant und um gese tzt wird, um einen lebenswerten Stadtteil zu schaffen, in dem jeder gerne lebt, arbeitet und verweilt. Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ findet vor diesem Hintergrund in den Bereichen nachhaltiges, lebenswertes Wohnen, Gesundheit, Mobilität und Fort - bewegung, Bildungschancen und Teilhabe sowie Umweltverträglichkeit und Klimaan- passung Berücksichtigung. Leitsätze der Kölner Stadtstrategie 2030+: 1. K öln sorgt für kompakte und lebenswerte Quartiere. 2. K öln schafft Raum für eine dynamische und nachhaltige Wirtschaft und für viel- fältige Arbeitswelten. 3. K öln sorgt für Bildung, Chancengerech- tigkeit und Teilhabe. 4. K öln stärkt seine Rolle als vielfältig ver - netzte Metropole. 13 5. K öln wächst klimagerecht und um w elt- fr eundlich und sorgt für gesunde Le bensverhältnisse. Köln-Kreuzfeld wird westlich angrenzend an Blumenberg als 13. Stadtteil im Stadt - bezirk Chorweiler auf einer Fläche von etwa 80 ha en tstehen und rund 3.500 Wohn - einheit en bieten. Doch es geht nicht nur um die Errichtung eines neuen Stadtteils, sondern auch um die Schaffung neuer An g- ebote für den gesamten Bezirk Chorweiler. D as Besondere und die große Chance zugleich: 80 % der Flächen befinden sich im städti- schen Besitz. Dies ermöglicht, alle Bereiche der Daseinsvorsorge ganzheitlich und nach- haltig zu planen und den Herausfor derungen zu begegnen. 1.2 Standort Im Kölner Norden, linksrheinisch gelegen, erstreckt sich das rund 80 ha große Pla - nungsgebiet. Mit einer Entfernung von etwa 12 km zum Kölner Stadtzentrum und einem S-Bahn-Anschluss bietet die Lage eine attraktive Verkehrsanbindung. Der mögliche Ausbau der S-Bahn-Station Blumenberg kann als Ausgangspunkt für die Entwicklung der neuen Quartiere dienen. Das Planungsgebiet wird von Grünräumen wie dem Worringer Bruch und intensiv land- wirtschaftlich genutzten Flächen einge- rahmt. Es enthält wertvolle Baumstrukturen und Gehölze. Das Bauen auf der grünen Wiese bietet die Chance, neuen Wohnraum zu schaffen und dem Ort weitere Qualitäten hinzuzu- fügen. Vor dem Hintergrund des Klima - wandels ist die Entwicklung Kreuzfelds aber auch mit Herausforderungen hinsichtlich Ressourcenverbrauch, Flächenversiegelung und weiteren Umweltbelangen beim Bauen auf der grünen Wiese konfrontiert. Wie die- sen Herausforderungen begegnet werden kann, ist eine der zentralen Aufgaben der Integrierten Planung. Das Kapitel Energie, Klima und Umwelt enthält weiterführende Informationen zu diesem Thema. Es gilt, resiliente Lösungen passgenau für die- sen Standort zu finden, um den ökologischen An forderungen gerecht zu werden und die Entwicklung des Planungsgebiets auf verant- wortungsvolle Weise voranzutreiben. Durch die unmittelbare Nähe zu den umge- benden Stadtteilen wird Kreuzfeld den Stadt be zirk Chorweiler bzw. den Kölner Norden durch Angebote an Einrichtungen, sozialer Infrastruktur, Bewegungs- und Freizeitmöglichkeiten, Arbeitsplätzen sowie einer Versorgungsvielfalt ergänzen. Im Kölner Norden, angrenzend an die Stadtteile Chorweiler und Blumenberg und umrahmt von Grün entsteht ein neues Veedel: Köln-Kreuzfeld. Einführung Abb. 5: Verortung 14 16 Abb. 6: Luftbild I Stadt Köln 17 Abb. 7: Blick auf Blumenberg I Stadt Köln Abb. 8: Luftbild I Stadt Köln 18 Dresenhofweg. Kreuzung des Dresenhof - wegs mit dem S-Bahn- Tunnel in der zukünftigen Stadtmitte. S-Bahnhof. Blick auf die S-Bahn-Halte- stelle, die Mercatorstraße und das Viertel Blumenberg. 1.3 I mpressionen des Areals Einführung Abb. 9: Blick auf südliche Grenze Hood Zwei I Stadt Köln Abb. 10: Blick auf Hood Vier und Fünf I Stadt Köln 19 Hood Drei. Blick auf den Übergang zur zukünftigen Hood Zwei Richtung Süden. Hood Vier. Blick auf die zukünftige Hood Vier und ihre unmittelbare Nähe zum Wald 20 1.4 Der Weg zur Integrierten Planung Startpunkt der Planung war der Leitbildprozess. In der Stadtentwicklung ist dies ein struk - turierter und partizipativer Ansatz zur Defi- nition der langfristigen Entwicklungsvision und der strategischen Ziele einer Stadt oder Gemeinde. Im Falle Kreuzfelds bezog er sich auf ein konkretes Areal. Es handelte sich um einen Planungsprozess, bei dem zivilgesell- schaftliche Akteure wie Bürger*innen, Poli- tik und Verwaltung, lokale Organisationen, Unternehmen und andere Interessengrup- pen einbezogen wurden, um gemeinsam ein Leitbild für die zukünftige Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfelds zu erarbeiten. Das Leitbild zu Kreuzfeld wurde unter Be- rücksichtigung der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ entwickelt, wobei die Bereiche Gesundheit, Bildung und nachhal- tige Vernetzung als wichtigste Themen her- vorgegangen sind. Als wichtigste Themen aus dem Leitbild- prozess für Kreuzfeld sind die Bereiche Ge- sundheit, Bildung und nachhaltige Vernet - zung hervorgegangen. Um Vision und Ziele zu konkretisieren, hat die Stadt Köln im Anschluss an den Leitbild- prozess ein dialogisches Wettbewerbsver- fahren unter dem Titel “Land Stadt +feld” durchgeführt. Sechs interdisziplinäre Pla - nungsteams konkurrierten mit unterschied- lichen Konzeptansätzen in zwei Phasen. Der von der Jury gekürte Siegerentwurf wurde mit der vorliegenden Integrierten Planung wei- terentwickelt. Wichtig für den dialogischen Prozess dabei war, dass sich die Teams immer wieder der Diskussion mit der Öffent lichk eit stellten und Fragen der Stadtgesell scha ft be antworten mussten. Viele Anregungen konn t en in den Entwurfsprozess übernom- men werden. Der Siegerentwurf des Teams ADEPT, KAR - RES EN BRANDS, ArgusStudio und Metabo- lic wurde im Rahmen der Integrierten Pla - nung vertieft. Die Integrierte Planung dient dazu, den Wettbewerbssiegerentwurf auf die nachfolgenden Planungsschritte bis zur kon- kreten Bebauungsplanung vorzubereiten. Sie schr eibt damit kein Endresultat fest, sondern prüft auf konzeptionelle Weise das im Rah - men des dialogischen Wettbewerbsverfah- rens entwickelte Entwurfskonzept. Das Er - gebnis der Integrierten Planung besteht aus einem z entralen Masterplan, in dem die The- menfelder Städtebau, Klima, Umwelt und Frei- raum, Verkehr und Mobilität, Bildung, Jugend und Sport sowie Gesundheit und Umsetzung abgebildet sind und durch die infrastruktu- relle Vielfalt einen erheblichen Mehrwert für den gesam ten Kölner Norden darstellen. Als übergeordnete Themen werden die zentralen Inhalte des Leitbildprozesses, nachhaltige Vernetzung, Gesundheit sowie Bildung, als Querschnittsthemen mitgedacht. Die nächsten Planungsschritte beinhalten die Erstellung der technischen Masterplanung, bei der die konzeptionelle Vertiefung auf tech- nische Machbarkeit hin geprüft wird. Diese Phase k ann auch die Erarbeitung von detaillier- ten technischen Plänen, Finanzierungsstra - tegien und Umsetzungsmechanismen um - f assen. Parallel dazu startet die Vorbereitung der Bebauungsplanung, die eng mit den erar- beiteten Zielen, Plänen und Umsetzungsstra- tegien verknüpft ist und das Baurecht schafft. Einführung Abb. 11: Vor-Ort-Safari im September 2022 I ADEPT 21 Mitwirkung und Beteiligung. Die Planung zum neuen Stadtteil Kreuzfeld wurde in einem umfangreichen Beteiligungs- prozess unter Einbeziehung von Öffentlich- keit, Politik und Verwaltung sowie weiteren Akteur*innen entwickelt. Bei verschiedenen Zwischenständen der Integrierten Planung wurde die Öffentlichkeit einbezogen, so zum Beispiel im Rahmen von Veranstaltungen wie der Vor-Ort-Safari im Herbst 2022. Dort hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, das Areal gemeinsam mit dem Planungs- team zu erkunden, den Entwurf zu diskutie- ren, kritisch zu hinterfragen und Ideen aus- zutauschen. Eine Zwischenpräsentation des Masterplans der Integrierten Planung im März 2023 ermöglichte, zu sehen, wie der Entwurf seit dem dialogischen Wettbe- werbsverfahren weiterentwickelt wurde und wie die Anregungen aus der Stadtgesell- schaft in die Planung eingeflossen sind. Besonders Fragen zur zukünftigen Mobili- tät und entsprechenden Konzepten wurden diskutiert und integriert (siehe hierzu auch Kapitel 2.4, Mobilität und Verkehr, S. 116 ff.). Obgleich viele Anregungen und Ideen erst in den weiterführenden Planungsphasen wie der technischen Masterplanung und der Be- bauungsplanung zum Tragen kommen, ist es bereits heute wichtig, diese zu kennen und mitzudenken. Dazu gehören beispiels- weise Wünsche nach einem diversifizierten und bezahlbaren Wohnraumangebot, ver - schiedenen Formen des gemeinschaft - lichen Wohnens, barrierefreien öffentlichen Räumen und ausreichenden Flächen für ge- meinschaftliches Gärtnern. Auch Dachnut - zungen, Räume für Kultur und Aneignung so- wie konsumfreie Orte wurden eingefordert, da sie zur Schaffung eines lebendigen Quar- tiers und Nachbarschaftszusammenhalts beitragen. Diese Ideen sind im weiteren in die Umsetzungsstrategie miteinzubeziehen, bei- spielsweise durch ein Quartiersmanagement ( siehe hierzu auch Kapitel 1.6, Querschnitts - thema Umsetzung & Phasierung, S. 24). Das beeindruckende Engagement der Bür - ger*innen an diesem Prozess weist auf ihr starkes Interesse hin, die Planungen für Kreuzfeld erfolgreich mitzugestalten. In den entsprechenden Kapiteln ist farblich markiert, welche Ideen und Anregungen aus der Stadt - gesellschaft in die Planung ein- geflossen sind. Abb. 12: Heute – Ein Raum voller Möglichkeiten 22 für den Schul- und Vereinssport sowie für die Bevölkerung. Dieses Angebot trägt zur Stär - kung der Schulstandorte in Köln-Kreuzfeld bei und f ördert darüber hinaus ein soziales, ge - meinschaftliches und bewegungsorientiertes M iteinander auch über die Grenzen des neu- en Stadtteils hinaus gemäß den Leitsätzen der Kölner Perspektiven 2030+. Woodhood ist gesund. Im Alltag der Menschen in Woodhood wird ein gesunder Lebensstil gefördert: Die Wege im Gebiet sind leicht und attraktiv zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen. Gemeinschafts- orte regen zum Aufenthalt und zur Bewegung im F reien an, der Außenkomfort der Freiräume ist hoch. Zudem sollen die Verwendung von Das Konzept Woodhood ist eine Vision für eine neue Art von Nach- barschaft. Sie erfordert einen neuen Planungsansatz, sie erfordert den Mut, die Verbindung von Stadt und Landschaft, von Urbanität und Leben im Grünen neu zu denken. 1.5 V ision Woodhood Kreuzfeld In der Woodhood Kreuzfeld wird die Grund- struktur des Gebiets durch die Landschaft und die Kulturgeschichte des Ortes definiert. Sie lässt sich von der Siedlungsgeschichte, der Natur und den umliegenden Wäldern in- spirieren. Woodhood bedeutet neue Urbanität. Im Gegensatz zum konventionellen Modell der zentralen Urbanität ist die Woodhood Kreuzfeld als polyzentrisches Ökosystem von Hoods strukturiert. Jede Hood hat hierbei ihre eigene Identität und ihr eigenes Profil. In der Gesamtheit formen sie eine zusammen - hängende Stadt, die zurückhaltend aber be - stimmt an den Bestand in Blumenberg an - dockt. Die Hoods entwickeln sich graduell von S tadt zu Landschaft, von der S-Bahn-Station zum westlichen Landschaftsrand. Am Haupt- ankunftspunkt Bahnhof Blumenberg entsteht ein s tädtischeres Zentrum mit den wichtigs - ten Sozial- und Dienstleistungsinfrastruktu- ren. Auf diese Weise werden der bestehen- de Bahnhof und Blumenberg mit der neuen S tadtstruktur verbunden und können von ihr profitieren. Eine Vielfalt an Grün-, Freiraum-, Sport- und Spielangeboten wird prägend für den Stadtteil sein. Themen wie essbare Stadt, urban gardening und agri-urbane Landwirt - schaft werden in den Hoodmit t en, auf den Dächern und an den Siedlungsrändern aufge- griffen. Die neue Urbanität wird ergänzt durch eine gr oßzügige Sportanlage mit Angeboten Einführung 23 natürlichen Baumaterialien und eine gute Belichtung der Gebäude für gesunde Wohn- verhältnisse sorgen. Ein anderer wichtiger Teil einer gesunden Stadt ist die Zukunfts- fähigkeit. Entsprechend wird es zahlreiche neue und ergänzende Bildungsangebote für die Bewohner*innen Kreuzfelds und des ge- samten Stadtteils Chorweiler geben (siehe hierzu auch Kapitel 1.7, Querschnittsthema Gesunde Stadt, S. 31). Woodhood ist umweltgerecht. Primäre Herausforderung ist der schnell vor- anschreitendende Klimawandel, weshalb die über geordnete Zielsetzung für den Stadtteil die Entwicklung von resilienten, möglichst umweltverträglichen Strukturen ist. In Wood- hood sollen öffentliche Grünflächen mehr als nur Räume zur Erholung sein, sondern auch ein komplexes Ökosystem mit den Aufgaben Klimaschutz, Wasserspeicherung, Mikroklima und Ökologie. Die Vision für Woodhood sieht eine umweltschonende, möglichst CO 2-neu- trale oder -speichernde Bauweise vor, ebenso wie Anpassungen des Stadtraums auf mikro- und makroklimatischer Ebene und die Um - setzung eines energieeffizienten und grünen V ersorgungskonzepts. Der Leitsatz der Stadt- strategie 2030+ zur Umwelt- und Klimage- rechtigkeit wird damit befolgt. Die Flächen werden möglichst sparsam und mehrfach genutzt, Suffizienz wird als übergeordnetes Planungsprinzip integriert. Woodhood ist eine vielfältige Gemeinschaft. Die Organisation der einzelnen Hoods basiert auf der Entstehung vielfältiger Gemeinschaf- ten, die auf unterschiedlichen Ebenen und M aßstäben gestärkt werden. Auf diese Weise bildet sich ein solides soziales Netz, dass alle Bewohner*innen in die Stadtgemeinschaft integriert. Die Hoods kombinieren eine urba- ne städtebauliche Körnung mit dorfspezifis - chem Gemeinschaftsleben, um eine neue Art v on städtischem Dorf zu definieren. Woodhood ist menschenzentriert. Um dem Ziel einer nachhaltigen und zu- kunftsorientierten Mobilität gerecht zu wer- den, wird ein innovatives Mobilitätskonzept angestrebt, das den Rad- und Fußverkehr sowie den ÖPNV im Sinne der „Kölner Per - spektiven 2030+“ attraktiv gestaltet. Einen wichtigen Schlüssel bilden hier die städte- bauliche Struktur und das Erschließungs- konzept, die konsequent aus den Bewe- gungsströmen heraus entwickelt wurden. Abb. 13: Morgen – Eine neue Art des Zusammenlebens Abb. 14: Woodhood Kreuzfeld 24 Die Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld bildet die Grundlage eines mehrjährigen räumlichen Entwicklungsprozesses für ein Areal. Es gilt, gemeinsam mit Planer*innen, Expert*innen, Bürgerschaft und politischen Vertreter*innen ein tragfähiges Gesamtkonzept für die Entwicklung Kreuzfelds zu schaffen. 1.6 Querschnittsthema U msetzung & Phasierung Um dieser Herausforderung zu begegnen, werden in der Integrierten Planung zunächst übergeordnete Strukturen – wie Flächen- aufteilungen, Nutzungen, Baufelder – fest - gelegt, die einen klaren städtebaulichen Rahmen für die Entwicklung vorgeben. Dazu werden öffentliche Freiräume innerhalb der Hoods, eine verbindende zentrale Grün - fläche, Sport- und Spielflächen sowie Mobi- litätsstrukturen festgelegt. Sie garantieren die Integration des neuen Stadtteils in die Gesamtstadt und stellen eine interne Ver - netzung der Hoods sicher. Dieses räumliche Gerüst bildet das Rückgrat von Woodhood, prägt das Areal und schafft die Vorausset - zung für einen lebenswerten und vielfältigen Stadtteil. Vorschlag der Phasierung. Kreuzfeld entsteht in einem offenen und adaptiven Prozess, der auf die Bedarfe der Zukunft flexibel reagieren kann. Das räum- liche Konstrukt der Hoods ermöglicht es, ei- nen selbstlernenden Prozess zu etablieren. Herausforderungen, denen man in der Um- setzung der ersten Hoods begegnet, kön- nen künftig Chancen in der Realisierung der noch fehlenden Hoods sein. Einzelne Fak - toren, wie die Dichte pro Baufeld, sind also noch verhandelbar. Ohne dass das robuste Grundgerüst der Hoods aufgelöst wird, kön- nen auf diese Weise in der Entwicklung neue Schwerpunkte gesetzt werden. Mobilität ist dabei der Ausgangspunkt der Quartiersent- wicklung. Ein neuer Stadtteil entsteht in einem deka - denlangen Prozess, die folgenden Phasen illustrieren einen möglichen Ablauf für die Entwicklung in mehreren Phasen. Eine auf die sukzessive Aufsiedlung abgestimmte Anbindung an den öffentlichen Verkehr, die zeitgerechte Errichtung der Schulen sowie nicht zuletzt die Entwicklung der Grün- und Freiräume finden hierbei besondere Beach- tung. Die Entwicklung findet von Ost nach West, also von Blumenberg ausgehend in den westlichen Landschaftsraum statt. Auftakt in Phase Null und Voraussetzung für einen gelungenen Start ist die städte- bauliche Qualifizierung der S-Bahn-Station (siehe hierzu auch Kapitel 3.2, Lupenraum S-Bahn-Station, S. 198 ff.). Anstreben gemeinschaftlicher Entwicklung. Die Entwicklung Kreuzfelds ist ein koope- rativer Prozess, getragen von einer brei- ten Akteurslandschaft, die das Mitwirken der künftigen Bewohnerschaft und lokales Engagement in den Mittelpunkt stellt. Mit Einführung Abb. 15: Öffentlichkeitsbeteiligung vom 11.03.2023 I Urbanista 25 diesem Leitsatz und entsprechenden Be- teiligungsprozessen kann gleich zu Beginn Identität geschaffen werden. Durch die Mit - wirkung wir d angestrebt, dass sich Bür - ger*innen angesprochen sowie mitgenom- men fühlen und das entstehende Potenzial für den Großraum des Kölner Nordens er - kennen. Der Start der Entwicklungen be- ruht auf einem breiten Konsens der Kölner Stadtgesellschaft und integriert auf dem Weg zahlreiche dialogorientierte, co-kreati- ve Formate. Daraus erwächst eine gemein- same Verantwortung, es braucht Projekt - partner*innen, die gemeinsam mit einem Quartiersmanagement die Hoods mit Leben füllen. Welche Chancen es zu Produktivität, Pflege und Aneignung von Stadträumen gibt, wird im Rahmen einer prozessbegleitenden Kommunikationsstrategie dargestellt. Ausblick und nächste Schritte. Wichtig ist, dass der Planungs- und Umset - zungsprozess weiter kuratiert wird, um auf dem Weg gesammeltes Wissen aktuell zu hal t en und zu reflektieren. Die Verantwor - tung kann zwischen der Stadtverwaltung und einer Entwicklungsgesellschaft in Kombina - tion mit einem Quartiersmanagement geteilt w erden. Es soll im Prozess immer wieder dar- um gehen, sich auf die zu Beginn des Leitbild- prozesses gesteckten Ziele und die weiter aus formulierten Spielregeln der Integrierten Planung zurückzubesinnen beziehungsweise diese im aktuellen Kontext zu spiegeln. 26 Eckpunkte der vorgeschlagenen Phasierung › Schulen initiier en den Beginn der Bau- phasen und sollten betriebsbereit sein, wenn die ersten Wohnungen bezogen werden. Phase Eins deckt bereits Schu- len für alle Altersklassen ab. › M obilstationen und das Straßen- und ÖPNV-Netz bestehen, dort wo nötig, bereits in der ersten Phase und werden hoodweise erweitert. › N icht nur Hoods und Baufelder werden in Phasen entwickelt, auch die Landschaft wird in Stufen entwickelt – was wann passieren soll, wird vor Ort kommuniziert. › E rreichte Meilensteine werden mit Nach- barn und Besucher*innen gefeiert. › D as Landschaftskonzept ist flexibel, es berücksichtigt Wachstums- und Pflanz - zeiten der Bäume. Teilweise wird es in den frühen Phasen umgesetzt: inbegriffen sind die Bäume und künftige Wege, die als Mähstreifen angelegt werden, sowie Änderungen der Bodennutzung, die auch temporäre Funktionen beherbergen können; landwirtschaftliche Nutzung ist in Teilen noch denkbar. Vollständige Umsetzung des Landschaftskonzepts in den späteren Phasen: Herstellung von Wegeverbindungen, Versorgungsinfra - struktur, Wasserrückhaltelandschaften, Sport- und Spieleinrichtungen, Bepflan- zung mit Sträuchern und Bodendeckern. Einzelne Bausteine können bei Bedarf schneller umgesetzt werden. › Ehr geizige Option: Temporäre Nutzung der Flächen für die Herstellung bioba - sierter Baumaterialien wie schnell wach- sendem Bauholz. Die Diversität, die dem Entwurfs- k onzept innewohnt, soll sich letztlich auch im Prozess des Planens, Bauens und in der Umsetzung wiederfinden. 27 Phase Null – Start der Entwicklungen › A usgangspunkt der Entwicklung ist die Neugestaltung der S-Bahn-Station und des Bahnhofsumfelds. Aufgrund der Ver- antwortlichkeit sind dazu jedoch inten- sive Abstimmungen mit der Deutschen Bahn (DB) erforderlich. › Sch werpunkt ist die Verbindung zwi- schen Kreuzfeld und Blumenberg, bau- lich wie funktional. › D as Ausbaukonzept des Blumenbergs- wegs (und gegebenenfalls dessen Linien- führung) muss vorliegen. › U mgestaltung des Dresenhofwegs zur Radschnellverbindung mit begleiten - dem Gehweg, Bau des Knotenpunkts Dresen hofweg / Blumenbergsweg in klu- siv e der nördlichen Haupterschließung Dresen hofweg. › Bau der östlichen Mobilstation in Hood Eins in Verbindung mit der Neugestal- tung des Bahnhofsgebäudes. › Bau der Haupterschließung vom Knoten Ernstbergstraße / Mercatorstraße bis zum Dresenhofweg zur Abwicklung der Bauverkehre. › Beginn der Ausgestaltung des Alluvial- parks als ersten Trittstein zwischen zwei Stadtteilen. Abb. 16: Phase 0 H1 H2 H4 H5 ÖPNV Dresenhofweg Teilw. Errichtung Landschaft Vollst. Errichtung Landschaft Fertige Errichtung Landschaft Baufelder in Planung Bildungseinrichtungen Mobility Hubs Blumenbergsweg & Mercatorstraße Legende H3 Abb. 17: Phase 1 28 Phase Eins – anzustrebende Meilensteine › Schulen und Kitas werden mit Beginn der Aufsiedelung errichtet. › D ie weiterführende Schule in Hood Drei wird zeitgleich zu Hood Eins errichtet, um mit Kitas, Grundschulen und Bürgerhaus+ eine städtebauliche Bildungslandschaft für alle bereitzustellen. › Bau des inner en Hood-Loops sowie der Mobilstationen in Hood Drei zur Erschlie- ßung des Schulstandorts, die fußläufige E rschließung von der S-Bahn-Station zur Schule in Hood Drei ist unten mit einem Pfeil dargestellt. › Bau der südlichen Haupterschließung in Hood Zwei von der Mercatorstraße bis zum Dresenhofweg zur Abwicklung der Bauverkehre. › Bau der Straßenerschließung und der westlichen Mobilstation in Hood Eins. › A ufnahme des Busverkehrs durch Hood Eins und Hood Drei. › Bau der Mobilstation Blumenberg in Kom - bina tion mit den Baumaßnahmen an der S-Bahn-Station Blumenberg. › Bau der östlichen Mobilstation in Hood Drei inklusive Logistikstrukturen. › W eiterentwicklung des Alluvialparks, Beginn der Gestaltung der Grünen Mitte. › Bau der Sportanlage Nord ein schließ lich Erdarbeiten für die Lärm schutz v orkehrung. › F ertigstellung der Hoodmitten für Hood Eins und Drei unter Einbezug der künfti - gen Kitaflächen. H3 H1 H2 H4 H5 ÖPNV Dresenhofweg Teilw. Errichtung Landschaft Vollst. Errichtung Landschaft Fertige Errichtung Landschaft Baufelder in Planung Bildungseinrichtungen Mobility Hubs Blumenbergsweg & Mercatorstraße Legende 29 Phase Zwei – anzustrebende Meilensteine › Kit as und Grundschule werden mit Beginn der Aufsiedelung der Hood Zwei errichtet. › F ertigstellung des Alluvialparks. › W eiterentwicklung der Grünen Mitte westlich des Dresenhofwegs. › Beginn der Baumpflanzungen südlich und westlich von Hood Vier. › E ntwicklung des Fuß- und Radwege- netzes in der östlichen Grünen Mitte (Fertigstellung vor Eröffnung der Schule) mit Ausbildung einer leistungsfähigen Ost-West-Achse und einem Anschluss an die Radschnellverbindung auf dem Dresenhofweg. › F ertigstellung der Mobilitätsinfrastruktur vor Eröffnung der Schulen. › Ber eits über die Hälfte von Köln-Kreuz - feld ist baulich umgesetzt. H1 H2 H4 H5 ÖPNV Dresenhofweg Teilw. Errichtung Landschaft Vollst. Errichtung Landschaft Fertige Errichtung Landschaft Baufelder in Planung Bildungseinrichtungen Mobility Hubs Blumenbergsweg & Mercatorstraße Legende H3 Abb. 18: Phase 2 30 Phase Drei – anzustrebende Meilensteine › Kit as und Grundschule werden mit Beginn der Aufsiedelung der Hoods Vier und Fünf errichtet. Die fußläufige Erschließung von der S-Bahn-Station zur Schule in Hood Vier ist unten mit einem Pfeil dargestellt. › F ertigstellung der Grünen Mitte. › F ertigstellung der Baumpflanzungen im Süden und Westen von Hood Vier. › V ollständige Einrichtung der peripheren Landschafts- und Parkzonen um Hood Fünf. › Bau des vollständigen Hood-Loops inklu- sive Brückenbauwerk und Busschleuse zwischen Hood Vier und Hood Fünf. › E ntwicklung des Fuß- und Radwege- netzes im westlichen zentralen Grün mit Ausbildung einer leistungsfähigen Ost- West-Achse (Fertigstellung vor Eröff - nung der Schule). › K öln-Kreuzfeld ist vollständig entwickelt, möglicherweise werden erste Nachver - dichtungsmaßnahmen in den östlich gelegenen Hoods diskutiert. Abb. 19: Phase 3 ÖPNV Dresenhofweg Teilw. Errichtung Landschaft Vollst. Errichtung Landschaft Fertige Errichtung Landschaft Baufelder in Planung Bildungseinrichtungen Mobility Hubs Blumenbergsweg & Mercatorstraße Legende H3 H1 H2 H4 H5 31 Köln-Kreuzfeld legt großen Wert darauf, alle Dimensionen einer ge- sunden Stadt von Anfang an mitzudenken. Es entsteht ein Stadtteil mit gesunden Menschen, einer gesunden Natur, gesunden Arbeits- welten und einer gesunden Gemeinschaft – entwickelt in einem offe- nen Diskurs. Einführung. Bei der Planung und Entwicklung des neu- en Stadtteils ist das Leitbild einer gesun- den Stadt neben Bildung und Vernetzung eines der zentralen Themen. Hierbei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der die phy - sische, mentale und soziale Gesundheit der Bewohner*innen in den Fokus rückt, so sind beispielsweise die Flächenbedarfe für me- dizinische Versorgung, Pflege und medizini- sche Ausbildung im Rahmen der bisherigen Planungen identifiziert worden, die mitunter auch den Stadtbezirk Chorweiler versorgen sollen. Die Erkenntnisse sind durch entspre- chende Verortung in den Entwurf eingeflos- sen, erste Gespräche mit potenziellen Trä - ger*innen wurden geführt. Im Sinne eines integrierten Ansatzes wird das Thema nicht einem spezifischen Kapitel zugeordnet, son- dern vorneweg als Querschnittsthema prä - sentiert. Gesundheit und Versorgung. Der Masterplan enthält ein konkret verortetes Ärztehaus beziehungsweise Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Ebenso wird es Flächen für eine Bildungsstätte in privater Trägerschaft (ggf. pflegerischer Schwerpunkt) geben. Hierin enthalten sind Flächen für ad - ministrative Tätigkeiten sowie ein Wohnheim. Zusätzlich sind ambulante Wohngemein - schaften, ein Seniorenwohnheim, Dauer- und solitäre Kurzzeitpflege sowie Mehrgeneratio- nenwohnen konzeptionell mitgedacht. Zum jetzigen Planungsstand sind die städtebau - lichen Typologien flexibel genug, um auf sich ändernde, erhöhte Bedarfe im Themenfeld zu reagieren (siehe hierzu auch Kapitel 2.1.5, Wohnen und Miteinander, S. 48 ff. sowie Kapitel 2.5.5, Kulturangebote und Sonder - bausteine, S. 156 ff.). Gesundheit und Mobilität. Gut zugängliche Geh- und Radwege sind in Kreuzfeld mit den sogenannten Hood- und Woodloops geplant, die zu einem aktiven Lebensstil ermutigen und es den Bewoh- ner*innen ermöglichen, sich bequem und si- cher durch die Kreuzfelder Hoods zu bewe- gen. Zudem laden die Grün- und Freiräume sowie die Sportanlagen zu diversen körper - lichen Aktivitäten ein, sei es zum Spazieren, Joggen oder Radfahren etc. Insbesondere in Hood Drei kommen Sportbegeisterte auf ihre Kosten (siehe hierzu auch Kapitel 3.1, Hood Drei, S. 186 f. sowie Kapitel 2.2, Frei- raum, S. 62). Gesundheit und Grün- bzw. Naherholungsräume. Es werden Grünflächen und Parks geschaf - fen, die als Orte der Erholung und Entspan- nung dienen. Darüber hinaus laden vielfälti- ge Sport- und Spielangebote zu Bewegung 1.7 Querschnittsthema Gesunde Stadt Einführung 32 im Freien ein und tragen somit zu einer ge- sunden Entwicklung bei. Die Natur und das Grün in der Stadt haben nachweislich posi- tive Auswirkungen auf die mentale Gesund- heit und das Wohlbefinden der Menschen. Gesundheit und Umwelt. Eine Umwelt mit hoher Aufenthaltsqualität bei jedem Wetter ist ein elementarer Be- standteil einer gesunden Stadt. An heißen Sommertagen ist das Mikroklima dank Kalt- luftströmen und schattenspendenden Ele- menten immer noch angenehm. Durch den angestrebten geringen Versiegelungsgrad und einer guten Durchlüftung soll die Bil- dung von Hitzeinseln vermieden werden. Gesundheit und soziale Interaktionen. Nachweislich besonderen Einfluss auf die mentale Gesundheit haben soziale Inter - aktionen, gemeinschaftlicher Sport z. B. in Vereinen, individuell organisierte Erlebnisse im Austausch mit den Nachbar*innen sowie eine verlässliche Gemeinschaft. Es werden in Woodhood zahlreiche Plätze und Treff - punkte in und zwischen den Hoods geschaf- fen, die zum Verweilen und zum Austausch einladen. Hier sollen Bewohner*innen die Möglichkeit haben, sich zu treffen, gemein- sam Aktivitäten zu unternehmen und sozia - le Kontakte zu knüpfen. Die Nähe von Woh- nen, Arbeiten und Kinderbetreuung macht eine gesunde Work-Life-Balance möglich. Öffentliche Einrichtungen wie das Bürger - haus+ oder die Sportanlage Nord bieten Anknüpfungspunkte für Blumberger*innen und Nachbar*innen. Dies stärkt nicht nur das Wohlbefinden, sondern leistet auch einen Beitrag für den erweiterten Nachbar - schaftsverbund mit Blumenberg. Es ent - steht ein starkes soziales Netz, das Rückhalt bietet und alle integriert, egal ob Bewohnen- de oder Besuchende. Ausblick und nächste Schritte. Im Zuge der fortlaufenden Schärfung und Detaillierung der Freiraum- und Umweltpla- nung werden nun auch Aspekte der Stadtge- sundheit miteinbezogen. Dies zeigt sich kon- kret in der Realisierung von medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sowie an- deren Maßnahmen im Bereich der Stadt - gesundheit. Dabei ist es wichtig, potenzielle Vertreter*innen und Träger*innen der Ge- sundheitseinrichtungen in die Planung zu inte- grieren. Freiräume und Wohnumfeld sind so gestaltet, dass sie einen aktiven Beitrag zur Gesundheit der Wood- hood-Bewohner*innen leisten. Abb. 20: Kreuzfelder*innen sind am liebsten draußen. I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 33 2. Integrierte Planung Abb. 21: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 36 Auf den folgenden Seiten ist das städtebau - liche Konzept näher illustriert und es werden Einblick e in Flächenaufteilungen, Nutzun- gen und Gebäudeformen gegeben. Fragen des Z usammenlebens in Zukunft – etwa in gemein scha ftlichen Wohnformen – sowie des Alterns im Quartier werden ebenfalls beleuch- t et. Im Sinne eines umfassenden Bildes des lebenswerten Stadtteils empfiehlt sich eben- falls die Lektüre der anschließenden Kapitel. Städtebauliches Konzept. Woodhood ist mehr als eine klassische Gar- tenstadt. Die Geschichte des Ortes und sein immenses landschaftliches Potenzial erfordern einen völlig neuen Ansatz für die Entwicklung eines Stadtteils in dieser ein- zigartigen Lage. Im Gegensatz zum kon- ventionellen Modell zentraler Urbanität ist Woodhood als polyzentrisches Ökosystem Köln-Kreuzfeld möchte als Vorbild für Stadt- erweiterungen in Metropolregionen gelten, indem es die Herausforderungen von Flä - chendruck, sich rasch ändernden Bedürf - nissen einer diversen Stadtgesellschaft und Wohnraummangel mit einem klimapositiven Anspruch verbindet. Die Herausforderung möglichst geringer Flächenversiegelung wird dabei als Chance für den Einsatz resi- lienter städtebaulicher Strukturen bereits in der Entwicklung des Stadtteils begriffen. Das Konzept kombiniert in der Neuentwick- lung unterschiedliche Leitthemen der Kölner Stadtstrategie 2030+, wie die Etablierung lebenswerter Wohnsiedlungen, nachhalti- ger Mobilität und Fortbewegungsmöglich- keiten, sozialer und gesundheitlicher Infra - struktur, die Förderung des Gemeinsinnes und der Teilhabe sowie die Anpassung an Maßnahmen des Klimawandels. 2.1 Städtebau Willkommen in Köln-Kreuzfeld, einem neuen Stadtteil im Kölner Nor- den, der als Weiterentwicklung einer Gartenstadt konzipiert wurde. In den kommenden Dekaden entsteht hier eine hochvernetzte Infra - s truktur aus fünf Nachbarschaften, den sogenannten Kreuzfelder Hoods. Zukunftsweisende Architektur, die flexibel den Anforderun- gen der Zukunft gerecht wird, wird eingebettet in ein städtebauliches Konzept im menschlichen Maßstab. Grün- und Freiräume laden in Kreuzfeld zu Sport und Bewegung an der frischen Luft ein und fördern damit die Gesundheit der Bewohner*innen. Der öffentliche Raum ist so gestaltet, dass er Begegnungen und Austausch fördert, während außerschulische Lernorte, eingebettet in eine städte bau - liche B ildungslandschaft, zu lebenslangem Lernen einladen – für Gäste, Bewohnende und Nachbar*innen gleichermaßen. Integrierte Planung Abb. 22: Verortung der Hoods 37 Hood Eins Hood Zwei Hood Drei Hood Vier Hood Fünf Blumenberg Legende von Hoods, den Kreuzfelder Hoods, struktu- riert. Jede Hood hat hierbei ihre eigene Iden- tität und ein eigenes Profil. In der Gesamt - heit formen sie eine zusammenhängende Stadt, die sich zurückhaltend aber bestimmt an den Bestand in Blumenberg andockt. Die Hoods nehmen die verschiedenen Sied- lungsinseln der vergangenen Jahrzehnte als Thema auf, überformen sie zu einer eigen- ständigen Typologie und kombinieren Neu- bauten und Bestand zu einem attraktiven Gerüst räumlicher und funktionaler Verbin- dungen. Ein dichtes Netz von miteinander verknüpften, langsam befahrbaren Wegen und Loops verbindet die Hoods über die wichtigsten Sport-, Spiel-, Park-, Bildungs- und Erholungseinrichtungen untereinan- der und mit der Nachbarschaft. Die Hoods entwickeln sich graduell von der S-Bahn- Station im Stadtzentrum zum westlichen Landschaftsrand. Am Hauptankunftspunkt am Bahnhof Blumenberg entsteht ein städ- tisches Zentrum mit den wichtigsten Sozial- und Dienstleistungsinfrastrukturen. Auf die- se Weise werden der bestehende Bahnhof und Blumenber g mit der neuen Stadtstruktur verbunden und können von ihr profitieren. Die architektonischen Grundsätze unterstrei- chen diesen graduellen Übergang von Innen- hofblöcken im Osten über U-förmige Blöcke, die sich zur Landschaft hin öffnen, bis hin zu mehr punktuellen Strukturen im Westen. Ein sehr einfaches und robustes städtebauliches und landschaftliches Gefälle schafft eine klare Identität für die verschiedenen Hoods. Insbesondere die Vielfalt unterschiedlicher Typologien und Dichten mit einer hohen Kombinationsvielfalt kreieren letztlich eine eigene Identität für den Stadtteil. Jede Kreuzfelder Hood hat ihre eigene Identität, die sich in Nutzungen, städtebaulich- freiraumplanerischer Gestaltung und Atmosphären widerspiegelt. Hood Eins Hood Zwei Hood Drei Hood Vier Hood Fünf Abb. 23: Baufelder 38 2.1.1 Baufelder Öffentlich (öffentliche Grün- und Freiräume) Halböffentlich (vorwiegend nutzerabhängige Grün- und Freiräume) Privat Straße Hinweis: Ziffern geben Baufeldnummerierung an Legende Damit der städtebauliche Entwurf für Köln-Kreuzfeld in den kommenden Jahren Wirklichkeit werden kann, benötigt es eine sorgsame Einteilung der Flächen. Integrierte Planung 39 Die Integrierte Planung legt eine Flächenein- teilung des gesamten Plangebiets fest. Un - terschieden werden dabei zunächst öffentli- che und private Flächen und solche, die als semi-priv at beziehungsweise semi-öffentlich gelten, sei es aufgrund ihrer späteren Nut - zung oder der Art ihrer Entwicklung. Die Ver- kehrsflächen werden ebenfalls entsprechend ihr er Ausformung in öffentliche und private Verbindungen eingeteilt. Die nebenstehende Grafik zeigt die Baufelder in der Übersicht. Die Entwicklung Kreuzfelds in den kommen- den Jahren erfolgt auf unterschiedlichen M aßstabsebenen. Übergeordnet gibt es die Ebene der Region und der angrenzenden Nachbarschaften sowie die Ebene des Ge - samtareals. Darunter liegt die Entwicklung der einzelnen Hoods und der jeweiligen Bau- felder. So entsteht in Summe ein Raumge - rüst, das ausreichend Flexibilität lässt, um eine Vielzahl an Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Weg festzuschreiben oder neu zu definieren. Die einzelnen Hoods sind Inkubatoren für neue, innovative Nachbarschaftsmodelle. Gemeinschaftsorientierte Angebote und In - frastrukturen sind die Kerne der Hoods. Die V ergabe von Baufeldern und Grundstücken soll entsprechend so geregelt werden, dass sie neue Organisationsformen der nachbar - schaftlichen Gemeinschaftsbildung anregt. D ie neuen Vergabeverfahren können im Ent- wicklungsprozess erprobt werden ( siehe hierzu auch Kapitel 1.6, Umsetzung und Pha- sierung, S. 24). Die Flächen werden möglichst sparsam und mehrfach genutzt, Suffizienz soll als übergeordnetes Planungsprinzip integriert werden. Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Bildung finden in direkter räumlicher Nähe – über- und untereinander – statt. So entsteht eine abwechslungsreiche, lebendige und funk- tionierende Stadtstruktur. Abb. 24: Nutzungen Obergeschoss 40 2.1.2 Nutzungsmischung Das Leben im Übermorgen wird eine ab- wechslungsreiche Stadtstruktur erfordern, die Mischung, Adaption und Flexibilität von Nutzungen auf allen Ebenen mitdenkt. Nutzungsmischung wird in Kreuzfeld ho- rizontal und vertikal gedacht. Die höchste Nutzungs- und Bebauungsdichte soll sich in der Nähe zum S-Bahnhof Blumenberg Die Kreuzfelder Hoods beherbergen einen Nutzungsmix mit variablen Anteilen, je nach Charakter der jeweiligen Hood. Integrierte Planung Wohnen Gewerbe Kita Schulen Öffentliche Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobility Hubs Legende Abb. 25: Nutzungen Erdgeschoss 41 finden, in der östlichsten und urbansten Hood. Hier finden sich Einkaufsmöglichkei- ten, kleinteilige Dienstleistungsangebote, Co-Working-Spaces, aber auch Kultur- und Sozialeinrichtungen. Mit dem Bürgerhaus+, einer großzügigen Sportanlage, einer neu- en Stadtteilbibliothek inklusive Veranstal- tungsräumen und einem interreligiösem Be- gegnungsort entstehen hier Nutzungen mit Magnetwirkung über den Stadtteil hinaus. Entlang der Fußwegeverbindungen wird so viel Kleingewerbe und Versorgungsinfra - struktur wie nötig und sinnvoll angesiedelt, ohne dabei Konkurrenzen zu bereits beste- henden Angeboten zu schaffen. Gewerbe In allen Hoods sind Gebäude vor- gesehen, in denen sich Wohnen und Arbeiten im Homeoffice op- timal verbinden lassen. In eini- gen Bauten sind Flächenanteile für Büronutzungen angestrebt. Wohnen Gewerbe Kita Schulen Öffentliche Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobility Hubs Legende 42 Anteil der baulichen Nutzungen Anteil der baulichen Nutzungen in Quadratmetern und Prozentangaben für das Plangebiet: Als Katalysator für das Zugehö- rigkeitsgefühl zur Hood und den Zusammenhalt der einzelnen Nachbarschaften, aber auch für den übergeordneten Stadtteilzu- sammenhalt sind einige Nutzun- gen überlagert. So entstehen Orte für Austausch und Be- gegnung, die Ereignisdichte wird erhöht. Im Optimalfall können Sportangebote und Infrastruktureinrichtungen durch entspre- chende Betreiberkooperationen mehrfach genutzt und entsprechend gut ausgelastet werden. findet sich insbesondere um die Hoodmitten verteilt sowie in den Erdgeschosszonen der Mobilstationen. Schulen und Kitas gehören zu den prägenden Nutzungen in Köln-Kreuzfeld und können große Flächenanteile für sich be- anspruchen. Im Sinne des Bildungsstandorts Kr euzfelds lassen sich künftig mithilfe von politischer und institutioneller Unterstützung auch Ankernutzungen aus den Branchen Gesundheit, Bewegung und Ernährung so - wie Forschung und Wissenschaft ansiedeln. D ie sozialen und kulturellen Einrichtungen sind im Sinne unterschiedlicher Raumerleb - nisse auf alle Hoods verteilt, obgleich sich in der größten und urbanen Hood im Osten des Plangebiets zahlreiche Nutzungen in unmit - telbarer Nähe zur S-Bahn-Station gruppieren. Wohnen: rund 322.500 m² (57 %) Gewerbe: rund 42.000 m² (7 %) Bildung: rund 94.500 m² (17 %) Öffentliche Nutzungen: rund 32.000 m² (7 %) Gesundheit: rund 30.000 m² (4 %) Mobility Hub: rund 44.000 m² (8 %) Nutzungen gesamt: rund 565.000 m² (100 %) 43 2.1.3 H öhe und Dichte Integrierte Planung Der Übergang vom urbanen zum vorstädtisch-ländlichen Raum ist durch passende Typologien und gezielte städte- bauliche Akzente sorgsam komponiert. Abb. 26: Körnung der Hoods Urban Mix Ländlich Legende Die besondere Qualität des Entwurfs Wood- hood für Köln-Kreuzfeld zeigt sich in der Höhen- und Dichteentwicklung mit span- nungsreichen Stadträumen und hochwerti- gen öffentlichen Freiräumen. Je nach Hood ergeben sich daraus diverse städtebauliche Figuren. Die Ebene der Integrierten Planung und letztlich der Masterplan legen Geschossig- keiten und Dichten fest, die als Vorschlä - ge zu verstehen sind, in der Entwicklung jedoch an den Bedarf angepasst werden können. Die entsprechenden Bereiche für Dichte- und Höhenentwicklung mit korre- spondierenden Nutzungsmischungen und Vorschlägen für städtebauliche Typologien wollen als Grundgerüst verstanden werden, sie sind ähnlich zu Spielregeln der Rahmen für die Entwicklung. Die hier dargestellte Ge- schosshöhen stellen Orientierungswerte dar, geltende Regelungen zu Abstandsflächen 44 werden bewusst zugunsten von Nutzungs- dichte, Infrastrukturauslastung und Ver - siegelungsanteilen an einigen Stellen über - schritten. Konkrete, für die Bauleitplanung relevante Entscheidungen zu Höhen sollten entsprechend erst nach sorgfältiger Prüfung aller für das jeweilige Baufeld und die Stand- orte relevanten Faktoren – beginnend bei den Abstandsflächen – getroffen werden. Grundsätzlich nimmt die Bebauungsdich - te zu den Rändern jeder Hood hin ab, die höchs ten Geschossigkeiten finden sich rund um die Hoodmitten. Auf diese Weise werden die Platzräume städtebaulich gefasst, von der rahmenden Bebauung lässt sich das Ge- schehen in den Hoodmitten gut beobachten. Zu den Rändern verlieren die Gebäude an Höhe, so entsteht ein fließender Übergang in den Landschaftsraum. Hochpunkte mar - kieren zudem den Stadteingang und den Übergang zu Blumenberg. Signifikante Hö- hen werden ebenfalls durch die Mobility Hubs vorgegeben. Soziale Kontrolle wirkt sich posi- tiv auf das Miteinander und das Sicherheitsempfinden der Be- wohner*innen aus. Abb. 27: Geschossigkeiten 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende 45 Eine Verdichtung rund um die zent- ralen Bereiche der Hoods sorgt für Lebendigkeit und Erlebnisdichte. Angaben zu Geschossigkeiten BGF Hood Eins rund 190.700 m² (34 %) BGF Hood Zwei rund 112.700 m² (20 %) BGF Hood Drei rund 63.500 m² (11 %) BGF Hood Vier rund 91.200 m² (16 %) BGF Hood Fünf rund 72.600 m² (13 %) BGF Blumenberg rund 34.000 m² (6 %) GFZ Hood Eins 0,97 GFZ Hood Zwei 1,29 GFZ Hood Drei 0,86 GFZ Hood Vier 0,85 GFZ Hood Fünf 0,91 GFZ Blumenberg 0,27 GFZ gesamt 0,86 Abb. 28: Durchlässiger Blockrand Abb. 29: Riegel 46 Zu Platzräumen wie der Hoodmitte oder den Wohnstraßen formen die Baukörper wo nötig klare Kanten und werden zum Landschafts - raum hin durchlässiger. Durch entsprechen- de Gebäudestellungen werden überwiegend T ypologien entwickelt, die baufeldbezogene Rückzugsorte generieren. Durch Variation dieses Grundgedankens entsteht eine hohe Diversität von Baukörpern innerhalb der ein- zelnen Hoods. Durchlässiger Blockrand. Die durchlässigen Blockränder finden sich vor allem in den urbanen Hoods. Teils offen, teils geschlossen, teils mit Durchgängen schaffen die Blockränder ein spannendes Raumgefüge und Wohnumfeld, das sowohl öffentliche Platzsituationen als auch ruhige- re Höfe generiert. Durch die öffentliche Nut- zung der Erdgeschosszone entsteht eine hohe Lebendigkeit, diese Typologie kann Nachbarschaftsbeförderer und Frequenz - bringer zugleich sein. Die Blockensemble bestechen durch leichte Adaptierbarkeit für gemeinschaftliche Wohnformen und flexib- le Grundrisse. Riegel. Riegel finden sich in allen Hoods an unter - schiedlichen Stellen wieder. Sie übernehmen klar gliedernde Funktionen im Raumgefüge und überzeugen durch vertikale Nutzungs- mischung, aktive Dachflächen sind möglich. D irekte Blickbeziehungen befördern das Kennenlernen der Nachbar*innen. Die Be - reiche um die Gebäude laden zur Aneignung dur ch die unmittelbare Nachbarschaft ein, geteilte Gärten werden gemeinsam bewirt - schaftet. Reihen- und Kettenhäuser. Diese Typologie kann den dörflichen Maß- stab näherbringen und mit individuellen Grundrissen, variierenden Gebäudehöhen In seiner städtebaulichen und architektonischen Vielfalt ist Kreuzfeld einzigartig, die Gebäudetypologien sind flexibel und funktional auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen abgestimmt. Der öffentliche Grün- und Freiraum wird in der Planung als Erweiterung der Gebäude betrachtet und umgekehrt. 2.1.4 Gebäudetypologien Integrierte Planung Abb. 30: Gebäudetypologien Abb. 31: Reihen- und Kettenhäuser Abb. 32: Sonderbauten und Punkte 47 und Fassaden für ein buntes Stadtbild sor - gen. Es kann (halb-)öffentliche Vorzonen geben, während Gärten oder Hinterhöfe ruhigere Räume bieten. Auch hier kann die öffentliche Erdgeschosszone kleinere ge- werbliche oder soziale Nutzungen beher - bergen, während in den oberen Geschossen Wohnnutzung stattfindet. Sonderbauten und Punkte. Die Sonderbauten stellen integrierte Quar - tiersbausteine dar, welche zentrale Stadt - funktionen beherbergen. Sie variieren in ihrer Geschosshöhe und F orm. Durch besondere Variation in der Fassade und dem umliegen- den Freiraum kann eine Verzahnung zwi - schen Innen- und Außenraum erzeugt wer - den. Öffentlich wirksame Nutzungen wie das Ärzt ehaus, Kultur-, Sport- und Freizeitein- richtungen sowie soziale Infrastruktur sol - len sich hier finden. Auf der zentralen Achse hin zu den S-Bahn-S tationen Kreuzfeld und Blumenberg finden sich vor allem kulturelle Nutzungen und gastronomische Angebote. Sonderbauten Blockrand Riegel Reihen- und Kettenhäuser Legende 48 2.1.5 W ohnen und Miteinander Köln-Kreuzfeld ist ein Stadtteil für alle. Die Angebotspalette für Wohnraum richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Einkommens-, Herkunfts-, Alters- oder Lebenssituationen. Integrierte Planung Wohneinheiten nach Wohnformen WE Geschosswohnungsbau: 3.101 WE WE Mehrfamilienhäuser: 321 WE WE Stadthäuser: 303 WE WE gesamt: 3.725 WE* *ohne Bezug zu KoopBLM (siehe Berechnung Kapitel 4.1, Flächenbilanz, S. 208) Blumenberg 67 WE WE Geschosswohnungsbau: 321 WE Hood Eins WE Geschosswohnungsbau: 1.201 WE WE gesamt: 1.201 WE Hood Zwei WE Geschosswohnungsbau: 964 WE WE Mehrfamilienhäuser: 25 WE WE Stadthäuser: 37 WE WE gesamt: 1.027 WE Hood Drei WE Geschosswohnungsbau: 246 WE WE Mehrfamilienhäuser: 31 WE WE Stadthäuser: 72 WE WE gesamt: 349 WE Hood Vier WE Geschosswohnungsbau: 430 WE WE Mehrfamilienhäuser: 155 WE WE Stadthäuser: 54 WE WE gesamt: 639 WE Hood Fünf WE Geschosswohnungsbau: 193 WE WE Mehrfamilienhäuser: 110 WE WE Stadthäuser: 140 WE WE gesamt: 442 WE 49 Möglich sind beispielsweise Geschoss- wohnungsbau, Mehrfamilienhäuser oder verdichtete Punktbauten (Stadthäuser), Wohneigentum, Mietwohnungen oder Bau- gruppen. Wohnen in zentralen Lagen ist ge- nauso möglich wie der Blick auf den grünen Stadtrand. Leben in Woodhood bedeutet mehr haben durch Teilen – Suffizienz soll als übergeordne - t es Planungsprinzip integriert werden. In der neuen Gemeinschaft sollen die zukünftigen Bewohner*innen die Chance bekommen, die Annehmlichkeiten des Ortes mit allen zu t eilen. Zusammenleben und Miteinander. Die Organisation der einzelnen Hoods ba - siert auf der Schaffung von vielfältigen Ge- meinschaften und sie trägt zur Entstehung von Gemeinschaften auf verschiedenen Maßstäben bei. Jede Hood bietet Platz für eine Vielzahl von Gebäudetypolo- gien zum Wohnen und Arbeiten, für Bildung und Begegnung. So können unterschiedlichste Be- wohner*innen unabhängig von Einkommen und Lebensphase ihren persönlichen „Wohnraum” in Woodhood verwirklichen. Abb. 33: Verortung Wohnungstypologien Geschosswohnungsbau I 80 m² Mehrfamilienhäuser I 100 m² Stadthäuser I 120 m² Legende In Köln-Kreuzfeld ist der nachbar- schaftliche Verbund besonders stark, sowohl auf Ebene der Kreuz- felder Hoods als auch zwischen diesen und in den angrenzenden Quartieren. So kann eine Vielzahl an Angeboten ge- schaffen werden, die für die gesamte Nach- barschaft nutzbar sind, ohne dass zwischen ähnlichen Angeboten Konkurrenzen ent - stehen. Zusammen erzeugen die Hoods ein lebendiges urbanes Ökosystem, das durch die Interaktion zwischen den verschiedenen Hoods stimuliert wird und auch die beste- henden Zentren ergänzt und belebt. Angebote wie gemeinschaftlich genutzte Gärten, das Bürgerhaus+, Elektroautos und sogar Dienst - leis tungen in direkter Nachbar - scha ft ermöglichen und fördern die Begegnung und Interaktion zwischen der Bürger*innen. 50 Wohnungsangebot und Wohnformen. Neben einer Einteilung in städtebauliche Gebäudeformen lassen sich auch folgende Typologien unterscheiden: Geschosswoh- nungsbauten mit im Schnitt 80 m² pro Wohn- einheit, Mehrfamilienhäuser mit im Schnitt 100 m² pro Wohneinheit sowie Stadthäuser mit im Schnitt 120 m² pro Wohneinheit. Anhand dieser Einteilung können Wohn- einheiten prognostiziert werden und erste Aussagen zu Wohnformen werden möglich. Eine andere Möglichkeit, die Zahl der Wohn- einheiten für das Gebiet vorauszusehen, ist die Berechnungsgrundlage, die das Koope- rative Baulandmodell vorgibt. Hier werden 90 m² bei einer Erstbelegung von 2,3 Perso- nen pro Wohneinheit verbindlich angesetzt. Dem Konzept entsprechend verteilen sich auch die Wohnungstypologien von städ- tisch zu dörflich, von höheren Anteilen der Geschosswohnungsbauten zu vermehrt Stadthäusern. Aufgrund der hohen Nach- frage nach Wohnraum in der wachsenden Metropole Köln, ökologischen Belangen und der daraus resultierenden Notwendigkeit einer gewissen Dichte überwiegen jedoch Geschosswohnungsbauten. Integrierte Planung Wohnen für alle Abb. 34: Verortung altersgerechter Wohnformen Ambulante Wohngemeinschaft Dauer- und solitäre Kurzzeitpflege Mehrgenerationenhäuser Seniorenwohnheim Legende Wohnen für alle. Wenn junge und alte Menschen zusammen- wohnen, entstehen viele Synergien. Die jüngere Generation kann von der Lebens- erfahrung und Weisheit der älteren lernen, während die Älteren von der Energie und dem Enthusiasmus der Jüngeren profitie- ren können. Durch den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen wie Wohnraum, Küche und Garten kann eine lebendige Gemeinschaft mit einem breiten Spektrum an Interessen und Fähigkeiten entstehen. Das Zusammenleben von Jung und Alt kann Toleranz und Verständnis för - dern und trägt dazu bei, soziale Isolation und Einsamkeit zu reduzieren. Neben dem klassischen Familienzusammenleben sind in Kreuzfeld auch neue Modelle des Zusam- menlebens denkbar. Im Zentrum steht der Leitsatz des gemeinschaftlichen Lebens aus der Stadtstrategie 2030+. Mehrgenerationenwohnen. In Köln-Kreuzfeld sollen sogenannte Mehr - generationenhäuser entstehen. Mehrge- nerationenwohnen bezeichnet eine Wohn- form, bei der Menschen unterschiedlicher Generationen in einer Gemeinschaft zu- sammen leben und arbeiten. Es geht darum, Synergien zu schaffen und voneinander zu lernen. Das Konzept umfasst sowohl ge- meinschaftliche als auch private Räume und basiert auf dem Prinzip der gegenseitigen Unterstützung und Rücksichtnahme. 51 Abb. 35: Theodora House, Kopenhagen I ADEPT Abb. 36: Theodora House, Kopenhagen I ADEPT Eine klare Differenzierung in der Fassadengestaltung verdeutlicht die Trennung von öffentlichen und privaten Flächen. Altersgerechtes Wohnen. Der fortschreitende demografische Wandel soll durch die Integration von altersgerech- ten Wohnformen in allen Hoods berücksich- tigt werden. Durch ein breites Spektrum an Wohnangeboten sowie eine Infrastruktur aus medizinischer Versorgung, betreuten Wohnangeboten und Pflegeeinrichtungen (Seniorenwohnheim sowie Dauer- und soli- täre Kurzzeitpflege) ist alt werden in Kreuz - feld möglich und gewünscht. Die zahlrei- chen Orte der Begegnung im eigenen Haus, in der Nachbarschaft und im Quartier stär - ken gerade im Alter die sozialen Beziehun- gen. Auch ein selbstständiger Alltag bis ins hohe Alter kann möglich sein: Im Innenhof kommen alle Genera- tionen zusammen. Ein Treffpunkt des Austausches entsteht. Durch vielfältige Mobilitätsfor men, gut e Anbindung und barriere arme öffentliche Räume. 52 Abb. 37: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT Wie in Abb. 37 erkennbar, können gemeinschaftlich genutzte Innenhö- fe den Zusammenhalt stärken und einen Außenraum in unmittelbarer Nähe zur Wohnung schaffen. 53 Studentisches Wohnen. Studentisches Wohnen unterscheidet sich von anderen Wohnformen durch seine spezi fischen Anforderungen an Lage, Budget und Gemeinschaft. WGs und Studieren - den wohnheime sind deshalb beliebt. Doch auch individuelle Lösungen wie Apartments oder Co-Living-Communities werden immer beliebter. Da Köln-Kreuzfeld mit dem ÖV gut erreichbar sein wird, ist der Stadt t eil auch für junge Erwachsene inte r essant. Im Rahmen der nächsten Planungsschritte sollen auch diese besonderen Wohnbedürf- nisse berücksichtigt werden. Mieten, kaufen, teilen. Die Wahl der Wohnform hängt selbstredend von den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten ab. Aufgrund unterschiedli- cher Bedarfe soll es in Köln-Kreuzfeld künftig sowohl Miet- als auch Kaufangebote geben. Ebenso wird es Raum für gemeinschaftliche Entwicklung von Wohnraum geben, etwa durch Konzeptvergaben. Als Beispiel hierfür werden Baugemeinschaften auf den nach- folgenden Seiten vertieft betrachtet. Abb. 38: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT Abb. 39: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT Abb. 40: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT 54 Attraktive Freiräume laden zur Aneignung und Aufhalt ein. Öffentliche Erdgeschosszonen dienen als Quartierstreffpunkt, hier treffen Be- wohner*innen des Hauses und Externe aufeinander. Die flexiblen Wohngrund- risse der oberen Geschosse können auf die persönlichen Bedürfnisse der Anwohnenden zugeschnitten werden. Der Eingangsbereich ist klar gekennzeichnet. 55 Balkone und Gärten dienen als pri- vate Außenräume und können indi- viduell gestaltet werden. Abb. 42 illustriert, wie Gewächs- häuser oder Wintergärten den Nut - zungsraum im eigenen Wohnkom- plex erweitern und Austausch sowie gemeinschaftliche Projekte fördern können. Das Zusammenspiel aus priva - ten und gemeinschaftlichen (Frei-) Räumen lässt einen lebendigen Ort entstehen. Menschen unterschied- lichem Alters treffen aufeinander. Abb. 41: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT Abb. 42: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT Abb. 43: Diagramm Wohnungstypen 56 Leben zwischen Häusern. Lebendige und attraktive Nachbarschaften entstehen durch aktive Bewohner*innen und belebte Orte. Die Notwendigkeit von sozia - len Kontakten innerhalb, aber auch zwischen den Gebäuden is t hierbei elementar. Daher ist für die Gestaltung und Planung eines le- bendigen Umfelds nicht nur die Wohnung an sich, sondern auch die Verbindung der Wohnung mit dem Außenraum wichtig. Zwar haben die baulichen Rahmenbedingungen keine unmittelbare Auswirkung auf die Qua- lität der sozialen Kontakte, dennoch kann eine be wusste Planung bewirken, dass diese Kontakte überhaupt erst zustande kommen. Fokus Baugemeinschaften. Da Baugemeinschaften zumeist stark ge- meinschaftlich und sozial engagiert sind und das Z usammenkommen unterschiedlicher Menschen (bspw. auch in Kooperation mit sozialen Trägern) aktiv leben, haben sie bei entsprechender baulicher Planung einen be- sonderen Einfluss auf das Leben zwischen den H äusern und tragen zu lebendigen Nach- barschaften bei. Zudem leisten Baugemein - schaften einen aktiven Beitrag gegen die zunehmende I ndividualisierung und Anony - misierung in städtischen Gebieten, in denen man zw ar Tür an Tür lebt, aber selten in Kontakt kommt. Aufgrund gestiegener Grundstücks- und Baupreise sind Baugemeinschaften gegen w ärtig eine beliebte Möglichkeit, trotz hoher Kosten die individuellen Wohnbedürf- nisse in städtischen Lagen zu verwirklichen. Baugemeinschaften als ein Modell des gemeinschaftlichen Wohnens sind ein zentraler Baustein der Stadt- und Quartiersentwicklung sowie ein Katalysator bei der Bildung von Nachbarschaften. Gemeinschaftliches Wohnen Integrierte Planung Abb. 44: Axonometrie Baugemeinschaften 57 Damit sind Baugemeinschaften ein Gegen - trend zu gleich zwei großen Herausforderun- gen in urbanen Lagen: Die vermeintlich wenig individuell wirk enden baulichen Entwicklun- gen großer Investoren mit oftmals seriellen, einheitlichen Wohnungen, die entweder ver- mietet oder nur im oberen Preissegment als Eigentum erworben werden können. Viele Menschen können sich aufgrund des an- gespannten Wohnungsmarkts daher weder die Wohnung noch den genauen Standort aussuchen. Gemeinschaftliches Bauen schafft dagegen Wohneigentum in zentralen Lagen und ein soziales Netzwerk vor Ort. Die Baugemein - schaft entwickelt durch den Bauprozess eine s tarke Bindung und wählt bewusst den Standort, um Identifikation und alte Netzwer- ke beizubehalten. Baugemeinschaften bin- den ihr Neubauprojekt auf besondere Weise in den S tadtraum und die Nachbarschaft ein. Leben in den Häusern. Auch für eine soziale Einbindung des Ein- zelnen in die Gemeinschaft innerhalb der Gebäude sind Baugemeinschaften zentral. Gemeinsam nutzbare Bereiche können an verschiedenen Orten im Gebäude platziert werden und zugleich unterschiedliche Per - sonengruppen der Baugemeinschaft an- sprechen. So kann es gemeinsame Räume für alle geben, Bereiche, die beispielsweise als Arbeitsräume für bestimmte Bewoh- ner*innen fungieren, es können offene Ge- meinschaftsgärten und -flächen im Innenhof und den Dächern vorgesehen werden oder auch geschützte Bereiche für Untergruppen bis hin zum individuellen Rückzugsort ent - stehen. Durch die Baugemeinschaften soll so ein lebendiges Haus für alle Lebenslagen entstehen. Wo und in welchem Umfang die- ses Modell gemeinschaftlichen Wohnens umgesetzt werden kann, wird im Laufe der weiteren Planung erarbeitet. 58 technologischer Entwicklungen muss der neue Stadtteil nicht nur robust, sondern vor allem flexibel sein. Köln-Kreuzfeld muss in der Lage sein, sich während der auf gut 15 – 20 Jahre angeleg- ten Entwicklung an völlig neue Bedarfe, Nut- zungsansprüche und letztlich neue Möglich- keiten der Stadtentwicklung anzupassen, um langfristig auch einen Mehrwert für alle umliegenden Stadtteile zu bieten. Die städtebauliche und funktionale Struk - tur der Hoods, gepaart mit innovativen Pro- zesswerkzeugen, gibt die Möglichkeit, die notwendige Adaptivität in der Entwicklung Wirklichkeit werden zu lassen. Dazu braucht es zum einen eine kritische Stadtgesell- schaft, die an gesetzte Ziele erinnert und auf aktuelle lokale Bedarfe hinweist, zum an- deren eine mutig und reflektiert steuernde Stadtverwaltung mit Rückhalt aus der poli- tischen Ebene. Während der baulichen Realisierung müssen Entwicklungs- und Betreiberkonzepte im- mer wieder synchronisiert und gegebenen - f alls an die übergeordneten Ziele angepasst werden (siehe hierzu auch Kapitel 1.6, Quer- schnittsthema Umsetzung und Phasierung, S. 24). Ausblick. Im Rahmen der technischen Masterplanung wird nun das städtebauliche Grundgerüst einer technischen Plausibilitätsprüfung un- terzogen. Die im Rahmen der Integrierten Planung skizzierte Ordnungsstruktur für die künftige bauliche Entwicklung wird auf den Prüfstand gestellt. Dies betrifft alle inhalt - Brandschutz. Die Feuer- und Rettungswache verfügt über eine leistungsfähige Anbindung an das umliegende Straßennetz. Die Einsatz - fahrzeuge können alle Straßen in Kreuz - feld befahren und im Notfall schnell reagie- ren. Die Anleiterbarkeit für Rettungs- und Löschfahrzeuge der Feuerwehr ist für die geplante Bebauung vorrangig über die öffentlichen und privaten Verkehrsflächen zu gewährleisten. Die erforderlichen Aufstellflächen und Wen- deradien für Rettungs- und Löschfahrzeuge sind in der vertiefenden Verkehrsplanung zu berücksichtigen. Für Gebäude, deren Fassaden aus städtebaulichen und verkehr- lichen Gründen nicht anleitbar sind, sind Sicherheitstreppenhäuser vorzusehen. Die Befahrbarkeit von privaten Grünflächen und Innenhöfen mit schweren Fahrzeugen ist durch bauliche Maßnahmen an den Ge- bäuden (z. B. durchgesteckte Grundrisse, zweiter Rettungsweg, Sicherheitstreppen- haus etc.) zu vermeiden. In Köln-Kreuzfeld ist zudem ein neuer Standort für eine Ret - tungswache geplant. Dieser soll (zum heu- tigen Planungsstand) auf ca. 3.000 m² Grundstücksfläche in der Hood Eins auf dem Baufeld 8 ver ort et werden. Neben der Rettungswache ist ein Gerätehaus der Frei- willigen Feuerwehr mit um die 4.500 m² Grundstücksfläche auf demselben Baufeld vorgesehen. Flexibilität und Adaptivität. Die Zukunft lässt sich trotz aller Beobach- tungen und Bemühungen der Trendfor - schung nur schwer vorhersehen. Angesichts tiefgreifender ökologischer, sozialer und 2.1.6. Ausblick Integrierte Planung 59 lichen Ebenen des Masterplans. Ziel ist es, eine verlässliche Grundlage für die Bauleit - planung zu schaffen. Konkret bedeutet dies, dass die Baufelder präzisiert werden und die künftige Parzel- lierung sowie ein sogenanntes Umlegever - fahren vorbereitet werden. Die Gebäude - t ypologien w erden in Bezug auf Eingänge und Erschließungskerne, Vorzonen und Frei- flächen weiter ausgearbeitet und es werden Entscheidungen bezüglich Geschossigkeit und Dichte getroffen. Flächen- und Funktionsverortung und die konzeptionelle Ebene der Planung werden weiter verfeinert. Das bedeutet, dass Aspek- te der Barrierefreiheit sowohl bei der Gestal- tung der Gebäude als auch bei der Planung von Frei- und öffentlichen Räumen sorgfäl- tig berücksichtigt werden. Aktuell befindet sich bereits eine Entwick - lungsgesellschaft in der Vorbereitung, deren Fokus in der Umsetzung Köln-Kreuzfelds liegt. Entsprechend werden in den kommen- den Jahren die Realisierungs- und Erschlie- ßungskonzepte gemeinsam mit Verwaltung und Fachplanenden erarbeitet. Abb. 45: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands Der neue Stadtteil Köln-Kreuzfeld ist in ein hochwertiges grünes Umfeld eingebettet. Die Entwicklung der Kulturlandschaft reicht Jahrtausende weit zurück und hat Wälder, Felder und Wiesen entstehen lassen. Ziel ist es, diese Raumqualitäten bei der land- schaftsgestalterischen Planung zu beachten und weiter zu stärken. In den kommenden Jahren soll so ein ländlich-urbanes Quartier entstehen, das die Prinzipien einer Gartenstadt zukunftsweisend weiterentwickelt. Das Freiraumkonzept umfasst sow ohl gr oße Flächen und Parkan - lagen als auch kleinr äumige Begegnungs- und Nachbarschafts- räume und dient Bewegung, Aufenthalt und Naherholung. In dieser Planungsphase sind die Entwicklung einer Sport- und Spielland- schaft, die Weiterentwicklung der als städtebauliche Bildungsland- schaft ausgestalteten Grünen Mitte und die gestalterische Pro- grammierung der Hoodmitten Teil des Prozesses. 2.2 Freiraum Integrierte Planung 62 Abb. 46: Landschaftsgestaltungsplan Um Kreuzfeld in das städtische Gefüge zu integrieren, übernimmt der Freiraum eine wichtige Rolle bei der Vernetzung und Auf - wertung bestehender Nachbarschaften. Der Erhalt und die Weiterentwicklung be- stehender Grünstrukturen, wie die des Allu- vialparks, sind dabei von großem Wert und werden in die Planung integriert. Durch die behutsame Entwicklung der Flächen kann eine artenreiche, an den Klimawandel ange- passte Landschaft entstehen, die Themen wie den nachhaltigen Umgang mit Regen- wasser und Überflutungsschutz bei Stark - regen mitdenkt. Abb. 47: Übergeordnete Landschaftsstruktur Grüne M itte Alluvialpark Blumenberger Parks Chorweiler Nord Park 63 Abb. 48: Übergeordnetes Landschaftskonzept 64 2.2.1 Landschaftskonzept Woodhood beginnt mit der Landschaft. In Köln-Kreuzfeld wird die Grundstruktur des Quartiers durch die Landschaft und die Kul- turgeschichte des Ortes definiert. Die Nähe zu prägenden Landschafts- und Erholungs- räumen wie dem FFH-Gebiet „Worringer Bruch“ und dem nur drei Kilometer entfernt verlaufenden Rhein kennzeichnen das Areal. Die Grundlage des neuen Stadtteils bilden jedoch die Wälder und die seit Jahrtausen- den durch den Menschen geprägte Kultur - landschaft um das Entwicklungsgebiet. Den Mehrwert dieser ortsspezifischen Strukturen zu erkennen und in einen Frei- raum mit urbanem Kontext zu übertragen ist Aufgabe der aktuellen Planung. Köln- Kreuzfeld greift die großräumigen Land- schaftsstrukturen auf und schafft so ein ab- wechslungsreiches Netz an Landschaften mit eigenen Charakteristika. Elemente wie bestehende Gehölzstrukturen sollen durch neue und ergänzende Baumpflanzungen im Landschaftsraum von Kreuzfeld weiterge- führt und agrikulturelle Nutzungen der an- Integrierte Planung Abb. 49: Waldstrukturen Abb. 50: Freiraumelemente um Köln-Kreuzfeld 65 grenzenden Freiflächen in einer dem Quar - tier angepassten Form weiterhin angeboten werden. Dieser Ansatz trägt maßgeblich dazu bei, den neuen Stadtteil mit der gewachsenen Landschaft zu verweben. Diese neue Natur- infrastruktur durchdringt die gesamte Um- gebung und vernetzt Erholungsräume mit ökologischen Korridoren. Im Zentrum ent - steht ein charakteristischer Freiraum – die „Grüne Mitte“ –, die Stadt und Landschaft, aber vor allem Menschen auch aus dem gesamten Kölner Norden zusammenbringt und Austausch und Bewegung aktiv fördert. Im Einklang mit dem Leitsatz zu Umwelt - aspekten der Stadtstrategie schafft das K onzept einen klimagerechten und umwelt - freundlichen Grün- und Freiraum, wo auch für gesunde L ebensverhältnisse gesorgt wird. Verbindung mit Blumenberg. Die Kreuzfelder Hoods werden durch den Freiraum mit Blumenberg verknüpft. Be- stehende Parks und Grünflächen in und um Blumenberg können durch die freiraum- fokussierte Planung des neuen Stadtteils fortgeführt und in die neuen Strukturen übergeleitet werden. Blumenberg und Köln- Kreuzfeld wachsen über den gemeinsamen Freiraum zusammen. Waldstrukturen. Viele Baumbestände und Waldstrukturen um Köln-Kreuzfeld sind gewachsene Bio- tope und Erholungsraum in einem. Existie- rende Flächen sollen bestmöglich erhalten bleiben, sie werden mit Hilfe des Konzeptes der Woodhood ergänzt und in einem städti- schen Kontext weitergedacht. Angebote und Charakter. Die produktive Kulturlandschaft, Wald und Parkareale bieten bereits heute Potenziale für eine vielfältige und individuelle Naher - holung sowie Raum als Habitat für eine ge- sunde Flora und Fauna. Mit Köln-Kreuzfeld werden diese Angebote standortgerecht er- gänzt, sie stärken damit die Vernetzung und Strahlkraft des Ortes. Mit dem neuen Stadt- teil sollen langfristig resiliente Freirauman- gebote geschaffen werden. Abb. 51: Übergeordnetes Freiraumkonzept Woodhood 66 2.2.2 Freiraumkonzept Kulturlandschaft, Wald und Alluvialpark um- rahmen Kreuzfeld nicht nur, sie fließen viel- mehr in die neuen Nachbarschaften und die dazwischenliegenden Freiräume hin- ein. So kann sich Köln-Kreuzfeld die Land- schaft aneignen und sie im Sinne einer zu- kunftsweisenden, gesunden und nachhalti- gen Stadtentwicklung weiterdenken. Wo Wald, Park und Kulturlandschaft aufein- andertreffen, entsteht ein Park im Kern des neuen Stadtteils. Die Grüne Mitte wird we- sentlicher Bewegungsraum, Lernlandschaft und Knotenpunkt des Quartiers. Der Park liegt primär zwischen den fünf Kreuzfel- der Hoods, erstreckt sich dann jedoch wei- ter in den Süden des Quartiers, wo er sich im Übergang zum angrenzenden Freiraum zu einer extensiven Wald- und Wiesenflä - che entwickelt. Diese fließenden Übergän- ge finden sich an vielen Stellen des Land- schaftsraumes wieder. Die städtebauliche Entwicklung lässt dabei maximalen Raum für die Natur, wodurch landschaftliche Quali t äten und Potenziale besonders gut genutzt werden können. Die Räume folgen der vorhandenen, meist nur leicht geneigten Topografie. An den Rändern im Süden und Osten prägen die natürliche Eintiefung der Alluvialrinne sowie die bautechnische Über- Produktive Landschaft Alluvialpark Grüne Mitte Wald Integrierte Planung Abb. 52: Konzeptschnitt produktive Landschaft Abb. 53: Konzeptschnitt Grüne Mitte Abb. 54: Konzeptschnitt Alluvialpark 67 formung durch den S-Bahn-Tunnel und die Mercatorstraße das Gelände. Diese Topo- grafie definiert die Grundlage für die Was- sersammlung und -speicherung sowie die Klimaanpassung. Darüber hinaus schafft der neue Freiraum Platz für bestehende Ökokorridore, die in den großzügigen Flä - chen zwischen den Kreuzfelder Hoods fort - geführt werden. Produktive Landschaft. Die produktive Landschaft im Norden Kreuzfelds knüpft an die landwirtschaftlich genutzten Flächen an. In diesem ausgewie- senen Raum werden unterschiedliche Bau- steine angeboten, die sich untereinander mischen und so einen produktiven Erlebnis- raum mit vielen Qualitäten entstehen lassen. Grüne Mitte. Als verbindender Freiraum hat die Grüne Mitte die Aufgabe, Erholungs- und Erlebnis- raum mit Verbindungsfunktion zu sein. Die ausgedehnte Fläche von über 5,7 ha allein im inneren Bereich kann all das durch ihre spezifische Struktur besonders gut leisten. Eine effiziente Wegeführung verbindet nicht nur die Hoods, sondern auch Sport- und Spielangebote sowie die an den Park an- grenzenden Schulen miteinander. Alluvialpark. Die Verbindung zu bestehenden Strukturen wie die des Alluvialparks ist für die Entwick- lung des neuen Stadtteils von großer Bedeu- tung. Neben der hohen Dichte an Bestands- bäumen und einer prägnanten Topografie sticht die S-Bahn-Station Blumenberg he- raus, die in Zukunft von einer Barriere zum Bindeglied von Freiraum und Stadt transfor- miert werden soll. vielfältige und hochwachsende Wiesenflächen einfache Verbindung der Stadtteile Pflege der bestehenden Grünflächen Abgrenzung durch Pflasterung Abgrenzung durch Pflasterung heimische Obstbaumarten Topografie als Teil der Landschaft Landschaftsspielplatz Spielplatz im Park Bestandswald Rad- und Fußweg diverser Freiraum mit ökolog. Wert PermakulturObstwiese Essbarer Wald Weg Abb. 55: Grünflächenplan: Produktive Landnutzung 68 Urbane Landwirtschaft. Angrenzend an die Kreuzfelder Hoods soll im Norden des Gebietes eine produktive Landschaft entstehen, die im urbanen Kon- text neue Formen der Landwirtschaft nutzt. Weg von traditionellen Kleingärten, exklu- siven und privatisierten Grünflächen, hin zu inklusiven, zugänglichen und sichtbaren Produktionslandschaften. 2.2.3 U rbane Landwirtschaft Flächen innerhalb des Sportfeldes Typ C werden nicht mitgerechnet Das weitläufige Areal wird Teil der öffentlich zugänglichen Grün- und Erholungsflächen und leistet damit einen Beitrag zur Erweiterung des Angebotes lokaler gemeinschaftlicher Lebensmittelproduktion. Integrierte Planung Flächen können professionell, aber auch durch Anwohnen- de bewirtschaftet und gestaltet werden. 69 Dabei ist ein mosaikhafter Wechsel von Flächen angedacht, der sowohl land- schaftlichen Mehrwert hat als auch den Austausch der Bewohner*innen unter- einander unterstützt. Das weitläufige Areal wird Teil der öffentlich zugänglichen Grün- und Erholungsflächen und leistet damit einen Beitrag zur Erwei- terung des Angebotes. Kreuzfeld kann da - mit neue Modelle der gemeinschaftlichen Lebensmittelproduktion und Landbewirt - schaftung fördern, einschließlich gemein- schaftlicher Obstgärten und anderer Kul- turen. Darunter zählen Weinreben an den leichten Hängen im Nordosten, Gemüse- anbauanbau für den lokalen Gebrauch, Blu- menanbau für die saisonale Verwendung oder Bodenverbesserungen für landwirt - schaftliche Folgenutzungen. Diese Modelle sind so gewählt, dass sie eine visuelle und funktionale Verbindung mit dem landwirtschaftlichen Kontext und der Geschichte des Gebiets beibehalten. Pro- duktive Landschaften wie essbare Wälder, Permakultur und gemischte Bepflanzung, die durch Mischbepflanzung und Permakul- tur-Methoden geprägt sind, können vielfälti- ge Lebensräume und biologische Vielfalt im Siedlungsraum um Köln-Kreuzfeld schaffen. Anteil der produktiven Landnutzung Permakultur rund 20 .800 m² Gemeinschaftsgärten rund 1 6.800 m² Essbarer Wald rund 21. 700 m² Obstwiese rund 1 7.000 m² Gesamt rund 7 6.300 m² Die Landnutzung wird auch als Teil von Umwelt-, Bildungs- und Beteiligungsprogrammen der Ge mein schaft dienen. Abb. 56: Anbau fördert gemeinschaftliche Interaktion I Karres en BranAbb. 57: Gemeinschaftsobstgärten und Permakultur I Karres en Brands Abb. 58: Konzeptschnitt produktive Landnutzung Abb. 59: Konzeptschnitt produktive Landnutzung 70 Topografie als Bestandteil der Landschaft Hangnutzung auf dem Wall ist möglich Abgrenzung durch Pflasterung Fester Picknick- Tisch Landwirtschaftliche Fläche mit ökologischem Anbau vielfältige und hochwachsende Wiesenflächen Pflege heimischer Obstbaumarten Essbarer Wald PermakulturObstbaumwieseGemeinschaftsgärten Obstwiese Weg Essbarer Wald Permakultur Gemeinschaftsgärten Abb. 60: Grünflächenplan mit „Grüner Mitte” und intensiv genutzter Landschaft 71 Die Landschaft soll als multifunktionale Freifläche und als Ort der sozialen Interak - tion dienen. Der am intensivsten genutz - te Bereich ist die Grüne Mitte. Inmitten der fünf Hoods gelegen, ist der als natur- nahe Parklandschaft angelegte Freiraum Vermittler und Verbindung zwischen den Nachbarschaften. Durch die Grüne Mitte soll der Austausch zwischen den Hoods gefördert werden. Schnelle und langsame Verbindungswege spannen sich hier zwischen den Hoods auf und ermöglichen eine sichere und ange- nehme Verbindung, etwa zwischen S-Bahn- 2.2.4 Grüne M itte und mehr Anteil intensiv genutzter Landschaft Grüne Mitte rund 54.800 m² äußer er Bereich rund 27 .300 m² Lärmschutzwall/-wand Soll insg.: 82.500 m² I st insg.: rund 82.1 00 m² Die neue Landschaft der Kreuzfelder Hoods ist regenerativ, produk- tiv und erhöht die Biodiversität, ohne dabei an Erholungsfunktion einzubüßen. Station und Arbeitsplatz oder Schulstand- ort und Wohnort. Der Weg durch die Grüne Mitte ist die kürzeste fußläufige Verbindung zwischen S-Bahn-Station und den weiter - führenden Schulen. Integrierte Planung Abb. 61: Artenreiche und informelle Parklandschaft I Karres en Brands Abb. 62: Gemähter Weg im Quirijn Park, Tilburg I Karres en Bra Abb. 63: Konzeptschnitt Grüne Mitte mit Spiellandschaft und Wäldchen Abb. 64: Konzeptschnitt 72 Die Schulen umrahmen die Grüne Mitte. Bei den zwei weiterführenden Schulen ist die Überlagerung von Schulhof und Park möglich. Dies öffnet die Stadt zum Freiraum und er - möglicht den Anwohner*innen neue Nutzun- gen sowie einen weitläufigen Freiraum, der Raum für Entdeckungen und Erholung lässt. Wasser ist, wie im gesamten Quartier, auch hier eine sichtbare Komponente, die das Thema Retention zum Gestaltungselement erhebt und für die Bewohner*innen erleb- bar macht. Im Süden des Areals, in dem sich die Grüne Mitte über den Hood-Loop hinaus ausweitet, wird das Wasser zu einem Be- standteil des Parks, der hier eine Überleitung in die angrenzende Landschaft gestaltet. Ein Teil der naturnahen Parkgestaltung der Grü- nen Mitte ist das Anlegen von Wildblumen- wiesen als Lebensraum für verschiedene Tiergruppen. Diese Wiesen können auch von Anwohner*innen genutzt werden und bie- ten viel Raum für Erholung. Die Bereitstel- lung einer Vielzahl an Habitaten im gesam- ten Plangebiet, darunter Retentionsflächen, saisonal überschwemmte Niederungen, Obstbaumwiesen und Wälder sowie stel- lenweise eine reiche Strauchschicht kann in Kombination mit geeigneten Pflege- maßnahmen die Artenvielfalt innerhalb des Quartiers fördern. Wiesenzone Weg Spielplatz in der Grünen Mitte Wäldchen + Wiesen in der Grünen Mitte Rad- und Fußweg Rad- und Fußweg vielfältige und hochwachsende Wiesenflächen vielfältige und hochwachsende Wiesenflächen Freiraum mit ökologischem WertLandschaftsspielplatz in der Grünen Mitte dicht bepflanzte Zone Weg gemähter Weg gemähter Weg PRINZIPIEN 73 Dorfanger wird Hoodmitte. Die Hoodmitte ist ein zentraler Treffpunkt und konzentriert verschiedene Angebote gut erreichbar im Zentrum der Nachbar - schaften. Keine Mitte ist gleich. Zwar stehen einige Angebote in allen fünf Hoods gleichermaßen zur Verfügung, die Nachbarschaften bilden jedoch durch ihre Gestaltung und thematische Schwerpunkte einen ganz individuellen Charakter. Raum für Menschen – nicht für Autos. Die Hoodmitte ist besonders barrierearm in den Raum eingebettet und spannt sich als multifunktionaler Freiraum von Gebäude- front zu Gebäudefront auf. Kreuzfelder Büdchen. Als fester Bestandteil der Kölner Stadtkultur erhält das Büdchen in Kreuzfeld eine indi- viduelle Ausgestaltung. Es kann zu einem Anker der Nachbarschaft und alltägliche An- laufstelle werden. 2.2.5 Hoodmitten Die Hoodmitten sind individuell gestaltet und wirken als Magnet für Anwohnende und Besuchende aus anderen Nachbarschaften. Integrierte Planung Abb. 65: Aufbau Hoodmitten 74 Zwischen den Schwerpunktthemen Wasser, urbane Produktion und grünes Quartierszen- trum entwickeln die Kreuzfelder Hoods auch mit H ilfe der Freiraumprogrammierung eige- ne Identitäten. Die Pavillons können hierbei einen Kiosk , aber auch eine andere thematisch passende Funktion beherbergen, die an den Charakter der jeweiligen Kreuzfelder Hood anknüpft. Die Gemeinschaftsfläche der Hoodmitten ist im Regelfall durch die Hood Kitas und sozia- le Funktionen gerahmt, sodass sie den Zwi- schenraum fassen. Die Gestaltung bezieht alle umliegenden Gebäude in den Raum mit ein, deren Erdgeschosszonen zugleich durch vielfältige Funktionen belebt werden. Pkw werden soweit möglich von den Hoodmitten ferngehalten, sodass ein weitläufiger Raum für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und ein buntes Miteinander entsteht (siehe hier - zu auch Kapitel 2.5, Bildung, Jugend, Sport, K ultur & Soziales. S. 146). Hood Fünf – 4.300 m² Inkl. Spielplatz (1.100 m²) Hood Zwei – rund 9.200 m² Inkl. Spielplatz (1.200 m²) Hood Vier – 4.000 m² Inkl. Spielplatz (1.000 m²) Hood Eins – rund 9.100 m² Inkl. Spielplatz (1.200 m²) Hood Drei – 2.000 m² Inkl. Spielplatz (500 m²) Hood Eins | Stadt und Wald Hood Zwei | Wasser Hood Drei | Markt Hood Vier | Generationen Hood Fünf | urbane Landwirtschaft Legende Größe der Hoodmitten in m² Abb. 66: Grünfläche mit Spielelementen I ADEPT Abb. 67: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands Abb. 68: Konzeptschnitt Gemeinschaftsgarten Abb. 69: Konzeptschnitt Generationentreff Abb. 70: Konzeptschnitt Straßenraum Abb. 71: Konzeptschnitt Retentionslandschaft 75 Büdchen Platz + BaumbestandGehweg Gemeinschaftsbeete Büdchen Spielplatz im Grünen Büdchen + Ernteverkauf Spielwiese Wohn- haus Gehweg + Flexzone Befahrbarer Bereich Gehweg Hood Platz Hood Platz Grünfläche mit Retentionsraum Platz + Baumgruppen Kita Sitzgruppen + Belichtung Aneignungs- fläche Gewerbe oder Gastro im EG Treffpunkt Kölner Büdchen. „Sie sind im gesamten Stadtgebiet zu finden und bieten meist ein breitgefasstes Spektrum an Waren (...). Laut einer Statistik der IHK Köln gibt es an die 1000 Kioske dieser Art. ” „Fast jede*r Kölner*in hat ein eigenes Stamm- oder Lieblingsbüdchen. Und natürlich hat auch jeder Kiosk seinen ganz eigenen Charme. ” Kreuzfelder Büdchen. Das Kreuzfel der Büdchen soll ein fester Bestand t eil der fünf Kreuzfelder Hoods sein. Es kann Anlaufpunkt für einen schnellen I mbiss, die neueste Zeitung oder einen Plausch unter Nachbarn sein. Besitzt die Hood einen Gemeinschafts- garten, so kann das Büdchen auch schon mal einen Ger äteschuppen be- sitzen. Findet in einer Hood der Wo - chenmarkt statt, dann liegt das Büd - chen gelegentlich inmitten der Stände. Abb. 72: Übergeordnete Funktionen des Alluvialparks 76 2.2.6 Alluvialpark Die Verbindung zu bestehenden Struktu - ren wie der des Alluvialparks ist für die Ent - wicklung des neuen Stadtteils von großer Bedeutung. Um Kreuzfeld an den beste - henden Stadtteil Blumenberg anzubinden, wir d die angrenzende Grünstruktur west - lich von Blumenberg weitergedacht und als Teil des Freiraumnetzwerkes zwischen den neuen Nachbarschaften entwickelt. Neben der hohen Dichte an Bestandsbäumen und einer prägnanten Topografie sticht die S-Bahn-Station Blumenberg heraus, die in Zukunft zum Bindeglied von Freiraum und Stadt transformiert werden soll. Der großflächige Baumbestand wird dabei unter dem Aspekt der Verkehrssicherungs- pflicht gepflegt und als charakteristisches M erkmal des Alluvialparks entwickelt. Auch Spiel- und Sportangebote sowie ein gut ver- netztes Wegesystem werden ergänzt, sodass qualit ative Freiräume entstehen, die gemein- sam mit Wald und Topografie ein Bindeglied zwischen Blumenber g und Kreuzfeld bilden. Integrierte Planung Abb. 73: Grundprinzipien Pflanzkonzept 77 Bei Neupflanzungen folgt Kreuzfeld einer übergeordneten Pflanzstrategie, die klima - resiliente und heimische Pflanzen vorsieht. Der facettenreiche Freiraum von Kreuz - feld integriert Baumpflanzungen flächen- deckend im gesamten Areal des Quartiers. Dabei wird ortsspezifisch gepflanzt, so dass im Norden des neuen Stadtteils eine produktive Stadtlandschaft entsteht und in den südlichen Bereichen von Kreuzfeld dichtere Baumpflanzungen aus geeigne- ten Arten die Stadtlandschaft an bestehen- de Waldstrukturen anbinden. Für die Gestaltung und Strukturierung des Raumes können Bäume als lenkende Be- pflanzung entlang wichtiger Wegstrukturen wie der Mercatorstraße oder auch als ein- fassende Gruppen in weitläufigen Parkarea- len gesetzt werden. In Städten haben Bäu- me insbesondere im Bereich von Straßen 2.2.7 Pflanzkonzept keine Bepflanzung auf Bahntunnel bestehende Wald- und Gehölzstrukturen Abstand zur Sportanlage Sichtachsen Legende Integrierte Planung Obstbaumwiesen und essbare Wälder als Bestandteil der pro- duktiven Stadtnatur. Abb. 74: Pflanzkonzept gesamt 78 und Verkehrswegen einen wichtigen küh- lenden Effekt auf ihre Umgebung und spen- den Schatten an heißen Sommertagen. Fer- ner sind Bäume in bewohnten Gebieten als Nahrungsquelle und Lebensraum Bestand- teil von Biotopen. Als Bestandteil der Grünen Mitte werden aufgelockerte Baumpflanzungen geplant, die sich in Gruppen und als gemischte Wäldchen über das Landschaftsraster aus Wiesenflächen, Sport- und Spielangeboten sowie retentionsfähigen Flächen verteilen. Heimische und klimaresilientere Arten kön- nen dabei einen Beitrag zu einem gesunden und nachhaltigen Aufbau der Landschaft leisten. Durch eine gezielte Pflanzung der Bäume werden Sichtachsen durch den Park und zwischen den Kreuzfelder Hoods ge- formt, sodass die Größe des Parks durch Parkbepflanzung lockere Baupflanzungen innerhalb der Hoods Obstbäume essbarer Wald Hoodmitten Wald Legende 79 geplante Öffnungen im Raum erfahren wer- den kann. Die freizuhaltende Abdeckung des S-Bahn-Tunnels wird nicht mit Bäumen bepflanzt, aber besonders behutsam in den Raum integriert. Entlang der kompakten Straßen wird bewusst auf eine durchgängi- ge Bepflanzung verzichtet. Locker gesetzte Bäume innerhalb der Flexzonen begrünen den Straßenraum und brechen Hierarchien zwischen Verkehrsfläche und Stadtraum zu- gunsten eines dörflichen Charakters auf. In den Hoodmitten wird die Bepflanzung verdichtet, sodass angenehme Grünräume mit geschütztem und anregendem Charak - ter entstehen. Hier können sich typische Stadtbäume mit Ziergehölzen mischen. In den von urbaner Landwirtschaft gepräg- ten Hoods können Obstbäume hinzukom- men. Besonders wichtig ist ein größtmög- licher Erhalt der Bestandsstrukturen. Im Alluvialpark beispielsweise wächst dichter Gehölzbestand, hier werden behutsame Pflegemaßnahmen zur Herstellung der Ver- kehrssicherheit für die neuen Nutzungen vorgenommen. Das Wäldchen im Zentrum der Hood Eins wird möglichst auf die An- forderungen seiner neuen Lage wie Sicher - heit, Reduzierung von Angsträumen, Weg- findung und Hood-Struktur abgestimmt. Für Anwohner*innen genauso wie für Besu- cher*innen kann dieser bereits bestehen- de Gehölzbestand am Eingang des Stadt - teils zum Wahrzeichen von Köln-Kreuzfeld werden. Kreuzfeld kann und soll mit einem durchdachten und zukunftsgerechten Um- gang mit Stadtbäumen begrünt werden. Hierfür wird es umso wichtiger sein, die städtische Entwicklung gemeinsam mit der des Freiraums zu denken und den stetigen Wandel und Wachstum dieser Räume als Chance zu verstehen. Der gesamte Freiraum von Kreuzfeld wird zur Sport- und Spiellandschaft. 2.2.8 Sport - und Spiellandschaft Abb. 75: Integrierte Sport- und Spiellandschaft Sportangebot. Die Sport- und Spielangebote werden im Freiraum platziert, der die Kreuzfelder Hoods umschließt. Dabei bilden multifunk - tionale Kleinspielfelder in der Grünen Mitte gemeinsame Cluster mit den zum Park aus- gerichteten Schulstandorten. So können Synergien zwischen diesen Anlagen ent - stehen und die gut erreichbaren Sportfel- der können gleichzeitig angemessenen Ab- stand zur Wohnbebauung halten. Direkt an die Kreuzfelder Hoods angegliedert verläuft Der Stadtteil Kreuzfeld folgt in seiner Ent - wicklung auch dem Leitprinzip der gesunden Stadt. Entsprechend haben qualitätsvolle Sport- und Spielstätten in der Planung einen besonderen Wert. Es finden sich Angebote für unterschiedliche Altersgruppen und Be- dürfnisse innerhalb der weitläufigen Stadt - landschaft, die einfach und barrierefrei er - reichbar sind. Auch hier wird die Verbindung nach Blumenberg durch die Aufwertung be- stehender und die Entwicklung ergänzender Angebote im Alluvialpark gestärkt. Sportflächen Sportflächen SEK I Sportflächen SEK Il multifunktionale Kleinspielfelder Sportanlage Nord Hood-Loop-Weg Bestehende Sportanlage Basketballfeld Spielflächen Großspielplatz Hoodspielplatz Parkschulhöfe Landschaftsspielplatz Waldspielelemente Integrierte Planung Freiflächen Wald Wiesen Produktive Landnutzung Lärmschutz Intensive Landnutzung 80 Abb. 76: Sport und Spiel integriert im Freiraum I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands Abb. 77: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands Hoodmitten bietet jeweils ein großer Spiel- platz Raum für die Kinder der Nachbar - schaft, um gemeinsam in direkter Nähe der Wohnhäuser, Cafés und kleinen Ge- schäfte zu toben. Damit ist eine besonders gute soziale Kontrolle und selbstständi- ge Erreichbarkeit dieser sensiblen Be- reiche gewährleistet. Auch die wohnungs- nahen Spielangebote für Kleinkinder auf den Baufeldern werden nach vorgeschriebenen Richtwerten eingeplant. Im Allgemeinen kön- nen die Bewohner*innen Kreuzfelds auf eine breite Auswahl an Spielangeboten zugrei- fen, die thematisch und altersgerecht kon- zipiert sind. Darunter fallen Kleinspielplätze für jüngere Kinder, Landschafts-, Sport- und Erlebnisspielplätze sowie eine an die Sport - anlage Nord angegliederte Spielfläche mit Bewegungsangebot. Auch hier sind Bar - rierefreiheit und Anfahrbarkeit mitgedacht (siehe hierzu auch Kapitel 2.5, Bildung, Ju- gend, Sport, Kultur & Soziales, S. 146 ff.). eine Lauf- und Radstrecke auf dem soge- nannten Hood-Loop-Weg. Entlang kleine- rer Sportstationen und Rastplätze führt er an allen Nachbarschaften vorbei. Für die Bürger*innen erstrecken sich so 2,1 km Rad- und Laufstrecke, immer entlang der Grünen Mitte, ohne Pkw-Infrastrukturen zu kreuzen. Der gesamte Freiraum von Kreuzfeld wird damit in eine konzeptuel- le Sport- und Spiellandschaft eingeglie- dert. Von Kreuzfeld aus knüpfen weitere Routen in das Umland an. Dazu gehört auch der Dresenhofweg, der als Radschnellver - bindung in Richtung Roggendorf und Chor - weiler entwickelt werden soll (siehe hierzu auch Kapitel 2.5, Bildung, Jugend, Sport, Kultur & Soziales, S. 146 ff.). Spielangebot. Die vielfältigen Spielangebote sind, an- ders als die Sportanlagen, auch im Innern der Kreuzfelder Hoods verortet. In den 81 Abb. 78: Konzeptschnitt, Lärmschutz als Tribüne Abb. 79: Konzeptschnitt, Lärmschutz mit Gehölzpflanzungen Abb. 80: Konzeptschnitt, Sportanlage Nord und Spielplatz mit Bewegungsangeboten Abb. 81: Konzeptschnitt, Sportanlage Nord mit Übergang zu Hood Drei 82 Sportfeld Kampfbahn Typ C Lärmschutzwall Privates Grün Wiesenfläche Spielplatz mit Bewegungs- angeboten Lärmschutzwall Lärmschutz Lärmschutzwall Lärmschutzwall Gehölz- pflanzungen Gehölzpflanzungen Gehölzpflanzungen Tribüne Lauf- bahn Lauf- bahn Hood- Loop- Weg Lauf- bahn Lauf- bahnLauf- bahn Lauf- bahn KIOSK KIOSK KIOSK KIOSK KIOSK KIOSK Abb. 82: Urbane Landwirtschaft Abb. 83: Parks und Landschaft Abb. 84: Hoodmitten 83 Urbane Landwirtschaft. Die produktive Landwirtschaft kann einen besonders vielseitigen und aktiven Stadtraum erzeugen: ein Mosaik aus Flächen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Parks und Landschaft. Die Grüne Mitte soll als Park unterschied- liche Funktionen beherbergen und ist eine hervorragende Grundlage für eine integrati- ve und individuelle Gestaltung. Hoodmitten. Sie sind nicht einfach nur Zentrum des Quar - tiers, sondern vielmehr charakteristische Orte für Begegnung, für Veranstaltungen und für individuelle Aneignung. Mit Köln-Kreuzfeld soll ein integrierter Stadtteil entstehen – ein Modellprojekt. Damit haben wir die Chance und auch den Anspruch, uns von standardisierten Programmen zu lösen und individuelle Orte mit dem Charakter einer Woodhood zu schaffen. Integrierte Planung Abb. 85: Spielflächen Spielflächen. Die Hoodmitte ist zentraler Treffpunkt, sie konzentriert verschiedenste Angebote lokal und damit gut erreichbar im Zentrum der Nachbarschaften. SCHÜTTELDIAGRAMME SCHÜTTELDIAGRAMME Abb. 86: Straßen und Wege Abb. 87: Schulhöfe Abb. 88: Flächen der Sportanlage Nord 84 Straßen und Wege. Mensch und Freiraum stehen in Köln-Kreuz- feld im Vordergrund. Hier entstehen ange- passte und individuelle Straßenquerschnit - te, die das Quartier zuverlässig erschließen. Schulhöfe. Eine Bildungslandschaft, die den Außen- raum als wichtigen und gestaltbaren Raum mitdenkt, eröffnet neue Chance für gemein- sames Lernen und Leben. Sportflächen. Die standardisierte Sportanlage Nord für Schul- und Vereins- sowie Individualsport - ler*innen wird ergänzt durch weitere in- novative und integrierte Sportangebote. Diese können auch in Zukunft weiter - gedach t werden und die Freude an Bewe- gung fördern. Wasser. Ein wichtiges Thema, das von Beginn an mitgedacht und progressiv umgesetzt ei- nen großen Wert für das neue Viertel Köln- Kreuzfeld hat. Es muss ein Umgang mit klimatischen Herausforderungen wie etwa extremer Dürre gepaart mit Starkregener - eignissen gefunden werden. Abb. 89: Wasser 85 Flexibilität und Adaptivität. Die Entwicklung der Landschaft in Kreuz - feld erfolgt flexibel und adaptiv. Sie soll sich nicht nur resilient an bevorstehende klimatische Herausforderungen anpas- sen, sondern vielmehr mit den neuen mul- ticodierten Grünflächen das Klima der Kreuzfelder Hoods und der angrenzenden Nachbarschaften nachhaltig und positiv beeinflussen. Maßnahmen wie eine an den Klimawandel angepasste Bepflanzung oder Wasser als erlebbares Element bewirken zu- sammen mit Schwammstadtprinzipien nicht nur ein angenehmes Mikroklima, sondern erzeugen auch ein Bewusstsein für dessen Relevanz. Notwendige Lärmschutzeinrich- tungen lassen sich spielerisch und kreativ nutzen und sorgen dadurch nicht nur für ein gesünderes Wohnumfeld, sondern schaffen durch eine optimierte Nutzung auch mehr Lebensqualität (siehe hierzu auch Kapitel 2.3, Klima, Umwelt und Energie, S. 88 ff.) Ausblick. Die technische Masterplanung sieht für die weitere Entwicklung der Landschaft unter anderem die Integration des Regenwasser - managementkonzepts in die Grünplanung vor. Hierbei werden die wassertechnischen Belange zusammen mit der bereits erarbei- ten Landschaftsgestaltung sowie dem Städ- tebau abgestimmt und auf dessen Funktions- tüchtigkeit überprüft. Dadurch sollen die multicodierten Grün- und Freiflächen zu ei- ner blau-grünen Infrastruktur entwickelt und technisch plausibilisiert werden. Die Weiter- entwicklung der vorhandenen Landschaft sowie die Integration von neuen Freiräumen sollen zukünftig die Entstehung eines Bio- topverbunds unterstützen. In den nächsten Schritten des Prozesses ist zu prüfen, mit welchen konkreten Maßnahmen dies ge- sichert werden kann. Zudem erfolgt eine Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung der Planung. Weiterhin befasst sich der kom- mende Prozess mit der vorhandenen na - türlichen Topografie und den bestehenden Gehölzstrukturen. Hierbei soll die Planung auf diese Landschaftselemente abge- stimmt werden, sodass diese weitestge- hend erhalten bleiben können. 2.2.9 Ausblick Integrierte Planung Abb. 90: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 2.3. Klima, Umwelt und Energie Integrierte Planung Abb. 91: Energiekonzept für Kreuzfeld Die drängendste Herausforderung heute und in den kommenden De- kaden ist der Klimawandel. Der Planungs- und Baubranche kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Entsprechend setzt die Stadt Köln bei der Entwicklung von Köln-Kreuzfeld im Themenfeld Umwelt auf einen ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz. Vor dem Hintergrund der angestrebten Klimaneutralität Kölns bis 2035 ist es zwingend er- forderlich, Wasser- und Energieversorgung sowie das Bauen zirkulär zu denken. Köln-Kreuzfeld steht beispielhaft für einen ökosystemischen Ansatz, der Resilienz, Biodiversität und Stadtklima von Beginn der Pla- nungen an mitdenkt. 88 Das Kapitel „Umwelt” beleuchtet auf den nächsten Seiten Umweltaspekte und Nach- haltigkeit in der Stadtentwicklung und be- rücksichtigt dabei die Inhalte der „Kölner Perspektiven 2030+“ , insbesondere zu kli- mawandelrelevanten Aspekten.. Es werden erste Aussagen zum Wasserhaushalt des Planungsgebiets gemacht, das Energie- konzept für den Stadtteil vorgestellt und die CO 2-Bilanz erläutert. Zudem werden Prinzipien der Zirkularität erörtert und erste Empfehlungen zu Baumaterialien gegeben. Im Sinne eines umfassenden Erkenntnisge- winns empfiehlt sich zuvor die Lektüre des Kapitels 2.2 „Freiraum” . Öffentlicher Raum und Freiflächen sind da - bei möglichst so konzipiert und gestaltet, dass sie im Sinne eines ganzjährig angeneh- men Mikroklimas auch an heißen Sommerta- gen Aufenthaltsqualitäten bieten. Prinzipien der Schwammstadt sind auf allen Maßstä - ben integriert, sodass Starkregenereignisse keine Überlastung der Kanalisation verursa- chen. Ein maßgeschneidertes Energiekon- zept, dass fortwährend an die Bedürfnisse des Stadtteils angepasst wird und lokale er- neuerbare Energiequellen sowie energieeffi- ziente Technologien kombiniert, kann zur Reduzierung des CO 2-Ausstoßes beitragen und schafft damit beste Voraussetzungen für einen klimaneutralen Betrieb des Quartiers. Auch bei der Auswahl von Baumaterialien soll künftig auf eine Minderung der sog. grau- en Energie konsequent geachtet werden. Die Entwicklung der einzelnen Hoods erfolgt unter der Prämisse der möglichst flächensparenden Siedlungs- und Wohnforment- wicklung, Suffizienz ist eines der Leitprinzipien. 89 Integrierte Planung Abb. 92: Waldgebiete als Puffer oder zur Abkühlung durch Wind 90 2.3.1 S tadtklima und Nachhaltigkeit Mikroklima. Bei der Entwicklung Kreuzfelds werden zuvor landwirtschaftlich genutzte Flächen durch bebaute Gebiete ersetzt, die im Som - mer eine hohe Wärmebelastung verursachen k önnen. Daher ist es von entscheidender Be- deutung, dass kühle Luftströme bis in jede H ood gelangen. Die Luftströme im Sommer kommen aus Südsüdost, während die ganz - jährig vorherrschenden Winde aus Nordwest k ommen. Folgende Maßnahmen können die Sommerhitze reduzieren und ein kühlendes Mikroklima schaffen: Gebäudestruktur und -ausrichtung werden berücksichtigt, um eine gute Durchlüftung der Innenbereiche der einzelnen Hoods zu ge- währleisten. Dabei finden Verschattungen, Windströme und andere mikroklimatische Aspekte gleiche Beachtung. Abb. 93: Lücken in der Baumbepflanzung lassen kühle Luft in den Park eindringen Abb. 94: Dichtes Grün im Herzen jeder Kreuzfelder Hood 91 1. Strategische Baumpflanzungen. Der Erhalt und die Ausweitung von Be- standsgrün (insbesondere im Südwesten von Hood Vier und im Südosten von Hood Zwei) sollen kalte Westwinde im Winter ab- puffern und zusammen mit der Ausweitung von Wassereinzugsgebieten im Südosten von Hood Zwei kühle Westwinde ermögli- chen (Abb. 92). 2. Begrünung von Hoodmitten. Dichtes Grün, ausgedehnte Baumpflanzun- gen und gestaffelte Baumgruppen, durch- lässige Oberflächen und Wasserelemente im Kern jeder Hood können die lokalen Luft- ströme kühlen und für ein angenehmes Mik- roklima sorgen (Abb. 93). 3. Geringe Versiegelungsanteile. Die Grundstücke in Köln-Kreuzfeld sollen möglichst geringe Versiegelungsanteile auf- weisen (Abb. 94). 4. Nachbarschaftsstraßen. Sie verlaufen meist in Nord-Süd-Richtung und verbinden jede Hoodmitte mit einem Park oder Ackerland, auf diese Weise sollen sie die Luftzirkulation von der Hood in das Umland fördern (Abb. 95). 5. Grüne Dächer. Möglichst viele Dächer in Kreuzfeld werden extensiv oder intensiv begrünt und ggf. mit weiteren Dachnutzungen kombiniert (Multi- codierung, Abb. 96). Im Rahmen der technischen Masterplanung sollten Gebäudeblöcke, Dachlinien und Hö- hen hinsichtlich mikroklimatischer Aspekte weiter untersucht werden. Dabei werden weitere Maßnahmen, die der Entstehung von Hitzeinseln entgegenwirken mitgedacht. Studien zu mikroklimatischen Aspekten werden im weiteren Verlauf der Planungen erarbeitet. Woodhood integriert strukturelle Kalt- und Frischluftschneisen, die langfristig ein angenehmes Stadtklima sichern. Abb. 95: Grüne Nachbarschaftsstraßen mit durch- lässigen Oberflächen Abb. 96: Möglichst hoher Anteil Gründächer 92 Abb. 97: Dachbegrünung bei 50 % Auslastung 93 Fassaden und Gebäudebegrünung. Die Fassaden- und Dachbegrünung besitzt nicht nur eine klimarelevante Bedeutung für Gebäude, sondern wirkt sich auch positiv auf das Mikroklima der umliegenden Frei- räume aus. Verschattung, Luftreinigung, Kühlung und Durchlüftung spielen im Stadt- klima eine wichtige Rolle und werden durch eine gezielte Begrünung gefördert. Dieses Konzept unterstützt nicht nur die Idee einer gesunden Stadt, sondern greift auch ökolo- gische und ästhetische Aspekte auf. Art und Umfang von Fassaden- und Dachbegrü- nung werden im weiteren Planungsprozess konkretisiert. Fassaden. Die Fassadenbegrünung kann auf mehreren Ebenen Einfluss auf Gestaltung und Funkti- onsweise der Hoods nehmen. Die platzspa - rende Konstruktion von Grünfassaden kann auf einer vergleichsweise großen Fläche zur Umweltverbesserung beitragen, indem sie etwa durch Dämmung und Kühlung der Fas- sade wärmeregulierend wirkt. Auch Lärm- und lokale Feinstaubbelastungen können durch grüne Fassaden gemindert werden. Dieselben Effekte wirken sich positiv auf die Kostenbilanz von Gebäuden aus. Neben der Minderung von Emissionen ergeben sich auch eine Vielzahl an positiven Zugewinnen Die Grünräume bilden ein vernetztes Biotopsystem und schaffen neue Habitate für Fauna und Flora. Der Baum- und Strauchbestand wird im Rahmen der Entwicklung, wo immer möglich, erhalten. Biodiversität Abb. 98: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT 94 wie etwa die Möglichkeit einer verbesserten Durchlüftung und niedrigeren CO 2-Bilanz des jeweiligen Gebäudes. Fassadenbegrünung fördert die Biodiversität in Städten, indem sie Lebensräume für Pflan- zen und Tiere schafft. Die Vielfalt der Pflan - zenarten zieht verschiedene Insekten und V ögel an und unterstützt die Artenvielfalt. So trägt Fassadenbegrünung zur ökologischen Resilienz bei, indem sie das Gleichgewicht in städtischen Ökosystemen aufrechterhält und Umweltbelastungen mildert. Gründächer. Die Dachflächen von Wohngebäuden kön- nen durch Begrünung für die Hausgemein- schaft nutzbar gemacht werden. Dabei sind Flächen wie Terrassen mit intensiver Dach- begrünung in Form von Dachgärten kombi- nierbar. Auch Kombinationen mit Photovol- taikanlagen bieten Synergieeffekte und sind vorrangig zu verfolgen. Gründächer sind Bestandteil des Regen- wasserkonzepts (siehe hierzu auch Kapitel 2.3.2, Umgang mit Wasser, S. 98 ff.) und sol- len teilweise auch als Retentionsdächer fun- gieren. Dabei wird anfallendes Regenwasser durch einen angepassten Dachaufbau zu- rückgehalten und kann dann natürlich ver - dunsten. Überschüssiges Regenwasser wird so zeitverzögert und gedrosselt in die Ent - wässerungsanlage eingeleitet. Neben der Entlastung des Kanalisationssystems hat dies zeitgleich auch einen positiven Effekt auf das lokale Mikroklima. Dachbegrünungen wirken sich positiv auf das Mikroklima aus und erweitern den Lebensraum für Flora und Fauna. Abb. 99: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT 95 Abb. 100: Kohlenstoff-Emmissionen-Bauphase der Straßen per Hood Zirkularität und CO2-Bilanz voltaik-Paneelen, ein kaltes Nahwärmenetz und die Sammlung von Regenwasser für die Sekundärnutzung konzentriert. Der Wasserkreislauf ist auf lokaler Ebene durch natürliche und ökologische Systeme teilweise geschlossen. Der Wasserverbrauch wird durch die Nutzung des verfügbaren Re- genwassers für die lokale Bewässerung und die Toiletten begrenzt. Dies spiegelt sich in der Infrastruktur auf Gebäudeebene (z. B. wassersparende Geräte, Regenwassertanks in Gärten) und in der zentralen Infrastruktur (z. B. Anschluss an Wasserwerke und Ab- wasserwärme im Energiesystem) wieder. Kohlenstoffbilanz. Eine der zentralen Ambitionen für die Ent - wicklung von Kreuzfeld ist die Minimierung der Umweltbelastung, insbesondere vor dem Woodhood entsteht mit und aus den Wäl- dern. Die Verwendung nachhaltiger Bauma- terialien ist für den neuen Stadtteil von großer Bedeutung. In erster Linie sollen erneuerba- re Materialien wie Holz verwendet werden, und die Synergie mit den Stoff-, Wasser- und Energiekreisläufen der Umgebung ist bei- spielhaft für einen ökosystemischen Ansa tz. In Woodhood kann ein grünes urbanes Zentrum entstehen, das ein gesundes und nachhaltiges Leben für sich und seine Um- gebung fördert. Bauen mit Holz reduziert die CO 2-Belastung und führt zu leichten Gebäu- den, weniger gebundenen Emissionen und Kohlenstoffspeicherung. Gleichzeitig tragen Waldbereiche dazu bei, das Quartier klimare- sistent zu machen. Lokale Energiekreisläufe werden geschlossen, indem man sich auf die Erzeugung erneuerbarer Energie mit Photo- Woodhood entsteht mit und aus den Wäldern – regionale und CO2- neutrale Baustoffe kommen zum Einsatz. Straßen außerhalb 18,6 % Hood Eins 20,7 % Blumenberg 5,9 % Hood Zwei 14,9 % Hood Fünf 14,7 % Hood Vier 15,8 % Hood Drei 9,4 % 96 Hintergrund der drohenden Klimakatastro- phe und der Bedeutung von CO 2-Emissio- nen. Durch die Erstellung einer Kohlenstoff- bilanz möglichst früh im Planungsprozess können die Auswirkungen der bisher er - griffenen Maßnahmen zur CO 2-Reduktion quantifiziert und die Notwendigkeit weite- rer Maßnahmen festgestellt werden. CO 2- Emissionen entstehen sowohl während der Bauphase durch die Emissionen, die durch Materialien und Bauprozessen im ge- samten Lebenszyklus von Gebäuden und Infrastruktur erzeugt werden, als auch wäh- rend der Nutzungsphase. Daher analysie- ren wir die CO 2-Emissionen sowohl für die Bau- als auch für die Nutzungsphase, um die wichtigsten Chancen zur weiteren Redu- zierung von CO 2-Emissionen aufzuzeigen. Kohlenstoffbilanz im Straßenbau pro Hood. In Abbildung 100 ist die Verteilung der mit dem Bau von Straßen verbundenen CO 2- Emissionen dargestellt. Hood Eins trägt da - bei mit 2.641 Tonnen CO2 den größten Anteil bei. Die Straßen in Hood Zwei bis Fünf tragen jeweils zwischen 9,4 % und 15,8 % zum CO 2- Ausstoß bei. Die neuen Straßen in Blumenberg Lokale Stoff- und Energiekreisläufe werden in Bezug auf Material - wirtscha ft, Wasser, Energie, Ver- und Entsorgung implementiert, Abfall wird minimiert. führen zu 747 Tonnen CO2. Straßen zwischen den Hoods haben einen Anteil von 18,6 % am CO2-Ausstoß mit 2.372 Tonnen CO2. Empfehlungen. Die Ergebnisse dieser Analyse können ver - wendet werden, um Entscheidungen in der technischen Masterplanung hinsichtlich ihres Ein flusses auf den CO 2-Ausstoß zu verglei- chen. Zum Beispiel kann durch den Einsatz von entsprechenden Baumaterialien – auch im S traßenbau – der CO 2-Ausstoß in der Bau- phase weiter reduziert werden. Die vorlie- genden Ergebnisse zeigen, dass während der Nutzungsphase der größte CO 2-Ausstoß durch die Stromversorgung verursacht wird. Dies betont die Relevanz von Photo v ol t aik als einen der wichtigsten Bausteine für das Energiesystem und die Notwendigkeit, Ener- gieeffizienz von Gebäuden zu priorisieren. Abb. 101: Zirkularität Regenerierung natürlicher Systeme durch eine Konzentration auf die Erhöhung der biologischen Vielfalt und die Erweiterung be- stehender natürlicher Qualitäten. Ressourcen recyceln über einen Schwerpunkt auf Design für Trennung recycelter Materialien. Verringerung der CO 2-Emmissionen durch Konzentration auf passives Design und iterative LCA-Berechnungen. 97 Integrierte Planung Abb. 102: De Boel Dachgarten I Karres en Brands Abb. 103: Urban water storage I Karres en Brands Abb. 104: Statens Museum, CPH I Karres en Brands 98 2.3.2 U mgang mit Wasser Regenwassermanagement. Kreuzfeld wird mit einem Regenwasserma - nagementkonzept entwickelt, das ein ganz - heitliches Entwässerungssystem integriert. D ie bestehende Topografie bildet den Aus- gangspunkt für das Regenwassermanage - ment. Der Bahndamm fungiert als Kammlinie und unterteilt Kreuzfeld in zwei Wasserein- zugsgebiete, von denen eines nach Nord - westen und Nordosten und das andere nach Süden und Osten entwässert, hierbei stellt Das Wasser wird, soweit möglich, vor Ort zurückgehalten, natürlich gefiltert und wie- derverwendet, wobei Überläufe entlang der v orhandenen Topografie zu überflutbaren Sportplätzen und Tiefpunkten in der Land - schaft umgeleitet werden. D achflächen und urbane Plätze sind nach dem Schwammstadtprinzip zusätzliche Flächen für den Wasserrückhalt und haben außerdem eine kühlende Funktion. Wasser wird in Kreuzfeld als multifunktionales und ästhetisch anspruchsvolles Element begriffen und im Sinne des Schwamm- stadtprinzips integriert. Dachbegrünung, lokale Speicherung und Wiederverwendung zur Bewässerung blau-grüne Lösungen in Straßen Wasserplätze oder Speicher in öffentlichen Grünanlagen Gebäude Straßenzüge städtische Wasserspeicherung 99 der Alluvialpark ein wichtiges Rückhaltege- biet dar. Übergeordnete Strategie ist es, die Wasserspeicherung und Versickerung auf dem Gelände zu maximieren und die Ableitung in die Regenwasserkanäle zu minimieren. Folgende Maßnahmen sind für Kreuzfeld vorgesehen: 1. H oher Anteil an begrünten Dächern zum Auffangen und Speichern von Regen - wasser sowie eine Verlangsamung des W asserabflusses und Nutzung als pas - sive Bewässerung. 2. R ückhaltung, Speicherung und Nutzbar - machung des anfallenden Regenwas- sers für die Bewässerung privater oder gemeinschaftlicher Grünflächen. 3. M aximierung permeabler Ober flächen einschließlich durchlässiger Bürger s teige. Daneben werden ein hoher Anteil an durchlässigen Flächen und die Verwen - dung von Alternativen zu versiegelten Flächen im öffentlichen Raum angestrebt. 4. D as Regenwasser soll durch eine lokale blau-grüne Infrastruktur in Kreuzfeld organisiert werden, zum Beispiel durch zusammenhängende Mulden und Senk - en oder naturnahe Retentionsbecken. 5. Z usätzlich soll der Überlauf zu Park - dr ainagen und Speicherbecken naturnah abgewickelt werden. Dies schafft neben der ästhetischen Aufwertung auch einen Mehrwert als passive Bewässerung, Was- serfilterung und -speicherung und sorgt für ein angenehmes lokales Mikroklima. 6. Der Überlauf aus Landschaftsspeichern soll nur in getrennte Regenwasserinfra - strukturen geführt werden. 7. Eine Ableitung von Regenwasser in Abwasserkanäle ist nur in begründeten Ausnahmefällen vorzusehen. Abb. 105: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands Abb. 106: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands Abb. 107: Bosrijk, Eindhoven I Karres en Brands Wasserleitungen in der Landschaft Wasserspeicherung in der Landschaft Regenwasser und Abwässer Infiltration und zusätzlicher Charakter Versickerung, Speicherung und Lebensraum in den Er- holungslandschaften Überlauf nur in die städtische Infrastruktur Abb. 108: Grundlegendes Wasserhaushaltsmodell 100 Legende Speicherflächen Entwässerungsleitungen Blau-grüne Lösungen Speicherflächen Quartiersplätze Permeable Straßen Das Wasserhaushaltsmodell sieht eine maximale Nutzung der zuvor beschriebe- nen Maßnahmen vor, um die Belastung der Regenwasserinfrastruktur zu minimieren. Nachfolgend findet sich ein Überblick der Maßnahmen, die in Kreuzfeld zur Pufferung und Rückhaltung von Niederschlägen auf dem Gelände eingesetzt werden können. › 60 mm Speicher auf 25 % Dächern › Cir ca ein Drittel des Bodenbelags der Nachbarschaftsstraßen permeabel › Blau-grüne L ösungen auf der Straße, ca. 1.000 m x 1 m breit (0,10 m tief) › Speicherflächen Quartier splätze, ca. 2.500 – 3.000 m² (maximal 0,4m tief) › V orgeschlagene Entwässerungsleitungen Kreuzfeld, ca. 8.000 m² (maximal 0,5 m tief) › P otenzielle Speicherflächen, ca. 9.000 m² (maximal 0,6 m tief) Wasserbilanz 101 Abb. 109: Wasserhaushaltsmodell mit zusätzlichen Maßnahmen Legende Speicherflächen Sportfelder Speicherflächen Blumenberg Entwässerungsleitung Neue Verbindungen Permeable Straßen Zusätzliche infrastrukturelle Maßnahmen könnten eingesetzt werden, um die Wasser- menge in den Stauräumen und damit die Wassertiefe zu reduzieren: 1. Zis ternen als Speicher unter den nördli- chen Sportfeldern könnten ein wesentli- ches Reservoir zur Wasserspeicherung sein und gleichzeitig zur Bewässerung der angrenzenden Park- und Nutzflächen dienen. 2. M it einer potenziellen Speicherfläche der Sportfelder (ca. 9.075 m²) von 0,5 m Tiefe könnte die Einstautiefe in Kreuzfeld um 20 cm reduziert werden. 3. Der Alluvialpark hat bereits die Funk - tion einer Retentionsfläche und Ver - sickerungsanlage mit großer Kapazität und geringem Abfluss. Eine Verknüp- fung des Wassermanagementsystems in Kreuzfeld mit den Retentionsflächen des Alluvialparks könnte durch zwei neue Rohrleitungen unterhalb der Mercator - straße die Einstautiefe in den Reten- tionsflächen in Kreuzfeld weiter um etwa 10 cm reduzieren. 102 an der Station Kurt-Weill-Weg eine Nieder - schlagsmenge von maximal 67 mm/Stunde gemessen. Aufgrund dieser Daten gehen wir bei der vorliegenden Analyse davon aus, dass Kreuzfeld ein Starkregenereignis von minimal 60 mm/Stunde ohne Schaden an Gebäuden oder Infrastruktur verarbeiten können muss. Abflussbeiwert. Verschiedene Typen von Oberflächen leiten Wasser auf verschiedene Weise ab. Regen, der auf eine asphaltierte Strasse fällt, läuft zu 90 % ab. Bei einem Wald hingegen laufen nur 15 % des gefallenen Niederschlages ab; 85 % versickern im Wald. In dieser Analyse werden die unten angegebenen Abflussbei - werte verwendet. Es wird nicht davon aus - gegangen, dass das Kanalsystem als Speicher verfügbar ist. Das gefallene Regenwasser soll also im Gebiet durch Optionen auf Gebäude- und Gebietsniveau gespeichert werden. Wasserbilanz. Die Anzahl der Tage mit extremen Nieder - schlägen hat sich im Vergleich zu 1950 inzwischen verdoppelt. Dies ist auf eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur zu- rückzuführen. Wenn die Temperatur steigt, verdunstet mehr Wasser, was zu mehr Re - gen führt. Bei einem Temperaturanstieg v on einem Grad erhöht sich die Nieder - schlagsmenge pr o Stunde während der extremsten Schauer um 14 %. Die Tempe - ratur wird bis 2050 um 1 bis 2,3 Grad stei - gen, je nachdem, wie gut es gelingen wird, T reib hausgase zu r eduzieren. Perspektivisch werden Starkregenereignisse zunehmen. Die Kombination aus urbaner Verdichtung und Antizipation des Klimawandels stellt die Stadt Köln vor eine komplexe Aufgabe. Die hier aufgestellte Wasserbilanz ist ein wichtiger Schritt, um auf die Effektivität der durch das Planungsteam vorgeschlagenen Interventionen für die Klimafolgenanpas- sung hinzuweisen. Sie bildet zusätzlich eine erste Orientierung für essenzielle Entschei- dungen hinsichtlich der Zukunftssicherheit von Kreuzfeld, zum Beispiel auf welche Nie- derschlagsmenge die Gebäude und der öf - fentliche Raum ausgerichtet sein müssen. Die Wasserbilanz zeigt für jede Hood auf, wie viel Abfluss bei einer bestimmten Men- ge an Niederschlag stattfindet. Mittels der Wasserbilanz wird eingeschätzt, inwiefern die vorgeschlagenen Wasserspeicher aus- reichend sind und an welche zusätzlichen Maßnahmen gedacht werden kann. Niederschlagsmenge. Für die Niederschlagsmenge wird ein Mit - telwert eines 100-jährlichen Starkregener - eignisses und des Extremereignisses vom 1 4.07.2021 angenommen. Ein 100-jährliches Starkregenereignis in Köln umfasst einen Nie- derschlag von 53 mm/Stunde, auf Basis der D aten der KOSTRA-DWD 2010R Regenrei - hen, Spalte 11, Zeile 55. Am 14.07.2021 wurde Retentionsflächen sind flexibel erweiterbar und können temporär auch für andere Nutzungen freigegeben werden. Gebäude/Dächer: 0,7 Straßen (Asphalt): 0,8 Straßen (Ziegel): 0,6 Straßen (Beton): 0,8 Grün (Wald): 0,15 Grün (Land): 0,15 Grün (Park): 0,15 * Ü bernommen aus dem Investorenleitfaden von StEB Abflussbeiwert* 103 „ Ziel einer Wasserbilanz für einen neuen Stadtteil ist die ganzheit- liche Betrachtung, die Identifizie- rung effizienter Maßnahmen zur Wassernutzung, -speicherung und -reduzierung. ” Abb. 110: Systemschnitt Energie- & Wärmeversorgung Köln-Kreuzfeld 104 2.3.3 E nergie- und Wärmeversorgung Für die Entwicklung von Köln-Kreuzfeld sind ehrgeizige Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit und Energieversorgung gesetzt. Um diese Ziele zu erreichen, wurden die Möglichkeiten für das Energiesystem bereits im Rahmen der Integrierten Planung ana- lysiert. Vier potenzielle Energieversorgungskonzepte wurden erstellt und bewertet. Eigens dazu wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, der Nachhaltigkeit, Platzbedarf, technische Machbar- keit und lokale Integration berücksichtigt. Integrierte Planung 105 Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Kalte Nahwärme. Bei einem kal - t en Nahwärmenetz werden ver - schie dene Wärmequellen mitei- nander verbunden. Grundwasser des Wasserwerks Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potenzial. Fernwärme. Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Er- weiterung möglich. Wasserstoff. In Kreuzfeld produ- zierter oder importierter Wasser - stoff kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. Luftwärmepumpen. Luftwärme- pumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft für das Heizen von Wohnungen einzusetzen. Photovoltaik. Der wichtigste Bau- stein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern für eine hohe Eigenversorgung kombiniert. Energieversorgungskonzepte Welche Optionen werden untersucht? 106 Nahwärmenetze sind daher nicht auf Hoch- temperaturquellen wie sogenannte Ener - gy-from-Waste-Anlagen angewiesen, die in einer Kreislaufwirtschaft idealerweise aus- laufen würden. Im lokalen Netz der Hoods wird unter Beach- tung des Trinkwasserschutzgebietes war - mes oder kaltes Grundwasser hochgepumpt. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von agrothermischen Kollektoren, die dem Erd- reich in 1,5 – 2 m Tiefe Wärme entziehen. Das Nachbarschaftsnetz wird durch ansons- ten schwer nutzbare Niedertemperatur-Wär- mequellen in der Umgebung von Woodhood gespeist, wie z. B. das Wasserwerk Weiler (5 – 10 °C) und die Abwasserwärme der Klär- anlage Langel (10 – 20 °C). Die niedrigen Be- triebstemperaturen verringern die Verluste des Netzes, insbesondere in den Sommer - monaten, wenn der Wärmebedarf gering ist. Das System eignet sich aufgrund seiner Modularität gut für eine Erweiterung in Richtung Blumenberg. Die Flexibilität eines kalten Nahwärmenetzes bedeutet, dass sai- sonale Schwankungen durch den Anschluss verschiedener zusätzlicher Wärmequellen ausgeglichen werden können und eine regi- onale Kreislaufwirtschaft durch die Nutzung vorhandener (Ab-)Wärme aus z. B. Wasser - werken, Kläranlagen oder industrieller Ab- wärme erreicht werden kann. Wasser-Wasser-Wärmepumpen werden auf lokaler Ebene eingesetzt, sodass die Nutzer auch als Prosumer auftreten können, indem sie Kälte oder Wärme in das Netz einspeisen. Die Wärme wird saisonal gespeichert und der unterschiedliche Bedarf der verschiede- nen Funktionen ermöglicht einen Ausgleich zwischen Heiz- und Kühlbedarf. Energiekonzept. Die Kombination von verschiedenen Bau- steinen für das Energiesystem führt zu vier verschiedenen Wärmeversorgungskonzep- ten, welche jeweils durch ein allgemeines Stromversorgungskonzept ergänzt werden. Mittels Untersuchungen, Unterlagen von vorherigen Workshops und Interviews mit Vertreter*innen lokaler Interessengruppen wurden vier optionale Energiekonzepte für Kreuzfeld erarbeitet. Die Konzepte unter - scheiden sich je nach Wärmequelle. Zu- sätzlich wurde ein allgemeines Stromver - sorgungskonzept skizziert, welches je nach Wärmeversorgungskonzept unterschiedli- che Kapazitäten benötigt. Wärmeversorgung. Neben intelligenter Elektrizität setzt Wood- hood auch auf ein intelligentes Heizsystem. Durch den Aufbau eines kalten Nahwärme- netzes, das mit niedrigen Temperaturen für jede Hood separat arbeitet, wird die Effizienz optimiert und die Einbindung einer (wach- senden) Anzahl von erneuerbaren Wärme- quellen ermöglicht. Ein kaltes Nahwärmenetz ist für Woodhood besonders geeignet, da es innerhalb der Hoods verschiedene Funk- tionen gibt (Wohnhäuser, Schulen, Gewerbe usw.), die sowohl Wärme als auch Kälte be- nötigen. Das Netz ermöglicht einen Energie- ausgleich im Laufe der Zeit und den Wärme- austausch zwischen diesen Funktionen. Durch die Kombination verschiedener Wär - mequellen kann die Versorgung in Richtung einer Kreislaufwirtschaft entwickelt werden. Da kalte Wärmenetze modular aufgebaut werden können, lassen sich beim schritt - weisen Ausbau des Netzes auch neue er - neuerbare Wärmequellen integrieren. Kalte Wärmeversorgung 107 Das für Kreuzfeld entwickelte Energiekonzept ist flexibel und adaptiv anpassbar und kann so künftig erstellte Fachgutachten und neue, innovative T echnologien berücksichtigen. LT 15-20 Niedrige Temperatur Mittlere Temperatur MT 40-80 Grundwasser-Wärme (Wasserwerk Weiler ) Erdwärmekollektor Abwasserwärme ATES (Aquifer thermal energy storage) Eisspeicher TTES: Tank Thermal Energy Storage PTES: Pit Thermal Energy Storage Elektrolyse Wasserst Abwärme Industrielle Abwärme (Chempark Dormagen) P roduktion Speicherung Verbrauch Wasser-Wasser Wärmepumpen Wärmequellen Abstand Wasserwerk Weiler 1.500 m Abwasserwärme Kanalsystem 150 m Klärwerk Langel 3.500 m Erdwärmekollektor 300 m Chempark Dormagen 4.000 m Wasserst rolyse 4.000 m Rhein 3.700 m Erdwärme- kollektor Wasserwerk Weiler Abwasserwärme Kanalsys em t Klärwerk Langel RheinKREUZFELD Chempark Dormagen assers Elekt olyse W r t Wärmequellen Abstand Wasserwerk Weiler 1.500 m Abwasserwärme Kanalsystem 150 m Klärwerk Langel 3.500 m Erdwärmekollektor 300 m Chempark Dormagen 4.000 m Wasserst rolyse 4.000 m Rhein 3.700 m Erdwärme- kollektor Wasserwerk Weiler Abwasserwärme Kanalsys em t Klärwerk Langel RheinKREUZFELD Chempark Dormagen assers Elekt olyse W r t Abb. 111: Prinzipskizze kalte Nahwärme Abb. 112: Abstand Wärmequellen Abb. 113: Potenzialstandorte Photovoltaik 108 effizien t es und nachhaltiges Versorgungs- system mit geringen Verlusten, aber hoher Qualität und Sicherheit realisiert. Es verrin- gert die Umweltauswirkungen der Strom- versorgung durch das Erhöhen der Effizienz. Zusätzlich verbessert es Systemzuverläs- sigkeit, Qualität und Versorgungssicherheit. Die Kommunikation zwischen den verschie- denen Akteuren im Energiesystem wird durch den Einsatz von Sensoren ermöglicht. Batteriespeicher können eingesetzt werden, um den in Kreuzfeld erzeugten Strom zu speichern und ihn zu einem späteren Zeit - punkt zu nutzen. Durch z. B. Elektromobili- tät und Wärmepumpen sind die Nachfrage Photovoltaik. Photovoltaikanlagen sollen die wichtigsten Bausteine des Stromversorgungskonzepts in Kreuzfeld werden. Das Ziel ist, so viel Strom - bedarf wie möglich mittels Photovoltaik abzudecken. Die Photovoltaikanlagen können bestmöglich auf Dächern integriert werden. Ihre Stromversorgung ist abhängig von ver - schiedenen Faktoren wie Wetter, Ausrichtung und Jahreszeiten, darum werden sie durch T echnologien wie ein Energiemanagement - system und Batteriespeicher unterstützt. Energiemanagementsystem und Stromnetz. Durch den Einsatz eines intelligenten Stromnetzes, dass das Verhalten aller ver - bundenen Nutzer integrieren kann, wird ein Photovoltaikanlagen weitere Potenzialflächen Legende Photovoltaikanlagen werden in Köln-Kreuzfeld mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Stromversorgung 109 und der Druck auf das Stromnetz hoch. Der Batteriespeicher kann auch genutzt werden, um bei hoher Nachfrage Stromlastspitzen zu verringern. Sie können pro Haushalt aber auch gemeinschaftlich integriert werden. Stromverbrauch. Der Strom wird in Wohnungen verbraucht, z. B. beim Kochen mit Induktion, durch LED- Lampen, durch Apparate wie Kühlschränke und Waschmaschinen und für den Heiz - bedarf. Auch Nutzgebäude verbrauchen Strom für Heizung und Beleuchtung. Die zu- nehmende Elektrifizierung der Automobili- tät trägt ebenfalls zu einem zunehmenden Strombedarf bei. Dies trifft auch auf einige der vorgestellten Wärmeversorgungskon- zepte zu; der Einsatz von Wärmepumpen etwa erhöht den Strombedarf. Empfehlungen. Die Ergebnisse der Anwendung des zum Zwecke der Evaluation erstellten Kriterien- katalogs auf die verschiedenen Energiever - sorgungskonzepte wurden im Energiekon- zept dargestellt und zusammengefasst. Das Konzept der kalten Nahwärme wurde unter dem Kriterium Nachhaltigkeit am besten bewertet. Um zu einer eindeutigen Auswer - tung und letztlich der Entscheidung für ein Energiekonzept zu kommen, muss die Be- wertung im Rahmen der technischen Mas- terplanung vertieft werden. Ein wichtiger nächster Schritt für die Wahl der Konzepte ist eine Bewertung basierend auf Betriebs- und Investitionskosten sowie Kapazitäten. Abb. 114: New Aarch, Aarhus I ADEPT Abb. 115: New Aarch, Aarhus I ADEPT Abb. 116: Volksbank Bargteheide 110 Volksbank Bargteheide. Der Neubau einer Volksbank in Bargteheide steht unter dem Motto „Reduce, Reuse, Regenerate” – und setzt damit als oberstes Ziel einen minimalen CO 2-Fußabdruck des Gebäudes. Eine optimierte Gebäudehülle, modulare Holzbauweise und demontierba - res Design sind nur einige der den Entwurf auszeichnenden Merkmale. Die Gestaltung der Freiräume ermöglicht biologische Viel- falt und integriert Bestandsvegetation. 2.3.4 Klimager echte Stadtentwicklung Klimaadaptive Stadtlandschaften sind im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen unerlässlich und werden in Kreuzfeld zu einem Grundbaustein der Planung. Abb. 117: Volksbank Bargteheide Gründach Grüne Fassade Trockenheits- resistente Arten Bodenbedeckende Kräuter Stärkung der vorhandenen grünen Masse Einheimische Bäume und Sträucher Wasserdurchlässiges Pflaster auf dem Weg Vielfältige Biotope Regenwasser- managementschleife Schattentolerante Arten Durchlässige Parkfläche Biotope mit saisonalem Wechsel Mischung aus Laub- und immergrünen Bäumen und Sträuchern Sonnenschutz Dynamisches Gründach Integrierte Planung Feuchtbiotop Abb. 118: Klimastadt Middelfart: Hybrid aus Aktivitätspark und Wasserrückhaltebecken I ADEPT Abb. 119: Klimastadt Middelfart I ADEPT 111 Klimastadt Middelfart. Das visionäre Pilotprojekt in der dänischen Küstenstadt Middelfart adressiert die Effek - t e des Klimawandels. Dabei stellt es die Wechselwirkungen zwischen Grünräumen, nachhaltiger Stadtentwicklung und Klima - anpassung in den Mittelpunkt. Steigende Niederschlagsmengen werden als gestal - t erisches Potenzial des Elements Wasser gesehen und freiraumplanerisch integriert. 112 Flexibilität und Adaptivität. Bei der Entwicklung Kölns sind die bestehen- den gesamtstädtischen Programme als Leit- faden zu berücksichtigen. Vor allem das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 sowie Strate- gien zu Biodiversität, Arten- und Insekten- schutz bieten wichtige Orientierungshilfen. Für Köln-Kreuzfeld sind mit Blick auf die am- bitionierten Ziele zuverlässige Standards für alle an der Umsetzung und letztlich am Bau beteiligten Akteur*innen erforderlich. Als gemeinsame Basis wird eine Zertifizierung nach eigenem Standard oder nach etablier - ten Standards wie der DGNB empfohlen. Neuanpflanzungen und Erweiterungen der vorhandenen Vegetation werden mithilfe von Pflanzen erfolgen, die an das sich wan- delnde Klima und die städtische Umgebung angepasst sind. Eine umfangreiche Vielfalt an Arten und eine hohe Biodiversität tragen maßgeblich zu Stabilität, Leistungsfähigkeit und Produktivität des Ökosystems in Köln- Kreuzfeld bei. Im Rahmen von Forschungs- und Pilotpro- jekten (z. B. der TH Köln) könnten auch heute noch nich t etablierte oder marktreife Baustof- fe beziehungsweise wenig etablierte Techno- logien zum Einsatz kommen. Energie- und V ersorgungskonzepte müssen entsprechend der technologischen Weiterentwicklungen und Förderbedingungen angepasst werden, um Betriebskosten für Mieter zu optimieren und einen klimaneutralen Betrieb zu ermög- lichen. Das gewonnene Know-how kann zu- dem als Mehrwert in zukünftige Entwick - lungsprojekte in Köln übertragen werden. Ausblick. Im Zuge der technischen Masterplanung werden eine Vertiefung des Regenwasserma- nagementkonzepts sowie die Erstellung einer W asserbilanz für das Gesamtareal Kreuzfeld vorangetrieben. Zusätzlich werden mehrere mikroskalige Klimasimulationen durchge- führt, die Temperatur, Windgeschwindigkeit und bioklima tische Kenngrößen untersuchen. Auf Ebene der Bauleitplanung wird dazu eine Prüfung und Auswertung von Optimierungs- möglichkeiten durchgeführt, die dann im An- schluss auch die potenziellen mikroklimati- schen Auswirkungen auf den angrenzenden S tadtteil Blumenberg überprüfen kann. Das Energiekonzept und dessen Empfeh - lungen sollen weiterentwickelt und vertieft w erden. Neben einer Modellierung des zu er- wartenden Energiebedarfs und der Energie- produktion ist eine Kostenschätzung für das be vorzugte Konzept in Bezug auf Investitio - nen und Betriebskosten unabdinglich. Hierfür is t in den weiteren Schritten auch zu prüfen, welche Förderprogramme bereits bestehen und für Kreuzfeld beantragt werden können. Es ist wichtig, weiterführende Untersuchun- gen zu Synergien zwischen Energiesystemen, Gebäudek onstruktionen und der natürlichen Umgebung durchzuführen, um klimaanpas- sungsbezogene Maßnahmen zu entwickeln. Eine de taillierte Planung der Versorgungsin- frastruktur und eine enge Zusammenarbeit mit den r elevanten Ämtern und Behörden sind von zentraler Bedeutung für die weitere Entwicklung. 2.3.5 Ausblick Integrierte Planung „ Das städtebaulich-freiraum- planerische Gesamtkonzept berücksichtigt Umwelt- ein flüsse und sich ändernde Voraussetzungen in der Entwicklung von Beginn an. ” 113 Abb. 120: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 116 2.4. M obilität und Verkehr Ziel ist es, Mobilitätsgewohnheiten, die sonst nur in der Innenstadt anzutreffen sind, auch am Stadtrand zu ermöglichen. Dabei sollen die Mobilitätsangebote für alle Menschen, auch in der Umgebung, nutzbar und attrak - tiv sein. Insbesondere der Fuß- und Radver- kehr stehen dabei im Fokus, sei es zwischen den einzelnen Hoods oder auf dem Weg von und zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein leistungsfähiger und verlässlicher öf - fentlicher Verkehr ist das Rückgrat der An- bindung Köln-Kreuzfelds an das restliche Stadtgebiet und umliegende Orte. Da die Zukunft trotz aller Bemühungen nur be- dingt vorhersehbar ist, sind alle Strukturen flexibel auf die Bedarfe von übermorgen an- passbar. Auf den folgenden Seiten wird das Mobilitäts- konzept Köln-Kreuzfelds dargestellt. Es um- fasst die innere Erschließung sowie Aspekte der äußeren Anbindung mit Auto, Bus und Bahn, Fahrrad und zu Fuß. Der ruhende Verkehr wird umfassend beleuchtet und neu interpretiert, um die Erwartungen an den Raum zu erfüllen. Mobilstationen als Stadt - baus teine mit Magnetwirkung, attraktive öffentliche Räume und zukunftsfähige Kon - zeptionen von Straßenquerschnitten führen zu einer effizienteren Flächennutzung. Die Rolle der S-Bahn-Station Blumenberg als Katalysator der Stadtentwicklung und Eingangstor zu Köln-Kreuzfeld / Blumenberg wird in Kapitel 3.2, Lupenraum S-Bahn-Sta - tion vertieft betrachtet. Im neuen Stadtteil Köln-Kreuzfeld stehen Mobilität und Verkehr im Zeichen von Klimaneutralität, Ressourcenschonung, Energieeffi- zienz, sozialer Durchmischung und Gesundheitsförderung. Das Ziel: den Menschen in den Mittelpunkt stellen sowie nachhaltige Mobili - t ät für Bewohner*innen, Beschäftigte, Schüler*innen und Besu- cher*innen generieren. Die neuen Strukturen werden eng mit dem angrenzenden Stadtteil Blumenberg verknüpft, um neue Qualitäten zu schaffen und einen Mehrwert für die bereits ansässige Blumen- berger Bevölkerung sowie die nach Kreuzfeld ziehenden Menschen zu generieren. Das Mobilitätskonzept basiert auf einem robusten Erschließungssystem und beinhaltet zahlreiche Innovationen, ins- besondere im Bereich der Nahmobilität und des ruhenden Verkehrs. Integrierte Planung 117 Fuß- und Radverkehr stehen in den Kreuzfelder Hoods im Fokus. Ein niedriger Anteil des Pkw-Ver- kehrs für Köln-Kreuzfeld wird durch ein intelligentes, zukunftsfähiges Mobilitätskonzept erreicht. Abb. 121: Verkehrskonzeption Mobilstation S-Bahn-Linie Innerer Hood Loop Nachbarschaftsstraße Äußerer Hood Loop Fuß- und Radwegnetz aktuell geplante Bushaltestelle Hood Loop mit äußerer Straßenanbindung Radschnellverbindung Dresenhofweg Sport Loop Legende Infos zum Verkehrskonzept Sieben Mobilstationen bieten Zugang zu Mobilitätsangeboten und ca. 1.500 Pkw- Stellplätzen. Ca. 12.000 Fahrradstell- plätze in den Hoods und ca. 800 Bike & Ride-Plätze ermöglichen den Umstieg zwischen Rad und S-Bahn Sieben barrierefreie neue Bushaltestelle sind aktuell geplant und eine barrierefreie S-Bahn-Station Zwei Logistikhubs für den Umschlag von Waren, Paketen und als Lagerfläche Ein weitgehend vom Kfz-Verkehr getrenn- t es Netz für den Fuß- und Radverkehr bie- tet eine attraktive und sichere Infrastruktur Der Dreesenhofweg wird als Hauptachse für den Radverkehr erhalten und soll als Radschnellverbindung nach Roggendorf, Worringen bzw. Chorweiler und weiter in Richtung Innenstadt entwickelt werden Die Infrastruktur ist flexibel und adaptiv geplant und kann über die Zeit einfach umgenutzt werden 118 Ein separates Wegenetz für den Fuß- und Radverkehr umschließt die Hoods und ver - bindet sie miteinander. Dadurch entsteht ein vom Kfz-Verkehr getrenntes Fuß- und Radwegenetz durch die Grüne Mitte, das die Wohngebiete mit den Schulen, den zentra - len Funktionen in Hood Eins und insbeson- dere mit dem S-Bahnhof verbindet. Der Mobility-Loop erschließt die fünf Kreuz- felder Hoods und bindet sie an das umliegen- de Straßennetz an. Er verbindet Köln-Kreuz- feld im Osten mit der Mercatorstraße und im Norden mit dem Blumenbergsweg. Der Mobility-Loop ist für den Kfz-Verkehr und den Busverkehr mit Gelenkbussen befahr - bar . Entlang des Loops sind in den Mobil- stationen zentralisierte Stellplatzanlagen für die Bewohner*innen und Besucher*innen angeordnet. Die Querung des S-Bahn-Tun- nels zwischen Hood Vier und Hood Fünf ist dem Bus-, Fuß- und Radverkehr vorbehalten. Der innere Hood-Loop dient der internen Er- schließung der Hoods. Es handelt sich um Ein- bahnstraßen mit Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung. Sie werden in erster Linie für die Ver- und Entsorgung sowie von Hand- werkern und Pflegediensten befahren. Entlang des inneren Hood-Loops befinden sich für die- se Verkehre zahlreiche Haltemöglichkeiten. Die maximale Distanz von den Lieferzonen zu den Grundstücken beträgt 75 bis 100 m. Die Nachbarschaftsstraßen stellen die Er - schließung der einzelnen Grundstücke sicher. Die Befahrbarkeit für Feuerwehr und Ret - tungsdienste ist gewährleistet. Die Zufahrt ist im Falle eines Umzugs oder der Lieferung sch werer und großer Sendungen möglich. 2.4.1 Erschließung Die Erschließung und Anbindung sowie der öffentliche Raum und die Verkehrsangebote sollen für alle Menschen sicher und komfortabel sein. Gemäß der Vision einer lebendigen und klimafreundlichen Stadt sind Straßen für den Menschen und das Fahrrad konzipiert. Alternati- ven zum Autobesitz wie das Autoteilen stehen im Vordergrund. Integrierte Planung Die Nachbarschaftsstraßen sind für den motorisierten Verkehr gesperrt und dienen vorrangig dem Fuß- und Radverkehr. Zwischen Kreuzfeld und Blu- menberg entsteht unter Einbe- ziehung des S-Bahnhofs eine Ost-West-Achse für Fuß- und Radverkehr. In Nord-Süd-Richtung verläuft eine Radschnellverbindung auf dem Dresenhofweg. 119 Die Radschnellverbindung soll nach Roggen- dorf, Worringen bzw. Chorweiler und weiter in Richtung Innenstadt entwickelt werden und ist an mehreren Stellen mit dem Radwe- genetz verknüpft. Von dem erweiterten Rad- wegenetz profitieren somit alle nördlichen Stadtteile. An der Kreuzung Mobility-Loop / Dresenhofweg ist eine sichere und bevor - rechtigte Führung für den Radverkehr zu erstellen. Ziel des autoarmen Quartiers Kreuzfeld ist es, dass Bewohner*innen und Besucher*innen bevorzugt den öffentlichen Nahverkehr nutzen, Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen. Um die Anzahl der Autos im Quartier zu reduzieren, werden sieben zentrale Ab- stellanlagen geschaffen. Die Mobilsta - tionen befinden sich in der Regel am An- fang der Hoods und sollen verhindern, dass Autos weit in die Hoods hineinfahren. Das Parken auf dem eigenen Grundstück ist nicht möglich. So entsteht ein siche- res, ruhiges und vom Autoverkehr weit- gehend unbelastetes Wohnumfeld. Im Stra- ßenraum selbst sind nur Behindertenpark - plätze, Ladezonen sowie temporäre Stell- plätze für den Hol- und Bringverkehr im Umfeld von Schulen, Kindertagesstätten sowie für Pflegedienste und Handwerker vorgesehen. Zwischen Hood Vier und Fünf soll Durch- gangsverkehr unterbunden werden. Emp - f oh len wir d, dass dieser Abschnitt aus- schließlich für den Busverkehr, den nicht-motorisierten Verkehr und Einsatz - fahrzeuge befahrbar ist. Die angestrebte Höchstgeschwindigkeit in Kreuzfeld beträgt 30 km/h. Um die Rechts-vor-Links-Rege - lung aufzuheben und die Verlustzeiten für den Busverkehr zu minimieren, werden im weiteren Planungsprozess mögliche Lö- sungen geprüft und erarbeitet. Eine Mög- lichkeit könnten abgesenkte Bordsteine sein. Dabei müssen die Vorteile des autoarmen Quartiers für Gesundheit, Umwelt und Le - bensqualität herausgestellt werden. Bei der V ergabe von Grundstücken an Projektent - wickler und Investoren sind Vereinbarungen hinsichtlich der späteren Vermarktung als aut oarmes Wohnquartier abzuschließen. Blumenbergsweg. Der Blumenbergsweg (L 43) verläuft in Ost- West-Richtung zwischen Neusser Landstra- ße (B 9) und Bruchstraße. Es ist geplant, die bestehende Straße zu ertüchtigen und ab Bruchstraße nach Westen bis zur Anschluss- stelle Köln Worringen (BAB A 57 / L 183) zu verlängern. Außerdem sind Rad- und Fußver- kehrsanlagen geplant. Die Straßentrasse liegt am nördlichen Rand des Betrachtungsberei- ches der Integrierten Planung. Im Rahmen der technischen Masterplanung sind Abstim- mungen und Verwaltungsvereinbarungen mit dem Land (Straßenbaulastträger L 43) durch- zuführen und abzuschließen. Nach Klärung der organisatorischen Projekt s trukturen und der Finanzierung können dann die Vergaben der externen Ingenieur- und sonstiger techni- scher Dienstleistungen (Planungen, Gutach- ten etc.) erfolgen. Im Rahmen dieser Arbeits- schritte wird die Politik eingebunden. Nach Abschluss der Entwurfsplanung wird das Planfeststellungsverfahren bei der Bezirks - regierung Köln eingeleitet und durchgeführt, nach dessen Abschluss die Ausführungspla- nung, die Bauvorbereitung und schließlich der Ausbau erfolgen. Alle Schritte werden von einer Projektkommunikation begleitet. Um die Akzeptanz des Konzepts bei den künftigen Bewohner*in- nen zu erhöhen, sollten früh - z eitig Informationskampagnen und Be ratungsangebote gestar- tet werden. Mobility-Loop zwischen den Hoods (ca. 13 m) Dresenhofweg PKW / Rad /ÖV (ca. 13 m) Nachbarschaftsstraße (ca. 3,5 m – 5 m ) Innerer Hood-Loop für Anlieferung, Ver- und Entsorgung (ca. 8,5 m) Separates Netz für den Fuß- und Radverkehr durch die Grüne Mitte Mobility-Loop in den Hoods (ca. 14 m) Dresenhofweg Fußgänger-/Radschnellweg (ca. 9,25 m) Äußerer Hood-Loop (ca. 3,5 m - 5,5 m) Abb. 122: Netzhierarchie mit zwei weitgehend getrennten Netzen für den Kfz-Verkehr sowie den Fuß- und Radverkehr. Angabe zu Straßenbreiten sind konzeptionell. 120 Mischverkehr (Kfz, Bus, Rad) Fuß- und Radverkehr, Kfz-Verkehr in bestimmten Fällen (Umzug, o. ä.) Fuß- und Radverkehr Legende Abb. 123: Fußverkehrsnetz 121 2.4.2 Rad- und F ußverkehr Es soll möglich sein, alle Ziele über vom Kfz-Verkehr getrennte Rad- und Fußwege zu erreichen, um ein Höchstmaß an Kom- fort und Sicherheit für alle Altersgruppen zu gewährleisten. Dies ist insbesondere für die Schulwege wichtig. Es wird empfohlen, die Hauptwege in der Grünen Mitte zu asphaltieren und zu beleuchten, wobei eine innovative insektenfreundliche Be- leuchtungstechnik eingesetzt werden sollte, um Lichtverschmutzung zu vermeiden. Eine Ost-West-Achse verbindet die Hoods im Westen mit dem S-Bahnhof und führt weiter nach Blumenberg. Alle Hoods sollen Die Stadt der kurzen Wege, die Idee der 15-Minuten-Stadt und des Stadtteils für alle prägen den Entwurf. Das Mobilitätskonzept wird aus den Bewegungsströmen gedacht und fortentwickelt. möglichst direkte Wege zum S-Bahn - ho f sowie zu den Einkaufsmöglichkeiten und sozialen Einrichtungen in Hood Eins haben. Die genaue Führung und Aus- gestaltung der Ost-West-Radachse wird gemeinsam mit der Grünen Mitte und den Bildungs- und Freizeiteinrichtungen detail - liert geplan t. Auf dem Dresenhofweg verläuft teilweise in Kombination mit dem Busverkehr in Nord- Süd-Richtung eine Radschnellverbindung mit begleit endem Gehweg. Dort, wo die Rad - schnellv erbindung das Straßennetz kreuzt, wird der Radverkehr bevorrechtigt geführt. Legende Promenade Erschließungswege Aufenthaltsbereiche Ost-West-Verbindung S-Bahnhaltestelle Köln-Blumenberg Integrierte Planung Abb. 124: Radverkehrsnetz 122 Auf Achsen mit hohem Rad- oder Fußver - kehrsaufkommen werden beide Verkehrs- arten separiert geführt, um alle Anforderun- gen der Barrierefreiheit zu erfüllen. Innerhalb der Hoods steht dem Fuß- und Radverkehr ein weitgehend vom Kfz-Ver - kehr unabhängiges Netz zur Verfügung. Die Nachbarschaftsstraßen und der innere Hood-Loop sind für den allgemeinen Kfz- Verkehr gesperrt und dürfen nur im Ausnah- mefall befahren werden. Über die Quartiers- plätze bestehen direkte Verbindungen auf die andere Hoodseite. Entlang der inneren Hood-Loops gibt es breite Gehwege, der Radverkehr kann die Einbahnstraßen in Gegenrichtung nutzen. Aufgrund des zentralen Parkens von Pkw in Sammelgaragen und der Notwendigkeit einer speziellen Erlaubnis werden diese nur schwach befahren. Empfohlen wird, den in- neren H ood-Loop nicht als Mischverkehrs - fläche zu ges talten. Der Straßenraum soll vertraute und wichtige Orientierungsmög- lichkeiten erhalten. Die äußere Ringerschließung um die Hoods verknüpft die Bebauung mit dem Grünraum. Von dort aus sind die zentralen Achsen er - reichbar. Um einen attraktiven Bewegungs- raum für Kinder zu schaffen, sie zur Bewe- gung anzuregen und ihr Selbstbewusstsein zu fördern, sind zahlreiche Spiel- und Sport- Legende Radschnellverbindung Dresenhofweg Hauptradnetz Gemeinsame Geh- und Radwege Ost-West-Verbindung 123 möglichkeiten in das Fuß- und Radwegenetz integriert. Entlang der Hauptachsen und des äuße- ren Hood- Loops um die Grüne Mitte wer - den der Rad- und Fußverkehr getrennt. Die Zweirich tungsr adwege und Gehwege haben eine Breite von jeweils mindestens 3,0 m. Die Trennung von Rad- und Gehwegen erfolgt optisch und taktil durch mindestens 30 cm breite Begrenzungsstreifen. Querungsstellen sind gesichert und umfassend barrierefrei ausge bilde t. Empfohlen wird, Querungen des Radwegenetzes mit dem Straßennetz durch rote Einfärbung zu kennzeichnen. Zur barriere fr eien Nutzung des Netzes für Fuß - gänger*innen und Radfahrer*innen ist ein durchgängiges Blindenleitsystem integriert. Für den Querungsbereich werden sowohl für blinde und sehbehinderte Menschen als auch für Rollstuhl- und Rollatorbenutzer*innen im weiteren Planungsprozess barrierefreie Lö- sungen erarbeitet. Zur Erhöhung des Komforts w erden – wo entwässerungstechnisch mög - lich – für Radwege nahtlose Übergänge (As - phalt auf Asphalt, ohne Rinne oder Bordstein) v orgesehen. 200-Meter-Radius um die Haltestellen Im Zweirichtungsverkehr mit Gelenkbussen befahrbares Netz 200 m Potenzielle Lage einer barrierefreien Haltestelle Abb. 125: Das mit Gelenkbussen befahrbare Straßennetz mit potenziellen Haltestellen und Haltestelleneinzugsbereichen 2.4.3 ÖPNV – Bus & S-Bahn Das flächendeckend ausgebaute Netz aus Bus & S-Bahn integriert den Stadtteil in das ÖPNV-Netz Kölns. Das Pendeln aus und nach Woodhood Kreuzfeld verläuft unkompliziert. Integrierte Planung 124 Im Einrichtungsverkehr mit Gelenkbussen befahrbares Netz S-Bahnhof Das Rückgrat des anspruchsvollen Mobilitäs- konzepts für Kreuzfeld ist ein zuverlässiger und attraktiver öffentlicher Nahverkehr. Der künftige 10-Minuten-Takt der S-Bahn-Linien S10 und S11 zwischen Köln-Worringen und der Innenstadt ist Basis für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung für den gesamten Köl - ner Norden. Gleichzeitig ist er eine Grund- voraussetzung für den Erfolg des Stadtteils. Der S-Bahnhof spielt als Kreuzfelder Ein- gangstor und als Bindeglied zwischen Kreuz- feld und Blumenberg eine wichtige Rolle. Der Busverkehr dient der barrierefreien Anbindung der westlichen Hoods an die S- Bahn, der Verbindung zwischen Blumenberg und Kreuzfeld, der Anbindung Kreuzfelds an die umliegenden und abseits der S-Bahn gelegenen Wohn- und Arbeitsgebiete sowie als Rückfallebene nach Chorweiler. Dort be- steht im Sinne eines resilienten Verkehrs- systems Anschluss an das Stadtbahnnetz. Die Busanbindung erfolgt über den Mobi- lity-Loop, der durchgängig für Gelenkbus- se befahrbar ist. Um einen barrierefreien Ein- und Ausstieg zu gewährleisten, sind an den Haltestellen durchgängig Borde mit einer Mindesthöhe von 18 cm vorzu- se hen. Bei der Anordnung der Haltestellen ist auf eine gute Anfahrbarkeit zu achten. Die Bushaltestellen werden, abweichend von den Empfehlungen des Nahverkehrsplans für den Außenbereich (400 m), in einem engmaschigen Erschließungs radius von 200 m angestrebt. Im Haltestellenbereich ist eine ausrei chen de Gehwegbreite von 5,00 m wich tig. Der Busverkehr soll tags- über durchgehend im 10-Minuten-Takt ver- kehren, um eine hohe Taktfrequenz und damit eine hohe Attraktivität für die Bewoh- ner*innen zu gewährleisten. Dabei ist auch die Vielzahl an Schulen im Stadtteil zu be- rücksichtigen. Es ist wichtig, Kreuzfeld früh- zeitig in die Neukonzeption des Busverkehrs im Kölner Norden einzubeziehen. Neben den Haltestellen für den allgemeinen Busverkehr sind auch barrierefreie Haltestel- len für Sonderverkehre wie den Schwimm - bus vorzusehen. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob zur besseren Erschließung von Kreuzfeld und Blumenberg ein Bedarfs v erkehr mit ma- nuellen oder perspektivisch automatisierten Shuttle-F ahrzeugen einge rich tet werden kann. Die flexibel einsetzbaren, barrierefreien Fahrzeuge können ins besonder e ältere Men- schen unterstützen und in Rand- und Neben- zeiten eine Verbindung zum Beispiel nach Chorw eiler ermöglichen. 125 Abb. 126: Mobility-Loop mit beidseitiger Bebauung Abb. 127: Mobility-Loop entlang der Hoodmitten 126 2.4.4 Straßenquerschnitte Integrierte Planung 127 Der Mobility-Loop ist die Haupterschließung des Quartiers und der einzelnen Hoods, er bindet diese an Mercatorstraße und Dre- senhofweg an und ist durchgängig mit Ge- lenkbussen befahrbar. Entlang des Mobili- ty-Loops in den Hoods haben die Gehwege eine Breite von durchgängig mindestens 2,5 m. Bei erhöhtem Fußverkehrsaufkom- men, einer aktiven Erdgeschosszone und in Bereichen mit Gastronomie weitet sich der Gehweg unter Inanspruchnahme des Multi- funktionsstreifens auf 5,0 m aus. Die Zwei - rich tungsfahrbahn wird im Regelfall von ei- nem Multifunktionsstreifen auf der von der Hoodmitte abgewandten Seite begleitet. Dieser kann je nach Bedarf unterschiedlich als Fahrradabstellanlage, Tiefbeet oder an- dere grüne wasserdurchlässige Elemente, als Hol- und Bringzone für den Schüler*in- nenverkehr, Behindertenparkplatz oder als Gehwegaufweitung ausgebildet werden. Auf Seite der Hoodmitte wird ein nahtloser Übergang zwischen Straßenraum und Platz geschaffen. Fußgänger*innen steht somit Abb. 128: Mobility-Loop zwischen den Hoods Abb. 129: Mobility-Loop mit Radschnellverbindung Abb. 130: Der innere Hood-Loop 128 eine breite und attraktive Bewegungs- fläche zur Verfügung. Bei Einbauten oder anderen Hindernissen auf der Hoodmitte ist dennoch jederzeit eine Gehwegbreite von mindestens 2,5 m garantiert. Das regel - widrige Befahren des Platzes durch Pkw wird durch die Ausgestaltung der Hoodmit - ten unterbunden. Zwischen den Hoods kann der Multifunk - tionsstreifen entfallen. Der innenliegende Gehweg weitet sich als bedeutendes Ele- ment des Schulwegenetzes auf 3,5 m aus und wird von einem Zweirichtungsradweg Abb. 131: Der innere Hood-Loop 129 begleitet. Im Fahrbahnbereich werden ge- schwindigkeitsdämpfende Elemente ein - gebaut. Der Querungsbereich mit der Rad- schnellverbindung wird für den Radverkehr niveaugleich ausgeführt. Der innere Hood-Loop als interne Erschlie - ßung is t untergeordneter und gestalterischer Teil der Hoodmitte. Der befahrbare Teil des inneren Hoods-Loops wird als Einbahn- straße mit Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung ausgeführt. Er ist für Anliefe- rungen und Entsorgungen gedacht. Der Übergang in die Hoodmitte ist fließend. Bei der Straßenraumgestaltung werden die Anforderungen an die Barrierefreiheit durch eine lineare Anordnung der Ver - kehrselemente erfüllt. Auf die Ausgestal- tung als verkehrsberuhigter Bereich wird bewusst verzichtet. Bei einer beidseitigen Bebauung durch eine Kita beträgt die Geh- wegbreite mindestens 2,50 m. Das regel - mäßige Be fahren der Nachbarschafts- er schließung mit K fz ist nicht vorgesehen. Die Nachbarschaftsstraßen dürfen jedoch im Zuge eines Umzugs o. ä. befahren wer - den – hierfür ist eine entsprechende Ge- nehmigung nötig. Die konkrete Umsetzung dieses Verfahrens wird im weiteren Pla - nungsprozess geprüft. Der 3,50 m breite Er- schließungsweg und die 2,50 m breiten Auf- weitungen lassen auch beim Beladen eines Umzugs-Lkws ausreichend Restbreite für den Fuß- und Radverkehr. Der innere Hood-Loop als Erschlie- ßung ist untergeordneter und gestal- terischer T eil der Hoodmitten. Der befahrbare T eil des Loops wird als Einbahnstraße mit Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung aus- geführt. Er ist für die Anlieferung und die Entsorgung gedacht. Abb. 132: Die Nachbarschaftsstraße Abb. 133: Der Dresenhofweg als Haupterschließung aus Richtung Norden (Blumenbergsweg) Abb. 134: Der Dresenhofweg als Radschnellver- bindung durch die Grüne Mitte 130 Der Dresenhofweg. Der Dresenhofweg – teilweise in Kombi- nation mit dem Busverkehr – wird gemäß dem Standard für Radschnellverbindungen als hochwertige Radverbindung mit beglei- tendem Gehweg errichtet. An den Kreu- zungen der Radschnellverbindung mit dem Mobility-Loop hat der Radverkehr Vorrang. An der südlichen Querung werden Fuß- und Rad v erkehr gemeinsam geführt, an der nördlichen Querung wird die Radschnell- verbindung verschwenkt und verläuft abge- setzt entlang des äußeren Hood-Loops von Hood Vier. 131 With seating With play/sport Abb. 135: Der äußere Hood-Loop in fünf verschiedenen Varianten Der äußere Hood-Loop umgibt die einzelnen Hoods. Er dient als gemeinsamer Geh- und Radweg. Bei erhöhtem Aufkommen werden beide Verkehrsarten getrennt geführt. Ak - tionsflächen und Sitzelemente animieren zu Spiel, Bewegung und Erholung. 132 2.4.5 Mobilstationen Mobilstationen bündeln verschiedene Mobili- tätsangebote und ermöglichen einen kom- fortablen Wechsel zwischen verschiedenen V erkehrsmitteln. In jeder Hood gibt es min - destens eine Mobilstation. Durch die Bün - delung verschiedener Mobilitätsangebote wie Car sharing, ÖPNV, Bikesharing, weitere Sharing-Angebote, zentrale Abstellmöglich- keiten für Pkw, Fahrradservicestationen und Schließ fächer sind die Wege sowohl zum Pkw als auch zu den anderen Mobilitätsangebo- ten gleich lang. Eine Bushaltestelle in unmit - telbarer Nähe sorgt für eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. Die aktive E rdgeschosszone bietet Raum für gewerb - liche N utzungen, auf dem Dach können Frei- zeit- und soziale Aktivitäten stattfinden. Die Mobilstationen sind mit Ladepunkten für Elektrofahrzeuge und E-Bikes ausgestattet. Die Barrierefreiheit wird durch Aufzüge und barrierefreie Zugänge gewährleistet. Die Bedürfnisse aller Nutzenden, von Bewoh- ner*innen über Mitarbeiter*innen bis hin zu Kund*innen und Besucher*innen, sind bei der Ausgestaltung der Mobilstationen zu berücksichtigen. Die Mobilstationen sollen nach den Grundsätzen des Raumbuchs für Mobil s tationen Köln geplant werden (ge- genwärtig in Erarbeitung). Umnutzung. Mobilstationen als Bauwerke sind auf eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten ausgelegt. Über diese Zeit werden für den Die Mobilstationen sind vielfältig nutzbare Stadt- und Mobilitätsbau- steine. Weit mehr als nur bloße Stellflächen für Fahrzeuge, vereinen sie vielfältige und neue Funktionen an einem Ort. Mobilitätsbereich unterschiedliche Entwick- lungen prognostiziert, deren Eintreten jedoch unsicher ist. Um einen langfristig attraktiven Stadtbaustein zu entwickeln und Ressourcen effizient einzusetzen, werden die Mobilstati- onen auf einfache Anpassbarkeit ausgelegt. Ändert sich beispielsweise aufgrund tech- nischer Fortschritte wie automatisiertes Fahren die Nachfrage nach Stellplätzen, können Flächen schnell und effizient von Park- in Fahrradstellplätze, Logistikflächen, aber auch Büros, soziale Einrichtungen oder Wohnungen umgewandelt werden. Die Umnutzbarkeit ist keine Einbahnstraße: Sollte sich nach 5 bis 10 Jahren herausstellen, dass in Kreuzfeld zu wenige Parkplätze ange- legt sind, kann jeweils ein Bauwerk in Hood Drei bis Hood Fünf von einem Bürogebäude in eine weitere Mobilstation verwandelt werden. Hierfür ist vertraglich zu sichern, dass das jeweilige Grundstück von dem*der Eigentümer*in zurückerworben werden kann. Integrierte Planung Abb. 136: Ansicht Mobilstation | ADEPT 133 Mobilstation 1.1 ca. 270 Stellplätze Mobilstation 1.2 ca. 280 Stellplätze Mobilstation und Logistikhub 2.1 ca. 190 Stellplätze Mobilstation 2.2 ca. 170 Stellplätze Mobilstation 5 ca. 190 Stellplätze Mobilstation und Logistikhub 3 ca. 170 Stellplätze Mobilstation Blumenberg mind. 120 Stellplätze Mobilstation 4 ca. 200 Stellplätze Abb. 137: Aufbau und Mischung einer Mobilstation| ADEPT Abb. 138: Mobilstation Abb. 139: Ansicht Mobilstation Oberbillwerder Abb. 140: Bereich für Automated-Valet-Parking I QUIMBY.net I CC0 Abb. 141: Das Parkraummanagementsystem weist den Weg zum nächsten freien Parkplatz I QUIMBY. net I CC0 134 Freeflow-Digital-Parken. Neue Konzepte des digitalen Parkraum - managemen ts ermöglichen eine effizien- te Auslastung der vorhandenen Stellplätze unter Berücksichtigung einer tageszeit - lich flexiblen Nutzung der Stellplätze durch unter schiedliche N utzergruppen. Freeflow- Systeme ermöglichen nicht nur einen bar - rierefreien Zugang zu den Parkierungsanla - gen mittels Kennzeichenerfassung, sondern auch eine vollständig digitalisierte Stellplatz- reservierung, Wegeleitsysteme zum Auf - finden des Stellplatzes und automatisierte Ab rechnungsmodalitäten. Angebote von Mobilitätsdienstleister*innen wie z. B. Car - sharing-Flotten können mittels technischer Schnittstellen in Freeflow-Systeme integ- riert werden. Im Vergleich zu konventionellen Parkierungsanlagen mit Schranken entfällt beim digitalen Freeflow-Parken der Aufwand für ein Parkticket, wodurch Zeit, Platz und Ressourcen eingespart werden können. Parkraummanagement. Die Reduktion der Stellplätze zugunsten von Aufenthaltsqualität ist eines der zentralen Elemente des Mobilitätskonzeptes. Eine Be- wirtschaftung des Parkraums in den Mobil- stationen ist notwendig, um eine effiziente Nutzung der Parkstände sicherzustellen. Automated-Valet-Parking. Beim Automated-Valet-Parking kann der Fahrzeugnutzer sein Fahrzeug in einem ein- gangsnahen Valet-Parking-Bereich abstel- len. Das Fahrzeug fährt dann selbständig auf einen dafür vorgesehenen Stellplatz. Ebenso kann das Fahrzeug über eine App wieder gerufen werden. Parksuchverkehre und Fußwege innerhalb der Station werden vermieden. Zudem ist denkbar, die Fahr - zeuge mit dieser Technik deutlich platz - sparender abzustellen. Das Automated- Valet-Parking wird derzeit von mehreren Fahrzeugherstellern entwickelt. Erste Pi- lotprojekte wurden bereits realisiert. Eine zukünftige Verbreitung des Automated - Valet-Parking erscheint mittelfristig mög- lich. In den Mobilstationen sollten daher be- reits Flächen für diese Technik vorgesehen werden. Für eine Übergangszeit ist zu prü- fen, ob Parkroboter Pkw ohne Automated- Valet-Parking-Funktion abstellen können. Anstatt Stellplätze fest zu vermie- ten, werden diese dynamisch beim Einfahren in die Quartiersgarage zugewiesen. Dies spart Zeit, Platz und Ressourcen. 135 Abb. 142: Schematische Darstellung eines Mobilitäts- foyers in einem Wohngebäude | ARGUS Ersatzteilautomat Reparaturstation Mobilitätshilfen Lastenradverleih Abfahrtsmonitor Briefkasten Kinderwagen- / Rollatorabstellfläche Wegeleitsystem Mobilstationen stellen die notwendige Mobilitätsinfrastruktur für Kreuzfeld bereit: Parkraum für Fahrzeuge, Zugang zu verschiedenen Mobilitätsangeboten sowie Beratung und Unterstützung. Paketstation Microcarrier Communityboard/-shelf Mobilitätsfoyers. Sie werden zum sichtbaren Symbol des inno- vativen Mobilitätskonzeptes und machen die Mobilitätswende erlebbar. Mobilitätsfoyers die- nen als zentrale Anlaufstelle für alle Logistik- und Mobilitätsbedürfnisse des Alltags, vom Transport von Gütern von der Haustür zum Zielort und zurück (Mobilstation etc.) über die Annahme und Abgabe von Paketen oder Gemüsekisten bis hin zur Information über alle weiteren Mobilitätsangebote. Im Sinne einer Mobilitätsgarantie wird ein leicht zugänglicher Raum geschaffen, der An- gebote und Informationen für alle denkbaren Mobilitätsmomente der Bewohner*innen und Nutzer*innen vor der Haustür bündelt. Die Mobilitätsfoyers sollen sich zum Straßen- raum öffnen und zur Belebung des öffentli- chen Raumes beitragen. Sie beinhalten neben Paketstation, Lastenradverleih, Communi- tyboard/-shelf, Microcarrier-Station, Infos- tele, Abfahrtsmonitor und Wegeleitsystem auch eine Fahrradreparaturstation mit Er - satzteilautomat. Für diese Angebote ist eine Fläche von ca. 100 m² vorzusehen. Mobilitätsfoyers sind auch zentrale Anlaufs - tellen für die Beschäftigten im Quartier. Wer mit dem F ahrrad zur Arbeit oder von der Ar- beit nach Hause fährt, kann hier das Ange - bo t von Fahrradabstellanlagen, Duschen und Umkleiden nutzen. Auch das Angebot von Schließ fächern zur Zwischenlagerung von per sönlichen Gegenständen soll damit ver - bunden sein. Für Dienstfahrten sollen in den F oyers auch Fahrräder ausgeliehen werden können. Mit diesen Angeboten wird eine bre- ite Palette an Alternativen zum Pkw geboten. 136 2.4.6 R uhender Verkehr Der ruhende Kfz-Verkehr wird in den insge- samt sieben Mobilstationen zentral unter - gebr acht – dies betrifft den ruhenden Ver - kehr der Bewohner*innen, Besucher*innen, Beschäftigten sowie deren Kund*innen. Das Parken im Straßenraum soll im gesamten Gebiet vermieden werden. Hierfür sollte eine Halteverbotszone angeordnet werden. Ziel ist es, den Straßenraum für andere Nut- zungen freizuhalten und kurze Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu fördern. Nur in wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel für mobilitätseingeschränkte Personen, Hand- werker*innen oder Pflegepersonal, soll das Parken bzw. Halten im öffentlichen Straßen- raum durch Behindertenstellplätze und in- telligente Lade- und Dienstleistungszonen ermöglicht werden. Diese Stellplätze müs- sen durch ein Managementsystem geregelt und kontrolliert werden. Das qualitätvolle Parken von Pkw und Fahrrädern ist wichtiger Bestandteil des Mobilitätskonzepts. Autos werden in sieben Mobilstationen geparkt, das Parken im Straßenraum ist bis auf wenige Ausnahmen nicht vorgesehen. Das Fahrradparken ist flächig nach einem sehr hohen Qualitätsstandard auf den Baufeldern und im öffentlichen Raum zu realisieren. Integrierte Planung Empfehlung zur Stellplatzzahl Hood Eins Pkw: Ca. 550 Fahrrad: Ca. 3.700 Hood Zwei Pkw: Ca. 360 Fahrrad: Ca. 2.700 Hood Drei Pkw: Ca. 170 Fahrrad: Ca. 1.700 Hood Vier Pkw: Ca. 200 Fahrrad: Ca. 2.300 Hood Fünf Pkw: Ca. 190 Fahrrad: Ca. 1.700 Anzahl der Stellplätze von Pkw und Fahrrad pro Hood Abb. 143: Fahrradparkhaus Amsterdam Zuid I QUIMBY.net I CC0 137 Vergabe von Stellplätzen. Aufgrund des ambitionierten Stellplatz - schlüssels kann nicht allen Bewohnenden und Beschäftigen ein Stellplatz zugesichert werden. Für die Vergabe der Stellplätze soll ein Kriterienkatalog entwickelt werden, da - mit jene, die aufgrund bestimmter Umstände einen Stellplatz zwingend benötigen, diesen auch erhalten. Eine transparente und faire Vergabe der Stellplätze ist für die Akzeptanz von entscheidender Bedeutung. Dies ist im weiteren Planungsprozess zu berücksichti- gen und herauszuarbeiten. Die Stellplätze in den Mobilstationen sollen zum baurechtlich erforderlichen Stellplatz - nachweis dienen. Die Sicherung, wie bei- spielsweise durch eine Baulast, ist im weite- ren Planungsprozess zu konkretisieren. Fahrradparken. Fahrradabstellanlagen attraktiv zu gestalten geht weit über die Platzierung von Fahrrad- bügeln gemäß geltenden Regelwerken hin - aus. Auch unter architektonischen Sach- zwängen, wie z. B. Statik oder Entfluchtung, und dem Anspruch an eine effiziente Nut - zung der Flächen gilt es, von der Planung bis zur Umsetzung einen Fokus auf die tatsäch- lichen Anforderungen der Radfahrenden zu bewahren und somit eine Infrastruktur be- reitzustellen, die zur alltäglichen Nutzung des Fahrrads einlädt. Der Fahrradplatz sollte nicht weiter als 50 Meter von der Wohnungs- tür / vom Arbeitsplatz entfernt sein. Für Nut- zungen mit kurzer Aufenthaltsdauer gilt: je näher am Eingang, desto besser. Die Plat - zierung und Ausgestaltung wird im weiteren Planungsverlauf baufeldscharf geplant. Die in Köln-Kreuzfeld geplanten und zu errichtenden (Infra-) Strukturen sind flexibel und anpassungsfähig und können auch nach Jahrzehnten der Nutzung auf neue Bedarfe reagieren. Abb. 144: Entfernungen zum Fahrradparken in Abhängigkeit von der Nutzung und Aufenthaltsdauer © ARGUS. Basierend auf Celis, P ., Bølling-Ladegaard, E. (2008): Bicycle Parking Manual. Hrsg.: Danish Cycling Federation, Kopenhagen. 138 Abb. 145: Mobilstation und Logistikhub in Köln-Kreuzfeld 139 2.4.7 Logistik Das Logistikkonzept soll den Güterverkehr und die Logistik in Kreuzfeld effizienter und nachhaltiger gestalten. Dabei wird darauf geachtet, dass trotz der Reduzierung der klassischen Kfz-Erreich- barkeit alle Anlieferungen berücksichtigt werden. Dies betrifft un- ter anderem die Anliegerlogistik der privaten Haushalte, die Unter- nehmenslogistik sowie die Ver- und Entsorgung. Integrierte Planung Mobilstation und Logistikhub in Hood Zwei Anbindung über Mercatorstraße Mobilstation und Logistikhub in Hood Drei Anbindung über Blumenbergweg In Hood Zwei und Drei befindet sich in jeder Mobilstation eine Logistikstation. In die- ser finden Umladeprozesse vom Lkw auf Lasten f ahrräder oder Lastenanhänger statt. Ziel ist es, das Straßennetz weitgehend von schweren Nutzfahrzeugen freizuhalten. Aus genommen sind M üllabfuhr, Baufahr- zeuge und Umzüge. Die Umschlag- und Lagerstrukturen können von ansässigen Unternehmen, Händler*innen, Gastronomie und Lieferdiensten genutzt werden. Für die KEP-Logistik gibt es in den Mobilstatio- nen zusätzliche Flächen, die der Vorberei- tung und Organisation der Feinverteilung von Paketen auf die Paketstationen und Paket bo xen in den Gebäuden oder auf den Abb. 146: Paketstationen in den Mobilstationen, laufende Meter Bedienfront Quartiersplätzen dienen. In jeder Mobilstati- on befindet sich auch eine Paketstation. Die Haustürzustellung von kleinen und leichten Paketen soll nicht die Regel sein. Schließlich sollten auch die beiden Logistik- stationen mit einem Betreiberkonzept für einen anbieterneutralen Logistikbetrieb ver- sehen werden, um eine effiziente Logistik im Quartier zu gewährleisten. Bestimmte Lieferungen (Sperrgut wie Mö- bel, Umzüge) und Dienstleistungen (Pfle- gedienste, Geldtransporte) erfordern kurze Mobilstation 1.1 1.500 Bewohner*innen 29,0 m Paketstation Mobilstation 1.2 1.000 Bewohner*innen 19,3 m Paketstation Mobilstation und Logistikhub 2.1 1.200 Bewohner*innen 25 m Paketstation Mobilstation 2.2 800 Bewohner*innen 16,1 m Paketstation Mobilstation 4 1.440 Bewohner*innen 29,0 m Paketstation Mobilstation 5 ca. 1.300 Bewohner*innen 25,7 m Paketstation Mobilstation und Logistikhub 3 ca. 804 Bewohner*innen 16,1 m Paketstation 140 Abb. 147: Smarte Ladezone in Hamburg: Beschilderung und dynamische Buchungsanzeige | QIMBY.net | CC0 141 anderer Verkehre kann vermieden werden. Die Umsetzung ist noch zu prüfen. Denk - bar sind eine App bzw.eine Schnittstelle zur Dispositionssoftware z. B. von KEP-Dienst - leis tern: › Lade zonen werden zur Überwachung und Darstellung von Echtzeitdaten mit Sensoren ausgestattet › Z eitliche Begrenzung des Ladevorgangs › Z ufahrtssperren, die nur von Berechtig- ten per App entriegelt werden können › R eduzierung von Parken in zweiter Reihe, Blockieren von Geh- und Radwegen und Parksuchverkehr › A usnahmegenehmigung von der StVO erforderlich › Absolut es Haltverbotsschild mit dem interaktiven Zusatzschild „Ausgenom- men Kennung ID“ und „Uhrzeit“ des gebuchten Lieferfahrzeugs in Anlehnung an Pilotversuche Wege, weshalb zusätzlich zu den Ange- boten für die letzte Meile dezen tr ale Lade - z onen im Quartier eingerichtet werden um den Verkehr und vor allem den Auf en thalt von Fahrzeugen im Quartier zu steuern und zu regulieren. Im Straßenraum sind die Ladezonen so angeordnet, dass die Gebäu- de jeweils in einer Entfernung von maximal 50 m erreicht werden können. Sie haben eine Länge von 30 – 45 m und sind maximal 150 m voneinander entfernt. Für Ladezonen sollten digitale Lösungen zur Buchung entsprechender Ladezeiten genutzt werden, hierzu gibt es aktuell jedoch noch keine rechtliche Grundlage. Eine digi- tale Buchungsplattform für die Ladezonen stellt sicher, dass alle Fahrzeuge, die die Ladezonen nutzen, auch ein berechtigtes Anliegen haben. So wird eine zeitliche Ko- ordination mehrerer Belieferungsvorgän- ge ermöglicht und eine Beeinträchtigung Flexibilität und Adaptivität. Flexibilität ist ein elementarer Bestandteil für den langfristigen Erfolg des Mobilitäts- konzepts in Kreuzfeld. Ein ambitioniertes Mobilitätskonzept kann nur erfolgreich sein, wenn bestimmte Voraussetzungen und Be- dingungen erfüllt sind. Eine zuverlässige S- Bahn-Anbindung an die Kölner Innenstadt ist eine dieser Voraussetzungen: Ist die ex - terne Anbindung nicht verlässlich genug, werden Bewohner*innen und Besucher*in- nen eher auf das eigene Auto umsteigen. Auch im öffentlichen Raum werden flexib- le Strukturen eingerichtet: Flexzonen sind Bereiche im Straßenraum zwischen Fahr - bahn und Gehweg, die heute in der Regel als Parkraum genutzt werden, in Zukunft aber je nach Bedarf und Umfeld unterschiedlich programmiert und umgenutzt werden, sei es als Ladezonen, Fahrradstellplätze, Geh- wegverbreiterungen, Tiefbeete oder Behin- dertenparkplätze. Die Flexibilität und Anpas- sungsfähigkeit von Flexzonen ermöglicht es, den begrenzten Platz im Straßenraum effi- zienter zu nutzen und auf die sich ändern- den Bedürfnisse der Stadt und ihrer Bewoh- ner*innen zu reagieren. Auch Mobilstationen sind ein wichtiger Be- standteil der flexibel anpassbaren Infra - s truktur in Kreuzfeld, insbesondere in Bezug auf die Nutzung von Parkflächen. Ändert sich die Nachfrage, können diese schnell und effizient in andere Nutzungen wie Fahr- radstellplätze, Logistikflächen, Büros, soziale Die in Köln-Kreuzfeld geplanten (Infra-)Strukturen sind flexibel und anpassungsfähig und können auch nach Jahrzehnten der Nutzung auf neue Bedarfe reagieren. 2.4.8 Ausblick Integrierte Planung Einrichtungen oder Wohnungen umgewan- delt werden. Die Flexibilität und Anpas- sungsfähigkeit des Konzepts muss dabei in beide Richtungen gehen: Nicht nur soll Parkraum in andere Nutzungen umgewid- met werden können, sondern auch eini- ge bauliche Strukturen sollten so gestaltet werden, dass sie bei Bedarf in eine weitere Mobilstation umgewandelt werden können. Flexibel-adaptive Infrastrukturen wie Mobil- stationen oder Flexzonen sind eine sinnvolle Möglichkeit, sich auf eine ungewisse Zukunft vorzubereiten. Durch die Anpassungsfähig- keit der Infrastruktur kann schnell und effi- zient auf Veränderungen und Entwicklungen reagiert werden. Dies bedeutet, dass Inves- titionen in die Infrastruktur langfristig funk - tional bleiben und Ressourcen effizienter genutzt werden können. Ausblick. In der weiteren Planung stehen Umsetzung und Betreiberkonzept im Fokus. Die Planung und Umsetzung des Mobilitätskonzeptes für Kreuzfeld erfordert ein systematisches Vorgehen in mehreren Schritten, welches unter anderem ämterübergreifende Ab- stimmungen beinhaltet. Das vorliegende M obilitätskonzept beschreibt die zukünfti- ge Mobilitätsstruktur des Quartiers und die M obilitätsangebote. In der anschließenden technischen Masterplanung werden die Pla- nungen weiter konkretisiert und detaillierter dar gestellt. Weitere verkehrliche Gutachten 142 143 und die Planung des Anschluss Kreuzfelds an den dann ausgebauten Blumenbergs- weg sind hierbei unerlässlich. Aufgrund der zuvor skizzierten Relevanz des S-Bahnhofs Kreuzfeld für die erfolgreiche Entwicklung des gesamten Stadtteils soll ein Gestaltungs- und Ideenwettbewerb für das S-Bahn-U mfeld durchgeführt werden. Hierbei sollten die Umfeldgestaltung, die Ver- knüpfung und sichere Querung zwischen Blu- menberg und Kreuzfeld sowie die Integration der Radabstellanlagen in das Stationsumfeld im Vordergrund stehen. Dabei sind die Ein- und Aussteigerzahlen zu prognostizieren und der Haltestellenbereich an der Mercatorstra- ße so zu gestalten, dass ein barrierefreier Um- stieg in den Bus sowie in andere Verkehrsan- gebote wie Taxi und Fahrdienste möglich ist. Dur ch die Umgestaltung der Mercatorstraße wird die Verbindung zwischen Blumenberg und Kreuzfeld gestärkt. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Reduzierung der Geschwindigkeit. Das vorgesehene Planfeststellungsverfah- ren zum Ausbau des Blumenbergswegs birgt die Chance, begleitende Geh- und Radwege zu entwickeln sowie die Knotenplanung am Dresenhofweg detailliert zu betrachten. Es ist auf die Einhaltung der Standards für Rad- schnellverbindungen zu achten. I m Rahmen der Funktionsplanung ist eine verkehrstechnische Untersuchung der um- liegenden Knotenpunkte erforderlich, um die L eistungsfähigkeit der äußeren Erschlie- ßung sicherzustellen. Die Straßenräume und der öffentliche Raum sind weiter zu quali - fizieren. Hierbei ist ein Abgleich mit dem H öhenmodell vorzunehmen. Besonderes Augenmerk ist auf den Hol- und Bringver - kehr der einzelnen Schulstandorte zu legen. H ierzu sollten auch mögliche verkehrsrecht- liche Anordnungen wie Geschwindigkeits- beschränkungen und programmierbare Fle x z onen vorab mit der Straßenverkehrs- behörde abgestimmt werden. Auch die Fuß- und Radverkehrsführung in der Grünen Mitte ist weiter zu qualifizieren ( siehe hierzu auch Kapitel 2.2, Freiraum, S. 62 ff.). Die Führung des Busverkehrs und die Rea - lisierung einer Busschleuse sind weitere wich tige Elemente der technischen Master - planung. Die Konkretisierung erfolgt im Zu- sammenhang mit der Neukonzeption des Bus verkehrs im Kölner Norden. Darüber hin- aus ist eine Parkraumuntersuchung zur Ein- richtung einer Bewohnerparkzone Blumen - berg durchzuführen, um eine Fehlnutzung des knappen P arkraums bei der Aufsiedelung Köln-Kreuzfelds zu verhindern. Ein Betreiberkonzept für die Mobilstationen und ein Finanzierungskonzept für die ver - schiedenen Verkehrsangebote und gemein- schaftlichen Nutzungen ist zu erarbeiten. D ieses sollte die Prüfung genossenschaft - licher Strukturen umfassen. Die Gestaltung der Mobilstationen sollte im Rahmen eines Wettbewerbs entwickelt werden. Auch ein Betriebssystem für das Quartier sollte erstellt werden, um die komplexen Funk- tionen zu strukturieren, zu organisieren und einen r eibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Besonderer Fokus ist auf die Organisations- und IT-Struktur für das dynamische Auslas - tungsmanagement und die Buchung von La- dezonen und Stellplätzen zu legen. Die frühzeitige Weichenstellung und selb- stbewusste Kommunikation des Mobilitäts - k onzepts ist von entscheidender Bedeutung, um die Identifikation aller Beteiligten – von den in vestierenden Personen bis zu den neuen Bewohnenden – mit dem Quartier zu stärken. Der Kriterienkatalog für die Grund- stücksvergabe und die Verortung der mobi li - t ätsrelevanten Flächen- und Gebäudenutzu- ngen müssen ebenfalls sorgfältig geplant und v ertraglich mit den Bauherren fixiert werden. Abb. 148: Doug and Wolf für ADEPT + Karres en Brands 146 2.5 B ildung, Jugend, Sport, Kultur & Soziales Resiliente, hochwertig gestaltete Grünräume wirken sich positiv auf das Stadtklima und die Menschen aus. Medizinische Einrichtun- gen in Kreuzfeld sind schnell zu erreichen. Stadtteilkultur soll an vielen Orten erlebbar sein und aktiv mitgestaltet werden können, beispielsweise durch Treffpunkte im Quar - tier oder in baulichen Strukturen, die von Vereinen und lokalen Künstler*innen mit Le- ben gefüllt werden. Die Grüne Mitte soll das Herzstück des neuen Stadtteils sein und all diese Anforde- rungen vereinen. Multicodierung ist hierbei unerlässlich. Der zentrale, vernetzende Frei- raum erfüllt eine Verteilerfunktion zwischen den Kreuzfelder Hoods. Die Sport- und Spielflächen der Schulen stehen nach Ende des Unterrichts der Öffentlichkeit zur Verfü- gung und können auch von Bewohnen den der umliegenden Stadtteile genutzt werden. Die Grenzen zwischen den Außenflächen der weiterführenden Schulen und der Grünen Mitte werden niederschwellig und intuitiv wahrnehmbar gestaltet, sodass der gesamte Raum der Grünen Mitte eine simu- lierende Lernlandschaft bildet. Die Gesundheit der Kreuzfelder*innen und der Nachbar*innen wird durch zahlreiche Gelegenheiten zu Sport und Bewegung ge- fördert. Welchen Beitrag kann Köln-Kreuzfeld leisten, um ein gesundes und erfülltes Leben in der Stadt zu fördern? Neben einer widerstandsfähi- gen Freiraumplanung und hochwertiger, inklusiver Architektur ist vor allem der Zugang zu Orten, an denen Austausch und Begegnungen stattfinden können und wo Nachbarschaft erlebt werden kann, von großer Bedeutung für die Lebensqualität aller. Feste für die Nachbar- schaft, Konzerte, Sport- und Kulturveranstaltungen – all das soll in Kreuzfeld zum Alltag gehören. Ein Schlüsselprinzip für die Entwick- lung Kreuzfelds ist es, Sozialeinrichtungen und Bildungsangebote für alle niedrigschwellig zugänglich zu machen sowie lebenslanges Ler- nen zu fördern. Nur so können Vielfalt und Teilhabe gestärkt werden. Integrierte Planung Freiräume unterstützen den so- zialen Austausch. Das Bürgerhaus+ soll der Leucht- turm des öffentlichen und kultu- rellen Lebens in Köln-Kreuzfeld sein. Abb. 149: Konzept Bildungslandschaft 147 Freiräume Gebäude Legende Dieser Sonderbaustein kann viele Funktio- nen bündeln und Anziehungspunkt für den Kölner Norden werden (siehe hierzu Kapitel 2.5.5, Kulturangebote und Sonderbausteine, S. 156). Denkbar sind etwa individuell buch- bare Räume, die einen Ort für Kurse, Experi- mente, Veranstaltungen und eine öffentliche Plattform schaffen und die Kreativwirtschaft zukunftsorientiert beleben. Da Jugendliche bei neuen Entwicklungen häufig unterrepräsentiert sind, wird in Köln- Kreuzfeld explizit ein Jugendzentrum ein- geplant. Zudem finden sie zahlreiche Orte, die sie sich aneignen und an denen sie sich ungestört treffen können. Sportvereine und außerschulische Angebote bieten Jugendli- chen zahlreiche weitere Möglichkeiten. Lebenslanges Lernen soll in Köln-Kreuzfeld gefördert werden. Bildungseinrichtungen und -freiräume können das Viertel vernetzen und eine niederschwellige Lernlandschaft bilden, die Teil des Alltags wird. Räume zur Aneignung und Weiterbildung für Kinder und Jugendliche sollen die vielfältigen Lern- angebote des Außenraums ergänzen. Neben Verortung und Beschreibungen der Schulen, den besonderen Qualitäten der Kitas oder der Förderschule finden sich in diesem Kapitel auch Informationen zu den Sportangeboten im Stadtteil sowie den Kul- turangeboten, Sonderbausteinen und me- dizinischen Versorgungseinrichtungen. Das Kapitel zeigt zudem Beispiele aus anderen Städten, von denen Kreuzfeld in der Umset- zung lernen kann. Bildung, Vernetzung und Gesund- heit sind zentrale übergeordnete Themen, die die Hoods auf allen Maßstäben durchdringen. Abb. 150: Entwurfsprinzipien 148 2.5.1 Kitas Woodhood bietet schon den jüngsten Be- wohner*innen ausreichend Raum zum Ler - nen und Wachsen. Die Kitas sollen den Bedarf an Kitaplätzen innerhalb der Kreuz - felder Hoods und darüber hinaus abdecken. Aufgrund der zentralen Lage innerhalb der Hoods sind die Kitas leicht wiederzufinden und auch für Nachbar*innen gut erreichbar. 1. Lage in der Hoodmitte Die Kitas liegen geschützt und gut erreich- bar innerhalb der Hoods und definieren die Hoodmitte. 2. Freiräume Die Freiflächen der Kitas orientieren sich zum zentralen Freiraum und erhalten zum Schutz der Kinder eine Umfriedung. 3. Eigene Identität Die Kitas befinden sich in freistehenden Ge- bäuden mit eigener Typologie. So wird ein eindeutiger Wiedererkennungswert sicher - gestellt. Die Kitas befinden sich in den Hoodmitten als grüne Oase, hier lernen die Kinder ihre ersten Freunde kennen und interagieren auf großzügigen Außenspielflächen. Integrierte Planung Standorte und Anzahl In Köln-Kreuzfeld gibt es auf neun Kitas verteilt Platz für ca. 900 Kinder. Es befindet sich mindestens eine Kita in jeder Hood, wodurch der Weg zu den Kitas sich für die Kinder auf wenige Gehminuten beschränkt (sie- he auch hierzu Kapitel 4.1, Flächen- bilanz, S. 208). Abb. 151: Verortung der Kitas 149 Jede Kita erhält eine eigene Typologie, die sich thematisch an ihre Umgebung an- passt und Wiedererkennungswert sichert. Dadurch entsteht ein Spektrum an unter - schiedlichen Kitas, die sich später einzelnen Schwerpunkten zuordnen lassen. Die Kitas werden in einer kleinteiligen Ku- batur ausgebildet, um dem kindlichen Maß- stab gerecht zu werden. Das Gebäude wird ausschließlich für bildungsbezogene Zwe- cke genutzt. Die Freiräume orientieren sich zur Hoodmitte hin und erhalten zum Schutz der Kinder eine Umfriedung. In diesen speziell für Kinder geschaffenen Orten wird es ihnen möglich, spielerisch die Bedeutung der Natur sowie den Zu- sammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit zu entdecken, indem die kom- plexe Wechselwirkung zwischen Pflanzen, Insekten, Bäumen, Tieren und der Zukunft der Lebensmittelproduktion erforscht wird. Dabei können sie Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen, erste Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen sammeln, lernen, Prob- leme und Konflikte zu bewältigen und ihre ersten Schritte in eine Welt voller Abenteuer und Möglichkeiten machen. Die Gestaltung der Freiräume ist anregend im Sinne außerschulischer Lernorte. Abb. 152: Entwurfsprinzipien 150 2.5.2 Schulen Woodhood bietet, verteilt auf drei Grund- schulen und zwei weiterführende Schulen, Platz für über 2.500 Schüler*innen. Die Schulen verteilen sich über alle Hoods und bilden mit ihren zur Grünen Mitte orientier - ten Pausenhöfen die Bildungslandschaft. Zu den Hoods erzeugen sie eine klare Kante. 1. Ausrichtung Die Schulen bilden zur Straße eine klare Raumkante und öffnen sich Richtung Grüne Mitte. 2. Eigene Identität Die Schulen befinden sich in freistehen- den Gebäuden mit Wiedererkennungswert durch ihre architektonische Form. 3. Pausenhöfe Die Pausenhöfe der weiterführenden Schu- len fließen in die Grüne Mitte und öffnen sich nach Ende der Schulzeit. Alle Bildungseinrichtungen sind rund um die Grüne Mitte angeordnet und formen gemeinsam eine zentrale Lern- und Bewegungslandschaft. Integrierte Planung Standorte und Anzahl Kreuzfeld bietet Platz für drei Grund- schulen, zwei weiterführende Schu- len und eine Förderschule. Die Ver - teilung auf alle Hoods erzeugt eine Bildungslandschaft in der Mitte. Abb. 153: Verortung Schulen 151 Für die Grundschulen sind drei Geschosse entlang der Straßen zur Hoodmitte denkbar, um dem Maßstab der Schüler*innen gerecht zu werden. Mit der Ausrichtung zur Grünen Mitte haben die Kinder einen direkten Bezug zu den anderen Schulen, können das Treiben auf den anderen Schulhöfen mitverfolgen und Kontakt zu ihnen aufnehmen. Die weiterführenden Schulen sind die flä - chenmäßig größten Bildungseinrichtun- gen in Köln-Kreuzfeld. Auch ihre Schulhöfe fließen in die Grüne Mitte hinein. Dadurch wird die Grüne Mitte Teil der Lernlandschaft. Nach Ende der Schulzeit soll es möglich sein, dass die Pausenhöfe von der Öffentlichkeit genutzt werden. Für die weiterführenden Schulen sind vier Geschosse in Richtung der Hoodmitten denkbar. Die Förderschule bietet nach innen eine geschützte Lernumgebung für Schüler*in- nen mit besonderen Förderbedarfen. Nach außen partizipiert sie durch ihre Lage am le- bendigen Hood Eins. Grundschule Weiterführende Schule Förderschule Legende Der Bedarf an Schulen ist für alle Altersstufen abgedeckt und über die fünf Hoods verteilt. Abb. 154: Konzeptschnitt: Übergang Kita Abb. 155: Konzeptschnitt: Übergang Grundschule Abb. 156: Konzeptschnitt: Übergang Grundschule 152 2.5.3 Übergang Bildungseinrichtungen – Freiraum 1. Kita Die Kitas liegen geschützt und gut erreich - bar innerhalb der Hoods und definieren die H oodmitte. Die Freiflächen der Kitas orien- tieren sich zum zentralen Freiraum und erhal- ten zum Schutz der Kinder eine Umfriedung. 2. Grundschule Der Außenraum der Grundschulen liegt in- nerhalb der Hoods und grenzt direkt an den inneren Hood-Loop- Weg. Damit schließen die geschützten Schulhöfe nur durch diesen getrennt an die Grüne Mitte an. 3. Weiterführende Schule Die Schulhofflächen der weiterführenden Schulen ziehen sich von der jeweiligen Hood bis hinein in die Grüne Mitte. Das Areal wird gestalterisch gekennzeichnet. Da Bildung im neuen Stadtteil Köln-Kreuz - feld einen besonders großen Stellenwert erhält, werden auch die zugehörigen Außen- flächen mit großer Sorgfalt konzipiert und ausgestaltet. Diese Bereiche nehmen einen zentralen Teil in der Kreuzfelder Stadtland- schaft ein, sie sind sichtbares Bindeglied zwischen Bildungseinrichtung und öffent - lichem Raum, sie sind sowohl Teil der Hood- mitten als auch der Grünen Mitte. Der Anspruch an die Gestaltung dieser Flä - chen liegt insbesondere in ihrer Integration in den Stadtraum. Standardkonfigurationen werden bewusst durch individuell abge- stimmte Programme ersetzt und fördern eine dynamische und integrierte Sport- und Spiellandschaft. Dabei sollen die Schulhöfe und Kitafreiflächen jederzeit den Anforde- rungen der Interessengruppen entsprechen und bieten einen sicheren Raum zum Spie- Primarstufe Grüne MitteHood-Loop-Weg Park- weg Hoodmitte SpielplatzKita Primarstufe Hood- Loop- Weg Grüne Mitte Hoodmitte Der Übergang der Schulen in die Grüne Mitte verläuft fließend, zahlreiche Blickbeziehungen sind möglich. Es ist klar gekennzeichnet, wo der Schulhof aufhört und wo die Grüne Mitte beginnt. Abgrenzung: Topografie Einfriedung Abgrenzung: Material Abgrenzung: Topografie Einfriedung Abgrenzung: Material Abgrenzung: Material Abgrenzung: Bodenbelag Einfriedung Abgrenzung: Bodenbelag Integrierte Planung Abb. 157: Übergang Pausenhof I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands Abb. 158: Konzeptschnitt, Übergang Sek II Abb. 159: Konzeptschnitt, Übergang Sek II Abb. 160: Konzeptschnitt, Übergang Sek II 153 len. Sowohl Kita als auch Schule werden nicht als exklusive Sonderbausteine geplant, sondern orientieren sich gestalterisch an ihrer Umgebung. Hood-Loop Hood-Loop Hood-Loop Sekundarstufe Sekundarstufe Sekundarstufe Schulhof in der Grünen Mitte Schulhof in der Grünen Mitte Schulhof in der Grünen Mitte Grüne Mitte Grüne Mitte Grüne Mitte Abgrenzung: Sitzstufe Abgrenzung: Pflasterung Abgrenzung: Pflasterung Mobiliar Abgrenzung: Pflasterung Abgrenzung: Sitzstufe Abgrenzung: Pflasterung Landschaft Abgrenzung: Topografie Aufschüttung Abgrenzung: Topografie Graben Abgrenzung: Bepflanzung 154 2.5.4 P ausenhofflächen und Schulwege Pausenhofflächen. Die Öffnung von Schulhöfen außerhalb der Unterrichtszeit ist einzigartig in der Entwick- lung eines neuen Stadtteils und kann viele Vorteile bieten. Die Freiflächen können als öffentlicher Raum genutzt werden, um Frei- zeitaktivitäten, Sport oder kulturelle Veran- staltungen zu ermöglichen und zu fördern. Sie bieten einen sicheren Ort für Kinder und Jugendliche um körperlich aktiv zu sein und tragen zur Stärkung von Gemeinschafts - be ziehungen bei. Neue Freundschaften entstehen, wenn es Gelegenheiten zum gemeinsamen Entdecken und Erobern gibt. Offene Schulhöfe können auch für kreative Projekte genutzt werden und dazu beitragen, die Lebensqualität in der Nachbarschaft zu erhöhen sowie den Zusammenhalt zu stär - ken, indem mehr Möglichkeiten für körper - liche Aktivitäten, soziale Interaktionen und kreative Entfaltung geboten werden. Bei den Schulhöfen der fünf an die Grüne Mitte angrenzenden Bildungseinrichtungen werden zwei Konfigurationen unterschieden. Grundschulen. Die drei Grundschulen organisieren ihre Freiflächen immer innerhalb ihrer jeweiligen Hood mit Ausrichtung zur Grünen Mitte, so- dass das Schulgelände auch durch den in- neren Hood-Loop-Weg erschlossen werden kann. Der Grundschulhof ist durch eine Um- friedung, Hecken oder Bäume geschützt, wird aber gleichzeitig immer visuell in die Umgebung integriert. Abb. 161: Gestaltungsansatz Parkschulhof Anzahl der Schulhöfe Grundschule 3x Hood-Schulhöfe Außenbereich mit ausgewogenem Anteil an Grün und versiegelten Flä - chen. Spiel- und Sportangebot, Ver - anstaltungsfläche Weiterführende Schule 2x Parkschulhöfe Außenbereich mit hohem Grünanteil, in direktem Anschluss an die Grüne Mitte. Hoher Grünanteil mit Baum- gruppen und Wiesen. Raum für wei- tere Programme wie Schulgarten, Lernstation, grünes Klassenzimmer, Schulfeste und Veranstaltungen. Integrierte Planung Abb. 162: Spielmöglichkeiten in der Parklandschaft I Karres en Brands Abb. 163: Baakenpark, Hamburg I Atelier Loudl Abb. 164: Middelfart, Dänemark I ADEPT 155 Ein Raum voller Möglichkeiten. Die Schulhöfe können vielerlei Funktionen übernehmen, sei es als klassischer Pausen- hof, Sportfeld oder Fläche für einen Schul- garten. Die grünen Parkschulhöfe wol- len entdeckt werden, können aber auch Rückzugsort sein. Weiterführende Schulen. Die Schulhöfe der beiden weiterführenden Schulen werden als Besonderheit der Köln- Kreuzfelder Bildungslandschaft entwickelt. Die zwei weitläufigen Außenräume machen einen Sprung über den inneren Hood-Loop- Weg und liegen damit direkt in der Grünen Mitte. Eine Versiegelung soll nur in geringem Maße stattfinden – der zentrale Park kann mittels Bäumen, Zonierung und Bepflan- zung in den Schulraum ‚hineinfließen’ . Im Falle der weiterführenden Schulen werden visuelle Abgrenzungen der Schulhofflä - chen wie Bodenbelag, Topografie und ge- gebenenfalls auch Bepflanzung eingesetzt, jedoch keine Umfriedungen wie Zäune, Mauern oder dichte Hecken. Damit wird der klassische Schulhof außerhalb der Unter - richtszeit zum durch Anwohner*innen und Parkbesucher*innen nutzbaren und multi- funktionalen Stadtraum . Schulwege. Die Schulwege sind für alle Altersstufen und zu jeder Tageszeit sicher gestaltet, die Orien- tierung fällt leicht. Durch die autoarme Pla - nung des gesamten Quartiers sowie dessen Kompaktheit können sich Schulkinder sehr einfach selbstständig bewegen. Straßen müssen, insbesondere bei einem Schulweg durch die Grüne Mitte Köln-Kreuzfelds, nur sehr selten gekreuzt werden. Angemessene Bodenbeläge, Wegbreiten und Beleuchtung stärken das Schulwegekonzept. Abb. 165: Verortung Kulturangebote und Sonderbausteine 156 2.5.5 K ulturangebote und Sonderbausteine Zu jedem nachhaltig lebendigen Stadtraum gehört idealerweise ein flächendeckendes und allen Altersklassen gerecht werdendes Angebot an Kultur- und Sozialeinrichtungen drinnen und draußen. Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit haben, sich unbeob- achtet entfalten zu können, auch Erwachse - ne brauchen einen Ort zum Austausch. Gesundheitsbausteine. Die Bedarfe der gesundheitlichen Versor - gung und der Prävention können durch ein Ärztehaus oder ein medizinisches Versor - gungszentrum abgedeckt werden. Posi- tioniert an der S-Bahn-Station und in Hood Eins sollen sich die Bausteine befinden, die Kreuzfeld hält ein Netz aus sozialen und kulturellen Angeboten bereit. Sie sind im Sinne der Nutzungsschwerpunkte verteilt und ermöglichen einen abwechslungsreichen Stadtalltag. Gesundheit Hoodmitten Bürgerhaus+ Handwerkerhöfe Medizinische Einrichtung Jugendzentrum Schwimmhalle Legende auch Flächen für eine erweiterte Nutzung in Gesundheitsbelangen wie z. B. als Ausbil- dungsstätte für Pflege oder auch für admi- nistrative Tätigkeiten zur Verfügung stellen können. Die zentrale Lage soll den Pati- ent*innen, Mitarbeitenden und Besuchen- den – auch aus den benachbarten Stadttei- len – eine gute Erreichbarkeit bieten. Soziale und kulturelle Angebote sind im Sinne der Hood-Identitäten gut verteilt und ermöglichen einen abwechslungsreichen Stadtalltag. Integrierte Planung Abb. 166: UCN Campus, Aalborg I ADEPT 157 Bürgerhaus+. Das Bürgerhaus+ soll das gebaute Zentrum des öffentlichen Lebens sein, gleichermaßen gemeinsames Wohnzimmer und Kulturzen- trum. Als sogenannter dritter Ort kann es ein Treffpunkt der Kreuzfelder*innen und aller Interessierten sein. Konzeptuell vereint es eine multifunktional nutzbare Halle, Räume für Bürger*innen und das interkulturelle Zen- trum, also einen Ort, an dem alle Kulturen und Religionen zusammenkommen können. Die Nutzungen sollen vielschichtig und auf alle Altersstufen sowie Gesellschaftsgruppen und Kulturen ausgerichtet sein, damit ein ergänzendes Begegnungszentrum in Chor - weiler geschaffen wird. Das Bürgerhaus+ als niedrigschwelliger und demokratischer Ort kann mit seinem breit gefächerten Angebot das lebenslange Lernen und bürgerschaft - liches Engagement fördern. Seine Vision wird im Anschluss an die Integrierte Planung mittels Testentwürfen und co-kreativen Workshopformaten weiter vertieft. Für ei- nen erfolgreichen Verlauf ist eine frühzeitige Partizipation möglicher Umsetzender und Projektinteressenten nötig. Schwimmhalle. Immer weniger Kinder und Erwachsene kön- nen Schwimmen. Damit dies möglichst früh erlernt werden kann, braucht es ein ganzjäh- rig nutzbares Schulschwimmbad in unmit - telbarer Nähe. Es ist im Zentrum von Hood Eins direkt an der S-Bahn-Station verortet. Handwerkerhöfe. In den Handwerkerhöfen wird noch gehobelt, gesägt und gehämmert. Als in Köln-Kreuz - feld einmaliges Projekt könnte es Wahrzei- chen der Hood Drei und das kreative Zent - rum des Quartiers werden. Mit einer Vielzahl an Produktionsräumen für unterschiedliche Gewerke ist es ein Möglichkeitsraum, Vor - bild kann das oben zu sehende New Aarch Gebäude in Aarhus sein. Für alle Altersstufen gibt es Räume für Austausch und Begegnung, der Nachbarschaftsverbund wächst zwischen den Hoods und darüber hinaus. Abb. 167: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT Abb. 168: Cortex Park, Odense I ADEPT 158 Die Bereitstellung von Freizeit - angeboten in schulischen Räu- men ermöglicht eine flächenef - fiziente Doppelnutzung. Jugendzentrum. Das Jugendzentrum ist ein außerschuli- scher Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Es ist ein Ort, an dem sie sich nach Ende der Schulzeit aufhalten können, um alleine oder in Gruppen ihren Interessen nachzugehen. Neben der Interaktion mit Gleichaltrigen bietet das Zentrum durch ein großes Raum- angebot die Möglichkeit, unterschiedlichen Hobbys nachzugehen, die eigenen Stärken zu entdecken und diese zu verbessern. Ne- ben Lehrer*innen und der eigenen Familie gibt es hier eine dritte Ansprechperson, die bei Problemen und Fragen unterstützt. Mit seiner besonderen Position im Mobili- tätszentrum in Hood Vier ist es von allen Hoods aus schnell zu erreichen und Teil der Bildungslandschaft. Kreuzfeld hält ein Netz aus viel- f ältigen und auch barrierefrei gut erreichbaren soziokulturellen Angeboten bereit. Abb. 169: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT Abb. 170: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT Abb. 171: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT 159 Die Gestaltung des Kulturzen- trums Ku.Be soll von den Nut- zer*innen selbst in die Hand genommen werden. Speziell auf die Bedarfe Kindern zuge- schnittene Räume fördern die individuelle Entwicklung auf spielerische Weise. Bildungseinrichtungen heben sich im Stadtraum aufgrund ihres wiedererkenn- baren Charakters von der Umgebung ab und bilden Orientierungspunkte. Abb. 172: Dalarna Media Library, Falun I ADEPT Abb. 173: UCN Campus, Aalborg I ADEPT 160 Der UCN Campus in Aalborg ist ein vielseiti- ges Lernzentrum, dass diverse Studienpro- gramme unter einem Dach vereint. Ähnlich wie in der Delerna Media Library bietet die Architektur gleichermaßen ruhige Zonen für konzentriertes Arbeiten sowie Kommunika - tions- und Begegnungsorte. Für alle Altersstufen gibt es Räume für Austausch und Begegnung, der Nachbarschaftsverbund wächst zwischen den Hoods und darüber hinaus. Abb. 174: New Aarch, Aarhus I ADEPT Abb. 175: New Aarch, Aarhus I ADEPT Abb. 176: New Aarch, Aarhus I ADEPT 161 Handwerkerhöfe. In den Handwerkerhöfen wird noch gehobelt, gesägt und gehämmert. Als in Köln-Kreuz - feld einmaliges Projekt ist es Wahrzeichen der Hood Drei und das kreative Zentrum des Quartiers. Mit einer Vielzahl an Produktions- räumen für unterschiedliche Gewerke und offenen Ateliers ist es ein Möglichkeitsraum. Die Räumlichkeiten werden gemeinschaft - lich genutzt, man kommt mit anderen in Kon- takt, lernt von ihnen und startet gemeinsame P rojekte. Materialien wie Holz, Metall, Ton und Textil werden in den Handwerkerhöfen bearbeitet. Als mögliche Ausbildungsstätte übernimmt es wichtige Funktionen im Bereich der Bil- dung. Neben der Frühförderung von Kindern und der Ausbildung sowie Umschulung von Jugendlichen und Erwachsenen bietet es auch Workshops für Rentner*innen an. New Aarch ist der Neubau der renommierten dänischen Architekturschule in Aarhus und wurde als Inkubator für Experimente, werk - stattbasiertes Lernen und zufällige Begeg - nungen konzipiert. Synergien zwischen Stu - dierenden, Lehrenden und der Nachbarschaft sind ber eits Teil des Entwicklungsprozesses. Abb. 177: Integrierte Sport- und Spiellandschaft mit Alluvialpark 162 alle Kreuzfelder Hoods verbindet: den Hood- Loop-Weg. Damit kann auch der Anschluss an Blumenberg geschaffen werden. Für die Sportangebote der Grünen Mitte entlang des Sport-Loops können Standard - konfigurationen gestalterisch und funktional hin terfragt werden, um Anlagen zu schaffen, die auf Kreuzfeld zugeschnitten sind: Sie sollen sich weg von statischen und exklu- siven Anlagen hin zu einer dynamischen und in tegrativen Sport- und Erholungslandschaft entwickeln. Die gute Einbindung dieser Pro- gramme in ein integriertes Sport-, Spiel-, E rholungs- und Grünflächenangebot kann eine ausgeglichene Nutzung fördern. Sportlandschaft. Die neue Sportanlage Nord und die wei- teren Sportflächen sind innerhalb des Landschafts r aumes von Kreuzfeld an- geordnet. Damit werden einerseits das Basketballfeld und die multifunktionalen Kleinspielfelder der Grünen Mitte mit den Schul s tandorten und Spielflächen zu Clus- tern vernetzt. Andererseits entwickelt sich um den Standort der Sportanlage Nord eine bunte Sport- und Spiellandschaft, die von agriurbanen Flächen umgeben ist und so Teil des landschaftsgeprägten Stadtrau- mes wird. Verknüpft werden die vielfältigen Spor t - und Spielangebote der Grünen Mitte durch eine Rad- und Laufstrecke, die zudem Sportflächen Sek I Sportflächen Sek II Sportanlage Nord Multifunktionale Kleinspielfelder Sport-Loop Bestehende Schulsportanlage Basketballfeld Legende Die Gestaltung der Sportflächen sollte trotz notwendiger Sicher- heitsmaßnahmen funktional und optisch in die Freifläche integriert werden und den offenen Charakter der Grünräume unterstützen. 2.5.6 Sport - und Spiellandschaft Integrierte Planung Abb. 178: Sportflächentypologien 163 2. Multifunktionale Kleinspielfelder. Sie eignen sich zum Spielen von Handball, Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis und Badminton. Die multifunktionalen Kleinspiel- felder liegen verteilt innerhalb der grünen M itte und bilden angegliedert an die Kampf - bahn Typ C mit ihr die Sportanlage Nord. 3 Felder à 22 m x 44 m inkl. Sicherheitsabstand 1. Sportanlage Nord. Die Sportanlage Nord mit einer Kampfbahn Typ C ist die größte Sportfläche in Kreuzfeld. Sie entspricht der DIN 18035-1 und eignet sich für Fußball und Leichtathletik, Schul-, Vereins- sowie Freizeitsport. Durch die an- grenzenden Grünräume und begleitenden Vegetationsflächen kann sie sich produktiv in die Landschaft integrieren. 3. Basketballfeld. Standardgröße nach DIN 18035-1, auch ge- eignet für Wettkämpfe nach FIBA. Das Basketballfeld liegt zentral und direkt angegliedert an die Sportanlagen der wei- terführenden Schule der Hood Drei inner - halb der Grünen Mitte. 1 Feld à 19 m x 32 m inkl. Sicherheitsabstand 4. Außensport an den weiterführenden Schulen. Die weiterführenden Schulen werden tags- über die Großsportanlage mitbenutzen. Auf jedem der Schulhöfe wird zusätzlich je ein Kleinspielfeld angelegt. 2 Kleinspielfelder à 20 x 26 m + Weitsprunganlage + Kurzstreckenbahnen 5. Grundschulen. Für die Grundschulen werden Außensport - flächen auf den eigenen Schulhöfen ange- legt. 3 Kleinspielfelder à 15 x 30 m + Weitsprunganlage + Kurzstreckenbahnen SPORTANLAGE NORD Kampfbahn Typ C Großspielfeld 400 m Kreisbogenbahnen (4 Bahnen) 130 m Einzelbahnen (6 Bahnen) + Leichtathletikeinrichtungen + Ergänzungsflächen und separate Wurfanlagen + Vereinsheim + multifunktionale Kleinspielf elder (2 Felder) + Laufstrecke 1 x ca. 2,1 km1. 2. 3. 4. 5. Sportstation. Entlang des Sport-Loops können sich kleine Inseln für Bewegung anschließen. Von Yoga bis HIIT kann hier jederzeit trainiert werden. Abb. 179: Quirijn Park, Tilburg (NL) I Karres en Brands Abb. 180: Sport und Spiel sind Teil des Parks I Karess en Brands 164 Die drei multifunktionalen Kleinspielfelder à 22 m auf 44 m inklusiv e einer Sicherheits z one befinden sich auf dem gesamten Gelände. Die Größe ist geeignet für Handball, Fußball, Bas- ketball, Volleyball, Tennis und Badminton. Ein Bask etballfeld mit Standardgröße kann in der Grünen Mitte bespielt werden. Zwei weitere kleine Rundsportplätze für 3 x 3-Bask etball be finden sich ebenso im P ark. Da das Basketball- und ein Kleinspielfeld in den verbindenden Parks liegen, ist es wichtig, sie gestalterisch in diese einzubinden. Die Spielflächen sollt en trotz notwendiger Sicher- heitsmaßnahmen funktional und optisch in die F reifläche integrieren werden und den of- fenen Charakter der Grünräume unterstützen. A uch hier eine Multicodierung von Elemen - ten wie Ballzäunen und großen Tartan flächen genutzt werden. Ballzäune etwa können be - pflanzt oder als individuelles Objekt gestaltet werden – große Flächen für Sportanlagen sollten hingegen farblich abgestimmt und immer auch auf Regenwasserretention bei Starkregenfällen ausgelegt sein. Klein- und Multisportanlagen. Um eine ausgewogene Anbindung der fünf Hoods an Sportangebote zu gewährleisten, werden ein Basketballfeld und ein multi- funktionales Kleinspielfeld innerhalb des Quartiers vorgesehen. Innerhalb der Grünen Mitte sind sie nahe den Standorten der weiterführenden Schulen platziert und gut über den inneren Hood- L oop-Weg sowie die Parkwege erreichbar. Im Norden ergänzen zwei multifunktionale Kleinspielfelder das Sportangebot der Sport - anlage N ord. Die Standorte dieser Sportplät- ze berücksichtigen auch die Minimierung der Lärmbelastung für die angrenzende Wohn - bebauung. Die Barrierefreiheit wird an allen Standorten mitgedacht, sodass die Erreich- barkeit auch für mobilitätseingeschränkte M enschen jederzeit gewährleistet ist. Klein- und Multisportanlagen Die Gestaltung der Sportflächen sollte sich trotz notwendiger Sicherheitsmaßnahmen funktional und optisch in die Freifläche integ- rieren und den offenen Charakter der Grünräume unterstützen. Integrierte Planung „ U m eine ausgewogene Anbindung der fünf Hoods an Sportangebote zu gewährleisten, werden ver- schiedenartige Sportflächen über das Quartier verteilt. ” 165 Abb. 181: Integrierte Sport- und Spiellandschaft um die Sportanlage Nord 166 heims angeboten werden. Von der Kuppen des Walls aus bietet sich ein ansprechender Blick über Kreuzfeld und seine landwirt - schaftliche Umgebung. Erreichbarkeit und Z ugänglichkeit zum Sportkomplexe werden durch separate Zugänge und eine Zufahrt für Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie die Feuerwehr gewährleistet. Das Parken wird in das direkt angrenzende Mobilitätszentrum der Hood Drei integriert. Vereinsheim und Betriebsgebäude sind in den Erdwall eingelassen und sowohl straßen- seitig als auch von den Sportanlagen aus er- schlossen. Auf Höhe des Vereinsheims kann der Lärmschutzwall als Stützmauer ausge - formt werden, der so für zusätzliche Sport - Sportanlage Nord. Mit der Sportanlage im Norden des neuen Stadtteils werden eine DIN-gerechte An - lage für Schul- und Wettkampfsport sowie ein Gr oßspielfeld für Fußball und zwei mul - tifunktionale Kleinspielfelder geschaffen. L eichtathletikanlagen sowie ein Großsport - feld und zwei Kleinsportfelder sind neben agriurbanen Flächen und Spielangebo ten gut erreichbar in die Landschaft integriert. Aus Lärmschutzgründen ist die Großsport - anlage von einem Wall umgeben. Dieser kann zudem als vielseitiges Gestaltungselement für weitere Sportnutzungen und Spielange - bote entwickelt werden. Es könnte etwa eine Lauf strecke in die Topografie integriert, Zu - schauertribünen im Hang eingelassen oder eine Kle tterwand in der Nähe des Vereins - Klein- spielfelder Wurfanlage Großspielfeld Vereinsheim Laufstrecke Lärmschutz Lärmschutz Lärmschutz Tribüne Tribüne Spielplatz mit Bewegungs-angebot Kreisbogenbahn Kurzstreckenbahnen Sportanlage Nord Integrierte Planung Abb. 182: Klassischer Lärmschutzwall Abb. 183: Tribüne und Pfad auf Wallkamm Abb. 184: Lärmschutzwall mit Stützmauer Abb. 185: Baakenpark, Hamburg I Atelier Loidl Abb. 186: Baakenpark, Hamburg I Ateloer Loidl 167 einrichtungen wie Kletter-/Boulderwände, Ballsportarten oder allgemeine Fitnessakti- vitäten nutzbar ist. Böschungen (im Verhält- nis 1:3) bieten die Möglichkeit, Zuschauer - tribünen auf abgestuften Grashängen oder eingelassenen Sitzbalk en zu modellieren. INFOBOX: SPORTANLAGE NORD Kampfbahn Typ C Großspielfeld für Fußball 68 m x 105 m im Rundbahninnenraum 4 Kreisbogenbahnen (400 m) 6 Einzelbahnen für gerade Sprint- und Hürdenstrecken (130 m inkl. Start- und Auslaufzonen) + Leichtathletikeinrichtungen (Kugelstoßanlage, Hochsprungan- lage, Weit- und Dreisprunganlage, Stabhochsprunganlage) + separate Wurfanlagen + Ergänzungsflächen + V ereinsheim (350 m²) mit Umkleiden, Sanitäranlagen, Lager + zwei multifunktionale Kleinspielfelder + informelle Laufstrecke + Zuschaueranlage + Flutlichtanlage + S tellplätze für Mobilitätseingeschränkte Flachere Böschungen (im Verhältnis 1:3 bis 1:8) können für Spielplätze, allgemeine Erholungszwecke, Baumpflanzungen, Wild - blumen wiesen oder produktive Landschaften genutzt werden. Damit können neue Gestal- tungsideen im Übergang zwischen Sportan - lage Nord und der produktiven Landschaft ge funden werden. Sie laden die Anwoh - ner*innen und Besucher*innen zum spieleri- schen Entdecken der Stadtlandschaft ein. Dur ch all diese Maßnahmen entsteht ein Sportgelände mit unverwechselbarem Char- akter: eine einzigartige Kombination aus Park, Spiel, Erholung und Sport in einer multifunk- tionalen Nachbarschaft, die Bewohnende der umliegenden S tadtteile aktiv einlädt. Abb. 187: Spielflächen mit Alluvialpark 168 in deren Gestaltung integriert. Der Spiel- platz der Hoodmitte ist jeweils circa 1.000 m² groß und leicht einsehbar. Durch die ge- schützte Lage und gute Erreichbarkeit kann der Spielplatz von den Kindern der Nachbar- schaft auch eigenständig genutzt werden. Nur Spielplätze, die größer als 1.000 m² sind, werden in die Berechnung der flächenrele- vanten Spielplätze einbezogen. Daher ist es auch möglich, weitere kleinere Angebote in den Kreuzfelder Hoods und den angrenzen- den Freiräumen zu integrieren, die beispiels- weise aus einzelnen Elementen bestehen oder von Anwohnenden gepflegt werden. Jede Wohneinheit verfügt über mindestens einen Spielplatz, der in weniger als zwei Mi- nuten zu Fuß erreichbar ist. Insgesamt gibt es 16 Spielplätze verschiedener Typologien und Größen. Spiellandschaft. Für Kreuzfeld wird ein gut erschlossenes Netzwerk aus unterschiedlichen Spielplatz - anlagen geplant. Die Standardkonfiguration der Anlagen wird dabei umgestaltet, um vielfältige und wiedererkennbare Spielland- schaften zu schaffen, die anstatt eines stan- dardisierten Layouts eine dynamische und integrierte Spiellandschaft entstehen lassen. Die Spielplätze in Kreuzfeld haben ihre eige- nen Merkmale und sind Teil der verschie- denen Landschaften des neuen Quartiers. Allu vialpark , Grüne Mitte und Sportland- schaft haben Einfluss auf die Gestaltung der dort verorteten Spielflächen. Diese sind innerhalb der Landschaften klar definiert. Innerhalb der Quartiere sind öffentliche Spielplätze Teil der Hoodmitten und werden Legende Spielflächen Landschaftsspielplatz (2x) Großspielplatz (7x) Hoodspielplatz (5x) Parkschulhöfe (2x) Sportspielplatz (1x) Waldspielelemente (optional) (1x) Die Spielflächen in Kreuzfeld sind vielfältig und ein integraler Teil des neuen Quartiers. Alluvialpark, Grüne Mitte und Sportlandschaft haben Einfluss auf die Gestaltung der dort verorteten Spielflächen. Integrierte Planung 169 Hoodspielplätze. Ein Spielplatz befindet sich im Zentrum jeder Kreuzfel- der Hood, integriert in die Hoodmitte. Die Spielelemente sollen für Klein kinder und ältere Kinder nutzbar sein. Es ist ein Quartiersspielplatz. 5 x 530 – 1.200 m² Großspielplätze. Diese befinden sich in der Grünen Mitte um die Hoods Eins und Zwei sowie im Alluvialpark. Sie sind von ihrer Größe her ähnlich, können sich aber in Aussehen und Programm unterscheiden. 7 x 1.000 – 1.100 m² Sportspielplatz. Dieser Spielplatz beherbergt einen Skatepark und einen Großspielplatz. Er befindet sich neben der Sportanlage Nord und bietet weitere aktive Spielmöglichkeiten in der Nähe zu Sport und Bewegung an. 1 x 1.682 m² Landschaftsspielplätze. Diese Areale sind Spielplätze in einer natürlichen, park - ähnlichen Umgebung, in denen Kinder frei spielen kön- nen. Sie befinden sich in der Grünen Mitte. In Köln-Kreuz- feld werden zwei Landschaftsspielplätze angeboten. 2 x 1.500 – 1.900 m² Schulhöfe. Die Schulhöfe der weiterführenden Schulen sind Spiel- und Sportplatz zugleich. Sie befinden sich in der Grünen Mitte. Durch ihre integrierte Gestaltung sind sie auch nach Schulschluss nutzbar und gehen fließend in den Park über. Der planungsursächliche Mehrbedarf an öffentlichen Spielplatzflächen nach KoopBLM wird im weiteren Pla - nungsprozess validiert. Waldspielelemente für alle Altersgruppen. In den be- stehenden Wald integrierte kleine Spielflächen. 1 x 50 – 150 m² Abb. 188: Spielflächentypologien Abb. 191: Großsportfeld im Norden I Doug and Wolf for ADEPT + Karres en Brands Abb. 189: Middelfart, Dänemark I ADEPT + Karres en Brands Abb. 190: Naturspiel I Karres en Brands 170 Natur spielerisch entdecken. Bei den großen Landschafts- spielplätzen soll besonders das Spielen, Lernen und Entdecken der Natur im Fokus stehen. Eine naturnahe Gestaltung fördert dieses Vorhaben. Viel Platz zum Spielen. Die Großspielplätze bieten die Chance, eine zusammenhängen- de Spiellandschaft zu schaffen, die den Freiraum miteinbezieht. Parkschulhof. Die Schulhöfe und Freiflächen sind offen und multifunktional gestaltet, sodass die Kinder sich den Raum spielerisch aneignen können. Abb. 192: Kwekerij, Hilversum I Karres en Brands Abb. 193: Aktive Parkränder I Karres en Brands Abb. 194: Naturspiel im Wald I Karres en Brands Abb. 195: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands 171 Der Wald als Spielplatz. Der bestehende Wald des Alluvial- parks kann eine wunderbare Basis für kleine Interventionen bieten, die den Park als Ziel für Anwohnende allen Alters interessant machen. Anregung zur Bewegung. Sport und Spiel liegen dicht bei- einander. Der Sportspielplatz führt spielerisch an unterschiedlichste Sportarten heran und soll auch ger- ne von den Großen genutzt werden. In der Mitte. Ein sicherer und nahgelegener Ort zum Toben liegt im Zent - rum einer jeden Hood. Durch die Nähe zu Café und Eisdiele können Eltern und Kinder ent - spannt ihre Freizeit verbringen. 172 Flexibilität und Adaptivität. Die Multicodierung der Pausenhöfe von wei- terführenden Schulen erzeugt eine Verdich- tung von Nutzungen und lässt sich flexibel an Anforderungen anpassen. Auch im ge- schlossenen Raum werden flexible Struktu- ren eingerichtet, sodass wichtige Gebäude wie das Bürgerhaus+ auf sich ändernde Um- stände angepasst werden können. Bei sich ändernden Bedarfen wird es immer möglich sein, Ausbaumöglichkeiten der ak - tuellen Konzepte zu prüfen. Wichtig ist auch die Förderung anwohnergestützter Initia - tiven bei lokalen Bedarfen oder zur zusätz - lichen Qualit ätssicherung. Eine Prüfung der Zugänglichkeits- und Nutzungsreglemen- tierungen der städtisch unterhaltenen Flä - chen sollte dabei ebenso ein verhandelba - res Element bleiben. Auch die Verwendung multifunktionaler Elemente in der Errich- tungsphase zählt dazu. Ausblick. Mit Blick auf die technische Masterplanung wird in der kommenden Phase eine Vertie- fung des Bildungs-, Spiel- und Sportflächen- konzepts vorangetrieben. Eine genaue Pla - nung der Programmierung und Gestaltung dieser Flächen stützt das Bestreben danach, eine individuelle und hochwertige Bildungs- landschaft für Kreuzfeld zu schaffen. Dabei werden auch Optimierungsmöglichkeiten der bisherigen Planung ausgewertet und mit Blick auf die Projektfinanzierung geprüft, ob und wie auf Fördermittel zugegriffen werden kann. Für die weitere Entwicklung der Bildungslandschaft ist eine integrierte Vertiefung der einzelnen Bestandteile not - wendig. Bedarfe, Funktionalitäten und Trä - gerschaft der Bildungseinrichtungen sowie Freiflächen sollen weiter konkretisiert und stärker miteinander verknüpft werden. 2.5.7 Ausblick Integrierte Planung „ U m die ambitionierten Qualitäten und die Flexibilität der heute entwickelten Bildungs- und Sportlandschaft weiterzuführen, ist es wichtig, Prinzipien wie die Multicodierung dieser Flächen zu sichern. “ 173 3. Kreuzfelder Hoods 176 3.1 Kr euzfelder Hoods Hoods erzeugen dabei das Gesamtnarrativ der künftigen Entwicklung Köln-Kreuzfelds. Allgemeines zu den Kreuzfelder Hoods. Der neue Stadtteil besteht aus fünf verschie- denen Hoods und der Erweiterung Blumen- bergs. Die Hoods erzeugen einen gemeinsa- men Stadtraum, weisen aber jeweils einen eigenen Charakter auf. Dieser Charakter variiert, denn von Ost nach West ändern die Typologien ihre Ausprägung auf einer Skala von städtisch zu landschaftsorientiert. Die Baufelder der Hoods weisen verschie- dene Größen für unterschiedliche Entwick - lungsprozesse auf. Jedes Baufeld liegt so- wohl an der jeweiligen Mitte der Hood als auch direkt am übergeordneten Freiraum. Die Hoods sind in ihrer Ausformung flexi- Das vorliegende Kapitel stellt die einzelnen Nachbarschaften, die sogenannten Kreuz - felder Hoods, vor. Es bietet eine integrierte Sicht der zuvor in einzelnen Kapiteln be- schriebenen Teilaspekte. Auf den folgenden Seiten finden sich entsprechend Darstellun- gen mit reduzierter Flughöhe, die den Blick weg vom Gesamtensemble hin zum Blick auf das Leben zwischen den Häusern len- ken. Es wird illustriert, welche unterschied- lichen Profilierungen die einzelnen Hoods aufweisen, welche Atmosphären und wel- che Alltagssituationen entstehen könnten. Ergänzt werden diese Visionen durch kon- krete Kennzahlen zu Einwohner*innen, Flä - che, Nutzungen und vielem mehr, um den Zielen der Integrierten Planung auf überge- ordneter Ebene Rechnung tragen zu kön- nen. Die singulären Stimmen der einzelnen Die fünf Kreuzfelder Hoods sind eine Mischung aus Stadt und Dorf. Sie bilden eine vielfältige und doch zusammenhängende Infrastruk- tur, in deren Mittelpunkt Gemeinschaft und Austausch stehen. Durch ihren zentralen Freiraum, die Grüne Mitte, werden sie zu einer wie- dererkennbaren Adresse. Die einzelnen Hoods sind konzentrierte urbane Cluster, die der Natur trotzdem maximalen Raum geben. Auf diese Weise werden die landschaftlichen Qualitäten und Potenziale des Areals optimal genutzt. Kreuzfelder Hoods Abb. 196: Verortung der Kreuzfelder Hoods 177 bel. Durch eine robuste Grundstruktur kann während des langfristigen Entwicklungspro- zesses des neuen Stadtteils flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagiert werden. Alle Hoods sind als lebendige Cluster um einen innenliegenden, zentralen Platz orga - nisiert, die sogenannten Hoodmitten. Hier trifft neue Mobilität auf Gemeinschaftsräu- me, neue Arbeitswelten auf attraktive Frei- räume – es entstehen lebendige Subzentren, die die Menschen zusammenbringen. Die Ränder der Hoods gehen in die Landschaft über. Umlaufende Wege geben der Nach- barschaft Zugang zu dem spannenden Ort des Übergangs und verbinden sich mitein- ander, um schlussendlich in den Hood-Loop überzugehen – die zentrale Verbindung mit dem Rad oder zu Fuß in Woodhood. Am Hauptankunftspunkt am Bahnhof Blu- menberg entsteht ein städtisches Zentrum mit den wichtigsten Sozial- und Dienstleis- tungsinfrastrukturen. Auf diese Weise wer - den der bestehende Bahnhof und Blumen- berg mit der neuen Stadtstruktur verbunden und können von ihr profitieren. Die somit urbanste Hood im Osten wird entlang eines zentralen Rückgrats zu einem Spiegelbild des Aufbaus von Blumenberg. Jede Hood hat ihre eigene Identität, die sich in Nutzungen, städtebaulich- freiraumplanerischer Gestaltung und Atmosphären widerspiegelt. Hood Eins Hood Zwei Hood Drei Hood Vier Hood Fünf Blumenberg Legende 178 Egal, ob neu in Köln-Kreuzfeld oder bereits Bewohner*in – Hood Eins heißt jeden willkommen. Schon beim Aussteigen aus der S-Bahn ist die dichte und urbane Bebauung zu erkennen. Großstadtfüchse kön- nen hier in kurzer Distanz Einkäufe erledigen, im Café neue Freund*in- nen treffen, Triathlet*innen absolvieren ihr Schwimmtraining im neuen H allenbad. Urbanes Gewimmel herrscht auch unter der Woche, Eltern mit Lastenrädern fahren den Nachwuchs in die Kita und treffen sich danach zum Woodhood-Waldbaden. Praktisch, dass alles fußläufig und in kurzer Distanz zu erreichen ist! Es wundert also wenig, dass die Schüler*innen Wettrennen veranstalten. Und für manch einen gibt es in der Grünen Mitte mehr zu entdecken als im Klassenraum. Am Wo- chenende gibt es endlich wieder ein Konzert, Anlass ist die Vernissage der Kreuzfelder Künstler*innen. Werktags treffen sich die Nachbar*in- nen und Vereinsmitglieder in den Räumlichkeiten, zum Beispiel um die neuen Baugemeinscha ften aus der Nachbarhood kennenzulernen. Hood Eins – Von Holz, Hasen und Großstadtfüchsen Kreuzfelder Hoods Detaillierte Flächenangaben Gewerbe Hooddichte von 1,28 – 4,67 GFZ Durchschn. Geschosse: 4 Stockwerke Wohneinheiten von 1.070 bis 1.200 Einwohner*innen ca. 2.450 BGF Wohnen: rund 96.100 m² (50 %) BGF Gewerbe: rund 14.700 m² (8 %) BGF Gesundheit inkl. Schwimmhalle: rund 10.700 m² (6 %) BGF Öffentl. Nutzung: rund 30.700 m² (16 %) BGF Mobilitätszentren: rund 16.000 m² (8 %) BGF Bildung: rund 22.300 m² (12 %) Anteil privates Grün: rund 30.200 m² Anteil öffentliches Grün: rund 7.900 m² Anteil Spielflächen: rund 1.200 m² 179 Abb. 197: Lageplan Lärmschutz Permakultur Spielplatz Feuerwache Mercatorstraße Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Ärztehaus Bürgerhaus+ Wasserretention Kita Kita Kita Quartiers- platz Station Kreuzfeld Lebensmittelmarkt Woodhood Gewerbe Gewerbe Gewerbe Schulhof Schule Schule Supermarkt Förderschule Baugemeinschaft Baugemeinschaft Schwimmhalle Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Generationenhaus Spielplatz Spielplatz Spielplatz Sportwiese Wasserretention Dauer- und solitäre Kurzzeitpflege Abb. 198: Axonometrie Geschossigkeiten Abb. 199: Axonometrie Nutzungen 180 Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende Abb. 200: Axonometrie 182 Woodhood heißt hier wetterfest und wassernah. Die Stadt mit ihrer Dachlandschaft und grünen Straßenräumen funktioniert als Schwamm. Nach einem starken Gewitter können Gummistiefel angezogen, der Geruch des Regens wahrgenommen und durch die Hoodmitte gewatet werden. Die Kinder lieben den Wasserspielplatz, der seinem Namen alle Ehre macht. Auch die Schule nutzt die Freiräume gerne, um außerhalb des Klassenzimmers Wissen zum Thema Wasser als Ressource zu ver- mitteln. Die kleinen Kinder lernen früh, wieso der Boden in dieser Hood besonder s im Sommer atmen muss und kann, wieso es sich lohnt, (Wohn-) Flächen zu teilen und dass auch Gebäude einen Fußabdruck haben. Wasserliebende jeden Alters wohnen hier, die Unterschiede machen das Zusammenleben spannend, mit geteilten Ressourcen unterstützt jeder dort, wo er kann. Was Nachbarschaft heißt, wird auch im Mehrgenerationenhaus und von gemeinschaftlichen Wohnformen gelehrt. Hood Zwei – Mit Kölnquappen im Regen tanzen Kreuzfelder Hoods Hooddichte von 0,45 – 4,00 GFZ Durchschn. Geschosse: 4 Stockwerke Wohneinheiten von 910 bis 1.025 Einwohner*innen ca. 2.100 BGF Wohnen: rund 82.000 m² (73 %) BGF Gewerbe: rund 8.800 m² (8 %) BGF Gesundheit: 0 m² (0 %) BGF Öffentl. Nutzung: 0 m² (0 %) BGF Mobilitätszentren: rund 10.900 m² (10 %) BGF Bildung: rund 11.000 m² (10 %) Anteil privates Grün: rund 24.100 m² Anteil öffentliches Grün: rund 8.000 m² Anteil Spielflächen: rund 1.200 m² Detaillierte Flächenangaben Abb. 201: Lageplan Gewerbe Gewerbe Spielplatz Spielplatz Spielplatz SportSchulhof Schulhof Park Gewerbe Gewerbe Gewerbe Schule Kita Kita Generationenhaus Wasserretention Wasserretention Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Landschafts- spielplatz Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Dauer- und solitäre Kurzzeitpflege Quartiers- mitte Kita Kita Quartiers- platz Station Kreuzfeld Lebensmittelmarkt GewerbeSchulhof Schule Baugemeinschaft Schwimmhalle Bürgerhaus+ Abb. 202: Axonometrie Geschossigkeiten Abb. 203: Axonometrie Nutzungen 184 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende Abb. 204: Axonometrie 186 Egal ob Triathlet*in oder Turner*in, in Woodhood kommt jede*r auf seine Kosten. Genau hier, im Norden von Hood Drei, kommen Freizeitsportler*innen und Interessierte zu beinahe jeder Tageszeit zusammen. Nach der Vereinssitzung trifft man sich gerne an einem der Büdchen. Obgleich Hood Drei die flächenmäßig kleinste Hood ist, kommen hier regelmäßig viele Menschen zusammen. Nicht nur zu Sportveranstaltungen, sondern auch an den offenen Werkstatttagen wird das Hood-Handwerk sichtbar. An zwei Wochentagen ist der lokale Markt der Magnet zwischen den Nachbarschaften: Es ist genau erkennbar, wo welches Gemüse angebaut wurde und was gerade Saison hat. Beeindruckend, wie viel die Menschen tatsächlich selbst v or Ort produzieren. Das Über- und Nebeneinander vielfältiger Funk- tionen und Stadtbausteine macht diese Hood besonders beliebt, und is t vor allem etwas für jene, die das und dem oder vorziehen. Hood Drei – Von Loopläufern und dem SV Turnveedel Kreuzfelder Hoods Hooddichte von 0,72 – 2,76 GFZ Durchschn. Geschosse: 4 Stockwerke Wohneinheiten von ca. 350 Einwohner*innen ca. 800 BGF Wohnen: rund 31.500 m² (50 %) BGF Gewerbe: rund 5.800 m² (9 %) BGF Gesundheit: 0 m² (0 %) BGF Öffentl. Nutzung: 0 m² (0 %) BGF Mobilitätszentren: rund 5.100 m² (8 %) BGF Bildung: rund 21.200 m² (33 %) Anteil privates Grün: rund 17.100 m² Anteil öffentliches Grün: rund 1.500 m² Anteil Spielflächen: rund 500 m² Detaillierte Flächenangaben Landschafts- spielplatz 187 Abb. 205: Lageplan Blumenbergsweg Gewerbe Gewerbe Hood-Loop Obstwiese Lärmschutz Sportspiel- platz Sport Lärmschutz Generationen- haus Generationen- haus Handwerker- höfe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Wasserretention Förderschule Ärztehaus Schule Schulhof Quartiers- mitte Schule Schule Schule Schule Schulhof Schulhof Sport Sport Spielplatz Landschafts- spielplatz Landschafts- spielplatz Schulhof Schulhof Kita Kita Wochenmarkt Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Mobilitäts- und Jugendzentrum (Hoodhub) Abb. 206: Axonometrie Geschossigkeiten 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende 188 Abb. 207: Axonometrie Nutzungen Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende Abb. 208: Axonometrie 190 Gleise In Hood Vier geht es vor allem um das Miteinander. Jeder passt auf jeden auf, wer alt genug ist, kann bei der Hausaufgabenbetreuung, wer noch älter ist, kann Geschichten von früher erzählen. Hood vier ist gemacht für Menschen; die, die dort leben und arbeiten und solche, die sie dort besuchen und ihre Freizeit verbringen. Wer sich nicht entscheiden möchte, ob er nun das Stadt- oder Landleben will, ist in Hood Vier hier genau richtig. Umgeben von frisch aufgeforste- ten Flächen lädt nicht nur die Grüne Mitte zum Spielen ein, auch das Umland verzaubert. Die Häuser sind gerade so hoch, dass aus dem obersten Stock noch im Blick behalten werden kann, was im Umfeld passiert. Hood Vier – Neue Bio-Büdchen zum Bützen Kreuzfelder Hoods Detaillierte Flächenangaben Hooddichte von 0,63 – 3,18 GFZ Durchschn. Geschosse: 3 Stockwerke Wohneinheiten von 630 - 640 Einwohner*innen ca. 1.440 BGF Wohnen: rund 56.400 m² (62 %) BGF Gewerbe: rund 4.900 m² (5 %) BGF Gesundheit: 0 m² (0 %) BGF Öffentl. Nutzung: 0 m² (0 %) BGF Mobilitätszentren: rund 6.100 m² (7 %) BGF Bildung: rund 23.800 m² (26 %) Anteil privates Grün: rund 32.700 m² Anteil öffentliches Grün: rund 3.000 m² Anteil Spielflächen: rund 500 m² Abb. 209: Lageplan Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Schule Schule Schule Wochenmarkt Schulhof Hood-Loop Landschafts- spielplatz Wiese Gleise Sport Schulhof Generationenhaus Seniorenwohnheim Kita Kita Kita Quartiers- mitte Park Mobilitäts- und Jugendzentrum (Hoodhub) Abb. 210: Axonometrie Geschossigkeiten 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende 192 Abb. 211: Axonometrie Nutzungen Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende Abb. 212: Axonometrie 194 Nachbar*innen laden zur Dachterassenparty ein! Dort pflanzen sie Gemüse und Kräuter, die die exponierte Sonnenlage benötigen. Die Vorteile des Landlebens werden hier kombiniert mit urbanen Funktionen, ein Fakt, der nicht zum ersten Mal gestresste Innen- stadtbewohnende anzieht und sie begeistert und erholt zurück- lässt. Damit ausreichend Platz zum gemeinsamen Gärtnern zur Verfügung steht, sind die Häuser kleinteiliger, alles ist übersicht- licher, die Hoodmitte erinnert hier eher an einen Dorfanger. Die Bewohnenden kennen und mögen sich und sind stolz darauf, was Hood Fünf alles für die übrigen Hoods tun kann. Die stadtnahe Landluft riecht hier vor allem nach Entschleunigung und Erholung. Hood Fünf– Kreuzfelder Gemeinschaftsgärten Kreuzfelder Hoods Hooddichte von 0,6 – 3,62 GFZ Durchschn. Geschosse: 3 Stockwerke Wohneinheiten von 440 bis 565 Einwohner*innen ca. 1.300 BGF Wohnen: rund 50.900 m² (70 %) BGF Gewerbe: rund 6.100 m² (8 %) BGF Gesundheit: 0 m² (0 %) BGF Öffentl. Nutzung: 0 m² (0 %) BGF Mobilitätszentren: rund 5.600 m² (8 %) BGF Bildung: rund 10.000 m² (14 %) Anteil privates Grün: rund 28.000 m² Anteil öffentliches Grün: rund 3.200 m² Anteil Spielflächen: rund 1.100 m² Detaillierte Flächenangaben Abb. 213: Lageplan Gewerbe Permakultur Permakultur Sport Quartiers- mitte Gewerbe Gewerbe Gleise Wiese Hood-Loop Schulhof Landschafts- spielplatz Generationenhaus Essbarer Wald Schule Kita Kita Mobilitätszentrum (Hoodhub) Bruchstraße 196 Abb. 214: Axonometrie Geschossigkeiten 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende Abb. 215: Axonometrie Nutzungen Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende Abb. 216: Axonometrie Abb. 217: S-Bahn-Infrastruktur in und um Köln-Kreuzfeld Einführung. Köln-Kreuzfeld wird als Stadtteil geplant, in dem die Pkw-Infrastruktur so weit wie mög - lich zugunsten des Langsamverkehrs (per F uß und Rad) sowie des öffentlichen Nah - verkehrs reduziert wird. Die Bewohner*innen Kreuzfelds sollen problemlos auf den eigenen Pkw verzichten können: weniger Autofahrten, mehr Bahn- und Busverkehr ist das Ziel. Damit das zukunftsweisende Mobilitätskonzept in Gänze erfolgreich umgesetzt werden kann, ist die Betrachtung von etwaigen Neu- und U mgestaltungen der S-Bahn-Station und deren Umfeld essenziell. Anlass. Die Bahnanlage und die zugehörige Infra - struktur sind in die Jahre gekommen und 3.2 L upenraum S-Bahn-Station generieren im aktuellen Zustand räumliche Nachteile. Mit einem maßgeschneiderten Ent wurf kann die S-Bahn-Station zu einem Ankerpunkt im räumlichen Gefüge werden, um Blumenberg und Kreuzfeld zu verbinden. Eine große Chance ist dabei die besondere Lage – die Station ist eingebettet in den Allu- vialpark –, die den Charakter des neu entwi - ckelten, grünen Stadtviertels Köln-Kreuzfeld w eiter unterstützen kann. Ihre Lage und die Funktion als urbanes Bindeglied machen die Bahnanlage zu einem besonderen Baustein, den es angemessen zu entwickeln gilt. Angemessenheit in der Entwicklung bezieht sich dabei auf unterschiedliche Faktoren, vor allem aber auf die Funktion als künftiger Eingang eines belebten und begehrten Zu- Ankommen in Köln-Kreuzfeld bedeutet: Verweilen wollen. Der Bahnhof und sein Umfeld sind Begegnungsräume, die die Stadtteile verbinden und an die Gesamtstadt anknüpfen. Kreuzfelder Hoods 198 Abb. 218: Treppenanlage der Station Blumenberg I Stadt Köln Abb. 219: Bahnaufgang West I ADEPT Abb. 220: Bahnsteig und grüne Umgebung I ADEPT Abb. 221: S-Bahn-Anlage mit Ost- und Westaufgängen I Stadt Köln Abb. 222: Infrastruktur der Station Blumenberg I ADEPT Abb. 223: Rampenanlage der Station Blumenberg I Karres en Brands kunftsquartiers. Die neue S-Bahn-Station in Kreuzfeld sollte daher mit Kapazitäten ge- plant wer den, die nachhaltig ausreichend Raum für Reisende, Radabstellanlagen, Taxi- und Busstände sowie weitere Infrastruk - turen bieten. Ebenso kann auch die Sta - tionsumgebung gestaltet werden, die eine zentrale Rolle in der Vernetzung direkt an- grenzender Freiräume spielt. Durch den Austausch mit Blumenberger*in- nen, relevanten Stakeholdern und den Nut - zer*innen der Station heute konnte eine umfangreiche SWOT-Analyse des Raumes erstellt werden. So können die Chancen und 199 das immense Potenzial des Raumes für die Zukunft skizziert werden. Es geht weniger da- rum, wie der Raum konkret aussehen sollte, sondern vielmehr, was die S-Bahn-Station und ihr Umfeld leisten müssen. Stärken – Wie sieht der Raum heute aus? Übergeordnetes. Die S-Bahn-Station Blumenberg befindet sich in einem grünen Umfeld. Die aktuell als Parkplätze genutzten Flächen auf der Blu- menberger Seite befinden sich im Eigentum der DB und sind wertvolle Potenzialflächen. Es gab auch bereits Bemühungen, shared- mobility-Konzepte zu implementieren. Raumspezifisches. Die überdachten Radabstellanlagen werden häufig frequentiert, sicheres Radabstellen ist schon heute möglich. Nutzungen. Einzelhandelsflächen bestehen bereits auf der östlichen Seite der S-Bahn-Station (Ausgang Blumenber g), ihre Bedeutung kann durch er- gänz ende Nutzungen gestärkt werden. Chancen – Welches Potenzial schlummert hier? Übergeordnetes. Der S-Bahn-Haltepunkt ist ein elementares Bindeglied zwischen Kreuzfeld und Blumen- berg. Falls größere Investitionssummen zur Verfügung stehen, gibt es einen hohen Frei- heitsgrad bei der Gestaltung. Lage. Mit der S-Bahn erreicht man in wenigen Mi- nuten die Kölner Innenstadt. Eine verlässli- che ÖPNV-Anbindung macht den Standort Kreuzfeld damit auch für Pendler*innen in- teressant und kurbelt die Besucher*innen und Kund*innenfrequenzen an. Das zu er - wartende Besucheraufkommen kann für eine Belebung des gesamten Umfeldes sorgen und somit Angsträume reduzie- ren. Die Lage des Bahnsteigs im Alluvial- park birgt Potenziale mit Blick auf Aufent- haltsqualitäten und Sichtbeziehungen. Raumspezifisches. Die Neugestaltung des S-Bahn-Umfelds birgt die Chance, Infrastruktur zu ergänzen und auszubauen, etwa um ein barrierefrei- es Fußgängerwegenetz, Mobilitätszentren, Fahrradparken sowie andere Nutzungen im öffentlichen Raum. Sichere, wettergeschützte und qualitäts- volle Radabstellanlagen erleichtern den Umstieg vom eigenen Pkw auf das Rad als präferiertes Verkehrsmittel. Die besondere Bedeutung des Radverkehrs in Köln-Kreuz - feld muss schon hier mitgedacht werden. Die unterschiedlichen Höhenlevel zwi- schen dem Bahnsteig und dem Anschluss zum jeweiligen Stadtviertel erzeugen ein spannendes gestalterisches Potenzial. Zur Herstellung von Barrierefreiheit braucht es Aufzugsanlagen bis auf die Gleisebene auf beiden Seiten der Station. Nutzungen. Es werden neue Nutzungen auf beiden Sei - ten der S-Bahn-Station implementiert. Soge- nann te Ankernutzungen lenken Besucher - ströme zwischen Blumenberg und Kreuzfeld. D as neu ergänzte Angebot muss sensibel auf Herausforderung und Chance zugleich ist die mittig durch das Pla- nungsareal verlaufende S-Bahn-Anlage der Verbindung Blumenberg- Kreuzfeld. Das offene Stück Gleisführung wird von zwei Haltestellen eingeklammert, die als Vermittler zwischen Ost und West, aber eben auch der grünen Nord-Süd-Verbindung wirken. 200 die bereits bestehenden Angebote reagieren und darf hierzu keine Konkurrenzen erzeugen. Entwicklung. Die engagierte Stadtgesellschaft kann auf dem Weg der Umgestaltung mitgenommen werden und sich gegebenenfalls Möglich- keiten der Aneignung sichern. So entsteht auf natürliche Weise ein Verantwortungs- bewusstsein für den Raum, die Gefahr von Vandalismus sinkt. Schwächen – Wo weist der Raum heute Mängel auf? Übergeordnetes. Es gibt lediglich unterdimensionierte bzw. nicht vorhandene fußläufige Infrastruktur in Richtung Kreuzfeld, sowohl auf Bahnsteig- ebene als auch im umliegenden Wegenetz. Die S-Bahn-Station und das Umfeld sind nicht barrierefrei. Auch die existierenden Treppenanlagen sind in die Jahre gekommen und für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen kaum zu be- wältigen. Raumspezifisch. Während die etwa 260 m lange Bahnanla - ge die Stadtviertel in Zukunft von Ost nach West verbinden wird, ist sie heute eine spür- bare Zäsur im Landschaftsraum des Alluvial - park s, die durch die beidseitige Wallanlage von 5 m Höhe weiter verstärkt wird. Trep- penanlagen, Rampe und Bahnsteig weisen bauliche Mängel auf. Die Orientierung ist eingeschränkt, ein urbaner Charakter des Stationsumfeldes fehlt. Die Querung der Mercatorstraße ist aufgrund der hohen Fahrgeschwindigkeiten des Kfz- Verkehrs unsicher. Aufgrund der Abwicklung des ruhenden Verkehrs besteht eine geringe Gestaltungsqualität im Bereich Blumenberg südlich des Supermarkts. Die S-Bahn-Station selbst und das Stations- umfeld sind aktuell nicht barrierefrei. Auch die Treppenanlagen in Richtung Blumen- berg stellen für mobilitätseingeschränkte Menschen eine Barriere dar. Die Treppenan- lage Richtung Köln-Kreuzfeld ist gegenwär- tig nicht nutzbar. Die gegenwärtige Störungsanfälligkeit der Bahninfrastruktur und damit eine einherge- hende unsichere Betriebsstabilität schwä - chen Blumenberg sowie Köln-Kreuzfeld als attraktiven Standort. Risiken. Welche Folgen hätte eine ausblei- bende Qualifizierung des Raums? Übergeordnetes. Der Ausbau der S-Bahn-Station ist ein Ka - talysator der Entwicklung für den neuen Stadtteil Köln-Kreuzfeld. Der Verzicht auf den eigenen Pkw, eine Änderung des Mo- bilitätsverhaltens kann nur gelingen, wenn die ÖPNV-Verbindungen eine attraktive und verlässliche Alternative darstellen. Investitionen/Umfang der Sanierungen. Die Schaffung einer hohen Gestaltqualität erfordert entsprechende Investitionsbe- reitschaft und -summen bei Stadt Köln & Go.Rheinland und weiteren beteiligten Sta - keholdern. Abb. 224: Bahnsteig mit Blick ins Grüne Abb. 225: Stationen mit Programmvielfalt 201 Prozessgestaltung. Die Planungsprozesse in Köln-Kreuzfeld und die Planungen der Deutschen Bahn soll- ten engmaschig aufeinander abgestimmt und synchronisiert werden, die Stadtgesell- schaft soll mitgenommen werden. Raumspezifisch. Das Brückenbauwerk zur Mercatorstraße hat heute unterdimensionierte Öffnungen zur Straße hin, gegebenenfalls ist ein Neu- bau nötig. Die fehlenden Gehwegbreiten so- wie mangelnde Flächen für etwaige Bushal- testellen stellen eine Herausforderung dar. Bei der Brücke am Tunnel Blumenberg sind die Bahnsteigbreiten im Umfeld des Tunnel- bauwerks unter anderem im Hinblick auf die zukünftige Auslastung zu prüfen. Die Flä - chen für eine barrierefreie Bushaltestelle an der Mercatorstraße in Richtung Norden erfordern gegebenenfalls die Nutzung von Teilflächen des heutigen Lärmschutzwalls. Flächen mit entsprechenden Lösungen sind jedoch aktivierbar. Eine Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Mercatorstraße im Stationsumfeld auf 30 km/h wäre notwendig. Alternativ sind bau- liche Optionen denkbar. Aufenthaltsqualitäten und Sicherheit. Um künftig Angsträume zu vermeiden, muss neben der Belebung durch Nutzung ein er - gänzendes Beleuchtungskonzept entwor - fen werden. Die kostenintensive Sanierung, Umbaumaß - nahmen oder eine Instandsetzung sollten durch ein entsprechendes Sicherheitskon- zept vor Vandalismus geschützt werden. Um dem entgegenzuwirken, entsteht im Idealfall im Rahmen eines geeigneten Betei- ligungsprozesses Verantwortungsbewusst - sein für den Raum, stellenweise in Aneig- nung möglich. Vision zur S-Bahn-Station. Auf dieser Doppelseite sind erste konzeptio- nelle Gedanken zur Umgestaltung der Sta - tion festgehalten, ebenso wie einige wün- schenswerte Qualitäten. Charakter und Identität. Jeder Bahnhof beziehungsweise jede Seite der Station hat einen eigenen Charakter, der zur Stadtteilidentität passt. Auf der westli- chen Seite, am Eingang zu Köln-Kreuzfeld, herrscht urbane Atmosphäre, nahezu alle Stadtfunktionen finden sich in unmittelbarer Nähe. In Blumenberg steht das komfortable Wechseln des Verkehrsmittels im Vorder - grund. Maximale Funktionalität. Bahnstationen können leistungsstarke Kno- tenpunkte im städtischen Raum sein. Die S-Bahn-Station muss täglich ein hohes Pas- sagieraufkommen bewältigen können. Ins- besondere in Kreuzfeld, einem autoarmen Quartier, wird dieses Talent zum wichtigen Pluspunkt. Von Sharingangeboten über Pa - ketstationen bis hin zum Informationspunkt wird die Station zum wiedererkennbaren Anlaufpunkt. Fahrradinfrastruktur. In Kreuzfeld liegt der Fokus auf nichtmoto- risierten Verkehren. Beim Wechsel von Rad zu Bahn sind daher effektive Angebote zum Radparken und Leihen notwendig. Abstell- möglichkeiten auf dem Platz ebenso wie im Gebäude werden Teil des Stationskontextes und sind in diversen Variationen denkbar. Ein direkter Zugang auf Bahnsteigebene etwa macht Parkstationen besonders attraktiv. Plaza und Station. Die Bahnstation in Köln-Kreuzfeld wird nicht als isolierte Mobilitätsinsel konzipiert, son- dern viel mehr als Bahnhofslandschaft, die den angrenzenden städtischen Raum und die dazugehörigen Gebäude mit einschließt. 202 Abb. 226: Zwei Bahnhöfe - zwei Stadtteilidentitäten Bedeutung des Alluvialparks innerhalb des Raums der S-Bahn-Station. Der Alluvialpark schließt auf Blumenberger Seite an wichtige Freiraumachsen wie die verlängerte Vogelsbergstraße und die süd- lich fortlaufenden Parkflächen des Parks Blumenberg an, wodurch der neue Freiraum zum wesentlichen Verbindungsstück im bestehenden Netzwerk wird. Auf der Seite des neuen Quartiers vermittelt der Alluvial- park zwischen dem Quartierseingang nach Köln-Kreuzfeld und der aktiven Grünen Mit- te, die alle neuen Nachbarschaften zusam- menführt. Der Alluvialpark ist auf Gleisebene gegen- wärtig zwar kaum wahrzunehmen, beim An- kommen auf der oberen Ebene aber fallen die hohe Dichte an Bestandsbäumen und die prägnante Topografie sofort ins Auge. Sie soll in Zukunft von einer Zäsur zum Bin- deglied von Freiraum und Stadt transfor - miert werden. Die Topografie als gestalterisches Mittel zu nutzen, um Park und angrenzende Stadt - viertel gleichermaßen einzubinden, ist ein vielseitiger Ansatz und erlaubt multifunktio- nale Raumerlebnisse zwischen Lärmschutz, Bahnsteigzugang und visueller Verbindung. Eine Umsetzung dieser Strategie ist etwa durch die Ausgestaltung der Parkwege Abb. 227: Maximale Funktionalität Abb. 228: Anforderungen an die Fahrradinfrastruktur Abb. 229: Plaza mit Bahnsteigfronten Abb. 230: Aktive Plaza und Bahnhofslandschaft 203 Der Anschluss an weitere Funktionen wird über den Quartiersplatz geregelt und ge- stalterisch sowie funktional in den Raum eingepasst. Die Plaza soll dabei im Sinne der Woodhood einen grünen Charakter be- halten und etwa mit Baumgruppen und Pflanzelementen ausgestattet werden. Die Großzügigkeit des Raumes wird durch eine konzentrierte und smarte Verteilung der Pro- gramme erhalten und nutzbar gemacht. Die unterschiedlichen Höhenlevel von Gleisebe- ne und Bahnhofsvorplatz können funktional in die Gebäude aufgenommen werden. Abb. 231: Aktive Plaza und Bahnhofslandschaft 204 möglich oder durch den Entwurf von Ge- bäudesockeln, die mit öffentlichen Foyers bis an die Bahnsteigebene reichen. Wie weiter? Die beiden Bahnhöfe der S-Bahn-Station sind Stadteingänge und sollten einen star - ken Auftakt in die Nachbarschaften etablie- ren. Jeder Bahnhof hat dabei seinen eigenen Charakter, entsprechend unterschiedlich sind ihre Anforderungen und programma - tischen Stärken, wenn es um die künftige Ausgestaltung geht. Die Station Kreuzfeld und der zugehörige Bahnhofsvorplatz sind gleichzeitig auch Teil des zentralen Kreuzfelder Stadtplatzes in Hood Eins, ihre Wirkung ist also auch von repräsentativer Relevanz. Vorplatz und Um- feld können im Sinne des Woodhood-Kon- zepts urban, aber offen und mit Blick ins Grün angelegt werden. Nutzungen des täg - lichen Bedarf s, vor allem solche, die zum Verweilen einladen, werden um diesen Platz organisiert und einfach zugänglich gemacht. Bodenbeläge, Bäume und schattenspen- dende Elemente sorgen für ein angenehmes Mikroklima. Die S-Bahn-Station ist ein Katalysator der Entwicklung für Köln-Kreuzfeld. Auch auf die Verkehre der direkt anschlie- ßenden Mercatorstraße muss planerisch adäquat reagiert werden, indem die Que- rungen und Haltestationen straßenseitig sichtbar ausgebaut werden. Je nach Inves- titionsbereitschaft können derzeit unter - schiedliche Szenarien getestet werden, die den Möglichkeitsraum von gering invasiv bis hin zu einem umfassenden Ausbau auf - spannen. Die Gestaltungsoptionen lassen sich am besten im Rahmen eines architek - tonischen Wettbewerbs diskutieren, der in jedem Fall den gesamten Lupenraum zum Untersuchungsgegenstand machen sollte. 205 4. Anhang Hood Eins 99530 m² 48976 m² 0,49 50553 m² 190730 m² 0,97 190730 m² 96120 m² 14747 m² 10733 m² 30783 m² 16045 m² 22302 m² 11252 m² 6931 m² 547 17382 m² 18019 m² 0 m² 32534 m² 90 m² 1068 2456 11847 m² 5505 m² 0 m² 5505 m² 19748 m² 6808 m² 5181 m² 2555 m² 0 m² 0 m² 96120 m² 0 0 1201 1201 Hood Eins Hood Zwei 63314 m² 29237 m² 0,46 34077 m² 112650 m² 1,29 112650 m² 81987 m² 8780 m² 0 m² 0 m² 10857 m² 11026 m² 9039 m² 4129 m² 362 8018 m² 9291 m² 24786 m² 90 m² 911 2095 4600 m² 1774 m² 0 m² 1774 m² 8478 m² 5759 m² 4485 m² 2548 m² 4485 m² 2548 m² 77143 m² 37 25 964 1027 Hood Zwei Hood Drei 36519 m² 17167 m² 0,47 19352 m² 63547 m² 0,86 63547 m² 31452 m² 5848 m² 0 m² 0 m² 5064 m² 21183 m² 6060 m² 1902 m² 169 1479 m² 2004 m² 17348 m² 90 m² 349 804 21636 m² 15729 m² 7436 m² 8293 m² 19871 m² 1834 m² 1178 m² 1312 m² 8649 m² 3108 m² 19695 m² 72 31 246 349 Hood Drei Hood Vier 66499 m² 30086 m² 0,45 36413 m² 91238 m² 0,85 91238 m² 56426 m² 4876 m² 0 m² 0 m² 6088 m² 23848 m² 7867 m² 4525 m² 203 2963 m² 3979 m² 32434 m² 90 m² 627 1442 22364 m² 15058 m² 7784 m² 7274 m² 20710 m² 4245 m² 2686 m² 2638 m² 6517 m² 15517 m² 34392 m² 54 155 430 639 Hood Vier Hood Fünf 56086 m² 23548 m² 0,42 32538 m² 72575 m² 0,91 72575 m² 50869 m² 6096 m² 0 m² 0 m² 5595 m² 10016 m² 8163 m² 4392 m² 189 3181 m² 4265 m² 28272 m² 90 m² 565 1300 6900 m² 3273 m² 0 m² 3273 m² 8471 m² 3319 m² 2546 m² 1545 m² 16779 m² 10975 m² 23115 m² 140 110 193 442 Hood Fünf Übergang Blumenberg 19797 m² 10970 m² 0,62 8830 m² 34008 m² 0,27 34008 m² 5350 m² 1402 m² 18905 m² 1440 m² 563 m² 6348 m² 0 m² 0 m² 120 5692 m² 6714 m² 90 m² 59 137 6638 m² 3464 m² 0 m² 3464 m² 6348 m² 0 m² 0 m² 0 m² 0 m² 0 m² 5350 m² 0 0 67 67 Übergang Blumenberg Intensive Landnutzung* 90894 m² * Intensive Landnutzung Naturnahe Landnutzung 151889 m² Naturnahe Landnutzung Produktive Landnutzung 76.300 m² Produktive Landnutzung Spiel **14001 m² Spiel Sport 2791 m² 40183 m² ***1350 m² Sport Infrastruktur 85148 m² Infrastruktur Summe 341744 m² 149464 m² 0,49 181763 m² 564748 m² 0,86 564748 m² 322203 m² 41749 m² 29638 m² 32223 m² 44211 m² 94723 m² 127529 m² 21879 m² 1590 38715 m² 354003 m² 59722 m² 143438 m² – 3580 8234 73985 m² 44803 m² 15220 m² 29583 m² 83626 m² 21965 m² 16075 m² 10597 m² 36429 m² 32148 m² 255814 m² 303 321 3101 3725 Summe Areal Baufeld Geschossfläche Nutzungen Verkehrsfläche Grünfläche Wohneinheiten/ Einwohner*innen Schulen Kit a Wohnungsangebot (ohne Bezug zu KoopBLM) Öffentliche / private Fläche (außer Verkehrsfläche)Grundfläche * Intensiv genutzte Landschaft inkl. Lärmschutzwall ** Der planungsursächliche Mehrbedarf nach KoopBLM wird im weiteren Planungsprozess validiert. *** Sportflächen Grundschulen 4.1 Flächenbilanz Anhang brutto Grundfläche (GR) gem. § 19 BauNVOUnbebaute FlächeBGF BGF gesamt davon BGF Wohnen davon BGF Gewerbe davon BGF Gesundheit inkl. Schwimmhalle davon BGF öffentliche Nutzungen davon BGF MobilityHubs davon BGF Bildung öffentlich privat Stellplätze GrundstücksflächeDavon Pausenhof gesamt KITA GrundstücksflächeKITA Außenraum (unbebaute Fläche)KITA BGF Stadthäuser BGF (120m²) Stadthäuser (120m²/WE)Mehrfamilienhäuser (100m²/WE)Geschosswohnungsbau (80m²/WE)WE gesamt Mehrfamilienhäuser BGF (100m²) Geschosswohnungsbau BGF (80m²)Pausenhof Grüne MittePausenhof innerhalbBGFöffentlich öffentlich Semiöffentlich Anzahl WE (nach KoopBLM)EWGF je WE (nach KoopBLM)privat / nicht öffentlichGRZ I GFZBezeichnung der Fläche 208 209 212211210208 4.2 Glossar Baugemeinschaft. Der Zusammenschluss von mehreren privaten Haushalten dient dem Zweck, gemeinsam zur Eigennutzung oder Vermietung an Wohnen oder Gewerbe ein Gebäude zu planen. Dadurch kön- nen sich die zukünftigen Nutzer*innen schon in der Planungs- phase einbringen und das Gebäude nach ihren Bedürfnissen gestalten. Blau-grüne Infrastruktur. Blau-grüne Infrastruktur umfasst sowohl natürlich gewachsene als auch naturnah angelegte Grün- und Wasserflächen, die als Netzwerk geplant und unterhalten werden. In ihrer Gesamtheit sichert sie die biologische Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Ökosystems in Städten und erbringt darüber hinaus Vorteile für Klima und Aufenthaltsqualität. Büdchen. Das Büdchen ist ein für Köln typischer kleiner Kiosk. Köln be- sitzt eine eigene traditionsreiche Büdchen-Kultur, die in der Zeit der Industrialisierung entstand. Carsharing. Es soll den zukünftigen Nutzer*innen die Möglichkeit bieten, sich flexibel von Kreuzfeld zu anderen Orten zu bewegen, die nicht mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV erreichbar sind, oder Fahrten durchzuführen, bei denen größere Lasten transportiert werden müssen, für die ein Lastenrad nicht geeignet ist. Bei sol- chen Systemen wird eine Fahrzeugflotte (in der Regel verschie- dene Fahrzeugtypen vom Kleinwagen bis zum Transporter) an festen Stationen in den Mobilitätshubs zur Verfügung gestellt. Carsharing ist ein effizientes Angebot, um den Verzicht auf ein eigenes Auto zu ermöglichen. Cluster. Die Ansammlung von mehreren Gebäuden oder Räumen, die in Austausch treten und dadurch eine gemeinsame Einheit bilden. Entwicklungsgesellschaft. Eine Gesellschaft der Stadt, die die Projektentwicklung – Konzep- tion, Erstellung und Fertigstellung – von Immobilien übernimmt. Essbarer Wald. Darunter fallen wild bzw. in der Natur wachsende Pflanzen, die zum Verzehr geeignet sind. Esswälder fördern Nahrungsvielfalt, Biodiversität, Gemeinschaft und vieles mehr. FFH-Gebiet. FFH-Gebiet bezeichnet eine unter Natur- oder Landschafts- schutz stehende Fläche, die dem Schutz von Lebensraumtypen dient. FFH-Gebiete bilden gemeinsam mit den Europäischen Vogelschutzgebieten das Netzwerk Natura 2000. Gartenstadt. Die Gartenstadt ist ein erstmals im 19. Jahrhundert in Großbri- tannien aufgekommenes städtebauliches Leitbild. Sie soll die Vorteile von Stadt- und Landleben in der Planung miteinander vereinen und legt Schwerpunkte auf Freiraum, Selbstversor - gung sowie gemeinschaftliche Verwaltung und Besitz. Graue Energie. Die gesamte Energie, die für Materialherstellung, Transport und Bau sowie Betrieb, Instandhaltung und Abriss eines Gebäudes benötigt wird. Grüne Mitte. Zentral in Kreuzfeld gelegener Grün- und Freiraum, der die ver- schiedenen Hoods miteinander verbindet. Die Grüne Mitte bie- tet Raum für Bewegung und Erholung. Im Sinne einer Bildungs- landschaft ist sie der Ort, um den sich die Kreuzfelder Schulen gruppieren sollen. Habitat. Das Habitat, im Deutschen meist mit Lebensraum übersetzt, bezeichnet in der Biologie den charakteristischen Aufenthalts- bereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart. Hood. Eine Hood ist ein Quartier bzw. eine Nachbarschaft im Stadtteil. Hoodmitte. In der jeweiligen Nachbarschaft (Hood) zentral gelegener Grün- und Freiraum sowie Quartierstreffpunkt. Hier sollen die Kreuz - felder Kitas angesiedelt werden. Infostehle. Die Nutzenden sollen über eine Infostele über Mobilitätsange- bote und Wege im Quartier und ggf. zusätzlich durch digitale Echtzeitabfahrtstafeln über Angebote des ÖPNV informiert werden. Informationen über Abfahrtsorte und -zeiten sind für die Fortbewegung im Quartier von zentraler Bedeutung. Ein gut sichtbarer Monitor in der Nähe des Ausgangs am Mobili- tätshub mit aktuellen Abfahrtszeiten des ÖPNV sensibilisiert für die verschiedenen Angebote. Kampfbahn Typ C (nach DIN 18035-1) Geeignet für geringe leichtathletische Akti vi t äten wie Training in Schule und Verein sowie Freizeitsport. Mindestens vier Rund- bahnen, Einzelbahnanlagen nach Bedarf innerhalb der Sportan- lage. KEP-Logistik. Die Abkürzung KEP steht für den Kurier-, Express- und Paket - dienst. Bei Kurierdiensten handelt es sich um Lieferungen, die normalerweise persönlich und auf direktem Weg zugestellt werden, ohne das Umschlagslager eines Händlers zu kreuzen. Kettenhaus. Es bezeichnet ein Reihenhaus mit dazwischenliegenden Nutz - gebäuden wie z. B. Garagen, sodass die Wände der einzelnen Wohneinheiten nicht direkt aneinanderschließen. Klimaresilienz. Klimaresilienz beschreibt die Widerstandsfähigkeit sozial-öko- logischer Systeme gegenüber den Folgen des Klimawandels. Kooperatives Baulandmodell (KoopBLM). Das Kooperative Baulandmodell der Stadt Köln verpflichtet Bauherr*innen, Investor*innen sowie Vorhabenträger*innen bei Planvorhaben, die einen Bebauungsplan benötigen, 30 Prozent der Wohnungen im öffentlich geförderten Segment zu errich- ten, vorausgesetzt, es entstehen mehr als 1.800 m² Geschoss- fläche für Wohnzwecke. Landschaftsgestalterische Planung. Die landschaftsgestalterische Planung dient der Einbringung landschaftsplanerischer und ökologischer Inhalte und Zielvorstellun- gen. Lastenanhänger. Lastenanhänger sind elektronisch unter - stützte Transportmittel, die einfach von Hand gezogen oder aufgrund einer Geschwindig- keitsunterstützung von bis zu 25 km/h an Fahrräder angehängt werden können. Mit Lastenanhängern können Güter schnell und einfach mit geringem Kraftaufwand auf der letzten Meile transportiert werden. In Kreuz- feld können damit zum Beispiel Einkäufe und Pakete bis in die Wohnung transportiert werden. Loop. Ein Loop ist ein ringförmiges Erschließungs- system mit (unterschiedlicher) baulicher Ausgestaltung – je nach geplanter Mobilität- und Verkehrsnutzung. Die Loops stellen die verkehrliche Erschließung und Anbindung des Stadtteil sicher. Mikromobilitätsflotte. Durch Lastenfahrräder, Microcarrier etc. können sperrige Güter auch ohne Pkw be- quem transportiert werden. Die Anschaf - fungskosten stellen häufig eine Barriere dar, die bereits mit Kaufprämien und anderen Subventionen adressiert werden, auch der Verleih ist eine attraktive Alternative. Exter- nen Dienstleistern kann ein entsprechendes Angebot von Sackkarren, Leih-Trolleys und/ oder Fahrrädern den Umstieg innerhalb des Quartiers ermöglichen. Multicodierung. Sinnvolle Überlagerung und Verknüpfung verschiedener Nutzungen und Funktionen. Anhang Naturnahe Gestaltung. Eine naturnahe Fläche ist ein Bereich, der in erster Linie der Erhaltung oder Wiederher - stellung der Natur dient; naturnahe Flächen können sich auf dem Gelände des Standorts befinden (z. B. Dächer, Fassaden, Wasserab- leitungssysteme). Ökokorridor. Ökokorridore sind Streifen eines Lebens- raumtyps, die zwei isolierte (meist größere) Lebensräume miteinander verbinden. Parzellierung. Unter Parzellierung versteht man die recht - liche Einteilung der Grundstücke eines Be- bauungsplans, die den Bauherr*innen Bau- freiheit innerhalb des dafür festgelegten Regelwerks (soziale Verantwortung, Wert - beständigkeit oder Gewinn) zugesteht. Permeable Fläche. Eine permeable Fläche ist eine durchlässige Fläche. Im Kontext der Planung bezieht sich dies insbesondere auf Niederschlagswasser. Polyzentrisch. Dies bezeichnet eine Struktur mit mehre- ren Zentren. Im Kontext der Planung bezieht sich das auf die Hoodmitten, die innerhalb des Planungsgebiets mehrere Zentren bilden. Programmierung (räumlich). Die räumliche Programmierung beschreibt die Gestaltung, Ausstattung und geplante Nutzung des Raums. In der Freiraumpla - nung kann damit etwa die räumliche Veror - tung eines Spielplatzes, einer Baumgruppe oder eines Radweges in einem bestimmten Areal gemeint sein. Raumkante. Der Raum wird durch das behutsame Setzen eines Baukörpers definiert, bspw. durch das Fassen eines Platzes oder Straßenraums. Regenwassermanagement. Regenwassermanagement reguliert und organisiert gezielt Niederschlagswasser. Es entlastet Kanalisation und Fließgewässer und unterstützt den natürlichen Wasser - kreislauf vor Ort. Retentionsflächen. Eine Retentionsfläche ist ein Begriff aus der Wasserwirtschaft und bezeichnet eine zu- meist tiefer neben einem Fließgewässer lie- gende Fläche, die im Falle eines Starkregen- ereignisses als Überflutungsfläche genutzt werden kann. Schwammstadtprinzip. Ein stadtplanerisches Prinzip, das anfallen- de Regenwasser nicht in Kanälen abzulei- ten, sondern direkt vor Ort zu speichern, um Starkregenereignisse zu verringern und das Ökosystem sowie das Stadtklima in seiner Resilienz zu stärken. Service rund ums Fahrrad/ Self-Service-Station. Fahrradreparaturstationen sind Service-An- gebote, die die Nutzung von Fahrrädern at - traktiver machen. So können leichte Repara- turen bequem und zügig selbst durchgeführt werden. Mögliche Elemente sind eine Auf - hängung für Fahrräder, Reparaturwerk z eug, Luftpumpen, Fahrradreinigungsmöglichkei- ten und ggf. Automaten mit Fahrradschläu- chen oder Ersatzteilen. Diese sollten an nachfragestarken Orten für alle Nutzenden zugänglich sein. Je Mobilitätshub sollte eine Self-Service-Station mit 3 – 5 m² eingeplant werden. Suffizienz. Suffizienz meint das Bestreben, aufgrund der begrenzten natürlichen Ressourcen und den Auswirkungen des Klimawandels einen möglichst geringen Rohstoff- und Energie- verbrauch zu erreichen. Synergie. Der positive Effekt, der z. B. durch den Zu- sammenschluss mehrerer unterschiedlicher Nutzungen in einem Gebäude entsteht, die sich gegenseitig fördern. Durch Synergien entstehen neue qualitätsvolle Räume für den Menschen. SWOT-Analyse. SWOT-Analyse bedeutet Analysis of Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats. Die Stärken-Schwächen-Chancen- Risiken-Analyse ist eine Technik, aus deren Ergebnissen konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen für ein Projekt oder Entwick - lungsvorhaben abgeleitet werden können. Typologie. Die wissenschaftliche Einteilung von Ge- bäuden in Gruppierungen nach architekto- nischen und funktionalen Gesichtspunkten. Urbane Agrikultur. Der Begriff bezeichnet gärtnerische und landwirtschaftliche Tätigkeiten, die in einem städtischen Umfeld stattfinden und sich dort mit sozialen, ökologischen, ökonomischen und/oder gestalterischen Beziehungen be- fassen. Sie umfassen sowohl Klein- und Schrebergärten als auch landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe sowie kollekti- ve Bewirtschaftungsformen. Zirkularität. Die nachhaltige Verarbeitung von Materia - lien in einem Gebäude, sodass sie beim Ab- riss ohne Qualitätsverlust zurückgebaut und in ein neues Gebäude implementiert werden können. 216 217 216215214213 4.3 Abbildungsverzeichnis Abb. 1: T itelseite: Visualisierung Grüne Mitte I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ........................... 4 Abb . 2: Lageplan ............................................... 6 Abb . 3: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands .............. 10 Abb . 4: Axonometrie Woodhood Kreuzfeld...................... 12 Abb . 5: Verortung ............................................. 14 Abb . 6: Luftbild I Stadt Köln .................................... 16 Abb . 7: Blick auf Blumenberg I Stadt Köln ....................... 18 Abb . 8: Luftbild I Stadt Köln .................................... 18 Abb . 9: Blick auf südliche Grenze Hood Zwei I Stadt Köln......... 19 Abb . 10: Blick auf Hood Vier und Fünf I Stadt Köln ............... 19 Abb . 11: Vor-Ort-Safari im September 2022 I ADEPT............. 21 Abb . 12: Heute – Ein Raum voller Möglichkeiten ................. 22 Abb . 13: Morgen – Eine neue Art des Zusammenlebens.......... 23 Abb . 14: Woodhood Kreuzfeld.................................. 23 Abb . 15: Öffentlichkeitsbeteiligung vom 11.03.2023 I Urbanista .. 25 Abb . 16: Phase 0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Abb. 17: Phase 1 .............................................. 28 Abb . 18: Phase 2 .............................................. 29 Abb . 19: Phase 3 .............................................. 30 Abb . 20: Kr euzfelder*innen sind am liebsten draußen. I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ............ 33 Abb . 21: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ............. 35 Abb . 22: Verortung der Hoods.................................. 37 Abb . 23: Baufelder ............................................ 38 Abb . 24: Nutzungen Obergeschoss............................ 40 Abb . 25: Nutzungen Erdgeschoss .............................. 41 Abb . 26: Körnung der Hoods ................................... 43 Abb . 27: Geschossigkeiten..................................... 44 Abb . 28: Durchlässiger Blockrand .............................. 46 Abb . 29: Riegel................................................ 46 Abb . 30: Gebäudetypologien................................... 47 Abb . 31: Reihen- und Kettenhäuser............................. 47 Abb . 32: Sonderbauten und Punkte ............................ 47 Abb . 33: Verortung Wohnungstypologien ....................... 49 Abb . 34: Verortung altersgerechter Wohnformen................ 51 Abb . 35: Theodora House, Kopenhagen I ADEPT ................ 52 Abb . 36: Theodora House, Kopenhagen I ADEPT ................ 52 Abb . 37: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT ................. 53 Abb . 38: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT ................. 54 Anhang 218 Abb. 39: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT ................. 54 Abb . 40: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT...................... 54 Abb . 41: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT ...................... 55 Abb . 42: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT ...................... 55 Abb . 43: Diagramm Wohnungstypen ........................... 56 Abb . 44: Axonometrie Baugemeinschaften ..................... 57 Abb . 45: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ............. 61 Abb . 46: Landschaftsgestaltungsplan .......................... 63 Abb . 47: Übergeordnete Landschaftsstruktur ................... 63 Abb . 48: Übergeordnetes Landschaftskonzept.................. 64 Abb . 49: Waldstrukturen....................................... 65 Abb . 50: Freiraumelemente um Köln-Kreuzfeld.................. 65 Abb . 51: Übergeordnetes Freiraumkonzept Woodhood .......... 66 Abb . 52: Konzeptschnitt produktive Landschaft ................. 67 Abb . 53: Konzeptschnitt Grüne Mitte ........................... 67 Abb . 54: Konzeptschnitt Alluvialpark ........................... 67 Abb . 55: Grünflächenplan: Produktive Landnutzung ............. 68 Abb . 56: Anbau f ördert gemeinschaftliche Interaktion I Karres en Bran ...................................... 69 Abb . 57: Gemeinscha ftsobstgärten und Permakultur I Karres en Brands .................................... 69 Abb . 58: Konzeptschnitt produktive Landnutzung ............... 70 Abb . 59: Konzeptschnitt produktive Landnutzung ............... 70 Abb . 60: Grün flächenplan mit „Grüner Mitte” und intensiv genutzter Landschaft ......................... 71 Abb . 61: Art enreiche und informelle Parklandschaft I Karres en Brands .................................... 72 Abb . 62: Gemäh ter Weg im Quirijn Park, Tilburg I Karres en Bra........................................ 72 Abb . 63: K onzeptschnitt Grüne Mitte mit Spiellandschaft und Wäldchen........................................ 72 Abb . 64: Konzeptschnitt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 Abb. 65: Aufbau Hoodmitten................................... 74 Abb . 66: Grünfläche mit Spielelementen I ADEPT ............... 75 Abb . 67: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands ................. 75 Abb . 68: Konzeptschnitt Gemeinschaftsgarten ................. 75 Abb . 69: Konzeptschnitt Generationentreff ..................... 75 Abb . 70: Konzeptschnitt Straßenraum .......................... 75 Abb . 71: Konzeptschnitt Retentionslandschaft .................. 75 Abb . 72: Übergeordnete Funktionen des Alluvialparks ........... 76 Abb . 73: Grundprinzipien Pflanzkonzept ........................ 77 Abb . 74: Pflanzkonzept gesamt................................. 78 Abb . 75: Integrierte Sport- und Spiellandschaft.................. 80 219 Abb. 76: Sport und Spiel in tegriert im Freiraum I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ......................... 81 Abb . 77: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands ................. 81 Abb . 78: Konzeptschnitt, Lärmschutz als Tribüne ................ 82 Abb . 79: Konzeptschnitt, Lärmschutz mit Gehölzpflanzungen .... 82 Abb . 80: K onzeptschnitt, Sportanlage Nord und Spielplatz mit Bewegungsangeboten ............................ 82 Abb . 81: K onzeptschnitt, Sportanlage Nord mit Übergang zu Hood Drei ......................................... 82 Abb . 82: Urbane Landwirtschaft................................ 83 Abb . 83: Parks und Landschaft................................. 83 Abb . 84: Hoodmitten .......................................... 83 Abb . 85: Spielflächen.......................................... 83 Abb . 86: Straßen und Wege.................................... 84 Abb . 87: Schulhöfe ............................................ 84 Abb . 88: Flächen der Sportanlage Nord......................... 84 Abb . 89: Wasser .............................................. 84 Abb . 90: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ............. 86 Abb . 91: Energiekonzept für Kreuzfeld .......................... 88 Abb . 92: Waldgebiete als Puffer oder zur Abkühlung durch Wind . 90 Abb . 93: L ücken in der Baumbepflanzung lassen kühle Luft in den Park eindringen ...................... 91 Abb . 94: Dichtes Grün im Herzen jeder Kreuzfelder Hood ........ 91 Abb . 95: Grüne N achbarschaftsstraßen mit durchlässigen Oberflächen ........................... 92 Abb . 96: Möglichst hoher Anteil Gründächer .................... 92 Abb . 97: Dachbegrünung bei 50 % Auslastung.................. 93 Abb . 98: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT ................. 94 Abb . 99: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT ...................... 95 Abb . 100: K ohlenstoff-Emmissionen-Bauphase der Straßen per Hood................................ 96 Abb . 101: Zirkularität .......................................... 97 Abb . 102: De Boel Dachgarten I Karres en Brands ............... 98 Abb . 103: Urban water storage I Karres en Brands ............... 98 Abb . 104: Statens Museum, CPH I Karres en Brands............. 98 Abb . 105: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands................ 99 Abb . 106: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands................ 99 Abb . 107: Bosrijk, Eindhoven I Karres en Brands................. 99 Abb . 108: Grundlegendes Wasserhaushaltsmodell ............ 10 0 Abb. 109: W asserhaushaltsmodell mit zusätzlichen Maßnahmen ........................... 10 1 Abb. 110: S ystemschnitt Energie- & Wärmeversorgung Köln-Kreuzfeld .................................... 10 4 220 Abb. 111: Prinzipskizze kalte Nahwärme ....................... 107 Abb . 112: Abstand Wärmequellen ............................. 107 Abb . 113: Potenzialstandorte Photovoltaik .................... 10 8 Abb. 115: New Aarch, Aarhus I ADEPT ........................ 10 9 Abb. 114: New Aarch, Aarhus I ADEPT ........................ 10 9 Abb. 116: Volksbank Bargteheide.............................. 1 10 Abb. 117: Volksbank Bargteheide.............................. 1 10 Abb. 118: Klimas tadt Middelfart: Hybrid aus Aktivitätspark und Wasserrückhaltebecken I ADEPT ................ 111 Abb . 119: Klimastadt Middelfart I ADEPT....................... 111 Abb . 120: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands . . . . . . . . . . .114 Abb. 121: Verkehrskonzeption................................. 1 17 Abb. 122: N etzhierarchie mit zwei weitgehend getrennten Netzen für den Kfz-Verkehr sowie den Fuß- und Radverkehr .......................... 120 Abb . 123: Fußverkehrsnetz ................................... 121 Abb . 124: Radverkehrsnetz ................................... 122 Abb . 125: D as mit Gelenkbussen befahrbare Straßennetz mit potenziellen Haltestellen und Haltestelleneinzugsbereichen ................... 1 24 Abb. 126: Mobility-Loop mit beidseitiger Bebauung ............ 126 Abb . 127: Mobility-Loop entlang der Hoodmitten ............... 126 Abb . 128: Mobility-Loop zwischen den Hoods .................. 127 Abb . 129: Mobility-Loop mit Radschnellverbindung............. 127 Abb . 130: Der innere Hood-Loop .............................. 128 Abb . 131: Der innere Hood-Loop .............................. 128 Abb . 132: Der Nachbarschaftsstraße .......................... 129 Abb . 133: Der Dresenhofweg als Haupterschließung aus Richtung Norden (Blumenbergsweg)............ 130 Abb . 134: Der Dresenhofweg als Radschnellverbindung durch die Grüne Mitte ............................. 130 Abb . 135: Der äußere Hood-Loop in fünf verschiedenen Varianten .......................................... 131 Abb . 136: Ansicht Mobilstation | ADEPT ....................... 132 Abb . 137: Aufbau und Mischung einer Mobilstation| ADEPT ..... 133 Abb . 138: Mobilstation........................................ 133 Abb . 139: Ansicht Mobilstation Oberbillwerder ................. 133 Abb . 140: Ber eich für Automated-Valet-Parking I QUIMBY.net I CC0................................ 134 Abb . 141: D as Parkraummanagementsystem weist den Weg zum nächsten freien Parkplatz I QUIMBY.net I CC0 .. 134 Abb . 142: Schema tische Darstellung eines Mobilitätsfoyers in einem Wohngebäude | ARGUS .................... 135 221 222 Abb. 143: F ahrradparkhaus Amsterdam Zuid I QUIMBY.net I CC0 ................................ 137 Abb . 144: E ntfernungen zum Fahrradparken in Abhängigkeit von der Nutzung und Aufenthaltsdauer © ARGUS. Basierend auf Celis, P ., Bølling-Ladegaard, E. (2008): Bicycle Parking Manual. Hrsg.: Danish Cycling Federation, Kopenhagen. ........................... 138 Abb . 145: Mobilstation und Logistikhub in Köln-Kreuzfeld....... 139 Abb . 146: P aketstationen in den Mobilstationen, laufende Meter Bedienfront ........................ 14 0 Abb. 147: Smart e Ladezone in Hamburg: Beschilderung und dynamische Buchungsanzeige | QIMBY.net | CC0..... 14 1 Abb. 148: Doug and Wolf für ADEPT + Karres en Brands ....... 14 4 Abb. 149: Konzept Bildungslandschaft......................... 1 47 Abb. 150: Entwurfsprinzipien ................................ 14 8 Abb. 151: Verortung der Kitas ................................. 14 9 Abb. 152: Entwurfsprinzipien................................. 150 Abb . 153: Verortung Schulen.................................. 151 Abb . 154: Konzeptschnitt: Übergang Kita ...................... 152 Abb . 155: Konzeptschnitt: Übergang Grundschule.............. 152 Abb . 156: Konzeptschnitt: Übergang Grundschule.............. 152 Abb . 157: Ü bergang Pausenhof I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ....................... 153 Abb . 158: Konzeptschnitt, Übergang Sek II..................... 153 Abb . 159: Konzeptschnitt, Übergang Sek II..................... 153 Abb . 160: Konzeptschnitt, Übergang Sek II..................... 153 Abb . 161: Gestaltungsansatz Parkschulhof .................... 154 Abb . 162: Spielmöglichk eiten in der Parklandschaft I Karres en Brands .................................. 155 Abb . 163: Baakenpark, Hamburg I Atelier Loudl................. 155 Abb . 164: Middelfart, Dänemark I ADEPT ...................... 155 Abb . 165: Verortung Kulturangebote und Sonderbausteine...... 156 Abb . 166: UCN Campus, Aalborg I ADEPT...................... 157 Abb . 167: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT ....................... 158 Abb . 168: Cortex Park, Odense I ADEPT ....................... 158 Abb . 169: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT ....................... 159 Abb . 170: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT ....................... 159 Abb . 171: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT ....................... 159 Abb . 172: Dalarna Media Library, Falun I ADEPT............... 16 0 Abb. 173: UCN Campus, Aalborg I ADEPT..................... 16 0 Abb. 174: New Aarch, Aarhus I ADEPT ......................... 16 1 Abb. 175: New Aarch, Aarhus I ADEPT ......................... 16 1 Abb. 176: New Aarch, Aarhus I ADEPT ......................... 16 1 223 Abb. 177: I ntegrierte Sport- und Spiellandschaft mit Alluvialpark ..................................... 16 2 Abb. 178: Sportflächentypologien ............................. 16 3 Abb. 179: Quirijn Park, Tilburg (NL) I Karres en Brands.......... 16 4 Abb. 180: Sport und Spiel sind Teil des Parks I Karess en Brands................................. 16 4 Abb. 181: I ntegrierte Sport- und Spiellandschaft um die Sportanlage Nord............................ 16 6 Abb. 182: Klassischer Lärmschutzwall ......................... 16 7 Abb. 183: Tribüne und Pfad auf Wallkamm ..................... 16 7 Abb. 184: Lärmschutzwall mit Stützmauer ..................... 16 7 Abb. 185: Baakenpark, Hamburg I Atelier Loidl ................. 16 7 Abb. 186: Baakenpark, Hamburg I Ateloer Loidl................. 16 7 Abb. 187: Spielflächen mit Alluvialpark......................... 16 8 Abb. 188: Spielflächentypologien ............................. 16 9 Abb. 189: Middelfart, Dänemark I ADEPT + Karres en Brands.... 17 0 Abb. 190: Naturspiel I Karres en Brands........................ 17 0 Abb. 191: Gr oßsportfeld im Norden I Doug and Wolf for ADEPT + Karres en Brands ....................... 17 0 Abb. 192: Kwekerij, Hilversum I Karres en Brands............... 17 1 Abb. 193: Aktive Parkränder I Karres en Brands ................ 17 1 Abb. 194: Naturspiel im Wald I Karres en Brands ............... 17 1 Abb. 195: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands............... 17 1 Abb. 196: Verortung der Kreuzfelder Hoods .................... 17 7 Abb. 197: Lageplan........................................... 17 9 Abb. 198: Axonometrie Geschossigkeiten..................... 180 Abb . 199: Axonometrie Nutzungen ........................... 180 Abb . 200: Axonometrie....................................... 181 Abb . 201: Lageplan........................................... 183 Abb . 202: Axonometrie Geschossigkeiten .................... 184 Abb . 203: Axonometrie Nutzungen ........................... 184 Abb . 204: Axonometrie....................................... 185 Abb . 205: Lageplan........................................... 187 Abb . 206: Axonometrie Geschossigkeiten .................... 188 Abb . 207: Axonometrie Nutzungen ........................... 188 Abb . 208: Axonometrie ...................................... 189 Abb . 209: Lageplan .......................................... 191 Abb . 210: Axonometrie Geschossigkeiten...................... 192 Abb . 211: Axonometrie Nutzungen ............................ 192 Abb . 212: Axonometrie ....................................... 193 Abb . 213: Lageplan........................................... 195 Abb . 214: Axonometrie Geschossigkeiten...................... 196 Abb . 215: Axonometrie Nutzungen ............................ 196 224 Abb. 216: Axonometrie ....................................... 1 97 Abb. 217: S-Bahn-Infrastruktur in und um Köln-Kreuzfeld ...... 198 Abb . 218: Treppenanlage der Station Blumenberg I Stadt Köln... 199 Abb . 219: Bahnaufgang West I ADEPT......................... 199 Abb . 220: Bahnsteig und grüne Umgebung I ADEPT............ 199 Abb . 221: S-Bahn- Anlage mit Ost- und Westaufgängen I Stadt Köln......................................... 199 Abb . 222: Infrastruktur der Station Blumenberg I ADEPT........ 199 Abb . 223: Rampenanlage der Station Blumenberg I Karres en Brands .................................. 199 Abb . 224: Bahnsteig mit Blick ins Grüne ...................... 201 Abb . 225: Stationen mit Programmvielfalt..................... 201 Abb . 226: Zwei Bahnhöfe - zwei Stadtteilidentitäten . . . . . . . . . . . 203 Abb. 227: Maximale Funktionalität............................ 203 Abb . 228: Anforderungen an die Fahrradinfrastruktur.......... 203 Abb . 229: Plaza mit Bahnsteigfronten ........................ 203 Abb . 230: Aktive Plaza und Bahnhofslandschaft .............. 203 Abb . 231: Aktive Plaza und Bahnhofslandschaft............... 204 Abb . 232: V isualisierung Retentionsfläche I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands (Rückseite)............ 227 Dezernat für Planen und Bauen Stadtplanungsamt Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Konzept und Planung ADEPT Struenseegade 15A 2200 Copenhagen Dänemark KARRES EN BRANDS Mussenstraat 21 1223 RB Hilversum Niederlande ARGUS studio/ ARGUS Stadt und Verkehr Rothfuchs | Buch | Partnerschaft mbB Pinnasberg 45 20359 Hamburg Deutschland Metabolic Klimopweg 150 1032 HX Amsterdam Niederlande Wir informieren Sie weiter über die Entwicklung dieses und anderer Vorhaben unter: www.stadt.koeln www.stadt-koeln.de/kreuzfeld Kontakt 225 Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Stadtplanungsamt Gestaltung TZ – Büro Corporate Design und visuelle Kommunikation Druck XYZ, Stadt Köln 61/500/09.2023 Abb. 232: Visualisierung Retentionsfläche I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands (Rückseite)
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
12192 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
VI/612
Vorlagen-Nummer
1979/2023
Stand: 08.08.2025
Sachstandsbericht
Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbeschluss der
Integrierten Planung
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Die SPD-Fraktion beantragt zunächst die Vorlage im Ausschuss für Schule und Weiterbildung
beraten zu lassen, da im Dokument der Beschlussvorlage der Ausschuss für Schule und Wei-
terbildung aufgeführt ist.
Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss verweist die Angelegenheit mit Rücklauf zur Beratung in den
Ausschuss für Weiterbildung.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig zugestimmt.
Die Verwaltung informiert sodann darüber, dass eine Einbindung des Ausschusses für Weiter-
bildung zum derzeitigen Verfahrensstand noch nicht beabsichtigt ist.
Aufgrund der sachverhaltsverändernden Tatsachen lässt die Ausschussvorsitzende mit Ein-
verständnis des Gremiums erneut über die Vorlage wie folgt abstimmen:
I Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld ein-
schließlich der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen als städtebauliche
Planung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bauleitplanung;
2. beauftragt die Verwaltung, die zur kooperativen Umsetzung der Integrierten Planung
im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorlagen-Nr.
0574/2023) notwendigen Bauleitplanverfahren vorzubereiten (Änderung des Flächen-
nutzungsplans sowie Aufstellung von Teilbebauungsplänen);
3. verzichtet auf nochmalige Vorlage, falls die Bezirksvertretung Chorweiler ohne Ein-
schränkung zustimmt.
2
4.1.1 Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE "Entwicklung des neuen Stadtteils
Kreuzfeld
hier: Weiterplanungsbeschluss der Integrierten Planung"
AN/1725/2023
II
Beschluss:
Der Beschlusspunkt 1 der Beschlussvorlage wird ergänzt:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld einschließlich
der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen
einfügen:
in der wie folgt geänderten Fassung:
1.7 Querschnittsthema Gesunde Stadt
Dem Schwerpunktthema Gesundheit wird durch die Planung eines kommunalen me-
dizinischen Versorgungszentrums an Stelle oder in Ergänzung des Ärztehauses
mehr Gewicht gegeben.
2.1 Städtebau
Wohnen und Miteinander
Der Anteil der Stadthäuser wird in den Hood Drei (aktuell 21%) und Fünf (aktuell
32%) deutlich reduziert.
Die Grundflächenzahl (GFZ) wird den Orientierungswerten für die Bestimmung des
Maßes der baulichen Nutzung in Allgemeine Wohngebieten (1,2) angenähert. Die ak-
tuellen Werte – Hood Eins (0,97), Hood Zwei (1,29), Hood Drei (0,85), Hood Vier
(0,91), Hood Fünf (0,91) – sind also in vier der fünf Hood deutlich anzuheben.
2.5 Bildung, Jugend, Sport, Kultur & Sport
Schulen
In dem Integrierten Plan wird keine Förderschule festgeschrieben.
Die bisher für die Förderschule am Westrand des Hood Eins vorgesehene Fläche wird
anders genutzt. Das bisher am Ostrand des Hood Drei vorgesehene Gewerbegebäude
entfällt zu Gunsten eines Schulgebäudes.
Dadurch entsteht in Hood Drei ein größerer Schulcampus, der eine inklusive Bil-
dungslandschaft (mit Kita, Grundschule und Gesamtschule) aufnehmen könnte.
als städtebauliche Planung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bau-
leitplanung;
Abstimmungsergebnis:
Mehrheitlich gegen die Stimme der Fraktion DIE LINKE abgelehnt.
4.1.2 Änderungsantrag der Fraktion GUT Köln zu TOP 4.1 betreffend "Entwicklung
des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbeschluss der Integrier-
ten Planung"
AN/1731/2023
III Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln Kreuzfeld einschließ-
3
lich der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen als städtebauliche Pla-
nung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bauleitplanung;
Dabei wird einerseits auf den beschriebenen „übergeordneten Charakter“ der
abgeschlossenen integrierten Planung verwiesen. Andererseits sind die in den
jeweiligen Kapiteln „Ausblick“ aufgeführten Vertiefungsschwerpunkte und Anre-
gungen für die technische Masterplanung umzusetzen.
2. beauftragt die Verwaltung, die zur kooperativen Umsetzung der Integrierten Planung
im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorlagen-Nr.
0574/2023) notwendigen Bauleitplanverfahren vorzubereiten (Änderung des Flächen-
nutzungsplans sowie Aufstellung von Teilbebauungsplänen);
dazu organisiert die Verwaltung vor Beginn der technischen Masterplanung ei-
nen (oder gegebenenfalls mehrere) Workshop, zu dem alle Mitglieder des Stadt-
entwicklungsausschußes, und der BV Chorweiler sowie betroffene zivilgesell-
schaftliche Organisationen (z.Bsp. die Bürgervereine des Kölner Nordens,
ADFC, VCD, BUND, …) eingeladen werden. Ziel des oder der Workshops ist es
Eckpunkte bzw. Abwägungsschwerpunkte für die technische Masterplanung co-
kreativ festzulegen.
3. verzichtet auf nochmalige Vorlage, falls die Bezirksvertretung Chorweiler ohne Ein-
schränkung zustimmt.
Abstimmungsergebnis:
Mehrheitlich gegen die Stimme der Fraktion DIE LINKE abgelehnt.
4.1.3 Gemeinsamer Änderungsantrag der Fraktion GRÜNE, CDU-Fraktion und Frak-
tion VOLT betreffend "Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Wei-
terplanungsbeschluss der Integrierten Planung"
AN/2150/2023
IV Ergänzender Beschluss:
Mit der Stadterweiterung Kreuzfeld entsteht der 87. Kölner Stadtteil. Das stadtentwicklungspo-
litische Zielbild ist die Konzeption eines urbanen, durchmischten und lebendigen neuen Stadt-
teils. Eine dahingehende urbane Qualität verlangt eine angemessene Gebäudetypologie, die
sich nicht nur an den Gegebenheiten der Äußeren Stadt orientieren kann.
Vor diesem Hintergrund bittet der Stadtentwicklungsausschuss die Verwaltung im Rahmen
der technischen Masterplanung
1. zu prüfen, wie weit sich bei der Entwicklung des neuen Stadtteils an den Vorgaben der
Inneren Stadt betreffend Dichte etc. laut Köln Katalog orientiert werden kann – unter
Beibehaltung des Verhältnisses der verschiedenen Wohnformen wie im Wettbewerbs-
ergebnis. Die Überarbeitung soll unter Berücksichtigung des städtebaulichen Umfelds
und der jeweiligen Nachbarschaften zum Natur- und Freiraum erfolgen.
2. die soziale Infrastruktur mit der Möglichkeit zur Ausbildung eines Bildungscampus zu
überprüfen, sodass räumliche und funktionale Synergien entstehen können.
3. darzulegen, wie sich Zufußgehende und Radfahrende zwischen S-Bahn-Station und
den Randbereichen der Quartiere auf kürzesten Wegen und – auch in den Abendstun-
den – sicher fortbewegen können.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig zugestimmt.
Beschluss über die so geänderte Beschlussfassung (Ergänzungen fett/ Änderungen
durchgestrichen)
V
4
Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld ein-
schließlich der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen als städtebauliche
Planung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bauleitplanung;
2. beauftragt die Verwaltung, die zur kooperativen Umsetzung der Integrierten Planung
im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorlagen-Nr.
0574/2023) notwendigen Bauleitplanverfahren vorzubereiten (Änderung des Flächen-
nutzungsplans sowie Aufstellung von Teilbebauungsplänen);
3. verzichtet auf nochmalige Vorlage, falls die Bezirksvertretung Chorweiler ohne Ein-
schränkung zustimmt.
Mit der Stadterweiterung Kreuzfeld entsteht der 87. Kölner Stadtteil. Das stadtentwick-
lungspolitische Zielbild ist die Konzeption eines urbanen, durchmischten und lebendi-
gen neuen Stadtteils. Eine dahingehende urbane Qualität verlangt eine angemessene
Gebäudetypologie, die sich nicht nur an den Gegebenheiten der Äußeren Stadt orientie-
ren kann.
Vor diesem Hintergrund bittet der Stadtentwicklungsausschuss die Verwaltung im Rah-
men der technischen Masterplanung
1. zu prüfen, wie weit sich bei der Entwicklung des neuen Stadtteils an den Vorga-
ben der Inneren Stadt betreffend Dichte etc. laut Köln Katalog orientiert werden
kann – unter Beibehaltung des Verhältnisses der verschiedenen Wohnformen
wie im Wettbewerbsergebnis. Die Überarbeitung soll unter Berücksichtigung des
städtebaulichen Umfelds und der jeweiligen Nachbarschaften zum Natur- und
Freiraum erfolgen.
2. die soziale Infrastruktur mit der Möglichkeit zur Ausbildung eines Bildungscam-
pus zu überprüfen, sodass räumliche und funktionale Synergien entstehen kön-
nen.
3. darzulegen, wie sich Zufußgehende und Radfahrende zwischen S-Bahn-Station
und den Randbereichen der Quartiere auf kürzesten Wegen und – auch in den
Abendstunden – sicher fortbewegen können.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig zugestimmt.
Hinweis: Die SPD-Fraktion hat an der Abstimmung nicht teilgenommen.
Sachstandsbericht August 2025
Eine erste Öffentlichkeitsveranstaltung im Rahmen der Technischen Masterplanung hat am
16.11.2024 unter Beteiligung von Politik und Öffentlichkeit stattgefunden. Dabei wurden in ers-
ter Linie noch einmal Themen herausgegriffen, die in dieser Planungsphase schwerpunktmä-
ßig untersucht und optimiert werden sollten.
Zwischenzeitlich befindet sich die Technische Masterplanung in ihrem Endstadium. Die sei-
tens der Politik in einem ergänzenden Beschluss angeregten Themen haben in der Planung
konkret Berücksichtigung gefunden.
Die Dichteverhältnisse, weiterhin angelehnt an die geografisch vorgegebenen Maßgaben des
Köln Katalogs für die äußere Stadt, wurden unter Beibehaltung des politisch legitimierten Ent-
wurfsgerüsts und variabler Gebäudetypologien adaptiert. Im Lichte moderater, vertretbarer
Nachverdichtung und unter Einrechnung von Staffelgeschossen und Bedarfen des kooperati-
5
ven Baulandmodells liegt die Quartiersdichte (Geschossfläche/ Quartiersfläche) in den urba-
nen Bereichen Kreuzfelds bei 1,4, im Stadtteilzentrum Hood 1 sogar bei bis zu 1,7 und in den
westlichen, landschaftlich ausgerichteten Bereichen bei 1,1. Damit werden die Vorgaben des
Köln Katalogs für die Äußere Stadt (0,8) überstiegen.
Im Kontext der Förderschule, die in einem künftigen Bebauungsplan nicht festgeschrieben
wird, sondern mit der Festsetzung als Gemeinbedarfsfläche ein Maß an Offenheit für eine
spätere Umsetzung wahrt, wurde die weiterführende Schule in Hood 3 verändert angeordnet,
so dass sie vis-a-vis zur Förderschule in Hood 1 liegt. Damit werden mögliche Synergieeffekte
zwischen Schulbaukörpern gestärkt und innerhalb der städtebaulichen Bildungslandschaft der
Gedanke eines Campus für eine spätere Umsetzung ermöglicht. Zu diesem Planungsvorha-
ben ist eine städtebauliche Mitteilung an die politischen Vertreter*innen erfolgt (s.
V0956/2025: SessionNet | Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld - hier: Mitteilung über
städtebauliche Studie mit Vorzugsvariante für städtebauliche Bildungslandschaft).
Zur Optimierung der städtebaulichen Planung wurde für Zu Fuß-Gehende und Radfahrende
eine Ost-West-Verbindung als primäre Verbindung durch die Grüne Mitte geschaffen, damit
eine sicherere, vom Kfz-Verkehr losgelöste und schnelle Fortbewegung im Quartier sowie zwi-
schen Blumenberg, der S-Bahn-Station Blumenberg und über die Quartiersachse Kreuzfelds
in die westlichen Hoods gewährleistet ist. Weitere sekundäre und tertiäre Wegeverbindungen
liegen als konzeptioneller Vorschlag vor und werden erst in Detailplanungen auf anderer Maß-
stabsebene beleuchtet werden können.
Diese und weitere Planungsanpassungen im Zuge der Technischen Masterplanung Kreuzfeld
werden nach Abschluss der Planungsphase gebündelt und in Zusammenhang mit übergeord-
neten Planungssträngen (städtebauliche Grobkalkulation) gebracht. Dazu wird vrstl. Anfang
2026 eine Vorlage zum weiteren Vorgehen in die politische Beratung gegeben. In diesem
Kontext soll auch wiederum eine Öffentlichkeitsveranstaltung stattfinden.
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für:
Mai 2026
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
9909 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
VI/612
Vorlagen-Nummer
1979/2023
Stand: 04.06.2024
Sachstandsbericht
Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbeschluss der
Integrierten Planung
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Die SPD-Fraktion beantragt zunächst die Vorlage im Ausschuss für Schule und Weiterbildung
beraten zu lassen, da im Dokument der Beschlussvorlage der Ausschuss für Schule und Wei-
terbildung aufgeführt ist.
Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss verweist die Angelegenheit mit Rücklauf zur Beratung in den
Ausschuss für Weiterbildung.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig zugestimmt.
Die Verwaltung informiert sodann darüber, dass eine Einbindung des Ausschusses für Weiter-
bildung zum derzeitigen Verfahrensstand noch nicht beabsichtigt ist.
Aufgrund der sachverhaltsverändernden Tatsachen lässt die Ausschussvorsitzende mit Ein-
verständnis des Gremiums erneut über die Vorlage wie folgt abstimmen:
I Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld ein-
schließlich der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen als städtebauliche
Planung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bauleitplanung;
2. beauftragt die Verwaltung, die zur kooperativen Umsetzung der Integrierten Planung
im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorlagen-Nr.
0574/2023) notwendigen Bauleitplanverfahren vorzubereiten (Änderung des Flächen-
nutzungsplans sowie Aufstellung von Teilbebauungsplänen);
3. verzichtet auf nochmalige Vorlage, falls die Bezirksvertretung Chorweiler ohne Ein-
schränkung zustimmt.
2
4.1.1 Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE "Entwicklung des neuen Stadtteils
Kreuzfeld
hier: Weiterplanungsbeschluss der Integrierten Planung"
AN/1725/2023
II
Beschluss:
Der Beschlusspunkt 1 der Beschlussvorlage wird ergänzt:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld einschließlich
der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen
einfügen:
in der wie folgt geänderten Fassung:
1.7 Querschnittsthema Gesunde Stadt
Dem Schwerpunktthema Gesundheit wird durch die Planung eines kommunalen me-
dizinischen Versorgungszentrums an Stelle oder in Ergänzung des Ärztehauses
mehr Gewicht gegeben.
2.1 Städtebau
Wohnen und Miteinander
Der Anteil der Stadthäuser wird in den Hood Drei (aktuell 21%) und Fünf (aktuell
32%) deutlich reduziert.
Die Grundflächenzahl (GFZ) wird den Orientierungswerten für die Bestimmung des
Maßes der baulichen Nutzung in Allgemeine Wohngebieten (1,2) angenähert. Die ak-
tuellen Werte – Hood Eins (0,97), Hood Zwei (1,29), Hood Drei (0,85), Hood Vier
(0,91), Hood Fünf (0,91) – sind also in vier der fünf Hood deutlich anzuheben.
2.5 Bildung, Jugend, Sport, Kultur & Sport
Schulen
In dem Integrierten Plan wird keine Förderschule festgeschrieben.
Die bisher für die Förderschule am Westrand des Hood Eins vorgesehene Fläche wird
anders genutzt. Das bisher am Ostrand des Hood Drei vorgesehene Gewerbegebäude
entfällt zu Gunsten eines Schulgebäudes.
Dadurch entsteht in Hood Drei ein größerer Schulcampus, der eine inklusive Bil-
dungslandschaft (mit Kita, Grundschule und Gesamtschule) aufnehmen könnte.
als städtebauliche Planung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bau-
leitplanung;
Abstimmungsergebnis:
Mehrheitlich gegen die Stimme der Fraktion DIE LINKE abgelehnt.
4.1.2 Änderungsantrag der Fraktion GUT Köln zu TOP 4.1 betreffend "Entwicklung
des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbeschluss der Integrier-
ten Planung"
AN/1731/2023
III Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln Kreuzfeld einschließ-
3
lich der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen als städtebauliche Pla-
nung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bauleitplanung;
Dabei wird einerseits auf den beschriebenen „übergeordneten Charakter“ der
abgeschlossenen integrierten Planung verwiesen. Andererseits sind die in den
jeweiligen Kapiteln „Ausblick“ aufgeführten Vertiefungsschwerpunkte und Anre-
gungen für die technische Masterplanung umzusetzen.
2. beauftragt die Verwaltung, die zur kooperativen Umsetzung der Integrierten Planung
im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorlagen-Nr.
0574/2023) notwendigen Bauleitplanverfahren vorzubereiten (Änderung des Flächen-
nutzungsplans sowie Aufstellung von Teilbebauungsplänen);
dazu organisiert die Verwaltung vor Beginn der technischen Masterplanung ei-
nen (oder gegebenenfalls mehrere) Workshop, zu dem alle Mitglieder des Stadt-
entwicklungsausschußes, und der BV Chorweiler sowie betroffene zivilgesell-
schaftliche Organisationen (z.Bsp. die Bürgervereine des Kölner Nordens,
ADFC, VCD, BUND, …) eingeladen werden. Ziel des oder der Workshops ist es
Eckpunkte bzw. Abwägungsschwerpunkte für die technische Masterplanung co-
kreativ festzulegen.
3. verzichtet auf nochmalige Vorlage, falls die Bezirksvertretung Chorweiler ohne Ein-
schränkung zustimmt.
Abstimmungsergebnis:
Mehrheitlich gegen die Stimme der Fraktion DIE LINKE abgelehnt.
4.1.3 Gemeinsamer Änderungsantrag der Fraktion GRÜNE, CDU-Fraktion und Frak-
tion VOLT betreffend "Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Wei-
terplanungsbeschluss der Integrierten Planung"
AN/2150/2023
IV Ergänzender Beschluss:
Mit der Stadterweiterung Kreuzfeld entsteht der 87. Kölner Stadtteil. Das stadtentwicklungspo-
litische Zielbild ist die Konzeption eines urbanen, durchmischten und lebendigen neuen Stadt-
teils. Eine dahingehende urbane Qualität verlangt eine angemessene Gebäudetypologie, die
sich nicht nur an den Gegebenheiten der Äußeren Stadt orientieren kann.
Vor diesem Hintergrund bittet der Stadtentwicklungsausschuss die Verwaltung im Rahmen
der technischen Masterplanung
1. zu prüfen, wie weit sich bei der Entwicklung des neuen Stadtteils an den Vorgaben der
Inneren Stadt betreffend Dichte etc. laut Köln Katalog orientiert werden kann – unter
Beibehaltung des Verhältnisses der verschiedenen Wohnformen wie im Wettbewerbs-
ergebnis. Die Überarbeitung soll unter Berücksichtigung des städtebaulichen Umfelds
und der jeweiligen Nachbarschaften zum Natur- und Freiraum erfolgen.
2. die soziale Infrastruktur mit der Möglichkeit zur Ausbildung eines Bildungscampus zu
überprüfen, sodass räumliche und funktionale Synergien entstehen können.
3. darzulegen, wie sich Zufußgehende und Radfahrende zwischen S-Bahn-Station und
den Randbereichen der Quartiere auf kürzesten Wegen und – auch in den Abendstun-
den – sicher fortbewegen können.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig zugestimmt.
Beschluss über die so geänderte Beschlussfassung (Ergänzungen fett/ Änderungen
durchgestrichen)
V
4
Beschluss:
Der Stadtentwicklungsausschuss
1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld ein-
schließlich der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen als städtebauliche
Planung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bauleitplanung;
2. beauftragt die Verwaltung, die zur kooperativen Umsetzung der Integrierten Planung
im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorlagen-Nr.
0574/2023) notwendigen Bauleitplanverfahren vorzubereiten (Änderung des Flächen-
nutzungsplans sowie Aufstellung von Teilbebauungsplänen);
3. verzichtet auf nochmalige Vorlage, falls die Bezirksvertretung Chorweiler ohne Ein-
schränkung zustimmt.
Mit der Stadterweiterung Kreuzfeld entsteht der 87. Kölner Stadtteil. Das stadtentwick-
lungspolitische Zielbild ist die Konzeption eines urbanen, durchmischten und lebendi-
gen neuen Stadtteils. Eine dahingehende urbane Qualität verlangt eine angemessene
Gebäudetypologie, die sich nicht nur an den Gegebenheiten der Äußeren Stadt orientie-
ren kann.
Vor diesem Hintergrund bittet der Stadtentwicklungsausschuss die Verwaltung im Rah-
men der technischen Masterplanung
1. zu prüfen, wie weit sich bei der Entwicklung des neuen Stadtteils an den Vorga-
ben der Inneren Stadt betreffend Dichte etc. laut Köln Katalog orientiert werden
kann – unter Beibehaltung des Verhältnisses der verschiedenen Wohnformen
wie im Wettbewerbsergebnis. Die Überarbeitung soll unter Berücksichtigung des
städtebaulichen Umfelds und der jeweiligen Nachbarschaften zum Natur- und
Freiraum erfolgen.
2. die soziale Infrastruktur mit der Möglichkeit zur Ausbildung eines Bildungscam-
pus zu überprüfen, sodass räumliche und funktionale Synergien entstehen kön-
nen.
3. darzulegen, wie sich Zufußgehende und Radfahrende zwischen S-Bahn-Station
und den Randbereichen der Quartiere auf kürzesten Wegen und – auch in den
Abendstunden – sicher fortbewegen können.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig zugestimmt.
Hinweis: Die SPD-Fraktion hat an der Abstimmung nicht teilgenommen.
Sachstandsbericht Mai 2024
Nächste Schritte:
Eine umfangreiche Mitteilung zum Planungsprozess Kreuzfeld und der aktuell durchzuführen-
den Technischen Masterplanung wird es nach der Sommerpause geben. Eine Öffentlichkeits-
beteiligungsveranstaltung zur Technischen Masterplanung ist zur Präsentation eines Zwi-
schenstandes für Herbst 2024 vorgesehen. In dieser sowie in weiteren Veranstaltungen be-
steht weiterhin die Gelegenheit zu Dialog und Austausch.
Eine Herleitung der Dichterverhältnisse im Verhältnis zum Köln Katalog wurde bereits gege-
ben. In der weiteren Ausarbeitung der Techn. Masterplanung werden die angesprochenen
Themen (u.a. Nachverdichtungspotenziale Hood 5, Bildungslandschaft + Umgang mit Förder-
schule, Schärfung von Fuß- und Radwegeverbindungen) weitergehend vertieft.
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für:
Juni 2025
NEU Anlage 1 - Planungsbericht Integrierte Planung (korrigierte GFZ)
284535 Zeichen
Köln-Kreuzfeld Ein neuer Stadtteil im Kölner Norden. Grün. Urban. Nachhaltig Grußwort Sehr geehrte*r Leser*in, nur wenige stadtpolitische Themen sind so komplex und ambitioniert wie die Pla - nung eines vollkommen neuen Stadtteils. Gleichwohl haben wir einen weiteren gro- ßen Schritt in Richtung eines 87. Veedels für Köln vollbracht: Kreuzfeld wird endlich konkreter. Ich freue mich, dass wir Ihnen in diesem Booklet genauer zeigen können, wie die Vision des neuen Stadtteils allmählich in Bilder und einen städtebaulichen Master - plan umgesetzt wird, der ganz konkret die baulich-räumlichen Zukunftsperspektiven erläutert. Seitdem der städtebauliche Entwurf „The Woodhood – Kreuzfeld Gartenstadt 2.0“ im Dezember 2021 zum Favorit des Begleitgre- miums gekürt wurde, ist viel passiert: Der Planungsprozess ist kontinuierlich vorange- schritten. Auf Grundlage des ausgewählten Konzepts wurde in der Integrierten Planung der städtebauliche Masterplan für den neuen Stadtteil weiter vertieft und detail- lierter ausgearbeitet. Die konzeptionelle Abstimmung und Überprüfung der Planung erfolgte schrittweise in enger Abstimmung mit Akteur*innen und den Fachämtern der Verwaltung. Besonders freut mich, dass Henriette Reker Oberbürgermeisterin der Stadt Köln 2 auch Sie, liebe Kölner*innen, sich intensiv in die Planung eingebracht und die Möglich- keiten der breit angelegten Öffentlichkeits- beteiligung genutzt haben. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken! Mir ist es sehr wichtig, dass wir in Kreuzfeld aushan- deln, wie wir in Zukunft in Köln miteinander leben wollen. Mit dem neuen Stadtteil haben wir auch die Chance, Europas Metropolen ein Vorbild für wohnungspolitisch sinnvolles und klima - politisch verantwortungsbewusstes Bauen zu bieten. In Kreuzfeld wollen wir für rund 8.000 Menschen ein lebenswertes Zuhause schaffen, in dem man sich wohlfühlen kann. Als Millionenmetropole trägt die Stadt Köln Verantwortung für das globale Klima. Kreuz- feld wird daher als umweltverträglicher und resilienter Stadtteil mit ressourcenscho- nenden Bauweisen und tragfähigen Mobi- litäts- und Energiekonzepten geplant, der sich vermittelnd in das grüne und sowohl landwirtschaftlich als auch urban geprägte Umfeld einfügt. Insbesondere die Leitbildthemen Bildung, Gesundheit und Vernetzung sind auf vielen Ebenen in die Planung eingeflossen, etwa bei den Grün- und Freiräumen oder der Verortung von Schulen und Kitas. Wir entwi- ckeln einen vielfältigen, durchmischten und nachhaltigen Stadtteil – das wird Kreuzfeld ausmachen. Mit dem hier vorliegenden Ergebnis der Integrierten Planung haben wir die plane- rischen Weichen in Richtung Realisierung gestellt. Ich bin gespannt, ob die Ideen und Darstellungen unseres zukünftigen Veedels Kreuzfeld Sie genauso inspirieren wie mich. Henriette Reker Oberbürgermeisterin der Stadt Köln 3 Abb. 1: Titelseite: Visualisierung Grüne Mitte I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands Planungsbericht Integrierte Planung Im Rahmen des Städtebauprojektes zur Planung des neuen Stadtteils Köln-Kreuzfeld Abb. 2: Lageplan Bürgeranmerkung Legende Best-Practice-Beispiel Inhaltsverzeichnis 1. Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 1.1 K ölns neuer Stadtteil . . . . . . . . . . . . . . . 12 1.2 Standort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 1.3 I mpressionen des Areals . . . . . . . . . . . 18 1.4 Der Weg zur Integrierten Planung . . . 20 1.5 V ision Woodhood Kreuzfeld . . . . . . . . 22 1. 6 Quer schnittsthema Umsetzung & Phasierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 1. 7 Quer schnittsthema Gesunde Stadt . 31 2. Integrierte Planung . . . . . . . . . . . . . . 35 2.1 Städtebau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 2.1.1 Baufelder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 2.1.2 Nutzungsmischung . . . . . . . . . . . . . . 40 2.1.3 H öhe und Dichte . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 2.1.4 Gebäudetypologien . . . . . . . . . . . . . . 46 2.1.5 W ohnen und Miteinander . . . . . . . . . 48 Wohnen für alle . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Gemeinschaftliches Wohnen . . . . . 56 2.1. 6. Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 2.2 Freiraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 2.2.1 Landschaftskonzept . . . . . . . . . . . . . 64 2.2.2 Freiraumkonzept . . . . . . . . . . . . . . . . 66 2.2.3 U rbane Landwirtschaft . . . . . . . . . . . 68 2.2.4 Grüne M itte und mehr . . . . . . . . . . . 71 2.2.5 Hoodmitten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 2.2. 6 Alluvialpark . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 2.2. 7 Pflanzkonzept . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 2.2.8 Sport - und Spiellandschaft . . . . . . . 80 2.2. 9 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 2.3. Klima, Umwelt und Energie . . . . . . . 88 2.3.1 S tadtklima und Nachhaltigkeit . . . . 90 Biodiversität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93 Zirkularität und CO2-Bilanz . . . . . . . 96 2.3.2 Umgang mit Wasser . . . . . . . . . . . . . 98 Wasserbilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 0 2.3.3 Energie- und Wärmeversorgung . . 10 4 Wärmeversorgung . . . . . . . . . . . . . . 10 6 Stromversorgung . . . . . . . . . . . . . . . 10 8 2.3.4 Klimagerechte Stadtentwicklung . 1 10 2.3.5 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 2.4. M obilität und Verkehr . . . . . . . . . . . 1 16 2.4.1 Erschließung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118 2.4.2 Rad- und F ußverkehr . . . . . . . . . . . 121 2.4.3 ÖPNV – Bus & S-Bahn . . . . . . . . . . 1 24 2.4.4 Straßenquerschnitte . . . . . . . . . . . . 126 2.4.5 Mobilstationen . . . . . . . . . . . . . . . . . 132 2.4. 6 R uhender Verkehr . . . . . . . . . . . . . . 136 2.4. 7 Logistik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 2.4.8 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 2 2.5 Bildung, Jugend, Sport, Kultur & Soziales . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 6 2.5.1 Kitas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 8 2.5.2 Schulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150 2.5.3 Ü bergang Bildungseinrichtungen – Freiraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152 2.5.4 Pausenhofflächen und Schulwege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154 2.5.5 Kulturangebote und Sonderbausteine . . . . . . . . . . . . . . . 156 2.5. 6 Sport - und Spiellandschaft . . . . . . 16 2 Klein- und Multisportanlagen . . . . 16 4 Sportanlage Nord . . . . . . . . . . . . . . . 16 6 Spielflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 8 2.5.7 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 2 3. K reuzfelder Hoods . . . . . . . . . . . . . 17 5 3.1 Kreuzfelder Hoods . . . . . . . . . . . . . . . . 17 6 Hood Eins . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 8 Hood Zwei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182 Hood Drei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186 Hood Vier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190 Hood Fünf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194 3.2 L upenraum S-Bahn-Station . . . . . . . 198 4. Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 07 4.1 Flächenbilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208 4.2 Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213 4.3 Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . 218 K ontakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225 I mpressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 226 Abb. 3: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 1. Einführung Abb. 4: Axonometrie Woodhood Kreuzfeld 12 Einführung 1.1 Kölns neuer S tadtteil Einleitung und Anlass. Köln wächst: Wie viele andere Metropolre- gionen in Deutschland besteht ein enormer Druck, Wohnraum und damit verbunden essentiell notwendige Infrastruktur in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Arbeit zu schaffen, Flächenkonkurrenzen zu bewäl - tigen und dabei qualitätsvolle Räume zu schaffen. Trotz intensiver Innenentwicklung ist es an einigen Stellen notwendig, die Stadt zu erweitern. Doch wie kann dies im Kontext des Klimawan- dels und des Ziels einer minimalen Flächen - v ersiegelung möglichst umweltschonend und klimaneutral gelingen? Auf diese Frage soll die Entwicklung des Stadtteils Kreuzfeld Antworten finden. Die Herausforderung besteht darin, in einer wachsenden Metropolregion einen Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels zu finden und gleichzeitig einen intelligenten, umweltverträglichen und resilienten Stadt - teil zu schaffen. Dabei ist es von großer Be - deutung, dass Köln-Kreuzfeld für und mit unterschiedlichen Menschen geplant und um gese tzt wird, um einen lebenswerten Stadtteil zu schaffen, in dem jeder gerne lebt, arbeitet und verweilt. Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ findet vor diesem Hintergrund in den Bereichen nachhaltiges, lebenswertes Wohnen, Gesundheit, Mobilität und Fort - bewegung, Bildungschancen und Teilhabe sowie Umweltverträglichkeit und Klimaan- passung Berücksichtigung. Leitsätze der Kölner Stadtstrategie 2030+: 1. K öln sorgt für kompakte und lebenswerte Quartiere. 2. K öln schafft Raum für eine dynamische und nachhaltige Wirtschaft und für viel- fältige Arbeitswelten. 3. K öln sorgt für Bildung, Chancengerech- tigkeit und Teilhabe. 4. K öln stärkt seine Rolle als vielfältig ver - netzte Metropole. 13 5. K öln wächst klimagerecht und um w elt- fr eundlich und sorgt für gesunde Le bensverhältnisse. Köln-Kreuzfeld wird westlich angrenzend an Blumenberg als 13. Stadtteil im Stadt - bezirk Chorweiler auf einer Fläche von etwa 80 ha en tstehen und rund 3.500 Wohn - einheit en bieten. Doch es geht nicht nur um die Errichtung eines neuen Stadtteils, sondern auch um die Schaffung neuer An g- ebote für den gesamten Bezirk Chorweiler. D as Besondere und die große Chance zugleich: 80 % der Flächen befinden sich im städti- schen Besitz. Dies ermöglicht, alle Bereiche der Daseinsvorsorge ganzheitlich und nach- haltig zu planen und den Herausfor derungen zu begegnen. 1.2 Standort Im Kölner Norden, linksrheinisch gelegen, erstreckt sich das rund 80 ha große Pla - nungsgebiet. Mit einer Entfernung von etwa 12 km zum Kölner Stadtzentrum und einem S-Bahn-Anschluss bietet die Lage eine attraktive Verkehrsanbindung. Der mögliche Ausbau der S-Bahn-Station Blumenberg kann als Ausgangspunkt für die Entwicklung der neuen Quartiere dienen. Das Planungsgebiet wird von Grünräumen wie dem Worringer Bruch und intensiv land- wirtschaftlich genutzten Flächen einge- rahmt. Es enthält wertvolle Baumstrukturen und Gehölze. Das Bauen auf der grünen Wiese bietet die Chance, neuen Wohnraum zu schaffen und dem Ort weitere Qualitäten hinzuzu- fügen. Vor dem Hintergrund des Klima - wandels ist die Entwicklung Kreuzfelds aber auch mit Herausforderungen hinsichtlich Ressourcenverbrauch, Flächenversiegelung und weiteren Umweltbelangen beim Bauen auf der grünen Wiese konfrontiert. Wie die- sen Herausforderungen begegnet werden kann, ist eine der zentralen Aufgaben der Integrierten Planung. Das Kapitel Energie, Klima und Umwelt enthält weiterführende Informationen zu diesem Thema. Es gilt, resiliente Lösungen passgenau für die- sen Standort zu finden, um den ökologischen An forderungen gerecht zu werden und die Entwicklung des Planungsgebiets auf verant- wortungsvolle Weise voranzutreiben. Durch die unmittelbare Nähe zu den umge- benden Stadtteilen wird Kreuzfeld den Stadt be zirk Chorweiler bzw. den Kölner Norden durch Angebote an Einrichtungen, sozialer Infrastruktur, Bewegungs- und Freizeitmöglichkeiten, Arbeitsplätzen sowie einer Versorgungsvielfalt ergänzen. Im Kölner Norden, angrenzend an die Stadtteile Chorweiler und Blumenberg und umrahmt von Grün entsteht ein neues Veedel: Köln-Kreuzfeld. Einführung Abb. 5: Verortung 14 16 Abb. 6: Luftbild I Stadt Köln 17 Abb. 7: Blick auf Blumenberg I Stadt Köln Abb. 8: Luftbild I Stadt Köln 18 Dresenhofweg. Kreuzung des Dresenhof - wegs mit dem S-Bahn- Tunnel in der zukünftigen Stadtmitte. S-Bahnhof. Blick auf die S-Bahn-Halte- stelle, die Mercatorstraße und das Viertel Blumenberg. 1.3 I mpressionen des Areals Einführung Abb. 9: Blick auf südliche Grenze Hood Zwei I Stadt Köln Abb. 10: Blick auf Hood Vier und Fünf I Stadt Köln 19 Hood Drei. Blick auf den Übergang zur zukünftigen Hood Zwei Richtung Süden. Hood Vier. Blick auf die zukünftige Hood Vier und ihre unmittelbare Nähe zum Wald 20 1.4 Der Weg zur Integrierten Planung Startpunkt der Planung war der Leitbildprozess. In der Stadtentwicklung ist dies ein struk - turierter und partizipativer Ansatz zur Defi- nition der langfristigen Entwicklungsvision und der strategischen Ziele einer Stadt oder Gemeinde. Im Falle Kreuzfelds bezog er sich auf ein konkretes Areal. Es handelte sich um einen Planungsprozess, bei dem zivilgesell- schaftliche Akteure wie Bürger*innen, Poli- tik und Verwaltung, lokale Organisationen, Unternehmen und andere Interessengrup- pen einbezogen wurden, um gemeinsam ein Leitbild für die zukünftige Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfelds zu erarbeiten. Das Leitbild zu Kreuzfeld wurde unter Be- rücksichtigung der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ entwickelt, wobei die Bereiche Gesundheit, Bildung und nachhal- tige Vernetzung als wichtigste Themen her- vorgegangen sind. Als wichtigste Themen aus dem Leitbild- prozess für Kreuzfeld sind die Bereiche Ge- sundheit, Bildung und nachhaltige Vernet - zung hervorgegangen. Um Vision und Ziele zu konkretisieren, hat die Stadt Köln im Anschluss an den Leitbild- prozess ein dialogisches Wettbewerbsver- fahren unter dem Titel “Land Stadt +feld” durchgeführt. Sechs interdisziplinäre Pla - nungsteams konkurrierten mit unterschied- lichen Konzeptansätzen in zwei Phasen. Der von der Jury gekürte Siegerentwurf wurde mit der vorliegenden Integrierten Planung wei- terentwickelt. Wichtig für den dialogischen Prozess dabei war, dass sich die Teams immer wieder der Diskussion mit der Öffent lichk eit stellten und Fragen der Stadtgesell scha ft be antworten mussten. Viele Anregungen konn t en in den Entwurfsprozess übernom- men werden. Der Siegerentwurf des Teams ADEPT, KAR - RES EN BRANDS, ArgusStudio und Metabo- lic wurde im Rahmen der Integrierten Pla - nung vertieft. Die Integrierte Planung dient dazu, den Wettbewerbssiegerentwurf auf die nachfolgenden Planungsschritte bis zur kon- kreten Bebauungsplanung vorzubereiten. Sie schr eibt damit kein Endresultat fest, sondern prüft auf konzeptionelle Weise das im Rah - men des dialogischen Wettbewerbsverfah- rens entwickelte Entwurfskonzept. Das Er - gebnis der Integrierten Planung besteht aus einem z entralen Masterplan, in dem die The- menfelder Städtebau, Klima, Umwelt und Frei- raum, Verkehr und Mobilität, Bildung, Jugend und Sport sowie Gesundheit und Umsetzung abgebildet sind und durch die infrastruktu- relle Vielfalt einen erheblichen Mehrwert für den gesam ten Kölner Norden darstellen. Als übergeordnete Themen werden die zentralen Inhalte des Leitbildprozesses, nachhaltige Vernetzung, Gesundheit sowie Bildung, als Querschnittsthemen mitgedacht. Die nächsten Planungsschritte beinhalten die Erstellung der technischen Masterplanung, bei der die konzeptionelle Vertiefung auf tech- nische Machbarkeit hin geprüft wird. Diese Phase k ann auch die Erarbeitung von detaillier- ten technischen Plänen, Finanzierungsstra - tegien und Umsetzungsmechanismen um - f assen. Parallel dazu startet die Vorbereitung der Bebauungsplanung, die eng mit den erar- beiteten Zielen, Plänen und Umsetzungsstra- tegien verknüpft ist und das Baurecht schafft. Einführung Abb. 11: Vor-Ort-Safari im September 2022 I ADEPT 21 Mitwirkung und Beteiligung. Die Planung zum neuen Stadtteil Kreuzfeld wurde in einem umfangreichen Beteiligungs- prozess unter Einbeziehung von Öffentlich- keit, Politik und Verwaltung sowie weiteren Akteur*innen entwickelt. Bei verschiedenen Zwischenständen der Integrierten Planung wurde die Öffentlichkeit einbezogen, so zum Beispiel im Rahmen von Veranstaltungen wie der Vor-Ort-Safari im Herbst 2022. Dort hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, das Areal gemeinsam mit dem Planungs- team zu erkunden, den Entwurf zu diskutie- ren, kritisch zu hinterfragen und Ideen aus- zutauschen. Eine Zwischenpräsentation des Masterplans der Integrierten Planung im März 2023 ermöglichte, zu sehen, wie der Entwurf seit dem dialogischen Wettbe- werbsverfahren weiterentwickelt wurde und wie die Anregungen aus der Stadtgesell- schaft in die Planung eingeflossen sind. Besonders Fragen zur zukünftigen Mobili- tät und entsprechenden Konzepten wurden diskutiert und integriert (siehe hierzu auch Kapitel 2.4, Mobilität und Verkehr, S. 116 ff.). Obgleich viele Anregungen und Ideen erst in den weiterführenden Planungsphasen wie der technischen Masterplanung und der Be- bauungsplanung zum Tragen kommen, ist es bereits heute wichtig, diese zu kennen und mitzudenken. Dazu gehören beispiels- weise Wünsche nach einem diversifizierten und bezahlbaren Wohnraumangebot, ver - schiedenen Formen des gemeinschaft - lichen Wohnens, barrierefreien öffentlichen Räumen und ausreichenden Flächen für ge- meinschaftliches Gärtnern. Auch Dachnut - zungen, Räume für Kultur und Aneignung so- wie konsumfreie Orte wurden eingefordert, da sie zur Schaffung eines lebendigen Quar- tiers und Nachbarschaftszusammenhalts beitragen. Diese Ideen sind im weiteren in die Umsetzungsstrategie miteinzubeziehen, bei- spielsweise durch ein Quartiersmanagement ( siehe hierzu auch Kapitel 1.6, Querschnitts - thema Umsetzung & Phasierung, S. 24). Das beeindruckende Engagement der Bür - ger*innen an diesem Prozess weist auf ihr starkes Interesse hin, die Planungen für Kreuzfeld erfolgreich mitzugestalten. In den entsprechenden Kapiteln ist farblich markiert, welche Ideen und Anregungen aus der Stadt - gesellschaft in die Planung ein- geflossen sind. Abb. 12: Heute – Ein Raum voller Möglichkeiten 22 für den Schul- und Vereinssport sowie für die Bevölkerung. Dieses Angebot trägt zur Stär - kung der Schulstandorte in Köln-Kreuzfeld bei und f ördert darüber hinaus ein soziales, ge - meinschaftliches und bewegungsorientiertes M iteinander auch über die Grenzen des neu- en Stadtteils hinaus gemäß den Leitsätzen der Kölner Perspektiven 2030+. Woodhood ist gesund. Im Alltag der Menschen in Woodhood wird ein gesunder Lebensstil gefördert: Die Wege im Gebiet sind leicht und attraktiv zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen. Gemeinschafts- orte regen zum Aufenthalt und zur Bewegung im F reien an, der Außenkomfort der Freiräume ist hoch. Zudem sollen die Verwendung von Das Konzept Woodhood ist eine Vision für eine neue Art von Nach- barschaft. Sie erfordert einen neuen Planungsansatz, sie erfordert den Mut, die Verbindung von Stadt und Landschaft, von Urbanität und Leben im Grünen neu zu denken. 1.5 V ision Woodhood Kreuzfeld In der Woodhood Kreuzfeld wird die Grund- struktur des Gebiets durch die Landschaft und die Kulturgeschichte des Ortes definiert. Sie lässt sich von der Siedlungsgeschichte, der Natur und den umliegenden Wäldern in- spirieren. Woodhood bedeutet neue Urbanität. Im Gegensatz zum konventionellen Modell der zentralen Urbanität ist die Woodhood Kreuzfeld als polyzentrisches Ökosystem von Hoods strukturiert. Jede Hood hat hierbei ihre eigene Identität und ihr eigenes Profil. In der Gesamtheit formen sie eine zusammen - hängende Stadt, die zurückhaltend aber be - stimmt an den Bestand in Blumenberg an - dockt. Die Hoods entwickeln sich graduell von S tadt zu Landschaft, von der S-Bahn-Station zum westlichen Landschaftsrand. Am Haupt- ankunftspunkt Bahnhof Blumenberg entsteht ein s tädtischeres Zentrum mit den wichtigs - ten Sozial- und Dienstleistungsinfrastruktu- ren. Auf diese Weise werden der bestehen- de Bahnhof und Blumenberg mit der neuen S tadtstruktur verbunden und können von ihr profitieren. Eine Vielfalt an Grün-, Freiraum-, Sport- und Spielangeboten wird prägend für den Stadtteil sein. Themen wie essbare Stadt, urban gardening und agri-urbane Landwirt - schaft werden in den Hoodmit t en, auf den Dächern und an den Siedlungsrändern aufge- griffen. Die neue Urbanität wird ergänzt durch eine gr oßzügige Sportanlage mit Angeboten Einführung 23 natürlichen Baumaterialien und eine gute Belichtung der Gebäude für gesunde Wohn- verhältnisse sorgen. Ein anderer wichtiger Teil einer gesunden Stadt ist die Zukunfts- fähigkeit. Entsprechend wird es zahlreiche neue und ergänzende Bildungsangebote für die Bewohner*innen Kreuzfelds und des ge- samten Stadtteils Chorweiler geben (siehe hierzu auch Kapitel 1.7, Querschnittsthema Gesunde Stadt, S. 31). Woodhood ist umweltgerecht. Primäre Herausforderung ist der schnell vor- anschreitendende Klimawandel, weshalb die über geordnete Zielsetzung für den Stadtteil die Entwicklung von resilienten, möglichst umweltverträglichen Strukturen ist. In Wood- hood sollen öffentliche Grünflächen mehr als nur Räume zur Erholung sein, sondern auch ein komplexes Ökosystem mit den Aufgaben Klimaschutz, Wasserspeicherung, Mikroklima und Ökologie. Die Vision für Woodhood sieht eine umweltschonende, möglichst CO 2-neu- trale oder -speichernde Bauweise vor, ebenso wie Anpassungen des Stadtraums auf mikro- und makroklimatischer Ebene und die Um - setzung eines energieeffizienten und grünen V ersorgungskonzepts. Der Leitsatz der Stadt- strategie 2030+ zur Umwelt- und Klimage- rechtigkeit wird damit befolgt. Die Flächen werden möglichst sparsam und mehrfach genutzt, Suffizienz wird als übergeordnetes Planungsprinzip integriert. Woodhood ist eine vielfältige Gemeinschaft. Die Organisation der einzelnen Hoods basiert auf der Entstehung vielfältiger Gemeinschaf- ten, die auf unterschiedlichen Ebenen und M aßstäben gestärkt werden. Auf diese Weise bildet sich ein solides soziales Netz, dass alle Bewohner*innen in die Stadtgemeinschaft integriert. Die Hoods kombinieren eine urba- ne städtebauliche Körnung mit dorfspezifis - chem Gemeinschaftsleben, um eine neue Art v on städtischem Dorf zu definieren. Woodhood ist menschenzentriert. Um dem Ziel einer nachhaltigen und zu- kunftsorientierten Mobilität gerecht zu wer- den, wird ein innovatives Mobilitätskonzept angestrebt, das den Rad- und Fußverkehr sowie den ÖPNV im Sinne der „Kölner Per - spektiven 2030+“ attraktiv gestaltet. Einen wichtigen Schlüssel bilden hier die städte- bauliche Struktur und das Erschließungs- konzept, die konsequent aus den Bewe- gungsströmen heraus entwickelt wurden. Abb. 13: Morgen – Eine neue Art des Zusammenlebens Abb. 14: Woodhood Kreuzfeld 24 Die Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld bildet die Grundlage eines mehrjährigen räumlichen Entwicklungsprozesses für ein Areal. Es gilt, gemeinsam mit Planer*innen, Expert*innen, Bürgerschaft und politischen Vertreter*innen ein tragfähiges Gesamtkonzept für die Entwicklung Kreuzfelds zu schaffen. 1.6 Querschnittsthema U msetzung & Phasierung Um dieser Herausforderung zu begegnen, werden in der Integrierten Planung zunächst übergeordnete Strukturen – wie Flächen- aufteilungen, Nutzungen, Baufelder – fest - gelegt, die einen klaren städtebaulichen Rahmen für die Entwicklung vorgeben. Dazu werden öffentliche Freiräume innerhalb der Hoods, eine verbindende zentrale Grün - fläche, Sport- und Spielflächen sowie Mobi- litätsstrukturen festgelegt. Sie garantieren die Integration des neuen Stadtteils in die Gesamtstadt und stellen eine interne Ver - netzung der Hoods sicher. Dieses räumliche Gerüst bildet das Rückgrat von Woodhood, prägt das Areal und schafft die Vorausset - zung für einen lebenswerten und vielfältigen Stadtteil. Vorschlag der Phasierung. Kreuzfeld entsteht in einem offenen und adaptiven Prozess, der auf die Bedarfe der Zukunft flexibel reagieren kann. Das räum- liche Konstrukt der Hoods ermöglicht es, ei- nen selbstlernenden Prozess zu etablieren. Herausforderungen, denen man in der Um- setzung der ersten Hoods begegnet, kön- nen künftig Chancen in der Realisierung der noch fehlenden Hoods sein. Einzelne Fak - toren, wie die Dichte pro Baufeld, sind also noch verhandelbar. Ohne dass das robuste Grundgerüst der Hoods aufgelöst wird, kön- nen auf diese Weise in der Entwicklung neue Schwerpunkte gesetzt werden. Mobilität ist dabei der Ausgangspunkt der Quartiersent- wicklung. Ein neuer Stadtteil entsteht in einem deka - denlangen Prozess, die folgenden Phasen illustrieren einen möglichen Ablauf für die Entwicklung in mehreren Phasen. Eine auf die sukzessive Aufsiedlung abgestimmte Anbindung an den öffentlichen Verkehr, die zeitgerechte Errichtung der Schulen sowie nicht zuletzt die Entwicklung der Grün- und Freiräume finden hierbei besondere Beach- tung. Die Entwicklung findet von Ost nach West, also von Blumenberg ausgehend in den westlichen Landschaftsraum statt. Auftakt in Phase Null und Voraussetzung für einen gelungenen Start ist die städte- bauliche Qualifizierung der S-Bahn-Station (siehe hierzu auch Kapitel 3.2, Lupenraum S-Bahn-Station, S. 198 ff.). Anstreben gemeinschaftlicher Entwicklung. Die Entwicklung Kreuzfelds ist ein koope- rativer Prozess, getragen von einer brei- ten Akteurslandschaft, die das Mitwirken der künftigen Bewohnerschaft und lokales Engagement in den Mittelpunkt stellt. Mit Einführung Abb. 15: Öffentlichkeitsbeteiligung vom 11.03.2023 I Urbanista 25 diesem Leitsatz und entsprechenden Be- teiligungsprozessen kann gleich zu Beginn Identität geschaffen werden. Durch die Mit - wirkung wir d angestrebt, dass sich Bür - ger*innen angesprochen sowie mitgenom- men fühlen und das entstehende Potenzial für den Großraum des Kölner Nordens er - kennen. Der Start der Entwicklungen be- ruht auf einem breiten Konsens der Kölner Stadtgesellschaft und integriert auf dem Weg zahlreiche dialogorientierte, co-kreati- ve Formate. Daraus erwächst eine gemein- same Verantwortung, es braucht Projekt - partner*innen, die gemeinsam mit einem Quartiersmanagement die Hoods mit Leben füllen. Welche Chancen es zu Produktivität, Pflege und Aneignung von Stadträumen gibt, wird im Rahmen einer prozessbegleitenden Kommunikationsstrategie dargestellt. Ausblick und nächste Schritte. Wichtig ist, dass der Planungs- und Umset - zungsprozess weiter kuratiert wird, um auf dem Weg gesammeltes Wissen aktuell zu hal t en und zu reflektieren. Die Verantwor - tung kann zwischen der Stadtverwaltung und einer Entwicklungsgesellschaft in Kombina - tion mit einem Quartiersmanagement geteilt w erden. Es soll im Prozess immer wieder dar- um gehen, sich auf die zu Beginn des Leitbild- prozesses gesteckten Ziele und die weiter aus formulierten Spielregeln der Integrierten Planung zurückzubesinnen beziehungsweise diese im aktuellen Kontext zu spiegeln. 26 Eckpunkte der vorgeschlagenen Phasierung › Schulen initiier en den Beginn der Bau- phasen und sollten betriebsbereit sein, wenn die ersten Wohnungen bezogen werden. Phase Eins deckt bereits Schu- len für alle Altersklassen ab. › M obilstationen und das Straßen- und ÖPNV-Netz bestehen, dort wo nötig, bereits in der ersten Phase und werden hoodweise erweitert. › N icht nur Hoods und Baufelder werden in Phasen entwickelt, auch die Landschaft wird in Stufen entwickelt – was wann passieren soll, wird vor Ort kommuniziert. › E rreichte Meilensteine werden mit Nach- barn und Besucher*innen gefeiert. › D as Landschaftskonzept ist flexibel, es berücksichtigt Wachstums- und Pflanz - zeiten der Bäume. Teilweise wird es in den frühen Phasen umgesetzt: inbegriffen sind die Bäume und künftige Wege, die als Mähstreifen angelegt werden, sowie Änderungen der Bodennutzung, die auch temporäre Funktionen beherbergen können; landwirtschaftliche Nutzung ist in Teilen noch denkbar. Vollständige Umsetzung des Landschaftskonzepts in den späteren Phasen: Herstellung von Wegeverbindungen, Versorgungsinfra - struktur, Wasserrückhaltelandschaften, Sport- und Spieleinrichtungen, Bepflan- zung mit Sträuchern und Bodendeckern. Einzelne Bausteine können bei Bedarf schneller umgesetzt werden. › Ehr geizige Option: Temporäre Nutzung der Flächen für die Herstellung bioba - sierter Baumaterialien wie schnell wach- sendem Bauholz. Die Diversität, die dem Entwurfs- k onzept innewohnt, soll sich letztlich auch im Prozess des Planens, Bauens und in der Umsetzung wiederfinden. 27 Phase Null – Start der Entwicklungen › A usgangspunkt der Entwicklung ist die Neugestaltung der S-Bahn-Station und des Bahnhofsumfelds. Aufgrund der Ver- antwortlichkeit sind dazu jedoch inten- sive Abstimmungen mit der Deutschen Bahn (DB) erforderlich. › Sch werpunkt ist die Verbindung zwi- schen Kreuzfeld und Blumenberg, bau- lich wie funktional. › D as Ausbaukonzept des Blumenbergs- wegs (und gegebenenfalls dessen Linien- führung) muss vorliegen. › U mgestaltung des Dresenhofwegs zur Radschnellverbindung mit begleiten - dem Gehweg, Bau des Knotenpunkts Dresen hofweg / Blumenbergsweg in klu- siv e der nördlichen Haupterschließung Dresen hofweg. › Bau der östlichen Mobilstation in Hood Eins in Verbindung mit der Neugestal- tung des Bahnhofsgebäudes. › Bau der Haupterschließung vom Knoten Ernstbergstraße / Mercatorstraße bis zum Dresenhofweg zur Abwicklung der Bauverkehre. › Beginn der Ausgestaltung des Alluvial- parks als ersten Trittstein zwischen zwei Stadtteilen. Abb. 16: Phase 0 H1 H2 H4 H5 ÖPNV Dresenhofweg Teilw. Errichtung Landschaft Vollst. Errichtung Landschaft Fertige Errichtung Landschaft Baufelder in Planung Bildungseinrichtungen Mobility Hubs Blumenbergsweg & Mercatorstraße Legende H3 Abb. 17: Phase 1 28 Phase Eins – anzustrebende Meilensteine › Schulen und Kitas werden mit Beginn der Aufsiedelung errichtet. › D ie weiterführende Schule in Hood Drei wird zeitgleich zu Hood Eins errichtet, um mit Kitas, Grundschulen und Bürgerhaus+ eine städtebauliche Bildungslandschaft für alle bereitzustellen. › Bau des inner en Hood-Loops sowie der Mobilstationen in Hood Drei zur Erschlie- ßung des Schulstandorts, die fußläufige E rschließung von der S-Bahn-Station zur Schule in Hood Drei ist unten mit einem Pfeil dargestellt. › Bau der südlichen Haupterschließung in Hood Zwei von der Mercatorstraße bis zum Dresenhofweg zur Abwicklung der Bauverkehre. › Bau der Straßenerschließung und der westlichen Mobilstation in Hood Eins. › A ufnahme des Busverkehrs durch Hood Eins und Hood Drei. › Bau der Mobilstation Blumenberg in Kom - bina tion mit den Baumaßnahmen an der S-Bahn-Station Blumenberg. › Bau der östlichen Mobilstation in Hood Drei inklusive Logistikstrukturen. › W eiterentwicklung des Alluvialparks, Beginn der Gestaltung der Grünen Mitte. › Bau der Sportanlage Nord ein schließ lich Erdarbeiten für die Lärm schutz v orkehrung. › F ertigstellung der Hoodmitten für Hood Eins und Drei unter Einbezug der künfti - gen Kitaflächen. H3 H1 H2 H4 H5 ÖPNV Dresenhofweg Teilw. Errichtung Landschaft Vollst. Errichtung Landschaft Fertige Errichtung Landschaft Baufelder in Planung Bildungseinrichtungen Mobility Hubs Blumenbergsweg & Mercatorstraße Legende 29 Phase Zwei – anzustrebende Meilensteine › Kit as und Grundschule werden mit Beginn der Aufsiedelung der Hood Zwei errichtet. › F ertigstellung des Alluvialparks. › W eiterentwicklung der Grünen Mitte westlich des Dresenhofwegs. › Beginn der Baumpflanzungen südlich und westlich von Hood Vier. › E ntwicklung des Fuß- und Radwege- netzes in der östlichen Grünen Mitte (Fertigstellung vor Eröffnung der Schule) mit Ausbildung einer leistungsfähigen Ost-West-Achse und einem Anschluss an die Radschnellverbindung auf dem Dresenhofweg. › F ertigstellung der Mobilitätsinfrastruktur vor Eröffnung der Schulen. › Ber eits über die Hälfte von Köln-Kreuz - feld ist baulich umgesetzt. H1 H2 H4 H5 ÖPNV Dresenhofweg Teilw. Errichtung Landschaft Vollst. Errichtung Landschaft Fertige Errichtung Landschaft Baufelder in Planung Bildungseinrichtungen Mobility Hubs Blumenbergsweg & Mercatorstraße Legende H3 Abb. 18: Phase 2 30 Phase Drei – anzustrebende Meilensteine › Kit as und Grundschule werden mit Beginn der Aufsiedelung der Hoods Vier und Fünf errichtet. Die fußläufige Erschließung von der S-Bahn-Station zur Schule in Hood Vier ist unten mit einem Pfeil dargestellt. › F ertigstellung der Grünen Mitte. › F ertigstellung der Baumpflanzungen im Süden und Westen von Hood Vier. › V ollständige Einrichtung der peripheren Landschafts- und Parkzonen um Hood Fünf. › Bau des vollständigen Hood-Loops inklu- sive Brückenbauwerk und Busschleuse zwischen Hood Vier und Hood Fünf. › E ntwicklung des Fuß- und Radwege- netzes im westlichen zentralen Grün mit Ausbildung einer leistungsfähigen Ost- West-Achse (Fertigstellung vor Eröff - nung der Schule). › K öln-Kreuzfeld ist vollständig entwickelt, möglicherweise werden erste Nachver - dichtungsmaßnahmen in den östlich gelegenen Hoods diskutiert. Abb. 19: Phase 3 ÖPNV Dresenhofweg Teilw. Errichtung Landschaft Vollst. Errichtung Landschaft Fertige Errichtung Landschaft Baufelder in Planung Bildungseinrichtungen Mobility Hubs Blumenbergsweg & Mercatorstraße Legende H3 H1 H2 H4 H5 31 Köln-Kreuzfeld legt großen Wert darauf, alle Dimensionen einer ge- sunden Stadt von Anfang an mitzudenken. Es entsteht ein Stadtteil mit gesunden Menschen, einer gesunden Natur, gesunden Arbeits- welten und einer gesunden Gemeinschaft – entwickelt in einem offe- nen Diskurs. Einführung. Bei der Planung und Entwicklung des neu- en Stadtteils ist das Leitbild einer gesun- den Stadt neben Bildung und Vernetzung eines der zentralen Themen. Hierbei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der die phy - sische, mentale und soziale Gesundheit der Bewohner*innen in den Fokus rückt, so sind beispielsweise die Flächenbedarfe für me- dizinische Versorgung, Pflege und medizini- sche Ausbildung im Rahmen der bisherigen Planungen identifiziert worden, die mitunter auch den Stadtbezirk Chorweiler versorgen sollen. Die Erkenntnisse sind durch entspre- chende Verortung in den Entwurf eingeflos- sen, erste Gespräche mit potenziellen Trä - ger*innen wurden geführt. Im Sinne eines integrierten Ansatzes wird das Thema nicht einem spezifischen Kapitel zugeordnet, son- dern vorneweg als Querschnittsthema prä - sentiert. Gesundheit und Versorgung. Der Masterplan enthält ein konkret verortetes Ärztehaus beziehungsweise Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Ebenso wird es Flächen für eine Bildungsstätte in privater Trägerschaft (ggf. pflegerischer Schwerpunkt) geben. Hierin enthalten sind Flächen für ad - ministrative Tätigkeiten sowie ein Wohnheim. Zusätzlich sind ambulante Wohngemein - schaften, ein Seniorenwohnheim, Dauer- und solitäre Kurzzeitpflege sowie Mehrgeneratio- nenwohnen konzeptionell mitgedacht. Zum jetzigen Planungsstand sind die städtebau - lichen Typologien flexibel genug, um auf sich ändernde, erhöhte Bedarfe im Themenfeld zu reagieren (siehe hierzu auch Kapitel 2.1.5, Wohnen und Miteinander, S. 48 ff. sowie Kapitel 2.5.5, Kulturangebote und Sonder - bausteine, S. 156 ff.). Gesundheit und Mobilität. Gut zugängliche Geh- und Radwege sind in Kreuzfeld mit den sogenannten Hood- und Woodloops geplant, die zu einem aktiven Lebensstil ermutigen und es den Bewoh- ner*innen ermöglichen, sich bequem und si- cher durch die Kreuzfelder Hoods zu bewe- gen. Zudem laden die Grün- und Freiräume sowie die Sportanlagen zu diversen körper - lichen Aktivitäten ein, sei es zum Spazieren, Joggen oder Radfahren etc. Insbesondere in Hood Drei kommen Sportbegeisterte auf ihre Kosten (siehe hierzu auch Kapitel 3.1, Hood Drei, S. 186 f. sowie Kapitel 2.2, Frei- raum, S. 62). Gesundheit und Grün- bzw. Naherholungsräume. Es werden Grünflächen und Parks geschaf - fen, die als Orte der Erholung und Entspan- nung dienen. Darüber hinaus laden vielfälti- ge Sport- und Spielangebote zu Bewegung 1.7 Querschnittsthema Gesunde Stadt Einführung 32 im Freien ein und tragen somit zu einer ge- sunden Entwicklung bei. Die Natur und das Grün in der Stadt haben nachweislich posi- tive Auswirkungen auf die mentale Gesund- heit und das Wohlbefinden der Menschen. Gesundheit und Umwelt. Eine Umwelt mit hoher Aufenthaltsqualität bei jedem Wetter ist ein elementarer Be- standteil einer gesunden Stadt. An heißen Sommertagen ist das Mikroklima dank Kalt- luftströmen und schattenspendenden Ele- menten immer noch angenehm. Durch den angestrebten geringen Versiegelungsgrad und einer guten Durchlüftung soll die Bil- dung von Hitzeinseln vermieden werden. Gesundheit und soziale Interaktionen. Nachweislich besonderen Einfluss auf die mentale Gesundheit haben soziale Inter - aktionen, gemeinschaftlicher Sport z. B. in Vereinen, individuell organisierte Erlebnisse im Austausch mit den Nachbar*innen sowie eine verlässliche Gemeinschaft. Es werden in Woodhood zahlreiche Plätze und Treff - punkte in und zwischen den Hoods geschaf- fen, die zum Verweilen und zum Austausch einladen. Hier sollen Bewohner*innen die Möglichkeit haben, sich zu treffen, gemein- sam Aktivitäten zu unternehmen und sozia - le Kontakte zu knüpfen. Die Nähe von Woh- nen, Arbeiten und Kinderbetreuung macht eine gesunde Work-Life-Balance möglich. Öffentliche Einrichtungen wie das Bürger - haus+ oder die Sportanlage Nord bieten Anknüpfungspunkte für Blumberger*innen und Nachbar*innen. Dies stärkt nicht nur das Wohlbefinden, sondern leistet auch einen Beitrag für den erweiterten Nachbar - schaftsverbund mit Blumenberg. Es ent - steht ein starkes soziales Netz, das Rückhalt bietet und alle integriert, egal ob Bewohnen- de oder Besuchende. Ausblick und nächste Schritte. Im Zuge der fortlaufenden Schärfung und Detaillierung der Freiraum- und Umweltpla- nung werden nun auch Aspekte der Stadtge- sundheit miteinbezogen. Dies zeigt sich kon- kret in der Realisierung von medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sowie an- deren Maßnahmen im Bereich der Stadt - gesundheit. Dabei ist es wichtig, potenzielle Vertreter*innen und Träger*innen der Ge- sundheitseinrichtungen in die Planung zu inte- grieren. Freiräume und Wohnumfeld sind so gestaltet, dass sie einen aktiven Beitrag zur Gesundheit der Wood- hood-Bewohner*innen leisten. Abb. 20: Kreuzfelder*innen sind am liebsten draußen. I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 33 2. Integrierte Planung Abb. 21: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 36 Auf den folgenden Seiten ist das städtebau - liche Konzept näher illustriert und es werden Einblick e in Flächenaufteilungen, Nutzun- gen und Gebäudeformen gegeben. Fragen des Z usammenlebens in Zukunft – etwa in gemein scha ftlichen Wohnformen – sowie des Alterns im Quartier werden ebenfalls beleuch- t et. Im Sinne eines umfassenden Bildes des lebenswerten Stadtteils empfiehlt sich eben- falls die Lektüre der anschließenden Kapitel. Städtebauliches Konzept. Woodhood ist mehr als eine klassische Gar- tenstadt. Die Geschichte des Ortes und sein immenses landschaftliches Potenzial erfordern einen völlig neuen Ansatz für die Entwicklung eines Stadtteils in dieser ein- zigartigen Lage. Im Gegensatz zum kon- ventionellen Modell zentraler Urbanität ist Woodhood als polyzentrisches Ökosystem Köln-Kreuzfeld möchte als Vorbild für Stadt- erweiterungen in Metropolregionen gelten, indem es die Herausforderungen von Flä - chendruck, sich rasch ändernden Bedürf - nissen einer diversen Stadtgesellschaft und Wohnraummangel mit einem klimapositiven Anspruch verbindet. Die Herausforderung möglichst geringer Flächenversiegelung wird dabei als Chance für den Einsatz resi- lienter städtebaulicher Strukturen bereits in der Entwicklung des Stadtteils begriffen. Das Konzept kombiniert in der Neuentwick- lung unterschiedliche Leitthemen der Kölner Stadtstrategie 2030+, wie die Etablierung lebenswerter Wohnsiedlungen, nachhalti- ger Mobilität und Fortbewegungsmöglich- keiten, sozialer und gesundheitlicher Infra - struktur, die Förderung des Gemeinsinnes und der Teilhabe sowie die Anpassung an Maßnahmen des Klimawandels. 2.1 Städtebau Willkommen in Köln-Kreuzfeld, einem neuen Stadtteil im Kölner Nor- den, der als Weiterentwicklung einer Gartenstadt konzipiert wurde. In den kommenden Dekaden entsteht hier eine hochvernetzte Infra - s truktur aus fünf Nachbarschaften, den sogenannten Kreuzfelder Hoods. Zukunftsweisende Architektur, die flexibel den Anforderun- gen der Zukunft gerecht wird, wird eingebettet in ein städtebauliches Konzept im menschlichen Maßstab. Grün- und Freiräume laden in Kreuzfeld zu Sport und Bewegung an der frischen Luft ein und fördern damit die Gesundheit der Bewohner*innen. Der öffentliche Raum ist so gestaltet, dass er Begegnungen und Austausch fördert, während außerschulische Lernorte, eingebettet in eine städte bau - liche B ildungslandschaft, zu lebenslangem Lernen einladen – für Gäste, Bewohnende und Nachbar*innen gleichermaßen. Integrierte Planung Abb. 22: Verortung der Hoods 37 Hood Eins Hood Zwei Hood Drei Hood Vier Hood Fünf Blumenberg Legende von Hoods, den Kreuzfelder Hoods, struktu- riert. Jede Hood hat hierbei ihre eigene Iden- tität und ein eigenes Profil. In der Gesamt - heit formen sie eine zusammenhängende Stadt, die sich zurückhaltend aber bestimmt an den Bestand in Blumenberg andockt. Die Hoods nehmen die verschiedenen Sied- lungsinseln der vergangenen Jahrzehnte als Thema auf, überformen sie zu einer eigen- ständigen Typologie und kombinieren Neu- bauten und Bestand zu einem attraktiven Gerüst räumlicher und funktionaler Verbin- dungen. Ein dichtes Netz von miteinander verknüpften, langsam befahrbaren Wegen und Loops verbindet die Hoods über die wichtigsten Sport-, Spiel-, Park-, Bildungs- und Erholungseinrichtungen untereinan- der und mit der Nachbarschaft. Die Hoods entwickeln sich graduell von der S-Bahn- Station im Stadtzentrum zum westlichen Landschaftsrand. Am Hauptankunftspunkt am Bahnhof Blumenberg entsteht ein städ- tisches Zentrum mit den wichtigsten Sozial- und Dienstleistungsinfrastrukturen. Auf die- se Weise werden der bestehende Bahnhof und Blumenber g mit der neuen Stadtstruktur verbunden und können von ihr profitieren. Die architektonischen Grundsätze unterstrei- chen diesen graduellen Übergang von Innen- hofblöcken im Osten über U-förmige Blöcke, die sich zur Landschaft hin öffnen, bis hin zu mehr punktuellen Strukturen im Westen. Ein sehr einfaches und robustes städtebauliches und landschaftliches Gefälle schafft eine klare Identität für die verschiedenen Hoods. Insbesondere die Vielfalt unterschiedlicher Typologien und Dichten mit einer hohen Kombinationsvielfalt kreieren letztlich eine eigene Identität für den Stadtteil. Jede Kreuzfelder Hood hat ihre eigene Identität, die sich in Nutzungen, städtebaulich- freiraumplanerischer Gestaltung und Atmosphären widerspiegelt. Hood Eins Hood Zwei Hood Drei Hood Vier Hood Fünf Abb. 23: Baufelder 38 2.1.1 Baufelder Öffentlich (öffentliche Grün- und Freiräume) Halböffentlich (vorwiegend nutzerabhängige Grün- und Freiräume) Privat Straße Hinweis: Ziffern geben Baufeldnummerierung an Legende Damit der städtebauliche Entwurf für Köln-Kreuzfeld in den kommenden Jahren Wirklichkeit werden kann, benötigt es eine sorgsame Einteilung der Flächen. Integrierte Planung 39 Die Integrierte Planung legt eine Flächenein- teilung des gesamten Plangebiets fest. Un - terschieden werden dabei zunächst öffentli- che und private Flächen und solche, die als semi-priv at beziehungsweise semi-öffentlich gelten, sei es aufgrund ihrer späteren Nut - zung oder der Art ihrer Entwicklung. Die Ver- kehrsflächen werden ebenfalls entsprechend ihr er Ausformung in öffentliche und private Verbindungen eingeteilt. Die nebenstehende Grafik zeigt die Baufelder in der Übersicht. Die Entwicklung Kreuzfelds in den kommen- den Jahren erfolgt auf unterschiedlichen M aßstabsebenen. Übergeordnet gibt es die Ebene der Region und der angrenzenden Nachbarschaften sowie die Ebene des Ge - samtareals. Darunter liegt die Entwicklung der einzelnen Hoods und der jeweiligen Bau- felder. So entsteht in Summe ein Raumge - rüst, das ausreichend Flexibilität lässt, um eine Vielzahl an Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Weg festzuschreiben oder neu zu definieren. Die einzelnen Hoods sind Inkubatoren für neue, innovative Nachbarschaftsmodelle. Gemeinschaftsorientierte Angebote und In - frastrukturen sind die Kerne der Hoods. Die V ergabe von Baufeldern und Grundstücken soll entsprechend so geregelt werden, dass sie neue Organisationsformen der nachbar - schaftlichen Gemeinschaftsbildung anregt. D ie neuen Vergabeverfahren können im Ent- wicklungsprozess erprobt werden ( siehe hierzu auch Kapitel 1.6, Umsetzung und Pha- sierung, S. 24). Die Flächen werden möglichst sparsam und mehrfach genutzt, Suffizienz soll als übergeordnetes Planungsprinzip integriert werden. Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Bildung finden in direkter räumlicher Nähe – über- und untereinander – statt. So entsteht eine abwechslungsreiche, lebendige und funk- tionierende Stadtstruktur. Abb. 24: Nutzungen Obergeschoss 40 2.1.2 Nutzungsmischung Das Leben im Übermorgen wird eine ab- wechslungsreiche Stadtstruktur erfordern, die Mischung, Adaption und Flexibilität von Nutzungen auf allen Ebenen mitdenkt. Nutzungsmischung wird in Kreuzfeld ho- rizontal und vertikal gedacht. Die höchste Nutzungs- und Bebauungsdichte soll sich in der Nähe zum S-Bahnhof Blumenberg Die Kreuzfelder Hoods beherbergen einen Nutzungsmix mit variablen Anteilen, je nach Charakter der jeweiligen Hood. Integrierte Planung Wohnen Gewerbe Kita Schulen Öffentliche Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobility Hubs Legende Abb. 25: Nutzungen Erdgeschoss 41 finden, in der östlichsten und urbansten Hood. Hier finden sich Einkaufsmöglichkei- ten, kleinteilige Dienstleistungsangebote, Co-Working-Spaces, aber auch Kultur- und Sozialeinrichtungen. Mit dem Bürgerhaus+, einer großzügigen Sportanlage, einer neu- en Stadtteilbibliothek inklusive Veranstal- tungsräumen und einem interreligiösem Be- gegnungsort entstehen hier Nutzungen mit Magnetwirkung über den Stadtteil hinaus. Entlang der Fußwegeverbindungen wird so viel Kleingewerbe und Versorgungsinfra - struktur wie nötig und sinnvoll angesiedelt, ohne dabei Konkurrenzen zu bereits beste- henden Angeboten zu schaffen. Gewerbe In allen Hoods sind Gebäude vor- gesehen, in denen sich Wohnen und Arbeiten im Homeoffice op- timal verbinden lassen. In eini- gen Bauten sind Flächenanteile für Büronutzungen angestrebt. Wohnen Gewerbe Kita Schulen Öffentliche Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobility Hubs Legende 42 Anteil der baulichen Nutzungen Anteil der baulichen Nutzungen in Quadratmetern und Prozentangaben für das Plangebiet: Als Katalysator für das Zugehö- rigkeitsgefühl zur Hood und den Zusammenhalt der einzelnen Nachbarschaften, aber auch für den übergeordneten Stadtteilzu- sammenhalt sind einige Nutzun- gen überlagert. So entstehen Orte für Austausch und Be- gegnung, die Ereignisdichte wird erhöht. Im Optimalfall können Sportangebote und Infrastruktureinrichtungen durch entspre- chende Betreiberkooperationen mehrfach genutzt und entsprechend gut ausgelastet werden. findet sich insbesondere um die Hoodmitten verteilt sowie in den Erdgeschosszonen der Mobilstationen. Schulen und Kitas gehören zu den prägenden Nutzungen in Köln-Kreuzfeld und können große Flächenanteile für sich be- anspruchen. Im Sinne des Bildungsstandorts Kr euzfelds lassen sich künftig mithilfe von politischer und institutioneller Unterstützung auch Ankernutzungen aus den Branchen Gesundheit, Bewegung und Ernährung so - wie Forschung und Wissenschaft ansiedeln. D ie sozialen und kulturellen Einrichtungen sind im Sinne unterschiedlicher Raumerleb - nisse auf alle Hoods verteilt, obgleich sich in der größten und urbanen Hood im Osten des Plangebiets zahlreiche Nutzungen in unmit - telbarer Nähe zur S-Bahn-Station gruppieren. Wohnen: rund 322.500 m² (57 %) Gewerbe: rund 42.000 m² (7 %) Bildung: rund 94.500 m² (17 %) Öffentliche Nutzungen: rund 32.000 m² (7 %) Gesundheit: rund 30.000 m² (4 %) Mobility Hub: rund 44.000 m² (8 %) Nutzungen gesamt: rund 565.000 m² (100 %) 43 2.1.3 H öhe und Dichte Integrierte Planung Der Übergang vom urbanen zum vorstädtisch-ländlichen Raum ist durch passende Typologien und gezielte städte- bauliche Akzente sorgsam komponiert. Abb. 26: Körnung der Hoods Urban Mix Ländlich Legende Die besondere Qualität des Entwurfs Wood- hood für Köln-Kreuzfeld zeigt sich in der Höhen- und Dichteentwicklung mit span- nungsreichen Stadträumen und hochwerti- gen öffentlichen Freiräumen. Je nach Hood ergeben sich daraus diverse städtebauliche Figuren. Die Ebene der Integrierten Planung und letztlich der Masterplan legen Geschossig- keiten und Dichten fest, die als Vorschlä - ge zu verstehen sind, in der Entwicklung jedoch an den Bedarf angepasst werden können. Die entsprechenden Bereiche für Dichte- und Höhenentwicklung mit korre- spondierenden Nutzungsmischungen und Vorschlägen für städtebauliche Typologien wollen als Grundgerüst verstanden werden, sie sind ähnlich zu Spielregeln der Rahmen für die Entwicklung. Die hier dargestellte Ge- schosshöhen stellen Orientierungswerte dar, geltende Regelungen zu Abstandsflächen 44 werden bewusst zugunsten von Nutzungs- dichte, Infrastrukturauslastung und Ver - siegelungsanteilen an einigen Stellen über - schritten. Konkrete, für die Bauleitplanung relevante Entscheidungen zu Höhen sollten entsprechend erst nach sorgfältiger Prüfung aller für das jeweilige Baufeld und die Stand- orte relevanten Faktoren – beginnend bei den Abstandsflächen – getroffen werden. Grundsätzlich nimmt die Bebauungsdich - te zu den Rändern jeder Hood hin ab, die höchs ten Geschossigkeiten finden sich rund um die Hoodmitten. Auf diese Weise werden die Platzräume städtebaulich gefasst, von der rahmenden Bebauung lässt sich das Ge- schehen in den Hoodmitten gut beobachten. Zu den Rändern verlieren die Gebäude an Höhe, so entsteht ein fließender Übergang in den Landschaftsraum. Hochpunkte mar - kieren zudem den Stadteingang und den Übergang zu Blumenberg. Signifikante Hö- hen werden ebenfalls durch die Mobility Hubs vorgegeben. Soziale Kontrolle wirkt sich posi- tiv auf das Miteinander und das Sicherheitsempfinden der Be- wohner*innen aus. Abb. 27: Geschossigkeiten 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende 45 Eine Verdichtung rund um die zent- ralen Bereiche der Hoods sorgt für Lebendigkeit und Erlebnisdichte. Angaben zu Geschossigkeiten BGF Hood Eins rund 190.700 m² (34 %) BGF Hood Zwei rund 112.700 m² (20 %) BGF Hood Drei rund 63.500 m² (11 %) BGF Hood Vier rund 91.200 m² (16 %) BGF Hood Fünf rund 72.600 m² (13 %) BGF Blumenberg rund 34.000 m² (6 %) 1,96 2,8 1,83 1,88 2,16 0,49 GFZ* Hood Eins GFZ* Hood Zwei GFZ* Hood Drei GFZ* Hood Vier GFZ* Hood Fünf GFZ* Blumenberg * Die überschlägig gerundeten GFZ-Angaben beziehen sich auf die geplante Wohnnutzung. Abb. 28: Durchlässiger Blockrand Abb. 29: Riegel 46 Zu Platzräumen wie der Hoodmitte oder den Wohnstraßen formen die Baukörper wo nötig klare Kanten und werden zum Landschafts - raum hin durchlässiger. Durch entsprechen- de Gebäudestellungen werden überwiegend T ypologien entwickelt, die baufeldbezogene Rückzugsorte generieren. Durch Variation dieses Grundgedankens entsteht eine hohe Diversität von Baukörpern innerhalb der ein- zelnen Hoods. Durchlässiger Blockrand. Die durchlässigen Blockränder finden sich vor allem in den urbanen Hoods. Teils offen, teils geschlossen, teils mit Durchgängen schaffen die Blockränder ein spannendes Raumgefüge und Wohnumfeld, das sowohl öffentliche Platzsituationen als auch ruhige- re Höfe generiert. Durch die öffentliche Nut- zung der Erdgeschosszone entsteht eine hohe Lebendigkeit, diese Typologie kann Nachbarschaftsbeförderer und Frequenz - bringer zugleich sein. Die Blockensemble bestechen durch leichte Adaptierbarkeit für gemeinschaftliche Wohnformen und flexib- le Grundrisse. Riegel. Riegel finden sich in allen Hoods an unter - schiedlichen Stellen wieder. Sie übernehmen klar gliedernde Funktionen im Raumgefüge und überzeugen durch vertikale Nutzungs- mischung, aktive Dachflächen sind möglich. D irekte Blickbeziehungen befördern das Kennenlernen der Nachbar*innen. Die Be - reiche um die Gebäude laden zur Aneignung dur ch die unmittelbare Nachbarschaft ein, geteilte Gärten werden gemeinsam bewirt - schaftet. Reihen- und Kettenhäuser. Diese Typologie kann den dörflichen Maß- stab näherbringen und mit individuellen Grundrissen, variierenden Gebäudehöhen In seiner städtebaulichen und architektonischen Vielfalt ist Kreuzfeld einzigartig, die Gebäudetypologien sind flexibel und funktional auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen abgestimmt. Der öffentliche Grün- und Freiraum wird in der Planung als Erweiterung der Gebäude betrachtet und umgekehrt. 2.1.4 Gebäudetypologien Integrierte Planung Abb. 30: Gebäudetypologien Abb. 31: Reihen- und Kettenhäuser Abb. 32: Sonderbauten und Punkte 47 und Fassaden für ein buntes Stadtbild sor - gen. Es kann (halb-)öffentliche Vorzonen geben, während Gärten oder Hinterhöfe ruhigere Räume bieten. Auch hier kann die öffentliche Erdgeschosszone kleinere ge- werbliche oder soziale Nutzungen beher - bergen, während in den oberen Geschossen Wohnnutzung stattfindet. Sonderbauten und Punkte. Die Sonderbauten stellen integrierte Quar - tiersbausteine dar, welche zentrale Stadt - funktionen beherbergen. Sie variieren in ihrer Geschosshöhe und F orm. Durch besondere Variation in der Fassade und dem umliegen- den Freiraum kann eine Verzahnung zwi - schen Innen- und Außenraum erzeugt wer - den. Öffentlich wirksame Nutzungen wie das Ärzt ehaus, Kultur-, Sport- und Freizeitein- richtungen sowie soziale Infrastruktur sol - len sich hier finden. Auf der zentralen Achse hin zu den S-Bahn-S tationen Kreuzfeld und Blumenberg finden sich vor allem kulturelle Nutzungen und gastronomische Angebote. Sonderbauten Blockrand Riegel Reihen- und Kettenhäuser Legende 48 2.1.5 W ohnen und Miteinander Köln-Kreuzfeld ist ein Stadtteil für alle. Die Angebotspalette für Wohnraum richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Einkommens-, Herkunfts-, Alters- oder Lebenssituationen. Integrierte Planung Wohneinheiten nach Wohnformen WE Geschosswohnungsbau: 3.101 WE WE Mehrfamilienhäuser: 321 WE WE Stadthäuser: 303 WE WE gesamt: 3.725 WE* *ohne Bezug zu KoopBLM (siehe Berechnung Kapitel 4.1, Flächenbilanz, S. 208) Blumenberg 67 WE WE Geschosswohnungsbau: 321 WE Hood Eins WE Geschosswohnungsbau: 1.201 WE WE gesamt: 1.201 WE Hood Zwei WE Geschosswohnungsbau: 964 WE WE Mehrfamilienhäuser: 25 WE WE Stadthäuser: 37 WE WE gesamt: 1.027 WE Hood Drei WE Geschosswohnungsbau: 246 WE WE Mehrfamilienhäuser: 31 WE WE Stadthäuser: 72 WE WE gesamt: 349 WE Hood Vier WE Geschosswohnungsbau: 430 WE WE Mehrfamilienhäuser: 155 WE WE Stadthäuser: 54 WE WE gesamt: 639 WE Hood Fünf WE Geschosswohnungsbau: 193 WE WE Mehrfamilienhäuser: 110 WE WE Stadthäuser: 140 WE WE gesamt: 442 WE 49 Möglich sind beispielsweise Geschoss- wohnungsbau, Mehrfamilienhäuser oder verdichtete Punktbauten (Stadthäuser), Wohneigentum, Mietwohnungen oder Bau- gruppen. Wohnen in zentralen Lagen ist ge- nauso möglich wie der Blick auf den grünen Stadtrand. Leben in Woodhood bedeutet mehr haben durch Teilen – Suffizienz soll als übergeordne - t es Planungsprinzip integriert werden. In der neuen Gemeinschaft sollen die zukünftigen Bewohner*innen die Chance bekommen, die Annehmlichkeiten des Ortes mit allen zu t eilen. Zusammenleben und Miteinander. Die Organisation der einzelnen Hoods ba - siert auf der Schaffung von vielfältigen Ge- meinschaften und sie trägt zur Entstehung von Gemeinschaften auf verschiedenen Maßstäben bei. Jede Hood bietet Platz für eine Vielzahl von Gebäudetypolo- gien zum Wohnen und Arbeiten, für Bildung und Begegnung. So können unterschiedlichste Be- wohner*innen unabhängig von Einkommen und Lebensphase ihren persönlichen „Wohnraum” in Woodhood verwirklichen. Abb. 33: Verortung Wohnungstypologien Geschosswohnungsbau I 80 m² Mehrfamilienhäuser I 100 m² Stadthäuser I 120 m² Legende In Köln-Kreuzfeld ist der nachbar- schaftliche Verbund besonders stark, sowohl auf Ebene der Kreuz- felder Hoods als auch zwischen diesen und in den angrenzenden Quartieren. So kann eine Vielzahl an Angeboten ge- schaffen werden, die für die gesamte Nach- barschaft nutzbar sind, ohne dass zwischen ähnlichen Angeboten Konkurrenzen ent - stehen. Zusammen erzeugen die Hoods ein lebendiges urbanes Ökosystem, das durch die Interaktion zwischen den verschiedenen Hoods stimuliert wird und auch die beste- henden Zentren ergänzt und belebt. Angebote wie gemeinschaftlich genutzte Gärten, das Bürgerhaus+, Elektroautos und sogar Dienst - leis tungen in direkter Nachbar - scha ft ermöglichen und fördern die Begegnung und Interaktion zwischen der Bürger*innen. 50 Wohnungsangebot und Wohnformen. Neben einer Einteilung in städtebauliche Gebäudeformen lassen sich auch folgende Typologien unterscheiden: Geschosswoh- nungsbauten mit im Schnitt 80 m² pro Wohn- einheit, Mehrfamilienhäuser mit im Schnitt 100 m² pro Wohneinheit sowie Stadthäuser mit im Schnitt 120 m² pro Wohneinheit. Anhand dieser Einteilung können Wohn- einheiten prognostiziert werden und erste Aussagen zu Wohnformen werden möglich. Eine andere Möglichkeit, die Zahl der Wohn- einheiten für das Gebiet vorauszusehen, ist die Berechnungsgrundlage, die das Koope- rative Baulandmodell vorgibt. Hier werden 90 m² bei einer Erstbelegung von 2,3 Perso- nen pro Wohneinheit verbindlich angesetzt. Dem Konzept entsprechend verteilen sich auch die Wohnungstypologien von städ- tisch zu dörflich, von höheren Anteilen der Geschosswohnungsbauten zu vermehrt Stadthäusern. Aufgrund der hohen Nach- frage nach Wohnraum in der wachsenden Metropole Köln, ökologischen Belangen und der daraus resultierenden Notwendigkeit einer gewissen Dichte überwiegen jedoch Geschosswohnungsbauten. Integrierte Planung Wohnen für alle Abb. 34: Verortung altersgerechter Wohnformen Ambulante Wohngemeinschaft Dauer- und solitäre Kurzzeitpflege Mehrgenerationenhäuser Seniorenwohnheim Legende Wohnen für alle. Wenn junge und alte Menschen zusammen- wohnen, entstehen viele Synergien. Die jüngere Generation kann von der Lebens- erfahrung und Weisheit der älteren lernen, während die Älteren von der Energie und dem Enthusiasmus der Jüngeren profitie- ren können. Durch den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen wie Wohnraum, Küche und Garten kann eine lebendige Gemeinschaft mit einem breiten Spektrum an Interessen und Fähigkeiten entstehen. Das Zusammenleben von Jung und Alt kann Toleranz und Verständnis för - dern und trägt dazu bei, soziale Isolation und Einsamkeit zu reduzieren. Neben dem klassischen Familienzusammenleben sind in Kreuzfeld auch neue Modelle des Zusam- menlebens denkbar. Im Zentrum steht der Leitsatz des gemeinschaftlichen Lebens aus der Stadtstrategie 2030+. Mehrgenerationenwohnen. In Köln-Kreuzfeld sollen sogenannte Mehr - generationenhäuser entstehen. Mehrge- nerationenwohnen bezeichnet eine Wohn- form, bei der Menschen unterschiedlicher Generationen in einer Gemeinschaft zu- sammen leben und arbeiten. Es geht darum, Synergien zu schaffen und voneinander zu lernen. Das Konzept umfasst sowohl ge- meinschaftliche als auch private Räume und basiert auf dem Prinzip der gegenseitigen Unterstützung und Rücksichtnahme. 51 Abb. 35: Theodora House, Kopenhagen I ADEPT Abb. 36: Theodora House, Kopenhagen I ADEPT Eine klare Differenzierung in der Fassadengestaltung verdeutlicht die Trennung von öffentlichen und privaten Flächen. Altersgerechtes Wohnen. Der fortschreitende demografische Wandel soll durch die Integration von altersgerech- ten Wohnformen in allen Hoods berücksich- tigt werden. Durch ein breites Spektrum an Wohnangeboten sowie eine Infrastruktur aus medizinischer Versorgung, betreuten Wohnangeboten und Pflegeeinrichtungen (Seniorenwohnheim sowie Dauer- und soli- täre Kurzzeitpflege) ist alt werden in Kreuz - feld möglich und gewünscht. Die zahlrei- chen Orte der Begegnung im eigenen Haus, in der Nachbarschaft und im Quartier stär - ken gerade im Alter die sozialen Beziehun- gen. Auch ein selbstständiger Alltag bis ins hohe Alter kann möglich sein: Im Innenhof kommen alle Genera- tionen zusammen. Ein Treffpunkt des Austausches entsteht. Durch vielfältige Mobilitätsfor men, gut e Anbindung und barriere arme öffentliche Räume. 52 Abb. 37: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT Wie in Abb. 37 erkennbar, können gemeinschaftlich genutzte Innenhö- fe den Zusammenhalt stärken und einen Außenraum in unmittelbarer Nähe zur Wohnung schaffen. 53 Studentisches Wohnen. Studentisches Wohnen unterscheidet sich von anderen Wohnformen durch seine spezi fischen Anforderungen an Lage, Budget und Gemeinschaft. WGs und Studieren - den wohnheime sind deshalb beliebt. Doch auch individuelle Lösungen wie Apartments oder Co-Living-Communities werden immer beliebter. Da Köln-Kreuzfeld mit dem ÖV gut erreichbar sein wird, ist der Stadt t eil auch für junge Erwachsene inte r essant. Im Rahmen der nächsten Planungsschritte sollen auch diese besonderen Wohnbedürf- nisse berücksichtigt werden. Mieten, kaufen, teilen. Die Wahl der Wohnform hängt selbstredend von den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten ab. Aufgrund unterschiedli- cher Bedarfe soll es in Köln-Kreuzfeld künftig sowohl Miet- als auch Kaufangebote geben. Ebenso wird es Raum für gemeinschaftliche Entwicklung von Wohnraum geben, etwa durch Konzeptvergaben. Als Beispiel hierfür werden Baugemeinschaften auf den nach- folgenden Seiten vertieft betrachtet. Abb. 38: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT Abb. 39: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT Abb. 40: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT 54 Attraktive Freiräume laden zur Aneignung und Aufhalt ein. Öffentliche Erdgeschosszonen dienen als Quartierstreffpunkt, hier treffen Be- wohner*innen des Hauses und Externe aufeinander. Die flexiblen Wohngrund- risse der oberen Geschosse können auf die persönlichen Bedürfnisse der Anwohnenden zugeschnitten werden. Der Eingangsbereich ist klar gekennzeichnet. 55 Balkone und Gärten dienen als pri- vate Außenräume und können indi- viduell gestaltet werden. Abb. 42 illustriert, wie Gewächs- häuser oder Wintergärten den Nut - zungsraum im eigenen Wohnkom- plex erweitern und Austausch sowie gemeinschaftliche Projekte fördern können. Das Zusammenspiel aus priva - ten und gemeinschaftlichen (Frei-) Räumen lässt einen lebendigen Ort entstehen. Menschen unterschied- lichem Alters treffen aufeinander. Abb. 41: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT Abb. 42: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT Abb. 43: Diagramm Wohnungstypen 56 Leben zwischen Häusern. Lebendige und attraktive Nachbarschaften entstehen durch aktive Bewohner*innen und belebte Orte. Die Notwendigkeit von sozia - len Kontakten innerhalb, aber auch zwischen den Gebäuden is t hierbei elementar. Daher ist für die Gestaltung und Planung eines le- bendigen Umfelds nicht nur die Wohnung an sich, sondern auch die Verbindung der Wohnung mit dem Außenraum wichtig. Zwar haben die baulichen Rahmenbedingungen keine unmittelbare Auswirkung auf die Qua- lität der sozialen Kontakte, dennoch kann eine be wusste Planung bewirken, dass diese Kontakte überhaupt erst zustande kommen. Fokus Baugemeinschaften. Da Baugemeinschaften zumeist stark ge- meinschaftlich und sozial engagiert sind und das Z usammenkommen unterschiedlicher Menschen (bspw. auch in Kooperation mit sozialen Trägern) aktiv leben, haben sie bei entsprechender baulicher Planung einen be- sonderen Einfluss auf das Leben zwischen den H äusern und tragen zu lebendigen Nach- barschaften bei. Zudem leisten Baugemein - schaften einen aktiven Beitrag gegen die zunehmende I ndividualisierung und Anony - misierung in städtischen Gebieten, in denen man zw ar Tür an Tür lebt, aber selten in Kontakt kommt. Aufgrund gestiegener Grundstücks- und Baupreise sind Baugemeinschaften gegen w ärtig eine beliebte Möglichkeit, trotz hoher Kosten die individuellen Wohnbedürf- nisse in städtischen Lagen zu verwirklichen. Baugemeinschaften als ein Modell des gemeinschaftlichen Wohnens sind ein zentraler Baustein der Stadt- und Quartiersentwicklung sowie ein Katalysator bei der Bildung von Nachbarschaften. Gemeinschaftliches Wohnen Integrierte Planung Abb. 44: Axonometrie Baugemeinschaften 57 Damit sind Baugemeinschaften ein Gegen - trend zu gleich zwei großen Herausforderun- gen in urbanen Lagen: Die vermeintlich wenig individuell wirk enden baulichen Entwicklun- gen großer Investoren mit oftmals seriellen, einheitlichen Wohnungen, die entweder ver- mietet oder nur im oberen Preissegment als Eigentum erworben werden können. Viele Menschen können sich aufgrund des an- gespannten Wohnungsmarkts daher weder die Wohnung noch den genauen Standort aussuchen. Gemeinschaftliches Bauen schafft dagegen Wohneigentum in zentralen Lagen und ein soziales Netzwerk vor Ort. Die Baugemein - schaft entwickelt durch den Bauprozess eine s tarke Bindung und wählt bewusst den Standort, um Identifikation und alte Netzwer- ke beizubehalten. Baugemeinschaften bin- den ihr Neubauprojekt auf besondere Weise in den S tadtraum und die Nachbarschaft ein. Leben in den Häusern. Auch für eine soziale Einbindung des Ein- zelnen in die Gemeinschaft innerhalb der Gebäude sind Baugemeinschaften zentral. Gemeinsam nutzbare Bereiche können an verschiedenen Orten im Gebäude platziert werden und zugleich unterschiedliche Per - sonengruppen der Baugemeinschaft an- sprechen. So kann es gemeinsame Räume für alle geben, Bereiche, die beispielsweise als Arbeitsräume für bestimmte Bewoh- ner*innen fungieren, es können offene Ge- meinschaftsgärten und -flächen im Innenhof und den Dächern vorgesehen werden oder auch geschützte Bereiche für Untergruppen bis hin zum individuellen Rückzugsort ent - stehen. Durch die Baugemeinschaften soll so ein lebendiges Haus für alle Lebenslagen entstehen. Wo und in welchem Umfang die- ses Modell gemeinschaftlichen Wohnens umgesetzt werden kann, wird im Laufe der weiteren Planung erarbeitet. 58 technologischer Entwicklungen muss der neue Stadtteil nicht nur robust, sondern vor allem flexibel sein. Köln-Kreuzfeld muss in der Lage sein, sich während der auf gut 15 – 20 Jahre angeleg- ten Entwicklung an völlig neue Bedarfe, Nut- zungsansprüche und letztlich neue Möglich- keiten der Stadtentwicklung anzupassen, um langfristig auch einen Mehrwert für alle umliegenden Stadtteile zu bieten. Die städtebauliche und funktionale Struk - tur der Hoods, gepaart mit innovativen Pro- zesswerkzeugen, gibt die Möglichkeit, die notwendige Adaptivität in der Entwicklung Wirklichkeit werden zu lassen. Dazu braucht es zum einen eine kritische Stadtgesell- schaft, die an gesetzte Ziele erinnert und auf aktuelle lokale Bedarfe hinweist, zum an- deren eine mutig und reflektiert steuernde Stadtverwaltung mit Rückhalt aus der poli- tischen Ebene. Während der baulichen Realisierung müssen Entwicklungs- und Betreiberkonzepte im- mer wieder synchronisiert und gegebenen - f alls an die übergeordneten Ziele angepasst werden (siehe hierzu auch Kapitel 1.6, Quer- schnittsthema Umsetzung und Phasierung, S. 24). Ausblick. Im Rahmen der technischen Masterplanung wird nun das städtebauliche Grundgerüst einer technischen Plausibilitätsprüfung un- terzogen. Die im Rahmen der Integrierten Planung skizzierte Ordnungsstruktur für die künftige bauliche Entwicklung wird auf den Prüfstand gestellt. Dies betrifft alle inhalt - Brandschutz. Die Feuer- und Rettungswache verfügt über eine leistungsfähige Anbindung an das umliegende Straßennetz. Die Einsatz - fahrzeuge können alle Straßen in Kreuz - feld befahren und im Notfall schnell reagie- ren. Die Anleiterbarkeit für Rettungs- und Löschfahrzeuge der Feuerwehr ist für die geplante Bebauung vorrangig über die öffentlichen und privaten Verkehrsflächen zu gewährleisten. Die erforderlichen Aufstellflächen und Wen- deradien für Rettungs- und Löschfahrzeuge sind in der vertiefenden Verkehrsplanung zu berücksichtigen. Für Gebäude, deren Fassaden aus städtebaulichen und verkehr- lichen Gründen nicht anleitbar sind, sind Sicherheitstreppenhäuser vorzusehen. Die Befahrbarkeit von privaten Grünflächen und Innenhöfen mit schweren Fahrzeugen ist durch bauliche Maßnahmen an den Ge- bäuden (z. B. durchgesteckte Grundrisse, zweiter Rettungsweg, Sicherheitstreppen- haus etc.) zu vermeiden. In Köln-Kreuzfeld ist zudem ein neuer Standort für eine Ret - tungswache geplant. Dieser soll (zum heu- tigen Planungsstand) auf ca. 3.000 m² Grundstücksfläche in der Hood Eins auf dem Baufeld 8 ver ort et werden. Neben der Rettungswache ist ein Gerätehaus der Frei- willigen Feuerwehr mit um die 4.500 m² Grundstücksfläche auf demselben Baufeld vorgesehen. Flexibilität und Adaptivität. Die Zukunft lässt sich trotz aller Beobach- tungen und Bemühungen der Trendfor - schung nur schwer vorhersehen. Angesichts tiefgreifender ökologischer, sozialer und 2.1.6. Ausblick Integrierte Planung 59 lichen Ebenen des Masterplans. Ziel ist es, eine verlässliche Grundlage für die Bauleit - planung zu schaffen. Konkret bedeutet dies, dass die Baufelder präzisiert werden und die künftige Parzel- lierung sowie ein sogenanntes Umlegever - fahren vorbereitet werden. Die Gebäude - t ypologien w erden in Bezug auf Eingänge und Erschließungskerne, Vorzonen und Frei- flächen weiter ausgearbeitet und es werden Entscheidungen bezüglich Geschossigkeit und Dichte getroffen. Flächen- und Funktionsverortung und die konzeptionelle Ebene der Planung werden weiter verfeinert. Das bedeutet, dass Aspek- te der Barrierefreiheit sowohl bei der Gestal- tung der Gebäude als auch bei der Planung von Frei- und öffentlichen Räumen sorgfäl- tig berücksichtigt werden. Aktuell befindet sich bereits eine Entwick - lungsgesellschaft in der Vorbereitung, deren Fokus in der Umsetzung Köln-Kreuzfelds liegt. Entsprechend werden in den kommen- den Jahren die Realisierungs- und Erschlie- ßungskonzepte gemeinsam mit Verwaltung und Fachplanenden erarbeitet. Abb. 45: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands Der neue Stadtteil Köln-Kreuzfeld ist in ein hochwertiges grünes Umfeld eingebettet. Die Entwicklung der Kulturlandschaft reicht Jahrtausende weit zurück und hat Wälder, Felder und Wiesen entstehen lassen. Ziel ist es, diese Raumqualitäten bei der land- schaftsgestalterischen Planung zu beachten und weiter zu stärken. In den kommenden Jahren soll so ein ländlich-urbanes Quartier entstehen, das die Prinzipien einer Gartenstadt zukunftsweisend weiterentwickelt. Das Freiraumkonzept umfasst sow ohl gr oße Flächen und Parkan - lagen als auch kleinr äumige Begegnungs- und Nachbarschafts- räume und dient Bewegung, Aufenthalt und Naherholung. In dieser Planungsphase sind die Entwicklung einer Sport- und Spielland- schaft, die Weiterentwicklung der als städtebauliche Bildungsland- schaft ausgestalteten Grünen Mitte und die gestalterische Pro- grammierung der Hoodmitten Teil des Prozesses. 2.2 Freiraum Integrierte Planung 62 Abb. 46: Landschaftsgestaltungsplan Um Kreuzfeld in das städtische Gefüge zu integrieren, übernimmt der Freiraum eine wichtige Rolle bei der Vernetzung und Auf - wertung bestehender Nachbarschaften. Der Erhalt und die Weiterentwicklung be- stehender Grünstrukturen, wie die des Allu- vialparks, sind dabei von großem Wert und werden in die Planung integriert. Durch die behutsame Entwicklung der Flächen kann eine artenreiche, an den Klimawandel ange- passte Landschaft entstehen, die Themen wie den nachhaltigen Umgang mit Regen- wasser und Überflutungsschutz bei Stark - regen mitdenkt. Abb. 47: Übergeordnete Landschaftsstruktur Grüne M itte Alluvialpark Blumenberger Parks Chorweiler Nord Park 63 Abb. 48: Übergeordnetes Landschaftskonzept 64 2.2.1 Landschaftskonzept Woodhood beginnt mit der Landschaft. In Köln-Kreuzfeld wird die Grundstruktur des Quartiers durch die Landschaft und die Kul- turgeschichte des Ortes definiert. Die Nähe zu prägenden Landschafts- und Erholungs- räumen wie dem FFH-Gebiet „Worringer Bruch“ und dem nur drei Kilometer entfernt verlaufenden Rhein kennzeichnen das Areal. Die Grundlage des neuen Stadtteils bilden jedoch die Wälder und die seit Jahrtausen- den durch den Menschen geprägte Kultur - landschaft um das Entwicklungsgebiet. Den Mehrwert dieser ortsspezifischen Strukturen zu erkennen und in einen Frei- raum mit urbanem Kontext zu übertragen ist Aufgabe der aktuellen Planung. Köln- Kreuzfeld greift die großräumigen Land- schaftsstrukturen auf und schafft so ein ab- wechslungsreiches Netz an Landschaften mit eigenen Charakteristika. Elemente wie bestehende Gehölzstrukturen sollen durch neue und ergänzende Baumpflanzungen im Landschaftsraum von Kreuzfeld weiterge- führt und agrikulturelle Nutzungen der an- Integrierte Planung Abb. 49: Waldstrukturen Abb. 50: Freiraumelemente um Köln-Kreuzfeld 65 grenzenden Freiflächen in einer dem Quar - tier angepassten Form weiterhin angeboten werden. Dieser Ansatz trägt maßgeblich dazu bei, den neuen Stadtteil mit der gewachsenen Landschaft zu verweben. Diese neue Natur- infrastruktur durchdringt die gesamte Um- gebung und vernetzt Erholungsräume mit ökologischen Korridoren. Im Zentrum ent - steht ein charakteristischer Freiraum – die „Grüne Mitte“ –, die Stadt und Landschaft, aber vor allem Menschen auch aus dem gesamten Kölner Norden zusammenbringt und Austausch und Bewegung aktiv fördert. Im Einklang mit dem Leitsatz zu Umwelt - aspekten der Stadtstrategie schafft das K onzept einen klimagerechten und umwelt - freundlichen Grün- und Freiraum, wo auch für gesunde L ebensverhältnisse gesorgt wird. Verbindung mit Blumenberg. Die Kreuzfelder Hoods werden durch den Freiraum mit Blumenberg verknüpft. Be- stehende Parks und Grünflächen in und um Blumenberg können durch die freiraum- fokussierte Planung des neuen Stadtteils fortgeführt und in die neuen Strukturen übergeleitet werden. Blumenberg und Köln- Kreuzfeld wachsen über den gemeinsamen Freiraum zusammen. Waldstrukturen. Viele Baumbestände und Waldstrukturen um Köln-Kreuzfeld sind gewachsene Bio- tope und Erholungsraum in einem. Existie- rende Flächen sollen bestmöglich erhalten bleiben, sie werden mit Hilfe des Konzeptes der Woodhood ergänzt und in einem städti- schen Kontext weitergedacht. Angebote und Charakter. Die produktive Kulturlandschaft, Wald und Parkareale bieten bereits heute Potenziale für eine vielfältige und individuelle Naher - holung sowie Raum als Habitat für eine ge- sunde Flora und Fauna. Mit Köln-Kreuzfeld werden diese Angebote standortgerecht er- gänzt, sie stärken damit die Vernetzung und Strahlkraft des Ortes. Mit dem neuen Stadt- teil sollen langfristig resiliente Freirauman- gebote geschaffen werden. Abb. 51: Übergeordnetes Freiraumkonzept Woodhood 66 2.2.2 Freiraumkonzept Kulturlandschaft, Wald und Alluvialpark um- rahmen Kreuzfeld nicht nur, sie fließen viel- mehr in die neuen Nachbarschaften und die dazwischenliegenden Freiräume hin- ein. So kann sich Köln-Kreuzfeld die Land- schaft aneignen und sie im Sinne einer zu- kunftsweisenden, gesunden und nachhalti- gen Stadtentwicklung weiterdenken. Wo Wald, Park und Kulturlandschaft aufein- andertreffen, entsteht ein Park im Kern des neuen Stadtteils. Die Grüne Mitte wird we- sentlicher Bewegungsraum, Lernlandschaft und Knotenpunkt des Quartiers. Der Park liegt primär zwischen den fünf Kreuzfel- der Hoods, erstreckt sich dann jedoch wei- ter in den Süden des Quartiers, wo er sich im Übergang zum angrenzenden Freiraum zu einer extensiven Wald- und Wiesenflä - che entwickelt. Diese fließenden Übergän- ge finden sich an vielen Stellen des Land- schaftsraumes wieder. Die städtebauliche Entwicklung lässt dabei maximalen Raum für die Natur, wodurch landschaftliche Quali t äten und Potenziale besonders gut genutzt werden können. Die Räume folgen der vorhandenen, meist nur leicht geneigten Topografie. An den Rändern im Süden und Osten prägen die natürliche Eintiefung der Alluvialrinne sowie die bautechnische Über- Produktive Landschaft Alluvialpark Grüne Mitte Wald Integrierte Planung Abb. 52: Konzeptschnitt produktive Landschaft Abb. 53: Konzeptschnitt Grüne Mitte Abb. 54: Konzeptschnitt Alluvialpark 67 formung durch den S-Bahn-Tunnel und die Mercatorstraße das Gelände. Diese Topo- grafie definiert die Grundlage für die Was- sersammlung und -speicherung sowie die Klimaanpassung. Darüber hinaus schafft der neue Freiraum Platz für bestehende Ökokorridore, die in den großzügigen Flä - chen zwischen den Kreuzfelder Hoods fort - geführt werden. Produktive Landschaft. Die produktive Landschaft im Norden Kreuzfelds knüpft an die landwirtschaftlich genutzten Flächen an. In diesem ausgewie- senen Raum werden unterschiedliche Bau- steine angeboten, die sich untereinander mischen und so einen produktiven Erlebnis- raum mit vielen Qualitäten entstehen lassen. Grüne Mitte. Als verbindender Freiraum hat die Grüne Mitte die Aufgabe, Erholungs- und Erlebnis- raum mit Verbindungsfunktion zu sein. Die ausgedehnte Fläche von über 5,7 ha allein im inneren Bereich kann all das durch ihre spezifische Struktur besonders gut leisten. Eine effiziente Wegeführung verbindet nicht nur die Hoods, sondern auch Sport- und Spielangebote sowie die an den Park an- grenzenden Schulen miteinander. Alluvialpark. Die Verbindung zu bestehenden Strukturen wie die des Alluvialparks ist für die Entwick- lung des neuen Stadtteils von großer Bedeu- tung. Neben der hohen Dichte an Bestands- bäumen und einer prägnanten Topografie sticht die S-Bahn-Station Blumenberg he- raus, die in Zukunft von einer Barriere zum Bindeglied von Freiraum und Stadt transfor- miert werden soll. vielfältige und hochwachsende Wiesenflächen einfache Verbindung der Stadtteile Pflege der bestehenden Grünflächen Abgrenzung durch Pflasterung Abgrenzung durch Pflasterung heimische Obstbaumarten Topografie als Teil der Landschaft Landschaftsspielplatz Spielplatz im Park Bestandswald Rad- und Fußweg diverser Freiraum mit ökolog. Wert PermakulturObstwiese Essbarer Wald Weg Abb. 55: Grünflächenplan: Produktive Landnutzung 68 Urbane Landwirtschaft. Angrenzend an die Kreuzfelder Hoods soll im Norden des Gebietes eine produktive Landschaft entstehen, die im urbanen Kon- text neue Formen der Landwirtschaft nutzt. Weg von traditionellen Kleingärten, exklu- siven und privatisierten Grünflächen, hin zu inklusiven, zugänglichen und sichtbaren Produktionslandschaften. 2.2.3 U rbane Landwirtschaft Flächen innerhalb des Sportfeldes Typ C werden nicht mitgerechnet Das weitläufige Areal wird Teil der öffentlich zugänglichen Grün- und Erholungsflächen und leistet damit einen Beitrag zur Erweiterung des Angebotes lokaler gemeinschaftlicher Lebensmittelproduktion. Integrierte Planung Flächen können professionell, aber auch durch Anwohnen- de bewirtschaftet und gestaltet werden. 69 Dabei ist ein mosaikhafter Wechsel von Flächen angedacht, der sowohl land- schaftlichen Mehrwert hat als auch den Austausch der Bewohner*innen unter- einander unterstützt. Das weitläufige Areal wird Teil der öffentlich zugänglichen Grün- und Erholungsflächen und leistet damit einen Beitrag zur Erwei- terung des Angebotes. Kreuzfeld kann da - mit neue Modelle der gemeinschaftlichen Lebensmittelproduktion und Landbewirt - schaftung fördern, einschließlich gemein- schaftlicher Obstgärten und anderer Kul- turen. Darunter zählen Weinreben an den leichten Hängen im Nordosten, Gemüse- anbauanbau für den lokalen Gebrauch, Blu- menanbau für die saisonale Verwendung oder Bodenverbesserungen für landwirt - schaftliche Folgenutzungen. Diese Modelle sind so gewählt, dass sie eine visuelle und funktionale Verbindung mit dem landwirtschaftlichen Kontext und der Geschichte des Gebiets beibehalten. Pro- duktive Landschaften wie essbare Wälder, Permakultur und gemischte Bepflanzung, die durch Mischbepflanzung und Permakul- tur-Methoden geprägt sind, können vielfälti- ge Lebensräume und biologische Vielfalt im Siedlungsraum um Köln-Kreuzfeld schaffen. Anteil der produktiven Landnutzung Permakultur rund 20 .800 m² Gemeinschaftsgärten rund 1 6.800 m² Essbarer Wald rund 21. 700 m² Obstwiese rund 1 7.000 m² Gesamt rund 7 6.300 m² Die Landnutzung wird auch als Teil von Umwelt-, Bildungs- und Beteiligungsprogrammen der Ge mein schaft dienen. Abb. 56: Anbau fördert gemeinschaftliche Interaktion I Karres en BranAbb. 57: Gemeinschaftsobstgärten und Permakultur I Karres en Brands Abb. 58: Konzeptschnitt produktive Landnutzung Abb. 59: Konzeptschnitt produktive Landnutzung 70 Topografie als Bestandteil der Landschaft Hangnutzung auf dem Wall ist möglich Abgrenzung durch Pflasterung Fester Picknick- Tisch Landwirtschaftliche Fläche mit ökologischem Anbau vielfältige und hochwachsende Wiesenflächen Pflege heimischer Obstbaumarten Essbarer Wald PermakulturObstbaumwieseGemeinschaftsgärten Obstwiese Weg Essbarer Wald Permakultur Gemeinschaftsgärten Abb. 60: Grünflächenplan mit „Grüner Mitte” und intensiv genutzter Landschaft 71 Die Landschaft soll als multifunktionale Freifläche und als Ort der sozialen Interak - tion dienen. Der am intensivsten genutz - te Bereich ist die Grüne Mitte. Inmitten der fünf Hoods gelegen, ist der als natur- nahe Parklandschaft angelegte Freiraum Vermittler und Verbindung zwischen den Nachbarschaften. Durch die Grüne Mitte soll der Austausch zwischen den Hoods gefördert werden. Schnelle und langsame Verbindungswege spannen sich hier zwischen den Hoods auf und ermöglichen eine sichere und ange- nehme Verbindung, etwa zwischen S-Bahn- 2.2.4 Grüne M itte und mehr Anteil intensiv genutzter Landschaft Grüne Mitte rund 54.800 m² äußer er Bereich rund 27 .300 m² Lärmschutzwall/-wand Soll insg.: 82.500 m² I st insg.: rund 82.1 00 m² Die neue Landschaft der Kreuzfelder Hoods ist regenerativ, produk- tiv und erhöht die Biodiversität, ohne dabei an Erholungsfunktion einzubüßen. Station und Arbeitsplatz oder Schulstand- ort und Wohnort. Der Weg durch die Grüne Mitte ist die kürzeste fußläufige Verbindung zwischen S-Bahn-Station und den weiter - führenden Schulen. Integrierte Planung Abb. 61: Artenreiche und informelle Parklandschaft I Karres en Brands Abb. 62: Gemähter Weg im Quirijn Park, Tilburg I Karres en Bra Abb. 63: Konzeptschnitt Grüne Mitte mit Spiellandschaft und Wäldchen Abb. 64: Konzeptschnitt 72 Die Schulen umrahmen die Grüne Mitte. Bei den zwei weiterführenden Schulen ist die Überlagerung von Schulhof und Park möglich. Dies öffnet die Stadt zum Freiraum und er - möglicht den Anwohner*innen neue Nutzun- gen sowie einen weitläufigen Freiraum, der Raum für Entdeckungen und Erholung lässt. Wasser ist, wie im gesamten Quartier, auch hier eine sichtbare Komponente, die das Thema Retention zum Gestaltungselement erhebt und für die Bewohner*innen erleb- bar macht. Im Süden des Areals, in dem sich die Grüne Mitte über den Hood-Loop hinaus ausweitet, wird das Wasser zu einem Be- standteil des Parks, der hier eine Überleitung in die angrenzende Landschaft gestaltet. Ein Teil der naturnahen Parkgestaltung der Grü- nen Mitte ist das Anlegen von Wildblumen- wiesen als Lebensraum für verschiedene Tiergruppen. Diese Wiesen können auch von Anwohner*innen genutzt werden und bie- ten viel Raum für Erholung. Die Bereitstel- lung einer Vielzahl an Habitaten im gesam- ten Plangebiet, darunter Retentionsflächen, saisonal überschwemmte Niederungen, Obstbaumwiesen und Wälder sowie stel- lenweise eine reiche Strauchschicht kann in Kombination mit geeigneten Pflege- maßnahmen die Artenvielfalt innerhalb des Quartiers fördern. Wiesenzone Weg Spielplatz in der Grünen Mitte Wäldchen + Wiesen in der Grünen Mitte Rad- und Fußweg Rad- und Fußweg vielfältige und hochwachsende Wiesenflächen vielfältige und hochwachsende Wiesenflächen Freiraum mit ökologischem WertLandschaftsspielplatz in der Grünen Mitte dicht bepflanzte Zone Weg gemähter Weg gemähter Weg PRINZIPIEN 73 Dorfanger wird Hoodmitte. Die Hoodmitte ist ein zentraler Treffpunkt und konzentriert verschiedene Angebote gut erreichbar im Zentrum der Nachbar - schaften. Keine Mitte ist gleich. Zwar stehen einige Angebote in allen fünf Hoods gleichermaßen zur Verfügung, die Nachbarschaften bilden jedoch durch ihre Gestaltung und thematische Schwerpunkte einen ganz individuellen Charakter. Raum für Menschen – nicht für Autos. Die Hoodmitte ist besonders barrierearm in den Raum eingebettet und spannt sich als multifunktionaler Freiraum von Gebäude- front zu Gebäudefront auf. Kreuzfelder Büdchen. Als fester Bestandteil der Kölner Stadtkultur erhält das Büdchen in Kreuzfeld eine indi- viduelle Ausgestaltung. Es kann zu einem Anker der Nachbarschaft und alltägliche An- laufstelle werden. 2.2.5 Hoodmitten Die Hoodmitten sind individuell gestaltet und wirken als Magnet für Anwohnende und Besuchende aus anderen Nachbarschaften. Integrierte Planung Abb. 65: Aufbau Hoodmitten 74 Zwischen den Schwerpunktthemen Wasser, urbane Produktion und grünes Quartierszen- trum entwickeln die Kreuzfelder Hoods auch mit H ilfe der Freiraumprogrammierung eige- ne Identitäten. Die Pavillons können hierbei einen Kiosk , aber auch eine andere thematisch passende Funktion beherbergen, die an den Charakter der jeweiligen Kreuzfelder Hood anknüpft. Die Gemeinschaftsfläche der Hoodmitten ist im Regelfall durch die Hood Kitas und sozia- le Funktionen gerahmt, sodass sie den Zwi- schenraum fassen. Die Gestaltung bezieht alle umliegenden Gebäude in den Raum mit ein, deren Erdgeschosszonen zugleich durch vielfältige Funktionen belebt werden. Pkw werden soweit möglich von den Hoodmitten ferngehalten, sodass ein weitläufiger Raum für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und ein buntes Miteinander entsteht (siehe hier - zu auch Kapitel 2.5, Bildung, Jugend, Sport, K ultur & Soziales. S. 146). Hood Fünf – 4.300 m² Inkl. Spielplatz (1.100 m²) Hood Zwei – rund 9.200 m² Inkl. Spielplatz (1.200 m²) Hood Vier – 4.000 m² Inkl. Spielplatz (1.000 m²) Hood Eins – rund 9.100 m² Inkl. Spielplatz (1.200 m²) Hood Drei – 2.000 m² Inkl. Spielplatz (500 m²) Hood Eins | Stadt und Wald Hood Zwei | Wasser Hood Drei | Markt Hood Vier | Generationen Hood Fünf | urbane Landwirtschaft Legende Größe der Hoodmitten in m² Abb. 66: Grünfläche mit Spielelementen I ADEPT Abb. 67: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands Abb. 68: Konzeptschnitt Gemeinschaftsgarten Abb. 69: Konzeptschnitt Generationentreff Abb. 70: Konzeptschnitt Straßenraum Abb. 71: Konzeptschnitt Retentionslandschaft 75 Büdchen Platz + BaumbestandGehweg Gemeinschaftsbeete Büdchen Spielplatz im Grünen Büdchen + Ernteverkauf Spielwiese Wohn- haus Gehweg + Flexzone Befahrbarer Bereich Gehweg Hood Platz Hood Platz Grünfläche mit Retentionsraum Platz + Baumgruppen Kita Sitzgruppen + Belichtung Aneignungs- fläche Gewerbe oder Gastro im EG Treffpunkt Kölner Büdchen. „Sie sind im gesamten Stadtgebiet zu finden und bieten meist ein breitgefasstes Spektrum an Waren (...). Laut einer Statistik der IHK Köln gibt es an die 1000 Kioske dieser Art. ” „Fast jede*r Kölner*in hat ein eigenes Stamm- oder Lieblingsbüdchen. Und natürlich hat auch jeder Kiosk seinen ganz eigenen Charme. ” Kreuzfelder Büdchen. Das Kreuzfel der Büdchen soll ein fester Bestand t eil der fünf Kreuzfelder Hoods sein. Es kann Anlaufpunkt für einen schnellen I mbiss, die neueste Zeitung oder einen Plausch unter Nachbarn sein. Besitzt die Hood einen Gemeinschafts- garten, so kann das Büdchen auch schon mal einen Ger äteschuppen be- sitzen. Findet in einer Hood der Wo - chenmarkt statt, dann liegt das Büd - chen gelegentlich inmitten der Stände. Abb. 72: Übergeordnete Funktionen des Alluvialparks 76 2.2.6 Alluvialpark Die Verbindung zu bestehenden Struktu - ren wie der des Alluvialparks ist für die Ent - wicklung des neuen Stadtteils von großer Bedeutung. Um Kreuzfeld an den beste - henden Stadtteil Blumenberg anzubinden, wir d die angrenzende Grünstruktur west - lich von Blumenberg weitergedacht und als Teil des Freiraumnetzwerkes zwischen den neuen Nachbarschaften entwickelt. Neben der hohen Dichte an Bestandsbäumen und einer prägnanten Topografie sticht die S-Bahn-Station Blumenberg heraus, die in Zukunft zum Bindeglied von Freiraum und Stadt transformiert werden soll. Der großflächige Baumbestand wird dabei unter dem Aspekt der Verkehrssicherungs- pflicht gepflegt und als charakteristisches M erkmal des Alluvialparks entwickelt. Auch Spiel- und Sportangebote sowie ein gut ver- netztes Wegesystem werden ergänzt, sodass qualit ative Freiräume entstehen, die gemein- sam mit Wald und Topografie ein Bindeglied zwischen Blumenber g und Kreuzfeld bilden. Integrierte Planung Abb. 73: Grundprinzipien Pflanzkonzept 77 Bei Neupflanzungen folgt Kreuzfeld einer übergeordneten Pflanzstrategie, die klima - resiliente und heimische Pflanzen vorsieht. Der facettenreiche Freiraum von Kreuz - feld integriert Baumpflanzungen flächen- deckend im gesamten Areal des Quartiers. Dabei wird ortsspezifisch gepflanzt, so dass im Norden des neuen Stadtteils eine produktive Stadtlandschaft entsteht und in den südlichen Bereichen von Kreuzfeld dichtere Baumpflanzungen aus geeigne- ten Arten die Stadtlandschaft an bestehen- de Waldstrukturen anbinden. Für die Gestaltung und Strukturierung des Raumes können Bäume als lenkende Be- pflanzung entlang wichtiger Wegstrukturen wie der Mercatorstraße oder auch als ein- fassende Gruppen in weitläufigen Parkarea- len gesetzt werden. In Städten haben Bäu- me insbesondere im Bereich von Straßen 2.2.7 Pflanzkonzept keine Bepflanzung auf Bahntunnel bestehende Wald- und Gehölzstrukturen Abstand zur Sportanlage Sichtachsen Legende Integrierte Planung Obstbaumwiesen und essbare Wälder als Bestandteil der pro- duktiven Stadtnatur. Abb. 74: Pflanzkonzept gesamt 78 und Verkehrswegen einen wichtigen küh- lenden Effekt auf ihre Umgebung und spen- den Schatten an heißen Sommertagen. Fer- ner sind Bäume in bewohnten Gebieten als Nahrungsquelle und Lebensraum Bestand- teil von Biotopen. Als Bestandteil der Grünen Mitte werden aufgelockerte Baumpflanzungen geplant, die sich in Gruppen und als gemischte Wäldchen über das Landschaftsraster aus Wiesenflächen, Sport- und Spielangeboten sowie retentionsfähigen Flächen verteilen. Heimische und klimaresilientere Arten kön- nen dabei einen Beitrag zu einem gesunden und nachhaltigen Aufbau der Landschaft leisten. Durch eine gezielte Pflanzung der Bäume werden Sichtachsen durch den Park und zwischen den Kreuzfelder Hoods ge- formt, sodass die Größe des Parks durch Parkbepflanzung lockere Baupflanzungen innerhalb der Hoods Obstbäume essbarer Wald Hoodmitten Wald Legende 79 geplante Öffnungen im Raum erfahren wer- den kann. Die freizuhaltende Abdeckung des S-Bahn-Tunnels wird nicht mit Bäumen bepflanzt, aber besonders behutsam in den Raum integriert. Entlang der kompakten Straßen wird bewusst auf eine durchgängi- ge Bepflanzung verzichtet. Locker gesetzte Bäume innerhalb der Flexzonen begrünen den Straßenraum und brechen Hierarchien zwischen Verkehrsfläche und Stadtraum zu- gunsten eines dörflichen Charakters auf. In den Hoodmitten wird die Bepflanzung verdichtet, sodass angenehme Grünräume mit geschütztem und anregendem Charak - ter entstehen. Hier können sich typische Stadtbäume mit Ziergehölzen mischen. In den von urbaner Landwirtschaft gepräg- ten Hoods können Obstbäume hinzukom- men. Besonders wichtig ist ein größtmög- licher Erhalt der Bestandsstrukturen. Im Alluvialpark beispielsweise wächst dichter Gehölzbestand, hier werden behutsame Pflegemaßnahmen zur Herstellung der Ver- kehrssicherheit für die neuen Nutzungen vorgenommen. Das Wäldchen im Zentrum der Hood Eins wird möglichst auf die An- forderungen seiner neuen Lage wie Sicher - heit, Reduzierung von Angsträumen, Weg- findung und Hood-Struktur abgestimmt. Für Anwohner*innen genauso wie für Besu- cher*innen kann dieser bereits bestehen- de Gehölzbestand am Eingang des Stadt - teils zum Wahrzeichen von Köln-Kreuzfeld werden. Kreuzfeld kann und soll mit einem durchdachten und zukunftsgerechten Um- gang mit Stadtbäumen begrünt werden. Hierfür wird es umso wichtiger sein, die städtische Entwicklung gemeinsam mit der des Freiraums zu denken und den stetigen Wandel und Wachstum dieser Räume als Chance zu verstehen. Der gesamte Freiraum von Kreuzfeld wird zur Sport- und Spiellandschaft. 2.2.8 Sport - und Spiellandschaft Abb. 75: Integrierte Sport- und Spiellandschaft Sportangebot. Die Sport- und Spielangebote werden im Freiraum platziert, der die Kreuzfelder Hoods umschließt. Dabei bilden multifunk - tionale Kleinspielfelder in der Grünen Mitte gemeinsame Cluster mit den zum Park aus- gerichteten Schulstandorten. So können Synergien zwischen diesen Anlagen ent - stehen und die gut erreichbaren Sportfel- der können gleichzeitig angemessenen Ab- stand zur Wohnbebauung halten. Direkt an die Kreuzfelder Hoods angegliedert verläuft Der Stadtteil Kreuzfeld folgt in seiner Ent - wicklung auch dem Leitprinzip der gesunden Stadt. Entsprechend haben qualitätsvolle Sport- und Spielstätten in der Planung einen besonderen Wert. Es finden sich Angebote für unterschiedliche Altersgruppen und Be- dürfnisse innerhalb der weitläufigen Stadt - landschaft, die einfach und barrierefrei er - reichbar sind. Auch hier wird die Verbindung nach Blumenberg durch die Aufwertung be- stehender und die Entwicklung ergänzender Angebote im Alluvialpark gestärkt. Sportflächen Sportflächen SEK I Sportflächen SEK Il multifunktionale Kleinspielfelder Sportanlage Nord Hood-Loop-Weg Bestehende Sportanlage Basketballfeld Spielflächen Großspielplatz Hoodspielplatz Parkschulhöfe Landschaftsspielplatz Waldspielelemente Integrierte Planung Freiflächen Wald Wiesen Produktive Landnutzung Lärmschutz Intensive Landnutzung 80 Abb. 76: Sport und Spiel integriert im Freiraum I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands Abb. 77: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands Hoodmitten bietet jeweils ein großer Spiel- platz Raum für die Kinder der Nachbar - schaft, um gemeinsam in direkter Nähe der Wohnhäuser, Cafés und kleinen Ge- schäfte zu toben. Damit ist eine besonders gute soziale Kontrolle und selbstständi- ge Erreichbarkeit dieser sensiblen Be- reiche gewährleistet. Auch die wohnungs- nahen Spielangebote für Kleinkinder auf den Baufeldern werden nach vorgeschriebenen Richtwerten eingeplant. Im Allgemeinen kön- nen die Bewohner*innen Kreuzfelds auf eine breite Auswahl an Spielangeboten zugrei- fen, die thematisch und altersgerecht kon- zipiert sind. Darunter fallen Kleinspielplätze für jüngere Kinder, Landschafts-, Sport- und Erlebnisspielplätze sowie eine an die Sport - anlage Nord angegliederte Spielfläche mit Bewegungsangebot. Auch hier sind Bar - rierefreiheit und Anfahrbarkeit mitgedacht (siehe hierzu auch Kapitel 2.5, Bildung, Ju- gend, Sport, Kultur & Soziales, S. 146 ff.). eine Lauf- und Radstrecke auf dem soge- nannten Hood-Loop-Weg. Entlang kleine- rer Sportstationen und Rastplätze führt er an allen Nachbarschaften vorbei. Für die Bürger*innen erstrecken sich so 2,1 km Rad- und Laufstrecke, immer entlang der Grünen Mitte, ohne Pkw-Infrastrukturen zu kreuzen. Der gesamte Freiraum von Kreuzfeld wird damit in eine konzeptuel- le Sport- und Spiellandschaft eingeglie- dert. Von Kreuzfeld aus knüpfen weitere Routen in das Umland an. Dazu gehört auch der Dresenhofweg, der als Radschnellver - bindung in Richtung Roggendorf und Chor - weiler entwickelt werden soll (siehe hierzu auch Kapitel 2.5, Bildung, Jugend, Sport, Kultur & Soziales, S. 146 ff.). Spielangebot. Die vielfältigen Spielangebote sind, an- ders als die Sportanlagen, auch im Innern der Kreuzfelder Hoods verortet. In den 81 Abb. 78: Konzeptschnitt, Lärmschutz als Tribüne Abb. 79: Konzeptschnitt, Lärmschutz mit Gehölzpflanzungen Abb. 80: Konzeptschnitt, Sportanlage Nord und Spielplatz mit Bewegungsangeboten Abb. 81: Konzeptschnitt, Sportanlage Nord mit Übergang zu Hood Drei 82 Sportfeld Kampfbahn Typ C Lärmschutzwall Privates Grün Wiesenfläche Spielplatz mit Bewegungs- angeboten Lärmschutzwall Lärmschutz Lärmschutzwall Lärmschutzwall Gehölz- pflanzungen Gehölzpflanzungen Gehölzpflanzungen Tribüne Lauf- bahn Lauf- bahn Hood- Loop- Weg Lauf- bahn Lauf- bahnLauf- bahn Lauf- bahn KIOSK KIOSK KIOSK KIOSK KIOSK KIOSK Abb. 82: Urbane Landwirtschaft Abb. 83: Parks und Landschaft Abb. 84: Hoodmitten 83 Urbane Landwirtschaft. Die produktive Landwirtschaft kann einen besonders vielseitigen und aktiven Stadtraum erzeugen: ein Mosaik aus Flächen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Parks und Landschaft. Die Grüne Mitte soll als Park unterschied- liche Funktionen beherbergen und ist eine hervorragende Grundlage für eine integrati- ve und individuelle Gestaltung. Hoodmitten. Sie sind nicht einfach nur Zentrum des Quar - tiers, sondern vielmehr charakteristische Orte für Begegnung, für Veranstaltungen und für individuelle Aneignung. Mit Köln-Kreuzfeld soll ein integrierter Stadtteil entstehen – ein Modellprojekt. Damit haben wir die Chance und auch den Anspruch, uns von standardisierten Programmen zu lösen und individuelle Orte mit dem Charakter einer Woodhood zu schaffen. Integrierte Planung Abb. 85: Spielflächen Spielflächen. Die Hoodmitte ist zentraler Treffpunkt, sie konzentriert verschiedenste Angebote lokal und damit gut erreichbar im Zentrum der Nachbarschaften. SCHÜTTELDIAGRAMME SCHÜTTELDIAGRAMME Abb. 86: Straßen und Wege Abb. 87: Schulhöfe Abb. 88: Flächen der Sportanlage Nord 84 Straßen und Wege. Mensch und Freiraum stehen in Köln-Kreuz- feld im Vordergrund. Hier entstehen ange- passte und individuelle Straßenquerschnit - te, die das Quartier zuverlässig erschließen. Schulhöfe. Eine Bildungslandschaft, die den Außen- raum als wichtigen und gestaltbaren Raum mitdenkt, eröffnet neue Chance für gemein- sames Lernen und Leben. Sportflächen. Die standardisierte Sportanlage Nord für Schul- und Vereins- sowie Individualsport - ler*innen wird ergänzt durch weitere in- novative und integrierte Sportangebote. Diese können auch in Zukunft weiter - gedach t werden und die Freude an Bewe- gung fördern. Wasser. Ein wichtiges Thema, das von Beginn an mitgedacht und progressiv umgesetzt ei- nen großen Wert für das neue Viertel Köln- Kreuzfeld hat. Es muss ein Umgang mit klimatischen Herausforderungen wie etwa extremer Dürre gepaart mit Starkregener - eignissen gefunden werden. Abb. 89: Wasser 85 Flexibilität und Adaptivität. Die Entwicklung der Landschaft in Kreuz - feld erfolgt flexibel und adaptiv. Sie soll sich nicht nur resilient an bevorstehende klimatische Herausforderungen anpas- sen, sondern vielmehr mit den neuen mul- ticodierten Grünflächen das Klima der Kreuzfelder Hoods und der angrenzenden Nachbarschaften nachhaltig und positiv beeinflussen. Maßnahmen wie eine an den Klimawandel angepasste Bepflanzung oder Wasser als erlebbares Element bewirken zu- sammen mit Schwammstadtprinzipien nicht nur ein angenehmes Mikroklima, sondern erzeugen auch ein Bewusstsein für dessen Relevanz. Notwendige Lärmschutzeinrich- tungen lassen sich spielerisch und kreativ nutzen und sorgen dadurch nicht nur für ein gesünderes Wohnumfeld, sondern schaffen durch eine optimierte Nutzung auch mehr Lebensqualität (siehe hierzu auch Kapitel 2.3, Klima, Umwelt und Energie, S. 88 ff.) Ausblick. Die technische Masterplanung sieht für die weitere Entwicklung der Landschaft unter anderem die Integration des Regenwasser - managementkonzepts in die Grünplanung vor. Hierbei werden die wassertechnischen Belange zusammen mit der bereits erarbei- ten Landschaftsgestaltung sowie dem Städ- tebau abgestimmt und auf dessen Funktions- tüchtigkeit überprüft. Dadurch sollen die multicodierten Grün- und Freiflächen zu ei- ner blau-grünen Infrastruktur entwickelt und technisch plausibilisiert werden. Die Weiter- entwicklung der vorhandenen Landschaft sowie die Integration von neuen Freiräumen sollen zukünftig die Entstehung eines Bio- topverbunds unterstützen. In den nächsten Schritten des Prozesses ist zu prüfen, mit welchen konkreten Maßnahmen dies ge- sichert werden kann. Zudem erfolgt eine Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung der Planung. Weiterhin befasst sich der kom- mende Prozess mit der vorhandenen na - türlichen Topografie und den bestehenden Gehölzstrukturen. Hierbei soll die Planung auf diese Landschaftselemente abge- stimmt werden, sodass diese weitestge- hend erhalten bleiben können. 2.2.9 Ausblick Integrierte Planung Abb. 90: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 2.3. Klima, Umwelt und Energie Integrierte Planung Abb. 91: Energiekonzept für Kreuzfeld Die drängendste Herausforderung heute und in den kommenden De- kaden ist der Klimawandel. Der Planungs- und Baubranche kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Entsprechend setzt die Stadt Köln bei der Entwicklung von Köln-Kreuzfeld im Themenfeld Umwelt auf einen ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz. Vor dem Hintergrund der angestrebten Klimaneutralität Kölns bis 2035 ist es zwingend er- forderlich, Wasser- und Energieversorgung sowie das Bauen zirkulär zu denken. Köln-Kreuzfeld steht beispielhaft für einen ökosystemischen Ansatz, der Resilienz, Biodiversität und Stadtklima von Beginn der Pla- nungen an mitdenkt. 88 Das Kapitel „Umwelt” beleuchtet auf den nächsten Seiten Umweltaspekte und Nach- haltigkeit in der Stadtentwicklung und be- rücksichtigt dabei die Inhalte der „Kölner Perspektiven 2030+“ , insbesondere zu kli- mawandelrelevanten Aspekten.. Es werden erste Aussagen zum Wasserhaushalt des Planungsgebiets gemacht, das Energie- konzept für den Stadtteil vorgestellt und die CO 2-Bilanz erläutert. Zudem werden Prinzipien der Zirkularität erörtert und erste Empfehlungen zu Baumaterialien gegeben. Im Sinne eines umfassenden Erkenntnisge- winns empfiehlt sich zuvor die Lektüre des Kapitels 2.2 „Freiraum” . Öffentlicher Raum und Freiflächen sind da - bei möglichst so konzipiert und gestaltet, dass sie im Sinne eines ganzjährig angeneh- men Mikroklimas auch an heißen Sommerta- gen Aufenthaltsqualitäten bieten. Prinzipien der Schwammstadt sind auf allen Maßstä - ben integriert, sodass Starkregenereignisse keine Überlastung der Kanalisation verursa- chen. Ein maßgeschneidertes Energiekon- zept, dass fortwährend an die Bedürfnisse des Stadtteils angepasst wird und lokale er- neuerbare Energiequellen sowie energieeffi- ziente Technologien kombiniert, kann zur Reduzierung des CO 2-Ausstoßes beitragen und schafft damit beste Voraussetzungen für einen klimaneutralen Betrieb des Quartiers. Auch bei der Auswahl von Baumaterialien soll künftig auf eine Minderung der sog. grau- en Energie konsequent geachtet werden. Die Entwicklung der einzelnen Hoods erfolgt unter der Prämisse der möglichst flächensparenden Siedlungs- und Wohnforment- wicklung, Suffizienz ist eines der Leitprinzipien. 89 Integrierte Planung Abb. 92: Waldgebiete als Puffer oder zur Abkühlung durch Wind 90 2.3.1 S tadtklima und Nachhaltigkeit Mikroklima. Bei der Entwicklung Kreuzfelds werden zuvor landwirtschaftlich genutzte Flächen durch bebaute Gebiete ersetzt, die im Som - mer eine hohe Wärmebelastung verursachen k önnen. Daher ist es von entscheidender Be- deutung, dass kühle Luftströme bis in jede H ood gelangen. Die Luftströme im Sommer kommen aus Südsüdost, während die ganz - jährig vorherrschenden Winde aus Nordwest k ommen. Folgende Maßnahmen können die Sommerhitze reduzieren und ein kühlendes Mikroklima schaffen: Gebäudestruktur und -ausrichtung werden berücksichtigt, um eine gute Durchlüftung der Innenbereiche der einzelnen Hoods zu ge- währleisten. Dabei finden Verschattungen, Windströme und andere mikroklimatische Aspekte gleiche Beachtung. Abb. 93: Lücken in der Baumbepflanzung lassen kühle Luft in den Park eindringen Abb. 94: Dichtes Grün im Herzen jeder Kreuzfelder Hood 91 1. Strategische Baumpflanzungen. Der Erhalt und die Ausweitung von Be- standsgrün (insbesondere im Südwesten von Hood Vier und im Südosten von Hood Zwei) sollen kalte Westwinde im Winter ab- puffern und zusammen mit der Ausweitung von Wassereinzugsgebieten im Südosten von Hood Zwei kühle Westwinde ermögli- chen (Abb. 92). 2. Begrünung von Hoodmitten. Dichtes Grün, ausgedehnte Baumpflanzun- gen und gestaffelte Baumgruppen, durch- lässige Oberflächen und Wasserelemente im Kern jeder Hood können die lokalen Luft- ströme kühlen und für ein angenehmes Mik- roklima sorgen (Abb. 93). 3. Geringe Versiegelungsanteile. Die Grundstücke in Köln-Kreuzfeld sollen möglichst geringe Versiegelungsanteile auf- weisen (Abb. 94). 4. Nachbarschaftsstraßen. Sie verlaufen meist in Nord-Süd-Richtung und verbinden jede Hoodmitte mit einem Park oder Ackerland, auf diese Weise sollen sie die Luftzirkulation von der Hood in das Umland fördern (Abb. 95). 5. Grüne Dächer. Möglichst viele Dächer in Kreuzfeld werden extensiv oder intensiv begrünt und ggf. mit weiteren Dachnutzungen kombiniert (Multi- codierung, Abb. 96). Im Rahmen der technischen Masterplanung sollten Gebäudeblöcke, Dachlinien und Hö- hen hinsichtlich mikroklimatischer Aspekte weiter untersucht werden. Dabei werden weitere Maßnahmen, die der Entstehung von Hitzeinseln entgegenwirken mitgedacht. Studien zu mikroklimatischen Aspekten werden im weiteren Verlauf der Planungen erarbeitet. Woodhood integriert strukturelle Kalt- und Frischluftschneisen, die langfristig ein angenehmes Stadtklima sichern. Abb. 95: Grüne Nachbarschaftsstraßen mit durch- lässigen Oberflächen Abb. 96: Möglichst hoher Anteil Gründächer 92 Abb. 97: Dachbegrünung bei 50 % Auslastung 93 Fassaden und Gebäudebegrünung. Die Fassaden- und Dachbegrünung besitzt nicht nur eine klimarelevante Bedeutung für Gebäude, sondern wirkt sich auch positiv auf das Mikroklima der umliegenden Frei- räume aus. Verschattung, Luftreinigung, Kühlung und Durchlüftung spielen im Stadt- klima eine wichtige Rolle und werden durch eine gezielte Begrünung gefördert. Dieses Konzept unterstützt nicht nur die Idee einer gesunden Stadt, sondern greift auch ökolo- gische und ästhetische Aspekte auf. Art und Umfang von Fassaden- und Dachbegrü- nung werden im weiteren Planungsprozess konkretisiert. Fassaden. Die Fassadenbegrünung kann auf mehreren Ebenen Einfluss auf Gestaltung und Funkti- onsweise der Hoods nehmen. Die platzspa - rende Konstruktion von Grünfassaden kann auf einer vergleichsweise großen Fläche zur Umweltverbesserung beitragen, indem sie etwa durch Dämmung und Kühlung der Fas- sade wärmeregulierend wirkt. Auch Lärm- und lokale Feinstaubbelastungen können durch grüne Fassaden gemindert werden. Dieselben Effekte wirken sich positiv auf die Kostenbilanz von Gebäuden aus. Neben der Minderung von Emissionen ergeben sich auch eine Vielzahl an positiven Zugewinnen Die Grünräume bilden ein vernetztes Biotopsystem und schaffen neue Habitate für Fauna und Flora. Der Baum- und Strauchbestand wird im Rahmen der Entwicklung, wo immer möglich, erhalten. Biodiversität Abb. 98: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT 94 wie etwa die Möglichkeit einer verbesserten Durchlüftung und niedrigeren CO 2-Bilanz des jeweiligen Gebäudes. Fassadenbegrünung fördert die Biodiversität in Städten, indem sie Lebensräume für Pflan- zen und Tiere schafft. Die Vielfalt der Pflan - zenarten zieht verschiedene Insekten und V ögel an und unterstützt die Artenvielfalt. So trägt Fassadenbegrünung zur ökologischen Resilienz bei, indem sie das Gleichgewicht in städtischen Ökosystemen aufrechterhält und Umweltbelastungen mildert. Gründächer. Die Dachflächen von Wohngebäuden kön- nen durch Begrünung für die Hausgemein- schaft nutzbar gemacht werden. Dabei sind Flächen wie Terrassen mit intensiver Dach- begrünung in Form von Dachgärten kombi- nierbar. Auch Kombinationen mit Photovol- taikanlagen bieten Synergieeffekte und sind vorrangig zu verfolgen. Gründächer sind Bestandteil des Regen- wasserkonzepts (siehe hierzu auch Kapitel 2.3.2, Umgang mit Wasser, S. 98 ff.) und sol- len teilweise auch als Retentionsdächer fun- gieren. Dabei wird anfallendes Regenwasser durch einen angepassten Dachaufbau zu- rückgehalten und kann dann natürlich ver - dunsten. Überschüssiges Regenwasser wird so zeitverzögert und gedrosselt in die Ent - wässerungsanlage eingeleitet. Neben der Entlastung des Kanalisationssystems hat dies zeitgleich auch einen positiven Effekt auf das lokale Mikroklima. Dachbegrünungen wirken sich positiv auf das Mikroklima aus und erweitern den Lebensraum für Flora und Fauna. Abb. 99: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT 95 Abb. 100: Kohlenstoff-Emmissionen-Bauphase der Straßen per Hood Zirkularität und CO2-Bilanz voltaik-Paneelen, ein kaltes Nahwärmenetz und die Sammlung von Regenwasser für die Sekundärnutzung konzentriert. Der Wasserkreislauf ist auf lokaler Ebene durch natürliche und ökologische Systeme teilweise geschlossen. Der Wasserverbrauch wird durch die Nutzung des verfügbaren Re- genwassers für die lokale Bewässerung und die Toiletten begrenzt. Dies spiegelt sich in der Infrastruktur auf Gebäudeebene (z. B. wassersparende Geräte, Regenwassertanks in Gärten) und in der zentralen Infrastruktur (z. B. Anschluss an Wasserwerke und Ab- wasserwärme im Energiesystem) wieder. Kohlenstoffbilanz. Eine der zentralen Ambitionen für die Ent - wicklung von Kreuzfeld ist die Minimierung der Umweltbelastung, insbesondere vor dem Woodhood entsteht mit und aus den Wäl- dern. Die Verwendung nachhaltiger Bauma- terialien ist für den neuen Stadtteil von großer Bedeutung. In erster Linie sollen erneuerba- re Materialien wie Holz verwendet werden, und die Synergie mit den Stoff-, Wasser- und Energiekreisläufen der Umgebung ist bei- spielhaft für einen ökosystemischen Ansa tz. In Woodhood kann ein grünes urbanes Zentrum entstehen, das ein gesundes und nachhaltiges Leben für sich und seine Um- gebung fördert. Bauen mit Holz reduziert die CO 2-Belastung und führt zu leichten Gebäu- den, weniger gebundenen Emissionen und Kohlenstoffspeicherung. Gleichzeitig tragen Waldbereiche dazu bei, das Quartier klimare- sistent zu machen. Lokale Energiekreisläufe werden geschlossen, indem man sich auf die Erzeugung erneuerbarer Energie mit Photo- Woodhood entsteht mit und aus den Wäldern – regionale und CO2- neutrale Baustoffe kommen zum Einsatz. Straßen außerhalb 18,6 % Hood Eins 20,7 % Blumenberg 5,9 % Hood Zwei 14,9 % Hood Fünf 14,7 % Hood Vier 15,8 % Hood Drei 9,4 % 96 Hintergrund der drohenden Klimakatastro- phe und der Bedeutung von CO 2-Emissio- nen. Durch die Erstellung einer Kohlenstoff- bilanz möglichst früh im Planungsprozess können die Auswirkungen der bisher er - griffenen Maßnahmen zur CO 2-Reduktion quantifiziert und die Notwendigkeit weite- rer Maßnahmen festgestellt werden. CO 2- Emissionen entstehen sowohl während der Bauphase durch die Emissionen, die durch Materialien und Bauprozessen im ge- samten Lebenszyklus von Gebäuden und Infrastruktur erzeugt werden, als auch wäh- rend der Nutzungsphase. Daher analysie- ren wir die CO 2-Emissionen sowohl für die Bau- als auch für die Nutzungsphase, um die wichtigsten Chancen zur weiteren Redu- zierung von CO 2-Emissionen aufzuzeigen. Kohlenstoffbilanz im Straßenbau pro Hood. In Abbildung 100 ist die Verteilung der mit dem Bau von Straßen verbundenen CO 2- Emissionen dargestellt. Hood Eins trägt da - bei mit 2.641 Tonnen CO2 den größten Anteil bei. Die Straßen in Hood Zwei bis Fünf tragen jeweils zwischen 9,4 % und 15,8 % zum CO 2- Ausstoß bei. Die neuen Straßen in Blumenberg Lokale Stoff- und Energiekreisläufe werden in Bezug auf Material - wirtscha ft, Wasser, Energie, Ver- und Entsorgung implementiert, Abfall wird minimiert. führen zu 747 Tonnen CO2. Straßen zwischen den Hoods haben einen Anteil von 18,6 % am CO2-Ausstoß mit 2.372 Tonnen CO2. Empfehlungen. Die Ergebnisse dieser Analyse können ver - wendet werden, um Entscheidungen in der technischen Masterplanung hinsichtlich ihres Ein flusses auf den CO 2-Ausstoß zu verglei- chen. Zum Beispiel kann durch den Einsatz von entsprechenden Baumaterialien – auch im S traßenbau – der CO 2-Ausstoß in der Bau- phase weiter reduziert werden. Die vorlie- genden Ergebnisse zeigen, dass während der Nutzungsphase der größte CO 2-Ausstoß durch die Stromversorgung verursacht wird. Dies betont die Relevanz von Photo v ol t aik als einen der wichtigsten Bausteine für das Energiesystem und die Notwendigkeit, Ener- gieeffizienz von Gebäuden zu priorisieren. Abb. 101: Zirkularität Regenerierung natürlicher Systeme durch eine Konzentration auf die Erhöhung der biologischen Vielfalt und die Erweiterung be- stehender natürlicher Qualitäten. Ressourcen recyceln über einen Schwerpunkt auf Design für Trennung recycelter Materialien. Verringerung der CO 2-Emmissionen durch Konzentration auf passives Design und iterative LCA-Berechnungen. 97 Integrierte Planung Abb. 102: De Boel Dachgarten I Karres en Brands Abb. 103: Urban water storage I Karres en Brands Abb. 104: Statens Museum, CPH I Karres en Brands 98 2.3.2 U mgang mit Wasser Regenwassermanagement. Kreuzfeld wird mit einem Regenwasserma - nagementkonzept entwickelt, das ein ganz - heitliches Entwässerungssystem integriert. D ie bestehende Topografie bildet den Aus- gangspunkt für das Regenwassermanage - ment. Der Bahndamm fungiert als Kammlinie und unterteilt Kreuzfeld in zwei Wasserein- zugsgebiete, von denen eines nach Nord - westen und Nordosten und das andere nach Süden und Osten entwässert, hierbei stellt Das Wasser wird, soweit möglich, vor Ort zurückgehalten, natürlich gefiltert und wie- derverwendet, wobei Überläufe entlang der v orhandenen Topografie zu überflutbaren Sportplätzen und Tiefpunkten in der Land - schaft umgeleitet werden. D achflächen und urbane Plätze sind nach dem Schwammstadtprinzip zusätzliche Flächen für den Wasserrückhalt und haben außerdem eine kühlende Funktion. Wasser wird in Kreuzfeld als multifunktionales und ästhetisch anspruchsvolles Element begriffen und im Sinne des Schwamm- stadtprinzips integriert. Dachbegrünung, lokale Speicherung und Wiederverwendung zur Bewässerung blau-grüne Lösungen in Straßen Wasserplätze oder Speicher in öffentlichen Grünanlagen Gebäude Straßenzüge städtische Wasserspeicherung 99 der Alluvialpark ein wichtiges Rückhaltege- biet dar. Übergeordnete Strategie ist es, die Wasserspeicherung und Versickerung auf dem Gelände zu maximieren und die Ableitung in die Regenwasserkanäle zu minimieren. Folgende Maßnahmen sind für Kreuzfeld vorgesehen: 1. H oher Anteil an begrünten Dächern zum Auffangen und Speichern von Regen - wasser sowie eine Verlangsamung des W asserabflusses und Nutzung als pas - sive Bewässerung. 2. R ückhaltung, Speicherung und Nutzbar - machung des anfallenden Regenwas- sers für die Bewässerung privater oder gemeinschaftlicher Grünflächen. 3. M aximierung permeabler Ober flächen einschließlich durchlässiger Bürger s teige. Daneben werden ein hoher Anteil an durchlässigen Flächen und die Verwen - dung von Alternativen zu versiegelten Flächen im öffentlichen Raum angestrebt. 4. D as Regenwasser soll durch eine lokale blau-grüne Infrastruktur in Kreuzfeld organisiert werden, zum Beispiel durch zusammenhängende Mulden und Senk - en oder naturnahe Retentionsbecken. 5. Z usätzlich soll der Überlauf zu Park - dr ainagen und Speicherbecken naturnah abgewickelt werden. Dies schafft neben der ästhetischen Aufwertung auch einen Mehrwert als passive Bewässerung, Was- serfilterung und -speicherung und sorgt für ein angenehmes lokales Mikroklima. 6. Der Überlauf aus Landschaftsspeichern soll nur in getrennte Regenwasserinfra - strukturen geführt werden. 7. Eine Ableitung von Regenwasser in Abwasserkanäle ist nur in begründeten Ausnahmefällen vorzusehen. Abb. 105: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands Abb. 106: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands Abb. 107: Bosrijk, Eindhoven I Karres en Brands Wasserleitungen in der Landschaft Wasserspeicherung in der Landschaft Regenwasser und Abwässer Infiltration und zusätzlicher Charakter Versickerung, Speicherung und Lebensraum in den Er- holungslandschaften Überlauf nur in die städtische Infrastruktur Abb. 108: Grundlegendes Wasserhaushaltsmodell 100 Legende Speicherflächen Entwässerungsleitungen Blau-grüne Lösungen Speicherflächen Quartiersplätze Permeable Straßen Das Wasserhaushaltsmodell sieht eine maximale Nutzung der zuvor beschriebe- nen Maßnahmen vor, um die Belastung der Regenwasserinfrastruktur zu minimieren. Nachfolgend findet sich ein Überblick der Maßnahmen, die in Kreuzfeld zur Pufferung und Rückhaltung von Niederschlägen auf dem Gelände eingesetzt werden können. › 60 mm Speicher auf 25 % Dächern › Cir ca ein Drittel des Bodenbelags der Nachbarschaftsstraßen permeabel › Blau-grüne L ösungen auf der Straße, ca. 1.000 m x 1 m breit (0,10 m tief) › Speicherflächen Quartier splätze, ca. 2.500 – 3.000 m² (maximal 0,4m tief) › V orgeschlagene Entwässerungsleitungen Kreuzfeld, ca. 8.000 m² (maximal 0,5 m tief) › P otenzielle Speicherflächen, ca. 9.000 m² (maximal 0,6 m tief) Wasserbilanz 101 Abb. 109: Wasserhaushaltsmodell mit zusätzlichen Maßnahmen Legende Speicherflächen Sportfelder Speicherflächen Blumenberg Entwässerungsleitung Neue Verbindungen Permeable Straßen Zusätzliche infrastrukturelle Maßnahmen könnten eingesetzt werden, um die Wasser- menge in den Stauräumen und damit die Wassertiefe zu reduzieren: 1. Zis ternen als Speicher unter den nördli- chen Sportfeldern könnten ein wesentli- ches Reservoir zur Wasserspeicherung sein und gleichzeitig zur Bewässerung der angrenzenden Park- und Nutzflächen dienen. 2. M it einer potenziellen Speicherfläche der Sportfelder (ca. 9.075 m²) von 0,5 m Tiefe könnte die Einstautiefe in Kreuzfeld um 20 cm reduziert werden. 3. Der Alluvialpark hat bereits die Funk - tion einer Retentionsfläche und Ver - sickerungsanlage mit großer Kapazität und geringem Abfluss. Eine Verknüp- fung des Wassermanagementsystems in Kreuzfeld mit den Retentionsflächen des Alluvialparks könnte durch zwei neue Rohrleitungen unterhalb der Mercator - straße die Einstautiefe in den Reten- tionsflächen in Kreuzfeld weiter um etwa 10 cm reduzieren. 102 an der Station Kurt-Weill-Weg eine Nieder - schlagsmenge von maximal 67 mm/Stunde gemessen. Aufgrund dieser Daten gehen wir bei der vorliegenden Analyse davon aus, dass Kreuzfeld ein Starkregenereignis von minimal 60 mm/Stunde ohne Schaden an Gebäuden oder Infrastruktur verarbeiten können muss. Abflussbeiwert. Verschiedene Typen von Oberflächen leiten Wasser auf verschiedene Weise ab. Regen, der auf eine asphaltierte Strasse fällt, läuft zu 90 % ab. Bei einem Wald hingegen laufen nur 15 % des gefallenen Niederschlages ab; 85 % versickern im Wald. In dieser Analyse werden die unten angegebenen Abflussbei - werte verwendet. Es wird nicht davon aus - gegangen, dass das Kanalsystem als Speicher verfügbar ist. Das gefallene Regenwasser soll also im Gebiet durch Optionen auf Gebäude- und Gebietsniveau gespeichert werden. Wasserbilanz. Die Anzahl der Tage mit extremen Nieder - schlägen hat sich im Vergleich zu 1950 inzwischen verdoppelt. Dies ist auf eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur zu- rückzuführen. Wenn die Temperatur steigt, verdunstet mehr Wasser, was zu mehr Re - gen führt. Bei einem Temperaturanstieg v on einem Grad erhöht sich die Nieder - schlagsmenge pr o Stunde während der extremsten Schauer um 14 %. Die Tempe - ratur wird bis 2050 um 1 bis 2,3 Grad stei - gen, je nachdem, wie gut es gelingen wird, T reib hausgase zu r eduzieren. Perspektivisch werden Starkregenereignisse zunehmen. Die Kombination aus urbaner Verdichtung und Antizipation des Klimawandels stellt die Stadt Köln vor eine komplexe Aufgabe. Die hier aufgestellte Wasserbilanz ist ein wichtiger Schritt, um auf die Effektivität der durch das Planungsteam vorgeschlagenen Interventionen für die Klimafolgenanpas- sung hinzuweisen. Sie bildet zusätzlich eine erste Orientierung für essenzielle Entschei- dungen hinsichtlich der Zukunftssicherheit von Kreuzfeld, zum Beispiel auf welche Nie- derschlagsmenge die Gebäude und der öf - fentliche Raum ausgerichtet sein müssen. Die Wasserbilanz zeigt für jede Hood auf, wie viel Abfluss bei einer bestimmten Men- ge an Niederschlag stattfindet. Mittels der Wasserbilanz wird eingeschätzt, inwiefern die vorgeschlagenen Wasserspeicher aus- reichend sind und an welche zusätzlichen Maßnahmen gedacht werden kann. Niederschlagsmenge. Für die Niederschlagsmenge wird ein Mit - telwert eines 100-jährlichen Starkregener - eignisses und des Extremereignisses vom 1 4.07.2021 angenommen. Ein 100-jährliches Starkregenereignis in Köln umfasst einen Nie- derschlag von 53 mm/Stunde, auf Basis der D aten der KOSTRA-DWD 2010R Regenrei - hen, Spalte 11, Zeile 55. Am 14.07.2021 wurde Retentionsflächen sind flexibel erweiterbar und können temporär auch für andere Nutzungen freigegeben werden. Gebäude/Dächer: 0,7 Straßen (Asphalt): 0,8 Straßen (Ziegel): 0,6 Straßen (Beton): 0,8 Grün (Wald): 0,15 Grün (Land): 0,15 Grün (Park): 0,15 * Ü bernommen aus dem Investorenleitfaden von StEB Abflussbeiwert* 103 „ Ziel einer Wasserbilanz für einen neuen Stadtteil ist die ganzheit- liche Betrachtung, die Identifizie- rung effizienter Maßnahmen zur Wassernutzung, -speicherung und -reduzierung. ” Abb. 110: Systemschnitt Energie- & Wärmeversorgung Köln-Kreuzfeld 104 2.3.3 E nergie- und Wärmeversorgung Für die Entwicklung von Köln-Kreuzfeld sind ehrgeizige Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit und Energieversorgung gesetzt. Um diese Ziele zu erreichen, wurden die Möglichkeiten für das Energiesystem bereits im Rahmen der Integrierten Planung ana- lysiert. Vier potenzielle Energieversorgungskonzepte wurden erstellt und bewertet. Eigens dazu wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, der Nachhaltigkeit, Platzbedarf, technische Machbar- keit und lokale Integration berücksichtigt. Integrierte Planung 105 Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Energieversorgungskonzepte Kalte Nahwärme Bei einem kalten Nahwärmenetz werden verschiedene Wärmequellen miteinander verbunden. Grundwasser vom Wasserwerk Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potential. Fernwärme Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Erweiterung möglich. Wasserst In Kreuzfeld produzierter, oder importierter, Wasserst kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. All-electric Luftwärmepumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft umzusetzen für das Heizen von Wohnungen. Stromversorgung Der wichtigste Baustein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Kalte Nahwärme. Bei einem kal - t en Nahwärmenetz werden ver - schie dene Wärmequellen mitei- nander verbunden. Grundwasser des Wasserwerks Weiler hat für Kreuzfeld das meiste Potenzial. Fernwärme. Ein Anschluss von Kreuzfeld an das bestehende Fernwärmenetz ist durch eine Er- weiterung möglich. Wasserstoff. In Kreuzfeld produ- zierter oder importierter Wasser - stoff kann verwendet werden, um Strom und Wärme zu produzieren. Luftwärmepumpen. Luftwärme- pumpen können verwendet werden, um Wärme aus der Luft für das Heizen von Wohnungen einzusetzen. Photovoltaik. Der wichtigste Bau- stein für die Stromproduktion ist Photovoltaik. Photovoltaik wird mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern für eine hohe Eigenversorgung kombiniert. Energieversorgungskonzepte Welche Optionen werden untersucht? 106 Nahwärmenetze sind daher nicht auf Hoch- temperaturquellen wie sogenannte Ener - gy-from-Waste-Anlagen angewiesen, die in einer Kreislaufwirtschaft idealerweise aus- laufen würden. Im lokalen Netz der Hoods wird unter Beach- tung des Trinkwasserschutzgebietes war - mes oder kaltes Grundwasser hochgepumpt. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von agrothermischen Kollektoren, die dem Erd- reich in 1,5 – 2 m Tiefe Wärme entziehen. Das Nachbarschaftsnetz wird durch ansons- ten schwer nutzbare Niedertemperatur-Wär- mequellen in der Umgebung von Woodhood gespeist, wie z. B. das Wasserwerk Weiler (5 – 10 °C) und die Abwasserwärme der Klär- anlage Langel (10 – 20 °C). Die niedrigen Be- triebstemperaturen verringern die Verluste des Netzes, insbesondere in den Sommer - monaten, wenn der Wärmebedarf gering ist. Das System eignet sich aufgrund seiner Modularität gut für eine Erweiterung in Richtung Blumenberg. Die Flexibilität eines kalten Nahwärmenetzes bedeutet, dass sai- sonale Schwankungen durch den Anschluss verschiedener zusätzlicher Wärmequellen ausgeglichen werden können und eine regi- onale Kreislaufwirtschaft durch die Nutzung vorhandener (Ab-)Wärme aus z. B. Wasser - werken, Kläranlagen oder industrieller Ab- wärme erreicht werden kann. Wasser-Wasser-Wärmepumpen werden auf lokaler Ebene eingesetzt, sodass die Nutzer auch als Prosumer auftreten können, indem sie Kälte oder Wärme in das Netz einspeisen. Die Wärme wird saisonal gespeichert und der unterschiedliche Bedarf der verschiede- nen Funktionen ermöglicht einen Ausgleich zwischen Heiz- und Kühlbedarf. Energiekonzept. Die Kombination von verschiedenen Bau- steinen für das Energiesystem führt zu vier verschiedenen Wärmeversorgungskonzep- ten, welche jeweils durch ein allgemeines Stromversorgungskonzept ergänzt werden. Mittels Untersuchungen, Unterlagen von vorherigen Workshops und Interviews mit Vertreter*innen lokaler Interessengruppen wurden vier optionale Energiekonzepte für Kreuzfeld erarbeitet. Die Konzepte unter - scheiden sich je nach Wärmequelle. Zu- sätzlich wurde ein allgemeines Stromver - sorgungskonzept skizziert, welches je nach Wärmeversorgungskonzept unterschiedli- che Kapazitäten benötigt. Wärmeversorgung. Neben intelligenter Elektrizität setzt Wood- hood auch auf ein intelligentes Heizsystem. Durch den Aufbau eines kalten Nahwärme- netzes, das mit niedrigen Temperaturen für jede Hood separat arbeitet, wird die Effizienz optimiert und die Einbindung einer (wach- senden) Anzahl von erneuerbaren Wärme- quellen ermöglicht. Ein kaltes Nahwärmenetz ist für Woodhood besonders geeignet, da es innerhalb der Hoods verschiedene Funk- tionen gibt (Wohnhäuser, Schulen, Gewerbe usw.), die sowohl Wärme als auch Kälte be- nötigen. Das Netz ermöglicht einen Energie- ausgleich im Laufe der Zeit und den Wärme- austausch zwischen diesen Funktionen. Durch die Kombination verschiedener Wär - mequellen kann die Versorgung in Richtung einer Kreislaufwirtschaft entwickelt werden. Da kalte Wärmenetze modular aufgebaut werden können, lassen sich beim schritt - weisen Ausbau des Netzes auch neue er - neuerbare Wärmequellen integrieren. Kalte Wärmeversorgung 107 Das für Kreuzfeld entwickelte Energiekonzept ist flexibel und adaptiv anpassbar und kann so künftig erstellte Fachgutachten und neue, innovative T echnologien berücksichtigen. LT 15-20 Niedrige Temperatur Mittlere Temperatur MT 40-80 Grundwasser-Wärme (Wasserwerk Weiler ) Erdwärmekollektor Abwasserwärme ATES (Aquifer thermal energy storage) Eisspeicher TTES: Tank Thermal Energy Storage PTES: Pit Thermal Energy Storage Elektrolyse Wasserst Abwärme Industrielle Abwärme (Chempark Dormagen) P roduktion Speicherung Verbrauch Wasser-Wasser Wärmepumpen Wärmequellen Abstand Wasserwerk Weiler 1.500 m Abwasserwärme Kanalsystem 150 m Klärwerk Langel 3.500 m Erdwärmekollektor 300 m Chempark Dormagen 4.000 m Wasserst rolyse 4.000 m Rhein 3.700 m Erdwärme- kollektor Wasserwerk Weiler Abwasserwärme Kanalsys em t Klärwerk Langel RheinKREUZFELD Chempark Dormagen assers Elekt olyse W r t Wärmequellen Abstand Wasserwerk Weiler 1.500 m Abwasserwärme Kanalsystem 150 m Klärwerk Langel 3.500 m Erdwärmekollektor 300 m Chempark Dormagen 4.000 m Wasserst rolyse 4.000 m Rhein 3.700 m Erdwärme- kollektor Wasserwerk Weiler Abwasserwärme Kanalsys em t Klärwerk Langel RheinKREUZFELD Chempark Dormagen assers Elekt olyse W r t Abb. 111: Prinzipskizze kalte Nahwärme Abb. 112: Abstand Wärmequellen Abb. 113: Potenzialstandorte Photovoltaik 108 effizien t es und nachhaltiges Versorgungs- system mit geringen Verlusten, aber hoher Qualität und Sicherheit realisiert. Es verrin- gert die Umweltauswirkungen der Strom- versorgung durch das Erhöhen der Effizienz. Zusätzlich verbessert es Systemzuverläs- sigkeit, Qualität und Versorgungssicherheit. Die Kommunikation zwischen den verschie- denen Akteuren im Energiesystem wird durch den Einsatz von Sensoren ermöglicht. Batteriespeicher können eingesetzt werden, um den in Kreuzfeld erzeugten Strom zu speichern und ihn zu einem späteren Zeit - punkt zu nutzen. Durch z. B. Elektromobili- tät und Wärmepumpen sind die Nachfrage Photovoltaik. Photovoltaikanlagen sollen die wichtigsten Bausteine des Stromversorgungskonzepts in Kreuzfeld werden. Das Ziel ist, so viel Strom - bedarf wie möglich mittels Photovoltaik abzudecken. Die Photovoltaikanlagen können bestmöglich auf Dächern integriert werden. Ihre Stromversorgung ist abhängig von ver - schiedenen Faktoren wie Wetter, Ausrichtung und Jahreszeiten, darum werden sie durch T echnologien wie ein Energiemanagement - system und Batteriespeicher unterstützt. Energiemanagementsystem und Stromnetz. Durch den Einsatz eines intelligenten Stromnetzes, dass das Verhalten aller ver - bundenen Nutzer integrieren kann, wird ein Photovoltaikanlagen weitere Potenzialflächen Legende Photovoltaikanlagen werden in Köln-Kreuzfeld mit einem Energiemanagementsystem und Stromspeichern kombiniert für eine hohe Eigenversorgung. Stromversorgung 109 und der Druck auf das Stromnetz hoch. Der Batteriespeicher kann auch genutzt werden, um bei hoher Nachfrage Stromlastspitzen zu verringern. Sie können pro Haushalt aber auch gemeinschaftlich integriert werden. Stromverbrauch. Der Strom wird in Wohnungen verbraucht, z. B. beim Kochen mit Induktion, durch LED- Lampen, durch Apparate wie Kühlschränke und Waschmaschinen und für den Heiz - bedarf. Auch Nutzgebäude verbrauchen Strom für Heizung und Beleuchtung. Die zu- nehmende Elektrifizierung der Automobili- tät trägt ebenfalls zu einem zunehmenden Strombedarf bei. Dies trifft auch auf einige der vorgestellten Wärmeversorgungskon- zepte zu; der Einsatz von Wärmepumpen etwa erhöht den Strombedarf. Empfehlungen. Die Ergebnisse der Anwendung des zum Zwecke der Evaluation erstellten Kriterien- katalogs auf die verschiedenen Energiever - sorgungskonzepte wurden im Energiekon- zept dargestellt und zusammengefasst. Das Konzept der kalten Nahwärme wurde unter dem Kriterium Nachhaltigkeit am besten bewertet. Um zu einer eindeutigen Auswer - tung und letztlich der Entscheidung für ein Energiekonzept zu kommen, muss die Be- wertung im Rahmen der technischen Mas- terplanung vertieft werden. Ein wichtiger nächster Schritt für die Wahl der Konzepte ist eine Bewertung basierend auf Betriebs- und Investitionskosten sowie Kapazitäten. Abb. 114: New Aarch, Aarhus I ADEPT Abb. 115: New Aarch, Aarhus I ADEPT Abb. 116: Volksbank Bargteheide 110 Volksbank Bargteheide. Der Neubau einer Volksbank in Bargteheide steht unter dem Motto „Reduce, Reuse, Regenerate” – und setzt damit als oberstes Ziel einen minimalen CO 2-Fußabdruck des Gebäudes. Eine optimierte Gebäudehülle, modulare Holzbauweise und demontierba - res Design sind nur einige der den Entwurf auszeichnenden Merkmale. Die Gestaltung der Freiräume ermöglicht biologische Viel- falt und integriert Bestandsvegetation. 2.3.4 Klimager echte Stadtentwicklung Klimaadaptive Stadtlandschaften sind im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen unerlässlich und werden in Kreuzfeld zu einem Grundbaustein der Planung. Abb. 117: Volksbank Bargteheide Gründach Grüne Fassade Trockenheits- resistente Arten Bodenbedeckende Kräuter Stärkung der vorhandenen grünen Masse Einheimische Bäume und Sträucher Wasserdurchlässiges Pflaster auf dem Weg Vielfältige Biotope Regenwasser- managementschleife Schattentolerante Arten Durchlässige Parkfläche Biotope mit saisonalem Wechsel Mischung aus Laub- und immergrünen Bäumen und Sträuchern Sonnenschutz Dynamisches Gründach Integrierte Planung Feuchtbiotop Abb. 118: Klimastadt Middelfart: Hybrid aus Aktivitätspark und Wasserrückhaltebecken I ADEPT Abb. 119: Klimastadt Middelfart I ADEPT 111 Klimastadt Middelfart. Das visionäre Pilotprojekt in der dänischen Küstenstadt Middelfart adressiert die Effek - t e des Klimawandels. Dabei stellt es die Wechselwirkungen zwischen Grünräumen, nachhaltiger Stadtentwicklung und Klima - anpassung in den Mittelpunkt. Steigende Niederschlagsmengen werden als gestal - t erisches Potenzial des Elements Wasser gesehen und freiraumplanerisch integriert. 112 Flexibilität und Adaptivität. Bei der Entwicklung Kölns sind die bestehen- den gesamtstädtischen Programme als Leit- faden zu berücksichtigen. Vor allem das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 sowie Strate- gien zu Biodiversität, Arten- und Insekten- schutz bieten wichtige Orientierungshilfen. Für Köln-Kreuzfeld sind mit Blick auf die am- bitionierten Ziele zuverlässige Standards für alle an der Umsetzung und letztlich am Bau beteiligten Akteur*innen erforderlich. Als gemeinsame Basis wird eine Zertifizierung nach eigenem Standard oder nach etablier - ten Standards wie der DGNB empfohlen. Neuanpflanzungen und Erweiterungen der vorhandenen Vegetation werden mithilfe von Pflanzen erfolgen, die an das sich wan- delnde Klima und die städtische Umgebung angepasst sind. Eine umfangreiche Vielfalt an Arten und eine hohe Biodiversität tragen maßgeblich zu Stabilität, Leistungsfähigkeit und Produktivität des Ökosystems in Köln- Kreuzfeld bei. Im Rahmen von Forschungs- und Pilotpro- jekten (z. B. der TH Köln) könnten auch heute noch nich t etablierte oder marktreife Baustof- fe beziehungsweise wenig etablierte Techno- logien zum Einsatz kommen. Energie- und V ersorgungskonzepte müssen entsprechend der technologischen Weiterentwicklungen und Förderbedingungen angepasst werden, um Betriebskosten für Mieter zu optimieren und einen klimaneutralen Betrieb zu ermög- lichen. Das gewonnene Know-how kann zu- dem als Mehrwert in zukünftige Entwick - lungsprojekte in Köln übertragen werden. Ausblick. Im Zuge der technischen Masterplanung werden eine Vertiefung des Regenwasserma- nagementkonzepts sowie die Erstellung einer W asserbilanz für das Gesamtareal Kreuzfeld vorangetrieben. Zusätzlich werden mehrere mikroskalige Klimasimulationen durchge- führt, die Temperatur, Windgeschwindigkeit und bioklima tische Kenngrößen untersuchen. Auf Ebene der Bauleitplanung wird dazu eine Prüfung und Auswertung von Optimierungs- möglichkeiten durchgeführt, die dann im An- schluss auch die potenziellen mikroklimati- schen Auswirkungen auf den angrenzenden S tadtteil Blumenberg überprüfen kann. Das Energiekonzept und dessen Empfeh - lungen sollen weiterentwickelt und vertieft w erden. Neben einer Modellierung des zu er- wartenden Energiebedarfs und der Energie- produktion ist eine Kostenschätzung für das be vorzugte Konzept in Bezug auf Investitio - nen und Betriebskosten unabdinglich. Hierfür is t in den weiteren Schritten auch zu prüfen, welche Förderprogramme bereits bestehen und für Kreuzfeld beantragt werden können. Es ist wichtig, weiterführende Untersuchun- gen zu Synergien zwischen Energiesystemen, Gebäudek onstruktionen und der natürlichen Umgebung durchzuführen, um klimaanpas- sungsbezogene Maßnahmen zu entwickeln. Eine de taillierte Planung der Versorgungsin- frastruktur und eine enge Zusammenarbeit mit den r elevanten Ämtern und Behörden sind von zentraler Bedeutung für die weitere Entwicklung. 2.3.5 Ausblick Integrierte Planung „ Das städtebaulich-freiraum- planerische Gesamtkonzept berücksichtigt Umwelt- ein flüsse und sich ändernde Voraussetzungen in der Entwicklung von Beginn an. ” 113 Abb. 120: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands 116 2.4. M obilität und Verkehr Ziel ist es, Mobilitätsgewohnheiten, die sonst nur in der Innenstadt anzutreffen sind, auch am Stadtrand zu ermöglichen. Dabei sollen die Mobilitätsangebote für alle Menschen, auch in der Umgebung, nutzbar und attrak - tiv sein. Insbesondere der Fuß- und Radver- kehr stehen dabei im Fokus, sei es zwischen den einzelnen Hoods oder auf dem Weg von und zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein leistungsfähiger und verlässlicher öf - fentlicher Verkehr ist das Rückgrat der An- bindung Köln-Kreuzfelds an das restliche Stadtgebiet und umliegende Orte. Da die Zukunft trotz aller Bemühungen nur be- dingt vorhersehbar ist, sind alle Strukturen flexibel auf die Bedarfe von übermorgen an- passbar. Auf den folgenden Seiten wird das Mobilitäts- konzept Köln-Kreuzfelds dargestellt. Es um- fasst die innere Erschließung sowie Aspekte der äußeren Anbindung mit Auto, Bus und Bahn, Fahrrad und zu Fuß. Der ruhende Verkehr wird umfassend beleuchtet und neu interpretiert, um die Erwartungen an den Raum zu erfüllen. Mobilstationen als Stadt - baus teine mit Magnetwirkung, attraktive öffentliche Räume und zukunftsfähige Kon - zeptionen von Straßenquerschnitten führen zu einer effizienteren Flächennutzung. Die Rolle der S-Bahn-Station Blumenberg als Katalysator der Stadtentwicklung und Eingangstor zu Köln-Kreuzfeld / Blumenberg wird in Kapitel 3.2, Lupenraum S-Bahn-Sta - tion vertieft betrachtet. Im neuen Stadtteil Köln-Kreuzfeld stehen Mobilität und Verkehr im Zeichen von Klimaneutralität, Ressourcenschonung, Energieeffi- zienz, sozialer Durchmischung und Gesundheitsförderung. Das Ziel: den Menschen in den Mittelpunkt stellen sowie nachhaltige Mobili - t ät für Bewohner*innen, Beschäftigte, Schüler*innen und Besu- cher*innen generieren. Die neuen Strukturen werden eng mit dem angrenzenden Stadtteil Blumenberg verknüpft, um neue Qualitäten zu schaffen und einen Mehrwert für die bereits ansässige Blumen- berger Bevölkerung sowie die nach Kreuzfeld ziehenden Menschen zu generieren. Das Mobilitätskonzept basiert auf einem robusten Erschließungssystem und beinhaltet zahlreiche Innovationen, ins- besondere im Bereich der Nahmobilität und des ruhenden Verkehrs. Integrierte Planung 117 Fuß- und Radverkehr stehen in den Kreuzfelder Hoods im Fokus. Ein niedriger Anteil des Pkw-Ver- kehrs für Köln-Kreuzfeld wird durch ein intelligentes, zukunftsfähiges Mobilitätskonzept erreicht. Abb. 121: Verkehrskonzeption Mobilstation S-Bahn-Linie Innerer Hood Loop Nachbarschaftsstraße Äußerer Hood Loop Fuß- und Radwegnetz aktuell geplante Bushaltestelle Hood Loop mit äußerer Straßenanbindung Radschnellverbindung Dresenhofweg Sport Loop Legende Infos zum Verkehrskonzept Sieben Mobilstationen bieten Zugang zu Mobilitätsangeboten und ca. 1.500 Pkw- Stellplätzen. Ca. 12.000 Fahrradstell- plätze in den Hoods und ca. 800 Bike & Ride-Plätze ermöglichen den Umstieg zwischen Rad und S-Bahn Sieben barrierefreie neue Bushaltestelle sind aktuell geplant und eine barrierefreie S-Bahn-Station Zwei Logistikhubs für den Umschlag von Waren, Paketen und als Lagerfläche Ein weitgehend vom Kfz-Verkehr getrenn- t es Netz für den Fuß- und Radverkehr bie- tet eine attraktive und sichere Infrastruktur Der Dreesenhofweg wird als Hauptachse für den Radverkehr erhalten und soll als Radschnellverbindung nach Roggendorf, Worringen bzw. Chorweiler und weiter in Richtung Innenstadt entwickelt werden Die Infrastruktur ist flexibel und adaptiv geplant und kann über die Zeit einfach umgenutzt werden 118 Ein separates Wegenetz für den Fuß- und Radverkehr umschließt die Hoods und ver - bindet sie miteinander. Dadurch entsteht ein vom Kfz-Verkehr getrenntes Fuß- und Radwegenetz durch die Grüne Mitte, das die Wohngebiete mit den Schulen, den zentra - len Funktionen in Hood Eins und insbeson- dere mit dem S-Bahnhof verbindet. Der Mobility-Loop erschließt die fünf Kreuz- felder Hoods und bindet sie an das umliegen- de Straßennetz an. Er verbindet Köln-Kreuz- feld im Osten mit der Mercatorstraße und im Norden mit dem Blumenbergsweg. Der Mobility-Loop ist für den Kfz-Verkehr und den Busverkehr mit Gelenkbussen befahr - bar . Entlang des Loops sind in den Mobil- stationen zentralisierte Stellplatzanlagen für die Bewohner*innen und Besucher*innen angeordnet. Die Querung des S-Bahn-Tun- nels zwischen Hood Vier und Hood Fünf ist dem Bus-, Fuß- und Radverkehr vorbehalten. Der innere Hood-Loop dient der internen Er- schließung der Hoods. Es handelt sich um Ein- bahnstraßen mit Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung. Sie werden in erster Linie für die Ver- und Entsorgung sowie von Hand- werkern und Pflegediensten befahren. Entlang des inneren Hood-Loops befinden sich für die- se Verkehre zahlreiche Haltemöglichkeiten. Die maximale Distanz von den Lieferzonen zu den Grundstücken beträgt 75 bis 100 m. Die Nachbarschaftsstraßen stellen die Er - schließung der einzelnen Grundstücke sicher. Die Befahrbarkeit für Feuerwehr und Ret - tungsdienste ist gewährleistet. Die Zufahrt ist im Falle eines Umzugs oder der Lieferung sch werer und großer Sendungen möglich. 2.4.1 Erschließung Die Erschließung und Anbindung sowie der öffentliche Raum und die Verkehrsangebote sollen für alle Menschen sicher und komfortabel sein. Gemäß der Vision einer lebendigen und klimafreundlichen Stadt sind Straßen für den Menschen und das Fahrrad konzipiert. Alternati- ven zum Autobesitz wie das Autoteilen stehen im Vordergrund. Integrierte Planung Die Nachbarschaftsstraßen sind für den motorisierten Verkehr gesperrt und dienen vorrangig dem Fuß- und Radverkehr. Zwischen Kreuzfeld und Blu- menberg entsteht unter Einbe- ziehung des S-Bahnhofs eine Ost-West-Achse für Fuß- und Radverkehr. In Nord-Süd-Richtung verläuft eine Radschnellverbindung auf dem Dresenhofweg. 119 Die Radschnellverbindung soll nach Roggen- dorf, Worringen bzw. Chorweiler und weiter in Richtung Innenstadt entwickelt werden und ist an mehreren Stellen mit dem Radwe- genetz verknüpft. Von dem erweiterten Rad- wegenetz profitieren somit alle nördlichen Stadtteile. An der Kreuzung Mobility-Loop / Dresenhofweg ist eine sichere und bevor - rechtigte Führung für den Radverkehr zu erstellen. Ziel des autoarmen Quartiers Kreuzfeld ist es, dass Bewohner*innen und Besucher*innen bevorzugt den öffentlichen Nahverkehr nutzen, Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen. Um die Anzahl der Autos im Quartier zu reduzieren, werden sieben zentrale Ab- stellanlagen geschaffen. Die Mobilsta - tionen befinden sich in der Regel am An- fang der Hoods und sollen verhindern, dass Autos weit in die Hoods hineinfahren. Das Parken auf dem eigenen Grundstück ist nicht möglich. So entsteht ein siche- res, ruhiges und vom Autoverkehr weit- gehend unbelastetes Wohnumfeld. Im Stra- ßenraum selbst sind nur Behindertenpark - plätze, Ladezonen sowie temporäre Stell- plätze für den Hol- und Bringverkehr im Umfeld von Schulen, Kindertagesstätten sowie für Pflegedienste und Handwerker vorgesehen. Zwischen Hood Vier und Fünf soll Durch- gangsverkehr unterbunden werden. Emp - f oh len wir d, dass dieser Abschnitt aus- schließlich für den Busverkehr, den nicht-motorisierten Verkehr und Einsatz - fahrzeuge befahrbar ist. Die angestrebte Höchstgeschwindigkeit in Kreuzfeld beträgt 30 km/h. Um die Rechts-vor-Links-Rege - lung aufzuheben und die Verlustzeiten für den Busverkehr zu minimieren, werden im weiteren Planungsprozess mögliche Lö- sungen geprüft und erarbeitet. Eine Mög- lichkeit könnten abgesenkte Bordsteine sein. Dabei müssen die Vorteile des autoarmen Quartiers für Gesundheit, Umwelt und Le - bensqualität herausgestellt werden. Bei der V ergabe von Grundstücken an Projektent - wickler und Investoren sind Vereinbarungen hinsichtlich der späteren Vermarktung als aut oarmes Wohnquartier abzuschließen. Blumenbergsweg. Der Blumenbergsweg (L 43) verläuft in Ost- West-Richtung zwischen Neusser Landstra- ße (B 9) und Bruchstraße. Es ist geplant, die bestehende Straße zu ertüchtigen und ab Bruchstraße nach Westen bis zur Anschluss- stelle Köln Worringen (BAB A 57 / L 183) zu verlängern. Außerdem sind Rad- und Fußver- kehrsanlagen geplant. Die Straßentrasse liegt am nördlichen Rand des Betrachtungsberei- ches der Integrierten Planung. Im Rahmen der technischen Masterplanung sind Abstim- mungen und Verwaltungsvereinbarungen mit dem Land (Straßenbaulastträger L 43) durch- zuführen und abzuschließen. Nach Klärung der organisatorischen Projekt s trukturen und der Finanzierung können dann die Vergaben der externen Ingenieur- und sonstiger techni- scher Dienstleistungen (Planungen, Gutach- ten etc.) erfolgen. Im Rahmen dieser Arbeits- schritte wird die Politik eingebunden. Nach Abschluss der Entwurfsplanung wird das Planfeststellungsverfahren bei der Bezirks - regierung Köln eingeleitet und durchgeführt, nach dessen Abschluss die Ausführungspla- nung, die Bauvorbereitung und schließlich der Ausbau erfolgen. Alle Schritte werden von einer Projektkommunikation begleitet. Um die Akzeptanz des Konzepts bei den künftigen Bewohner*in- nen zu erhöhen, sollten früh - z eitig Informationskampagnen und Be ratungsangebote gestar- tet werden. Mobility-Loop zwischen den Hoods (ca. 13 m) Dresenhofweg PKW / Rad /ÖV (ca. 13 m) Nachbarschaftsstraße (ca. 3,5 m – 5 m ) Innerer Hood-Loop für Anlieferung, Ver- und Entsorgung (ca. 8,5 m) Separates Netz für den Fuß- und Radverkehr durch die Grüne Mitte Mobility-Loop in den Hoods (ca. 14 m) Dresenhofweg Fußgänger-/Radschnellweg (ca. 9,25 m) Äußerer Hood-Loop (ca. 3,5 m - 5,5 m) Abb. 122: Netzhierarchie mit zwei weitgehend getrennten Netzen für den Kfz-Verkehr sowie den Fuß- und Radverkehr. Angabe zu Straßenbreiten sind konzeptionell. 120 Mischverkehr (Kfz, Bus, Rad) Fuß- und Radverkehr, Kfz-Verkehr in bestimmten Fällen (Umzug, o. ä.) Fuß- und Radverkehr Legende Abb. 123: Fußverkehrsnetz 121 2.4.2 Rad- und F ußverkehr Es soll möglich sein, alle Ziele über vom Kfz-Verkehr getrennte Rad- und Fußwege zu erreichen, um ein Höchstmaß an Kom- fort und Sicherheit für alle Altersgruppen zu gewährleisten. Dies ist insbesondere für die Schulwege wichtig. Es wird empfohlen, die Hauptwege in der Grünen Mitte zu asphaltieren und zu beleuchten, wobei eine innovative insektenfreundliche Be- leuchtungstechnik eingesetzt werden sollte, um Lichtverschmutzung zu vermeiden. Eine Ost-West-Achse verbindet die Hoods im Westen mit dem S-Bahnhof und führt weiter nach Blumenberg. Alle Hoods sollen Die Stadt der kurzen Wege, die Idee der 15-Minuten-Stadt und des Stadtteils für alle prägen den Entwurf. Das Mobilitätskonzept wird aus den Bewegungsströmen gedacht und fortentwickelt. möglichst direkte Wege zum S-Bahn - ho f sowie zu den Einkaufsmöglichkeiten und sozialen Einrichtungen in Hood Eins haben. Die genaue Führung und Aus- gestaltung der Ost-West-Radachse wird gemeinsam mit der Grünen Mitte und den Bildungs- und Freizeiteinrichtungen detail - liert geplan t. Auf dem Dresenhofweg verläuft teilweise in Kombination mit dem Busverkehr in Nord- Süd-Richtung eine Radschnellverbindung mit begleit endem Gehweg. Dort, wo die Rad - schnellv erbindung das Straßennetz kreuzt, wird der Radverkehr bevorrechtigt geführt. Legende Promenade Erschließungswege Aufenthaltsbereiche Ost-West-Verbindung S-Bahnhaltestelle Köln-Blumenberg Integrierte Planung Abb. 124: Radverkehrsnetz 122 Auf Achsen mit hohem Rad- oder Fußver - kehrsaufkommen werden beide Verkehrs- arten separiert geführt, um alle Anforderun- gen der Barrierefreiheit zu erfüllen. Innerhalb der Hoods steht dem Fuß- und Radverkehr ein weitgehend vom Kfz-Ver - kehr unabhängiges Netz zur Verfügung. Die Nachbarschaftsstraßen und der innere Hood-Loop sind für den allgemeinen Kfz- Verkehr gesperrt und dürfen nur im Ausnah- mefall befahren werden. Über die Quartiers- plätze bestehen direkte Verbindungen auf die andere Hoodseite. Entlang der inneren Hood-Loops gibt es breite Gehwege, der Radverkehr kann die Einbahnstraßen in Gegenrichtung nutzen. Aufgrund des zentralen Parkens von Pkw in Sammelgaragen und der Notwendigkeit einer speziellen Erlaubnis werden diese nur schwach befahren. Empfohlen wird, den in- neren H ood-Loop nicht als Mischverkehrs - fläche zu ges talten. Der Straßenraum soll vertraute und wichtige Orientierungsmög- lichkeiten erhalten. Die äußere Ringerschließung um die Hoods verknüpft die Bebauung mit dem Grünraum. Von dort aus sind die zentralen Achsen er - reichbar. Um einen attraktiven Bewegungs- raum für Kinder zu schaffen, sie zur Bewe- gung anzuregen und ihr Selbstbewusstsein zu fördern, sind zahlreiche Spiel- und Sport- Legende Radschnellverbindung Dresenhofweg Hauptradnetz Gemeinsame Geh- und Radwege Ost-West-Verbindung 123 möglichkeiten in das Fuß- und Radwegenetz integriert. Entlang der Hauptachsen und des äuße- ren Hood- Loops um die Grüne Mitte wer - den der Rad- und Fußverkehr getrennt. Die Zweirich tungsr adwege und Gehwege haben eine Breite von jeweils mindestens 3,0 m. Die Trennung von Rad- und Gehwegen erfolgt optisch und taktil durch mindestens 30 cm breite Begrenzungsstreifen. Querungsstellen sind gesichert und umfassend barrierefrei ausge bilde t. Empfohlen wird, Querungen des Radwegenetzes mit dem Straßennetz durch rote Einfärbung zu kennzeichnen. Zur barriere fr eien Nutzung des Netzes für Fuß - gänger*innen und Radfahrer*innen ist ein durchgängiges Blindenleitsystem integriert. Für den Querungsbereich werden sowohl für blinde und sehbehinderte Menschen als auch für Rollstuhl- und Rollatorbenutzer*innen im weiteren Planungsprozess barrierefreie Lö- sungen erarbeitet. Zur Erhöhung des Komforts w erden – wo entwässerungstechnisch mög - lich – für Radwege nahtlose Übergänge (As - phalt auf Asphalt, ohne Rinne oder Bordstein) v orgesehen. 200-Meter-Radius um die Haltestellen Im Zweirichtungsverkehr mit Gelenkbussen befahrbares Netz 200 m Potenzielle Lage einer barrierefreien Haltestelle Abb. 125: Das mit Gelenkbussen befahrbare Straßennetz mit potenziellen Haltestellen und Haltestelleneinzugsbereichen 2.4.3 ÖPNV – Bus & S-Bahn Das flächendeckend ausgebaute Netz aus Bus & S-Bahn integriert den Stadtteil in das ÖPNV-Netz Kölns. Das Pendeln aus und nach Woodhood Kreuzfeld verläuft unkompliziert. Integrierte Planung 124 Im Einrichtungsverkehr mit Gelenkbussen befahrbares Netz S-Bahnhof Das Rückgrat des anspruchsvollen Mobilitäs- konzepts für Kreuzfeld ist ein zuverlässiger und attraktiver öffentlicher Nahverkehr. Der künftige 10-Minuten-Takt der S-Bahn-Linien S10 und S11 zwischen Köln-Worringen und der Innenstadt ist Basis für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung für den gesamten Köl - ner Norden. Gleichzeitig ist er eine Grund- voraussetzung für den Erfolg des Stadtteils. Der S-Bahnhof spielt als Kreuzfelder Ein- gangstor und als Bindeglied zwischen Kreuz- feld und Blumenberg eine wichtige Rolle. Der Busverkehr dient der barrierefreien Anbindung der westlichen Hoods an die S- Bahn, der Verbindung zwischen Blumenberg und Kreuzfeld, der Anbindung Kreuzfelds an die umliegenden und abseits der S-Bahn gelegenen Wohn- und Arbeitsgebiete sowie als Rückfallebene nach Chorweiler. Dort be- steht im Sinne eines resilienten Verkehrs- systems Anschluss an das Stadtbahnnetz. Die Busanbindung erfolgt über den Mobi- lity-Loop, der durchgängig für Gelenkbus- se befahrbar ist. Um einen barrierefreien Ein- und Ausstieg zu gewährleisten, sind an den Haltestellen durchgängig Borde mit einer Mindesthöhe von 18 cm vorzu- se hen. Bei der Anordnung der Haltestellen ist auf eine gute Anfahrbarkeit zu achten. Die Bushaltestellen werden, abweichend von den Empfehlungen des Nahverkehrsplans für den Außenbereich (400 m), in einem engmaschigen Erschließungs radius von 200 m angestrebt. Im Haltestellenbereich ist eine ausrei chen de Gehwegbreite von 5,00 m wich tig. Der Busverkehr soll tags- über durchgehend im 10-Minuten-Takt ver- kehren, um eine hohe Taktfrequenz und damit eine hohe Attraktivität für die Bewoh- ner*innen zu gewährleisten. Dabei ist auch die Vielzahl an Schulen im Stadtteil zu be- rücksichtigen. Es ist wichtig, Kreuzfeld früh- zeitig in die Neukonzeption des Busverkehrs im Kölner Norden einzubeziehen. Neben den Haltestellen für den allgemeinen Busverkehr sind auch barrierefreie Haltestel- len für Sonderverkehre wie den Schwimm - bus vorzusehen. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob zur besseren Erschließung von Kreuzfeld und Blumenberg ein Bedarfs v erkehr mit ma- nuellen oder perspektivisch automatisierten Shuttle-F ahrzeugen einge rich tet werden kann. Die flexibel einsetzbaren, barrierefreien Fahrzeuge können ins besonder e ältere Men- schen unterstützen und in Rand- und Neben- zeiten eine Verbindung zum Beispiel nach Chorw eiler ermöglichen. 125 Abb. 126: Mobility-Loop mit beidseitiger Bebauung Abb. 127: Mobility-Loop entlang der Hoodmitten 126 2.4.4 Straßenquerschnitte Integrierte Planung 127 Der Mobility-Loop ist die Haupterschließung des Quartiers und der einzelnen Hoods, er bindet diese an Mercatorstraße und Dre- senhofweg an und ist durchgängig mit Ge- lenkbussen befahrbar. Entlang des Mobili- ty-Loops in den Hoods haben die Gehwege eine Breite von durchgängig mindestens 2,5 m. Bei erhöhtem Fußverkehrsaufkom- men, einer aktiven Erdgeschosszone und in Bereichen mit Gastronomie weitet sich der Gehweg unter Inanspruchnahme des Multi- funktionsstreifens auf 5,0 m aus. Die Zwei - rich tungsfahrbahn wird im Regelfall von ei- nem Multifunktionsstreifen auf der von der Hoodmitte abgewandten Seite begleitet. Dieser kann je nach Bedarf unterschiedlich als Fahrradabstellanlage, Tiefbeet oder an- dere grüne wasserdurchlässige Elemente, als Hol- und Bringzone für den Schüler*in- nenverkehr, Behindertenparkplatz oder als Gehwegaufweitung ausgebildet werden. Auf Seite der Hoodmitte wird ein nahtloser Übergang zwischen Straßenraum und Platz geschaffen. Fußgänger*innen steht somit Abb. 128: Mobility-Loop zwischen den Hoods Abb. 129: Mobility-Loop mit Radschnellverbindung Abb. 130: Der innere Hood-Loop 128 eine breite und attraktive Bewegungs- fläche zur Verfügung. Bei Einbauten oder anderen Hindernissen auf der Hoodmitte ist dennoch jederzeit eine Gehwegbreite von mindestens 2,5 m garantiert. Das regel - widrige Befahren des Platzes durch Pkw wird durch die Ausgestaltung der Hoodmit - ten unterbunden. Zwischen den Hoods kann der Multifunk - tionsstreifen entfallen. Der innenliegende Gehweg weitet sich als bedeutendes Ele- ment des Schulwegenetzes auf 3,5 m aus und wird von einem Zweirichtungsradweg Abb. 131: Der innere Hood-Loop 129 begleitet. Im Fahrbahnbereich werden ge- schwindigkeitsdämpfende Elemente ein - gebaut. Der Querungsbereich mit der Rad- schnellverbindung wird für den Radverkehr niveaugleich ausgeführt. Der innere Hood-Loop als interne Erschlie - ßung is t untergeordneter und gestalterischer Teil der Hoodmitte. Der befahrbare Teil des inneren Hoods-Loops wird als Einbahn- straße mit Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung ausgeführt. Er ist für Anliefe- rungen und Entsorgungen gedacht. Der Übergang in die Hoodmitte ist fließend. Bei der Straßenraumgestaltung werden die Anforderungen an die Barrierefreiheit durch eine lineare Anordnung der Ver - kehrselemente erfüllt. Auf die Ausgestal- tung als verkehrsberuhigter Bereich wird bewusst verzichtet. Bei einer beidseitigen Bebauung durch eine Kita beträgt die Geh- wegbreite mindestens 2,50 m. Das regel - mäßige Be fahren der Nachbarschafts- er schließung mit K fz ist nicht vorgesehen. Die Nachbarschaftsstraßen dürfen jedoch im Zuge eines Umzugs o. ä. befahren wer - den – hierfür ist eine entsprechende Ge- nehmigung nötig. Die konkrete Umsetzung dieses Verfahrens wird im weiteren Pla - nungsprozess geprüft. Der 3,50 m breite Er- schließungsweg und die 2,50 m breiten Auf- weitungen lassen auch beim Beladen eines Umzugs-Lkws ausreichend Restbreite für den Fuß- und Radverkehr. Der innere Hood-Loop als Erschlie- ßung ist untergeordneter und gestal- terischer T eil der Hoodmitten. Der befahrbare T eil des Loops wird als Einbahnstraße mit Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung aus- geführt. Er ist für die Anlieferung und die Entsorgung gedacht. Abb. 132: Die Nachbarschaftsstraße Abb. 133: Der Dresenhofweg als Haupterschließung aus Richtung Norden (Blumenbergsweg) Abb. 134: Der Dresenhofweg als Radschnellver- bindung durch die Grüne Mitte 130 Der Dresenhofweg. Der Dresenhofweg – teilweise in Kombi- nation mit dem Busverkehr – wird gemäß dem Standard für Radschnellverbindungen als hochwertige Radverbindung mit beglei- tendem Gehweg errichtet. An den Kreu- zungen der Radschnellverbindung mit dem Mobility-Loop hat der Radverkehr Vorrang. An der südlichen Querung werden Fuß- und Rad v erkehr gemeinsam geführt, an der nördlichen Querung wird die Radschnell- verbindung verschwenkt und verläuft abge- setzt entlang des äußeren Hood-Loops von Hood Vier. 131 With seating With play/sport Abb. 135: Der äußere Hood-Loop in fünf verschiedenen Varianten Der äußere Hood-Loop umgibt die einzelnen Hoods. Er dient als gemeinsamer Geh- und Radweg. Bei erhöhtem Aufkommen werden beide Verkehrsarten getrennt geführt. Ak - tionsflächen und Sitzelemente animieren zu Spiel, Bewegung und Erholung. 132 2.4.5 Mobilstationen Mobilstationen bündeln verschiedene Mobili- tätsangebote und ermöglichen einen kom- fortablen Wechsel zwischen verschiedenen V erkehrsmitteln. In jeder Hood gibt es min - destens eine Mobilstation. Durch die Bün - delung verschiedener Mobilitätsangebote wie Car sharing, ÖPNV, Bikesharing, weitere Sharing-Angebote, zentrale Abstellmöglich- keiten für Pkw, Fahrradservicestationen und Schließ fächer sind die Wege sowohl zum Pkw als auch zu den anderen Mobilitätsangebo- ten gleich lang. Eine Bushaltestelle in unmit - telbarer Nähe sorgt für eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. Die aktive E rdgeschosszone bietet Raum für gewerb - liche N utzungen, auf dem Dach können Frei- zeit- und soziale Aktivitäten stattfinden. Die Mobilstationen sind mit Ladepunkten für Elektrofahrzeuge und E-Bikes ausgestattet. Die Barrierefreiheit wird durch Aufzüge und barrierefreie Zugänge gewährleistet. Die Bedürfnisse aller Nutzenden, von Bewoh- ner*innen über Mitarbeiter*innen bis hin zu Kund*innen und Besucher*innen, sind bei der Ausgestaltung der Mobilstationen zu berücksichtigen. Die Mobilstationen sollen nach den Grundsätzen des Raumbuchs für Mobil s tationen Köln geplant werden (ge- genwärtig in Erarbeitung). Umnutzung. Mobilstationen als Bauwerke sind auf eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten ausgelegt. Über diese Zeit werden für den Die Mobilstationen sind vielfältig nutzbare Stadt- und Mobilitätsbau- steine. Weit mehr als nur bloße Stellflächen für Fahrzeuge, vereinen sie vielfältige und neue Funktionen an einem Ort. Mobilitätsbereich unterschiedliche Entwick- lungen prognostiziert, deren Eintreten jedoch unsicher ist. Um einen langfristig attraktiven Stadtbaustein zu entwickeln und Ressourcen effizient einzusetzen, werden die Mobilstati- onen auf einfache Anpassbarkeit ausgelegt. Ändert sich beispielsweise aufgrund tech- nischer Fortschritte wie automatisiertes Fahren die Nachfrage nach Stellplätzen, können Flächen schnell und effizient von Park- in Fahrradstellplätze, Logistikflächen, aber auch Büros, soziale Einrichtungen oder Wohnungen umgewandelt werden. Die Umnutzbarkeit ist keine Einbahnstraße: Sollte sich nach 5 bis 10 Jahren herausstellen, dass in Kreuzfeld zu wenige Parkplätze ange- legt sind, kann jeweils ein Bauwerk in Hood Drei bis Hood Fünf von einem Bürogebäude in eine weitere Mobilstation verwandelt werden. Hierfür ist vertraglich zu sichern, dass das jeweilige Grundstück von dem*der Eigentümer*in zurückerworben werden kann. Integrierte Planung Abb. 136: Ansicht Mobilstation | ADEPT 133 Mobilstation 1.1 ca. 270 Stellplätze Mobilstation 1.2 ca. 280 Stellplätze Mobilstation und Logistikhub 2.1 ca. 190 Stellplätze Mobilstation 2.2 ca. 170 Stellplätze Mobilstation 5 ca. 190 Stellplätze Mobilstation und Logistikhub 3 ca. 170 Stellplätze Mobilstation Blumenberg mind. 120 Stellplätze Mobilstation 4 ca. 200 Stellplätze Abb. 137: Aufbau und Mischung einer Mobilstation| ADEPT Abb. 138: Mobilstation Abb. 139: Ansicht Mobilstation Oberbillwerder Abb. 140: Bereich für Automated-Valet-Parking I QUIMBY.net I CC0 Abb. 141: Das Parkraummanagementsystem weist den Weg zum nächsten freien Parkplatz I QUIMBY. net I CC0 134 Freeflow-Digital-Parken. Neue Konzepte des digitalen Parkraum - managemen ts ermöglichen eine effizien- te Auslastung der vorhandenen Stellplätze unter Berücksichtigung einer tageszeit - lich flexiblen Nutzung der Stellplätze durch unter schiedliche N utzergruppen. Freeflow- Systeme ermöglichen nicht nur einen bar - rierefreien Zugang zu den Parkierungsanla - gen mittels Kennzeichenerfassung, sondern auch eine vollständig digitalisierte Stellplatz- reservierung, Wegeleitsysteme zum Auf - finden des Stellplatzes und automatisierte Ab rechnungsmodalitäten. Angebote von Mobilitätsdienstleister*innen wie z. B. Car - sharing-Flotten können mittels technischer Schnittstellen in Freeflow-Systeme integ- riert werden. Im Vergleich zu konventionellen Parkierungsanlagen mit Schranken entfällt beim digitalen Freeflow-Parken der Aufwand für ein Parkticket, wodurch Zeit, Platz und Ressourcen eingespart werden können. Parkraummanagement. Die Reduktion der Stellplätze zugunsten von Aufenthaltsqualität ist eines der zentralen Elemente des Mobilitätskonzeptes. Eine Be- wirtschaftung des Parkraums in den Mobil- stationen ist notwendig, um eine effiziente Nutzung der Parkstände sicherzustellen. Automated-Valet-Parking. Beim Automated-Valet-Parking kann der Fahrzeugnutzer sein Fahrzeug in einem ein- gangsnahen Valet-Parking-Bereich abstel- len. Das Fahrzeug fährt dann selbständig auf einen dafür vorgesehenen Stellplatz. Ebenso kann das Fahrzeug über eine App wieder gerufen werden. Parksuchverkehre und Fußwege innerhalb der Station werden vermieden. Zudem ist denkbar, die Fahr - zeuge mit dieser Technik deutlich platz - sparender abzustellen. Das Automated- Valet-Parking wird derzeit von mehreren Fahrzeugherstellern entwickelt. Erste Pi- lotprojekte wurden bereits realisiert. Eine zukünftige Verbreitung des Automated - Valet-Parking erscheint mittelfristig mög- lich. In den Mobilstationen sollten daher be- reits Flächen für diese Technik vorgesehen werden. Für eine Übergangszeit ist zu prü- fen, ob Parkroboter Pkw ohne Automated- Valet-Parking-Funktion abstellen können. Anstatt Stellplätze fest zu vermie- ten, werden diese dynamisch beim Einfahren in die Quartiersgarage zugewiesen. Dies spart Zeit, Platz und Ressourcen. 135 Abb. 142: Schematische Darstellung eines Mobilitäts- foyers in einem Wohngebäude | ARGUS Ersatzteilautomat Reparaturstation Mobilitätshilfen Lastenradverleih Abfahrtsmonitor Briefkasten Kinderwagen- / Rollatorabstellfläche Wegeleitsystem Mobilstationen stellen die notwendige Mobilitätsinfrastruktur für Kreuzfeld bereit: Parkraum für Fahrzeuge, Zugang zu verschiedenen Mobilitätsangeboten sowie Beratung und Unterstützung. Paketstation Microcarrier Communityboard/-shelf Mobilitätsfoyers. Sie werden zum sichtbaren Symbol des inno- vativen Mobilitätskonzeptes und machen die Mobilitätswende erlebbar. Mobilitätsfoyers die- nen als zentrale Anlaufstelle für alle Logistik- und Mobilitätsbedürfnisse des Alltags, vom Transport von Gütern von der Haustür zum Zielort und zurück (Mobilstation etc.) über die Annahme und Abgabe von Paketen oder Gemüsekisten bis hin zur Information über alle weiteren Mobilitätsangebote. Im Sinne einer Mobilitätsgarantie wird ein leicht zugänglicher Raum geschaffen, der An- gebote und Informationen für alle denkbaren Mobilitätsmomente der Bewohner*innen und Nutzer*innen vor der Haustür bündelt. Die Mobilitätsfoyers sollen sich zum Straßen- raum öffnen und zur Belebung des öffentli- chen Raumes beitragen. Sie beinhalten neben Paketstation, Lastenradverleih, Communi- tyboard/-shelf, Microcarrier-Station, Infos- tele, Abfahrtsmonitor und Wegeleitsystem auch eine Fahrradreparaturstation mit Er - satzteilautomat. Für diese Angebote ist eine Fläche von ca. 100 m² vorzusehen. Mobilitätsfoyers sind auch zentrale Anlaufs - tellen für die Beschäftigten im Quartier. Wer mit dem F ahrrad zur Arbeit oder von der Ar- beit nach Hause fährt, kann hier das Ange - bo t von Fahrradabstellanlagen, Duschen und Umkleiden nutzen. Auch das Angebot von Schließ fächern zur Zwischenlagerung von per sönlichen Gegenständen soll damit ver - bunden sein. Für Dienstfahrten sollen in den F oyers auch Fahrräder ausgeliehen werden können. Mit diesen Angeboten wird eine bre- ite Palette an Alternativen zum Pkw geboten. 136 2.4.6 R uhender Verkehr Der ruhende Kfz-Verkehr wird in den insge- samt sieben Mobilstationen zentral unter - gebr acht – dies betrifft den ruhenden Ver - kehr der Bewohner*innen, Besucher*innen, Beschäftigten sowie deren Kund*innen. Das Parken im Straßenraum soll im gesamten Gebiet vermieden werden. Hierfür sollte eine Halteverbotszone angeordnet werden. Ziel ist es, den Straßenraum für andere Nut- zungen freizuhalten und kurze Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu fördern. Nur in wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel für mobilitätseingeschränkte Personen, Hand- werker*innen oder Pflegepersonal, soll das Parken bzw. Halten im öffentlichen Straßen- raum durch Behindertenstellplätze und in- telligente Lade- und Dienstleistungszonen ermöglicht werden. Diese Stellplätze müs- sen durch ein Managementsystem geregelt und kontrolliert werden. Das qualitätvolle Parken von Pkw und Fahrrädern ist wichtiger Bestandteil des Mobilitätskonzepts. Autos werden in sieben Mobilstationen geparkt, das Parken im Straßenraum ist bis auf wenige Ausnahmen nicht vorgesehen. Das Fahrradparken ist flächig nach einem sehr hohen Qualitätsstandard auf den Baufeldern und im öffentlichen Raum zu realisieren. Integrierte Planung Empfehlung zur Stellplatzzahl Hood Eins Pkw: Ca. 550 Fahrrad: Ca. 3.700 Hood Zwei Pkw: Ca. 360 Fahrrad: Ca. 2.700 Hood Drei Pkw: Ca. 170 Fahrrad: Ca. 1.700 Hood Vier Pkw: Ca. 200 Fahrrad: Ca. 2.300 Hood Fünf Pkw: Ca. 190 Fahrrad: Ca. 1.700 Anzahl der Stellplätze von Pkw und Fahrrad pro Hood Abb. 143: Fahrradparkhaus Amsterdam Zuid I QUIMBY.net I CC0 137 Vergabe von Stellplätzen. Aufgrund des ambitionierten Stellplatz - schlüssels kann nicht allen Bewohnenden und Beschäftigen ein Stellplatz zugesichert werden. Für die Vergabe der Stellplätze soll ein Kriterienkatalog entwickelt werden, da - mit jene, die aufgrund bestimmter Umstände einen Stellplatz zwingend benötigen, diesen auch erhalten. Eine transparente und faire Vergabe der Stellplätze ist für die Akzeptanz von entscheidender Bedeutung. Dies ist im weiteren Planungsprozess zu berücksichti- gen und herauszuarbeiten. Die Stellplätze in den Mobilstationen sollen zum baurechtlich erforderlichen Stellplatz - nachweis dienen. Die Sicherung, wie bei- spielsweise durch eine Baulast, ist im weite- ren Planungsprozess zu konkretisieren. Fahrradparken. Fahrradabstellanlagen attraktiv zu gestalten geht weit über die Platzierung von Fahrrad- bügeln gemäß geltenden Regelwerken hin - aus. Auch unter architektonischen Sach- zwängen, wie z. B. Statik oder Entfluchtung, und dem Anspruch an eine effiziente Nut - zung der Flächen gilt es, von der Planung bis zur Umsetzung einen Fokus auf die tatsäch- lichen Anforderungen der Radfahrenden zu bewahren und somit eine Infrastruktur be- reitzustellen, die zur alltäglichen Nutzung des Fahrrads einlädt. Der Fahrradplatz sollte nicht weiter als 50 Meter von der Wohnungs- tür / vom Arbeitsplatz entfernt sein. Für Nut- zungen mit kurzer Aufenthaltsdauer gilt: je näher am Eingang, desto besser. Die Plat - zierung und Ausgestaltung wird im weiteren Planungsverlauf baufeldscharf geplant. Die in Köln-Kreuzfeld geplanten und zu errichtenden (Infra-) Strukturen sind flexibel und anpassungsfähig und können auch nach Jahrzehnten der Nutzung auf neue Bedarfe reagieren. Abb. 144: Entfernungen zum Fahrradparken in Abhängigkeit von der Nutzung und Aufenthaltsdauer © ARGUS. Basierend auf Celis, P ., Bølling-Ladegaard, E. (2008): Bicycle Parking Manual. Hrsg.: Danish Cycling Federation, Kopenhagen. 138 Abb. 145: Mobilstation und Logistikhub in Köln-Kreuzfeld 139 2.4.7 Logistik Das Logistikkonzept soll den Güterverkehr und die Logistik in Kreuzfeld effizienter und nachhaltiger gestalten. Dabei wird darauf geachtet, dass trotz der Reduzierung der klassischen Kfz-Erreich- barkeit alle Anlieferungen berücksichtigt werden. Dies betrifft un- ter anderem die Anliegerlogistik der privaten Haushalte, die Unter- nehmenslogistik sowie die Ver- und Entsorgung. Integrierte Planung Mobilstation und Logistikhub in Hood Zwei Anbindung über Mercatorstraße Mobilstation und Logistikhub in Hood Drei Anbindung über Blumenbergweg In Hood Zwei und Drei befindet sich in jeder Mobilstation eine Logistikstation. In die- ser finden Umladeprozesse vom Lkw auf Lasten f ahrräder oder Lastenanhänger statt. Ziel ist es, das Straßennetz weitgehend von schweren Nutzfahrzeugen freizuhalten. Aus genommen sind M üllabfuhr, Baufahr- zeuge und Umzüge. Die Umschlag- und Lagerstrukturen können von ansässigen Unternehmen, Händler*innen, Gastronomie und Lieferdiensten genutzt werden. Für die KEP-Logistik gibt es in den Mobilstatio- nen zusätzliche Flächen, die der Vorberei- tung und Organisation der Feinverteilung von Paketen auf die Paketstationen und Paket bo xen in den Gebäuden oder auf den Abb. 146: Paketstationen in den Mobilstationen, laufende Meter Bedienfront Quartiersplätzen dienen. In jeder Mobilstati- on befindet sich auch eine Paketstation. Die Haustürzustellung von kleinen und leichten Paketen soll nicht die Regel sein. Schließlich sollten auch die beiden Logistik- stationen mit einem Betreiberkonzept für einen anbieterneutralen Logistikbetrieb ver- sehen werden, um eine effiziente Logistik im Quartier zu gewährleisten. Bestimmte Lieferungen (Sperrgut wie Mö- bel, Umzüge) und Dienstleistungen (Pfle- gedienste, Geldtransporte) erfordern kurze Mobilstation 1.1 1.500 Bewohner*innen 29,0 m Paketstation Mobilstation 1.2 1.000 Bewohner*innen 19,3 m Paketstation Mobilstation und Logistikhub 2.1 1.200 Bewohner*innen 25 m Paketstation Mobilstation 2.2 800 Bewohner*innen 16,1 m Paketstation Mobilstation 4 1.440 Bewohner*innen 29,0 m Paketstation Mobilstation 5 ca. 1.300 Bewohner*innen 25,7 m Paketstation Mobilstation und Logistikhub 3 ca. 804 Bewohner*innen 16,1 m Paketstation 140 Abb. 147: Smarte Ladezone in Hamburg: Beschilderung und dynamische Buchungsanzeige | QIMBY.net | CC0 141 anderer Verkehre kann vermieden werden. Die Umsetzung ist noch zu prüfen. Denk - bar sind eine App bzw.eine Schnittstelle zur Dispositionssoftware z. B. von KEP-Dienst - leis tern: › Lade zonen werden zur Überwachung und Darstellung von Echtzeitdaten mit Sensoren ausgestattet › Z eitliche Begrenzung des Ladevorgangs › Z ufahrtssperren, die nur von Berechtig- ten per App entriegelt werden können › R eduzierung von Parken in zweiter Reihe, Blockieren von Geh- und Radwegen und Parksuchverkehr › A usnahmegenehmigung von der StVO erforderlich › Absolut es Haltverbotsschild mit dem interaktiven Zusatzschild „Ausgenom- men Kennung ID“ und „Uhrzeit“ des gebuchten Lieferfahrzeugs in Anlehnung an Pilotversuche Wege, weshalb zusätzlich zu den Ange- boten für die letzte Meile dezen tr ale Lade - z onen im Quartier eingerichtet werden um den Verkehr und vor allem den Auf en thalt von Fahrzeugen im Quartier zu steuern und zu regulieren. Im Straßenraum sind die Ladezonen so angeordnet, dass die Gebäu- de jeweils in einer Entfernung von maximal 50 m erreicht werden können. Sie haben eine Länge von 30 – 45 m und sind maximal 150 m voneinander entfernt. Für Ladezonen sollten digitale Lösungen zur Buchung entsprechender Ladezeiten genutzt werden, hierzu gibt es aktuell jedoch noch keine rechtliche Grundlage. Eine digi- tale Buchungsplattform für die Ladezonen stellt sicher, dass alle Fahrzeuge, die die Ladezonen nutzen, auch ein berechtigtes Anliegen haben. So wird eine zeitliche Ko- ordination mehrerer Belieferungsvorgän- ge ermöglicht und eine Beeinträchtigung Flexibilität und Adaptivität. Flexibilität ist ein elementarer Bestandteil für den langfristigen Erfolg des Mobilitäts- konzepts in Kreuzfeld. Ein ambitioniertes Mobilitätskonzept kann nur erfolgreich sein, wenn bestimmte Voraussetzungen und Be- dingungen erfüllt sind. Eine zuverlässige S- Bahn-Anbindung an die Kölner Innenstadt ist eine dieser Voraussetzungen: Ist die ex - terne Anbindung nicht verlässlich genug, werden Bewohner*innen und Besucher*in- nen eher auf das eigene Auto umsteigen. Auch im öffentlichen Raum werden flexib- le Strukturen eingerichtet: Flexzonen sind Bereiche im Straßenraum zwischen Fahr - bahn und Gehweg, die heute in der Regel als Parkraum genutzt werden, in Zukunft aber je nach Bedarf und Umfeld unterschiedlich programmiert und umgenutzt werden, sei es als Ladezonen, Fahrradstellplätze, Geh- wegverbreiterungen, Tiefbeete oder Behin- dertenparkplätze. Die Flexibilität und Anpas- sungsfähigkeit von Flexzonen ermöglicht es, den begrenzten Platz im Straßenraum effi- zienter zu nutzen und auf die sich ändern- den Bedürfnisse der Stadt und ihrer Bewoh- ner*innen zu reagieren. Auch Mobilstationen sind ein wichtiger Be- standteil der flexibel anpassbaren Infra - s truktur in Kreuzfeld, insbesondere in Bezug auf die Nutzung von Parkflächen. Ändert sich die Nachfrage, können diese schnell und effizient in andere Nutzungen wie Fahr- radstellplätze, Logistikflächen, Büros, soziale Die in Köln-Kreuzfeld geplanten (Infra-)Strukturen sind flexibel und anpassungsfähig und können auch nach Jahrzehnten der Nutzung auf neue Bedarfe reagieren. 2.4.8 Ausblick Integrierte Planung Einrichtungen oder Wohnungen umgewan- delt werden. Die Flexibilität und Anpas- sungsfähigkeit des Konzepts muss dabei in beide Richtungen gehen: Nicht nur soll Parkraum in andere Nutzungen umgewid- met werden können, sondern auch eini- ge bauliche Strukturen sollten so gestaltet werden, dass sie bei Bedarf in eine weitere Mobilstation umgewandelt werden können. Flexibel-adaptive Infrastrukturen wie Mobil- stationen oder Flexzonen sind eine sinnvolle Möglichkeit, sich auf eine ungewisse Zukunft vorzubereiten. Durch die Anpassungsfähig- keit der Infrastruktur kann schnell und effi- zient auf Veränderungen und Entwicklungen reagiert werden. Dies bedeutet, dass Inves- titionen in die Infrastruktur langfristig funk - tional bleiben und Ressourcen effizienter genutzt werden können. Ausblick. In der weiteren Planung stehen Umsetzung und Betreiberkonzept im Fokus. Die Planung und Umsetzung des Mobilitätskonzeptes für Kreuzfeld erfordert ein systematisches Vorgehen in mehreren Schritten, welches unter anderem ämterübergreifende Ab- stimmungen beinhaltet. Das vorliegende M obilitätskonzept beschreibt die zukünfti- ge Mobilitätsstruktur des Quartiers und die M obilitätsangebote. In der anschließenden technischen Masterplanung werden die Pla- nungen weiter konkretisiert und detaillierter dar gestellt. Weitere verkehrliche Gutachten 142 143 und die Planung des Anschluss Kreuzfelds an den dann ausgebauten Blumenbergs- weg sind hierbei unerlässlich. Aufgrund der zuvor skizzierten Relevanz des S-Bahnhofs Kreuzfeld für die erfolgreiche Entwicklung des gesamten Stadtteils soll ein Gestaltungs- und Ideenwettbewerb für das S-Bahn-U mfeld durchgeführt werden. Hierbei sollten die Umfeldgestaltung, die Ver- knüpfung und sichere Querung zwischen Blu- menberg und Kreuzfeld sowie die Integration der Radabstellanlagen in das Stationsumfeld im Vordergrund stehen. Dabei sind die Ein- und Aussteigerzahlen zu prognostizieren und der Haltestellenbereich an der Mercatorstra- ße so zu gestalten, dass ein barrierefreier Um- stieg in den Bus sowie in andere Verkehrsan- gebote wie Taxi und Fahrdienste möglich ist. Dur ch die Umgestaltung der Mercatorstraße wird die Verbindung zwischen Blumenberg und Kreuzfeld gestärkt. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Reduzierung der Geschwindigkeit. Das vorgesehene Planfeststellungsverfah- ren zum Ausbau des Blumenbergswegs birgt die Chance, begleitende Geh- und Radwege zu entwickeln sowie die Knotenplanung am Dresenhofweg detailliert zu betrachten. Es ist auf die Einhaltung der Standards für Rad- schnellverbindungen zu achten. I m Rahmen der Funktionsplanung ist eine verkehrstechnische Untersuchung der um- liegenden Knotenpunkte erforderlich, um die L eistungsfähigkeit der äußeren Erschlie- ßung sicherzustellen. Die Straßenräume und der öffentliche Raum sind weiter zu quali - fizieren. Hierbei ist ein Abgleich mit dem H öhenmodell vorzunehmen. Besonderes Augenmerk ist auf den Hol- und Bringver - kehr der einzelnen Schulstandorte zu legen. H ierzu sollten auch mögliche verkehrsrecht- liche Anordnungen wie Geschwindigkeits- beschränkungen und programmierbare Fle x z onen vorab mit der Straßenverkehrs- behörde abgestimmt werden. Auch die Fuß- und Radverkehrsführung in der Grünen Mitte ist weiter zu qualifizieren ( siehe hierzu auch Kapitel 2.2, Freiraum, S. 62 ff.). Die Führung des Busverkehrs und die Rea - lisierung einer Busschleuse sind weitere wich tige Elemente der technischen Master - planung. Die Konkretisierung erfolgt im Zu- sammenhang mit der Neukonzeption des Bus verkehrs im Kölner Norden. Darüber hin- aus ist eine Parkraumuntersuchung zur Ein- richtung einer Bewohnerparkzone Blumen - berg durchzuführen, um eine Fehlnutzung des knappen P arkraums bei der Aufsiedelung Köln-Kreuzfelds zu verhindern. Ein Betreiberkonzept für die Mobilstationen und ein Finanzierungskonzept für die ver - schiedenen Verkehrsangebote und gemein- schaftlichen Nutzungen ist zu erarbeiten. D ieses sollte die Prüfung genossenschaft - licher Strukturen umfassen. Die Gestaltung der Mobilstationen sollte im Rahmen eines Wettbewerbs entwickelt werden. Auch ein Betriebssystem für das Quartier sollte erstellt werden, um die komplexen Funk- tionen zu strukturieren, zu organisieren und einen r eibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Besonderer Fokus ist auf die Organisations- und IT-Struktur für das dynamische Auslas - tungsmanagement und die Buchung von La- dezonen und Stellplätzen zu legen. Die frühzeitige Weichenstellung und selb- stbewusste Kommunikation des Mobilitäts - k onzepts ist von entscheidender Bedeutung, um die Identifikation aller Beteiligten – von den in vestierenden Personen bis zu den neuen Bewohnenden – mit dem Quartier zu stärken. Der Kriterienkatalog für die Grund- stücksvergabe und die Verortung der mobi li - t ätsrelevanten Flächen- und Gebäudenutzu- ngen müssen ebenfalls sorgfältig geplant und v ertraglich mit den Bauherren fixiert werden. Abb. 148: Doug and Wolf für ADEPT + Karres en Brands 146 2.5 B ildung, Jugend, Sport, Kultur & Soziales Resiliente, hochwertig gestaltete Grünräume wirken sich positiv auf das Stadtklima und die Menschen aus. Medizinische Einrichtun- gen in Kreuzfeld sind schnell zu erreichen. Stadtteilkultur soll an vielen Orten erlebbar sein und aktiv mitgestaltet werden können, beispielsweise durch Treffpunkte im Quar - tier oder in baulichen Strukturen, die von Vereinen und lokalen Künstler*innen mit Le- ben gefüllt werden. Die Grüne Mitte soll das Herzstück des neuen Stadtteils sein und all diese Anforde- rungen vereinen. Multicodierung ist hierbei unerlässlich. Der zentrale, vernetzende Frei- raum erfüllt eine Verteilerfunktion zwischen den Kreuzfelder Hoods. Die Sport- und Spielflächen der Schulen stehen nach Ende des Unterrichts der Öffentlichkeit zur Verfü- gung und können auch von Bewohnen den der umliegenden Stadtteile genutzt werden. Die Grenzen zwischen den Außenflächen der weiterführenden Schulen und der Grünen Mitte werden niederschwellig und intuitiv wahrnehmbar gestaltet, sodass der gesamte Raum der Grünen Mitte eine simu- lierende Lernlandschaft bildet. Die Gesundheit der Kreuzfelder*innen und der Nachbar*innen wird durch zahlreiche Gelegenheiten zu Sport und Bewegung ge- fördert. Welchen Beitrag kann Köln-Kreuzfeld leisten, um ein gesundes und erfülltes Leben in der Stadt zu fördern? Neben einer widerstandsfähi- gen Freiraumplanung und hochwertiger, inklusiver Architektur ist vor allem der Zugang zu Orten, an denen Austausch und Begegnungen stattfinden können und wo Nachbarschaft erlebt werden kann, von großer Bedeutung für die Lebensqualität aller. Feste für die Nachbar- schaft, Konzerte, Sport- und Kulturveranstaltungen – all das soll in Kreuzfeld zum Alltag gehören. Ein Schlüsselprinzip für die Entwick- lung Kreuzfelds ist es, Sozialeinrichtungen und Bildungsangebote für alle niedrigschwellig zugänglich zu machen sowie lebenslanges Ler- nen zu fördern. Nur so können Vielfalt und Teilhabe gestärkt werden. Integrierte Planung Freiräume unterstützen den so- zialen Austausch. Das Bürgerhaus+ soll der Leucht- turm des öffentlichen und kultu- rellen Lebens in Köln-Kreuzfeld sein. Abb. 149: Konzept Bildungslandschaft 147 Freiräume Gebäude Legende Dieser Sonderbaustein kann viele Funktio- nen bündeln und Anziehungspunkt für den Kölner Norden werden (siehe hierzu Kapitel 2.5.5, Kulturangebote und Sonderbausteine, S. 156). Denkbar sind etwa individuell buch- bare Räume, die einen Ort für Kurse, Experi- mente, Veranstaltungen und eine öffentliche Plattform schaffen und die Kreativwirtschaft zukunftsorientiert beleben. Da Jugendliche bei neuen Entwicklungen häufig unterrepräsentiert sind, wird in Köln- Kreuzfeld explizit ein Jugendzentrum ein- geplant. Zudem finden sie zahlreiche Orte, die sie sich aneignen und an denen sie sich ungestört treffen können. Sportvereine und außerschulische Angebote bieten Jugendli- chen zahlreiche weitere Möglichkeiten. Lebenslanges Lernen soll in Köln-Kreuzfeld gefördert werden. Bildungseinrichtungen und -freiräume können das Viertel vernetzen und eine niederschwellige Lernlandschaft bilden, die Teil des Alltags wird. Räume zur Aneignung und Weiterbildung für Kinder und Jugendliche sollen die vielfältigen Lern- angebote des Außenraums ergänzen. Neben Verortung und Beschreibungen der Schulen, den besonderen Qualitäten der Kitas oder der Förderschule finden sich in diesem Kapitel auch Informationen zu den Sportangeboten im Stadtteil sowie den Kul- turangeboten, Sonderbausteinen und me- dizinischen Versorgungseinrichtungen. Das Kapitel zeigt zudem Beispiele aus anderen Städten, von denen Kreuzfeld in der Umset- zung lernen kann. Bildung, Vernetzung und Gesund- heit sind zentrale übergeordnete Themen, die die Hoods auf allen Maßstäben durchdringen. Abb. 150: Entwurfsprinzipien 148 2.5.1 Kitas Woodhood bietet schon den jüngsten Be- wohner*innen ausreichend Raum zum Ler - nen und Wachsen. Die Kitas sollen den Bedarf an Kitaplätzen innerhalb der Kreuz - felder Hoods und darüber hinaus abdecken. Aufgrund der zentralen Lage innerhalb der Hoods sind die Kitas leicht wiederzufinden und auch für Nachbar*innen gut erreichbar. 1. Lage in der Hoodmitte Die Kitas liegen geschützt und gut erreich- bar innerhalb der Hoods und definieren die Hoodmitte. 2. Freiräume Die Freiflächen der Kitas orientieren sich zum zentralen Freiraum und erhalten zum Schutz der Kinder eine Umfriedung. 3. Eigene Identität Die Kitas befinden sich in freistehenden Ge- bäuden mit eigener Typologie. So wird ein eindeutiger Wiedererkennungswert sicher - gestellt. Die Kitas befinden sich in den Hoodmitten als grüne Oase, hier lernen die Kinder ihre ersten Freunde kennen und interagieren auf großzügigen Außenspielflächen. Integrierte Planung Standorte und Anzahl In Köln-Kreuzfeld gibt es auf neun Kitas verteilt Platz für ca. 900 Kinder. Es befindet sich mindestens eine Kita in jeder Hood, wodurch der Weg zu den Kitas sich für die Kinder auf wenige Gehminuten beschränkt (sie- he auch hierzu Kapitel 4.1, Flächen- bilanz, S. 208). Abb. 151: Verortung der Kitas 149 Jede Kita erhält eine eigene Typologie, die sich thematisch an ihre Umgebung an- passt und Wiedererkennungswert sichert. Dadurch entsteht ein Spektrum an unter - schiedlichen Kitas, die sich später einzelnen Schwerpunkten zuordnen lassen. Die Kitas werden in einer kleinteiligen Ku- batur ausgebildet, um dem kindlichen Maß- stab gerecht zu werden. Das Gebäude wird ausschließlich für bildungsbezogene Zwe- cke genutzt. Die Freiräume orientieren sich zur Hoodmitte hin und erhalten zum Schutz der Kinder eine Umfriedung. In diesen speziell für Kinder geschaffenen Orten wird es ihnen möglich, spielerisch die Bedeutung der Natur sowie den Zu- sammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit zu entdecken, indem die kom- plexe Wechselwirkung zwischen Pflanzen, Insekten, Bäumen, Tieren und der Zukunft der Lebensmittelproduktion erforscht wird. Dabei können sie Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen, erste Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen sammeln, lernen, Prob- leme und Konflikte zu bewältigen und ihre ersten Schritte in eine Welt voller Abenteuer und Möglichkeiten machen. Die Gestaltung der Freiräume ist anregend im Sinne außerschulischer Lernorte. Abb. 152: Entwurfsprinzipien 150 2.5.2 Schulen Woodhood bietet, verteilt auf drei Grund- schulen und zwei weiterführende Schulen, Platz für über 2.500 Schüler*innen. Die Schulen verteilen sich über alle Hoods und bilden mit ihren zur Grünen Mitte orientier - ten Pausenhöfen die Bildungslandschaft. Zu den Hoods erzeugen sie eine klare Kante. 1. Ausrichtung Die Schulen bilden zur Straße eine klare Raumkante und öffnen sich Richtung Grüne Mitte. 2. Eigene Identität Die Schulen befinden sich in freistehen- den Gebäuden mit Wiedererkennungswert durch ihre architektonische Form. 3. Pausenhöfe Die Pausenhöfe der weiterführenden Schu- len fließen in die Grüne Mitte und öffnen sich nach Ende der Schulzeit. Alle Bildungseinrichtungen sind rund um die Grüne Mitte angeordnet und formen gemeinsam eine zentrale Lern- und Bewegungslandschaft. Integrierte Planung Standorte und Anzahl Kreuzfeld bietet Platz für drei Grund- schulen, zwei weiterführende Schu- len und eine Förderschule. Die Ver - teilung auf alle Hoods erzeugt eine Bildungslandschaft in der Mitte. Abb. 153: Verortung Schulen 151 Für die Grundschulen sind drei Geschosse entlang der Straßen zur Hoodmitte denkbar, um dem Maßstab der Schüler*innen gerecht zu werden. Mit der Ausrichtung zur Grünen Mitte haben die Kinder einen direkten Bezug zu den anderen Schulen, können das Treiben auf den anderen Schulhöfen mitverfolgen und Kontakt zu ihnen aufnehmen. Die weiterführenden Schulen sind die flä - chenmäßig größten Bildungseinrichtun- gen in Köln-Kreuzfeld. Auch ihre Schulhöfe fließen in die Grüne Mitte hinein. Dadurch wird die Grüne Mitte Teil der Lernlandschaft. Nach Ende der Schulzeit soll es möglich sein, dass die Pausenhöfe von der Öffentlichkeit genutzt werden. Für die weiterführenden Schulen sind vier Geschosse in Richtung der Hoodmitten denkbar. Die Förderschule bietet nach innen eine geschützte Lernumgebung für Schüler*in- nen mit besonderen Förderbedarfen. Nach außen partizipiert sie durch ihre Lage am le- bendigen Hood Eins. Grundschule Weiterführende Schule Förderschule Legende Der Bedarf an Schulen ist für alle Altersstufen abgedeckt und über die fünf Hoods verteilt. Abb. 154: Konzeptschnitt: Übergang Kita Abb. 155: Konzeptschnitt: Übergang Grundschule Abb. 156: Konzeptschnitt: Übergang Grundschule 152 2.5.3 Übergang Bildungseinrichtungen – Freiraum 1. Kita Die Kitas liegen geschützt und gut erreich - bar innerhalb der Hoods und definieren die H oodmitte. Die Freiflächen der Kitas orien- tieren sich zum zentralen Freiraum und erhal- ten zum Schutz der Kinder eine Umfriedung. 2. Grundschule Der Außenraum der Grundschulen liegt in- nerhalb der Hoods und grenzt direkt an den inneren Hood-Loop- Weg. Damit schließen die geschützten Schulhöfe nur durch diesen getrennt an die Grüne Mitte an. 3. Weiterführende Schule Die Schulhofflächen der weiterführenden Schulen ziehen sich von der jeweiligen Hood bis hinein in die Grüne Mitte. Das Areal wird gestalterisch gekennzeichnet. Da Bildung im neuen Stadtteil Köln-Kreuz - feld einen besonders großen Stellenwert erhält, werden auch die zugehörigen Außen- flächen mit großer Sorgfalt konzipiert und ausgestaltet. Diese Bereiche nehmen einen zentralen Teil in der Kreuzfelder Stadtland- schaft ein, sie sind sichtbares Bindeglied zwischen Bildungseinrichtung und öffent - lichem Raum, sie sind sowohl Teil der Hood- mitten als auch der Grünen Mitte. Der Anspruch an die Gestaltung dieser Flä - chen liegt insbesondere in ihrer Integration in den Stadtraum. Standardkonfigurationen werden bewusst durch individuell abge- stimmte Programme ersetzt und fördern eine dynamische und integrierte Sport- und Spiellandschaft. Dabei sollen die Schulhöfe und Kitafreiflächen jederzeit den Anforde- rungen der Interessengruppen entsprechen und bieten einen sicheren Raum zum Spie- Primarstufe Grüne MitteHood-Loop-Weg Park- weg Hoodmitte SpielplatzKita Primarstufe Hood- Loop- Weg Grüne Mitte Hoodmitte Der Übergang der Schulen in die Grüne Mitte verläuft fließend, zahlreiche Blickbeziehungen sind möglich. Es ist klar gekennzeichnet, wo der Schulhof aufhört und wo die Grüne Mitte beginnt. Abgrenzung: Topografie Einfriedung Abgrenzung: Material Abgrenzung: Topografie Einfriedung Abgrenzung: Material Abgrenzung: Material Abgrenzung: Bodenbelag Einfriedung Abgrenzung: Bodenbelag Integrierte Planung Abb. 157: Übergang Pausenhof I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands Abb. 158: Konzeptschnitt, Übergang Sek II Abb. 159: Konzeptschnitt, Übergang Sek II Abb. 160: Konzeptschnitt, Übergang Sek II 153 len. Sowohl Kita als auch Schule werden nicht als exklusive Sonderbausteine geplant, sondern orientieren sich gestalterisch an ihrer Umgebung. Hood-Loop Hood-Loop Hood-Loop Sekundarstufe Sekundarstufe Sekundarstufe Schulhof in der Grünen Mitte Schulhof in der Grünen Mitte Schulhof in der Grünen Mitte Grüne Mitte Grüne Mitte Grüne Mitte Abgrenzung: Sitzstufe Abgrenzung: Pflasterung Abgrenzung: Pflasterung Mobiliar Abgrenzung: Pflasterung Abgrenzung: Sitzstufe Abgrenzung: Pflasterung Landschaft Abgrenzung: Topografie Aufschüttung Abgrenzung: Topografie Graben Abgrenzung: Bepflanzung 154 2.5.4 P ausenhofflächen und Schulwege Pausenhofflächen. Die Öffnung von Schulhöfen außerhalb der Unterrichtszeit ist einzigartig in der Entwick- lung eines neuen Stadtteils und kann viele Vorteile bieten. Die Freiflächen können als öffentlicher Raum genutzt werden, um Frei- zeitaktivitäten, Sport oder kulturelle Veran- staltungen zu ermöglichen und zu fördern. Sie bieten einen sicheren Ort für Kinder und Jugendliche um körperlich aktiv zu sein und tragen zur Stärkung von Gemeinschafts - be ziehungen bei. Neue Freundschaften entstehen, wenn es Gelegenheiten zum gemeinsamen Entdecken und Erobern gibt. Offene Schulhöfe können auch für kreative Projekte genutzt werden und dazu beitragen, die Lebensqualität in der Nachbarschaft zu erhöhen sowie den Zusammenhalt zu stär - ken, indem mehr Möglichkeiten für körper - liche Aktivitäten, soziale Interaktionen und kreative Entfaltung geboten werden. Bei den Schulhöfen der fünf an die Grüne Mitte angrenzenden Bildungseinrichtungen werden zwei Konfigurationen unterschieden. Grundschulen. Die drei Grundschulen organisieren ihre Freiflächen immer innerhalb ihrer jeweiligen Hood mit Ausrichtung zur Grünen Mitte, so- dass das Schulgelände auch durch den in- neren Hood-Loop-Weg erschlossen werden kann. Der Grundschulhof ist durch eine Um- friedung, Hecken oder Bäume geschützt, wird aber gleichzeitig immer visuell in die Umgebung integriert. Abb. 161: Gestaltungsansatz Parkschulhof Anzahl der Schulhöfe Grundschule 3x Hood-Schulhöfe Außenbereich mit ausgewogenem Anteil an Grün und versiegelten Flä - chen. Spiel- und Sportangebot, Ver - anstaltungsfläche Weiterführende Schule 2x Parkschulhöfe Außenbereich mit hohem Grünanteil, in direktem Anschluss an die Grüne Mitte. Hoher Grünanteil mit Baum- gruppen und Wiesen. Raum für wei- tere Programme wie Schulgarten, Lernstation, grünes Klassenzimmer, Schulfeste und Veranstaltungen. Integrierte Planung Abb. 162: Spielmöglichkeiten in der Parklandschaft I Karres en Brands Abb. 163: Baakenpark, Hamburg I Atelier Loudl Abb. 164: Middelfart, Dänemark I ADEPT 155 Ein Raum voller Möglichkeiten. Die Schulhöfe können vielerlei Funktionen übernehmen, sei es als klassischer Pausen- hof, Sportfeld oder Fläche für einen Schul- garten. Die grünen Parkschulhöfe wol- len entdeckt werden, können aber auch Rückzugsort sein. Weiterführende Schulen. Die Schulhöfe der beiden weiterführenden Schulen werden als Besonderheit der Köln- Kreuzfelder Bildungslandschaft entwickelt. Die zwei weitläufigen Außenräume machen einen Sprung über den inneren Hood-Loop- Weg und liegen damit direkt in der Grünen Mitte. Eine Versiegelung soll nur in geringem Maße stattfinden – der zentrale Park kann mittels Bäumen, Zonierung und Bepflan- zung in den Schulraum ‚hineinfließen’ . Im Falle der weiterführenden Schulen werden visuelle Abgrenzungen der Schulhofflä - chen wie Bodenbelag, Topografie und ge- gebenenfalls auch Bepflanzung eingesetzt, jedoch keine Umfriedungen wie Zäune, Mauern oder dichte Hecken. Damit wird der klassische Schulhof außerhalb der Unter - richtszeit zum durch Anwohner*innen und Parkbesucher*innen nutzbaren und multi- funktionalen Stadtraum . Schulwege. Die Schulwege sind für alle Altersstufen und zu jeder Tageszeit sicher gestaltet, die Orien- tierung fällt leicht. Durch die autoarme Pla - nung des gesamten Quartiers sowie dessen Kompaktheit können sich Schulkinder sehr einfach selbstständig bewegen. Straßen müssen, insbesondere bei einem Schulweg durch die Grüne Mitte Köln-Kreuzfelds, nur sehr selten gekreuzt werden. Angemessene Bodenbeläge, Wegbreiten und Beleuchtung stärken das Schulwegekonzept. Abb. 165: Verortung Kulturangebote und Sonderbausteine 156 2.5.5 K ulturangebote und Sonderbausteine Zu jedem nachhaltig lebendigen Stadtraum gehört idealerweise ein flächendeckendes und allen Altersklassen gerecht werdendes Angebot an Kultur- und Sozialeinrichtungen drinnen und draußen. Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit haben, sich unbeob- achtet entfalten zu können, auch Erwachse - ne brauchen einen Ort zum Austausch. Gesundheitsbausteine. Die Bedarfe der gesundheitlichen Versor - gung und der Prävention können durch ein Ärztehaus oder ein medizinisches Versor - gungszentrum abgedeckt werden. Posi- tioniert an der S-Bahn-Station und in Hood Eins sollen sich die Bausteine befinden, die Kreuzfeld hält ein Netz aus sozialen und kulturellen Angeboten bereit. Sie sind im Sinne der Nutzungsschwerpunkte verteilt und ermöglichen einen abwechslungsreichen Stadtalltag. Gesundheit Hoodmitten Bürgerhaus+ Handwerkerhöfe Medizinische Einrichtung Jugendzentrum Schwimmhalle Legende auch Flächen für eine erweiterte Nutzung in Gesundheitsbelangen wie z. B. als Ausbil- dungsstätte für Pflege oder auch für admi- nistrative Tätigkeiten zur Verfügung stellen können. Die zentrale Lage soll den Pati- ent*innen, Mitarbeitenden und Besuchen- den – auch aus den benachbarten Stadttei- len – eine gute Erreichbarkeit bieten. Soziale und kulturelle Angebote sind im Sinne der Hood-Identitäten gut verteilt und ermöglichen einen abwechslungsreichen Stadtalltag. Integrierte Planung Abb. 166: UCN Campus, Aalborg I ADEPT 157 Bürgerhaus+. Das Bürgerhaus+ soll das gebaute Zentrum des öffentlichen Lebens sein, gleichermaßen gemeinsames Wohnzimmer und Kulturzen- trum. Als sogenannter dritter Ort kann es ein Treffpunkt der Kreuzfelder*innen und aller Interessierten sein. Konzeptuell vereint es eine multifunktional nutzbare Halle, Räume für Bürger*innen und das interkulturelle Zen- trum, also einen Ort, an dem alle Kulturen und Religionen zusammenkommen können. Die Nutzungen sollen vielschichtig und auf alle Altersstufen sowie Gesellschaftsgruppen und Kulturen ausgerichtet sein, damit ein ergänzendes Begegnungszentrum in Chor - weiler geschaffen wird. Das Bürgerhaus+ als niedrigschwelliger und demokratischer Ort kann mit seinem breit gefächerten Angebot das lebenslange Lernen und bürgerschaft - liches Engagement fördern. Seine Vision wird im Anschluss an die Integrierte Planung mittels Testentwürfen und co-kreativen Workshopformaten weiter vertieft. Für ei- nen erfolgreichen Verlauf ist eine frühzeitige Partizipation möglicher Umsetzender und Projektinteressenten nötig. Schwimmhalle. Immer weniger Kinder und Erwachsene kön- nen Schwimmen. Damit dies möglichst früh erlernt werden kann, braucht es ein ganzjäh- rig nutzbares Schulschwimmbad in unmit - telbarer Nähe. Es ist im Zentrum von Hood Eins direkt an der S-Bahn-Station verortet. Handwerkerhöfe. In den Handwerkerhöfen wird noch gehobelt, gesägt und gehämmert. Als in Köln-Kreuz - feld einmaliges Projekt könnte es Wahrzei- chen der Hood Drei und das kreative Zent - rum des Quartiers werden. Mit einer Vielzahl an Produktionsräumen für unterschiedliche Gewerke ist es ein Möglichkeitsraum, Vor - bild kann das oben zu sehende New Aarch Gebäude in Aarhus sein. Für alle Altersstufen gibt es Räume für Austausch und Begegnung, der Nachbarschaftsverbund wächst zwischen den Hoods und darüber hinaus. Abb. 167: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT Abb. 168: Cortex Park, Odense I ADEPT 158 Die Bereitstellung von Freizeit - angeboten in schulischen Räu- men ermöglicht eine flächenef - fiziente Doppelnutzung. Jugendzentrum. Das Jugendzentrum ist ein außerschuli- scher Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Es ist ein Ort, an dem sie sich nach Ende der Schulzeit aufhalten können, um alleine oder in Gruppen ihren Interessen nachzugehen. Neben der Interaktion mit Gleichaltrigen bietet das Zentrum durch ein großes Raum- angebot die Möglichkeit, unterschiedlichen Hobbys nachzugehen, die eigenen Stärken zu entdecken und diese zu verbessern. Ne- ben Lehrer*innen und der eigenen Familie gibt es hier eine dritte Ansprechperson, die bei Problemen und Fragen unterstützt. Mit seiner besonderen Position im Mobili- tätszentrum in Hood Vier ist es von allen Hoods aus schnell zu erreichen und Teil der Bildungslandschaft. Kreuzfeld hält ein Netz aus viel- f ältigen und auch barrierefrei gut erreichbaren soziokulturellen Angeboten bereit. Abb. 169: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT Abb. 170: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT Abb. 171: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT 159 Die Gestaltung des Kulturzen- trums Ku.Be soll von den Nut- zer*innen selbst in die Hand genommen werden. Speziell auf die Bedarfe Kindern zuge- schnittene Räume fördern die individuelle Entwicklung auf spielerische Weise. Bildungseinrichtungen heben sich im Stadtraum aufgrund ihres wiedererkenn- baren Charakters von der Umgebung ab und bilden Orientierungspunkte. Abb. 172: Dalarna Media Library, Falun I ADEPT Abb. 173: UCN Campus, Aalborg I ADEPT 160 Der UCN Campus in Aalborg ist ein vielseiti- ges Lernzentrum, dass diverse Studienpro- gramme unter einem Dach vereint. Ähnlich wie in der Delerna Media Library bietet die Architektur gleichermaßen ruhige Zonen für konzentriertes Arbeiten sowie Kommunika - tions- und Begegnungsorte. Für alle Altersstufen gibt es Räume für Austausch und Begegnung, der Nachbarschaftsverbund wächst zwischen den Hoods und darüber hinaus. Abb. 174: New Aarch, Aarhus I ADEPT Abb. 175: New Aarch, Aarhus I ADEPT Abb. 176: New Aarch, Aarhus I ADEPT 161 Handwerkerhöfe. In den Handwerkerhöfen wird noch gehobelt, gesägt und gehämmert. Als in Köln-Kreuz - feld einmaliges Projekt ist es Wahrzeichen der Hood Drei und das kreative Zentrum des Quartiers. Mit einer Vielzahl an Produktions- räumen für unterschiedliche Gewerke und offenen Ateliers ist es ein Möglichkeitsraum. Die Räumlichkeiten werden gemeinschaft - lich genutzt, man kommt mit anderen in Kon- takt, lernt von ihnen und startet gemeinsame P rojekte. Materialien wie Holz, Metall, Ton und Textil werden in den Handwerkerhöfen bearbeitet. Als mögliche Ausbildungsstätte übernimmt es wichtige Funktionen im Bereich der Bil- dung. Neben der Frühförderung von Kindern und der Ausbildung sowie Umschulung von Jugendlichen und Erwachsenen bietet es auch Workshops für Rentner*innen an. New Aarch ist der Neubau der renommierten dänischen Architekturschule in Aarhus und wurde als Inkubator für Experimente, werk - stattbasiertes Lernen und zufällige Begeg - nungen konzipiert. Synergien zwischen Stu - dierenden, Lehrenden und der Nachbarschaft sind ber eits Teil des Entwicklungsprozesses. Abb. 177: Integrierte Sport- und Spiellandschaft mit Alluvialpark 162 alle Kreuzfelder Hoods verbindet: den Hood- Loop-Weg. Damit kann auch der Anschluss an Blumenberg geschaffen werden. Für die Sportangebote der Grünen Mitte entlang des Sport-Loops können Standard - konfigurationen gestalterisch und funktional hin terfragt werden, um Anlagen zu schaffen, die auf Kreuzfeld zugeschnitten sind: Sie sollen sich weg von statischen und exklu- siven Anlagen hin zu einer dynamischen und in tegrativen Sport- und Erholungslandschaft entwickeln. Die gute Einbindung dieser Pro- gramme in ein integriertes Sport-, Spiel-, E rholungs- und Grünflächenangebot kann eine ausgeglichene Nutzung fördern. Sportlandschaft. Die neue Sportanlage Nord und die wei- teren Sportflächen sind innerhalb des Landschafts r aumes von Kreuzfeld an- geordnet. Damit werden einerseits das Basketballfeld und die multifunktionalen Kleinspielfelder der Grünen Mitte mit den Schul s tandorten und Spielflächen zu Clus- tern vernetzt. Andererseits entwickelt sich um den Standort der Sportanlage Nord eine bunte Sport- und Spiellandschaft, die von agriurbanen Flächen umgeben ist und so Teil des landschaftsgeprägten Stadtrau- mes wird. Verknüpft werden die vielfältigen Spor t - und Spielangebote der Grünen Mitte durch eine Rad- und Laufstrecke, die zudem Sportflächen Sek I Sportflächen Sek II Sportanlage Nord Multifunktionale Kleinspielfelder Sport-Loop Bestehende Schulsportanlage Basketballfeld Legende Die Gestaltung der Sportflächen sollte trotz notwendiger Sicher- heitsmaßnahmen funktional und optisch in die Freifläche integriert werden und den offenen Charakter der Grünräume unterstützen. 2.5.6 Sport - und Spiellandschaft Integrierte Planung Abb. 178: Sportflächentypologien 163 2. Multifunktionale Kleinspielfelder. Sie eignen sich zum Spielen von Handball, Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis und Badminton. Die multifunktionalen Kleinspiel- felder liegen verteilt innerhalb der grünen M itte und bilden angegliedert an die Kampf - bahn Typ C mit ihr die Sportanlage Nord. 3 Felder à 22 m x 44 m inkl. Sicherheitsabstand 1. Sportanlage Nord. Die Sportanlage Nord mit einer Kampfbahn Typ C ist die größte Sportfläche in Kreuzfeld. Sie entspricht der DIN 18035-1 und eignet sich für Fußball und Leichtathletik, Schul-, Vereins- sowie Freizeitsport. Durch die an- grenzenden Grünräume und begleitenden Vegetationsflächen kann sie sich produktiv in die Landschaft integrieren. 3. Basketballfeld. Standardgröße nach DIN 18035-1, auch ge- eignet für Wettkämpfe nach FIBA. Das Basketballfeld liegt zentral und direkt angegliedert an die Sportanlagen der wei- terführenden Schule der Hood Drei inner - halb der Grünen Mitte. 1 Feld à 19 m x 32 m inkl. Sicherheitsabstand 4. Außensport an den weiterführenden Schulen. Die weiterführenden Schulen werden tags- über die Großsportanlage mitbenutzen. Auf jedem der Schulhöfe wird zusätzlich je ein Kleinspielfeld angelegt. 2 Kleinspielfelder à 20 x 26 m + Weitsprunganlage + Kurzstreckenbahnen 5. Grundschulen. Für die Grundschulen werden Außensport - flächen auf den eigenen Schulhöfen ange- legt. 3 Kleinspielfelder à 15 x 30 m + Weitsprunganlage + Kurzstreckenbahnen SPORTANLAGE NORD Kampfbahn Typ C Großspielfeld 400 m Kreisbogenbahnen (4 Bahnen) 130 m Einzelbahnen (6 Bahnen) + Leichtathletikeinrichtungen + Ergänzungsflächen und separate Wurfanlagen + Vereinsheim + multifunktionale Kleinspielf elder (2 Felder) + Laufstrecke 1 x ca. 2,1 km1. 2. 3. 4. 5. Sportstation. Entlang des Sport-Loops können sich kleine Inseln für Bewegung anschließen. Von Yoga bis HIIT kann hier jederzeit trainiert werden. Abb. 179: Quirijn Park, Tilburg (NL) I Karres en Brands Abb. 180: Sport und Spiel sind Teil des Parks I Karess en Brands 164 Die drei multifunktionalen Kleinspielfelder à 22 m auf 44 m inklusiv e einer Sicherheits z one befinden sich auf dem gesamten Gelände. Die Größe ist geeignet für Handball, Fußball, Bas- ketball, Volleyball, Tennis und Badminton. Ein Bask etballfeld mit Standardgröße kann in der Grünen Mitte bespielt werden. Zwei weitere kleine Rundsportplätze für 3 x 3-Bask etball be finden sich ebenso im P ark. Da das Basketball- und ein Kleinspielfeld in den verbindenden Parks liegen, ist es wichtig, sie gestalterisch in diese einzubinden. Die Spielflächen sollt en trotz notwendiger Sicher- heitsmaßnahmen funktional und optisch in die F reifläche integrieren werden und den of- fenen Charakter der Grünräume unterstützen. A uch hier eine Multicodierung von Elemen - ten wie Ballzäunen und großen Tartan flächen genutzt werden. Ballzäune etwa können be - pflanzt oder als individuelles Objekt gestaltet werden – große Flächen für Sportanlagen sollten hingegen farblich abgestimmt und immer auch auf Regenwasserretention bei Starkregenfällen ausgelegt sein. Klein- und Multisportanlagen. Um eine ausgewogene Anbindung der fünf Hoods an Sportangebote zu gewährleisten, werden ein Basketballfeld und ein multi- funktionales Kleinspielfeld innerhalb des Quartiers vorgesehen. Innerhalb der Grünen Mitte sind sie nahe den Standorten der weiterführenden Schulen platziert und gut über den inneren Hood- L oop-Weg sowie die Parkwege erreichbar. Im Norden ergänzen zwei multifunktionale Kleinspielfelder das Sportangebot der Sport - anlage N ord. Die Standorte dieser Sportplät- ze berücksichtigen auch die Minimierung der Lärmbelastung für die angrenzende Wohn - bebauung. Die Barrierefreiheit wird an allen Standorten mitgedacht, sodass die Erreich- barkeit auch für mobilitätseingeschränkte M enschen jederzeit gewährleistet ist. Klein- und Multisportanlagen Die Gestaltung der Sportflächen sollte sich trotz notwendiger Sicherheitsmaßnahmen funktional und optisch in die Freifläche integ- rieren und den offenen Charakter der Grünräume unterstützen. Integrierte Planung „ U m eine ausgewogene Anbindung der fünf Hoods an Sportangebote zu gewährleisten, werden ver- schiedenartige Sportflächen über das Quartier verteilt. ” 165 Abb. 181: Integrierte Sport- und Spiellandschaft um die Sportanlage Nord 166 heims angeboten werden. Von der Kuppen des Walls aus bietet sich ein ansprechender Blick über Kreuzfeld und seine landwirt - schaftliche Umgebung. Erreichbarkeit und Z ugänglichkeit zum Sportkomplexe werden durch separate Zugänge und eine Zufahrt für Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie die Feuerwehr gewährleistet. Das Parken wird in das direkt angrenzende Mobilitätszentrum der Hood Drei integriert. Vereinsheim und Betriebsgebäude sind in den Erdwall eingelassen und sowohl straßen- seitig als auch von den Sportanlagen aus er- schlossen. Auf Höhe des Vereinsheims kann der Lärmschutzwall als Stützmauer ausge - formt werden, der so für zusätzliche Sport - Sportanlage Nord. Mit der Sportanlage im Norden des neuen Stadtteils werden eine DIN-gerechte An - lage für Schul- und Wettkampfsport sowie ein Gr oßspielfeld für Fußball und zwei mul - tifunktionale Kleinspielfelder geschaffen. L eichtathletikanlagen sowie ein Großsport - feld und zwei Kleinsportfelder sind neben agriurbanen Flächen und Spielangebo ten gut erreichbar in die Landschaft integriert. Aus Lärmschutzgründen ist die Großsport - anlage von einem Wall umgeben. Dieser kann zudem als vielseitiges Gestaltungselement für weitere Sportnutzungen und Spielange - bote entwickelt werden. Es könnte etwa eine Lauf strecke in die Topografie integriert, Zu - schauertribünen im Hang eingelassen oder eine Kle tterwand in der Nähe des Vereins - Klein- spielfelder Wurfanlage Großspielfeld Vereinsheim Laufstrecke Lärmschutz Lärmschutz Lärmschutz Tribüne Tribüne Spielplatz mit Bewegungs-angebot Kreisbogenbahn Kurzstreckenbahnen Sportanlage Nord Integrierte Planung Abb. 182: Klassischer Lärmschutzwall Abb. 183: Tribüne und Pfad auf Wallkamm Abb. 184: Lärmschutzwall mit Stützmauer Abb. 185: Baakenpark, Hamburg I Atelier Loidl Abb. 186: Baakenpark, Hamburg I Ateloer Loidl 167 einrichtungen wie Kletter-/Boulderwände, Ballsportarten oder allgemeine Fitnessakti- vitäten nutzbar ist. Böschungen (im Verhält- nis 1:3) bieten die Möglichkeit, Zuschauer - tribünen auf abgestuften Grashängen oder eingelassenen Sitzbalk en zu modellieren. INFOBOX: SPORTANLAGE NORD Kampfbahn Typ C Großspielfeld für Fußball 68 m x 105 m im Rundbahninnenraum 4 Kreisbogenbahnen (400 m) 6 Einzelbahnen für gerade Sprint- und Hürdenstrecken (130 m inkl. Start- und Auslaufzonen) + Leichtathletikeinrichtungen (Kugelstoßanlage, Hochsprungan- lage, Weit- und Dreisprunganlage, Stabhochsprunganlage) + separate Wurfanlagen + Ergänzungsflächen + V ereinsheim (350 m²) mit Umkleiden, Sanitäranlagen, Lager + zwei multifunktionale Kleinspielfelder + informelle Laufstrecke + Zuschaueranlage + Flutlichtanlage + S tellplätze für Mobilitätseingeschränkte Flachere Böschungen (im Verhältnis 1:3 bis 1:8) können für Spielplätze, allgemeine Erholungszwecke, Baumpflanzungen, Wild - blumen wiesen oder produktive Landschaften genutzt werden. Damit können neue Gestal- tungsideen im Übergang zwischen Sportan - lage Nord und der produktiven Landschaft ge funden werden. Sie laden die Anwoh - ner*innen und Besucher*innen zum spieleri- schen Entdecken der Stadtlandschaft ein. Dur ch all diese Maßnahmen entsteht ein Sportgelände mit unverwechselbarem Char- akter: eine einzigartige Kombination aus Park, Spiel, Erholung und Sport in einer multifunk- tionalen Nachbarschaft, die Bewohnende der umliegenden S tadtteile aktiv einlädt. Abb. 187: Spielflächen mit Alluvialpark 168 in deren Gestaltung integriert. Der Spiel- platz der Hoodmitte ist jeweils circa 1.000 m² groß und leicht einsehbar. Durch die ge- schützte Lage und gute Erreichbarkeit kann der Spielplatz von den Kindern der Nachbar- schaft auch eigenständig genutzt werden. Nur Spielplätze, die größer als 1.000 m² sind, werden in die Berechnung der flächenrele- vanten Spielplätze einbezogen. Daher ist es auch möglich, weitere kleinere Angebote in den Kreuzfelder Hoods und den angrenzen- den Freiräumen zu integrieren, die beispiels- weise aus einzelnen Elementen bestehen oder von Anwohnenden gepflegt werden. Jede Wohneinheit verfügt über mindestens einen Spielplatz, der in weniger als zwei Mi- nuten zu Fuß erreichbar ist. Insgesamt gibt es 16 Spielplätze verschiedener Typologien und Größen. Spiellandschaft. Für Kreuzfeld wird ein gut erschlossenes Netzwerk aus unterschiedlichen Spielplatz - anlagen geplant. Die Standardkonfiguration der Anlagen wird dabei umgestaltet, um vielfältige und wiedererkennbare Spielland- schaften zu schaffen, die anstatt eines stan- dardisierten Layouts eine dynamische und integrierte Spiellandschaft entstehen lassen. Die Spielplätze in Kreuzfeld haben ihre eige- nen Merkmale und sind Teil der verschie- denen Landschaften des neuen Quartiers. Allu vialpark , Grüne Mitte und Sportland- schaft haben Einfluss auf die Gestaltung der dort verorteten Spielflächen. Diese sind innerhalb der Landschaften klar definiert. Innerhalb der Quartiere sind öffentliche Spielplätze Teil der Hoodmitten und werden Legende Spielflächen Landschaftsspielplatz (2x) Großspielplatz (7x) Hoodspielplatz (5x) Parkschulhöfe (2x) Sportspielplatz (1x) Waldspielelemente (optional) (1x) Die Spielflächen in Kreuzfeld sind vielfältig und ein integraler Teil des neuen Quartiers. Alluvialpark, Grüne Mitte und Sportlandschaft haben Einfluss auf die Gestaltung der dort verorteten Spielflächen. Integrierte Planung 169 Hoodspielplätze. Ein Spielplatz befindet sich im Zentrum jeder Kreuzfel- der Hood, integriert in die Hoodmitte. Die Spielelemente sollen für Klein kinder und ältere Kinder nutzbar sein. Es ist ein Quartiersspielplatz. 5 x 530 – 1.200 m² Großspielplätze. Diese befinden sich in der Grünen Mitte um die Hoods Eins und Zwei sowie im Alluvialpark. Sie sind von ihrer Größe her ähnlich, können sich aber in Aussehen und Programm unterscheiden. 7 x 1.000 – 1.100 m² Sportspielplatz. Dieser Spielplatz beherbergt einen Skatepark und einen Großspielplatz. Er befindet sich neben der Sportanlage Nord und bietet weitere aktive Spielmöglichkeiten in der Nähe zu Sport und Bewegung an. 1 x 1.682 m² Landschaftsspielplätze. Diese Areale sind Spielplätze in einer natürlichen, park - ähnlichen Umgebung, in denen Kinder frei spielen kön- nen. Sie befinden sich in der Grünen Mitte. In Köln-Kreuz- feld werden zwei Landschaftsspielplätze angeboten. 2 x 1.500 – 1.900 m² Schulhöfe. Die Schulhöfe der weiterführenden Schulen sind Spiel- und Sportplatz zugleich. Sie befinden sich in der Grünen Mitte. Durch ihre integrierte Gestaltung sind sie auch nach Schulschluss nutzbar und gehen fließend in den Park über. Der planungsursächliche Mehrbedarf an öffentlichen Spielplatzflächen nach KoopBLM wird im weiteren Pla - nungsprozess validiert. Waldspielelemente für alle Altersgruppen. In den be- stehenden Wald integrierte kleine Spielflächen. 1 x 50 – 150 m² Abb. 188: Spielflächentypologien Abb. 191: Großsportfeld im Norden I Doug and Wolf for ADEPT + Karres en Brands Abb. 189: Middelfart, Dänemark I ADEPT + Karres en Brands Abb. 190: Naturspiel I Karres en Brands 170 Natur spielerisch entdecken. Bei den großen Landschafts- spielplätzen soll besonders das Spielen, Lernen und Entdecken der Natur im Fokus stehen. Eine naturnahe Gestaltung fördert dieses Vorhaben. Viel Platz zum Spielen. Die Großspielplätze bieten die Chance, eine zusammenhängen- de Spiellandschaft zu schaffen, die den Freiraum miteinbezieht. Parkschulhof. Die Schulhöfe und Freiflächen sind offen und multifunktional gestaltet, sodass die Kinder sich den Raum spielerisch aneignen können. Abb. 192: Kwekerij, Hilversum I Karres en Brands Abb. 193: Aktive Parkränder I Karres en Brands Abb. 194: Naturspiel im Wald I Karres en Brands Abb. 195: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands 171 Der Wald als Spielplatz. Der bestehende Wald des Alluvial- parks kann eine wunderbare Basis für kleine Interventionen bieten, die den Park als Ziel für Anwohnende allen Alters interessant machen. Anregung zur Bewegung. Sport und Spiel liegen dicht bei- einander. Der Sportspielplatz führt spielerisch an unterschiedlichste Sportarten heran und soll auch ger- ne von den Großen genutzt werden. In der Mitte. Ein sicherer und nahgelegener Ort zum Toben liegt im Zent - rum einer jeden Hood. Durch die Nähe zu Café und Eisdiele können Eltern und Kinder ent - spannt ihre Freizeit verbringen. 172 Flexibilität und Adaptivität. Die Multicodierung der Pausenhöfe von wei- terführenden Schulen erzeugt eine Verdich- tung von Nutzungen und lässt sich flexibel an Anforderungen anpassen. Auch im ge- schlossenen Raum werden flexible Struktu- ren eingerichtet, sodass wichtige Gebäude wie das Bürgerhaus+ auf sich ändernde Um- stände angepasst werden können. Bei sich ändernden Bedarfen wird es immer möglich sein, Ausbaumöglichkeiten der ak - tuellen Konzepte zu prüfen. Wichtig ist auch die Förderung anwohnergestützter Initia - tiven bei lokalen Bedarfen oder zur zusätz - lichen Qualit ätssicherung. Eine Prüfung der Zugänglichkeits- und Nutzungsreglemen- tierungen der städtisch unterhaltenen Flä - chen sollte dabei ebenso ein verhandelba - res Element bleiben. Auch die Verwendung multifunktionaler Elemente in der Errich- tungsphase zählt dazu. Ausblick. Mit Blick auf die technische Masterplanung wird in der kommenden Phase eine Vertie- fung des Bildungs-, Spiel- und Sportflächen- konzepts vorangetrieben. Eine genaue Pla - nung der Programmierung und Gestaltung dieser Flächen stützt das Bestreben danach, eine individuelle und hochwertige Bildungs- landschaft für Kreuzfeld zu schaffen. Dabei werden auch Optimierungsmöglichkeiten der bisherigen Planung ausgewertet und mit Blick auf die Projektfinanzierung geprüft, ob und wie auf Fördermittel zugegriffen werden kann. Für die weitere Entwicklung der Bildungslandschaft ist eine integrierte Vertiefung der einzelnen Bestandteile not - wendig. Bedarfe, Funktionalitäten und Trä - gerschaft der Bildungseinrichtungen sowie Freiflächen sollen weiter konkretisiert und stärker miteinander verknüpft werden. 2.5.7 Ausblick Integrierte Planung „ U m die ambitionierten Qualitäten und die Flexibilität der heute entwickelten Bildungs- und Sportlandschaft weiterzuführen, ist es wichtig, Prinzipien wie die Multicodierung dieser Flächen zu sichern. “ 173 3. Kreuzfelder Hoods 176 3.1 Kr euzfelder Hoods Hoods erzeugen dabei das Gesamtnarrativ der künftigen Entwicklung Köln-Kreuzfelds. Allgemeines zu den Kreuzfelder Hoods. Der neue Stadtteil besteht aus fünf verschie- denen Hoods und der Erweiterung Blumen- bergs. Die Hoods erzeugen einen gemeinsa- men Stadtraum, weisen aber jeweils einen eigenen Charakter auf. Dieser Charakter variiert, denn von Ost nach West ändern die Typologien ihre Ausprägung auf einer Skala von städtisch zu landschaftsorientiert. Die Baufelder der Hoods weisen verschie- dene Größen für unterschiedliche Entwick - lungsprozesse auf. Jedes Baufeld liegt so- wohl an der jeweiligen Mitte der Hood als auch direkt am übergeordneten Freiraum. Die Hoods sind in ihrer Ausformung flexi- Das vorliegende Kapitel stellt die einzelnen Nachbarschaften, die sogenannten Kreuz - felder Hoods, vor. Es bietet eine integrierte Sicht der zuvor in einzelnen Kapiteln be- schriebenen Teilaspekte. Auf den folgenden Seiten finden sich entsprechend Darstellun- gen mit reduzierter Flughöhe, die den Blick weg vom Gesamtensemble hin zum Blick auf das Leben zwischen den Häusern len- ken. Es wird illustriert, welche unterschied- lichen Profilierungen die einzelnen Hoods aufweisen, welche Atmosphären und wel- che Alltagssituationen entstehen könnten. Ergänzt werden diese Visionen durch kon- krete Kennzahlen zu Einwohner*innen, Flä - che, Nutzungen und vielem mehr, um den Zielen der Integrierten Planung auf überge- ordneter Ebene Rechnung tragen zu kön- nen. Die singulären Stimmen der einzelnen Die fünf Kreuzfelder Hoods sind eine Mischung aus Stadt und Dorf. Sie bilden eine vielfältige und doch zusammenhängende Infrastruk- tur, in deren Mittelpunkt Gemeinschaft und Austausch stehen. Durch ihren zentralen Freiraum, die Grüne Mitte, werden sie zu einer wie- dererkennbaren Adresse. Die einzelnen Hoods sind konzentrierte urbane Cluster, die der Natur trotzdem maximalen Raum geben. Auf diese Weise werden die landschaftlichen Qualitäten und Potenziale des Areals optimal genutzt. Kreuzfelder Hoods Abb. 196: Verortung der Kreuzfelder Hoods 177 bel. Durch eine robuste Grundstruktur kann während des langfristigen Entwicklungspro- zesses des neuen Stadtteils flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagiert werden. Alle Hoods sind als lebendige Cluster um einen innenliegenden, zentralen Platz orga - nisiert, die sogenannten Hoodmitten. Hier trifft neue Mobilität auf Gemeinschaftsräu- me, neue Arbeitswelten auf attraktive Frei- räume – es entstehen lebendige Subzentren, die die Menschen zusammenbringen. Die Ränder der Hoods gehen in die Landschaft über. Umlaufende Wege geben der Nach- barschaft Zugang zu dem spannenden Ort des Übergangs und verbinden sich mitein- ander, um schlussendlich in den Hood-Loop überzugehen – die zentrale Verbindung mit dem Rad oder zu Fuß in Woodhood. Am Hauptankunftspunkt am Bahnhof Blu- menberg entsteht ein städtisches Zentrum mit den wichtigsten Sozial- und Dienstleis- tungsinfrastrukturen. Auf diese Weise wer - den der bestehende Bahnhof und Blumen- berg mit der neuen Stadtstruktur verbunden und können von ihr profitieren. Die somit urbanste Hood im Osten wird entlang eines zentralen Rückgrats zu einem Spiegelbild des Aufbaus von Blumenberg. Jede Hood hat ihre eigene Identität, die sich in Nutzungen, städtebaulich- freiraumplanerischer Gestaltung und Atmosphären widerspiegelt. Hood Eins Hood Zwei Hood Drei Hood Vier Hood Fünf Blumenberg Legende 178 Egal, ob neu in Köln-Kreuzfeld oder bereits Bewohner*in – Hood Eins heißt jeden willkommen. Schon beim Aussteigen aus der S-Bahn ist die dichte und urbane Bebauung zu erkennen. Großstadtfüchse kön- nen hier in kurzer Distanz Einkäufe erledigen, im Café neue Freund*in- nen treffen, Triathlet*innen absolvieren ihr Schwimmtraining im neuen H allenbad. Urbanes Gewimmel herrscht auch unter der Woche, Eltern mit Lastenrädern fahren den Nachwuchs in die Kita und treffen sich danach zum Woodhood-Waldbaden. Praktisch, dass alles fußläufig und in kurzer Distanz zu erreichen ist! Es wundert also wenig, dass die Schüler*innen Wettrennen veranstalten. Und für manch einen gibt es in der Grünen Mitte mehr zu entdecken als im Klassenraum. Am Wo- chenende gibt es endlich wieder ein Konzert, Anlass ist die Vernissage der Kreuzfelder Künstler*innen. Werktags treffen sich die Nachbar*in- nen und Vereinsmitglieder in den Räumlichkeiten, zum Beispiel um die neuen Baugemeinscha ften aus der Nachbarhood kennenzulernen. Hood Eins – Von Holz, Hasen und Großstadtfüchsen Kreuzfelder Hoods Detaillierte Flächenangaben Gewerbe Hooddichte von 1,28 – 4,67 GFZ Durchschn. Geschosse: 4 Stockwerke Wohneinheiten von 1.070 bis 1.200 Einwohner*innen ca. 2.450 BGF Wohnen: rund 96.100 m² (50 %) BGF Gewerbe: rund 14.700 m² (8 %) BGF Gesundheit inkl. Schwimmhalle: rund 10.700 m² (6 %) BGF Öffentl. Nutzung: rund 30.700 m² (16 %) BGF Mobilitätszentren: rund 16.000 m² (8 %) BGF Bildung: rund 22.300 m² (12 %) Anteil privates Grün: rund 30.200 m² Anteil öffentliches Grün: rund 7.900 m² Anteil Spielflächen: rund 1.200 m² 179 Abb. 197: Lageplan Lärmschutz Permakultur Spielplatz Feuerwache Mercatorstraße Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Ärztehaus Bürgerhaus+ Wasserretention Kita Kita Kita Quartiers- platz Station Kreuzfeld Lebensmittelmarkt Woodhood Gewerbe Gewerbe Gewerbe Schulhof Schule Schule Supermarkt Förderschule Baugemeinschaft Baugemeinschaft Schwimmhalle Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Generationenhaus Spielplatz Spielplatz Spielplatz Sportwiese Wasserretention Dauer- und solitäre Kurzzeitpflege Abb. 198: Axonometrie Geschossigkeiten Abb. 199: Axonometrie Nutzungen 180 Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende Abb. 200: Axonometrie 182 Woodhood heißt hier wetterfest und wassernah. Die Stadt mit ihrer Dachlandschaft und grünen Straßenräumen funktioniert als Schwamm. Nach einem starken Gewitter können Gummistiefel angezogen, der Geruch des Regens wahrgenommen und durch die Hoodmitte gewatet werden. Die Kinder lieben den Wasserspielplatz, der seinem Namen alle Ehre macht. Auch die Schule nutzt die Freiräume gerne, um außerhalb des Klassenzimmers Wissen zum Thema Wasser als Ressource zu ver- mitteln. Die kleinen Kinder lernen früh, wieso der Boden in dieser Hood besonder s im Sommer atmen muss und kann, wieso es sich lohnt, (Wohn-) Flächen zu teilen und dass auch Gebäude einen Fußabdruck haben. Wasserliebende jeden Alters wohnen hier, die Unterschiede machen das Zusammenleben spannend, mit geteilten Ressourcen unterstützt jeder dort, wo er kann. Was Nachbarschaft heißt, wird auch im Mehrgenerationenhaus und von gemeinschaftlichen Wohnformen gelehrt. Hood Zwei – Mit Kölnquappen im Regen tanzen Kreuzfelder Hoods Hooddichte von 0,45 – 4,00 GFZ Durchschn. Geschosse: 4 Stockwerke Wohneinheiten von 910 bis 1.025 Einwohner*innen ca. 2.100 BGF Wohnen: rund 82.000 m² (73 %) BGF Gewerbe: rund 8.800 m² (8 %) BGF Gesundheit: 0 m² (0 %) BGF Öffentl. Nutzung: 0 m² (0 %) BGF Mobilitätszentren: rund 10.900 m² (10 %) BGF Bildung: rund 11.000 m² (10 %) Anteil privates Grün: rund 24.100 m² Anteil öffentliches Grün: rund 8.000 m² Anteil Spielflächen: rund 1.200 m² Detaillierte Flächenangaben Abb. 201: Lageplan Gewerbe Gewerbe Spielplatz Spielplatz Spielplatz SportSchulhof Schulhof Park Gewerbe Gewerbe Gewerbe Schule Kita Kita Generationenhaus Wasserretention Wasserretention Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Landschafts- spielplatz Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Dauer- und solitäre Kurzzeitpflege Quartiers- mitte Kita Kita Quartiers- platz Station Kreuzfeld Lebensmittelmarkt GewerbeSchulhof Schule Baugemeinschaft Schwimmhalle Bürgerhaus+ Abb. 202: Axonometrie Geschossigkeiten Abb. 203: Axonometrie Nutzungen 184 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende Abb. 204: Axonometrie 186 Egal ob Triathlet*in oder Turner*in, in Woodhood kommt jede*r auf seine Kosten. Genau hier, im Norden von Hood Drei, kommen Freizeitsportler*innen und Interessierte zu beinahe jeder Tageszeit zusammen. Nach der Vereinssitzung trifft man sich gerne an einem der Büdchen. Obgleich Hood Drei die flächenmäßig kleinste Hood ist, kommen hier regelmäßig viele Menschen zusammen. Nicht nur zu Sportveranstaltungen, sondern auch an den offenen Werkstatttagen wird das Hood-Handwerk sichtbar. An zwei Wochentagen ist der lokale Markt der Magnet zwischen den Nachbarschaften: Es ist genau erkennbar, wo welches Gemüse angebaut wurde und was gerade Saison hat. Beeindruckend, wie viel die Menschen tatsächlich selbst v or Ort produzieren. Das Über- und Nebeneinander vielfältiger Funk- tionen und Stadtbausteine macht diese Hood besonders beliebt, und is t vor allem etwas für jene, die das und dem oder vorziehen. Hood Drei – Von Loopläufern und dem SV Turnveedel Kreuzfelder Hoods Hooddichte von 0,72 – 2,76 GFZ Durchschn. Geschosse: 4 Stockwerke Wohneinheiten von ca. 350 Einwohner*innen ca. 800 BGF Wohnen: rund 31.500 m² (50 %) BGF Gewerbe: rund 5.800 m² (9 %) BGF Gesundheit: 0 m² (0 %) BGF Öffentl. Nutzung: 0 m² (0 %) BGF Mobilitätszentren: rund 5.100 m² (8 %) BGF Bildung: rund 21.200 m² (33 %) Anteil privates Grün: rund 17.100 m² Anteil öffentliches Grün: rund 1.500 m² Anteil Spielflächen: rund 500 m² Detaillierte Flächenangaben Landschafts- spielplatz 187 Abb. 205: Lageplan Blumenbergsweg Gewerbe Gewerbe Hood-Loop Obstwiese Lärmschutz Sportspiel- platz Sport Lärmschutz Generationen- haus Generationen- haus Handwerker- höfe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Wasserretention Förderschule Ärztehaus Schule Schulhof Quartiers- mitte Schule Schule Schule Schule Schulhof Schulhof Sport Sport Spielplatz Landschafts- spielplatz Landschafts- spielplatz Schulhof Schulhof Kita Kita Wochenmarkt Mobilitäts- zentrum (Hoodhub) Mobilitäts- und Jugendzentrum (Hoodhub) Abb. 206: Axonometrie Geschossigkeiten 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende 188 Abb. 207: Axonometrie Nutzungen Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende Abb. 208: Axonometrie 190 Gleise In Hood Vier geht es vor allem um das Miteinander. Jeder passt auf jeden auf, wer alt genug ist, kann bei der Hausaufgabenbetreuung, wer noch älter ist, kann Geschichten von früher erzählen. Hood vier ist gemacht für Menschen; die, die dort leben und arbeiten und solche, die sie dort besuchen und ihre Freizeit verbringen. Wer sich nicht entscheiden möchte, ob er nun das Stadt- oder Landleben will, ist in Hood Vier hier genau richtig. Umgeben von frisch aufgeforste- ten Flächen lädt nicht nur die Grüne Mitte zum Spielen ein, auch das Umland verzaubert. Die Häuser sind gerade so hoch, dass aus dem obersten Stock noch im Blick behalten werden kann, was im Umfeld passiert. Hood Vier – Neue Bio-Büdchen zum Bützen Kreuzfelder Hoods Detaillierte Flächenangaben Hooddichte von 0,63 – 3,18 GFZ Durchschn. Geschosse: 3 Stockwerke Wohneinheiten von 630 - 640 Einwohner*innen ca. 1.440 BGF Wohnen: rund 56.400 m² (62 %) BGF Gewerbe: rund 4.900 m² (5 %) BGF Gesundheit: 0 m² (0 %) BGF Öffentl. Nutzung: 0 m² (0 %) BGF Mobilitätszentren: rund 6.100 m² (7 %) BGF Bildung: rund 23.800 m² (26 %) Anteil privates Grün: rund 32.700 m² Anteil öffentliches Grün: rund 3.000 m² Anteil Spielflächen: rund 500 m² Abb. 209: Lageplan Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Gewerbe Schule Schule Schule Wochenmarkt Schulhof Hood-Loop Landschafts- spielplatz Wiese Gleise Sport Schulhof Generationenhaus Seniorenwohnheim Kita Kita Kita Quartiers- mitte Park Mobilitäts- und Jugendzentrum (Hoodhub) Abb. 210: Axonometrie Geschossigkeiten 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende 192 Abb. 211: Axonometrie Nutzungen Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende Abb. 212: Axonometrie 194 Nachbar*innen laden zur Dachterassenparty ein! Dort pflanzen sie Gemüse und Kräuter, die die exponierte Sonnenlage benötigen. Die Vorteile des Landlebens werden hier kombiniert mit urbanen Funktionen, ein Fakt, der nicht zum ersten Mal gestresste Innen- stadtbewohnende anzieht und sie begeistert und erholt zurück- lässt. Damit ausreichend Platz zum gemeinsamen Gärtnern zur Verfügung steht, sind die Häuser kleinteiliger, alles ist übersicht- licher, die Hoodmitte erinnert hier eher an einen Dorfanger. Die Bewohnenden kennen und mögen sich und sind stolz darauf, was Hood Fünf alles für die übrigen Hoods tun kann. Die stadtnahe Landluft riecht hier vor allem nach Entschleunigung und Erholung. Hood Fünf– Kreuzfelder Gemeinschaftsgärten Kreuzfelder Hoods Hooddichte von 0,6 – 3,62 GFZ Durchschn. Geschosse: 3 Stockwerke Wohneinheiten von 440 bis 565 Einwohner*innen ca. 1.300 BGF Wohnen: rund 50.900 m² (70 %) BGF Gewerbe: rund 6.100 m² (8 %) BGF Gesundheit: 0 m² (0 %) BGF Öffentl. Nutzung: 0 m² (0 %) BGF Mobilitätszentren: rund 5.600 m² (8 %) BGF Bildung: rund 10.000 m² (14 %) Anteil privates Grün: rund 28.000 m² Anteil öffentliches Grün: rund 3.200 m² Anteil Spielflächen: rund 1.100 m² Detaillierte Flächenangaben Abb. 213: Lageplan Gewerbe Permakultur Permakultur Sport Quartiers- mitte Gewerbe Gewerbe Gleise Wiese Hood-Loop Schulhof Landschafts- spielplatz Generationenhaus Essbarer Wald Schule Kita Kita Mobilitätszentrum (Hoodhub) Bruchstraße 196 Abb. 214: Axonometrie Geschossigkeiten 1 Geschoss 2 Geschosse 3 Geschosse 4 Geschosse 5 Geschosse 6 Geschosse Legende Abb. 215: Axonometrie Nutzungen Wohnen Gewerbe+ Kita Schulen Öffentl. Nutzung Gesundheit S-Bahnhof Mobilitätszentren Legende Abb. 216: Axonometrie Abb. 217: S-Bahn-Infrastruktur in und um Köln-Kreuzfeld Einführung. Köln-Kreuzfeld wird als Stadtteil geplant, in dem die Pkw-Infrastruktur so weit wie mög - lich zugunsten des Langsamverkehrs (per F uß und Rad) sowie des öffentlichen Nah - verkehrs reduziert wird. Die Bewohner*innen Kreuzfelds sollen problemlos auf den eigenen Pkw verzichten können: weniger Autofahrten, mehr Bahn- und Busverkehr ist das Ziel. Damit das zukunftsweisende Mobilitätskonzept in Gänze erfolgreich umgesetzt werden kann, ist die Betrachtung von etwaigen Neu- und U mgestaltungen der S-Bahn-Station und deren Umfeld essenziell. Anlass. Die Bahnanlage und die zugehörige Infra - struktur sind in die Jahre gekommen und 3.2 L upenraum S-Bahn-Station generieren im aktuellen Zustand räumliche Nachteile. Mit einem maßgeschneiderten Ent wurf kann die S-Bahn-Station zu einem Ankerpunkt im räumlichen Gefüge werden, um Blumenberg und Kreuzfeld zu verbinden. Eine große Chance ist dabei die besondere Lage – die Station ist eingebettet in den Allu- vialpark –, die den Charakter des neu entwi - ckelten, grünen Stadtviertels Köln-Kreuzfeld w eiter unterstützen kann. Ihre Lage und die Funktion als urbanes Bindeglied machen die Bahnanlage zu einem besonderen Baustein, den es angemessen zu entwickeln gilt. Angemessenheit in der Entwicklung bezieht sich dabei auf unterschiedliche Faktoren, vor allem aber auf die Funktion als künftiger Eingang eines belebten und begehrten Zu- Ankommen in Köln-Kreuzfeld bedeutet: Verweilen wollen. Der Bahnhof und sein Umfeld sind Begegnungsräume, die die Stadtteile verbinden und an die Gesamtstadt anknüpfen. Kreuzfelder Hoods 198 Abb. 218: Treppenanlage der Station Blumenberg I Stadt Köln Abb. 219: Bahnaufgang West I ADEPT Abb. 220: Bahnsteig und grüne Umgebung I ADEPT Abb. 221: S-Bahn-Anlage mit Ost- und Westaufgängen I Stadt Köln Abb. 222: Infrastruktur der Station Blumenberg I ADEPT Abb. 223: Rampenanlage der Station Blumenberg I Karres en Brands kunftsquartiers. Die neue S-Bahn-Station in Kreuzfeld sollte daher mit Kapazitäten ge- plant wer den, die nachhaltig ausreichend Raum für Reisende, Radabstellanlagen, Taxi- und Busstände sowie weitere Infrastruk - turen bieten. Ebenso kann auch die Sta - tionsumgebung gestaltet werden, die eine zentrale Rolle in der Vernetzung direkt an- grenzender Freiräume spielt. Durch den Austausch mit Blumenberger*in- nen, relevanten Stakeholdern und den Nut - zer*innen der Station heute konnte eine umfangreiche SWOT-Analyse des Raumes erstellt werden. So können die Chancen und 199 das immense Potenzial des Raumes für die Zukunft skizziert werden. Es geht weniger da- rum, wie der Raum konkret aussehen sollte, sondern vielmehr, was die S-Bahn-Station und ihr Umfeld leisten müssen. Stärken – Wie sieht der Raum heute aus? Übergeordnetes. Die S-Bahn-Station Blumenberg befindet sich in einem grünen Umfeld. Die aktuell als Parkplätze genutzten Flächen auf der Blu- menberger Seite befinden sich im Eigentum der DB und sind wertvolle Potenzialflächen. Es gab auch bereits Bemühungen, shared- mobility-Konzepte zu implementieren. Raumspezifisches. Die überdachten Radabstellanlagen werden häufig frequentiert, sicheres Radabstellen ist schon heute möglich. Nutzungen. Einzelhandelsflächen bestehen bereits auf der östlichen Seite der S-Bahn-Station (Ausgang Blumenber g), ihre Bedeutung kann durch er- gänz ende Nutzungen gestärkt werden. Chancen – Welches Potenzial schlummert hier? Übergeordnetes. Der S-Bahn-Haltepunkt ist ein elementares Bindeglied zwischen Kreuzfeld und Blumen- berg. Falls größere Investitionssummen zur Verfügung stehen, gibt es einen hohen Frei- heitsgrad bei der Gestaltung. Lage. Mit der S-Bahn erreicht man in wenigen Mi- nuten die Kölner Innenstadt. Eine verlässli- che ÖPNV-Anbindung macht den Standort Kreuzfeld damit auch für Pendler*innen in- teressant und kurbelt die Besucher*innen und Kund*innenfrequenzen an. Das zu er - wartende Besucheraufkommen kann für eine Belebung des gesamten Umfeldes sorgen und somit Angsträume reduzie- ren. Die Lage des Bahnsteigs im Alluvial- park birgt Potenziale mit Blick auf Aufent- haltsqualitäten und Sichtbeziehungen. Raumspezifisches. Die Neugestaltung des S-Bahn-Umfelds birgt die Chance, Infrastruktur zu ergänzen und auszubauen, etwa um ein barrierefrei- es Fußgängerwegenetz, Mobilitätszentren, Fahrradparken sowie andere Nutzungen im öffentlichen Raum. Sichere, wettergeschützte und qualitäts- volle Radabstellanlagen erleichtern den Umstieg vom eigenen Pkw auf das Rad als präferiertes Verkehrsmittel. Die besondere Bedeutung des Radverkehrs in Köln-Kreuz - feld muss schon hier mitgedacht werden. Die unterschiedlichen Höhenlevel zwi- schen dem Bahnsteig und dem Anschluss zum jeweiligen Stadtviertel erzeugen ein spannendes gestalterisches Potenzial. Zur Herstellung von Barrierefreiheit braucht es Aufzugsanlagen bis auf die Gleisebene auf beiden Seiten der Station. Nutzungen. Es werden neue Nutzungen auf beiden Sei - ten der S-Bahn-Station implementiert. Soge- nann te Ankernutzungen lenken Besucher - ströme zwischen Blumenberg und Kreuzfeld. D as neu ergänzte Angebot muss sensibel auf Herausforderung und Chance zugleich ist die mittig durch das Pla- nungsareal verlaufende S-Bahn-Anlage der Verbindung Blumenberg- Kreuzfeld. Das offene Stück Gleisführung wird von zwei Haltestellen eingeklammert, die als Vermittler zwischen Ost und West, aber eben auch der grünen Nord-Süd-Verbindung wirken. 200 die bereits bestehenden Angebote reagieren und darf hierzu keine Konkurrenzen erzeugen. Entwicklung. Die engagierte Stadtgesellschaft kann auf dem Weg der Umgestaltung mitgenommen werden und sich gegebenenfalls Möglich- keiten der Aneignung sichern. So entsteht auf natürliche Weise ein Verantwortungs- bewusstsein für den Raum, die Gefahr von Vandalismus sinkt. Schwächen – Wo weist der Raum heute Mängel auf? Übergeordnetes. Es gibt lediglich unterdimensionierte bzw. nicht vorhandene fußläufige Infrastruktur in Richtung Kreuzfeld, sowohl auf Bahnsteig- ebene als auch im umliegenden Wegenetz. Die S-Bahn-Station und das Umfeld sind nicht barrierefrei. Auch die existierenden Treppenanlagen sind in die Jahre gekommen und für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen kaum zu be- wältigen. Raumspezifisch. Während die etwa 260 m lange Bahnanla - ge die Stadtviertel in Zukunft von Ost nach West verbinden wird, ist sie heute eine spür- bare Zäsur im Landschaftsraum des Alluvial - park s, die durch die beidseitige Wallanlage von 5 m Höhe weiter verstärkt wird. Trep- penanlagen, Rampe und Bahnsteig weisen bauliche Mängel auf. Die Orientierung ist eingeschränkt, ein urbaner Charakter des Stationsumfeldes fehlt. Die Querung der Mercatorstraße ist aufgrund der hohen Fahrgeschwindigkeiten des Kfz- Verkehrs unsicher. Aufgrund der Abwicklung des ruhenden Verkehrs besteht eine geringe Gestaltungsqualität im Bereich Blumenberg südlich des Supermarkts. Die S-Bahn-Station selbst und das Stations- umfeld sind aktuell nicht barrierefrei. Auch die Treppenanlagen in Richtung Blumen- berg stellen für mobilitätseingeschränkte Menschen eine Barriere dar. Die Treppenan- lage Richtung Köln-Kreuzfeld ist gegenwär- tig nicht nutzbar. Die gegenwärtige Störungsanfälligkeit der Bahninfrastruktur und damit eine einherge- hende unsichere Betriebsstabilität schwä - chen Blumenberg sowie Köln-Kreuzfeld als attraktiven Standort. Risiken. Welche Folgen hätte eine ausblei- bende Qualifizierung des Raums? Übergeordnetes. Der Ausbau der S-Bahn-Station ist ein Ka - talysator der Entwicklung für den neuen Stadtteil Köln-Kreuzfeld. Der Verzicht auf den eigenen Pkw, eine Änderung des Mo- bilitätsverhaltens kann nur gelingen, wenn die ÖPNV-Verbindungen eine attraktive und verlässliche Alternative darstellen. Investitionen/Umfang der Sanierungen. Die Schaffung einer hohen Gestaltqualität erfordert entsprechende Investitionsbe- reitschaft und -summen bei Stadt Köln & Go.Rheinland und weiteren beteiligten Sta - keholdern. Abb. 224: Bahnsteig mit Blick ins Grüne Abb. 225: Stationen mit Programmvielfalt 201 Prozessgestaltung. Die Planungsprozesse in Köln-Kreuzfeld und die Planungen der Deutschen Bahn soll- ten engmaschig aufeinander abgestimmt und synchronisiert werden, die Stadtgesell- schaft soll mitgenommen werden. Raumspezifisch. Das Brückenbauwerk zur Mercatorstraße hat heute unterdimensionierte Öffnungen zur Straße hin, gegebenenfalls ist ein Neu- bau nötig. Die fehlenden Gehwegbreiten so- wie mangelnde Flächen für etwaige Bushal- testellen stellen eine Herausforderung dar. Bei der Brücke am Tunnel Blumenberg sind die Bahnsteigbreiten im Umfeld des Tunnel- bauwerks unter anderem im Hinblick auf die zukünftige Auslastung zu prüfen. Die Flä - chen für eine barrierefreie Bushaltestelle an der Mercatorstraße in Richtung Norden erfordern gegebenenfalls die Nutzung von Teilflächen des heutigen Lärmschutzwalls. Flächen mit entsprechenden Lösungen sind jedoch aktivierbar. Eine Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Mercatorstraße im Stationsumfeld auf 30 km/h wäre notwendig. Alternativ sind bau- liche Optionen denkbar. Aufenthaltsqualitäten und Sicherheit. Um künftig Angsträume zu vermeiden, muss neben der Belebung durch Nutzung ein er - gänzendes Beleuchtungskonzept entwor - fen werden. Die kostenintensive Sanierung, Umbaumaß - nahmen oder eine Instandsetzung sollten durch ein entsprechendes Sicherheitskon- zept vor Vandalismus geschützt werden. Um dem entgegenzuwirken, entsteht im Idealfall im Rahmen eines geeigneten Betei- ligungsprozesses Verantwortungsbewusst - sein für den Raum, stellenweise in Aneig- nung möglich. Vision zur S-Bahn-Station. Auf dieser Doppelseite sind erste konzeptio- nelle Gedanken zur Umgestaltung der Sta - tion festgehalten, ebenso wie einige wün- schenswerte Qualitäten. Charakter und Identität. Jeder Bahnhof beziehungsweise jede Seite der Station hat einen eigenen Charakter, der zur Stadtteilidentität passt. Auf der westli- chen Seite, am Eingang zu Köln-Kreuzfeld, herrscht urbane Atmosphäre, nahezu alle Stadtfunktionen finden sich in unmittelbarer Nähe. In Blumenberg steht das komfortable Wechseln des Verkehrsmittels im Vorder - grund. Maximale Funktionalität. Bahnstationen können leistungsstarke Kno- tenpunkte im städtischen Raum sein. Die S-Bahn-Station muss täglich ein hohes Pas- sagieraufkommen bewältigen können. Ins- besondere in Kreuzfeld, einem autoarmen Quartier, wird dieses Talent zum wichtigen Pluspunkt. Von Sharingangeboten über Pa - ketstationen bis hin zum Informationspunkt wird die Station zum wiedererkennbaren Anlaufpunkt. Fahrradinfrastruktur. In Kreuzfeld liegt der Fokus auf nichtmoto- risierten Verkehren. Beim Wechsel von Rad zu Bahn sind daher effektive Angebote zum Radparken und Leihen notwendig. Abstell- möglichkeiten auf dem Platz ebenso wie im Gebäude werden Teil des Stationskontextes und sind in diversen Variationen denkbar. Ein direkter Zugang auf Bahnsteigebene etwa macht Parkstationen besonders attraktiv. Plaza und Station. Die Bahnstation in Köln-Kreuzfeld wird nicht als isolierte Mobilitätsinsel konzipiert, son- dern viel mehr als Bahnhofslandschaft, die den angrenzenden städtischen Raum und die dazugehörigen Gebäude mit einschließt. 202 Abb. 226: Zwei Bahnhöfe - zwei Stadtteilidentitäten Bedeutung des Alluvialparks innerhalb des Raums der S-Bahn-Station. Der Alluvialpark schließt auf Blumenberger Seite an wichtige Freiraumachsen wie die verlängerte Vogelsbergstraße und die süd- lich fortlaufenden Parkflächen des Parks Blumenberg an, wodurch der neue Freiraum zum wesentlichen Verbindungsstück im bestehenden Netzwerk wird. Auf der Seite des neuen Quartiers vermittelt der Alluvial- park zwischen dem Quartierseingang nach Köln-Kreuzfeld und der aktiven Grünen Mit- te, die alle neuen Nachbarschaften zusam- menführt. Der Alluvialpark ist auf Gleisebene gegen- wärtig zwar kaum wahrzunehmen, beim An- kommen auf der oberen Ebene aber fallen die hohe Dichte an Bestandsbäumen und die prägnante Topografie sofort ins Auge. Sie soll in Zukunft von einer Zäsur zum Bin- deglied von Freiraum und Stadt transfor - miert werden. Die Topografie als gestalterisches Mittel zu nutzen, um Park und angrenzende Stadt - viertel gleichermaßen einzubinden, ist ein vielseitiger Ansatz und erlaubt multifunktio- nale Raumerlebnisse zwischen Lärmschutz, Bahnsteigzugang und visueller Verbindung. Eine Umsetzung dieser Strategie ist etwa durch die Ausgestaltung der Parkwege Abb. 227: Maximale Funktionalität Abb. 228: Anforderungen an die Fahrradinfrastruktur Abb. 229: Plaza mit Bahnsteigfronten Abb. 230: Aktive Plaza und Bahnhofslandschaft 203 Der Anschluss an weitere Funktionen wird über den Quartiersplatz geregelt und ge- stalterisch sowie funktional in den Raum eingepasst. Die Plaza soll dabei im Sinne der Woodhood einen grünen Charakter be- halten und etwa mit Baumgruppen und Pflanzelementen ausgestattet werden. Die Großzügigkeit des Raumes wird durch eine konzentrierte und smarte Verteilung der Pro- gramme erhalten und nutzbar gemacht. Die unterschiedlichen Höhenlevel von Gleisebe- ne und Bahnhofsvorplatz können funktional in die Gebäude aufgenommen werden. Abb. 231: Aktive Plaza und Bahnhofslandschaft 204 möglich oder durch den Entwurf von Ge- bäudesockeln, die mit öffentlichen Foyers bis an die Bahnsteigebene reichen. Wie weiter? Die beiden Bahnhöfe der S-Bahn-Station sind Stadteingänge und sollten einen star - ken Auftakt in die Nachbarschaften etablie- ren. Jeder Bahnhof hat dabei seinen eigenen Charakter, entsprechend unterschiedlich sind ihre Anforderungen und programma - tischen Stärken, wenn es um die künftige Ausgestaltung geht. Die Station Kreuzfeld und der zugehörige Bahnhofsvorplatz sind gleichzeitig auch Teil des zentralen Kreuzfelder Stadtplatzes in Hood Eins, ihre Wirkung ist also auch von repräsentativer Relevanz. Vorplatz und Um- feld können im Sinne des Woodhood-Kon- zepts urban, aber offen und mit Blick ins Grün angelegt werden. Nutzungen des täg - lichen Bedarf s, vor allem solche, die zum Verweilen einladen, werden um diesen Platz organisiert und einfach zugänglich gemacht. Bodenbeläge, Bäume und schattenspen- dende Elemente sorgen für ein angenehmes Mikroklima. Die S-Bahn-Station ist ein Katalysator der Entwicklung für Köln-Kreuzfeld. Auch auf die Verkehre der direkt anschlie- ßenden Mercatorstraße muss planerisch adäquat reagiert werden, indem die Que- rungen und Haltestationen straßenseitig sichtbar ausgebaut werden. Je nach Inves- titionsbereitschaft können derzeit unter - schiedliche Szenarien getestet werden, die den Möglichkeitsraum von gering invasiv bis hin zu einem umfassenden Ausbau auf - spannen. Die Gestaltungsoptionen lassen sich am besten im Rahmen eines architek - tonischen Wettbewerbs diskutieren, der in jedem Fall den gesamten Lupenraum zum Untersuchungsgegenstand machen sollte. 205 4. Anhang Hood Eins 99530 m² 48976 m² 0,49 50553 m² 190730 m² 1,96 190730 m² 96120 m² 14747 m² 10733 m² 30783 m² 16045 m² 22302 m² 11252 m² 6931 m² 547 17382 m² 18019 m² 0 m² 32534 m² 90 m² 1068 2456 11847 m² 5505 m² 0 m² 5505 m² 19748 m² 6808 m² 5181 m² 2555 m² 0 m² 0 m² 96120 m² 0 0 1201 1201 Hood Eins Hood Zwei 63314 m² 29237 m² 0,46 34077 m² 112650 m² 2,8 112650 m² 81987 m² 8780 m² 0 m² 0 m² 10857 m² 11026 m² 9039 m² 4129 m² 362 8018 m² 9291 m² 24786 m² 90 m² 911 2095 4600 m² 1774 m² 0 m² 1774 m² 8478 m² 5759 m² 4485 m² 2548 m² 4485 m² 2548 m² 77143 m² 37 25 964 1027 Hood Zwei Hood Drei 36519 m² 17167 m² 0,47 19352 m² 63547 m² 1,83 63547 m² 31452 m² 5848 m² 0 m² 0 m² 5064 m² 21183 m² 6060 m² 1902 m² 169 1479 m² 2004 m² 17348 m² 90 m² 349 804 21636 m² 15729 m² 7436 m² 8293 m² 19871 m² 1834 m² 1178 m² 1312 m² 8649 m² 3108 m² 19695 m² 72 31 246 349 Hood Drei Hood Vier 66499 m² 30086 m² 0,45 36413 m² 91238 m² 1,88 91238 m² 56426 m² 4876 m² 0 m² 0 m² 6088 m² 23848 m² 7867 m² 4525 m² 203 2963 m² 3979 m² 32434 m² 90 m² 627 1442 22364 m² 15058 m² 7784 m² 7274 m² 20710 m² 4245 m² 2686 m² 2638 m² 6517 m² 15517 m² 34392 m² 54 155 430 639 Hood Vier Hood Fünf 56086 m² 23548 m² 0,42 32538 m² 72575 m² 2,16 72575 m² 50869 m² 6096 m² 0 m² 0 m² 5595 m² 10016 m² 8163 m² 4392 m² 189 3181 m² 4265 m² 28272 m² 90 m² 565 1300 6900 m² 3273 m² 0 m² 3273 m² 8471 m² 3319 m² 2546 m² 1545 m² 16779 m² 10975 m² 23115 m² 140 110 193 442 Hood Fünf Übergang Blumenberg 19797 m² 10970 m² 0,62 8830 m² 34008 m² 0,49 34008 m² 5350 m² 1402 m² 18905 m² 1440 m² 563 m² 6348 m² 0 m² 0 m² 120 5692 m² 6714 m² 90 m² 59 137 6638 m² 3464 m² 0 m² 3464 m² 6348 m² 0 m² 0 m² 0 m² 0 m² 0 m² 5350 m² 0 0 67 67 Übergang Blumenberg Intensive Landnutzung* 90894 m² * Intensive Landnutzung Naturnahe Landnutzung 151889 m² Naturnahe Landnutzung Produktive Landnutzung 76.300 m² Produktive Landnutzung Spiel **14001 m² Spiel Sport 2791 m² 40183 m² ***1350 m² Sport Infrastruktur 85148 m² Infrastruktur Summe 341744 m² 149464 m² 0,49 181763 m² 564748 m² 564748 m² 322203 m² 41749 m² 29638 m² 32223 m² 44211 m² 94723 m² 127529 m² 21879 m² 1590 38715 m² 354003 m² 59722 m² 143438 m² – 3580 8234 73985 m² 44803 m² 15220 m² 29583 m² 83626 m² 21965 m² 16075 m² 10597 m² 36429 m² 32148 m² 255814 m² 303 321 3101 3725 Summe Areal Baufeld Geschossfläche Nutzungen Verkehrsfläche Grünfläche Wohneinheiten/ Einwohner*innen Schulen Kita Wohnungsangebo t (ohne Bezug zu KoopBLM) Öffentliche / private Fläche (außer Verkehrsfläche)Grundfläche * Intensiv genutzte Landschaft inkl. Lärmschutzwall ** Der planungsur sächliche Mehrbedarf nach KoopBLM wird im weiteren Planungsprozess validiert. *** Sportflächen Grundschulen 4.1 Flächenbilanz Anhang brutto Grundfläche (GR) gem. § 19 BauNVOUnbebaute FlächeBGF BGF gesamt davon BGF Wohnen davon BGF Gewerbe davon BGF Gesundheit inkl. Schwimmhalle davon BGF öffentliche Nutzungen davon BGF MobilityHubs davon BGF Bildung öffentlich privat Stellplätze GrundstücksflächeDavon Pausenhof gesamt KITA GrundstücksflächeKITA Außenraum (unbebaute Fläche)KITA BGF Stadthäuser BGF (120m²) Stadthäuser (120m²/WE)Mehrfamilienhäuser (100m²/WE)Geschosswohnungsbau (80m²/WE)WE gesamt Mehrfamilienhäuser BGF (100m²) Geschosswohnungsbau BGF (80m²)Pausenhof Grüne MittePausenhof innerhalbBGFöffentlich öffentlich Semiöffentlich Anzahl WE (nach KoopBLM)EWGF je WE (nach KoopBLM)privat / nicht öffentlichGRZ I GFZ (Wohnnutzung)Bezeichnung der Fläche 208 209 212211210208 4.2 Glossar Baugemeinschaft. Der Zusammenschluss von mehreren privaten Haushalten dient dem Zweck, gemeinsam zur Eigennutzung oder Vermietung an Wohnen oder Gewerbe ein Gebäude zu planen. Dadurch kön- nen sich die zukünftigen Nutzer*innen schon in der Planungs- phase einbringen und das Gebäude nach ihren Bedürfnissen gestalten. Blau-grüne Infrastruktur. Blau-grüne Infrastruktur umfasst sowohl natürlich gewachsene als auch naturnah angelegte Grün- und Wasserflächen, die als Netzwerk geplant und unterhalten werden. In ihrer Gesamtheit sichert sie die biologische Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Ökosystems in Städten und erbringt darüber hinaus Vorteile für Klima und Aufenthaltsqualität. Büdchen. Das Büdchen ist ein für Köln typischer kleiner Kiosk. Köln be- sitzt eine eigene traditionsreiche Büdchen-Kultur, die in der Zeit der Industrialisierung entstand. Carsharing. Es soll den zukünftigen Nutzer*innen die Möglichkeit bieten, sich flexibel von Kreuzfeld zu anderen Orten zu bewegen, die nicht mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV erreichbar sind, oder Fahrten durchzuführen, bei denen größere Lasten transportiert werden müssen, für die ein Lastenrad nicht geeignet ist. Bei sol- chen Systemen wird eine Fahrzeugflotte (in der Regel verschie- dene Fahrzeugtypen vom Kleinwagen bis zum Transporter) an festen Stationen in den Mobilitätshubs zur Verfügung gestellt. Carsharing ist ein effizientes Angebot, um den Verzicht auf ein eigenes Auto zu ermöglichen. Cluster. Die Ansammlung von mehreren Gebäuden oder Räumen, die in Austausch treten und dadurch eine gemeinsame Einheit bilden. Entwicklungsgesellschaft. Eine Gesellschaft der Stadt, die die Projektentwicklung – Konzep- tion, Erstellung und Fertigstellung – von Immobilien übernimmt. Essbarer Wald. Darunter fallen wild bzw. in der Natur wachsende Pflanzen, die zum Verzehr geeignet sind. Esswälder fördern Nahrungsvielfalt, Biodiversität, Gemeinschaft und vieles mehr. FFH-Gebiet. FFH-Gebiet bezeichnet eine unter Natur- oder Landschafts- schutz stehende Fläche, die dem Schutz von Lebensraumtypen dient. FFH-Gebiete bilden gemeinsam mit den Europäischen Vogelschutzgebieten das Netzwerk Natura 2000. Gartenstadt. Die Gartenstadt ist ein erstmals im 19. Jahrhundert in Großbri- tannien aufgekommenes städtebauliches Leitbild. Sie soll die Vorteile von Stadt- und Landleben in der Planung miteinander vereinen und legt Schwerpunkte auf Freiraum, Selbstversor - gung sowie gemeinschaftliche Verwaltung und Besitz. Graue Energie. Die gesamte Energie, die für Materialherstellung, Transport und Bau sowie Betrieb, Instandhaltung und Abriss eines Gebäudes benötigt wird. Grüne Mitte. Zentral in Kreuzfeld gelegener Grün- und Freiraum, der die ver- schiedenen Hoods miteinander verbindet. Die Grüne Mitte bie- tet Raum für Bewegung und Erholung. Im Sinne einer Bildungs- landschaft ist sie der Ort, um den sich die Kreuzfelder Schulen gruppieren sollen. Habitat. Das Habitat, im Deutschen meist mit Lebensraum übersetzt, bezeichnet in der Biologie den charakteristischen Aufenthalts- bereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart. Hood. Eine Hood ist ein Quartier bzw. eine Nachbarschaft im Stadtteil. Hoodmitte. In der jeweiligen Nachbarschaft (Hood) zentral gelegener Grün- und Freiraum sowie Quartierstreffpunkt. Hier sollen die Kreuz - felder Kitas angesiedelt werden. Infostehle. Die Nutzenden sollen über eine Infostele über Mobilitätsange- bote und Wege im Quartier und ggf. zusätzlich durch digitale Echtzeitabfahrtstafeln über Angebote des ÖPNV informiert werden. Informationen über Abfahrtsorte und -zeiten sind für die Fortbewegung im Quartier von zentraler Bedeutung. Ein gut sichtbarer Monitor in der Nähe des Ausgangs am Mobili- tätshub mit aktuellen Abfahrtszeiten des ÖPNV sensibilisiert für die verschiedenen Angebote. Kampfbahn Typ C (nach DIN 18035-1) Geeignet für geringe leichtathletische Akti vi t äten wie Training in Schule und Verein sowie Freizeitsport. Mindestens vier Rund- bahnen, Einzelbahnanlagen nach Bedarf innerhalb der Sportan- lage. KEP-Logistik. Die Abkürzung KEP steht für den Kurier-, Express- und Paket - dienst. Bei Kurierdiensten handelt es sich um Lieferungen, die normalerweise persönlich und auf direktem Weg zugestellt werden, ohne das Umschlagslager eines Händlers zu kreuzen. Kettenhaus. Es bezeichnet ein Reihenhaus mit dazwischenliegenden Nutz - gebäuden wie z. B. Garagen, sodass die Wände der einzelnen Wohneinheiten nicht direkt aneinanderschließen. Klimaresilienz. Klimaresilienz beschreibt die Widerstandsfähigkeit sozial-öko- logischer Systeme gegenüber den Folgen des Klimawandels. Kooperatives Baulandmodell (KoopBLM). Das Kooperative Baulandmodell der Stadt Köln verpflichtet Bauherr*innen, Investor*innen sowie Vorhabenträger*innen bei Planvorhaben, die einen Bebauungsplan benötigen, 30 Prozent der Wohnungen im öffentlich geförderten Segment zu errich- ten, vorausgesetzt, es entstehen mehr als 1.800 m² Geschoss- fläche für Wohnzwecke. Landschaftsgestalterische Planung. Die landschaftsgestalterische Planung dient der Einbringung landschaftsplanerischer und ökologischer Inhalte und Zielvorstellun- gen. Lastenanhänger. Lastenanhänger sind elektronisch unter - stützte Transportmittel, die einfach von Hand gezogen oder aufgrund einer Geschwindig- keitsunterstützung von bis zu 25 km/h an Fahrräder angehängt werden können. Mit Lastenanhängern können Güter schnell und einfach mit geringem Kraftaufwand auf der letzten Meile transportiert werden. In Kreuz- feld können damit zum Beispiel Einkäufe und Pakete bis in die Wohnung transportiert werden. Loop. Ein Loop ist ein ringförmiges Erschließungs- system mit (unterschiedlicher) baulicher Ausgestaltung – je nach geplanter Mobilität- und Verkehrsnutzung. Die Loops stellen die verkehrliche Erschließung und Anbindung des Stadtteil sicher. Mikromobilitätsflotte. Durch Lastenfahrräder, Microcarrier etc. können sperrige Güter auch ohne Pkw be- quem transportiert werden. Die Anschaf - fungskosten stellen häufig eine Barriere dar, die bereits mit Kaufprämien und anderen Subventionen adressiert werden, auch der Verleih ist eine attraktive Alternative. Exter- nen Dienstleistern kann ein entsprechendes Angebot von Sackkarren, Leih-Trolleys und/ oder Fahrrädern den Umstieg innerhalb des Quartiers ermöglichen. Multicodierung. Sinnvolle Überlagerung und Verknüpfung verschiedener Nutzungen und Funktionen. Anhang Naturnahe Gestaltung. Eine naturnahe Fläche ist ein Bereich, der in erster Linie der Erhaltung oder Wiederher - stellung der Natur dient; naturnahe Flächen können sich auf dem Gelände des Standorts befinden (z. B. Dächer, Fassaden, Wasserab- leitungssysteme). Ökokorridor. Ökokorridore sind Streifen eines Lebens- raumtyps, die zwei isolierte (meist größere) Lebensräume miteinander verbinden. Parzellierung. Unter Parzellierung versteht man die recht - liche Einteilung der Grundstücke eines Be- bauungsplans, die den Bauherr*innen Bau- freiheit innerhalb des dafür festgelegten Regelwerks (soziale Verantwortung, Wert - beständigkeit oder Gewinn) zugesteht. Permeable Fläche. Eine permeable Fläche ist eine durchlässige Fläche. Im Kontext der Planung bezieht sich dies insbesondere auf Niederschlagswasser. Polyzentrisch. Dies bezeichnet eine Struktur mit mehre- ren Zentren. Im Kontext der Planung bezieht sich das auf die Hoodmitten, die innerhalb des Planungsgebiets mehrere Zentren bilden. Programmierung (räumlich). Die räumliche Programmierung beschreibt die Gestaltung, Ausstattung und geplante Nutzung des Raums. In der Freiraumpla - nung kann damit etwa die räumliche Veror - tung eines Spielplatzes, einer Baumgruppe oder eines Radweges in einem bestimmten Areal gemeint sein. Raumkante. Der Raum wird durch das behutsame Setzen eines Baukörpers definiert, bspw. durch das Fassen eines Platzes oder Straßenraums. Regenwassermanagement. Regenwassermanagement reguliert und organisiert gezielt Niederschlagswasser. Es entlastet Kanalisation und Fließgewässer und unterstützt den natürlichen Wasser - kreislauf vor Ort. Retentionsflächen. Eine Retentionsfläche ist ein Begriff aus der Wasserwirtschaft und bezeichnet eine zu- meist tiefer neben einem Fließgewässer lie- gende Fläche, die im Falle eines Starkregen- ereignisses als Überflutungsfläche genutzt werden kann. Schwammstadtprinzip. Ein stadtplanerisches Prinzip, das anfallen- de Regenwasser nicht in Kanälen abzulei- ten, sondern direkt vor Ort zu speichern, um Starkregenereignisse zu verringern und das Ökosystem sowie das Stadtklima in seiner Resilienz zu stärken. Service rund ums Fahrrad/ Self-Service-Station. Fahrradreparaturstationen sind Service-An- gebote, die die Nutzung von Fahrrädern at - traktiver machen. So können leichte Repara- turen bequem und zügig selbst durchgeführt werden. Mögliche Elemente sind eine Auf - hängung für Fahrräder, Reparaturwerk z eug, Luftpumpen, Fahrradreinigungsmöglichkei- ten und ggf. Automaten mit Fahrradschläu- chen oder Ersatzteilen. Diese sollten an nachfragestarken Orten für alle Nutzenden zugänglich sein. Je Mobilitätshub sollte eine Self-Service-Station mit 3 – 5 m² eingeplant werden. Suffizienz. Suffizienz meint das Bestreben, aufgrund der begrenzten natürlichen Ressourcen und den Auswirkungen des Klimawandels einen möglichst geringen Rohstoff- und Energie- verbrauch zu erreichen. Synergie. Der positive Effekt, der z. B. durch den Zu- sammenschluss mehrerer unterschiedlicher Nutzungen in einem Gebäude entsteht, die sich gegenseitig fördern. Durch Synergien entstehen neue qualitätsvolle Räume für den Menschen. SWOT-Analyse. SWOT-Analyse bedeutet Analysis of Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats. Die Stärken-Schwächen-Chancen- Risiken-Analyse ist eine Technik, aus deren Ergebnissen konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen für ein Projekt oder Entwick - lungsvorhaben abgeleitet werden können. Typologie. Die wissenschaftliche Einteilung von Ge- bäuden in Gruppierungen nach architekto- nischen und funktionalen Gesichtspunkten. Urbane Agrikultur. Der Begriff bezeichnet gärtnerische und landwirtschaftliche Tätigkeiten, die in einem städtischen Umfeld stattfinden und sich dort mit sozialen, ökologischen, ökonomischen und/oder gestalterischen Beziehungen be- fassen. Sie umfassen sowohl Klein- und Schrebergärten als auch landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe sowie kollekti- ve Bewirtschaftungsformen. Zirkularität. Die nachhaltige Verarbeitung von Materia - lien in einem Gebäude, sodass sie beim Ab- riss ohne Qualitätsverlust zurückgebaut und in ein neues Gebäude implementiert werden können. 216 217 216215214213 4.3 Abbildungsverzeichnis Abb. 1: T itelseite: Visualisierung Grüne Mitte I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ........................... 4 Abb . 2: Lageplan ............................................... 6 Abb . 3: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands .............. 10 Abb . 4: Axonometrie Woodhood Kreuzfeld...................... 12 Abb . 5: Verortung ............................................. 14 Abb . 6: Luftbild I Stadt Köln .................................... 16 Abb . 7: Blick auf Blumenberg I Stadt Köln ....................... 18 Abb . 8: Luftbild I Stadt Köln .................................... 18 Abb . 9: Blick auf südliche Grenze Hood Zwei I Stadt Köln......... 19 Abb . 10: Blick auf Hood Vier und Fünf I Stadt Köln ............... 19 Abb . 11: Vor-Ort-Safari im September 2022 I ADEPT............. 21 Abb . 12: Heute – Ein Raum voller Möglichkeiten ................. 22 Abb . 13: Morgen – Eine neue Art des Zusammenlebens.......... 23 Abb . 14: Woodhood Kreuzfeld.................................. 23 Abb . 15: Öffentlichkeitsbeteiligung vom 11.03.2023 I Urbanista .. 25 Abb . 16: Phase 0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Abb. 17: Phase 1 .............................................. 28 Abb . 18: Phase 2 .............................................. 29 Abb . 19: Phase 3 .............................................. 30 Abb . 20: Kr euzfelder*innen sind am liebsten draußen. I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ............ 33 Abb . 21: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ............. 35 Abb . 22: Verortung der Hoods.................................. 37 Abb . 23: Baufelder ............................................ 38 Abb . 24: Nutzungen Obergeschoss............................ 40 Abb . 25: Nutzungen Erdgeschoss .............................. 41 Abb . 26: Körnung der Hoods ................................... 43 Abb . 27: Geschossigkeiten..................................... 44 Abb . 28: Durchlässiger Blockrand .............................. 46 Abb . 29: Riegel................................................ 46 Abb . 30: Gebäudetypologien................................... 47 Abb . 31: Reihen- und Kettenhäuser............................. 47 Abb . 32: Sonderbauten und Punkte ............................ 47 Abb . 33: Verortung Wohnungstypologien ....................... 49 Abb . 34: Verortung altersgerechter Wohnformen................ 51 Abb . 35: Theodora House, Kopenhagen I ADEPT ................ 52 Abb . 36: Theodora House, Kopenhagen I ADEPT ................ 52 Abb . 37: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT ................. 53 Abb . 38: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT ................. 54 Anhang 218 Abb. 39: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT ................. 54 Abb . 40: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT...................... 54 Abb . 41: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT ...................... 55 Abb . 42: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT ...................... 55 Abb . 43: Diagramm Wohnungstypen ........................... 56 Abb . 44: Axonometrie Baugemeinschaften ..................... 57 Abb . 45: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ............. 61 Abb . 46: Landschaftsgestaltungsplan .......................... 63 Abb . 47: Übergeordnete Landschaftsstruktur ................... 63 Abb . 48: Übergeordnetes Landschaftskonzept.................. 64 Abb . 49: Waldstrukturen....................................... 65 Abb . 50: Freiraumelemente um Köln-Kreuzfeld.................. 65 Abb . 51: Übergeordnetes Freiraumkonzept Woodhood .......... 66 Abb . 52: Konzeptschnitt produktive Landschaft ................. 67 Abb . 53: Konzeptschnitt Grüne Mitte ........................... 67 Abb . 54: Konzeptschnitt Alluvialpark ........................... 67 Abb . 55: Grünflächenplan: Produktive Landnutzung ............. 68 Abb . 56: Anbau f ördert gemeinschaftliche Interaktion I Karres en Bran ...................................... 69 Abb . 57: Gemeinscha ftsobstgärten und Permakultur I Karres en Brands .................................... 69 Abb . 58: Konzeptschnitt produktive Landnutzung ............... 70 Abb . 59: Konzeptschnitt produktive Landnutzung ............... 70 Abb . 60: Grün flächenplan mit „Grüner Mitte” und intensiv genutzter Landschaft ......................... 71 Abb . 61: Art enreiche und informelle Parklandschaft I Karres en Brands .................................... 72 Abb . 62: Gemäh ter Weg im Quirijn Park, Tilburg I Karres en Bra........................................ 72 Abb . 63: K onzeptschnitt Grüne Mitte mit Spiellandschaft und Wäldchen........................................ 72 Abb . 64: Konzeptschnitt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 Abb. 65: Aufbau Hoodmitten................................... 74 Abb . 66: Grünfläche mit Spielelementen I ADEPT ............... 75 Abb . 67: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands ................. 75 Abb . 68: Konzeptschnitt Gemeinschaftsgarten ................. 75 Abb . 69: Konzeptschnitt Generationentreff ..................... 75 Abb . 70: Konzeptschnitt Straßenraum .......................... 75 Abb . 71: Konzeptschnitt Retentionslandschaft .................. 75 Abb . 72: Übergeordnete Funktionen des Alluvialparks ........... 76 Abb . 73: Grundprinzipien Pflanzkonzept ........................ 77 Abb . 74: Pflanzkonzept gesamt................................. 78 Abb . 75: Integrierte Sport- und Spiellandschaft.................. 80 219 Abb. 76: Sport und Spiel in tegriert im Freiraum I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ......................... 81 Abb . 77: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands ................. 81 Abb . 78: Konzeptschnitt, Lärmschutz als Tribüne ................ 82 Abb . 79: Konzeptschnitt, Lärmschutz mit Gehölzpflanzungen .... 82 Abb . 80: K onzeptschnitt, Sportanlage Nord und Spielplatz mit Bewegungsangeboten ............................ 82 Abb . 81: K onzeptschnitt, Sportanlage Nord mit Übergang zu Hood Drei ......................................... 82 Abb . 82: Urbane Landwirtschaft................................ 83 Abb . 83: Parks und Landschaft................................. 83 Abb . 84: Hoodmitten .......................................... 83 Abb . 85: Spielflächen.......................................... 83 Abb . 86: Straßen und Wege.................................... 84 Abb . 87: Schulhöfe ............................................ 84 Abb . 88: Flächen der Sportanlage Nord......................... 84 Abb . 89: Wasser .............................................. 84 Abb . 90: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ............. 86 Abb . 91: Energiekonzept für Kreuzfeld .......................... 88 Abb . 92: Waldgebiete als Puffer oder zur Abkühlung durch Wind . 90 Abb . 93: L ücken in der Baumbepflanzung lassen kühle Luft in den Park eindringen ...................... 91 Abb . 94: Dichtes Grün im Herzen jeder Kreuzfelder Hood ........ 91 Abb . 95: Grüne N achbarschaftsstraßen mit durchlässigen Oberflächen ........................... 92 Abb . 96: Möglichst hoher Anteil Gründächer .................... 92 Abb . 97: Dachbegrünung bei 50 % Auslastung.................. 93 Abb . 98: Katrinebjerg Dept. 76, Aarhus I ADEPT ................. 94 Abb . 99: Harbour Houses, Aarhus I ADEPT ...................... 95 Abb . 100: K ohlenstoff-Emmissionen-Bauphase der Straßen per Hood................................ 96 Abb . 101: Zirkularität .......................................... 97 Abb . 102: De Boel Dachgarten I Karres en Brands ............... 98 Abb . 103: Urban water storage I Karres en Brands ............... 98 Abb . 104: Statens Museum, CPH I Karres en Brands............. 98 Abb . 105: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands................ 99 Abb . 106: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands................ 99 Abb . 107: Bosrijk, Eindhoven I Karres en Brands................. 99 Abb . 108: Grundlegendes Wasserhaushaltsmodell ............ 10 0 Abb. 109: W asserhaushaltsmodell mit zusätzlichen Maßnahmen ........................... 10 1 Abb. 110: S ystemschnitt Energie- & Wärmeversorgung Köln-Kreuzfeld .................................... 10 4 220 Abb. 111: Prinzipskizze kalte Nahwärme ....................... 107 Abb . 112: Abstand Wärmequellen ............................. 107 Abb . 113: Potenzialstandorte Photovoltaik .................... 10 8 Abb. 115: New Aarch, Aarhus I ADEPT ........................ 10 9 Abb. 114: New Aarch, Aarhus I ADEPT ........................ 10 9 Abb. 116: Volksbank Bargteheide.............................. 1 10 Abb. 117: Volksbank Bargteheide.............................. 1 10 Abb. 118: Klimas tadt Middelfart: Hybrid aus Aktivitätspark und Wasserrückhaltebecken I ADEPT ................ 111 Abb . 119: Klimastadt Middelfart I ADEPT....................... 111 Abb . 120: Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands . . . . . . . . . . .114 Abb. 121: Verkehrskonzeption................................. 1 17 Abb. 122: N etzhierarchie mit zwei weitgehend getrennten Netzen für den Kfz-Verkehr sowie den Fuß- und Radverkehr .......................... 120 Abb . 123: Fußverkehrsnetz ................................... 121 Abb . 124: Radverkehrsnetz ................................... 122 Abb . 125: D as mit Gelenkbussen befahrbare Straßennetz mit potenziellen Haltestellen und Haltestelleneinzugsbereichen ................... 1 24 Abb. 126: Mobility-Loop mit beidseitiger Bebauung ............ 126 Abb . 127: Mobility-Loop entlang der Hoodmitten ............... 126 Abb . 128: Mobility-Loop zwischen den Hoods .................. 127 Abb . 129: Mobility-Loop mit Radschnellverbindung............. 127 Abb . 130: Der innere Hood-Loop .............................. 128 Abb . 131: Der innere Hood-Loop .............................. 128 Abb . 132: Der Nachbarschaftsstraße .......................... 129 Abb . 133: Der Dresenhofweg als Haupterschließung aus Richtung Norden (Blumenbergsweg)............ 130 Abb . 134: Der Dresenhofweg als Radschnellverbindung durch die Grüne Mitte ............................. 130 Abb . 135: Der äußere Hood-Loop in fünf verschiedenen Varianten .......................................... 131 Abb . 136: Ansicht Mobilstation | ADEPT ....................... 132 Abb . 137: Aufbau und Mischung einer Mobilstation| ADEPT ..... 133 Abb . 138: Mobilstation........................................ 133 Abb . 139: Ansicht Mobilstation Oberbillwerder ................. 133 Abb . 140: Ber eich für Automated-Valet-Parking I QUIMBY.net I CC0................................ 134 Abb . 141: D as Parkraummanagementsystem weist den Weg zum nächsten freien Parkplatz I QUIMBY.net I CC0 .. 134 Abb . 142: Schema tische Darstellung eines Mobilitätsfoyers in einem Wohngebäude | ARGUS .................... 135 221 222 Abb. 143: F ahrradparkhaus Amsterdam Zuid I QUIMBY.net I CC0 ................................ 137 Abb . 144: E ntfernungen zum Fahrradparken in Abhängigkeit von der Nutzung und Aufenthaltsdauer © ARGUS. Basierend auf Celis, P ., Bølling-Ladegaard, E. (2008): Bicycle Parking Manual. Hrsg.: Danish Cycling Federation, Kopenhagen. ........................... 138 Abb . 145: Mobilstation und Logistikhub in Köln-Kreuzfeld....... 139 Abb . 146: P aketstationen in den Mobilstationen, laufende Meter Bedienfront ........................ 14 0 Abb. 147: Smart e Ladezone in Hamburg: Beschilderung und dynamische Buchungsanzeige | QIMBY.net | CC0..... 14 1 Abb. 148: Doug and Wolf für ADEPT + Karres en Brands ....... 14 4 Abb. 149: Konzept Bildungslandschaft......................... 1 47 Abb. 150: Entwurfsprinzipien ................................ 14 8 Abb. 151: Verortung der Kitas ................................. 14 9 Abb. 152: Entwurfsprinzipien................................. 150 Abb . 153: Verortung Schulen.................................. 151 Abb . 154: Konzeptschnitt: Übergang Kita ...................... 152 Abb . 155: Konzeptschnitt: Übergang Grundschule.............. 152 Abb . 156: Konzeptschnitt: Übergang Grundschule.............. 152 Abb . 157: Ü bergang Pausenhof I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands ....................... 153 Abb . 158: Konzeptschnitt, Übergang Sek II..................... 153 Abb . 159: Konzeptschnitt, Übergang Sek II..................... 153 Abb . 160: Konzeptschnitt, Übergang Sek II..................... 153 Abb . 161: Gestaltungsansatz Parkschulhof .................... 154 Abb . 162: Spielmöglichk eiten in der Parklandschaft I Karres en Brands .................................. 155 Abb . 163: Baakenpark, Hamburg I Atelier Loudl................. 155 Abb . 164: Middelfart, Dänemark I ADEPT ...................... 155 Abb . 165: Verortung Kulturangebote und Sonderbausteine...... 156 Abb . 166: UCN Campus, Aalborg I ADEPT...................... 157 Abb . 167: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT ....................... 158 Abb . 168: Cortex Park, Odense I ADEPT ....................... 158 Abb . 169: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT ....................... 159 Abb . 170: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT ....................... 159 Abb . 171: Ku.Be, Frederiksberg I ADEPT ....................... 159 Abb . 172: Dalarna Media Library, Falun I ADEPT............... 16 0 Abb. 173: UCN Campus, Aalborg I ADEPT..................... 16 0 Abb. 174: New Aarch, Aarhus I ADEPT ......................... 16 1 Abb. 175: New Aarch, Aarhus I ADEPT ......................... 16 1 Abb. 176: New Aarch, Aarhus I ADEPT ......................... 16 1 223 Abb. 177: I ntegrierte Sport- und Spiellandschaft mit Alluvialpark ..................................... 16 2 Abb. 178: Sportflächentypologien ............................. 16 3 Abb. 179: Quirijn Park, Tilburg (NL) I Karres en Brands.......... 16 4 Abb. 180: Sport und Spiel sind Teil des Parks I Karess en Brands................................. 16 4 Abb. 181: I ntegrierte Sport- und Spiellandschaft um die Sportanlage Nord............................ 16 6 Abb. 182: Klassischer Lärmschutzwall ......................... 16 7 Abb. 183: Tribüne und Pfad auf Wallkamm ..................... 16 7 Abb. 184: Lärmschutzwall mit Stützmauer ..................... 16 7 Abb. 185: Baakenpark, Hamburg I Atelier Loidl ................. 16 7 Abb. 186: Baakenpark, Hamburg I Ateloer Loidl................. 16 7 Abb. 187: Spielflächen mit Alluvialpark......................... 16 8 Abb. 188: Spielflächentypologien ............................. 16 9 Abb. 189: Middelfart, Dänemark I ADEPT + Karres en Brands.... 17 0 Abb. 190: Naturspiel I Karres en Brands........................ 17 0 Abb. 191: Gr oßsportfeld im Norden I Doug and Wolf for ADEPT + Karres en Brands ....................... 17 0 Abb. 192: Kwekerij, Hilversum I Karres en Brands............... 17 1 Abb. 193: Aktive Parkränder I Karres en Brands ................ 17 1 Abb. 194: Naturspiel im Wald I Karres en Brands ............... 17 1 Abb. 195: Quirijn Park, Tilburg I Karres en Brands............... 17 1 Abb. 196: Verortung der Kreuzfelder Hoods .................... 17 7 Abb. 197: Lageplan........................................... 17 9 Abb. 198: Axonometrie Geschossigkeiten..................... 180 Abb . 199: Axonometrie Nutzungen ........................... 180 Abb . 200: Axonometrie....................................... 181 Abb . 201: Lageplan........................................... 183 Abb . 202: Axonometrie Geschossigkeiten .................... 184 Abb . 203: Axonometrie Nutzungen ........................... 184 Abb . 204: Axonometrie....................................... 185 Abb . 205: Lageplan........................................... 187 Abb . 206: Axonometrie Geschossigkeiten .................... 188 Abb . 207: Axonometrie Nutzungen ........................... 188 Abb . 208: Axonometrie ...................................... 189 Abb . 209: Lageplan .......................................... 191 Abb . 210: Axonometrie Geschossigkeiten...................... 192 Abb . 211: Axonometrie Nutzungen ............................ 192 Abb . 212: Axonometrie ....................................... 193 Abb . 213: Lageplan........................................... 195 Abb . 214: Axonometrie Geschossigkeiten...................... 196 Abb . 215: Axonometrie Nutzungen ............................ 196 224 Abb. 216: Axonometrie ....................................... 1 97 Abb. 217: S-Bahn-Infrastruktur in und um Köln-Kreuzfeld ...... 198 Abb . 218: Treppenanlage der Station Blumenberg I Stadt Köln... 199 Abb . 219: Bahnaufgang West I ADEPT......................... 199 Abb . 220: Bahnsteig und grüne Umgebung I ADEPT............ 199 Abb . 221: S-Bahn- Anlage mit Ost- und Westaufgängen I Stadt Köln......................................... 199 Abb . 222: Infrastruktur der Station Blumenberg I ADEPT........ 199 Abb . 223: Rampenanlage der Station Blumenberg I Karres en Brands .................................. 199 Abb . 224: Bahnsteig mit Blick ins Grüne ...................... 201 Abb . 225: Stationen mit Programmvielfalt..................... 201 Abb . 226: Zwei Bahnhöfe - zwei Stadtteilidentitäten . . . . . . . . . . . 203 Abb. 227: Maximale Funktionalität............................ 203 Abb . 228: Anforderungen an die Fahrradinfrastruktur.......... 203 Abb . 229: Plaza mit Bahnsteigfronten ........................ 203 Abb . 230: Aktive Plaza und Bahnhofslandschaft .............. 203 Abb . 231: Aktive Plaza und Bahnhofslandschaft............... 204 Abb . 232: V isualisierung Retentionsfläche I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands (Rückseite)............ 227 Dezernat für Planen und Bauen Stadtplanungsamt Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Konzept und Planung ADEPT Struenseegade 15A 2200 Copenhagen Dänemark KARRES EN BRANDS Mussenstraat 21 1223 RB Hilversum Niederlande ARGUS studio/ ARGUS Stadt und Verkehr Rothfuchs | Buch | Partnerschaft mbB Pinnasberg 45 20359 Hamburg Deutschland Metabolic Klimopweg 150 1032 HX Amsterdam Niederlande Wir informieren Sie weiter über die Entwicklung dieses und anderer Vorhaben unter: www.stadt.koeln www.stadt-koeln.de/kreuzfeld Kontakt 225 Die Oberbürgermeisterin Dezernat für Planen und Bauen Stadtplanungsamt Gestaltung TZ – Büro Corporate Design und visuelle Kommunikation Druck XYZ, Stadt Köln 61/500/09.2023 Abb. 232: Visualisierung Retentionsfläche I Vivid-Vision für ADEPT + Karres en Brands (Rückseite)
Anlage 4 - Öffentlichkeitsbeteiligung
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Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung für Gremien, auf die die Leitlinien Öffentlichkeitsbeteiligung Anwendung finden, beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorgeschlagen. Gemäß der Leitlinien für Öffentlichkeitsbeteiligung wird die Planung eines Beteiligungsverfahrens in einem Beteiligungskonzept beschrieben. Bei kleineren ggf. auch standardisierten Verfahren, ist das Beteiligungskonzept möglichst knapp aber aussagekräftig zu verfassen. Bitte wählen Sie aus: - Das Beteiligungskonzept ist beigefügt. Erläutern Sie bitte in maximal zwei Sätzen: Was soll mit der Öffentlichkeitsbeteiligung erreicht werden (ggf. mit Informationen zu Zielgruppen(n) und geplantem Vorgehen)? Nach wie vor soll der Planungsprozess des neuen Stadtteils Köln-Kreuzfeld übersichtlich und transparent der Öffentlichkeit dargestellt werden. Ein Kommunikationskonzept (Vorlagen-Nr. 4144/2022), das u.a. auch jährliche öffentliche Veranstaltungen zur aktiven Mitnahme der Bürger*innen, Politik, Akteure, etc. vorsieht, soll die weitere Planung von Kreuzfeld begleiten. Kontakt OB/2 Referat für Strategische Steuerung Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Brückenstraße 5-11 50667 Köln Telefon: 0221 – 221 25044 E-Mail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung
Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VI/612 Vorlagen-Nummer 1979/2023 Freigabedatum 12.09.2023 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbeschluss der Integrierten Planung Beschlussorgan Stadtentwicklungsausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld ein- schließlich der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen als städtebauliche Planung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die weitere Bauleitplanung; 2. beauftragt die Verwaltung, die zur kooperativen Umsetzung der Integrierten Planung im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorlagen-Nr. 0574/2023) notwendigen Bauleitplanverfahren vorzubereiten (Änderung des Flächen- nutzungsplans sowie Aufstellung von Teilbebauungsplänen); 3. verzichtet auf nochmalige Vorlage, falls die Bezirksvertretung Chorweiler ohne Ein- schränkung zustimmt. Stadtentwicklungsausschuss 28.09.2023 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 19.10.2023 Stadtentwicklungsausschuss 30.11.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 1.235.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Anlass Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 6. Februar 2020 das Leitbild für den neuen Stadtteil Kreuzfeld „Ein gutes Stück Köln“ (Vorlagen-Nr. 3588/2019 – mit Änderungen) be- schlossen. Im in Planung befindlichen Stadtteil Köln-Kreuzfeld im Stadtbezirk Chorweiler sollen auf einer Fläche von circa 80 Hektar rund 3.500 Wohneinheiten sowie neue Arbeitsplätze entstehen. Ziel ist es, mehrfach nutzbare Freiräume, Sozial-, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie un- terschiedliche Möglichkeiten des Arbeitens zu entwickeln. Auch Infrastruktur und Klimaschutz werden dabei berücksichtigt. Die Stadt Köln hat im Anschluss, wie vom Rat in seiner Sitzung am 12. Dezember 2019 (Vor- lagen-Nr. 3536/2019 – mit Änderungen) beschlossen, ein wettbewerbliches Dialogverfahren zur Entwicklung eines städtebaulichen Rahmenplanes und zur Vergabe der Integrierten Pla- nung für die städtebauliche Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld durchgeführt, aus dem im Dezember 2021 der städtebauliche Siegerentwurf „The Woodhood – Kreuzfeld Gartenstadt 2.0“ hervorgegangen ist. Für diese Leistungen wurden bereits mit genanntem Beschluss 3 durch den Rat Kosten in Höhe von circa 1,24 Millionen Euro kalkuliert (siehe Finanzierung). Die Integrierte Planung wurde entsprechend des zuvor genannten Beschlusses des Rates der Stadt Köln an das vom Begleitgremium erstplatzierte interdisziplinäre Planungsteam um das Büro ADEPT ApS aus Kopenhagen (mit Karres en Brands, Landschapsarchitecten b.v. aus Hilversum, ARGUS Stadt und Verkehr PartGmbH aus Hamburg und Metabolic BV aus Ams- terdam) vergeben. Integrierte Planung Auf Grundlage des ausgewählten Konzepts wurde in der sogenannten Integrierten Planung der städtebauliche Masterplan für den neuen Stadtteil weiter vertieft und detaillierter ausgear- beitet. Die konzeptionelle Abstimmung und Überprüfung der Planung erfolgte schrittweise in enger Abstimmung mit den Fachämtern der Verwaltung und externen Akteur*innen. Auch wurden die Möglichkeiten der breit angelegten Öffentlichkeitsbeteiligung intensiv ge- nutzt: Zahlreiche Kölner*innen, lokale Akteur*innen und künftige Nachbar*innen haben sich in verschiedenen co-kreativen Formaten engagiert und somit an unterschiedlichen Stellen der Integrierten Planung mitgewirkt. In der Integrierten Planung – als ein informelles, prozessorientiertes Werkzeug der Stadtent- wicklung – wurde auf konzeptionelle Weise das im Rahmen des dialogischen Wettbewerbs- verfahrens erstellte Entwurfskonzept überprüft und weiterentwickelt. Neben dem städtebauli- chen Masterplan selbst, der das Herzstück der städtebaulichen Planung zum heutigen Zeit- punkt bildet, liefert die Integrierte Planung Erkenntnisse in den Themenfeldern Städtebau, Klima, Umwelt und Freiraum, Energie, Grün- und Freiräume, Bildung, Jugend, Sport und Kul- tur sowie Mobilität und Verkehr. Als übergeordnete Themen werden entsprechend des Leitbil- des Stadtgesundheit, Bildung und Vernetzung als Querschnittsthemen mitgedacht. Die vorliegende Integrierte Planung (Anlage 1 – Planungsbericht Integrierten Planung) bildet die Grundlage für die weitere städtebaulich-räumliche Planung für die Entwicklung des neuen Stadtteils für Kreuzfeld. Auswirkungen auf den Klimaschutz Eine der drängendsten Herausforderungen heute und in den kommenden Dekaden ist der Kli- mawandel. Der Planungs- und Baubranche kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Entsprechend setzt die Stadt Köln bei der Entwicklung von Kreuzfeld im Themenfeld Umwelt auf einen ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz. Vor dem Hintergrund der angestrebten Kli- maneutralität Kölns bis 2035 ist es zwingend erforderlich, Stoff-Wasser- und Energieversor- gung zirkulär zu denken. Kreuzfeld steht beispielhaft für einen ökosystemischen Ansatz, der Resilienz, Biodiversität und Stadtklima von Beginn der Planungen mitdenkt. Kreuzfeld wird als umweltverträglicher und resilienter Stadtteil mit umweltschonenden Bauwei- sen und zukunftsfähigen Mobilitäts- und Energiekonzepten geplant. Die Umsetzung der Integrierten Planung hat jedoch demnach voraussichtlich insgesamt nega- tive Auswirkungen auf den Klimaschutz. In das Wettbewerbliche Dialogverfahren wurden die klimaschutzrelevanten Aspekte zur Optimierung der Energieversorgung gemäß der Leitlinie zum Klimaschutz in der Umsetzung nicht-städtischer Neubauvorhaben in Köln eingestellt. Die nachgeschalteten Bauleitplanverfahren fallen unter die Anwendung der Leitlinien zum Klima- schutz der Stadt Köln. Die Einhaltung der Anforderungen wird in den Bebauungsplanverfahren sichergestellt. In städtebaulichen Verträgen zu den Bebauungsplänen wird die Einhaltung der Leitlinien und die Sicherung geregelt. Um den CO2-Ausstoß des neuen Quartieres weiter zu senken, arbeitet die Verwaltung mit ex- ternen Akteuren wie RheinEnergie, Technische Hochschule Köln und der Wasserstoff-Initia- tive Köln an einem nachhaltigen Energiekonzept. Dieses soll einerseits eine ganzheitliche re- generative Energieversorgung von Kreuzfeld und andererseits verträgliche Energiekosten für die zukünftigen Bewohner*innen sowie Nutzer*innen von Kreuzfeld sicherstellen. Dazu wer- den verschiedene Technologien geprüft und bewertet. Auch Fördermöglichkeiten werden da- 4 bei berücksichtigt. Durch die Entwicklung des Energiekonzeptes wird ein möglichst CO2-neut- raler Betrieb des neuen Quartiers Kreuzfeld angestrebt. Ausblick und weiteres Verfahren Nach erfolgreichem Abschluss der Integrierten Planung geht die Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld in eine neue Planungsphase über: Die Integrierte Planung bildet im Sinne des § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB die Vorlage und Basis für die noch folgende Bauleitplanung. Die Bauleitplanung hat das Ziel, Baurecht im Sinne des städtebaulichen Masterplans zu schaffen. Neben einer Änderung des Flächennutzungsplans werden der Größe und Komplexität des Projekts entsprechend mehrere Bebauungsplanverfahren (Teilbebauungspläne) für Kreuzfeld erforderlich. Damit diese zielführend durchgeführt werden können, ist als vorbereitender Ein- stieg die technische und funktionale Konkretisierung und Überprüfung des städtebaulichen Masterplans unumgänglich. Die sogenannte Technische Masterplanung liefert detaillierte Ant- worten insbesondere zu den Themen Energieversorgung und Versorgungsleitungen, Regen- wassermanagement, Abwasserentsorgung und Kanalplanung, natur- und artenschutzrechtli- cher Eingriff und Ausgleich, mikroskalige Klimasimulation, Lärm (entwurfsangepasste schall- technische Untersuchung) sowie der (verkehrlichen) Erschließungsplanung. Für die Durchführung der Technischen Masterplanung (verschiedene Gutachten und Fachpla- nungen) und der anschließenden Bauleitplanung, die wie im städtebaulichen Großprojekt Parkstadt Süd extern vergeben werden soll, befindet sich eine entsprechende Beschlussvor- lage für die Bedarfsfeststellung in Vorbereitung (siehe auch Mitteilungsvorlage Nr. 0072/2023). Um die Belange des Klimaschutzes noch stärker zu berücksichtigen, werden die Stadtentwäs- serungsbetriebe Köln im Weiteren ein Regenwassermanagementkonzept (wie auch im städte- baulichen Großprojekt Parkstadt Süd) verantworten. Planerisches Ziel ist es, Kreuzfeld als Null-Abflussgebiet zu planen – nach Möglichkeit soll im Sinne des Schwammstadtprinzips kein Niederschlagswasser in der Kanalisation abgeleitet werden. Parallel zu diesen Planungsschritten bereitet die Stadt Köln bereits die Projektrealisierung vor. Hierdurch soll die zügige und bestmögliche Verwirklichung der städtebaulichen und stadtent- wicklungspolitischen Ziele gewährleistet werden. Die Stadt Köln strebt daher im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorlagen-Nr. 0574/2023) die kooperative Entwicklung des Städtebauprojekts Kreuzfeld auf Grundlage der durch diesen Weiterpla- nungsbeschluss politisch legitimierten Integrierten Planung an. Gemäß des durch den Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am 4. Mai 2023 gefass- ten Bedarfsfeststellungsbeschluss (Vorlagen-Nr. 4144/2022) wird die weitere Planung und Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld auch weiterhin von einer umfassenden und trans- parenten Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Das EU-weite Vergabeverfahren für ein entsprechen- des Kommunikationskonzept soll bis Jahresende abgeschlossen werden. Finanzierung Mit dem Beschluss über die Planung und Durchführung eines Wettbewerblichen Dialogverfah- rens gemäß § 119 Abs. (6) GWB und § 18 VgV sowie der anschließenden integrierten Pla- nung zur Entwicklung eines städtebaulichen Masterplans auf Grundlage des Leitbildes Kreuz- feld – Ein gutes Stück Köln sowie Beschluss über die Beauftragung eines verfahrensbeglei- tenden Moderationsbüros und Beschluss über die Vergabe von Gutachten | hier: Bedarfsfest- stellung (Vorlagen-Nr. 3536/2019 – mit Änderungen) hat der Rat der Stadt Köln den Bedarf für den wettbewerblichen Dialog, die Verfahrensbegleitung und Moderation sowie für die inte- grierte Planung und die notwendigen Gutachten gemäß der Begründung festgestellt. Die Ge- samtkosten für den Wettbewerblichen Dialog, die Beauftragung eines verfahrensbegleitenden Moderationsbüros sowie der erforderlichen Gutachten belaufen sich voraussichtlich auf insge- samt circa 1,24 Millionen Euro (brutto). Noch im Rahmen der Integrierten Planung anfallende Kosten, wie beispielsweise für die vorgesehene öffentliche Abschlussveranstaltung zu dieser Planungsphase, werden aus diesem Budget finanziert. Die zur Finanzierung der Maßnahme benötigten Aufwandsermächtigungen stehen im Teiler- 5 gebnisplan des Stadtplanungsamtes in der Produktgruppe 0901 - Stadtplanung, in der Teil- planzeile 13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen im Haushaltsjahr 2023 und im Haushaltsjahr 2024 im Haushaltsplan 2023/2024 zur Verfügung. Anlagen Anlage 1 Planungsbericht Integrierte Planung
Anlage 5- Stellungnahme Anfrage RM Syndicus
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61 13.11.2023 612 Stellungnahme zur Anfrage des RM Syndicus – GUT-Fraktion betreffend "Ent- wicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld“ (V 1979/2023) hier: Stellungnahme der Verwaltung Austausch mit Stakeholdern im Stadtteil Blumenberg: Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligungsveranstaltungen (u.a. Vor-Ort-Safari am 10.09.2022 und Zwischenpräsentation am 11.03.2023) während des Gesamtverlaufs der nun zu beschließenden Phase der Integrierten Planung für die Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld im Stadtbezirk Chorweiler haben Abstimmungen mit der Blumenberger Stadtgesellschaft und Interessensgemeinschaften stattgefunden. Für den weiteren Prozess, auch im Rahmen der Technischen Masterplanung, wer- den fortlaufend Austauschprozesse mit beteiligten und interessierten Stakeholdern initiiert werden. Rückmeldungen, die in der Integrierten Planung angerissen wurden, werden in der Technischen Masterplanung weiter vertieft, ehe mit weiteren inhaltli- chen bzw. technischen Erkenntnissen selbstverständlich vorgesehene Öffentlich- keitsbeteiligungsprozesse oder öffentliche Workshops durchgeführt werden können.
Anlage 2- Vorab-Auszug aus dem Beschlussprotokoll zu 4.1 StEA 28.09.2023
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Geschäftsführung Stadtentwicklungsausschuss Frau Hill-Schmidt Telefon: (0221) 32834 Fax: (0221) E-Mail: louise.hill-schmidt@stadt-koeln.de Datum: 29.09.2023 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 22. Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 28.09.2023 öffentlich 4.1 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbe- schluss der Integrierten Planung 1979/2023 4.1.1 Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE betreffend "Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld hier: Weiterplanungsbeschluss der Integrierten Planung" AN/1725/2023 4.1.2 Änderungsantrag der Fraktion GUT-Köln zu TOP 4.1 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbeschluss der Inte- grierten Planung AN/1731/2023 Beschluss: Der Stadtentwicklungsausschuss verweist die Angelegenheit ohne Votum in die nach- folgenden Gremien. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Anlage 3 - Auszug BP 9.2.5 BV 19.10.2023
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Geschäftsführung Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) Herr Schulz Telefon: (0221) 221 96313 Fax: (0221) 221 96400 E-Mail: christian.schulz1@stadt - koeln.de Datum: 26.10.2023 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler vom 19.10.2023 öffentlich 9.2.5 Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld – hier: Weiterplanungsbe- schluss der Integrierten Planung 1979/2023 Abstimmung über den durch BBM Zöllner mündlich eingebrachten Änderungs- antrag: Unter Nr. 4 wird die Beschlussvorlage um die folgenden Fragen und Anmerkungen er- gänzt: In Bezug auf die Problematik Blumenbergsweg bittet die Bv Chorweiler um konkrete Auskunft über die Planung und zeitliche Perspektive. Hier vor allem in Bezug darauf, wie ausgebaut und an die BAB angebunden wird. Vor dem Hintergrund des angesprochenen Bildungscampus wird um Informa- tionen gebeten. ob das Konzept der geplanten Schulen der richtige Weg sei oder stattdessen nicht doch ein Bildungscampus geschaffen werden soll? Die geplanten Räumlichkeiten sollen anpassbar sein. Entstehende Synergieef- fekte der Nutzung von Mensen und Sporthallen ebenso wie Pausenräume sol- len geschaffen werden. ÖPNV Wie wird das S-Bahn-Konzept funktionieren, wie wird die Einhaltung der Tak- tung ebenso wie Verhinderung der Umfahrung einzelner Stadtteile gewährleis- tet? Wie steht es um die Anbindung Kreuzfelds? Busrouten durch die geplan- ten Hoods sollen auf die Nutzbarkeit auch durch Gelenkbusse überprüft wer- den. Ein Wunsch ist die Anbindung an die Straßenbahn. Wie steht es um die medizinische Versorgung, welche Informationen gibt es seitens der kassen- ärztlichen Vereinigung zum Thema Krankenhaus? Hier sei eine langfristige Planung notwendig. Die Prüfung der Errichtung einer Wildbrücke ist notwendig für eine breiter aus- gebaute Verbindung zwischen Chorweiler und Kreuzfeld Starkregenereignisse Der Retentionsraum Worringen muss betrachtet werden, ebenso wie die vor- handene Aluvialrinne, um eine Lösung zur Entwässerung zu finden. Technischer Masterplan Die BV Chorweiler ist zu informieren und an der Umsetzung zu beteiligen, ebenso wie die betroffenen BürgerInnen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt. Abstimmung über den so geänderten Beschluss: Die BV Chorweiler empfiehlt dem Stadtentwicklungausschuss, folgenden Beschluss zu fassen: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. beschließt die in Anlage 1 beigefügte Integrierte Planung für Köln-Kreuzfeld einschließlich der dazugehörigen Erläuterungen und Planzeichnungen als städ- tebauliche Planung nach § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB als Grundlage für die wei- tere Bauleitplanung; 2. beauftragt die Verwaltung, die zur kooperativen Umsetzung der Integrierten Planung im Sinne des Grundsatzbeschlusses zum Umsetzungsmodell (Vorla- gen-Nr. 0574/2023) notwendigen Bauleitplanverfahren vorzubereiten (Ände- rung des Flächennutzungsplans sowie Aufstellung von Teilbebauungsplänen); 3. verzichtet auf nochmalige Vorlage, falls die Bezirksvertretung Chorweiler ohne Einschränkung zustimmt. 4. In Bezug auf die Problematik Blumenbergsw eg bittet die Bv Chorw eiler um kon- krete Auskunft über die Planung und zeitliche Perspektive. Hier vor allem in Be- zug darauf, w ie ausgebaut und an die BAB angebunden w ird. Vor dem Hintergrund des angesprochenen Bildungscampus w ird um Informati- onen gebeten. ob das Konzept der geplanten Schulen der richtige Weg sei o- der stattdessen nicht doch ein Bildungscampus geschaffen w erden soll? Die geplanten Räumlichkeiten sollen anpassbar sein. Entstehende Synergieeffekte der Nutzung von Mensen und Sporthallen ebenso w ie Pausenräume sollen ge- schaffen w erden. ÖPNV Wie w ird das S-Bahn-Konzept funktionieren, w ie w ird die Einhaltung der Tak- tung ebenso w ie Verhinderung der Umfahrung einzelner Stadtteile gew ährleis- tet? Wie steht es um die Anbindung Kreuzfelds? Busrouten durch die geplanten Hoods sollen auf die Nutzbarkeit auch durch Gelenkbusse überprüft w erden. Ein Wunsch ist die Anbindung an die Straßenbahn. Wie steht es um die medizi- nische Versorgung, w elche Informationen gibt es seitens der kassenärztlichen Vereinigung zum Thema Krankenhaus? Hier sei eine langfristige Planung not- w endig. Die Prüfung der Errichtung einer Wildbrücke ist notw endig für eine breiter aus- gebaute Verbindung zw ischen Chorw eiler und Kreuzfeld Starkregenereignisse Der Retentionsraum Worringen muss betrachtet w erden, ebenso w ie die vor- handene Aluvialrinne, um eine Lösung zur Entw ässerung zu finden. Technischer Masterplan Die BV Chorw eiler ist zu informieren und an der Umsetzung zu beteiligen, ebenso w ie die betroffenen BürgerInnen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1979/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 18.01.2024
- Erstellt
- 13.06.2023 16:32