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A-R/0082/2020

Seelische Gesundheit stärken - Hilfe und Unterstützung für psychisch- und suchtkranke Menschen in Münster – Bericht

Antrag an den Rat 01.12.2020

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 09.12.2020, TOP 37.4

a-r-0082-2020-Seelische Gesundheit stärken - Hilfe und Unterstützung für psychisch- und suchtkranke Menschen in Münster - Bericht

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a-r-0082-2020-Seelische Gesundheit stärken - Hilfe und Unterstützung für psychisch- und suchtkranke Menschen in Münster - Bericht

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Antrag an den Rat A-R/0082/2020 
      
 
 
 
Seelische Gesundheit stärken - Hilfe und Unterstützung für 
psychisch- und suchtkranke Menschen in Münster – Bericht 
 
 
Ratsantrag  
  
 
Der Rat möge beschließen: 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Der Rat stellt fest, dass die Zahl der Menschen, die aufgrund einer psychischen Krise 
oder einer schweren psychischen Störung Hilfe und Therapie benötigen, bundesweit - so 
auch in Münster - kontinuierlich zunimmt. Der Erhalt psychischer Gesundheit ist 
weiterhin ein großes Anliegen der Stadt Münster. Gemeinsam mit den zuständigen 
Leistungs- und Einrichtungsträgern und den Akteur*innen vor Ort ist es Ziel, die 
Prävention und Hilfen für psychisch kranke und suchtkranke Menschen in Münster 
bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.  
 
II. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Bericht zur Seelischen Gesundheit und den 
Sachstand der psycho-sozialen Versorgung in Münster zu erarbeiten und diesen dem 
Rat, dem Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und 
Arbeitsförderung, dem Ausschuss für Gleichstellung, dem Ausschuss für Kinder, Jugend 
und Familien, der Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit 
Behinderungen (KIB) sowie der Kommunalen Gesundheitskonferenz und Konferenz für 
Alter und Pflege vorzulegen. 
 
III. Der Bericht soll die vielfältigen ambulanten, teilstationären und stationären Angebote der 
psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen, Dienste und Beratungs-angebote 
und der Selbsthilfe in Münster darstellen sowie die aktuelle Entwicklung und die sich 
abzeichnenden Bedarfen für Münster aufzeigen. Hierzu gehören u.a. die 
unterschiedlichen 
a) Angebotsformen:  
o Krisenhilfe und Psychiatrischer Krisennotdienst,  
o ambulante Versorgung in der Psychiatrie und Psychotherapie etc. 
o ambulant unterstütze, gemeinschaftliche Wohnformen  
1.12.2020

o Angebote an stationären Einrichtungen / Kliniken 
o Tagesklinische Angebote und psychiatrische Institutsambulanzen (PIA)  
b) Bereiche: 
o psychosoziale Arbeit im Pflege-, Hospiz- und Palliativbereich 
o aufsuchende psychosoziale und gesundheitliche Hilfen 
o Psychosoziale Hilfen und Angebote im Quartier und Sozialraum 
c) Zielgruppen: 
o Angebote der Kinder- und Jugendpsychiatrie und sozialräumliche Vernetzung mit 
Trägern der Jugendhilfe, Schule, Kita, familienunterstützende Hilfen und Projekte  
o ältere und mobilitätsbeeinträchtigte Menschen mit psychischen Erkrankungen 
o Vernetzung von psychosozialen Angeboten mit der Drogen- und Suchthilfe 
o Geschlechtergerechte Ausrichtung der Hilfen und Angebote  
o Psychischen und psychosoziale Gesundheit geflüchteten Menschen. 
d) Grundsätze 
o Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention und des BTHG  
o „Peer to Peer“ und trialogische Beteiligung von Selbsthilfe und 
Psychiatrieerfahrenen.  
 
IV. Darüber hinaus soll der Bericht die Situation im Arbeitsleben für Menschen mit 
psychischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen darstellen und die Möglichkeiten 
und Notwendigkeiten zu Stärkung der Teilhabe am Arbeitsmarkt aufzeigen. 
 
V. Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten, gemeinsam mit den Umlandgemeinden 
und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe einen Bericht zur psycho-sozialen 
Versorgungssituation in der Stadtregion Münster anzuregen.  
 
Begründung: 
Psychische und seelische Störungen und Beeinträchtigungen gehören in Deutschland 
mittler-weile zu den häufigsten Erkrankungen und sind auch ursächlich für einen großen 
Teil der Erkrankungen bei den Erwerbstätigen in NRW. Gegenüber dem Jahr 2018 war dies 
nochmals ein Anstieg um 5,3 Prozent (Bericht TK 2020). In Krisenzeiten wie der aktuellen 
Corona-Pandemie und den hieraus erwachsenen gesellschaftlichen und persönlichen 
Herausforderungen ist von einer weiteren Zunahme der psychischen Erkrankungen auch in 
diesem Jahr auszugehen.  
Der diesjährige Internationale Tag der Seelischen Gesundheit hat aus aktuellem Anlass das 
Thema „Seelische Gesundheit in Krisenzeiten“ in den Fokus gestellt. Aufgaben und Ziele 
für Münster sind dabei die Situation in Münster aufzuzeigen, über psychische Krankheiten 
aufzuklären, Hilfs- und Therapieangebote darzustellen und die Diskussion zu führen über 
eine Weiterentwicklung der Angebote und Hilfen vor Ort.  
Gerade auch unter älteren Menschen gibt es viele, die an einer Depression leiden. Für sie 
ist der Zugang zu einer Psychotherapie oder einer therapeutischen Begleitung oft 
schwierig, so dass häufig nur die Medikamentengabe bleibt. Gerade für 
mobilitätseingeschränkte Menschen bedarf es deshalb auch niedrigschwelliger und

aufsuchender Versorgungsangebote. 
In Münster haben wir bereits ein vielfältiges Angebot an Hilfen, Therapien und 
Einrichtungen durch öffentliche, freie und private Träger, niedergelassene Ärzt*innen, 
Psychiater*innen und Therapeut*innen bis hin zu den Selbsthilfeinitiativen und den 
Psychiatrieerfahren. Für akute Krisen sind Kriseninterventionen, wie telefonische Beratung, 
der psychiatrische Krisennotdienst mit aufsuchenden Hilfen rund um die Uhr, 
Krisenwohnungen und -pensionen oder auch Rückzugsräume als Alternative zur Klinik 
notwendig und in Münster auch ausgebaut.  
Eine Vielzahl von zielgruppenspezifischen Projekten wie das Präventionsprojekt 
"Familiensprechstunde" für Kinder und Jugendliche mit psychisch erkrankten oder 
suchtkranken Eltern, ergänzen diese Angebote. Seit 2011 ist die Stadt Münster Mitglied im 
"Bündnis gegen Depression Münster", das sich die Aufgabe gestellt hat, zusammen mit den 
Bündnissen in anderen Städten im Deutschen Bündnis gegen Depression gegen das 
Stigma dieser Erkrankung zu kämpfen. 
Für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der psycho-sozialen Versorgung in Münster ist 
auch eine Bestandsaufnahe der bestehenden Angebote und Hilfen und das Aufzeigen 
aktuellen Entwicklungen, Bedarfe und Herausforderrungen wichtig. Bei der 
Weiterentwicklung der Angebote muss der Grundsatz, ambulant vor stationär‘ Vorrang 
erhalten. Daher ist es wichtig, gemeinsam mit den verantwortlichen Leistungsträgern aus 
der Selbstverwaltung, Land, LWL, Einrichtungsträgern und weiteren Akteurinnen und 
Akteuren noch bestehende Hürden abzubauen und sowohl flexible Angebote in der 
ambulanten psycho-therapeutischen Versorgung wie auch bei Hilfen im Sozialraum und 
Quartier als unmittelbarer Lebensraum der Menschen auszubauen. 
 
 
gez.     gez.     gez.  
Christoph Kattentidt  Mathias Kersting   Tim Pasch  
Sylvia Rietenberg                        und Fraktion                           Helene Goldbeck 
Harald Wölter     
und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

09.12.2020 Rat
TOP 37.4 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0082/2020
Typ
Antrag an den Rat
Datum
01.12.2020
Erstellt
01.12.2020 15:01