A-R/0082/2020
Seelische Gesundheit stärken - Hilfe und Unterstützung für psychisch- und suchtkranke Menschen in Münster – Bericht
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
a-r-0082-2020-Seelische Gesundheit stärken - Hilfe und Unterstützung für psychisch- und suchtkranke Menschen in Münster - Bericht
6560 Zeichen
Antrag an den Rat A-R/0082/2020
Seelische Gesundheit stärken - Hilfe und Unterstützung für
psychisch- und suchtkranke Menschen in Münster – Bericht
Ratsantrag
Der Rat möge beschließen:
Beschlussvorschlag:
I. Der Rat stellt fest, dass die Zahl der Menschen, die aufgrund einer psychischen Krise
oder einer schweren psychischen Störung Hilfe und Therapie benötigen, bundesweit - so
auch in Münster - kontinuierlich zunimmt. Der Erhalt psychischer Gesundheit ist
weiterhin ein großes Anliegen der Stadt Münster. Gemeinsam mit den zuständigen
Leistungs- und Einrichtungsträgern und den Akteur*innen vor Ort ist es Ziel, die
Prävention und Hilfen für psychisch kranke und suchtkranke Menschen in Münster
bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
II. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Bericht zur Seelischen Gesundheit und den
Sachstand der psycho-sozialen Versorgung in Münster zu erarbeiten und diesen dem
Rat, dem Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und
Arbeitsförderung, dem Ausschuss für Gleichstellung, dem Ausschuss für Kinder, Jugend
und Familien, der Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit
Behinderungen (KIB) sowie der Kommunalen Gesundheitskonferenz und Konferenz für
Alter und Pflege vorzulegen.
III. Der Bericht soll die vielfältigen ambulanten, teilstationären und stationären Angebote der
psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen, Dienste und Beratungs-angebote
und der Selbsthilfe in Münster darstellen sowie die aktuelle Entwicklung und die sich
abzeichnenden Bedarfen für Münster aufzeigen. Hierzu gehören u.a. die
unterschiedlichen
a) Angebotsformen:
o Krisenhilfe und Psychiatrischer Krisennotdienst,
o ambulante Versorgung in der Psychiatrie und Psychotherapie etc.
o ambulant unterstütze, gemeinschaftliche Wohnformen
1.12.2020
o Angebote an stationären Einrichtungen / Kliniken
o Tagesklinische Angebote und psychiatrische Institutsambulanzen (PIA)
b) Bereiche:
o psychosoziale Arbeit im Pflege-, Hospiz- und Palliativbereich
o aufsuchende psychosoziale und gesundheitliche Hilfen
o Psychosoziale Hilfen und Angebote im Quartier und Sozialraum
c) Zielgruppen:
o Angebote der Kinder- und Jugendpsychiatrie und sozialräumliche Vernetzung mit
Trägern der Jugendhilfe, Schule, Kita, familienunterstützende Hilfen und Projekte
o ältere und mobilitätsbeeinträchtigte Menschen mit psychischen Erkrankungen
o Vernetzung von psychosozialen Angeboten mit der Drogen- und Suchthilfe
o Geschlechtergerechte Ausrichtung der Hilfen und Angebote
o Psychischen und psychosoziale Gesundheit geflüchteten Menschen.
d) Grundsätze
o Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention und des BTHG
o „Peer to Peer“ und trialogische Beteiligung von Selbsthilfe und
Psychiatrieerfahrenen.
IV. Darüber hinaus soll der Bericht die Situation im Arbeitsleben für Menschen mit
psychischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen darstellen und die Möglichkeiten
und Notwendigkeiten zu Stärkung der Teilhabe am Arbeitsmarkt aufzeigen.
V. Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten, gemeinsam mit den Umlandgemeinden
und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe einen Bericht zur psycho-sozialen
Versorgungssituation in der Stadtregion Münster anzuregen.
Begründung:
Psychische und seelische Störungen und Beeinträchtigungen gehören in Deutschland
mittler-weile zu den häufigsten Erkrankungen und sind auch ursächlich für einen großen
Teil der Erkrankungen bei den Erwerbstätigen in NRW. Gegenüber dem Jahr 2018 war dies
nochmals ein Anstieg um 5,3 Prozent (Bericht TK 2020). In Krisenzeiten wie der aktuellen
Corona-Pandemie und den hieraus erwachsenen gesellschaftlichen und persönlichen
Herausforderungen ist von einer weiteren Zunahme der psychischen Erkrankungen auch in
diesem Jahr auszugehen.
Der diesjährige Internationale Tag der Seelischen Gesundheit hat aus aktuellem Anlass das
Thema „Seelische Gesundheit in Krisenzeiten“ in den Fokus gestellt. Aufgaben und Ziele
für Münster sind dabei die Situation in Münster aufzuzeigen, über psychische Krankheiten
aufzuklären, Hilfs- und Therapieangebote darzustellen und die Diskussion zu führen über
eine Weiterentwicklung der Angebote und Hilfen vor Ort.
Gerade auch unter älteren Menschen gibt es viele, die an einer Depression leiden. Für sie
ist der Zugang zu einer Psychotherapie oder einer therapeutischen Begleitung oft
schwierig, so dass häufig nur die Medikamentengabe bleibt. Gerade für
mobilitätseingeschränkte Menschen bedarf es deshalb auch niedrigschwelliger und
aufsuchender Versorgungsangebote.
In Münster haben wir bereits ein vielfältiges Angebot an Hilfen, Therapien und
Einrichtungen durch öffentliche, freie und private Träger, niedergelassene Ärzt*innen,
Psychiater*innen und Therapeut*innen bis hin zu den Selbsthilfeinitiativen und den
Psychiatrieerfahren. Für akute Krisen sind Kriseninterventionen, wie telefonische Beratung,
der psychiatrische Krisennotdienst mit aufsuchenden Hilfen rund um die Uhr,
Krisenwohnungen und -pensionen oder auch Rückzugsräume als Alternative zur Klinik
notwendig und in Münster auch ausgebaut.
Eine Vielzahl von zielgruppenspezifischen Projekten wie das Präventionsprojekt
"Familiensprechstunde" für Kinder und Jugendliche mit psychisch erkrankten oder
suchtkranken Eltern, ergänzen diese Angebote. Seit 2011 ist die Stadt Münster Mitglied im
"Bündnis gegen Depression Münster", das sich die Aufgabe gestellt hat, zusammen mit den
Bündnissen in anderen Städten im Deutschen Bündnis gegen Depression gegen das
Stigma dieser Erkrankung zu kämpfen.
Für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der psycho-sozialen Versorgung in Münster ist
auch eine Bestandsaufnahe der bestehenden Angebote und Hilfen und das Aufzeigen
aktuellen Entwicklungen, Bedarfe und Herausforderrungen wichtig. Bei der
Weiterentwicklung der Angebote muss der Grundsatz, ambulant vor stationär‘ Vorrang
erhalten. Daher ist es wichtig, gemeinsam mit den verantwortlichen Leistungsträgern aus
der Selbstverwaltung, Land, LWL, Einrichtungsträgern und weiteren Akteurinnen und
Akteuren noch bestehende Hürden abzubauen und sowohl flexible Angebote in der
ambulanten psycho-therapeutischen Versorgung wie auch bei Hilfen im Sozialraum und
Quartier als unmittelbarer Lebensraum der Menschen auszubauen.
gez. gez. gez.
Christoph Kattentidt Mathias Kersting Tim Pasch
Sylvia Rietenberg und Fraktion Helene Goldbeck
Harald Wölter
und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0082/2020
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 01.12.2020
- Erstellt
- 01.12.2020 15:01