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Annahme einer Schenkung eines Kunstwerkes des Künstlers Wolfgang Tillmanns an das Museum Ludwig

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 3856/2018 vom 05.12.2018

Stand: Am 18.12.2018 im Rat ungeändert beschlossen.

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 3856/2018 Freigabedatum 30.11.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Annahme einer Schenkung eines Kunstwerkes des Künstlers Wolfgang Tillmanns an das Museum Ludwig Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln nimmt die Schenkung eines Kunstwerkes von Wolfgang Tillmanns mit einem Wert von 20.000 Euro an das Museum Ludwig mit großem Dank an. Ausschuss Kunst und Kultur 11.12.2018 Rat 18.12.2018 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung Wolfgang Tillmans (*1968, Remscheid, lebt in Berlin und London) Richie Hawtin, home, sitting, 1994 C-print 61 x 51 cm gerahmt: 67 x 57 cm Versicherungswert: 20.000 Euro Das Museum Ludwig besitzt bereits ein Konvolut von 21 C-Prints, die Wolfgang Tillmans 2001 für das Museum Ludwig zu einer festgelegten Hängung, d.h. zu einer Installation zusammenstellte. Sie ver- mittelt einen Eindruck von der Komplexität des fotografischen Werkes, denn neben Porträts und Still- leben sind auch abstrakte Tintenstrahldrucke zu finden, die ohne Kamera entstanden sind, und sol- che bei denen es sich um Unikate handelt. Zugleich bewegen sich Tillmans Arbeiten häufig in den noch immer exklusiv wahrgenommenen Bereichen von Mode- und Lifestyle-Fotografie auf der einen und der künstlerischen Fotografie im Ausstellungsraum auf der anderen Seite. Bekannt wurde Till- mans mit Aufnahmen für populäre Magazine wie i-D, Spex oder The Face, die er nutzte, um seine Bilder einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen und immer wieder neu zusammenzu- stellen und zu arrangieren. Aus dem Prinzip der Kombination entwickelte er für Ausstellungen eine eigene Präsentations-form: Nicht unter Glas in Rahmen, sondern als Papierabzüge befestigte er sei- ne Motive mit Klebeband und Klammern und verteilte sie in ungleichen Formaten über die ganze Wand. In der jeweiligen Zusammenstellung entfalten die Fotografien immer neu ihre Wirkung. Zugleich kennzeichnet Tillmans Werk eine intensive Beschäftigung mit Porträtfotografie. Bei der Ar- beit Richie Hawtin, home, sitting, die als Schenkung die Sammlung des Museum Ludwig bereichern wird, handelt es sich um ein frühes Porträt, für die Tillmans Anfang der 1990er Jahre bekannt gewor- den ist. Die meisten Porträts zeichnet der unvermittelte Blickaustausch mit dem Fotografen aus, den Jan Verwoert als Zeichen von Kontrolle über das Selbstbild gegen das womöglich als exzentrisch wahrgenommene Fremdbild deutet. Das ausgeglichene Machtverhältnis von Fotografierenden und Fotografierten basiere auf der Symmetrie der Blicke. Richard Hawtin ist ein britischer DJ, Musiker und Musikproduzent, den Tillmans über seinen Bruder in den USA Anfang der 1990er Jahre kennengelernt hatte. Hier sieht man ihn im elterlichen Wohnzim- mer. Obwohl er von den Erinnerungsfotos seiner Eltern und Spielsachen, die neben ihm auf dem Mö- belstück liegen, eingerahmt ist, hebt er sich von seiner Umgebung ab und wird von Tillmans als auto- nome Persönlichkeit festgehalten. Verwoert weist darauf hin, dass die Fotografie zwar zur psycholo- gischen Betrachtung der Person einlädt, aber sie zugleich unmöglich macht. Grund ist Tillmans‘ be- sondere Fähigkeit, die Erwartung an ein Fotoporträt, das verborgene Innere des Dargestellten dem Betrachter zu offenbaren, in seinen Aufnahmen aufzurufen und ihr zugleich im Bild zu widersprechen. Richie Hawtin, home, sitting ist eine ausgezeichnete Ergänzung zur Sammlung. Die Arbeit kann mit den drei weiteren Porträts von Tillmans, die in diesem und letzten Jahr über Schenkungen ins Haus gekommen sind, kombiniert werden. Auf diese Weise kann das Werk des Künstlers auch jenseits der großen Installation in der Sammlung präsent gehalten werden. Das Museum Ludwig begrüßt diese großartige Schenkung von Burkhard Riemschneider, der seit Jah- ren mit dem Museum eng verbunden ist. Das Werk hat einen Gesamtwert von 20.000 Euro. Mit der Annahme der Werke ist die Fertigung einer Spendenbescheinigung verbunden.

Beratungsverlauf

  1. 11.12.2018

    Ausschuss Kunst und Kultur

    TOP 6.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  2. 18.12.2018 zuletzt

    Rat

    TOP 2.1, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen

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