2020/0179
Bürgerhaushalt 2.0, zweite Runde 2019 'Unser Vorschlag für die Politik' - Vorschlag Nr. 229
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2020/0179
6790 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
16.12.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Dezernat V
Amt: Mobilitätsamt
OBW bei abschl. B e-
schlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0179
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 552010
Kostenstelle: 066-160-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5520-11 Sachkonto: 0953010
Betreff: Bürgerhaushalt 2.0, zweite Runde 2019 "Unser Vorschlag für die Politik" - Vorschlag
Nr. 229 Bewässerung Westwald
Vorlage vom: 31.08.2020
Beschlussvorschlag :
Die fachliche Stellungnahme des Mobilitätsamtes wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 2 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 31. August 2020
Für den Bürgerhaushalt 2.0, zweite Runde 2019 „Unser Vorschlag für die Politik“ wurde fo l-
gender Vorschlag aus der Bürgerschaft eingebracht:
„Der Wasserzufluss von Darmbach und den kleineren Bächen wird derzeit mit ca. 970.000 Kubi k-
meter jährlich in das Zentralklärwerk eingeleitet. Diese Wassermengen können dem Westwald z u-
geführt werden, bevor diese in die Kläranlage eingeleitet w erden (Die Wassermengen sind jahre s-
zeitlich unterschiedlich).
Alternativ kann auch das gereinigte Klärwasser dem Westwald zugeführt werden (Kontinuierlichere
Wassermengen).
Alternativ kann auch Modauwasser für eine Bewässerung des Westwaldes verwendet werden. Die
Verteilung des Wassers kann über ein gesteuertes Bewässe rungssystem erfolgen. Da es kaum zu
erreichen ist, dass der Grundwasserspiegel zur Wasserversorgung des Westwaldes angehoben we r-
den kann, lie gt es nahe, den terrestrischen Boden des Westwaldes mit Oberflächenwasser zu ve r-
sorgen.
Der Vorschlag erhielt:
in der Online-Abstimmung: 67 Ja -Stimmen und 3 Nein -Stimmen
Darmbach
Der Wasserzufluss von Darmbach und Meiereibach zum Zentralklärwerk ist au fgrund des
Klimawandels und der daraus resultierenden letzten trockenen Jahren deutlich zurückgega n-
gen und betrug z.B. 2017 nur noch ca. 240.000 m³. Im Jahresmittel der letzten 5 Jahre w a-
ren es ca. 620.000 m³.
Der Darmbach führt im Sommer tendenziell weni ger Wasser und fällt seit 2015 regelmäßig,
teilweise mehrere Monate lang trocken. In der Vegetationsphase könnte er also nur eing e-
schränkt beziehungsweise gar nicht zur Bewässerung des Waldes beitragen.
Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und an steigenden Temperaturen muss die
Stadt so entwickelt werden, dass das Stadtklima verträglich bleibt (wassersensible Stadten t-
wicklung). Damit Grün- und Wasserflächen nachhaltig ihre wichti gen Klimafunktionen erfüllen
können, sollen sie erweitert und damit auch Starkregenereignisse sicher bewirtschaftet we r-
den. Mit dem Beschluss zum Master plan 2030+ wu rde ein Maßnahmeprogramm beschlo s-
sen, das auch einen Prüfantrag zur Darmbachabkopplung beinhaltet. Durch die Herausna h-
me des Darmbaches aus dem Kanalnetz und die Schaffung eines „Blauen Bandes“ vom Woog
bis zum Herrngarten (oder weiter bis zum Tiefen See) ist das Potenzial des Kühlungseffektes
durch das Bachwasser in der Innenstadt zu prüfen. Das Bachwasser könnte in den offenen
Bereich durchgängig aufgest aut (Verdunstung) und von dort auch zur Bewässerung von Grü n-
flächen und Bäumen geleitet werden.
Durch die Bachwassernutzung in der Innenstadt würde sich die beim Zentralklärwerk a n-
kommende Bachwassermenge im Jahresmittel soweit reduzieren, dass eine Westw aldversi-
ckerung unwirtschaftlich wäre. Außerdem müsste das Darmbachwasser ab Im Tiefen
See/Carl-Schenck-Ring in einer neu zu bauenden Transportleitun g separat abgeleitet werden,
um nicht mit Schmutzwasser aus den Regenüberlaufbauwerken vermischt zu werden.
- 3 -
Gereinigtes Klärwasser
Bis 2004 wurden jährlich zwischen 600.000 und 1,1 Mio. m³/a des im Zentralklärwerk biol o-
gisch gereinigtes Abwasser vom „Begegungs - und Bodenverband Weiterstadt“ (BBV Weite r-
stadt) zur Bewässerung von Freilandkulturen genutzt. Die Nutzung wurde 2004 auf Veranla s-
sung des Gesundheitsamtes aufgrund hygienischer Bedenken, das heißt unter anderem w e-
gen einer möglichen Gefährdung von Passanten durch die bei der Beregnung gebildeten A e-
rosole beziehungsweise den darin eventuell enthaltenen Legionellen, eingestellt.
Das derzeitige Klärwerksablaufwasser ist ohne weitergehende Abwasserreinigung (4. Rein i-
gungsstufe) und höchstwahrscheinlich auch einer Hygienisierung nicht für die Westwaldb e-
wässerung geeignet. Zur Vorbereitung einer 4. Reinigung sstufe beim Zentralklärwerk soll
mittels einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten der weitergehenden Abwasserreinigung
(Spurenstoffelimination, weitergehende Phosphatelimination) untersucht werden. Das Thema
Abwasserverwendung im Westwald ist nach Auskunft der entega Abwasserreinigung nicht
Gegenstand der aktuellen Machbarkeitsstudie.
Grundsätzlich wäre die Westwaldbewässerung mittels gereinigtem Klärwassers von der Ob e-
ren Wasserbehörde des Regierungspräsidiums zu genehmigen. Bestrebungen des Wasse r-
verbandes die in Sohlschalen verlaufende Landwehr (Verlängerung des Darmbaches) zu R e-
naturieren und zur Wasseranreicherung durch den Büttelborner Wald zu leiten, wurde aus
Grundwasserschutzgründen regelmäßig abgelehnt. Da die Landwehr bzw. der Darmbach im
Wesentlichen aus ablaufenden Klärwerkswassern besteht, müssen sicherlich erst weiterg e-
hende Abwasserreinigungen erfolgen, bevor eine solche Maßnahme mit dem RP erörtert we r-
den kann. Eine Genehmigung zur Entnahme größerer Wassermengen ist im Hinblick auf die
Vorgaben der EU-WRRL anzuzweifeln.
Modau
Die Modau trocknet im Sommer nicht aus, führt aber nach den trockenen Jahren relativ w e-
nig Wasser. Allerdings wären hier neben einer Transportleitung noch ein Pumpwerk und n a-
türlich ein Bewässerungssystem für die Wes twaldbewässerung nötig. Auch die Wasseren t-
nahme aus der Modau wäre in einem Wasserrechtsverfahren bei der Oberen Wasserbehörde
des Regierungspräsidiums Darmstadt auf der Grundlage der Wasserrahmenrichtlinien und
der Maßnahmenprogramme zur Verbesserung der Wasserqualität und des ökologischen Z u-
standes der Modau zu beurteilen und zu genehmigen.
Dezernat I Dezernat IV Dezernat V
Jochen Partsch André Schellenberg Barbara Akdeniz
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadträtin
anlage 1
6789 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
16.12.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Dezernat V
Amt: Mobilitätsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 66
IV V
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0179
Magistratsbeschluss-Nr.
25
Internetfähig
Produkt-Nr.: 552010
Kostenstelle: 066-160-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5520-11 Sachkonto: 0953010
Betreff: Bürgerhaushalt 2.0, zweite Runde 2019 "Unser Vorschlag für die Politik" - Vorschlag
Nr. 229 Bewässerung Westwald
Vorlage vom: 31.08.2020
Beschlussvorschlag:
Die fachliche Stellungnahme des Mobilitätsamtes wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 13.01.2021
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 31. August 2020
Für den Bürgerhaushalt 2.0, zweite Runde 2019 „Unser Vorschlag für die Politik“ wurde
folgender Vorschlag aus der Bürgerschaft eingebracht:
„Der Wasserzufluss von Darmbach und den kleineren Bächen wird derzeit mit ca. 970.000
Kubikmeter jährlich in das Zentralklärwerk eingeleitet. Diese Wassermengen können dem Westwald
zugeführt werden, bevor diese in die Kläranlage eingeleitet werden (Die Wassermengen sind
jahreszeitlich unterschiedlich).
Alternativ kann auch das gereinigte Klärwasser dem Westwald zugeführt werden (Kontinuierlichere
Wassermengen).
Alternativ kann auch Modauwasser für eine Bewässerung des Westwaldes verwendet werden. Die
Verteilung des Wassers kann über ein gesteuertes Bewässerungssystem erfolgen. Da es kaum zu
erreichen ist, dass der Grundwasserspiegel zur Wasserversorgung des Westwaldes angehoben
werden kann, liegt es nahe, den terrestrischen Boden des Westwaldes mit Oberflächenwasser zu
versorgen.
Der Vorschlag erhielt:
in der Online-Abstimmung: 67 Ja-Stimmen und 3 Nein-Stimmen
Darmbach
Der Wasserzufluss von Darmbach und Meiereibach zum Zentralklärwerk ist aufgrund des
Klimawandels und der daraus resultierenden letzten trockenen Jahren deutlich
zurückgegangen und betrug z.B. 2017 nu r noch ca. 240.000 m³. Im Jahresmittel der letzten
5 Jahre waren es ca. 620.000 m³.
Der Darmbach führt im Sommer tendenziell weniger Wasser und fällt seit 2015 regelmäßig,
teilweise mehrere Monate lang trocken. In der Vegetationsphase könnte er also nur
eingeschränkt beziehungsweise gar nicht zur Bewässerung des Waldes beitragen.
Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und ansteigenden Temperaturen muss die
Stadt so entwickelt werden, dass das Stadtklima verträglich bleibt (wassersensible
Stadtentwicklung). Damit Grün- und Wasserflächen nachhaltig ihre wichtigen
Klimafunktionen erfüllen können, sollen sie erweitert und damit auch Starkregenereignisse
sicher bewirtschaftet werden. Mit dem Beschluss zum Masterplan 2030+ wurde ein
Maßnahmeprogramm beschlossen, das auch einen Prüfantrag zur Darmbachabkopplung
beinhaltet. Durch die Herausnahme des Darmbaches aus dem Kanalnetz und die Schaffung
eines „Blauen Bandes“ vom Woog bis zum Herrngarten (oder weiter bis zum Tiefen See) ist
das Potenzial des Kühlungseffektes durch das Bachwasser in der Innenstadt zu prüfen. Das
Bachwasser könnte in den offenen Bereich durchgängig aufgestaut (Verdunstung) und von
dort auch zur Bewässerung von Grünflächen und Bäumen geleitet werden.
Durch die Bachwassernutzung in der I nnenstadt würde sich die beim Zentralklärwerk
ankommende Bachwassermenge im Jahresmittel soweit reduzieren, dass eine
Westwaldversickerung unwirtschaftlich wäre. Außerdem müsste das Darmbachwasser ab Im
Tiefen See/Carl-Schenck-Ring in einer neu zu bauenden Transportleitung separat abgeleitet
werden, um nicht mit Schmutzwasser aus den Regenüberlaufbauwerken vermischt zu
werden.
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Gereinigtes Klärwasser
Bis 2004 wurden jährlich zwischen 600.000 und 1,1 Mio. m³/a des im Zentralklärwerk
biologisch gereinigtes Abwasser vom „Begegungs- und Bodenverband Weiterstadt“ (BBV
Weiterstadt) zur Bewässerung von Freilandkulturen genutzt. Die Nutzung wurde 2004 auf
Veranlassung des Gesundheitsamtes aufgrund hygienischer Bedenken, das heißt unter
anderem wegen einer mögliche n Gefährdung von Passanten durch die bei der Beregnung
gebildeten Aerosole beziehungsweise den darin eventuell enthaltenen Legionellen, eingestellt.
Das derzeitige Klärwerksablaufwasser ist ohne weitergehende Abwasserreinigung (4.
Reinigungsstufe) und höchstwahrscheinlich auch einer Hygienisierung nicht für die
Westwaldbewässerung geeignet. Zur Vorbereitung einer 4. Reinigungsstufe beim
Zentralklärwerk soll mittels einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten der weitergehenden
Abwasserreinigung (Spurenstoffelimination, weitergehende Phosphatelimination) untersucht
werden. Das Thema Abwasserverwendung im Westwald ist nach Auskunft der entega
Abwasserreinigung nicht Gegenstand der aktuellen Machbarkeitsstudie.
Grundsätzlich wäre die Westwaldbewässerung mittels gereinigtem Klärwassers von der
Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums zu genehmigen. Bestrebungen des
Wasserverbandes die in Sohlschalen verlaufende Landwehr (Verlängerung des Darmbaches)
zu Renaturieren und zur Wasseranreicherung durch den Büttelborner Wald zu leiten, wurde
aus Grundwasserschutzgründen regelmäßig abgelehnt. Da die Landwehr bzw. der Darmbach
im Wesentlichen aus ablaufenden Klärwerkswassern besteht, müssen sicherlich erst
weitergehende Abwasserreinigungen erfolgen, bevor eine solche Maßnahme mit dem RP
erörtert werden kann. Eine Genehmigung zur Entnahme größerer Wassermengen ist im
Hinblick auf die Vorgaben der EU -WRRL anzuzweifeln.
Modau
Die Modau trocknet im Sommer nicht aus, führt aber nach den trockenen Jahren relativ
wenig Wasser. Allerdings wären hier neben einer Transportleitung noch ein Pumpwerk und
natürlich ein Bewässerungssystem für die Westwaldbewässerung nötig. Auch die
Wasserentnahme aus der Modau wäre in einem Wasserrechtsverfahren bei der Oberen
Wasserbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt auf der Grundlage der
Wasserrahmenrichtlinien und der Maßnahmenprogramme zur Verbesserung der
Wasserqualität und des ökologischen Zustandes der Modau zu beurteilen und zu
genehmigen.
Dezernat I Dezernat IV Dezernat V
Jochen Partsch André Schellenberg Barbara Akdeniz
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Carl-Schenck-Ring
- Im Tiefen See
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0179
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 31.08.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00