2023/0374
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung 2021/22
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2023/0374
4307 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
07.11.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0374
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung 2021/22
Vorlage vom: 06.11.2023
Beschlussvorschlag :
Der Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung für das Jahr 2021/ 2022 wird zur
Kenntnis genommen.
Anlagen: Bericht zur Versorgungslage 2021 -22_FINAL
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
- 2 -
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.11.2023
Der vorliegende Bericht 2021/ 2022 zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung in
Darmstadt schreibt die vorangegangen Versorgungsberichte fort und gibt einen aktualisierten
Überblick zur Entwicklung der U3 - und Ü3-Betreuung bezogen auf das sozialraumorientierte
Platzangebot. Der Bericht liefert die derzeitigen Versorgungsquoten und stellt den weiteren
Ausbaubedarf dar.
Die Versorgungsquote im U3-Bereich lag am 31.12.2023 bei 45,5% und ist somit seit dem
letzten Berichtszeitpunkt um 1,3% -Punkte gestiegen. Die Entwicklung
resultiert einerseits aus dem Ausbau der Platzkapazitäten sowie andererseits aus der
rückläufigen Anzahl der Anspruchsberechtigten aufgrund gesunkener Geburtenzahlen .
Die gesamtstädtische Versorgungsquote für die Altersgruppe der 3- bis 6jährigen Kinder (bis
Schuleintritt) lag am Stichtag 31.12.2022 bei 105,3%. Trotz eines deutlichen Platzausbaus
hat sich die Versorgungslage im Bereich Ü3 somit geringfügig um 0,2%-Punkte verschlechtert,
da zugleich die Anzahl der Kinder im relevanten Alter stark gestiegen ist.
Die kommunale Ausbauplanung wird kontinuierlich fortgeschrieben und sichert die
bedarfsgerechte Entwicklung der Betreuungslandschaft in Darmstadt. Besonderes Augenmerk
gilt dabei den bis dato unterversorgten Planungsräumen sowie neu entstehenden Quartieren.
Ein weiterer Platzzuwachs sowohl im U3- als auch im Ü3-Bereich ist durch bereits
beschlossene, in Umsetzung befindliche, als auch durch projektierte Maßnahmen
gewährleistet.
Wesentliche Prämisse einer bedarfsgerechten Betreuungslandschaft in Darmstadt ist die
Fachkräftegewinnung und -bindung. Um eine kindgerechte Betreuung sicherzustellen, ist die
Ausstattung der Einrichtungen mit qualifiziertem Fachpersonal in ausreichendem Umfang
zwingend erforderlich. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt sich dieser Herausforderung
gemeinsam mit den in Darmstadt tätigen Trägern. So beschäftigt sich der Fachausschuss
„Kinderbetreuung und Familie“ derzeit mit dem Thema und entwickelt im Auftrag des
Jugendhilfeausschusses eine Strategie zum Umgang mit dem Fachkräftemangel in
Kinderbetreuungseinrichtungen. Diese wird anschließend in den Gremien zur Beratung und
Beschlussfassung vorgelegt. Die Fortschreibung der „Qualitätsstandards in der
Kinderbetreuung“ im Jahr 2023 ist ein weiterer wichtiger Baustein, die den Rahmen für eine
qualitativ hochwertige Arbeit mit den Kindern festschreibt, zugleich gute Arbeitsbedingungen
für das Personal ermöglicht und somit einen Beitrag zur Fachkräftebindung leistet .
Darmstadt, 06.11.2023
Dezernat II
Barbara Akdeniz
Bürgermeisterin
anlage 3
4385 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
07.11.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
II 51 JHA
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0374
Magistratsbeschluss -Nr.
467
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung 2021/22
Vorlage vom: 06.11.2023
Beschlussvorschlag :
Der Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung für das Jahr 2021/2022 wird zur
Kenntnis genommen.
Anlagen: Bericht zur Versorgungslage 2021 -22_FINAL
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 15.11.2023
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.11.2023
Der vorliegende Bericht 2021/2022 zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung in
Darmstadt schreibt die vorangegangen Versorgungsberichte fort und gibt einen aktualisierten
Überblick zur Entwicklung der U3 - und Ü3-Betreuung bezogen auf das sozialraumorientierte
Platzangebot. Der Bericht liefert die derzeitigen Versorgungsquoten und stellt den weiteren
Ausbaubedarf dar.
Die Versorgungsquote im U3 -Bereich lag am 31.12.2023 bei 45,5% und ist somit seit dem
letzten Berichtszeitpunkt um 1,3% -Punkte gestiegen. Die Entwicklung
resultiert einerseits aus dem Ausbau der Platzkapazitäten sowie andererseits aus der
rückläufigen Anzahl der Anspruchsberechtigten aufgrund gesunkener Geburtenzahlen.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote für die Altersgruppe der 3- bis 6jährigen Kinder (bis
Schuleintritt) lag am Stichtag 31.12.2022 bei 105,3%. Trotz eines deutlichen Platzausbaus
hat sich die Versorgungslage im Bereich Ü3 somit geringfügig um 0,2%-Punkte verschlechtert,
da zugleich die Anzahl der Kinder im relevanten Alter stark gestiegen ist.
Die kommunale Ausbauplanung wird kontinuierlich fortgeschrieben und sichert die
bedarfsgerechte Entwicklung der Betreuungslandschaft in Darmstadt. Besonderes Augenmerk
gilt dabei den bis dato unterversorgten Planungsräumen sowie neu entstehenden Quartieren.
Ein weiterer Platzzuwachs sowohl im U3- als auch im Ü3-Bereich ist durch bereits
beschlossene, in Umsetzung befindliche, als auch durch projektierte Maßnahmen
gewährleistet.
Wesentliche Prämisse einer bedarfsgerechten Betreuungslandschaft in Darmstadt ist die
Fachkräftegewinnung und -bindung. Um eine kindgerechte Betreuung sicherzustellen, ist die
Ausstattung der Einrichtungen mit qualifiziertem Fachpersonal in ausreichendem Umfang
zwingend erforderlich. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt sich dieser Herausforderung
gemeinsam mit den in Darmstadt tätigen Trägern. So beschäftigt sich der Fachausschuss
„Kinderbetreuung und Familie“ derzeit mit dem Thema und entwickelt im Auftrag des
Jugendhilfeausschusses eine Strategie zum Umgang mit dem Fachkräftemangel in
Kinderbetreuungseinrichtungen. Diese wird anschließend in den Gremien zur Beratung und
Beschlussfassung vorgelegt. Die Fortschreibung der „Qualitätsstandards in der
Kinderbetreuung“ im Jahr 2023 ist ein weiterer wichtiger Baustein, die den Rahmen für eine
qualitativ hochwertige Arbeit mit den Kindern festschreibt, zugleich gute Arbeitsbedingungen
für das Personal ermöglicht und somit einen Beitrag zur Fachkräftebindung leistet .
Darmstadt, 06.11.2023
Dezernat II
Barbara Akdeniz
Bürgermeisterin
anlage 4
169 Zeichen
Punkt 8: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung 2021/22 (V-Nr. 2023/0374) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Soziales nimmt von der Vorlage Kenntnis.
anlage 2
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Büro für Sozialplanung Jugendamt Büro für Sozialplanung, Jugendhilfeplanung Jugendamt, Abteilung Kinderbetreuung 1 Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 2021 / 2022 2 1 Kinderbetreuung im Stadtgebiet – Versorgungslagen 2022 ............... 3 1.1 Betreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder ......................... 3 1.2 Betreuungsangebote für 3- bis 6-jährige Kinder ........................ 8 1.3 Betreuungsangebote für Grundschulkinder ............................. 13 1.4 Ausblick ......................................................................................... 14 2 Exkurs zum Umgang mit dem Fachkräftemangel und Strategien der Fachkräftegewinnung in Darmstadt ........................................................... 16 3 Anhang .................................................................................................. 18 Vorbemerkungen Der vorliegende Bericht gibt im Sinne einer regelmäßigen Berichterstattung Auskunft zu stadtweiten und den sozialräumlichen Versorgungslagen in der Kinderbetreuung in den Jahren 2021/22. Die Daten der Vorjahre werden systematisch fortgeschrieben und um aktuelle Entwicklungen ergänzt. Der Bericht weist als Kernindikator die Versorgungsquote aus. Diese stellt das Verhältnis der in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege vorgehalten Betreuungsplätze bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder im jeweils anspruchsberechtigten Alter dar. Eine diesbezügliche Darstellung erfolgt sowohl gesamtstädtisch als auch sozialräumlich für die einzelnen Betreuungssettings. Darüber hinaus gibt es einen Exkurs zum Thema: Umgang mit dem Fachkräftemangel und Strategien der Fachkräftegewinnung in Darmstadt. 3 1 Kinderbetreuung im Stadtgebiet – Versorgungslagen 2022 1.1 Betreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder Bevölkerungsentwicklung Im Jahr 2022 wurden in Darmstadt 1.461 Kinder geboren. Die Geburtenzahl sank somit deutlich gegenüber dem letzten Berichtjahr 2020 (-249). Der rückläufige Trend der bereits im letzten Versorgungsbericht beschrieben wurde, setzt sich somit fort. Die Geburtenzahl im Jahr 2022 sinkt erstmals unter das Niveau von 2015 und gleicht sich dem Niveau von 2012 (1.470 Geburten) an. Abb. 1: Anzahl der Geburten 2010 – 2022 (abs.) Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Stichtag: 31.12.2022 Die Anzahl unter 3-jähriger Kinder, also die kumulierten Altersjahrgänge 0 bis 2, sank u.a. infolge der Geburtenentwicklung des Jahres 2022 ebenfalls deutlich um 179 (- 4,0%). Allerdings liegt dieser Wert immer noch deutlich über den Bevölkerungszahlen von 2015. Abb. 2: Bevölkerungszahlen 0- bis unter 3jährige Kinder in Darmstadt (abs.) Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung, Stichtag: 31.12.2022 1.2001.3001.4001.5001.6001.7001.8002010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 3.800 4.000 4.200 4.400 4.600 4.800 5.000201420152016201720182019202020212022 Kernaussage In 2022 wurden 1.461 Kinder in Darmstadt geboren. Das Niveau ist erstmals unter die Geburtenzahlen von 2015 gesunken. 4 Am 31.12.2022 waren 4.534 Kinder im Alter von 0 bis unter 3 Jahren in Darmstadt gemeldet. Der Planungsbezirk Darmstadt-Nord ist im städtischen Vergleich derjenige mit der größten Anzahl an Kindern dieser Altersgruppe (2022: 925); die wenigsten Kinder dieser Altersgruppe leben im kleinsten Stadtteil Wixhausen (2022: 212). Zugleich verläuft die Bevölkerungsentwicklung in den einzelnen Planungsräumen durchaus unterschiedlich. Der Abwärtstrend in dem Stadtteil Nord hält weiter an. Gegenüber zu 2020 waren es 115 Kinder weniger in dieser Altersgruppe. Auch in Arheilgen (-26) und Eberstadt (-38) gab es wie im Berichtsjahr 2020 Rückgänge. In Kranichstein (-28) und Ost (-29) konnten im Gegensatz zum letzten Berichtsjahr ebenfalls Rückgänge festgestellt werden. Nur in den Stadtteilen Mitte (+12) und West (+56) sind somit Zuwächse zu verzeichnen. Abb. 3: Bevölkerungszahlen der unter 3-Jährigen nach Planungsbezirken (abs.) Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung - eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2022 Es ist zu konstatieren, dass die Prognose insb. der kleinräumigen Bedarfsentwicklung im Bereich U3 eine zentrale Herausforderung kommunalen Handelns darstellt. Denn anders als in den anschließenden Bildungs- und Betreuungsbereichen (Ü3 und Schule) verbleibt im Falle steigender Geburtenzahlen wenig Zeit für die Anpassung der Infrastruktur an geänderte Bedarfslagen, so dass diese in der Regel erst sukzessive erfolgen kann. Platzentwicklung Am 31.12.2022 standen in Darmstadt insgesamt 2.062 Betreuungsplätze für unter 3- jährige Kinder zur Verfügung. Hiervon wurden 1.629 Plätze in Tageseinrichtungen und 433 in der Kindertagespflege bereitgestellt. Die Versorgungsquote ist gegenüber dem Berichtjahr 2020 um 1,3%-Punkte gestiegen und liegt nun bei 45,5%. Die 02004006008001.0001.20020142016201820202022 Kernaussage Am 31.12.2022 standen 2.062 Betreuungsplätze zur Verfügung Die gesamtstädtische Versorgungsquote liegt bei 45,5%. Kernaussage Am 31.12.2022 lebten 4.534 Kinder unter 3 Jahren in Darmstadt. Der Rückgang in der Alterskohorte beträgt 4,0% gegenüber dem Berichtjahr 2020. 5 Kapazitätssteigerung im U3-Bereich ergab sich vor allem aus der Inbetriebnahme der Kita „Luise Büchner“ in der Lincoln-Siedlung (+22 Plätze). Die Zahl der Betreuungsplätze laut Pflegeerlaubnis in der Tagespflege ist gegenüber dem Jahr 2020 auf 433 gesunken (-45 Plätze). Allerdings sind Schwankungen im Platzangebot in der Kindertagespflege nicht unüblich. Änderungen bzgl. ergeben sich – zum Teil – kurzfristig, wenn Pflegeerlaubnisse nicht mehr verlängert bzw. aktiv genutzt werden oder die genehmigte Platzzahl nicht voll ausgeschöpft wird. Eine wichtige Funktion kommt in diesem Kontext der Fachberatung zu, die Tagespflegepersonen engmaschig begleitet, in ihrer Tätigkeit unterstützt und somit zu einer möglichst umfassenden und langfristigen Ausnutzung von Betreuungskapazitäten in der Kindertagespflege beiträgt. Angebots- und Trägerstruktur Mehr als die Hälfte der Betreuungsplätze (56% bzw. 1.165 Plätze) werden in freier Trägerschaft vorgehalten. Den größten Anteil hierunter machen wiederum die sog. kleinen freien Träger (bspw. Elterninitiativen, Betreuungsvereine) aus. Die großen freien Träger (AWO, ASB) halten in Summe (14%) fast ebenso viele Plätze wie die Stadt Darmstadt (16%). Deutlich geringere Anteile am Betreuungsangebot haben hingegen die evangelische und katholische Kirche (6% bzw. 1%). Rund ein Viertel der Plätze (21%) werden in der Kindertagespflege vorgehalten. Abb. 4: Trägerstruktur in der U3-Betreuung in Darmstadt (in %) Quelle: Jugendamt, Jugendhilfeplanung; Stichtag: 31.12.2022 Betreuung im U3-Bereich findet in verschiedenen Settings statt. So bietet die Kindertagespflege einen kleinen, familiären Rahmen und eine vergleichsweise große Stadt Darmstadt16%KTP21%Ev. Kirche6%Kath. Kirche1%gr. freie Träger14%kl. freie Träger35%privat-gewerbl. Träger7%Freie Träger56% Kernaussage Mehr als die Hälfte der Betreuungsplätze befinden sich in freier Trägerschaft. 6 Flexibilität, so dass beispielsweise Betreuungsumfang und -zeitpunkt sehr individuell zwischen Familie und Tagespflegeperson abgestimmt und spezifische Bedürfnisse berücksichtigt werden können. Rund 36% der Betreuungsplätze im U3-Bereich sind in Einrichtungen verortet, die ausschließlich unter 3-Jährige betreuen. Die Größe dieser Einrichtungen variiert zwischen eingruppigen Kleinsteinrichtungen (20 Standorte), zwei- bis dreigruppigen Einrichtungen (8 Standorte) und größeren Standorten mit vier und mehr U3-Gruppen (5 Standorte). 882 Betreuungsplätze werden hingegen in Kindertagesstätten vorgehalten, in denen Kinder verschiedenen Alters betreut werden („altersübergreifende Einrichtung“). Es handelt sich überwiegend um Einrichtungen mit U3- und Ü3-Gruppen; 35% aller U3- Plätze befinden sich in dieser Einrichtungsform. Wohingegen 8% der U3-Plätze in Einrichtungen mit einem umfassenden Betreuungsangebot von U3-Betreuung bis Hort verortet sind. Abb. 5: Verortung der Betreuungsplätze U3 nach Einrichtungsarten (in %), „U3- Betreuung in…“ Quelle: Jugendamt, Jugendhilfeplanung - eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2022 Dem gesetzlichen verankerten Wunsch- und Wahlrecht in der Jugendhilfe (§5 SGBVIII) wird mit der großen Vielfalt von Trägerschaften, Einrichtungs- und Angebotsformen Rechnung getragen. Versorgungssituation in den Planungsräumen Die sozialräumlichen Versorgungslagen innerhalb Darmstadts stellen sich am Stichtag 31.12.2022 recht unterschiedlich dar. Im stadtweiten Vergleich zeigt sich eine sehr gute und im Vergleich zu 2020 verbesserte Versorgungslage im Planungsbezirk Bessungen (54,0%) zu sehen. In den Stadtteilen Nord (48,3%), Kranichstein (42,0%) und Ost altershomogene Einrichtungen36%Alters-übergreifenden Einrichtungen43%Tagespflege21% Kernaussage Die sozialräumlichen Versorgungsquoten variieren stark, bei VQ zwischen 39,2% und 56,1%. Kernaussage Der Anteil der U3-Plätze in altersgemischten Einrichtungen liegt bei 43%. 7 (41,6%) sind ebenfalls gestiegene Versorgungsquoten zu verzeichnen. Die Entwicklung in Bessungen kann insb. auf den dort realisierten Platzausbau (Kita „Luise-Büchner“) zurückgeführt werden. Im Stadtteil West dagegen hat sich die Versorgungslage etwas verschlechtert, da hier wie oben erwähnt, der größte Bevölkerungszuwachs in dieser Altersgruppe zu verzeichnen ist. Die Ausbauten im Planungsraum West, die seit dem Jahr 2023 sukzessive umgesetzt werden (Moltkestraße, Eschollbrücker Straße, Regenbogenland), werden dort zu einer Verbesserung führen. Abb. 6: Versorgungslagen U3 in den Planungsbezirken 2020 & 2022 (Versorgungsquoten in %) Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung - eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2022 Eine unterdurchschnittliche Versorgungslage besteht hingegen nach wie vor in der Stadtmitte (35,4%), Eberstadt (37,8%) sowie im Planungsbezirk Wixhausen (39,2%). Allerdings ist mit einer Verbesserung des dortigen Betreuungsangebots auch in diesen Gebieten mittelfristig zu rechnen. Denn weitere, bereits projektierte Ausbauvorhaben werden in der Stadtmitte (Kita „An der Stadtmauer“) und in Eberstadt (Kita „An der Nussbaumallee“) realisiert. Bei der Bewertung der sozialräumlichen Versorgungs- und Ausbaubedarfe im U3- Bereich gilt es verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Es besteht in diesem Betreuungssegment erfahrungsgemäß eine erhöhte 56,154,037,842,048,341,635,450,439,245,50,010,020,030,040,050,060,0 8 Mobilitätsbereitschaft, d.h. die Wohnortnähe eines Betreuungsangebotes ist oftmals ein weniger wichtiges Auswahlkriterium als in anderen Alterssegmenten (insb. in der Ü3-Betreuung). Zwischen den verschiedenen Regionen bestehen zum Teil enge sozialräumliche Bezüge (z.B. Bessungen, West und Stadtmitte). Es können folglich Mitversorgungseffekte zwischen einzelnen Planungsbezirken unterstellt werden. Zahlreiche U3-Einrichtungen haben aufgrund ihrer spezifischen pädagogischen Ausrichtung (bspw. Natur, Bilingualität, Waldorf, Ernährung, Sport) einen stadtweiten Einzug. Die Ausbauten in Planungsraum West sollen demnach insb. auch die Stadtmitte bedienen, da die Standortoptionen im innerstädtischen Bereich generell stark eingeschränkt sind. Dort gilt die Prämisse verfügbare Areale in angrenzenden Planungsräumen zu nutzen, sofern diese in vertretbarer Entfernung liegen. 1.2 Betreuungsangebote für 3- bis 6-jährige Kinder Bevölkerungsentwicklung Am 31.12.2022 waren 5.401 Kinder im Alter von 3 Jahren bis Schuleintritt in Darmstadt gemeldet.1 Der Planungsbezirk Darmstadt-Nord ist im städtischen Vergleich nach wie vor derjenige mit der größten Anzahl an Kindern dieser Altersgruppe (2022: 1.043); in Wixhausen sind hingegen die wenigsten Kinder dieses Alters gemeldet (2020: 252). Im Vergleich zum letzten Berichtsjahr 2020 ist die Anspruchsgruppe um insgesamt 148 Kinder bzw. 2,8% gewachsen. Der Zuwachs resultiert aus dem sukzessiven Nachwachsen der geburtenstarken Jahrgänge 2016ff in die entsprechende Anspruchsgruppe einer Ü3-Betreuung. Zudem spiegelt sich hierin auch die generelle Bevölkerungsentwicklung Darmstadts wider, die nach wie vor durch Zuwanderung geprägt ist. 1 Als Bezugsgrundlage wird die Anzahl der Kinder im Alter von 3 Jahren bis 6 Jahre zugrunde gelegt. Wobei der Jahrgang der 6-Järhigen lediglich zur Hälfte einbezogen wird. Es handelt sich also um eine Grundgesamtheit von 3,5 Jahrgängen im Alter von 3 bis 6 Jahren. Kernaussage Am 31.12.20202 lebten 5.401 Kinder im Alter von 3 Jahren bis Schuleintritt in Darmstadt. Dies ist ein Zuwachs um 2,8% Prozent gegenüber dem Berichtjahr 2020. 9 Abb. 7: Bevölkerungszahlen 3 Jahre bis Schuleintritt nach Planungsbezirken (abs.) Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung - eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2022 Sehr dynamisch ist die Bevölkerungsentwicklung in Bessungen (+33), Nord (+55) und West (+93). Dort sind seit dem letzten Berichtsjahr relativ starke Zuwächse von Kindern im Anspruchsalter zu verzeichnen. Rückläufige Kinderzahlen dieses Alters gibt hingegen in Ost (-30), Wixhausen (-18) und Eberstadt (-15). Platzentwicklung Am 31.12.2022 standen in Darmstadt insgesamt 5.688 Betreuungsplätze für Kinder von 3 Jahren bis zum Schuleintritt zur Verfügung. Zum Stichtag wird eine gesamtstädtische Versorgungsquote von 105,3% für diese Anspruchsgruppe erreicht. Im Vergleich zum letzten Berichtsjahr ist die Versorgungsquote geringfügig um 0,4 Prozentpunkte (105,9%) gesunken. Gegenüber dem Jahr 2020 bedeutet dies dennoch eine Angebotssteigerung von 124 Plätzen. Diese resultiert im Wesentlichen aus den Eröffnungen der Kita „Luise- Büchner“. Die sinkende Versorgungsquote ist der steigenden Bevölkerungsanzahl in der Altersgruppe geschuldet. Angebots- und Trägerstruktur Der größte Anteil der Ü3-Betreuungsplätze wird in konfessioneller Trägerschaft geführt. In evangelischen Einrichtungen sind 1.703 Plätze, in katholischen Einrichtungen 501 Betreuungsplätze registriert. Dies entspricht einem Anteil 30% bzw. 9% des Ü3- Angebots in Darmstadt. Weitere 1.647 Plätze bzw. 29% des Gesamtangebots befinden sich in freier Trägerschaft. Hierunter nehmen die kleinen freien Träger (bspw. 02004006008001.0001.20020142016201820202022 Kernaussage Am 31.12.2020 standen 5.688 Betreuungsplätze zur Verfügung. Die gesamtstädtische Versorgungsquote liegt bei 105,3%. Kernaussage Die Mehrheit der Ü3-Plätze (68%) wird in freier Trägerschaft geführt. 10 Elterninitiativen, Betreuungsvereine) den größten Part ein, gefolgt von den großen Trägern (ASB, AWO). Als sog. privat-gewerbliche Träger werden diejenigen eingestuft, die entweder betrieblich gebundene Betreuungsplätze vorhalten bzw. aufgrund ihrer Geschäftsform keine öffentliche Förderung von Seiten der Stadt Darmstadt in Anspruch nehmen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hält 1.837 Betreuungsplätze in eigenen Einrichtungen vor. Der kommunale Anteil am Betreuungsangebot beläuft sich somit aktuell auf 32% und ist gegenüber dem letzten Berichtjahr um 1%-punkt gestiegen. Ursächlich hierfür war hierfür die bereits benannten Inbetriebnahme der städtischen Einrichtung Kita „Luise-Büchner“. Abb. 8: Trägerstruktur in der Ü3-Betreuung in Darmstadt Quelle: Jugendamt, Jugendhilfeplanung; Stichtag: 31.12.2022 Ü3-Betreuungsplätze in Darmstadt sind vorrangig in altersübergreifend betreuenden Einrichtungen verortet (65% bzw. 3.703 Plätze), wobei an 40 Standorten und somit am häufigsten die Kombination von U3- und Ü3-Gruppen etabliert ist. Bei 31 Standorten mit insg. 1.985 Plätzen handelt es sich um Einrichtungen, in denen ausschließlich Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt betreut werden („Ü3-Betreuung“). Stadt Darmstadt32%Ev. Kirche30%Kath. Kirche9%gr. freie Träger10%kl. freie Träger16%privat-gewerbl. Träger3%Freie Träger29% 11 Abb. 9: Verortung der Ü3- Betreuungsplätze nach Einrichtungsarten, „Ü3- Betreuung in…“ Quelle: Jugendamt, Jugendhilfeplanung; Stichtag: 31.12.2022 Der aktuelle und zukünftige Platzausbau vollzieht sich aus pädagogischen Gründen und mit dem Ziel Übergänge zwischen den Segmenten U3 und Ü3 zu erleichtern nahezu ausschließlich in Einrichtungen mit einem gemischten Betreuungsangebot. Darüber hinaus werden – wo möglich – auch sog. Bildungscampus mit den Segmenten U3- und Ü3-Betreuung und Grundschule entwickelt (bspw. in Lincoln, an der Heinrich- Hoffmann-Schule, im Ludwigshöhviertel). Ausgehend von der räumlichen Nähe der Einrichtungen zueinander, gilt es insb. an diesen Standorten ein gemeinsames, kohärentes Bildungsprogramm zu etablieren. Versorgungssituation in den Planungsräumen Die sozialräumliche Versorgungslage innerhalb Darmstadts stellt sich am Stichtag 31.12.2022 verschieden dar. Für vier der neun Planungsräume kann eine sehr gute, überdurchschnittliche Versorgungslage attestiert werden. In Bessungen ist diese wie zuvor beschrieben durch Platzausbau (Kita „Luise Büchner“) bedingt. In Arheilgen konnte eine höhere Versorgungsquote durch Platzerweiterung in einer privat- gewerblichen Einrichtung (+57 Plätze) erreicht werden, im Stadtteil Ost ist die höhere Versorgungsquote durch den Rückgang der Kinderzahlen erklärbar. Eine nach wie vor unterdurchschnittliche Versorgungslage besteht hingegen in den Planungsbezirken Stadtmitte (64,8%), Wixhausen (86,8%), Kranichstein (94,7%) und Eberstadt (98,3%), wobei sich diese in der Stadtmitte und Kranichstein leicht verschlechtert und in Eberstadt und Wixhausen dagegen leicht verbessert hat. Im alters-übergreifende Einrichtungen U3 - Ü3 38%alters-übergreifende Einrichtungen von Ü3-Hort14%alters-übergreifende Einrichtungen von U3-Hort13%Ü3-Einrichtungen35% Kernaussage Die Ü3-Versorgungslagen in den Planungsbezirken variieren bei VQ von 64,8% bis 138,1%. 12 Planungsbezirk West allerdings ist eine wesentliche Verschlechterung zu sehen. Von einer Versorgungsquote von 115,4 im Berichtsjahr 2018 ist die Versorgungsquote 2022 auf 96,6 % gesunken. Dies liegt zum einen am Wegfall von 20 Ü3-Plätzen (Waldgruppe der Matthäusgemeinde) im Planungsraum und zum anderen an einer erhöhten Bevölkerungszahl in dieser Altersgruppe. Abb. 10: Betreuung 3-Jähriger bis Schuleintritt – Versorgungslagen in den Stadtteilen 2020 und 2022 (in %) Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung - eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2022 Prämisse des weiteren Ausbaus ist es, die Versorgungslagen in allen Planungsräumen bedarfsgerecht zu gestalten und soweit möglich und notwendig anzugleichen. Dies wird aktuell dokumentiert durch die zahlreichen Ausbauvorhaben, die zu einem deutlichen Platzzugewinn in Eberstadt (Kita „An der Nussbaumallee“) und Stadtmitte (Kita „An der Stadtmauer“) führen werden. Die Vorhaben Eschollbrückerstraße und Moltkestraße tragen zu einer Verbesserung der Versorgungsquote im Stadtteil West bei, haben aber auch als planungsübergreifende Standorte einen Mitversorgungseffekte auf die Stadtmitte. Zur Verbesserung der Versorgung in Wixhausen befinden sich Verwaltung und Träger aktuell in Abstimmung zur Umsetzung kurzfristiger Entlastungen und darüber hinaus langfristig, tragfähiger Lösungen. Abschließend bleibt festzuhalten, dass das Versorgungsziel von stadtweit 105,0% eine Kapazitätsreserve beinhaltet, um vorübergehenden Platzreduzierungen, die bspw. infolge von Inklusionsmaßnahmen notwendig werden können, abzufangen und 121,3138,198,394,7109,7124,364,896,686,8105,30,020,040,060,080,0100,0120,0140,0160,0 13 dennoch eine insgesamt bedarfsgerechte Versorgungssituation zu sichern. 1.3 Betreuungsangebote für Grundschulkinder Als Bezugsgröße zur Ermittlung der Versorgungssituation im Grundschulbereich wird die Anzahl der Grundschüler*innen herangezogen. Dieser wird die Platzressource aus Hort- und Schulkindbetreuungsplätzen gegenübergestellt. Im Schuljahr 2021/22 besuchen 5.418 Schüler*innen eine Darmstädter Grundschule. Im selben Zeitraum standen insgesamt 3.846 Betreuungsplätze für Grundschulkinder zur Verfügung. Zum Stichtag wird somit rechnerisch eine gesamtstädtische Versorgungsquote von rund 70,9%% erreicht. Dies bedeutet einen Anstieg gegenüber dem letzten Berichtsjahr um 2,3%-Punkte. 1.129 der Betreuungsplätze für Grundschüler*innen werden in Horten bereitgestellt (29,4%); 2.717 Plätze (70,6%) bestehen im Rahmen der Schulkindbetreuung bzw. des Paktes für den Nachmittag an Grundschulen und Förderschule mit Grundstufe. Der Ausbau der Schulkindbetreuung geschieht in Darmstadt vorrangig an Schulen unter Federführung des kommunalen Schulamtes und unterstützt durch Landesprogramme wie bspw. dem Pakt für den Nachmittag. Im September 2021 wurde der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder nach intensiven Verhandlungen im Bundestag und Bundesrat beschlossen und wird ab 2026 schrittweise eingeführt. Mit dem Ganztagsförderungsgesetz soll eine Betreuungslücke geschlossen werden, die viele Familien nach der Kita-Zeit mit der Einschulung des Kindes zu überbrücken haben. Ab August 2026 sollen zunächst alle Grundschulkinder der ersten Klassenstufe einen Anspruch erhalten, ganztägig gefördert zu werden. Der Anspruch wird in den Folgejahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Damit hat ab August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen eins bis vier einen Anspruch auf ganztägige Betreuung. Der Rechtsanspruch soll im Achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) geregelt werden und sieht einen Betreuungsumfang von acht Stunden an allen fünf Werktagen vor. Bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs wird der Freiwilligkeit der Inanspruchnahme ebenso Rechnung getragen wie der Vielfalt der Angebote vor Ort. Erfüllt werden kann der Rechtsanspruch sowohl in Horten als auch in offenen und gebundenen Ganztagsschulen. Kernaussage Die Versorgungsquote Schulkindbetreuung liegt bei stadtweit 70,9%. 14 1.4 Ausblick Darmstadt hat in den vergangenen zehn Jahren einen gravierenden Bevölkerungszuwachs und einen immensen Anstieg der Kinderzahlen erfahren. Dieser hat sich zwar seit 2018 u.a. aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen, verlangsamt. Nichtsdestotrotz bedarf es weiterer Ausbauanstrengungen im Bereich U3, da die kommunale Zielquote von 50% stadtweit noch nicht erreicht ist. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass trotz sinkender Geburtenzahlen der tatsächliche Betreuungsbedarf bislang nicht gedeckt ist und tendenziell sogar zunehmen wird. Bundesweite Untersuchungen zeigen zwar, dass der Nachfrage nach Betreuungsplätzen in den Jahren 2020 und 2021 kurzzeitig gesunken ist – mutmaßlich bedingt durch die Corona-Pandemie. Im Jahr 2022 war hingegen wiederum ein steigender Betreuungsbedarf festzustellen (vgl. „Kindertagesbetreuung Kompakt – Ausbaustand und Bedarf 2022“, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2023). Vor allem die wachsende Akzeptanz früher Kinderbetreuung und die Stellung der Wissenschaftsstadt Darmstadt als Zuzugsgebiet von qualifizierten Arbeitskräften, machen einen frühen Wiedereinstieg von Eltern in den Beruf wahrscheinlicher und haben einen weiterhin hohen Bedarf an U3-Plätzen in Darmstadt zur Folge. Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft die Versorgungszielquote in Darmstadt über 50% liegen muss, um die Bedarfe decken zu können. Die Versorgung im Ü3-Bereich kann zwar aktuell als gut beschrieben werden. Allerdings stellt das Nachwachsen der geburtenstarken Jahrgänge hohe Anforderungen an die Betreuungsinfrastruktur. Herausfordernd ist zudem die sehr ungleiche Verteilung der Betreuungsplätze innerhalb des Stadtgebietes, die es sukzessive auszugleichen gilt. Denn gerade für Kinder in diesem Alterssegment ist im Sinne gelingender Übergänge eine wohnortnahe Betreuung anzustreben. Die kommunale Ausbauplanung fußt auf den verfügbaren statistischen und städtebaulichen Kennzahlen und bildet die Grundlage nach der neue Kinderbetreuungsstandorte entstehen und bestehende Einrichtungen (weiter)entwickelt werden. Es handelt sich um eine Rahmenplanung, die kontinuierlich fortgeschrieben wird. Bis Ende 2024 werden aller Voraussicht nach insgesamt 176 U3- Betreuungsplätze und 330 Ü3- Betreuungsplätze hinzukommen, die an insgesamt fünf Standorten entstehen. Es handelt sich hierbei um die Kita „An der Stadtmauer“, die Kita in der Eschollbrücker Straße, die Kita Moltkestraße, die Kita „An der Nussbaumallee“, die Kita in der Lincoln-Siedlung (Baufeld N4). 15 Ab dem Jahr 2025 folgen sukzessive weitere Einrichtungen. Es handelt sich im Wesentlichen um die Kitastandorte in den neu entstehenden Wohnquartieren Ludwigshöhviertel und Marienplatz, sowie Erweiterungen der Kita Regenbogenland und in Eberstadt. 16 2 Exkurs zum Umgang mit dem Fachkäftemangel und Strategien der Fachkräftegewinnung in Darmstadt Bundesweit zeigt sich hinsichtlich der Fachkraftgewinnung in der frühkindlichen Bildung eine schwierige Lage. Auch in den Darmstädter Kinderbetreuungseinrichtungen ist diese Entwicklung insbesondere im Bereich U3 und Ü3 deutlich spürbar. Zum 1. März 2023 erreichen 12,1 % (Quelle: Jährliche Meldung nach § 47 SGB VIII) der Darmstädter Kinderbetreuungseinrichtungen über alle Träger hinweg nicht die gesetzlichen Standards (KiFöG). Der Anteil bei den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen liegt bei 10% (Quelle: Personalberechnung - laufende Statistik). Dies führt zu temporären Einschränkungen im Betrieb (z.B. Reduktion der Öffnungszeiten, temporäre Gruppenschließungen etc.). Zusätzlich gehen Studien davon aus, dass bis 2030 sogar noch weitere Fachkräfte fehlen werden. Grundsätzlich bedeutet dies, sich möglichst frühzeitig und mit kreativen Methoden dieser Herausforderung zu stellen, um Personal für die Bildungsarbeit in der Kinderbetreuung zu gewinnen und zu halten. Fachkräftegewinnung für städtische Kinderbetreuungseinrichtungen: Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat die Arbeit zur Gewinnung von Fachkräften seit einigen Jahren stetig intensiviert. Es wurden verschiedene Wege gewählt, um der aktuell schwierigen Fachkraftsituation zu begegnen. In der Akquise spielen sowohl mediale als auch persönliche Zugänge eine bedeutende Rolle. Dies zeigt sich beispielsweise auf der Internetseite www.darmstadt.de, die im Bereich Karriere eigens für die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen Informationen in Form eines Imagefilms sowie Kita-Profilen vorhält, um Bewerbenden einen Einblick in die Arbeit der Einrichtungen zu geben und auf die aktuellen Stellenbeschreibung hinzuweisen. Diese werden ebenfalls in Soziale Medien geteilt, um so möglichst viele interessierte Fachkräfte zu erreichen. Zusätzlich hat sich die Abteilung Kinderbetreuung seit Herbst 2022 in der Umsetzung einer Fachkräftekampagne erprobt und das Employer Branding der Wissenschaftsstadt Darmstadt weiter ausgestaltet. Dabei sind vier verschiedene Kampagnenmotive mit Verbindung zur Wissenschaftsstadt Darmstadt mit dem zentralen Slogan „Ihre/Seine Zukunft beginnt mit dir“ entwickelt worden, um auf die Beschäftigungsmöglichkeiten in den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen aufmerksam zu machen. Das Kampagnenmotiv ist hierbei über verschiedene öffentlichkeitswirksame Kanäle verbreitet worden, um eine breite Maße an interessierten Fachkräften auf die Stellenangebote in der Kinderbetreuung hinzuweisen. Weitere Verwendung findet das Kampagnenmotiv im November 2023 im Rahmen eines Job-Dating für Kitas in der Lincoln-Siedlung sowie für die Akquise von Kindertagespflegepersonen. 17 Ebenfalls werden weiterhin klassische Methoden der Fachkräftegewinnung genutzt, wie beispielsweise die Information von Nachwuchskräften auf Ausbildungsmessen und von Fachhochschulen durch Mitarbeitende der Abteilung Kinderbetreuung, der Abteilung Interne Verwaltung sowie Kita-Leitungen. Diese etablierte Arbeitsgruppe im Bereich Ausbildung bildet eine Brücke zu den Ausbildungsstätten und setzt auf den direkten Kontakt zu den potentiellen zukünftigen Mitarbeitenden. Trägerübergreifende Kooperation hinsichtlich des Fachkräftemangels: Im Rahmen der trägerübergreifenden Kooperation wird die Thematik Fachkräftemangel ebenfalls gemeinschaftlich erörtert und Strategien zum Umgang mit der Situation erarbeitet. Zuletzt stand hierbei die Fortschreibung der Darmstädter Qualitätsstandards zur Sicherung von besseren Arbeitsbedingungen für Fachkräfte unter Gewährleistung möglichst hoher Bildungsqualität sowie die Entwicklung eines Positionspapiers im Fachausschuss Familie und Betreuung im Vordergrund. Neben der Akquise investiert die Wissenschaftsstadt Darmstadt insbesondere in die Bindung von Mitarbeitenden. Hier stehen andere Schlüsselfaktoren im Fokus wie z.B. der Umgang mit dem Personal im Allgemeinen durch den Träger sowie die Führungskompetenz der Kita-Leitung. Daher ermöglicht die Abteilung Kinderbetreuung seit dem Jahr 2021 den Kita-Leitungen die Teilnahme an Qualifizierungen zum Erwerb von Führungs- und Leitungskompetenzen. Gleichermaßen steht Fachkräften ein breites Feld an Fortbildungsmöglichkeiten, welche durch die Fachberatungen organisiert werden, zur Verfügung. Viele weitere Aspekte, wie die Tariferhöhung und die Vorteile einer Beschäftigung bei der Stadt intendieren auf diesem Weg eine Erhöhung der Bereitschaft zur Beschäftigung in der Kinderbetreuung. Dieses Gesamtpaket muss immer weiter ausgebaut werden. Nur mit einer Vielfalt an Angeboten und Ansätzen ist es möglich, der schwierigen Arbeitsmarksituation zu begegnen, um sicherzustellen, dass Fachkräfte einen attraktiven Arbeitsplatz vorfinden und insbesondere Kinder und ihre Familie qualitative Bildungsangebote in Anspruch nehmen können. 18 Anhang Anlage I: U3 – Versorgungslagen in den Planungsgebieten Anlage II: Ü3 – Versorgungslagen in den Planungsgebieten 19 Anlage I: U3 – Versorgungslagen in den Planungsgebieten (Stichtag: 31.12.2022) Betreuung von unter 3jährigen Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege Planungsbezirk 0 - unter 3jährige gesamt Plätze (absolut) Quoten (in %) davon: Krippe davon: Tagespflege Versorgungsquote (VQ) Anteil: Tageseinrichtungen Anteil: Tagespflege 100 DA-MITTE 509 177 152 25 35,4 85,9 14,1 200 DA-NORD 925 449 392 57 48,3 87,3 12,7 300 DA-OST 358 149 106 43 41,6 71,1 28,9 400 DA-BESSUNGEN 452 244 229 15 54,0 93,9 6,1 500 DA-WEST 565 285 232 53 50,4 81,4 18,6 Darmstadt-Innenstadt 2.809 1.304 1.111 193 49,5 85,2 14,8 600 DA-ARHEILGEN 476 267 200 67 56,1 74,9 25,1 700 DA-EBERSTADT 649 245 142 103 37,8 58,0 42,0 800- DA-WIXHAUSEN 212 83 53 30 39,2 63,9 36,1 900 DA- KRANICHSTEIN 388 163 123 40 42,0 75,5 24,5 Darmstadt- Außenbezirke 1.725 758 518 240 43,9 68,3 31,7 Stadtgebiet insgesamt 4.534 2.062 1.629 433 45,5 79,0 21,0 20 Anlage II: Ü3 – Versorgungslagen in den Planungsgebieten (Stichtag: 31.12.2022) Betreuung von 3 - 6,5jährigen Kindern in Tageseinrichtungen Planungsbezirk 3 - 6,5 Jährige Plätze (absolut) Versorgungsquote (VQ) 100 DA-MITTE 469 304 64,8 200 DA-NORD 1.043 1.144 109,7 300 DA-OST 362 450 124,3 400 DA-BESSUNGEN 575 794 138,1 500 DA-WEST 677 654 96,6 Darmstadt-Innenstadt 3.126 3.346 107,0 600 DA-ARHEILGEN 657 797 121,3 700 DA-EBERSTADT 871 856 98,3 800 DA-WIXHAUSEN 234 203 86,8 900 DA-KRANICHSTEIN 513 486 94,7 Darmstadt- Außenbezirke 2.275 2.342 102,9 Darmstadt gesamt 5.401 5.688 105,3
Beratungsverlauf (2)
Orte (3)
- Moltkestraße
- Eschollbrücker Straße
- Nußbaumallee
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2023/0374
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 06.11.2023
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00