V/0620/2013
Antrag der SPD-Fraktion an den Rat A-R/0038/2013 "Wohnen muss bezahlbar sein - Luxusmodernisierungen verhindern, neue Möglichkeiten im Bestand suchen"
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Anlage_Vorlage_620_2013
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0038/2013 Bahnhofstraße 9 48143 Münster Tel. (0251) 45 314 Fax (0251) 511 750 www.spd-muenster.de Wohnen muss bezahlbar sein. Luxusmodernisierungen verhindern, neue Möglichkeiten im Bestand suchen Der Rat möge beschließen: 1. Milieuschutzsatzung Die Verwaltung wird beauftragt, dem Rat Milieuschutzsatzungen gem. §172 BauGB zum Beschluss vorzulegen, mit denen der massive Mietpreis-Anstieg gebremst und die Verdrängung einzelner Bevölkerungsgruppen gestoppt werden soll. Bei der Prüfung in Frage kommender Geltungsbereiche sollen u.a. das Süd- und Hansaviertel betrachtet werden. 2. Aus Büroraum wird Wohnraum Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, wo leer stehende Büro- oder Gewerbeflächen in Wohnraum umgewandelt werden können. 3. Bindung verlängern Die Verwaltung wird beauftragt, mit den Eigentümern von preisgebundenen Wohnungen, deren Bindungsfrist in Kürze ausläuft, in Gespräche über eine Verlängerung der Preisbindung einzutreten. Den zuständigen städtischen Gremien ist auf dieser Grundlage vorzustellen und zur Entscheidung vorzulegen, wie und in welchem Umfang dieses Instrument der Mietpreisbindung zum Einsatz kommen kann. 4. Zweckentfremdung verhindern Die Verwaltung wird beauftragt, der Zweckentfremdung von Wohnraum durch langen Leerstand oder Umwandlung in Büro- oder Gewerbeflächen zu verhindern und dafür die Möglichkeiten der Zweckentfremdungsverordnung aktiv zu nutzen. Begründung: Münsters Wohnungsmarkt ist für immer mehr Menschen eine große Belastung. Die überdurch- schnittlich stark steigenden Mieten führen dazu, dass ein immer größerer Anteil am verfügbaren Einkommen für das Wohnen aufgewendet werden muss. Die Belastungsgrenze ist für viele Haushalte erreicht. Bei einer weiteren Fortsetzung des Trends extrem steigender Mieten wird es zu Verdrängungen von Münsteranerinnen und Münsteranern unterer und mittlerer Einkommensgruppen insbesondere in den stadtnahen Quartieren kommen. Diese Verdrängungseffekte hätten nachhaltige soziale wie städtebauliche Missstände zur Folge. Darum ist die Stadt Münster gefordert, die ihr zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um Einfluss zu nehmen und den Verdrängungstendenzen zu begegnen. 02.07.2013 2 Neben dem Neubau von Wohnungen, der Beachtung von Preisniveaus im Wohnungsneubau und den notwendigen Unterstützungen durch zusätzliche bundesgesetzliche Regelungen („Mietpreisbremse“) sind auch im Wohnungsbestand Maßnahmen möglich, als Stadt preisdämpfend auf den Wohnungsmarkt einzuwirken: • Mit Milieuschutzsatzungen sollen die schädlichen F olgen von Gentrifizierungsprozessen verhindert werden. Luxussanierungen haben zur Folge, dass einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen die betroffenen Viertel verlassen müssen. Um dies zu verhindern soll die Verwaltung das städtebauliche Instrument der Milieuschutzsatzung ergreifen und zeitnah dem Rat zur Beschlussfassung vorlegen. • Darüber hinaus ist zu prüfen, inwieweit zusätzlich er Wohnraum dadurch entstehen kann, dass nicht vermietete Büro- oder Gewerbegebäude umgenutzt werden. • „Strategische Leerstände“, wie beispielsweise am H iltruper Bahnhof über dem ALDI- Markt, sind nicht akzeptabel. Das Land NRW ermöglicht es der Stadt Münster mit der Zweckentfremdungsverordnung dagegen vorzugehen. Dieses Instrument soll die Stadtverwaltung offensiv nutzen. • In den nächsten Jahren werden viele Mietpreisbindu ngen im sozialen Wohnungsbau auslaufen. Die Verwaltung soll der Politik aufzeigen, inwieweit eine Verlängerung der Preisbindung geeignet ist, nachhaltig für mehr günstigen Wohnraum zu sorgen. Münster braucht eine Wende auf dem Wohnungsmarkt. Die explodierenden Mietpreise sind eines der drängendsten Probleme für die Menschen in der Stadt. Die Stadt Münster muss daher alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um dem Problem zu begegnen. Dr. Michael Jung Ralf Hubert Friedhelm Schade Dr. Fritz Baur Mathias Kersting A nne Schulze Wintzler Stephan Brinktrine Marianne Koch Petra Seyfferth Thomas Fastermann Gaby Kubig -Steltig Beate Vilhjalmsson Philipp Gabriel Doris Lammert Holger Wigger Beanka Ganser Robert von Olberg Mar ia Winkel Anne Hakenes Kurt Pölling
Beschlussvorlage
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V/0620/2013 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Wohnungswesen Betrifft Antrag der SPD-Fraktion an den Rat A-R/0038/2013 "Wohnen muss bezahlbar sein - Luxusmodernisierungen verhindern, neue Möglichkeiten im Bestand suchen" Beratungsfolge 25.09.2013 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Antrag der SPD-Fraktion an den Rat-Nr.: A-R/0038/2013 „Wohnen muss bezahlbar sein - Luxusmodernisierungen verhindern, neue Möglichkeiten im Bestand suchen“ wird im Rahmen der Fortschreibung des Handlungsprogramms Wohnen in Form des „Kommunalen Handlungs- konzeptes Wohnen“ der Stadt Münster berücksichtigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Durch den vorstehenden Beschlussvorschlag entstehen der Stadt Münster unmittelbar keine Kosten. Begründung: Der Antrag der SPD-Fraktion an den Rat-Nr.: A-R/0038/2013 wurde in der Ratssitzung am 10.07.2013 an den Hauptausschuss verwiesen. Der Antrag wird – wie andere bereits vorliegende Anträge zum Themenfeld „Wohnen in Münster“ – im Rahmen der laufenden Bearbeitung des „Kommunalen Handlungskonzeptes Wohnen“ der Stadt Münster aufgegriffen und berücksichtigt. i. V. Paal Vorlagen-Nr.: V/0620/2013 Auskunft erteilt: Frau Regenitter Ruf: 492 64 00 E-Mail: RegenitterG@stadt-muenster.de Datum: 15.08.2013 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0620/2013 Stadtrat Anlage: Antrag der SPD-Fraktion an den Rat-Nr.: A-R/0038/2013
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0620/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 26.08.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37