2020/0279
Paliplatz, Neugestaltung und Aufwertung der öffentlichen Platzfläche, Errichtung von überdachten Fahrradabstellanlagen
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# B V N C F T U B O E # B V N
C M F J C F O F S I B M U F O
# B V N
7 F S Q ø B O [ V O H
# B V N
F O U G B M M F O
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7 F S Q ø B O [ V O H Q S à G F O
anlage 7
276 Zeichen
Punkt 8: Paliplatz, Neugestaltung und Aufwertung der öffentlichen Platzfläche, Errichtung von überdachten Fahrradabstellanlagen (V-Nr. 2020/0279) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Gegenstimmen: SPD, AfD, FDP und UWIGA
anlage 5
12488 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
23.09.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat V
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 65 66
III 61
IV V 67
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0279
Magistratsbeschluss-Nr.
274
Internetfähig
Produkt-Nr.: 541010
Kostenstelle: 066-100-1000 Investitionsnummer: 13066-6119
Kostenträger: 5410-11 Sachkonto: 0952010
Betreff: Paliplatz, Neugestaltung und Aufwertung der öffentlichen Platzfläche, Errichtung von
überdachten Fahrradabstellanlagen
Vorlage vom: 18.09.2020
Beschlussvorschlag:
1. Der Umgestaltung/Umstrukturierung der Platz - und Verkehrsflächen, mit Ausweisung des
südlichen Teilbereichs als "Fußgängerzone" und überwiegender Nutzung als
Fahrradabstellanlage sowie dem Erhalt von je drei Kurzzeit - und Behindertenparkplätzen
für den motorisierten Individualverkehr, wird zugestimmt.
2. Der Magistrat wird beauftragt, die erforderlichen Planungsleistungen der Leistungsphase
3 (Entwurfsplanung und Kostenberechnung) zu veranlassen. Die benötigten Mittel stehen
unter der Investitionsnummer 13066 -6119, Kostenstelle: 066-100-1000 zur Verfügung.
- 3 -
Anlagen: Anlage 1_Vorentwurfsplanung
Anlage 2_Visualisierung
Anlage 3_Bestandsbäume
Anlage 4_Kosten
Datenschutzrelevante Anlage: Anlage 4
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 30.09.2020
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 18.09.2020
Rahmenbedingung
Jahrzehntelang wurde der motorisierte Individualverkehr bei der Aufteilung von
Verkehrsflächen gegenüber den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes begünstigt. Die
Notwendigkeit einer Verkehrswende ist inzwischen bundesweit unbestritten und dringend
erforderlich. Dazu gehören neben dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs auch die
Verbesserung der Bedingungen des fließenden und ruhenden Radverkehrs sowie die
Verbesserung der Bedingungen der zu Fuß Gehenden.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich zum Ziel gesetzt, den Radverkehr gezielt zu fördern
und den Radverkehrsanteil deutlich zu erhöhen. Im Juni 2019 wurde daher die "Radstrategie
Darmstadt" beschlossen (MV 2019/0157). Ziel ist die Entwicklung Darmstadts zu einer
fahrradfreundlichen Stadt mit sicherer und einladender Fahrradinfrastruktur. Dies bedingt
Flächenverschiebungen bzw. Neuordnungen des öffentlichen Raumes zu Gunsten der Rad- und
Fußgängermobilität. Neben guten Radverkehrsanbindungen sind professionelle Abstellanlagen
unabdingbare Voraussetzung, um die Radmobilität gezielt zu fördern.
Lage
Der Platz liegt am Rande der Darmstädter Innenstadt und wird im Norden durch die
Zeughausstraße und im Westen durch die Schleiermacherstraße begrenzt. Bei den
Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Darmstadt ist er auf Grund des gleichnamigen Kinos als
„Paliplatz“ bekannt.
Ziele
Der Innenstadt kommt als Arbeits-, Einkaufs- und Freizeitstandort eine besondere Bedeutung
hinsichtlich der Erreichbarkeit zu. Eine Untersuchung des Büros Stete-Planung
"Fahrradabstellanlagen in der Darmstädter Innenstadt stellt ein Defizit von Abstellanlagen in
der Innenstadt fest und weist den Paliplatz grundsätzlich als geeigneten großflächigen
Fahrrad-Abstellplatz aus. Denn der Paliplatz liegt an einer wichtigen Verbindung zwischen der
Innenstadt und den nördlichen Wohnquartieren. Eine alternative Fläche vergleichbarer Größe,
Qualität, Lage, und Verfügbarkeit ist im Bereich der Innenstadt nicht vorhanden.
Obwohl das Areal Teil der Darmstädter Innenstadt ist, wirkt es atmosphärisch wie ein Hinterhof
der Innenstadt. Daher ist eine Aufwertung zu einem multifunktionalen Platz und als würdiges
Entrée in die lebendige Innenstadt geboten.
Der Paliplatz liegt innerhalb des Bebauungsplanes M 19.1 aus dem Jahr 2005. In der
Begründung zu diesem Bebauungsplan wurde bereits eine perspektivische Nutzung des
Platzes für Fahrradabstellanlagen beschrieben. Da zum damaligen Zeitpunkt weder ein
Radkonzept noch eine konkrete Planung für die Platzfläche vorlagen, wurde die Festsetzung
des öffentlichen Parkplatzes aus dem vorhergegangenen Bebauungsplan M 19 übernommen.
Die Umsetzung einer überwiegenden Nutzung als Fahrradabstellplatz und Aufenthaltsfläche für
Bürgerinnen und Bürger erfordert somit eine Änderung des Bebauungsplans M 19.1. Die
entsprechende Beschlussvorlage befindet sich in Vorbereitung.
Machbarkeitsstudie
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich im Jahr 2016 mit einem integrierten Konzept zur
Förderung des Radverkehrs erfolgreich beim Bundeswettbewerb "Klimaschutz im Radverkehr"
- 5 -
beworben. Schon das 2017 beschlossene Förderprojekt "Lincoln-by-bike" setzte sich aus
verschiedenen Bausteinen zusammen, u.a. der Erstellung einer zentralen Fahrradabstellanlage
in der Innenstadt mit ca. 300 sicheren Fahrradabstellplätzen. Daher wurde das Büro
netzwerkarchitekten im August 2018 mit der Entwurfsplanung zur Errichtung von
Fahrradabstellplätzen auf dem Paliplatz beauftragt. Gleichzeitig sollte der Platz städtebaulich
aufgewertet werden und eine höhere Aufenthaltsqualität erhalten. Ziel der damaligen Planung
war es, möglichst viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zur Verfügung zu stellen.
Das Büro netzwerkarchitekten erarbeitete daraufhin drei Varianten. Auf Grund der engen
zeitlichen Vorgaben des Fördergebers sowie der durch das Programm geforderten Anzahl
möglicher Fahrradabstellplätze entschied sich der Magistrat für die Weiterverfolgung der
Variante mit einem automatisierten Fahrradparkturm.
Der Entwurf des Fahrradparkturms führte zu ablehnenden Reaktionen in der Bevölkerung,
insbesondere bei den Anliegern des Paliplatzes. Die am häufigsten genannten Bedenken
bezogen sich auf:
- die Architektur des Fahrradparkturms (Höhe, Optik, Lärm, Verschattung)
- den vollständigen Wegfall der Kurzzeitparkplätze
- den Entfall der Befahrbarkeit des Platzes im Sinne von "kiss and ride"
- die vermeintlich erschwerte Andienung der umliegenden Gebäude und Geschäfte im
Allgemeinen
- die Funktionalität der Zufahrten zu den anliegenden Privatgrundstücken
Die Vorlage MV 2018/0279 zur Umsetzung des Fahrradparkturmes wurde daher durch den
Magistrat zurückgezogen.
In die neue Planung für den Paliplatz sind die damals vorgetragenen Anregungen eingegangen.
Insbesondere soll eine, wenn auch gegenüber dem Ist-Zustand niedrigere Anzahl an PKW- und
Behindertenstellplätzen angeboten und die Befahrbarkeit im Sinne des "kiss and ride-Prinzipes"
ermöglicht werden.
Entwurf (s. Anlage 1 und 2)
Der Paliplatz wird zu Gunsten des nicht-motorisierten Individualverkehrs neu gegliedert und in
mehrere Funktionsbereiche aufgeteilt. Der innenliegende Teil der Platzfläche soll künftig
überwiegend als Fahrradabstellanlage genutzt werden und auch zum Aufenthalt einladen. Die
äußeren, den Fassaden zugewandten Flächen dienen der Erschließung sowie der Ver- und
Entsorgung der anliegenden Grundstücke und können im nördlichen Teilbereich des Platzes als
"Kiss-and-Ride"-Möglichkeit genutzt werden. Die Ver- und Entsorgung sowie die Erreichbarkeit
der Grundstücke sind somit unverändert gewährleistet.
Im nördlichen Teilbereich des Platzes, südlich der Zeughausstraße ist eine Fläche mit je drei
Kurzzeit- und drei Behindertenstellplätzen für Kraftfahrzeuge vorgesehen. Darüber hinaus
sollen hier auch nach Möglichkeit Abstellplätze für Motorräder geschaffen werden. Hier gelten
die Verkehrsregeln für "Verkehrsberuhigte Bereiche nach StVO".
Der südliche Teilbereich soll als Fußgängerzone ausgewiesen werden. Künftig sind hier nur
noch Rettungsfahrzeuge, EAD und Andienungsverkehre zufahrtsberechtigt.
In der Mitte des Platzes werden die Abstellflächen der Fahrräder von einem begrünten Dach
beschirmt, das auf filigranen, an Bäume erinnernden Stahlstützen ruht. Bei der Gestaltung
dieser "grünen Mitte" liegt der Schwerpunkt auf dem Erhalt und der Ergänzung des
vorhandenen Baumbestandes. Hier sollen Abstellmöglichkeiten für rund 80 Fahrräder an
Anlehnbügeln geschaffen werden. Auch das Abstellen von Lastenrädern soll hier ebenso wie
das Laden von E-Bikes und Pedelecs ermöglicht werden.
- 6 -
Darüber hinaus werden abschließbare Aufbewahrungsfächer angeboten. Dach und Bäume
erzeugen qualitätsvolle Schattenplätze, Sitzbänke ermöglichen einen nicht kommerziellen
Aufenthalt. Die Beleuchtung von Dach und Bäumen sorgt für ein interessantes Lichtspiel. Der
Anprallschutz der Dachkanten erfolgt über Stahlpoller auf der Platzfläche.
Baumstandorte (s. Anlage 3)
Ziel ist die Schaffung eines innerstädtischen Platzes mit einem hohen Grünanteil. Der
Baumbestand soll soweit wie möglich erhalten und ergänzt werden. Auf Grund verkehrlicher
und brandschutzrechtlicher Vorgaben können nicht alle Bestandsbäume erhalten bleiben. Bei
Bäumen, die nicht erhalten werden können, jedoch vital sind, ist eine Umpflanzung auf dem
Platz zu prüfen und zu priorisieren. Da der Paliplatz nicht durch verkehrliche Anlagen
unterbaut ist, bietet sich hier die Möglichkeit, Baumpflanzungen mit großzügigen
Baumscheiben vorzunehmen. Für die verbleibenden Bestandsbäume sind Pflegemaßnahmen
mit Substrataustausch und eine Vergrößerung der Baumscheiben vorgesehen.
Als Neupflanzungen wird die Pflanzung von Säulen-Hainbuchen (Carpinus betulus ´Frans
Fontaine´), Stammumfang 20/25, die den Neupflanzungen aus jüngerer Vergangenheit
entsprechen, favorisiert.
Materialien
Für den Platzbelag in der Mitte, unterhalb des Daches ist als Belag ein schmales Plattenformat
vorgesehen. Er wird mit offenen Rasenfugen ausgeführt, so dass hier trotz der Abstellfunktion
Grünfläche und unversiegelte Fläche gewonnen werden, in die anfallendes Niederschlagswasser
versickert. Auch das überschüssige Regenwasser der extensiv begrünten Dachfläche wird hier
eingeleitet.
Der Belag entlang der Bebauung soll in Anlehnung an die bereits verbauten, großformatigen
Natursteinplatten auf dem Friedensplatz hergestellt werden. Dies soll soweit möglich auch auf
dem nördlichen Teilbereich des Platzes ("kiss and ride-Zone") erfolgen.
Barrierefreiheit
Grundsätzlich soll der Platz schwellenfrei ausgeführt werden. Hochbordsteine sollen vermie-
den werden. Die detaillierte Umsetzung der Barrierefreiheit befindet sich in Abstimmung
mit dem CBF und wird in der Entwurfsplanung weiter fortgeschrieben. Der vorgesehene
Natursteinbelag entlang der Bebauung ist erschütterungsarm.
Förderprogramm
Die Planung wurde frühzeitig bei hessen.mobil vorgestellt. Dort wurde der Vorentwurf positiv
aufgenommen und eine grundsätzliche Fördermöglichkeit in Aussicht gestellt.
Beteiligung
Am 26.08.2020 wurde eine Informationsveranstaltung für die unmittelbar betroffenen
Anliegerinnen und Anlieger durchgeführt. Die überarbeitete Planung ist bei den Teilnehmenden
auf breite Zustimmung gestoßen und wurde begrüßt.
Grundsätzlicher Bauablauf
Der an der westlichen Seite des Paliplatzes verlaufende Kanal muss erneuert werden. Ziel ist
es, die Umgestaltung des Platzes sowie die Errichtung der überdachten Fahrradabstellanlage
unmittelbar im Anschluss an die Kanalarbeiten auszuführen.
Die Federführung der Tiefbaumaßnahmen liegt beim Mobilitätsamt; die Projektleitung der
Hochbaumaßnahme wird vom Eigenbetrieb IDA übernommen.
Kosten und Finanzierung (s. Anlage 4)
Die voraussichtlichen Herstellungskosten wurden in Form der Baukostenschätzung im Rahmen
der Vorplanung kalkuliert. Diese sind als datenschutzrelevante Anlage detailliert aufgeführt. Die
Kosten werden durch die weiterführenden Planungen fortgeschrieben und konkretisiert.
Die nicht datenschutzrelevanten Anlagen werden zu den Sitzungsterminen, sofern dies in der
aktuellen Lage möglich ist, in Originalgröße ausgehängt bzw. -gelegt.
Dezernat I Dezernat III
.............................. ..............................
Jochen Partsch Dr. Barbara Boczek
Oberbürgermeister Stadträtin
Dezernat IV Dezernat V
.............................. ..............................
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
anlage 6
287 Zeichen
Punkt 4: Paliplatz, Neugestaltung und Aufwertung der öffentlichen Platzfläche, Errichtung von überdachten Fahrradabstellanlagen (V-Nr. 2020/0279) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Gegenstimmen: Fraktionen SPD, AfD, FDP und UWIGA
anlage 2
45 Zeichen
$ Q O D J H ] X 0 9
2020/0279
12431 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
23.09.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlu ng
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat V
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassu ng Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0279
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 541010
Kostenstelle: 066-100-1000 Investitionsnummer: 13066-6119
Kostenträger: 5410-11 Sachkonto: 0952010
Betreff: Paliplatz, Neugestaltung und Aufwertung der öffentlichen Platzfläche, Errichtung von
überdachten Fahrradabstellanlagen
Vorlage vom: 18.09.2020
Beschlussvorschlag :
1. Der Umgestaltung/Umstrukturierung der Platz - und Verkehrsflächen, mit Ausweisung des
südlichen Teilbereichs als "Fußgängerzone" und überwiegender Nutzung als
Fahrradabstellanlage sowie dem Erhalt von je drei Kurzzeit - und Behindertenparkplätzen
für den motorisierten Individualverkehr, wird zugestimmt.
2. Der Magistrat wird beau ftragt, die erforderlichen Planungsleistungen der Leistungsphase
3 (Entwurfsplanung und Kostenberechnung) zu veranlassen. Die benötigten Mittel stehen
unter der Investitionsnummer 13066 -6119, Kostenstelle: 066 -100-1000 zur Verfügung.
Anlagen: Anlage 1_Vorentwurfsplanung
Anlage 2_Visualisierung
Anlage 3_Bestandsbäume
Anlage 4_Kosten
- 2 -
Datenschutzrelevante Anlage: Anlage 4
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 18.09.2020
Rahmenbedingung
Jahrzehntelang wurde der motorisierte Individualverkehr bei der Aufteilung von
Verkehrsflächen gegenüber den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes begünstigt. Die
Notwendigkeit einer Verkehrswende ist inzwischen bundesweit unbestritten und dringend
erforderlich. Dazu gehören neben dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs auch die
Verbesserung der Bedingungen des fließenden und ruhenden Radverkehrs sowie die
Verbesserung der Bedingungen der zu Fuß Gehenden.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich zum Ziel gesetzt, den Radverkehr gezielt zu fördern
und den Radverkehrsanteil deutlich zu erhöhen. Im Juni 2019 wurde daher die "Radstrategie
Darmstadt" beschlossen (MV 2019/0157). Ziel ist die Entwicklung Darmstadts zu einer
fahrradfreundlichen Stadt mit sicherer und einladender Fahrradinfrastruktur. Dies bedingt
Flächenverschiebungen bzw. Neuordnungen des öffentlichen Raumes zu Gunsten der Rad- und
Fußgängermobilität. Neben guten Radverkehrsanbindungen sind professionelle Abstellanlagen
unabdingbare Voraussetzung, um die Radmobilität gezielt zu fördern.
Lage
Der Platz liegt am Rande der Darmstädter Innenstadt und wird im Norden durch die
Zeughausstraße und im Westen durch die Schleiermacherstraße begrenzt. Bei den
Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Darmstadt ist er auf Grund des gleichnamigen Kinos als
„Paliplatz“ bekannt.
Ziele
Der Innenstadt kommt als Arbeits-, Einkaufs- und Freizeitstandort eine besondere Bedeutung
hinsichtlich der Erreichbarkeit zu. Eine Untersuchung des Büros Stete-Planung
"Fahrradabstellanlagen in der Darmstädter Innenstadt stellt ein Defizit von Abstellanlagen in
der Innenstadt fest und weist den Paliplatz grundsätzlich als geeigneten großflächigen
Fahrrad-Abstellplatz aus. Denn der Paliplatz liegt an einer wichtigen Verbindung zwischen der
Innenstadt und den nördlichen Wohnquartieren. Eine alternative Fläche vergleichbarer Größe,
Qualität, Lage, und Verfügbarkeit ist im Bereich der Innenstadt nicht vorhanden.
Obwohl das Areal Teil der Darmstädter Innenstadt ist, wirkt es atmosphärisch wie ein Hinterhof
der Innenstadt. Daher ist eine Aufwertung zu einem multifunktionalen Platz und als würdiges
Entrée in die lebendige Innenstadt geboten.
Der Paliplatz liegt innerhalb des Bebauungsplanes M 19.1 aus dem Jahr 2005. In der
Begründung zu diesem Bebauungsplan wurde bereits eine perspektivische Nutzung des
Platzes für Fahrradabstellanlagen beschrieben. Da zum damaligen Zeitpunkt weder ein
Radkonzept noch eine konkrete Planung für die Platzfläche vorlagen, wurde die Festsetzung
des öffentlichen Parkplatzes aus dem vorhergegangenen Bebauungsplan M 19 übernommen.
Die Umsetzung einer überwiegenden Nutzung als Fahrradabstellplatz und Aufenthaltsfläche für
Bürgerinnen und Bürger erfordert somit eine Änderung des Bebauungsplans M 19.1. Die
entsprechende Beschlussvorlage befindet sich in Vorbereitung.
Machbarkeitsstudie
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich im Jahr 2016 mit einem integrierten Konzept zur
Förderung des Radverkehrs erfolgreich beim Bundeswettbewerb "Klimaschutz im Radverkehr"
beworben. Schon das 2017 beschlossene Förderprojekt "Lincoln-by-bike" setzte sich aus
- 4 -
verschiedenen Bausteinen zusammen, u.a. der Erstellung einer zentralen Fahrradabstellanlage
in der Innenstadt mit ca. 300 sicheren Fahrradabstellplätzen. Daher wurde das Büro
netzwerkarchitekten im August 2018 mit der Entwurfsplanung zur Errichtung von
Fahrradabstellplätzen auf dem Paliplatz beauftragt. Gleichzeitig sollte der Platz städtebaulich
aufgewertet werden und eine höhere Aufenthaltsqualität erhalten. Ziel der damaligen Planung
war es, möglichst viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zur Verfügung zu stellen.
Das Büro netzwerkarchitekten erarbeitete daraufhin drei Varianten. Auf Grund der engen
zeitlichen Vorgaben des Fördergebers sowie der durch das Programm geforderten Anzahl
möglicher Fahrradabstellplätze entschied sich der Magistrat für die Weiterverfolgung der
Variante mit einem automatisierten Fahrradparkturm.
Der Entwurf des Fahrradparkturms führte zu ablehnenden Reaktionen in der Bevölkerung,
insbesondere bei den Anliegern des Paliplatzes. Die am häufigsten genannten Bedenken
bezogen sich auf:
- die Architektur des Fahrradparkturms (Höhe, Optik, Lärm, Verschattung)
- den vollständigen Wegfall der Kurzzeitparkplätze
- den Entfall der Befahrbarkeit des Platzes im Sinne von "kiss and ride"
- die vermeintlich erschwerte Andienung der umliegenden Gebäude und Geschäfte im
Allgemeinen
- die Funktionalität der Zufahrten zu den anliegenden Privatgrundstücken
Die Vorlage MV 2018/0279 zur Umsetzung des Fahrradparkturmes wurde daher durch den
Magistrat zurückgezogen.
In die neue Planung für den Paliplatz sind die damals vorgetragenen Anregungen eingegangen.
Insbesondere soll eine, wenn auch gegenüber dem Ist-Zustand niedrigere Anzahl an PKW- und
Behindertenstellplätzen angeboten und die Befahrbarkeit im Sinne des "kiss and ride-Prinzipes"
ermöglicht werden.
Entwurf (s. Anlage 1 und 2)
Der Paliplatz wird zu Gunsten des nicht-motorisierten Individualverkehrs neu gegliedert und in
mehrere Funktionsbereiche aufgeteilt. Der innenliegende Teil der Platzfläche soll künftig
überwiegend als Fahrradabstellanlage genutzt werden und auch zum Aufenthalt einladen. Die
äußeren, den Fassaden zugewandten Flächen dienen der Erschließung sowie der Ver- und
Entsorgung der anliegenden Grundstücke und können im nördlichen Teilbereich des Platzes als
"Kiss-and-Ride"-Möglichkeit genutzt werden. Die Ver- und Entsorgung sowie die Erreichbarkeit
der Grundstücke sind somit unverändert gewährleistet.
Im nördlichen Teilbereich des Platzes, südlich der Zeughausstraße ist eine Fläche mit je drei
Kurzzeit- und drei Behindertenstellplätzen für Kraftfahrzeuge vorgesehen. Darüber hinaus
sollen hier auch nach Möglichkeit Abstellplätze für Motorräder geschaffen werden. Hier gelten
die Verkehrsregeln für "Verkehrsberuhigte Bereiche nach StVO".
Der südliche Teilbereich soll als Fußgängerzone ausgewiesen werden. Künftig sind hier nur
noch Rettungsfahrzeuge, EAD und Andienungsverkehre zufahrtsberechtigt.
In der Mitte des Platzes werden die Abstellflächen der Fahrräder von einem begrünten Dach
beschirmt, das auf filigranen, an Bäume erinnernden Stahlstützen ruht. Bei der Gestaltung
dieser "grünen Mitte" liegt der Schwerpunkt auf dem Erhalt und der Ergänzung des
vorhandenen Baumbestandes. Hier sollen Abstellmöglichkeiten für rund 80 Fahrräder an
Anlehnbügeln geschaffen werden. Auch das Abstellen von Lastenrädern soll hier ebenso wie
das Laden von E-Bikes und Pedelecs ermöglicht werden.
- 5 -
Darüber hinaus werden abschließbare Aufbewahrungsfächer angeboten. Dach und Bäume
erzeugen qualitätsvolle Schattenplätze, Sitzbänke ermöglichen einen nicht kommerziellen
Aufenthalt. Die Beleuchtung von Dach und Bäumen sorgt für ein interessantes Lichtspiel. Der
Anprallschutz der Dachkanten erfolgt über Stahlpoller auf der Platzfläche.
Baumstandorte (s. Anlage 3)
Ziel ist die Schaffung eines innerstädtischen Platzes mit einem hohen Grünanteil. Der
Baumbestand soll soweit wie möglich erhalten und ergänzt werden. Auf Grund verkehrlicher
und brandschutzrechtlicher Vorgaben können nicht alle Bestandsbäume erhalten bleiben. Bei
Bäumen, die nicht erhalten werden können, jedoch vital sind, ist eine Umpflanzung auf dem
Platz zu prüfen und zu priorisieren. Da der Paliplatz nicht durch verkehrliche Anlagen
unterbaut ist, bietet sich hier die Möglichkeit, Baumpflanzungen mit großzügigen
Baumscheiben vorzunehmen. Für die verbleibenden Bestandsbäume sind Pflegemaßnahmen
mit Substrataustausch und eine Vergrößerung der Baumscheiben vorgesehen.
Als Neupflanzungen wird die Pflanzung von Säulen-Hainbuchen (Carpinus betulus ´Frans
Fontaine´), Stammumfang 20/25, die den Neupflanzungen aus jüngerer Vergangenheit
entsprechen, favorisiert.
Materialien
Für den Platzbelag in der Mitte, unterhalb des Daches ist als Belag ein schmales Plattenformat
vorgesehen. Er wird mit offenen Rasenfugen ausgeführt, so dass hier trotz der Abstellfunktion
Grünfläche und unversiegelte Fläche gewonnen werden, in die anfallendes Niederschlagswasser
versickert. Auch das überschüssige Regenwasser der extensiv begrünten Dachfläche wird hier
eingeleitet.
Der Belag entlang der Bebauung soll in Anlehnung an die bereits verbauten, großformatigen
Natursteinplatten auf dem Friedensplatz hergestellt werden. Dies soll soweit möglich auch auf
dem nördlichen Teilbereich des Platzes ("kiss and ride-Zone") erfolgen.
Barrierefreiheit
Grundsätzlich soll der Platz schwellenfrei ausgeführt werden. Hochbordsteine sollen vermie-
den werden. Die detaillierte Umsetzung der Barrierefreiheit befindet sich in Abstimmung
mit dem CBF und wird in der Entwurfsplanung weiter fortgeschrieben. Der vorgesehene
Natursteinbelag entlang der Bebauung ist erschütterungsarm.
Förderprogramm
Die Planung wurde frühzeitig bei hessen.mobil vorgestellt. Dort wurde der Vorentwurf positiv
aufgenommen und eine grundsätzliche Fördermöglichkeit in Aussicht gestellt.
Beteiligung
Am 26.08.2020 wurde eine Informationsveranstaltung für die unmittelbar betroffenen
Anliegerinnen und Anlieger durchgeführt. Die überarbeitete Planung ist bei den Teilnehmenden
auf breite Zustimmung gestoßen und wurde begrüßt.
- 6 -
Grundsätzlicher Bauablauf
Der an der westlichen Seite des Paliplatzes verlaufende Kanal muss erneuert werden. Ziel ist
es, die Umgestaltung des Platzes sowie die Errichtung der überdachten Fahrradabstellanlage
unmittelbar im Anschluss an die Kanalarbeiten auszuführen.
Die Federführung der Tiefbaumaßnahmen liegt beim Mobilitätsamt; die Projektleitung der
Hochbaumaßnahme wird vom Eigenbetrieb IDA übernommen.
Kosten und Finanzierung (s. Anlage 4)
Die voraussichtlichen Herstellungskosten wurden in Form der Baukostenschätzung im Rahmen
der Vorplanung kalkuliert. Diese sind als datenschutzrelevante Anlage detailliert aufgeführt. Die
Kosten werden durch die weiterführenden Planungen fortgeschrieben und konkretisiert.
Die nicht datenschutzrelevanten Anlagen werden zu den Sitzungsterminen, sofern dies in der
aktuellen Lage möglich ist, in Originalgröße ausgehängt bzw. -gelegt.
Dezernat I Dezernat III
.............................. ..............................
Jochen Partsch Dr. Barbara Boczek
Oberbürgermeister Stadträtin
Dezernat IV Dezernat V
.............................. ..............................
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (4)
Orte (3)
- Zeughausstraße
- Schleiermacherstraße
- Friedensplatz
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0279
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 18.09.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00