V/0249/2022
Fahrradnetz 2.0
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Anlage 2_Bewertungsschema für die Velorouten
7623 Zeichen
Gew ichtung Kategorie nach FGSV 153 1,0 3,0 5,0 a b c a b a b c d a b a b a b c a b Bewertungskriterien 2,57 2,10 2,39 10,49 11,71 14,02 13,20 15,76 15,24 13,41 11,78 14,91 16,39 4,70 2,80 3,10 2,90 3,30 Auswirkungen auf Umwelt- und Naturschutz 25% Kein/Geringes Konfliktpotenzial Mittleres Konfliktpotenzial Hohes Konfliktpotenzial 2,4 1,0 2,4 1,0 3,7 2,4 1,0 4,4 4,4 1,0 1,0 4,4 3,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 Ausw irkungen auf die Naherholung 8% 3.4 Keine Grün- und Freiflächen betroffen / geringe Beeinträchtigung der Erholungsfunktion von Grün- und Freiflächen (z. B. geringe Nutzungskonflikte bei randlicher Führung in großen Grün- und Freiflächen) Mittlere Beeinträchtigung der Erholungsfunktion von Grün- und Freiflächen (z. B. mittlere Nutzungskonflikte bei bereits bestehendem Rad(fern)w eg (übergeordnetes Radverkehrnetz)) Starke Beeinträchtigung der Erholungsfunktion von Grün- und Freiflächen (z. B. bei Führung über/durch Spielplatz, Sportanlage, Kleingartenanlage, Friedhof, Kulturelles Erbe (Gartendenkmale) 3,0 1,0 3,0 1,0 3,0 3,0 1,0 3,0 3,0 1,0 1,0 3,0 3,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 Ausw irkungen auf Biotope, Tiere, Pflanzen und Schutzgebiete 9% 3.4 Flächen mit geringer Biotopw ertigkeit Flächen mit mittlerer Biotopw ertigkeit Flächen mit hoher Biotopw ertigkeit, Natura 2000-Gebiete, Schutzgebiete und -objekte, geschützte Biotope, FFH- Lebensraumtypen, Flächen des Biotopverbundes 3,0 1,0 3,0 1,0 5,0 3,0 1,0 5,0 5,0 1,0 1,0 5,0 3,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 Versiegelung (Indikator für Ausw irkungen auf Boden, Wasser, Klima und Fläche) 8% 2.5 Bestandsversiegelungsgrad ≥ 80 % 80 % > Bestandsversiegelungsgrad ≥ 50 % Bestandsversiegelungsgrad < 50 % sow ie Wasserschutzgebiete 1,0 1,0 1,0 1,0 3,0 1,0 1,0 5,0 5,0 1,0 1,0 5,0 3,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 Auswirkungen auf Verkehrssystem und Denkmalschutz 25% Kein/Geringes Konfliktpotenzial Mittleres Konfliktpotenzial Hohes Konfliktpotenzial 1,2 2,1 1,6 2,4 1,4 2,4 1,6 1,2 1,2 1,4 0,8 1,2 1,2 1,4 2,4 2,4 2,5 1,5 Fußverkehr 5% 1.3 Kein/geringer Konflikt, z. B. geringer Fußverkehr zu erw arten, Flächen für Fußverkehr ausreichend Mittlere Konflikte zu erw arten bei ausreichenden Flächen für den Fußverkehr bei geringem Fußverkehrsaufkommen Starke Konflikte, z. B. hoher Querungsbedarf des Radw eges oder nicht ausreichend dimensionierte Gehw ege umsetzbar 3,0 1,0 3,0 1,0 3,0 3,0 1,0 3,0 3,0 1,0 1,0 3,0 3,0 1,0 3,0 3,0 3,0 3,0 ÖPNV 5% 1.3 Kein/geringer Konflikt, z. B. kein ÖPNV-Angebot oder sehr geringe Taktfrequenz (> = 20 min) entlang der Variante vorhanden Mittlerer Konflikt, z. B. bei mittleren Taktfrequenzen (10-< 20 min) entlang der Variante vorhanden Starke Konflikte, z. B. bei hoher Taktfrequenz (< 10 min) entlang der Variante vorhanden 1,0 5,0 1,0 5,0 1,0 3,0 3,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 3,0 3,0 3,0 3,0 1,0 MIV (fließender Verkehr) 3% 1.3 Keine/geringe Konflikte, z. B. Führung auf Sonderw egen ohne Querungsstellen oder bei Querungsstellen bei geringen Kfz-Verkehrsstärken Mittlere Konflikte, z. B. Einrichtung von Fahrradstraßen; Entfall von Fahrstreifen bei mittlerer Kapazitätseinschränkungen Starke Konflikte, z. B. Entfall von Fahrstreifen mit deutlichen Kapazitätseinschränkungen; Einrichtung von Durchfahrtssperren 1,0 5,0 3,0 3,0 1,0 3,0 3,0 1,0 1,0 3,0 1,0 1,0 1,0 3,0 3,0 3,0 5,0 1,0 MIV (ruhender Verkehr) 2% 1.3 Kein ruhender Kfz-Verkehr vorhanden oder vereinzelter Entfall von Stellplätzen bei geringem Parkdruck Mittlerer Entfall von Stellplätzen bei mittlerem Parkdruck oder flächenhafter Entfall bei geringem Parkdruck Mittlerer/Flächenhafter Entfall von Stellplätzen bei hohem Parkdruck oder flächenhafter Entfall bei mittlerem Parkdruck 1,0 1,0 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 1,0 1,0 1,1 1,0 1,0 1,0 1,0 3,0 3,0 1,0 5,0 Wirtschaftsverkehr 5% 1.3 Keine/geringe Konflikte, z. B. geringer Wirtschaftsverkehr vorhanden Mittlerer Konflikt, z. B. Wirtschaftsverkehr vorhanden oder Entfall von Stellflächen für den Wirtschaftsverkehr Starke Konflikte, z. B. hoher Wirtschaftsverkehr vorhanden und/oder deutlicher Entfall Stellflächen für den Lieferverkehr 1,0 1,0 1,0 3,0 1,0 3,0 1,0 1,0 1,0 3,0 1,0 1,0 1,0 1,0 3,0 3,0 3,0 1,0 Denkmalschutz 5% 3.1 Keine/geringe Konflikte, da keine denkmalschutz- sensiblen Bereiche vorhanden oder nur geringe Eingriffe (Markierung etc.) erforderlich Mittlere Konflikte, z. B. w enn denkmalschutz-sensible Bereiche vorhanden sind und geringe bis mittlere Eingriffe in vereinzelte Baudenkmale erforderlich sind Starke Konflikte, z. B. w enn mittlere bis große Eingriffe (Straßenraumaufteilung, Kopfsteinpflaster, Denkmalbereiche, Gesamtanlagen etc.) erforderlich sind 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Streckenmerkmale 25% Hohe Attraktivität für Radfahrende Mittlere Attraktivität für Radfahrende Geringe Attraktivität für Radfahrende 1,0 2,4 2,4 2,4 1,7 2,0 2,4 2,8 2,8 2,8 2,0 1,0 1,0 3,5 2,0 2,4 2,4 2,8 Direktheit (Umw egefaktor) 9% 1.1 Umw egefaktor ≤ 1,1 1,1 < Umw egefaktor ≤ 1,2 Umw egefaktor > 1,2 1,0 1,0 5,0 1,0 3,0 1,0 1,0 3,0 3,0 3,0 1,0 1,0 1,0 5,0 1,0 3,0 1,0 3,0 Knotenpunkt, ohne Vorfahrt* 9% 1.3 Gesamtpunktzahl pro km ≤ 5 5 < Gesamtpunktzahl pro km ≤ 10 Gesamtpunktzahl pro km > 10 1,0 3,0 1,0 3,0 1,0 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 1,0 1,0 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 Markante Steigungsstrecken 3% 1.3 Keine w ahrnehmbaren topografischen Veränderungen Topografischen Veränderungen w ahrnehmbar (2 % < Steigungen ≤ 5 %) Topografischen Veränderungen deutlich w ahrnehmbar (Steigungen > 5 %) 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,3 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 Gesundheitsbelastung (Stressfaktor) 4% 1.4 Geringe Belastung durch Lärm- und Abgasemissionen Mittlere Belastung durch Lärm- und Abgasemissionen (z. B. Trassen entlang von Erschließungsstraßen in Wohngebieten) Starke Belastung durch Lärm- und Abgasemissionen (z. B. Trassen entlang von Hauptverkehrsstraßen) 1,0 5,0 1,0 5,0 1,0 3,0 5,0 3,0 3,0 3,0 3,0 1,0 1,0 3,0 3,0 1,0 5,0 3,0 Potenziale 25% Hohe Potenztiale Mittlere Potenztiale Geringe Potenziale 2,4 2,0 1,5 2,6 3,4 1,6 2,0 3,0 3,0 3,0 3,4 2,4 2,4 1,1 1,1 1,1 2,0 3,0 Einzugsbereich 12% 1.1 Hohe Erschließungsqualität bei Trassen durch Wohngebiet mit hoher Wohndichte, Gew erbegebiet mit hoher Arbeitsplatzdichte etc. Mittlere Erschließungsqualität bei Trassen durch Wohngebiet mit Einfamilienhäusern, Gebiet mit vereinzeltem Gew erbe etc. Geringe Erschließungsqualität bei anbaufreien Trassen 3,0 3,0 1,0 5,0 5,0 3,0 3,0 5,0 5,0 5,0 5,0 5,0 5,0 1,0 1,0 1,0 3,0 3,0 ÖPNV-Verknüpfung, Intermodalität 5% 1.1 > 1,0 ÖPNV-Stationen/km (S-, U-, Regio- und Fernbahnhöfe) 0,5 bis 1,0 ÖPNV-Stationen/km (S-, U-, Regio- und Fernbahnhöfe) < 0,5 ÖPNV-Stationen/km (S-, U-, Regio- und Fernbahnhöfe) 5,0 3,0 5,0 1,0 5,0 1,0 3,0 3,0 3,0 3,0 5,0 0,0 0,0 3,0 3,0 3,0 1,0 3,0 Netzeinbindung 8% 1.1 Mindestens drei Verknüpfungspunkte zu anderen RSV oder dem Radvorrangnetz Mindestens ein Verknüpfungspunkt zu anderen RSV oder dem Radvorrangnetz Keine Verknüpfungspunkte zu anderen RSV oder dem Radvorrangnetz 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0 3,0 Gesamtbewertung 100% 1,75 1,87 1,97 2,09 2,55 2,11 1,75 2,84 2,83 2,05 1,81 2,24 1,90 1,75 1,63 1,73 1,95 2,07 Veloroute 10 (Gremmendorf) Veloroute 9 Drensteinfurt - Hiltrup - Berg Fidel - Münster Veloroute 4 (Ergänzung) Havixbeck - Gievenbeck (Roxel) - Münster Veloroute 2 Greven - Sprakel - Kinderhaus - Münster Veloroute 13 Ostbevern - Telgte - Mauritz - Münster Veloroute 10 Sendenhorst - Gremmendorf - Albersloh - Münster Veloroute 7 Senden - Hansa-Business-Park - Duesberg - Münster Seite 1 V/0249/2022 Anlage 2
Anlage A
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Anlage A zur V/0249/2022 Kurzüberblick In Münster werden bereits 44 % aller Wege der Münsteraner*innen mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dieser Anteil wird zukünftig noch steigen. Hierbei treffen die Herausforderungen einer wachsenden Stadt zusammen mit den wichtigen Fragestellungen des Klima- und Umweltschutzes, der Klimaanpassung, der Flächenverteilung des öffentlichen Raumes sowie damit verbunden der Lebens- und Aufenthaltsqualität einer Stadt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und eine zukunftsgerechte und angebotsorientierte Radverkehrsinfrastruktur zu entwickeln, hat die Stadt Münster erstmalig unter Einbindung der Öffentlichkeit und einer Vielzahl relevanter Stakeholder ein hierarchisches und lückenloses Radverkehrsnetz erarbeitet: das Fahrradnetz 2.0. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Das Fahrradnetz 2.0 dient als Grundlage um Radfahren als urbane Mobilität der Zukunft zu fördern. Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Die neuen Qualitätsstandards für Fahrradstraßen haben zum jetzigen Zeitpunkt keine finanziellen Auswirkungen. Die Kosten für die jeweils notwendigen Umbaumaßnahmen werden in gesonderten Beschlussvorlagen mitgeteilt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Querschnittsthemen Klimaschutz und Demographie sind durch das Fahrradnetz 2.0 maßgeblich berührt, denn Radverkehrsförderung ist ein zentrales Instrument zur Stärkung von klimafreundlicher Mobilität bei gleichzeitig steigenden Bevölkerungszahlen.
Beschlussvorlage
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V/0249/2022 V/0249/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Fahrradnetz 2.0 Beratungsfolge 28.04.2022 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung 28.04.2022 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 03.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 19.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 24.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 31.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 01.06.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität beschließt das vorliegende Fahrradnetz 2.0 als eine konzeptionelle Grundlage aller künftigen Neu-, Aus- und Umbaumaßnahmen der Verkehrsinfrastruktur. 2. Den vorgeschlagenen Trassenverläufen für die sieben Velorouten Greven – Münster (Route 2), Havixbeck – Münster (Route 4), Senden – Münster (Route 7), Drensteinfurt – Münster (Route 9), Sendenhorst – Münster (Route 10), Ostbevern – Münster via B51 (Route 13) und Ostbevern – Münster via Westbevern (Route 14) wird zugestimmt. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, das Fahrradnetz 2.0 mit Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen zu konkretisieren und diese zur politischen Beschlussfassung vorzulegen. II. Finanzielle Auswirkungen: Mit den vorgenannten Beschlusspunkten werden keine Maßnahmen oder Projekte mit finanziellen Auswirkungen zum Beschluss gestellt. Diese sind in separaten Vorlagen aufzuarbeiten und zum Beschluss vorzuschlagen. Amt für Mobilität und Tiefbau 14.04.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Oeinck T elefon:492-6582 OeinckP@stadt-muenster.de - 2 - V/0249/2022 Begründung: A) AUSGANGSLAGE Münster ist „Fahrradstadt“. Fast 44 % aller Wege legen die Münsteranerinnen und Münsteraner mit dem Rad zurück. Der Radverkehr ist omnipräsent und seit Jahrzehnten – auch als Marke - Stadtbild prägend. Auf dem Weg zur Schule, zur Uni, zur Arbeit, in der Freizeit. Dies soll und wird sich in der Zukunft nicht ändern, ganz im Gegenteil. Durch das dynamische Bevölkerungswachstum wird ein noch weiter zunehmendes Radverkehrsaufkommen erwartet. Hierbei treffen die Herausforderungen einer wachsenden Stadt zusammen mit den wichtigen Fragestellungen des Klima- und Umweltschutzes, der Klimaanpassung, der Flächenumverteilung des öffentlichen Raumes sowie damit verbunden der Lebens- und Aufenthaltsqualität einer Stadt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und eine zukunftsgerechte und angebotsorientierte Radverkehrsinfrastruktur zu entwickeln, hat die Stadt Münster erstmalig sowie unter Einbindung der Öffentlichkeit und einer Vielzahl relevanter Stakeholder ein hierarchisches und lückenloses Radverkehrsnetz erarbeitet: das Fahrradnetz 2.0. Als Baustein des Masterplanprozesses Mobilität Münster 2035+ stand die gesamtheitliche Herangehensweise im Fokus, um eine systematische Netzplanung zu erstellen, die einen einfachen, komfortablen und sicheren Fahrradverkehr ermöglicht, der sich gleichzeitig in das städtische Gesamtnetz integriert. - 3 - V/0249/2022 B) ERARBEITUNGSPROZESS FAHRRADNETZ 2.0 Die Erarbeitung des Fahrradnetzes 2.0 ist in folgende Arbeitsschritte aufgebaut: Grundlagen und methodisches Vorgehen – 1. Netzentwurf Um die wichtigsten Radverkehrsverbindungen in Münster zu ermitteln, wurden zunächst die heutigen Aufkommensschwerpunkte des Radverkehrs herausgearbeitet und zwischen diesen die relevanten Verbindungen für den Radverkehr abgeleitet. Die Aufkommensschwerpunkte wurden dabei um die Annahmen zu perspektivischen Stadtentwicklungsvorhaben bis 2035 ergänzt (die auch dem Masterplan Mobilität 2035+ zugrunde liegen) und dann mit Hilfe der Modellierungssoftware Brutus Lite auf mögliche Routen mit unterschiedlichen Angebotsparametern wie u. a. Reisegeschwindigkeiten, Breite oder Oberfläche umgelegt. Damit ließen sich die von den Radfahrenden bevorzugten Routen ableiten und ein Zielnetz entwickeln. Hierfür wurden für den Zeithorizont 2035 insgesamt vier Szenarien mit unterschiedlichen Ausbaustandards entwickelt: - 4 - V/0249/2022 Grundlage für den ersten Netzentwurf war das „Egalisierte Szenario Plus“, in dem Radfahrer*innen den schnellsten und direktesten Weg wählen und alle Wegetypen mit gleicher Präferenz wählen. Dies ermöglicht die Identifikation eines „Idealnetzes“ oder „Best-Wege-Netzes“ aus Sicht der Radfahrer*innen. Stakeholder-Workshop I / Tracking-Kampagne Dieser erste Netzentwurf wurde der Verwaltung und wichtigen Nutzergruppen sowie Akteurinnen und Akteuren der Fahrradmobilität am 24.03.2021 vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Um die vorhandene kommunale Datengrundlage (Radverkehrsmatrix, Dauerzählstellen, anlassbezogene Verkehrszählungen) zu ergänzen, wurde eine umfassende Tracking-Kampagne „DEIN APPGRADE für Münsters Fahrradwege“ entwickelt, in der zwischen dem 12.04.2021 und dem 09.05.2021 über 2.200 Münsteraner*innen fast 160.000 km Wege erfasst haben (Details s. Anlage 3). So konnte – nach Abgleich mit den kommunalen Daten – ein differenzierteres Bild der künftigen Radverkehrsströme für das Jahr 2035 abgeleitet werden. Realitätscheck – Weiterentwicklung Netzentwurf – Stakeholder Workshop II In einem mehrstufigen Verfahren und in intensiver Abstimmung zwischen der Verwaltung und den beauftragten Büros Ramboll und PGV Alrutz wurde im 2. Halbjahr 2021 der Netzentwurf weiterentwickelt. Das Ergebnis wurde in einem zweiten Workshop am 26.01.2022 den bereits im Vorjahr beteiligten Stakeholdern sowie politischen Vertreterinnen und Vertretern (u. a. verkehrspolitische Sprecher*innen, Bezirksbürgermeister) vorgestellt. Im Rahmen des Workshops und auch daran anschließend konnten sich die T eilnehmendenmit Hinweisen einbringen. Daraus ergaben sich folgende wesentliche Änderungen des weiterentwickelten Netzentwurfs: Anpassung des Veloroutenverlaufs in Handorf zur Anbindung des Baugebiets Kötterstraße Entwicklung eines „mittleren Rings“ zur Ergänzung der tangentialen Verbindungsstrecken mit Verteilerfunktion: 1. Promenade – 2. T angentenring– 3. Mittlerer Ring (am Rand der Kernstadt) – 4. Ring (Verbindung der Außenstadtteile) Zusätzliche Basisroute zwischen der Innenstadt und T elgteüber den Pleistermühlenweg Neue Basisroute Innenstadt - York Quartier Gremmendorf - Hiltrup Ost (Baugebiet „Nördliches Osttor“) Zusätzliche Hauptroute über Schlossplatz – Am Stadtgraben (direktere Führung als Promenade) - 5 - V/0249/2022 Öffentliche digitale Beteiligung Den entsprechend überarbeiteten Netzentwurf konnten die Münsteraner*innen zwischen dem 07.-20.03.2022 umfassend digital kommentieren und ergänzen (Details s. Anlage 3). Um eine möglichst intensive Partizipation der Öffentlichkeit zu erreichen, hat die Verwaltung über unterschiedliche Medien (Presse, soziale Medien), Stakeholder, Multiplikatoren und die benachbarten Umlandgemeinden der Stadtregion Münster für das Beteiligungsformat geworben. Mit Erfolg: Insgesamt haben 613 Personen über 3.000 Hinweise abgegeben. Daraus sind wertvolle Beiträge und Anmerkungen hervorgegangen. Im Zuge der Beteiligung wurde die Grundstruktur des hierarchischen Netzes mit Velo-, Haupt-, und Basisrouten bestätigt, es gab nur marginale Änderungswünsche bezüglich der Netzkategorien, bzw. zu streichende Routen. Vielfach wurde allerdings eine Ergänzung des Basisrouten-Netzes angeregt. Der Großteil der Vorschläge bezog sich auf bereits bestehenden und nutzbaren Verbindungen, die jedoch (noch) nicht für das aufeinander abgestimmte “hierarchische Radverkehrsnetz vorgesehen waren. Diese Vorschläge wurden intensiv gutachterlich geprüft, teilweise gebündelt und in die Überarbeitung des Netzes einbezogen. Insgesamt gehen 41 netzrelevante Veränderungen des ursprünglichen Entwurfs auf die Beteiligung der Öffentlichkeit zurück, die nun Bestandteil des Fahrradnetzes 2.0 sind und nachfolgend exemplarisch dargestellt sind: a) Die Planungen im Innenstadtbereich wurden fast ausschließlich begrüßt, jedoch wurden Ergänzungsbedarfe des Netzes zwischen Bohlweg und Hohenzollernring über Stolbergstraße – Heisstraße deutlich. b) Auch die geplanten Velo- und Hauptrouten wurden positiv aufgenommen. Für Sprakel allerdings wurde eine bessere Anbindung des Ortskerns sowie des Bahnhofs gewünscht und nach umfassender Prüfung entsprechend aufgenommen. c) Auffällig viele Anmerkungen bezogen sich auf neue oder geänderte Basisrouten außerhalb des 2. T angentenrings.Diese sind neben Anpassungen bereits vorgeschlagener Basisrouten in erster Linie kleinteilige Netzergänzungen für kürzere Verbindungen. Größere neue Netzelemente und Direktverbindungen bezogen sich beispielsweise auf die Verbindung entlang des Max-Klemens-Kanals, zwischen Coerde und Gelmer über Coerheide und zwischen Angelmodde und dem nördlichen Hiltrup, auch zur Anbindung des künftigen Baugebiets “Nördliches Osttor”. d) Auch zur Priorisierung von Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen gab es bereits zahlreiche Anregungen, auch wenn diese erst Bestandteil weiterer Arbeitsschritte im zweiten Halbjahr 2022 sind. Selbstverständlich wurden die Hinweise aufgenommen und werden im weiteren Prozess berücksichtigt und geprüft. So wurde z.B. häufig darauf hingewiesen, wie dringlich ein von der Fahrbahn getrennter Radweg an der stark befahrenen Straße “Alter Mühlenweg” als Verbindung zwischen Handorf und Wolbeck nötig ist. Abbildung 1: Eine Vielzahl der Anregungen aus der Bürgerschaft bezog sich auf gewünschte Ergänzungen des Basisrouten-Netzes. - 6 - V/0249/2022 e) Weitere Anmerkungen bezogen sich auf Bereiche außerhalb des Fahrradnetzes 2.0 mit seinen 3 Netzkategorien. Natürlich findet Fahrradverkehr auch außerhalb des Fahrradnetzes statt, wie z. B. in Anwohnerstraßen oder auf den vielen Wirtschaftswegen im Stadtgebiet. Letztlich kann und soll aber nicht sämtliche Verkehrsinfrastruktur auch Bestandteil eines hierarchischen Radverkehrsnetzes sein. Hier galt es entsprechend zu differenzieren, zu bündeln und zu priorisieren. ZENTRALE BESTANDTEILE DES FAHRRADNETZ 2.0 Das künftige Fahrradnetz 2.0 (vgl. Anlage 1) ist ein hierarchisch aufgebautes und zusammenhängendes Netz mit drei wesentlichen Elementen: Velorouten: komfortabel zu befahrende Radrouten, die für ein besonders hohes Radverkehrsaufkommen ausgelegt sind und sich baulich und optisch klar abgrenzen. Radfahrende sind hier häufig bevorrechtigt, Stopps und Wartezeiten werden durch eine direkte Streckenführung minimiert mit dem Ziel, zügigeres Fahren zu ermöglichen. Hauptrouten: Ein durchgehendes Netz an komfortabel befahrbarer Radverkehrsinfrastruktur, das Verkehre bündelt und zudem als Zubringer für Velorouten fungiert. Hauptrouten sind für alle Verkehrsteilnehmenden eindeutig erkennbar und die Wegeführung aufgrund der baulichen und optischen Gestaltung jederzeit intuitiv. Basisrouten: Basisrouten ergänzen die Hauptrouten und sorgen dafür, dass das Fahrradnetz insgesamt engmaschiger wird. Sie sind für ein geringeres Verkehrsaufkommen ausgelegt, dennoch sind sie baulich und optisch klar zu erkennen. Abbildung 2: Auszug einiger Anregungen aus der Öffentlichkeit (verortet) - 7 - V/0249/2022 Velorouten (150 km) Hauptrouten (70 km) Basisrouten (260 km) Höchste Netzkategorie mit besonderer Bündelungsfunktion, (über- )regionaler Bedeutung und höchstem Verkehrsaufkommen • Velorouten • Promenade • Kanalpromenade Innergemeindliche Radhauptverbindung • 2. Ring als nachfragestarker Verteiler • Radiale Anbindung Stadtteilzentren • Aufkommensstarke T angential-verbindungen von Stadtteilzentren Flächenhafte Erschließung (mögliche Ergänzung durch Fahrradzonen und lokale Verbindungen) • Mittlerer und äußerer Ring bzw. tangentiale Verbindungen • Innerörtliche Verbindungen Im vorliegenden Fahrradnetz 2.0 sind einige Potentialgebiete für Netzlückenschlüsse dargestellt. Hierbei handelt es sich beispielsweise um mögliche Korridore für die Realisierung von Ingenieurbauwerken (Brücken, Unterführungen), die derzeit noch nicht detaillierter beschreibbar sind und im weiteren Prozess konkretisiert werden müssen. Im Rahmen der Netzplanung wurde ein besonderer Fokus auf die Velorouten gelegt. Die Velorouten sind die Verbindung der Umlandgemeinden mit Münsters Innenstadt unter Anbindung der Außenstadtteile und bilden damit das Rückgrat der Radverkehrsinfrastruktur. Einige der insgesamt 14 Routenverläufe sind bereits in den Jahren 2019 und 2020 politisch festgelegt worden, nachdem auch dazu eine Beteiligung der Öffentlichkeit stattgefunden hatte. Die Umsetzung dieser Routen ist abschnittsweise bereits in vollem Gange (z. B. Veloroute T elgte-Münster oder Everswinkel-Münster). Für die sieben Velorouten mit noch nicht festgelegtem Trassenverlauf wurden jeweils weiträumige Korridore und unterschiedliche Trassenvarianten betrachtet: Veloroute 2: Greven – Sprakel – Kinderhaus – Münster Veloroute 4 (Ergänzung): Havixbeck – Gievenbeck – Münster Veloroute 7: Senden – Hansa-Business-Park – L884 – Münster Veloroute 9: Drensteinfurt – Hiltrup – Berg Fidel – Münster Veloroute 10: Sendenhorst – Albersloh – Münster Veloroute 13: Ostbevern – T elgte– B51 – Münster Veloroute 14: Ostbevern – Westbevern – Handorf (Dorbaum) – Münster Für diese sieben Velorouten-Korridore wurden alternative Trassenverläufe nach folgenden Kriterien bewertet (Details s. Anlage 2): Streckenmerkmale für den Radverkehr wie Direktheit, Anzahl der Knotenpunkte oder Gesundheitsbelastung durch Lärm und Abgase Auswirkungen auf das Verkehrssystem (Fußverkehr, ÖPNV Autoverkehr und Wirtschaftsverkehr) Verkehrspotenziale (Bevölkerung und Arbeitsplätze entlang der Strecke sowie Verknüpfung zum ÖPNV) Auswirkungen auf Umwelt- und Naturschutz wie Tiere/ Pflanzen/ Schutzgebiete sowie Verssiegelung und Möglichkeiten zur Naherholung Für die Veloroute 2 wird ein Verlauf weiter westlich über die Gasselstiege (Variante a) anstatt der Grevener Straße (Variante b) bzw. Salzmannstraße (Variante c) vorgeschlagen. Damit besteht insbesondere für die großen Verkehrsströme zwischen Kinderhaus und der Innenstadt eine möglichst direkte Verbindung. Die beiden parallelen Routen sind im Fahrradnetz 2.0 als Haupt- bzw. Basisrouten enthalten. - 8 - V/0249/2022 Die Veloroute 4 soll künftig von Havixbeck entlang der L 581 / Havixbecker Straße nach Roxel verlaufen und von dort deckungsgleich mit der bereits beschlossenen Veloroute 5 aus Nottuln das Universitätsklinikum anbinden. In Ergänzung zur Führung über Roxel und Universitätsklinikum wurden weiter nördlich verlaufende Varianten über Gievenbeck (Varianten a: kompletter Neubau und b: bestandsorientiert) untersucht. Der Vergleich ergab, dass insbesondere zwischen Gievenbeck und dem Stadtzentrum sehr hohe Verkehrspotenziale bestehen, diese sich jedoch zwischen Havixbeck und Gievenbeck auch perspektivisch nicht in dem Maße ergeben, um die nötigen umfangreichen Eingriffe in den Naturraum zu rechtfertigen. Im Ergebnis soll zwischen Gievenbeck und dem Stadtzentrum eine leistungsfähige Hauptroute entstehen, zwischen Gievenbeck und Roxel eine Basisroute. Die Veloroute 7 soll ab der Stadtgrenze zu Senden dem Verlauf über die Kanalpromenade bis Amelsbüren folgen. Dort knickt die Trasse auf die Thierstraße und somit auf die bereits beschlossene Veloroute 8 ab (Variante a), da in diesem südlichen Abschnitt der L 884 / Kappenberger Damm (Variante b) neben dem Hansa-Business-Park nur wenige Verkehrsziele bestehen und eine Basisroute ausreichend ist. Ab der Grafschaft folgt die Veloroute 7 dieser und verschwenkt auf den Kappenberger Damm sowie im weiteren Verlauf auf die Weseler Straße, um die entsprechenden Wohn- und Arbeitsplatzstandorte adäquat anzubinden (Variante b). Für die Veloroute 9 wurde bei der Trassenuntersuchung der Fokus auf Hiltrup gelegt, da die Veloroute ab Berg Fidel stadteinwärts Richtung Innenstadt auf die beschlossene Veloroute 8 verschwenken soll. Hier gilt es Synergien zu nutzen, auch, weil das südliche Stadtgebiet (Hiltrup, Amelsbüren) bereits über drei Velorouten an die Innenstadt angebunden ist. In der Trassenbewertung liegen die drei Varianten Meesenstiege (Variante a), Westfalenstraße (Variante b) und Hohe Geest (Variante c) nah beieinander. Für die bevorzugte Führung über die Westfalenstraße ist die kürzeste Streckenlänge ausschlaggebend. Die beiden anderen Varianten werden Basisrouten. Im Rahmen der Trassenfestlegung der Veloroute 10 erhält die direkte Führung entlang des Albersloher Wegs (Variante b) mit einer hohen Einwohner- und Arbeitsplatzdichte die beste Bewertung. Innerhalb Gremmendorfs ist im Rahmen der Bauplanung zu prüfen, ob für die auskömmliche, komfortable Ausgestaltung der Veloroute und die ebenfalls geplante ÖPNV- Beschleunigung in diesem Abschnitt ausreichend Flächen zur Verfügung stehen. Andernfalls könnte die Veloroute umwegig über die nahezu parallel verlaufende Basisroute „Zum Erlenbusch“ geführt werden, die am WLE-Haltepunkt Gremmendorf anschließt. Die Verbindung zwischen Albersloh und Wolbeck (Variante a) erfüllt in erster Linie eine Verknüpfungsfunktion und wird daher als Basisroute ins Netz übernommen. In Wolbeck besteht Anschluss an die Veloroute 11. Bei dieser ist in der Bauplanung zu prüfen, ob ein direkterer Verlauf parallel zur WLE-Bahntrasse möglich ist. Daher ist der Abschnitt in der Anlage 1 gesondert hervorgehoben. Die beiden geprüften Trassenverläufe über Hiltrup (Varianten c und d) werden aufgrund großer Eingriffe in den Naturraum (u.a. Hohe Ward) nicht in das Fahrradnetz 2.0 aufgenommen. Zwischen T elgteund Münster verläuft die Vorzugstrasse der Veloroute 13 entlang der B 51 (Variante a). Die parallel verlaufende, aber weniger geradlinige Führung über Kasewinkel und die Pleistermühle (Variante b) wird zur Basisroute. Die Veloroute 14 soll insbesondere aus Umwelt- und Naturschutzgründen zwischen Westbevern und Handorf (Dorbaum) über die Lützowstraße sowie die Dorbaumstraße geführt werden. Eine detaillierte Prüfung unterschiedlicher Trassenverläufe war mangels Alternativen nicht erforderlich. In Handorf schließt die Veloroute 14 an die bereits beschlossene und Veloroute 12 an. - 9 - V/0249/2022 C) AUSBLICK AUF DIE HERLEITUNG DER HANDLUNGS- UND MAßNAHMENEMPFEHLUNG Bestandserfassung/-bewertung Nach Beschluss des Fahrradnetzes 2.0 wird die Bestandserfassung und -bewertung vervollständigt, die bereits in 2021 auf Grundlage des 1. Netzentwurfes begonnen wurde. Darin werden zunächst alle Streckenabschnitte und Knotenpunkte hinsichtlich ihres derzeitigen Zustandes erfasst. Anschließend wird dieser Zustand in einen bereits zwischen der Verwaltung und den Gutachtern abgestimmten Bewertungskatalog überführt. Dieser beschreibt u.a. inwieweit die erfassten Strecken den künftigen Anforderungen aus dem Zielnetz entsprechen. Handlungsempfehlungen und priorisierte Umsetzung Abschließend wird aus dem Abgleich des Zielnetzes mit der Bestandsbewertung der Handlungsbedarf abgeleitet. Dieser umfasst sowohl die erforderlichen Maßnahmen, also Aussagen zum jeweiligen Infrastrukturelement mit entsprechender Ausgestaltung, als auch deren Dringlichkeit. Neben dem aus dem Bewertungskatalog vorliegenden Zielerreichungsgrad auf dem jeweiligen Abschnitt werden für die Priorisierung weitere Rahmenbedingungen berücksichtigt, wie die Schließung von Netzlücken, Unfallschwerpunkte, Verkehrspotenziale, der finanzielle wie zeitliche Aufwand, mögliche Alternativrouten oder parallellaufende Planungen. Die Verwaltung wird über den Fortgang des Projektes fortlaufend berichten sowie zu den Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen die entsprechenden Beschlüsse für die parlamentarischen Gremien vorbereiten. Das hier zu beschließende Fahrradnetz 2.0 dient als eine konzeptionelle Grundlage aller künftigen Neu-, Aus- und Umbaumaßnahmen der Verkehrsinfrastruktur und wird zukünftig auf Basis sich ändernder Anforderungen und insbesondere der weiteren städtebaulichen Entwicklung sukzessive fortgeschrieben. In Vertretung Gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage A Anlage 1: Darstellung des Fahrradnetz 2.0 in drei Ausschnitten Anlage 2: Bewertungsschema für die Velorouten Anlage 3: Kurzdarstellung der öffentlichen Beteiligung im Prozess
Anlage 3_Kurzdarstellung der öffentlichen Beteiligung im Prozess
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AHRRAD 2.0 Fahrradnetz 2.0 Breite Unterstützung aus der Bevölkerung Münster ist bundesweit als Fahrradstadt bekannt: Das Fahrrad gehört zu Münster, wie der Dom zu Köln oder der Fernsehturm zu Berlin. Denn das Fahrrad ist das Lieblingsfortbewegungsmittel der Münsteranerinnen und Münsteraner. In den vergangenen Jahren hat die Stadt Münster viel für den Radverkehr getan. Sie hat zum Beispiel mit der Umgestaltung der Fahrradstraßen neue Maßstäbe gesetzt. Gleichzeitig besteht weiter Handlungsbedarf. Denn an einigen Stellen ist die Radverkehrsinfrastruktur in die Jahre gekommen und wird den heutigen und künftigen Anforderungen nicht gerecht. Deshalb arbeitet die Stadt Münster an einer umfassenden Netzplanung für den Radverkehr. Um das Radfahren attraktiver, sicherer und zügi- ger zu machen, soll das Radnetz als „Fahrradnetz 2.0“ bedarfsgerecht und angebotsorientiert ausgebaut werden. So entsteht ein lückenloses, syste matisches und hierarchisches Radwegenetz mit Velo-, Haupt- und Basisrouten. Im Fokus steht dabei also nicht der einzelne Radweg, son - dern der einfache, sichere und komfortable Radverkehr von Tür zu Tür. Ziel ist eine lückenlose Fahrradinfrastruktur und mehr Platz für Radfahre- nde. Um nah am tatsächlichen Bedarf der Münsteranerinnen und Müns- teraner zu planen, setzte die Stadt Münster auch auf eine aufeinander aufbauende, digitale Bürgerbeteiligung – die gern und vielfach genutzt wurde. © Stadt Münster Plakate zur Aktion „Dein APPgrade für Münsters Radwege“ V/0249/2022 Anlage 3 AHRRAD 2.0 Beteiligung per App Münster geht neue, digitale Wege, auch in der Pandemie Bereits im Frühjahr 2021 wurde erfolgreich eine partizipative Tracking- Kampagne durchgeführt. Bei der Aktion „Dein APPgrade für Münsters Radwege“ konnten Fahrradfahrende per Smartphone-App Alltagswege aufzeichnen und so den geplanten Ausbau des Fahrradwegenetzes unter- stützen. Dieser Ansatz hat sich bewährt: die Nutzung war bequem und einfach. Außerdem konnte auf diesem Weg die Beteiligung auch während der Pandemie gut durchgeführt werden. Die Informationen über die gefahrenen Wege lieferten wichtige Informa- tionen für die Planungen und gaben Hinweise zu Fragen wie: „Wo fahren Münsteranerinnen und Münsteraner besonders häufig mit dem Fahrrad?“ und „Wo kommen sie schneller oder langsamer voran?“ Die realistischen Verkehrsströme bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen ab: Die Rad- fahrenden werden sichtbar. An der Aktion beteiligten sich 2.000 Menschen mit fast 23.000 Einzel - wegen. Insgesamt wurden 160.000 Kilometer aufgezeichnet. Das entspricht nicht nur einer viermaligen Erdumrundung, sondern lieferte auch weitere wichtige Informationen. Das Tracking ergänzte die beste- hende Datenbasis, zum Beispiel aus den vorhandenen Fahrradzählstellen sowie verschiedenen Modellierungen (Radverkehrsaufkommen nach der Stadtstruktur heute und 2035). Alle Daten flossen in den von der Stadt Münster und den Planungsbüros Ramboll und PGV Alrutz erstellten Netzentwurf ein. Nach verschiedene- nen Stakeholderbeteiligungen und Abstimmungen der Fachämter folg- te eine weitere Stufe der digitalen Bürger beteiligung: die Möglichkeit, direkt auf einer Karte die geplanten Routen zu kommentieren. TRACKING-KAMPAGNE Teilnehmende 2.000 getrackte Einzelwege 23.000 aufgezeichnete Kilometer (4 Mal um die Welt) 160.000 © Stadt Münster Bewerbung der Aktion „Dein APPgrade für Münsters Radwege“ im Frühjahr 2021 AHRRAD 2.0 ONLINE-BEFRAGUNG MIT MAPTIONNAIRE Teilnehmende 613 Hinweise zum Netzentwurf über 3.000 Anregungen zu weiteren Verbindungen 839 Beteiligung per Plattform Über 3.000 Anregungen Im März 2022 hatten alle interessierten Münsteranerinnen und Münsteraner die Möglichkeit, auf der digitalen Beteiligungsplattform „Maptionnaire“ den Netzentwurf für das „Fahrradnetz 2.0“ zu kom- mentieren und ihre Ortskenntnisse und eigenen Anregungen einzu - bringen. So konnten die Teilnehmenden zum Beispiel anmerken, ob bestimmte Routen aus ihrer Sicht besser einer anderen Kategorie zu - geordnet werden sollten. Außerdem war es möglich, Verbindungen vorzuschlagen, die die Fachplanung für die weitere Ausarbeitung prüfen sollte. Das Beteiligungsangebot wurde außerordentlich aktiv genutzt. 613 Interessierte haben sich mit über 3.000 Hinweisen beteiligt. Die intensive Einbindung der Öffentlichkeit hat sich – wie erwartet – als unglaublich wertvoll herausgestellt. Das vorhandene hohe Maß an Ex- pertise der Bürgerschaft war überaus hilfreich, um das Fahrradnetz 2.0 zu finalisieren. So bemerkenswert und erfreulich die intensive Beteiligung der Bürgerschaft ist: natürlich können nicht alle individuellen Wünsche und oftmals sehr heterogenen Anregungen gleichermaßen aufgegriffen und in das Fahrradnetz 2.0 übernommen werden. Denn teilweise lassen sie sich nicht miteinander kombinieren, teilweise stehen sie sich ent- gegen, teilweise widersprechen sie dem hierarchischen Netzgedanken. Da aufgrund der Vielzahl nicht alle eingegangenen Impulse im Rahmen der Netzplanung dezidiert aufbereitet werden können, erläutert das Fahrradbüro der Stadt Münster (fahrradbuero@stadt-muenster.de) bei Rückfragen zu konkreten Anregungen selbstverständlich die gutachter- liche Einschätzung. So lässt sich gewährleisten, dass alle Beteiligten ein Feedback zu ihren jeweiligen Hinweisen erhalten. Wie es weitergeht Aufbauend auf dem Zielnetz wird eine konkrete Maßnahmenliste mit Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese soll dann schrittweise umge- setzt werden, um das Münsteraner „Fahrradnetz 2.0“ entstehen zu lassen. Plan für das Fahrradnetz 2.0, mit Velo- routen (rot), Hauptrouten (dunkel- blau) und Basisrouten (hellblau) sowie Hinweisen aus der Öffentlichkeit (grün) © Stadt Münster AHRRAD 2.0 Beispiele für Hinweise auf der Beteiligungsplattform • Die Struktur des hierarchischen Netzes mit Velo-, Haupt- und Basisrouten wurde im Grund- satz bestätigt. • Es gab nur wenige Änderungswünsche zu den Kategorien – also beispielsweise eine Basis route stattdessen zu einer Hauptroute zu machen. Auch gab es kaum Anregungen, bestimmte Routen ganz zu streichen. • Die Planungen im Innenstadtbereich wurden größtenteils begrüßt – Anmerkungen gab es aber zum Beispiel zur neuen Haupt-/Basisroute zwischen Bohlweg und Hohenzollernring über Stolbergstraße-Heisstraße. • Die geplanten Velo- und Hauptrouten wurden ebenfalls gutgeheißen. Für Sprakel wurde der Wunsch nach einer besseren Anbindung des Ortskerns und des Bahnhofs geäußert. • Viele Anmerkungen bezogen sich auf neue oder geänderte Basisrouten außerhalb des 2. Tangen- tenrings. Zum Beispiel zu Verbindungen entlang des Max-Klemens-Kanals, zwischen Coerde und Gelmer über Coerheide und zwischen Angel- modde und dem nördlichen Hiltrup – auch zur Anbindung des künftigen Baugebiets „Nörd - liches Osttor“. • Auch für die Priorisierung von Maßnahmen gab es einige Anregungen. So wurde beispielsweise häufig betont, wie dringlich ein von der Fahr- bahn getrennter Radweg an der stark befahre- nen Straße „Alter Mühlenweg“ als Verbindung zwischen Handorf und Wolbeck nötig ist. Alter Mühlenweg Angelmodde & nördliches Hiltrup Mecklenbeck & südliches Albachten Max- Klemens- Kanal Coerde & Gelmer über Coerheide Sudmühle & Dorbaum Zentrum Nord / SchifffahrterDamm (verlegte Route) Bohlweg & Hohenzollernring Die oben genannten Beispiele für Anmerkungen aus der Öffentlichkeit und wo sie sich in und um Münster befinden © Stadt Münster
Anlage 1_Darstellung des Fahrradnetz 2.0 in drei Ausschnitten
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Netzkategorien Veloroute Hauptroute Basisroute weitere Netzelemente Alternative Routen- führung (Veloroute) Alternative Routen- führung (Basisroute) Äußere Ringe Potenzialgebiet f. Netzlückenschluss (Brücke / Unter- führung / Korridor) Verwaltungsgrenzen Stadtgrenze V/0249/2022 Anlage 1 Bildausschnitt Gesamtstadt Netzkategorien Veloroute Hauptroute Basisroute weitere Netzelemente Alternative Routen- führung (Veloroute) Alternative Routen- führung (Basisroute) Äußere Ringe Potenzialgebiet f. Netzlückenschluss (Brücke / Unter- führung / Korridor) Verwaltungsgrenzen Stadtgrenze Bildausschnitt 3. Ring Netzkategorien Veloroute Hauptroute Basisroute weitere Netzelemente Alternative Routen- führung (Veloroute) Alternative Routen- führung (Basisroute) Äußere Ringe Potenzialgebiet f. Netzlückenschluss (Brücke / Unter- führung / Korridor) Verwaltungsgrenzen Stadtgrenze Bildausschnitt Innenstadt
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
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Zur SitzungOrte (30)
- Stolbergstraße
- Heisstraße
- Grevener Straße
- Salzmannstraße
- Havixbecker Straße
- Thierstraße
- Weseler Straße
- Westfalenstraße
- Lützowstraße
- Dorbaumstraße
- Pleistermühlenweg
- Schlossplatz
- Kappenberger Damm
- Alter Mühlenweg
- Bohlweg
- Hohenzollernring
- Am Stadtgraben
- Zum Erlenbusch
- Kanalpromenade
- Kötterstraße
- Gasselstiege
- Meesenstiege
- Promenade
- Coerheide
- Kinderhaus
- Grafschaft
- Hohe Geest
- Hohe Ward
- Kasewinkel
- Osttor
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Details
- Aktenzeichen
- V/0249/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.04.2022
- Erstellt
- 06.04.2022 12:14