2020/0288
Innenstadt-Entwicklungskonzept
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anlage 1
7006 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
28.10.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Stadtplanungsamt
Amt: Amt für Wirtschaft
und Stadtentwicklung
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 15
II III 61
IV V
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0288
Magistratsbeschluss-Nr.
316
Internetfähig
Produkt-Nr.: 51 10 10
Kostenstelle: 015-002-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5110-11 Sachkonto: 67 79 300
Betreff: Innenstadt-Entwicklungskonzept
Vorlage vom: 23.10.2020
Beschlussvorschlag:
1. Der Magistrat beschließt, die Verwaltung mit der Erstellung eines Innenstadt-
Entwicklungskonzepts zu beauftragen.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 04.11.2020
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 23.10.2020
Die City bzw. Innenstadt als Hauptgeschäftsviertel, Verwaltungszentrum und kultureller
Mittelpunkt ist traditionell das Herzstück und die Visitenkarte der europäischen Stadt. Dies gilt
auch für Darmstadt, wo seit 1977 (zeitgleich mit dem Bau des Cityrings und -Tunnels) eine
Fußgängerzone mit einem Radius von ca. 250 m ihren Kern prägt. Der Konkurrenz des
Onlinehandels und von nicht-integrierten Grüne-Wiese-Standorten zum Trotz hat sich deren
Struktur mit vergleichsweise kompakten rund 120.000 m² Verkaufsfläche in den letzten Jahren
als recht robust erwiesen. Einem gewissen Rückgang im Einzelhandel stand die Bildung von
zwei Gastronomiepolen am nordöstlichen (Marktplatz, Stadtkirchplatz) und südwestlichen
(Wilhelminenstraße) entgegen, die ebenso wie die partielle Rückkehr der Wohnfunktion in die
City für eine Frequenzbelebung insbesondere in Randzeiten sorgte.
Als wichtiger Akteur für die Bewerbung der Innenstadt und Austauschplattform hat sich der
Darmstadt Citymarketing e.V., ein Joint-Venture von Stadt und Handel, etabliert. Hinzu kamen
und kommen maßgebliche Bau- und Erneuerungsmaßnahmen (bspw. Landesmuseum,
Friedensplatz, Ernst-Ludwigs-Platz, Fa. Henschel) sowie die Ausstrahlung des Wissenschafts-
und Kongresszentrums darmstadtium und der vielfältigen Stärkung des Innenstadt-Standorts
durch die Technische Universität.
Auch die Covid-19-Pandemie wird nun maßgebliche Auswirkungen auf die Struktur der
Innenstädte haben. Sowohl die Umsatzverluste während des unmittelbaren Lockdowns in der
ersten Jahreshälfte 2020 als auch die nach wie vor notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung
des Virus sind nicht vollständig kompensierbar und wirken sich insbesondere auf Teilsegmente
des Handels (hier ist z.B. der sog. Young Fashion-Bereich zu nennen) sowie der Gastronomie
und Kulturszene aus, die bereits vor der aktuellen Krise problembehaftet waren. Davon muss
auch für Darmstadt ausgegangen werden, obwohl mit Aktionen wie dem Digitalen Schaufenster
unmittelbar gegengesteuert wurde.
Diese Situation alleine aus einem negativen Blickwinkel zu betrachten wäre falsch und würde
dem zentralsten Stadtviertel nicht gerecht. Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt,
dass die Menschen die Innenstädte als offene, vielfältige Treffpunkte schätzen, suchen und im
Bereich des Handels anderen, geschlossenen Verkaufsformen (z.B. Shopping Centers) unter
Umständen vorziehen. Es gilt, diese Chance zu ergreifen, um die Innenstadt als
multifunktionales, attraktives und vielfältiges Zentrum Darmstadts weiterzuentwickeln und
seine Alleinstellungsmerkmale weiter zu schärfen. Insofern stellt der momentane Zeitpunkt ein
„Window of Opportunity“ dar, das aktiv genutzt werden kann.
Unter der Rahmenbedingung eines gedämpften Mietniveaus könnten dabei neue, innovative
Ladenkonzepte wieder Möglichkeiten haben, sich zu platzieren, die in der Vergangenheit nur in
wenigen Teilbereichen (Schulstraße, Mollerstadt) zum Zug kommen konnten. Insgesamt soll
dem Handel weiterhin eine Leitfunktion zukommen, ergänzt und gestärkt durch
Verwaltungsservices, Gastronomie, Kultur- und Bildungsangebote, Wohnen in Obergeschossen,
Praxen, kleinteilige, bedarfsgerechte Büroeinheiten, ein Mehr an Grün im öffentlichen und
privaten Raum sowie einladende Aufenthaltsbereiche. Bei letzterem, nämlich der
Attraktivierung des öffentlichen Raums, kommt der Stadtverwaltung eine Schlüsselrolle zu,
ebenso wie Fragen der verkehrlichen Erreichbarkeit und beim klimaresilienten Umbau des
Quartiers, welches zugleich den Mittelpunkt der städtischen Wärmeinsel darstellt.
Zur Stärkung der Innenstadt ist ein kurz-, mittel- und langfristiges Handlungspaket sinnvoll,
dessen Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und ineinander greifen.
So gibt es auf kurzem Wege von Darmstadt Citymarketing e.V. organisierte Gespräche zum
Thema „Aktives Leerstandsmanagement“. Dem wird sich ein „Zukunftsworkshop Innenstadt“ in
Regie der Darmstadt Marketing GmbH anschließen.
Dies nutzend und erweiternd ist es angezeigt, ein fachplanerisch umfassendes, ganzheitlich
gedachtes Innenstadt-Entwicklungskonzept aufzulegen, welches mit anderen städtischen
Planwerken wie beispielsweise dem Masterplan DA 2030+, dem Einzelhandels- und
Zentrenkonzept und dem Klimaschutzkonzept korrespondiert.
Die Bandbreite der abzudeckenden Aufgabenbereiche reicht u.a. von städtebaulichen,
gestalterischen, grünplanerischen und stadtklimatischen Fragestellungen über
einzelhandelstechnische, funktionale, immobilienwirtschaftliche, Mobilitäts- und Logistik-
Aspekte bis zur Verknüpfung mit dem Marketing. Die Beauftragung externer Büros ist dafür
zwingend erforderlich.
Hinzu kommen Beteiligungsformate, auch zur Kommunikation mit privaten Stakeholdern der
Cityentwicklung.
In die Bearbeitung wird neben dem Darmstadt Citymarketing e.V., der Darmstadt Marketing
GmbH und weiteren Institutionen wie z.B. der Industrie- und Handelskammer vorrangig eine
Vielzahl von städtischen Fachämtern mit ihrer Expertise einbezogen. Die Federführung für den
Prozess und die Kommunikation mit den zuständigen Dezernenten wird dem Amt für
Wirtschaft und Stadtentwicklung und dem Stadtplanungsamt in bewährter Weise gemeinsam
übertragen.
Die erforderlichen Mittel in Höhe von 100.000 € stehen im Haushaltsplan 2020 zur Verfügung.
Zusätzlich stellen die beiden federführenden Fachämter aus ihren laufenden Planungsmitteln
in 2021 je 25.000 Euro Finanzierungsanteil zur Verfügung.
Darmstadt, den 23.10.2020
Dezernat I Dezernat II Dezernat III
Jochen Partsch Rafael Reißer Dr. Barbara Boczek
Oberbürgermeister Bürgermeister Stadträtin
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
2020/0288
6950 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
28.10.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Stadtplanungsam t
Amt: Amt für Wirtschaft
und Stadtentwicklung
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0288
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 51 10 10
Kostenstelle: 015-002-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5110-11 Sachkonto: 67 79 300
Betreff: Innenstadt-Entwicklungskonzept
Vorlage vom: 23.10.2020
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat beschließt, die Verwaltung mit der Erstellung eines Innenstadt-
Entwicklungskonzepts zu beauftragen.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 23.10.2020
Die City bzw. Innenstadt als Hauptgeschäftsviertel, Verwaltungszentrum und kultureller
Mittelpunkt ist traditionell das Herzstück und die Visitenkarte der europäischen Stadt. Dies gilt
auch für Darmstadt, wo seit 1977 (zeitgleich mit dem Bau des Cityrings und -Tunnels) eine
Fußgängerzone mit einem Radius von ca. 250 m ihren Kern prägt. Der Konkurrenz des
Onlinehandels und von nicht-integrierten Grüne-Wiese-Standorten zum Trotz hat sich deren
Struktur mit vergleichsweise kompakten rund 120.000 m² Verkaufsfläche in den letzten Jahren
als recht robust erwiesen. Einem gewissen Rückgang im Einzelhandel stand die Bildung von
zwei Gastronomiepolen am nordöstlichen (Marktplatz, Stadtkirchplatz) und südwestlichen
(Wilhelminenstraße) entgegen, die ebenso wie die partielle Rückkehr der Wohnfunktion in die
City für eine Frequenzbelebung insbesondere in Randzeiten sorgte.
Als wichtiger Akteur für die Bewerbung der Innenstadt und Austauschplattform hat sich der
Darmstadt Citymarketing e.V., ein Joint-Venture von Stadt und Handel, etabliert. Hinzu kamen
und kommen maßgebliche Bau- und Erneuerungsmaßnahmen (bspw. Landesmuseum,
Friedensplatz, Ernst-Ludwigs-Platz, Fa. Henschel) sowie die Ausstrahlung des Wissenschafts-
und Kongresszentrums darmstadtium und der vielfältigen Stärkung des Innenstadt -Standorts
durch die Technische Universität.
Auch die Covid-19-Pandemie wird nun maßgebliche Auswirkungen auf die Struktur der
Innenstädte haben. Sowohl die Umsatzverluste während des unmittelbaren Lockdowns in der
ersten Jahreshälfte 2020 als auch die nach wie vor notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung
des Virus sind nicht vollständig kompensierbar und wirken sich insbesondere auf Teilsegmente
des Handels (hier ist z.B. der sog. Young Fashion-Bereich zu nennen) sowie der Gastronomie
und Kulturszene aus, die bereits vor der aktuellen Krise problembehaftet waren. Davon muss
auch für Darmstadt ausgegangen werden, obwohl mit Aktionen wie dem Digitalen Schaufenster
unmittelbar gegengesteuert wurde.
Diese Situation alleine aus einem negativen Blickwinkel zu betrachten wäre falsch und würde
dem zentralsten Stadtviertel nicht gerecht. Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt,
dass die Menschen die Innenstädte als offene, vielfältige Treffpunkte schätzen, suchen und im
Bereich des Handels anderen, geschlossenen Verkaufsformen (z.B. Shopping Centers) unter
Umständen vorziehen. Es gilt, diese Chance zu ergreifen, um die Innenstadt als
multifunktionales, attraktives und vielfältiges Zentrum Darmstadts weiterzuentwickeln und
seine Alleinstellungsmerkmale weiter zu schärfen. Insofern stellt der momentane Zeitpunkt ein
„Window of Opportunity“ dar, das aktiv genutzt werden kann.
Unter der Rahmenbedingung eines gedämpften Mietniveaus könnten dabei neue, innovative
Ladenkonzepte wieder Möglichkeiten haben, sich zu platzieren, die in der Vergangenheit nur in
wenigen Teilbereichen (Schulstraße, Mollerstadt) zum Zug kommen konnten. Insgesamt soll
dem Handel weiterhin eine Leitfunktion zukommen, ergänzt und gestärkt durch
Verwaltungsservices, Gastronomie, Kultur- und Bildungsangebote, Wohnen in Obergeschossen,
Praxen, kleinteilige, bedarfsgerechte Büroeinheiten, ein Mehr an Grün im öffentlichen und
privaten Raum sowie einladende Aufenthaltsbereiche. Bei letzterem, nämlich der
Attraktivierung des öffentlichen Raums, kommt der Stadtverwaltung eine Schlüsselrolle zu,
ebenso wie Fragen der verkehrlichen Erreichbarkeit und beim klimaresilienten Umbau des
Quartiers, welches zugleich den Mittelpunkt der städtischen Wärmeinsel darstellt.
Zur Stärkung der Innenstadt ist ein kurz-, mittel- und langfristiges Handlungspaket sinnvoll,
dessen Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und ineinander greifen.
- 4 -
So gibt es auf kurzem Wege von Darmstadt Citymarketing e.V. organisierte Gespräche zum
Thema „Aktives Leerstandsmanagement“. Dem wird sich ein „Zukunftsworkshop Innenstadt“ in
Regie der Darmstadt Marketing GmbH anschließen.
Dies nutzend und erweiternd ist es angezeigt, ein fachplanerisch umfassendes, ganzheitlich
gedachtes Innenstadt-Entwicklungskonzept aufzulegen, welches mit anderen städtischen
Planwerken wie beispielsweise dem Masterplan DA 2030+, dem Einzelhandels- und
Zentrenkonzept und dem Klimaschutzkonzept korrespondiert.
Die Bandbreite der abzudeckenden Aufgabenbereiche reicht u.a. von städtebaulichen,
gestalterischen, grünplanerischen und stadtklimatischen Fragestellungen über
einzelhandelstechnische, funktionale, immobilienwirtschaftliche, Mobilitäts- und Logistik-
Aspekte bis zur Verknüpfung mit dem Marketing. Die Beauftragung externer Büros ist dafür
zwingend erforderlich.
Hinzu kommen Beteiligungsformate, auch zur Kommunikation mit privaten Stakeholdern der
Cityentwicklung.
In die Bearbeitung wird neben dem Darmstadt Citymarketing e.V., der Darmstadt Marketing
GmbH und weiteren Institutionen wie z.B. der Industrie- und Handelskammer vorrangig eine
Vielzahl von städtischen Fachämtern mit ihrer Expertise einbezogen. Die Federführung für den
Prozess und die Kommunikation mit den zuständigen Dezernenten wird dem Amt für
Wirtschaft und Stadtentwicklung und dem Stadtplanungsamt in bewährter Weise gemeinsam
übertragen.
Die erforderlichen Mittel in Höhe von 100.000 € stehen im Haushaltsplan 2020 zur Verfügu ng.
Zusätzlich stellen die beiden federführenden Fachämter aus ihren laufenden Planungsmitteln
in 2021 je 25.000 Euro Finanzierungsanteil zur Verfügung.
Darmstadt, den 23.10.2020
Dezernat I Dezernat II Dezernat III
Jochen Partsch Rafael Reißer Dr. Barbara Boczek
Oberbürgermeister Bürgermeister Stadträtin
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (1)
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- Wilhelminenstraße
- Schulstraße
- Marktplatz
- Stadtkirchplatz
- Friedensplatz
- Ernst-Ludwigs-Platz
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0288
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 30.09.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00