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Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Volt zur Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt, Grün am 15.05.2025, AN/0138/2025

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 0388/2025 vom 14.05.2025

Stand: Am 12.06.2025 im Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Dezernat, Dienststelle VIII/VIII/2 Vorlagen-Nummer 14.05.2025 0388/2025 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 15.05.2025 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Volt zur Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt, Grün am 15.05.2025, AN/0138/2025 Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und die Volt-Fraktion bitten mit ihrer Anfrage AN/0138/2025 um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie schätzt die Verwaltung aktuell das Erreichen der Zielsetzung ein, dass städtische Gesellschaften bis 2035 klimaneutral sind? 2. In welchen Bereichen gibt es bzgl. der benötigten Klimaschutzmaßnahmen noch den meisten Handlungsbedarf? 3. Wie und von wem wird die Einhaltung dieses Ziels und wichtiger Zwischenziele, sowie die Entwicklung und Implementierung notwendiger Maßnahmen überwacht und nach- verfolgt? 4. 91% der Maßnahmen auf der Webseite https://klimaschutz-monitoring.koeln/ wurden seit über 3 Monaten nicht aktualisiert (Stand 13.01.2025). Wie wird von wem nachver- folgt, dass diese Webseite als zentrales Monitoring-Instrument nutzbar bleibt? 5. Welche Anreize setzt die Stadt ihren Gesellschaften, Maßnahmen zu entwickeln, um die gesetzten Ziele zu erreichen? Stellungnahme der V erwaltung: Zur Beantwortung der Fragen 1-3 hat die V erwaltung die am Aktionsplan Klimaschutz beteiligten städtischen Beteiligungsgesellschaften einbezogen. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass ein wesentlicher Faktor für ein zukünftiges integriertes, konz ernweites Monitoring der städtischen Klimaneutralitätsziele in der Synchronisierung der Berichtssysteme liegt. Die Gesellschaften haben derzeit verschiedene Berichtssysteme implementiert. Dazu zählen Systeme zur Treibhausgasbilanzierung nach verschiedenen Standards (BISKO, GHG-Protocol, Airport Carbon Accreditation, u.v.m.) und Berichtssysteme mit Zielsystemen zur Nachhaltigkeit. Die Ausrichtung der von den Gesellschaften gewählten Berichtssysteme richtet sich dabei danach, inwiefern das System dazu geeignet ist, als Steuerungsinstrument für das Zielgerüst zu fungieren. So fokussiert die Flughafen Köln/Bonn GmbH beispielsweise auf die Reduzierung 2 von Treibhausgasemissionen und der Zoo aufgrund seines breiten Wirkungsspektrums bislang auf die Nachhaltigkeitsberichtserstattung. Die Monitoring-Systeme erzeugen somit Informationen unterschiedlicher Breite, Tiefe und Qualität. Deren Synchronisation ist ein mittelfristig zu bewältigendes Ziel. Diese Beantwortung versucht, ein möglichst präzises Abbild der Sachstände darzulegen. In die Beantwortung sind Zulieferungen der städtischen Beteiligungen eingeflossen, die am Aktionsplan Klimaschutz beteiligt sind (vgl. 2243/2024): Aktiengesellschaft Zoologischer Garten Köln (Zoo), Flughafen Köln/Bonn GmbH, GAG Immobilien AG, Koelnmesse GmbH, KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH, Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Anstalt des öffentlichen Rechts (StEB Köln), Stadtwerke Köln GmbH (SWK)1. Zu 1 & 5: Der Rat der Stadt Köln hat die Verwaltung und die städtischen Beteiligungsgesellschaften mit Beschluss vom 24.06.2021 (AN/1377/2021) damit beauftragt, das Jahr 2035 als Zielmarke für die Klimaneutralität zu berücksichtigen. Der Rat hat weiterführend die Zielerreichung dahinge- hend konkretisiert, dass alle von der Stadt Köln direkt beeinflussbaren THG-Emittent*innen inkl. der Beteiligungsgesellschaften innerhalb und außerhalb des Stadtgebiets bis 2035 nicht mehr Treibhausgase (THG) emittieren sollen, als auf natürliche oder künstliche Art und Weise gebun- den werden können. Damit liegt ein konkreter Auftrag des Rates an die Verwaltung sowie an die Beteiligungsgesell- schaften vor, Steuerungsinstrumente einzusetzen die geeignet sind, die Zielerreichung sicher- zustellen. Dabei ist zu beachten, dass der Grad der Steuerungsmöglichkeiten der Stadt Köln auf das Klimaneutralitätsziel 2035 gemäß Ratsbeschluss durch die Beteiligu ngsverhältnisse und die Beteiligungsstrukturen determiniert sind. Erkennbar ist, dass sich Gesellschaften, die zu 100% in städtischer Hand sind, Klimaneutralität bis 2035 anstreben. Entsprechende Strategien befinden sich fallweise aktuell noch in der Erstellung. V orreiterin sind dabei die StEB, die Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 realisieren wollen. Alle dafür geplanten Maßnahmen befinden sich aktuell im Zeitplan. Einzelne Gesellschaften haben ihre Strategien so ausgerichtet, dass eine Klimaneutralität unter Betrachtung der Scope 1 -Emissionen2 (SWK) und/ oder Scope 1 und Scope 2 3 (Flughafen, koelnmesse) bis 2030 als erreichbar eingeschätzt wird. Für Scope 3 gelten längere Zeithorizonte (2035-2045). Nachfolgend werden die Zielsetzungen der Gesellschaften im Einzelnen dargestellt: Klimaneutralität bis 2035 │SteB, SWK, KoelnBusiness Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Anstalt des öffentlichen Rechts (StEB Köln) Die StEB Köln haben im Jahr 2022 eine neue strategische Ausrichtung beschlossen. Eines von insgesamt 13 strategischen Zielen lautet: „Wir arbeiten klimaneutral bis 2030“. Alle dafür geplanten Maßnahmen befinden sich im Zeitplan. Daher gehen die StEB davon aus, das s dieses Ziel auf jeden Fall bis 2035 erreichen werden wird, selbst wenn sich V erzögerungen in einzelnen Projekten ergeben sollten. KoelnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH 1 Übergreifend für alle Konzerngesellschaften. 2 Direkte Emissionen 3 Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie 3 KölnBusiness schätzt es als realistisch ein, die geforderte Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen (siehe auch weiter unten zu Frage 3 &4). Stadtwerke Köln GmbH (SWK) Die SWK GmbH hat sich im Jahr 2020/2021 im Rahmen Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie 2030 für die Unterstützung der Stadt Köln bei der Erreichung der angestrebten gesamtstädt ischen Klimaneutralität bis 2035 positioniert. Einige Konzernunternehmen haben eigene Klimastrategien mit Maßnahmenplänen ausgearbeitet (u.a. RheinEnergie, KVB). Die Bewertung, ob die Ziele 2035 erreicht werden können, wurde von der SWK für den gesamten SWK-Konzern und nicht nur für einzelne Konzerngesellschaften getroffen. Für den Gesamtkonzern der SWK liegt derzeit jedoch noch keine vollständige Quantifizierung des Status quo zur Klimaneutralität vor. Für die SWK kann daher zu diesem Zeitpunkt noch keine quantitative Abschätzung zur Erreichung des Ziels getroffen werden. Beispiel Energieversorgung │RheinEnergie Grundlage für die THG-Minderung bildet der Ratsbeschluss zur Klimaneutralität 2035 aus 2021. Maßgebend für die RheinEnergie ist hier die Dekarbonis ierung der Strom - und Wärmeerzeugung in den zentralen Heizkraftwerkstandorten: a) Der überwiegende T eil der Fernwärme-Erzeugung soll mittels Großwärmepumpen (GWP) dekarbonisiert bereitgestellt werden. Die Auftragsvergabe mit einer ersten Großinvestition in eine 150 MW GWP am Kraftwerksstandort in Niehl für das Fernwärmenetz Innenstadt/Deutz wurde Ende 2024 getätigt. Die Umsetzung soll bis 2027/2028 erfolgen. Weitere Großprojekte befinden sich in der Planung. b) Der verbleibende Anteil muss mittels weiterer Maßnahmen dekarbonisiert werden. Neben Möglichkeiten wie der Prüfung von Geothermie - und Abwärme -Potenzialen sowie der Einbindung von Wärme aus Klärschlammverwertung ist hier insbesondere der Einsatz von dekarbonisiertem Wasserstoff in den bestehenden KWK-Anlagen, die entsprechend auf den Einsatz mit Wasserstoff umgerüstet werden, geplant. Hierfür wird ein Anschluss an das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz, das 2024 von der Bundesnetzagentur genehmigt wurde, bis 2032 avisiert. Neben der Fernwärme -Erzeugung w ird hiermit auch zeitgleich die Stromerzeugung in den GuD-Anlagen dekarbonisiert. Neben der Umstellung der bisherigen fossil befeuerten Erzeugung baut die RheinEnergie ihr Portfolio an erneuerbarer Stromerzeugung (i. W. PV- und Windanlagen) stetig aus und plant u. a. bis 2035 eine Steigerung auf 600 MW. Beispiel Fuhrpark A WB, KVB Bei vielen städtischen Unternehmen, beispielsweise der A WB oder der KVB, werden die größten Emissionen durch den Fuhrpark verursacht. Bei der KVB ist dies insbesondere durch den Diesel -Busverkehr und bei der A WB durch größere Abfallsammel - und Reinigungsfahrzeuge begründet. Hierfür besteht – nicht zuletzt durch den V ergleich zwischen Stadt, Land und Umwelthilfe im Zusammenhang mit der Klage zur Luftreinhaltung – eine Umrüstungsstrategie auf batterieelektrische Antriebe. Die restlichen Emissionen beruhen insbesondere aus der Wärmeversorgung der Liegenschaften und dem sonstigen Fahrzeugpark. Auch hierfür existieren jeweils Strategien, deren Umsetzung in T eilen von der Förder- und Finanzierungssituation abhängig ist. Emissionsminderungsziele bis 2030 (Scope 1 & Scope 2) - Klimaneutralität bis 2045 │ Flughafen, koelnmesse, Zoo, GAG 4 Flughafen Köln/Bonn GmbH Die Klimaschutzstrategie des Flughafens sieht vor, den CO2-Ausstoß (Scope 1 und 2) bis 2030 gegenüber dem Stand von 2010 um 65% zu verringern. Als weiteres Zwischenziel soll der V orfeldbetrieb bis 2035 CO 2-neutral stattfinden und spätestens 2045 der gesamte Flughafen CO2-neutral sein. Bei der CO2-Bilanzierung richtet sich der Flughafen nach den V orgaben des Airport Carbon Accreditation (ACA). Die Ziele der Flughafen Köln/Bonn GmbH sind ambitionierter als z.B. die von SBTi (Science Based T argets initiative) geforderte Reduktion um 50% bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050. Der Anspruch des Flughafens ist es, den ganz überwiegenden T eil der CO2-Minderung durch tatsächliche Reduktion der Emissionen und nicht durch finanzielle Kompensation zu erreichen. Koelnmesse GmbH Die Koelnmesse strebt bis 2030 Klimaneutralität in Scope 1 und Scope 2 für das Unternehmen und die unternehmenseigenen V eranstaltungen in Köln an. Die Umsetzung der dazu nötigen Maßnahmen wird als planmäßig bewertet. Zu den Maßnahmen gehören insbesondere große Investitionen und Initiativen in Bereichen der Ener gieeffizienz und Sanierung sowie die erneuerbare Energieversorgung des Messegeländes. In Scope 1 wird beispielsweise in der eigenen Energieerzeugung ab 2028 Klimaneutralität erreicht. Gemeinsam mit den Projektpartnern E.ON und RheinEnergie stellt die Koelnmesse bis 2028 die komplette Wärmeversorgung des Kölner Messegeländes – das achtgrößte Messeareal der Welt – vollständig auf klimafreundliche T echnologien um. Ab spätestens 2028 wird kein Gas mehr zur Energieversorgung genutzt. Stattdessen ziehen Hochtemp eratur- Wärmepumpen im Industriemaßstab die benötigte Wärmeenergie aus dem Grundwasser. Betrieben werden die Pumpen mit Ökostrom. Zusätzlich wird Abwärme aus Kühlprozessen genutzt. Mit dem Anschluss an das RheinEnergie -Fernwärmesystem wird die Koelnmesse künftig zum Netto -Einspeiser klimafreundlich produzierter Fernwärme. Die kalkulierten CO 2- Einsparungen betragen 5.800 T onnen pro Jahr. In Scope 2 sind wichtige Maßnahmen bereits abgeschlossen. So bezieht die Koelnmesse für den Betrieb ihrer Gebäude bereits seit 2022 ausschließlich Ökostrom. Dadurch werden seither im Normalbetrieb pro Jahr mehr als 15.000 T onnen CO2 eingespart. Darüber hinaus hat die Koelnmesse 2024 insgesamt drei Photovoltaik -Anlagen auf ihren Hallendächern installiert. Darunter ist die mit 4.800 Modulen größte innerstädtische Photovoltaik-Anlage Kölns. Insgesamt betreibt die Koelnmesse Photovoltaik-Anlagen mit einer Modulfläche von mehr als 20.000 m² und einer jährlichen Kapazität von rund 3.000 MWh. In Summe werden damit 1.850 T onnen CO2 pro Jahr eingespart. Die Möglichkeit, in Zukunft weitere Dachflächen mit Photovoltaik-Anlagen zu bestücken, wird sondiert. Planmäßig gehen auch die laufenden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen für mehr Energieeffizienz voran. Mit dem Umstieg auf LED -Beleuchtung und besonders effiziente Lüftungsanlagen wird eine Energieeinsparung zwischen 50 und 80 Prozent realisiert. Beispielhaft sei hier die Umrüstung des Boulevard Nord auf LED-Leuchtmittel genannt, die zu einer Energieeinsparung von 65.000 kWh pro Jahr geführt hat. Auch in Scope 3 nimmt die Koelnmesse ihre unternehmerische V erantwortung – trotz der lediglich mittelbaren Beeinflussbarkeit – ernst. Zu den derzeit implementierten Maßnahmen zälen: - Für Lieferanten und Aussteller: Durch das smarte Logisti kmanagementsystem eSlot wird seit 2021 massiv das V erkehrsaufkommen rund um die Messen reduziert. 5 - Für Aussteller und Besucher: Mit Hilfe der Navigation -App NUNA V gelangen Gäste zielgenau und emissionsoptimiert an ihr Ziel auf dem Messegelände. - Für Aussteller und Besucher: Mit vergünstigten V eranstaltungstickets der Deutschen Bahn und der optimalen Anbindung des Geländes an die Schiene, ist die emissionsarme Anreise besonders attraktiv. - Für Aussteller und Besucher: Mit künftig 164 Ladepunkten für E -Fahrzeuge auf dem Gelände – allesamt betrieben mit Ökostrom – unterstützt die Koelnmesse die V erkehrswende. - Für Mitarbeitende: Mit Home -Office-Regelungen, subventionierten Jobtickets und Angeboten zum Fahrradleasing werden den Mitarbeitenden klimafreundliche Alternativen für den Arbeitsweg eröffnet. Aktiengesellschaft Zoologischer Garten Köln (Zoo) Der Kölner Zoo hat 2022 eine Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Die Strategie umfasst alle Unternehmensbereiche inklusive der T ochterunternehmen Zoo Shop GmbH und Z oo Gastronomie GmbH. In Kapitel fünf der Strategie „Umgang mit natürlichen Ressourcen“ heißt es: „Wir werden klimaneutral und reduzieren klimaschädliche Emissionen bzw. kompensieren unvermeidliche Treibhausgase durch zertifizierte Ausgleichsprojekte. Zudem wird unsere Treibhausgas-Roadmap als unsere Klimaschutzstrategie mit dem strategischen Ziel der Klimaneutralität als ein Instrument des Nachhaltigkeitsmanagements integriert.“ Die Erreichung der Klimaneutralität bis 2035 bewertet der Zoo als sehr ambitio niert und bewertet diese, ohne zusätzliche externe Hilfe, als nicht leistbar. GAG Immobilien AG Die GAG schätzt die Erreichung des Ziels, bis 2035 klimaneutral zu sein, als äußerst herausfordernd ein. Selbst unter der V oraussetzung erheblicher zusätzlicher Fördermittel und Zuschüsse wird eine vollständige Umsetzung bis zu diesem Zeitpunkt als kaum realisierbar bewertet. Der Klimapfad der GAG orientiert sich an den nationalen Klimazielen und setzt daher das Jahr 2045 als Zielmarke für die Klimaneutralität. Zu 2: Sowohl aus Perspektive der V erwaltung als auch der städtischen Beteiligungsgesellschaften lag eine zentrale Herausforderung an fehlender Planungssicherheit. Mit dem Bekenntnis der neuen Bundesregierung zu den Klimazielen besteht wieder be ssere Planungssicherheit. Darüber hinaus wird von den Unternehmen die V erfügbarkeit von erneuerbaren Energien und Speichertechnologien und eine hohe technologische Innovationskraft als Basis für die Klimaneutralität bewertet. Entscheidend werden Finanzieru ngsmodelle sein, die die erforderlichen Investitionen in die Transformationsaufgaben ermöglichen indem beispielsweise auch die langfristigen Wirkungen und die V ermeidung von Folgekosten Berücksichtigung finden. Exemplarisch seien hier die von GAG und Koelnmesse genannten Handlungsbedarfe konkreter beleuchtet: GAG Immobilien AG Energetische Modernisierung: 6 Die Einhaltung der Klimaziele der GAG genießt hohe Priorität und geht mit dem Einsatz hoher personeller und finanzieller Kapazitäten einher. Nachfolgende Hemmnisse erschweren derzeit eine schnellere Erreichung der Klimaziele der GAG: - Finanzielle Hürden: Hohe Zinsen und steigende Investitionskosten erschweren wirtschaftlich tragfähige Sanierungsmaßnahmen. - Fachkräftemangel: Die V erfügbarkeit qualifizierter Handwerksbetriebe ist begrenzt, was zu V erzögerungen in der Umsetzung führt. - Sozialverträglichkeit: Bei einem Anspruch auf sozial angemessene Mieten ist eine frei finanzierte Modernisierung derzeit oft wirtschaftlich nicht darstellbar, da die erforderlichen Renditen nicht gewährleistet sind. - Regulatorische Unsicherheit: Gesetzliche V orgaben unterliegen derzeit starken Schwankungen (z. B. Anpassungen durch die CSRD -Richtlinie), was die langfristige Planbarkeit erschwert. - Denkmalschutz: In einigen Berei chen verhindern bestehende Denkmalschutzauflagen notwendige energetische Modernisierungen. - Abhängigkeit von anderen Sektoren: Insbesondere im Bereich der Fernwärme besteht eine hohe Abhängigkeit von der Dekarbonisierung dieses Sektors, was die Umstellung a uf klimaneutrale Wärmeversorgung erschwert. Erneuerbare Energien: Die flächendeckende Umstellung auf erneuerbare Wärmeversorgung bringt in der Praxis Herausforderungen mit sich, insbesondere durch die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Akteure. Beispiele hierfür sind: - T echnische und räumliche Herausforderungen: Luft-Wärmepumpen erfordern Platz und verursachen Geräuschemissionen, was in dicht bebauten Gebieten eine Herausforderung darstellt. Gleichzeitig müssen Abstandsflächen sowie Wärmeschutzanfo rderungen eingehalten werden. - Eingeschränkte Genehmigungsfähigkeit: In Köln sind Geothermieprojekte häufig schwer genehmigungsfähig, wodurch alternative Lösungen erforderlich sind. - Dezentrale Wärmeversorgung: Für Gebäude mit dezentraler Wärmeversorgung sind derzeit nur begrenzt wirtschaftlich tragfähige Lösungen verfügbar. - Wirtschaftliche Hürden: Eine vollständige V ersorgung mit erneuerbaren Energien bis 2045 ist V oraussetzung für die Erreichung der Klimaziele. Allerdings sind die Anfangsinvestitionen hoch, die Amortisationszeiten für PV -Anlagen lang, und die derzeitigen hohen Zinsen erschweren Investitionsentscheidungen zusätzlich. - Reduzierte Fördermittel: Kürzungen bei Förderprogrammen sowie gesenkte Einspeisevergütungen beeinträchtigen die Wirtschaftlichk eit erneuerbarer Energielösungen. - Regulatorische Unsicherheiten: Die V olatilität der gesetzlichen Rahmenbedingungen führt zu einer erhöhten Planungsunsicherheit und erschwert langfristige Investitionsentscheidungen. Koelnmesse GmbH Die Herausforderungen der Koelnmesse liegen in den nächsten Jahren in der weiteren Reduktion ihrer Abfälle verbunden mit zunehmender Priorisierung des Beitrags zur Material- und Ressourcenkreisläufen. Daran wird mit großem Nachdruck gearbeitet: Dazu baut die 7 Koelnmesse die Nutz ung von Pfandsystemen und den Einsatz zirkulärer Materialien kontinuierlich weiter aus. So nutzt die Koelnmesse Cradle-to-Cradle-zertifizierte Bodenbeläge für den eigenen Messebau. Für die Aussteller bietet die Koelnmessse neben modular wiederverwendbaren Standbausystemen verstärkt kreislauffähige Materialien im Individualstandbau an. Bis 2030 soll das durch die Koelnmesse unmittelbar beeinflussbare Abfallaufkommen um 50 Prozent gesenkt werden. Zu 3 & 4: Alle Dienststellen und Beteiligungen, die Projekte im Rahmen des Aktionsplans Klimaschutz durchführen, werden quartalsweise zur Aktualisierung der Angaben zu ihren Projekten aufgefordert. Die letzte Aktualisierung wurde Ende Januar 2025 vorgenommen. Dabei wurden 84 % der Projekte der V erwaltung aktualisiert. Zu beachten ist hierbei, dass eine Aktualisierung von Projekten nur dann erfolgt, wenn tatsächlich neue Informationen verfügbar sind. Das heißt, alle Projekte wurden überprüft, aber nur bei 84 % liegt ein neuer Datenstand vor. Das Klimaschutz-Monitoring kann hier Mindestanforderungen an Inhalt und Form vorschlagen. Bei länger angelegten Projekten werden beispielsweise Meilensteine (bzw. Zwischenziele) mindestens alle drei Jahre empfohlen. Auch wenn einzelne Projekte hier aus unterschiedlichen Gründen vag e bleiben, kann es vorkommen, dass nur für einen T eil der Projekte pro Aktualisierungsturnus neue Informationen bereitgestellt werden. Zusätzlich zum Klimaschutz -Monitoring verfügen die städtischen Beteiligungen über eigene Steuerungsinstrumente und Kontrollorgane: Aktiengesellschaft Zoologischer Garten Köln (Zoo) Der Kölner Zoo arbeitet mit dem Unternehmen Managed Change AB (Spezialisten für Umwelt- und Energiemanagement, Change -Management) an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Dies beinhaltet die fachliche Begleitung sowie die Koordination 12 interner Arbeitsgruppen. Der Gesamtprozess wird von zwei Managementbeauftragten geleitet und regelmäßig mit dem V orstand abgestimmt. Die zum Einsatz kommenden Controlling - Instrumente leiten sich aus der Pr ojektmanagementpraxis ab: Fortschritte der Erreichung strategischer Ziele, operativer Ziele (Milestones) und Maßnahmen werden durch die Managementbeauftragten, AG-Leitungen und den V orstandsvorsitzenden überwacht. Flughafen Köln/Bonn GmbH Die für Flughäfen einschlägige und international anerkannte Bilanzierung (basierend auf GHG- Protokoll) wird im zweijährigen Turnus extern zertifiziert und validiert. Der Flughafen Köln/Bonn hat aktuell das Level 2 („Reduktion“) erreicht. GAG Immobilien AG Die Einhaltung der Klimaziele sowie die Entwicklung und Implementierung der erforderlichen Maßnahmen werden sowohl intern als auch extern überwacht und dokumentiert. Innerhalb des Unternehmens obliegt die Überwachung und Steuerung der Klimaziele dem V orstand, der erweiterten Geschäftsführung sowie dem Nachhaltigkeitsmanagement. Dabei wird auf etablierte Instrumente zurückgegriffen, um die Zielerreichung kontinuierlich zu überprüfen und gegebenenfalls notwendige Anpassungen vorzunehmen. Dazu zählen insbesondere: - Nachhaltigkeitsstrategie: Übergeordnete Leitlinien zur Umsetzung der Klimaziele. - Nachhaltigkeitsberichtspflicht: Detaillierte Berichterstattung über Fortschritte, Herausforderungen und Maßnahmen. 8 - Monitoring der CO₂-Emissionen: Regelmäßige Erfassung und Analyse der Emissionen zur Erfolgsmessung. - Klimapfadberechnungen: Modellierung verschiedener Szenarien zur strategischen Steuerung der Dekarbonisierung. - Strategische Wirtschaftsplanung: Berücksichtigung klimarelevanter Investitionen und Maßnahmen in der finanziellen Unternehmensplanung. Koelnmesse GmbH Die europäische Corporate Sustainability Reporting Direktive (CSRD) verlangt eine detaillierte Berichterstattung über die Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Koelnmesse, einschließlich der Klimaschutzmaßnahmen. Die Überwachung und Nachverfolgung dieser Maßnahmen wird vom Bereich ”Corporate Development & Sustainability” begleitet und von Wirtschaftsprüfern geprüft. Darüber hinaus stellt die ISO 20121-Zertifizierung der Koelnmesse sicher, dass die Einhaltung von Nachhaltigkei tszielen durch ein strukturiertes Managementsystem überwacht wird. Wesentliche Aspekte beinhalten: - Klare V erantwortlichkeiten → Zuweisung von Rollen zur Zielüberwachung. - Messbare Überwachung → KPIs, Dokumentation, interne Audits. - Stakeholder-Einbindung → Abstimmung mit Partnern & externen Prüfstellen. - Kontinuierliche V erbesserung → PDCA-Zyklus zur Optimierung von Maßnahmen. Dadurch wird eine systematische Nachverfolgung und Steuerung gewährleistet. KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH KölnBusiness erstellt derzeit auf freiwilliger Basis einen Nachhaltigkeitsbericht. Ein solcher Bericht soll im Laufe des Jahres 2025 erstmals veröffentlicht werden. Dieses Ziel wurde auch gegenüber dem Aufsichtsrat erklärt, welcher das wichtigste Kontrollgremium der Gesellschaft darstellt. In dem geplanten Nachhaltigkeitsbericht wird die CO2 -Bilanz der KölnBusiness berücksichtigt. Die Entwicklung und Implementierung von Maßnahmen hinsichtlich der Klimaneutralität des Unternehmens wird von einem hausinternen geschäftsbereic hs- übergreifenden T eam gesteuert. Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Anstalt des öffentlichen Rechts (StEB Köln) Bei den StEB Köln werden alle strategischen Ziele monatlich über das Unternehmensreporting und die Geschäftsbereichsleitersitzung direkt von der V orständin überwacht. Die Entfaltung der Ziele wird über das jährlich zwischen Geschäftsbereichsleitern und Abteilungsleitern verhandelte Zielvereinbarungssystem mit den Methoden des Leanmanagements und der X - Matrix gesteuert. Die StEB Köln veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Umwelterklärungen und Nachhaltigkeitsberichte. Diese öffentlich zugänglichen Angaben haben ebenfalls einen überwachenden Charakter. Stadtwerke Köln GmbH Monitoring und Controlling Das Monitoring und Controlling der Klimaziele inkl. Zwischenzielen erfolgt insgesamt durch die SWK GmbH als auch individuell auf Ebene der Unternehmen. Die Entwicklung und Implementierung notwendiger Maßnahmen erfolgt unternehmensindividuell. Reporting 9 Im SWK-Konzern ist derzeit ein System zur Bilanzierung der THG-Emissionen vorhanden für die direkt verbundenen Unternehmen (GHG-Protokoll, vgl. Nachhaltigkeitsbericht). Die SWK GmbH ist darüber hinaus ab dem Geschäftsjahr 2025 zu einem Nachhaltigkeitsbericht gemäß der CSRD-Richtlinie verpflichtet. Im Rahmen der Anforderungen der CSRD sind u.a. auch die THG -Emissionen für den gesamten Konzern zu erheben und auszuweisen. Die Datenerfassung läuft derzeit. Gez. Wolfgramm

Beratungsverlauf

  1. 12.06.2025

    Ausschuss Klima, Umwelt und Grün

    Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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