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A-R/0087/2021

Startschuss für eine soziale & ökologische Wirtschaft in Münster: Unternehmen im Stadtkonzern Münster gemeinwohl-bilanzieren.

Antrag an den Rat 07.12.2021

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 15.12.2021, TOP 43.3

a-r-0087-2021-Grüne-SPD-Volt-Startschuss für eine soziale und ökologische Wirtschaft in Münster - Unternehmen im Stadtkonzern Münster gemeinwohl-bilanzieren

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Antrag an den Rat Nr. A-R/0087/2021 
 
      
 
Münster, 07.12.2021 
Ratsantrag 
  
Startschuss für eine soziale & ökologische Wirtschaft in Münster: 
Unternehmen im Stadtkonzern Münster gemeinwohl-bilanzieren. 
  
Der Rat möge beschließen 
  
1. Die Verwaltung wird beauftragt, die städtischen Unternehmen (in einem 
ersten Schritt die Stadtwerke Münster, die Westfälische Bauindustrie und 
die Wirtschaftsförderung Münster) bis zum Jahre 2023, für das 
Geschäftsjahr 2022 durch zertifizierte Berater und Auditoren im Sinne der 
Gemeinwohlökonomie bilanzieren zu lassen und so zu einer Bewertung zu 
gelangen, die eine rein ökonomische HGB-Bilanzierung um soziale und 
ökologische Kriterien ergänzt.  
2. Es werden geeignete Formate entwickelt und durchgeführt, um in einem 
ersten Schritt die beteiligten Unternehmen und ihre Mitarbeiter frühzeitig zu 
informieren und im weiteren Verlauf die Ergebnisse einer breiteren 
Öffentlichkeit bekannt zu machen. Ziel soll es sein die Aufmerksamkeit 
anderer, privater Unternehmen zu gewinnen und die Gemeinwohl-
Bilanzierung der städtischen Unternehmen bekannt zu machen.  
3. Die Beschlussvorlage V/0211/2020 von Juni 2020 wird damit aufgegriffen 
und weiterführend ergänzt.   
 
Finanzielle Auswirkungen: 
Für das laufende Jahr wurden bereits 20.000,- EUR und für das kommenden 
Jahr 30.000,- EUR in den Haushalt eingestellt. 
1. Fördergelder von EU-, Bundes- oder Landesebene sind soweit 
möglich zu beantragen.  
2. Die Verwaltung wird beauftragt, mit den Töchter-Unternehmen eine 
anteilige Kostenbeteiligung zu vereinbaren

2 
 Begründung:  
Die Wirtschaft dient den Menschen – nicht umgekehrt.  
Unsere Wirtschaft in Münster soll allen Bürger*innen unserer Stadt zu Gute kommen 
und einen möglichst positiven Gesamteinfluss auf globale Zusammenhänge 
aufweisen. Bewertungen der wirtschaftlichen Leistungen unserer Unternehmen 
müssen daher am Wohle aller Menschen ausgerichtet werden und ethischen 
Kriterien genügen. Zu diesen zählt die Wahrung der Menschenrechte weltweit 
genauso wie Solidarität und Gerechtigkeit vor Ort. Weitere Kriterien sind Transparenz 
und Partizipation. Angesichts der globalen Klimakrise und des weltweiten 
Artensterbens sind zudem ökologische Nachhaltigkeit und ein achtsamer Umgang 
mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen – die Lebensgrundlage zukünftiger 
Generationen – so essentiell wie nie zuvor.  
Durch die Gemeinwohl-Bilanzierung werden klassische ökonomische Bewertungen 
und Finanzinstrumenten ergänzt. Die Gemeinwohl-Bilanzierung leistet somit auch 
einen Beitrag, um sogenannte „Externe Effekte“, also Kosten und Nutzen der 
Gesellschaft, die in klassischen Messinstrumenten der Ökonomie wie bspw. Bilanzen 
keinen Niederschlag finden, besser sichtbar zu machen. Hierdurch werden einerseits 
Erfolge bspw. beim Umweltschutz aber auch bei der Förderung und Mitbestimmung 
der Mitarbeitenden sichtbar. Andererseits wird aufgedeckt, wo es noch 
Nachholbedarfe gibt.  
Die Gemeinwohl-Bilanzierung der städtischen Unternehmen soll die bereits seit 2019 
laufenden Projekte der Global Nachhaltigen Kommune (GNK) im Bereich der 
Wirtschaftsfaktoren ergänzen und dabei möglichst auf bestehende Zertifizierungen 
(DNK, EMAS, usw.) zurückgreifen und diese weiterentwickeln.     
Auch der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Union 
(ESWA) unterstützt und empfiehlt die Gemeinwohlökonomie als ein Konzept hin zu 
einer ethisch(er)en Wirtschaft, vgl. Begründung V/0211/2020 von Juni 2020. 
Die Stadt Münster wird damit auch ihrer Rolle als vorbildliches Unternehmen und 
Vorreiterin für ökonomisches Handeln im Einklang mit Mensch und Umwelt gerecht.  
  
gez.     gez.    gez. 
Anne Kathrin Herbermann  Sandra Beer   Helene Goldbeck 
Christoph Kattentidt   Marius Herwig  Tim Pasch 
Sylvia Rietenberg   und Fraktion 
und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

15.12.2021 Rat
TOP 43.3 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

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Details

Aktenzeichen
A-R/0087/2021
Typ
Antrag an den Rat
Datum
07.12.2021
Erstellt
07.12.2021 15:12