2016/0372
Kommunales Jugendzentrum der Wissenschaftsstadt Darmstadt - Oetinger Villa -, hier Übertragung der Trägerschaft an den Verein Vielbunt e.V.
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Anlage — Die Erhebung wird von den pädagogischen Fachkräften vor Ort erstellt Erhebung Altersstruktur 2014 bis April 2016 Mittelwert von Tag Aker I Mittelwert von Tag Aker Il @Mittehwert von Tag Alter ill Legende Alter: Blau, Alter |= bis 18 Jahre Rot, Alter II = 19-24 Jahre Grün, Alter II= ab 25 Jahre Erhebung Besucher*innenzahlen 2014 bis April 2016 Erhebung Besucher*innenzahlen nach Geschlecht
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alläa vielbunt queere community sarnstas MOM vie [ b un t queere community darmstadt vielbunt e.V. | Holzstraße 5 | 64283 Darmstadt | vorstand@vielbunt.org | www.vielbunt.org | 0176 62573994 Darmstadt, 01.08.16 Wissenschaftsstadt Darmstadt Der Magistrat SG Maßnahmenförderung in Trägervielfalt und Finanzen Frankfurter Straße 71 64293 Darmstadt Antrag auf Betriebskostenzuschuss Sehr geehrte Damen_Herren Hiermit beantragen wir einen Zuschuss für den Betrieb eines Queeren Zentrums in den Räumlichkeiten der Oetinger Villa. j Seit 2010 setzt sich vielbunt e.V. für die Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* (LGBT*) in Darmstadt ein. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung abzubauen, die LGBT*-Community zu stärken und die Vielfalt und Akzeptanz in einer bunten Stadtgesellschaft zu fördern. Seit der Gründung im November 2010 hat vielbunt es geschafft, eine enorm große Anzahl von Ehrenamtlichen zu gewinnen und einzubinden und dadurch in Darmstadt zahlreiche Angebote zu etablieren. Diese Angebote sind auf zwei Ebenen von Bedeutung: Zum einen sprechen zahlreiche Projekte von vielbunt Menschen in besonderen Lebenslagen an und bieten Hilfe, Orientierung und Unterstützung. Hier sind vor allem die Jugendarbeit, die offenen Treffen für Trans*-Menschen und das SCHLAU-Aufklärungsprojekt zu nennen. Auch der monatliche Stammtisch hilft LGBT* in Darmstadt in Kontakt mit anderen zu kommen und stellt damit eine wichtige Anlaufstelle vor allem für ansonsten isoliert lebende queere Menschen mit besonderen Lebenssituationen und Bedürfnissen dar. Zum anderen hat vielbunt e.V. auf einer allgemeineren Ebene Angebotsformen geschaffen, welche queere Community und Stadtgesellschaft in Austausch miteinander bringen und einen Beitrag zum toleranten und akzeptierenden Miteinander in unserer Stadt leisten. Dies sind vor allem der Christopher Street Day im August, Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai, die AIDS-Gala zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. alla vielbunt queere community darmstadt vielbunt e.V. | Holzstraße 5 | 64283 Darmstadt | vorstand@vielbunt.org | www.vielbunt.org | 0176 62573994 Die von vielbunt entwickelten und durchgeführten Angebote sind mittlerweile wichtige Elemente für LGBT* in Darmstadt geworden und der Verein erreicht über seine mehr als 200 Mitglieder hinaus mehrere hundert Menschen jährlich. Im Rahmen der verschiedenen Arbeitsfelder des Vereins engagieren sich in derzeit neun Arbeitsgruppen mehr als 70 Mitglieder regelmäßig ehrenamtlich. Durch die Arbeit in den letzten fünf Jahren konnte vielbunt sich in der Arbeitsweise stark professionalisieren und eine Fachlichkeit in LGBT*-Themen entwickeln, von der der Verein selbst, aber auch die Öffentlichkeit und andere Organisationen profitieren. vielbunt eV. steht im regelmäßigen Kontakt mit Parteien, Trägern der Jugendarbeit, Vereinen, Organisationen und Einrichtungen. Der Verein hat seit seiner Gründung viel Unterstützung und Anerkennung erfahren. So waren bereits in 2011 die ersten Gespräche mit Vertreter_innen der Stadt Darmstadt sehr konstruktiv. Bei den Christopher Street Days in den Jahren 2011 bis 2015 übernahm der Oberbürgermeister die Schirmherrschaft. Die intensive und engagierte Beratung des Vereins durch die Stadt Darmstadt ermöglichte die finanzielle Förderung verschiedener Vereinsprojekte. Auch andere Vereine und Träger stehen mit vielbunt im Kontakt und bieten Unterstützung und Zusammenarbeit (z.B. SKA und Mehrgenerationenhaus). Das sichtbarste Zeichen der Anerkennung erfuhr vielbunt e.V. durch die Verleihung des Gesicht-Zeigen-Preises der Stadt Darmstadt in 2014, der die Arbeit des Vereins und das Engagement der Ehrenamtlichen ehrte. Mehrfach in der Woche gibt es Arbeitsgruppentreffen, um regelmäßige wie auch einmalige Angebote erfolgreich durchzuführen. Alle Projekte, welche die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Menschen bei vielbunt mit großem Einsatz und Ideenreichtum umsetzen, kosten Zeit und individuelle Anstrengungen. Immer wieder stoßen aktive Mitglieder an Grenzen, wenn es um die Umsetzung neuer Ideen und die Aufrechterhaltung selbst gesetzter Standards geht. Arbeitsgruppensitzungen finden teilweise in privaten Räumen oder unter freiem Himmel statt. Die Jugendgruppe muss sich auf die Mitnutzung der Räume anderer Organisationen stützen und ist seit ihrem Bestehen bereits zum vierten Mal umgezogen. Im letzten Dezember konnte aufgrund kurzzeitiger Obdachlosigkeit kein Treffen der Jugendgruppe stattfinden. Materialien von vielbunt, die zur Durchführung des CSDs angeschafft wurden, lagern derzeit bei einigen Mitgliedern in Kellerräumen und auf Dachböden über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Die Verwaltung der Mitglieder und die Buchhaltung finden ebenfalls in privaten Räumen statt. LGBT* sind in Deutschland und Darmstadt nach wie vor eine diskriminierte Minderheit. Bislang gibt es in der Stadt keinen Schutzort, an dem hilfesuchende LGBT* sich aufgehoben fühlen und um Rat fragen können. Für diese sensible Gruppe fehlt eine offene Tür in Darmstadt. Bedarfsgerechte queere Angebote sind oft durch fehlende räumliche Ressourcen begrenzt. Auch die im September gestartete Task Force für LGBT* Flüchtlinge, (Rainbow Refugees) als wohl eines der wichtigsten Projekte in den kommenden Jahren, leidet unter dem Fehlen fester Räumlichkeiten als Begegnungsstätte sowie einer Adresse für den oft ohnehin schon schwierigen Erstkontakt. vielbunt eV. hat sich in den letzten fünf Jahren zu einem sehr aktiven und mitgliederstarken Verein entwickelt. Mit der Durchführung zahlreicher Projekte, einer hohen Orientierung an alla vielbunt queere community darmstadt vielbunt e.V. | Holzstraße 5 | 64283 Darmstadt | vorstand@vielbunt.org | www.vielbunt.org | 0176 62573994 den Bedarfen der LGBT*-Community und der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten auf kommunaler, Länder- und Bundesebene ist vielbunt nicht nur zu einem Sprachrohr der queeren Community in Darmstadt geworden, sondern auch ein wichtiger Akteur in Hessen und Deutschland. vielbunt beteiligt sich als Kooperationspartner an der Erarbeitung des Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt (APAV) unter der Federführung von Staatssekretär Jo Dreiseitel und arbeitet auch in bundesweiten Kontexten zu queerer Aufklärungsarbeit, Flüchtlingsarbeit und CSD-Arbeit. Die beachtliche Entwicklung des noch jungen Vereins ist nicht nur das Ergebnis des Engagements der Ehrenamtlichen sondern auch geprägt von glücklichen Zufällen und der Solidarität vieler. Und Engagement, Glück und Solidarität werden auch weiterhin nötig sein, damit sich die Arbeit von vielbunt gut entwickeln kann. Aber das alleine wird nicht reichen. Es braucht auch Infrastruktur und finanzielle Förderung, um die Arbeit von vielbunt mittel- und langfristig abzusichern. Um das Engagement der Menschen bei vielbunt zu stärken und eine gute Arbeit weiterhin zu ermöglichen, braucht queeres Leben in Darmstadt ein Zuhause. vielbunt ist bereit und es ist an der Zeit, ein Queeres Zentrum in Darmstadt zu gründen. Mit freundlichen Grüßen r Stefan Kräh Alexander Arnold 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Ds Dennis Hochmann Stefan Zoll Kassenwart Beisitzer alla vielbunt queere community darmstadt vielbunt e.V. | Holzstraße 5 | 64283 Darmstadt | vorstand@vielbunt.org | www.vielbunt.org | 0176 62573994 Finanzierung eines Queeren Jugendzentrums in Darmstadt A. Ausgaben 1. Personalausgaben a.) Gehalt für eine_n Mitarbeiter_in 48.000 Euro b.) Honorare 2.000 Euro Summe der Personalausgaben: 50.000 Euro 2. Sachausgaben a.) Bauliche Unterhaltungsarbeiten 500 Euro b.) Neuanschaffungen " 1.000 Euro c.) Telefon/Internet 1.200 Euro d.) Büromaterial 200 Euro e.) Versicherungen (Hausrat + Elektronik) 400 Euro f.) Literatur/Zeitschriften 100 Euro g.) Sonstige Aufwendungen 100 Euro h.) Nebenkosten 2.500 Euro Summe der Sachausgaben: 6.000 Euro 3. Summe der Gesamtausgaben : 56.000 Euro B. Einnahmen 1. Eigenmittel a.) Mitgliedsbeiträge 6.700 Euro 2. Zuwendung Dritter a.) Beantragter städtischer Zuschuss 56.000 Euro 3. Summe der Gesamteinnahmen 62.700 Euro
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Konzeptpapier „Queeres Zentrum“ Inhaltsverzeichnis Konzeptpapier „QAueeres Zentrum” ......uennenenuniesuenenisskesenenannsuns nennen 1 Queeres Leben braucht ein Zuhause ........ EEE OST EEE ERHEBEN EHRE RER 3 1. Zielgruppen und Ziele eines Queeren Zentrums... nennen 5 1.1 Zielgruppen ....unnnesneeseneenneneneennnnennnnnnnennnennsnn nennen tn nannten 5 1.2 Ziele ............nnnsenenennennnenennannnnennnnnnnnnnnenenen nennen nn enenennepnnennne nn nn ennnennnennennentn ne 5 2. Art und Weise der Zielerreichung.... ws Jugendarbeit .......emnznorsnenennonannensnennnnnnn namen nun EEE EEE ENERGIEN 6 Trans* Selbsthilfe... euer 7 Flüchtlingshilfe.............000202200200020 0000010 rer ee ereneheerrenee 7 Beratung und Information ..............02 2222: 1gEm0SSc Eger EEE ET IEEREREENEEETETLCHTLETEEEENERNT 8 Vernetzung .uumesennneneneenneneneenennnnennnnnne ne nnnnennennenn nn nnnnensnnnnnnen nannten nennen nenananenrennnnnnnannnnnen 9 SCHLAU .n.nnnnanann nenne nann engere EIERN ERBE RRERRISTs Te SR AREEERETERTRTT 9 Öffentlichkeitsarbeit .. nisse REEL 10 Christopher Street Day auuusennneannennennn RRTRTTEENENNEENERNETRERRBENER 10 Kulturen ET TETELREL ı1 Politik und Bildung ............s00neessnenennnnennnnenenennenennnnnnennnennnnnennnsensnenennnenennennnnennsnnntnnennnnnsennenn 11 3. Nutzung der Oetinger Villa als Queeres Zentrum ........esnnennsnenesnennuennen essen 12 Queeres Leben braucht ein Zuhause Seit fünf Jahren setzt sich vielbunt e.V. für die Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* (LGBT*) in Darmstadt ein. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung abzubauen, die LGBT*-Community zu stärken und die Vielfalt und Akzeptanz in einer bunten Stadtgesellschaft zu fördern. Seit der Gründung im November 2010 hat vielbunt es geschafft, eine enorm große Anzahl von Ehrenamtlichen zu gewinnen und einzubinden und dadurch in Darmstadt zahlreiche Angebote zu etablieren. Diese Angebote sind auf zwei Ebenen von Bedeutung: Zum einen sprechen zahlreiche Projekte von vielbunt Menschen in besonderen Lebenslagen an und bieten Hilfe, Orientierung und Unterstützung. Hier sind vor allem die Jugendarbeit, die offenen Treffen für Trans*-Menschen und das SCHLAU-Aufklärungsprojekt zu nennen. Auch der monatliche Stammtisch hilft LGBT* in Darmstadt in Kontakt mit anderen zu kommen und stellt damit eine wichtige Anlaufstelle vor allem für ansonsten isoliert lebende queere Menschen mit besonderen Lebenssituationen und Bedürfnissen dar. Zum anderen hat vielbunt e.V. auf einer allgemeineren Ebene Angebotsformen geschaffen, welche queere Community und Stadtgesellschaft in Austausch miteinander bringen und einen Beitrag zum toleranten und akzeptierenden Miteinander in unserer Stadt leisten. Dies sind vor allem der Christopher Street Day im August, Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai, die AIDS-Gala zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Die von vielbunt entwickelten und durchgeführten Angebote sind mittlerweile wichtige Elemente für LGBT* in Darmstadt geworden und der Verein erreicht über seine mehr als 200 Mitglieder hinaus mehrere hundert Menschen jährlich. Im Rahmen der verschiedenen Arbeitsfelder des Vereins engagieren sich in derzeit neun Arbeitsgruppen mehr als 70 Mitglieder regelmäßig ehrenamtlich. Durch die Arbeit in den letzten fünf Jahren konnte vielbunt sich in der Arbeitsweise stark professionalisieren und eine Fachlichkeit in LGBT*-Themen entwickeln, von der der Verein selbst, aber auch die Öffentlichkeit und andere Organisationen profitieren. vielbunt e.V. steht im regelmäßigen Kontakt mit Parteien, Trägern der Jugendarbeit, Vereinen, Organisationen und Einrichtungen. Der Verein hat seit seiner Gründung viel Unterstützung und Anerkennung erfahren. So waren bereits in 2011 die ersten Gespräche mit Vertreter_innen der Stadt Darmstadt sehr konstruktiv. Bei den Christopher Street Days in den Jahren 2011 bis 2015 übernahm der Oberbürgermeister die Schirmherrschaft. Die intensive und engagierte Beratung des Vereins durch die Stadt Darmstadt ermöglichte die finanzielle Förderung verschiedener Vereinsprojekte. Auch andere Vereine und Träger stehen mit vielbunt im Kontakt und bieten Unterstützung und Zusammenarbeit (z.B. SKA und Mehrgenerationenhaus). Das sichtbarste Zeichen der Anerkennung erfuhr vielbunt e.V. durch die Verleihung des Gesicht-Zeigen- Preises der Stadt Darmstadt in 2014, der die Arbeit des Vereins und das Engagement der Ehrenamtlichen ehrte. Mehrfach in der Woche gibt es Arbeitsgruppentreffen, um regelmäßige wie auch einmalige Angebote erfolgreich durchzuführen. Alle Projekte, welche die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Menschen bei vielbunt mit großem Einsatz und Ideenreichtum umsetzen, kosten Zeit und individuelle Anstrengungen. Immer wieder stoßen aktive Mitglieder an Grenzen, wenn es um die Umsetzung neuer Ideen und die Aufrechterhaltung selbst gesetzter Standards geht. Arbeitsgruppensitzungen finden teilweise in privaten Räumen oder unter freiem Himmel statt. Die Jugendgruppe muss sich auf die Mitnutzung der Räume anderer Organisationen stützen und ist seit ihrem Bestehen bereits zum vierten Mal umgezogen. Im letzten Dezember konnte aufgrund kurzzeitiger Obdachlosigkeit kein Treffen der Jugendgruppe stattfinden. Materialien von vielbunt, die zur Durchführung des CSDs angeschafft wurden, lagern derzeit bei einigen Mitgliedern in Kellerräumen und auf Dachböden über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Die Verwaltung der Mitglieder und die Buchhaltung finden ebenfalls in privaten Räumen statt. LGBT* sind in Deutschland und Darmstadt nach wie vor eine diskriminierte Minderheit. Bislang gibt es in der Stadt keinen Schutzort, an dem hilfesuchende LGBT* sich aufgehoben fühlen und um Rat fragen können. Für diese sensible Gruppe fehlt eine offene Tür in Darmstadt. Bedarfsgerechte queere Angebote sind oft durch fehlende räumliche Ressourcen begrenzt. Auch die im September gestartete Task Force für LGBT* Flüchtlinge, (Rainbow Refugees) als wohl eines der wichtigsten Projekte in den kommenden Jahren, leidet unter dem Fehlen fester Räumlichkeiten als Begegnungsstätte sowie einer Adresse für den oft ohnehin schon schwierigen Erstkontakt. vielbunt e.V. hat sich in den letzten fünf Jahren zu einem sehr aktiven und mitgliederstarken Verein entwickelt. Mit der Durchführung zahlreicher Projekte, einer hohen Orientierung an den Bedarfen der LGBT*-Community und der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten auf kommunaler, Länder- und Bundesebene ist vielbunt nicht nur zu einem Sprachrohr der queeren Community in Darmstadt geworden, sondern auch ein wichtiger Akteur in Hessen und Deutschland. vielbunt beteiligt sich als Kooperationspartner an der Erarbeitung des Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt (APAV) unter der Federführung von Staatssekretär Jo Dreiseitel und arbeitet auch in bundesweiten Kontexten zu queerer Aufklärungsarbeit, Flüchtlingsarbeit und CSD-Arbeit. Die beachtliche Entwicklung des noch jungen Vereins ist nicht nur das Ergebnis des Engagements der Ehrenamtlichen sondern auch geprägt von glücklichen Zufällen und der Solidarität vieler. Und Engagement, Glück und Solidarität werden auch weiterhin nötig sein, damit sich die Arbeit von vielbunt gut entwickeln kann. Aber das alleine wird nicht reichen. Es braucht auch Infrastruktur und finanzielle Förderung, um die Arbeit von vielbunt mittel- und langfristig abzusichern. Um das Engagement der Menschen bei vielbunt zu stärken und eine gute Arbeit weiterhin zu ermöglichen, braucht queeres Leben in Darmstadt ein Zuhause. vielbunt ist bereit und es ist an der Zeit, ein Queeres Zentrum in Darmstadt zu gründen. 1. Zielgruppen und Ziele eines Queeren Zentrums 1.1 Zielgruppen Die Arbeit im Queeren Zentrum richtet sich an: Lesben Schwule Bisexuelle Trans* (Transsexuelle, Transgender, Transidente, Transvestiten, genderqueere Menschen etc.) Intersexuelle Menschen Queere Menschen Menschen, die ihre sexuelle Identität keiner Kategorie zuordnen wollen oder können Menschen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind (z.B. LGBT* mit Behinderung) Eltern von LGBT* Gruppen, die einen SCHLAU-Workshop besuchen wollen (Jugendgruppen, Flüchtlingshelfer_innen) Pädagogische Fachkräfte, die einen Multiplikator_innen-Workshop besuchen wollen Insbesondere bietet das Zentrum spezifische Angebote für LGBT* Menschen, die am Anfang ihres Coming Outs stehen LGBT* Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre LGBT* Flüchtlinge 1.2 Ziele Die Ziele des Queeren Zentrums sind: Stärkung der LGBT* Selbsthilfe Stärkung der LGBT* Selbstorganisation Vernetzung bestehender Initiativen Abbau von Diskriminierung Förderung der Sichtbarkeit / öffentlichen Wahrnehmung Begegnungsstätte Schutzort Anlaufstelle für Information und Erstkontakt Ort für kleinere Veranstaltungen (Kultur, Bildung, Information) 2. Art und Weise der Zielerreichung Jugendarbeit Die queere Jugendgruppe „Farbenfroh“ von vielbunt e.V. ist ein offenes Angebot für alle lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans* Jugendlichen und jungen Menschen bis 27 Jahre. Die Jugendgruppe bietet dabei einen geschützten Raum zum Austauschen und Kennenlernen anderer LGBT*. Die Jugendgruppe wird von einem pädagogisch geschulten Team betreut, das in Absprachen mit dem vielbunt-Jugendvorstand, neben den regelmäßigen Treffen auch weitere Angebote plant und durchführt. Nicht nur, aber vor allem in der schwierigen Phase des Coming-Out-Prozesses benötigen junge LGBT* diesen Schutzraum, frei von Diskriminierung und Vorurteilen, in dem sie Gleichaltrige in ähnlichen Situationen kennenlernen. Solche Orte können Jugendräume, Vereine oder Schulen häufig nur bedingt oder gar nicht bieten, da in diesen in der Regel heteronormative Lebenskonzepte vorgelebt werden. Das Angebot wird derzeit von einer Gruppe von über 25 Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt. Die Jugendgruppe besteht seit 2012. Die bisherige Raumsituation ließ leider nur zweimal pro Monat Treffen der queeren Jugendgruppe zu. Zudem fanden diese in Räumlichkeiten statt, die für partizipative und kreative Jugendarbeit nur bedingt geeignet waren. Durch den dennoch enormen Zuspruch der Jugendgruppe sind im Augenblick mehrere Probleme deutlich, die sich in den Räumlichkeiten in der Oetinger Villa beheben lassen: Die sehr kleinen bisherigen offenen Räume, machen einen spontanen, partizipativen Ablauf des offenen Angebots nicht möglich. Eine inhaltliche sowie auch methodische Planung und die Bereitstellung notwendiger Materialien liegen nahezu alleine bei der pädagogischen Leitung der Gruppe. Ein offenes Angebot, das Jugendlichen ermöglicht, die Zeit während des Jugendtreffs frei zu gestalten, ist wegen des fehlenden Platzes nicht möglich. In den Räumlichkeiten der Oetinger Villa sind hingegen diverse Angebote denkbar, die immer zur Verfügung stehen könnten und dem Konzept eines offenen Treffs gerecht werden. Denkbare Beispiele sind neben einem Tischkicker, einem Billardtisch oder der entsprechenden Ausstattung für Videospiele und Konsolen, auch ruhige Sitzecken, eine „Cafe-Atmosphäre“, die zu Gesprächen einlädt sowie durch die passende Größe der Räume, pädagogische Gruppen- und Bewegungsspiele. Bisher beliebte Angebote wie Koch- oder Filmabende, könnten durch die Räumlichkeiten in der Villa ein anders Setting, frei von räumlichen Beschränkungen und engen Mietzeiten (im Augenblick ist der Jugendtreff nur bis 20 Uhr möglich) finden. Auch wir erleben in der Jugendgruppe, dass es nicht „die“ queere Jugend in Darmstadt gibt. Schwule Jungs haben andere Bedürfnisse als lesbische Mädchen, Trans*-Jugendliche andere Fragen als Cis-Jugendliche und natürlich sind die Themen von 14- oder 15-jährigen LGBT* andere als die von 22-jährigen. Hier stößt der offene Treff mit seinen starren Strukturen bisher an seine Grenzen. Von allen benannten Gruppen gab es in den vergangenen Jahren Teilnehmer_innen, allerdings hat sich im Laufe der Zeit die Gruppe von schwulen Cis- Jugendlichen zwischen 18 und Anfang 20 als Hauptnutzer herausgebildet. Um auch in Zukunft Ansprechpartner für alle LGBT*-Jugendlichen in Darmstadt zu sein, sind neben dem offenen Treff weitere Angebote für Gruppen mit besonderen Merkmalen denkbar. Ob dabei der Faktor Alter entscheidend sein wird oder andere der genannten Merkmale, ist zu evaluieren. Neben der beschriebenen Verbesserung und Ausweitung des regelmäßigen Angebots bieten die Räumlichkeiten in der Oetinger Villa eine sehr gute Möglichkeit einmalige oder besondere Veranstaltungen durchzuführen. Hier wären Konzerte, Lesungen und Poetry Slams mit queerem Hintergrund genannt. In der Vergangenheit gab es vereinzelt bereits Trhemenabende für die Jugendgruppe. Diese könnten nun in einem größeren Raum stattfinden, der im Anschluss auch Platz für Gespräche bietet. Kreatives Arbeiten mit Medien oder künstlerische Betätigungen konnten bisher keinen Platz in der Jugendarbeit bei vielbunt finden. Die Räume in der Oetinger Villa können hier optimal genutzt werden. Ob nun ein Film- oder Fotoprojekt durchgeführt werden soll oder doch eher Musik- oder Bastelabende, kann gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt werden. Bisher scheiterten ähnliche Vorhaben an den räumlichen Begebenheiten und an den Möglichkeiten, angeschaffte Materialen entsprechend unterzubringen. Trans* Selbsthilfe „Sei trans* Du“ ist ein Selbsthilfeprojekt von Trans* für Trans*. Es bietet eine Plattform für Trans*Personen in Darmstadt und Umgebung, bei der das Wohlfühlen in der eigenen Haut an erster Stelle steht. Die Türen stehen offen für sämtliche Menschen die sich, unabhängig vom individuellen Entwicklungs- oder Outing-Status, im Spektrum des Trans*Seins wiederfinden. Der Fokus liegt vor allem auf jenen, die noch am Anfang ihres Werdegangs stehen, unabhängig davon, ob sie in eine transsexuelle, transvestitische, genderqueere oder sonstige Laufbahn einmünden werden. Da dies nicht nur junge Menschen betrifft, sondern auch solche, die viele Jahre nicht in ihrer Wunschidentität gelebt haben, ist das Angebot ausdrücklich an alle Altersklassen gerichtet. Organisiert werden monatliche, mehrstündige Treffen, in denen in erster Linie ein geschützter Raum zur freien Entfaltung geboten wird. Teilnehmende können hier in ihrem Wunschgeschlecht sein ohne diskriminiert zu werden. Ebenso besteht die Möglichkeit sich auszutauschen und gegenseitig zu helfen. Mit Gesprächen, Diskussionen und Kennenlernen anderer Trans*, sowie der gemeinsamen Auseinandersetzung mit sämtlichen Aspekten des Lebens als Trans*, sollen insbesondere Neulinge in ihrer Findungsphase und der Austausch zwischen Vertreter_innen aller Facetten von Trans* gestärkt werden. Dieses Angebot besteht seit 2012 und wird derzeit von etwa 20 Menschen regelmäßig genutzt. Die Räumlichkeiten in der Oetinger Villa können als halböffentlicher Schutzraum für die Gruppentreffen genutzt werden. Eine entspannte Cafe-Atmosphäre schafft Vertrautheit und Sicherheit. Ebenso bieten sich weitere Möglichkeiten identitätsstiftender und emanzipatorischer Projekte und Angebote. Flüchtlingshilfe Die Flüchtlingshilfe ist ein großes gesamtgesellschaftliches Thema. Neben Krieg und Terror ist auch die sexuelle und geschlechtliche Identität oft genug ein Grund, dass Menschen ihre Heimat verlassen und hier Schutz suchen. Homosexuelle, bisexuelle und trans* Geflüchtete, die in Darmstadt ankommen, sind eine besonders sensible Gruppe mit spezifischen Problemstellungen und Bedürfnissen. Die Rainbow Refugees erarbeiten, wie eine bedarfsgerechte Unterstützung für queere Geflüchtete aussehen kann. Mitgedacht wird hier, dass neben einer oftmals traumatisierenden Flucht und der Ankunft in einem ungewohnten Umfeld auch Stigmatisierung und Kriminalisierung von nicht-heterosexuellen oder trans* Menschen in den Sammelunterkünften fortbesteht. Sprachliche, kulturelle und strukturelle Hindernisse erschweren den Zugang zu Hilfsangeboten und der LGBT*-Community. Die Rainbow Refugees nehmen sich diesem Thema an, um LGBT*-Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu bieten und Hilfesuchende zu unterstützen. Das Angebot befindet sich im Aufbau und ist vernetzt mit LGBT*-Flüchtlingsprojekten in anderen Städten. Derzeit werden drei schwule Flüchtlinge dauerhaft ehrenamtlich betreut. Ebenso wurden und werden einmalige bis kurzzeitige Kontaktaufnahmen bearbeitet. Durch die große Anzahl von Migrant_innen, die in der jüngeren Vergangenheit nach Darmstadt gekommen ist, wird dies auch für vielbunt in den nächsten Jahren ein höchst relevantes Thema sein. Anhand der Erfahrungen von uns und anderer LGBT*-Organisationen in Deutschland ist abzulesen, dass die Kontaktaufnahme mit vielbunt für viele LGBT* Migrant_innen die Überwindung höherer Hemmschwellen bedeutet, als für andere. Fehlende Schutzräume und ein damit verbundener fester Anlaufpunkt sind hier als Grund zu nennen. Die Oetinger Villa als Adresse auch für LGBT* Geflüchtete würde die Kontaktaufnahme und Flüchtlingshilfe deutlich optimieren. Ein offenes Integrationsangebot, Beratung oder die Installierung einer festen Gruppe sind denkbare Möglichkeiten künftiger Geflüchtetenarbeit. Für unsere Rainbow Refugees bieten die Räumlichkeiten die Chance für einen Ort, an dem die Unsichtbarkeit - auch untereinander - aufgehoben wird. Hier kann eine Plattform für Kennenlernen, Vernetzung und gegenseitige Hilfe geschaffen werden. Beratung und Information Der Verein vielbunt bietet ein Orientierungs- und Beratungsangebot für gleichgeschlechtlich orientierte Menschen sowie alle Menschen mit Klärungsbedarf zu Geschlecht und Identität. Es gliedert sich in verschiedene Ebenen. Als erste Ebene bietet das Zentrum ein offenes Gesprächsforum, in dem durch die Präsenz von Schwulen, Lesben und Transsexuellen zur Thematisierung eigener Fragestellungen motiviert wird. Wenn ein Ansprechen dieser Fragen in den Gruppen oder offenen Angeboten nicht möglich ist, kann auf der zweiten Ebene ein Gesprächsangebot genutzt werden, welches von Ehrenamtlichen betreut wird. Im Zentrum stehen hier das vertrauliche Gespräch zu zweit und die Information über gleichgeschlechtliche Lebensweisen oder Transsexualität. Stößt diese Einheit an ihre Grenzen im Sinne psychologischer Problemstellungen werden die Ratsuchenden an entsprechende Beratungsstellen weiterverwiesen. Die festen Räumlichkeiten in der Oetinger Villa machen ein offenes Angebot möglich und laden dazu ein, sich auf niedrigschwellige Art über die Arbeit von vielbunt und weitere Angebote für LGBT* zu informieren. Bisher waren die Möglichkeiten, Menschen durch Phasen des Coming Outs zu begleiten und ihnen beratend zur Seite zu stehen, nicht nur durch die fehlende Ausbildung der ehrenamtlichen Helfer_innen, sondern vor allem in Ermangelung fester Räumlichkeiten ein großes Hindernis. Gerade die Möglichkeit das Queere Zentrum als offenes Angebot zu gestalten, vereinfacht den Zugang. Vernetzung Das Queere Zentrum bietet vielbunt e.V. die Möglichkeit nicht nur eigene Angebote durchzuführen, sondern auch ein Partner für andere zu sein, bestehende Vernetzungen zu erweitern und neue zu entwickeln. vielbunt ist Mitglied bei SCHLAU Hessen und Queere Bildung e.V. sowie beim CSD Deutschland e.V. und Teil der CSD Süd-West-Vernetzung. Das Queere Zentrum bietet Raum, sich aktiver in diesen Organisationen zu beteiligen und selbst Veranstaltungen durchzuführen. Ebenfalls werden regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen und Projekte mit der AIDS-Hilfe Darmstadt und den Queer-Referaten der ASten geplant und durchgeführt, die im Queeren Zentrum stattfinden. vielbunt hat sich in den letzten Jahren zu einem der mitgliedsstärksten queeren Verein in Hessen entwickelt und wird als dieser auch über die Landesgrenzen hinaus wahrgenommen. Um diese Rolle auch weiterhin ausfüllen zu können ist Vernetzung mit anderen Community- Vereinen unbedingt notwendig. In der Vergangenheit hat vielbunt immer wieder von Synergieeffekten profitiert, die durch Vernetzungen möglich wurden. SCHLAU SCHLAU Darmstadt ist das Antidiskriminierungsprojekt von vielbunt. Es richtet sich in erster Linie an Schulen in Darmstadt und der näheren Umgebung, aber auch an Jugendgruppen, Vereine und Institutionen. Schulklassen und Jugendgruppen können SCHLAU-Workshops oder Projekttage im Queeren Zentrum besuchen, und sich mit den Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt beschäftigen. Die Durchführung solcher Angebote in den eigenen Räumen in der Oetinger Villa, ermöglicht eine intensivere Auseinandersetzung, die weniger durch die Atmosphäre von schulischem Alltag geprägt ist. Die Räume sind besonders für das Arbeiten in kleineren Gruppen geeignet. Hier greifen wir auf Erfahrungen von SCHLAU Frankfurt zurück, die in eigenen Räumen im queeren Jugendzentrum KUSS41 diese Angebote realisieren. Neben der Vermittlung von Akzeptanz für die Vielfalt der Lebensentwürfe verringert SCHLAU Berührungsängste gegenüber Lesben, Schwulen Bisexuellen und Trans* und leistet damit einen Beitrag zur Prävention von psychischer oder physischer Gewalt gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten. Gleichgeschlechtlich orientierte Jugendliche werden darüber hinaus in ihrer Identität, ihrem Umfeld und ihrer sexuellen Selbstbestimmung gestärkt. Wichtiges Element der Arbeit von SCHLAU Darmstadt ist die Sensibilisierung und Qualifikation von Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit und FSJler_innen. Die Räume erlauben es Angebotsmodule zu entwickeln, bei denen die Zielgruppen methodisch und vor Ort geschult werden und auch auf diese Art einen Einblick in das queere Leben in Darmstadt bekommen. Das Team von SCHLAU trifft sich monatlich im Queeren Zentrum um vergangene Veranstaltungen zu reflektieren und künftige zu planen. Neben den regelmäßigen Treffen finden Teamfortbildungen zur Weiterentwicklung des Projekts und Ausbildungsmodule für neue Teamer_innen statt. Das Angebot wird derzeit von zehn Ehrenamtlichen getragen. SCHLAU Darmstadt besteht seit 2011. Öffentlichkeitsarbeit Eine Vielzahl der Angebote von vielbunt wäre ohne eine gute Öffentlichkeitsarbeit nicht zu machen. Neben Flyern, Pressemitteilungen und Give-aways seien hier auch diverse Promotionfilme zu nennen, die teilweise bundesweite Beachtung in der LGBT*-Community finden. Nur durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit kann sichergestellt werden, dass vielbunt und das Queere Zentrum von Menschen wahrgenommen werden. Sie hat weiterhin das Ziel, neue Ehrenamtliche für die Mitarbeit bei vielbunt zu begeistern. Die Öffentlichkeitsarbeit wird seit der Gründung von einem ehrenamtlichen Arbeitskreis geleistet. Dieser besteht aus sechs Menschen, welche sich einmal monatlich treffen. Im Laufe der letzten Jahre ist so nicht nur einiges an Material zusammengekommen, welches in den Lagerräumen seinen Platz finden kann. Ebenso könnten in der Oetinger Villa Arbeitsplätze geschaffen werden, an welchen Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit erstellt werden. Christopher Street Day Der CSD in Darmstadt findet in der Tradition der Christopher Street Days statt, die alljährlich in verschiedenen Städten der Welt auf die Lebenssituation von LGBT* aufmerksam machen und den Abbau von Diskriminierung fordern und fördern. Er findet jedes Jahr im August als öffentliche Veranstaltung mit Demoparade und Straßenfest statt. Der Christopher Street Day ist für LGBT* in Darmstadt die größte Veranstaltung im Jahr, um öffentlich auf die Belange von Homosexuellen, Bisexuellen und Trans* aufmerksam zu machen und für eine vielfältige Gesellschaft einstehen. Gleichzeitig ist der CSD auch ein Bekenntnis der Stadt Darmstadt zu Offenheit und Toleranz, die an diesem Tag erlebt und gelebt werden. Der CSD Darmstadt ist 2015 mit über 1500 Besucher_innen der zweitgrößte in Hessen gewesen und so eine gute Gelegenheit für Austausch und Vernetzung von Akteur_innen und Organisationen innerhalb und außerhalb der LGBT*-Community. Für vielbunt ist der CSD die größte Veranstaltung im Jahr, die in dieser Form nur durch enormes, ehrenamtliches Engagement zu bewerkstelligen ist. Die entsprechende Arbeitsgruppe und ihre Untergruppen, bereiten den CSD zwölf Monate lang in Arbeitssitzungen vor. Diese Treffen, die neben Absprachen und der organisatorischen Planung, besonders der inhaltlichen und politischen Gestaltung und Vorbereitung des CSD dienen, werden künftig im Queeren Zentrum stattfinden. In den vergangen Jahren ist der CSD Darmstadt spürbar gewachsen. Gerade deshalb sind die Lagermöglichkeiten in der Oetinger Villa nicht nur ideal sondern auch dringend benötigt. In den letzten Jahren ist auch die Zahl der Mitarbeiter_innen, die den CSD vorbereiten, gewachsen. Und mit ihr die Zahl der Vorbereitungstreffen. Viele davon finden in privaten Räumen oder unter freiem Himmel statt. In der Oetinger Villa wären Treffen in angenehmer Atmosphäre sowohl für die große Arbeitsgruppe als auch die kleineren Untergruppen möglich. Gerade der CSD ist für viele heute aktive Mitarbeiter_innen von vielbunt die Eintrittspforte in den Verein gewesen und dies soll auch in Zukunft so sein. Daher ist eine gute Vorbereitung in geeigneten Räumen dringend erforderlich. Seit zwei Jahren findet im Rahmen des CSD eine Aktionswoche statt. Hier bieten die Räumlichkeiten eine gute Möglichkeit, Veranstaltungen und Aktionen durchzuführen. Darüber hinaus bieten sie anderen Gruppen, welche sich an der Aktionswoche beteiligen eine gute Plattform. Derzeit arbeiten im Team des CSD Darmstadt etwa 25 Personen, die sich mehrfach monatlich treffen. Der CSD wird seit 2011 durchgeführt. Kultur Lesungen internationaler Autor_innen, Travestieabende und Ausstellungen bildender Künstler_innen sind wichtiger Bestandteil queeren Lebens. Queeres Kulturprogramm sorgt für Begegnung und Austausch, für Unterhaltung und Bewegung. Es ist identitätsstiftend für LGBT* und bringt heterosexuellen Menschen die Welt von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* ein Stück näher. vielbunt e.V. hat bereits Lesungen, offene Bühnen, Filmabende, Kunstausstellungen und weitere kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. Jährlich sind es etwa sechs Veranstaltungen dieser Art, die von 30-120 Menschen besucht werden. Bisher ist es immer notwendig gewesen, dafür Räumlichkeiten zu suchen. Die Oetinger Villa bietet genügend Gestaltungsraum, die meisten solcher Veranstaltungen durchzuführen. Darüber hinaus bietet sie die Chance, die Veranstaltungen größer werden zu lassen: Gerade die beliebte „AIDS- Gala“, die vielbunt zugunsten der AIDS-Hilfe Darmstadt organisiert, bedarf dringend größerer Räumlichkeiten. Es existieren in der Arbeitsgruppe „Kultur und Community“ viele Ideen, die durch eigene Räumlichkeiten leichter realisiert werden können. Beispielsweise könnte nun das bisher einmalige Event „Queer durch die Geschichte“ fortgeführt werden. Politik und Bildung Politische Auseinandersetzung mit der Geschichte und der aktuellen Situation von LGBT* ist ein wichtiger Baustein aktiver queerer Arbeit. Diskussionsveranstaltungen, Fachtage, Workshops, wissenschaftliche Vorträge und Filmvorführungen stärken die Community nach innen und bieten auch die Möglichkeit, eine größere Öffentlichkeit für spezifische Themen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* zu ‘sensibilisieren. vielbunt hat bereits öffentliche Diskussionsveranstaltungen zum Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, zu Vielfalt und Kirche, Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie, Vorträge über Geschlechtervielfalt, die rechtliche Situation von Transsexuellen etc. durchgeführt. Jährlich finden etwa sechs Veranstaltungen dieser Art statt, die von 30 bis 100 Menschen besucht werden. Die Oetinger Villa bietet genügend Platz zur Vorbereitung und auch Durchführung solcher Veranstaltungen. 3. Nutzung der Oetinger Villa als Queeres Zentrum Um die beschriebenen Maßnahmen durchzuführen und die gesetzten Ziele zu erreichen, soll die Oetinger Villa folgendermaßen genutzt werden: Der große Raum im Erdgeschoss soll als Gruppen- und Arbeitsraum für die größeren Arbeitsgruppen genutzt werden. Auch werden hier SCHLAU-Workshops für Schulklassen und andere externe Gruppen angeboten. Ebenfalls werden Vernetzungstreffen und Bildungsangebote sowohl für Fachkräfte, als auch für Ehrenamtliche von vielbunt stattfinden. Entsprechend muss dieser Raum mit Tischen, Stühlen, Moderationswänden, Beamer etc. ausgestattet sein. Der bisherige Barraum wird sowohl als Raum für offene Angebote genutzt, als auch als Treffpunkt für die LGBT* Jugendliche, die Trans*-Gruppe und weitere Gruppen. Darüber hinaus werden hier Lesungen und kleinere Kulturveranstaltungen stattfinden. Angestrebt wird eine einladende und gemütliche Atmosphäre. Die beiden bisherigen Büroräume werden als Arbeitsraum für eine hauptamtliche Arbeitskraft, den Vorstand, besonders für die Kassenführung und das Mitgliederwesen und den Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Benötigt werden mehrere Arbeitsplätze, Computer, Drucker, Schränke für die Unterbringung von Akten und weitere Büroeinrichtung. Barrierefreiheit: rollstuhlgerechter Zugang, Erreichbarkeit mit eingeschränkter Sehfähigkeit etc. sind Ziele die für das Queere Zentrum von wichtiger Bedeutung sind. Barrieren sollen so weit wie möglich abgebaut werden. Lagerräume im Keller: Viele Angebote benötigen spezielle Materialen, um stattfinden zu können. Hierfür eignen sich die Kellerräume. Benötigt werden hier Lagerregale und verschließbare Schränke. Darüber hinaus auch Lagerkisten, die empfindliche Materialien vor Feuchtigkeit schützen usw. Räume im 1. OG: die Räumlichkeiten können als Arbeitsraum für kleinere Gruppen und die Vorstandsarbeit genutzt werden. Auch bieten sie die Möglichkeit für diskrete Beratungsgespräche auch bei laufendem Betrieb des offenen Zentrums. Der große Saal kann in Absprache mit dem JuKuZ für größere kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. vielbunt e.V. Holzstraße 5 64283 Darmstadt www ,vielbunt.org vorstand@vielbunt.org Der Verein vielbunt e.V. ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Darmstadt unter der VR- Nummer 82970 eingetragen.
2016/0372
13815 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
05.09.2016
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat IV
Amt: Jugendamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2016/0372
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 366010
Kostenstelle: 051-004-1011 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3660-10 Sachkonto Aufwand: 7128000
Betreff: Kommunales Jugendzentrum der Wissenschaftsstadt Darmstadt - Oetinger Villa -,
hier Übertragung der Trägerschaft an den Verein Vielbunt e.V.
Vorlage vom: 29.08.2016
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung stimmen der Neuausrichtung des
kommunalen Jugendhauses Oetinger Villa in eine freie Trägerschaft mit dem Schwerpunkt
Queeres Jugendzentrum zum 01.01.2017 zu.
2. Die Trägerschaft wird Vielbunt e. V übertragen. Vielbunt e.V. ist anerkannter Träger der
Jugendhilfe.
3. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung stimmen zu, dem Träger zum
Betrieb der Einrichtung einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 6.000 € für Sachkosten
sowie 50.000 € Personalkosten für eine hauptamtliche sozialpädagogische Fachkraft
jährlich zur Verfügung zu stellen. Die Etatisierung erfolgt unter Kostenstelle
051-004-1011, Sachkonto 7128000, Kostenträger 3660-10.
4. Die dem Jugendzentrum per se zugeordneten Stellen 929 und 930 (z.Z. N.N.) werden nach
konzeptioneller Planung dem Arbeitsfeld Medienkompetenz bzw. Jugendberufshilfe
zugeordnet.
- 2 -
Anlagen: BesucherInnenstruktur Oetinger Villa
Finanzierungsplan
Konzeptpapier
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 29.08.2016 :
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich in vielfacher Weise bei der Umsetzung der
Kinder- und Jugendarbeit in Darmstadt und fördert die Weiterentwicklung in allen Bereichen.
Seit drei Jahren arbeitet das Jugendamt gemeinsam mit freien Trägern der Jugendhilfe an
einer Neuausrichtung der Kinder - und Jugendarbeit.
Im Rahmen der Operationalisierung des Rahmenkonzeptes der Kinder - und Jugendarbeit der
Wissenschaftsstadt Darmstadt (Magist ratsvorlage Nr. 2015/0107) mit den darin
beschriebenen Handlungsfeldern und Zielen wird überprüft, ob die Angebote für Kinder und
Jugendliche in der Stadt noch bedarfsgerecht sind oder neuer Bedarf besteht, der von den
bestehenden Angeboten nicht abgedeckt wird. Die Angebote für Kinder und Jugendliche in
Darmstadt sollen differenziert werden, so dass den vielfältigen Interessen und Nachfragen
entsprochen werden kann.
Die Angebote für Kinder und Jugendliche des Sozialraums Darmstadt Nord werden zur Zeit
durch den Neubau eines Kinder - und Jugendzentrum im Martinsviertel mit
Fertigstellungstermin Mitte/Ende 2017erweitert (s. Magistratsbeschluss 2014/0328 vom
20.8.2014).
Die Angebotsstruktur des Jugendhauses Oetinger Villa wurde im Rahmen des Prüfauftrages,
Magistratsbeschluss 2016/0257 vom 23.6.2016, intensiv untersucht.
Das JugendKulturZentrum „JuKuZ Oetinger Villa e.V.“ ist von diesen Prüfungen und
Veränderungen nicht betroffen.
Das Haus Oetinger Villa in seiner Gesamtheit behält weiterhin seinen offenen Charakter und
steht allen Darmstädter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung.
Bisherige Angebots - und Besuchstruktur und Schwerpunkte des kommunalen Jugendhaus
Oetinger Villa
Im Rahmen der Neuausrichtung der Offenen Kinder - und Jugendarbeit w erden seit 2014,
neben den jährlichen Sachberichten der Einrichtungen, auch die Zahlen der Besucherinnen
und Besucher incl. Alter und Geschlecht erfasst.
Die Besucherinnen und Besucher zahlen werden täglich von den Mitarbeitenden vor Ort
erfasst und regelh aft der Verwaltung übergeben.
Die Sachberichte werden jährlich von den Mitarbeitenden vor Ort für das vergangene Jahr
verfasst und der Verwaltung übergeben.
Angebotsstruktur des kommunalen Jugendhaues in der Oetinger Villa
Die in den Sachberichten beschr iebenen Arbeitsinhalte sind seit geraumer Zeit unverändert,
eine Entwicklung der Angebote hat nicht stattgefunden. Bereits 2014 wurde durch den
damaligen Abteilungsleiter der Kinder - und Jugendförderung aus einem Gespräch
dokumentiert, dass die Neuausricht ung der Kinder - und Jugendarbeit notwendig sei und die
Mitarbeitenden vor Ort aufgefordert wurden, den Veränderungsprozess mitzugestalten.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt primär bei der Berufsorientierung und der Unterstützung
beim Erstellen von Bewerbu ngen, dies wird als Serviceleistung von jungen Erwachsenen
genutzt. Eine Evaluation über die Qualität und den Erfolg des Angebotes findet aktuell nicht
statt.
Dieser Arbeitsschwerpunkt wird bereits durch die Jugendberufsagentur (vertragliche
Kooperation zw ischen SGB II/Jobcenter, SGBIII/Agentur für Arbeit und SGB VIII/Jugendamt)
überwiegend abgedeckt.
Ein Verweis auf diese regelhaften Angebote ist für die jungen Erwachsenen sinnvoll. Die
Beziehungsebene in der pädagogischen Arbeit kann weiterhin durch pers önlichen Zuspruch,
Motivation im Bewerbungsverlauf, ggfs. Begleitung zu Terminen usw. genutzt und optimaler
ausgenutzt werden (siehe spätere Beschreibung der künftigen Stelleninhalte).
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Die Oetinger Villa wird von zwei Tanzgruppen genutzt. Beide Gruppen nu tzen die
Räumlichkeiten an den gleichen Tagen ein - bis zweimal in der Woche. Die Tan zgruppen
nutzen dafür nicht die Räume des Jugendhauses, sondern den Durchgang von Jugendhaus
und JuKuZ, das sogenannte Kaminzimmer.
Alter der Besucherinnen und Besucher
Die Statistik der Besucherinnen- und Besucherzahlen im Anhang macht deutlich, dass Kinder
und Jugendliche das Angebot seit Jahren nicht wahrnehmen. Der größte Anteil der
Besucherinnen und Besucher sind junge Erwachsene .
Der im Rahmenkonzept festgelegte Alte rsschwerpunkt der offenen Arbeit liegt bei 6 -18
Jahren.
Besucherinnen - und Besucher zahlen
Die Besucherinnen - und Besucher zahlen werden seit 2014 regelhaft statistisch erfasst.
Das kommunale Jugendhaus Oetinger Villa hat seit 2014 rückläufige Besucherinnen und
Besucherzahlen, siehe Statistik im Anhang.
Die Statistik macht weiterhin deutlich, dass das Angebot primär von männlichen
Jugendlichen wahrgenommen wird .
Im Rahmen der Operationalisierung des Rahmenkonzeptes der Kinder - und Jugendarbeit der
Wissenschaftsstadt Darmstadt (Magistratsvorlage Nr. 2015/0107) mit den darin
beschriebenen Handlungsfeldern und Zielen ist eine Neuausrichtung des Angebotes mit
neuem inhaltlichen Schwerpunkt des kommunalen Kinder - und Jugendzentrums erforderlich.
Neuausrichtung Jugendhaues in ein Queeres Zentrum mit Queerem Jugendzentrum
Seit 2010 setzt sich Vielbunt e.V. für die Interessen von Lesben, Schwulen, bisexuellen und
transsexuellen Menschen (LGBT*) in Darmstadt, ehrenamtlich ohne eigene Räume, ein. Der
Verein hat es s ich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung abzubauen, die LGBT* -Community zu
stärken und die Vielfalt und Akzeptanz in einer bunten Stadtgesellschaft zu fördern und
durch Aufklärung homo - und transphober Diskriminierung entgegenzuwirken.
Seit der Gründung hat Vielbunt e.V. es geschafft, eine große Anzahl von Ehrenamtlichen zu
gewinnen und einzubinden und dadurch in Darmstadt zahlreiche Angebote zu etablieren. Im
Rahmen der verschiedenen Arbeitsfelder des Vereins engagieren sich in derzeit neun
Arbeitsgruppen m ehr als 70 Mitglieder regelmäßig ehrenamtlich.
Ihre Arbeit zeichnet sich u. a. durch eine queere Jugendgruppe, einen Elterngesprächskreis,
das „SchLAu Projekt “ an Darmstädter Schulen, die Aidsgala, die Trans*Selbsthilfegruppe,
Orientierungs - und Beratungs angebote, sowie die Organisation des Christopher -Street-Day in
Darmstadt aus.
Die queere Jugendgruppe „Farbenfroh“ von Vielbunt e.V. ist ein offenes Angebot für alle
lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans* Jugendlichen und jungen Menschen bis 27
Jahre. Die Jugendgruppe bietet dabei einen geschützten Raum zum Austauschen und
Kennenlernen anderer LGBT*. Die Jugendgruppe wird von einem pädagogisch geschulten
Team betreut, das in Absprachen mit dem vielbunt -Jugendvorstand neben den regelmäßigen
Treffen auch weitere Angebote plant und durchführt. Das Angebot wird derzeit von einer
Gruppe von über 25 Jugendlichen und jungen Erwachsenen regelmäßig genutzt. Die
Jugendgruppe besteht seit 2012.
Mit der Durchführung zahlreicher Projekte, einer hohen Orientieru ng an den Bedarfen der
LGBT*-Community und der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten auf
kommunaler, Länder - und Bundesebene ist Vielbunt e.V. nicht nur zu einem Sprachrohr der
queeren Community in Darmstadt geworden, sondern auch ei n wichtiger Akteur in Hessen
und bundesweit. Vielbunt e.V. beteiligt sich als Kooperationspartner an der Erarbeitung des
Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt (APAV) und arbeitet auch in
bundesweiten Kontexten zu queerer Aufklärungsarbeit, Flü chtlingsarbeit und CSD -Arbeit.
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Die Angebote insgesamt werden zur Zeit von ca. 200 jungen Menschen genutzt und stellen
eine wichtige Anlaufstelle vor allem für ansonsten isoliert lebende queere Menschen mit
besonderen Lebenssituationen und Bedürfnissen da r.
Die Aufgaben ein es Queeren Zentrums mit Queerem Jugendzentrum sollen von dem Träger
Vielbunt e. V. in den Räumen des städtischen Jugendhauses übernommen werden.
Das Gebäude bleibt weiterhin in der Verantwortung der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dem
Träger wird ein Nutzungsrecht eingeräumt.
Das Inventar des Jugendhauses wird zur kostenfreien Nutzung dem Träger zur Verfügung
gestellt.
Die Renovierungsphase und der Wechsel sollen im Herbst 2016 beginnen und im Januar
2017 enden.
Für den Betrieb der Ein richtung werden dem Träger Personal- und Sachkosten in Höhe von
insgesamt 56.000 Euro jährlich als kommunaler Zuschuss bereitgestellt.
Ein Antrag des Trägers auf Betriebskostenzuschuss liegt der Verwaltung des Jugendamtes
vor. Antrag und Konzept sind der Vorlage beigefügt.
Versorgung der aktuellen Besucherinnen und Besucher des kommunalen Jugendhauses:
Im Einzugsgebiet der Oetinger Villa hält das Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt in
freier Trägerschaft vielfältige Angebote für Jugendliche berei t.
Die Besucherinnen und Besucher können in unmittelbarer Nähe folgende Ang ebote in
Anspruch nehmen:
Martinsviertel:
- das Kinder- und Jugendzentrum „Baas Halle“ der evangelischen Regionalverwaltung
- das Jugendhaus Max Rieger Heim der Martin Luther Gemei nde
- JugendKulturZentrum Oetinger Villa des Trägers Oetinger Villa e.V.
- ab 2017 das neu gebaute Internationale Jugendzentrum des Trägers SKA
(Pankratiusstr.)
Kranichstein:
- Jugendhaus Chillmo des Trägers Internationaler Bund
- Jugendclub Stall des T rägers Netzwerk Rope
- Ökumenisches Kinder - und Jugendhaus des Ökumenischen Gemeindezentrums
Besucherinnen und Besucher mit dem Angebotsschwerpunkt Bewerbungstraining können
folgende Angebote in Anspruch nehmen:
- das Angebot des Jugendamtes „Jugend berufsagentur“ in freier Träger schaft des
Internationalen Bund es in Kooperation mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit,
sowie deren Maßnahmen und der Berufsberatung des Jobcenters der
Wissenschaftsstadt Darmstadt, sowie deren Maßnahmen
- perspektivisch e ine mobile Jugendberufshilfe in allen Jugendhäusern der Stadt
angesiedelt bei der Kinder - und Jugendförderung
Tanzgruppen:
Den Tanzgruppen der Oetinger Villa wurde angeboten, ihre Projekte im Haus weiterzuführen.
Die Gruppen können weiterhin die Räume, i n Absprache mit allen anderen Nutzer*innen,
nutzen. Eine Einschränkung findet nicht statt.
Eine Überleitung der Besucherinnen und Besucher in ein neues Angebot, sofern sie nicht die
Angebote durch Vielbunt e. V. wahrnehmen möchten, wird vom Jugendamt, Abt eilung Kinder-
und Jugendförderung gewährleistet.
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Personal:
Die dem Jugendzentrum Oettinger Villa per se zugeordneten Stellen Nr. 0929 GVPl. und 0930
GVPl. (jeweils EG S 11 TVöD, davon eine Stelle unbesetzt) werden nach dem Trägerwechsel
nicht gestrichen. Die beiden genannten Stellen sind im Sinne des Magistratsbeschlusses -Nr.
356 vom 13.07.2016 zur Magistratsvorlage Nr. 2016/0257 "Weiterentwicklung der Kinder- und
Jugendarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt" nach konzeptioneller Planung für das zu
entwickelnde Arbeitsfeld Medienkompetenz (Stelle 930) sowie für ein mobiles,
niedrigschwelliges Angebot der Jugendberufshilfe (Stelle 929) vorzusehen. Die Stelleninhaberin
der Stelle GVPL. 3327 (Springerstelle städt. Jugendzentren) und der Stelleninhaber der Stelle
929 tauschen die Stellen.
Die ebenfalls der Oetinger Villa zugeordnete Stelle GVPL. 932 (Hausmeisterdienste) verbleibt,
da der Eigenbetrieb IDA weiterhin Eigentümer des Gebäudes bleibt und der neue Träger
Vielbunt nur die inhaltlilche und personelle Ausrichtung der Arbeit übernimmt.
Der Beschluss des Magistrats erfolgt vorbehaltlich der abschließenden Beschlussfassung des
Personalrates im Rahmen seiner Mitwi rkungspflicht. Die Beteiligungsrechte de r zuständigen
Frauenbeauftragten nach dem HGlG werden gewahrt.
Darmstadt, 29.08.2016
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Dezernat I Dezernat IV Dezernat V
Jochen Partsch André Schellenberg Barbara Akdeniz
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (4)
Orte (3)
- Holzstraße 5
- Pankratiusstraße
- Frankfurter Straße 71
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2016/0372
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 29.08.2016
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00