Mandari Insight

2016/0372

Kommunales Jugendzentrum der Wissenschaftsstadt Darmstadt - Oetinger Villa -, hier Übertragung der Trägerschaft an den Verein Vielbunt e.V.

Magistratsvorlage 29.08.2016

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Anlage — Die Erhebung wird von den pädagogischen Fachkräften vor Ort erstellt

Erhebung Altersstruktur 2014 bis April 2016

Mittelwert von Tag Aker I
Mittelwert von Tag Aker Il
@Mittehwert von Tag Alter ill

Legende Alter:

Blau, Alter |= bis 18 Jahre
Rot, Alter II = 19-24 Jahre
Grün, Alter II= ab 25 Jahre

Erhebung Besucher*innenzahlen 2014 bis April 2016

Erhebung Besucher*innenzahlen nach Geschlecht

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8196 Zeichen

alläa vielbunt
queere community sarnstas MOM vie [ b un t

queere community darmstadt

vielbunt e.V. | Holzstraße 5 | 64283 Darmstadt | vorstand@vielbunt.org | www.vielbunt.org | 0176 62573994

Darmstadt, 01.08.16

Wissenschaftsstadt Darmstadt

Der Magistrat

SG Maßnahmenförderung in Trägervielfalt und Finanzen
Frankfurter Straße 71

64293 Darmstadt

Antrag auf Betriebskostenzuschuss

Sehr geehrte Damen_Herren

Hiermit beantragen wir einen Zuschuss für den Betrieb eines Queeren Zentrums in den
Räumlichkeiten der Oetinger Villa. j

Seit 2010 setzt sich vielbunt e.V. für die Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und
Trans* (LGBT*) in Darmstadt ein. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung
abzubauen, die LGBT*-Community zu stärken und die Vielfalt und Akzeptanz in einer bunten
Stadtgesellschaft zu fördern.

Seit der Gründung im November 2010 hat vielbunt es geschafft, eine enorm große Anzahl von
Ehrenamtlichen zu gewinnen und einzubinden und dadurch in Darmstadt zahlreiche Angebote
zu etablieren. Diese Angebote sind auf zwei Ebenen von Bedeutung:

Zum einen sprechen zahlreiche Projekte von vielbunt Menschen in besonderen Lebenslagen
an und bieten Hilfe, Orientierung und Unterstützung. Hier sind vor allem die Jugendarbeit, die
offenen Treffen für Trans*-Menschen und das SCHLAU-Aufklärungsprojekt zu nennen. Auch
der monatliche Stammtisch hilft LGBT* in Darmstadt in Kontakt mit anderen zu kommen und
stellt damit eine wichtige Anlaufstelle vor allem für ansonsten isoliert lebende queere
Menschen mit besonderen Lebenssituationen und Bedürfnissen dar.

Zum anderen hat vielbunt e.V. auf einer allgemeineren Ebene Angebotsformen geschaffen,
welche queere Community und Stadtgesellschaft in Austausch miteinander bringen und einen
Beitrag zum toleranten und akzeptierenden Miteinander in unserer Stadt leisten. Dies sind vor
allem der Christopher Street Day im August, Aktionen zum Internationalen Tag gegen
Homophobie und Transphobie am 17. Mai, die AIDS-Gala zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember
sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen.

alla vielbunt

queere community darmstadt

vielbunt e.V. | Holzstraße 5 | 64283 Darmstadt | vorstand@vielbunt.org | www.vielbunt.org | 0176 62573994

Die von vielbunt entwickelten und durchgeführten Angebote sind mittlerweile wichtige
Elemente für LGBT* in Darmstadt geworden und der Verein erreicht über seine mehr als 200
Mitglieder hinaus mehrere hundert Menschen jährlich. Im Rahmen der verschiedenen
Arbeitsfelder des Vereins engagieren sich in derzeit neun Arbeitsgruppen mehr als 70
Mitglieder regelmäßig ehrenamtlich.

Durch die Arbeit in den letzten fünf Jahren konnte vielbunt sich in der Arbeitsweise stark
professionalisieren und eine Fachlichkeit in LGBT*-Themen entwickeln, von der der Verein
selbst, aber auch die Öffentlichkeit und andere Organisationen profitieren. vielbunt eV. steht
im regelmäßigen Kontakt mit Parteien, Trägern der Jugendarbeit, Vereinen, Organisationen
und Einrichtungen.

Der Verein hat seit seiner Gründung viel Unterstützung und Anerkennung erfahren. So waren
bereits in 2011 die ersten Gespräche mit Vertreter_innen der Stadt Darmstadt sehr
konstruktiv. Bei den Christopher Street Days in den Jahren 2011 bis 2015 übernahm der
Oberbürgermeister die Schirmherrschaft. Die intensive und engagierte Beratung des Vereins
durch die Stadt Darmstadt ermöglichte die finanzielle Förderung verschiedener
Vereinsprojekte. Auch andere Vereine und Träger stehen mit vielbunt im Kontakt und bieten
Unterstützung und Zusammenarbeit (z.B. SKA und Mehrgenerationenhaus). Das sichtbarste
Zeichen der Anerkennung erfuhr vielbunt e.V. durch die Verleihung des Gesicht-Zeigen-Preises
der Stadt Darmstadt in 2014, der die Arbeit des Vereins und das Engagement der
Ehrenamtlichen ehrte.

Mehrfach in der Woche gibt es Arbeitsgruppentreffen, um regelmäßige wie auch einmalige
Angebote erfolgreich durchzuführen. Alle Projekte, welche die ausschließlich ehrenamtlich
tätigen Menschen bei vielbunt mit großem Einsatz und Ideenreichtum umsetzen, kosten Zeit
und individuelle Anstrengungen. Immer wieder stoßen aktive Mitglieder an Grenzen, wenn es
um die Umsetzung neuer Ideen und die Aufrechterhaltung selbst gesetzter Standards geht.
Arbeitsgruppensitzungen finden teilweise in privaten Räumen oder unter freiem Himmel statt.
Die Jugendgruppe muss sich auf die Mitnutzung der Räume anderer Organisationen stützen
und ist seit ihrem Bestehen bereits zum vierten Mal umgezogen. Im letzten Dezember konnte
aufgrund kurzzeitiger Obdachlosigkeit kein Treffen der Jugendgruppe stattfinden.

Materialien von vielbunt, die zur Durchführung des CSDs angeschafft wurden, lagern derzeit
bei einigen Mitgliedern in Kellerräumen und auf Dachböden über das gesamte Stadtgebiet
verteilt. Die Verwaltung der Mitglieder und die Buchhaltung finden ebenfalls in privaten
Räumen statt.

LGBT* sind in Deutschland und Darmstadt nach wie vor eine diskriminierte Minderheit.
Bislang gibt es in der Stadt keinen Schutzort, an dem hilfesuchende LGBT* sich aufgehoben
fühlen und um Rat fragen können. Für diese sensible Gruppe fehlt eine offene Tür in
Darmstadt. Bedarfsgerechte queere Angebote sind oft durch fehlende räumliche Ressourcen
begrenzt. Auch die im September gestartete Task Force für LGBT* Flüchtlinge, (Rainbow
Refugees) als wohl eines der wichtigsten Projekte in den kommenden Jahren, leidet unter
dem Fehlen fester Räumlichkeiten als Begegnungsstätte sowie einer Adresse für den oft
ohnehin schon schwierigen Erstkontakt.

vielbunt eV. hat sich in den letzten fünf Jahren zu einem sehr aktiven und mitgliederstarken
Verein entwickelt. Mit der Durchführung zahlreicher Projekte, einer hohen Orientierung an

alla vielbunt

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vielbunt e.V. | Holzstraße 5 | 64283 Darmstadt | vorstand@vielbunt.org | www.vielbunt.org | 0176 62573994

den Bedarfen der LGBT*-Community und der Auseinandersetzung mit aktuellen
gesellschaftlichen Debatten auf kommunaler, Länder- und Bundesebene ist vielbunt nicht nur
zu einem Sprachrohr der queeren Community in Darmstadt geworden, sondern auch ein
wichtiger Akteur in Hessen und Deutschland. vielbunt beteiligt sich als Kooperationspartner an
der Erarbeitung des Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt (APAV) unter der
Federführung von Staatssekretär Jo Dreiseitel und arbeitet auch in bundesweiten Kontexten
zu queerer Aufklärungsarbeit, Flüchtlingsarbeit und CSD-Arbeit.

Die beachtliche Entwicklung des noch jungen Vereins ist nicht nur das Ergebnis des
Engagements der Ehrenamtlichen sondern auch geprägt von glücklichen Zufällen und der
Solidarität vieler. Und Engagement, Glück und Solidarität werden auch weiterhin nötig sein,
damit sich die Arbeit von vielbunt gut entwickeln kann. Aber das alleine wird nicht reichen. Es
braucht auch Infrastruktur und finanzielle Förderung, um die Arbeit von vielbunt mittel- und
langfristig abzusichern.

Um das Engagement der Menschen bei vielbunt zu stärken und eine gute Arbeit weiterhin zu

ermöglichen, braucht queeres Leben in Darmstadt ein Zuhause.
vielbunt ist bereit und es ist an der Zeit, ein Queeres Zentrum in Darmstadt zu gründen.

Mit freundlichen Grüßen

r
Stefan Kräh Alexander Arnold
1. Vorsitzender 2. Vorsitzender

Ds

Dennis Hochmann Stefan Zoll
Kassenwart Beisitzer

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Finanzierung eines Queeren Jugendzentrums in Darmstadt

A. Ausgaben

1. Personalausgaben

a.) Gehalt für eine_n Mitarbeiter_in 48.000 Euro
b.) Honorare 2.000 Euro
Summe der Personalausgaben: 50.000 Euro

2. Sachausgaben

a.) Bauliche Unterhaltungsarbeiten 500 Euro
b.) Neuanschaffungen " 1.000 Euro
c.) Telefon/Internet 1.200 Euro
d.) Büromaterial 200 Euro
e.) Versicherungen (Hausrat + Elektronik) 400 Euro
f.) Literatur/Zeitschriften 100 Euro
g.) Sonstige Aufwendungen 100 Euro
h.) Nebenkosten 2.500 Euro
Summe der Sachausgaben: 6.000 Euro
3. Summe der Gesamtausgaben : 56.000 Euro

B. Einnahmen

1. Eigenmittel
a.) Mitgliedsbeiträge 6.700 Euro

2. Zuwendung Dritter
a.) Beantragter städtischer Zuschuss 56.000 Euro

3. Summe der Gesamteinnahmen 62.700 Euro

anlage 3

30100 Zeichen

Konzeptpapier „Queeres Zentrum“

Inhaltsverzeichnis

Konzeptpapier „QAueeres Zentrum” ......uennenenuniesuenenisskesenenannsuns nennen 1
Queeres Leben braucht ein Zuhause ........ EEE OST EEE ERHEBEN EHRE RER 3
1. Zielgruppen und Ziele eines Queeren Zentrums... nennen 5

1.1 Zielgruppen ....unnnesneeseneenneneneennnnennnnnnnennnennsnn nennen tn nannten 5
1.2 Ziele ............nnnsenenennennnenennannnnennnnnnnnnnnenenen nennen nn enenennepnnennne nn nn ennnennnennennentn ne 5
2. Art und Weise der Zielerreichung.... ws
Jugendarbeit .......emnznorsnenennonannensnennnnnnn namen nun EEE EEE ENERGIEN 6
Trans* Selbsthilfe... euer 7
Flüchtlingshilfe.............000202200200020 0000010 rer ee ereneheerrenee 7
Beratung und Information ..............02 2222: 1gEm0SSc Eger EEE ET IEEREREENEEETETLCHTLETEEEENERNT 8
Vernetzung .uumesennneneneenneneneenennnnennnnnne ne nnnnennennenn nn nnnnensnnnnnnen nannten nennen nenananenrennnnnnnannnnnen 9
SCHLAU .n.nnnnanann nenne nann engere EIERN ERBE RRERRISTs Te SR AREEERETERTRTT 9
Öffentlichkeitsarbeit .. nisse REEL 10
Christopher Street Day auuusennneannennennn RRTRTTEENENNEENERNETRERRBENER 10
Kulturen ET TETELREL ı1
Politik und Bildung ............s00neessnenennnnennnnenenennenennnnnnennnennnnnennnsensnenennnenennennnnennsnnntnnennnnnsennenn 11

3. Nutzung der Oetinger Villa als Queeres Zentrum ........esnnennsnenesnennuennen essen 12

Queeres Leben braucht ein Zuhause

Seit fünf Jahren setzt sich vielbunt e.V. für die Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen
und Trans* (LGBT*) in Darmstadt ein. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung
abzubauen, die LGBT*-Community zu stärken und die Vielfalt und Akzeptanz in einer bunten
Stadtgesellschaft zu fördern.

Seit der Gründung im November 2010 hat vielbunt es geschafft, eine enorm große Anzahl von
Ehrenamtlichen zu gewinnen und einzubinden und dadurch in Darmstadt zahlreiche
Angebote zu etablieren. Diese Angebote sind auf zwei Ebenen von Bedeutung:

Zum einen sprechen zahlreiche Projekte von vielbunt Menschen in besonderen Lebenslagen
an und bieten Hilfe, Orientierung und Unterstützung. Hier sind vor allem die Jugendarbeit, die
offenen Treffen für Trans*-Menschen und das SCHLAU-Aufklärungsprojekt zu nennen. Auch
der monatliche Stammtisch hilft LGBT* in Darmstadt in Kontakt mit anderen zu kommen und
stellt damit eine wichtige Anlaufstelle vor allem für ansonsten isoliert lebende queere
Menschen mit besonderen Lebenssituationen und Bedürfnissen dar.

Zum anderen hat vielbunt e.V. auf einer allgemeineren Ebene Angebotsformen geschaffen,
welche queere Community und Stadtgesellschaft in Austausch miteinander bringen und einen
Beitrag zum toleranten und akzeptierenden Miteinander in unserer Stadt leisten. Dies sind
vor allem der Christopher Street Day im August, Aktionen zum Internationalen Tag gegen
Homophobie und Transphobie am 17. Mai, die AIDS-Gala zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember
sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen.

Die von vielbunt entwickelten und durchgeführten Angebote sind mittlerweile wichtige
Elemente für LGBT* in Darmstadt geworden und der Verein erreicht über seine mehr als 200
Mitglieder hinaus mehrere hundert Menschen jährlich. Im Rahmen der verschiedenen
Arbeitsfelder des Vereins engagieren sich in derzeit neun Arbeitsgruppen mehr als 70
Mitglieder regelmäßig ehrenamtlich.

Durch die Arbeit in den letzten fünf Jahren konnte vielbunt sich in der Arbeitsweise stark
professionalisieren und eine Fachlichkeit in LGBT*-Themen entwickeln, von der der Verein
selbst, aber auch die Öffentlichkeit und andere Organisationen profitieren. vielbunt e.V. steht
im regelmäßigen Kontakt mit Parteien, Trägern der Jugendarbeit, Vereinen, Organisationen
und Einrichtungen.

Der Verein hat seit seiner Gründung viel Unterstützung und Anerkennung erfahren. So waren
bereits in 2011 die ersten Gespräche mit Vertreter_innen der Stadt Darmstadt sehr
konstruktiv. Bei den Christopher Street Days in den Jahren 2011 bis 2015 übernahm der
Oberbürgermeister die Schirmherrschaft. Die intensive und engagierte Beratung des Vereins
durch die Stadt Darmstadt ermöglichte die finanzielle Förderung verschiedener
Vereinsprojekte. Auch andere Vereine und Träger stehen mit vielbunt im Kontakt und bieten
Unterstützung und Zusammenarbeit (z.B. SKA und Mehrgenerationenhaus). Das sichtbarste
Zeichen der Anerkennung erfuhr vielbunt e.V. durch die Verleihung des Gesicht-Zeigen-
Preises der Stadt Darmstadt in 2014, der die Arbeit des Vereins und das Engagement der
Ehrenamtlichen ehrte.

Mehrfach in der Woche gibt es Arbeitsgruppentreffen, um regelmäßige wie auch einmalige
Angebote erfolgreich durchzuführen. Alle Projekte, welche die ausschließlich ehrenamtlich
tätigen Menschen bei vielbunt mit großem Einsatz und Ideenreichtum umsetzen, kosten Zeit

und individuelle Anstrengungen. Immer wieder stoßen aktive Mitglieder an Grenzen, wenn es
um die Umsetzung neuer Ideen und die Aufrechterhaltung selbst gesetzter Standards geht.
Arbeitsgruppensitzungen finden teilweise in privaten Räumen oder unter freiem Himmel
statt. Die Jugendgruppe muss sich auf die Mitnutzung der Räume anderer Organisationen
stützen und ist seit ihrem Bestehen bereits zum vierten Mal umgezogen. Im letzten Dezember
konnte aufgrund kurzzeitiger Obdachlosigkeit kein Treffen der Jugendgruppe stattfinden.
Materialien von vielbunt, die zur Durchführung des CSDs angeschafft wurden, lagern derzeit
bei einigen Mitgliedern in Kellerräumen und auf Dachböden über das gesamte Stadtgebiet
verteilt. Die Verwaltung der Mitglieder und die Buchhaltung finden ebenfalls in privaten
Räumen statt.

LGBT* sind in Deutschland und Darmstadt nach wie vor eine diskriminierte Minderheit.
Bislang gibt es in der Stadt keinen Schutzort, an dem hilfesuchende LGBT* sich aufgehoben
fühlen und um Rat fragen können. Für diese sensible Gruppe fehlt eine offene Tür in
Darmstadt. Bedarfsgerechte queere Angebote sind oft durch fehlende räumliche Ressourcen
begrenzt. Auch die im September gestartete Task Force für LGBT* Flüchtlinge, (Rainbow
Refugees) als wohl eines der wichtigsten Projekte in den kommenden Jahren, leidet unter
dem Fehlen fester Räumlichkeiten als Begegnungsstätte sowie einer Adresse für den oft
ohnehin schon schwierigen Erstkontakt.

vielbunt e.V. hat sich in den letzten fünf Jahren zu einem sehr aktiven und mitgliederstarken
Verein entwickelt. Mit der Durchführung zahlreicher Projekte, einer hohen Orientierung an
den Bedarfen der LGBT*-Community und der Auseinandersetzung mit aktuellen
gesellschaftlichen Debatten auf kommunaler, Länder- und Bundesebene ist vielbunt nicht nur
zu einem Sprachrohr der queeren Community in Darmstadt geworden, sondern auch ein
wichtiger Akteur in Hessen und Deutschland. vielbunt beteiligt sich als Kooperationspartner
an der Erarbeitung des Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt (APAV) unter der
Federführung von Staatssekretär Jo Dreiseitel und arbeitet auch in bundesweiten Kontexten
zu queerer Aufklärungsarbeit, Flüchtlingsarbeit und CSD-Arbeit.

Die beachtliche Entwicklung des noch jungen Vereins ist nicht nur das Ergebnis des
Engagements der Ehrenamtlichen sondern auch geprägt von glücklichen Zufällen und der
Solidarität vieler. Und Engagement, Glück und Solidarität werden auch weiterhin nötig sein,
damit sich die Arbeit von vielbunt gut entwickeln kann. Aber das alleine wird nicht reichen. Es
braucht auch Infrastruktur und finanzielle Förderung, um die Arbeit von vielbunt mittel- und
langfristig abzusichern.

Um das Engagement der Menschen bei vielbunt zu stärken und eine gute Arbeit weiterhin zu
ermöglichen, braucht queeres Leben in Darmstadt ein Zuhause.
vielbunt ist bereit und es ist an der Zeit, ein Queeres Zentrum in Darmstadt zu gründen.

1. Zielgruppen und Ziele eines Queeren Zentrums

1.1 Zielgruppen
Die Arbeit im Queeren Zentrum richtet sich an:

Lesben
Schwule
Bisexuelle

Trans* (Transsexuelle, Transgender, Transidente, Transvestiten, genderqueere Menschen
etc.)

Intersexuelle Menschen

Queere Menschen

Menschen, die ihre sexuelle Identität keiner Kategorie zuordnen wollen oder können
Menschen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind (z.B. LGBT* mit Behinderung)
Eltern von LGBT*

Gruppen, die einen SCHLAU-Workshop besuchen wollen (Jugendgruppen,
Flüchtlingshelfer_innen)

Pädagogische Fachkräfte, die einen Multiplikator_innen-Workshop besuchen wollen

Insbesondere bietet das Zentrum spezifische Angebote für

LGBT* Menschen, die am Anfang ihres Coming Outs stehen
LGBT* Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre

LGBT* Flüchtlinge

1.2 Ziele
Die Ziele des Queeren Zentrums sind:

Stärkung der LGBT* Selbsthilfe

Stärkung der LGBT* Selbstorganisation

Vernetzung bestehender Initiativen

Abbau von Diskriminierung

Förderung der Sichtbarkeit / öffentlichen Wahrnehmung
Begegnungsstätte

Schutzort

Anlaufstelle für Information und Erstkontakt

Ort für kleinere Veranstaltungen (Kultur, Bildung, Information)

2. Art und Weise der Zielerreichung

Jugendarbeit

Die queere Jugendgruppe „Farbenfroh“ von vielbunt e.V. ist ein offenes Angebot für alle
lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans* Jugendlichen und jungen Menschen bis 27
Jahre. Die Jugendgruppe bietet dabei einen geschützten Raum zum Austauschen und
Kennenlernen anderer LGBT*. Die Jugendgruppe wird von einem pädagogisch geschulten
Team betreut, das in Absprachen mit dem vielbunt-Jugendvorstand, neben den regelmäßigen
Treffen auch weitere Angebote plant und durchführt.

Nicht nur, aber vor allem in der schwierigen Phase des Coming-Out-Prozesses benötigen
junge LGBT* diesen Schutzraum, frei von Diskriminierung und Vorurteilen, in dem sie
Gleichaltrige in ähnlichen Situationen kennenlernen. Solche Orte können Jugendräume,
Vereine oder Schulen häufig nur bedingt oder gar nicht bieten, da in diesen in der Regel
heteronormative Lebenskonzepte vorgelebt werden.

Das Angebot wird derzeit von einer Gruppe von über 25 Jugendlichen und jungen
Erwachsenen genutzt. Die Jugendgruppe besteht seit 2012.

Die bisherige Raumsituation ließ leider nur zweimal pro Monat Treffen der queeren
Jugendgruppe zu. Zudem fanden diese in Räumlichkeiten statt, die für partizipative und
kreative Jugendarbeit nur bedingt geeignet waren. Durch den dennoch enormen Zuspruch
der Jugendgruppe sind im Augenblick mehrere Probleme deutlich, die sich in den
Räumlichkeiten in der Oetinger Villa beheben lassen:

Die sehr kleinen bisherigen offenen Räume, machen einen spontanen, partizipativen Ablauf
des offenen Angebots nicht möglich. Eine inhaltliche sowie auch methodische Planung und
die Bereitstellung notwendiger Materialien liegen nahezu alleine bei der pädagogischen
Leitung der Gruppe. Ein offenes Angebot, das Jugendlichen ermöglicht, die Zeit während des
Jugendtreffs frei zu gestalten, ist wegen des fehlenden Platzes nicht möglich. In den
Räumlichkeiten der Oetinger Villa sind hingegen diverse Angebote denkbar, die immer zur
Verfügung stehen könnten und dem Konzept eines offenen Treffs gerecht werden. Denkbare
Beispiele sind neben einem Tischkicker, einem Billardtisch oder der entsprechenden
Ausstattung für Videospiele und Konsolen, auch ruhige Sitzecken, eine „Cafe-Atmosphäre“,
die zu Gesprächen einlädt sowie durch die passende Größe der Räume, pädagogische
Gruppen- und Bewegungsspiele. Bisher beliebte Angebote wie Koch- oder Filmabende,
könnten durch die Räumlichkeiten in der Villa ein anders Setting, frei von räumlichen
Beschränkungen und engen Mietzeiten (im Augenblick ist der Jugendtreff nur bis 20 Uhr
möglich) finden.

Auch wir erleben in der Jugendgruppe, dass es nicht „die“ queere Jugend in Darmstadt gibt.
Schwule Jungs haben andere Bedürfnisse als lesbische Mädchen, Trans*-Jugendliche andere
Fragen als Cis-Jugendliche und natürlich sind die Themen von 14- oder 15-jährigen LGBT*
andere als die von 22-jährigen. Hier stößt der offene Treff mit seinen starren Strukturen
bisher an seine Grenzen. Von allen benannten Gruppen gab es in den vergangenen Jahren
Teilnehmer_innen, allerdings hat sich im Laufe der Zeit die Gruppe von schwulen Cis-
Jugendlichen zwischen 18 und Anfang 20 als Hauptnutzer herausgebildet. Um auch in Zukunft

Ansprechpartner für alle LGBT*-Jugendlichen in Darmstadt zu sein, sind neben dem offenen
Treff weitere Angebote für Gruppen mit besonderen Merkmalen denkbar. Ob dabei der
Faktor Alter entscheidend sein wird oder andere der genannten Merkmale, ist zu evaluieren.

Neben der beschriebenen Verbesserung und Ausweitung des regelmäßigen Angebots bieten
die Räumlichkeiten in der Oetinger Villa eine sehr gute Möglichkeit einmalige oder besondere
Veranstaltungen durchzuführen. Hier wären Konzerte, Lesungen und Poetry Slams mit
queerem Hintergrund genannt. In der Vergangenheit gab es vereinzelt bereits Trhemenabende
für die Jugendgruppe. Diese könnten nun in einem größeren Raum stattfinden, der im
Anschluss auch Platz für Gespräche bietet.

Kreatives Arbeiten mit Medien oder künstlerische Betätigungen konnten bisher keinen Platz
in der Jugendarbeit bei vielbunt finden. Die Räume in der Oetinger Villa können hier optimal
genutzt werden. Ob nun ein Film- oder Fotoprojekt durchgeführt werden soll oder doch eher
Musik- oder Bastelabende, kann gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt werden. Bisher
scheiterten ähnliche Vorhaben an den räumlichen Begebenheiten und an den Möglichkeiten,
angeschaffte Materialen entsprechend unterzubringen.

Trans* Selbsthilfe

„Sei trans* Du“ ist ein Selbsthilfeprojekt von Trans* für Trans*. Es bietet eine Plattform für
Trans*Personen in Darmstadt und Umgebung, bei der das Wohlfühlen in der eigenen Haut an
erster Stelle steht. Die Türen stehen offen für sämtliche Menschen die sich, unabhängig vom
individuellen Entwicklungs- oder Outing-Status, im Spektrum des Trans*Seins wiederfinden.
Der Fokus liegt vor allem auf jenen, die noch am Anfang ihres Werdegangs stehen,
unabhängig davon, ob sie in eine transsexuelle, transvestitische, genderqueere oder sonstige
Laufbahn einmünden werden. Da dies nicht nur junge Menschen betrifft, sondern auch
solche, die viele Jahre nicht in ihrer Wunschidentität gelebt haben, ist das Angebot
ausdrücklich an alle Altersklassen gerichtet.

Organisiert werden monatliche, mehrstündige Treffen, in denen in erster Linie ein geschützter
Raum zur freien Entfaltung geboten wird. Teilnehmende können hier in ihrem
Wunschgeschlecht sein ohne diskriminiert zu werden. Ebenso besteht die Möglichkeit sich
auszutauschen und gegenseitig zu helfen. Mit Gesprächen, Diskussionen und Kennenlernen
anderer Trans*, sowie der gemeinsamen Auseinandersetzung mit sämtlichen Aspekten des
Lebens als Trans*, sollen insbesondere Neulinge in ihrer Findungsphase und der Austausch
zwischen Vertreter_innen aller Facetten von Trans* gestärkt werden.

Dieses Angebot besteht seit 2012 und wird derzeit von etwa 20 Menschen regelmäßig
genutzt. Die Räumlichkeiten in der Oetinger Villa können als halböffentlicher Schutzraum für
die Gruppentreffen genutzt werden. Eine entspannte Cafe-Atmosphäre schafft Vertrautheit
und Sicherheit. Ebenso bieten sich weitere Möglichkeiten identitätsstiftender und
emanzipatorischer Projekte und Angebote.

Flüchtlingshilfe

Die Flüchtlingshilfe ist ein großes gesamtgesellschaftliches Thema. Neben Krieg und Terror ist
auch die sexuelle und geschlechtliche Identität oft genug ein Grund, dass Menschen ihre
Heimat verlassen und hier Schutz suchen. Homosexuelle, bisexuelle und trans* Geflüchtete,
die in Darmstadt ankommen, sind eine besonders sensible Gruppe mit spezifischen

Problemstellungen und Bedürfnissen. Die Rainbow Refugees erarbeiten, wie eine
bedarfsgerechte Unterstützung für queere Geflüchtete aussehen kann. Mitgedacht wird hier,
dass neben einer oftmals traumatisierenden Flucht und der Ankunft in einem ungewohnten
Umfeld auch Stigmatisierung und Kriminalisierung von nicht-heterosexuellen oder trans*
Menschen in den Sammelunterkünften fortbesteht.

Sprachliche, kulturelle und strukturelle Hindernisse erschweren den Zugang zu Hilfsangeboten
und der LGBT*-Community. Die Rainbow Refugees nehmen sich diesem Thema an, um
LGBT*-Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu bieten und Hilfesuchende zu unterstützen.

Das Angebot befindet sich im Aufbau und ist vernetzt mit LGBT*-Flüchtlingsprojekten in
anderen Städten. Derzeit werden drei schwule Flüchtlinge dauerhaft ehrenamtlich betreut.
Ebenso wurden und werden einmalige bis kurzzeitige Kontaktaufnahmen bearbeitet.

Durch die große Anzahl von Migrant_innen, die in der jüngeren Vergangenheit nach
Darmstadt gekommen ist, wird dies auch für vielbunt in den nächsten Jahren ein höchst
relevantes Thema sein. Anhand der Erfahrungen von uns und anderer LGBT*-Organisationen
in Deutschland ist abzulesen, dass die Kontaktaufnahme mit vielbunt für viele LGBT*
Migrant_innen die Überwindung höherer Hemmschwellen bedeutet, als für andere. Fehlende
Schutzräume und ein damit verbundener fester Anlaufpunkt sind hier als Grund zu nennen.
Die Oetinger Villa als Adresse auch für LGBT* Geflüchtete würde die Kontaktaufnahme und
Flüchtlingshilfe deutlich optimieren. Ein offenes Integrationsangebot, Beratung oder die
Installierung einer festen Gruppe sind denkbare Möglichkeiten künftiger Geflüchtetenarbeit.

Für unsere Rainbow Refugees bieten die Räumlichkeiten die Chance für einen Ort, an dem die
Unsichtbarkeit - auch untereinander - aufgehoben wird. Hier kann eine Plattform für
Kennenlernen, Vernetzung und gegenseitige Hilfe geschaffen werden.

Beratung und Information

Der Verein vielbunt bietet ein Orientierungs- und Beratungsangebot für gleichgeschlechtlich
orientierte Menschen sowie alle Menschen mit Klärungsbedarf zu Geschlecht und Identität.
Es gliedert sich in verschiedene Ebenen. Als erste Ebene bietet das Zentrum ein offenes
Gesprächsforum, in dem durch die Präsenz von Schwulen, Lesben und Transsexuellen zur
Thematisierung eigener Fragestellungen motiviert wird. Wenn ein Ansprechen dieser Fragen
in den Gruppen oder offenen Angeboten nicht möglich ist, kann auf der zweiten Ebene ein
Gesprächsangebot genutzt werden, welches von Ehrenamtlichen betreut wird. Im Zentrum
stehen hier das vertrauliche Gespräch zu zweit und die Information über
gleichgeschlechtliche Lebensweisen oder Transsexualität. Stößt diese Einheit an ihre Grenzen
im Sinne psychologischer Problemstellungen werden die Ratsuchenden an entsprechende
Beratungsstellen weiterverwiesen.

Die festen Räumlichkeiten in der Oetinger Villa machen ein offenes Angebot möglich und
laden dazu ein, sich auf niedrigschwellige Art über die Arbeit von vielbunt und weitere
Angebote für LGBT* zu informieren. Bisher waren die Möglichkeiten, Menschen durch Phasen
des Coming Outs zu begleiten und ihnen beratend zur Seite zu stehen, nicht nur durch die
fehlende Ausbildung der ehrenamtlichen Helfer_innen, sondern vor allem in Ermangelung
fester Räumlichkeiten ein großes Hindernis.

Gerade die Möglichkeit das Queere Zentrum als offenes Angebot zu gestalten, vereinfacht
den Zugang.

Vernetzung

Das Queere Zentrum bietet vielbunt e.V. die Möglichkeit nicht nur eigene Angebote
durchzuführen, sondern auch ein Partner für andere zu sein, bestehende Vernetzungen zu
erweitern und neue zu entwickeln. vielbunt ist Mitglied bei SCHLAU Hessen und Queere
Bildung e.V. sowie beim CSD Deutschland e.V. und Teil der CSD Süd-West-Vernetzung. Das
Queere Zentrum bietet Raum, sich aktiver in diesen Organisationen zu beteiligen und selbst
Veranstaltungen durchzuführen.

Ebenfalls werden regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen und Projekte mit der AIDS-Hilfe
Darmstadt und den Queer-Referaten der ASten geplant und durchgeführt, die im Queeren
Zentrum stattfinden.

vielbunt hat sich in den letzten Jahren zu einem der mitgliedsstärksten queeren Verein in
Hessen entwickelt und wird als dieser auch über die Landesgrenzen hinaus wahrgenommen.
Um diese Rolle auch weiterhin ausfüllen zu können ist Vernetzung mit anderen Community-
Vereinen unbedingt notwendig. In der Vergangenheit hat vielbunt immer wieder von
Synergieeffekten profitiert, die durch Vernetzungen möglich wurden.

SCHLAU

SCHLAU Darmstadt ist das Antidiskriminierungsprojekt von vielbunt. Es richtet sich in erster
Linie an Schulen in Darmstadt und der näheren Umgebung, aber auch an Jugendgruppen,
Vereine und Institutionen.

Schulklassen und Jugendgruppen können SCHLAU-Workshops oder Projekttage im Queeren
Zentrum besuchen, und sich mit den Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt
beschäftigen. Die Durchführung solcher Angebote in den eigenen Räumen in der Oetinger
Villa, ermöglicht eine intensivere Auseinandersetzung, die weniger durch die Atmosphäre von
schulischem Alltag geprägt ist. Die Räume sind besonders für das Arbeiten in kleineren
Gruppen geeignet. Hier greifen wir auf Erfahrungen von SCHLAU Frankfurt zurück, die in
eigenen Räumen im queeren Jugendzentrum KUSS41 diese Angebote realisieren.

Neben der Vermittlung von Akzeptanz für die Vielfalt der Lebensentwürfe verringert SCHLAU
Berührungsängste gegenüber Lesben, Schwulen Bisexuellen und Trans* und leistet damit
einen Beitrag zur Prävention von psychischer oder physischer Gewalt gegenüber sexuellen
und geschlechtlichen Minderheiten. Gleichgeschlechtlich orientierte Jugendliche werden
darüber hinaus in ihrer Identität, ihrem Umfeld und ihrer sexuellen Selbstbestimmung
gestärkt.

Wichtiges Element der Arbeit von SCHLAU Darmstadt ist die Sensibilisierung und Qualifikation
von Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit und FSJler_innen. Die Räume erlauben es
Angebotsmodule zu entwickeln, bei denen die Zielgruppen methodisch und vor Ort geschult
werden und auch auf diese Art einen Einblick in das queere Leben in Darmstadt bekommen.

Das Team von SCHLAU trifft sich monatlich im Queeren Zentrum um vergangene
Veranstaltungen zu reflektieren und künftige zu planen. Neben den regelmäßigen Treffen

finden Teamfortbildungen zur Weiterentwicklung des Projekts und Ausbildungsmodule für
neue Teamer_innen statt.

Das Angebot wird derzeit von zehn Ehrenamtlichen getragen. SCHLAU Darmstadt besteht seit
2011.

Öffentlichkeitsarbeit

Eine Vielzahl der Angebote von vielbunt wäre ohne eine gute Öffentlichkeitsarbeit nicht zu
machen. Neben Flyern, Pressemitteilungen und Give-aways seien hier auch diverse
Promotionfilme zu nennen, die teilweise bundesweite Beachtung in der LGBT*-Community
finden.

Nur durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit kann sichergestellt werden, dass vielbunt und das
Queere Zentrum von Menschen wahrgenommen werden. Sie hat weiterhin das Ziel, neue
Ehrenamtliche für die Mitarbeit bei vielbunt zu begeistern.

Die Öffentlichkeitsarbeit wird seit der Gründung von einem ehrenamtlichen Arbeitskreis
geleistet. Dieser besteht aus sechs Menschen, welche sich einmal monatlich treffen.

Im Laufe der letzten Jahre ist so nicht nur einiges an Material zusammengekommen, welches
in den Lagerräumen seinen Platz finden kann. Ebenso könnten in der Oetinger Villa Arbeitsplätze
geschaffen werden, an welchen Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit erstellt werden.

Christopher Street Day

Der CSD in Darmstadt findet in der Tradition der Christopher Street Days statt, die alljährlich
in verschiedenen Städten der Welt auf die Lebenssituation von LGBT* aufmerksam machen
und den Abbau von Diskriminierung fordern und fördern. Er findet jedes Jahr im August als
öffentliche Veranstaltung mit Demoparade und Straßenfest statt. Der Christopher Street Day
ist für LGBT* in Darmstadt die größte Veranstaltung im Jahr, um öffentlich auf die Belange
von Homosexuellen, Bisexuellen und Trans* aufmerksam zu machen und für eine vielfältige
Gesellschaft einstehen. Gleichzeitig ist der CSD auch ein Bekenntnis der Stadt Darmstadt zu
Offenheit und Toleranz, die an diesem Tag erlebt und gelebt werden. Der CSD Darmstadt ist
2015 mit über 1500 Besucher_innen der zweitgrößte in Hessen gewesen und so eine gute
Gelegenheit für Austausch und Vernetzung von Akteur_innen und Organisationen innerhalb
und außerhalb der LGBT*-Community.

Für vielbunt ist der CSD die größte Veranstaltung im Jahr, die in dieser Form nur durch
enormes, ehrenamtliches Engagement zu bewerkstelligen ist. Die entsprechende
Arbeitsgruppe und ihre Untergruppen, bereiten den CSD zwölf Monate lang in
Arbeitssitzungen vor. Diese Treffen, die neben Absprachen und der organisatorischen
Planung, besonders der inhaltlichen und politischen Gestaltung und Vorbereitung des CSD
dienen, werden künftig im Queeren Zentrum stattfinden.

In den vergangen Jahren ist der CSD Darmstadt spürbar gewachsen. Gerade deshalb sind die
Lagermöglichkeiten in der Oetinger Villa nicht nur ideal sondern auch dringend benötigt. In
den letzten Jahren ist auch die Zahl der Mitarbeiter_innen, die den CSD vorbereiten,
gewachsen. Und mit ihr die Zahl der Vorbereitungstreffen. Viele davon finden in privaten
Räumen oder unter freiem Himmel statt. In der Oetinger Villa wären Treffen in angenehmer

Atmosphäre sowohl für die große Arbeitsgruppe als auch die kleineren Untergruppen
möglich.

Gerade der CSD ist für viele heute aktive Mitarbeiter_innen von vielbunt die Eintrittspforte in
den Verein gewesen und dies soll auch in Zukunft so sein. Daher ist eine gute Vorbereitung in
geeigneten Räumen dringend erforderlich.

Seit zwei Jahren findet im Rahmen des CSD eine Aktionswoche statt. Hier bieten die
Räumlichkeiten eine gute Möglichkeit, Veranstaltungen und Aktionen durchzuführen. Darüber
hinaus bieten sie anderen Gruppen, welche sich an der Aktionswoche beteiligen eine gute
Plattform.

Derzeit arbeiten im Team des CSD Darmstadt etwa 25 Personen, die sich mehrfach monatlich
treffen. Der CSD wird seit 2011 durchgeführt.

Kultur

Lesungen internationaler Autor_innen, Travestieabende und Ausstellungen bildender
Künstler_innen sind wichtiger Bestandteil queeren Lebens. Queeres Kulturprogramm sorgt für
Begegnung und Austausch, für Unterhaltung und Bewegung. Es ist identitätsstiftend für
LGBT* und bringt heterosexuellen Menschen die Welt von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und
Trans* ein Stück näher.

vielbunt e.V. hat bereits Lesungen, offene Bühnen, Filmabende, Kunstausstellungen und
weitere kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. Jährlich sind es etwa sechs Veranstaltungen
dieser Art, die von 30-120 Menschen besucht werden. Bisher ist es immer notwendig
gewesen, dafür Räumlichkeiten zu suchen. Die Oetinger Villa bietet genügend
Gestaltungsraum, die meisten solcher Veranstaltungen durchzuführen. Darüber hinaus bietet
sie die Chance, die Veranstaltungen größer werden zu lassen: Gerade die beliebte „AIDS-
Gala“, die vielbunt zugunsten der AIDS-Hilfe Darmstadt organisiert, bedarf dringend größerer
Räumlichkeiten. Es existieren in der Arbeitsgruppe „Kultur und Community“ viele Ideen, die
durch eigene Räumlichkeiten leichter realisiert werden können. Beispielsweise könnte nun
das bisher einmalige Event „Queer durch die Geschichte“ fortgeführt werden.

Politik und Bildung

Politische Auseinandersetzung mit der Geschichte und der aktuellen Situation von LGBT* ist
ein wichtiger Baustein aktiver queerer Arbeit. Diskussionsveranstaltungen, Fachtage,
Workshops, wissenschaftliche Vorträge und Filmvorführungen stärken die Community nach
innen und bieten auch die Möglichkeit, eine größere Öffentlichkeit für spezifische Themen
von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* zu ‘sensibilisieren. vielbunt hat bereits
öffentliche Diskussionsveranstaltungen zum Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare,
zu Vielfalt und Kirche, Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homophobie und
Transphobie, Vorträge über Geschlechtervielfalt, die rechtliche Situation von Transsexuellen
etc. durchgeführt. Jährlich finden etwa sechs Veranstaltungen dieser Art statt, die von 30 bis
100 Menschen besucht werden. Die Oetinger Villa bietet genügend Platz zur Vorbereitung
und auch Durchführung solcher Veranstaltungen.

3. Nutzung der Oetinger Villa als Queeres Zentrum
Um die beschriebenen Maßnahmen durchzuführen und die gesetzten Ziele zu erreichen, soll
die Oetinger Villa folgendermaßen genutzt werden:

Der große Raum im Erdgeschoss soll als Gruppen- und Arbeitsraum für die größeren
Arbeitsgruppen genutzt werden. Auch werden hier SCHLAU-Workshops für
Schulklassen und andere externe Gruppen angeboten. Ebenfalls werden
Vernetzungstreffen und Bildungsangebote sowohl für Fachkräfte, als auch für
Ehrenamtliche von vielbunt stattfinden. Entsprechend muss dieser Raum mit Tischen,
Stühlen, Moderationswänden, Beamer etc. ausgestattet sein.

Der bisherige Barraum wird sowohl als Raum für offene Angebote genutzt, als auch als
Treffpunkt für die LGBT* Jugendliche, die Trans*-Gruppe und weitere Gruppen.
Darüber hinaus werden hier Lesungen und kleinere Kulturveranstaltungen stattfinden.
Angestrebt wird eine einladende und gemütliche Atmosphäre.

Die beiden bisherigen Büroräume werden als Arbeitsraum für eine hauptamtliche
Arbeitskraft, den Vorstand, besonders für die Kassenführung und das Mitgliederwesen
und den Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Benötigt werden mehrere
Arbeitsplätze, Computer, Drucker, Schränke für die Unterbringung von Akten und
weitere Büroeinrichtung.

Barrierefreiheit: rollstuhlgerechter Zugang, Erreichbarkeit mit eingeschränkter
Sehfähigkeit etc. sind Ziele die für das Queere Zentrum von wichtiger Bedeutung sind.
Barrieren sollen so weit wie möglich abgebaut werden.

Lagerräume im Keller: Viele Angebote benötigen spezielle Materialen, um stattfinden
zu können. Hierfür eignen sich die Kellerräume. Benötigt werden hier Lagerregale und
verschließbare Schränke. Darüber hinaus auch Lagerkisten, die empfindliche
Materialien vor Feuchtigkeit schützen usw.

Räume im 1. OG: die Räumlichkeiten können als Arbeitsraum für kleinere Gruppen und
die Vorstandsarbeit genutzt werden. Auch bieten sie die Möglichkeit für diskrete
Beratungsgespräche auch bei laufendem Betrieb des offenen Zentrums.

Der große Saal kann in Absprache mit dem JuKuZ für größere kulturelle
Veranstaltungen genutzt werden.

vielbunt e.V.
Holzstraße 5

64283 Darmstadt

www ,vielbunt.org

vorstand@vielbunt.org

Der Verein vielbunt e.V. ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Darmstadt unter der VR-
Nummer 82970 eingetragen.

2016/0372

13815 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
05.09.2016 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat I 
Dezernat IV 
 
Amt: Jugendamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2016/0372 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 366010 
Kostenstelle:  051-004-1011 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  3660-10 Sachkonto Aufwand: 7128000 
 
Betreff: Kommunales Jugendzentrum der Wissenschaftsstadt Darmstadt - Oetinger Villa -, 
hier Übertragung der Trägerschaft an den Verein Vielbunt e.V.  
 
Vorlage vom: 29.08.2016  
 
Beschlussvorschlag : 
1. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung stimmen der Neuausrichtung des 
kommunalen Jugendhauses Oetinger Villa in eine freie Trägerschaft mit dem Schwerpunkt 
Queeres Jugendzentrum zum 01.01.2017 zu. 
2. Die Trägerschaft wird Vielbunt e. V übertragen.  Vielbunt e.V. ist anerkannter Träger der 
Jugendhilfe.  
3. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung stimmen zu, dem Träger zum 
Betrieb der Einrichtung einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 6.000 € für Sachkosten 
sowie  50.000 € Personalkosten für eine hauptamtliche sozialpädagogische Fachkraft 
jährlich zur Verfügung zu stellen. Die Etatisierung erfolgt unter Kostenstelle  
051-004-1011, Sachkonto 7128000, Kostenträger 3660-10. 
4. Die dem Jugendzentrum per se zugeordneten Stellen 929 und 930 (z.Z. N.N.) werden nach 
konzeptioneller Planung dem Arbeitsfeld Medienkompetenz bzw. Jugendberufshilfe 
zugeordnet.

- 2 - 
 
Anlagen: BesucherInnenstruktur Oetinger Villa  
Finanzierungsplan  
Konzeptpapier  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 29.08.2016 :  
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich in vielfacher Weise bei der Umsetzung der 
Kinder- und Jugendarbeit in Darmstadt und fördert die Weiterentwicklung in allen Bereichen.  
 
Seit drei Jahren arbeitet das Jugendamt gemeinsam mit freien Trägern der Jugendhilfe an 
einer Neuausrichtung der Kinder - und Jugendarbeit.  
Im Rahmen der Operationalisierung des Rahmenkonzeptes der Kinder - und Jugendarbeit der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt (Magist ratsvorlage Nr. 2015/0107) mit den darin 
beschriebenen Handlungsfeldern und Zielen wird überprüft, ob die Angebote für Kinder und 
Jugendliche in der Stadt noch bedarfsgerecht sind oder neuer Bedarf besteht, der von den 
bestehenden Angeboten nicht abgedeckt  wird. Die Angebote für Kinder und Jugendliche in 
Darmstadt sollen differenziert werden, so dass den vielfältigen Interessen und Nachfragen 
entsprochen werden kann.   
 
Die Angebote für Kinder und Jugendliche des Sozialraums Darmstadt Nord werden zur Zeit 
durch den Neubau eines Kinder - und Jugendzentrum im Martinsviertel mit 
Fertigstellungstermin Mitte/Ende 2017erweitert (s. Magistratsbeschluss 2014/0328 vom 
20.8.2014). 
 
Die Angebotsstruktur des Jugendhauses Oetinger Villa wurde im Rahmen des Prüfauftrages, 
Magistratsbeschluss 2016/0257 vom 23.6.2016, intensiv untersucht.  
Das JugendKulturZentrum „JuKuZ Oetinger Villa e.V.“ ist von diesen Prüfungen und 
Veränderungen nicht betroffen.  
 
Das Haus Oetinger Villa in seiner Gesamtheit behält weiterhin seinen offenen  Charakter und 
steht allen Darmstädter Jugendlichen und jungen Erwachsenen  zur Verfügung.  
 
Bisherige Angebots - und Besuchstruktur und Schwerpunkte des kommunalen Jugendhaus  
Oetinger Villa  
 
Im Rahmen der Neuausrichtung der Offenen Kinder - und Jugendarbeit w erden seit 2014, 
neben den jährlichen Sachberichten der Einrichtungen, auch die Zahlen der Besucherinnen 
und Besucher incl. Alter und Geschlecht erfasst.  
 
Die Besucherinnen und Besucher zahlen werden täglich von den Mitarbeitenden vor Ort 
erfasst und regelh aft der Verwaltung übergeben.  
Die Sachberichte werden jährlich von den Mitarbeitenden vor Ort für das vergangene Jahr 
verfasst und der Verwaltung übergeben.  
 
Angebotsstruktur des kommunalen Jugendhaues in der Oetinger Villa  
 
Die in den Sachberichten beschr iebenen Arbeitsinhalte sind seit geraumer Zeit unverändert, 
eine Entwicklung der Angebote hat nicht stattgefunden. Bereits 2014 wurde durch den 
damaligen Abteilungsleiter der Kinder - und Jugendförderung aus einem Gespräch 
dokumentiert, dass die Neuausricht ung der Kinder - und Jugendarbeit notwendig sei und die 
Mitarbeitenden vor Ort aufgefordert wurden, den Veränderungsprozess mitzugestalten.  
 
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt primär bei der Berufsorientierung und der Unterstützung 
beim Erstellen von  Bewerbu ngen, dies wird als Serviceleistung von jungen Erwachsenen 
genutzt. Eine Evaluation über die Qualität und den Erfolg des Angebotes findet aktuell nicht 
statt. 
Dieser Arbeitsschwerpunkt wird bereits durch die Jugendberufsagentur (vertragliche 
Kooperation zw ischen SGB II/Jobcenter, SGBIII/Agentur für Arbeit und SGB VIII/Jugendamt) 
überwiegend abgedeckt.  
Ein Verweis auf diese regelhaften Angebote ist für die jungen Erwachsenen sinnvoll. Die 
Beziehungsebene in der pädagogischen Arbeit kann weiterhin durch pers önlichen Zuspruch, 
Motivation im Bewerbungsverlauf, ggfs. Begleitung zu Terminen usw. genutzt und optimaler 
ausgenutzt werden (siehe spätere Beschreibung der künftigen Stelleninhalte).

- 4 - 
Die Oetinger Villa  wird von zwei Tanzgruppen genutzt. Beide Gruppen nu tzen die 
Räumlichkeiten an den gleichen Tagen ein - bis zweimal in der Woche. Die Tan zgruppen 
nutzen dafür nicht die Räume des Jugendhauses, sondern den Durchgang von Jugendhaus 
und JuKuZ, das sogenannte Kaminzimmer.  
 
Alter der Besucherinnen und Besucher  
 
Die Statistik der Besucherinnen- und Besucherzahlen im Anhang macht deutlich, dass Kinder 
und Jugendliche das Angebot seit Jahren nicht wahrnehmen. Der größte Anteil der 
Besucherinnen und Besucher  sind junge Erwachsene . 
Der im Rahmenkonzept festgelegte Alte rsschwerpunkt der offenen Arbeit liegt bei 6 -18 
Jahren. 
 
Besucherinnen - und Besucher zahlen 
 
Die Besucherinnen - und Besucher zahlen werden seit 2014 regelhaft statistisch erfasst.  
Das kommunale Jugendhaus Oetinger Villa hat seit 2014 rückläufige Besucherinnen und 
Besucherzahlen, siehe Statistik im Anhang.  
Die Statistik macht weiterhin deutlich, dass das Angebot primär von männlichen 
Jugendlichen wahrgenommen wird . 
 
Im Rahmen der Operationalisierung des Rahmenkonzeptes der Kinder - und Jugendarbeit der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt (Magistratsvorlage Nr. 2015/0107) mit den darin 
beschriebenen Handlungsfeldern und Zielen ist eine Neuausrichtung des Angebotes mit 
neuem inhaltlichen Schwerpunkt des kommunalen Kinder - und Jugendzentrums erforderlich.  
 
Neuausrichtung Jugendhaues in ein Queeres Zentrum mit Queerem Jugendzentrum  
 
Seit 2010 setzt sich Vielbunt e.V. für die Interessen von Lesben, Schwulen, bisexuellen und 
transsexuellen Menschen (LGBT*) in Darmstadt, ehrenamtlich ohne eigene Räume, ein. Der 
Verein hat es s ich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung abzubauen, die LGBT* -Community zu 
stärken und die Vielfalt und Akzeptanz in einer bunten Stadtgesellschaft zu fördern und 
durch Aufklärung homo - und transphober Diskriminierung entgegenzuwirken.  
 
Seit der Gründung hat  Vielbunt e.V. es geschafft, eine große Anzahl von Ehrenamtlichen zu 
gewinnen und einzubinden und dadurch in Darmstadt zahlreiche Angebote zu etablieren. Im 
Rahmen der verschiedenen Arbeitsfelder des Vereins engagieren sich in derzeit neun 
Arbeitsgruppen m ehr als 70 Mitglieder regelmäßig ehrenamtlich.  
 
Ihre Arbeit zeichnet sich u. a. durch eine queere Jugendgruppe, einen Elterngesprächskreis, 
das „SchLAu Projekt “ an Darmstädter Schulen, die Aidsgala, die Trans*Selbsthilfegruppe, 
Orientierungs - und Beratungs angebote,  sowie die Organisation des Christopher -Street-Day in 
Darmstadt aus.  
 
Die queere Jugendgruppe „Farbenfroh“ von Vielbunt e.V. ist ein offenes Angebot für alle 
lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans* Jugendlichen und jungen Menschen bis 27 
Jahre. Die Jugendgruppe bietet dabei einen geschützten Raum zum Austauschen und 
Kennenlernen anderer LGBT*. Die Jugendgruppe wird von einem pädagogisch geschulten 
Team betreut, das in Absprachen mit dem vielbunt -Jugendvorstand neben den regelmäßigen 
Treffen auch weitere Angebote plant und durchführt. Das Angebot wird derzeit von einer 
Gruppe von über 25 Jugendlichen und jungen Erwachsenen regelmäßig genutzt. Die 
Jugendgruppe besteht seit 2012.  
 
Mit der Durchführung zahlreicher Projekte, einer hohen Orientieru ng an den Bedarfen der 
LGBT*-Community und der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten auf 
kommunaler, Länder - und Bundesebene ist Vielbunt e.V. nicht nur zu einem Sprachrohr der 
queeren Community in Darmstadt geworden, sondern auch ei n wichtiger Akteur in Hessen 
und bundesweit. Vielbunt e.V. beteiligt sich als Kooperationspartner an der Erarbeitung des 
Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt (APAV) und arbeitet auch in 
bundesweiten Kontexten zu queerer Aufklärungsarbeit, Flü chtlingsarbeit und CSD -Arbeit.

- 5 - 
 
Die Angebote insgesamt werden zur Zeit von ca. 200 jungen Menschen genutzt und stellen 
eine wichtige Anlaufstelle vor allem für ansonsten isoliert lebende queere Menschen mit 
besonderen Lebenssituationen und Bedürfnissen da r.  
 
Die Aufgaben ein es Queeren Zentrums mit Queerem  Jugendzentrum sollen von dem Träger  
Vielbunt e. V. in den Räumen des städtischen Jugendhauses übernommen werden.  
 
Das Gebäude bleibt weiterhin in der Verantwortung der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dem 
Träger wird ein Nutzungsrecht eingeräumt.  
Das Inventar des Jugendhauses wird zur kostenfreien Nutzung dem Träger zur Verfügung 
gestellt. 
 
Die Renovierungsphase und der Wechsel sollen im Herbst 2016 beginnen und im Januar 
2017 enden. 
Für den Betrieb der Ein richtung werden dem Träger Personal- und Sachkosten in Höhe von 
insgesamt 56.000 Euro jährlich als  kommunaler Zuschuss bereitgestellt.  
 
Ein Antrag des Trägers auf Betriebskostenzuschuss liegt der Verwaltung des Jugendamtes 
vor. Antrag und Konzept sind der Vorlage beigefügt.  
 
Versorgung der aktuellen Besucherinnen und Besucher  des kommunalen Jugendhauses:  
 
Im Einzugsgebiet der Oetinger Villa hält das Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt in 
freier Trägerschaft vielfältige Angebote für Jugendliche berei t. 
 
Die Besucherinnen und Besucher  können in unmittelbarer Nähe folgende Ang ebote in 
Anspruch nehmen:  
Martinsviertel:  
- das Kinder- und Jugendzentrum „Baas Halle“ der evangelischen Regionalverwaltung  
- das Jugendhaus Max Rieger Heim der Martin Luther Gemei nde 
- JugendKulturZentrum Oetinger Villa des Trägers Oetinger Villa e.V.  
- ab 2017 das neu gebaute Internationale Jugendzentrum des Trägers SKA  
 (Pankratiusstr.)  
 
Kranichstein:  
- Jugendhaus Chillmo des Trägers Internationaler Bund  
- Jugendclub Stall des T rägers Netzwerk Rope  
- Ökumenisches Kinder - und Jugendhaus des Ökumenischen Gemeindezentrums  
 
Besucherinnen und Besucher  mit dem Angebotsschwerpunkt Bewerbungstraining können 
folgende Angebote in Anspruch nehmen:  
 
- das Angebot des Jugendamtes „Jugend berufsagentur“ in freier Träger schaft des 
Internationalen Bund es in Kooperation mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit, 
sowie deren Maßnahmen und der Berufsberatung des Jobcenters der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt, sowie deren Maßnahmen  
- perspektivisch e ine mobile Jugendberufshilfe in allen Jugendhäusern der Stadt 
angesiedelt bei der Kinder - und Jugendförderung  
 
Tanzgruppen: 
 
Den Tanzgruppen der Oetinger Villa wurde angeboten, ihre Projekte im Haus weiterzuführen. 
Die Gruppen können weiterhin die Räume, i n Absprache mit allen anderen Nutzer*innen, 
nutzen. Eine Einschränkung findet nicht statt.  
 
Eine Überleitung der Besucherinnen und Besucher  in ein neues Angebot, sofern sie nicht die 
Angebote durch Vielbunt e. V. wahrnehmen möchten, wird vom Jugendamt, Abt eilung Kinder- 
und Jugendförderung gewährleistet.

- 6 - 
 
Personal: 
 
Die dem Jugendzentrum Oettinger Villa per se zugeordneten Stellen Nr. 0929 GVPl. und 0930 
GVPl. (jeweils EG S 11 TVöD, davon eine Stelle unbesetzt) werden nach dem Trägerwechsel 
nicht gestrichen. Die beiden genannten Stellen sind im Sinne des Magistratsbeschlusses -Nr. 
356 vom 13.07.2016 zur Magistratsvorlage Nr. 2016/0257 "Weiterentwicklung der Kinder- und 
Jugendarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt" nach konzeptioneller Planung für das zu 
entwickelnde Arbeitsfeld Medienkompetenz (Stelle 930) sowie für ein mobiles, 
niedrigschwelliges Angebot der Jugendberufshilfe (Stelle 929) vorzusehen. Die Stelleninhaberin 
der Stelle GVPL. 3327 (Springerstelle städt. Jugendzentren) und der Stelleninhaber der Stelle 
929 tauschen die Stellen. 
 
Die ebenfalls der Oetinger Villa zugeordnete Stelle GVPL. 932 (Hausmeisterdienste) verbleibt, 
da der Eigenbetrieb IDA weiterhin Eigentümer des Gebäudes bleibt und der neue Träger 
Vielbunt nur die inhaltlilche und personelle Ausrichtung der Arbeit übernimmt. 
 
Der Beschluss des Magistrats erfolgt vorbehaltlich der abschließenden Beschlussfassung des 
Personalrates im Rahmen seiner Mitwi rkungspflicht. Die Beteiligungsrechte de r zuständigen 
Frauenbeauftragten nach dem HGlG werden gewahrt.  
 
Darmstadt, 29.08.2016 
51 
 
 
Dezernat I   Dezernat IV    Dezernat V 
 
 
 
 
 
Jochen Partsch   André Schellenberg    Barbara Akdeniz  
Oberbürgermeister   Stadtkämmerer    Stadträtin

Beratungsverlauf (4)

TOP 5 beschließend
TOP 14
TOP 4
TOP 440

Orte (3)

  • Holzstraße 5
  • Pankratiusstraße
  • Frankfurter Straße 71

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2016/0372
Typ
Magistratsvorlage
Datum
29.08.2016
Erstellt
29.09.2026 00:00