2021/0005
Waldzustandsbericht 2020 für den Stadtwald Darmstadt
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anlage 2
4652 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
07.01.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
IV
V 56 67
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2021/0005
Magistratsbeschluss-Nr.
22
Internetfähig
Produkt-Nr.: 555010
Kostenstelle: 067-030-1100 Investitionsnummer:
Kostenträger: 555011 Sachkonto: div. Sachkonten
Betreff: Waldzustandsbericht 2020 für den Stadtwald Darmstadt
Vorlage vom: 06.01.2021
Beschlussvorschlag:
1. Der Waldzustandsbericht 2020 wird zur Kenntnis genommen.
2. Es wird beschlossen diesen jährlich fortzuschreiben und ggf. um weitere Themen wie
Naturverjüngung bzw. Potential zur Naturverjüngung und Wildverbiss zu erweitern.
Anlagen: Waldzustandsbericht Darmstadt 2020
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 13.01.2021
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.01.2021
Hitze und Trockenheit, hervorgerufen durch die Folgen des Klimawandels setzen unserem
Stadtwald deutlich zu. Als Teilergebnis des Runden Tisches Wald, dessen Einrichtung durch
Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2019 beschlossen wurde, soll für
den Stadtwald Darmstadt künftig jährlich ein Waldzustandsbericht erstellt werden, in dem der
Waldzustand erfasst und dokumentiert wird. Diese Erhebung des Waldzustands gehört zur
grundlegenden Analyse des Zustands unseres West- und Ostwaldes und liefert differenzierte,
kleinräumige Erkenntnisse, welche im weiteren Prozess ermöglichen die richtigen Maßnahmen
zum Schutz des Ökosystems Wald ableiten zu können.
In Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen
wurde ein Stichprobendesign für den Waldzustandsbericht erarbeitet und zwischen Mitte Juli
bis Mitte August 2020 eine dezidierte, engmaschige Erhebung des Waldzustands im Stadtwald
Darmstadt durchgeführt. Es wurde hierfür ein dichtes Aufnahmeraster (Raster 250 m x 250 m)
gewählt, um eine hohe Auflösung der Ergebnisse getrennt nach den standörtlich und klimatisch
sehr unterschiedlichen Waldgebieten des West-und Ostwaldes zu erzielen. Der
Waldzustandsbericht 2020 für den Stadtwald Darmstadt ist in der Anlage beigefügt.
Die Ergebnisse sind nicht überraschend und dennoch alarmierend. Insbesondere im Westwald,
der sich in der Rheinebene auf trockenen und substratarmen Standorten erstreckt, ist der
Waldzustand in einem sehr kritischen Zustand. Die Schäden sind hier höher als im hessischen
Landesdurchschnitt – wenngleich auch der hessische Waldzustandsbericht mehr als
besorgniserregend ist. Vornehmlich ursächlich für den akuten Schädigungsgrad der Wälder
sind nach dem vorliegenden Gutachten ganz offensichtlich klimatische Faktoren. Eine Zunahme
von sommerlichen Hitzeperioden und langanhaltende Dürrephasen führten in Kombination mit
milden Wintern und niederschlagsarmen Frühjahrsmonaten in den letzten Jahren zu einer
deutlichen Belastung der Wälder. Sind im Ostwald noch insgesamt 55 % der erfassten Bäume
ungeschädigt oder nur schwach geschädigt, fällt diese Bilanz für den Westwald mit seinen
sandigen Böden nach inzwischen drei klimawandelbedingt viel zu trockenen und heißen
Sommern sehr viel dramatischer aus: nur 33 % sind ungeschädigt oder nur schwach
geschädigt, 40 % mittelstark, 18 % sind stark geschädigt und 9 % zum Zeitpunkt der
Erhebung bereits abgestorben.
Auch wenn die Baumschäden in Teilen des Stadtwaldes derzeit gravierend sind bieten sie auch
eine Chance für die biologische Vielfalt. Zerfallsphasen und Kalamitäten gehören zu einem
natürlichen Ablauf der Waldentwicklung. Absterbende Bäume, stehendes Totholz oder
umstürzende Stämme stellen für viele Tier- und Pflanzenarten – darunter oft seltene, vom
Aussterben bedrohte Arten – einen wichtigen Lebensraum dar. Zudem kann ein erhöhter
Totholzanteil am Boden zu einem verbesserten Wasserhaushalt und langfristig zu einem
verbesserten Bodenzustand der Wälder beitragen. Diese Themen werden auch dezidiert in dem
mit Magistratsvorlage 2021/0007 vorgelegten Abschlussberichts des Runden Tisches Wald
behandelt.
Darmstadt, den 06.01.2021
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
2021/0005
4611 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
07.01.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
OBW bei abschl. B e-
schlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2021/0005
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 555010
Kostenstelle: 067-030-1100 Investitionsnummer:
Kostenträger: 555011 Sachkonto: div. Sachkonten
Betreff: Waldzustandsbericht 2020 für den Stadtwald Darmstadt
Vorlage vom: 06.01.2021
Beschlussvorschlag :
1. Der Waldzustandsbericht 2020 wird zur Kenntnis genommen.
2. Es wird beschlossen diesen jährlich fortzuschreiben und ggf. um weitere Themen wie
Naturverjüngung bzw. Potential zur Naturverjüngung und Wildverbiss zu erweitern.
Anlagen: Waldzustandsbericht Darmstadt 2020
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
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Beschluss des Magistrats vom
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Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.01.2021
Hitze und Trockenheit, hervorgerufen durch die Folgen des Klimawandels setzen unserem
Stadtwald deutlich zu. Als Teilergebnis des Runden Tisches Wald, dessen Einrichtung durch
Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2019 beschlossen wurde, soll für
den Stadtwald Darmstadt künftig jährlich ein Waldzustandsbericht erstellt werden, in dem der
Waldzustand erfasst und dokumentiert wird. Diese Erhebung des Waldzustands gehört zur
grundlegenden Analyse des Zustands unseres West- und Ostwaldes und liefert differenzierte,
kleinräumige Erkenntnisse, welche im weiteren Prozess ermöglichen die richtigen Maßnahmen
zum Schutz des Ökosystems Wald ableiten zu können.
In Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen wu r-
de ein Stichprobendesign für den Waldzustandsbericht erarbeitet und zwischen Mitte Juli bis
Mitte August 2020 eine dezidierte, engmaschige Erhebung des Waldzustands im Stadtwald
Darmstadt durchgeführt. Es wurde hierfür ein dichtes Aufnahmeraster (Raster 250 m x 250 m)
gewählt, um eine hohe Auflösung der Ergebnisse getrennt nach den standörtlich und klimatisch
sehr unterschiedlichen Waldgebieten des West-und Ostwaldes zu erzielen. Der Waldzustands-
bericht 2020 für den Stadtwald Darmstadt ist in der Anlage beigefügt.
Die Ergebnisse sind nicht überraschend und dennoch alarmierend. Insbesondere im Westwald,
der sich in der Rheinebene auf trockenen und substratarmen Standorten erstreckt, ist der
Waldzustand in einem sehr kritischen Zustand. Die Schäden sind hier höher als im hessischen
Landesdurchschnitt – wenngleich auch der hessische Waldzustandsbericht mehr als besorgnis-
erregend ist. Vornehmlich ursächlich für den akuten Schädigungsgrad der Wälder sind nach
dem vorliegenden Gutachten ganz offensichtlich klimatische Faktoren. Eine Zunahme von
sommerlichen Hitzeperioden und langanhaltende Dürrephasen führten in Kombination mit
milden Wintern und niederschlagsarmen Frühjahrsmonaten in den letzten Jahren zu einer
deutlichen Belastung der Wälder. Sind im Ostwald noch insgesamt 55 % der erfassten Bäume
ungeschädigt oder nur schwach geschädigt, fällt diese Bilanz für den Westwald mit seinen
sandigen Böden nach inzwischen drei klimawandelbedingt viel zu trockenen und heißen Som-
mern sehr viel dramatischer aus: nur 33 % sind ungeschädigt oder nur schwach geschädigt,
40 % mittelstark, 18 % sind stark geschädigt und 9 % zum Zeitpunkt der Erhebung bereits
abgestorben.
Auch wenn die Baumschäden in Teilen des Stadtwaldes derzeit gravierend sind bieten sie auch
eine Chance für die biologische Vielfalt. Zerfallsphasen und Kalamitäten gehören zu einem na-
türlichen Ablauf der Waldentwicklung. Absterbende Bäume, stehendes Totholz oder umstür-
zende Stämme stellen für viele Tier- und Pflanzenarten – darunter oft seltene, vom Aussterben
bedrohte Arten – einen wichtigen Lebensraum dar. Zudem kann ein erhöhter Totholzanteil am
Boden zu einem verbesserten Wasserhaushalt und langfristig zu einem verbesserten Bodenzu-
stand der Wälder beitragen. Diese Themen werden auch dezidiert in dem mit Magistratsvorlage
2021/0007 vorgelegten Abschlussberichts des Runden Tisches Wald behandelt.
Darmstadt, den 06.01.2021
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
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Im Auftrag der: Wissenschaftsstadt Stadt Der Magistrat Grünflächenamt Waldzustandsbericht 2020 für den Stadtwald Darmstadt Inhaltsverzeichnis 1 Methodik ....................................................................................................................... 3 Durchführung 2020 ...................................................................................................................................... 5 2 Ergebnisse ..................................................................................................................... 7 Stadtwald Darmstadt.................................................................................................................................... 8 Nadel-/Blattverlust ............................................................................................................................................... 8 Vergilbung .......................................................................................................................................................... 10 Schadstufen ........................................................................................................................................................ 10 Fruktifikation ...................................................................................................................................................... 11 Buche .................................................................................................................................................................. 12 Kiefer .................................................................................................................................................................. 13 Eiche ................................................................................................................................................................... 14 Sonstige Laubbäume .......................................................................................................................................... 14 Sonstige Nadelbäume ........................................................................................................................................ 15 Westwald .................................................................................................................................................... 16 Ostwald ....................................................................................................................................................... 18 3 Witterung .................................................................................................................... 20 Das Jahr 2019 ............................................................................................................................................. 20 Das Jahr 2020 ............................................................................................................................................. 20 Witterungsverlauf ...................................................................................................................................... 21 4 Fazit ............................................................................................................................. 22 5 Literaturverzeichnis ..................................................................................................... 23 Bearbeitung: Stefan Meining Büro für Umweltüberwachung Im Sauergarten 84 79112 Freiburg www.stefanmeining.de Dezember 2020 3 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 1 Methodik Die Waldzustandserhebung ist ein etabliertes Verfa hren, um den Vitalitätszustand der Wä lder unter sich verä n- dernden Umwelteinflüssen aufzuzeigen. Das Ve rfahren wurde Anfang der 1980er Jahre infolge hoher Schadstof- feinträge und der dadurch ausgelösten starken Wald- schäden entwickelt. Mittlerweile stehen neben immiss i- onsbedingten Schäden vor allem klimabedingte Verä n- derungen der Wälder im Vordergrund der B etrachtung. Bundesweit wird die Waldzustandserhebung seit 1984 durchgeführt. In Hessen erfolgt jährlich durch die Nor d- westdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW -FVA) eine Untersuchung auf einem 8x8 km-Netz. Da jedoch ledi g- lich zwei P unkte der hessischen Erhebung im Stadtwald Darmstadt liegen, wurde im Sommer 2020 eine eige n- ständige Waldzustandsaufnahme für de n Stadtwald ei n- gerichtet. Dies e erfolgte in enger Absti mmung mit der NW-FVA. Abb. 1: Stichprobenpunkte der Waldzustandserhebung in Stadtwald Darmstadt getrennt nach Wes twald: orange und Ostwald: blau (Kartenquelle: OpenStreetMap) 4 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Abb. 2: Verschiedene Stadien der Kronenverlichtung jeweils von links nach rechts: Buche (oben):0, 30 und 70 % Blattverlust. Kiefer (Mitte): 15, 40 und 75 % Nadelverlust. Eiche (unten): 5, 25 und 95 % Blattverlust (aus: ARBEITSGEMEINSCHAFT KRONENZUSTAND 2007) 5 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Für den Stadtwald Darmstadt wurde ein dichtes Auf- nahmeraster mit einem relativ geringen Abstand von 250 x 250 m gewählt, um eine ausreichende Genauigkeit der Ergebnisse getrenn t nach den standörtlich und kl i- matisch sehr unterschiedlichen Waldgebieten des West- und Ost waldes zu erzielen (Abb. 1). Im Gegensatz zur landesweiten Waldzustandserhebung in Hessen werden hierbei an jedem Stichprobenpunkt 8 statt 24 Bäume des herrschenden Bestandes (Kraft´sche Klasse 1 bis 3 ) auf- genommen. Die Bäume wurden dauerhaft ma rkiert, so dass eine jährliche Aufnahme der gleichen Baumindiv i- duen gewährleistet ist (Abb. 3). Fielen die Sollkoordinaten der einzurichtenden Stichpr o- benpunkte auf Nichtholz boden, wie z. B. Wege, Wal d- wiesen oder Holzlagerplätze, wurde der Aufna hmepunkt maximal 50 m in den nächstliegenden Bestand verlegt. Die Auswahl der Bäume sowie der gesamte Verfahren s- ablauf wurde n gemäß dem bundesweit a bgestimmten Leitfaden zur Waldzustand serhebung durchgeführt (WELLBROCK ET AL.). Bei der Waldzustandserhebung wird der Kronenzustand der Waldbäume visuell vom Boden aus untersucht (Abb. 7). Als Hauptkriterien werden hierbei der Nadel-/Blatt- verlust und die V ergilbung der Nadeln und Blätter er ho- ben, die einen guten und nachvollziehbaren Indikator für den Vitalitätszustand der Bäume darstellen (Abb. 2). Beide Merkmale werden in 5 -Prozentstufen erfasst und anschließend zu Schadstufen verrechnet (Tab. 1). Das Baumalter hat einen großen Einfluss auf den Kr o- nenzustand der Bäume. Während jüngere Bäume meist eine dichtere und vitalere Krone aufweisen, zeigen sich bei älteren Bäumen in der Regel häufiger Schadsympt o- me und dementsprechend lichtere Baumk ronen. Lan g- jährige Untersuchungen der Waldzustands erhebung in Deutschland zeigen, dass die Kronenverlichtung bis zu einem Baumalter von etwa 60 Jahren stark a nsteigt, danach jedoch mit ansteigendem Alter nur noch eine geringe Erhöhung der Kronenverlichtung zu ve rzeichnen ist. Daher werden die Ergebnisse d er Waldzustandse r- hebung getrennt nach den Altersgruppen „bis 60 Jahre“ und „über 60 Jahre“ dargestellt. Abb. 3: Mitarbeiter der Waldzustandserhebung bei der Ei n- richtung eines Stichprobenpunktes (Foto: S. Meining) 0 - 10 % 11 - 25 % 26 - 60 % 61 - 100 % 0 - 10 % 0 0 1 2 11 - 25 % 1 1 2 2 26 - 60 % 2 2 3 3 61 - 99 % 3 3 3 3 100% 4 Schadstufe 0 Schadstufe 1 Schadstufe 2 Schadstufe 3 Schadstufe 4 mittelstark geschädigt deutlich geschädigtstark geschädigt abgestorben Kronen- verlichtung Vergilbung ungeschädigt schwach geschädigt Warnstufe Tab. 1: Herleitung der Schadstufen 6 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Durchführung 2020 Die Aufnahmen im Stadtwald Darmstadt wurden im Zeitraum vom 9. Juli bis 13. August von forstlichen Sach- verständigen mit langjährig er Erfahrung in der Waldz u- standserhebung durchgeführt. Im gesamten Stadtwald konnten an 298 Stichprobenpunkte insgesamt 2.384 Bäume untersucht werden (Tab. 2). Die häufigste Baum- art war dabei die Buche m it 32 %, gefolgt von den son s- tigen Laubbäumen (27 %), Kiefer (21 %), Eiche (17 %) und den son stigen Nadelbäumen (3 %). E twas mehr als die Häl fte aller Bä ume en tfallen dabei auf die Alters- gruppe über 60 Jahre, etwas weniger als die Hälfte auf die Altersgruppe bis 60 Jahre. In der detaillierten Betrachtung der Altersverteilung ist zu erkennen, dass der Anteil an Bäumen im Stadtwald ab einem Baumalter von 100 Jahren deutlich abnimmt (Abb. 5). Die jüngeren Altersklassen sind dagegen übe r- proportional vertreten. Dementsprechend überwiegt der Anteil an Bäumen mit ei nem Brusthöhendurchmesser (BHD) von bis zu 40 cm (Abb. 6). Knapp 50 % aller Bäume haben einen BHD zwischen 21 und 40 cm, knapp 30 % einen BHD bis 20 cm. Dagegen sind Bäume mit größerem Durchmesser von über 40 cm relativ gering in der Stic h- probe vertreten (Abb. 4). Im Westwald wurden 165 Stichprobenpunkte eing erich- tet und 1.320 Bäume untersucht. Die häuf igste Baumart stellt hier mit 33 % die Kiefer dar. Das Altersverhältnis ist im Westwald mit 55% leicht in Richtung der jüngeren Altersgruppe verschoben. Abb. 4: An jedem neuen Baum der Waldzustandserhebung wird der Brusthöhendurchmesser gemessen (Foto: S. Meining) Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent Aufnahmepunkte 298 - 165 - 133 - alle Baumarten 2.384 100% 1.320 55% 1.064 45% bis 60 Jahre 1.262 53% 725 55% 537 50% über 60 Jahre 1.122 47% 595 45% 527 50% Buche 765 32% 341 26% 424 40% Kiefer 491 21% 443 33% 48* 5% Eiche 402 17% 153 12% 249 23% sonstige Nadelbaumarten (sNb) 76 3% 4** 0% 72 7% sonstige Laubbaumarten (sLb) 650 27% 379 29% 271 25% Gesamt Westwald Ostwald Tab. 2: Anzahl untersuchter Stichprobenpunkte bzw. Bäume *: Bäume werden aufgrund der geringen Anzahl bei der Auswertung der Ergebnisse den sNb zugerechnet. **: Baumartengruppe wird aufgrund der geringen Anzahl nicht gesondert ausgewertet 7 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Im Ostwald konnten 133 Stichprobenpunkte der Wald- zustandserhebung eingerichtet und damit 1.064 Bäume untersucht werden. Mit große m Abstand ist hier die Buche mit 40 % die hä ufigste Baumart. Das Verhältnis zwischen den Altersgru ppen ist im Ostwald weitgehend ausgeglichen. 0 10 20 30 40 50 60 1-20 21-40 41-60 61-80 >80 Abb. 5: Anteil der gemessenen Brusthöhendurchmesser (BHD) an den Bäumen der Waldzustandserhebung 0 5 10 15 20 25 1-20 21-40 41-60 61-80 81-100 101-120 121-140 >140 Abb. 6: Anteil der Baumalter eingeteilt nach Altersklassen Abb. 7: Aufnahmetrupp der Waldzustandserhebung (Foto: S. Meining) 8 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 2 Ergebnisse Stadtwald Darmstadt Die S ituation des Stadtwaldes Darmstadt stellt sich im Jahr 2020 als äußerst angespannt dar. In Folge der sehr heißen und trockenen Witterung der letzten Jahre ist der Anteil an abgestorbenen und stärker geschädigten Bäu- men außergewöhnlich hoch. Insbesondere im Westwald, der sich in der Rheinebene auf trockenen und substra t- armen Standorten erstreckt, ist der Waldzustand in e i- nem sehr kritischen Zustand (Abb. 8). Nadel-/Blattverlust Der mittlere Nadel -/Blattverlust (NBV) des gesamten Darmstädter Stadtwaldes beläuft sich im Mittel über alle Baumarten und Baumalter auf 3 7,9 % (Abb. 9). D amit liegt der Wert um 9,9 Prozentpunkte höher als die im hessischen Landesdurchschnitt ermittelte Kronenverlich- tung (NW-FVA 2020). Bäume der Altersgruppe bis 60 Ja h- re weisen im Mittel eine Kronenverlichtung von 31,7 %, die der Altersgruppe über 60 Jahre von 44,8 % auf. 0 10 20 30 40 50 60 alle Bäume bis 60 Jahre über 60 Jahre Abb. 9: Mittlerer Nadel -/Blattverlust nach Altersgruppen (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzintervall) Abb. 8: Stark geschädigter Waldbestand (Foto: A. Flender) 9 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 In der räumlichen Verteilung der mittleren Nadel -/Blatt- verluste je Stichprobenpunkt zeigen sich deutliche Sch a- densschwerpunkte im westlichen Stadtwald (Abb. 10). Insbesondere im südlichen Teil des Westwaldes ist der Anteil an Stichprobenpunkten mit hohen Nadel -/Blatt- verlustwerten über 40 % sehr hoch. Dagegen sind im Ostwald überwiegend geringe bzw. moderate mittl ere Kronenverlichtungen der Stichprobenpunkte bis 40 % Nadel-/Blattverlust zu erkennen. Bezogen auf die unterschiedlichen Altersgruppen wird deutlich, dass vor allem die Bäume über 60 Jahre für eine erhöhte Kronenverlichtung sorgen (Abb. 11). Der Anteil an Stich probenpunkten mit hohen Nadel - /Blattverlusten ist hier besonders hoch. Für den Wes t- wald zeigt sich jedoch auch , dass auf Stichprobenpunkte mit vornehmlich jungen Bäumen die Kronenverlichtung zum Teil sehr hoch ist. Abb. 10: Mittlerer Nadel-/Blattverlust der Stichprobenpunkte in Prozent (Kartenquelle: OpenStreetMap) 10 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Vergilbung Neben dem Nadel -/Blattverlust stellt die Vergilbung einen wichtigen Indikator für den Kronenzustand dar. Insbesondere auf nährstoffarmen und versauerten Standorten weist eine Vergilbung der Nadeln und Blätter oftmals auf eine Störung der Nährstoffversorgung der Bäume hin. Die Erge bnisse der Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt zeigen, dass Vergilbungssym p- tome derzeit keine Rolle bei der Bewertung des Krone n- zustandes der Bäume spielen. 97 % aller unte rsuchten Bäume weisen keine oder nur sehr geringfügige Vergi l- bungserscheinungen auf. Schadstufen Abbildung 12 zeigt die Schadstufenverteilung der Bäume im Stadtwald Darmstadt. Lediglich 1 5 % aller Bäume im Stadtwald gelten demnach als ungeschädigt und 27 % als schwach geschädigt. Den größten Anteil ne hmen mit 38 % die mittelstark geschädigten Bäume ein. 13 % aller Bäume sind stark geschädigt und 7 % abg estorben. Im Vergleich zur landesweiten Waldzustand serhebung in Hessen ist vor allem der merklich erhöhte Anteil der stärkeren Schäden im Stadtwald Darmstadt auffallend. Im Land esdurchschnitt galten für das Jahr 2020 insge- samt 8,8 % aller Bäume als stärker geschädigt (starke Schäden + abgestorbene Bäume). Im Stadtwald Dar m- stadt beläuft sich der Anteil auf insgesamt 20 %. Abb. 11: Mittlerer Nadel -/Blattverlust je Stichprobenpunkt in Prozent getrennt nach jüngeren und älteren Bäumen. Links: Bäume bis 60 Jahr e. Rechts: Bäume über 60 Jahre . Mindestanzahl vier Bäume je Stichprobenpunkt (Kartenquelle: OpenStreetMap) Abb. 12: Verteilung der Schadstufen 15% 27% 38% 13% 7% ungeschädigt schwach geschädigt mittelstark geschädigt stark geschädigt abgestorgen 11 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Für einen schnellen Überblick des Waldzustandes we r- den Bä ume der Schadstufen 2 bis 4 (mitte lstark bzw. stark geschädigte + abgestorb ene Bäume) zur Gruppe der deutlich geschädigten Bäume z usammengefasst. Nach den Ergebnissen der Waldz ustandserhebung 2020 im Stadtwald Darmstadt gelten derzeit insgesamt 58 % aller Bäume als deutlich geschädigt. In der räuml ichen Verteilung zeigt sich wiederum ein Schadensschwer- punkt im Darmstädter Westwald (Abb. 13). Es wird aber auch ersichtlich, dass der Anteil an deutlich geschädigten Bäumen im Ostwald an einzelnen Stichprobenpun kten ebenfalls mehr als 50 % einnimmt. Abb. 13: Prozentualer Anteil an deutlich geschädigten Bäumen (Schadstufe 2 bis 4) je Stichprobenpunkt (Kar- tenquelle: OpenStreetMap) 12 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Fruktifikation Die Fruktifikation der Bäume kann einen Einfluss auf die Belaubungsdichte der Baumkr onen ausüben. Besonders bei der Buche , aber auch bei anderen Laubbaumarten wie Hainbuche oder Kirsche , wurde dies in der Verga n- genheit regelmäßig beobachtet. Für die Ausbildung vi e- ler Fruchtstände ben ötigt der Baum eine Vielzahl an Energie- und Nährstoffreserven, die nach Umleitung s- prozessen nicht mehr in au sreichendem Maße für das vegetative Wachstum zur Ve rfügung stehen. Die Bäume bilden in starken Fruktifikationsjahren (Mastjahren) d a- her häufig kleinere Blätter bzw. Nadeln, kürzere Jahre s- triebe und eine schlechtere Verzweigung aus. Die Folge sind lichtere Kronen und damit eine höhere Kronenve r- lichtung. Im Jahr 2020 ist vor allem bei den Eichen ein starker Fruchtbehang festzustellen (Abb. 14). Nahezu 60 % aller Eichen im blühfähigen Alter (> 49 Jahre) weisen eine mittelstarke bis starke Fruktifikation auf (Abb. 15). Bei den sonstigen Nadelbäumen bzw. sonstigen Laubbä u- men und Buchen ist die Fruktifikation etwas geringer ausgeprägt, jedoch mit jeweils knapp unter 40 % aller Bäume auch auf einem hohen Niveau. Buche Der mittlere Blattverlust der Buchen b eläuft sich aktuell im Stadtwald Darmstadt auf 42,3 % (Abb. 17). Damit zählt die Buche nach der Kiefer zu der am stärksten g e- schädigten Baumart im Stadtwald. Insgesamt sind 68 % aller Buchen deutlich geschädigt (Abb. 18). Die trocken -warme Witterung der letzten Jahre schwächt die Buche zunehmend. Vor alle m auf den san- digen Standorten der Rheinebene zeigt sie oftmals sta r- ke Trockenstresssymptome in der Baumkrone. Im So m- mer 2020 wurden an zahlreichen betroffenen B uchen vorzeitiger Blattabwurf festgestellt, der zum einen die Kronenverlichtung e rhöht, zum anderen aber auch zu einem langfristigen Nährstoffverlust der Bäume führt, da die in den Blättern vorhanden Nährelemente nicht wie üblich mit der Herbstverfärbung im Stamm eingelagert werden können. Zudem war in den B uchenkronen als unmittelbare Folge der unzureichenden Wasse rversor- gung oftmals ein Absterben der Oberkrone zu beobac h- ten (Abb. 15) . Astabbrüche und Faulstellen können in den Buchenkronen Eintrittspforten für sekundäre Schäd- linge wie holzzersetzende Pilze darstellen, die schadens- verstärkend wirken. Bei anhaltender Trockenheit kla p- pen Buchen zudem ihre Blätter entlang der Blatt spreite zusammen, um ihre Transpirationsrate zu reduzieren. Dieser Effekt, der sogenannten Schiffchenbildung, wurde im Sommer 2020 an nahezu jeder vierten Buche festg e- stellt. Zusätzlich belaste nd auf den Kronenzustand wir k- te sich dieses Jahr zudem die erhöhte Fruktifikation aus. Eine starke Ausbildung von Bucheckern führt regelmäßig zu einer erhöhten Kronenverlichtung der Buchen. 0 20 40 60 80 100 Buche Kiefer Eiche sNb sLb mittel stark Abb. 15: Anteil der mittelstark und stark fruktifizierenden Bäume nach Baumart bzw. Baumartengruppe Abb. 14: Traubeneiche mit Eicheln (Foto: S. Meining) 13 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Kiefer Mit 43,6 % Nadelverlust ist die Kiefer die Baumart mit der höchsten mittleren Kronenverlichtung im Stadtwald Darmstadt (Abb. 17). Insgesamt gelten 66 % aller Kiefern als deutlich g eschädigt (Abb. 18). Besonders gravi erend ist der Anteil an abgestorbenen Kiefern mit 19 %. Die Kiefer, die häufig als wenig an spruchsvolle, mit tro- ckeneren und substratarmen Böden zurecht kommende Baumart dargestellt wird , zeigt unter den derzeitigen Klimaverschiebungen erhebliche Vitalitätseinbußen. Neben lang anhaltenden Trockenperioden und somme r- lichen Hitzephasen stellen milde Temp eraturen im Herbst und Winter, die zu einer verkürzten Winterruhe führen, eine zunehmende Belastung für die Kiefer dar. Zudem sorgt ein starker Mistelbefall der Kiefern insb e- sondere auf trockenen Standorten des Westwaldes für zusätzlichen Trockenstress. An der Grenze des ökologi- schen Verbreitungsgebietes, wie im Hessischen Rheintal, zeichnet sich daher eine zwangsläufige Abkehr der bi s- herigen Kiefernwirtschaft ab. Neben direkten klimatischen Belastungen wie Hitze und Trockenheit führen zunehmend Schäden du rch den pilz- lichen Erreger des Diplodia -Triebsterbens zu deutl ichen Vitalitätseinbußen an der Kiefer. Der wärmeliebende Pilz profitiert vom Witterungsverlauf der letzten Jahre und schädigt Kiefernbestände aller Altersstufen. Zusätzlich sind häufig weitere Sekundärschädlinge wie verschiede- ne holzbrütende Insekten an geschwächten Kiefern zu finden, die nicht unwesentlich zu einem A bsterben der Bäume beitragen. Abb. 16: Stark geschädigte und abgestorbene Buchen (Foto: S. Meining) 14 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Eiche Der Kronenz ustand der Eiche zeigt sich gegenüber den anderen Baumarten und Baumartengruppe n vergleichs- weise stabil. Der mittlere Blattverlust ist mit 30,6 % spürbar niedriger als der von Buche oder Kiefer (Abb. 17). Insgesamt gelten 51 % der Eichen als deutlich g e- schädigt (Abb. 18). Als ausgesprochen tiefwurzelnde Baumart kommt die Eiche offe nbar besser als andere Baumarten mit der warm-trockenen Witterung der letzten Jahre zurecht. Jedoch wurden auch bei der Eiche insbesondere auf den sandigen Standorten des Westwaldes vielerorts akute Trockenstresssymptome wie der Abwurf von Jahrestrie- ben oder das Abtrocknen der Oberkrone festgestellt. Zusätzlich führt regelmäßig der Fraß durch blattfresse n- de Schmetterlingsraupen, wie z. B Schwammspinner, zu einer Belastung der Eichen (Abb. 19). In diesem Jahr wurden an jeder fünften Eiche Fraßschäden an Blä ttern festgestellt, wenn auch zumeist in geringer Intensität. Sonstige Laubbäume Der mittlere Blattverlust der sonstigen Laubbäume b e- trägt im aktuellen Jahr 33,3 % (Abb. 17). Insgesamt sind gelten 46 % der sonstigen Laubbäume als deutlich g e- schädigt (Abb. 18). Die Baumartengruppe der sonstigen Laubbäume setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Baumarten z u- sammen. Am häufigsten kommt hie rbei der Bergahorn vor, gefolgt von Roteiche und Spätblühender Traube n- kirsche. Dahinter folgen mit kleineren Anteilen Hainbu- che, Birke, Linde sowie zahlreiche weitere Baumarten. Oftmals sind die sonstigen Laubbaumarten als Beim i- schungen kleinflächig in Eichen bzw. Buchenbeständen zu finden oder bilden auf Sukzessionsflächen eine erste Baumschicht. Während des Sommers 20 20 fielen zahl- reiche abgestorbene Birken im Wald auf, die offensicht- lich infolge des hohen Wasserdefizits der letzten Jahre abstarben. Zudem konnte an einigen Baumarten verschiedene Schaderreger festgestellt werden, die den Vitalitätsz u- stand der Bäume sch wächen. So wurde im Rahmen der Waldzustandserhebung 2020 am Bergahorn der bisher noch eher selten vorkommende pilzliche Erreger der 0 10 20 30 40 50 60 Buche Kiefer Eiche sNb sLb Abb. 17: Mittlerer Nadel -/Blattverlust der Hauptbaumarten bzw. Baumartengruppen (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzi n- tervall) Abb. 18: Anteil d eutlich geschädigte r Bäume im Stadtwald Darmstadt (orange: mittelstark geschädigt, rot: stark gesch ä- digt, grau: abgestorben) 0 20 40 60 80 Buche Kiefer Eiche sNb sLb Abb. 19: Falter und Eigeleg e des Schwammspinners (Foto: A. Flender) 15 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Ahorn-Rußrindenkrankheit identifiziert, dessen Ausbre i- tung von dem warm -trockenen Witterungsverlauf der letzten Sommer profitiert (Abb. 20). Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Pilz verursacht an der Rinde und am Stamm großflächige Schäden und bringt im wei- teren Verlauf die betroffenen Bäume meist zum Abste r- ben. Ein intensiver Kontakt mit den Pilzsporen, z. B. durch Säge n oder Schleifen des Holzes, kann zudem beim Menschen gesundheitliche Probleme auslösen. Eine der bedeutendsten Baumkrankheiten betrifft de r- zeit die Esche. Die Baumart wird seit etwa zehn Jahren durch den pilzlichen Erreger des Eschentriebsterbens stark g eschädigt. Der Pilz dringt über die Blä tter in das Holzgewebe ein und bringt einzelne Triebe der Eschen zum Absterben. Zudem kommt es nach B efall verstärkt zu Stammfußnekrosen, welche zu einer deutlichen Bruchgefährdung der Bäume führen. Zahlre iche Eschen sind bereits deutlich geschädigt bzw. abgesto rben. Es wird davon ausgegangen, da ss lediglich sehr wenige Eschen eine genetisch bedingte Resistenz gegen das Eschentriebsterben aufweisen. Sonstige Nadelbäume Der mittlere Nadelverlust der sonstigen Nadelbäum e beträgt 34,9 %. Aufgrund der vergleichsweise geringen Anzahl der sonstigen Nadelbaumarten im Stadtwald, ergibt sich bei der Berechnung der mittleren Kronenve r- lichtung ein relativ großer statistischer Fehlerrahmen, der eine detaillierte Bewertung erschwer t. Insgesamt sind 32 % aller sonstigen Nadelbäume deutlich gesch ä- digt. Ein hoher Anteil mit 20 % entfällt dabei auf abg e- storbene Bäume, die überwiegend auf den Befall mit Borkenkäfer zurückzuführen sind. Die Baumartengruppe der sonstigen Nadelbaumarten setzt sich vor allem aus den Baumarten Fichte und Lä r- che zusammen. Mit weitem Abstand folgen Douglasie, Tanne und Schwarzkiefer. Besonders die Fichte ist infolge der extrem warm - trockenen Witterung der letzten Jahre e rheblich ge- schwächt. Aufgrund ihres flachen Wurzelsystems kommt sie in Dürrephasen relativ schnell in Trockenstress. Z u- dem konnten sich durch günstige Witterungsverhältnisse die Fichtenborkenkäfer, Buchdrucker und Kupferstecher, in den letzten drei Jahren massiv au sbreiten. Die kleinen rindenbrütenden Käfer bringen ganze Fichtenbestän de zum Absterben. Abb. 20: Umgefallener Bergahorn mit starkem Befall der Ahorn-Rußrindenkrankheit (Foto: A. Flender) 16 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Westwald Der Westwald umfasst etwa 57 % der Waldfläche des Stadtwaldes Darmstadts und erstreckt sich in der hessi- schen Rheinebene. Die Waldfläche ist durch zahlreiche Verkehrs- und Versorgungs achsen wie Autobahnen, Bundesstraßen, Zuglinien und Leitungsachsen durch- schnitten. Das geologische Ausgangssubstrat bilden Te r- rassensande des Rheins, auf denen sich sehr tiefgründige und skelettfreie, schwach podsolige Braunerden ausg e- bildet haben. Die Nähr stoffversorgung der Standorte ist im Al lgemeinen gering und wird nur durch kalkhaltige Flugsandauflagen oberflächennah verbessert ( HESSEN- FORST 2013). Hohe Sommertemperaturen und eine zunehmende Häu- fung langanhaltender Trockenperioden belasten die Wälder i m Westwald stark und führten in den letzten Jahren zu deutlich destabilisierten Waldbeständen. Die sandigen Standorte des Westwaldes werden übe r- wiegend von lockeren Kiefernwäldern bestimmt, die oftmals im Unterstand mit Buchen verjüngt sind. Nach frühzeitiger Auflichtung bzw. Auflösung der Bestände Abb. 21: Frisch abgestorbene Kiefer (Foto: S. Meining) 0 10 20 30 40 50 60 alle Bäume bis 60 Jahre über 60 Jahre Abb. 22: Mittlerer Nadel-/Blattverlust nach Altersgruppen – Westwald (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzintervall) 11% 22% 40% 18% 9% ungeschädigt schwach geschädigt mittelstark geschädigt stark geschädigt abgestorgen Abb. 23: Verteilung der Schadstufen – Westwald 0 20 40 60 80 Kiefer Buche Eiche sLb Abb. 25: Deutlich geschädigter Bäume in Prozent – Westwald (orange: mittelstark geschädigt, rot: stark gesch ädigt, grau: abgestorben) 0 10 20 30 40 50 60 Kiefer Buche Eiche sLb Abb. 24: Mittlerer Nadel -/Blattverlust der Hauptbaumarten bzw. Baumartengrup pen – Westwald (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzintervall) 17 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 wandert nicht se lten die Spätblühende Traubenkirsche ein und bildet teilweise den Folgebestand. Der Waldzustand im Westwald ist alarmierend. Der mitt- lere Nadel -/Blattverlust über alle Baumarten b eträgt 43,7 % (Abb. 22). Während die Bäume der Alter sgruppe bis 60 Jahre eine mittlere Kronenverlichtung von 37,1 % aufweisen, liegt der Wert für die Altersgruppe über 60 Jahre bereits bei 51,7 %. Lediglich 11 % der Bäume im Westwald sind derzeit u n- geschädigt und nu r 22 % schwach gesch ädigt (Abb. 23). Mit 40 % nehmen die mittelstark geschädigten Bäume den Hauptanteil ein. Insgesamt sind 18 % der Bäume stark geschädigt und allein 9 % abgestorben. Demnach gelten aktuell mehr als zwei Dri ttel der Bäume (67 %) des Westwaldes als deutlich geschädigt (Schadstufe 2 bis 4). Die Buche ist im Westwald mit einem mittleren Blattver- lust von 55,2 % beso nders stark geschädigt (Abb. 24). 87 % der Buchen ge lten derzeit als deutlich geschädigt , wobei etwa die Hälfte hiervon bereits a ls stark gesch ä- digt eingestuft wurde (Abb. 25). Häufig vorkommende Trockenstresssymptome wie das Abtrocknen der ob eren Kronenpartien (Abb. 26) sowie die z.T. starke Fruktifik a- tion tragen maßgeblich zu diesen hohen Werten bei. Der mittlere Nadelverlust der Kiefer liegt bei 45,1 %. Insge- samt sind 70 % der Kiefern im Westwald deutlich g e- schädigt. Besonders hoch ist der Anteil an abgesto rben Kiefern. Jede fünfte Kiefer im Westwald ist stehend tot (Abb. 21). Auf den sandigen Böden leidet die Kiefer z u- nehmend unt er Klimastress. Verstärkend kommt hi nzu, dass die Kiefer häufig von der Mistel befa llen ist, die dem Baum zusätzlich Wasser und Nährsalze entzieht. Insbesondere in langanhaltenden Dürrephasen verstärkt dies den Wassermangel der Kiefern in erhö htem Maße. Und auch die mittlere Kronenverlichtung der Eichen und sonstigen Laubbäume befindet sich mit 37,6 bzw. 33,9 % auf einem hohen Schädigungsgrad, wenn auch im Ve r- gleich zur Buche und Kiefer auf einem etwas abgestuften Niveau. Insgesamt sind 65 % der E ichen und 48 % der sonstigen Laubbäume im Westwald deutlich geschädigt. Dabei ist zu berüc ksichtigen, dass Eichen und sonstige Laubbäume im Westwald überwiegend als Bäume der jüngeren Altersgruppe bis 60 Jahre vorkommen. Abb. 26: Buche mit abgestorbenen Trieben in der Oberkrone und deutlicher Blattverfärbung (Foto: S. Meining) 18 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Ostwald Der Darmstädter Ostwald erstreckt sich auf zwei größere Waldkomplexe im nördlichen Odenwaldvorland . Das Grundgestein besteht größtenteils aus Rotliegendem, welches sehr tonreich verwittert und wasserstauend wirkt. In Gebieten in denen die Stauschicht oberfläche n- nah ansteht, leiden die Bäume im Sommer häufig unter Trockenstress. Liegt die wasserstauende Schicht tiefer, kann dies aber auch zu eine besseren Wasserverfügbar- keit im Wurzelraum führen, da eine Versickerung in ti e- fere Bodentiefen verhindert wird (HESSENFORST 2013). Auf den tief - bis mittelgründigen und überwiegend gut nährstoffversorgten Standorten des Ostwaldes dominie- ren wüchsige Laubbaumbestände, die oftmals als B u- chen-Eichen-Mischwald ausgeprägt sind. Nadelbauma r- ten spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Der Waldzustand im Ostwald stellt sich derzeit im Ve r- gleich zum Westwald deutlich weniger dramatisch dar. Jedoch zeigen sich auch hier insbesondere auf Stando r- ten mit oberflächennaher Stauschicht deutliche Abb. 27: Eiche mit Totästen in der Oberkrone (Foto: S. Meining) 0 10 20 30 40 50 60 Buche Eiche sNb sLb Abb. 30: Mittlerer Nadel -/Blattverlust der Hauptbaumarten bzw. Baumartengruppen – Ostwald (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzintervall) Abb. 31: Anteil d eutlich geschädigte r Bäume – Ostwald (orange: mittelstark geschädigt, rot: stark gesch ädigt, grau: abgestorben) 0 20 40 60 80 Buche Eiche sNb sLb 0 10 20 30 40 50 60 alle Bäume bis 60 Jahre über 60 Jahre Abb. 28: Mittlerer Nadel-/Blattverlust nach Altersgruppen – Ostwald (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzintervall) Abb. 29: Verteilung der Schadstufen – Ostwald 21% 33% 35% 6% 5% ungeschädigt schwach geschädigt mittelstark geschädigt stark geschädigt abgestorgen 19 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 Trockenstresssymptome in den Baumkronen von Al t- bäumen. Der mittler e Nadel -/Blattverlust über alle Baumarten beträgt 30,7 % (Abb. 28). Bäume der Alter s- gruppe bis 60 Jahren weisen eine mittlere Kronenve r- lichtung von 24,5 %, Bäume der A ltersgruppe über 60 Jahre von 37,0 % auf. Im Ostwald sind 21 % der Bäume ungeschädigt (Abb. 29) und damit nahezu doppelt so viele wie im Wes twald. 33 % der Bäume sind schwach geschädigt und 35 % mit- telstark geschädigt. Die Schadstufen stark g eschädigt und abgestorben nehmen mit 6 bzw. 5 % im Vergleich zum Westwald einen merklich gering eren An teil ein. Somit gelten im Ostwald insgesamt 46 % der Bäume als deutlich geschädigt. Vermehrte Baumschäden werden im Ostwald b esonders an älteren Buchen beobachtet. Oftmals trocknet die Oberkrone der Altbuchen beginnend von den Triebspi t- zen her ab. Im for tgeschrittenen Verlauf bilden sich B u- chen mit überwiegend abgestorbener Oberkrone und vitaler Krone im unteren Stammbereich heraus. Der mittlere Blattverlust der Buchen im Ostwald liegt im Jahr 2020 bei 31,9 % (Abb. 30). Insgesamt 54 % der Buchen im Ostwal d sind deutlich geschädigt (Abb. 31) . Sch a- densverstärkend wirkt sich in diesem Jahr zudem die relativ starke Fruktifikation der Buchen aus. Der mit tlere Blattverlust der Eichen ist mit 26,3 % dagegen etwas geringer und auch der Anteil der deutlich geschädi gten Eichen liegt mit 41,4 % unterhalb des Wertes der Bau m- art Buche. Während die Kronenverlichtung der sonstigen Nadelbäume mit 32,0 % stark von der hohen Mortal i- tätsrate der Fichten aufgrund von Borkenkäfe rbefall geprägt ist, zeigt sich bei den sonstigen Laubbäumen eine ähnlich hohe Kronenverlichtung von 32,5 %. Hier ist es vor allem der schlechte Kronenzustand von Birke und Hainbuche, die den Schädigungsgrad dieser Baumarte n- gruppe ansteigen lässt (Abb. 32). Abb. 32: Absterbende Birken im Sommer 2020 (Foto: S. Meining) 20 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 3 Witterung Der extreme Witterungsverlauf der letzten Jahre mit langanhaltenden Dürrephasen und ex tremer Hitze in den Sommermonaten sowie häufigem Niederschlag s- mangel im Frühjahr h aben den Stadtwald Darmstadt sehr stark belastet. Das Jahr 2019 Nachdem bereits der Sommer 2018 sehr heiß und au- ßergewöhnlich trocken ausfiel, wurden auch in den Sommermonaten des Jahres 2019 sehr hohe Temperatu- ren und wenig Niederschlag gemessen. In allen drei Sommermonaten Juni, Juli und August 2019 fielen an der Station „Darmstadt-Rosenhöhe“ im Vergleich zum lan g- jährigen Mittel der Jahre 2004 bis 2020 deutlich unter- durchschnittliche Niederschlagsmengen (Abb. 33). Dage- gen waren die Temperaturen übe rdurchschnittlich hoch. Ab September 2019 sorgten ausgiebige Regenfälle bei meist durchschnittlichen Monatsmitte ltemperaturen für eine gute Wasserversorgung der Böden. Das Jahr 2020 Das Jahr 2020 b egann deutlich zu mild. So waren der Januar mit 3,9 und der Februar mit 6,2 °C merklich zu warm. Zudem brachte der Februar erhebliche Niede r- schlagsmengen, die mit über 100 mm pro Quadratmeter gegenüber dem langjährigen Mittel mehr als doppelt so -20 0 20 40 60 80 100 120 -20 0 20 40 60 80 100 120 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Niederschlagssumme Mittel 2004-2020 2020 2018 2019 -5 0 5 10 15 20 25 -5 0 5 10 15 20 25 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Monatsmitteltemperatur Mittel 2004-2020 2020 2018 2019 Abb. 33: Temperatur- und Niederschlagsverteilung der Station Darmstadt (Quelle: DWD 2020) im Vergleich zum Mittel der Jahre 2004 bis 2020. Temperatur in Grad Celsius, Niederschlag in mm 21 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 hoch ausfielen. Derart hohe Wassermengen kö nnen meist in der Kürze der Zeit vom Waldboden nicht voll- ständig aufgenommen werden, so dass ein großer A nteil oberflächig abläuft und kaum zu einer tief reichenden Verbesserung der Bodenwasserspeicher beitragen kann. Zu Beginn der Vegetationszeit verringerten sich die Ni e- derschlagsmengen erheblich. Im April konnten lediglich knapp 15 mm der sonst üblichen 43 mm registriert wer- den. Nach leicht unterdur chschnittlichen Niederschlags- mengen im Mai und Juni, führte eine ausgedehnte Tr o- ckenphase im Juli 2020 erneut zu starken Stresssym p- tomen der Waldbäume. Mit 22 mm fielen im Juli wen i- ger als ein Drittel der üblichen Rege nmenge. Erst im August sorgten ergieb ige Sommergewitter bei deutlich zu warmen Temperaturen für eine nahezu ausgeglichene monatliche Niederschlagsmenge. Witterungsverlauf Die Witterungsdaten der Wetterstation „Darmstadt- Rosenhöhe“ zeigen für die Veg etationszeit (April bis September) in den letzten 15 Jahren einen deutlichen Trend steigender Temperaturen und abnehmender Ni e- derschläge (Abb. 34). Während die mittlere Temperat ur in der Vegetationszeit seit 2005 im Trend um knapp ein Grad angestiegen ist, zeigt sich in der Niederschlagsu m- me im gleichen Zeitraum ein Rückgang um ca. 150 mm. Eine höhere Lufttemperatur führt zu einer erhö hten Verdunstungsrate und damit zu einem zusätzlichen Was- serbedarf der Waldvegetation, der in den letzten Jahren aufgrund geringerer Niederschläge innerhalb der Veg e- tationszeit oftmals nicht ausreichend gedeckt we rden konnte. In der Folge leiden die Wälder zunehmend unter Trockenstress. Klimamodelle gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren noch we iter verstärken wird (HLNUG 2020). Abb. 34: Verlauf der mittleren Temperatur und der Niede r- schlagssumme der Wetterstation Darmstadt in der Vegetat i- onszeit (April bis September) in den Jahren 2005 bis 2020. Die gestrichelte Lini e stellt jeweils den linearen Trend dar (Quelle: DWD 2020). 22 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 4 Fazit Der Waldzustand im Stadtwald Darmstadt ist besorgnis- erregend. Besonders im Westwald in der hessischen Rheinebene sind die Baumschäden extrem hoch, mit einem sehr hohen Anteil an stehend toten Bäumen. Aber auch im Ostwald im Odenwaldvorland sind ge- bietsweise deutliche Schäden vor allem an älteren B u- chen zu erkennen. Ursächlich für den akuten Schäd i- gungsgrad der Wälder sind ganz offensichtlich klimati- sche Faktoren. Eine Zunahme von sommerlichen Hitz e- perioden und langanhaltende Dürreph asen führten in Kombination mit milden Wintern und niederschlagsa r- men Frühjahrsm onaten in den letzten Jahren zu einer deutlichen Belastung der Wälder. Nach dem Trocke n- sommer 2018 stiegen die Waldschäden in ganz Deutsch- land sprunghaft an und auch im Stadtwald Darmstadt verschlechterte sich der Waldzustand deutlich. Eine E r- holung der Wälder ist nach den ebenfalls heißen und trockenen Jahren 2019 und 2020 bisher nicht zu erke n- nen. Neben den aktuellen Auswirkungen des Klimawandels ist jedoch zu beachten, dass der Waldzustand im Rh ein- Main-Gebiet seit Jahrzehnten massiv durch den Eintrag von Luftschadstoffen beeinträchtigt wird. Seit Beginn der Waldzustandserhebung im Jahr 1984 werden hier he s- senweit überdurchschnittlich hohe Baumschäden be o- bachtet (NW-FVA 2020). Die eingetragenen Säuren verur- sachen im Boden eine langfristige Versauerung, die u n- ter anderem Einfluss auf die Nährstoffversorgung der Wälder, die Durchwurzelbarkeit des Bodens und die biologische Vie lfalt der Bodenflora und –fauna haben kann. Zudem führen verschiedene Schaderreger, wie z.B. Waldmaikäfer, Borkenkäfer, Mistelbefall, Eschentrie b- sterben etc., aktuell zu einer deutlichen Schwächung der Wälder. Dabei begünstigt der Klimawandel z.T. die Au s- breitung einzelner Schadpathogene. Um die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber auftretendem Klimastress zu stärken sind in der forstl i- chen Praxis mittel - und langfristige Maßnahmen zur An- passung der Wälder erforderlich. Hierzu zählt unter an- derem der sorgsame Umbau von nicht standortsgerec h- ten Beständen in stabile Mischwäld er mit hohem Lau b- holzanteil, die standortsgerechte Naturverjüngung und das Zurückdrängen von gebietsfremden Arten, die z.T. durch ihr flächiges Auftreten eine natürliche Sukze ssion von naturnahen Baumarten erschweren. Dabei sind a n- gepasste Wildbestände und ein integrierter Pflanze n- schutz zentrale Voraussetzungen für die Etablierung naturnaher Waldbestände. Auf Standorten, auf denen sich keine naturnahe Bau m- artenzusammensetzung etablieren lässt, stellen alterna- tive Baumarten, die eine zukünftige Waldentwick lung unter den Vorzeichen des Klimawandels zulassen, eine Möglichkeit dar. Hierzu könnten unter anderem Baumar- ten wie die Edelkastanie, der Baumhasel, die Zerr - oder die Flaumeiche zählen. So gravierend die Baumschäden in Teilen des Stadtwa l- des derzeit si nd, bieten sie doch auch eine Chance für die biologische Vielfalt in den Wäldern. Zerfallsphasen und Kalamitäten gehören zu einem natürlichen Ablauf der Waldentwicklung. Absterbende Bä ume, stehendes Totholz oder umstürzende Stämme ste llen für viele Tier- und Pflanzenarten – darunter oft seltene, vom Ausste r- ben bedrohte Arten – einen wichtigen Lebensraum dar. Zudem kann ein erhöhter Totholzanteil am Boden zu einem verbesserten Wasserhaushalt und langfristig zu einem verbesserten Bodenzustand der Wälder beitra- gen. 23 Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2020 5 Literaturverzeichnis Arbeitsgemeinschaft Kronenzustand (2007): Waldbäume – Bilderserien zur Einschätzung von Kronenverlichtungen bei Waldbäumen. BMVEL (Hrsg.), 130 S. HessenForst (2013): Schlussverhandlung zur Forsteinrichtung im Stadtwald Darmstadt. Stichjahr 2013. Hessisches Forstamt Darmstadt. Erstellt von K. Glogner. 28 S. HLNUG (2020): Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie . https://www.hlnug.de (Stand: 16.12.2020) NW-FVA (2020): Waldzustandsbericht 2020 . Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hrsg.), 39 S. Wellbrock, N., Eickenscheidt, N., Hilbrig, L., Dühnelt, P-E., Holzhausen, M., Bauer, A., Dammann, I., Strich, S., Engels, F., Wauer, A. (2018): Leitfaden und Dokument ation zur Waldzustandserhebung in Deutschland. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 97 S., Thünen Working. Paper 84, DOI:10.3220/WP1513589598000.
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Punkt 5: Waldzustandsbericht 2020 für den Stadtwald Darmstadt (V-Nr. 2021/0005) Aufgrund der Abwesenheit des Magistrats wird die Vorlage aus dem Ausschuss für Umweltschutz und Nachhaltigkeit an den Haupt- und Finanzausschuss am 20.05.2021 zur fachlichen Beratung verwiesen.
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2021/0005
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 06.01.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00