2022/0326
DAnalytics+
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Projektskizze Multimodale, digitale Verkehrssteuerung in Echtzeit durch produktive Datenanalyse in der Wissenschaftsstadt Darmstadt (DAnalytics+) in der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ zur Vorlage beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) Vorgelegt von: Wissenschaftsstadt Darmstadt Mobilitätsamt der Stadt Darmstadt Mina-Rees-Straße 10 64295 Darmstadt Ansprechpartner: Ralf Tank mobilitaet@darmstadt.de Darms tadt, 15.07.2022 MV 2022/0326 Anlage 2 Inhalt Zusammenfassung ................................................................................................................................... 1 1. Kurzbeschreibung/Inhalt des Vorhabens ...................................................................................... 1 1.1 Ausgangssituation/ Antragsteller ............................................................................................. 1 1.2 Projektziel ................................................................................................................................. 3 1.3 Projektdurchführung ................................................................................................................ 6 1.4 Ergebnisverwertung ................................................................................................................. 6 2. Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz ........................................................................ 7 3. Beitrag zur Gestaltung effizienter und nachhaltiger Verkehrssysteme/ weiterer Ziele ............... 9 4. Digitalisierungscharakter des Vorhabens ...................................................................................... 9 5. Arbeits- und Ausgabenplanung ................................................................................................... 10 6. Bereitstellung von Daten und Softwarequellcode ...................................................................... 10 Zusammenfassung Die Wissenschaftsstadt Darmstadt (folgend Stadt) ist auf Grund einer gerichtlichen Vereinbarung des Landes Hessen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) seit 2019 von konkreten Fahrverboten für Dieselfahrzeuge an zwei zentralen Straßenabschnitten betroffen. Im Rahmen des Projekts DAnalytics (FKZ 16DKV30203) wurde in den Jahren 2018 -2022 mit dem Aufbau einer analytischen Datenplattform die Basis für eine proaktive, umweltsensitive Verkehrssteuerung unter Berücksichtigung der Möglichkeiten von Big Data Analytics gelegt. Im Projekt Kooperative Leitzentrale (FKZ: 16DKV10070) wurde das multimodale Ver besserungspotenzial in einem Reallabor in der priorisierten Teilstrecke Nieder-Ramstädter Straße (NRS) in direkter räumlicher Nähe zur Umwelt-Messstation Hügelstraße erfolgreich getestet – Ergebnis war eine Verkehrsverflüssigung und ÖPNV-Beschleunigung mit ca. 50 % verkürzten Fahr zeiten inkl. entsprechender Minderungswirkung der Luftschadstoffbelastung von NO2 und CO2 . Beide Projekte sind Teil der langfristigen Strategie ein digitales und multimodale s Verkehrsmanagement umzusetzen und baut auf bestehenden Aktivitäten auf. Die erzielten Erfolge im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sollen durch eine Vertiefung der Ergebnisse aus beiden Projekten verstärkt sowie verstetigt werden . Durch den Aufbau einer m ultimodalen, digitale n Verkehrssteuerung in Echtzeit mit Hilfe des Ansatzes der p roduktiven Datenanalyse wird gleichzeitig die Mobilitätswende unterstützt, die Verkehrssicherheit erhöht sowie der Umwelt- und Klimaschutz verbessert. Dieser Ansatz wird seitens der Stadt auch deshalb verfolgt, weil die gewünschten Lösungen zur multimodalen Netzsteuerung in Echtzeit derzeit nicht am Markt angeboten werden und somit die von den Bürger :innen gewünschten Instrumente zur – auch individuellen – Verkehrsbeeinflussung nicht entwickelt und erfolgreich eingesetzt werden können. Ziel von DAnalytics+ ist die Entwicklung der notwendigen Strategie-Management- Software für die abgestimmte und kooperative Mobilitätslenkung auf der analytischen Datenplattform , die Weiterentwicklung einzelner Elemente und die Implementierung an zwei Reallaboren (priorisierte Teilstrecken mit je acht LSA) in der Innenstadt. 1. Kurzbeschreibung/Inhalt des Vorhabens 1.1 Ausgangssituation/ Antragsteller Die Projekte DAnalytics („Advanced Analytics für die Wissenschaftsstadt Darmstadt – Darmstadt-Analytics“) und Kooperative Leitzentrale im Reallabor Nieder-Ramstädter Straße (NRS) zählen in Deutschland zu den innovativsten Projekten im Bereich des umweltsensitiven Verkehrsmanagements und b ilden die Grundlage für eine nachhaltige und emissionsarme Mobilität in der Stadt . Oberstes Ziel des Projekts ist die Reduktion der Schadstoffemissionen des Verkehrs, insbesondere der Stickstoffoxide. Zu den wichtigsten Projektzielen gehörte daher die Schaffung eines datengetriebenen Verkehrsmanagements in Echtzeit, das auf Basis von aktuellen Zahlen, Daten und Fakten der Stadt die Grundlagen für ereignis - und umweltorientierte Entscheidungen in Bezug auf die Steuerung des V erkehrs schafft. Dabei wird auch die emissionsorientierte Verbesserung des Modal -Splits an den einzelnen Knotenpunkten sowie eine aktive Reduktion der Gesamtemissionen durch Verkehrsmittel betrachtet, die durch fossile Brennstoffe betrieben werden. Darüber hinaus wird ein ganzheitliches, netzorientiertes Verständnis für den Verkehr in der Stadt , u.a. als Basis für die langfristige Verkehrsplanung, Mobilitätsmanagement und Logistiksteuerung angestrebt. Die Umsetzung der Projektziele für das neue Förderprojek t „DAnalytics+“ orientiert sich zum einen an den bereits erarbeiteten Maßnahmen des Green City Plans Darmstadt (GCP DA) vom 31.07.2018 und zum anderen an den abgeleiteten Erkenntnissen des datengetriebenen, aktiven und umweltsensitiven Verkehrsmanagements (AUVM) . Durch die stringente und parallele Bearbeitung einer Vielzahl von technischen Teilprojekten - Einrichtung Ampelphasenassistent (APHA), Aufbau Umweltsensornetz zur umweltsensitiven Messung, Konzeption Ereignisorientierte Steuerung des MIV, Qualitätsmanagement und Umbau Lichtsignal anlagen (LSA) zur ÖPNV -Beschleunigung sowie Verkürzung Fahrzeiten durch Koordinierung einer priorisierten Teilstrecke - konnten in der Koordinierung von Verkehren große Fortschritte erreicht werden. Jedoch wurden auch die Grenzen der bestehenden Angebote der Verkehrssystemtechnikanbieter im Markt deutlich, weshalb die mit dem Ansatz der strategischen nutzerorientierten Verkehrssteuerung auf Basis einer analytischen Datenbank im Sinne der Produktiven Datenanalyse einer multimodalen, digitalen Verkehrssteuerung in Echtzeit entwickelt werden soll. Die Stadt als Antragsteller folgt mit dem ausführe ndem Mobilitätsamt einer projektübergreifenden Roadmap zur Erhöhung der multimodalen Steuerbarkeit des Gesamtverkehrssystems und zur Erhöhung der Transparenz. Dies soll über Wahlmöglichkeiten für Nutzer: Innen zur Verkehrsmittelwahl und individuellen Reiseplanung auf Basis von transparenten und verlässlichen Informationen (Digital Mobility Split) erreicht werd en. Letzteres soll den Modal Shift im Sinne der Mobilitäts- und folgend auch der Logistikwende beschleunigen. Abbildung 1: Übergreifende Projekt-Roadmap: Auf dem Weg zum „Digital Mobility Split“ Mit dem Anschluss der beiden Projekte DAnalytics (Laufzeitende: 12/2022) und Kooperative Leitzentrale (Laufzeitende: 06/2022) sind bereits drei von fünf Schritten zur kooperativen, multimodalen Verkehrssteuerung umgesetzt. Mit dem vorliegenden Projektantrag soll dieses Vorgehen verstetigt und die Ergebnisse nachhaltig gefestigt werden. Dazu sollen die in der Abbildung rot umrandeten Stufen 4 und 5 der übergreifenden Projekt-Roadmap bis 12/2024 vollendet werden. 1.2 Projektziel Die Erkenntnisse aus DAnalytics sowie der Kooperativen Leitzentrale/ Reallabor NRS und die Erfolge bei der Koordinierung (u.a. Reduzierung Fahrtzeiten ÖPNV und MIV trotz Einführung Tempo 30) sollen im gesamten Stadtgebiet angewendet und mit Hilfe von DAnalytics+ verstetigt und weiterentwickelt werden. Dabei ist das Hauptziel von DAnalytics+ die multimodale, intelligente, digitale und vernetze Zusammenführung von Daten und Erkenntnissen aus verschi edenen Teilprojekten durch eine „Produktive Datenanalyse“, damit diese gewinnbringend und zielgerichtet eingesetzt werden können . Grundlage für das Projekt stellt die Transparenz der Gesamtsituation dar, die durch Datensammlung und Verein heitlichung auf einem bestehenden analytischen System gewährleitet wird. Auf Basis dieser (Echtzeit-) Informationen erfolgt dann – manuell oder automatisiert – die Auswahl der richtigen Maßnahmen zur Steuerung bzw. Lenkung des Verkehrs passgenau zur aktuellen Verkehrssituation unter Berücksichtigung gewünschter Prioritätsmaßnahmen. Maßgeblich für den Erfolg der Gesamtlö sung ist allerdings, dass die Ergebnisse der Maßnahmen nachgehalten und in den Zusammenhang mit den Aktionen gestellt werden („Schließung des Regelkreises“). Die analytische Lösung („Advanced Analytics“) ist damit die Komponente, die den gesamten Regelkreis umgibt und die notwendige Basis für die Umsetzung schafft. Abbildung 2: Produktive Datenanalyse als Basis eines kontinuierlichen Transformationsprozesses Insofern stellt das „proaktive umweltsensitive Verkehrsmanagement“ auf Basis der produktiven Datenanalyse einen Regelkreis aus Entscheidungsunterstützung („Business Intelligence“) und Umsetzung der darauf ausgesuchten Maßnahmen („Verkehrsmanagement“) dar. Mit der Lösung wird damit die Grundlage für die Mobilitätswende geschaffen, auf deren Basis die richtigen Entschei dungen, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Qualität für den richtigen Entscheider vorliegen. Die Projektleitung des Mobilitätsamtes muss bei der Projektsteuerung und Administration sowie der technische Implementierungsberatung unterstützt werden (AP 100). Der Projektinhalt bedeutet einen hohen Abstimmungs- und Koordinationsaufwand, der effizient und professionell umgesetzt werden muss. Um die aus DAnalytics bekannte hohe Belastung des Projektteams ( Drei städtische Angestellte ) nicht weiter z u erhöhen, werden diese Tätigkeiten an ein externes Beratungsunternehmen vergeben. In Arbeitspaket AP 200 erfolgt die Verknüpfung zwischen der analytischen Datenplattform und dem operativen, auftragsausführenden System. Hierbei ist zu gewährleisten, dass Analyseergebnisse aus bestehenden und neuen Datenquellen/ technischen Systemen automatisiert bzw. einer Regel folgend in das operative System geladen werden, so dass dort die entsprechenden Maßnahmen aktuell der verkehrlichen Echtzeit-Situation unter Berücksicht igung der Prioritätsanforderung zur Verkehrslenkung ergriffen bzw. umgesetzt werden können. Besonderer Fokus liegt in dieser Phase auch auf dem institutionellen Aufbau einer Data Governance unter Berücksichtigung der Datensicherheit. Darüber hinaus erfolgen im Rahmen der Fachberatung und inhaltlichen Datenanalysen (Data Science) die Beantwortung von multimodalen Anwenderfragen, die bisher noch nicht beantwortet werden konnten , bzw. es werden Modelle geschaffen, die fehlende bzw. Daten mit schlechter Datenqualität ersetzen. Als E rgebnis wird das operative System des Verkehrsmanagement digital an das analytische System , auf Grundlage von definierten Regeln und Standards, angeschlossen. Dabei sind ggf. notwendige Anpassungen an der bestehenden analytischen Datenplattform zu berücksichtigen und von einem Systemintegrator umzusetzen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Mobilitätsamt und Auftragnehmer und die Einbindung von relevanten städtischen Stakeholdern in dokumentierten Workshops ist Voraussetzung und Vorbereitung für die kooperative Verkehrslenkung. In Arbeitspaket AP 300 erfolgt der Aufbau einer Kooperativen Verkehrslenkungseinheit TIMES auf Basis einer Organisationseinheit Kompetenzzentrums Datenanalyse (KDA) sowie die Entwicklung einer Software für das Strategie-Management-Instrument. Abbildung 3: Aufgaben des Strategie-Management-Instruments Kooperative Verkehrslenkung (TIMES) Neben den involvierten Beteiligten werden darüber hinaus die Aufgaben und Rollen der beteiligten kommunalen Akteure festgelegt. Ziel des KDA ist es, durch die Analyse vorhandener sowie potenzieller neuer Datenquellen neue Auswertungen und Dashboards zu erstellen. Diese sollen durch die Verschneidung von Mobilitäts-, Reise-, Umwelt-, Wetter- und anderer Daten Erkenntnisse liefern, die zu einer besseren Verkehrskoordination führen und folglich Schadstoffe nachhaltig reduziert. Zu dem bereits angebundenen System werden weitere Systeme iden tifiziert, die manuell bzw. teilautomatisiert an die analytische Datenplattform angebunden und ggf. weiterentwickelt werden. Basierend auf den Ergebnissen und der Diskussion mit den Beteiligten erfolgt eine weitere Abschätzung bzgl. der möglichen Erweiter ung der Leitstelle bzw. der Anbindung weiterer Systeme (Potenzialanalyse). Im Ergebnis wird die Grundlage für eine Kooperative Vernetzungseinheit geschaffen (Organisation, Beteiligte, Rollen, Aufgaben und Prozesse), es werden bereits weitere Systeme der Beteiligten (z. B. Fußgänger, Logistik, ÖPNV) manuell oder teilauto - matisiert an das zentrale analytische System angeschlossen. Eine Potenzialanalyse verdeutlicht die zukünftigen Vorteile der Lösung und gibt Ausblick auf die nächsten Schritte. Abbildung 4: Strategie-Management-Instrument Traffic Information Management Eco System (TIMES) In AP 300 werden notwendige Anpassungen und Erweiterungen an den Teilprojekten zur aktiven Verkehrs- beeinflussung durch Integration aller Verkehrsteilnehmenden bzw. von Umweltdaten (Teilprojekte APHA, Reisezeitermittlung und Umweltsensornetz) vorgenommen. Beim Ampelphasenassistenten ist die Erweiterung auf Fußgänger zu prüfen, bei der Reisezeitermittlung die Vernetzung mit der Strategie- Management-Software und Erweiterungsnotwendigkeiten sowie beim Umweltsensornetz die Verknüpfung mit z.B. Wetterdaten und wissenschaftsbasierte n Korrelationen von situative n Wechselwirkungen von Verkehrsflüssen und Emissionswerten zur umweltsensitiven Steuerung. Um eine höchstmögliche Sicherheit der kritischen Infrastruktur weiterhin zu gewährleisten, sollen diese auch in Zukunft durch den i m Rahmen von DAnalytics eingeführten Schutz kritischer Infrastruktur (KRITIS) weiter gesichert und kontinuierlich auf den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik gebracht werden. Um eine Verstetigung zu erreichen, werden im Rahmen von D analytics+ zwei Reallabore als technische Teilprojekte (AP 400) bearbeitet. In 2023 und 2024 sollen nach dem Vorbild des Reallabors Nieder- Ramstädter Str aße (NRS) jeweils ein abgeschlossenes Reallabor zur Koordinierung von priorisierten Teilstrecken von LSA in der Innenstadt auf ereignisorientierte Steuerung und multimodale Beschleunigung/ Verkehrsverflüssigung unter Beachtung von Priorit ätsanforderungen umgesetzt wer den. Um eine echtzeitfähige dynamische, umweltsensitive Steuerung des Verkehrs zu ermöglichen und langfristig zu etablieren ist eine Anpassung der vorhandenen Infrastruktur notwendig. Im Rahmen von DAnalytics konnten bereits eine Vielzahl vo n Lichtsignalanlagen (LSA) umgebaut und neu geplant werden. Im Förderprojekt Kooperative Leitzentrale wurde eine priorisierte Streckenkoordinierung geplant, die notwendige Infrastruktur aufgebaut und erprobt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anforderungen an die LSA-Planung und Infrastruktur mit dem neuen Standard für eine Verbesserung der Reisezeit sorgen, obwohl die Geschwindigkeit auf dieser Strecke auf Tempo 30 reduziert wurde. Zudem kann eine ÖPNV -Priorisierung stattfinden. Dieser neue Standard soll mittelfristig stadtweit umgesetzt werden. Die beiden geplanten Reallabore betreffen jedoch konkret zentrale Koordinierungsstrecken in der Innenstadt und damit multimodale Brennpunkte mit hohem Effizienzsteigerungspotenzi al. Im Ergebnis sind Ende 2024 die drei priorisierten Teilstrecken in der Innenstadt optimiert, so dass der weitere Transfer sukzessive erfolgen kann. In den beiden Reallaboren ist der Umbau von 21 LSA Steuergeräten inkl. der Planungsleistungen vorgesehen. Mit der Verfügbarmachung einer DSGVO -konformen, flächendeckend automatisierten Lkw - Durchfahrtkontrolle (AP 500) an den Ein- und Ausfallstraßen nach und von Darmstadt kann aufbauend auf den bereits vorhandenen Daten der Stadt ein Schritt zur effizienten Logistik über ein Lotsensystem gegangen werden. Zusätzlich können die Probleme der derzeit notwendigen Verkehrskontrollen, die aufgrund von Personalmangel und Verkehrsbehinderungen nur sporadisch möglich sind, vermieden werden. Die Logistikverkehre werden durch die Kontrollen transparent und schaffen damit die wichtigen Voraussetzungen für die Entwicklung weiterer innovativer Konzepte (variable Bepreisung von Straßennutzungsgebühren, Zeitslots, verursachergerechte Paketbepreisung). Dies soll in Kooperation mit der Stadt Frankfurt am Main und der Metropolregion Frankfurt-RheinMain ab ca. 2025 erfolgen. Die im Projekt durch den Einsatz von geeigneter Videotechnik oder in Kooperation mit Toll Collect neu gewonnenen Daten, kombiniert mit den bereits vorhandenen Daten aus DAnalytics , sind Voraussetzung für die kooperative Verkehrslenkung (AP 200 und 300), jedoch auch für die Umsetzung weiterer Maßnahmen aus dem GCP DA. Die Umsetzung war bereits in DAnalytics geplant, scheiterte jedoch an Datenschutz-Bedenken der Hessischen Polizeiakademie und der Darmstädter Datenschutzbeauftragten, die jedoch nunmehr ausgeräumt sind. Bei der technischen Umsetzung erfolgt eine Abstimmung mit dem DKV-Projekt der Stadt Rüsselsheim. 1.3 Projektdurchführung Antragsteller für DAnalytics+ ist der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit der ausführenden Stelle des Mobilitätsamt. Die für das Projekt DAnalytics eingerichtete Projektstruktur mit der Projektleitung in Verantwortung durch Katharina Metzker, Amtsleiterin des Mobilitätsamts, und Ralf Tank als zuständige n Fachexperten sowie der bestehenden, effizienten Projekt-Governance wird hierfür weitergeführt. 1.4 Ergebnisverwertung DAnalytics hat gerade durch den p rojektübergreifenden Ansa tz und die neuartige Entwicklung einer vollständig neuen Strategiemanagement -Software einen klaren Pilotcharakter mit hohem Potenzial zur Übertragbarkeit. Bereits heute sind die Erkenntnisse und Erfahrungen, die im Rahmen von DAnalytics gesammelt wurden von großem Interesse für andere Städte, die teilweise direkt auf die Projektverantwortlichen zukommen . Daher werden und wurden Mitarbeitende des Mobilitätsamts zu Vorträgen, Diskussionen etc. von anderen Städten, Kommunen und Gemeinden eingeladen, um über die Erfahrungen un d das Vorgehen aus den bisherigen Förderprojekten zu berichten mit dem Ziel, die Vernetzung zwischen den Akteuren und de n Maßnahmen zu verbessern. Basierend auf dem Austausch mit den Mitarbeitenden des Mobilitätsamtes sind bereits mehrere Ideen in anderen Städten angedacht und ausgearbeitet worden. Diese Unterstützung für andere Kommunen möchte die Stadt im Rahmen von DAnalytics+ fortführen und die Erkenntnisse teilen. Darüber hinaus ist geplant freie Zugriffsmöglichkeiten zu den erstellten Dashboards, Analysen und Auswertungen zu geben und diese der breiten Öffentlichkeit einfach und unkompliziert zur Verfügung zu stellen. So ist auch eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Medien vorstell- und umsetzbar, welche z.B. in einer Publizierungsserie in Online- und Printmedien über die erhobenen und gewonnen Daten sowie die daraus resultiere nden Vorteile informieren könnte. So würden zum einen die Daten wiederum für eine verschärfte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit genutzt und zum anderen die Bürger:Innen weiter für nachhaltige Mobilitätsformen sensibilisiert werden. 2. Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz Die übergeordnete Zielstellung des Förderantrags sind nachhaltige sowie dauerhaft positive Auswirkungen, die sich wie folgt manifestieren: Reduktion der verkehrsrelevanten Emissionen (z.B. NOx), Verhinderung der Emissionen von klimarelevanten Gasen (z.B. CO2), Schaffung von Verkehrssicherheit (Reduktion von Unfällen) und Teilhabe sowie die Reduktion von Verkehrslärm. Vorrang des Vorhabens hat der Beitrag zum Gesundheits- und Klimaschutz, insbesondere die Redu ktion von NO2-Emmissionen und de s Ausstoßes von Treibhausgasen. Durch die Umsetzung des im Rahmen des Projekts DAnalytics geförderten Umweltsensornetzes wurde eine bessere, kontinuierliche und nachhaltige Analyse und Auswertung von Umweltsensordaten erreicht, um insbesondere die Messung von N Ox und CO2 durchführen zu können. Im Rahmen von DAnalytics wurden zum einen neue Umweltsensoren installiert und zum anderen ein Hauptstrecken-Clustering der Umweltsensoren anhand vorher definierter Strecken vorgenommen. Dieses Hauptstrecken-Clustering soll in DAnalytics+ als Basis für die Weiterentwicklung des Umweltsensornetzes dienen. Innerhalb von DAnalytics+ soll nun eine Steuerung des Verkehrs anhand der Umweltsensordaten auf den definierten Hauptstrecken erfolgen, um so für eine nachhaltige Reduktion von NOx und CO2 zu sorgen. Neben diesen Werten können in einem nächsten Schritt ebenfalls die bereits erfassten Werte von Feinstaub (PM2.5 und PM 10) oder auch Ozon, Luftdruck sowie Lufttemperatur in der Entscheidung berücksichtigt werden. Des Weiteren wurden fünf Wetterstationen im Stadtgebiet zur erweiterten Analysemöglichkeit installiert und die Daten minütlich an die Datenbank übertragen. Abbildung 5 zeigt die Hauptstrecken in der Stadt und die zugehörigen Umweltsensoren, die die Basis für die in DAnalytics+ vorgesehene, kontinuierliche Performance-Messung der umgesetzten Maßnahmen im Rahmen des umweltorientierten Verkehrsmanagements bilden. Neben dem Hauptstrecken-Clustering wurde ebenfalls ein so genanntes Flächen -Clustering Konzept entworfen und entwickelt. Durch das Flächen - Clustering sind z.B. di e Umweltsensordaten einzelner Stadtviertel zusammengefasst. Diese Auswertung könnte Bürger:Innen in einem Dashboard visuell dargestellt werden und somit bei diesen den Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanken stärken. Das vorher beschriebene Umweltsensornetz wird Daten an die Datenanalyse-Plattform (DAP) liefern und darauf aufbauend wird in DAnalytics+ eine Analyse dieser Daten erfolgen. Anhand der Analyse wer den Maßnahmen abgeleitet, um hochbelastete Strecken zu entlasten. Durch die kontinuierliche Auswertung der Daten können Prognosen zur Entwicklung der Emissionswerte erstellt werden und somit das Überschreiten von Grenzwerten verhindert werden. Die Strategie-Management-Software kann Szenarien ändern und verkehrsstrategische Maßnahmen ergreifen , sobald vorab bestimmte Werte erreicht werden. D analytics+ stellt keine Pilotmaßnahme dar, sondern leistet einen dauerhaften und nachhaltigen Beitrag zur Reduktionswirkung in der Stadt. Diese und weitere Maßnahmen innerhalb von DAnalytics+ leisten durch die Verstetigung des Verkehrs einen hohen Beitrag zur Luftreinhaltung und Emissionsreduktion. Mit Bezug zum GCP DA und der darin abgebildeten Bewertungssystematik kann für das Projekt eine Reduktionswirkung im Vergleich zum Ausgangswert von bis zu 10 % erreicht werden. Die multimodale Verkehrssteuerung wirkt direkt auf die jeweils hochwirksamen Maßnahmen D 1 -3 Umweltsensitive und netzadaptive Verkehrslenkung und -steuerung (über das Strategie- Management-Instrument Kooperative Verkehrslenkung) , D 1-4 Ertüchtigung und Koordinierung der Lichtsignalanlagen (über die beiden Reallabore zur Koordinierung der priorisierten Teilstrecken in der Innenstadt), D 2 Digitalisierung des ÖPNV (über das Strategie-Management- Instrument Kooperative Verkehrslenkung), D 3 Beschleunigung des Modal Shift (über die zielgerichtete Kommunikation der E rgebnisse und die erzielte Transparenz und Darstellung für Bürger:innen) sowie die Maßnahmenbündel V -2 Weiterentwicklung ÖPNV und bedarfsorientierte/ ergänzende/ autonome Mobilitätsangebote und L-1 Urbane Logistik (jeweils über das Strategie -Management-Instrument Kooperative Verkehrslenkung), die jeweils ihre Wirkung bis Ende 2020 nicht voll entfalten konnten, aber mit stringenter Umsetzung von DAnalytics+ bis 2024 nachhaltig und dauerhaft wirksam werden. Abbildung 5: Hauptstrecken für das Umweltsensornetz- Clustering in Darmstadt 3. Beitrag zur Gestaltung effizienter und nachhaltiger Verkehrssys teme/ weiterer Ziele DAnalytics+ bezieht sich auf den Maßnahmenschwerpunkt Digitalisierung des Verkehrs aus dem GCP DA . Insbesondere wird hier das Maßnahmenbündel D1 zur Umsetzung eines proaktiven, umweltsensitiven Verkehrsmanagements mit Verkehrssteuerung un d Lenkungsfunktion adressiert. Darüber hinaus werden über das hier beschriebene Projekt eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen des Masterplans aus den Bereichen Digitalisierung des ÖPNV, Vernetzung im Öffentlichen Personennahverkehr, Radverkehr, Elektrifizierung des Verkehrs und Urbane Logistik beeinflusst. Die Maßnahme DAnalytics+ als Ergänzung und Weiterführung der För derprojekte Kooperative Leitzentrale und DAnalytics ist eine weitere Grundlage für alle zu erzielenden Maßnahmensc hwerpunkte des GCP DA. Grundlegend bei DAnalytics+ ist, ebenso wie bereits bei DAnalytics, dass alle Verkehrsteilnehme nden in der Stadt in die Analyse einbezogen werden. Durch die Optimierung der Verkehrsflüsse und die angedeutete Beschleunigung der Verkehre werden auch die Angebote des ÖPNV für die B ürger:innen attraktiver und eine Verlagerung vom MIV z um ÖPNV / Radverkehr flankiert wird. 4. Digitalisierungscharakter des Vorhabens Durch die Erreichung der Ziele dieses Förde rantrages strebt die Stadt eine Verstetigung, Fortführung und weitere Digitalisierung der bereits angefangenen und fortgeschrittenen Maßnahmen an. „DAnalytics+“ folgt dabei dem Grundsatz der produktiven Datenanaly se (siehe Kapitel 1.2) . Durch die angestrebte Implementierung einer Strategie -Management-Software möchte die Stadt ihre Vorreiterrolle bei der Echtzeit-Verkehrssteuerung in Bezug auf die Digitalisierung stärken. So wird mit der Umsetzung der Software ein weiter Schritt in Richtung einer voll digitalen, (halb) automatisierten und vernetzten Stadt in Bezug auf Verkehr und Mobilität gegangen. Verkehrssituationen können in Echtzeit analysiert und entsprechende Maßnahmen vorgeschlagen werden, um optimierte Ampelschaltungen passend zur aktuellen Verkehrslage zu erzeugen. Um weiterhin Anreize für die Nutzung des ÖPNVs zu schaffen , findet dies unter Einbeziehung und der Bevorrechtigung des ÖPNVs statt. In iterativen Prozessen kommen Verfahren des „Machine Learning“ und der „Künstlichen Intelligenz“ in enger Abstimmung mit den handelnden Akteuren zum Einsatz. Ein besonderes Augenmerk liegt beim Ampelphasenassistenten, da mittlerweile eine erhebliche Anzahl von E-Bussen im täglichen Einsatz sind , die eine effiziente Fahrweise benötigen . D urch die Einführung des Ampelphasenassistenten als innovative Neuheit wird ei n wichtiger Beitrag geleistet, um in Verbindung mit der ÖPNV-Priorisierung längere Fahrzeiten zu ermöglichen, da die ÖPNV-Gefäße möglichst verstetigt fahrend über eine Kreuzung geführt werden können. Durch die multimodale Weiterentwicklung des Ampelphasenassistenten für den ÖPNV wird für Fußgänger sowie ggf. Logistikverkehre und Rettungsdienste bzw. VIP-Verkehre eine wichtige Brücke zwischen den erhobenen Daten und den Nutzer :Innen geschlagen, die weiter ausgebaut werden soll . So werden erhobene Daten für die Nutzer :Innen digital „sichtbar“ und „erlebbar“, beeinflussen die Mobilitätsentscheidungen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Bewusstsein (Mind-Set) und Reduzierung von Schadstoffen. Die multimodale Weiterentwicklung der Reisezeitermittlung und Rückkopplung mit dem Strategie - management-Instrument Kooperative Verkehrslenkung birgt weitere Lenkungspotenziale. Reisezeiten von Fahrzeugen/ Fahrrädern im gesamten Stadtgebiet werden anonymisiert aufgezeichnet und sind dadurch eine weitere wichtige Datenquelle auf der analytischen Datenplattform und der Bürgerplattform der S tadt. Mit Hilfe dieser Daten können weitere Rückschlüsse und Erkenntnisse in Bezug auf den Verkehrsfluss gewonnen werden, die wiederum in die Analyse und Auswertung der Strategie -Management-Software einfließen und so für e ine weitere Optimierung der Ampelschaltungen führen. Es wird deutlich, wie eng verzahnt die einzelnen Teilprojekte zur aktiven Einbindung der Verkehrsteilnehmenden unter- und miteinander sind und dass die Vorteile und Daten der Teil projekte nur durch eine intelligente, digitale und vernetze Zusammen - führung, Transparenz und Steuerung gewinnbringend und zielgerichtet eingesetzt werden können. Durch die fortgeführte Digitalisierung und Vernetzung wird die Basis für weitere Projekte und Anbindung weiterer Datenquellen geschaffen und der Digitalisierungsgrad der Stadt weiter erhöht. 5. Arbeits- und Ausgabenplanung Die bereits für das Projekt DAnalytics eingerichtete Projektstruktur soll weitergeführt werden. DAnalytics endet zum 31.12.2022, die operative Arbeit soll möglichst nahtlos ab Anfang 2023 weitergeführt werden. Der Projektstart ist für den 01.10.2022 und das Projektende zum 31.12.2024 geplant. Die notwendigen Magistratsbeschlüsse sind in Vorbereitung. Die Umsetzung im Zeitrahmen ist durch die projektübergreifende Roadmap gesichert. Die Stadt erfüllt die Auflagen für die Anwendung einer Förderung i. H. v. 80 % und wird diese entsprechend beantragen. Die Förderung ist sachgerecht, um die Verstetigung des innovativen Projektansatzes und Übertragbarkeit des Gesamtansatzes in der angespannten Haushaltssituation abzusichern. Das Pro jekt wird in fünf Arbeitspakete aufgeteilt , sind in Kapitel 1.2 entsprechend der Zielsetzungen skizziert und im angehängten Kosten-Zeit- und Leistungsrahmen spezifiziert. Der Kosten-, Zeit- und Leistungsrahmen für DAnalytics+ ist als Anlage beigefügt. 6. Bereitstellung von Daten und Softwarequellcode Bereits h eute arbeitet die Stadt und insbesondere das Mobilitätsamt mit anderen Abteilungen , Forschungseinrichtungen, Hochschulen etc. eng zusammen. I m Zuge von DA nalytics+ werden zusätzlich gewonnene Daten z.B. via der Open Data Schnittstelle zur freien Verfügung gestellt. Für die Stadt ist es von enormer Bedeutung, ihre Daten frei zugänglich zu machen, da durch den Austausch ein großer Mehrwert in Form von neuen Ideen sowie interessante Diskussionen und Erfahrungsaustäusche erwartet werden.
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Punkt 11: DAnalytics+ (V-Nr. 2022/0326) Der Ausschuss für Bauen, Stadtplanung, Verkehr und Liegenschaften empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltungen: Fraktionen SPD, Die Linke., UFFBASSE und AfD
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Zeit- und Leistungsrahmen DAnalytics+ 2022 ID Arbeitspaket Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 AP 100 Projektsteuerung, Fördermittelmanagement und techn. Implementierungsberatung x x x x x x x x x AP 110 Koordination, Monitoring und Steuerung des Projektfortschritts y y y y y y y y y AP 120 Ausschreibungsbegleitung technische Teilprojekte Y Y AP 130 Mitarbeiter Mobilitätsamt (3 Stellen) y y y y y y y y AP 200 Strategie-Management-Software x x x x x x x x x AP 210 Aufbau Data Governance mit Berücksichtigung Datensicherheit y y AP 220 Analytische Fachberatung und Data Science y y y y y y y y y AP 230 Definition Regeln und Standards y y AP 240 Verknüpfung analytische Plattform mit dem operativen System y y y y y y AP 300 Aufbau kooperative Verkehrslenkungseinheit TIMES x x x x x x x x x AP 310 Potenzialanalyse y y y y y y y AP 311 Analyse weiterer Datenquellen y y y y y AP 312 Konzept zur Erhöhung der Datenqualität y y y y AP 313 Konzept Kooperative Vernetzungseinheit y y y y y AP 320 Ampelphasenassistenten (APHA) y y y y y y y y AP 321 Workshops zu potenziellen Erweiterungen auf Fußgänger y y y AP 322 Umsetzung Erweiterungen y y y y AP 323 Testung der Erweiterungen y y y y y AP 330 Reisezeitermittlung y y y y y AP 331 Anbindung an die Strategie-Management-Software y y y y AP 332 Erweiterungen Reisezeitermittlung y y y y AP 340 Umweltsensornetz y y y y y y y AP 341 Verknüpfung Umweltsensornetz mit weiteren Datenquellen y y y y AP 342 Verknüpfung zur umweltsensitiven Steuerung y y y y AP 350 KRITIS x x x x x x x x AP 351 Verstetigung & Erweiterung Schutz der kritischen Infrastruktur y y y y y y y y AP 400 Reallabore koordinierte Teilstrecken x x x x x x x x AP 410 Reallabor Innenstadt y y y y AP 420 Reallabor multimodale Beschleunigung/Verkehrsverflüssigung y y y y AP 500 Lkw Zufahrtskontrolle x x x x x x x x AP 510 Workshops und Erstellung Konzept y y AP 520 Ausschreibung Videotechnik y AP 530 Umsetzung und Einführung y y y y 2023 2024 MV 2022/0326 Anlage 3
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Punkt 7: DAnalytics+ (V-Nr. 2022/0326) Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Wissenschaft und Digitalisierung empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltungen: Fraktionen SPD, Die Linke., UFFBASSE, FDP und AfD
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Punkt 49: DAnalytics+ (V-Nr. 2022/0326) Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltung: AfD
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
20.10.2022
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Dezernat V
Amt: Mobilitätsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2022/0326
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 541010
Kostenstelle: 066-101-1000 Investitionsnummer: 20066-4015
Kostenträger: 5410-11 Sachkonto: 0619210
Betreff: DAnalytics+
Vorlage vom: 12.10.2022
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat beschließt, dass die Wissenschaftsstadt Darmstadt bei Aufforderung durch das
Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) auf Basis der eingereichten
Projektskizze einen Förderantrag für DAnalytics+ stellt.
2. Der zur Umsetzung des Projektes benötigte Gesamtmittelbedarf wird, zusätzlich zu den
bereits etatisierten Mitteln, in den Haushaltsjahren 2023 bis 2024 über die Schwebeliste zum
Haushalt 2023 eingeplant und bei positivem Förderbescheid zur zweckentsprechenden
Verwendung bereit ge stellt.
Anlagen: Anlage 1: Grobkalkulation (datenschutzrelevant)
Anlage 2: DAnalytics+ Projektskizze
Anlage 3: DAnalytics+ Zeit - und Leistungsrahmen
- 2 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 12.10.2022
Das Projekt „ DAnalytics+“ baut auf dem aktuell laufenden Förderprojekt DA nalytics, das am
31.12.2022 ausläuft und dem am 30.06.2022 abgeschlossenen Projekt Kooperative
Leitzentrale – Reallabor Nieder -Ramstädter-Straße auf.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist auf Grund einer gerichtlichen Vereinbarung des Landes
Hessen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) seit 2019 von Dieselfahrverbot en an zwei
zentralen Straßenabschnitten betroffen. Im Rahmen des Projekts DAnalytics (16DKV30203)
wurde in den Jahren 2018 bis 2022 mit dem Aufbau einer analytischen Datenplattform ,
sowie weiterer technischer Komponenten (Einrichtung Ampelphasenassistent ( APHA), Aufbau
Umweltsensornetz zur umweltsensitiven Messung, Konzeption Ereignisorientierte Steuerung
des MIV, Qualitätsmanagement und Umbau von Lichtsignalanlagen (LSA) zur ÖPNV -
Beschleunigung sowie Verkürzung der Fahrzeiten durch Koordinierung einer pri orisierten
Teilstrecke) die Basis für eine proaktive, umweltsensitive Verkehrssteuerung unter
Berücksichtigung der Möglichkeiten von Big Data Analytics gelegt.
Im Projekt Kooperative Leitzentrale (16DKV10070) wurde das multimodale
Verbesserungspotenzial in einem Reallabor in der priorisierten Teilstrecke Nieder -
Ramstädter Straße (NRS) in direkter räumlicher Nähe zur Umwelt -Messstation Hügelstraße
erfolgreich getestet. Ergebnis war eine Verkehrsverflüssigung und ÖPNV -Beschleunigung um
ca. 50% bei gleichze itiger Tempo 30 Anordnung und darüberhinaus erzielte
Minderungswirkung der Luftschad stoffbelastung (NO2). Im Reallabor wird der multimodale
Ampelphasenassistent (APHA) u.a. auf Nutzbarkeit für den ÖPNV und den Radverkehr
getestet und eingerichtet. Beide Projekte sind Teil der langfristigen Strategie, ein digitales
und multimodales Verkehrs management umzusetzen, und bauen auf bestehenden Aktivitäten
und den Green City Master plan (GCP DA) aus 2018 auf. Die Erfolge aus beiden Projekten
sollen durch eine Ver tiefung der Ergebnisse im Zuge des Projektes DAnalytics+ verstärkt und
verstetigt werden.
Das Hauptziel von DAnalytics + ist die multimodale, intelligente, digitale und vernetze
Zusammenführung von Daten und Erkenntnissen aus verschiedenen Teilprojekten und dem
ÖPNV sowie Radverkehr durch eine „Produktive Datenanalyse“ in und durch die
Wissenschaftsstadt Darmstadt , damit diese zielgerichtet für eine ent sprechende
Verkehrslenkung eingesetzt werden können. Die übergeordnete n Zielstellungen des
Förderantrags, wie Reduktion der verkehrsrelevanten Emissionen (z.B. NOx), Verhinderung
der Emissionen von klimarelevanten Gasen (z.B. CO2), Schaffung von Verkehrssicherheit
(Reduktion von Unfällen) und Teilhabe sowie die Reduktion von Verkehrslärm werden ebenso
beachtet. Die „Produktive Datenanalyse“ ermöglicht den Aufbau einer multimodalen,
digitalen und nutzerorientierten Verkehrssteuerung in Echtzeit und unterstützt damit
gleichzeitig die Mobilitätswende. Dieser Ansatz wird auch deshalb verfolgt, weil die
gewünschten Lösungen zu einer multimodalen Netzsteuerung in Echtzeit derzeit nicht in
passender Form am Markt angeboten werden.
Daraus ergibt sich ein weiteres vorrangiges Ziel von DAnalytics +: die Entwicklung des
notwendigen Strategie -Management-Instruments für eine abgestimmte und kooperative
Mobilitätslenkung und produktive Verknüpfung mit dem Verkehrsleitrechner. Durch die
Implementierung des neuartigen Strategie -Management-Instruments kann die Stadt ihre
Vorreiterrolle bei der Echtzeit -Verkehrssteuerung in B ezug auf die Digitalisierung stärken.
Verkehrssituationen können in Echtzeit analysiert und entsprechende Maßnahmen
vorgeschlagen werden, um optimierte Ampelschaltungen passend zur aktuellen Verkehrslage
- 4 -
zu erzeugen. Damit ist das Strategie -Management-Instrument ein essenzieller Teil bei der
Verknüpfung zwischen der bestehenden analytischen Datenplattform und dem operativen,
Verkehrsleitsystem. Diese Verknüpfung ist maßgeblich für die umweltsensitive Steuerungs -
wirkung. Ein Fokus liegt auf dem institutionel len Aufbau einer Data Governance unter
Berücksichtigung der Datensicherheit und Absicherung der kritischen Infrastruktur. Im Zuge
der Verstetigung bisheriger Projekte sind notwendige Anpassungen und Erweiterungen an
den DAnalytics -Teilprojekten (APHA, Reis ezeitermittlung und Umweltsensornetz) zur aktiven
Verkehrsbeeinflussung durch die Integration aller Verkehrsteilnehmenden ebenfalls Teil von
DAnalytics+. So soll der Ampelphasenassistent bspw. multimodal für den ÖPNV, für zu Fuß
Gehende sowie ggf. für Log istikverkehre und Rettungsverkehre erweitert werden. Die
multimodale Weiterentwicklung der Reisezeitermittlung und Rückkopplung mit der Strategie -
Management-Software birgt weitere Lenkungspotenziale im Sinne der Kooperative
Verkehrslenkung.
Außerdem werd en zwei weitere Reallabore zur Koordinierung von priorisierten Teilstrecken
von Lichtsignalanlagen ( LSA) in der Innenstadt auf ereignis orientierte Steuerung und
multimodale Beschleunigung bzw. Verkehrsverflüssigung unter Beachtung von
Prioritätsanforderun gen als technische Teilprojekte bearbeitet. Die geplanten Reallabore
betreffen zentrale Koordinierungsstrecken in der Innenstadt und damit multimodale
Brennpunkte mit hohem Effizienzsteigerungspotenzial. In den beiden Reallaboren ist der
Umbau und Ko -Finanzierung von insgesamt 21 LSA -Steuergeräten inkl. der
Planungsleistungen vorgesehen , die zu einer weiteren Optimierung der
Lichtsignalschaltungen führen werden.
Das Gesamtverkehrssystem DAnalytics+ soll auch durch eine DSGVO -konforme,
flächendeckend automa tisierte LKW -Durchfahrtkontrolle an den Ein - und Ausfallstraßen nach
und von Darmstadt erweitert werden. Dadurch kann die Stadt einen Schritt zur effizienten
Logistik über ein Lotsensystem anstreben. Die Logistikverkehre werden durch die Kontrollen
transparent und schaffen damit die wichtigen Voraussetzungen für die Entwicklung weiterer
innovativer Konzepte (variable Bepreisung von Straßennutzungsgebühren, Zeitslots, etc.). Die
Kontrolle des LKW -Durchfahrtverbots war bisher auf Grund von fehlenden Daten und daraus
folgender Bedenken zur Verhältnismäßigkeit in Bezug auf den Datenschutz nicht umsetzbar.
Das beschriebene Gesamtsystem bedarf einer organisatorischen Einbettung , die in der
bestehenden Organisation des Projekts DAnalytics im Mobilitätsamt zur Ver fügung steht.
Die Organisation wird ergänzt durch eine kooperative Verkehrslenkungseinheit (Strategie-
Management Software), die auf der analytischen Plattform implementiert wird, und unter
Einbeziehung wichtiger kommunaler Partner, wie HEAG mobilo GmbH und Digitalstadt
Darmstadt GmbH, entwickelt wird.
DAnalytics+ besitzt einen deutschlandweiten Leuchtturmcharakter und leistet einen
dauerhaften und nachhaltigen Beitrag zur Reduktionswirkung von Luftschadstoffen und Lärm
in der Stadt. DAnalytics + trägt z u einer Erhöhung der multimodalen Steuerbarkeit inkl.
Steuerung der Mikromobilität des Gesamt verkehrssystems und zur Erhöhung der
Transparenz bei. Dies soll unter anderem über Wahlmöglichkeiten für Nutz ende zur
Verkehrsmittelwahl und individuellen Reisepl anung auf Basis von transparenten und
verlässlichen Informationen erreicht werden.
Die im Anhang vorliegende Projektskizze wurde am 15.07.2022 beim Bundesministerium für
Digitales und Verkehr (BMVD) eingereicht und wurde durch den Projektträger, VDI/VDE
Innovation + Technik GmbH und das BMDV inhaltlich positiv beurteilt.
- 5 -
Derzeit laufen Abstimmungen mit dem BMDV, wie und ggf. mit welchem veränderten/
verlängerten Zeitrahmen die Förderung ab 2023 umgesetzt werden kann.
Sollte die Aufforderung zur Abgabe e ines Förderantrags erfolgen und es zum Förderbescheid
kommen, erfolgt anschließend eine detaillierte Abstimmung mit dem Datenschutz der Stadt
Darmstadt.
Hierbei ist dann auszuschließen, dass eine personenbezogene Datenverarbeitung im Projekt
vorliegt und dass alle Anforderungen der DS -GVO an eine datenschutzkonforme
Datenverarbeitung erfüllt werden.
Dafür werden vor Einsatz der entsprechenden Datenverarbeitung detaillierte und nach
datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten aufbereitete Dokumente zur Verfügung gestellt
Rahmenbedingungen Förderung
Die Laufzeit ist bis zum 31.12.2024 terminiert, die Projektskizze ist entsprechend der
ursprünglichen Aufforderung vom 01.10.2022 bis zum 31.12.2024 ausgelegt. Notwendige
Vorarbeiten sollen nach aktuellem Stand jedoch erst in Q1/2023 beginnen. Mittelabflüsse
sowie Beauftragungen werden erst ab dem Haushaltsjahr 2023 erfolgen. Dementsprechend
wurde die haushalterische Zuordnung geplant, welche der datenschutzrelevanten Anlage 1 zu
entnehmen ist.
Das Projektvolumen/ Ges amtbudget beläuft sich auf 6.800.000 Euro brutto. Der Förderanteil
des BM DV beträgt für die Wissenschaftsstadt Darmstadt aufgrund der Einstufung als „Stadt
mit geringer Finanzkraft“ 80 %.
• Förderung durch das BMVI: 5,44 Mio. Euro (80 %)
• Eigenmittel Wissenschaftsstadt Darmstadt: 1,36 Mio. Euro (20 %)
Der zur Umsetzung des Projektes benötigte Gesamtmittelbedarf wird bei positiver
Bescheiderteilung zusätzlich zu den bereits etatisierten Mitteln über die Schwebeliste für die
Haushaltsjahre 2 023 und 2024 eingeplant. Bereits etatisiert ist der investive
Eigenmittelanteil der Stadt Darmstadt für das Jahr 2023 ( Investitionsnummer 20066 -4015).
Übersicht Arbeitspakete
Der Anlage 2 „DA nalytics+ Projektskizze“ ist der Inhalt des Antrags beim BMVD u nd der
Anlage 3 „DAnalytics+ Zeit- und Leistungsrahmen“ sind die Arbeitspakete und der zeitliche
Ablauf zum Zeitpunkt der Projektskizze zu entnehmen.
Dezernat III Dezernat IV Dezernat V
i. V. i. V.
Michael Kolmer Jochen Partsch Jochen Partsch
Stadtrat Oberbürgermeister Oberbürgermeister
anlage 7
11614 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
20.10.2022
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Dezernat V
Amt: Mobilitätsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
III 66
IV
V
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2022/0326
Magistratsbeschluss -Nr.
400
Internetfähig
Produkt-Nr.: 541010
Kostenstelle: 066-101-1000 Investitionsnummer: 20066-4015
Kostenträger: 5410-11 Sachkonto: 0619210
Betreff: DAnalytics+
Vorlage vom: 12.10.2022
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat beschließt, dass die Wissenschaftsstadt Darmstadt bei Aufforderung durch das
Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) auf Basis der eingereichten
Projektskizze einen Förderantrag für DAnalytics+ stellt.
2. Der zur Umsetzung des Projek tes benötigte Gesamtmittelbedarf wird, zusätzlich zu den
bereits etatisierten Mitteln, in den Haushaltsjahren 2023 bis 2024 über die Schwebeliste zum
Haushalt 2023 eingeplant und bei positivem Förderbescheid zur zweckentsprechenden
Verwendung bereit gestel lt.
- 3 -
Anlagen: Anlage 1: Grobkalkulation (datenschutzrelevant)
Anlage 2: DAnalytics+ Projektskizze
Anlage 3: DAnalytics+ Zeit - und Leistungsrahmen
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 02.11.2022
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 12.10.2022
Das Projekt „ DAnalytics+“ baut auf dem aktuell laufenden Förderprojekt DA nalytics, das am
31.12.2022 ausläuft und dem am 30.06.2022 abgeschlossenen Projekt Kooperative
Leitzentrale – Reallabor Nieder -Ramstädter-Straße auf.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist auf Grund einer gerichtlichen Vereinbarung des Land es
Hessen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) seit 2019 von Dieselfahrverboten an zwei
zentralen Straßenabschnitten betroffen. Im Rahmen des Projekts DAnalytics (16DKV30203)
wurde in den Jahren 2018 bis 2022 mit dem Aufbau einer analytischen Datenplattform ,
sowie weiterer technischer Komponenten (Einrichtung Ampelphasenassistent (APHA), Aufbau
Umweltsensornetz zur umweltsensitiven Messung, Konzeption Ereignisorientierte Steuerung
des MIV, Qualitätsmanagement und Umbau von Lichtsignalanlagen (LSA) zur ÖPNV -
Beschleunigung sowie Verkürzung der Fahrzeiten durch Koordinierung einer priorisierten
Teilstrecke) die Basis für eine proaktive, umweltsensitive Verkehrssteuerung unter
Berücksichtigung der Möglichkeiten von Big Data Analytics gelegt.
Im Projekt Koopera tive Leitzentrale (16DKV10070) wurde das multimodale
Verbesserungspotenzial in einem Reallabor in der priorisierten Teilstrecke Nieder -
Ramstädter Straße (NRS) in direkter räumlicher Nähe zur Umwelt -Messstation Hügelstraße
erfolgreich getestet. Ergebnis war eine Verkehrsverflüssigung und ÖPNV -Beschleunigung um
ca. 50% bei gleichzeitiger Tempo 30 Anordnung und darüberhinaus erzielte
Minderungswirkung der Luftschad stoffbelastung (NO2). Im Reallabor wird der multimodale
Ampelphasenassistent (APHA) u.a. auf Nu tzbarkeit für den ÖPNV und den Radverkehr
getestet und eingerichtet. Beide Projekte sind Teil der langfristigen Strategie, ein digitales
und multimodales Verkehrs management umzusetzen, und bauen auf bestehenden Aktivitäten
und den Green City Master plan (GCP DA) aus 2018 auf. Die Erfolge aus beiden Projekten
sollen durch eine Vertiefung der Ergebnisse im Zuge des Projektes DAnalytics+ verstärkt und
verstetigt werden.
Das Hauptziel von DAnalytics + ist die multimodale, intelligente, digitale und vern etze
Zusammenführung von Daten und Erkenntnissen aus verschiedenen Teilprojekten und dem
ÖPNV sowie Radverkehr durch eine „Produktive Datenanalyse“ in und durch die
Wissenschaftsstadt Darmstadt , damit diese zielgerichtet für eine ent sprechende
Verkehrslenkung eingesetzt werden können. Die übergeordnete n Zielstellungen des
Förderantrag s, wie Reduktion der verkehrsrelevanten Emissionen (z.B. NOx), Verhinderung
der Emissionen von klimarelevanten Gasen (z.B. CO2), Schaffung von Verkehrssicherheit
(Reduktion v on Unfällen) und Teilhabe sowie die Reduktion von Verkehrslärm werden ebenso
beachtet. Die „Produktive Datenanalyse“ ermöglicht den Aufbau einer multimodalen,
digitalen und nutzerorientierten Verkehrssteuerung in Echtzeit und unterstützt damit
gleichzeitig die Mobilitätswende. Dieser Ansatz wird auch deshalb verfolgt, weil die
gewünschten Lösungen zu einer multimodalen Netzsteuerung in Echtzeit derzeit nicht in
passender Form am Markt angeboten werden.
Daraus ergibt sich ein weiteres vorrangiges Ziel von DAnalytics+: die Entwicklung des
notwendigen Strategie -Management-Instruments für eine abgestimmte und kooperative
Mobilitätslenkung und produktive Verknüpfung mit dem Verkehrsleitrechner. Durch die
Implementierung des neuartigen Strategie -Management-Instruments kann die Stadt ihre
Vorreiterrolle bei der Echtzeit -Verkehrssteuerung in Bezug auf die Digitalisierung stärken.
Verkehrssituationen können in Echtzeit analysiert und entsprechende Maßnahmen
- 5 -
vorgeschlagen werden, um optimierte Ampelschaltungen passen d zur aktuellen Verkehrslage
zu erzeugen. Damit ist das Strategie -Management-Instrument ein essenzieller Teil bei der
Verknüpfung zwischen der bestehenden analytischen Datenplattform und dem operativen,
Verkehrsleitsystem. Diese Verknüpfung ist maßgeblich für die umweltsensitive Steuerungs -
wirkung. Ein Fokus liegt auf dem institutionellen Aufbau einer Data Governance unter
Berücksichtigung der Datensicherheit und Absicherung der kritischen Infrastruktur. Im Zuge
der Verstetigung bisheriger Projekte sind not wendige Anpassungen und Erweiterungen an
den DAnalytics -Teilprojekten (APHA, Reisezeitermittlung und Umweltsensornetz) zur aktiven
Verkehrsbeeinflussung durch die Integration aller Verkehrsteilnehmenden ebenfalls Teil von
DAnalytics+. So soll der Ampelpha senassistent bspw. multimodal für den ÖPNV, für zu Fuß
Gehende sowie ggf. für Logistikverkehre und Rettungsverkehre erweitert werden. Die
multimodale Weiterentwicklung der Reisezeitermittlung und Rückkopplung mit der Strategie -
Management-Software birgt wei tere Lenkungspotenziale im Sinne der Kooperative
Verkehrslenkung.
Außerdem werden zwei weitere Reallabore zur Koordinierung von priorisierten Teilstrecken
von Lichtsignalanlagen ( LSA) in der Innenstadt auf ereignis orientierte Steuerung und
multimodale B eschleunigung bzw. Verkehrsverflüssigung unter Beachtung von
Prioritätsanforderungen als technische Teilprojekte bearbeitet. Die geplanten Reallabore
betreffen zentrale Koordinierungsstrecken in der Innenstadt und damit multimodale
Brennpunkte mit hohem Ef fizienzsteigerungspotenzial. In den beiden Reallaboren ist der
Umbau und Ko -Finanzierung von insgesamt 21 LSA -Steuergeräten inkl. der
Planungsleistungen vorgesehen , die zu einer weiteren Optimierung der
Lichtsignalschaltungen führen werden.
Das Gesamtverkehrssystem DAnalytics+ soll auch durch eine DSGVO -konforme,
flächendeckend automatisierte LKW -Durchfahrtkontrolle an den Ein - und Ausfallstraßen nach
und von Darmstadt erweitert werden. Dadurch kann die Stadt einen Schritt zur effizienten
Logistik über ein Lotsensystem anstreben. Die Logistikverkehre werden durch die Kontrollen
transparent und schaffen damit die wichtigen Voraussetzungen für die Entwicklung weiterer
innovativer Konzepte (variable Bepreisung von Straßennutzungsgebühren, Zeitslo ts, etc.). Die
Kontrolle des LKW -Durchfahrtverbots war bisher auf Grund von fehlenden Daten und daraus
folgender Bedenken zur Verhältnismäßigkeit in Bezug auf den Datenschutz nicht umsetzbar.
Das beschriebene Gesamtsystem bedarf einer organisatorischen E inbettung, die in der
bestehenden Organisation des Projekts DAnalytics im Mobilitätsamt zur Verfügung steht.
Die Organisation wird ergänzt durch eine kooperative Verkehrslenkungseinheit (Strategie-
Management Software), die auf der analytischen Plattform i mplementiert wird, und unter
Einbeziehung wichtiger kommunaler Partner, wie HEAG mobilo GmbH und Digitalstadt
Darmstadt GmbH, entwickelt wird.
DAnalytics+ besitzt einen deutschlandweiten Leuchtturmcharakter und leistet einen
dauerhaften und nachhaltigen B eitrag zur Reduktionswirkung von Luftschadstoffen und Lärm
in der Stadt. DAnalytics + trägt zu einer Erhöhung der multimodalen Steuerbarkeit inkl.
Steuerung der Mikromobilität des Gesamt verkehrssystems und zur Erhöhung der
Transparenz bei. Dies soll unter anderem über Wahlmöglichkeiten für Nutz ende zur
Verkehrsmittelwahl und individuellen Reiseplanung auf Basis von transparenten und
verlässlichen Informationen erreicht werden.
Die im Anhang vorliegende Projektskizze wurde am 15.07.2022 beim Bundesministeri um für
Digitales und Verkehr (BMVD) eingereicht und wurde durch den Projektträger, VDI/VDE
Innovation + Technik GmbH und das BMDV inhaltlich positiv beurteilt.
Derzeit laufen Abstimmungen mit dem BMDV, wie und ggf. mit welchem veränderten/
verlängerten Ze itrahmen die Förderung ab 2023 umgesetzt werden kann.
Sollte die Aufforderung zur Abgabe eines Förderantrags erfolgen und es zum Förderbescheid
kommen, erfolgt anschließend eine detaillierte Abstimmung mit dem Datenschutz der Stadt
Darmstadt.
Hierbei ist dann auszuschließen, dass eine personenbezogene Datenverarbeitung im Projekt
vorliegt und dass alle Anforderungen der DS -GVO an eine datenschutzkonforme
Datenverarbeitung erfüllt werden.
Dafür werden vor Einsatz der entsprechenden Datenverarbeitung detaillierte und nach
datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten aufbereitete Dokumente zur Verfügung gestellt
Rahmenbedingungen Förderung
Die Laufzeit ist bis zum 31.12.2024 terminiert, die Projektskizze ist entsprechend der
ursprünglichen Aufforderung vom 01.10.2022 bis zum 31.12.2024 ausgelegt. Notwendige
Vorarbeiten sollen nach aktuellem Stand jedoch erst in Q1/2023 beginnen. Mittelabflüsse
sowie Beauftragungen werden erst ab dem Haushaltsjahr 2023 erfolgen. Dementsprechend
wurde die haushalterische Zuord nung geplant, welche der datenschutzrelevanten Anlage 1 zu
entnehmen ist.
Das Projektvolumen/ Gesamtbudget beläuft sich auf 6.800.000 Euro brutto. Der Förderanteil
des BM DV beträgt für die Wissenschaftsstadt Darmstadt aufgrund der Einstufung als „Stadt
mit geringer Finanzkraft“ 80 %.
• Förderung durch das BMVI: 5,44 Mio. Euro (80 %)
• Eigenmittel Wissenschaftsstadt Darmstadt: 1,36 Mio. Euro (20 %)
Der zur Umsetzung des Projektes benötigte Gesamtmittelbedarf wird bei positiver
Bescheiderteilung zusätzlich zu den bereits etatisierten Mitteln über die Schwebeliste für die
Haushaltsjahre 2023 und 2024 eingeplant. Bereits etatisiert ist der investive
Eigenmittelanteil der Stadt Darmstadt für das Jahr 2023 ( Investitionsnummer 20066 -4015).
Übersicht Arbeitspakete
Der Anlage 2 „DA nalytics+ Projektskizze“ ist der Inhalt des Antrags beim BMVD und der
Anlage 3 „DAnalytics+ Zeit - und Leistungsrahmen“ sind die Arbeitspakete und der zeitliche
Ablauf zum Zeitpunkt der Projektskizze zu entnehmen.
Dezernat III Dezernat IV Dezernat V
i. V. i. V.
Michael Kolmer Jochen Partsch Jochen Partsch
Stadtrat Oberbürgermeister Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (5)
Orte (3)
- Mina-Rees-Straße 10
- Nieder-Ramstädter Straße
- Hügelstraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2022/0326
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 12.10.2022
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00