2010/2024
Annahme einer Schenkung zur Anlage einer Waldinsel An St. Theresia in Buchheim
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Beschlussvorlage Bezirksvertretung
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Dezernat, Dienststelle VIII/67/673/2 Vorlagen-Nummer 2010/2024 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Annahme einer Schenkung zur Anlage einer Waldinsel An St. Theresia in Buchheim Beschlussorgan Bezirksvertretung 9 (Mülheim) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung 9 (Mülheim) begrüßt die Anlage einer Waldinsel An St. Theresia in Buchheim ausdrücklich und nimmt die Schenkung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. im Umfang von 6.000 € dankend an. Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 02.09.2024 2 Begründung: Waldinsel auf einer Grünfläche An St. Theresia Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat in enger Zusammenarbeit mit der Schutz- gemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. -Waldschule Köln- erstmal 2021 im Stadtteil Neu-Eh- renfeld eine Waldinsel angelegt. In das Projekt sind die angrenzende Grund- und Hauptschule Baadenberger Straße in der Vorbereitungs- und Umsetzungsphase, sowie im Rahmen der nachfolgenden Gießpatenschaft für die Hochstämme, der weiteren Pflege der Fläche und im Rahmen von waldpädagogischen Bildungseinheiten bis heute eingebunden. Es handelt sich also um ein langfristiges Bildungsprojekt bei dem Kinder und Jugendliche Verantwortung für das Grün ihrer Wohnumgebung übernehmen. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit diesem Pilotprojekt soll nun ein weiteres Projekt im Stadtbezirk Mülheim umgesetzt werden. Projektziele Eine „Waldinsel", auch Tiny Forest (Begriff geschützt), Mini-Wald, Kleine Wildnis oder urbaner Urwald genannt, ist ein etwa 100 bis 1.500 m2 großer Miniaturwald. Eine Waldinsel besteht aus einer dichten Mischung standortangepasster und heimischer Baum- und Pflanzenarten. Die Miniaturwälder sollen in urbanen Gebieten und stark versiegelten Bereichen kleine Bio- diversitätshotspots bilden und im Biotopverbund auch die Wanderung von Arten durch die zer- schnittene Landschaft ermöglichen. Neben dem Gewinn für den Artenschutz zeichnen sich Waldinseln durch Temperatursenkung, Wasserspeicherkapazität und Luftaustausch aus, wel- che sich dann insgesamt auf das urban-lokale Klima auswirken. Dieser Ort der biologischen Vielfalt ist zusätzlich ein Ort der Bildung, wenn Bürger: innen oder Schulkinder am Projekt be- teiligt sind. Waldinseln erfüllen zahlreiche positive Funktionen: Erhöhung der Artenvielfalt im städtischen Bereich: Im Vergleich zu üblichen Waldanpflanzungen, werden bei der Anpflanzung von Waldinseln bis zu 32 Baum- und Straucharten angepflanzt. Diese überproportional hohe Artenanzahl auf kleinster Fläche soll im urbanen Bereich auch die tierische Artenvielfalt erhöhen, die auf be- stimmte Pflanzenarten, deren Blüten, Früchte und Naturstrukturen angewiesen sind. Dies sind zum Beispiel zahlreiche Vogelarten und eine Vielzahl nützlicher Insektenarten (Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer usw.). Durch die waldartige Anpflanzung wird auch der Boden belebt und Würmer, Schnecken, Kleinstlebewesen und Pilze werden gefördert. So entsteht mit der Zeit ein eigenes kleines Biotop, das sich fortwährend weiterentwickeln und verändern kann. Zunächst bieten die kleinen dichten Bäume Vögeln und Amphibien Schutz. Mit zunehmendem Alter der Bäume könnte die Fläche für Vögel und Kleinsäuger (z.B. Eichhörnchen) zur Nah- rungssuche und zur Behausung interessant werden. Positive Klimawirkung im städtischen Bereich: Durch ihr Wachstum speichern die Bäume der Waldinsel CO2 im Holz und binden dies. Auch die Wasserspeicherung auf der Fläche wird aufgrund der Humusbildung und des entstehen- den Mikroklimas erhöht. Die Waldinsel wirkt gleichzeitig als Klimaanlage durch Wasserver- dunstung über die Blätter und trägt zur Stadtkühlung bei. Durch diese positiven Eigenschaften trägt der Kleine Wald auch zur Klimaanpassungs-Strategie der Stadt Köln bei. Waldpädagogik & Naturbewusstsein in der Schule & im Veedel: Früher war es überlebenswichtig den Wald genau zu kennen und Prozesse in der Natur zu beobachten. Die nachhaltige Nutzung von Früchten, Kräutern und Holz aus dem Wald gehörte zum Urwissen der Menschen. Essbare Beeren, frischer Birkensaft, Ahornsirup, Nüsse die satt machen, Eichel-Kaffe, frische Triebe als Salat usw.. Das Holz wurde handwerklich verwendet. Weidentriebe wurden zu Körben verflochten, aus Grünholz wurde geschnitzt. Auch das Wis- sen zu Tierarten, ihren Lebensräumen und ihrer Nahrungsgrundlage gehört hier mit dazu. Das Projekt der Waldinsel An St. Theresia wird unter Einbezug der GGS An St. Theresia und ggf. ukrainischen Gemeinde (beide müssen noch angefragt werden) vorbereitet, umgesetzt und nachbereitet. Dieser Ansatz ermöglicht die Einbindung dieses „Naturprojektes" über die Waldpädagogik in den Unterricht der Schule. Waldpädagoginnen der Waldschule Köln beglei- ten die Schülerinnen und Schüler hierbei. 3 Die gemeinsame Gestaltung und Pflege der Waldinsel kann darüber hinaus das soziale Mitei- nander prägen, sowie das Verantwortungsbewusstsein für das Kölner Stadtgrün fördern. Auswahl des Standortes Grünanlage An St. Theresia (Siehe Anlage Luftbild mit Skizzierung der Fläche Waldinsel) Projektumsetzung Die Waldinsel An St. Theresia soll aus heimischen Baum- und Straucharten bestehen. Be- stimmte Arten davon sind für den Menschen essbar (ggf. erst nach Weiterverarbeitung). Das Herbstlaub vieler Arten verfärbt attraktiv bunt in Rot-, Rosa- und Gelbtönen. Auch im Frühling gibt es weiße Blüten-Highlights. Im Sommer gibt es schmackhafte Beeren. Umsetzung/Kosten/Unterhaltung: Die Umsetzung der Anpflanzungen erfolgt mit Unterstützung der städtischen Forstverwaltung. Die Kosten für die Herrichtung des Geländes und Beschaffung der Bäume und Sträucher, Be- gleitung der Pflanzaktion und ggf. Schutz vor Wildverbiss in Höhe von 6.000,- € werden von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. getragen. Die dauerhafte Unterhaltung der Anpflanzungen obliegt der städtischen Forstverwaltung. Pflanzung: Die Pflanzfläche hat eine Größe von ca. 1400 m². Gepflanzt wird ein Waldrand aus Sträu- chern und Wildobst In die Mitte der Fläche wird ein Waldbestand aus kilmaresilenten Baumarten wie Stieleiche, Hainbuche, Winterlinde, Spitzahorn, Feldahorn gepflanzt. In die Randbereiche werden Hochstämme (Elsbeere, Vogelbeere, Speierling) gepflanzt. Die Pflanzung erfolgt gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der in das Projekt in- tegrierten Schulen im Rahmen der waldpädagogischen Projektarbeit.
Anlage 1 Lageplan Waldinsel An St Theresia
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Waldrand Waldinsel Solitär Projekt Waldinsel St. Theresias
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Baadenberger Straße
- An St. Theresia
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Details
- Aktenzeichen
- 2010/2024
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 30.07.2024
- Erstellt
- 20.06.2024 13:22