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Fachkräftemangel im Kita-Bereich AN/1075/2017 SPD-Fraktion

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 2585/2017 vom 05.09.2017

Stand: Am 05.09.2017 im Jugendhilfeausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/51/513 Vorlagen-Nummer 05.09.2017 2585/2017 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 05.09.2017 Fachkräftemangel im Kita-Bereich AN/1075/2017 SPD-Fraktion Die SPD-Fraktion stellt in ihrer Anfrage zunächst die Problematik des Fachkräftemangels dar: „Seit Beginn der massiven Ausweitung der U3-Betreuung steht ebenso entscheidend für ein familienfreundliches Kita-Angebot der verstärkte Fachkräftenachwuchs auf der Agenda. Denn: gute frühkindliche Bildung braucht gutes und auch auskömmliches Personal. Der kürz- lich veröffentlichen Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge, fehlen derzeit bundesweit über 100.000 Fachkräfte. In NRW hat sich die Situation laut der Studie verbessert, jedoch klafft auch hier noch eine große Lücke von 15.600 Erzieherinnen und Erziehern. So wird es sowohl für die Stadt Köln als auch für die freien Träger und die zahlreichen Eltern- initiativen immer schwieriger gut ausgebildetes Personal für ihre Einrichtungen zu bekom- men.“ Vor diesem Hintergrund stellt die SPD-Fraktion folgende Fragen: 1. „Welche Aus- und Fortbildungswege werden in Köln zur Fachkräftegewinnung ange- boten? Wie viele Plätze werden dafür jeweils vorgehalten, wie viele Bewerbungen la- gen in den letzten Jahren vor? 2. Wie viele Ausbildungs- und Praktikumsplätze bietet die Stadt in ihren Einrichtungen an? Wie viele wurden/werden davon in den Schuljahren 2016/17 und 2017/18 belegt? Wie hoch ist die Übernahmequote nach der Ausbildung in einen unbefristeten Vertrag (Abschluss August 2016 und 2017)? 3. Welcher Personalbedarf besteht in den kommenden Jahren für die städtischen Ein- richtungen und für die städtische Tochter KölnKitas? 4. Was unternimmt die Stadtverwaltung, um die Fachkräftegewinnung und -ausbildung zur verstärken?“ Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: 2 Zu 1. Welche Aus- und Fortbildungswege werden in Köln zur Fachkräftegewinnung angeboten? Wie viele Plätze werden dafür jeweils vorgehalten, wie viele Bewer- bungen lagen in den letzten Jahren vor? Die Stadt Köln bietet selbst keine Ausbildungs- und Fortbildungswege zur pädagogi- schen Fachkraft an. Die Ausbildungen finden in den Berufsfachschulen und bei exter- nen Anbietern statt. Die Stadt Köln stellt im Rahmen der Ausbildung die Praxisorte zur Verfügung. An der Einführung der Praxisintegrierten Ausbildung PIA, die 2013 gemeinsam mit freien Trägern und Berufsfachschulen ins Leben gerufen wurde, war die Stadt Köln federführend beteiligt und stellt mit jährlich 25 Praktikumsstellen, die Hälfte der Ausbil- dungsplätze. Der erste Jahrgang der dreijährigen Ausbildung hat 2016 die Ausbildung abgeschlossen. Davon wurden 12 Erzieherinnen und Erzieher eingestellt (mehr zu Anzahl der Praktikumsplätze unter 2.). Als Arbeitgeber unterstützt die Stadt Köln zudem die berufsbegleitenden Ausbildungen von der Kinderpflegerin zur Erzieherin, vom Kinderpfleger zum Erzieher und von der Erzieherin zur Heilpädagogin, vom Erzieher zum Heilpädagogen mit entsprechenden Freistellungen vom Dienst. Für das Kindergartenjahr 2016/2017 lagen rund 170 Bewerbungen für die Erzieherin- nen und Erzieher im berufspraktischen Jahr und für die Praxisintegrierte Ausbildung PIA vor. 2017/2018 waren es 145. Zu 2. Wie viele Ausbildungs- und Praktikumsplätze bietet die Stadt in ihren Einrich- tungen an? Wie viele wurden/werden davon in den Schuljahren 2016/17 und 2017/18 belegt? Wie hoch ist die Übernahmequote nach der Ausbildung in einen unbefristeten Vertrag (Abschluss August 2016 und 2017)? Es gibt eine nahezu unbegrenzte Anzahl an unbezahlten Schülerpraktika und 900 Stundenpraktika zur Vorbereitung auf die externe Erzieherprüfung. Diese Prakti- kumsplätze werden direkt von den Leitungen der Kindertageseinrichtungen vergeben. Die Verwaltung bietet darüber hinaus in ihren 226 städtischen Kindertageseinrichtun- gen 260 Praktikumsstellen an: o 165 bezahlte Stellen Erzieherinnen und Erzieher Anerkennungsjahr 1 Jahr Erzieherinnen und Erzieher Praxisintegrierte Ausbildung PIA 3 Jahre o 65 bezahlte Stellen Schülerinnen und Schüler Vorpraktikum o 15 bezahlte Stellen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen (Bachelor/Master) Berufspraktikum, Praxissemester o 15 unbezahlte Stellen Schülerinnen und Schüler (11. Klasse FOS für Sozial- und Gesundheits- 3 wesen) Von den jeweiligen Praktikumsplätzen wurden in den Schuljahren 2016/2017 und 2017/2018 folgende belegt: 165 Erzieherinnen und Erzieher im Anerkennungsjahr 1 Jahr  2016/2017 96 Plätze belegt 50 Erzieherinnen und Erzieher wurden im Anschluss mit unbefristeten Arbeitsverträgen übernommen.  2017/2018 70 Plätze belegt Erzieherinnen und Erzieher in der Praxisintegrierten Ausbildung PIA 3 Jahre Hier sind pro Jahrgang 25 Plätze zu belegen.  2016/2017 25 Plätze belegt  2017/2018 25 Plätze belegt 65 Schülerinnen und Schüler im Vorpraktikum Diese Stellen wurden erst im August 2017 wieder neu eingerichtet, da sich die Ausbildungsordnung der Berufsfachschulen geändert hat und nun wieder 900 Stunden Berufserfahrung als Aufnahmekriterium vorausgesetzt werden. 15 Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen (Bachelor/Master) im Berufspraktikum, Praxissemester  2016/2017 10 Plätze belegt  2017/2018 15 Plätze belegt Es ist festzustellen, dass diese qualifizierten Kräfte bei dem niedrigen Ein- stiegsgehalt (S 8a rd. 2500 Euro brutto) nicht für Kindertageseinrichtungen zu gewinnen sind. 15 Schülerinnen und Schüler (11. Klasse FOS)  2016/2017 5 Plätze belegt  2017/2018 8 Plätze belegt 4 Zu 3. Welcher Personalbedarf besteht in den kommenden Jahren für die städtischen Einrichtungen und für die städtische Tochter KölnKitas? Aufgrund der Urlaubszeit konnte diese Frage noch nicht abschließend bearbeitet wer- den. Sie wird für die Ausschusssitzung am 07.11.2017 nachgereicht. Zu 4. Was unternimmt die Stadtverwaltung, um die Fachkräftegewinnung und - ausbildung zu verstärken? Es besteht Kontakt zu den Kölner Berufsfachschulen über einen AK „Soziale Berufe“ und durch Teilnahme der Ausbildungsleitungen an diversen Schulveranstaltungen. Bereits 2010 hat die Verwaltung mit zwei Kölner Fachschulen vereinbart, dass ab dem Ausbildungsjahr 2010/11 jeweils eine Klasse zusätzlich (insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler) jährlich ausgebildet wird. Im August 2017 wurden 65 Vorpraktikantinnen- und Vorpraktikantenstellen neu einge- richtet, um das pädagogische Personal frühzeitig an die Stadt Köln zu binden. Die Er- fahrungen haben gezeigt, dass viele junge Menschen, die die Stadt Köln als Arbeitge- ber kennenlernen konnten, gerne auch für das Anerkennungsjahr und dann zur Fest- anstellung zurückkehren. Leider sah die Ausbildungsordnung viele Jahre kein Vor- praktikum mehr vor, so dass diese Stellen 2010 zunächst abgeschafft wurden. Die Stadt Köln bietet bereits ihren Praktikantinnen und Praktikanten in den städtischen Kindertageseinrichtungen im internem Fortbildungsprogramm Veranstaltungen mit fachlichen Inhalten an, um ihnen schon frühzeitig eine Wertschätzung entgegen zu- bringen und sie weiter zu qualifizieren. Gleichzeitig dienen diese Veranstaltungen aber auch dem Kennenlernen z.B. der Fachberatungen und Ausbildungsleitungen, um so eine Verbundenheit zum potentiellen zukünftigen Arbeitgeber herzustellen. Alle geeigneten Ausbildungskräfte erhalten eine Einstellungsgarantie und allen Be- werberinnen werden unbefristete Arbeitsverträge angeboten. Es besteht Kontakt zu den beurlaubten Kräften, um diese für einen Wiedereinstieg zu gewinnen. Rahmenbedingungen, wie z.B. Kinderbetreuung, werden sichergestellt. Externe Bewerberinnen und Bewerber, die einen Arbeitsgeberwechsel vornehmen möchten, erhalten eine Anerkennung der bisherigen Berufserfahrung. Ab dem 26.09.2017 ist die Werbekampagne „Fachpersonal für Kitas“ mit digitaler Groß- und Außenwerbung (Plakat und Internet-Webseite) vorgesehen, die auch für Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten wirbt. Darüber hinaus ist ein Flyer für Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten geplant. Mitarbeiterinnen der Abteilung Tageseinrichtungen und Tagesbetreuung werden auch zukünftig mit einem Informati- onsstand an unterschiedlichen Ausbildungsmessen teilnehmen. Gez. Dr. Klein

Beratungsverlauf

  1. 05.09.2017

    Jugendhilfeausschuss

    Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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