2012/0116
Integrations- und Arbeitsmarktprogramm 2012 des Jobcenter Darmstadt
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
2012/0116
6404 Zeichen
Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 10.04.2012 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Jobcenter Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2012/0116 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: Kostenstelle: Investitionsnummer: Kostenträger: Sachkonto: Betreff: Integrations- und Arbeitsmarktprogramm 2012 des Jobcenter Darmstadt Vorlage vom: 04.04.2012 Beschlussvorschlag: Der Magistrat nimmt das Integrations- und Arbeitsmarktprogramm 2012 des Jobcenter Darmstadt zur Kenntnis. Anlagen: Arbeitsmarktprogramm_2012_Jobcenter_Darmstadt Datenschutzrelevante Anlage: Folgekosten: Ja Nein - 2 - 2 Beschluss des Magistrats vom - 3 - 3 Begründung zur Magistratsvorlage vom 04.04.2012 Die strategische Verknüpfung von Sozial-, Beschäftigungs-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik wird in Darmstadt als geschäftspolitischer Schwerpunkt sowohl im Jobcenter Darmstadt als auch im Rahmen der kommunalen Beschäftigungsförderung der Wissenschaftsstadt Darmstadt politisch explizit ausgewiesen. Sie verfolgt interdisziplinär folgende Ziele, die auf den Grundsätzen Prävention, Partizipation und Sozialraumorientierung basieren: 1. Inklusion und Integration als sozialpolitische und sozialplanerische Strategie 2. Armut bekämpfen – Existenz sichern 3. Zielgruppen passgenau fördern 4. Lokale und regionale Netzwerke stärken 5. Lokalen (sozialen) Arbeitsmarkt / Ausbildungsmarkt sichern Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012 des Jobcenter Darmstadt, welches am 23.03.2012 einstimmig von der Trägerversammlung des Jobcenters beschlossen wurde, bildet die Grundlage der kommunalen Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Es analysiert die regionale Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt und stellt die operativen Strategien, Instrumente und Maßnahmen zur Zielerreichung vor. Die enge Abstimmung mit der kommunalen Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie 2012 der Wissenschaftsstadt Darmstadt spricht für einen gut aufgestellten Handlungsrahmen zur Erhöhung der Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen der Betroffenen. Mittel aus dem Ausbildungs- und Arbeitsmarktbudget, welche die Wissenschaftsstadt Darmstadt vom Land Hessen erhält, ergänzen die Maßnahmen des Jobcenters für eine verstärkte Förderwirkung bzw. zusätzliche Förderungen, insbesondere von besonders Benachteiligten am Arbeits- und Ausbildungsmarkt, die ansonsten nicht in dieser Intensität unterstützt werden könnten. Insbesondere sind hierbei zielgruppenspezifische Angebote auf dem Sozialen Arbeitsmarkt zur Erhöhung der Chancengerechtigkeit von zentraler Bedeutung. Durch flankierende, zielgruppenspezifische beschäftigungspolitische Projekte werden die Chancen zur Teilhabe am Arbeitsleben in der sozialen Gemeinschaft für Langzeitarbeitslose und besonders benachteiligte Gruppen wie bspw. Alleinerziehende, Ältere und Menschen mit Behinderung erhöht. Auf lokaler Ebene wird somit ein wirksamer Beitrag zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und zur Schaffung bzw. zum Erhalt von Beschäftigung erbracht. Mit dem Jahr 2012 geht eine Novellierung des bisherigen Zielsystems im Rechtskreis SGB II einher. Neue Kennzahlen gem. § 48 a SGB II werden zum Leistungsvergleich ausgewertet und zur Zielnachhaltung herangezogen. Grundlage der Betrachtung sind nicht mehr, wie in Vorjahren, die „Kundinnen und Kunden im Kundenkontakt“, sondern alle erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Integrierte und nichtaktivierbare Kunden werden mit in die Betrachtung gezogen. Umso wichtiger ist, dass die operativen Strategien deutlich auf eine bedarfsgerechte Maßnahmeplanung unter effizientem und effektiv genutztem Eingliederungsbudget ausgerichtet sind. Insgesamt betrachtet, bringt die - 4 - 4 Umstellung auf das neue Kennzahlensystem zum Teil gravierende Veränderungen mit sich. Bei der Integrationsquote und auch bei der Verringerung des Langzeitbezuges steigen die Basisgrößen erheblich an, was zur Folge hat, dass zur Zielerreichung 2012 ein erheblich größerer Aufwand erbracht werden muss, um die Zielerreichung wie in den letzten Jahren zu sichern. Die im Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm dargestellten Handlungsstrategien werden maßgeblich geprägt von der zum 01.04.2012 in Kraft tretenden Instrumentenreform und von den erheblichen Mittelkürzungen infolge der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen des Bundes. Der Rückgang der Mittelzuteilung insbesondere im Eingliederungsbudget beträgt über 20 %. Verstärkt wird er noch durch eine notwendige Umschichtung von voraussichtlich 1,65 Mio. Euro in den Verwaltungshaushalt – trotz Verringerung des Verwaltungsbudgets um ca. 300.000 Euro – und bereits bestehenden Verpflichtungen aus den Vorjahren in Höhe von 2,2 Mio. Euro. Für das Neugeschäft 2012 bleiben somit 36 % weniger Mittel im Vergleich zum Vorjahr 2011. Da mit dem Rückgang der Budgets bereits seit 2010 gearbeitet werden muss, hat das Jobcenter Darmstadt in 2011 den Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wie z. B. Eingliederungszuschüsse und die Förderung der beruflichen Weiterbildung der Finanzmittelsituation angepasst. Ziel ist es trotz eines verminderten Budgets allen Leistungsberechtigten, die einen entsprechenden Bedarf haben, gerecht werden zu können. Abzuwarten bleibt, welche Auswirkungen die Arbeitsmarktinstrumentenreform in 2012 auf das Mittelbudget hat. Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik ist dann erfolgreich, wenn verschiedene Handlungsträger auf lokaler und regionaler Ebene zusammenwirken und im Idealfall ihre Potenziale bündeln und aufeinander abstimmen. Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm ist Grundlage für die Zusammenarbeit mit allen regionalen Akteuren auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Zudem versteht es sich als Arbeitsmittel für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters Darmstadt. Darmstadt, den 04.04.2012 Barbara Akdeniz Stadträtin
anlage 1
119071 Zeichen
Arbeitsmarkt- und
Integrationsprogramm
2012
Herausgeber:
Jobcenter Darmstadt
Zentrum für Existenzsicherung und Beschäftigung
Groß-Gerauer-Weg 3
64295 Darmstadt Stand: März 2012
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
1
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG .................................................. ................................................... ............................. 2
1. Arbeitsmarkt - Lokale Ausgangssituation - ............................................................................ 3
2. Zielsystem des SGB II ..................................................................................................... .......... 5
2.1 Was haben wir erreicht? - Rückblick 2011 - ...................................................................... 5
2.2 Neue Kennzahlen nach § 48 a SGB II .................................................. ............................... 6
2.2.1 Verringerung der Hilfebedürftigkeit .................................................. ........................... 6
2.2.2 Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit .................................................. .... 7
2.2.3 Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug .................................................. ....... 8
2.3 Lokale Zielvereinbarungen ................................................................................................ 10
3. Kommunale Arbeitsmarkt- und Ausbildungsstrategie 2012 ............................................... 11
4. Aktive Förderung durch das Jobcenters Darmstadt - Planung 2012 -............................... 14
4.1 Mittelsituation 2012: Eingliederungs- und Verwaltungsbudget ................................. 14
4.2 Geschäftspolitische Schwerpunkte / Handlungsfel der ................................................. 16
4.2.1 Fachkräftepotenzial erhöhen ...................................................................................... 16
4.2.1.1 Arbeitskreis Fachkräftebedarf ................................................................ ..................... 17
4.2.1.3 Projekt „Jobs für best!agers“ ................................................................ ....................... 18
4.2.1.4 Migrantinnen und Migranten ................................................................... .................... 21
4.2.1.5 Menschen mit Behinderung ..................................................................... ................... 21
4.2.2 Aktivierung langjähriger Bestandskunden ................................................................ 22
4.2.2.1 Beschäftigungsorientiertes Fallmanagement ( bFM) .................................................. 23
4.2.3 Marktchancen bei Arbeitgebern erschließen .................................................. ......... 23
4.2.4 Beschäftigungschancen für Alleinerziehende .......................................................... 24
4.2.4.1 Projekt „DANA“ – Darmstädter Netzwerk für Alleinerziehende .................................... 25
4.2.4.2 „Lokales Bündnis für Familie“ ................................................................ ..................... 25
4.2.5 Jugendliche unter 25 Jahren ...................................................................................... 25
4.2.5.1. Ziele für 2012 .............................................................................. .............................. 26
4.2.5.2 Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele ............................................................ ............ 27
4.2.6 Rechtmäßigkeit der operativen Umsetzung .................................................. ............ 28
4.2.6.1 Leistungssachbearbeitung ..................................................................... ..................... 28
4.2.6.2 Das Bildungs- und Teilhabepaket .............................................................. ................. 29
4.3 Lokale Aktivitäten .................................................. ................................................... ......... 31
4.3.1 Einrichtung eines Bewerbungszentrums ................................................................... 31
4.3.2 Projekt „JobAct to connect
®“ ..................................................................................... 31
4.3.3 Maßnahme „Wasser macht Arbeit“ ............................................................................ 33
4.3.4 Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der
Wissenschaftsstadt Darmstadt .................................................. ......................................... 33
4.3.5 Übergabemanagement SGB III – SGB II ..................................................................... 34
5. Beauftragte/r für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt ......................................................... 35
Anlage: Bildungszielplanung .................................................. ................................................... 36
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
2
EINLEITUNG
Durch die Änderung des Grundgesetzes und der Neufas sung des Sozialgesetzbuchs Zweites
Buch (SGB II) zum 01.01.2011 hat das Jobcenter Dar mstadt die erfolgreiche lokale
Zusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Agentur für Arbeit Darmstadt in der
„gemeinsamen Einrichtung“ Jobcenter Darmstadt fortgesetzt. Auch für das Jahr 2012 hat sich die
gemeinsame Einrichtung ehrgeizige Ziele gesteckt.
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobc enters Darmstadt legt fest, mit welchen
Strategien und Maßnahmen der gesetzliche Auftrag, d ie vereinbarten Ziele und die
geschäftspolitischen Schwerpunkte zur Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit, zur
Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug, zur Ve rringerung der Hilfebedürftigkeit und zur
eigenständigen Existenzsicherung in Darmstadt umgesetzt werden sollen.
Eine vollständige Abbildung aller vorhandenen Verfahren und Maßnahmen kann das Arbeitsmarkt-
und Integrationsprogramm nicht aufzeigen, es soll a ber einen Überblick verschaffen, welche
Zielgruppen, die eine besondere Aufmerksamkeit für ihre Integration oder Teilhabe benötigen, im
Fokus stehen. Dies sind insbesondere Alleinerziehen de, ältere Arbeitssuchende, Jugendliche,
Migrantinnen und Migranten sowie Menschen mit Schwerbehinderung.
Die Umsetzung dieses arbeitsmarktpolitischen Auftra ges obliegt vielen Akteuren und kann
keinesfalls vom Jobcenter allein bewältigt werden. Daher ist auch weiterhin eine aktive, intensive
Netzwerkarbeit notwendig. Das vorliegende Arbeitsma rkt- und Integrationsprogramm dient in der
Außenwirkung auch dazu arbeitsmarktpolitische Angeb ote verschiedener Träger und Institutionen
sinnvoll und abgestimmt miteinander zu verbinden.
Das Programm wirkt nach innen und richtet sich an a lle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Jobcenters Darmstadt. Hier erfüllt das Programm eine wichtige Orientierungs- und Leitfunktion. Die
programmatische Darstellung von Zielen und Projekte n soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
die Möglichkeit geben das eigene Handeln mit den geschäftspolitischen Zielen zu verknüpfen.
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm wurde vo n den Fach- und Führungskräften des
Jobcenters Darmstadt aufgestellt.
Es wird zunächst zwischen den Trägern der gemeinsam en Einrichtung beraten und abgestimmt.
Danach erfolgt beim kommunalen Träger die entsprechende Beratung in den kommunalpolitischen
Gremien. Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm wird dann den unterschiedlichen lokalen
Akteuren, welche arbeitsmarktpolitische Zielsetzungen verfolgen, bekannt gegeben.
Impulse und Anregungen sind selbstverständlich erwü nscht und werden ggf. in der nächsten
Programmerstellung berücksichtigt.
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogrammm ist ein flexibles Programm, das die Möglichkeit
bietet im Jahresverlauf im Sinne der Leistungsberechtigten auf geänderte Anforderungen adäquat
zu reagieren.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
1. Arbeitsmarkt -
Lokale Ausgangssituation
Darmstadt ist Hessens wirtschaftsstärkste Stadt. Dies hat ein Ranking der Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft und der „Wirtschaftswoche“ aus 12/2 010 ergeben
Main-Neckar, welche zu den bedeutendsten Wirtschaftsräumen in Europa gehört, ist Darmstad
Wirtschaftsstandort von überregionaler Bedeutung anzusehen.
Mit einer Einwohnerzahl von
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus de r eigenen Stadt und dem Umland einen
Arbeitsplatz. In Darmstadt sin
ansässig. Für einen besonders hohen Beschäftigungss tand sorgen das Produzierende Gewerbe
und der Dienstleistungsbereich.
Kommunikationstechnolog ie, Maschinenbau/Elektrotechnik/ Mechatronik
Satellitentechnologie bilden die wirtschaftlichen Schwerpunkte in Darmstadt.
Durch die Dynamik und Produktivität des Standortes hat Darmstadt auch in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten stets eine Arbeitslosenquote unter dem Bundes
Die aktuelle Situation in Darmstadt
Arbeitslosigkeit geprägt. Die wirtschaftlich günstige Entwicklung
Standort Darmstadt hat sich auch auf den Bereich de r
positiv ausgewirkt. So sank im Jahr 2011 der Anteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
(eLB) kontinuierlich von rund 8.352 auf knapp 7.95
Ebenso ist auch der Anteil der arbeitslos
Leistungsberechtigten gesunken
1 http://www.insm-staedteranking.de/2010_niv_h_gesamt.html
2 Quell e: Statistischer Kurzbericht Jahr 2011 der Wissenschaftsstadt Darmstadt vom 12.01.2012
3 Quelle: Controllingdaten der BA und Kreisreport Dezember 2011; vorläufiger Stand 11/2011; revidierte Daten stehen erst mit
einer Wartezeit von 3 Monaten zur Verfügung; Prognose
und Integrationsprogramm 2012
Lokale Ausgangssituation -
wirtschaftsstärkste Stadt. Dies hat ein Ranking der Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft und der „Wirtschaftswoche“ aus 12/2 010 ergeben 1. Als Teil der Region Rhein
Neckar, welche zu den bedeutendsten Wirtschaftsräumen in Europa gehört, ist Darmstad
Wirtschaftsstandort von überregionaler Bedeutung anzusehen.
Mit einer Einwohnerzahl von rund 148.000 2 bietet Darmstadt etwa 88.000
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus de r eigenen Stadt und dem Umland einen
Arbeitsplatz. In Darmstadt sin d ca. 10.000 Unternehmen und rund 1.300 Handwerksbe triebe
ansässig. Für einen besonders hohen Beschäftigungss tand sorgen das Produzierende Gewerbe
und der Dienstleistungsbereich. Die Branchen Chemi e/Pharma/Biotech,
ie, Maschinenbau/Elektrotechnik/ Mechatronik
Satellitentechnologie bilden die wirtschaftlichen Schwerpunkte in Darmstadt.
Durch die Dynamik und Produktivität des Standortes hat Darmstadt auch in wirtschaftlich
eine Arbeitslosenquote unter dem Bundes - und Landes
Die aktuelle Situation in Darmstadt ist durch einen hohen Beschäftigungsstand und einer ger ingen
Die wirtschaftlich günstige Entwicklung bundesweit
Standort Darmstadt hat sich auch auf den Bereich de r Leistungsberechtigte
So sank im Jahr 2011 der Anteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
(eLB) kontinuierlich von rund 8.352 auf knapp 7.95 9 Leistungsberechtigten
Ebenso ist auch der Anteil der arbeitslos im SGB II-Leistungsbezug stehenden
gesunken (in u.a. Grafik in Quote dargestellt) 3:
staedteranking.de/2010_niv_h_gesamt.html
e: Statistischer Kurzbericht Jahr 2011 der Wissenschaftsstadt Darmstadt vom 12.01.2012
Quelle: Controllingdaten der BA und Kreisreport Dezember 2011; vorläufiger Stand 11/2011; revidierte Daten stehen erst mit
Verfügung; Prognose
3
wirtschaftsstärkste Stadt. Dies hat ein Ranking der Initiative Neue Soziale
. Als Teil der Region Rhein -
Neckar, welche zu den bedeutendsten Wirtschaftsräumen in Europa gehört, ist Darmstad t als
bietet Darmstadt etwa 88.000
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus de r eigenen Stadt und dem Umland einen
d ca. 10.000 Unternehmen und rund 1.300 Handwerksbe triebe
ansässig. Für einen besonders hohen Beschäftigungss tand sorgen das Produzierende Gewerbe
e/Pharma/Biotech, Informations- und
ie, Maschinenbau/Elektrotechnik/ Mechatronik sowie Weltraum- und
Satellitentechnologie bilden die wirtschaftlichen Schwerpunkte in Darmstadt.
Durch die Dynamik und Produktivität des Standortes hat Darmstadt auch in wirtschaftlich
und Landes durchschnitt.
durch einen hohen Beschäftigungsstand und einer ger ingen
bundesweit und auch lokal am
Leistungsberechtigte im SGB II Bereich
So sank im Jahr 2011 der Anteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
Leistungsberechtigten 3:
Leistungsbezug stehenden
Quelle: Controllingdaten der BA und Kreisreport Dezember 2011; vorläufiger Stand 11/2011; revidierte Daten stehen erst mit
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
4
Die Bestandsentwicklung bei den Bedarfsgemeinschaft en (BG) hat sich im Jahresverlauf 2011
verringert. So wurden mit Stand von Dezember 2011 i nsgesamt 12.117 Personen in 5.929
Bedarfsgemeinschaften betreut. Zu Beginn des Jahres 2011 waren dies noch 12.620 Personen in
6.146 Bedarfsgemeinschaften.
Die Vielfältigkeit der Branchen bietet Arbeitsplätz e für Akademikerinnen und Akademiker ebenso
wie für Geringqualifizierte und schafft so gute Rah menbedingungen für die Betreuung der SGB II-
Leistungsberechtigten. Leider haben einzelne Gruppe n am Arbeitsmarkt große Schwierigkeiten,
ihren Arbeitsplatz oder das Lohnniveau zu halten. I nsbesondere Alleinerziehende, Ältere oder
auch niedrig qualifizierte Jugendliche zählen hier oftmals zu den Verliererinnen und Verlierern.
Durch geeignete Maßnahmen und Konzepte möchte das J obcenter Darmstadt für diese
Zielgruppen zu einer höheren Qualifizierung und zu vermehrten Chancen am Arbeitsmarkt
beitragen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
5
2. Zielsystem des SGB II
Ziel der Grundsicherung für Arbeitsuchende ist die Stärkung der Eigenverantwortung von
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Weiterhin ist zu gewährleisten, dass diese ihren
Lebensunterhalt unabhängig von der Grundsicherung a us eigenen Mitteln und Kräften bestreiten
können. Die Träger der Grundsicherung erbringen hie rbei unter Beachtung der Grundsätze von
Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit alle im Einzelfa ll für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt
erforderlichen Leistungen. Diese Regelung soll es d en Akteuren vor Ort ermöglichen, auf die
konkreten Probleme des Leistungsberechtigten zugesc hnittene individuelle Lösungen zu finden
und zu ermöglichen.
Die Geschäftsführung des Jobcenters Darmstadt hat h ierbei, wie schon in den vergangenen
Jahren, die Aufgabe zentrale und dezentrale Ziele zu berücksichtigen sowie die Leistungsprozesse
an den lokalen Governance-Strukturen auszurichten u nd weiter zu entwickeln. Das
Steuerungsmodell des SGB II muss demnach sowohl die finanzielle Interessenslage des Bundes
wahren, als auch das komplizierte Geflecht von Bund es-, Landes- und kommunalen Interessen
beachten und im Gleichgewicht halten.
Zur Erreichung dieser Ziele schließen das Bundesmin isterium für Arbeit und Soziales (BMAS) und
die Bundesagentur für Arbeit (BA) eine bundesweite Zielvereinbarung hinsichtlich der Leistungen,
für die die Bundesagentur für Arbeit (BA) nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB II die Verantwortung als
Leistungsträgerin innehat, ab. Die BA wiederum führ t den Zielplanungsprozess des Bundes mit
den Jobcentern vor Ort durch. In lokalen Zielverei nbarungen wird die bundesweite
Zielvereinbarung konkretisiert, Ziele der kommunale n Träger festgelegt und regionalen
Gegebenheiten Rechnung getragen. Die in der Zielver einbarung vorgesehenen Ziele,
Zielindikatoren und Richtgrößen sollen die zur Aufgabenerfüllung notwendige Orientierung geben.
2.1 Was haben wir erreicht? - Rückblick 2011 -
Das Jobcenter Darmstadt kann trotz schwieriger Rahm enbedingungen mit vielfältigen
Veränderungen und Personalvakanzen, insbesondere im Bereich des Führungsstabes und der
Geschäftsführung, auf ein erfolgreiches Jahr zurück blicken. Die zum Teil sehr ambitionierten
Zielwerte für 2011 konnten übertroffen oder zumindest nahezu erreicht werden.
Wie schon in den vergangenen Jahren so war auch für 2011 das folgende Zielsystem maßgebend:
Ziel Zielindikator
Verringerung der Hilfebedürftigkeit Summe passive Leistungen 4
Verbesserung der Integration in
Erwerbstätigkeit Integrationsquote
5
Langzeitbezug vermeiden
Bestand Kunden im Kundenkontakt mit
Dauer über 24 Monate
4 Die Summe passiver Leistungen ist definiert als die Summe der Leistungen zur Sicherung des Lebensunter haltes (ohne kommunale
Leistungen nach § 7 Abs. 1 Ziffer 2 SGB II sowie Beiträge zur Sozialversicherung).
5 Die Integrationsquote gibt den Anteil der in Erwerb stätigkeit (Aufnahme einer selbständigen oder sozia lversicherungspflichtigen
Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt) oder in Ausb ildung integrierten Kunden im Kundenkontakt, gemess en an allen Kunden im
Kundenkontakt, an.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
Die bisher vorliegenden Ergebnisse und Zahlen für das Jobcenters Darmstadt sehen im
2011 folgendermaßen aus:
Ziel
Verringerung
der Hilfebedürftigkeit
Verbesserung der Integration in
Erwerbstätigkeit
(Integrationsquote)
Langzeitbezug vermeiden
Im Zeitraum 01.01.2011 bis
31.12.2011
Erwerbstätigkeit integriert. Dies entspricht einer Integrationsquote von 2
in diesem Bereich war zuletzt
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters
Dies ist umso bemerkenswerter, da festzustellen ble ibt, dass der Personenkreis des SGB II von
der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt
kann. Auch wenn die Zahlen sowohl der Arbeitslosen als auch die der erwerbsfähigen
Hilfsbedürftigen leicht gesunken sind, so muss denn och betont werden, dass aufgrund einer
Vielzahl von Hemmnissen, wie z.
Entlassung von Personen aus dem Leistungsbezug des SGB II sehr schwierig ist.
2.2 Neue Kennzahlen nach § 48 a SGB II
Mit der Einführung des neuen Kennzahlensystems zum 01.01.2012 installiert das
Bund esministerium für Arbeit und Soziales
Leistungsfähigkeit aller Träger der Grundsicherung.
SGB II sehen in § 48a SGB II Vergleiche von Kennzahlen vor
Leistungsfähigkeit der örtlichen Aufgabenwahrnehmun g der Träger der Grundsicherung für
Arbeitsuchende festgestellt und gegebenenfalls gefördert werden kann
einer Bund-Länder- Arbeitsgruppe abgestimmt und in der Verordnun
Kennzahlen nach § 48a SGB II beschrieben.
Die Leistungsfähigkeit der Träger der Grundsicherun g für Arbeitsuchende wird in Bezug auf drei
Ziele gemessen:
2.2.1
Verringerung der Hilfebedürftigkeit
Hilfebedürftig ist gem. § 9
SGB II
Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen
berücksichtigenden Einkommen oder Vermögen
anderen (Angehöri gen oder anderen Sozialleistungsträgern)
6 Quelle: Controllingdaten der BA und Kreisreport Dezember 2011; vorläufiger Stand 1
Wartezeit von 3 Monaten zur Verfügung
und Integrationsprogramm 2012
Die bisher vorliegenden Ergebnisse und Zahlen für das Jobcenters Darmstadt sehen im
Erwartungswerte 2011
Zielerreichung 2011
Stand 1
24.164 Mio. €
24.6
66
26,7 %
26,8
% =
Bestand soll 1358 nicht übersteigen
1207
6
31.12.2011 wurden insgesamt 2.404 erwerbsfähige Hilfsbedürftige in
Erwerbstätigkeit integriert. Dies entspricht einer Integrationsquote von 2 6
war zuletzt sehr schwierig, mit einer sehr ambitionierten Arbeit aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters wurde dieses Ziel doch erreicht.
Dies ist umso bemerkenswerter, da festzustellen ble ibt, dass der Personenkreis des SGB II von
der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt nicht in dem zu wünschenden Umfang partizipieren
kann. Auch wenn die Zahlen sowohl der Arbeitslosen als auch die der erwerbsfähigen
Hilfsbedürftigen leicht gesunken sind, so muss denn och betont werden, dass aufgrund einer
Vielzahl von Hemmnissen, wie z. B. schlechte Schul- und / oder Berufsausbildung, eine
Entlassung von Personen aus dem Leistungsbezug des SGB II sehr schwierig ist.
eue Kennzahlen nach § 48 a SGB II
Mit der Einführung des neuen Kennzahlensystems zum 01.01.2012 installiert das
esministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ein anerkanntes Instrument zum Vergleich der
Leistungsfähigkeit aller Träger der Grundsicherung. Diese Neuregelungen zur Organisation des
§ 48a SGB II Vergleiche von Kennzahlen vor , mit deren Hil
Leistungsfähigkeit der örtlichen Aufgabenwahrnehmun g der Träger der Grundsicherung für
festgestellt und gegebenenfalls gefördert werden kann . Die Kennzahlen wurden in
Arbeitsgruppe abgestimmt und in der Verordnun
Kennzahlen nach § 48a SGB II beschrieben.
Die Leistungsfähigkeit der Träger der Grundsicherun g für Arbeitsuchende wird in Bezug auf drei
Verringerung der Hilfebedürftigkeit
SGB II , wer seinen / ihren und den Lebensunterhalt der mit ihm
Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen nicht oder nicht ausreichend aus dem
berücksichtigenden Einkommen oder Vermögen sichern kann und die erforderliche Hilfe nicht von
gen oder anderen Sozialleistungsträgern) erhält.
Quelle: Controllingdaten der BA und Kreisreport Dezember 2011; vorläufiger Stand 1 2/2011; revidierte Daten stehen erst mit einer
6
Die bisher vorliegenden Ergebnisse und Zahlen für das Jobcenters Darmstadt sehen im Dezember
Zielerreichung 2011
Stand 1 2/2011
66 Mio. € 6
% = 2404 6
6
erwerbsfähige Hilfsbedürftige in
6,8 %. Die Zielerreichung
sehr ambitionierten Arbeit aller
wurde dieses Ziel doch erreicht.
Dies ist umso bemerkenswerter, da festzustellen ble ibt, dass der Personenkreis des SGB II von
nicht in dem zu wünschenden Umfang partizipieren
kann. Auch wenn die Zahlen sowohl der Arbeitslosen als auch die der erwerbsfähigen
Hilfsbedürftigen leicht gesunken sind, so muss denn och betont werden, dass aufgrund einer
oder Berufsausbildung, eine
Entlassung von Personen aus dem Leistungsbezug des SGB II sehr schwierig ist.
Mit der Einführung des neuen Kennzahlensystems zum 01.01.2012 installiert das
ein anerkanntes Instrument zum Vergleich der
Neuregelungen zur Organisation des
, mit deren Hil fe nun die
Leistungsfähigkeit der örtlichen Aufgabenwahrnehmun g der Träger der Grundsicherung für
. Die Kennzahlen wurden in
Arbeitsgruppe abgestimmt und in der Verordnun g zur Festlegung der
Die Leistungsfähigkeit der Träger der Grundsicherun g für Arbeitsuchende wird in Bezug auf drei
den Lebensunterhalt der mit ihm / ihr in
oder nicht ausreichend aus dem zu
sichern kann und die erforderliche Hilfe nicht von
/2011; revidierte Daten stehen erst mit einer
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
7
Die Kennzahl K1 – Veränderung der Summe der Leistun gen zum Lebensunterhalt (LLU) – misst
die Veränderung der Hilfebedürftigkeit zwischen dem aktuellen betrachteten Monat (Bezugsmonat)
und dem entsprechenden Kalendermonat des Vorjahres. Das Maß der Hilfebedürftigkeit ist hierbei
die Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt der Bedarfsgemeinschaften.
Die Leistungen zum Lebensunterhalt setzen sich wie folgt zusammen:
• Alg II Regelleistungen (§ 20 SGB II)
• Sozialgeld (§ 23 SGB II)
• Mehrbedarfe (§ 21 SGB II)
• Einmalleistungen (§ 24 Abs. 1 SGB II)
Leistungen im Sinne der Kennzahl sind die um das an gerechnete Einkommen verminderten
Bedarfe einer Bedarfsgemeinschaft.
Leistungskürzungen infolge von Sanktionen der Bedar fsgemeinschaft werden nicht mehr
berücksichtigt, so wie dies bis 2011 der Fall war.
2.2.2 Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit
Die Kennzahl K2 – Integrationsquote – misst das Ver hältnis von Integrationen in den vergangenen
zwölf Monaten zum durchschnittlichen Bestand an erw erbsfähigen Leistungsberechtigten (eLb)
(vormals erwerbsfähigen Hilfebedürftigen) in diesem Zeitraum.
Eine Integration liegt ab 2012 vor bei:
• der Neuaufnahme eines Beschäftigungsverhältnisses,
• dem Wechsel von einem geringfügigen in ein sozialv ersicherungspflichtiges
Beschäftigungsverhältnis,
• dem Wechsel des Arbeitgebers, sog. „Job to Job“ (d ies zählte bisher nicht als Integration),
• einem nahtlosen Übergang von einem befristeten Bes chäftigungsverhältnis in ein neues
befristetes oder unbefristetes Beschäftigungsverhäl tnis beim gleichen Arbeitgeber (dies
zählte bisher nicht als Integration),
• dem Übergang von Jugendlichen an der ersten Schwel le von Schule zur Ausbildung und
der zweiten Schwelle von Ausbildung zu Arbeit (dies zählte bisher nicht als Integration),
• die Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen P raktikums, einer
sozialversicherungspflichtigen Nebenbeschäftigung b zw. einer selbstständigen
Nebenbeschäftigung und einer selbstständigen Tätigk eit (dies zählte bisher nicht als
Integration)
Problematisch erscheint, dass eine rückwirkende Erfassung nur noch bis zu 3 Monaten möglich ist
(bisher 6 Monate).
Darüber hinaus werden Leistungsberechtigte
nicht mehr als integriert erfasst, die ein Studium oder
eine Beschäftigung mit Beschäftigungszuschuss aufnehmen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
8
2.2.3 Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug
Langzeitbezieher (LZB) ist, wer zum Stichtag Leistu ngen in einer Bedarfsgemeinschaft (BG)
bezieht, erwerbsfähig ist, das 17. Lebensjahr volle ndet hat und innerhalb der vergangenen 24
Monaten (730 Tage) mindestens 21 Monate (638 Tage) leistungsberechtigt nach dem SGB II war.
Als Unterbrechung des Langzeitbezuges zählt nur, we nn die Hilfebedürftigkeit der
Bedarfsgemeinschaft für mindestens 3 Monate beendet ist.
Die Kennzahl K3 – Veränderung des Bestands an Langz eitleistungsbeziehern (LZB) – misst die
Veränderung der LZB im Bezugsmonat zu den Langzeitl eistungsbeziehenden im Vorjahresmonat.
Sie ist definiert als Anzahl der Langzeitleistungsb eziehenden im Bezugsmonat im Verhältnis zu
den Langzeitleistungsbeziehenden im Vorjahresmonat.
Seitens des Jobcenters Darmstadt sollen aufgrund de r neuen Kennzahlen insbesondere zwei
Personengruppen für das Jahr 2012 in den Fokus gerückt werden:
• Bestandsselbstständige
In enger Zusammenarbeit zwischen den Fallmanagerinn en und Fallmanagern und
Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern Existenzsic herung soll geklärt werden, ob im
Rahmen der individuellen Möglichkeiten ausreichend Einkommen erwirtschaftet wird bzw.
positive Entwicklungen erkennbar sind, die erwarten lassen, dass die bzw. der Selbstständige
den Gewinn in absehbarer Zeit steigern kann und die Hilfebedürftigkeit beendet wird bzw.
signifikant reduziert wird.
Häufig fällt es den langjährig Selbstständigen schw er, notwendige Umstrukturierungen ihrer
Selbstständigkeit vorzunehmen bzw. über berufliche Alternativen nachzudenken. Hier sollen
die im Rahmen der Instrumentenreform ab April 2012 vorgesehenen Beratungsangebote von
Dritten zur Erhaltung bzw. Neuausrichtung der selbstständigen Tätigkeit genutzt werden.
• 1 – 2 Personen Bedarfsgemeinschaften
Ebenfalls in enger Abstimmung zwischen den Fallmana gerinnen und Fallmanager und den
Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern Existenzsic herung sollen insbesondere
Bedarfsgemeinschaften mit geringen Leistungsansprüc hen überprüft werden und gezielt
Aktivierungsmaßnahmen angeboten bzw. Vermittlungsaktivitäten eingeleitet werden.
Es muss festgestellt werden, dass die Umstellung au f das neue Kennzahlensystem zum Teil
gravierende Veränderungen mit sich bringt.
Bei der Integrationsquote und auch bei der Verringe rung des Langzeitbezuges steigen die
Basisgrößen erheblich an, das bedeutet, dass zur Zi elerreichung 2012 ein erheblich größerer
Aufwand erbracht werden muss, um die Zielerreichung wie in den letzten Jahren zu sichern. Dies
gilt insbesondere auch in Bezug auf die vereinbart en Zielwerte für 2012, die über den
Referenzwerten liegen.
Die Umstellung auf das neue Kennzahlensystem wird s icherlich zunächst zu einigen
Umstellungsschwierigkeiten führen und zumindest in den ersten Monaten noch nicht vollkommen
im Bewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verankert sein. Hier gilt es durch Schulungen
und intensive Hilfestellungen den Umstellungsprozess so leicht wie möglich zu gestalten.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
9
2.3 Zielplanung 2012
Der Planungsprozess 2012 baut auf den Erfahrungen d er Vorjahre auf und zeigt in seinen drei
übergeordneten Zielen insofern Kontinuität:
• Verringerung der Hilfebedürftigkeit
• Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit
• Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug
Die Zielerreichung wird erneut mit den bekannten Indikatoren gemessen:
• Summe passiver Leistungen
• Integrationsquote
• Veränderung des Bestandes an Langzeitleistungsbezi ehenden
Begonnen wurde der Planungsprozess 2012 mit der Ver öffentlichung des Vorstandsbriefes zur
Planung und Steuerung 2012 für die gemeinsamen Einr ichtungen der Grundsicherung am
07.11.2011. Im Januar 2012 wurden folgende Zahlen zur Zielerreichung 2012 vereinbart:
Ziel Zielwerte 2012
Verringerung der
Hilfebedürftigkeit
keine quantitative Zielwertfestlegung,
aber qualitativ hochwertiges
Monitoring
Verbesserung der Integration in
Erwerbstätigkeit
(Integrationsquote)
Prognose RDH/Zentrale
Integrationen Dezember 2011
2.371
+ 5,2 % (+123)
Steigerung auf 2.494 Integrationen
Langzeitbezug vermeiden
Prognose RDH/Zentrale
Langzeitleistungsbezieher
Dez.2011
5.327
- 3,0 % (-160)
= 5.167 LZB
Aufgrund der Einführung eines neuen Kennzahlensystems (siehe Punkt 2.2) ist aber ein Vergleich
der Zielgrößen kaum möglich. Hier bleiben die Erfahrungswerte aus den ersten Monaten 2012
abzuwarten.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
10
2.3 Lokale Zielvereinbarungen
Mit Beschluss der Trägerversammlung vom 12.07.2011 wurde zwischen Jobcenter Darmstadt und
der Wissenschaftsstadt Darmstadt eine regionale Zie lvereinbarung für die Jahre 2011 und 2012
beschlossen. Hiernach sollen die Ausgaben für Unter kunft und Heizung auf dem Stand von
Dezember 2010 und damit auf einen Höchstbetrag von mtl. 2.950.000 € begrenzt werden.
Dieses sehr ambitionierte Ziel konnte im ersten Hal bjahr 2011 nicht ganz erreicht werden,
tendenziell erscheint aber die gesetzte Marke nicht unerreichbar. Für den Zeitraum September bis
Dezember 2011 liegen leider noch keine validen Zahlen vor.
Als weiteres politisches Ziel wurde die Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit festgeschrieben.
Hierbei ist die Weiterführung der Jugendberufsagentur ein zentraler Baustein.
Zur Umsetzung dieses Ziels wurde zwischen dem Jobce nter Darmstadt und dem Jugendamt der
Wissenschaftsstadt Darmstadt am 12.09.2011 erstmali g eine Zielvereinbarung abgeschlossen.
Hierin sind folgende Ziele festgeschrieben, die auch einer Erfolgskontrolle unterliegen:
1. Ziel der gemeinsamen Anstrengungen des Jobcenter s Darmstadt und des Jugendamtes der
Wissenschaftsstadt Darmstadt ist es, die Zahl der a rbeitslosen Jugendlichen im SGB II Bezug bis
31.12.2012 von derzeit 390 auf maximal 300 Personen zu senken.
2. Die Einmündungsquote der Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit SGB II Bezug in
schulische oder betriebliche Ausbildung wird zum 30 .09.2011 voraussichtlich ca. 55 % betragen.
Diese Quote soll zum 30.09.2012 auf 65 % gesteigert werden.
Näheres hierzu siehe unter Punkt 4.3.4.
Kosten für Unterkunft und Heizung
in 1000 €
Bundesagentur für Arbeit; Statistik Service
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Soll: 2.950 2.950 2.950 2.950 2.950 2.950 2.950 2.950 2.950 2.950 2.950 2.950
Ist: 2.976 3.048 3.078 3.069 3.041 3.001 3.014 3.009
Soll-Ist in %: 0,9 3,3 4,3 4,0 3,1 1,7 2,2 2,0
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
11
3. Kommunale Arbeitsmarkt- und Ausbildungsstrategie 2012
Zielgruppenspezifische Angebote auf dem Sozialen Ar beitsmarkt sind von zentraler Bedeutung
zur Erhöhung der Chancengerechtigkeit für sozial be nachteiligte Menschen. Durch flankierende,
zielgruppenspezifische beschäftigungspolitische Pro jekte werden die Chancen zur Teilhabe am
Arbeitsleben in der sozialen Gemeinschaft für Langz eitarbeitslose und besonders benachteiligte
Gruppen wie bspw. Alleinerziehende, Ältere und Mens chen mit Behinderung erhöht. Das Ziel
dieser Projekte ist der Erhalt und die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der betroffenen
Menschen.
Die strategische Verknüpfung von Sozial-, Beschäfti gungs-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik
wird in Darmstadt als geschäftspolitischer Schwerpu nkt sowohl im Jobcenter Darmstadt als auch
im Rahmen der kommunalen Beschäftigungsförderung de r Wissenschaftsstadt Darmstadt seit
2005 politisch explizit ausgewiesen. Diese Strategi e ist ebenfalls Bestandteil der kommunalen
Jugendhilfe, Integrations- und Gleichstellungspolit ik, basierend auf drei Prinzipien: Prävention,
Partizipation und Sozialraumorientierung. Dabei geh t es insbesondere um folgende Grundsätze:
1. Inklusion und Integration als sozialpolitische u nd sozialplanerische Strategie
Insbesondere:
• Stärkung von Teilhabe und Verteilungsgerechtigkeit durch sozialpolitische
Intervention und Konzepte
- flächendeckende sozialraumorientierte Schulsozial arbeit
- Gleichstellungspolitik als Querschnittsthema in S chule, Ausbildung, Beruf –
Maßnahmen zum Berufswahlverhalten von Mädchen und J ungen,
Stärkung von familiengerechten Arbeitsbedingungen f ür Frauen und
Männer
- Projektgruppe Stärkung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung in
der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Schwerpunkt Bildu ng und Arbeitsmarkt
- Stärkung der Arbeits- und Ausbildungschancen für Jugendliche mit
Migrationshintergrund
• Bearbeitung sozialpolitischer Ziele auf der Grundl age kommunaler
Sozialberichterstattung
- sozialräumliche Analysen und Erstellung von Inter ventionsmaßnahmen zur
bedarfsorientierten Angebotsplanung
- Umsetzung von tragfähigen, sozialraumorientierten Beteiligungskonzepten
für Bürgerinnen und Bürger
- Implementierung von HeMonA, Hessischer Monitor Ar beitsmarkt und
Migration als unterstützende Grundlage zur Analyse
Entwicklungstendenzen in der Wissenschaftsstadt Dar mstadt
2. Armut bekämpfen – Existenz sichern
Individuell und strukturell:
• Finanzielle Unterstützungsleistungen durch kommuna le Zuschüsse für
kinderreiche Familien, erhöhte Bewilligung für Erst ausstattung für Säuglinge,
erhöhte Angemessenheitsgrenzen bei den Kosten der U nterkunft für
Alleinerziehende, alleinerziehende Schwangere sowie Schwangere, Seniorencard
für ältere Menschen mit geringem Einkommen usw.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
12
• Unterstützungsleistung durch ausgebautes soziales Beratungs- und
Dienstleistungsnetzwerk – soziale Infrastruktur in Darmstadt ist stabil, flexibel und
umfassend
• Rahmenkonzeption: Gemeinwesenarbeit als Strategie gegen Armut und soziale
Ausgrenzung
- Gemeinwesenarbeit aktiviert und beteiligt Bewohne rinnen und
Bewohner
- Gemeinwesenarbeit fördert Inklusion und wirkt soz ialer
Benachteiligung entgegen
- Gemeinwesenarbeit fördert die strukturelle Integr ation der
zugewanderten Bevölkerung
-
3. Zielgruppen passgenau fördern
Insbesondere:
• Abgestimmte Konzepte der Existenzsicherung und Arb eitsmarktförderung für
einzelne Zielgruppen sowie sozialpädagogische Begle itung
- Maßnahmen zur beruflichen Integration älterer Arb eitsloser
- Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt für Frauen mit
Migrationshintergrund
- Enge Kooperation mit dem Integrationsfachdienst z ur Integration
schwerbehinderter Menschen in den Arbeitsmarkt – ko mmunale
Unterstützung des Integrationsbetriebes usw.
- Koordinationsstelle für Hilfen für von Gewalt bed rohten und
betroffenen Frauen und deren Kinder
- Hilfen aus einer Hand für obdachlose erwerbsfähig e Menschen mit
flankierendem Hilfebedarf nach § 67 SGB XII
- Sozialpädagogisches Projekt für Frauen, die der S traßenprostitution
nachgehen – hier: Ausstiegsberatung und niedrigschw elliges
Kontaktangebot
- Beschäftigungsprojekte für langzeitarbeitslose, s uchtkranke
Menschen
- Entwicklung von spezifischen Qualifizierungs- und
Weiterbildungsmaßnahmen – insbesondere niedrigschwe llige
aktivierende Maßnahmen im Jugend- und Erwachsenenbe reich
4. Lokale und regionale Netzwerke stärken
• Finanzielle Sicherung und Vernetzung von Beratungs stellen (Suchtberatung,
Schuldnerberatung, Allgemeine Lebensberatung, Migra tionsberatung usw.),
Stärkung der Jugendberufsagentur
• Ausweitung von Präventionsangeboten in sozial-, ju gend-, gesundheits-, frauen-,
migrationsspezifischen Bereichen, z. B. sozialraumo rientierte Schulsozialarbeit,
Einrichtung von sozialpädagogischen Dienstleistungs zentren in den Stadtteilen,
kommunale Mitarbeit an der Entwicklung inklusiver S chulen, Stärkung der
Bedeutung des Bildungs- und Erziehungsplanes, Bündn is für Familie, Angebote
der Jugendberufshilfe unabhängig von Leistungsbezug usw.
• Intensive Einbindung von Bildungsträgern in kommun ale Netzwerke
• Zusammenarbeit mit Betroffenenorganisationen und G ewerkschaften – z. B.
Sozialhilfekommission, Magistratskommission Soziale Brennpunkte, Arbeits-
loseninitiativen usw.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
13
• Einbindung der Migrantenselbstorganisationen in ko mmunale Arbeitsmarkt-
strategien
• Beteiligung des Jugendhilfeausschusses an arbeitsm arkt- und ausbildungsstrate-
gischen Konzepten
• Arbeitsgruppe § 78 SGB VIII Jugendberufshilfe
• Aufbau eines kommunalen Netzwerkes Arbeit und Ausb ildung
• Aufbau von Kooperationen zwischen Wirtschaft, Bild ungsträgern, Agentur für
Arbeit und Jobcenter zur Förderung von (arbeitsplat zorientierter) Grundbildung
(gemeinsam mit der Vereinigung hessischer Unternehm erverbände)
5. Lokalen (sozialen) Arbeitsmarkt / Ausbildungsmar kt sichern
• Stärkung lokaler Beschäftigungsinitiativen, die – neben der Integration einzelner
Menschen in den Arbeitsmarkt – die strukturelle Auf wertung benachteiligter
Quartiere sichern
• Lokale Wirtschaft übernimmt Verantwortung für Lang zeitarbeitslose und
Ausbildung
Die oben genannten fünf strategischen Ziele zeigen, dass langfristige und nachhaltige
Erwerbsintegration aus kommunalpolitischer Sicht nu r interdisziplinär erfolgreich wirken kann.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
14
4. Aktive Förderung durch das Jobcenters Darmstadt - Planung 2012 -
Die arbeitsmarktpolitische Jahresplanung des Jobcen ters Darmstadt ist mit den vorhandenen
Finanzmitteln in Bezug auf die vereinbarten lokalen und allgemeinen Zielsetzungen abzustimmen.
Das Jobcenter Darmstadt ist hierbei bestrebt die vo rhandenen Finanzressourcen so effizient
einzusetzen, dass die Zielsetzungen maximal erreich t werden. Die Planung stellt sich demnach
wie folgt dar:
4.1 Mittelsituation 2012: Eingliederungs- und Verwaltungsbudget
Auch 2012 ist die Finanzlage geprägt von den erhebl ichen Kürzungen des Eingliederungsbudgets
infolge der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen des B undes. Der Rückgang der Mittelzuteilung
insbesondere im Eingliederungsbudget beträgt über 2 0 %, verstärkt wird er noch durch eine
notwendige Umschichtung von 1,65 Mio. Euro in den V erwaltungshaushalt und bereits
bestehenden Verpflichtungen aus den Vorjahren in Höhe von 2,20 Mio. Euro. Für das Neugeschäft
2012 bleiben somit 36 % weniger Mittel im Vergleich zu dem Vorjahr 2011 zur Verfügung.
Voraussichtliche Mittelzuteilung für 2012:
Leistungen zur Eingliederung: Alt- und Neugeschäft (derzeitiges Budget)
Da der weitere Rückgang der Budgets bereits seit 20 10 dem Grunde nach bekannt ist, hat das
Jobcenter Darmstadt in 2011 den Einsatz der arbeits marktpolitischen Instrumente wie z. B.
Eingliederungszuschüsse und die Förderung der beruf lichen Weiterbildung der Mittelsituation
angepasst. Ziel ist es trotz eines verminderten Bud gets allen Leistungsberechtigten, die einen
entsprechenden Bedarf haben, gerecht werden zu könn en. Abzuwarten bleibt, welche
Auswirkungen die Arbeitsmarktinstrumentenreform in 2012 auf das Mittelbudget hat.
Jahr Eingliederungstitel Verwaltungshaushalt
2011
7,84 Mio. Euro
6,98 Mio. Euro
2012
6,22 Mio. Euro
6,93 Mio. Euro
Gesamt-
ausgaben
Vorbindungen (in T Euro) Neugeschäft (in T Euro)
Eingliederungstitel gesamt 4.572
I. Integrationsorientierte Instrumente 2.285
█████████████ 885,0 ████████████████ 1400,0
II. Beschäft. schaffende Maßnahmen (AGH) 785 █ 91,0 ████████ 694,0
III. Spez. Maßnahmen für Jüngere 1.079 ████████████████ 1060,0 ▌ 19,0
IV. Berufl. Reha + SB-Förderung 392 ███ 171,0 ███ 221,0
V. Weitere Förderleistungen 30 0,0 ▌ 30,0
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
15
Der Haushalt für 2012 berücksichtigt trotz Mittelreduzierung verstärkt Förderleistungen, die
eine Integration in den 1. Arbeitsmarkt ermöglichen sollen:
• Förderung der beruflichen Weiterbildung (gezielte und passgenaue Qualifizierung)
• Eingliederungszuschüsse
• Beseitigung von Hemmnissen finanzieller Art, die e iner Arbeitsaufnahme entgegen stehen
(Vermittlungsbudget)
Durch die genannten Maßnahmen kann das Jobcenter tr otz der Sparmaßnahmen sicherstellen,
dass Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt mögli ch sind. Weiterhin kann die Förderung der
Leistungsberechtigten
aktiv gestaltet werden und gleichzeitig besteht die Möglichkeit alle
Kundengruppen ausreichend zu berücksichtigen.
Leistungen zur Eingliederung – Anteil der Instrumente
7 Aufgrund des Haushaltsrechts werden in die Planung a lle möglichen Verpflichtungen aufgenommen. Hieraus e rgeben
sich im Laufe eines Jahres Freirechnungen (z.B. aufg rund von Einsparungen im Einkauf oder durch Abbrüche /
Fluktuationen bei der Maßnahmebesetzung), die einen zusätzlichen Spielraum beim Einsatz von Haushaltsmit teln
bringen.
Gesamt-
ausgaben
Anteil am EgT 2012 (in %)
Eingliederungstitel gesamt 4.572
I. Integrationsorientierte Instrumente 2.285
████████████████ 50,0
II. Beschäft. schaffende Maßnahmen (AGH) 785 ██████ 17,2
III. Spez. Maßnahmen für Jüngere 1.079 ████████ 23,6
IV. Berufl. Reha + SB-Förderung 392 ███ 8,5
V. Weitere Förderleistungen 30 ▌ 0,7
Eingliederungsmittel 2012 (In €)
Zugeteilte Ausgabemittel gesamt
6.222.328
Umschichtungen zum Verwaltungshaushalt
-1.650.000
zur Verfügung stehende Ausgabemittel 2012 4.572.238
Vorbindungen aus Vorjahren fällig 2011 -2.208.839
zur Verfügung stehende Ausgabemittel für Neugeschäft 2. 363.399 7
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
16
Leistungen zur Eingliederung – Veränderungen gegenüber 2011
Aus dem derzeitigen Finanzplan der Bundesregierung ist ersichtlich, dass auch 2013 die Zuteilung
der Mittel zur Eingliederung in Arbeit noch einmal um ca. 7% gekürzt werden wird. Trotz aller
Haushaltseinsparungen muss es ein vorrangiges Ziel bleiben, weiterhin allen Kundinnen und
Kunden Perspektiven in den ersten Arbeitsmarkt zu e rmöglichen bzw. sie auf dem Weg dorthin
angemessen fördern zu können.
4.2 Geschäftspolitische Schwerpunkte / Handlungsfel der
Wie bereits einleitend erwähnt, bleiben die bisherigen geschäftspolitischen Ziele in 2012 bestehen.
So wird die operative Ausrichtung der Zielerreichun g im Jobcenter Darmstadt im Wesentlichen in
2012 fortgesetzt und basiert auf den von der Bundes agentur für Arbeit festgelegten
Schwerpunkten:
• Fachkräftepotenzial erhöhen
• Langjährige Bestandskunden aktivieren
• Marktchancen bei Arbeitgebern verbessern
• Beschäftigungschancen für Alleinerziehende verbess ern
• Jugendliche in den Ausbildungs-und Arbeitsmarkt in tegrieren
• Rechtmäßigkeit der operativen Umsetzung sicherstel len
Im Folgenden werden zu den genannten Schwerpunkten die jobcenterspezifischen
Handlungsfelder und Aktivitäten für 2012 erläutert.
4.2.1 Fachkräftepotenzial erhöhen
Die demographische Entwicklung und die gute wirtsch aftliche Entwicklung führten auf dem
Arbeitsmarkt seit 2011 zu einer hohen Nachfrage nac h Arbeitskräften. Hinzu kommt, dass auf
dem deutschen Arbeitsmarkt ein Trend zur Höherquali fizierung zu erkennen ist. Der Bedarf an
Fachkräften mit Berufsabschlüssen und Akademikerinn en und Akademikern wird in den nächsten
Jahren signifikant steigen. Um diesem Bedarf entgeg enzuwirken, müssen auch mögliche
Kundinnen- und Kundenpotenziale im Rechtskreis des SGB II identifiziert werden.
Mitte 2011 ist im Jobcenter Darmstadt ein Arbeitskreis „Fachkräftebedarf“ aus den Teamleiterinnen
des Bereichs Markt und Integration und der Beauftra gten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt
eingerichtet worden, der sich des Themas angenommen hat.
Gesamt-
ausgaben Veränderung EgT 2012 gegenüber 2011 (ist-ist in %)
Eingliederungstitel gesamt 4.572 -41,7 ████████████
I. Integrationsorientierte Instrumente 2.285 -33,3 ██████████
II. Beschäft. schaffende Maßnahmen (AGH) 785 █ 2,8
III. Spez. Maßnahmen für Jüngere 1.079 ███ 8,6
IV. Berufl. Reha + SB-Förderung 392 -15,1 ████
V. Weitere Förderleistungen 30 ████████████████ 53,9
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
17
4.2.1.1 Arbeitskreis Fachkräftebedarf
Eine durch den Arbeitskreis „Fachkräftebedarf“ vera nlasste VerBIS-Statistikabfrage im Mai 2011
ergab, dass 30% der arbeitslos gemeldeten Kundinnen und Kunden im Jobcenter Darmstadt als
„arbeitsmarktnah“ nach dem 4-Phasenmodell der Integrationsarbeit eingestuft waren.
Gleichzeitig konnte regional eine hohe Nachfrage na ch qualifizierten Arbeitskräften im Bereich
„Metall/Schlosserberufe“, „Elektronik“, den MINT-Be rufen (insbesondere Maschinenbau,
Elektrotechnik, Chemie) sowie bei den examinierten Altenpflegerinnen und Altenpflegern sowie
den Erzieherinnen und Erziehern festgestellt werden.
Im Rahmen des Arbeitskreises wurde in einem ersten Schritt festgelegt, zunächst die Potenziale
der Leistungsberechtigten zu identifizieren und die se mit dem regionalen Fachkräftebedarf im
Raum Darmstadt abzugleichen.
Jedes Team Markt und Integration hat unter Anleitun g der VerBIS Fachbetreuung eine
Sichtungsaktion des Bewerberbestandes durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass nicht alle als
Fachkraft geführten Bewerberinnen und Bewerber dies em Anspruch gerecht wurden. In vielen
Fällen lag der Berufsabschluss so lange zurück, das s er nicht mehr verwertbar war. Gleichzeitig
konnten verschiedene berufliche bzw. zielgruppenspe zifische Qualifizierungsbedarfe identifiziert
werden.
Nach der Sichtungsaktion waren noch fast ein Vierte l der arbeitslosen Leistungsberechtigten als
„arbeitsmarktnah“ eingestuft (24%).
Aufgrund der Sichtungsaktion ergaben sich folgende Handlungsfelder:
• Optimierung der Bewerberdatenqualität, insbesonder e im Hinblick auf den Zielberuf
• Unterstützung von Leistungsberechtigten mit Qualif izierungspotenzial und fehlender
Berufserfahrung
• Intensivierung der Vermittlung arbeitsmarktnaher K undinnen und Kunden
• Fokus auf Zielgruppen des Arbeitsmarktes
Die festgestellten beruflichen Qualifizierungsbedar fe konnten zum Großteil zeitnah über das
Bildungsgutscheinverfahren im Rahmen der Förderung der beruflichen Weiterbildung realisiert
werden. Gleichzeitig wurden sie für die Erstellung der Bildungszielplanung 2012 herangezogen.
Diese ist der beigefügten Anlage zu entnehmen.
Angesichts des sich zunehmenden Fachkräftebedarfs s ollen im Jahr 2012 für Geringqualifizierte
verstärkt Teilqualifizierungen und abschlußorientie rte Qualifizierungsmaßnahmen über das
Bildungsgutscheinverfahren angeboten werden. Insbes ondere im Pflegebereich ist die Förderung
sowohl für Teilqualifizierung als auch für den Erwe rb der Berufsabschlüsse „Altenpfleger/in und
examinierte/r Altenpfleger/in“ vorgesehen.
In einem weiteren Schritt wurden im Rahmen des Arbe itskreises die Potenziale der verschiedenen
Zielgruppen in den Fokus gerückt und Fördermöglichk eiten zur Integration auf dem Arbeitsmarkt
geprüft. Nähere Informationen zu dieser Thematik si nd unter den genannten Zielgruppen
aufgeführt.
Der Arbeitskreis wird sich im Jahr 2012 weiter mit dem Thema Fachkräftebedarf
auseinandersetzen und verstärkt zielgruppenspezifis ch Integrationsstrategien entwickeln. Ein
besonderes Augenmerk wird dabei auf den Personenkreis der Schwerbehinderten gelegt werden.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
18
Neben der bewährten und erfolgreichen Kooperation d es Jobcenter Darmstadt mit dem
Integrationsfachdienst sollen insbesondere vor dem Hintergrund des zunehmenden
Fachkräftemangels weitere Strategien zur Integration von Schwerbehinderten entwickelt werden.
4.2.1.2 Kompetenzfeststellungsangebote des Psychologischen Dienstes
Eine genaue Kenntnis der Kompetenzen der Leistungsb erechtigten ermöglicht eine passgenaue
Vermittlung bzw. gezielte Förderung der Kundinnen u nd Kunden und kann diese bei ihren
Eigenaktivitäten im Sinne einer Hilfe zur Selbsthil fe unterstützen und zu einer Verkürzung des
Integrationsprozesses beitragen. Gerade in Zeiten e ines steigenden Arbeitskräfte- und
Fachkräftebedarfes ist entscheidend, Ressourcen der Kundinnen und Kunden bestmöglich zu
erkennen und zu fördern.
Zur Unterstützung der Kompetenzfeststellung von Lei stungsberechtigten
wird das Jobcenter
Darmstadt die ab Mitte 2012 zur Verfügung stehenden 4 neuen Dienstleistungsangebote zur
Kompetenzfeststellung (K-DL) des Psychologischen Dienstes der Agentur für Arbeit nutzen.
Die Angebote sollen den Fallmanagerinnen und Fallmanagern dabei helfen, schnell ein genaueres
Bild über die persönlichen Stärken, der Auffassungs gabe sowie der Leistungsorientierung und
sozial-kommunikativen Kompetenzen der Leistungsbere chtigten zu erhalten und dadurch eine
höhere Handlungssicherheit bei der Integrationsplanung zu erlangen. Durch Sichtbarmachung von
Stärken können sich insbesondere für geringqualifiz ierte Kräfte neue Möglichkeiten im Bereich
beruflicher Qualifizierung eröffnen.
Im ersten Halbjahr 2012 sollen alle Fallmanagerinne n und Fallmanager entsprechend geschult
werden.
4.2.1.3 Projekt „Jobs für best!agers“
Durch den demographischen Wandel altert die Bevölke rung und die Zahl der Menschen im
erwerbsfähigen Alter sinkt. Die Belegschaften in De utschland altern; das Durchschnittsalter der
Beschäftigten stieg im Laufe der letzten 20 Kalende rjahre um drei Lebensjahre. Sowohl die
absehbare demographische Entwicklung als auch die z u erwartende weitere Erhöhung des
durchschnittlichen Verrentungsalters werden dazu fü hren, dass sich dieser Trend in den
kommenden Jahren fortsetzt.
Die Unternehmen haben die Herausforderungen des dem ographischen Wandels zwar erkannt, in
der Praxis jedoch noch nicht ausreichend Konsequenz en gezogen. Tatsächlich sind viele Betriebe
schlechter auf alternde Belegschaften und das forts chreitende knappe Fachkräftepotenzial
vorbereitet.
Bei einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften wird es zudem immer wichtiger, das vorhandene
„Humankapital“ zu pflegen und das Potential von ält eren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
besser zu nutzen. Dazu gehört auch eine bessere Ein gliederung älterer Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern in den Produktionsprozess.
Die Personengruppe 50plus behält im gesellschaftlic hen Kontext einen großen Stellenwert;
letztlich dadurch, dass sie für die Arbeitsleistung einerseits die wirtschaftliche Stabilität garantie rt,
andererseits, dass sie durch ihre Finanzleistung an die sozialen Sicherungssysteme deren
Stabilität sichert. Somit ist der Erhalt der Arbeit sleistung der Personengruppe 50plus weiterhin im
zentralen Fokus mittel- und langfristiger (politischer) Planungen angesiedelt.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
19
Vor diesem Hintergrund wird das Projekt des BMAS „Perspektive 50plus“ fortgeführt. Zentrales
Ziel bleibt weiterhin die Verbesserung der Beschäft igungschancen älterer Langzeitarbeitsloser
sowie deren Aktivierung und Vermittlung in existenz sichernde Beschäftigung. Je nach den
regionalen Gegebenheiten und innovativem Engagement besteht die Möglichkeit, den Arbeitslosen
individuelle Leistungen und Maßnahmen anzubieten, um deren (Re)Integration in den Arbeitsmarkt
zu ermöglichen.
Die mit dem Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ angesprochene Zielgruppe „ältere
Langzeitarbeitslose“ ist sehr heterogen, da sie auß er dem Alter und dem Leistungsbezug wenig
gemeinsam hat. Zwar bündeln sich allgemein typische Arbeitsmarktrisiken, wie geringe
Qualifizierung, fehlende Berufserfahrung oder gesundheitliche Beeinträchtigungen, jedoch hat das
Arbeitsmarktrisiko „Alter“ einen sehr starken eigenständigen Effekt.
Den Unternehmen wird nur zögernd bewusst, ausgelöst durch den im Rhein-Main-Gebiet
spürenden Fachkräftebedarf, auf ältere Potenziale z urück greifen zu können. Hier sind es bislang
vor allem kleine und mittlere Firmen, die Bereitsch aft zeigen, eine „Ältere“ / einen „Älteren“
einzustellen, sofern Qualifikation, Berufserfahrung , Gesundheitszustand und die persönlichen
Rahmenbedingungen stimmen.
Im Fokus der dargestellten Ausgangssituation gestal tet sich die ganzheitliche und individuelle
Beratung der Zielgruppe im Team „best!agers“ durch qualifizierte Fallmanagerinnen und
Fallmanager als sehr effektiv. Eine sehr eng geführ te Betreuung und Beratung innerhalb eines
klaren Zeitraums liefern die Grundvoraussetzungen f ür herausragende Integrationszahlen. So
wurde bereits Anfang Oktober 2011 die durch das BMAS gesetzten Zielwerte erreicht.
Eine ständige Entwicklung von verschiedenen und neu en Eingliederungsmethoden sowie
Herstellung und Erhaltung der Eigenständigkeit der Leistungsberechtigten, der Kontaktpflege zu
übrigen Betroffenen und der Aktivierung der Selbsthilfe sind bezeichnend für das Tätigkeitsfeld der
Fallmanagerinnen und Fallmanager im Projekt.
Unabdingbar und von entscheidender Bedeutung zur in tensiven Beratung und Betreuung der
Personengruppe 50plus ist der direkte Kontakt zu po tentiellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern.
Ausgehend von den Kundenprofilen müssen aktiv und f ortlaufend Arbeitgeberinnen und
Arbeitgeber angesprochen werden, um Beschäftigungsm öglichkeiten für die Zielgruppe zu finden.
Hier lassen sich zwischen Fallmanagerinnen und Fall managern und Personalentscheidern
vertrauensvolle und tragfähige Beziehungen aufbauen , die im Rahmen des gegenseitigen
Verständnisses für die langzeitarbeitslosen „Älteren“ eine Vermittlung in Arbeit erst ermöglichen.
Für 2012 wird mit einem hessenweiten Kampagnetag am 26.04.2012 Arbeitgeberinnen und
Arbeitgebern die Vorteile der Beschäftigung älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dargelegt.
Im Rahmen des Projekts „Perspektive 50plus“ wird weiterhin verstärkt ein besonderer Augenmerk
auf die Personengruppe der schwer vermittelbaren gerichtet: „Impuls 50plus “.
Hier werden mit den von Seiten des BMAS zur Verfügu ng gestellten gesonderten Projektmitteln
innovative Integrationsansätze erprobt. Ziel ist es , Langzeitarbeitslose (mind. 24 Monate
arbeitslos) mit multiplen Vermittlungshemmnissen, a b einem Lebensalter von 50 Jahren, an den
Arbeitsmarkt heranzuführen.
Es zeigte sich, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Impulsprojekts häufig länger als 5 Jahre
arbeitslos waren, keine oder kaum verwertbare beruf liche Kenntnisse mitbrachten und deutliche
Einschränkungen bzgl. der Leistungsfähigkeit aufwiesen. Diese fanden sich sowohl im Bereich der
körperlichen, wie auch der psychischen Beeinträchti gung der Gesundheit. Eine besondere
Herausforderung stellten insbesondere Leistungsberechtigte
mit psychischen Problemen dar.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
20
Hierbei ergab sich ein breites Spektrum welches sow ohl Depressionen, Angststörungen,
Suchterkrankungen aber auch Persönlichkeitsstörunge n umfasst. Neben einer aussagefähigen
Einschätzung durch die Fachdienste (Fachpsychiatris cher Dienst des Gesundheitsamts,
Psychologischer Dienst) stellten hier Akzeptanz und Reflexionsfähigkeit der Kunden eine
zusätzliche Schwierigkeit dar. Es zeigte sich zudem, dass viele sozial isoliert leben, was sich auch
auf Selbstbewusstsein sowie soziale Kompetenzen auswirkt.
Um der Kundenstruktur gerecht zu werden, nutzten di e Impuls-Fallmanagerin und der Impuls-
Fallmanager ein breites Netzwerk an Trägern, Beratu ngsstellen und Instrumenten. Insbesondere
wurden Maßnahmeangebote des Gesundheitsmanagements, Beratungsstellen wie der
Gemeindepsychiatrische Dienst oder das Angebot eine s neu eingeführten Chorworkshops zur
Herstellung sozialer Kontakt und Aufwertung des Selbstbewusstseins für die Leistungsberechtigten
genutzt.
Im Jahr 2011 konnten im Rahmen von „Impuls“ 13 Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt erzielt
werden, 18 Leistungsberechtigten
befinden sich in einem Minijobverhältnis und 7 üben aktuell ein
Ehrenamt aus.
Allgemein ließ sich im Verlauf des Impuls-Projekts feststellen, dass zunehmend gesundheitliche
und soziale Schwierigkeiten eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt erschweren. Es ist zu
erwarten, dass der Aspekt der gesellschaftlichen Integration, der bei dieser Zielgruppe häufig einer
beruflichen Integration vorausgeht, sowie die Stärk ung der physischen und psychischen
Leistungsfähigkeit, zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.
Für das Jahr 2012 wird der Aspekt der Steigerung un d Stabilisierung der körperlichen und
psychischen Leistungsfähigkeit einen wichtigen Aspe kt der Integrationsarbeit darstellen. Neben
den weiterhin bestehenden Maßnahmen wie Gesundheits sport und Aquasport, wird eine
Gesundheitsmaßnahme („Train to job “) für arbeitsmarktferne Leistungsberechtigte einge richtet
werden. In einer weiteren Maßnahme können Leistungs berechtigte, deren Leistungsfähigkeit stark
eingeschränkt ist, ihre Arbeitsfähigkeit überprüfen und diese in der Praxis durch Fachpersonal
einschätzen lassen.
Im Rahmen des in 2011 durchgeführten Aktionstages „Fit for Job “ sollte bei den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern langzeitarbeitsloser 50plus-Leistungsberechtigter in erster Linie
das Engagement in eigener Sache geweckt werden. Die Intention der Veranstaltung zielte darauf
ab, dass sich die Leistungsberechtigten wieder in S port und Bewegung wie Walken, Gymnastik,
Breitensport und Sportspielen etc. begeistern lasse n und sich initiativ solcher Angebote bedienen,
um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu verbessern bzw. ein körperliches Wohlbefinden
erreichen. Eine entsprechende Veranstaltung ist auch für 2012 geplant.
Langzeitarbeitslose 50plus mit Migrationshintergrun d sind in der Zielgruppe mit einem
überdurchschnittlich starken Anteil vertreten. Die Integration in den Arbeitsmarkt gestaltet sich hier
besonders schwierig. Ursachen hierfür liegen zum ei nen in strukturellen Problemen wie fehlenden
Berufsabschlüssen und Qualifikationen oder erheblichen sprachlichen Defiziten.
Um für diese Leistungsberechtigten
eine Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt herzust ellen
wird 2012 die Maßnahme „Lingua Szena“ geplant. Hier soll das Medium Theater und Bühne
genutzt werden, um Menschen mit Migrationshintergrund und Sprachdefiziten konsequent dazu zu
motivieren, die deutsche Sprache zu gebrauchen, ihr e Persönlichkeit zu stärken, Kompetenzen zu
erwerben und eine berufliche Orientierung zu erlang en. Parallel werden die Deutschkenntnisse
mittels einer intensiven Sprachschulung systematisch verbessert.
In 2012 sollen die durch die vorangegangenen Progra mmphasen des 50plus Projekts
aufgebauten, guten Kontakte innerhalb der 50plus-Pakte und hierbei insbesondere innerhalb der
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
21
Hessenpakte, ausgebaut werden, um Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Netzwerkarbeit
intensiv für die Integration der älteren Arbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen.
4.2.1.4 Migrantinnen und Migranten
Über 40% der arbeitslos gemeldeten Leistungsberecht igte des Jobcenter Darmstadt sind
Menschen mit Migrationshintergrund. Wiederum ca. 80 % der Arbeitslosen mit
Migrationshintergrund haben keine abgeschlossene Be rufsausbildung bzw. verfügen über eine im
Heimatsland erworbene Ausbildung, die in Deutschland nicht bzw. noch nicht anerkannt wurde.
Dies zeigt, dass Migrantinnen und Migranten überpro portional mehr von Arbeitslosigkeit bedroht
und betroffen sind als andere. Durch interne Auswer tungen im Jobcenter Darmstadt wurde
festgestellt, dass es sich bei der Gruppe der Migra ntinnen und Migranten um eine heterogene
Gruppe mit vielfältigen Förderbedarfen handelt.
Ein Hauptschwerpunkt liegt im Bereich Deutsch-Sprac hförderbedarf sowie beruflicher
Qualifizierung. Auch das Thema Anerkennungsverfahre n ausländischer Abschlüsse muss hierbei
näher beleuchtet werden.
Um sich dieser Thematik anzunehmen, hat das Jobcenter Darmstadt unter anderem in der zweiten
Jahreshälfte 2011 eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung von Migrantinnen
und Migranten eingekauft. In diese Maßnahme können arbeitsmarktnahe Leistungsberechtigte
mit
Migrationshintergrund für einen Zeitraum von 6 Mona ten zugewiesen werden. Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen durch eine ge zielte Unterstützung, in Form von
Einzelcoachings, Einzelgesprächen, Workshops mit Ko mmunikations- und Sprachtraining, Hilfen
bei der Anerkennung von Zeugnissen und Abschlüssen und Praktika, in ein
sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis integriert werden. Für das Jahr 2012 sind
weitere Maßnahmen bzw. Projekte für unsere Kundinne n und Kunden mit Migrationshintergrund
geplant, die sich derzeit aber noch in der Planungsphase befinden.
Seit Oktober 2011 ist das Jobcenter Darmstadt Mitgl ied im Hessischen Netzwerk IQ (Integration
und Qualifizierung). IQ ist ein Förderprogramm zur nachhaltigen Verbesserung der
Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrati onshintergrund. Es dient der Umsetzung des
Nationalen Aktionsplans und soll die für die Integr ation in den Arbeitsmarkt zuständigen
Regelinstitutionen, insbesondere die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter, bei der
Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützen. Es ist ein stufenweiser Auf- und Ausbau regionaler
Netzwerke vorgesehen um gemeinsame Strategien zu erarbeiten und umzusetzen.
Im Rahmen dieses Förderprogramms sollen ebenfalls d ie für die Umsetzung des
„Anerkennungsgesetzes“ erforderlichen regionalen Un terstützungsangebote geschaffen und
Schulungskonzepte zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Fachkräfte in den
Regelinstitutionen entwickelt und angeboten werden. Dies ist auch für das Jobcenter Darmstadt
ein wichtiger Aspekt, da die Unterstützung der Kundinnen und Kunden bezüglich der Anerkennung
beruflicher Auslandsqualifikationen ein wesentlicher Bestandteil der Beratung ist.
4.2.1.5 Menschen mit Behinderung
Die Leistungen der Grundsicherung sind gemäß § 1 Sa tz 4 Nr. 5 SGB II insbesondere darauf
auszurichten, dass „behindertenspezifische Nachteil e“ überwunden werden. Ziel ist hierbei, die
Erwerbsfähigkeit der Menschen mit Behinderung entsp rechend ihrer Neigung und ihrer
Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herz ustellen oder wieder herzustellen und ihre
Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern.
Menschen mit Behinderungen sind besonders hohen Ris iken im Erwerbsleben ausgesetzt. Ihre
Teilhabe am Arbeitsmarkt ist stark eingeschränkt. Gesetzliche Quotierungsregelungen zielen
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
22
darauf, die Chancen auf einen Arbeitsplatz struktur ell zu erhöhen, aber leider ziehen es immer
noch viele Arbeitgeber vor, Ausgleichszahlungen zu entrichten, anstatt mehr Menschen mit
Behinderungen zu beschäftigen.
Die Lebens- und Arbeitssituation von Menschen mit B ehinderung nachhaltig zu verbessern, ist
eine wichtige Aufgabe des Jobcenter Darmstadt.
Im Dezember 20111 waren 170 Menschen mit einer ane rkannten Schwerbehinderung im
Jobcenter Darmstadt arbeitslos gemeldet. Im Verglei ch zum Vorjahresmonat ist die Gesamtzahl
der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen um 5 Personen gesunken.
Neben dem allgemeinen Maßnahmeportfolio, das den er werbsfähigen Leistungsberechtigten mit
Behinderung ebenfalls offen steht und genutzt werde n kann, bietet das Jobcenter Darmstadt noch
weitere Beratungs- und Vermittlungsmöglichkeiten an , die ausschließlich dem Personenkreis der
Menschen mit Behinderung vorbehalten sind. Ein ziel gruppenspezifisches Angebot ist die
Maßnahme zur beruflichen Eingliederung von schwerbe hinderten Menschen mit dem Ziel der
dauerhaften beruflichen Eingliederung in ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Im
Rahmen der Maßnahme erhalten die Teilnehmerinnen un d Teilnehmer eine individuelle, unter
Berücksichtigung der speziellen Problemlagen ausger ichtete, intensive Unterstützung bei der
Suche eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes.
Hilfestellung bei Bewerbungen und Vorstellungsgespr ächen sowie die Herstellung des Kontaktes
zu potentiellen Arbeitgebern, aber auch die Nachbetreuung bei einer Arbeitsaufnahme sind weitere
Bestandteile der Maßnahme. Je nach individuellem Be darf beträgt die Teilnahmedauer 6 bis 9
Monate.
Neben gezielten Qualifizierungen vor einer Arbeitsa ufnahme werden Arbeitgebern finanzielle
Anreize zur Einstellung von Menschen mit Behinderun g angeboten, insbesondere durch
Gewährung eines Eingliederungszuschusses.
Der prognostizierte Fachkräftebedarf kann schwerbehinderten Menschen verbesserte Chancen auf
Teilhabe am Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeit smarkt eröffnen. Im Rahmen des bereits
erwähnten Arbeitskreises “Fachkräftebedarf“ wird de rzeit ein Strategiepapier zur Erhöhung der
Integrationsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung entwickelt.
4.2.2 Aktivierung langjähriger Bestandskunden
Im Jobcenter Darmstadt sind 5.103 Langzeitleistungs bezieherinnen und -bezieher gemeldet,
dies entspricht einem Anteil, gemessen an allen erw erbsfähigen Leistungsbeziehern, von 62,8 %
(Stand 08/11). Diese hohe Anzahl der Langzeitbezieh erinnen und -bezieher erfordert eine
intensive und individuelle Betreuung.
Angebote zur Erhöhung der Teilhabe einbeziehen:
Um langjährige Bestandskundinnen und - kunden zu ak tivieren und an den Arbeitsmarkt
heranzuführen, nutzen die Fallmanagerinnen und Fall managern auch die Freiwilligendienst-
Angebote , insbesondere den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Durch gute Netzwerkarbeit mit dem
Internationalen Bund (IB) in Darmstadt stehen kompe tente Ansprechpartnerinnen und
Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Freiwilligendienst zur Verfügung.
Für Jugendliche und junge Erwachsene, die das 27. L ebensjahr noch nicht vollendet haben, wird
vorrangig das Freiwillige Soziale Jahr bzw. Freiwil lige Ökologische Jahr genutzt, da dieses
Programm ausschließlich auf diesen Personenkreis zugeschnitten ist und zudem bei einer
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
23
Ausbildung in einem sozialen Beruf als Praktikum un d als Wartezeit auf einen Studienplatz
anerkannt wird.
Auch die freiwillige Mitarbeit im Mehrgenerationenh aus und sonstige ehrenamtliche Tätigkeiten
sind geeignet, um langjährige Bestandskundinnen und -kunden zu aktivieren und an den
Arbeitsmarkt heranzuführen.
4.2.2.1 Beschäftigungsorientiertes Fallmanagement ( bFM)
Die Profillagen der SGB II-Leistungsberechtigten si nd häufig sehr komplex und erschweren eine
sofortige berufliche Integration. Bei einer hohen A nzahl von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
ist daher eine intensive und individuelle Betreuung im Aufgabenbereich des bFM erforderlich.
Brüche in den Lebens- und Erwerbsbiographien, keine oder geringe soziale Netzwerke, sowie
multiple Vermittlungshemmnisse machen häufig eine e rfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt
ohne Berücksichtigung dieser Umstände unmöglich.
Die Qualitätsstandards im bFM bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Unterstützung,
Stabilisierung und Förderung der Kunden mit komplexen Profillagen. Um insbesondere langjährige
Leistungsberechtigte zu aktivieren, wird im Jahr 2012 das bFM in den Fokus gerückt. Hierzu erfolgt
anhand der Profillagen eine Auswertung der betroffenen Kundengruppen, die die Voraussetzungen
zur Übernahme in das bFM erfüllen.
Die Bewerberinnen und Bewerber, bei denen eine posi tive Entwicklung im Hinblick auf eine
Integration zu erwarten ist, werden von den Fallman agerinnen und Fallmanagern in das bFM
übernommen.
4.2.3 Marktchancen bei Arbeitgebern erschließen
Um Arbeitsgebern mit allen Dienstleistungen und Aus künften zum Arbeitskräfte- und
Förderangebot aus den Rechtskreisen SGB II und SGB III gleichermaßen bedienen zu können,
haben sich die Agentur für Arbeit Darmstadt und das Jobcenter Darmstadt für einen
gemeinsamen Arbeitgeberservice (gAGS) entschieden. Im gAGS werden die von den
Unternehmen gemeldeten Stellenangebote bearbeitet u nd nach festgelegten Qualitätsstandards
Vermittlungsvorschläge erstellt. Ziel ist es, die g emeldeten Stellen zeitnah und passgenau zu
besetzen. Gemeinsame Aktivitäten, wie z. B. Stellen börsen, Betriebsbesuche oder
Auswahlverfahren für Arbeitgeber runden das Angebot ab.
Zur Intensivierung der Vermittlung arbeitsmarktnahe r Leistungsberechtigter wurde das bisherige
Schnittstellenkonzept des gAGS im Jahr 2011 aktuali siert und eine assistierte Vermittlung
eingerichtet.
Die Fallmanagerinnen und Fallmanager des gAGS sind einmal wöchentlich im Jobcenter präsent,
um Vermittlungsgespräche mit eingeladenen arbeitsma rktnahen Leistungsberechtigten zu führen
und geeignete Stellenangebote zu unterbreiten. Hier durch wird die Zusammenarbeit und der
Austausch zwischen den Fallmangerinnen und Fallmana gern des Jobcenters Darmstadt und
denen des gAGS intensiviert werden und eine passgen auere und schnellere Stellenbesetzung
erreicht.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
24
4.2.4 Beschäftigungschancen für Alleinerziehende
Alleinerziehende haben ein besonders hohes Risiko, dauerhaft im SGB II-Leistungsbezug zu
bleiben. Obwohl sie häufig gut qualifiziert und motiviert sind, haben sie nach Analysen des Instituts
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung von allen Bed arfsgemeinschaften die längste Verweildauer
im Leistungsbezug. Vor allem Kinderbetreuungsproble me verhindern die Aufnahme einer
bedarfsdeckenden Erwerbstätigkeit. Bei den Integrat ionsbemühungen greifen die vorhandenen
Regelinstrumente oft nicht. Die Personengruppe der Alleinerziehenden hat einen spezifischen
Bedarf. Ihre Betreuung muss auf ihre individuellen Problemlagen zugeschnitten sein.
Wie schon im vergangenen Jahr, wird auch 2012 der G ruppe der Alleinerziehenden im Jobcenter
Darmstadt besondere Aufmerksamkeit gewidmet, da nac h wie vor unterschiedliche
Handlungsbedarfe bestehen, um diesen Personenkreis bei der Eingliederung in den ersten
Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Mit Stand 09/2011 waren im Jobcenter Darmstadt 5.97 3 Bedarfsgemeinschaften mit 8.044
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten gemeldet. Davo n gehörten 1.254 dem Personenkreis der
Alleinerziehenden an, davon 1.207 Frauen und 47 Männer.
Für diese Zielgruppe ist es aufgrund spezifischer P roblemlagen (mangelnde Flexibilität wegen
fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Brüche in der Erwerbsbiographie etc.) oft sehr schwer
wieder in eine Erwerbstätigkeit einzusteigen.
Um Alleinerziehende nachhaltig in existenzsichernd e Beschäftigungsverhältnisse zu integrieren,
sind zudem unterschiedliche Qualifizierungsangebote notwendig. Die Bildungszielplanung des
Jobcenters Darmstadt berücksichtigt in verschiedene n Berufssparten - Erziehung, Pflege,
kaufmännische Berufe, Hauswirtschaft, Gastronomie - sowohl Teilzeit- wie auch Vollzeitangebote.
Diese werden über Bildungsgutscheine zugänglich sei n. Zusätzlich sind niedrigschwellige
Angebote mit sozialpädagogischer Betreuung vorgesehen sowie Maßnahmen die die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf in ihrer Komplexität ansprechen.
Die frühzeitige Aktivierung von Alleinerziehenden m it Kindern unter drei Jahren wurde im Jahr
2011 in Form von Gruppeninformationsveranstaltungen durch die Beauftragte für
Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) unter Zusam menarbeit mit drei Fallmanagerinnen des
Jobcenters, eingeführt. Diese Form der Frühaktivier ung wird im Jahr 2012 fortgesetzt und durch
regelmäßige Beratungstermine in Einzel- und Gruppenangeboten intensiviert.
Um jungen alleinerziehenden Mütter und Vätern in be sonderer Weise gerecht zu werden, hat sich
seit Dezember 2011 im Team der Jugendberufsagentur eine Fallmanagerin auf die Gruppe der
Alleinerziehenden spezialisiert. Durch die Konzentr ation auf die Zielgruppe kann die Mitarbeiterin
ihr Fachwissen gezielt einsetzen und die für diese Gruppe so wichtigen Beratungs- und
Informationsangebote ausbauen und erweitern. Hinzu kommt, dass diese Organisationsform die
Zusammenarbeit mit der BCA des Jobcenters optimiert und vereinfacht. Die
zielgruppenspezifische Arbeit hat sich bereits in anderen Bereichen des SGB II bewährt.
Die Pflege und der Ausbau von Netzwerken durch die BCA, stehen in Bezug auf Alleinerziehenden
für das Jahr 2012 selbstverständlich auch auf dem Plan.
Mit Unterstützung des gAGS wird das Jobcenter Darm stadt gezielt auf Arbeitgeber zugehen, um
diese zu sensibilisieren, zu beraten und ggf. ents prechende Arbeitsmarktinstrumente anzubieten
oder auch über innovative Arbeitszeitmodelle zu inf ormieren. Ziel und Zweck dieses Vorgehens
soll sein, die so dringend erforderlichen familienfreundlichen Arbeitsplätze für Alleinerziehende
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
25
sicher zu stellen. In diesem Zusammenhang wird die Ansprache von Arbeitgeberverbänden und
Kammern sowie die Fortsetzung gezielter Öffentlichkeitsarbeit eine Rolle spielen.
4.2.4.1 Projekt „DANA“ – Darmstädter Netzwerk für Alleinerziehende
Um die Integration und Beschäftigung von Alleinerzi ehenden nachhaltig zu verbessern, startete in
Darmstadt Ende 2009 das überwiegend aus ESF-Mitteln finanzierte Bundesprojekt „Gute Arbeit
für Alleinerziehende“. Dieses wurde über die BAFF- Frauen-Kooperation gGmbH im
Zusammenarbeit mit sefo femkom unter dem Projektnam en „DANA“ – Darmstädter Netzwerk für
Alleinerziehende - in die Praxis gestellt.
Als Kooperationspartner und Ko-Finanziére unterstützt das Jobcenter Darmstadt das Projekt in der
praktischen Umsetzung, insbesondere durch die aktiv e Zuweisung der Zielgruppe. Das Projekt
wird fortlaufend weiterentwickelt und auch im Jahr 2012 durch das Jobcenter Darmstadt
mitgetragen.
Um arbeitsmarktnahes Beraten und Handeln zu verbess ern, wurde 2011 von Seiten der BAFF-
Frauenkooperation eine Mitarbeiterin für die Arbeit geberansprache und Akquise eingestellt. Durch
deren Initiative fand am 26.10.2011 das 1. Darmstädter Job-Speed-Dating für Alleinerziehende
im Georg-Moller-Haus statt. Aufgrund des regen Inte resses der Teilnehmerinnen, setzten
anwesende Arbeitgeber Akzente, indem sie direkt nac h der Veranstaltung ihre Teilnahme für das
Jahr 2012 zusagten und versprachen, sich innerhalb ihrer Betriebe für die Schaffung von mehr
Teilzeitstellen einzusetzen.
4.2.4.2 „Lokales Bündnis für Familie“
Eine wichtige Plattform für den Ausbau von Netzwerk en bietet die seit 2011 bestehende
Mitgliedschaft im „lokalen Bündnis für Familie“. Da in diesem Kreis Vertreterinnen und Vertreter
von sozialen Einrichtungen, Behörden wie auch Unte rnehmerinnen und Unternehmer an einem
Tisch sitzen, sind der Entwicklung innovativer Geda nken und Ideen sowie deren Umsetzung, gute
Chancen gegeben. Die Verbesserung der Kinderbetreuu ng in Darmstadt, der Ausbau sozialer
Strukturen und nicht zuletzt die Entwicklung und Ak quise familienfreundlicher Arbeitsplätze sind
wesentliche Themenblöcke.
Wie schon im vergangen Jahr wird sich das Jobcenter Darmstadt am Aktionstag des „lokalen
Bündnis“ mit einem Beitrag beteiligen.
Über die aktive Auseinandersetzung mit den aufgefü hrten Handlungsfeldern wird das Jobcenter
Darmstadt einen Beitrag zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ leisten, und hofft somit
auf wesentliche Lebensbereiche von Alleinerziehenden in Darmstadt, positiv einwirken zu können.
4.2.5 Jugendliche unter 25 Jahren
Trotz der sich weitgehend entspannten Situation auf dem Ausbildungsmarkt führt Arbeitslosigkeit
an den Schwellen von Schule zu Ausbildung und von A usbildung zu Erwerbstätigkeit zu einem
Anstieg der Zahl der arbeitslosen unter 20-jährigen und unter 25-jährigen, da die Anforderungen
der Unternehmen und die Wünsche und / oder die Eign ung der jungen Menschen nicht immer in
Einklang zu bringen sind. Die spezifische Arbeitslo senquote für diese Altersgruppe im Rechtskreis
SGB II betrug in Darmstadt im Jahr 2011 3,2 %.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
26
Der Zielgruppe der unter 25 Jahre alten jungen Mens chen gilt weiterhin besondere
Aufmerksamkeit. Ca. zwei Drittel der beim Jobcenter Darmstadt gemeldeten Jugendlichen sind
durch ihre Eltern Mitglied einer Bedarfsgemeinschaf t. Ein Drittel der gemeldeten Jugendlichen
bildet allein, mit Partnerin bzw. Partner oder Familie eine eigene Bedarfsgemeinschaft.
Jugendliche bedürfen beim Übergang von der Schule z ur Ausbildung und bis zur Eingliederung in
Arbeit einer besonderen Begleitung und Betreuung. E in großer Anteil der gemeldeten
Jugendlichen ist durch Sprachdefizite, psychische P robleme, Misserfolge im schulischen
Bildungssystem oder familiäre Probleme besonders benachteiligt.
Durch die gute Vernetzung von Hilfsangeboten aus de n Rechtskreisen SGB II, SGB III und SGB
VIII und die Zusammenarbeit und Fachkompetenz bei B etreuung und Beratung der
Fallmanagerinnen und Fallmanager und der Beraterinnen und Berater in der Jugendberufsagentur
ist es gelungen, die Verweildauer in Arbeitslosigke it bei den Jugendlichen zu senken und diesen
einen nachhaltigen Einstieg ins Berufsleben zu ermö glichen. Die enge Zusammenarbeit und
räumliche Nähe der drei Institutionen Jobcenter Dar mstadt, Berufsberatung der Agentur für Arbeit
Darmstadt und Kompetenzagentur der Wissenschaftssta dt Darmstadt in der
„Jugendberufsagentur“ (JBA) helfen beim Abbau von Vorurteilen und verhindern s o eine
Stigmatisierung der Jugendlichen aus dem Rechtskreis des SGB II.
4.2.5.1. Ziele für 2012
• Jugendarbeitslosigkeit weiterhin senken
Dieses Ziel soll durch weitere Intensivierung der V ermittlungsprozesse in Ausbildung und Arbeit
sowie durch die weitere Intensivierung der Zusammen arbeit mit der Berufsberatung und dem
Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt erreicht werden. Durch monatlichen Kontakt zu
allen arbeitslosen Jugendlichen, Erhöhung der Vermi ttlungsangebote, Kooperation zu Personal-
dienstleistungsunternehmen und konsequentes Absolve ntenmanagement im Nachgang von
Weiterbildungsmaßnahmen und der Zusammenarbeit mit dem gAGS soll eine dauerhafte
Integration in Arbeit intensiviert werden.
Durch den sich in Zukunft noch verstärkenden Fachkr äftebedarf soll die Anzahl der Eintritte in
Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen im Jahr 2012 gesteigert werden.
• Einmündungsquote in Ausbildung steigern
Durch die Änderung der Zielkennzahlen ab Januar 201 2 und die Berücksichtigung der
Einmündungsquote von Schulabgängerinnen und -abgäng er im Rechtskreis SGB II ab dem
01.10.2011 ist es erforderlich, die Schulentlassene n noch schneller und zielgerechter zu
identifizieren und zu kontaktieren. Die vertiefte B erufsorientierung wird durch die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Berufsberatung durchgeführt und die daraus erworbenen Kenntnisse bei der
Vermittlung in Ausbildung berücksichtigt.
Ein qualifizierter Berufsabschluss senkt das Risiko von Arbeitslosigkeit und schafft langfristig
Unabhängigkeit von staatlichen Leistungen.
Das Jobcenter Darmstadt nimmt die Vermittlung in Au sbildung eigenständig wahr, bei insgesamt
245 Schulabgängerinnen und –abgänger im Jahr 2011 und 79 Altbewerberinnen und -bewerber im
Ausbildungsjahr 2010/11 wurde folgendes Ergebnis erzielt:
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
27
- 116 Jugendliche in weiterführender Schule bzw. sc hulischer Ausbildung
- 31 Jugendliche in Studium
- 63 Jugendliche in Ausbildung
- 24 Jugendliche in Berufsvorbereitende Bildungsm aßnahme (BVB)
- 14 Jugendliche in Außerbetriebliche Berufsausbi ldung (BAE)
- 8 Jugendliche in Einstiegsqualifizierung (EQ)
- 6 Jugendliche in Arbeit
- 6 Jugendliche in Job Act
- 9 Jugendliche in Chance 2.0
- 12 Jugendliche in Nachqualifizierung (IHK Proje kt)
- 24 Jugendliche in Ersatzmöglichkeit (BFD, Wehrd ienst, FSJ, Praktikum…)
- 11 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber
zum Berichtsjahresende
Durch die konsequent engmaschige Betreuung der Schü lerinnen und Schüler im letzten Schuljahr
kann rechtzeitig mit der Vermittlung in Ausbildung und Arbeit begonnen werden. Auch eine
Einsteuerung in besondere Bildungsgänge (im allgemein bildenden oder beruflichen Schulbereich),
in berufsvorbereitende Maßnahmen für nicht ausbildu ngsreife Jugendliche und
Einstiegsqualifizierungen mit sozialpädagogischer B etreuung ist bei Schülerinnen und Schülern
leichter möglich. Hierzu werden seit dem Frühjahr 2011 auch Gruppeninformationsveranstaltungen
für Eltern im Bereich Berufsorientierung angeboten.
Durch Berufsorientierung an den Schulen hat die Ber ufsberatung direkt Kontakt zu allen
Schülerinnen und Schülern und dieser wird im Rahmen der Zusammenarbeit in der
Jugendberufsagentur für ein verbessertes Übergangsm anagement genutzt. Das Jobcenter
Darmstadt ist zudem Vertragspartner im Projekt „Opt imierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei
der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen (OloV)“. Die Vereinbarungen im
Rahmen dieses Projektes dienen auch der Verbesserung des Übergangsprozesses.
Im gemeinsamen Aktionsplan der beteiligten Institutionen der Jugendberufsagentur werden zudem
gemeinsame Treffen, Veranstaltungen und Presseaktivitäten zum Übergangsmanagement und der
Vermittlung in Ausbildung geplant und durchgeführt.
4.2.5.2 Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele
Für Jugendliche gilt ein gesetzlicher Betreuungssch lüssel von 1:75. Die Einhaltung dieses
Betreuungsschlüssels wird im Jobcenter Darmstadt ko nsequent umgesetzt. Dies ermöglicht eine
intensive und individuelle Betreuung jedes einzelne n Jugendlichen. In 2012 stehen für die
Jugendlichen diverse Eingliederungsmaßnahmen zur Ve rfügung. Ziel ist es, durch ein
passgenaues Angebot die Eingliederungschancen der Jugendlichen deutlich zu erhöhen.
Allgemeine Angebote:
Alle Eingliederungsmaßnahmen wie Bewerbungstraining, Maßnahmen bei Arbeitgeberinnen und
Arbeitgebern (MAG), Eingliederungszuschüsse (EGZ) etc., können auch weiterhin für Jugendliche
genutzt werden. Das Jobcenter Darmstadt wird auch 2012 Jugendliche aktiv in diese Maßnahmen
einsteuern.
Spezielle Angebote für Jugendliche:
- Das Modellprojekt Betriebsnahe Nachqualifizierung „Der Schnellere Weg in die
Ausbildung“ , eine gemeinsame Initiative der Jugendberufsagentu r Darmstadt, der
Handwerkskammer Rhein-Main und der IHK Darmstadt, i st am 01.10.2011 gestartet. Das
Projekt bietet 20 Jugendlichen mit Hauptschulabschluss aus den drei Rechtskreisen die
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
28
Möglichkeit, durch 2 mehrmonatige Praktika bei ausb ildungswilligen Unternehmen
(akquiriert durch die IHK Darmstadt und die Handwe rkskammer Rhein-Main) und den
Unterricht in Theorie und Praxis beim Bildungsträge r „Werkhof Darmstadt e. V.“ Talente und
Stärken zu entdecken und zu vertiefen. Das 11-monat ige Projekt soll für die teilnehmenden
Jugendlichen möglichst in eine Ausbildung in einem der o. a. Betriebe münden.
Das Projekt wird finanziert durch Mittel des Ausbil dungsbudgets der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und durch das Jobcenter Darmstadt kofinan ziert. Im Rahmen des Projektes findet
Ende März 2012 eine Veranstaltung mit allen Beteili gten sowie der Presse in den
Räumlichkeiten der IHK Darmstadt statt.
- Landesprogramm „Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen“
Mit arbeitsmarktorientierter Qualifizierung und Vor bereitung sollen benachteiligte junge
Menschen, für deren einzelfalladäquate Förderung na ch dem SGB II und SGB III nicht
ausreichen, auf Ausbildung oder ein passendes Angeb ot der beruflichen Integration
vorbereitet werden.
- berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) zum na chträglichen Erwerb des
Hauptschulabschlusses mit hohem Praktikumsanteil und sozialpädagogischer Betreuung
- Maßnahmen nach § 46 SGB III zur Vermittlung in Arb eit / Ausbildung und zur Aktivierung
junger Menschen
- Einstiegsqualifizierungen nach § 235 b SGB III
- betriebliche Ausbildung in außerbetrieblichen Einr ichtungen (BaE) für lernbeeinträchtigte und/
oder sozial benachteiligte Jugendliche. BaE werden in integrativer Form (beim Bildungsträger)
oder kooperativer Form (in Kooperation mit einem Ausbildungsbetrieb) angeboten; aufgrund
der besseren Eingliederungschancen legt das Jobcenter Darmstadt den Schwerpunkt auf
die kooperative Form
- ausbildungsbegleitende Hilfen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Einstiegsqualifizier-
ungen und in betrieblicher Ausbildung
4.2.6 Rechtmäßigkeit der operativen Umsetzung
Es ist geplant eine zusätzliche Fachstelle einzuric hten, welche die interne Aus- und Fortbildung
sowie Qualifizierung der Beschäftigten konzeptionell ausbaut und durchführt.
Hierbei ist ein besonderes Augenmerk zu richten auf das 4-Phasen-Modell zur Optimierung der
Arbeitsvermittlung, sowie der Realisierung vorrangi ger Leistungsansprüche in der
Existenzsicherung.
4.2.6.1 Leistungssachbearbeitung
Eine materiell gesicherte Existenz ist Grundvorauss etzung für eine erfolgreiche Teilnahme an
integrativen Maßnahmen und für eine erfolgreiche In tegration in Erwerbstätigkeit. Vor diesem
Hintergrund ist es das Bestreben des Bereichs Exist enzsicherung zeitnah und qualitativ dem
geltenden Recht entsprechende Leistungen zum Lebens unterhalt zu gewähren. Diese umfassen
die Regelleistungen für jede Person in einer Bedarf sgemeinschaft, die Kosten der Unterkunft und
eventuelle Mehrbedarfe. Seit Einführung des SGB II stellen zahlreiche Rechtsänderungen die
Jobcenter hierbei vor immer neue Herausforderungen, denen das Jobcenter Darmstadt mit
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
29
fortlaufender Qualifizierung des Personals begegnet . Umfangreiche Informations- und
Unterrichtsmaterialien der Bundesagentur für Arbeit sind hierbei eine wertvolle Hilfe.
Prüfungen der internen Revision der Bundesagentur f ür Arbeit, der Innenrevision der
Wissenschaftsstadt Darmstadt, des Revisionsamtes de r Wissenschaftsstadt Darmstadt und der
Sozialversicherungsträger, sorgen für eine kontinui erliche Identifizierung eventueller
Handlungsbedarfe, so dass bei durchschnittlich 3 jä hrlichen Prüfungen permanent nachgesteuert
werden kann. Im Vorfeld der externen Prüfungen träg t ein Internes Kontrollsystem zur
Qualitätssicherung bei. Fachaufsichtliche Prüfungen werden regelmäßig durch die Führungskräfte
durchgeführt. Identifizierte Problemfelder werden j e nach Bedarf in Einzelgesprächen,
Teambesprechungen oder teamübergreifend kommunizier t, Schulungsbedarfe identifiziert und
umgesetzt.
Nicht nur die Qualität der Bearbeitung ist im Berei ch Existenzsicherung von Bedeutung, sondern
auch die Bearbeitungsdauer. Als operativer Standard ist eine Bearbeitungsdauer von 15
Werktagen für Neuanträge festgelegt. Diese wird vom Bereich Existenzsicherung des Jobcenters
Darmstadt regelmäßig unterschritten. So lag der gle itende Jahresfortschrittswert (Durchschnitt der
letzten 12 Monate) in den Jahren 2010 und 2011 (aktuell Stand 9/2011) bei 7 Werktagen. Der Wert
fließt in den Index aus Prozessqualität zu 30 % ein und sorgt regelmäßig mit für eine gute
Darmstädter Position (aktuell 3. von 27) im Benchmarking des SGB II Vergleichstyps 2.
Im Tätigkeitsfeld Leistungsgewährung ist auch die Ü berprüfung von Leistungsmißbrauch eine
wichtige Größe. Über einen elektronisch zur Verfügu ng gestellten Datenabgleich mit Daten der
Sozialversicherungsträger und des Bundesvermögensam tes werden pro Quartal 2000 – 3000
Überschneidungen bekannt, die vollständig auf evtl. noch nicht bekanntes anrechenbares
Einkommen überprüft werden.
Für das Jahr 2012 ist vorgesehen die guten Ergebnis se beizubehalten. Voraussetzung hierfür ist
allerdings die Besetzung aller im Stellenplan vorge sehenen Stellen und die Beibehaltung der
Stellenanzahl.
Um die Anzahl der Widersprüche zu minimieren, wird die Umsetzung eines neuen
Schnittstellenkonzeptes zur Widerspruchssachbearbeitung vorbereitet. Außerdem soll von
einer Arbeitsgruppe eine qualitative Verbesserung d er Rückforderungsbescheide erarbeitet
werden.
4.2.6.2 Das Bildungs- und Teilhabepaket
„Das Bildungspaket gibt 2,5 Millionen bedürftigen K indern aus Geringverdienerfamilien mehr
Zukunftschancen. Sie haben jetzt einen Rechtsanspruch auf Bildung und aufs Mitmachen.
Ab sofort können sie bei Sport, Musik oder Kultur d abei sein, an Schulausflügen und am
gemeinsamen Mittagessen in Schule, Hort oder Kita t eilnehmen. Sie bekommen das
Schulmaterial, das sie brauchen, und die notwendige Lernförderung, wenn ihre Versetzung
gefährdet ist. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Kreise und kreisfreien Städte,
Jobcenter und ihre Partner vor Ort sorgen gemeinsam dafür, dass das Bildungspaket bei den
Kindern ankommt. Das Bildungspaket folgt der große n Leitidee: Chancen eröffnen. Darauf haben
die Kinder ein Anrecht. Es lohnt sich, dass wir all e unsere Kraft für die Kinder und ihre
Lebensperspektiven einsetzen.“
Mit diesen Worten wendet sich Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales auf
der Homepage des BMAS an alle Betroffenen und zeigt die gute Absicht der Bundesregierung auf,
die hinter dem Bildungs- und Teilhabepaket steht. Diese Lösung wurde nach dem Urteil des
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
30
Bundesverfassungsgerichtes zur Höhe der Regelsätze vom 09.02.2011 gefunden, um der
Tatsache Rechnung zu tragen, dass Kinder nicht kleine Erwachsene sind und deren Regelleistung
demzufolge nicht als prozentualer Anteil der Regell eistung von Erwachsenen pauschal festgesetzt
werden darf. Altersspezifische Bedarfe von Kindern und Jugendlichen werden mit dem Bildungs-
und Teilhabepaket nach den §§ 28 und 29 SGB II berücksichtigt.
Die Regelungen wurden am 29.03.2011 beschlossen und traten am 01.04.2011 rückwirkend zum
01.01.2011 in Kraft. Bei dieser Kurzfristigkeit war zu erwarten, dass es in der Umsetzung zu
Problemen kommen kann. Das Jobcenter Darmstadt hat frühzeitig begonnen sich auf die Aufgabe
vorzubereiten, so dass Probleme minimiert werden ko nnten. Da mit Inkrafttreten der Regelung
allerdings erst klar wurde, dass die Kommunen Träge r dieser Leistungen sind, wurden auch diese
vor eine große Herausforderung gestellt.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat zügig eine Koo rdinierungsstelle eingerichtet, die nun Zug
um Zug Regelungen erarbeitet und Vereinbarungen mit Leistungsanbieterinnen und –anbietern
trifft.
Das Bildungs- und Teilhabepaket sieht sieben Leistungen vor:
• Leistungen für eintägige Schulausflüge
• Leistungen für mehrtägige Klassenfahrten
• Leistungen für Schulbedarf
• Leistungen zur Schülerbeförderung
• Leistungen zur Lernförderung
• Leistungen zur Teilhabe an gemeinschaftlicher Mitt agsverpflegung in Schulen und
Kindertageseinrichtungen
• Leistungen zur sozialen und kulturellen Teilhabe
Die Leistungen sind in der Regel an die Leistungsan bieterinnen und -anbieter zu zahlen
(Ausnahme: Schulbedarf und Schülerbeförderung). Die s verursacht einen hohen bürokratischen
Aufwand für die Jobcenter, die Kundinnen und Kunden und die Leistungsanbieterinnen und –
anbieter. Um diesen bewerkstelligen zu können, such t die kommunale Koordinierungsstelle nach
einfachen und möglichst einheitlichen Abrechnungs- wegen. Das Jobcenter berät und unterstützt
die Kundinnen und Kunden bei der Antragstellung.
Die Inanspruchnahme der Leistungen begann ab April 2011 von Seiten der Betroffenen sehr
schleppend. Um alle Kinder und Jugendlichen über die neuen Chancen und Möglichkeiten und die
Wege zur Antragstellung zu informieren, hat das Job center Darmstadt im Juni 2011 ca. 3.500
berechtigte Haushalte angeschrieben. Es stehen darü ber hinaus ausführliche
Informationsmaterialien zur Verfügung, die in Berat ungsgesprächen ausgehändigt werden. Bei
jeder Neuantragstellung auf Leistungen nach dem SGB II wird, sofern dem Haushalt Kinder und
Jugendliche angehören, auch zu den Leistungen des B ildungs- und Teilhabepaketes beraten.
Durch diese Maßnahmen steigert sich die Quote der Inanspruchnahme stetig.
Zur Bewältigung der zusätzlichen Aufgaben durch das Bildungs- und Teilhabepaket hat die
Wissenschaftsstadt Darmstadt dem Jobcenter 4 zusätzliche Fachkräfte zur Verfügung gestellt.
Seitens der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird alles getan, um die Grundidee des Bildungs- und
Teilhabepaketes im Sinne betroffener Kinder und Jug endlicher zu unterstützen. Bis zu einer
flächendeckenden guten Bekanntheit, Nutzung und Ums etzung ist jedoch noch ein gutes Stück
Weg zu gehen, der von möglichst vielen Menschen, In itiativen und Verbänden begleitet und
unterstützt werden sollte.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
31
4.3 Lokale Aktivitäten
Neben diesen allgemeinen Projekten und Maßnahmen di e bundes- und landesweit durch
verschiedene arbeitsmarktpolitische Träger durchgeführt und angeboten werden, gibt es noch rein
lokale Aktivitäten, die vom Jobcenter Darmstadt ini tiiert wurden, um unter anderem das
Serviceangebot und die Maßnahmenpalette für die Leistungsberechtigten zu erweitern.
4.3.1 Einrichtung eines Bewerbungszentrums
Die Eröffnung eines Bewerbungszentrums für alle Lei stungsberechtigten des Jobcenters
Darmstadt ist im Frühjahr 2012 geplant.
Die Einrichtung eines Bewerbungscenters verfolgt ei nerseits das arbeitsmarktpolitische Ziel einer
aktiveren und effizienteren Unterstützung bei der V ermittlung von Arbeitssuchenden in den
Arbeitsmarkt. Andererseits soll durch wertschätzend e Unterstützung der Bewerberinnen und
Bewerber deren Kompetenz zur eigenständigen Durchführung des Bewerbungsprozesses gestärkt
werden.
Das Bewerbungscenter wird aktive Schnittstelle zwis chen Bewerberinnen und Bewerbern,
Fallmanagement, Arbeitgeberservice und Arbeitgebern sein. Jedem Leistungsberechtigten
wird auf
diesem Weg die Möglichkeit eröffnet, innerhalb kurz er Zeit mit zeitgemäßen und aussagekräftigen
Bewerbungsunterlagen ausgestattet zu werden bzw. vo rhandene Bewerbungsunterlagen in
ansprechender Weise sowohl selbst als auch mit Begleitung zu optimieren.
Mit der Unterstützung kompetenter Beraterinnen und Berater wird somit der Bewerbungsprozess
auf der Grundlage des mit dem Fallmanagement erarbe iteten individuellen Potenzials unter
Einbeziehung des Arbeitgeberservice effizienter gestaltet.
Das Bewerbungscenter soll darüber hinaus auch ein F orum der Arbeitssuchenden sein, in dem
sich gegenseitige Unterstützung und Hilfe zur Selbs thilfe organisiert. Veranstaltungen zu aktuellen
Informationen rund um den Arbeitsmarkt und Round-ta ble-Gespräche sollen regelmäßig
stattfinden. Dabei soll die Verdichtung bestehender und die Verknüpfung neuer Netzwerke der
Akteure des Darmstädter Arbeitsmarktes ermöglicht und gestärkt werden.
Mit der Zielsetzung, den Bewerbungs- und Vermittlun gsprozess individuell, flexibel und dynamisch
zu organisieren und durch die Einrichtung des Bewer bungscenters als „Eigenbetrieb“ des
Jobcenters wird ein neuer Weg beschritten, die Komp etenz der Leistungsberechtigten
im Umgang
mit Informationsquellen und Medien des Arbeitsmarkt s zu erhöhen und damit auch zur
Kundenzufriedenheit beizutragen.
Ziel ist die zeitnahe Integration der Bewerberinnen und Bewerber in ein passgenaues Arbeits-
verhältnis oder eine passende Ausbildungsstelle.
4.3.2 Projekt „JobAct to connect ®“
Das Projekt „JobAct
®“ wurde 2005 durch die Projektfabrik ins Leben geruf en. Es sollte ein
innovativer Ansatz der Persönlichkeitsentwicklung i n arbeitsmarktorientierten Projekten für
Jugendliche und junge Erwachsene sein.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
32
„JobAct ®“ teilt sich in zwei Phasen: in der ersten Phase (6 Monate) erarbeiten sich die
Teilnehmenden ein Theaterstück von der Idee bis zur Premiere und werden hierbei durch Theater-
wie auch Sozialpädagoginnen und -pädagogen unterstützt. Parallel findet ein intensives
Bewerbungscoaching statt, welches die beim Theaters pielen erlernten Kompetenzen auf das
Bewerbungsverhalten überträgt. Die individuellen Be darfe werden erkannt und analysiert, sodass
ein darauf aufbauendes Coaching den Bewerberinnen u nd Bewerber auf den Arbeitsmarkt
vorbereitet. Mit Hilfe des Bewerbungscoachings werd en Praktikumsplätze für die zweite Phase (5
Monate) akquiriert. Die Teilnehmenden können das in der Theaterpädagogik Erlernte während des
Praktikums in die Praxis umsetzen.
Von den 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des erst en „JobAct
®“ konnten während und nach
Abschluss des Projektes insgesamt 14 Teilnehmerinne n und Teilnehmer in Ausbildung und Arbeit
vermittelt werden.
Mit „JobAct to connect
®“ wurde in Darmstadt das erfolgreiche Konzept auf die Gruppe der über 50-
jährigen erweitert. Von Beginn an gab es keine Unte rteilung in Jung und Alt, die Gruppe festigte
sich bereits in den ersten Wochen des Projekts. Das Theaterstück „Sysiphos reloaded“ wurde am
21.09.2011 in der Bessunger Knabenschule uraufgeführt. Ein weiterer Termin war ebenfalls bis auf
den letzten Platz ausgebucht.
Aber nicht nur im Theaterspiel zeigte sich der Erfo lg des Projekts. Durch die unterschiedlichen
Altersgruppen entstandene Synergieeffekte, die sich positiv auf die Integration in den 1.
Arbeitsmarkt auswirkten. Die Älteren verfügen über wertvolle Lebens- und Berufserfahrung,
während die Jüngeren Spontanität, Flexibilität und eine erhöhte Veränderungsbereitschaft
mitbringen.
Seit Beginn im Februar 2011 wurden bereits 4 von in sgesamt 10 Älteren in den 1. Arbeitsmarkt
integriert, ein weiterer hat eine Einstellungszusag e eines Arbeitgebers erhalten. Von den 10
Jüngeren konnten bislang 5 Teilnehmerinnen und Teil nehmer in Ausbildung bzw. Arbeit integriert
werden. Für die verbleibenden fünf Teilnehmenden er hoffen wir weiterhin den Integrationserfolg
und sagen „Vorhang auf!“ für den 1. Arbeitsmarkt.
Bei den Proben „JobAct to connect“
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
33
4.3.3 Maßnahme „Wasser macht Arbeit“
„Wasser macht Arbeit“ ist ein Gewässerentwicklungs- und Beschäftigungsprojekt, bei dem eine
Kooperationsgemeinschaft zwischen den beiden Wasser verbänden Modaugebiet und
Schwarzbachgebiet-Ried gebildet werden soll. Ziele dieses Projektes sind unter anderem die
naturnahe Entwicklung und das Erreichen eines guten Gewässerzustandes an Modau,
Schwarzbach und deren Seitengewässern und eine Besc häftigungsförderung durch befristete
Beschäftigung und den Einsatz in Arbeitsgelegenheiten von Langzeitarbeitslosen. Ein besonderer
Aspekt ist hierbei die interkommunale Zusammenarbei t, die über die kommunalen Grenzen
hinausgeht.
Das Projekt soll über das Landesprogramm „Naturnahe Gewässer“ gefördert werden. Derzeit gibt
es bereits einen Arbeitskreis, der in regelmäßigen Abständen tagt um das weitere Vorgehen zu
besprechen, hierbei orientiert sich der Arbeitskrei s auch an Beispielprojekten aus Nordrhein-
Westfalen, die auch bereits besichtigt wurden.
Der Einsatz der Leistungsberechtigten, die sich im Leistungsbezug befinden, soll zunächst über
eine Arbeitsgelegenheit erfolgen mit der Aussicht i n ein für ein Jahr befristetes
sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis übernommen zu werden. Im Rahmen des
Projektes soll für die Teilnehmerinnen und Teilnehm er auch die Möglichkeit der Weiterbildung und
Qualifizierung bestehen.
Derzeit befindet sich das Projekt noch im Planungss tatus, der Projektstart ist für das Modaugebiet
voraussichtlich im April 2013 geplant.
4.3.4 Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Nach der gemeinsamen Maßnahmenplanung für 2011/2012 wurde im August 2011 die
Zielvereinbarung zwischen dem Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Jobcenter
Darmstadt abgeschlossen. Diese soll die Transparen z über die verfolgten Ziele, Dienstleistungen
und Maßnahmen der einzelnen Beteiligten erhöhen und die Zusammenarbeit zum Wohl der
Jugendlichen zwischen den Rechtskreisen SGB II und SGB VIII weiter verbessern.
Voraussetzung zum Gelingen ist die Herstellung von Transparenz, Akzeptanz und
Vorteilsübersetzung der einzelnen Punkte bei den Mi tarbeiterinnen und Mitarbeitern, damit die in
der Zielvereinbarung dargelegten Regelungen und Zie le als Bereicherung für die eigene Arbeit
angesehen und gelebt werden.
Die in der Zielvereinbarung festgehaltenen Ziele:
- Senkung der Jugendarbeitslosigkeit auf 300 Jugend liche bis Dezember 2012
- Erhöhung der Einmündungsquote auf 65 % bis Septem ber 2012
und die Verbindung der Hilfen zur Erziehung und Ver selbständigung der Jugendlichen nach dem
SGB VIII und die dauerhafte Eingliederung in den A rbeitsmarkt nach dem SGB II sollen den
präventiven Charakter zur Vermeidung von Langzeitleistungsbezug und sozialer Teilhabe stärken,
gemäß dem gemeinsamen Grundsatz:
„Gute Bildung und Ausbildung sind Grundvoraussetzu ngen, denn nur mit ausreichend
Fachwissen und praktischen Erfahrungen haben Jugendliche eine realistische Chance“.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
4.3.5 Übergabemanagement SGB III
Um die Schnittstelle SGB III /
nahtlosen, reibungslosen Übergangs
gewähren, wurde im Jahr 2011 ein gemeinsamer Handlungsleitfaden für die Agentur für Arbeit und
das Jobcenter Darmstadt erstellt.
Da
rin wurden die Geschäftsprozesse für die Agentur fü r Arbeit und das Jobcenter Darmstadt
festgelegt und insbesondere Regelungen zur
Abschlussgesprächs nach dem 4
Zugangsaktivierung durch eine qualifizierte
So finden im Rhythmus von 2 Monaten gemeinsame Grup peninformationsveranstaltungen in den
Räumlichkeiten der Agentur für Arbeit statt, in den e
Arbeitssuche seitens der Agentur für Arbeit sowie ü ber Voraussetzungen für die Gewährung von
Arbeitslosengeld II Leistungen und
informiert wird. Durch die Angebote im Rahmen der Gruppeninformationsveranstal tungen soll die
Anzahl der Übergänge in den Rechtskreis SGB II verringert werden.
Vor Ende des Leistungsbezugs im SGB III Rechtskreis führt die Arbeitsvermittlung der Agentur für
Arbeit zudem mit den Bet roffenen
einem „Übergabevermerk“ in den VerBIS Daten. Zur Vo rbereitung des Erstgespräches im
Jobcenter Darmstadt sind die zuletzt vereinbarten A ktivitäten und der Übergabevermerk zu
beachten. Sollte ein Informationsaustausch zwischen Fallmanager/in und A rbeitsvermittler/in
notwendig sein, erfolgt die Kontaktau
Rechtskreisübertritt erfolgt im Rahmen der operativ en Mindeststandards ein
bei der / dem zuständigen Fallmanager/in. Ziel ist hierbei, d ie im SGB III durchgeführten
Integrationsbemühungen nahtlos fortzuse
neuen Erkenntnisse oder Änderungen ergeben.
Die Geschäftsprozesse sind in
3 Monate vor Ende
ALG I
• gemeinsam durch -
geführte Gruppeninfo
SGB III -SGB II
und Integrationsprogramm 2012
4.3.5 Übergabemanagement SGB III – SGB II
SGB II weiterhin zu verbessern und d as Ziel, die Gewährleistung des
nahtlosen, reibungslosen Übergangs der Leistungsberechtigten zwischen beiden Rechtskreisen zu
gewähren, wurde im Jahr 2011 ein gemeinsamer Handlungsleitfaden für die Agentur für Arbeit und
Jobcenter Darmstadt erstellt.
rin wurden die Geschäftsprozesse für die Agentur fü r Arbeit und das Jobcenter Darmstadt
Regelungen zur Sicherstellung eines qualifizierten
Abschlussgesprächs nach dem 4 -Phasen-Modell der Int egrationsarbeit sowie
durch eine qualifizierte Erstberatung im SGB II getroffen.
So finden im Rhythmus von 2 Monaten gemeinsame Grup peninformationsveranstaltungen in den
Räumlichkeiten der Agentur für Arbeit statt, in den e n über Unterstützungsangebote bei der
Arbeitssuche seitens der Agentur für Arbeit sowie ü ber Voraussetzungen für die Gewährung von
Arbeitslosengeld II Leistungen und Unterstützungsangebote seitens des Jobcenters Darmstadt
Angebote im Rahmen der Gruppeninformationsveranstal tungen soll die
Anzahl der Übergänge in den Rechtskreis SGB II verringert werden.
Vor Ende des Leistungsbezugs im SGB III Rechtskreis führt die Arbeitsvermittlung der Agentur für
roffenen ein persönliches Abschlussgespräch und dokumentiert dieses in
einem „Übergabevermerk“ in den VerBIS Daten. Zur Vo rbereitung des Erstgespräches im
Jobcenter Darmstadt sind die zuletzt vereinbarten A ktivitäten und der Übergabevermerk zu
Informationsaustausch zwischen Fallmanager/in und A rbeitsvermittler/in
erfolgt die Kontaktau fnahme seitens des Jobcenters.
Rechtskreisübertritt erfolgt im Rahmen der operativ en Mindeststandards ein
dem zuständigen Fallmanager/in. Ziel ist hierbei, d ie im SGB III durchgeführten
Integrationsbemühungen nahtlos fortzuse tzen, sofern sich aus dem durch
neuen Erkenntnisse oder Änderungen ergeben.
Die Geschäftsprozesse sind in dem folgenden Schema dargelegt:
1-2 Monate vor Ende
ALG I
•persönliches
Abschlussgespräch
durch Vermittler/in
Agentur für
Darmstadt
•Fertigung eines
Übergabevermerkes
durch Vermittler /in
Agentur für Arbeit
Ende
ALG I
• persönliche Meldung
im
Jobcenter Darmstadt
• Erstgespräch durch
Fallmanager/in
Jobcenter Darmstadt
unter Beachtung der
zuletzt vereinbarten
Aktivitäten
34
as Ziel, die Gewährleistung des
wischen beiden Rechtskreisen zu
gewähren, wurde im Jahr 2011 ein gemeinsamer Handlungsleitfaden für die Agentur für Arbeit und
rin wurden die Geschäftsprozesse für die Agentur fü r Arbeit und das Jobcenter Darmstadt
qualifizierten
egrationsarbeit sowie eine optimale
im SGB II getroffen.
So finden im Rhythmus von 2 Monaten gemeinsame Grup peninformationsveranstaltungen in den
n über Unterstützungsangebote bei der
Arbeitssuche seitens der Agentur für Arbeit sowie ü ber Voraussetzungen für die Gewährung von
des Jobcenters Darmstadt
Angebote im Rahmen der Gruppeninformationsveranstal tungen soll die
Vor Ende des Leistungsbezugs im SGB III Rechtskreis führt die Arbeitsvermittlung der Agentur für
ein persönliches Abschlussgespräch und dokumentiert dieses in
einem „Übergabevermerk“ in den VerBIS Daten. Zur Vo rbereitung des Erstgespräches im
Jobcenter Darmstadt sind die zuletzt vereinbarten A ktivitäten und der Übergabevermerk zu
Informationsaustausch zwischen Fallmanager/in und A rbeitsvermittler/in
fnahme seitens des Jobcenters. Nach dem
Rechtskreisübertritt erfolgt im Rahmen der operativ en Mindeststandards ein Erstgespräch SGB II
dem zuständigen Fallmanager/in. Ziel ist hierbei, d ie im SGB III durchgeführten
tzen, sofern sich aus dem durch geführten Profiling keine
persönliche Meldung
Jobcenter Darmstadt
Erstgespräch durch
Fallmanager/in
Jobcenter Darmstadt
unter Beachtung der
zuletzt vereinbarten
Aktivitäten
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
35
5. Beauftragte/r für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt
Um die Gleichstellung von Frauen und Männern im Auß enverhältnis besser gewährleisten zu
können, wurde für 2011 auch im SGB II, die Rolle de r Beauftragten für Chancengleichheit am
Arbeitsmarkt (BCA), in die Praxis gestellt. Als ope rative Impulsgeberin unterstützt sie die
Fachkräfte ihres Jobcenters und hilft beim Auf- und Ausbau von Netzwerken.
Die Trägerversammlung des Jobcenters Darmstadt best ellte im Januar 2011 eine Beauftragte für
Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.
Ihre Aufgabenfelder sind folgende:
• die Beratung von Führungs- und Fachkräften sowie e xternen Partnerinnen und Partnern
zur Förderung der Chancengleichheit
• die Mitwirkung bei der Aufstellung des Arbeitsmark t- und Integrationsprogramms des
Jobcenters Darmstadt
• die Analyse und Bewertung von geschlechtsspezifisc hen Daten zum Ausbildungs- und
Arbeitsmarkt
• die Planung, Entwicklung und Realisierung von Konz epten und Maßnahmen zur Förderung
der Chancengleichheit ( z.B. Projekte, Fortbildungen etc.)
• die Planung und Durchführung von Gruppeninformatio nsveranstaltung zur Frühaktivierung
von Alleinerziehenden und Erziehenden
• die Vertretung des Jobcenters Darmstadt in lokalen Netzwerken.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Tätigkeit der Beauftr agten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt
ist die Förderung von Alleinerziehenden. Hierfür üb ernimmt sie eine Koordinationsfunktion und
arbeitet aktiv in vorhandenen Steuerungsgruppen mit . Darüber hinaus hat sie ein Informations-,
Beratungs- und Vorschlagsrecht in Fragen, die Auswi rkungen auf die Chancengleichheit von
Frauen und Männern haben.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
36
Anlage: Bildungszielplanung
Jobcenter Darmstadt – FbW Bildungszielplanung 2012
Bildungsziel Qualifizierungsinhalte Berufs -
ordnung
(BO) /
Kenn-
ziffer
(DKZ)
Anzahl
Bildungs-
gutscheine
Unterrichts -
form
Vollzeit /
Teilzeit /
berufsbe-
gleitend
max.
Dauer
Monate
mit Berufsabschluss
Altenpfleger/in lt. Rahmenlehrplan 82102-901 5 VZ 36
Altenpflegehelfer/in lt. Rahmenlehrplan 82101-900 5 VZ 12
Erzieher/in lt. Rahmenplan 83112-903 5 VZ oder TZ 24 bzw.36
Vorbereitungskurs
auf die
kaufmännische
Externenprüfung
(IHK)
Inhalte entsprechend IHK
Rahmenplan
71402-101 5 VZ 6
Bürokauffrau/ -mann
bzw. Kauffrau/-mann
für
Bürokommunikation
Inhalte entsprechend IHK
Rahmenplan
71402-101 5 VZ oder TZ 21 bzw.
28
betriebliche
Einzelumschulungen
10 VZ 24
sonstige Bildungsziele
gewerblicher Bereich (Lager / Logistik / Sicherheit / Gastronomie)
Fachkraft
Luftfrachtlagerlogistik
(Air Cargo Handling
Specialist)
Lagerkenntnisse für den
Luftfrachtbereich, inklusive
Praktikum bzw.
fachpraktischer
Unterweisung
51311-118 10 VZ 3
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
37
Bildungsziel
Qualifizierungsinhalte
Berufs-
ordnung
(BO) /
Kenn-
ziffer
(DKZ)
Anzahl
Bildungsgut-
scheine
Unterrichts-
form
Vollzeit /
Teilzeit /
berufsbe-
gleitend
max.
Dauer
Monate
sonstige Bildungsziele
gewerblicher Bereich (Lager / Logistik / Sicherheit / Gastronomie)
Qualifizierung im
Sicherheitsgewerbe
inkl. Vorbereitung auf
Sachkundenprüfung
nach §34a GewO
Öffentliches Recht,
Bürgerliches Gesetzbuch
BGB, Straf- und
Verfahrensrecht,
Umgang mit Menschen,
Umgang mit
Verteidigungswaffen, Erste
Hilfe, Vorbereitung zur
Prüfung nach §34a GewO.
Sachkundenprüfung bei IHK
53112-907 10 VZ bis zu 6
Monate
modulare Fortbildung
im Bereich
Lagerlogistik
EDV, Materialwirtschaft,
Lagerhaltung/Standort-
/Lagerplanung,
Verpackungen, Logistik +
Beschaffung, Versand,
Lagerverwaltung,
Gabelstaplerausbildung inkl.
Fahrtraining
51311-118 20 VZ bis zu 3
Mon.
gewerblich -
technischer Bereich
Teilqualifizierungen im
Bereich Metall, Elektro
99999-105 10 VZ je nach
Modul bis
zu 6 Mon.
modulare
Schweißerausbildung
Gas-oder Lichtbogenhand-
oder Schutzgasschweißen
nach entsprechend DVS
Richtlinien, praktische
Übungen
24422-911 5 VZ 3
Modulare
Teilqualifizierung
„Fachkraft
Gastgewerbe“
Teilqualifizierung im Bereich
Küche / Gastronomie
29301-101 5 VZ o. TZ je nach
Modul
unter-
schiedlich
Fahrerausbildung
EU Kraftfahrer Klasse
C, CE
theoretische und praktische
Fahrerausbildung inklusive
Gefahrgut,
Ladungssicherung und
Gabelstapler
52122-108 10 VZ 5
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
38
Bildungsziel
Qualifizierungsinhalte
Berufs-
ordnung
(BO) /
Kenn-
ziffer
(DKZ)
Anzahl
Bildungsgut-
scheine
Unterrichts-
form
Vollzeit /
Teilzeit /
berufsbe-
gleitend
max.
Dauer
Monate
Fahrerausbildung
Güter- und
Personenverkehr
theoretische und praktische
Fahrerausbildung mit
beschleunigter
Grundqualifizierung C,CE, D
und DE inklusive
Ladungssicherung
52122-108 5 VZ 4
kaufmännischer Bereich / Akademiker
Englisch für den
Beruf
modulare Qualifizierung
61212-103 10 VZ je nach
Modul bis
zu 3 Mon.
Luftfrachtsachbe -
arbeiter
(Aircargo Assistant)
kaufmännisches
Basiswissen, Grundlagen
Spedition-Logistik-
Transportwirtschaft,
Luftfrachtmarkt und
Luftfrachtverkehr,
Grundlagen anderer
Verkehrsträger (Seefracht,
LKW, Eisenbahn),
Grundlagen Englisch im
Luftfrachtgeschäft, EDV
(Word, Excel)
51642-100 5 VZ 5
modulare
kaufmännische
Weiterbildung
Finanzbuchhaltung,
Personalwesen, EDV, SAP,
Wirtschaftsenglisch -
individuelle Trainingspläne
nach Bedarf
71402-101 20
VZ o.TZ je nach
Modul bis
zu 6 Mon.
modulare IT
Anpassungsquali-
fizierungen
je nach individuellem
Kenntnisstand und Bedarf
43333-103 5 VZ 6
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2012
39
Bildungsziel
Qualifizierungsinhalte
Berufs-
ordnung
(BO) /
Kenn-
ziffer
(DKZ)
Anzahl
Bildungsgut-
scheine
Unterrichts-
form
Vollzeit /
Teilzeit /
berufsbe-
gleitend
max.
Dauer
Monate
ECDL - Europäischer
Computer-
führerschein
Grundlagen,
Betriebssysteme,
Textverarbeitung mit MS
Word , Tabellenkalkulation
mit MS Excel , Datenbanken
mit MS Access, Grafik und
Präsentation mit MS
PowerPoint, Informations-
und Kommunikationsnetze
71402-901 10 VZ o. TZ bis zu 2
bzw. 3
Monaten
sozialer Bereich
Helfer/in in der
Pflege
Grundlage Pflege,
Grundkenntnisse
Alterserkrankungen,
Demenz, psychische
Erkrankungen,
Hauswirtschaft und
Haushaltsführung,
Medizinische Grundlagen,
inkl. Praktikum in einer
Pflegeeinrichtung
82101-103
5
VZ o. TZ
bis zu
5 Monate
Alltagsbegleiter/in
dementer alter
Menschen
Betreuungsservice,
haushaltsnahe
Dienstleistungen,
Hauswirtschaft, Ernährung,
inklusive 4 Wochen
Praktikum
82101-101 5 VZ o.TZ 6 bzw. 8
Monate
sonstige
Bildungsziele
Fortbildungen im
Einzelfall
(insbesondere mit
Einstellungszusage)
20
Beratungsverlauf (3)
Orte (1)
- Groß-Gerauer Weg 3
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2012/0116
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 04.04.2012
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00