SV-2025/0006
Prüfantrag der Fraktionen Bü90/Die Grünen, CDU, Volt, SPD und FDP zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung in der Verwaltung durch Künstliche Intelligenz
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1 ____________________________________________________________________________ Darmstadt, 29.04.2025 Prüfantrag der Fraktionen Volt, Bü90/Die Grünen, CDU, FDP und SPD zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung in der Verwaltung durch Künstliche Intelligenz Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, den Magistrat zu beauftragen: 1. Die Kosteneinspar- und Effizienzsteigerungspotenziale folgender Anwendungsfälle von KI in der Verwaltung zu prüfen: a. Eines verwaltungsinternen Chatbots, der Mitarbeitende der Verwaltung bei Rechercheaufgaben und dem Schreiben oder Zusammenfassen von Texten unterstützen soll. b. Eines öffentlichen Chatbots, der es Bürger*innen ermöglichen soll, schnell und außerhalb der Geschäftszeiten der Verwaltung Antworten auf einfache Fragen zu erhalten. c. Eines integrierten Wissensmanagements, angebunden an ein Sprachmodell, um es möglichst einfach zu machen, Wissen in der Verwaltung zu teilen. d. Des automatischen Protokollierens und Zusammenfassens von Arbeitstreffen in der Verwaltung und der Sitzungen und Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung. 2. Die Risiken der oben genannten Anwendungsfälle anhand der Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik zu prüfen. 3. Die potenziellen Synergieeffekte durch Zusammenarbeit mit anderen Kommunen sowie der Landes-, Bundes- und EU-Ebene bei der Implementierung der oben genannten Anwendungsfälle zu prüfen. 4. Eine KI-Strategie für die Stadtverwaltung Darmstadt auszuarbeiten inklusive des Ziels, weitere Anwendungsfälle zu finden und das Verständnis von KI durch Mitarbeitende und Bürger*innen zu fördern. Begründung: In den kommenden zehn Jahren werden etwa 30 % der Belegschaft in öffentlichen Verwaltungen in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig werden die Aufgaben der Verwaltungen 2 vielfältiger und der demografische Wandel erschwert die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte zunehmend. Diese Entwicklungen führen dazu, dass bei gleichbleibender oder sogar sinkender Personaldichte ein höheres Arbeitsvolumen bewältigt werden muss. Die öffentliche Hand läuft deshalb in eine zunehmend große Gefahr, die eigenen Aufgaben aufgrund des Fachkräftemangels nicht mehr bewältigen zu können. Dies beeinträchtigt nicht nur maßgeblich die Zuverlässigkeit öffentlicher Institutionen, sondern wird langfristig auch das Vertrauen der Bürger*innen in den Staat und die Demokratie maßgeblich negativ beeinträchtigen und radikale Kräfte stärken. Umgangssprachlich als “KI” bezeichnete Sprachmodelle können einen wertvollen Beitrag leisten, um dieses Szenario abzuwenden, indem sie Mitarbeitenden repetitive oder zeitaufwendige Aufgaben abnehmen. Der Kern der Arbeit rückt somit wieder in den Vordergrund. Selbstverständlich wird der Vorteil je nach Arbeitsgebiet stark variieren. Während Mitarbeitende im ausführenden Gebäudebetrieb oder in der Kinderbetreuung mutmaßlich wenig Berührungspunkte mit Sprachmodellen haben werden, wird es in anderen Teilen der Verwaltung größere Effizienzgewinne geben. Den Antragstellenden ist bewusst, dass die Einführung von Sprachmodellen einen sehr hohen Digitalisierungsgrad der Organisation erfordert und entsprechende Voraussetzungen zunächst geschaffen werden müssen. Hierzu gehört die flächendeckende Einführung der E-Akte, welche bei begrenzten Ressourcen mit einer deutlich höheren Priorisierung verfolgt werden muss. Der Antrag ist deshalb als langfristiger Auftrag zu verstehen, welcher im Kontext der weiteren Projektvorhaben priorisiert und eingetaktet werden muss, bevor er abgearbeitet werden kann. Die Nutzung von Sprachmodellen ist ein weites Feld. Daher ist es hilfreich, zunächst die generelle Anwendung von Sprachmodellen und deren Anforderungen an den Digitalisierungsstand der Verwaltung zu prüfen. Aktuelle Sprachmodelle sind in der Lage, aus wenigen Stichpunkten Texte zu generieren oder die wichtigsten Informationen eines ausführlichen Dokuments zusammenzufassen. Ein interner Chatbot, welcher diese Funktion anbietet, erlaubt es Mitarbeitenden, sich nur noch auf Feinarbeiten wie eventuelles Umformulieren oder das Nachlesen einzelner Textstellen zu konzentrieren. Neben dieser internen Nutzung kann die Technologie auch in der Kommunikation mit Bürger*innen verwendet werden. Auf vielen Webseiten gibt es schon seit einigen Jahren 3 Chatbots, die Anfragen von Kund*innen ohne menschliches Eingreifen beantworten können. Das spart nicht nur Zeit für Mitarbeitende, sondern erlaubt es Bürger*innen, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten Antworten auf ihre Fragen an die Verwaltung zu erhalten. Auch die automatische Umwandlung von menschlicher Sprache in Text ist mittlerweile möglich. Hierdurch können Protokolle erstellt und zusammengefasst werden. Ein Wissensmanagement ist dazu da, vorhandenes Wissen für andere zugänglich zu machen. Dadurch kann das gesammelte Wissen der Verwaltungsmitarbeitenden systematisch aufbereitet und von allen genutzt werden. Kombiniert mit dem oben genannten internen Chatbot können Mitarbeitende Fragen an das System richten, die es anhand der vorhandenen Informationen aus dem Wissensmanagement beantworten kann. Sprachmodelle machen Fehler, die in “klassischer” Software nicht auftreten. Daher sollte sich insbesondere mit den Risiken der Technologie im Allgemeinen und im Speziellen in Bezug auf die Anwendungsfälle befasst werden. Sprachmodelle können beispielsweise falsche Antworten liefern, die auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar sind. Ein weiteres Risiko ist das ungewollte Erlernen von zum Beispiel Vorurteilen, die in den Daten präsent sind. Daher ist es notwendig, vor der Einführung von Sprachmodellen eine Risikoanalyse durchzuführen. Prozesse wie die Untersuchung der Lerndaten und die Einbeziehung von Mitarbeitenden bei der Prüfung von Ergebnissen können die Fehlerquote stark reduzieren. Die anteiligen Kosten für Software hängen stark von der Anzahl der Nutzenden ab. Daher soll explizit die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen sowie die Nutzung von für die öffentliche Hand zertifizierter Software geprüft werden. A. Verwaltungsinterner Chatbot Verwaltungsinterne Chatbots sind eine niedrigschwellige Möglichkeit für Mitarbeitende in der Verwaltung, Zugriff auf ein Sprachmodell zu bekommen. Ein solcher Chatbot kann zum Beispiel benutzt werden, um einfache Rechercheaufgaben zu unterstützen, Texte zusammenzufassen oder beim Schreiben von Texten zu unterstützen. Viele dieser Anwendungsfälle sind heute schon über öffentlich zugängliche Software wie ChatGPT oder Google Gemini verfügbar, jedoch ist es hiermit schwer, verwaltungsinterne Prozesse rechtssicher abzubilden, da unter anderem keine DSGVO-konforme Nutzung möglich ist. Daher ist es umso wichtiger, eine verwaltungsinterne Alternative zu bieten, die rechtssicher ist, da sonst das Risiko besteht, dass Mitarbeitende unautorisierte Chatbots benutzen, um ihre Effizienz zu steigern. 4 B. Öffentlicher Chatbot Ein für Bürger*innen zugänglicher Chatbot bietet sowohl für die städtische Verwaltung als auch für Bürger*innen selbst viele Vorteile. Zum Beispiel können Fragen von Bürger*innen außerhalb der Dienstzeiten und außerdem zeitgleich zu weiteren Anfragen beantwortet werden. Wiederkehrende Anfragen können automatisiert bearbeitet werden und Beschäftigte können sich auf komplexere Aufgaben konzentrieren. Chatbots werden auch bereits in deutschen Verwaltungen eingesetzt, beispielsweise im Digitalministerium Hessen. Auf der Seite des hessischen Verwaltungsportals ist aktuell der Chatbot “Sophia” zu finden, der sich am Ende seiner Pilotphase befindet und nach erfolgreichem Abschluss allen hessischen Kommunen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden soll. C. Wissensmanagement Für ein Wissensmanagement-System wird das Wissen der Beschäftigten gesammelt, systematisch dokumentiert und anschließend bedarfsgerecht zugänglich gemacht. Es ist grundsätzlich unabhängig von Chatbots nutzbar. Ein Nachteil hierbei ist allerdings, dass durch die schiere Menge an Informationen die Suche nach passenden Informationen aufwändig sein kann. Daher bietet sich die Kopplung des bereits erwähnten verwaltungsinternen Chatbots an das Wissensmanagement-System an. Hierdurch können Mitarbeitende aus der Verwandlung durch einfache Texteingaben Antworten auf ihre Fragen erhalten. Der Chatbot kann fachspezifische Fragen, zusammen mit einer Quellenangabe, beantworten. D. Zusammenfassung von Meetings Eine wichtige Aufgabe in Terminen der Verwaltung ist deren Protokollierung. Durch moderne Tools kann dies automatisiert werden. Hierbei wird das Gesprochene in Text umgewandelt, wodurch ein wörtliches Protokoll entsteht, welches dann durch einen Chatbot in eine Meeting- Zusammenfassung umgewandelt werden kann. Dies ermöglicht Protokollierenden eine stärkere Fokussierung auf die Inhalte der Besprechung und unterstützt sie bei der vollständigen und übersichtlichen Nachbereitung von Meetings.
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Punkt 25.1: Prüfantrag der Fraktionen Bü90/Die Grünen, CDU, Volt, SPD und FDP zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung in der Verwaltung durch Künstliche Intelligenz (V-Nr. SV-2025/0006) Dem Antrag wird zugestimmt. Gegenstimmen: Stadtv. Uhl
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Vorlage-Nr. SV-2025/0006 Prüfantrag der Fraktionen Bü90/Die Grünen, CDU, Volt, SPD und FDP zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung in der Verwaltung durch Künstliche Intelligenz Der ursprünglich eingebrachte Antrag der FDP wird durch den Stadtverordneten May (FDP) zurückgezogen. An dessen Stelle bringen die Fraktionen Bü90/Die Grünen, CDU, Volt , SPD sowie die FDP gemeinsam einen Ersetzungs- und Prüfantrag ein. Der Ersetzungsantrag wird als Anlage im PARLIS beigefügt.
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Punkt 6: Antrag der FDP Fraktion vom 11.03.2025 betr. Erarbeitung einer holistischen Strategie zum Einsatz von KI in der Darmstädter Stadtverwaltung (SV-Nr. 2025/0006) Der ursprünglich eingebrachte Antrag der FDP wird durch den Stadtverordneten May (FDP) zurückgezogen. An dessen Stelle bringen die Fraktionen Bü90/Die Grünen, CDU, Volt sowie die FDP gemeinsam einen Ersetzungs- und Prüfantrag ein. Prüfantrag der Fraktionen Volt, Bü90/Die Grünen, CDU und FDP zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung in der Verwaltung durch künstliche Intelligenz. Der Ersetzungsantrag wird als Anlage im PARLIS beigefügt. Der Ausschuss für Bildung Schule und Digitalisierung empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zu zustimmen. Enthaltung: Fraktion Die Linke.
Beratungsverlauf (3)
Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2025/0006
- Typ
- Antrag
- Datum
- 11.03.2025
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00