V/0096/2014
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenters Münster 2014
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
AMIP_14_ 14_02_14
123815 Zeichen
- 1 -
Arbeitsmarkt- und
Integrationsprogramm 2014
Jobcenter Münster
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 2 -
_____________________________________
Impressum:
Herausgeber: Jobcenter Münster,
Stadthaus 2, Ludgeriplatz 4,
48151 Münster
Quelle: Statistiken der Bundesagentur für Arbeit
Münster, Dezember 2013
Foto: Presseamt Stadt Münster / Tilman Roßmöller
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 3 -
Vorwort
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verheißen fü r 2014 ein gutes Jahr. So sind
sich die Experten einig, dass die Wachstumsraten deutlich über denen des vergangenen
Jahres liegen. Für 2014 soll auch die Zahl der Erwe rbstätigen steigen. Eigentlich ein
Grund optimistisch in die Zukunft zu blicken. Aber wer wird davon profitieren? Die Prog-
nosen, den SGB II Leistungsbezug zu verlassen, sehen trotz guter Konjunkturaussichten
für die Betroffenen nicht gut aus. Die strukturelle n Probleme auf dem Arbeitsmarkt wer-
den deutlicher. Umso mehr gilt es für uns als Jobce nter, einen Beitrag zu leisten, dass
dort, wo individuelle Chancen bestehen, diese auch erkannt und konsequent genutzt
werden.
Auch in Münster sind trotz guter Arbeitsmarktlage viele Menschen von Grundsicherungs-
leistungen abhängig. Vielfach gibt es dabei auch ve rfestigte Arbeitslosigkeit. Über 60 %
der Leistungsbeziehenden sind schon zwei Jahre oder länger im Leistungssystem.
Grund genug, hier auch für das kommende Jahr einen deutlichen Schwerpunkt der Ar-
beit zu setzen. Es soll erreicht werden, insbesonde re diesem Personenkreis durch An-
gebote in den Bereichen Stabilisierung, Gesundheit und vor allem zielgerichtet durch
abschlussbezogene Qualifizierung, Möglichkeiten für eine nachhaltige Integration in so-
zialversicherungspflichtige Beschäftigung zu eröffn en. Das ist oftmals ein langer Weg.
Die Ansätze in diesem Handlungsprogramm sollen dazu beitragen, gerade auch für die-
sen Personenkreis Perspektiven aufzuzeigen. Das ist nicht allein zu erreichen.
Das im vergangenen Jahr bereits aufgenommene Verfah ren der Beteiligung Dritter bei
der Aufstellung des Arbeitsmarktprogramms wurde auc h für diese Konzeption fortge-
setzt. Neben dem bereits in die vergangene Planungs phase eingebundenen Beirat wur-
de nun auch städtischen Ämtern die Möglichkeit gege ben, sich in die Planungen einzu-
bringen bzw. eigene Planungen mit denen des Jobcent ers abzustimmen. Damit wird
sukzessive die gesamtsstädtische Steuerung aller Leistungen mit SGB II-Bezug erreicht.
Im Sinne einer lernenden Organisation soll dieser P rozess weiter intensiviert werden.
Ziel ist es, den Einsatz arbeitsmarktpolitischer In strumente mit Aspekten der Stadtent-
wicklung, der Bildungs- und Integrationspolitik, de r Jugendarbeit sowie der Jugendsozi-
alarbeit und der Sozialpolitik sinnvoll zu verknüpf en, um möglichst viele gut aufeinander
abgestimmte Leistungsangebote für die hilfebedürfti gen Menschen in der Stadt Münster
vorzuhalten.
Nicht nur stadtintern, sondern vielmehr auch im Zusammenspiel der Kräfte innerhalb der
Optionsregion Münsterland, soll im Verbund mit den benachbarten Jobcentern der Krei-
se Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf gescha ut werden, wie die Arbeit noch
besser als bisher abgestimmt und koordiniert werden kann. Insbesondere sollen Aufga-
ben verstärkt dort wahrgenommen werden, wo sie eine n Mehrwert für die Leistungsbe-
rechtigten sowie die Jobcenter versprechen. Hierzu gehören beispielsweise gemeinsa-
me Aktivitäten zur Arbeitsvermittlung, zur Stärkung der Wirtschaft und Öffentlichkeitsar-
beit, bis hin zur Bündelung von Ressourcen bei gem einsamen Verwaltungsaufgaben.
Hier werden im Verlauf des Jahres interessante Arbeitsergebnisse erwartet.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 4 -
Zwei Jahre nach der Umstellung auf die kommunale Tr ägerschaft ist es an der Zeit, ers-
te gewonnene Erkenntnisse insbesondere im Hinblick auf die Aufbaustruktur und den
Aufgabenablauf zu analysieren und ggf zu verändern. Ein erster Schritt wurde mit der
Einrichtung des neuen Eingangsbereiches (Foyer) und der Anpassung der Kundensteu-
erung bereits erfolgreich umgesetzt. Unter dem Mott o „Noch näher am Kunden“ werden
wir 2014 unsere Organisation und unsere Prozesse un ter dem Aspekt von Verbesse-
rungsmöglichkeiten im Sinne unserer Kundinnen und K unden genau durchleuchten und
bei Bedarf Anpassungen vornehmen.
Somit steht für das Jahr 2014 wieder einiges auf de r Agenda. Neben den organisatori-
schen Aufgaben ist es erneut Zielsstellung, alle An strengungen zu unternehmen, regio-
nale Arbeitsplätze zu erschließen und für die leist ungsberechtigten Bürgerinnen und
Bürger Perspektiven zu gestalten, um an die bisher erfolgreiche Arbeit anzuknüpfen.
Hierzu bedarf es einer guten Vernetzung aller wirts chafts-, sozial- und arbeitmarktpoliti-
schen Akteure.
Ralf Bierstedt
Amtsleiter
Jobcenter Münster
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 5 -
Inhalt
1.
Rahmenbedingungen.................................. ................................................... ....- 8 -
1.1. Leitbild des Jobcenters Münster ......................................................................- 8 -
1.2. Zielvereinbarung................................... ................................................... ........- 9 -
1.2.1 Analyse der örtlichen Rahmenbedingungen ................................................- 9 -
1.3. Arbeitsmarkt konkret ............................................................................. .............- 10 -
1.3.1. Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen...................................................- 11 -
1.3.2. Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschaftsklassen..................- 13 -
1.3.3. Zusammenfassung und Ergebnisse .........................................................- 17 -
1.3.4. Handlungsempfehlungen.......................................................................... - 18 -
1.3.5. Strukturdaten des Arbeitskräfteangebotes SGB III und SGB II in Münster - 20 -
1.3.6 Entwicklung der wesentlichen Daten im Zeitverlauf ...................................- 22 -
1.4. Finanzen ......................................................................................... ...................- 23 -
1.5. Geschäftspolitische Schwerpunkte................................................................. ....- 23 -
1.6. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte............................................................... ....- 24 -
1.6.1. Definierte Zielgruppen des Jobcenters .....................................................- 24 -
1.6.2. Zielgruppenorientierte Organisationsstruktur............................................- 26 -
1.7. Gender ........................................................................................... ....................- 27 -
1.8. fa:z konforme Arbeitsmarktdienstleistungen ....................................................... - 29 -
2. Planungsprozess und Ergebnisse..................... .............................................- 30 -
2.1. Planungsprozess der Förderinstrumente und Fördermaßnahmen......................- 30 -
2.2. Prozessbeschreibung im Detail .................................................................... ......- 30 -
2.3. Ergebnisse der Planungsworkshops................................................................. ..- 30 -
2.3.1. Zielgruppe „U 25“ .............................................................................. .......- 31 -
2.3.2. Zielgruppe „25 bis 49-Jährige“................................................................. .- 32 -
2.3.3. Zielgruppe „50plus“ ............................................................................ ......- 33 -
2.3.4. Zielgruppe „Alleinerziehende“.................................................................. .- 35 -
2.3.5. Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“................................- 36 -
2.3.6. Zielgruppe „Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden“...................- 39 -
2.3.7. Zielgruppe „Gründungswillige und Selbstständige“...................................- 40 -
2.4. Zusammenfassung der Ergebnisse ................................................................... .- 40 -
3. Übersicht der Förderinstrumente und Förderfälle ............................................- 41 -
3.1. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung ...............................- 42 -
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 6 -
3.2. Förderung der beruflichen Weiterbildung .......................................................... . - 47 -
3.3. Freie Förderung .................................................................................. ............... - 49 -
3.4. Weitere Förderangebote zur Unterstützung der A rbeitsaufnahme und zur
Verbesserung der Integrationschancen.................................................................. ... - 50 -
3.5. Förderangebote für Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren .......... - 51 -
3.6. Förderangebote für behinderte und schwerbehinderte Menschen...................... - 52 -
3.7. Förderangebote zur Existenzsicherung und für Selbstständige.......................... - 52 -
3.8. Kommunale Eingliederungsleistungen nach §16a Nr. 1 - 4 SGB II..................... - 52 -
3.9. Förderangebote Dritter........................ ................................................... ............ - 54 -
4. Schlussbemerkung................................ ................................................... .......... - 55 -
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 7 -
Zusammenfassung für die eilige Lektüre:
Das Jobcenter Münster hat ein eigenes Leitbild!
Die Zielvereinbarung wird auf ein neues, besseres System umgestellt.
Das Wachstum wird 2014 wenig Einfluss auf den Arbei tsmarkt haben. Insbesondere
SGB II Bezieher werden nicht bzw. nur im geringen Umfang partizipieren.
Strukturprobleme auf dem Arbeitsmarkt werden deutli cher. Das Jobcenter Münster kann
sowenig wie auch die anderen Jobcenter die struktur ellen Probleme alleine lösen, wir
können nur einen Beitrag dazu leisten, dass dort, w o individuelle Chancen bestehen,
diese auch erkannt und konsequent genutzt werden.
Geschäftspolitische Schwerpunkte 2014:
Fokus liegt bei den Langzeitleistungsbeziehenden
Abschlussbezogene Qualifizierung
Gesundheit
Die finanzielle Ausstattung an Eingliederungsmitteln liegt auf Vorjahresniveau
Der Planungsprozess 2014 wurde mit Beteiligung des örtlichen Beirates sowie
Vertrete-
rinnen und Vertretern aus städtischen Ämtern mit Bezug zum SGB II weiter vernetzt.
Förderketten aufgrund der Kundenstruktur sind notwe ndig. Mehr Eingliederungsmittel
sind 2014 für Aktivierungs- und Stabilisierungsmaßnahmen geplant.
Beteiligung am Programm des Landes zur Förderung der öffentlich geförderten Beschäf-
tigung.
Die drei großen Blöcke der Förderung verteilen sich auf Maßnahmen zur Aktivierung und
Eingliederung, Förderung der beruflichen Weiterbild ung und Arbeitsgelegenheiten. Über
alle Instrumente hinweg sind insgesamt 5.765 Förderungen geplant.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 8 -
1. Rahmenbedingungen
1.1. Leitbild des Jobcenters Münster
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben 2012/201 3 ein Leitbild für das Jobcenter
Münster erarbeitet, welches handlungsleitend für di e Umsetzung des SGB II in Münster
ist. Auf der Mitarbeiterversammlung am 27.02.2013 w urde das Leitbild des Jobcenters
Münsters vorgestellt. Mit diesem Leitbild machen di e Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Jobcenters als Teil der Stadtverwaltung Münster ihr Selbstverständnis nach innen
und außen transparent.
Inhalte des Leitbildes:
• Arbeits- und Kompetenzfelder: Wir setzen das SGB II als Übergangssystem um und
halten uns dabei an das Prinzip des Förderns und Forderns.
• Kundenverständnis: Ein gutes Verhältnis zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitar-
beitern und den Kundinnen und Kunden ist für unsere Arbeit zentral. Wir verstehen
uns als Repräsentanten des Jobcenters Münster und handeln zielorientiert.
• Organisationskultur: Wir sind EIN Amt und arbeiten gemeinsam daran, die arbeits-
markt- und sozialpolitischen Ziele der Stadt Münste r umzusetzen. Eine freundliche
Arbeitsatmosphäre ist unser aller Ziel, für das wir auch alle Verantwortung tragen.
• Informieren und Kommunizieren: Gegenseitige Wertschätzung ist die Grundlage un-
serer Kommunikationskultur. Dabei sind Vertrauen, V ertraulichkeit und Transparenz
in der Kommunikation für uns Ausdruck der Vielseitigkeit dieser Kultur.
• Führen: Die Anforderungen und Erwartungen an Führungskräfte im Jobcenter Müns-
ter sind vielfältig. Sie sind Vermittlerinnen und V ermittler zwischen Zielsetzungen,
Rahmenbedingungen und der praktischen Umsetzung des SGB II.
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter : Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das
Fundament für eine erfolgreiche Arbeit. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur
sozialen Absicherung, Aktivierung und Integration in der Stadt Münster.
• Zusammenarbeit mit Partnern: Wir verstehen uns als offener und professioneller Ko-
operationspartner in der Stadt Münster. Partnerscha ftliche Zusammenarbeit ist für
unsere Arbeit ein wichtiger Faktor, den wir in Zukunft weiter ausbauen wollen.
Die Umsetzung wird auf allen Ebenen des Jobcenters Münster regelmäßig reflektiert,
aktiv gelebt und gestaltet, was dazu führen kann
, dass Teilaspekte des Leitbildes kon-
zeptionell angepasst bzw. weiterentwickelt werden.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 9 -
1.2. Zielvereinbarung
In den vergangenen Jahren wurden in den bisherigen Zielvereinbarungsprozessen Ziel-
korridore zu den Kennzahlen nach § 48b SGB II durch ein bundesweites, gemeinsames
Planungsdokument vorgegeben. Innerhalb dieser Korri dore hatten die Jobcenter Ange-
botswerte abzugeben. Weiter wurden sogenannte „Aufh olspannen“ für die Jobcenter
vorgegeben, die mit ihren bisherigen Ergebnissen un terhalb bestimmter Werte ihres
Vergleichsclusters lagen. Diese Aufholspannen haben sich nicht bewährt. Hierbei wur-
den die lokalen Rahmenbedingungen nicht ausreichend berücksichtigt. Ausgehend von
dieser Erkenntnis wurde der Prozess zur Zielvereinbarung 2014 neu gestaltet.
Erstmalig für 2014 sollen danach die Jobcenter selb st
im Rahmen eines lokalen Pla-
nungsdokuments Angebote für Zielwerte entwickeln un d abgeben, die durch die jeweili-
gen Zielvereinbarungspartner auf der Basis der Ange botswerte in den Vergleichstypen
bewertet und eingeordnet werden. Gegebenenfalls sol len dann Nachverhandlungen er-
folgen, die schließlich zu individuellen Zielwerten für alle Jobcenter führen. Die Stadt-
verwaltung Münster begrüßt das neue Verfahren, das den eigenen Vorstellungen entge-
genkommt, und verbindet damit die Hoffnung auf ein näher an den tatsächlichen Gege-
benheiten anknüpfendes Verfahren mit Zielwerten, di e realistisch betrachtet auch von
den Jobcentern erreicht werden können, und somit di e Akzeptanz bei allen Beteiligten
erhöht.
Für 2014 sind die Ziele „Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit“ und „Reduzie-
rung des Langzeitleistungsbezugs“ mit konkreten Zie lwerten zu beplanen. Der Rat der
Stadt Münster hat mit der Vorlage V 0837/2013 die V erwaltung beauftragt im Rahmen
eines dort genannten Korridors eine Zielvereinbarun g auszuhandeln. Auf Basis dieses
Korridors und der nachfolgend dargestellten Daten u nd Prognosen wurde dem Ministeri-
um für Arbeit, Integration und Soziales NRW ein Ang ebot von -4,4 % Rückgang der In-
tegrationsquote und eine Senkung der Langzeitleistu ngsbeziehenden um 1,5% unter-
breitet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramms ist
der Vereinbarungsprozess noch nicht abgeschlossen.
1.2.1 Analyse der örtlichen Rahmenbedingungen
Die wirtschaftlichen Aussichten für die Bundesrepub lik Deutschland für das Jahr 2014
stehen nach aktuellen Prognosen unter einem positiv en Vorzeichen. So prognostiziert
die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose (der Projek tgruppe Gemeinschaftsdiagnose
gehören folgende Institutionen an: Deutsches Instit ut für Wirtschaftsforschung e. V, ifo
Institut, KOF (Konjunkturforschungsstelle der ETH Z ürich), Institut für Wirtschaftsfor-
schung Halle, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) eine Steigerung
des Bruttoinlandsproduktes für 2013 von 0,6 % und f ür das Jahr 2014 eine weitere Stei-
gerung um 1,8 % (vgl. Gemeinschaftsdiagnose vom 15.10.2013).
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 10 -
Abbildung 1 Quelle: Gemeinschaftsdiagnose, Statistik der Bundesagentur für Arbeit, IAB, eigene Berechnung
Weiter wird ein Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen um rund 260.000 Personen (Ge-
meinschaftsdiagnose) bzw. um 240.000 Personen durch das Institut für Arbeitsmarkt und
Berufsforschung (IAB) erwartet. Die Projektgruppe G emeinschaftsdiagnose sowie das
IAB prognostizieren trotz Anstiegs der Zahl der Erw erbstätigen und Anstieg der sozial-
versicherungspflichtigen Beschäftigten (vgl. Abbild ung 1) keinen nennenswerten Rück-
gang der Arbeitslosenzahlen. Die vorgenannten Besch äftigungsgewinne werden haupt-
sächlich durch eine Ausweitung des Erwerbspersonenp otentials insbesondere durch
Zuwanderung erzielt. Es wird ein Rückgang der Arbei tslosigkeit im Rechtskreis SGB III
von 30.000 Personen und im Rechtskreis SGB II von 5 .000 Personen durch das IAB
prognostiziert. Bei Betrachtung der Eckwerte SGB II im Zeitverlauf (vgl. Abbildung 1)
wird deutlich, dass selbst positive Wachstumsraten nicht die gewünschten Erfolge im
Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende bewir ken. Selbst das IAB konstatiert in
seinem Kurzbericht 18/2013 „ Mit einem starken Rückgang der Arbeitslosigkeit ist vorerst
nicht mehr zu rechnen, strukturelle Probleme werden deutlicher“. Leider muss festge-
stellt werden, dass dies trotz guter wirtschaftlich er Voraussetzungen auch für Münster
gilt. Für den lokalen Arbeitsmarkt in Münster wird ebenfalls davon ausgegangen, dass
sich die Zahl der Erwerbstätigen leicht erhöht. Die se Erhöhung wird aber nur geringe
positive arbeitsmarktliche Effekte auf der Arbeitsk räfteangebotsseite nach sich ziehen
und vorwiegend im Bereich des SGB III spürbar werde n, da dort doch ein größeres Po-
tential an qualifizierten Arbeitskräften gemeldet i st. Für den Bereich SGB II ist von einer
weiteren Zunahme der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten auszugehen.
1.3. Arbeitsmarkt konkret
Zum Stichtag 31.12.2012 waren in Münster 148.057 Me nschen sozialversicherungs-
pflichtig beschäftigt, davon 75.168 Männer und 72.889 Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr
bedeutet dies eine Steigerung von 0,9 % (1.354 Besc häftigte). Bei den geringfügig Be-
schäftigten hat es demgegenüber mit 39.505 Beschäft igten zum Stichtag 31.12.2012
kaum eine Veränderung zum Vorjahresstichtag (39.469) gegeben.
Eckdaten der Prognose für Münster
2009 2010 2011 2012 2013 2014
Reales Bruttoinlandsprodukt ( Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
Deutschland -5,1 4 3,3 0,7 0,4 1,8
Nordrhein-Westfalen -5,8 3,3 2,6 0,4 0,3 1,5
Erwerbstätige
Deutschland 40.372.000 40.587.000 41.152.000 41.608.000 41.843.000 42.102.000 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent - 0,5 1,4 1,1 0,6 0,6 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Deutschland 27.129.165 27.461.236 28.126.932 28.637.782 28.799.527 28.977.790 Nordrhein-Westfalen 5.766.861 5.820.035 5.963.603 6.050.508 6.084.681 6.122.344 Münster 136.767 140.254 143.743 146.112 146.937 147.847 Arbeitslosenquote
Deutschland 8,1 7,7 7,1 6,8 6,9 6,8
Nordrhein-Westfalen 8,9 8,7 8,1 8,1 8,2 8,1
Münster 7,1 6,6 6,5 6,6 6,7 6,6
Eckwerte SGB II
Bedarfsgemeinschaften
Deutschland 3.559.819 3.583.614 3.422.686 3.325.171 3.344.776 Nordrhein-Westfalen 817.175 842.471 822.860 814.444 828.020 Münster * 10.281 10.569 10.481 10.744 10.869 10.999 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent - 2,8 0,8 - 2,5 1,2 1,2 erwerbsfähige Leistungsberechtigte
Deutschland 4.909.122 4.891.372 4.615.520 4.443.094 4.459.058 NordrheinWestfalen 1.156.639 1.183.180 1.145.345 1.126.267 1.142.152 Münster 13.914 14.146 13.903 14.013 14.209** 14.489* Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent - 1,7 1,7 - 0,8 1,4 2,0 * eigene Prognose
** Prognose der Bundesagentur für Arbeit
Prognose
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 11 -
1.3.1. Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen
Die Wirtschaftsstruktur in Münster ist seit jeher d ienstleistungsorientiert. Mehr als 86 %
aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten
1 sind im tertiären Bereich 2 tätig (Abbil-
dung 2).
SV-pflichtige Beschäftigte am
Stichtag Ende…
Wirtschaftsabschnitte / Wirtschaftsabteilungen /
Wirtschaftsgruppen Dez. 12 Dez. 11
Verände-
rung
zum Vor-
jahr
SV-pflichtige Beschäftigte insgesamt 148.057 146.70 3 1.354
Gesundheits- und Sozialwesen 24.986 25.117 -131
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 19.575 20.356 -781
Öff. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, Körper-
schaften 12.927 12.701 226
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 12.534 12.961 -427
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 11.161 11.151 10
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und tech-
nischen Dienstleistungen 9.687 9.067 620
Information und Kommunikation 9.417 8.889 528
Gastgewerbe 4.549 4.387 162
Abbildung 2: SV-pflichtige Beschäftigte nach Wirtscha ftsabschnitten/Wirtschaftsabteilungen / Wirtschafts -
gruppen
Dabei dominiert vor allem das Gesundheits- und Sozi alwesen den regionalen Arbeits-
markt. Mit einem Anteil von 16,9 % an allen sozialv ersicherungspflichtigen Beschäftigten
ist annähernd jeder Sechste in diesem Bereich tätig . Damit hat das Gesundheits- und
Sozialwesen erneut an Wachstum zugelegt - im Vorjahr war mit einem Anteil von 12,3 %
jeder achte Beschäftigte in diesem Bereich tätig.
Die positive Entwicklung wird auch durch die Beobac htungen des Arbeitgeber- und Ver-
mittlungsservice (AGVS) des Jobcenters bestätigt, w onach permanent Bedarf an – vor
allem – qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswe sen, wie auch der Altenpflege, be-
steht. Da geeignetes Personal am Arbeitsmarkt fast nicht verfügbar ist, reagieren die
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mittlerweile auch mit einem Angebot an flexiblen Ar-
beitszeiten, um z. B. qualifizierten Berufsrückkehr enden eine Beschäftigung anbieten zu
können.
Leicht rückläufig zeigt sich die Entwicklung im Ber eich Handel. Mit einem Minus von 781
Stellen waren 2012 nur noch 11,7 % (Vorjahr: 13,9 % ) aller Beschäftigten im Handel
tätig.
1 Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 31. Dezember 2012), „Sozialversicherungspflichtige
Beschäftigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.
2 Der tertiäre oder auch Dienstleistungssektor umfasst die Gesamtheit der Dienstleistungen, die in Unternehmen, durch
den Staat oder öffentliche Einrichtungen erbracht werden, wie etwa Handel, Gesundheitswesen, Verkehr und Lagerei,
Hotel und Gastronomie, Information und Kommunikation sowie sonstige Dienstleistungen
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 12 -
Im AGVS des Jobcenter Münster war im Jahresverlauf 2012/2013 deutlich spürbar, dass
der Handel sich sehr zurückhaltend zeigt. Für Verka ufskräfte mit abgeschlossenen Aus-
bildungen im Nahrungsmittelbereich bestehen weiterh in sehr gute Einstellungschancen,
während Ungelernte überwiegend in versicherungsfrei e oder saisonale Beschäftigungs-
verhältnisse einmünden.
Neben den erstgenannten Wirtschaftsbereichen finden sich die meisten Beschäftigten in
den Bereichen „Erbringung von sonstigen wirtschaftl ichen Dienstleistungen“ (8,5 %),
„Öffentliche Verwaltung, Sozialversicherung, Körperschaften“ (8,7 %) sowie „Erbringung
von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ (7,5 %) wieder.
Der Bereich der „sonstigen wirtschaftlichen Dienstl eistungen“ zeigt sich mit einem Ab-
gang von 427 Beschäftigten leicht rückläufig. Über die Hälfte (258 Stellen) des Rück-
gangs entfällt auf die Untergruppe der „Überlassung von Arbeitskräften“. Mit 4.454 Be-
schäftigten sind 3 % aller sozialversicherungspflic htig Beschäftigten hier tätig, das be-
deutet im Vergleich zu 2011 einen Beschäftigungsrückgang von 5,5 %.
Am münsterschen Arbeitsmarkt war im Zeitraum 2012/2 013 eine deutliche und flächen-
deckende Marktbereinigung zu beobachten; einige Per sonaldienstleister verkleinerten
Filialen oder legten diese überörtlich zusammen. Kl einere Unternehmen haben verein-
zelt die Dienstleistung vollständig eingestellt und ihren Betrieb aufgegeben.
Integrationen auf dem Gebiet der „Überlassung von A rbeitskräfte“ erfolgen historisch
eher in Helferberufe – dementsprechend bezogen sich auch im AGVS die meisten Stel-
lenangebote auf Tätigkeiten in der Produktion, im L ager sowie in Call-Centern. Zuneh-
mend ist jedoch die Entwicklung zu beobachten, dass auch Stellen für höher Qualifizierte
über die Personaldienstleister angeboten werden.
Entsprechend der hohen Dienstleistungsorientierung sind mit 13.495 Beschäftigten (Vor-
jahr: 12.851 Beschäftigte) nur 9,1 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im
„verarbeitenden Gewerbe
3“ tätig, bei den geringfügig Beschäftigten sind es gar nur
3,5 %. 3,3 % aller sozialversicherungspflichtig und 1,7 % aller geringfügig Beschäftigten
sind im Baugewerbe tätig. Während die Geschlechterv erteilung bei den versicherungs-
pflichtigen Beschäftigten annähernd gleich ist, sin d 60,7 % der sozialversicherungsfrei
Beschäftigten 4 Frauen (23.989 Beschäftigte). Im Gastgewerbe, dem Wirtschaftsbereich,
der klassisch mit Aushilfskräften, Studierenden ode r geringfügig Beschäftigten arbeitet,
ist mit 144 zusätzlichen Stellen erneut eine Steige rung zum Vorjahr erkennbar (Abbil-
dung 3). Anders stellt sich die Entwicklung im Bere ich „Handel; Instandhaltung und Re-
paratur von Kfz“ dar. Alleine im Einzelhandel wurde n 2012 337 geringfügige Beschäfti-
gungsverhältnisse abgebaut – dieses spiegelt den St ellenrückgang wider, der auch bei
den versicherungspflichtigen Beschäftigungen erkennbar ist.
3 Herstellung chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse, Nahrungs- und Genussmittel, Maschinenbau .
4 Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 31. Dezember 2012), „Geringfügig entlohnte Beschäf-
tigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 13 -
geringfügig Beschäftigte am
Stichtag Ende… Wirtschaftsabschnitte / Wirtschaftsabteilungen /
Wirtschaftsgruppen Dez. 12 Dez. 11 Veränderung
zum Vorjahr
Geringfügig Beschäftigte insgesamt 39.505 39.469 36
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrz eu-
gen 7.198 7.630 -432
Gastgewerbe 5.301 5.157 144
Gesundheits- und Sozialwesen 4.762 4.777 -15
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstlei stun-
gen 4.275 4.349 -74
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und
technischen Dienstleistungen 2.282 2.310 -28
Information und Kommunikation 2.046 1.520 526
Öff. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, Kör-
perschaften 957 933 24
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleist un-
gen 377 363 14
Abbildung 3: Geringfügig Beschäftigte nach Wirtscha ftsabschnitten/Wirtschaftsabteilungen/ Wirtschafts-
gruppen
1.3.2. Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschaftsklassen
Um eine Aussage darüber treffen zu können, in welch e Berufe die erwerbsfähigen Leis-
tungsberechtigten (eLb) im Jobcenter Münster im Jah r 2013 (Berichtsmonat Januar-Juli)
eingemündet
5 sind, wurde durch das Controlling des Jobcenter Mü nster 6 eine entspre-
chende Auswertung generiert.
Im beobachteten Zeitraum nahmen insgesamt 1.597 eLb
7 in eine sozialversicherungs-
pflichtige Beschäftigung, selbständige Tätigkeit od er Berufsausbildung auf, darunter 642
weibliche und 955 männliche eLb.
1.470 eLb wurden in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt, darunter 587
weibliche und 883 männliche eLb. Die folgenden Ausw ertungen erläutern, in welchen
Berufszweigen diese Personen Arbeit aufgenommen hab en und wie sich die Integratio-
nen im Vergleich zum Vorjahr darstellen.
Den höchsten Anteil an allen Integrationen in sozia lversicherungspflichtige Beschäfti-
gungsverhältnisse bilden erneut die Integrationen i n klassische Tätigkeiten für Gering-
qualifizierte.
5 Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.
6 Quelle: Controlling des Jobcenter Münster, Auswertung vom 11.7.2013 „Auswertung der Integrationen nach DKZ im
Berichtsjahr 2013“.
7 Alter der eLb von 15-64 Jahre.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 14 -
Sozialversicherungspflichtige Integrationen
„Top 10“ – berufsübergreifend
0 20 40 60 80 100 120 140
Helfer/in - Reinigung
Helfer/in - Lagerwirtschaft, Transport
Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug
Helfer/in - Verkauf
Helfer/in - Küche
Call-Center-Agent/in
Verkäufer/in
Helfer/in - Büro, Verwaltung
Auslieferungsfahrer/in (nicht Verkaufsfahrer/in)
Helfer/in - Gastgewerbe
m
w
Abbildung 4: Stand 11.07.2013
Die „Top 10“ der Integrationen stellt sich mit zwei Ausnahmen unverändert zum Vor -
jahr dar: Berufskraftfahrer/in und Servicekraft mus sten der Helfer/in – Büro, Verwaltung
sowie Helfer/in Gastgewerbe weichen. Mit 627 Integr ationen erfolgten bereits über 40 %
aller Integrationen im Berichtszeitraum in diese Berufsgruppen.
Bei der isolierten Betrachtung der männlichen eLb
ist die Verteilung der Integrationen
fast identisch mit den Top 10 der geschlechterübergreifenden Integrationen. Die meisten
männlichen eLb nahmen im Berichtszeitraum Beschäfti gung als Helfer Lagerwirtschaft,
Transport (104 Integrationen), mit Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug (61 Integrationen)
und Helfer Reinigung (53 Integrationen) auf. Danebe n mündeten je 21 Männer in Be-
schäftigung als Helfer im Hochbau und Taxifahrer ei n, 20 als Helfer Verkauf und 16 als
Berufskraftfahrer.
Bei den weiblichen eLb
stellt sich die Verteilung anders dar: Die meisten Integrationen
erfolgten im Berichtszeitraum als Helferin Reinigun g (94 Integrationen), Helferin Verkauf
(38 Integrationen) und Helferin Küche (26 Integrati onen). Daneben nahmen noch 24
Frauen eine Tätigkeit als Verkäuferin, 20 als Helfe rin Büro und Verwaltung, jeweils 18
als Call-Center-Agentin und Helferin Lagerwirtschaf t und Transport auf. Je weitere 15
Frauen mündeten als Sozialarbeiterin/Sozialpädagogi n und Friseurin ein, 13 von ihnen
als Helferin in der Hauswirtschaft.
Der eingangs erwähnte positive Trend im „Gesundheit s- und Sozialwesen“ lässt sich in
den „Top 10“ der erzielten Integrationen zwar nicht erkennen, die isolierte Betrachtung
der Integrationen in diesem Bereich zeigt aber:
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 15 -
Sozialversicherungspflichtige Integrationen
„Top 10“ Gesundheit und Soziales
0 5 10 15 20 25
Sozialarbeiter/in / Sozialpädagoge/-pädagogin
Altenpflegehelfer/in
Helfer/in - Altenpflege
Erzieher/in
Zahntechniker/in
Sozialhelfer/in/-assistentin
Ergotherapeut/in
Altenpfleger/in
Zahnarzt/-ärztin
Medizinische/r Fachangestellte/r
m
w
Abbildung 5: Stand 11.07.2013
78 Integrationen wurden im Berichtszeitraum in Beru fsfelder erzielt, die dieser Wirt-
schaftsklasse zuzuordnen sind. Damit sind über 5 % aller Integrationen in Berufe des
Gesundheits- und Sozialwesens erfolgt.
Auffallend und atypisch zu den Verläufen der übrige n Wirtschaftsbereiche ist die hohe
Anzahl von Integrationen in Berufe, die eine (höher e) Qualifikation voraussetzen – so
z.B. Sozialarbeiter/in / Sozialpädagoge/-pädagogin, Altenpflegehelfer/in oder Erzieher/in.
Fast die Hälfte der gesamten Integrationen im Berei ch Gesundheits- und Sozialwesen
erfolgte in Berufsfelder der Altenpflege.
Der bereits im Vorjahr festgestellte gute Arbeitsmarkt im Gesundheits- und Pflegebereich
wird durch die im Berichtszeitraum erzielten Integr ationen erneut bestätigt und zeigt so-
mit auch Integrationschancen durch zielgerichtete Q ualifizierung geeigneter Arbeitsu-
chender auf.
Einen verhältnismäßig geringen Anteil an allen sozi alversicherungspflichtigen Integratio-
nen nehmen die Wirtschaftsbereiche „Handel“ sowie „Handwerk und Industrie – ohne
Helfer“ ein.
Die in die Berufsfelder des Handels erzielten Integ rationen spiegeln die Zurückhaltung
der Arbeitgeber wieder, die der AGVS im Jahresverla uf beobachtet hat. Es zeigt sich,
dass die meisten Integrationen im Helferbereich erf olgt sind – alleine 58 Integrationen
als Helfer/in – Verkauf. Dieses zeigt einerseits, d ass relativ gute Chancen für gering
Qualifizierte bestehen, darf aber auch nicht darübe r hinwegtäuschen, dass diese Ar-
beitskräfte häufig nur saisonal beschäftigt werden.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 16 -
„Sozialversicherungspflichtige Integrationen
„Top 10“ Handel
0 10 20 30 40 50 60
Helfer/in - Verkauf
Verkäufer/in
Kassierer/in - Handel
Verkäufer/in - Nahrungsmittelhandw erk
Einzelhandelskaufmann/-frau
Kiosk-/Imbissverkäufer/in
Fachverkäufer/in - Lebensmittelhandw erk (Bäckerei)
Fachverkäufer/in - Lebensmittelhandw erk (Fleischerei)
Kaufmann/-frau - Einzelhandel
Fachverkäufer/in - Nahrungsmittelhandw erk
m
w
Abbildung 6: Stand 11.07.2013
Anders stellt sich die Situation im Bereich „ Handwerk und Industrie “ dar. Es gibt vor
allem im Handwerk eine starke Nachfrage nach Qualif izierten, die in Zeiten des Fach-
kräftemangels jedoch nicht bedient werden kann. Gut e und qualifizierte Kräfte sind am
Arbeitsmarkt nicht frei verfügbar. Die Arbeitgeber sind jedoch – auch nach Einschätzung
des AGVS – noch nicht ausreichend bereit, geringer Qualifizierte einzustellen und ggf.
selbst zu qualifizieren. Dementsprechend wurden nur vereinzelt Kräfte in handwerkliche
Berufe vermittelt. Die wenigen Integrationen erfolg ten vornehmlich in Berufe, die eine
hohe Qualifikation nicht voraussetzen bzw. für die es keine höheren Qualifikationen gibt
– zum Beispiel in der Gebäudereinigung, der Fahrzeugpflege oder in Helfertätigkeiten.
Insgesamt ist – mit Ausnahme des Gesundheits- und S ozialwesens – in allen Wirt-
schaftsabschnitten ein hoher Anteil an Integratione n in Helfertätigkeiten signifikant.
Wenn man sich die Top 10 der Integrationen in Helferberufe ansieht, fällt auf, dass mit
566 Integrationen fast 39 % aller Integrationen in diese Berufe erfolgt sind.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 17 -
Sozialversicherungspflichtige Integrationen
„Top 10“ Helferberufe
0 20 40 60 80 100 120 140 160
Helfer/in - Reinigung
Helfer/in - Lagerwirtschaft, Transport
Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug
Helfer/in - Küche
Helfer/in - Verkauf
Helfer/in - Büro, Verwaltung
Helfer/in - Gastgewerbe
Helfer/in - Hochbau
Helfer/in - Metallbearbeitung
Helfer/in - Metallbau
m
w
Abbildung 7: Stand 11.07.2013
Aufgrund der ausgeprägten Dienstleistungsorientierung und der im Rahmen von Ziffer 1
ausgeführten Beobachtungen zu Marktverschiebungen i m Bereich der Personaldienst-
leistungsunternehmen, wurden sämtliche im Berichtsz eitraum getätigten Integrationen
abschließend dahingehend ausgewertet, wie viele Int egrationen über die „Befriste-
te/Sonstige Überlassung von Arbeitskräften “ erfolgt sind.
Im Berichtszeitraum mündeten 188 eLb, davon 155 Män ner und 33 Frauen, über die
Zeitarbeit in Beschäftigung ein. Das entspricht ein em Anteil an allen Integrationen in so-
zialversicherungspflichtige Beschäftigung von gut 1 2%. Damit ist etwa jede achte Integ-
ration unter Einschaltung von Personaldienstleistun gsunternehmen zustande gekom-
men. Betrachtet man die Integrationen isoliert, fäl lt auf, dass noch immer ein hoher Teil
in klassische Helferberufe erfolgt. So z. B. 52 Int egrationen als „Helfer/in Lagerwirtschaft
und Transport“ oder 40 Integrationen mit „Tätigkeit sangabe ohne Berufsbezug“. Aller-
dings finden sich unter den Integrationen auch Fachkräfte, wie Tischler, Metallbauer und
Bürokaufleute sowie Call-Center-Agenten, Gabelstapler- und Berufskraftfahrer.
1.3.3. Zusammenfassung und Ergebnisse
Bei Betrachtung der vorangegangenen Feststellungen lässt sich zunächst festhalten,
dass die hohe Dienstleistungsorientierung, die am m ünsterschen Arbeitsmarkt vor-
herrscht, sich auch auf die Orientierung der Bewerb er/innen bei der Berufswahl über-
trägt. Es zeigt sich bei den Integrationen ein Überhang zugunsten des tertiären Sektors.
Dennoch lassen sich gravierende Diskrepanzen zwischen den „Beschäftigten nach Wirt-
schaftsbereichen“ und den erfolgten „Integrationen nach Berufskennziffern und Wirt-
schaftsklassen“ feststellen:
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 18 -
Während die meisten Beschäftigten 8 in Münster im Gesundheits- und Sozialwesen tätig
sind, sind im Beobachtungszeitraum Januar-Juli 2013 die meisten Bewerber/innen im
Jobcenter Münster in Helfertätigkeiten integriert w orden, vor allem in Reinigungs- und
Lagertätigkeiten. Ursächlich hierfür ist die Bewerb erstruktur der eLb im Jobcenter Müns-
ter, die einen weitaus höheren Anteil an Geringqualifizierten aufweist als an qualifizierten
Kräften. Vom demografischen Wandel und der dadurch bedingten Zunahme von Be-
schäftigungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen profitieren nicht diejenigen
Bewerber/innen, die über keine nennenswerte Qualifikation verfügen. Die erzielten Integ-
rationen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen ze igen: In fast allen Berufsfeldern
werden qualifizierte Berufsabschlüsse vorausgesetzt!
Bezogen auf die Anzahl der Beschäftigten
9 rangiert der Wirtschaftsbereich „Handel; In-
standhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ in Münster trotz eines leichten Stellen-
rückgangs an zweiter Stelle. Die im Berichtszeitrau m erzielten Integrationen zeigen je-
doch, dass sich die günstige Beschäftigungsprognose im Handel für die Bewerber/innen
im Jobcenter Münster kaum niederschlägt. Im Helferbereich konnten im Zeitraum Januar
- Juli 2013 „nur“ 58 Helfer/innen im Verkauf integriert (Abbildung 6) werden.
Ursächlich hierfür ist zum einen die spürbare Zurüc khaltung der Handelsunternehmen
bei der Ausschreibung und Meldung sozialversicherun gspflichtiger Stellen. Andererseits
steht die eingeschränkte Verfügbarkeit der eLb aufg rund familiärer Umstände einer In-
tegration häufig entgegen – zudem treten die Gering qualifizierten gerade im Hinblick auf
den Wirtschaftsbereich „Handel“ in direkte Konkurre nz zu den in Münster ansässigen
Studierenden, die hinsichtlich der Einsatzzeiten oft zeitlich flexibler einsetzbar sind.
1.3.4. Handlungsempfehlungen
Grundsätzlich lässt sich für alle Wirtschaftsbereic he gleichermaßen feststellen, dass die
Chancen auf (nachhaltige) Beschäftigung mit zunehme ndem Qualifikationsniveau stei-
gen.
Je nach Berufszweig ist es dabei unter Umständen be reits ausreichend, eine Grundqua-
lifizierung vorweisen zu können (z. B. qualifiziert e Helfer im Handwerk, wie Elektro- oder
Metallbauhelfer sowie Lagerhelfer, Kommissionierer) , die im Idealfall zertifiziert ist. In
anderen Berufszweigen, wie dem kaufmännischen Bereich, reichen Grundqualifikationen
hingegen nicht mehr aus. Hier zeigt sich, dass zune hmend Spezialkenntnisse (z. B.
SAP, Personal- und Arbeitsrecht) gefordert werden.
Ein hohes Beschäftigungspotential bietet der Wirtsc haftsbereich des Gesundheits- und
Sozialwesens. Es zeigt sich jedoch, dass die eLb vo m demografischen Wandel und der
damit einher gehenden Nachfrage nach Gesundheitsber ufen nicht profitieren, weil viele
nicht über die erforderlichen, qualifizierten Absch lüsse verfügen. Hier lohnt es sich, po-
tentielle Bewerber/innen zielgerichtet zu identifizieren und zu qualifizieren.
8 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.
9 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 19 -
Bei der Maßnahmeplanung 2013/2014 erscheint es dahe r sinnvoll, erneut auf Qualifizie-
rungen wie „Altenpflegehelfer/in“ oder „Altenpfleger/in“ zu setzen – zugleich sollte Erzie-
henden und Berufsrückkehrenden durch eine Optimieru ng der Rahmenbedingungen
(Betreuungszeiten, Mobilität, usw.) die Chance auf (Re-)Integration in diese Berufsfelder
ermöglicht werden.
Weitere gute Beschäftigungsmöglichkeiten bietet – z eitliche Flexibilität vorausgesetzt –
der Wirtschaftsbereich Handel, der in Münster trotz eines leichten Beschäftigungsrück-
gangs eine zentrale Rolle spielt. Vor dem Hintergrund der bestehenden Konkurrenzsitua-
tion zu den Studierenden sollte geeigneten Bewerber /innen durch zielgerichtete Qualifi-
zierung (z. B. Fachverkäufer) eine bessere Wettbewerbsposition ermöglicht werden.
Hinsichtlich der vielen Beschäftigungssuchenden im Bereich Gastronomie ist es erfor-
derlich, dass im Coachingprozess ein beruflicher Perspektivwechsel mit dem Betroffenen
diskutiert und umgesetzt wird. Die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gastronomie sind
– auch für gut Qualifizierte – nicht ausschließlich erstrebenswert, da einerseits das Ar-
beitsangebot infolge der Studierenden sehr hoch ist und andererseits die Verdienstaus-
sichten gering sind. Vielfach werden Arbeitsplätze in diesem Bereich ausschließlich auf
geringfügiger Basis angeboten.
Daneben gilt: viele Arbeitsuchende leiden unter den Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit,
wie etwa dem Verlust der Tagesstruktur, körperliche n und/oder seelischen Einschrän-
kungen oder unter schlechten Rahmenbedingungen (Woh nungslosigkeit, Schulden,
usw.).
Das Jobcenter Münster reagiert hierauf in seiner Ma ßnahmeplanung unter anderem mit
Maßnahmen, die – zielgerichteter als bisher – auf R essourcenbereiche wie „Arbeitsver-
halten“, „Sozialverhalten“ sowie die Stärkung von Rahmenbedingungen ausgelegt sind.
Bei einem Großteil der (qualifizierenden) Maßnahmen wird zudem viel Wert auf Flexibili-
tät gelegt, sei es durch eine modulare Ausgestaltun g, durch die Ermöglichung eines lau-
fenden Einstiegs oder durch Praktikumsanteile.
Schließlich hat sich in den vergangenen Jahren geze igt, dass es einer Vielzahl von Ar-
beitsuchenden schlicht an Orientierung oder an der Einschätzung der eigenen Fähigkei-
ten und Möglichkeiten fehlt, sodass der Maßnahmekat alog auch Angebote enthält, die
sich einerseits mit der Verarbeitung zurückliegende r Misserfolge, andererseits mit der
Erarbeitung neuer Perspektiven beschäftigen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 20 -
1.3.5. Strukturdaten des Arbeitskräfteangebotes SGB III und SGB II in Münster
Bestand an Arbeitsuchenden
Insgesamt 15.034
Bestand an Arbeitslosen
Insgesamt 9.378
55,1% Männer 5.165
44,9% Frauen 4.213
9,4% 15 bis unter 25 Jahre 881
1,5% dar. 15 bis unter 20 Jahre 140
28,3% 50 Jahre und älter 2.651
15,8% dar. 55 Jahre und älter 1.482
37,1% Langzeitarbeitslose 3.475
5,1% Schwerbehinderte 481
18,1% Ausländer 1.694
Abbildung 8 Quelle:Statistik der BA, Sep. 2013
SGB III SGB II
Abbildung 9 Quelle:Statistik der BA, Sep. 2013 Abbildung 10 Quelle:Statistik der BA, Sep. 2013
In beiden Rechtskreisen herrscht bis auf die Gruppe der Langzeitarbeitslosen und die
Gruppe der Ausländer annähernd die gleiche Struktur vor. Hier wird deutlich, dass die
o.g. strukturellen Probleme im Bereich des SGB II ihren Ausdruck finden, es sind 49,9 %
der Arbeitslosen langzeitarbeitslos. Insgesamt stel lt sich die Struktur in der Grundsiche-
rung für Arbeit in Münster wie folgt dar:
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 21 -
Merkmale Insgesamt
Bedarfsgemeinschaften 10.901
davon
mit 1 Person 6.140
mit 2 Personen 2.047
mit 3 Personen 1.369
mit 4 Personen 746
mit 5 und mehr Personen 599
Abbildung 11 Quelle Statistik der BA, Sep. 2013
Insgesamt Männer Frauen
Personen in Bedarfsgemeinschaften 20.624 10.234 10.390
darunter
unter 25 Jahre 8.785 . .
15 Jahre und älter 14.635 7.192 7.443
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte 14.317 7.039 7.278
davon
unter 25 Jahre 2.730 1.278 1.452
25 bis unter 50 Jahre 8.184 3.860 4.324
50 bis unter 55 Jahre 1.416 787 629
55 Jahre und älter 1.987 1.114 873
darunter
Deutsche 10.933 5.453 5.480
Ausländer 3.144 1.474 1.670
darunter
Alleinerziehende 2.337 160 2.177
Langzeitleistungsbezieher 9.151 4.284 4.867
Davon nach Altersgruppen
17 bis unter 25 Jahre 1.191
25 bis unter 50 Jahre 5.209
50 Jahre und älter 2.751
darunter Alleinerziehende 1.722
darunter Ausländer 1.898
darunter ohne abgeschl. Berufsausbil-
dung 3.897
darunter Schwerbehinderte 439
Selbständig erwerbstätige Alg II Bezieher 272
Bruttoeinkommen bis 450 Euro 1.568
450 bis 800 Euro 630
über 800 Euro 641
bisherige Verweildauer 2 bis 4 Jahre 2.410
bisherige Verweildauer 4 Jahre und länger 5.808
Abbildung 12 Quelle Statistik der BA, Sep 2013
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 22 -
1.3.6 Entwicklung der wesentlichen Daten im Zeitverlauf
Entwicklung BG, eLb, Alo und LZB
2006 -2013 (Jahresdurchschnittswerte)
13.906
14.720
14.050 13.914 14.146 13.904 14013
14341
10.612 10.591
10.198 10.281
10.569 10.481
10744 10893
9087 8989 9113
7.756
6.989
6.205 6.238
5.904
6.232
6.515 6.397
8.000
9.000
10.000
11.000
12.000
13.000
14.000
15.000
16.000
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
4.000
4.500
5.000
5.500
6.000
6.500
7.000
7.500
8.000
eLb
BG
LZB
Alo
Abbildung 13: BG= Bedarfsgemeinschaften, eLb = erwerbsfähige Leistungsberechtigte, LZB = Langzeitleistungsbezieher,
Alo = Arbeitslose
Im dargestellten Zeitverlauf wird nochmals deutlich , dass trotz unterschiedlicher wirt-
schaftlicher Dynamiken große Veränderungen nicht ei ngetreten sind. Dies gilt auch für
die in Abbildung 12 dargestellten Strukturdaten.
Die durchgeführten Hilfeplanungen im Jobcenter erge ben folgende Aufteilung der er-
werbsfähigen Leistungsberechtigten nach Förderziele n im Rahmen der fa:z Logik (vgl.
Ziff. 1.8.).
Abbildung 14
Es zeigt sich, dass für knapp 2/3 der Kundinnen und Kunden des Jobcenters Münsters
zunächst andere Ziele als eine Arbeitsaufnahme in d en 1. Arbeitsmarkt verfolgt werden
müssen.
Kundenaufteilung nach Förderzielen
Direktvermittlung
34%
Prozessfähigkeit
18%
Stabilisierung
25%
Wettbewerbsfähigkeit
23%
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 23 -
1.4. Finanzen
Es wird erwartet, dass dem Jobcenter Münster für das Jahr 2014 ca. 10,3 Millionen Euro
für Eingliederungsleistungen im SGB II (ohne Umschi chtung in den Verwaltungshaus-
halt) zur Verfügung gestellt werden (zzgl. Mittel aus dem Beschäftigungspakt 50 plus).
Im Vergleich zu den beiden Vorjahren (2012 rund 10,0 Millionen Euro und 2013 rund 9,1
Millionen Euro) hat sich das zur Verfügung stehende Mittelvolumen des Eingliederungsti-
tels erstmals wieder erhöht. Der Umschichtungsbetra g in den Verwaltungshaushalt wird
ca. 1 Million Euro betragen
10 . Somit stehen für Eingliederungsmaßnahmen rund 9,3 Mio.
Euro zur Verfügung (ohne Einnahmen aus dem Forderungseinzug).
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 wir d im Rahmen der eingeplanten
Haushaltsmittel umgesetzt. Im Fall einer Überschreitung dieses Rahmens will der Rat bis
zu 100.000 Euro überplanmäßig bereitstellen (Beschl uss vom 11.12.2013,
V/0622/2013).
1.5. Geschäftspolitische Schwerpunkte
Handlungsrelevante Zielgruppen der Arbeit in 2014 s ollen erneut die Jugendlichen, die
Alleinerziehenden, die Menschen mit Behinderung und die Älteren sein.
Ein ganz besonderes Augenmerk soll innerhalb der Zi elgruppen auf den Langzeitbezug
und fehlende abschlussbezogene berufliche Qualifizi erung bzw. Weiterbildung gelegt
werden.
Rund 64 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind Langzeitleistungsbeziehen-
de. Etwa 63,5 % davon sind 4 Jahre und länger im Le istungsbezug. Hierfür gibt es eine
Reihe von soziodemographischen Determinanten, wie A lter, Gesundheit, geringes Ein-
kommen etc., die eine Rolle für den längeren Verbleib in der Grundsicherung spielen.
Der hohe Anteil Langzeitleistungsbeziehender (vgl. Abbildung 12) an allen eLb macht
deutlich, dass die zur Verfügung stehenden Ressourc en auch auf diesen Personenkreis
zu fokussieren sind und hier aktives Handeln unumgä nglich ist. So sind nicht nur die
finanziellen Mittel des EGT im Schwerpunkt für Lang zeitleistungsbezieherinnen und -
bezieher einzusetzen, sondern auch die Beratungslei stungen der Jobcoaches sowie die
Leistungen nach § 16a SGB II (kommunale Eingliederu ngsleistungen). Je länger ein
Mensch ohne Arbeit ist, umso geringer sind die Chancen, dass er wieder in ein Beschäf-
tigungsverhältnis gelangt: „Wer weniger als zwölf M onate arbeitslos ist, findet in
Deutschland mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit e inen neuen Job. Bei einem Lang-
zeitarbeitslosen verringert sich die Wahrscheinlichkeit auf 40 Prozent – das ist leicht un-
ter OECD-Mittel. Dabei ist die Effizienz der Arbeitsvermittlung in Deutschland in den ver-
gangenen Jahren gestiegen, nicht zuletzt durch Mehr -Investitionen von 50 Prozent pro
Arbeitssuchendem (zwischen 2007 und 2010).“ (Organisation für wirtschaftliche Zusam-
menarbeit und Entwicklung vom 10.07.2012; zitiert i m IAB-Newsletter Nr. 12/2012 vom
01.08.2012).
10 2013 betrug der Planwert der Mittelumschichtung in den Verwaltungshaushalt 1.300.000,- €.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 24 -
Die Chancen, Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit zu reduzieren bzw. zu beenden, sind
für Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbil dung deutlich größer als für Unge-
lernte. Das Jobcenter Münster hat mit seinen strate gischen Leitsätzen bereits für die
Gruppe der unter 25 Jährigen festgelegt, dass eine Ausbildung vorrangig anzustreben
ist. Bereits in 2013 wurde dieser Ansatz für Jugendliche unter 25 erfolgreich umgesetzt.
Allein in der Gruppe der Langzeitleistungsbeziehend en sind 3.897 Personen ohne Be-
rufsabschluss. Die Möglichkeit einer Ausbildung bzw. einer abschlussbezogenen Qualifi-
zierung soll verstärkt für über 25 Jährige ermöglic ht werden. Da aller Voraussicht nach
nicht im erforderlichen Umfang genügend betrieblich e Ausbildungsplätze akquiriert wer-
den können, soll das Instrument der überbetrieblich en Ausbildung verstärkt genutzt wer-
den. Um insbesondere Personen im Langzeitbezug eine n erfolgreichen Abschluss der
Qualifizierung zu ermöglichen, ist hierbei noch ein e begleitende Betreuung sicherzustel-
len.
1.6. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte
Im Folgenden sind die Kundenstrukturdaten sowie die zielgruppenorientierte Ausrichtung
des Jobcenters Münster beschrieben.
1.6.1. Definierte Zielgruppen des Jobcenters
Die rund 14.000 erwerbsfähigen Leistungsberechtigte n des Jobcenters Münster werden
unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Lebe nssituationen individuell und profes-
sionell unterstützt. Die Kundinnen und Kunden werde n entsprechend ihrer zielgruppen-
spezifischen Bedürfnisse von speziellen Fachleuten betreut und beraten. Innerhalb der
Zielgruppen ist unter Berücksichtigung der geschäft spolitischen Ziele, Schwerpunkt die
Aktivierung und Förderung von Langzeitleistungsbeziehenden.
Das Jobcenter Münster unterscheidet zwischen folgenden Personengruppen:
• Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahre
• 25 bis 49-Jährige
• über 50-Jährige / „50plus“
• Alleinerziehende
• Menschen mit Migrationsvorgeschichte
• Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden
• Gründungswillige und Selbständige
Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind jewei ls einer Zielgruppe zugeordnet und
werden von spezialisierten Jobcoaches betreut. Die Organisationsstruktur des Jobcen-
ters Münster ist entsprechend ausgerichtet (vgl. Zi ff. 1.6.2). Eine Ausnahme bilden die
Kundinnen und Kunden mit Migrationsvorgeschichte bz w. die der Ausländer. Diese Per-
sonengruppe taucht in allen anderen Zielgruppen auf. Nur im Team „MAMBA“ (Münsters
Aktionsprogramm für Migrantinnen und Migranten und Bleibeberechtigte zur Arbeits-
marktintegration in Münster und im Münsterland) werden ausschließlich Bleibeberechtig-
te und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt betreut.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 25 -
1.6.1.1. Anteile der Zielgruppen
18%
40%
13%
5% 1%
23%
U25 25-49 50plus Alleinerziehende RehaSB Selbstständige
Abbildung 15
40 % der Kundinnen und Kunden sind über 25 – 49 Jah re alt und werden in den Sach-
gebieten „Ü25-49 betreut (ohne Alleinerziehende, Sc hwerbehinderte /Gleichgestellte,
Rehabilitanden und Selbständige). Die zweitgrößte Z ielgruppe sind die Kundinnen und
Kunden über 50 Jahre. Dieser Personengruppe wird im Kontext der demographischen
Entwicklung eine steigende Bedeutung zukommen.
Ein Hauptaugenmerk wird auch auf die zielgruppenspezifischen Bedürfnisse der Jugend-
lichen (18 %) und Alleinerziehenden (13 %) gerichtet.
Infolge der demografischen Entwicklung wird erwartet, dass auch die Zahl der Menschen
mit Behinderung weiter steigen wird. Denn Schwerbeh inderte sind überwiegend ältere
Menschen und zumeist ist eine im Lebensverlauf erworbene Krankheit die Ursache einer
Schwerbehinderung. Derzeit sind 5 % der Kundinnen u nd Kunden der Zielgruppe der
Schwerbehinderten und Rehabilitanden zugeordnet.
Kleinste Zielgruppe mit einem Anteil von 1 % sind die Selbstständigen.
Die Auswertung bezogen auf „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ erfolgt gesondert
unter Ziff 2.3.5., da diese in allen o.g. Zielgruppen vorzufinden sind.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 26 -
1.6.1.2. Anteil Frauen – Männer
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
2496 5711 3235 1804 722 210
U25 25-49 50plus Alleinerziehende RehaSB Selbstständige
w
m
Abbildung 16
Insgesamt betrachtet sind die Anteile beider Geschl echter gleich hoch. So stellt es sich
auch in der Zielgruppe „U25“ dar. In den anderen Zielgruppen sind Frauen und Männer
unterschiedlich stark vertreten. Charakterisierend ist der hohe Anteil der Frauen in der
Zielgruppe „Alleinerziehende“. Rund 97 % der Alleinerziehenden sind Frauen, während
in den übrigen Zielgruppen der Anteil der Männer hö her ist. Gründe sind hierfür u.a.,
dass Männer häufiger in Single-Haushalten leben, wa s oft finanzielle Probleme mit sich
bringt. In Bedarfsgemeinschaften wird die Frau bei Bedürftigkeit in der Regel vom Part-
ner mitversorgt. Es kommt vor, dass Frauen, bzw. ei ne Bedarfsgemeinschaft zwar rech-
nerisch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II habe n, dies aber nicht wissen oder kei-
nen Antrag auf unterstützende Leistungen stellen wollen.
1.6.2. Zielgruppenorientierte Organisationsstruktur
Die Organisationsstruktur der Abteilung „Markt und Integration“ wurde an die zielgrup-
penorientierten Beratungs- und Maßnahmenangebote de s Jobcenters Münster ange-
passt.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 27 -
Abbildung 17
1.7. Gender
Die Verwirklichung von Chancengleichheit am Arbeits markt in Münster ist strategisch
und inhaltlich fester Bestandteil der Arbeit des Jobcenters Münster.
Eine Fülle von Einzelmaßnahmen, Projekten, Veransta ltungen und die grundsätzliche
konzeptionelle Einbindung der Beauftragten für Chan cengleichheit (BCA) im Jobcenter
spiegeln dies wider.
Nachfolgend soll kurz dargestellt werden an welchen Stellen die BCA im Gesamtprozess
des Jobcenters verankert ist und welche laufenden u nd neu geplanten Aktivitäten das
Ziel der Gleichstellung auf unterschiedliche Art unterstützen.
Bei der Erstellung des jährlichen Arbeitsmarktprogr amms nimmt die BCA, soweit zeitlich
möglich, an allen Planungsworkshops für die einzeln en Zielgruppen teil. Damit ist ge-
währleistet, dass die gleichstellungsrelevanten Belange der erwerbsfähigen Leistungsbe-
rechtigten im Kontext der Zielgruppenzugehörigkeit berücksichtigt werden können. So
kann z.B. die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei der Zielgruppe der (al-
lein-) Erziehenden Frauen und Männer konkret und pr axisorientiert in den Blick genom-
men werden und sich bei der Planung und Ausgestaltu ng der Maßnahmen niederschla-
gen (u.a. Angebote in Teilzeit, Maßnahmen mit Kinderbetreuung, Module mit dem inhalt-
Amtsleitung
Beauftragte für
Chancengleichheit
59.02 Fachstelle
Verwaltung
59.01 Fachstelle
Recht
59.16 Front - und
Backoffice M&I
59.11 Fachstelle
U 25
59.14 Fachstelle 3
Ü25
59.12 Fachstelle 1
Ü 25 und AGVS
59.13 Fachstelle 2
Ü25
59.15 Fachstelle
50plus
59.10 Abteilung
Markt & Integration
Maßnahmenman a-
gement
59.28 Front - und
Backoffice Leistung
59.21 Fachstelle
Neuanträge, Selb-
59.22 Fachstelle 1
Mitte
59.23 Fachstelle 2
Mitte
59.24 Fachstelle 3
Mitte
59.25 Fachstelle 1
Nord
59.26 Fachstelle 2
Nord
59.27 Fachstelle
Hiltrup
59.20 Abteilung
Leistungsgewährung
Planung, Organisation,
IKS-Koordination
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 28 -
lichen Schwerpunkt der Verbesserung der Rahmenbedin gungen, Berücksichtigung von
Ferienzeiten).
Gleichzeitig ergeben sich aus den Planungsworkshops Anknüpfungspunkte, Anregungen
und Aufträge für noch zu besetzende Themen.
Im nächsten Jahr sind dies beispielsweise:
• Ergänzung für die Fortbildung / Beratung um das Mo dul „Bedeutung von Rollenmo-
dellen für Beratung“ / Auseinandersetzung mit eigenen Rollenvorstellungen
• Kommunale und regionale Kooperationsmöglichkeiten ausloten und ausbauen, um
eine bessere Versorgung von Zielgruppen zu erreiche n (Synergieeffekte nutzen, be-
stehende Strukturen mitbenutzen, z.B. stadtteilbezo gene Zusammenarbeit mit den
Frühen Hilfen, um die Mütter mit kleinen Kindern zu erreichen)
Über die Planungsworkshops hinaus gibt es eine Bete iligung der BCA im Prozess der
Leitbildumsetzung.
Die regelmäßige Teilnahme an den Leitungsrunden Mar kt und Integration und an ande-
ren Besprechungsformaten im Haus sichert den Kontak t zu den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern und die wechselseitige fachliche Anbin dung. Monatlich findet ein Austausch
mit der Amtsleitung statt.
Anfang des Jahres liegen die Ergebnisse des gemeins amen Projektes von der „KatHO“
(Katholischen Fachhochschule) und dem Jobcenter vor . Das Projekt erforscht zum ei-
nen, wie junge alleinerziehende Frauen aus den Stad tteilen Kinderhaus und Coerde ihr
Leben planen, und zum anderen welche Rolle das Jobc enter als Netzwerkpartner ein-
nimmt. Das Jobcenter Münster verspricht sich von de n Erkenntnissen wertvolle Impulse
für die Beratungs- und Unterstützungsarbeit mit dieser Zielgruppe.
Ein weiteres Projekt, das 2013 unter Federführung v on Competentia mit Jobcenterbetei-
ligung an den Start gegangen ist, wird Anfang des n ächsten Jahres abgeschlossen wer-
den und in die Phase der praktischen Umsetzung gehe n. Im Mittelpunkt stehen psy-
chisch beeinträchtigte Frauen, junge Mütter mit Kin dern unter drei Jahren und geringfü-
gig beschäftigte Frauen im SGB II.
Darüber hinaus wird es in 2014 eine vierteljährlich stattfindende Informationsveranstal-
tung zum Thema „Erwerbsarbeit von Frauen und Rente“ geben. Die Auftaktveranstaltung
hat im November 2013 stattgefunden. Beteiligt sind die Agentur für Arbeit und die Deut-
sche Rentenversicherung.
Die aufgeführten Projekte und Veranstaltungen verst ehen sich als Beispiele und sind
nicht abschließend.
Die Handlungsschwerpunkte „Qualifizierung“, „Gesundheit“ und „Verringerung des Lang-
zeitbezugs“ sollen auch unter dem Aspekt der Chance ngleichheit am Arbeitsmarkt er-
gänzt und belebt werden.
Die Themen „Teilzeitausbildung“ und „Arbeitsaufnahme von erziehenden Frauen“ wer-
den im kommenden Jahr intensiver ins Blickfeld rücken.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 29 -
1.8. fa:z konforme Arbeitsmarktdienstleistungen
Seit 2012 wendet das Jobcenter Münster das fa:z© mo dell an. Bei diesem Fallsteue-
rungskonzept handelt es sich um einen ressourcen- u nd zielorientierten Beratungsan-
satz, durch den zielgerichtete Planungen sowie ein besonderes bedarfsspezifisches
Vorgehen unterstützt werden. Bezogen auf die Kundin nen und Kunden bedeutet dies,
dass grundsätzlich von ihren Ressourcen ausgegangen wird und darauf aufbauend eine
konsequente, zielorientierte Förderung und Entwickl ung verfolgt wird (fa:z© = Förderan-
satz : Ziel).
Das fa:z© modell richtet seinen Blick deshalb nicht auf Hemmnisse, sondern auf die eine
oder die wenigen Möglichkeiten, die einem Menschen offen stehen, in Arbeit vermittelt
zu werden. Die direkte Vermittlung in Arbeit ist ein mögliches Förderziel im fa:z© modell,
aber nicht das Einzige. Mit der Herstellung der Wet tbewerbsfähigkeit, der Herstellung
der Prozessfähigkeit und der Stabilisierung der Erw erbsfähigkeit gibt es drei weitere
gleichberechtigte Förderziele. Die Förderziele biet en den Handlungsrahmen, an dem
sich alle Beteiligten orientieren können. Der gesam te Förderprozess im fa:z© modell
wird konsequent auf die Erreichung eines dieser Zie le ausgerichtet. So wird eine pass-
genaue Weiterentwicklung der Kundinnen und Kunden zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.
Zur Herausarbeitung der notwendigen Förderziele im fa:z© modell ist eine komplexe
tiefergehende Potenzialanalyse durchzuführen. Sie beinhaltet nicht nur das Erheben von
„harten Fakten“, sondern insbesondere die Analyse d er weichen Ressourcenbereiche
oder sogenannter soft-skills. Das fa:z© modell unterscheidet zwischen folgenden Förder-
und Entwicklungszielen:
Förderziel –
übergeordnet:
Selbst-
aktivierung des
Kunden/der Kundin
Beschreibung Entwicklungsziel
Direktvermittlung
• Nachhaltige Vermittlung
• Verringerung/ Beendigung
des Hilfebezugs
• Stärkung des Bewerbungs-
und Stellensuchverhaltens
Herstellung der
Wettbewerbsfähigkeit
• Verbesserung der Möglichkei-
ten
• Erarbeitung einer Berufs-
perspektive
• Stärkung der Qualifikation
• Stärkung des Arbeitsverhaltens
• Stärkung des Sozialverhaltens
• Stärkung der Motivation
Herstellung der
Prozessfähigkeit
• Kunden prozessbereit machen
• Erarbeitung einer Ent-
wicklungs-
perspektive
• Stärkung der Mitwirkung in der
Fallsteuerung
• Stärkung der Rahmenbedin-
gungen
• Stärkung der lebenspraktischen
Kompetenzen
Stabilisierung der
Erwerbsfähigkeit
• Verbesserung der Leistungs-
fähigkeit
• Stärkung der Leistungsfähigkeit
(körperlich, psychisch)
Abbildung 18
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 30 -
2. Planungsprozess und Ergebnisse
2.1. Planungsprozess der Förderinstrumente und Fördermaßnahmen
Der Prozess für die Auswahl und Gestaltung von Förd erinstrumenten und –maßnahmen
wurde mit dem Übergang des Jobcenters in die allein ige kommunale Trägerschaft neu
strukturiert und systematisiert. Darüber hinaus wur de der Kreis der beteiligten Akteure
deutlich erweitert. Ziel ist die sinnvolle Verknüpf ung gesamtstädtischer Leistungen mit
Bezug zum SGB II, die sukzessive im Sinne einer ges amtstädtischen Steuerung entwi-
ckelt wird. Daher haben neben den Mitgliedern des ö rtlichen Beirates auch Vertreterin-
nen und Vertreter aus städtischen Fachämtern - die Bezug zur Zielgruppe und/oder zu
SGB II Leistungen haben – an den Planungsworkshops mitgewirkt.
2.2. Prozessbeschreibung im Detail
In den Planungsworkshops wurde auf Grundlage der ge schäftspolitischen Handlungs-
strategien, der Kundenstrukturdaten sowie der aktuellen Entwicklungen des Arbeitsmark-
tes der konkrete Bedarf (Förderinstrumente, Maßnahm einhalte, Teilnehmerplätze, etc.)
für das Jahr 2014 ermittelt und zielgruppenspezifische Schwerpunkte benannt.
Insgesamt wurden bis zu 7 Planungsworkshops für folgende Zielgruppen durchgeführt:
• Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahre
• 25 bis 49-Jährige
• über 50-Jährige / „50plus“
• Alleinerziehende
• Menschen mit Migrationsvorgeschichte
• Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden
• Gründungswillige und Selbständige
Im Anschluss wurden die Ergebnisse dem örtlichen Beirat zur Beratung der Auswahl und
Gestaltung der Eingliederungsinstrumente sowie – ma ßnahmen gem. § 18d SGB II vor-
gestellt. Da sich die Beiratsmitglieder an den Plan ungsworkshops beteiligen konnten,
wurden die Voraussetzungen für eine vertiefte Beratung geschaffen.
Für das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 ist die Empfehlung des Beirates
zur Schwerpunktsetzung unter Berücksichtigung der v oraussichtlich zur Verfügung ste-
henden Mittel maßgeblich.
2.3. Ergebnisse der Planungsworkshops
Die Erkenntnisse und Ergebnisse der Planungsworksho ps sowie die daraus resultieren-
den Handlungsstrategien bezogen auf die jeweiligen Zielgruppen werden im Folgenden
beschrieben.
Die konkrete Planung der Förderinstrumente ist im Kapitel 3 zusammengefasst.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 31 -
2.3.1. Zielgruppe „U 25“
Im Jobcenter Münster werden ca. 2.500 Jugendliche und junge Erwachsen unter 25 Jah-
ren betreut, davon besuchen etwa 1.000 Jugendliche eine allgemein- oder berufsbilden-
de Schule. 720 Jugendliche absolvieren eine berufli che oder schulische Ausbildung. Im
Monatsdurchschnitt sind ca. 550 Jugendliche arbeits los und 230 Jugendliche arbeitsu-
chend.
95% der vom Jobcenter betreuten Kundinnen und Kunde n unter 25 Jahren haben noch
keine abgeschlossene Ausbildung und etwa 190 Jugend liche haben noch keinen Schul-
abschluss.
ohne
Schulab-
schluss
Abschluss
der För-
derschule
Haupt-
schulab-
schluss
Kl. 9
Haupt-
schulab-
schluss
Kl. 10
Fach-
oberschul-
reife
Fach-
hoch-
schul-
reife
Abitur
männlich 111 79 179 73 184 37 116
weiblich 76 58 146 75 200 41 154
Gesamt 187 137 325 148 384 78 270
Abbildung 19
Schul- und Ausbildungsabschlüsse sind wichtige Vora ussetzungen zur Vermeidung von
Langzeitarbeitslosigkeit. Sie stärken den Aufbau ei ner von Sozialleistungen unabhängi-
gen Existenz und steuern einer „Stigmatisierung“ entgegen. Die Vermittlung in eine Aus-
bildung oder in eine an eine Ausbildung heranführen de Maßnahme hat stets Vorrang.
Daher lautet der Leitsatz für die Betreuung der Jug endlichen und jungen Erwachsenen
unter 25:
„Ausbildung vor kurzfristiger Integration“
• Eine langfristige Integration in Ausbildung ist wi chtiger als eine kurzfristige Integration
in den Arbeitsmarkt!
• Wenn eine Ausbildung oder eine an eine Ausbildung heranführende Maßnahme nicht
infrage kommen, wird eine kurzfristige Integration in Arbeit angesteuert.
Wichtige Bausteine zur Unterstützung in die Erwerbstätigkeit sind:
• Übergang „Schule – Beruf“
Alle erwerbsfähigen leistungsberechtigten Schülerin nen und Schüler werden von
spezialisierten Jobcoaches betreut, um einen fließenden Übergang von der Schule in
den Beruf zu ermöglichen. Im Schulentlassungsjahr S ommer 2013 waren es rund
510. Die Jobcoaches informieren Betroffene und Eltern über weiterführende Schulen,
berufsbildende Alternativen oder über Fördermaßnahm en und –instrumente. Auch
werden Hinweise zu den Angeboten der Berufsberatung sowie der Gewährung fi-
nanzieller Hilfen gegeben. Die Einmündung in Ausbil dung wird aktiv nach dem „10-
Punkte-Plan“ unterstützt.
Zukünftig wird die Koordinierungsstelle „ Übergang Schule – Beruf “ im Amt für Schule
und Weiterbildung im Rahmen des neuen Übergangssyst ems „Kein Abschluss ohne
Anschluss - Übergang Schule – Beruf in NRW “ die weitere Vernetzung und Koordi-
nierung vorantreiben. Das Jobcenter ist in diesen Prozess eingebunden.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 32 -
• Ausbildungsvermittlung
Das Jobcenter Münster führt die Ausbildungsvermittl ung für Jugendliche und junge
Leistungsberechtigte in alleiniger Zuständigkeit durch. Dem Ziel einer abgeschlosse-
nen Ausbildung wird auch vor dem Hintergrund der ge schäftspolitischen Handlungs-
felder höchste Priorität beigemessen. Für ausbildun gsgeeignete Jugendliche erfolgt
bereits vor dem Schulabschluss ein erstes intensive s Gespräch mit ihrer Beraterin
oder ihrem Berater im Jobcenter, um eine berufliche Perspektive zu planen. Dabei
wird auch geklärt, ob für einen erfolgreichen Absch luss der Ausbildung besondere
Unterstützungsleistungen erforderlich sind (z.B. Be rufsausbildung in außerbetriebli-
chen Einrichtungen oder ausbildungsbegleitende Hilf en). Viele von ihnen sind nicht
oder nur bedingt ausbildungsfähig, so dass zunächst andere Förderungen, oft als
Förderketten vorgeschaltet werden müssen. Trotzdem ist es 2013 gelungen, rund
250 jungen Menschen bei der Integration in Ausbildu ng zu begleiten. Das ist für das
Jahr 2014 Ansporn und Anspruch.
• Qualifizierung, Aktivierung und Motivierung
Bei einem Großteil der Jugendlichen und jungen Erwa chsenen ist eine direkte Ver-
mittlung in Arbeit oder Ausbildung aufgrund familiä rer und/oder persönlicher Proble-
me sowie anderer Vermittlungshemmnisse nicht möglic h. Daher steht – neben der
Aufbereitung schulischer Defizite – die Stärkung de r weichen Ressourcen wie z.B.
Motivation, Mitwirkung in der Fallsteuerung, Lebens praktische Kompetenzen oder
Rahmenbedingungen im Fokus. Qualifizierungs-, Aktiv ierungs- und Eingliederungs-
maßnahmen werden auch im Jahr 2014 wieder entsprech end den individuellen För-
derbedarfen angeboten. Dabei soll das Angebot mit e rlebnisorientierten Modulen
sowie sinnstiftenden Tätigkeiten weiter angereichert werden.
Für die notwendigen Handlungserfordernisse zur Ersc hließung bzw. Verbesserung von
Integrationschancen auf dem 1. Arbeitsmarkt wird di e gute Vernetzung und Zusammen-
arbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbei t, der Jugendhilfe, der Jugendberufs-
hilfe sowie anderen Akteuren fortgesetzt und intensiviert.
2.3.2. Zielgruppe „25 bis 49-Jährige“
Die Fachstellen „Ü25 – 49-Jährige“ (ohne Alleinerziehende, Schwerbehinderte und Re-
habilitanden sowie Selbstständige) betreuen rund 5. 710 Kundinnen und Kunden, davon
2.450 Frauen und 3.260 Männer.
Diese Zielgruppe ist, mehr als die anderen Zielgrup pen des Jobcenters Münster, ein
sehr heterogener Kundenkreis. Bei Betrachtung der K undenstrukturdaten zeigen sich
jedoch einige Tendenzen.
Etwa 67 % der 25 – 49-Jährigen Kundinnen und Kunden verfügen über einen Schulab-
schluss. Entsprechend hat ein Drittel keine abgesch lossene Schulbildung. Über 60 %
der Zielgruppe hat keinen bzw. keinen anerkannten Berufsabschluss.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 33 -
Rund 32 % der 25 – 49-Jährigen werden als Direktver mittlungskundinnen/-kunden ein-
geschätzt, die allenfalls eine Stärkung ihres Bewer bungs- und Stellensuchverhaltens
benötigen, oder aber auch ohne weitere Unterstützung unmittelbar integrierbar sind.
Für knapp 16 % der Zielgruppe ist das vorrangige En twicklungsziel eine Qualifikation.
Nicht für alle dieser Kundinnen und Kunden steht da s konkrete Qualifizierungsziel aller-
dings schon fest; oftmals ist eine vorherige berufl iche Orientierung notwendig. Diese
umfasst eine Auseinandersetzung mit den eigenen Int eressen und Fähigkeiten ebenso
wie die Beschäftigung mit dem Arbeitsmarkt (Nachfrage, Anforderungen).
Viele der Leistungsberechtigten im SGB II sind zwar erwerbsfähig, leiden jedoch unter
gesundheitlichen Einschränkungen. Bei 13,5 % der Zi elgruppe muss vorrangig die Leis-
tungsfähigkeit gestärkt werden, bevor weitere Integ rationsschritte unternommen werden
können.
Mit 8,6 % der 25 – 49-Jährigen wird zunächst die St ärkung der Rahmenbedingungen
(z.B. die Stabilisierung der Wohnsituation oder der finanziellen Situation, die Sicherstel-
lung der Kinderbetreuung, die Abwicklung von Gerich tsverfahren) angestrebt. Die Rah-
menbedingungen werden zum größten Teil durch die Er bringung der kommunalen Ein-
gliederungsleistungen nach §16a SGB II unterstützt und gestärkt.
Die weiteren Ressourcenbereiche (Lebenspraktische K ompetenzen, Arbeitsverhalten,
Sozialverhalten, Motivation und Mitwirkung in der F allsteuerung) sind für jeweils unter
3 % der Kundinnen und Kunden aus der Zielgruppe das vorrangige Entwicklungsziel.
Für gut 22 % der 25 – 49-Jährigen Kundinnen und Kun den ist aktuell keine Hilfeplanung
im Sinne des fa:z© modell notwendig, weil sie z. B. Kinder unter 3 Jahren betreuen oder
Angehörige pflegen, weil sie dem Arbeitsmarkt auf a bsehbare Zeit wegen gesundheitli-
cher Einschränkungen nicht zur Verfügung stehen ode r aber weil sie bereits in größt-
möglichem Umfang in Arbeit integriert sind und nur noch aufstockend zu ihrem Gehalt
Leistungen nach dem SGB II beziehen. Diese Kundinnen und Kunden erfahren Beratung
und Unterstützung je nach individuellem Bedarf.
2.3.3. Zielgruppe „50plus“
Die Fachstelle 50plus des Jobcenters Münster betreu t rund 3.230 erwerbfähige Leis-
tungsberechtigte über 50 Jahre, davon 1410 Frauen und 1820 Männer.
Seit dem 01.07.2009 bis voraussichtlich zum 31.12.2 015 führt das Jobcenter Münster
das Projekt „Perspektive 50plus - Beschäftigungspak t für Ältere in den Regionen“ des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durch. Z iel ist es, die Chancen von älteren
(Langzeit-) Arbeitslosen auf Teilhabe am gesellscha ftlichen Leben und an der Arbeits-
welt zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, wi rd eine nachhaltige und den Lebens-
unterhalt sichernde Integration in Erwerbstätigkeit angestrebt.
Die Fachstelle „50plus“ hat die Aufgabe erwerbsfähi ge Leistungsberechtigte über 50
Jahren intensiv zu betreuen und bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz zu
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 34 -
unterstützen. Dabei sind die besonderen Rahmenbedin gungen dieser Zielgruppe zu be-
rücksichtigen.
19,6 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hab en Abitur oder Fachhochschulrei-
fe, 36,4 % einen Hauptschulabschluss oder mittlere Reife. Auffällig ist, dass 44 % der
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten dieser Altersgruppe keinen Schulabschluss besit-
zen. Das liegt u.a. an dem hohen Anteil an Migranti nnen und Migranten, deren Schulab-
schluss – soweit vorhanden – in der Regel nicht anerkannt ist.
8 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten haben einen Universitäts- oder Fach-
hochschulabschluss, jedoch kaum auf diesem Niveau g earbeitet. Häufig besteht die Er-
wartung, dennoch eine solche Stelle zu bekommen. 34 % der erwerbsfähigen Leis-
tungsberechtigten haben eine betriebliche - oder Fa chschulausbildung und ganze 58 %
haben keine oder keine anerkannte Ausbildung.
Eine weitere große Herausforderung bei der Arbeit m it der Zielgruppe 50plus ist, dass
bei ca. 44% vorrangig die Leistungsfähigkeit gestärkt werden muss. Entwicklungsziel ist,
die aus gesundheitlichen Gründen verminderte, bzw. zum Teil nicht mehr vorhandene
Erwerbsfähigkeit zu stabilisieren, zu verbessern od er wieder herzustellen. Bei diesen
Personen ist die körperliche oder geistige Leistung sfähigkeit vorübergehend oder dauer-
haft so stark eingeschränkt, dass eine Erwerbtätigk eit auf dem ersten Arbeitsmarkt vor-
aussichtlich nicht möglich ist.
Der große Anteil an fehlender schulischer und beruf licher Qualifizierung gepaart mit ei-
ner durch Alter und/oder Krankheit geminderten körperlichen und/oder psychischen Leis-
tungsfähigkeit hat zur Folge, dass fast 80 % der er werbsfähigen Leistungsberechtigten
über 50 Jahre im Langzeitbezug von Leistungen der Grundsicherung sind.
Immerhin für rund 22 % dieser Kundengruppe kommt gr undsätzlich eine direkte Vermitt-
lung in Arbeit in Betracht. Dennoch sind bei vielen der Kundinnen und Kunden intensive
Coachings und/oder Maßnahmen zur Verbesserung des B ewerbungs- und Stellensuch-
verhaltens (14,3%) notwendig, um den Weg in Arbeit zu schaffen.
Für 9 % der über 50-Jährigen erwerbsfähigen Leistungsberechtigen ist eine Qualifikation
die beste Möglichkeit, eine Integration in Arbeit zu erreichen.
Die weiteren Ressourcenbereiche (Lebenspraktische K ompetenzen, Arbeitsverhalten,
Sozialverhalten, Motivation und Mitwirkung in der F allsteuerung) sind für rund 17 % der
Kundinnen und Kunden aus der Zielgruppe das vorrangige Entwicklungsziel.
Für gut 14 % der über 50-Jährigen Kundinnen und Kun den ist aktuell keine Hilfeplanung
im Sinne des fa:z© modell notwendig (z.B. wegen Pfl ege Angehöriger, gesundheitlicher
Einschränkungen oder es besteht Anspruch auf aufstockende Leistungen zum Gehalt).
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 35 -
2.3.4. Zielgruppe „Alleinerziehende“
Das Team „Alleinerziehende“ des Jobcenters betreut rund 1.800 erwerbsfähige Leis-
tungsberechtigte, davon sind 97 % weiblich. Die mei sten Alleinerziehenden sind zwi-
schen 25 und 49 Jahre alt. Das Team „Alleinerziehen de“ betreut jedoch auch alleiner-
ziehende Jugendliche unter 25 Jahren sowie einige Alleinerziehende über 50 Jahren.
Die Zielgruppe der Alleinerziehenden ist, ebenso wie alle anderen Zielgruppen, ein hete-
rogener Kundenkreis, der differenziert zu betrachte n, zu beraten und zu fördern ist. Bei
Betrachtung der Kundenstrukturdaten zeigen sich jedoch einige Tendenzen.
Ca. 65,1 %
der Alleinerziehenden verfügen über einen Schulabsc hluss, entsprechend
haben 34,9 % keine abgeschlossene Schulbildung. Ein hoher Anteil (64,2 %) der Ziel-
gruppe hat keinen bzw. keinen anerkannten Berufsabs chluss. Alleinerziehende, auch
solche mit abgeschlossener Berufsausbildung, haben aufgrund von Kinderbetreuungs-
zeiten häufig Brüche in ihrer Erwerbsbiographie und können nicht oder nur schwer an
ihre erworbene Ausbildung oder Berufserfahrung anknüpfen. Für 14 % der Zielgruppe im
Jobcenter Münster ist das vorrangige Entwicklungszi el eine Qualifikation. Nicht für alle
dieser Kundinnen und Kunden steht das konkrete Qual ifizierungsziel allerdings schon
fest, oftmals ist eine vorherige berufliche Orienti erung notwendig. Diese umfasst sowohl
eine Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten als auch eine
Beschäftigung mit dem Arbeitsmarkt (Nachfrage, Anfo rderungen). Erschwert wird diese
Auseinandersetzung grundsätzlich durch die Tatsache der alleinigen Sorge und Verant-
wortung. Oftmals scheint es nicht möglich zu sein, eine perspektivische Lebensplanung
– die auf Hilfeunabhängigkeit und existenzsichernde Erwerbsarbeit abzielt – in Einklang
mit den Ansprüchen und Vorstellungen von Familie und Erziehungsarbeit zu bringen. Die
Hinwendung zu Beruf und Erwerbstätigkeit kollidiert mit dem Rollenverständnis einer
Mutter oder eines Vaters in der Ein- Eltern- Familie.
Mit 12,4 % der alleinerziehenden Kundinnen und Kunden wird zunächst die Stärkung der
Rahmenbedingungen angestrebt. Hier geht es u.a. um die Sicherung der Kinderbetreu-
ung, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf i st nach wie vor eine große Heraus-
forderung. Dies gilt für Alleinerziehende noch erhe blich mehr als für Erziehende in Be-
darfsgemeinschaften. Die Anforderung des Arbeitsmarktes nach größtmöglicher Flexibili-
tät der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lässt si ch oftmals mit den üblichen Betreu-
ungszeiten in Kindertagesstätten und Schulen in der Regel nicht erfüllen. Dies gilt insbe-
sondere für viele der von Frauen bevorzugt angestre bten Berufsfelder, wie dem Einzel-
handel, der Pflege, Friseur und Kosmetik, die den A rbeitseinsatz auch in Randzeiten
verlangen. Alleinerziehende haben zudem mit den Vor behalten vieler Arbeitgeber zu
kämpfen, die hohe Ausfallzeiten u. a. bei Krankheit der Kinder befürchten. Soziale Netz-
werke, durch die Alleinerziehende Unterstützung bei der Kinderbetreuung erhalten, be-
stehen oftmals nicht oder nur eingeschränkt.
Alleinerziehende sind aufgrund ihrer persönlichen Situation als Haupt- oder sogar Allein-
verantwortliche für die Familie oftmals einer hohen Belastung ausgesetzt. Hinzu kommt
häufig, dass zunächst die Trennung vom Partner oder negative Erlebnisse aus der ver-
gangenen Beziehung (z. B. häusliche Gewalt) verarbe itet werden müssen. Gesundheitli-
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 36 -
che Beeinträchtigungen, sowohl physisch als auch ps ychisch, sind häufig die Folge,
auch bei den Kindern Alleinerziehender. In der Bera tung Alleinerziehender zeigt sich
nicht selten, dass die Konfrontation mit einer neuen Lebenssituation lange nachwirkt und
gesundheitliche Störungen z. T. erst zeitlich verzö gert auftreten. Dies kann zur Folge
haben, dass getroffene Zielvereinbarungen, z. B. fü r eine Qualifikation, vorerst nicht er-
folgreich absolviert werden können. Bei 8,1 % der Alleinerziehenden im Jobcenter Müns-
ter muss vorrangig die Leistungsfähigkeit gestärkt werden, bevor weitere Integrations-
schritte unternommen werden können.
Die weiteren Ressourcenbereiche (lebenspraktische K ompetenzen, Sozialverhalten,
Motivation und Mitwirkung in der Fallsteuerung) spi elen in dieser Zielgruppe kaum eine
Rolle, so dass die Anzahl der Kundinnen und Kunden, die in diese Gruppe fallen zah-
lenmäßig hier nicht ausgewiesen wird.
Etwa 11 % der Alleinerziehenden werden als Direktve rmittlungskundinnen und -kunden
eingeschätzt, die allenfalls eine Stärkung ihres Be werbungs- und Stellensuchverhaltens
benötigen oder aber auch ohne weitere Unterstützung unmittelbar integrierbar sind.
Für gut 47 % der alleinerziehenden Kundinnen und Kunden ist aktuell keine Hilfeplanung
im Sinne des fa:z© modells
notwendig. Sie betreuen z. B. Kinder unter 3 Jahre n oder
Angehörige oder sind bereits in größtmöglichem Umfang in Arbeit integriert und erhalten
noch aufstockend zum Gehalt Leistungen nach dem SGB II. Entsprechend ihren indivi-
duellen Bedarfen wird ihnen Beratung und Unterstütz ung angeboten. Insbesondere die
Alleinerziehenden mit Kindern unter 3 Jahren sollen frühzeitig motiviert werden, sich mit
dem beruflichen (Wieder-) Einstieg nach der Elternzeit auseinander zu setzen.
Insgesamt ist es wichtig, sich zu verdeutlichen, da ss grundsätzlich auch immer die Kin-
der von (allein-)erziehenden Leistungsberechtigten von der Situation ihrer Eltern betrof-
fen sind. Im Jobcenter Münster sind dies rund 3.500 Kinder in rund 1.800 Ein-Eltern-
Bedarfsgemeinschaften.
2.3.5. Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“
Erstmals 2012 hatte das Jobcenter Münster die techn ische Möglichkeit, anhand der
Kundendaten Menschen mit Migrationsvorgeschichte zu identifizieren.
Die in der folgenden „Migrationsbetrachtung“ verwendeten Kundendaten beinhalten alle
Leistungsberechtigten, die im statistischen Bericht smonat Juli 2013 als Kundinnen und
Kunden im Jobcenter gemeldet waren. Rund 97 % der v erarbeitenden Daten konnten
eindeutig abgeglichen werden.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 37 -
Kundinnen und Kunden des Jobcenters
21,0%
0,1%
7,6%
8,6%
11,7%
51,0%
Ausländer
Heimatvertriebene
Aus-/Spätaussiedler
sonstige Eingebürgerte
Kinder ohne pers. aber mit vererbter
Migrationsvorgeschichte
Personen ohne erkennbare
Migrationsvorgeschichte
Abbildung 20
Über die Hälfte aller Leistungsberechtigten hat ein e Migrationsvorgeschichte. Den größ-
ten Anteil in dieser Gruppe bilden die Ausländer un d Ausländerinnen mit 20,6 %, gefolgt
von den Kindern ohne eigene, aber mit vererbter Migrationsvorgeschichte (11,7 %).
Kundinnen und Kunden des Jobcenters
Anteil Frauen - Männer
21,4%
0,1%
8,4% 8,0% 11,7%
50,5%
20,6%
0,1%
6,9% 9,1% 11,7%
51,6%
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
Ausländer
Heim atvertriebene
Aus-/Spätaussiedler
sonstige Eingebürgerte
Kinder ohne pers. aber
mit vererbter
M igrationsvorgeschichte
Personen ohne
erkennbare
M igrationsvorgeschichte
w
m
Abbildung 21
Insgesamt betrachtet sind die Anteile beider Geschlechter gleich hoch.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 38 -
Kundinnen und Kunden des Jobcenters Münster
nach Migrationsvorgeschichte und Alter
41,8% 41,9%
15,1%
33,5%
47,7%
17,9%
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
00 bis 24 Jahre 25 bis 49 Jahre 50 bis 64 Jahre
mit Migrationsvorgeschichte
ohne Migrationsvorgeschichte
Abbildung 22
Bei der Gruppe der Kinder und Jugendlichen bis 24 J ahre ist der Anteil der Menschen
mit Migrationsvorgeschichte höher als in den beiden anderen Altersgruppen.
Grundsätzlich werden Menschen mit Migrationsvorgesc hichte von allen Teams im Job-
center Münster betreut und ihnen stehen alle Förder angebote des Jobcenters Münster
zur Verfügung.
Darüber hinaus beteiligt sich das Jobcenter Münster an Münsters Aktionsprogramm für
Migrantinnen und Migranten und Bleibeberechtigte zu r Arbeitsmarktintegration in Müns-
ter und im Münsterland (MAMBA) und bietet in diesem Rahmen ein besonderes Bera-
tungsangebot an. Das Projekt MAMBA ist bis Ende 2014 zeitlich befristet.
Neben vergleichbaren Unterstützungsbedarfen der übr igen Zielgruppen, treten bei Men-
schen mit Migrationsvorgeschichte folgende Problematiken auf:
Sie haben häufig keine (anerkannte) Berufsausbildun g, teilweise auch keine (anerkann-
te) oder nur geringe Schulbildung. Hinzu kommen oft mals nicht ausreichende Deutsch-
kenntnisse.
Beim Bewerbungs- und Stellensuchverhalten ist eine besondere Unterstützung bei der
Arbeitsplatzsuche sinnvoll, um die Zielgruppe auf d ie Erfordernisse im Auswahlprozess
von Arbeitgebern vorzubereiten. Auch soll die Darst ellung der eigenen Stärken und
Kompetenzen verbessert werden.
Es wurde ein Bedarf für weitere Daten zur Zielgrupp e insbesondere zu den (Teil-) Aner-
kennungen von im Ausland erworbenen Berufsabschlüss en und Qualifikationen festge-
stellt. Eine detaillierte Auswertung soll 2014 in A bsprache zwischen Jobcenter und der
Statistikdienststelle der Stadt Münster verfolgt we rden. Auf Basis dieser Auswertung
können genaure Planungen für Qualifizierungsangebote erfolgen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 39 -
Auch im Heimatland gut qualifizierte Menschen mit Migrationsvorgeschichte benötigen in
Deutschland Unterstützung, da Kenntnisse über die A nforderungen des Arbeitsmarktes
fehlen. Eine Anerkennung der Bildungsabschüsse wird ebenso benötigt wie ggf. auch
passgenaue Qualifizierungen, um die „Lücke“ zwischen den bereits vorhanden Fähigkei-
ten und den Erfordernissen des angestrebten Berufsb ereiches zu schließen. Hierbei
bietet das Jobcenter Münster Unterstützung und Beratung.
2.3.6. Zielgruppe „Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden“
Rund 700 erwerbsfähige Leistungsberechtigte haben e ine Behinderung im Sinne des
Gesetzes. Bei ihnen ist nicht nur vorübergehend die körperliche Funktion, die geistige
Fähigkeit oder die seelische Gesundheit wesentlich gemindert. Der Anteil an Frauen
beträgt 43,7 % und der Anteil der Männer beträgt 56,3 %.
Bei der Zielgruppe der Menschen mit Behinderung, di e auf Leistungen nach dem SGB II
angewiesen sind, hat die vorliegende gesundheitlich e Einschränkung bzw. die vorhan-
dene Behinderung Auswirkungen auf die Integrationsmöglichkeiten. Dies kann sowohl in
der noch leistbaren Stundenzahl zum Ausdruck kommen als auch bei den Tätigkeiten,
die ausgeübt werden können bzw. nicht ausgeübt werden sollen.
Es lässt sich feststellen, dass neben physischen Ei nschränkungen die Erkrankungen im
psychischen Bereich immer mehr zunehmen. Teilweise ist auch beides gegeben bzw.
aus den physischen Einschränkungen in Kombination m it langer Arbeitslosigkeit entste-
hen zusätzlich psychische Problemlagen. Die vermein tlich fehlende Motivation und
Frustration resultiert aus dieser Gemengelage. Daneben gibt es innerhalb der Zielgruppe
auch Menschen, die ihre aktuelle Leistungsfähigkeit überschätzen und Arbeitsstellen
anstreben und teilweise auch annehmen, die gesundheitlich nicht leistbar sind. In diesen
Fällen kommt es dann in der Folge zu Frustrationen, wenn das Vorhaben scheitert. Teil-
weise fehlen auch soziale Netzwerke in Folge der ps ychischen Erkrankung und es
kommt zur Isolation.
Daher steht das Handlungsfeld „Stärkung der Leistun gsfähigkeit“ im Vordergrund. Bei
rund 50 % der Kundinnen und Kunden muss die physisc he und/oder psychische Ge-
sundheit verbessert oder ggf. stabilisiert werden. Trotz dieser Gemeinsamkeit, kann dies
unterschiedliche Facetten haben und somit Auswirkun gen auf die speziell für diese Ziel-
gruppe benötigten Maßnahmen. Die Stabilisierung als Ausgangspunkt auf dem Weg zur
eigentlichen Integration ist dabei in vielen Fällen unerlässlich.
Für knapp 10 % der Menschen mit Behinderung ist das vorrangige Entwicklungsziel
„Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens “ festgestellt worden. Insbeson-
dere das Thema „Selbstmarketing“ spielt eine große Rolle. Die eigenen Chancen und
Möglichkeiten zu erkennen und diese dem potentielle n Arbeitgeber überzeugend aufzu-
zeigen, stellt aufgrund der Einschränkungen der Lei stungsfähigkeit eine besondere Her-
auforderung dar.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 40 -
Eine zusätzliche Hürde stellt die fehlende Bereitsc haft der Arbeitgeber dar, Menschen
mit Behinderung eine Chance zu geben, Ihre Fähigkei ten unter Beweis zu stellen. Hier
gibt es immer noch bei einem Teil der Arbeitgeber B edenken. Gleichzeitig gibt es Arbeit-
geber, die für diese Zielgruppe viel tun. Hierbei h andelt es sich u.a. um sogenannte In-
tegrationsunternehmen. Diese haben als Grundvoraussetzung einen Anteil an Menschen
mit Behinderung beschäftigt. Hauptaugenmerk besteht in diesem Zusammenhang dar-
auf, geeignete Arbeitsplätze entsprechend der zielg ruppenspezifischen Bedürfnisse zu
akquirieren.
Für gut 23 % der Kundinnen und Kunden ist aktuell k eine Hilfeplanung im Sinne des
fa:z© modells notwendig (z. B. aus gesundheitlichen Gründen, der Betreuung von Kinder
unter 3 Jahren oder Angehörigen).
Neben den geplanten zielgruppenspezifischen Maßnahm en stehen Menschen mit Be-
hinderung grundsätzlich auch alle übrigen geeigneten Förderangebote zur Verfügung.
2.3.7. Zielgruppe „Gründungswillige und Selbstständige“
Das Team „Selbstständige“ betreut 210 Leistungsberechtigte, davon 82 Frauen und 128
Männer. Diese Zielgruppe übt in der Regel bereits e ine selbstständige Tätigkeit aus.
Primäres Ziel ist daher, den Selbstständigen Unters tützung auf dem Weg in die wirt-
schaftliche Unabhängigkeit anzubieten.
Es ist grundsätzlich zwischen „Gründungswilligen“ u nd „Bestandsselbstständigen“ zu
unterscheiden.
• Gründungswillige
Leistungsberechtigte Existenzgründerinnen und -grün der werden durch das Team
„Selbstständige“ frühzeitig gezielt und umfassend b eraten. Insgesamt sind im Jahr
2013 25 Anträge auf Einstiegsgeld bewilligt worden. Es wird 2014 mit einem ähnli-
chen Antragsvolumen gerechnet. In den Beratungsgesp rächen werden auch weiter-
gehende Unterstützungsleistungen (z.B. Teilnahme am Gründerzirkel) erläutert und
vermittelt.
• Bestandsselbstständige
Die Strukturdaten für die Zielgruppe zeigen, dass v on 210 selbstständig Tätigen 92
erwerbsfähige Leistungsberechtigte über ein Gewinne inkommen von über 850,- €
verfügen – 71 von ihnen sind bereits seit 13 Monaten oder länger im Leistungsbezug
nach dem SGB II. 82 selbstständige erwerbsfähige Le istungsberechtigte erwirtschaf-
ten ein geringeres Einkommen als 850,- €. Um die in dividuellen Ressourcen der Be-
standsselbstständigen sowie deren Unternehmungen zu stärken, sollen künftig ver-
stärkt Beratungsleistungen (Coaching) durch geeignete Dritte zum Einsatz kommen.
2.4. Zusammenfassung der Ergebnisse
Im Jahr 2013 wurden erstmals fa:z© konforme Maßnahm en durchgeführt und parallel
„Breitbandmaßnahmen“ zurück gefahren. Es hat sich gezeigt, dass die fa:z© konformen
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 41 -
Maßnahmen individuellere und passgenauere Förderket ten ermöglichen. Daher soll an
dem neuen Maßnahmenangebot unter Berücksichtigung d er einzelnen Ressourcenbe-
reiche sowie der zielgruppenspezifischen Bedürfniss e festgehalten und dieses weiter-
entwickelt werden. Alle Förder- und Aktivierungsmaß nahmen sowie Eintritte werden im
folgenden Kapitel zusammengefasst.
3. Übersicht der Förderinstrumente und Förderfälle
Insgesamt sind rund 5.700 Förderfälle geplant:
Förderinstrument Rechts-
grundlage
Förder-
fälle
2014
Vermittlungsbudget § 44 SGB III 2.597
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung § 45 SGB III 1.864
Förderung der beruflichen Weiterbildung § 81 SGB I II 519
Arbeitsgelegenheiten § 16d SGB II 270
Eingliederungszuschuss § 88 SGB III 139
Freie Förderung § 16f SGB II 87
Einstiegsgeld § 16b SGB II 96
Eingliederungszuschuss für behinderte und schwerbehin-
derte Menschen § 90 SGB III 43
Probebeschäftigung § 46 SGB III 33
ausbildungsbegleitende Hilfen § 75 SGB III 25
Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben § 117 SGB III 26
Einstiegsqualifizierung § 54a SGB III 18
Förderung von Arbeitsverhältnissen § 16e SGB II 15
BaE - integrativ und kooperativ § 76 SGB III 17
Leistungen zur Eingliederung von Selbstständigen § 16c SGB II 16
Gesamt 5.765
Abbildung 23
Die Mittel des Eingliederungstitels verteilen sich wie folgt auf die arbeitsmarktpolitischen
Instrumente.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 42 -
Finanzieller Bedarf für vorgesehene Förderinstrumente
0,00%
5,00%
10,00%
15,00%
20,00%
25,00%
30,00%
Maßnahmen zur Aktivieru
ng und Eing
liederung
Förder
ung beruflich
e Weite
rbildung
Arb
eitsgelegenheiten
Eingliederu
ngszuschuss
Vermittlungsbudget
Freie Förd
erung
Be
schäftigungsz
uschuss
besonder
e Maßnahm
e zur Wei
terbildung Reha
Probebeschäf
tigung
So
nstiges
Auß
erbetr
iebliche Berufsausbildu
ng
Einstiegsgeld
Au
sbildungsbegleitend
e Hilf
en
Einstiegsqualifizierung
Sachkostenzuschuss
Selbständige
Abbildung 24
Bei der Verteilung des Eingliederungstitels sowie b ei der Verteilung der Förderfälle ist
ein kontinuierlicher Wandel festzustellen. Bisher l ag der finanzielle Schwerpunkt bei der
Förderung der beruflichen Weiterbildung“ (§ 81 SGB III). Mittlerweile hat sich der
Schwerpunkt auf die Maßnahmen zur Aktivierung und b eruflichen Eingliederung verla-
gert. Grund hierfür ist zum einen, dass Qualifizierungsmaßnahmen oftmals ein Bedarf an
(mehreren) Aktivierungs- und Stabilisierungsmaßnahm en (Förderketten) voransteht.
Zum anderen wurden einige münsterspezifische Maßnahmen im Sinne des § 45 SGB III
angereichert und Förderungen der beruflichen Weiter bildung in Maßnahmen zur Aktivie-
rung und Eingliederung umgewandelt.
3.1. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliede rung gem. § 45 Abs. 1 SGB III
beinhalten einen ganzen Maßnahmekatalog. So sind un ter anderem betriebliche und
schulische Einzel- und Gruppenmaßnahmen der Aktivie rung und beruflichen Eingliede-
rung vorgesehen.
Es werden auch im Jahr 2014 fa:z© konforme und ziel gruppenspezifische Maßnahmen
bereitgestellt, um individuelle Förderketten anbiet en zu können. Insgesamt sind über
1.860 Maßnahmeeintritte in Maßnahmen zur Aktivierun g und beruflichen Eingliederung
geplant.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 43 -
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung 2014
An-
zahl/
Förder-
fälle Nr. Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme
Ressourcenbe-
reich
Ziel-
gruppe Beginn Dauer
TZ*
V
Z*
1 Aktiv und Fit in
den Job
Stärkung der physischen
und psychischen Fähigkeit
mit dem Ziel einer passen-
den Arbeit nachzugehen
bzw. alternativ an den
Integrationsaktivitäten der
Stadt Münster mitzuwirken
Leistungsfähigkeit 50plus
2. Quartal
und
4. Quartal
6
Monate 15
2 Aktivierungshilfen
Unterstützung von Jugend-
lichen im Vorfeld von Aus-
bildung, Qualifizierung und
Beschäftigung
lebenspraktische
Kompetenzen U25 3.Quartal max. 12
Monate 10
Modul 1
Diagnostik Leistungsfähigkeit Ue25 2. Quartal modular 60
3
Arbeitserprobung
für physische
Beeinträchtigte Modul 2
Arbeitserprobung Leistungsfähigkeit Ue25 2. Quartal modular 60
Modul 1
Diagnostik Leistungsfähigkeit Alle 2. Quartal modular 43
4
Arbeitserprobung
für psychische
Beeinträchtigte Modul 2
Arbeitserprobung Leistungsfähigkeit Alle 2. Quartal modular 37
Vorbereitung auf eine
Teilzeitausbildung Qualifikation
Allein-
erzie-
hende
1. Quartal 8
Wochen 12
Individuelles Coaching
Teilzeiterstausbildung Qualifikation
Allein-
erzie-
hende
2. Quartal 6
Monate 12 5 Betriebliche Aus-
bildung für Frauen
Stabilisierung Teilzeiterst-
ausbildung Qualifikation
(Allein-)
Erzie-
hende
4. Quartal
7
Monate 12
6 Basiskompetenzen
für Arbeit Frauen
Erhöhung der Grund-
kompetenz, Lesen und
Schreiben, Lerntraining,
Gesundheitsförderung,
EDV, Mathematik, berufli-
che Orientierung,
Schnupperpraktikum
Qualifikation Ue25
1. Quartal
und
3. Quartal
jeweils
4
Wochen
32
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 44 -
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung 2014
An-
zahl/
Förder-
fälle Nr. Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme
Ressourcenbe-
reich
Ziel-
gruppe Beginn Dauer
TZ*
V
Z
7 Basiskompetenzen
für Arbeit Männer
Erhöhung der Grund-
kompetenz, Lesen und
Schreiben, Lerntraining,
Gesundheitsförderung,
EDV, Mathematik, berufli-
che Orientierung,
Schnupperpraktikum
Qualifikation Ue25
1. Quartal
und
3. Quartal
jeweils
4
Wochen
20
8 Bewerbungscenter Berwerbungstraining
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Alle lfd. Einstieg indivi-
duell 571
9 Clearingstelle Ü25
Unabhängiger Ansprech-
partner gegenüber Jobcen-
ter, ab September zusätzli-
ches Angebot von Integra-
tionshilfen
Mitwirkung in der
Fallsteuerung Ue25 lfd. Einstieg max. 12
Monate 125
Modul 1 Clearingstelle Mitwirkung in der
Fallsteuerung U25 3. Quartal max. 6
Monate 16 10 Clearingstelle Plus
U25 Modul 2 Integrationshilfen lebenspraktische
Kompetenzen U25 3. Quartal max. 12
Monate 8
11
Integrationshilfen
für besonders
benachteiligte
Jugendliche
Einzelbetreuung, Schnitt-
stelle von beschäftigungs-
fördernden und sozialinte-
grativen Hilfen mit sozialar-
beiterischen Methoden,
Hauptschulabschluss
Qualifikation U25 lfd. Einstieg max. 6
Monate 20
12 Einzelcoaching +
Begleitung
Maßnahmen zur berufli-
chen Eingliederung Qualifikation
Men-
schen
mit
Migrati-
onsvor-
ge-
schichte
3. Quartal 12
Monate 40
Modul 1 Standortbestim-
mung (berufl. + persönl.)
Rahmenbedingun-
gen
(Allein-)
Erzie-
hende
lfd. Einstieg 4
Monate 80
Modul 2 Entwicklung be-
rufl. Perspektiven und
Strategien
Arbeitsverhalten
(Allein-)
Erzie-
hende
lfd. Einstieg 3
Monate 40
13 Erziehende auf
dem Weg in Arbeit
Modul 3 Jobcoaching
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
(Allein-)
Erzie-
hende
lfd. Einstieg 6
Monate 20
14 Fit für den Alltag,
Fit für den Job
Fähigkeit stärken, in All-
tagssituationen sicher und
selbständig zurecht zu
kommen
lebenspraktische
Kompetenzen Ue25
1. Quartal
und
3. Quartal
jeweils
8
Wochen
33
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 45 -
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung 2014
An-
zahl/
Förder-
fälle Nr. Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme
Ressourcenbe-
reich
Ziel-
gruppe Beginn Dauer
TZ*
V
Z
15 Fit mit Kind
Stärkung der Erziehungs-
kompetenzen, Entlastungs-
strategien entwickeln
lebenspraktische
Kompetenzen
Allein-
erzie-
hende
2. Quartal 2
Wochen 12
16 Jobcoaching
Maßnahmen zur berufli-
chen Eingliederung von
Schwerbehinderten
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Rehabi-
litan-
den/Sch
werbe-
hinderte
2. Quartal ca. 9
Monate 84
17 Kompetenz- und
Potenzialanalyse
Profiling mit Integrations-
planung Eignungstestver-
fahren, Schlüsselqualifika-
tionen, Arbeitsmarkt, Be-
schäftigungsalternativen
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Ue25
1. Quartal
und
3. Quartal
2
Wochen 65
18 Konflikttraining Sozialverhalten Ue25 1. Quartal
6
Wochen 15
19 Lernort Süd
Stabilisierung, Berufs-
orientierende und sozi-
alpädagogische Angebote,
Vermittlung von Tages-
struktur
lebenspraktische
Kompetenzen U25 lfd. Einstieg max. 12
Monate 7
20
Maßnahme zur
Stabilisierung und
Motivation von
Haftentlassenen
Unterstützung von haftbe-
drohten Menschen zur
Haftvermeidung oder zum
Erhalt der Wohn- und
Arbeitverhältnisse bei Er-
satzfreiheitsstrafen
Sozialverhalten Ue25 lfd. Einstieg
6
Monate 25
21
Maßnahme für
Frauen und Män-
ner mit Kindern
unter 3 Jahren
Erarbeitung einer Perspek-
tive, inkl. Kinderbetreuung
vor Ort
Rahmenbedingun-
gen
(Allein-)
Erzie-
hende
2. Quartal
4
Wochen 20
22
Maßnahme für
Gehörlose - Ein-
zelcoaching
Einzelfallbezogene Betreu-
ung durch einen Dolmet-
scher
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Rehabi-
li-
tanden/
Schwer-
be-
hinderte
3.Quartal 18
Monate 5
23
Maßnahme für
Jugendliche und
junge Erwachsene
unter 25 Jahren
(in Planung)
inkl. sinnstiftender Arbeit U25 3. Quartal
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 46 -
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung 2014
An-
zahl/
Förder-
fälle Nr. Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme
Ressourcenbe-
reich
Ziel-
gruppe Beginn Dauer
TZ*
V
Z
24 Maßnahmen bei
einem Arbeitgeber
Qualifikation Alle lfd. Einstieg indivi-
duell
1
8
0
25 Mitwirken - Mit-
gestalten
Rechte und Pflichten; akti-
ve Mitwirkungsansätze
Mitwirkung in der
Fallsteuerung Ue25 3. Quartal
3
Wochen 15
26 Praxisprofiling
(in Planung) inkl. Arbeitserprobung Alle 3. Quartal
27 Erweiterte Clea-
ringstelle
Stärkung der Mitwirkung in
der Fallsteuerung, inkl.
Integrationshilfen
lebenspraktische
Kompetenzen Ue25 lfd. Einstieg
max. 12
Monate 80
28 PC-Grundkurs PC-Grundlagen, Word,
Excel, Outlook Qualifikation Ue25
2. Quartal
und 4.
Quartal
jeweils
4
Wochen
30
29 Selbstmarketing Darstellung der Stärken
und Kompetenzen
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Ue25
2. Quartal
und
3. Quartal
jeweils
8
Wochen
30
30 Stärkung der
Persönlichkeit
Kommunikationsfähigkeit,
Konfliktfähigkeit, Verhal-
tensreflekti-
on,Kompromissfähigkeit,Du
rchsetzungsvermö-
gen,Teamfähigkeit,Ehrena
mtliches Engagement
Sozialverhalten Ue25
2. Quartal
und 4.
Quartal
jeweils
6
Wochen
30
31 Stärkung des
Arbeitsverhalten
Training arbeitsplatzbezo-
gener Schlüsselqualifikatio-
nen
Arbeitsverhalten Ue25 1. Quartal
8
Wochen 15
32 Tagelöhner Tages- und Selbststruktur,
Bestandsaktivierung
lebenspraktische
Kompetenzen Alle lfd. Einstieg 12
Monate 7
mtl.
33 Transit
Erstellen bzw. Überarbei-
ten von Bewerbungsunter-
lagen Vorbereitung auf
Vorstellungsgespräche und
Assessments, Telefonak-
quise, Internetrecherche,
alternative Bewerbungs-
wege (z.B. Online-
Bewerbung),
Einzelcoaching
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Ue25 1. Quartal
lfd. Einstieg
8 Mona-
te 35
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 47 -
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung 2014
An-
zahl/
Förder-
fälle Nr. Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme
Ressourcenbe-
reich
Ziel-
gruppe Beginn Dauer
TZ*
V
Z
34
Vorbereitung auf
eine betriebliche
(Teilzeit) Umschu-
lung
Berufsorientierung, Ver-
besserung der Fach- und
Sozialkompetenz, Vorför-
derung Deutsch und Ma-
thematik, Bewerbungstrai-
ning, Praktika, Suche eines
geeigneten betrieblichen
Umschulungsplatzes, inkl.
Umschulungsbegleitende-
hilfen
Qualifikation Ue25 3. Quartal ca. 9
Monate 40
VZ* = Vollzeit
TZ*= Teilzeit
Abbildung 25
3.2. Förderung der beruflichen Weiterbildung
Grundsätzlich erhöht das Vorhandensein einer abgesc hlossenen Qualifizierung oder
Ausbildung die Chancen der erwerbsfähigen Leistungs berechtigten auf eine Integration
in den 1. Arbeitsmarkt. Sie wirkt damit gleichzeiti g dem drohenden Fachkräftemangel
entgegen. Daher sind ca. 520 Förderungen mit Bildun gsgutscheinen (Förderungen der
beruflichen Weiterbildung) geplant. Davon sind rund 130 Bildungsgutscheine für Einzel-
fallförderungen und rund 75 Bildungsgutscheine für betriebliche Einzelumschulungen
vorgesehen.
Förderung der Beruflichen Weiterbildung 2014
Anzahl/
Förder-
fälle
Nr
.
Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme
Ressourcen-
bereich Zielgruppe Beginn Dauer
TZ* VZ*
1 Altenpflege gem.
Ausbildungsordnung Qualifikation Ue25 24
Monate 5
2 Altenpflegehilfe gem.
Ausbildungsordnung Qualifikation Ue25 12
Monate 18
3
Arbeitserprobung für
psychisch Beeinträch-
tigte
Feststellung, beruflicher
Kenntnisse, Fertigkeiten
und Fähigkeiten
Leistungsfä-
higkeit Alle 2. Quartal
lfd. Einstieg
6
Monate 35
4 betriebliche Einzel-
umschulungen Qualifikation Ue25 24
Monate 37
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 48 -
Förderung der Beruflichen Weiterbildung 2014
Anzahl/
Förder-
fälle
Nr
.
Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme
Ressourcen-
bereich Zielgruppe Beginn Dauer
TZ* VZ*
5 Bürokaufmann/-frau
überbetrieblich
gem.
Ausbildungsordnung Qualifikation
Rehabili-
tanden/
Schwerbe-
hinderte
21
Monate 10
6 Einzelfallförderungen Qualifikation Alle indivi-
duell 148
7 Erzieher gem.
Ausbildungsordnung Qualifikation Ue25 24
Monate 5
8 Gabelstapler-
Spezialist
Gabelstaplerfahrer-
Schulung Qualifikation Ue25 3. Quartal 15
Monate 20
9 Gemma
Entwicklung eines realis-
tischen beruflichen
Lebensplans, langfristige
in den Arbeitsmarkt
unter Berücksichtigung
ihrer persönlichen/
familiären Situation.
Lebensprak-
tische Kom-
petenzen
junge Frauen
unter 25
Jahre
lfd. Einstieg max. 12
Monate 6
10 Hauswirtschaft als
Beruf
Vorbereitung auf
Externenprüfung Qualifikation Ue25 2. Quartal 15
Monate 17
11 Integrationsseminar
für Migranten
berufliche Orientierung,
Bewerbungsmanage-
ment, Arbeitsrecht,
Praktikum
Bewer-
bungs- und
Stellensuch-
verhalten
Menschen
mit Migra-
tionsvor-
geschichte
1. Quartal 4
Monate 18
12 kaufmännisches
Qualifizierungscenter
verschiedene Fachmo-
dule (inkl. MS-Office,
SAP, etc), Callcenter,
Bewerbungstraining,
Lager-EDV, Englisch fürs
Büro, Buchhaltung
Qualifikation Ue25 lfd. Einstieg indivi-
duell 42
13 Lernwerkstatt
Stärkung der Persön-
lichkeit, Förderung der
Lebenspraktischen
Kompetenz, Verbesse-
rung der Lernkompetenz
sowie Kulturtechniken
Qualifikation Ue25 lfd. Einstieg 6
Monate 20
14 Qualifizierungscenter Lager/Fahrer/
Spedition/Logistik Qualifikation Alle lfd. Einstieg indivi-
duell 42
15 step by step
Schrittweise Qualifizie-
rung zur Vorbereitung
auf den Ar-
beit/Ausbildung, Kin-
derbetreuung, Berufs-
orientierung, Praktika
Qualifikation junge Frauen 3. Quartal 12
Monate 15
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 49 -
Abbildung 26
3.3. Freie Förderung
Die Freie Förderung nach § 16f SGB III bietet einen erweiterten Gestaltungsspielraum.
Dieser soll vor allem genutzt werden, um unter Beac htung des Umgehungs- und Aufsto-
ckungsverbotes der Basisinstrumente neue Einglieder ungsleistungen zu entwickeln.
Damit werden weitergehende Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose und jungend-
liche erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit schwer wiegenden Vermittlungshemmnis-
sen ermöglicht.
Insgesamt sind für das Jahr 2014 knapp 90 Förderfäl le geplant. Dabei ist zu unterschei-
den zwischen Einzel- und Gruppenmaßnahmen und Einze lfallförderung in Form von
Geldleistungen.
Förderung der Beruflichen Weiterbildung 2014
Anzahl/
Förder-
fälle
Nr
.
Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme
Ressourcen-
bereich Zielgruppe Beginn Dauer
TZ* VZ*
16 technisch gewerbli-
ches Trainingscenter
Eignungsfeststellung
und Qualifizierung in
verschiedenen gewerb-
lichen Bereichen, Nach-
holen des Hauptschul-
abschlusses, Arbeitser-
probung
Qualifikation
25 lfd. Einstieg Modular 33
17 Training on the Job
Individuelles Coaching
und Sozialberatung,
Orientierung, Eignung
und Motivation, Bewer-
ber- und Kontakttrai-
ning, Medienkompe-
tenz, Erwerbsfähigkeits-
training, berufsübergrei-
fende Kompetenzen,
Praktikum
Qualifikation
Ue25 lfd. Einstieg 9
Monate 42
VZ* = Vollzeit
TZ*= Teilzeit
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 50 -
• Einzel- und Gruppenmaßnahmen
Freie Förderung
Anzahl/
Förderfälle Nr. Titel
der Maßnahme
Inhalt/Ziel
der Maßnahme Ressourcenbereich Zielgruppe Beginn Dauer
TZ* VZ*
1
Kombinierte Auf-
und Ausstiegsbera-
tung
(in Planung)
Qualifikation Selbst-
ständige
3. Quar-
tal
20
2 Schulabschluss Plus
Nachholen des Haupt-
schulabschlusses, inkl.
Sozialpädagogischer
Begleitung
Qualifikation U25 3.
Quartal
12 Mo-
nate 17
VZ* = Vollzeit
TZ*= Teilzeit
Abbildung 27
• Einzelfallförderung in Form von Geldleistungen (Probebeschäftigung)
Die Förderung erfolgt gemäß §16f SGB II in Ausweitu ng (Aufstockung) der Regelun-
gen des § 46 SGB III. Diese Ausweitung ist nur für den Personenkreis der Langzeit-
arbeitslosen und Jugendlichen mit besonders schwerw iegenden Vermittlungshemm-
nissen möglich. Es sind insgesamt 50 Förderfälle im Rahmen der Probebeschäfti-
gung geplant. Eine Bewilligung kann erfolgen, wenn die Prognoseentscheidung ge-
troffen wird, dass innerhalb eines Zeitraums von se chs Monaten mit den Basisin-
strumenten die Beendigung oder Verminderung der Hilfebedürftigkeit durch Integrati-
on und/oder das Erzielen von Integrationsfortschrit ten voraussichtlich nicht erreicht
werden kann.
3.4. Weitere Förderangebote zur Unterstützung der A rbeitsaufnahme und zur Ver-
besserung der Integrationschancen
• Vermittlungsbudget
Zur Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildu ngs- oder Arbeitsplatz und bei
der Arbeitsaufnahme einer sozialversicherungspflich tigen Beschäftigung oder einer
(auch schulischen) Ausbildung sind rund 2.560 Förde rfälle gem. § 44 SGB III ge-
plant.
• Eingliederungszuschuss (EGZ) – Zusammenarbeit mit d em Arbeitgeber- und
Vermittlungsservice (AGVS)
Das Antragsverfahren zum EGZ einschließlich der Bea rbeitung wird in der Regel
vom AGVS in enger Abstimmung mit dem Jobcoach durch geführt. Im Jahr 2014
plant das Jobcenter Münster ca. 140 Förderfälle.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 51 -
• Förderung von Arbeitsverhältnissen
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziale s (MAIS) führt eine zweite ESF-
Förderphase zum Projekt „Öffentlich geförderte Beschäftigung“ durch und hat hierzu
einen Projektaufruf gestartet. Im Kern des Projekte s steht die Vorbereitung und an-
schließende Arbeitsintegration von Langzeitleistung sbeziehern. Der Arbeitskreis
„QuadA“ (Qualifizierung durch Arbeit) nimmt an diesem Projekt teil. Die Stadt Müns-
ter wird dieses Projekt auch finanziell mit eingesp arten Mittel der Kosten der Unter-
kunft unterstützen. Das Projekt hat eine Laufzeit v on 24 Monaten. Geplant sind ins-
gesamt 15 Teilnehmerplätze.
• Arbeitsgelegenheiten (AGH)
Die Erfahrung zeigt, dass das Instrument der AGH si ch sehr gut eignet, um erwerbs-
fähige Leistungsberechtigte zu stabilisieren und an den ersten Arbeitsmarkt heranzu-
führen. Verschiedene Ressourcenbereiche können – je nach individuell ermitteltem
Entwicklungsziel - durch die Absolvierung einer AGH gestärkt werden (Qualifikation,
Sozialverhalten, Arbeitsverhalten, Motivation, Leis tungsfähigkeit, lebenspraktische
Kompetenzen). Im Rahmen individueller Förderketten können Arbeitsgelegenheiten
außerdem gut dazu dienen, auf anderen Maßnahmen auf zubauen, um Ressourcen-
bereiche weiter zu stärken (z. B. das Sozialverhalt en im Anschluss an die Maßnah-
me „Konflikttraining“) oder aber auf andere Entwicklungsziele vorzubereiten (z.B. auf
eine qualifizierende Maßnahme). Daher wird im Vergl eich zum Vorjahr das AGH-
Angebot auf rund 270 Plätze erhöht.
• Einstiegsgeld
Gemäß § 16b SGB II ist es möglich, bei Aufnahme ein er sozialversicherungspflichti-
gen Erwerbstätigkeit Einstiegsgeld als anrechnungsf reien Zuschuss zu gewähren.
Das Jobcenter Münster plant für einen zusätzlichen Anreiz zur Arbeitsaufnahme 56
Förderfälle.
3.5. Förderangebote für Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren
• Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)
Um den betrieblichen Ausbildungserfolg zu sichern, sind auch für das Jahr 2014
ausbildungsbegleitende Hilfen (u.a. Nachhilfe, sozi alpädagogische Betreuung) ge-
mäß § 75 SGB III geplant. Das Jobcenter Münster sie ht Bedarf für rund 25 Jugendli-
che.
• Außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE)
Für Jugendliche, die den Anforderungen einer betrie blichen Ausbildung (noch) nicht
gerecht werden können, werden 17 außerbetriebliche Ausbildungsplätze gemäß
§ 76 SGB III für 2014 angeboten. Erfahrungsgemäß is t die kooperative BaE (fach-
theoretische Ausbildung bei einem Bildungsträger, f achpraktische Ausbildung bei ei-
nem Kooperationsbetrieb) wirkungsvoller als die int egrative BaE (fachtheoretische
und fachpraktische Unterweisung bei einem Bildungsträger). Daher sind 13 koopera-
tive BaE-Plätze und 4 integrative BaE-Plätze geplant, wobei grundsätzlich ein quanti-
tativer Spielraum besteht.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 52 -
Mit rund 100 verschiedenen Ausbildungsangeboten ist eine große Vielfalt an Ausbil-
dungsberufen gegeben. Damit kann das Jobcenter Müns ter auf die Berufswünsche
und Neigungen der jungen Menschen eingehen.
• Einstiegsqualifizierung (EQ)
Im Rahmen der Einstiegsqualifizierung (§ 54a SGBIII ) sind genau wie im Jahr 2013
insgesamt 18 Förderfälle geplant.
3.6. Förderangebote für behinderte und schwerbehinderte Menschen
• Probebeschäftigung
Arbeitgebern können die Kosten für die befristete P robebeschäftigung bis zu einer
Dauer von drei Monaten erstattet werden. Voraussetz ung der Förderung ist, dass
dadurch die Möglichkeit einer Teilhabe am Arbeitsle ben verbessert wird oder eine
vollständige und dauerhafte Teilhabe am Arbeitslebe n zu erreichen ist (vgl.
§ 46 SGB III). Für das Jahr 2014 sind 33 Förderfälle geplant.
• Eingliederungszuschuss
Gemäß § 90 SGB III können für behinderte und schwer behinderte Menschen beson-
dere Eingliederungszuschüsse gewährt werden. Das Jobcenter Münster geht von 43
Förderfällen Im Jahr 2014 aus.
• Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben
Im Rahmen der Unterstützungsmöglichkeiten nach § 11 7 SGB III sind insgesamt 26
Förderfälle geplant.
3.7. Förderangebote zur Existenzsicherung und für Selbstständige
• Einstiegsgeld
Die Förderung durch Einstiegsgeld hat als Zielricht ung die Überwindung der Hilfebe-
dürftigkeit, nicht deren Reduzierung (vgl. § 16b SG B II). Förderentscheidungen zum
Einstiegsgeld werden im Team „Selbstständige“ getroffen. Für das Jahr 2014 sind 40
Förderfälle geplant.
• Leistungen zur Eingliederung von Selbstständigen
Insgesamt sind 16 Förderfälle im Sinne des § 16c SG B II geplant. Darüber hinaus
bietet das Team „Selbstständige“ qualifizierte und intensive Beratungsgespräche an.
Da die Wirtschaftsförderung und das Jobcenter Münster eng verzahnt sind und diese
Zusammenarbeit in Zukunft noch ausbauen wollen, kann sich die Zielgruppe alterna-
tiv auch bei der Wirtschaftsförderung Münster beraten lassen.
3.8. Kommunale Eingliederungsleistungen nach §16a Nr. 1 - 4 SGB II
Der Gesetzgeber hat in Kenntnis der Besonderheit de s Empfängerkreises von Leistun-
gen der Grundsicherung nach SGB II ( z.B. Langzeitbezug, Erwerbsbiografien mit Unter-
brechungen, schwierige Rahmenbedingungen, gesundhei tliche Einschränkungen ) in
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 53 -
§16a Nr. 1 - 4 SGB II Unterstützungs- und Beratungs leistungen installiert, die im Vorfeld
oder parallel zu der Integration auf dem allgemeine n Arbeitsmarkt wirksam werden sol-
len. Es handelt sich um Förderleistungen, deren Inanspruchnahme freiwillig ist.
In Ziffer 1 - 4 werden die Leistungen inhaltlich be stimmten Unterstützungsbereichen zu-
geordnet:
§16a- Leistung Zuständiges
Fachamt
Beteiligter Kooperations-
partner/ Leistungserbringer
Betreuung minderjähriger
und behinderter Kinder,
§ 16a Ziffer 1
Amt für Kinder, Jugendliche
und Familien
Familienbüro
Häusliche Pflege von
Angehörigen ,
§ 16a Ziffer 1
Sozialamt Informationsbüro Pflege im Ge-
sundheitshaus
Schuldnerberatung ,
§ 16a Ziffer 2
Sozialamt Sozialamt, Verbraucherzentrale
Münster, Beratungs- und Bil-
dungszentrum der Diakonie,
Arbeiterwohlfahrt, Caritas
Psychosoziale Betreuung,
§ 16a Ziffer 3
/square4 Gesundheitsamt
/square4 Amt für Kinder, Jugendli-
che und Familien
/square4 Sozialamt
Sozialpsychiatrischer Dienst
Kommunaler Sozialdienst
Migrationsberatung: AWO, DRK,
Caritas, Beratungs- und Bil-
dungszentrum der Diakonie
Suchtberatung,
§ 16a Ziffer 4
/square4 Gesundheitsamt
/square4 Amt für Kinder, Jugendli-
che und Familien
Caritas, Beratungs- und Bil-
dungszentrum der Diakonie
Drogenhilfe der Stadt Münster:
Drobs
Abbildung 28
Die o.g. Leistungen sind als kommunale Eingliederun gsleistungen im SGB II verortet.
Das Angebot der Leistungen nach § 16a SGB II wird a ußerhalb des Jobcenters von an-
deren städtischen Ämtern bzw. Kooperationspartnern erbracht. Diese Art der Leistungs-
erbringung hat den Vorteil, dass auf verbindliche g ewachsene Strukturen mit hoher
Fachlichkeit zugegriffen werden kann.
Dabei ist ein wechselseitiger Prozess zwischen Jobc enter und den anderen städtischen
Ämtern bzw. Kooperationspartnern erforderlich. Dies wurde auch in der erarbeiteten
Konzeption zur Steuerung von Leistungen mit Bezug a uf Aufgaben der Grundsicherung
für Arbeitssuchende (SGB II) aufgenommen.
In der Stadt Münster bestehen über die Frage der No twendigkeit und Sinnhaftigkeit von
§16a – Leistungen keine Zweifel. Insbesondere die h ohe Zahl der Leistungsberechtigten
im Langzeitbezug mit ihren vielfältigen Zugangshemm nissen zum Arbeitsmarkt lässt
keine andere Einschätzung zu. Die zielgruppenbezoge nen Texte des Arbeitsmarkt- und
Integrationsprogramms liefern entsprechende Beispiele.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 54 -
Das Jobcenter wird auch in diesem Jahr auf allen Eb enen daran arbeiten, die vielen un-
terschiedlichen hilfreichen Angebote des § 16a SGB II den Kundinnen und Kunden zu-
gänglich zu machen. Dazu gehört an vorderster Stell e die systematische Einbindung in
den individuellen Beratungsprozess und die sinnvoll e Vernetzung mit der Fallsteuerung
nach dem fa:z© modell. Des Weiteren muss genannt werden:
• Die systematische Einbindung in das Steuerungskonz ept zu Leistungen mit Bezug
zum SGB II der Stadt Münster
• Die Optimierung der Einbettung der § 16a – Leistun gen in das Gesamtförderinstru-
mentarium des Jobcenters, um aufbauend und ergänzen d Synergieeffekte zu schaf-
fen.
• Die Nutzung von Projektstrukturen (Aktiv für Arbei t im Stadtteil)
11 , um Kundinnen und
Kunden besser zu erreichen und Netzwerkstrukturen auszubauen.
• Die systematische Nutzung der erhobenen Daten um d ie Bedarfslagen verlässlich
und valide abzubilden sowie die Qualität der Beratu ngsleistungen stetig zu verbes-
sern.
• Die Nutzung bestehender Kontakt- und Austauschmögl ichkeiten zwischen den Betei-
ligten.
3.9. Förderangebote Dritter
• Perspektive 50 plus
Im Rahmen des Projektes (siehe Ziffer. 2.3.3) sind 3 Maßnahmen mit insgesamt 225
Eintritten für das Jahr 2014 geplant:
• ESF-Sprachkurse
Unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Dauer des A ufenthalts in Deutschland
können Personen mit Migrationsvorgeschichte Maßnahm en der Sprachförderung,
kombiniert mit Elementen beruflicher Qualifizierung, in Anspruch nehmen und so ihre
Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Im Stadtgebie t Münster gibt es ein großes
Angebot an allgemeinen und speziell berufsbezogenen Sprachkursen.
• Integrationskurse
Ebenfalls gibt es ein breitgefächertes Angebot an I ntegrationskursen. Diese beinhal-
ten sowohl Sprachkurse als auch Orientierungskurse für Menschen mit Migrations-
vorgeschichte.
• Sonstige
Darüber hinaus gibt es weitere Bildungsangebote der Agentur für Arbeit Münster
(z.B. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Werkst attjahr), die auch von den
Kunden und Kundinnen des Jobcenters genutzt werden können, ebenso wie Bil-
dungsmaßnahmen, die von anderen Jobcentern oder Arb eitsagenturen im Bundes-
gebiet angeboten werden.
11 Das Projekt Aktiv für Arbeit im Stadtteil ist ein Programm des Europäischen Sozialfonds. Das Ministerium für Ar-
beit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen möchte den Aufbau eines strategischen Netzwerkmana-
gements von arbeitsmarkt- und zielgruppenspezifischen Strukturen in ausgewählten städtischen Problemgebieten för-
dern. Im Stadtquartier Kinderhaus-Brüningheide wurden 3 Netzwerke zu folgenden Schwerpunkten eingerichtet: Ver-
besserung berufsbezogener Sprachkompetenz, Übergang Schule – Beruf und Nicht jugendliche Erwerbsfähige
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014
- 55 -
4. Schlussbemerkung
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 sowie weitere Informationen rund um
das Jobcenter Münster sind auf der Homepage www.jobcenter-muenster.de zu finden.
Beschlussvorlage
3761 Zeichen
V/0096/2014 DER OBERBÜRGERMEISTER Jobcenter Betrifft Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenters Münster 2014 Beratungsfolge 11.03.2014 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Vorberatung 11.03.2014 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 12.03.2014 Integrationsrat Anhörung 18.03.2014 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 19.03.2014 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 26.03.2014 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 02.04.2014 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Zum Erreichen der vereinbarten Ziele und unter Beachtung der vom Rat beschlossenen Schwe r- punktsetzung (Vorlage V/0837/2013) wird das Arbeitsmarkt - und Integrationsprogramm des Jo b- centers Münster für 2014 beschlossen. II. Finanzielle Auswirkungen: Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 wird im Rahmen der eingeplanten Haushalt s- mittel umgesetzt. Im Fall einer Überschreitung dieses Rahmens will der Rat bis zu 100.000 Euro überplanmäßig bereitstellen (Beschluss vom 11.12.2013, V/0622/2013). Begründung: Mit der Vorlage V/0837/2013 wurde ein Einstieg in eine frühzeitige Planung und Steuerung der Leistungen mit Bezug zu Aufgaben für Arbeitssuchende (SGB II) genommen. Darauf aufbauend hat der Rat arbeitsmarktpolitische Schwerpunktse tzungen für das Jahr 2014 beschlossen und die kommunalen Zielvorstellungen formuliert. Gleichzeitig hat der Rat beschlossen, dass er eine vol l- ständige Ausschöpfung des Eingliederungstitels erwartet und dabei das Risiko, das sich aus der daher erforderlichen Überplanung ergibt, eingeht. Parallel zu dieser Vorlage liegt den Gremien das Vorlagen-Nr.: V/0096/2014 Auskunft erteilt: Herr Bierstedt Ruf: 60918-300 E-Mail: Bierstedt@stadt-muenster.de Datum: 19.02.2014 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0096/2014 Steuerungskonzept für Leistungen mit Bezug zu Aufgaben für Arbeitss uchende (SGB II) (V/0980/2013) vor, das eine Beschlussfassung des zuständigen Fachausschusses im ersten Quar- tal vorsieht. Vor diesem Hintergrund hat d as Jobcenter Münster ein Arbeitsmarkt - und Integrationsprogramm erstellt, aus dem hervorgeht, mit welchen geschäftspolitischen Schwerpunkten und Maßnahmen der gesetzliche Auftrag sowie die vereinbarten Ziele zur V ermeidung, Beendigung oder Verring e- rung der Hilfebedürftigkeit der Arbeit suchenden Menschen in Münster umgesetzt werden sollen. Der Prozess für die Auswahl und Gestaltung von Förderinstrumenten und –maßnahmen wurde mit dem Übergang des Jobcenters in die alleinige kommunale Trägerschaft neu strukturiert und sy s- tematisiert. Darüber hinaus wurde der Kreis der beteiligten Akteure deutlich erweitert. Ziel ist die sinnvolle Verknüpfung gesamtstädtischer Leistungen mit Bezug zum SGB II (siehe hierzu auch die Vorlage V/0980/2013). Daher haben neben den Mitgliedern des örtlichen Beirates auch Ve rtreter und Vertreterinnen aus städtischen Fachämtern - die Bezug zur Zielgruppe und/oder zu SGB II Leistungen haben – an den Planungsworkshops mitgewirkt. Nach Abschluss des Planungsprozesses legt die Verwaltung nunmehr dem zuständigen Fachaus- schuss und den anderen fachlich betroffenen politischen Gremien das fertig gestellte Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 vor. Da die Zuständigkeitsordnung derzeit noch keine E ntschei- dungsbefugnis über das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm einem Fachausschuss zugewie- sen hat, wird diese Vorlage dem Hauptausschuss zur Beschlussfassung vorlegt. In Vertretung gez. Thomas Paal Stadtrat Anlage: Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm Jobcenter Münster 2014
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Ludgeriplatz 4
- Brüningheide
- Kinderhaus
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0096/2014
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.02.2014
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37