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V/0096/2014

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenters Münster 2014

Vorlagen 06.02.2014

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Arbeitsmarkt- und  
Integrationsprogramm 2014 
Jobcenter Münster

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 2 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
_____________________________________  
 
Impressum:  
Herausgeber: Jobcenter Münster,  
 Stadthaus 2, Ludgeriplatz 4,  
 48151 Münster 
 
Quelle: Statistiken der Bundesagentur für Arbeit 
  
Münster, Dezember 2013 
 
Foto: Presseamt Stadt Münster / Tilman Roßmöller

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 3 - 
Vorwort 
 
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verheißen fü r 2014 ein gutes Jahr. So sind 
sich die Experten einig, dass die Wachstumsraten deutlich über denen des vergangenen 
Jahres liegen. Für 2014 soll auch die Zahl der Erwe rbstätigen steigen. Eigentlich ein 
Grund optimistisch in die Zukunft zu blicken. Aber wer wird davon profitieren? Die Prog- 
nosen, den SGB II Leistungsbezug zu verlassen, sehen trotz guter Konjunkturaussichten 
für die Betroffenen nicht gut aus. Die strukturelle n Probleme auf dem Arbeitsmarkt wer- 
den deutlicher. Umso mehr gilt es für uns als Jobce nter, einen Beitrag zu leisten, dass 
dort, wo individuelle Chancen bestehen, diese auch erkannt und konsequent genutzt 
werden. 
 
Auch in Münster sind trotz guter Arbeitsmarktlage viele Menschen von Grundsicherungs- 
leistungen abhängig. Vielfach gibt es dabei auch ve rfestigte Arbeitslosigkeit. Über 60 % 
der Leistungsbeziehenden sind schon zwei Jahre oder  länger im Leistungssystem. 
Grund genug, hier auch für das kommende Jahr einen deutlichen Schwerpunkt der Ar- 
beit zu setzen. Es soll erreicht werden, insbesonde re diesem Personenkreis durch An- 
gebote in den Bereichen Stabilisierung, Gesundheit und vor allem zielgerichtet durch 
abschlussbezogene Qualifizierung, Möglichkeiten für  eine nachhaltige Integration in so- 
zialversicherungspflichtige Beschäftigung zu eröffn en. Das ist oftmals ein langer Weg. 
Die Ansätze in diesem Handlungsprogramm sollen dazu  beitragen, gerade auch für die- 
sen Personenkreis Perspektiven aufzuzeigen. Das ist nicht allein zu erreichen.  
 
Das im vergangenen Jahr bereits aufgenommene Verfah ren der Beteiligung Dritter bei 
der Aufstellung des Arbeitsmarktprogramms wurde auc h für diese Konzeption fortge- 
setzt. Neben dem bereits in die vergangene Planungs phase eingebundenen Beirat wur- 
de nun auch städtischen Ämtern die Möglichkeit gege ben, sich in die Planungen einzu- 
bringen bzw. eigene Planungen mit denen des Jobcent ers abzustimmen. Damit wird 
sukzessive die gesamtsstädtische Steuerung aller Leistungen mit SGB II-Bezug erreicht. 
Im Sinne einer lernenden Organisation soll dieser P rozess weiter intensiviert werden. 
Ziel ist es, den Einsatz arbeitsmarktpolitischer In strumente mit Aspekten der Stadtent- 
wicklung, der Bildungs- und Integrationspolitik, de r Jugendarbeit sowie der Jugendsozi- 
alarbeit und der Sozialpolitik sinnvoll zu verknüpf en, um möglichst viele gut aufeinander 
abgestimmte Leistungsangebote für die hilfebedürfti gen Menschen in der Stadt Münster 
vorzuhalten.   
 
Nicht nur stadtintern, sondern vielmehr auch im Zusammenspiel der Kräfte innerhalb der 
Optionsregion Münsterland, soll im Verbund mit den benachbarten Jobcentern der Krei- 
se Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf gescha ut werden, wie die Arbeit noch 
besser als bisher abgestimmt und koordiniert werden  kann. Insbesondere sollen Aufga- 
ben verstärkt dort wahrgenommen werden, wo sie eine n Mehrwert für die Leistungsbe- 
rechtigten sowie die Jobcenter versprechen. Hierzu gehören beispielsweise gemeinsa- 
me Aktivitäten zur Arbeitsvermittlung, zur Stärkung  der Wirtschaft und Öffentlichkeitsar- 
beit,  bis hin zur Bündelung von Ressourcen bei gem einsamen Verwaltungsaufgaben. 
Hier werden im Verlauf des Jahres interessante Arbeitsergebnisse erwartet.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 4 -
 
Zwei Jahre nach der Umstellung auf die kommunale Tr ägerschaft ist es an der Zeit, ers- 
te gewonnene Erkenntnisse insbesondere im Hinblick auf die Aufbaustruktur und den 
Aufgabenablauf zu analysieren und ggf zu verändern.  Ein erster Schritt wurde mit der 
Einrichtung des neuen Eingangsbereiches (Foyer) und  der Anpassung der Kundensteu- 
erung bereits erfolgreich umgesetzt. Unter dem Mott o „Noch näher am Kunden“ werden 
wir 2014 unsere Organisation und unsere Prozesse un ter dem Aspekt von Verbesse- 
rungsmöglichkeiten im Sinne unserer Kundinnen und K unden genau durchleuchten und 
bei Bedarf Anpassungen vornehmen.  
 
Somit steht für das Jahr 2014 wieder einiges auf de r Agenda. Neben den organisatori- 
schen Aufgaben ist es erneut Zielsstellung, alle An strengungen zu unternehmen, regio- 
nale Arbeitsplätze zu erschließen und für die leist ungsberechtigten Bürgerinnen und 
Bürger Perspektiven zu gestalten, um an die bisher erfolgreiche Arbeit anzuknüpfen. 
Hierzu bedarf es einer guten Vernetzung aller wirts chafts-, sozial- und arbeitmarktpoliti- 
schen Akteure.  
 
 
 
Ralf Bierstedt 
 
Amtsleiter  
Jobcenter Münster

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 5 - 
 
Inhalt 
 
1. 
 Rahmenbedingungen.................................. ................................................... ....- 8 - 
1.1.  Leitbild des Jobcenters Münster ......................................................................-  8 - 
1.2.  Zielvereinbarung................................... ................................................... ........- 9 - 
1.2.1 Analyse der örtlichen Rahmenbedingungen ................................................- 9 -  
1.3. Arbeitsmarkt konkret ............................................................................. .............- 10 -  
1.3.1. Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen...................................................- 11 -  
1.3.2. Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschaftsklassen..................- 13 -  
1.3.3. Zusammenfassung und Ergebnisse .........................................................- 17 -  
1.3.4. Handlungsempfehlungen.......................................................................... - 18 - 
1.3.5. Strukturdaten des Arbeitskräfteangebotes SGB III und SGB II in Münster - 20 - 
1.3.6 Entwicklung der wesentlichen Daten im Zeitverlauf ...................................- 22 - 
1.4. Finanzen ......................................................................................... ...................- 23 -  
1.5. Geschäftspolitische Schwerpunkte................................................................. ....- 23 - 
1.6. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte............................................................... ....- 24 - 
1.6.1. Definierte Zielgruppen des Jobcenters .....................................................- 24 - 
1.6.2. Zielgruppenorientierte Organisationsstruktur............................................- 26 -  
1.7. Gender ........................................................................................... ....................- 27 -  
1.8. fa:z konforme Arbeitsmarktdienstleistungen ....................................................... - 29 - 
2.  Planungsprozess und Ergebnisse..................... .............................................- 30 -  
2.1. Planungsprozess der Förderinstrumente und Fördermaßnahmen......................- 30 -  
2.2. Prozessbeschreibung im Detail .................................................................... ......- 30 - 
2.3. Ergebnisse der Planungsworkshops................................................................. ..- 30 - 
2.3.1. Zielgruppe „U 25“ .............................................................................. .......- 31 - 
2.3.2. Zielgruppe „25 bis 49-Jährige“................................................................. .- 32 - 
2.3.3. Zielgruppe „50plus“ ............................................................................ ......- 33 - 
2.3.4. Zielgruppe „Alleinerziehende“.................................................................. .- 35 - 
2.3.5. Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“................................- 36 - 
2.3.6. Zielgruppe „Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden“...................- 39 - 
2.3.7. Zielgruppe „Gründungswillige und Selbstständige“...................................- 40 - 
2.4. Zusammenfassung der Ergebnisse ................................................................... .- 40 - 
3. Übersicht der Förderinstrumente und Förderfälle ............................................- 41 -  
3.1. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung ...............................- 42 -

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 6 -
 
3.2. Förderung der beruflichen Weiterbildung .......................................................... . - 47 - 
3.3. Freie Förderung .................................................................................. ............... - 49 - 
3.4. Weitere Förderangebote zur Unterstützung der A rbeitsaufnahme und zur 
Verbesserung der Integrationschancen.................................................................. ... - 50 - 
3.5. Förderangebote für Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren .......... - 51 - 
3.6. Förderangebote für behinderte und schwerbehinderte Menschen...................... - 52 - 
3.7. Förderangebote zur Existenzsicherung und für Selbstständige.......................... - 52 - 
3.8. Kommunale Eingliederungsleistungen nach §16a Nr. 1 - 4 SGB II..................... - 52 - 
3.9. Förderangebote Dritter........................ ................................................... ............ - 54 - 
4. Schlussbemerkung................................ ................................................... .......... - 55 -

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 7 - 
 
Zusammenfassung für die eilige Lektüre: 
 
 
Das Jobcenter Münster hat ein eigenes Leitbild! 
 
Die Zielvereinbarung wird auf ein neues, besseres System umgestellt. 
 
Das Wachstum wird 2014 wenig Einfluss auf den Arbei tsmarkt haben. Insbesondere 
SGB II Bezieher werden nicht bzw. nur im geringen Umfang partizipieren. 
Strukturprobleme auf dem Arbeitsmarkt werden deutli cher. Das Jobcenter Münster kann 
sowenig wie auch die anderen Jobcenter die struktur ellen Probleme alleine lösen, wir 
können nur einen Beitrag dazu leisten, dass dort, w o individuelle Chancen bestehen, 
diese auch erkannt und konsequent genutzt werden. 
 
Geschäftspolitische Schwerpunkte 2014: 
 
  Fokus liegt bei den Langzeitleistungsbeziehenden 
 
  Abschlussbezogene Qualifizierung 
 
  Gesundheit 
 
Die finanzielle Ausstattung an Eingliederungsmitteln liegt auf Vorjahresniveau 
 
Der Planungsprozess 2014 wurde mit Beteiligung des örtlichen Beirates sowie 
 Vertrete- 
rinnen und Vertretern aus städtischen Ämtern mit Bezug zum SGB II weiter vernetzt. 
 
Förderketten aufgrund der Kundenstruktur sind notwe ndig. Mehr Eingliederungsmittel 
sind 2014 für Aktivierungs- und Stabilisierungsmaßnahmen geplant.  
 
Beteiligung am Programm des Landes zur Förderung der öffentlich geförderten Beschäf- 
tigung. 
 
Die drei großen Blöcke der Förderung verteilen sich auf Maßnahmen zur Aktivierung und 
Eingliederung, Förderung der beruflichen Weiterbild ung und Arbeitsgelegenheiten. Über 
alle Instrumente hinweg sind insgesamt 5.765 Förderungen geplant.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 8 -
 
 
1. Rahmenbedingungen 
 
1.1. Leitbild des Jobcenters Münster 
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben 2012/201 3 ein Leitbild für das Jobcenter 
Münster erarbeitet, welches handlungsleitend für di e Umsetzung des SGB II in Münster 
ist. Auf der Mitarbeiterversammlung am 27.02.2013 w urde das Leitbild des Jobcenters 
Münsters vorgestellt. Mit diesem Leitbild machen di e Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 
des Jobcenters als Teil der Stadtverwaltung Münster  ihr Selbstverständnis nach innen 
und außen transparent.  
 
Inhalte des Leitbildes: 
 
• Arbeits- und Kompetenzfelder: Wir setzen das SGB II als Übergangssystem um und 
halten uns dabei an das Prinzip des Förderns und Forderns. 
 
• Kundenverständnis: Ein gutes Verhältnis zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitar- 
beitern und den Kundinnen und Kunden ist für unsere  Arbeit zentral. Wir verstehen 
uns als Repräsentanten des Jobcenters Münster und handeln zielorientiert.  
 
• Organisationskultur: Wir sind EIN Amt und arbeiten gemeinsam daran, die arbeits- 
markt- und sozialpolitischen Ziele der Stadt Münste r umzusetzen. Eine freundliche 
Arbeitsatmosphäre ist unser aller Ziel, für das wir auch alle Verantwortung tragen. 
 
• Informieren und Kommunizieren: Gegenseitige Wertschätzung ist die Grundlage un- 
serer Kommunikationskultur. Dabei sind Vertrauen, V ertraulichkeit und Transparenz 
in der Kommunikation für uns Ausdruck der Vielseitigkeit dieser Kultur.     
 
• Führen: Die Anforderungen und Erwartungen an Führungskräfte im Jobcenter Müns- 
ter sind vielfältig. Sie sind Vermittlerinnen und V ermittler zwischen Zielsetzungen, 
Rahmenbedingungen und der praktischen Umsetzung des SGB II. 
 
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter : Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das 
Fundament für eine erfolgreiche Arbeit. Sie leisten  damit einen wichtigen Beitrag zur 
sozialen Absicherung, Aktivierung und Integration in der Stadt Münster.  
 
• Zusammenarbeit mit Partnern:  Wir verstehen uns als offener und professioneller Ko- 
operationspartner in der Stadt Münster. Partnerscha ftliche Zusammenarbeit ist für 
unsere Arbeit ein wichtiger Faktor, den wir in Zukunft weiter ausbauen wollen. 
 
Die Umsetzung wird auf allen Ebenen des Jobcenters Münster regelmäßig reflektiert, 
aktiv gelebt und gestaltet, was dazu führen kann 
, dass Teilaspekte des Leitbildes kon- 
zeptionell angepasst bzw. weiterentwickelt werden.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 9 - 
1.2. Zielvereinbarung 
In den vergangenen Jahren wurden in den bisherigen Zielvereinbarungsprozessen Ziel- 
korridore zu den Kennzahlen nach § 48b SGB II durch  ein bundesweites, gemeinsames 
Planungsdokument vorgegeben. Innerhalb dieser Korri dore hatten die Jobcenter Ange- 
botswerte abzugeben. Weiter wurden sogenannte „Aufh olspannen“ für die Jobcenter 
vorgegeben, die mit ihren bisherigen Ergebnissen un terhalb bestimmter Werte ihres 
Vergleichsclusters lagen. Diese Aufholspannen haben  sich nicht bewährt. Hierbei wur- 
den die lokalen Rahmenbedingungen nicht ausreichend  berücksichtigt. Ausgehend von 
dieser Erkenntnis wurde der Prozess zur Zielvereinbarung 2014 neu gestaltet.  
 
Erstmalig für 2014 sollen danach die Jobcenter selb st
 im Rahmen eines lokalen Pla- 
nungsdokuments Angebote für Zielwerte entwickeln un d abgeben, die durch die jeweili- 
gen Zielvereinbarungspartner auf der Basis der Ange botswerte in den Vergleichstypen 
bewertet und eingeordnet werden. Gegebenenfalls sol len dann Nachverhandlungen er- 
folgen, die schließlich zu individuellen Zielwerten  für alle Jobcenter führen. Die Stadt- 
verwaltung Münster begrüßt das neue Verfahren, das den eigenen Vorstellungen entge- 
genkommt, und verbindet damit die Hoffnung auf ein näher an den tatsächlichen Gege- 
benheiten anknüpfendes Verfahren mit Zielwerten, di e realistisch betrachtet auch von 
den Jobcentern erreicht werden können, und somit di e Akzeptanz bei allen Beteiligten 
erhöht. 
 
Für 2014 sind die Ziele „Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit“ und „Reduzie- 
rung des Langzeitleistungsbezugs“ mit konkreten Zie lwerten zu beplanen. Der Rat der 
Stadt Münster hat mit der Vorlage V 0837/2013 die V erwaltung beauftragt im Rahmen 
eines dort genannten Korridors eine Zielvereinbarun g auszuhandeln. Auf Basis dieses 
Korridors und der nachfolgend dargestellten Daten u nd Prognosen wurde dem Ministeri- 
um für Arbeit, Integration und Soziales NRW ein Ang ebot von -4,4 % Rückgang der In- 
tegrationsquote und eine Senkung der Langzeitleistu ngsbeziehenden um 1,5% unter- 
breitet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramms ist 
der Vereinbarungsprozess noch nicht abgeschlossen. 
1.2.1 Analyse der örtlichen Rahmenbedingungen 
Die wirtschaftlichen Aussichten für die Bundesrepub lik Deutschland für das Jahr 2014 
stehen nach aktuellen Prognosen unter einem positiv en Vorzeichen. So prognostiziert 
die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose (der Projek tgruppe Gemeinschaftsdiagnose 
gehören folgende Institutionen an: Deutsches Instit ut für Wirtschaftsforschung e. V, ifo 
Institut, KOF (Konjunkturforschungsstelle der ETH Z ürich), Institut für Wirtschaftsfor- 
schung Halle, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) eine Steigerung 
des Bruttoinlandsproduktes für 2013 von 0,6 % und f ür das Jahr 2014 eine weitere Stei- 
gerung um 1,8 % (vgl. Gemeinschaftsdiagnose vom 15.10.2013).

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 10 -
 
 
Abbildung 1  Quelle: Gemeinschaftsdiagnose, Statistik der Bundesagentur für Arbeit, IAB, eigene Berechnung     
 
Weiter wird ein Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen  um rund 260.000 Personen (Ge- 
meinschaftsdiagnose) bzw. um 240.000 Personen durch das Institut für Arbeitsmarkt und 
Berufsforschung (IAB) erwartet. Die Projektgruppe G emeinschaftsdiagnose sowie das 
IAB prognostizieren trotz Anstiegs der Zahl der Erw erbstätigen und Anstieg der sozial- 
versicherungspflichtigen Beschäftigten (vgl. Abbild ung 1) keinen nennenswerten Rück- 
gang der Arbeitslosenzahlen. Die vorgenannten Besch äftigungsgewinne werden haupt- 
sächlich durch eine Ausweitung des Erwerbspersonenp otentials insbesondere durch 
Zuwanderung erzielt. Es wird ein Rückgang der Arbei tslosigkeit im Rechtskreis SGB III 
von 30.000 Personen und im Rechtskreis SGB II von 5 .000 Personen durch das IAB 
prognostiziert. Bei Betrachtung der Eckwerte SGB II  im Zeitverlauf (vgl. Abbildung 1) 
wird deutlich, dass selbst positive Wachstumsraten nicht die gewünschten Erfolge im 
Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende bewir ken. Selbst das IAB konstatiert in 
seinem Kurzbericht 18/2013 „ Mit einem starken Rückgang der Arbeitslosigkeit ist vorerst 
nicht mehr zu rechnen, strukturelle Probleme werden  deutlicher“. Leider muss festge- 
stellt werden, dass dies trotz guter wirtschaftlich er Voraussetzungen auch für Münster 
gilt. Für den lokalen Arbeitsmarkt in Münster wird ebenfalls davon ausgegangen, dass 
sich die Zahl der Erwerbstätigen leicht erhöht. Die se Erhöhung wird aber nur geringe 
positive arbeitsmarktliche Effekte auf der Arbeitsk räfteangebotsseite nach sich ziehen 
und vorwiegend im Bereich des SGB III spürbar werde n, da dort doch ein größeres Po- 
tential an qualifizierten Arbeitskräften gemeldet i st. Für den Bereich SGB II ist von einer 
weiteren Zunahme der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten auszugehen. 
1.3. Arbeitsmarkt konkret 
Zum Stichtag 31.12.2012 waren in Münster 148.057 Me nschen sozialversicherungs- 
pflichtig beschäftigt, davon 75.168 Männer und 72.889 Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr 
bedeutet dies eine Steigerung von 0,9 % (1.354 Besc häftigte). Bei den geringfügig Be- 
schäftigten hat es demgegenüber mit 39.505 Beschäft igten zum Stichtag 31.12.2012 
kaum eine Veränderung zum Vorjahresstichtag (39.469) gegeben. 
 
Eckdaten der Prognose für Münster  
2009  2010  2011  2012  2013  2014  
Reales Bruttoinlandsprodukt ( Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent  
Deutschland  -5,1  4 3,3  0,7  0,4  1,8  
Nordrhein-Westfalen  -5,8  3,3  2,6  0,4  0,3  1,5  
Erwerbstätige 
Deutschland  40.372.000       40.587.000       41.152.000       41.608.000       41.843.000         42.102.000       Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent  - 0,5                1,4                   1,1                   0,6                      0,6                    sozialversicherungspflichtig Beschäftigte  
Deutschland  27.129.165       27.461.236       28.126.932       28.637.782       28.799.527         28.977.790       Nordrhein-Westfalen  5.766.861         5.820.035         5.963.603         6.050.508         6.084.681           6.122.344         Münster  136.767            140.254            143.743            146.112            146.937              147.847            Arbeitslosenquote  
Deutschland  8,1  7,7  7,1  6,8  6,9  6,8  
Nordrhein-Westfalen  8,9  8,7  8,1  8,1  8,2  8,1  
Münster  7,1  6,6  6,5  6,6  6,7  6,6  
Eckwerte SGB II  
Bedarfsgemeinschaften  
Deutschland  3.559.819         3.583.614         3.422.686         3.325.171         3.344.776           Nordrhein-Westfalen  817.175            842.471            822.860             814.444            828.020              Münster  * 10.281             10.569             10.481             10.744             10.869                10.999              Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent  - 2,8                   0,8 -                  2,5                   1,2                      1,2                    erwerbsfähige Leistungsberechtigte  
Deutschland  4.909.122         4.891.372         4.615.520         4.443.094         4.459.058           NordrheinWestfalen  1.156.639         1.183.180         1.145.345         1.126.267         1.142.152            Münster   13.914             14.146       13.903             14.013             14.209**                14.489*              Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent  - 1,7                   1,7 -                  0,8                   1,4        2,0                    * eigene Prognose  
** Prognose der Bundesagentur für Arbeit  
Prognose

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
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1.3.1. Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen 
Die Wirtschaftsstruktur in Münster ist seit jeher d ienstleistungsorientiert. Mehr als 86 % 
aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten 
1 sind im tertiären Bereich 2 tätig (Abbil- 
dung 2). 
 
SV-pflichtige Beschäftigte am 
Stichtag Ende… 
Wirtschaftsabschnitte / Wirtschaftsabteilungen / 
Wirtschaftsgruppen Dez. 12 Dez. 11 
Verände- 
rung 
zum Vor- 
jahr 
SV-pflichtige Beschäftigte insgesamt 148.057 146.70 3 1.354 
Gesundheits- und Sozialwesen 24.986 25.117 -131 
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 19.575 20.356 -781 
Öff. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, Körper- 
schaften 12.927 12.701 226 
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 12.534 12.961 -427 
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 11.161 11.151 10 
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und tech- 
nischen Dienstleistungen 9.687 9.067 620 
Information und Kommunikation 9.417 8.889 528 
Gastgewerbe 4.549 4.387 162 
Abbildung 2: SV-pflichtige Beschäftigte nach Wirtscha ftsabschnitten/Wirtschaftsabteilungen / Wirtschafts - 
gruppen 
 
Dabei dominiert vor allem das Gesundheits- und Sozi alwesen den regionalen Arbeits- 
markt. Mit einem Anteil von 16,9 % an allen sozialv ersicherungspflichtigen Beschäftigten 
ist annähernd jeder Sechste in diesem Bereich tätig . Damit hat das Gesundheits- und 
Sozialwesen erneut an Wachstum zugelegt - im Vorjahr war mit einem Anteil von 12,3 % 
jeder achte Beschäftigte in diesem Bereich tätig.  
Die positive Entwicklung wird auch durch die Beobac htungen des Arbeitgeber- und Ver- 
mittlungsservice (AGVS) des Jobcenters bestätigt, w onach permanent Bedarf an – vor 
allem – qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswe sen, wie auch der Altenpflege, be- 
steht. Da geeignetes Personal am Arbeitsmarkt fast nicht verfügbar ist, reagieren die 
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mittlerweile auch mit einem Angebot an flexiblen Ar- 
beitszeiten, um z. B. qualifizierten Berufsrückkehr enden eine Beschäftigung anbieten zu 
können. 
 
Leicht rückläufig zeigt sich die Entwicklung im Ber eich Handel. Mit einem Minus von 781 
Stellen waren 2012 nur noch 11,7 % (Vorjahr: 13,9 % ) aller Beschäftigten im Handel 
tätig.  
                                               
 
1 Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 31. Dezember 2012), „Sozialversicherungspflichtige 
Beschäftigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.  
2 Der tertiäre oder auch Dienstleistungssektor umfasst die Gesamtheit der Dienstleistungen, die in Unternehmen, durch 
den Staat oder öffentliche Einrichtungen erbracht werden, wie etwa Handel, Gesundheitswesen, Verkehr und Lagerei, 
Hotel und Gastronomie, Information und Kommunikation sowie sonstige Dienstleistungen

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
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Im AGVS des Jobcenter Münster war im Jahresverlauf 2012/2013 deutlich spürbar, dass 
der Handel sich sehr zurückhaltend zeigt. Für Verka ufskräfte mit abgeschlossenen Aus- 
bildungen im Nahrungsmittelbereich bestehen weiterh in sehr gute Einstellungschancen, 
während Ungelernte überwiegend in versicherungsfrei e oder saisonale Beschäftigungs- 
verhältnisse einmünden. 
 
Neben den erstgenannten Wirtschaftsbereichen finden sich die meisten Beschäftigten in 
den Bereichen „Erbringung von sonstigen wirtschaftl ichen Dienstleistungen“ (8,5 %), 
„Öffentliche Verwaltung, Sozialversicherung, Körperschaften“ (8,7 %) sowie „Erbringung 
von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ (7,5 %) wieder. 
 
Der Bereich der „sonstigen wirtschaftlichen Dienstl eistungen“ zeigt sich mit einem Ab- 
gang von 427 Beschäftigten leicht rückläufig. Über die Hälfte (258 Stellen) des Rück- 
gangs entfällt auf die Untergruppe der „Überlassung  von Arbeitskräften“. Mit 4.454 Be- 
schäftigten sind 3 % aller sozialversicherungspflic htig Beschäftigten hier tätig, das be- 
deutet im Vergleich zu 2011 einen Beschäftigungsrückgang von 5,5 %.  
 
Am münsterschen Arbeitsmarkt war im Zeitraum 2012/2 013 eine deutliche und flächen- 
deckende Marktbereinigung zu beobachten; einige Per sonaldienstleister verkleinerten 
Filialen oder legten diese überörtlich zusammen. Kl einere Unternehmen haben verein- 
zelt die Dienstleistung vollständig eingestellt und ihren Betrieb aufgegeben. 
 
Integrationen auf dem Gebiet der „Überlassung von A rbeitskräfte“ erfolgen historisch 
eher in Helferberufe – dementsprechend bezogen sich  auch im AGVS die meisten Stel- 
lenangebote auf Tätigkeiten in der Produktion, im L ager sowie in Call-Centern. Zuneh- 
mend ist jedoch die Entwicklung zu beobachten, dass auch Stellen für höher Qualifizierte 
über die Personaldienstleister angeboten werden.  
 
Entsprechend der hohen Dienstleistungsorientierung sind mit 13.495 Beschäftigten (Vor- 
jahr: 12.851 Beschäftigte) nur 9,1 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im 
„verarbeitenden Gewerbe 
3“ tätig, bei den geringfügig Beschäftigten sind es gar nur 
3,5 %. 3,3 % aller sozialversicherungspflichtig und  1,7 % aller geringfügig Beschäftigten 
sind im Baugewerbe tätig. Während die Geschlechterv erteilung bei den versicherungs- 
pflichtigen Beschäftigten annähernd gleich ist, sin d 60,7 % der sozialversicherungsfrei 
Beschäftigten 4 Frauen (23.989 Beschäftigte). Im Gastgewerbe, dem Wirtschaftsbereich, 
der klassisch mit Aushilfskräften, Studierenden ode r geringfügig Beschäftigten arbeitet, 
ist mit 144 zusätzlichen Stellen erneut eine Steige rung zum Vorjahr erkennbar (Abbil- 
dung 3). Anders stellt sich die Entwicklung im Bere ich „Handel; Instandhaltung und Re- 
paratur von Kfz“ dar. Alleine im Einzelhandel wurde n 2012 337 geringfügige Beschäfti- 
gungsverhältnisse abgebaut – dieses spiegelt den St ellenrückgang wider, der auch bei 
den versicherungspflichtigen Beschäftigungen erkennbar ist. 
                                                
3 Herstellung chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse, Nahrungs- und Genussmittel, Maschinenbau . 
4 Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 31. Dezember 2012), „Geringfügig entlohnte Beschäf- 
tigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.

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geringfügig Beschäftigte am 
Stichtag Ende… Wirtschaftsabschnitte / Wirtschaftsabteilungen / 
Wirtschaftsgruppen Dez. 12  Dez. 11 Veränderung 
zum Vorjahr 
Geringfügig Beschäftigte insgesamt 39.505 39.469 36 
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrz eu- 
gen 7.198 7.630 -432 
Gastgewerbe 5.301 5.157 144 
Gesundheits- und Sozialwesen 4.762 4.777 -15 
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstlei stun- 
gen 4.275 4.349 -74 
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und 
technischen Dienstleistungen 2.282 2.310 -28 
Information und Kommunikation 2.046 1.520 526 
Öff. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, Kör- 
perschaften 957 933 24 
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleist un- 
gen 377 363 14 
Abbildung 3: Geringfügig  Beschäftigte nach Wirtscha ftsabschnitten/Wirtschaftsabteilungen/ Wirtschafts-
gruppen 
 
1.3.2. Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschaftsklassen  
Um eine Aussage darüber treffen zu können, in welch e Berufe die erwerbsfähigen Leis- 
tungsberechtigten (eLb) im Jobcenter Münster im Jah r 2013 (Berichtsmonat Januar-Juli) 
eingemündet 
5 sind, wurde durch das Controlling des Jobcenter Mü nster 6 eine entspre- 
chende Auswertung generiert. 
 
Im beobachteten Zeitraum nahmen insgesamt 1.597 eLb
7 in eine sozialversicherungs- 
pflichtige Beschäftigung, selbständige Tätigkeit od er Berufsausbildung auf, darunter 642 
weibliche und 955 männliche eLb. 
 
1.470 eLb wurden in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt, darunter 587 
weibliche und 883 männliche eLb. Die folgenden Ausw ertungen erläutern, in welchen 
Berufszweigen diese Personen Arbeit aufgenommen hab en und wie sich die Integratio- 
nen im Vergleich zum Vorjahr darstellen. 
 
Den höchsten Anteil an allen Integrationen in sozia lversicherungspflichtige Beschäfti- 
gungsverhältnisse bilden erneut die Integrationen i n klassische Tätigkeiten für Gering- 
qualifizierte. 
                                               
 
5 Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.  
6 Quelle: Controlling des Jobcenter Münster, Auswertung vom 11.7.2013 „Auswertung der Integrationen nach DKZ im 
Berichtsjahr 2013“. 
7 Alter der eLb von 15-64 Jahre.

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Sozialversicherungspflichtige Integrationen 
„Top 10“ – berufsübergreifend   
0 20 40 60 80 100 120 140 
Helfer/in - Reinigung 
Helfer/in - Lagerwirtschaft, Transport 
Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug 
Helfer/in - Verkauf 
Helfer/in - Küche 
Call-Center-Agent/in 
Verkäufer/in 
Helfer/in - Büro, Verwaltung 
Auslieferungsfahrer/in (nicht Verkaufsfahrer/in) 
Helfer/in - Gastgewerbe 
m
w
Abbildung 4: Stand 11.07.2013 
 
Die „Top 10“ der Integrationen  stellt sich mit zwei Ausnahmen unverändert zum Vor - 
jahr dar: Berufskraftfahrer/in und Servicekraft mus sten der Helfer/in – Büro, Verwaltung 
sowie Helfer/in Gastgewerbe weichen. Mit 627 Integr ationen erfolgten bereits über 40 % 
aller Integrationen im Berichtszeitraum in diese Berufsgruppen.  
 
Bei der isolierten Betrachtung der männlichen eLb 
 ist die Verteilung der Integrationen 
fast identisch mit den Top 10 der geschlechterübergreifenden Integrationen. Die meisten 
männlichen eLb nahmen im Berichtszeitraum Beschäfti gung als Helfer Lagerwirtschaft, 
Transport (104 Integrationen), mit Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug (61 Integrationen) 
und Helfer Reinigung (53 Integrationen) auf. Danebe n mündeten je 21 Männer in Be- 
schäftigung als Helfer im Hochbau und Taxifahrer ei n, 20 als Helfer Verkauf und 16 als 
Berufskraftfahrer. 
Bei den weiblichen eLb 
 stellt sich die Verteilung anders dar: Die meisten  Integrationen 
erfolgten im Berichtszeitraum als Helferin Reinigun g (94 Integrationen), Helferin Verkauf 
(38 Integrationen) und Helferin Küche (26 Integrati onen). Daneben nahmen noch 24 
Frauen eine Tätigkeit als Verkäuferin, 20 als Helfe rin Büro und Verwaltung, jeweils 18 
als Call-Center-Agentin und Helferin Lagerwirtschaf t und Transport auf. Je weitere 15 
Frauen mündeten als Sozialarbeiterin/Sozialpädagogi n und Friseurin ein, 13 von ihnen 
als Helferin in der Hauswirtschaft. 
 
Der eingangs erwähnte positive Trend im „Gesundheit s- und Sozialwesen“ lässt sich in 
den „Top 10“ der erzielten Integrationen zwar nicht  erkennen, die isolierte Betrachtung 
der Integrationen in diesem Bereich zeigt aber:

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Sozialversicherungspflichtige Integrationen 
„Top 10“ Gesundheit und Soziales   
0 5 10 15 20 25 
Sozialarbeiter/in / Sozialpädagoge/-pädagogin 
Altenpflegehelfer/in 
Helfer/in - Altenpflege 
Erzieher/in 
Zahntechniker/in 
Sozialhelfer/in/-assistentin 
Ergotherapeut/in 
Altenpfleger/in 
Zahnarzt/-ärztin 
Medizinische/r Fachangestellte/r 
m
w
Abbildung 5: Stand 11.07.2013 
 
78 Integrationen wurden im Berichtszeitraum in Beru fsfelder erzielt, die dieser Wirt- 
schaftsklasse zuzuordnen sind. Damit sind über 5 % aller Integrationen in Berufe des 
Gesundheits- und Sozialwesens erfolgt.  
 
Auffallend und atypisch zu den Verläufen der übrige n Wirtschaftsbereiche ist die hohe 
Anzahl von Integrationen in Berufe, die eine (höher e) Qualifikation voraussetzen – so 
z.B. Sozialarbeiter/in / Sozialpädagoge/-pädagogin, Altenpflegehelfer/in oder Erzieher/in. 
Fast die Hälfte der gesamten Integrationen im Berei ch Gesundheits- und Sozialwesen 
erfolgte in Berufsfelder der Altenpflege.  
 
Der bereits im Vorjahr festgestellte gute Arbeitsmarkt im Gesundheits- und Pflegebereich 
wird durch die im Berichtszeitraum erzielten Integr ationen erneut bestätigt und zeigt so- 
mit auch Integrationschancen durch zielgerichtete Q ualifizierung geeigneter Arbeitsu- 
chender auf.  
 
Einen verhältnismäßig geringen Anteil an allen sozi alversicherungspflichtigen Integratio- 
nen nehmen die Wirtschaftsbereiche „Handel“  sowie „Handwerk und Industrie – ohne 
Helfer“  ein. 
 
Die in die Berufsfelder des Handels erzielten Integ rationen spiegeln die Zurückhaltung 
der Arbeitgeber wieder, die der AGVS im Jahresverla uf beobachtet hat. Es zeigt sich, 
dass die meisten Integrationen im Helferbereich erf olgt sind – alleine 58 Integrationen 
als Helfer/in – Verkauf. Dieses zeigt einerseits, d ass relativ gute Chancen für gering 
Qualifizierte bestehen, darf aber auch nicht darübe r hinwegtäuschen, dass diese Ar- 
beitskräfte häufig nur saisonal beschäftigt werden.

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„Sozialversicherungspflichtige Integrationen 
„Top 10“ Handel  
0 10 20 30 40 50 60 
Helfer/in - Verkauf 
Verkäufer/in 
Kassierer/in - Handel 
Verkäufer/in - Nahrungsmittelhandw erk 
Einzelhandelskaufmann/-frau 
Kiosk-/Imbissverkäufer/in 
Fachverkäufer/in - Lebensmittelhandw erk (Bäckerei) 
Fachverkäufer/in - Lebensmittelhandw erk (Fleischerei) 
Kaufmann/-frau - Einzelhandel 
Fachverkäufer/in - Nahrungsmittelhandw erk 
m
w
Abbildung 6: Stand 11.07.2013  
 
Anders stellt sich die Situation im Bereich „ Handwerk und Industrie “ dar. Es gibt vor 
allem im Handwerk eine starke Nachfrage nach Qualif izierten, die in Zeiten des Fach- 
kräftemangels jedoch nicht bedient werden kann. Gut e und qualifizierte Kräfte sind am 
Arbeitsmarkt nicht frei verfügbar. Die Arbeitgeber sind jedoch – auch nach Einschätzung 
des AGVS – noch nicht ausreichend bereit, geringer Qualifizierte einzustellen und ggf. 
selbst zu qualifizieren. Dementsprechend wurden nur  vereinzelt Kräfte in handwerkliche 
Berufe vermittelt. Die wenigen Integrationen erfolg ten vornehmlich in Berufe, die eine 
hohe Qualifikation nicht voraussetzen bzw. für die es keine höheren Qualifikationen gibt 
– zum Beispiel in der Gebäudereinigung, der Fahrzeugpflege oder in Helfertätigkeiten. 
 
Insgesamt ist – mit Ausnahme des Gesundheits- und S ozialwesens – in allen Wirt- 
schaftsabschnitten ein hoher Anteil an Integratione n in Helfertätigkeiten signifikant. 
Wenn man sich die Top 10 der Integrationen in Helferberufe  ansieht, fällt auf, dass mit 
566 Integrationen fast 39 % aller Integrationen in diese Berufe erfolgt sind.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
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Sozialversicherungspflichtige Integrationen 
„Top 10“ Helferberufe 
0 20 40 60 80 100 120 140 160 
Helfer/in - Reinigung 
Helfer/in - Lagerwirtschaft, Transport 
Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug 
Helfer/in - Küche 
Helfer/in - Verkauf 
Helfer/in - Büro, Verwaltung 
Helfer/in - Gastgewerbe 
Helfer/in - Hochbau 
Helfer/in - Metallbearbeitung 
Helfer/in - Metallbau 
m
w
Abbildung 7: Stand 11.07.2013  
 
Aufgrund der ausgeprägten Dienstleistungsorientierung und der im Rahmen von Ziffer 1 
ausgeführten Beobachtungen zu Marktverschiebungen i m Bereich der Personaldienst- 
leistungsunternehmen, wurden sämtliche im Berichtsz eitraum getätigten Integrationen 
abschließend dahingehend ausgewertet, wie viele Int egrationen über die „Befriste- 
te/Sonstige Überlassung von Arbeitskräften “ erfolgt sind. 
 
Im Berichtszeitraum mündeten 188 eLb, davon 155 Män ner und 33 Frauen, über die 
Zeitarbeit in Beschäftigung ein. Das entspricht ein em Anteil an allen Integrationen in so- 
zialversicherungspflichtige Beschäftigung von gut 1 2%. Damit ist etwa jede achte Integ- 
ration unter Einschaltung von Personaldienstleistun gsunternehmen zustande gekom- 
men. Betrachtet man die Integrationen isoliert, fäl lt auf, dass noch immer ein hoher Teil 
in klassische Helferberufe erfolgt. So z. B. 52 Int egrationen als „Helfer/in Lagerwirtschaft 
und Transport“ oder 40 Integrationen mit „Tätigkeit sangabe ohne Berufsbezug“. Aller- 
dings finden sich unter den Integrationen auch Fachkräfte, wie Tischler, Metallbauer und 
Bürokaufleute sowie Call-Center-Agenten, Gabelstapler- und Berufskraftfahrer. 
 
1.3.3. Zusammenfassung und Ergebnisse 
Bei Betrachtung der vorangegangenen Feststellungen lässt sich zunächst festhalten, 
dass die hohe Dienstleistungsorientierung, die am m ünsterschen Arbeitsmarkt vor- 
herrscht, sich auch auf die Orientierung der Bewerb er/innen bei der Berufswahl über- 
trägt. Es zeigt sich bei den Integrationen ein Überhang zugunsten des tertiären Sektors. 
 
Dennoch lassen sich gravierende Diskrepanzen zwischen den „Beschäftigten nach Wirt- 
schaftsbereichen“ und den erfolgten „Integrationen nach Berufskennziffern und Wirt- 
schaftsklassen“ feststellen:

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Während die meisten Beschäftigten 8 in Münster im Gesundheits- und Sozialwesen tätig 
sind, sind im Beobachtungszeitraum Januar-Juli 2013  die meisten Bewerber/innen im 
Jobcenter Münster in Helfertätigkeiten integriert w orden, vor allem in Reinigungs- und 
Lagertätigkeiten. Ursächlich hierfür ist die Bewerb erstruktur der eLb im Jobcenter Müns- 
ter, die einen weitaus höheren Anteil an Geringqualifizierten aufweist als an qualifizierten 
Kräften. Vom demografischen Wandel und der dadurch bedingten Zunahme von Be- 
schäftigungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen profitieren nicht diejenigen 
Bewerber/innen, die über keine nennenswerte Qualifikation verfügen. Die erzielten Integ- 
rationen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen ze igen: In fast allen Berufsfeldern 
werden qualifizierte Berufsabschlüsse vorausgesetzt!  
 
Bezogen auf die Anzahl der Beschäftigten 
9 rangiert der Wirtschaftsbereich „Handel; In- 
standhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ in Münster trotz eines leichten Stellen- 
rückgangs an zweiter Stelle. Die im Berichtszeitrau m erzielten Integrationen zeigen je- 
doch, dass sich die günstige Beschäftigungsprognose im Handel für die Bewerber/innen 
im Jobcenter Münster kaum niederschlägt. Im Helferbereich konnten im Zeitraum Januar 
- Juli 2013 „nur“ 58 Helfer/innen im Verkauf integriert (Abbildung 6) werden.  
 
Ursächlich hierfür ist zum einen die spürbare Zurüc khaltung der Handelsunternehmen 
bei der Ausschreibung und Meldung sozialversicherun gspflichtiger Stellen. Andererseits 
steht die eingeschränkte Verfügbarkeit der eLb aufg rund familiärer Umstände einer In- 
tegration häufig entgegen – zudem treten die Gering qualifizierten gerade im Hinblick auf 
den Wirtschaftsbereich „Handel“ in direkte Konkurre nz zu den in Münster ansässigen 
Studierenden, die hinsichtlich der Einsatzzeiten oft zeitlich flexibler einsetzbar sind. 
 
1.3.4. Handlungsempfehlungen 
Grundsätzlich lässt sich für alle Wirtschaftsbereic he gleichermaßen feststellen, dass die 
Chancen auf (nachhaltige) Beschäftigung mit zunehme ndem Qualifikationsniveau stei- 
gen.  
 
Je nach Berufszweig ist es dabei unter Umständen be reits ausreichend, eine Grundqua- 
lifizierung vorweisen zu können (z. B. qualifiziert e Helfer im Handwerk, wie Elektro- oder 
Metallbauhelfer sowie Lagerhelfer, Kommissionierer) , die im Idealfall zertifiziert ist. In 
anderen Berufszweigen, wie dem kaufmännischen Bereich, reichen Grundqualifikationen 
hingegen nicht mehr aus. Hier zeigt sich, dass zune hmend Spezialkenntnisse (z. B. 
SAP, Personal- und Arbeitsrecht) gefordert werden.  
 
Ein hohes Beschäftigungspotential bietet der Wirtsc haftsbereich des Gesundheits- und 
Sozialwesens. Es zeigt sich jedoch, dass die eLb vo m demografischen Wandel und der 
damit einher gehenden Nachfrage nach Gesundheitsber ufen nicht profitieren, weil viele 
nicht über die erforderlichen, qualifizierten Absch lüsse verfügen. Hier lohnt es sich, po- 
tentielle Bewerber/innen zielgerichtet zu identifizieren und zu qualifizieren.  
 
                                               
 
8 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.  
9 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.

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Bei der Maßnahmeplanung 2013/2014 erscheint es dahe r sinnvoll, erneut auf Qualifizie- 
rungen wie „Altenpflegehelfer/in“ oder „Altenpfleger/in“ zu setzen – zugleich sollte Erzie- 
henden und Berufsrückkehrenden durch eine Optimieru ng der Rahmenbedingungen 
(Betreuungszeiten, Mobilität, usw.) die Chance auf (Re-)Integration in diese Berufsfelder 
ermöglicht werden. 
 
Weitere gute Beschäftigungsmöglichkeiten bietet – z eitliche Flexibilität vorausgesetzt –
der Wirtschaftsbereich Handel, der in Münster trotz  eines leichten Beschäftigungsrück- 
gangs eine zentrale Rolle spielt. Vor dem Hintergrund der bestehenden Konkurrenzsitua- 
tion zu den Studierenden sollte geeigneten Bewerber /innen durch zielgerichtete Qualifi- 
zierung (z. B. Fachverkäufer) eine bessere Wettbewerbsposition ermöglicht werden. 
 
Hinsichtlich der vielen Beschäftigungssuchenden im Bereich Gastronomie ist es erfor- 
derlich, dass im Coachingprozess ein beruflicher Perspektivwechsel mit dem Betroffenen 
diskutiert und umgesetzt wird. Die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gastronomie sind 
– auch für gut Qualifizierte – nicht ausschließlich  erstrebenswert, da einerseits das Ar- 
beitsangebot infolge der Studierenden sehr hoch ist  und andererseits die Verdienstaus- 
sichten gering sind. Vielfach werden Arbeitsplätze in diesem Bereich ausschließlich auf 
geringfügiger Basis angeboten. 
 
Daneben gilt: viele Arbeitsuchende leiden unter den  Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit, 
wie etwa dem Verlust der Tagesstruktur, körperliche n und/oder seelischen Einschrän- 
kungen oder unter schlechten Rahmenbedingungen (Woh nungslosigkeit, Schulden, 
usw.).  
 
Das Jobcenter Münster reagiert hierauf in seiner Ma ßnahmeplanung unter anderem mit 
Maßnahmen, die – zielgerichteter als bisher – auf R essourcenbereiche wie „Arbeitsver- 
halten“, „Sozialverhalten“ sowie die Stärkung von Rahmenbedingungen ausgelegt sind. 
Bei einem Großteil der (qualifizierenden) Maßnahmen wird zudem viel Wert auf Flexibili- 
tät gelegt, sei es durch eine modulare Ausgestaltun g, durch die Ermöglichung eines lau- 
fenden Einstiegs oder durch Praktikumsanteile.  
 
Schließlich hat sich in den vergangenen Jahren geze igt, dass es einer Vielzahl von Ar- 
beitsuchenden schlicht an Orientierung oder an der Einschätzung der eigenen Fähigkei- 
ten und Möglichkeiten fehlt, sodass der Maßnahmekat alog auch Angebote enthält, die 
sich einerseits mit der Verarbeitung zurückliegende r Misserfolge, andererseits mit der 
Erarbeitung neuer Perspektiven beschäftigen.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
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1.3.5. Strukturdaten des Arbeitskräfteangebotes SGB III und SGB II in Münster 
 
Bestand an Arbeitsuchenden   
Insgesamt     15.034  
Bestand an Arbeitslosen       
 Insgesamt     9.378  
 55,1%    Männer   5.165  
 44,9%    Frauen   4.213  
 9,4%    15 bis unter 25 Jahre   881  
 1,5%    dar. 15 bis unter 20 Jahre   140  
 28,3%    50 Jahre und älter   2.651  
 15,8%    dar. 55 Jahre und älter   1.482  
 37,1%    Langzeitarbeitslose   3.475  
 5,1%    Schwerbehinderte   481  
 18,1%    Ausländer   1.694  
 
Abbildung 8 Quelle:Statistik der BA, Sep. 2013                                         
 
 
SGB III              SGB II 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Abbildung 9 Quelle:Statistik der BA, Sep. 2013                                        Abbildung 10  Quelle:Statistik der BA, Sep. 2013 
 
 
In beiden Rechtskreisen herrscht bis auf die Gruppe  der Langzeitarbeitslosen und die 
Gruppe der Ausländer annähernd die gleiche Struktur  vor. Hier wird deutlich, dass die 
o.g. strukturellen Probleme im Bereich des SGB II ihren Ausdruck finden, es sind 49,9 % 
der Arbeitslosen langzeitarbeitslos. Insgesamt stel lt sich die Struktur in der Grundsiche- 
rung für Arbeit in Münster wie folgt dar:

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
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Merkmale  Insgesamt 
Bedarfsgemeinschaften 10.901  
davon   
  mit 1 Person 6.140  
  mit 2 Personen 2.047  
  mit 3 Personen 1.369  
  mit 4 Personen  746  
  mit 5 und mehr Personen 599  
Abbildung 11 Quelle Statistik der BA, Sep. 2013 
 
 
 Insgesamt  Männer  Frauen 
Personen in Bedarfsgemeinschaften 20.624  10.234  10.390  
darunter      
  unter 25 Jahre 8.785  . . 
  15 Jahre und älter 14.635  7.192  7.443  
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte 14.317  7.039  7.278  
davon      
  unter 25 Jahre 2.730  1.278  1.452  
  25 bis unter 50 Jahre 8.184  3.860  4.324  
  50 bis unter 55 Jahre 1.416  787  629  
  55 Jahre und älter 1.987  1.114  873  
darunter      
  Deutsche 10.933  5.453  5.480  
  Ausländer 3.144  1.474  1.670  
darunter      
  Alleinerziehende   2.337  160  2.177  
Langzeitleistungsbezieher 9.151  4.284  4.867  
Davon nach Altersgruppen    
  17 bis unter 25 Jahre 1.191    
  25 bis unter 50 Jahre 5.209    
  50 Jahre und älter 2.751    
        darunter Alleinerziehende 1.722    
        darunter  Ausländer 1.898    
        darunter ohne abgeschl. Berufsausbil- 
dung 3.897 
   
       darunter Schwerbehinderte 439    
Selbständig erwerbstätige Alg II Bezieher 272    
Bruttoeinkommen bis 450 Euro 1.568    
                            450 bis 800 Euro 630    
                            über 800 Euro 641    
bisherige Verweildauer 2 bis 4 Jahre 2.410    
bisherige Verweildauer 4 Jahre und länger 5.808    
 
Abbildung 12 Quelle Statistik der BA, Sep 2013

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1.3.6 Entwicklung der wesentlichen Daten im Zeitverlauf 
 
Entwicklung BG, eLb, Alo und LZB 
2006 -2013 (Jahresdurchschnittswerte) 
13.906 
14.720 
14.050 13.914 14.146 13.904 14013 
14341 
10.612 10.591 
10.198 10.281 
10.569 10.481 
10744 10893 
9087 8989 9113 
7.756 
6.989 
6.205 6.238 
5.904 
6.232 
6.515 6.397 
8.000 
9.000 
10.000 
11.000 
12.000 
13.000 
14.000 
15.000 
16.000 
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 
4.000 
4.500 
5.000 
5.500 
6.000 
6.500 
7.000 
7.500 
8.000 
eLb 
BG 
LZB 
Alo 
 
Abbildung 13: BG= Bedarfsgemeinschaften, eLb = erwerbsfähige Leistungsberechtigte, LZB =  Langzeitleistungsbezieher, 
Alo = Arbeitslose 
 
Im dargestellten Zeitverlauf wird nochmals deutlich , dass trotz unterschiedlicher wirt- 
schaftlicher Dynamiken große Veränderungen nicht ei ngetreten sind. Dies gilt auch für 
die in Abbildung 12 dargestellten Strukturdaten.   
 
Die durchgeführten Hilfeplanungen im Jobcenter erge ben folgende Aufteilung der er- 
werbsfähigen Leistungsberechtigten nach Förderziele n im Rahmen der fa:z Logik (vgl. 
Ziff. 1.8.). 
 
 
Abbildung 14 
 
Es zeigt sich, dass für knapp 2/3 der Kundinnen und  Kunden des Jobcenters Münsters 
zunächst andere Ziele als eine Arbeitsaufnahme in d en 1. Arbeitsmarkt verfolgt werden 
müssen.  
 
 
Kundenaufteilung nach Förderzielen  
Direktvermittlung  
34%  
Prozessfähigkeit  
18%  
Stabilisierung  
25%  
Wettbewerbsfähigkeit  
23%

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 23 - 
1.4. Finanzen 
Es wird erwartet, dass dem Jobcenter Münster für das Jahr 2014 ca. 10,3 Millionen Euro 
für Eingliederungsleistungen im SGB II (ohne Umschi chtung in den Verwaltungshaus- 
halt) zur Verfügung gestellt werden (zzgl. Mittel aus dem Beschäftigungspakt 50 plus). 
 
Im Vergleich zu den beiden Vorjahren (2012 rund 10,0 Millionen Euro und 2013 rund 9,1 
Millionen Euro) hat sich das zur Verfügung stehende Mittelvolumen des Eingliederungsti- 
tels erstmals wieder erhöht. Der Umschichtungsbetra g in den Verwaltungshaushalt wird 
ca. 1 Million Euro betragen 
10 . Somit stehen für Eingliederungsmaßnahmen rund 9,3 Mio. 
Euro zur Verfügung (ohne Einnahmen aus dem Forderungseinzug). 
 
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 wir d im Rahmen der eingeplanten 
Haushaltsmittel umgesetzt. Im Fall einer Überschreitung dieses Rahmens will der Rat bis 
zu 100.000 Euro überplanmäßig bereitstellen (Beschl uss vom 11.12.2013, 
V/0622/2013). 
 
1.5. Geschäftspolitische Schwerpunkte 
Handlungsrelevante Zielgruppen der Arbeit in 2014 s ollen erneut die Jugendlichen, die 
Alleinerziehenden, die Menschen mit Behinderung und die Älteren sein. 
 
Ein ganz besonderes Augenmerk soll innerhalb der Zi elgruppen auf den Langzeitbezug 
und fehlende abschlussbezogene berufliche Qualifizi erung bzw. Weiterbildung gelegt 
werden.  
 
Rund 64 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind Langzeitleistungsbeziehen- 
de. Etwa 63,5 % davon sind 4 Jahre und länger im Le istungsbezug. Hierfür gibt es eine 
Reihe von soziodemographischen Determinanten, wie A lter, Gesundheit, geringes Ein- 
kommen etc., die eine Rolle für den längeren Verbleib in der Grundsicherung spielen.  
 
Der hohe Anteil Langzeitleistungsbeziehender (vgl. Abbildung 12) an allen eLb macht 
deutlich, dass die zur Verfügung stehenden Ressourc en auch auf diesen Personenkreis 
zu fokussieren sind und hier aktives Handeln unumgä nglich ist. So sind nicht nur die 
finanziellen Mittel des EGT im Schwerpunkt für Lang zeitleistungsbezieherinnen und - 
bezieher einzusetzen, sondern auch die Beratungslei stungen der Jobcoaches sowie die 
Leistungen nach § 16a SGB II (kommunale Eingliederu ngsleistungen).  Je länger ein 
Mensch ohne Arbeit ist, umso geringer sind die Chancen, dass er wieder in ein Beschäf- 
tigungsverhältnis gelangt: „Wer weniger als zwölf M onate arbeitslos ist, findet in 
Deutschland mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit e inen neuen Job. Bei einem Lang- 
zeitarbeitslosen verringert sich die Wahrscheinlichkeit auf 40 Prozent – das ist leicht un- 
ter OECD-Mittel. Dabei ist die Effizienz der Arbeitsvermittlung in Deutschland in den ver- 
gangenen Jahren gestiegen, nicht zuletzt durch Mehr -Investitionen von 50 Prozent pro 
Arbeitssuchendem (zwischen 2007 und 2010).“ (Organisation für wirtschaftliche Zusam- 
menarbeit und Entwicklung vom 10.07.2012; zitiert i m IAB-Newsletter Nr. 12/2012 vom 
01.08.2012).  
                                               
 
10  2013 betrug der Planwert der Mittelumschichtung in den Verwaltungshaushalt 1.300.000,- €.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 24 -
 
 
Die Chancen, Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit zu reduzieren bzw. zu beenden, sind 
für Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbil dung deutlich größer als für Unge- 
lernte. Das Jobcenter Münster hat mit seinen strate gischen Leitsätzen bereits für die 
Gruppe der unter 25 Jährigen festgelegt, dass eine Ausbildung vorrangig anzustreben 
ist. Bereits in 2013 wurde dieser Ansatz für Jugendliche unter 25 erfolgreich umgesetzt. 
Allein in der Gruppe der Langzeitleistungsbeziehend en sind 3.897 Personen ohne Be- 
rufsabschluss. Die Möglichkeit einer Ausbildung bzw. einer abschlussbezogenen Qualifi- 
zierung soll verstärkt für über 25 Jährige ermöglic ht werden. Da aller Voraussicht nach 
nicht im erforderlichen Umfang genügend betrieblich e Ausbildungsplätze akquiriert wer- 
den können, soll das Instrument der überbetrieblich en Ausbildung verstärkt genutzt wer- 
den. Um insbesondere Personen im Langzeitbezug eine n erfolgreichen Abschluss der 
Qualifizierung zu ermöglichen, ist hierbei noch ein e begleitende Betreuung sicherzustel- 
len.  
 
1.6. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte 
Im Folgenden sind die Kundenstrukturdaten sowie die zielgruppenorientierte Ausrichtung 
des Jobcenters Münster beschrieben. 
 
1.6.1. Definierte Zielgruppen des Jobcenters 
Die rund 14.000 erwerbsfähigen Leistungsberechtigte n des Jobcenters Münster werden 
unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Lebe nssituationen individuell und profes- 
sionell unterstützt. Die Kundinnen und Kunden werde n entsprechend ihrer zielgruppen- 
spezifischen Bedürfnisse von speziellen Fachleuten betreut und beraten. Innerhalb der 
Zielgruppen ist unter Berücksichtigung der geschäft spolitischen Ziele, Schwerpunkt die 
Aktivierung und Förderung von Langzeitleistungsbeziehenden.   
 
Das Jobcenter Münster unterscheidet zwischen folgenden Personengruppen:   
 
• Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahre 
• 25 bis 49-Jährige 
• über 50-Jährige / „50plus“ 
• Alleinerziehende 
• Menschen mit Migrationsvorgeschichte 
• Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden 
• Gründungswillige und Selbständige 
 
Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind jewei ls einer Zielgruppe zugeordnet und 
werden von spezialisierten Jobcoaches betreut. Die Organisationsstruktur des Jobcen- 
ters Münster ist entsprechend ausgerichtet (vgl. Zi ff. 1.6.2). Eine Ausnahme bilden die 
Kundinnen und Kunden mit Migrationsvorgeschichte bz w. die der Ausländer. Diese Per- 
sonengruppe taucht in allen anderen Zielgruppen auf. Nur im Team „MAMBA“ (Münsters 
Aktionsprogramm für Migrantinnen und Migranten und Bleibeberechtigte zur Arbeits- 
marktintegration in Münster und im Münsterland) werden ausschließlich Bleibeberechtig- 
te und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt betreut.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 25 - 
 
1.6.1.1. Anteile der Zielgruppen 
 
18% 
40% 
13% 
5% 1% 
23% 
U25 25-49 50plus Alleinerziehende RehaSB Selbstständige 
 
Abbildung 15 
 
40 % der Kundinnen und Kunden sind über 25 – 49 Jah re alt und werden in den Sach- 
gebieten „Ü25-49 betreut (ohne Alleinerziehende, Sc hwerbehinderte /Gleichgestellte, 
Rehabilitanden und Selbständige). Die zweitgrößte Z ielgruppe sind die Kundinnen und 
Kunden über 50 Jahre. Dieser Personengruppe wird im  Kontext der demographischen 
Entwicklung eine steigende Bedeutung zukommen. 
 
Ein Hauptaugenmerk wird auch auf die zielgruppenspezifischen Bedürfnisse der Jugend- 
lichen (18 %) und Alleinerziehenden (13 %) gerichtet.  
 
Infolge der demografischen Entwicklung wird erwartet, dass auch die Zahl der Menschen 
mit Behinderung weiter steigen wird. Denn Schwerbeh inderte sind überwiegend ältere 
Menschen und zumeist ist eine im Lebensverlauf erworbene Krankheit die Ursache einer 
Schwerbehinderung. Derzeit sind 5 % der Kundinnen u nd Kunden der Zielgruppe der 
Schwerbehinderten und Rehabilitanden zugeordnet.  
 
Kleinste Zielgruppe mit einem Anteil von 1 % sind die Selbstständigen. 
 
Die Auswertung bezogen auf „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ erfolgt gesondert 
unter  Ziff 2.3.5., da diese in allen o.g. Zielgruppen vorzufinden sind.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 26 -
 
1.6.1.2. Anteil Frauen – Männer  
 
0
500 
1000 
1500 
2000 
2500 
3000 
3500 
2496 5711 3235 1804 722 210 
U25 25-49 50plus Alleinerziehende RehaSB Selbstständige 
w
m
 
Abbildung 16 
 
 
Insgesamt betrachtet sind die Anteile beider Geschl echter gleich hoch. So stellt es sich 
auch in der Zielgruppe „U25“ dar. In den anderen Zielgruppen sind Frauen und Männer 
unterschiedlich stark vertreten. Charakterisierend ist der hohe Anteil der Frauen in der 
Zielgruppe „Alleinerziehende“. Rund 97 % der Alleinerziehenden sind Frauen, während 
in den übrigen Zielgruppen der Anteil der Männer hö her ist. Gründe sind hierfür u.a., 
dass Männer häufiger in Single-Haushalten leben, wa s oft finanzielle Probleme mit sich 
bringt. In Bedarfsgemeinschaften wird die Frau bei Bedürftigkeit in der Regel vom Part- 
ner mitversorgt. Es kommt vor, dass Frauen, bzw. ei ne Bedarfsgemeinschaft zwar rech- 
nerisch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II habe n, dies aber nicht wissen oder kei- 
nen Antrag auf unterstützende Leistungen stellen wollen.  
 
1.6.2. Zielgruppenorientierte Organisationsstruktur 
Die Organisationsstruktur der Abteilung „Markt und Integration“ wurde an die zielgrup- 
penorientierten Beratungs- und Maßnahmenangebote de s Jobcenters Münster ange- 
passt.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 27 - 
 
Abbildung 17 
 
1.7. Gender  
Die Verwirklichung von Chancengleichheit am Arbeits markt in Münster ist strategisch 
und inhaltlich fester Bestandteil der Arbeit des Jobcenters Münster. 
Eine Fülle von Einzelmaßnahmen, Projekten, Veransta ltungen und die grundsätzliche 
konzeptionelle Einbindung der Beauftragten für Chan cengleichheit (BCA) im Jobcenter 
spiegeln dies wider. 
 
Nachfolgend soll kurz dargestellt werden an welchen Stellen die BCA im Gesamtprozess 
des Jobcenters verankert ist und welche laufenden u nd neu geplanten Aktivitäten das 
Ziel der Gleichstellung auf unterschiedliche Art unterstützen. 
 
Bei der Erstellung des jährlichen Arbeitsmarktprogr amms nimmt die BCA, soweit zeitlich 
möglich, an allen Planungsworkshops für die einzeln en Zielgruppen teil. Damit ist ge- 
währleistet, dass die gleichstellungsrelevanten Belange der erwerbsfähigen Leistungsbe- 
rechtigten im Kontext der Zielgruppenzugehörigkeit berücksichtigt werden können. So 
kann z.B. die bessere Vereinbarkeit von Familie und  Beruf bei der Zielgruppe der  (al- 
lein-) Erziehenden Frauen und Männer konkret und pr axisorientiert in den Blick genom- 
men werden und sich bei der Planung und Ausgestaltu ng der Maßnahmen niederschla- 
gen (u.a. Angebote in Teilzeit, Maßnahmen mit Kinderbetreuung, Module mit dem inhalt- 
  
Amtsleitung  
 
 Beauftragte für  
 Chancengleichheit 
 59.02 Fachstelle  
Verwaltung 
 59.01 Fachstelle  
 Recht 
 59.16 Front - und 
Backoffice M&I 
 59.11 Fachstelle  
U 25 
 59.14 Fachstelle 3  
Ü25 
 59.12 Fachstelle  1  
Ü 25 und AGVS 
 59.13 Fachstelle 2  
Ü25 
 59.15 Fachstelle  
50plus 
59.10 Abteilung  
Markt & Integration 
Maßnahmenman a- 
gement  
 59.28 Front - und 
Backoffice Leistung  
 59.21 Fachstelle 
Neuanträge, Selb- 
 59.22 Fachstelle  1  
Mitte 
 59.23 Fachstelle 2  
Mitte 
 59.24 Fachstelle 3  
 Mitte 
 59.25 Fachstelle 1  
 Nord 
 59.26 Fachstelle 2  
 Nord 
 59.27 Fachstelle  
Hiltrup 
59.20 Abteilung  
 Leistungsgewährung 
Planung, Organisation, 
IKS-Koordination

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 28 -
 
lichen Schwerpunkt der Verbesserung der Rahmenbedin gungen, Berücksichtigung von 
Ferienzeiten). 
Gleichzeitig ergeben sich aus den Planungsworkshops Anknüpfungspunkte, Anregungen 
und Aufträge für noch zu besetzende Themen.  
 
Im nächsten Jahr sind dies beispielsweise: 
 
• Ergänzung für die Fortbildung / Beratung um das Mo dul „Bedeutung von Rollenmo- 
dellen für Beratung“ / Auseinandersetzung mit eigenen Rollenvorstellungen 
 
• Kommunale und regionale Kooperationsmöglichkeiten ausloten und ausbauen, um 
eine bessere Versorgung von Zielgruppen zu erreiche n (Synergieeffekte nutzen, be- 
stehende Strukturen mitbenutzen, z.B. stadtteilbezo gene Zusammenarbeit mit den 
Frühen Hilfen, um die Mütter mit kleinen Kindern zu erreichen) 
 
Über die Planungsworkshops hinaus gibt es eine Bete iligung der BCA im Prozess der 
Leitbildumsetzung. 
Die regelmäßige Teilnahme an den Leitungsrunden Mar kt und Integration und an ande- 
ren Besprechungsformaten im Haus sichert den Kontak t zu den Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeitern und die wechselseitige fachliche Anbin dung. Monatlich findet ein Austausch 
mit der Amtsleitung statt. 
 
Anfang des Jahres liegen die Ergebnisse des gemeins amen Projektes von der „KatHO“ 
(Katholischen Fachhochschule) und dem Jobcenter vor . Das Projekt erforscht zum ei- 
nen, wie junge alleinerziehende Frauen aus den Stad tteilen Kinderhaus und Coerde ihr 
Leben planen, und zum anderen welche Rolle das Jobc enter als Netzwerkpartner ein- 
nimmt. Das Jobcenter Münster verspricht sich von de n Erkenntnissen wertvolle Impulse 
für die Beratungs- und Unterstützungsarbeit mit dieser Zielgruppe. 
 
Ein weiteres Projekt, das 2013 unter Federführung v on Competentia mit Jobcenterbetei- 
ligung an den Start gegangen ist, wird Anfang des n ächsten Jahres abgeschlossen wer- 
den und in die Phase der praktischen Umsetzung gehe n. Im Mittelpunkt stehen psy- 
chisch beeinträchtigte Frauen, junge Mütter mit Kin dern unter drei Jahren und geringfü- 
gig beschäftigte Frauen im SGB II. 
 
Darüber hinaus wird es in 2014 eine vierteljährlich  stattfindende Informationsveranstal- 
tung zum Thema „Erwerbsarbeit von Frauen und Rente“ geben. Die Auftaktveranstaltung 
hat im November 2013 stattgefunden. Beteiligt sind die Agentur für Arbeit und die Deut- 
sche Rentenversicherung. 
 
Die aufgeführten Projekte und Veranstaltungen verst ehen sich als Beispiele und sind 
nicht abschließend. 
 
Die Handlungsschwerpunkte „Qualifizierung“, „Gesundheit“ und „Verringerung des Lang- 
zeitbezugs“ sollen auch unter dem Aspekt der Chance ngleichheit am Arbeitsmarkt er- 
gänzt und belebt werden. 
Die Themen „Teilzeitausbildung“ und „Arbeitsaufnahme von erziehenden Frauen“ wer- 
den im kommenden Jahr intensiver ins Blickfeld rücken.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 29 - 
1.8. fa:z konforme Arbeitsmarktdienstleistungen 
Seit 2012 wendet das Jobcenter Münster das fa:z© mo dell an. Bei diesem Fallsteue- 
rungskonzept handelt es sich um einen ressourcen- u nd zielorientierten Beratungsan- 
satz, durch den zielgerichtete Planungen sowie ein besonderes bedarfsspezifisches 
Vorgehen unterstützt werden. Bezogen auf die Kundin nen und Kunden bedeutet dies, 
dass grundsätzlich von ihren Ressourcen ausgegangen  wird und darauf aufbauend eine 
konsequente, zielorientierte Förderung und Entwickl ung verfolgt wird (fa:z© = Förderan- 
satz : Ziel).  
 
Das fa:z© modell richtet seinen Blick deshalb nicht auf Hemmnisse, sondern auf die eine 
oder die wenigen Möglichkeiten, die einem Menschen offen stehen, in Arbeit vermittelt 
zu werden. Die direkte Vermittlung in Arbeit ist ein mögliches Förderziel im fa:z© modell, 
aber nicht das Einzige. Mit der Herstellung der Wet tbewerbsfähigkeit, der Herstellung 
der Prozessfähigkeit und der Stabilisierung der Erw erbsfähigkeit gibt es drei weitere 
gleichberechtigte Förderziele. Die Förderziele biet en den Handlungsrahmen, an dem 
sich alle Beteiligten orientieren können. Der gesam te Förderprozess im fa:z© modell 
wird konsequent auf die Erreichung eines dieser Zie le ausgerichtet. So wird eine pass- 
genaue Weiterentwicklung der Kundinnen und Kunden zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.  
 
Zur Herausarbeitung der notwendigen Förderziele im fa:z© modell ist eine komplexe 
tiefergehende Potenzialanalyse durchzuführen. Sie beinhaltet nicht nur das Erheben von 
„harten Fakten“, sondern insbesondere die Analyse d er weichen Ressourcenbereiche 
oder sogenannter soft-skills. Das fa:z© modell unterscheidet zwischen folgenden Förder- 
und Entwicklungszielen: 
 
Förderziel – 
übergeordnet: 
Selbst- 
aktivierung des 
Kunden/der Kundin  
Beschreibung  Entwicklungsziel 
Direktvermittlung  
• Nachhaltige Vermittlung 
• Verringerung/ Beendigung   
des Hilfebezugs 
• Stärkung des Bewerbungs- 
und Stellensuchverhaltens 
Herstellung der 
Wettbewerbsfähigkeit  
• Verbesserung der Möglichkei- 
ten 
• Erarbeitung einer Berufs- 
     perspektive 
• Stärkung der Qualifikation 
• Stärkung des Arbeitsverhaltens  
• Stärkung des Sozialverhaltens 
• Stärkung der Motivation 
Herstellung der 
Prozessfähigkeit  
• Kunden prozessbereit machen  
• Erarbeitung einer Ent- 
wicklungs- 
     perspektive 
• Stärkung der Mitwirkung in der  
     Fallsteuerung 
• Stärkung der Rahmenbedin- 
gungen 
• Stärkung der lebenspraktischen 
 
     Kompetenzen 
Stabilisierung der 
Erwerbsfähigkeit  
• Verbesserung der Leistungs- 
fähigkeit 
• Stärkung der Leistungsfähigkeit  
     (körperlich, psychisch) 
 
Abbildung 18

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 30 -
 
2. Planungsprozess und Ergebnisse 
2.1. Planungsprozess der Förderinstrumente und Fördermaßnahmen   
Der Prozess für die Auswahl und Gestaltung von Förd erinstrumenten und –maßnahmen 
wurde mit dem Übergang des Jobcenters in die allein ige kommunale Trägerschaft neu 
strukturiert und systematisiert. Darüber hinaus wur de der Kreis der beteiligten Akteure 
deutlich erweitert. Ziel ist die sinnvolle Verknüpf ung gesamtstädtischer Leistungen mit 
Bezug zum SGB II, die sukzessive im Sinne einer ges amtstädtischen Steuerung entwi- 
ckelt wird. Daher haben neben den Mitgliedern des ö rtlichen Beirates auch Vertreterin- 
nen und Vertreter aus städtischen Fachämtern - die Bezug zur Zielgruppe und/oder zu 
SGB II Leistungen haben – an den Planungsworkshops mitgewirkt.  
 
2.2. Prozessbeschreibung im Detail 
In den Planungsworkshops wurde auf Grundlage der ge schäftspolitischen Handlungs- 
strategien, der Kundenstrukturdaten sowie der aktuellen Entwicklungen des Arbeitsmark- 
tes der konkrete Bedarf (Förderinstrumente, Maßnahm einhalte, Teilnehmerplätze, etc.) 
für das Jahr 2014 ermittelt und zielgruppenspezifische Schwerpunkte benannt. 
 
Insgesamt wurden bis zu 7 Planungsworkshops für folgende Zielgruppen durchgeführt: 
 
• Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahre 
• 25 bis 49-Jährige 
• über 50-Jährige / „50plus“ 
• Alleinerziehende 
• Menschen mit Migrationsvorgeschichte 
• Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden 
• Gründungswillige und Selbständige 
 
Im Anschluss wurden die Ergebnisse dem örtlichen Beirat zur Beratung der Auswahl und 
Gestaltung der Eingliederungsinstrumente sowie – ma ßnahmen gem. § 18d SGB II vor- 
gestellt. Da sich die Beiratsmitglieder an den Plan ungsworkshops beteiligen konnten, 
wurden die Voraussetzungen für eine vertiefte Beratung geschaffen. 
 
Für das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014  ist die Empfehlung des Beirates 
zur Schwerpunktsetzung unter Berücksichtigung der v oraussichtlich zur Verfügung ste- 
henden Mittel maßgeblich. 
 
2.3. Ergebnisse der Planungsworkshops 
Die Erkenntnisse und Ergebnisse der Planungsworksho ps sowie die daraus resultieren- 
den Handlungsstrategien bezogen auf die jeweiligen Zielgruppen werden im Folgenden 
beschrieben. 
Die konkrete Planung der Förderinstrumente ist im Kapitel 3 zusammengefasst.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 31 - 
2.3.1. Zielgruppe „U 25“ 
Im Jobcenter Münster werden ca. 2.500 Jugendliche und junge Erwachsen unter 25 Jah- 
ren betreut, davon besuchen etwa 1.000 Jugendliche eine allgemein- oder berufsbilden- 
de Schule. 720 Jugendliche absolvieren eine berufli che oder schulische Ausbildung. Im 
Monatsdurchschnitt sind ca. 550 Jugendliche arbeits los und 230 Jugendliche arbeitsu- 
chend.     
 
95% der vom Jobcenter betreuten Kundinnen und Kunde n unter 25 Jahren haben noch 
keine abgeschlossene Ausbildung und etwa 190 Jugend liche haben noch keinen Schul- 
abschluss. 
  
  ohne 
Schulab- 
schluss 
Abschluss 
der För- 
derschule 
Haupt- 
schulab-
schluss 
Kl. 9 
Haupt- 
schulab- 
schluss 
Kl. 10 
Fach- 
oberschul- 
reife 
Fach- 
hoch- 
schul-
reife 
Abitur 
männlich 111 79 179 73 184 37 116 
weiblich 76 58 146 75 200 41 154 
Gesamt 187 137 325 148 384 78 270 
 
Abbildung 19 
 
Schul- und Ausbildungsabschlüsse sind wichtige Vora ussetzungen zur Vermeidung von 
Langzeitarbeitslosigkeit. Sie stärken den Aufbau ei ner von Sozialleistungen unabhängi- 
gen Existenz und steuern einer „Stigmatisierung“ entgegen. Die Vermittlung in eine Aus- 
bildung oder in eine an eine Ausbildung heranführen de Maßnahme hat stets Vorrang. 
Daher lautet der Leitsatz für die Betreuung der Jug endlichen und jungen Erwachsenen 
unter 25:  
 
„Ausbildung vor kurzfristiger Integration“ 
• Eine langfristige Integration in Ausbildung ist wi chtiger als eine kurzfristige Integration 
in den Arbeitsmarkt! 
• Wenn eine Ausbildung oder eine an eine Ausbildung heranführende Maßnahme nicht 
infrage kommen, wird eine kurzfristige Integration in Arbeit angesteuert.  
 
Wichtige Bausteine zur Unterstützung in die Erwerbstätigkeit sind: 
 
• Übergang „Schule – Beruf“ 
Alle erwerbsfähigen leistungsberechtigten Schülerin nen und Schüler werden von 
spezialisierten Jobcoaches betreut, um einen fließenden Übergang von der Schule in 
den Beruf zu ermöglichen. Im Schulentlassungsjahr S ommer 2013 waren es rund 
510. Die Jobcoaches informieren Betroffene und Eltern über weiterführende Schulen, 
berufsbildende Alternativen oder über Fördermaßnahm en und –instrumente. Auch 
werden Hinweise zu den Angeboten der Berufsberatung  sowie der Gewährung fi- 
nanzieller Hilfen gegeben. Die Einmündung in Ausbil dung wird aktiv nach dem „10-
Punkte-Plan“  unterstützt.  
Zukünftig wird die Koordinierungsstelle „ Übergang Schule – Beruf “ im Amt für Schule 
und Weiterbildung im Rahmen des neuen Übergangssyst ems „Kein Abschluss ohne 
Anschluss - Übergang Schule – Beruf in NRW “ die weitere Vernetzung und Koordi- 
nierung vorantreiben. Das Jobcenter ist in diesen Prozess eingebunden.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 32 -
 
• Ausbildungsvermittlung 
Das Jobcenter Münster führt die Ausbildungsvermittl ung für Jugendliche und junge 
Leistungsberechtigte in alleiniger Zuständigkeit durch. Dem Ziel einer abgeschlosse- 
nen Ausbildung wird auch vor dem Hintergrund der ge schäftspolitischen Handlungs- 
felder höchste Priorität beigemessen. Für ausbildun gsgeeignete Jugendliche erfolgt 
bereits vor dem Schulabschluss ein erstes intensive s Gespräch mit ihrer Beraterin 
oder ihrem Berater im Jobcenter, um eine berufliche  Perspektive zu planen. Dabei 
wird auch geklärt, ob für einen erfolgreichen Absch luss der Ausbildung besondere 
Unterstützungsleistungen erforderlich sind (z.B. Be rufsausbildung in außerbetriebli- 
chen Einrichtungen oder ausbildungsbegleitende Hilf en). Viele von ihnen sind nicht 
oder nur bedingt ausbildungsfähig, so dass zunächst  andere Förderungen, oft als 
Förderketten vorgeschaltet werden müssen. Trotzdem ist es 2013 gelungen, rund 
250 jungen Menschen bei der Integration in Ausbildu ng zu begleiten. Das ist für das 
Jahr 2014 Ansporn und Anspruch. 
  
• Qualifizierung, Aktivierung und Motivierung 
Bei einem Großteil der Jugendlichen und jungen Erwa chsenen ist eine direkte Ver- 
mittlung in Arbeit oder Ausbildung aufgrund familiä rer und/oder persönlicher Proble- 
me sowie anderer Vermittlungshemmnisse nicht möglic h. Daher steht – neben der 
Aufbereitung schulischer Defizite – die Stärkung de r weichen Ressourcen wie z.B. 
Motivation, Mitwirkung in der Fallsteuerung, Lebens praktische Kompetenzen oder 
Rahmenbedingungen im Fokus. Qualifizierungs-, Aktiv ierungs- und Eingliederungs- 
maßnahmen werden auch im Jahr 2014 wieder entsprech end den individuellen För- 
derbedarfen angeboten. Dabei soll das Angebot mit e rlebnisorientierten Modulen 
sowie sinnstiftenden Tätigkeiten weiter angereichert werden.  
 
Für die notwendigen Handlungserfordernisse zur Ersc hließung bzw. Verbesserung von 
Integrationschancen auf dem 1. Arbeitsmarkt wird di e gute Vernetzung und Zusammen- 
arbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbei t, der Jugendhilfe, der Jugendberufs- 
hilfe sowie anderen Akteuren fortgesetzt und intensiviert.  
 
2.3.2. Zielgruppe „25 bis 49-Jährige“ 
Die Fachstellen „Ü25 – 49-Jährige“ (ohne Alleinerziehende, Schwerbehinderte und Re- 
habilitanden sowie Selbstständige) betreuen rund 5. 710 Kundinnen und Kunden, davon 
2.450 Frauen und 3.260 Männer. 
 
Diese Zielgruppe ist, mehr als die anderen Zielgrup pen des Jobcenters Münster, ein 
sehr heterogener Kundenkreis. Bei Betrachtung der K undenstrukturdaten zeigen sich 
jedoch einige Tendenzen. 
 
Etwa 67 % der 25 – 49-Jährigen Kundinnen und Kunden  verfügen über einen Schulab- 
schluss. Entsprechend hat ein Drittel keine abgesch lossene Schulbildung. Über 60 % 
der Zielgruppe hat keinen bzw. keinen anerkannten Berufsabschluss.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 33 - 
Rund 32 % der 25 – 49-Jährigen werden als Direktver mittlungskundinnen/-kunden ein- 
geschätzt, die allenfalls eine Stärkung ihres Bewer bungs- und Stellensuchverhaltens 
benötigen, oder aber auch ohne weitere Unterstützung unmittelbar integrierbar sind. 
 
Für knapp 16 % der Zielgruppe ist das vorrangige En twicklungsziel eine Qualifikation. 
Nicht für alle dieser Kundinnen und Kunden steht da s konkrete Qualifizierungsziel aller- 
dings schon fest; oftmals ist eine vorherige berufl iche Orientierung notwendig. Diese 
umfasst eine Auseinandersetzung mit den eigenen Int eressen und Fähigkeiten ebenso 
wie die Beschäftigung mit dem Arbeitsmarkt (Nachfrage, Anforderungen).  
 
Viele der Leistungsberechtigten im SGB II sind zwar  erwerbsfähig, leiden jedoch unter 
gesundheitlichen Einschränkungen. Bei 13,5 % der Zi elgruppe muss vorrangig die Leis- 
tungsfähigkeit gestärkt werden, bevor weitere Integ rationsschritte unternommen werden 
können. 
 
Mit 8,6 % der 25 – 49-Jährigen wird zunächst die St ärkung der Rahmenbedingungen 
(z.B. die Stabilisierung der Wohnsituation oder der  finanziellen Situation, die Sicherstel- 
lung der Kinderbetreuung, die Abwicklung von Gerich tsverfahren) angestrebt. Die Rah- 
menbedingungen werden zum größten Teil durch die Er bringung der kommunalen Ein- 
gliederungsleistungen nach §16a SGB II unterstützt und gestärkt. 
 
Die weiteren Ressourcenbereiche (Lebenspraktische K ompetenzen, Arbeitsverhalten, 
Sozialverhalten, Motivation und Mitwirkung in der F allsteuerung) sind für jeweils unter 
3 % der Kundinnen und Kunden aus der Zielgruppe das vorrangige Entwicklungsziel. 
 
Für gut 22 % der 25 – 49-Jährigen Kundinnen und Kun den ist aktuell keine Hilfeplanung 
im Sinne des fa:z© modell notwendig, weil sie z. B.  Kinder unter 3 Jahren betreuen oder 
Angehörige pflegen, weil sie dem Arbeitsmarkt auf a bsehbare Zeit wegen gesundheitli- 
cher Einschränkungen nicht zur Verfügung stehen ode r aber weil sie bereits in größt- 
möglichem Umfang in Arbeit integriert sind und nur noch aufstockend zu ihrem Gehalt 
Leistungen nach dem SGB II beziehen. Diese Kundinnen und Kunden erfahren Beratung 
und Unterstützung je nach individuellem Bedarf.  
 
2.3.3. Zielgruppe „50plus“ 
Die Fachstelle 50plus des Jobcenters Münster betreu t rund 3.230 erwerbfähige Leis- 
tungsberechtigte über 50 Jahre, davon 1410 Frauen und 1820 Männer. 
 
Seit dem 01.07.2009 bis voraussichtlich zum 31.12.2 015 führt das Jobcenter Münster 
das Projekt „Perspektive 50plus - Beschäftigungspak t für Ältere in den Regionen“ des 
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durch. Z iel ist es, die Chancen von älteren 
(Langzeit-) Arbeitslosen auf Teilhabe am gesellscha ftlichen Leben und an der Arbeits- 
welt zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, wi rd eine nachhaltige und den Lebens- 
unterhalt sichernde Integration in Erwerbstätigkeit angestrebt. 
 
Die Fachstelle „50plus“ hat die Aufgabe erwerbsfähi ge Leistungsberechtigte über 50 
Jahren intensiv zu betreuen und bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz zu

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 34 -
 
unterstützen. Dabei sind die besonderen Rahmenbedin gungen dieser Zielgruppe zu be- 
rücksichtigen.  
 
19,6 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hab en Abitur oder Fachhochschulrei- 
fe, 36,4 % einen Hauptschulabschluss oder mittlere Reife. Auffällig ist, dass 44 % der 
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten dieser Altersgruppe keinen Schulabschluss besit- 
zen. Das liegt u.a. an dem hohen Anteil an Migranti nnen und Migranten, deren Schulab- 
schluss – soweit vorhanden – in der Regel nicht anerkannt ist. 
 
8 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten haben einen Universitäts- oder Fach- 
hochschulabschluss, jedoch kaum auf diesem Niveau g earbeitet. Häufig besteht die Er- 
wartung, dennoch eine solche Stelle zu bekommen. 34  % der erwerbsfähigen Leis- 
tungsberechtigten haben eine betriebliche - oder Fa chschulausbildung und ganze 58 % 
haben keine oder keine anerkannte Ausbildung.  
 
Eine weitere große Herausforderung bei der Arbeit m it der Zielgruppe 50plus ist, dass 
bei ca. 44% vorrangig die Leistungsfähigkeit gestärkt werden muss. Entwicklungsziel ist, 
die aus gesundheitlichen Gründen verminderte, bzw. zum Teil nicht mehr vorhandene 
Erwerbsfähigkeit zu stabilisieren, zu verbessern od er wieder herzustellen. Bei diesen 
Personen ist die körperliche oder geistige Leistung sfähigkeit vorübergehend oder dauer- 
haft so stark eingeschränkt, dass eine Erwerbtätigk eit auf dem ersten Arbeitsmarkt vor- 
aussichtlich nicht möglich ist. 
 
Der große Anteil an fehlender schulischer und beruf licher Qualifizierung gepaart mit ei- 
ner durch Alter und/oder Krankheit geminderten körperlichen und/oder psychischen Leis- 
tungsfähigkeit hat zur Folge, dass fast 80 % der er werbsfähigen Leistungsberechtigten 
über 50 Jahre im Langzeitbezug von Leistungen der Grundsicherung sind.   
 
Immerhin für rund 22 % dieser Kundengruppe kommt gr undsätzlich eine direkte Vermitt- 
lung in Arbeit in Betracht. Dennoch sind bei vielen  der Kundinnen und Kunden intensive 
Coachings und/oder Maßnahmen zur Verbesserung des B ewerbungs- und Stellensuch- 
verhaltens (14,3%) notwendig, um den Weg in Arbeit zu schaffen. 
 
Für 9 % der über 50-Jährigen erwerbsfähigen Leistungsberechtigen ist eine Qualifikation 
die beste Möglichkeit, eine Integration in Arbeit zu erreichen. 
 
Die weiteren Ressourcenbereiche (Lebenspraktische K ompetenzen, Arbeitsverhalten, 
Sozialverhalten, Motivation und Mitwirkung in der F allsteuerung) sind für rund 17 % der 
Kundinnen und Kunden aus der Zielgruppe das vorrangige Entwicklungsziel. 
 
Für gut 14 % der über 50-Jährigen Kundinnen und Kun den ist aktuell keine Hilfeplanung 
im Sinne des fa:z© modell notwendig (z.B. wegen Pfl ege Angehöriger, gesundheitlicher 
Einschränkungen oder es besteht Anspruch auf aufstockende Leistungen zum Gehalt).

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 35 - 
 
2.3.4. Zielgruppe „Alleinerziehende“ 
Das Team „Alleinerziehende“ des Jobcenters betreut rund 1.800 erwerbsfähige Leis- 
tungsberechtigte, davon sind 97 % weiblich. Die mei sten Alleinerziehenden sind zwi- 
schen 25 und 49 Jahre alt. Das Team „Alleinerziehen de“ betreut jedoch auch alleiner- 
ziehende Jugendliche unter 25 Jahren sowie einige Alleinerziehende über 50 Jahren.  
 
Die Zielgruppe der Alleinerziehenden ist, ebenso wie alle anderen Zielgruppen, ein hete- 
rogener Kundenkreis, der differenziert zu betrachte n, zu beraten und zu fördern ist. Bei 
Betrachtung der Kundenstrukturdaten zeigen sich jedoch einige Tendenzen. 
 
Ca. 65,1 % 
 der Alleinerziehenden verfügen über einen Schulabsc hluss, entsprechend 
haben 34,9 % keine abgeschlossene Schulbildung. Ein  hoher Anteil (64,2 %) der Ziel- 
gruppe hat keinen bzw. keinen anerkannten Berufsabs chluss. Alleinerziehende, auch 
solche mit abgeschlossener Berufsausbildung, haben aufgrund von Kinderbetreuungs- 
zeiten häufig Brüche in ihrer Erwerbsbiographie und  können nicht oder nur schwer an 
ihre erworbene Ausbildung oder Berufserfahrung anknüpfen. Für 14 % der Zielgruppe im 
Jobcenter Münster ist das vorrangige Entwicklungszi el eine Qualifikation. Nicht für alle 
dieser Kundinnen und Kunden steht das konkrete Qual ifizierungsziel allerdings schon 
fest, oftmals ist eine vorherige berufliche Orienti erung notwendig. Diese umfasst sowohl 
eine Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten als auch eine 
Beschäftigung mit dem Arbeitsmarkt (Nachfrage, Anfo rderungen). Erschwert wird diese 
Auseinandersetzung grundsätzlich durch die Tatsache  der alleinigen Sorge und Verant- 
wortung. Oftmals scheint es nicht möglich zu sein, eine perspektivische Lebensplanung 
– die auf Hilfeunabhängigkeit und existenzsichernde  Erwerbsarbeit abzielt – in Einklang 
mit den Ansprüchen und Vorstellungen von Familie und Erziehungsarbeit zu bringen. Die 
Hinwendung zu Beruf und Erwerbstätigkeit kollidiert  mit dem Rollenverständnis einer 
Mutter oder eines Vaters in der Ein- Eltern- Familie. 
 
Mit 12,4 % der alleinerziehenden Kundinnen und Kunden wird zunächst die Stärkung der 
Rahmenbedingungen angestrebt. Hier geht es u.a. um die Sicherung der Kinderbetreu- 
ung, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf i st nach wie vor eine große Heraus- 
forderung. Dies gilt für Alleinerziehende noch erhe blich mehr als für Erziehende in Be- 
darfsgemeinschaften. Die Anforderung des Arbeitsmarktes nach größtmöglicher Flexibili- 
tät der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lässt si ch oftmals mit den üblichen Betreu- 
ungszeiten in Kindertagesstätten und Schulen in der Regel nicht erfüllen. Dies gilt insbe- 
sondere für viele der von Frauen bevorzugt angestre bten Berufsfelder, wie dem Einzel- 
handel, der Pflege, Friseur und Kosmetik, die den A rbeitseinsatz auch in Randzeiten 
verlangen. Alleinerziehende haben zudem mit den Vor behalten vieler Arbeitgeber zu 
kämpfen, die hohe Ausfallzeiten u. a. bei Krankheit  der Kinder befürchten. Soziale Netz- 
werke, durch die Alleinerziehende Unterstützung bei  der Kinderbetreuung erhalten, be- 
stehen oftmals nicht oder nur eingeschränkt. 
 
Alleinerziehende sind aufgrund ihrer persönlichen Situation als Haupt- oder sogar Allein- 
verantwortliche für die Familie oftmals einer hohen  Belastung ausgesetzt. Hinzu kommt 
häufig, dass zunächst die Trennung vom Partner oder  negative Erlebnisse aus der ver- 
gangenen Beziehung (z. B. häusliche Gewalt) verarbe itet werden müssen. Gesundheitli-

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 36 -
 
che Beeinträchtigungen, sowohl physisch als auch ps ychisch, sind häufig die Folge, 
auch bei den Kindern Alleinerziehender. In der Bera tung Alleinerziehender zeigt sich 
nicht selten, dass die Konfrontation mit einer neuen Lebenssituation lange nachwirkt und 
gesundheitliche Störungen z. T. erst zeitlich verzö gert auftreten. Dies kann zur Folge 
haben, dass getroffene Zielvereinbarungen, z. B. fü r eine Qualifikation, vorerst nicht er- 
folgreich absolviert werden können. Bei 8,1 % der Alleinerziehenden im Jobcenter Müns- 
ter muss vorrangig die Leistungsfähigkeit gestärkt werden, bevor weitere Integrations- 
schritte unternommen werden können.  
Die weiteren Ressourcenbereiche (lebenspraktische K ompetenzen, Sozialverhalten, 
Motivation und Mitwirkung in der Fallsteuerung) spi elen in dieser Zielgruppe kaum eine 
Rolle, so dass die Anzahl der Kundinnen und Kunden,  die in diese Gruppe fallen zah- 
lenmäßig hier nicht ausgewiesen wird. 
 
Etwa 11 % der Alleinerziehenden werden als Direktve rmittlungskundinnen und -kunden 
eingeschätzt, die allenfalls eine Stärkung ihres Be werbungs- und Stellensuchverhaltens 
benötigen oder aber auch ohne weitere Unterstützung unmittelbar integrierbar sind. 
 
Für gut 47 % der alleinerziehenden Kundinnen und Kunden ist aktuell keine Hilfeplanung 
im Sinne des fa:z© modells 
 notwendig. Sie betreuen z. B. Kinder unter 3 Jahre n oder 
Angehörige oder sind bereits in größtmöglichem Umfang in Arbeit integriert und erhalten 
noch aufstockend zum Gehalt Leistungen nach dem SGB  II. Entsprechend ihren indivi- 
duellen Bedarfen wird ihnen Beratung und Unterstütz ung angeboten. Insbesondere die 
Alleinerziehenden mit Kindern unter 3 Jahren sollen  frühzeitig motiviert werden, sich mit 
dem beruflichen (Wieder-) Einstieg nach der Elternzeit auseinander zu setzen. 
 
Insgesamt ist es wichtig, sich zu verdeutlichen, da ss grundsätzlich auch immer die Kin- 
der von (allein-)erziehenden Leistungsberechtigten von der Situation ihrer Eltern betrof- 
fen sind. Im Jobcenter Münster sind dies rund 3.500  Kinder in rund 1.800 Ein-Eltern-
Bedarfsgemeinschaften. 
 
2.3.5. Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ 
Erstmals 2012 hatte das Jobcenter Münster die techn ische Möglichkeit, anhand der 
Kundendaten Menschen mit Migrationsvorgeschichte zu identifizieren. 
 
Die in der folgenden „Migrationsbetrachtung“ verwendeten Kundendaten beinhalten alle 
Leistungsberechtigten, die im statistischen Bericht smonat Juli 2013 als Kundinnen und 
Kunden im Jobcenter gemeldet waren. Rund 97 % der v erarbeitenden Daten konnten 
eindeutig abgeglichen werden.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 37 - 
Kundinnen und Kunden des Jobcenters 
21,0% 
0,1% 
7,6% 
8,6% 
11,7% 
51,0% 
Ausländer 
Heimatvertriebene 
Aus-/Spätaussiedler 
sonstige Eingebürgerte 
Kinder ohne pers. aber mit vererbter 
Migrationsvorgeschichte 
Personen ohne erkennbare 
Migrationsvorgeschichte  
Abbildung 20 
 
Über die Hälfte aller Leistungsberechtigten hat ein e Migrationsvorgeschichte. Den größ- 
ten Anteil in dieser Gruppe bilden die Ausländer un d Ausländerinnen mit 20,6 %, gefolgt 
von den Kindern ohne eigene, aber mit vererbter Migrationsvorgeschichte (11,7 %). 
 
Kundinnen und Kunden des Jobcenters  
Anteil Frauen - Männer 
21,4% 
0,1% 
8,4% 8,0% 11,7% 
50,5% 
20,6% 
0,1% 
6,9% 9,1% 11,7% 
51,6% 
0,0% 
10,0% 
20,0% 
30,0% 
40,0% 
50,0% 
60,0% 
Ausländer 
Heim atvertriebene 
Aus-/Spätaussiedler 
sonstige Eingebürgerte 
Kinder ohne pers. aber 
mit vererbter 
M igrationsvorgeschichte 
Personen ohne 
erkennbare 
M igrationsvorgeschichte 
w
m
 
Abbildung 21 
 
Insgesamt betrachtet sind die Anteile beider Geschlechter gleich hoch.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 38 -
 
Kundinnen und Kunden des Jobcenters Münster 
nach Migrationsvorgeschichte und Alter 
41,8% 41,9% 
15,1% 
33,5% 
47,7% 
17,9% 
0,0% 
10,0% 
20,0% 
30,0% 
40,0% 
50,0% 
60,0% 
00 bis 24 Jahre 25 bis 49 Jahre 50 bis 64 Jahre 
mit Migrationsvorgeschichte 
ohne Migrationsvorgeschichte 
 
Abbildung 22  
 
Bei der Gruppe der Kinder und Jugendlichen bis 24 J ahre ist der Anteil der Menschen 
mit Migrationsvorgeschichte höher als in den beiden anderen Altersgruppen. 
 
Grundsätzlich werden Menschen mit Migrationsvorgesc hichte von allen Teams im Job- 
center Münster betreut und ihnen stehen alle Förder angebote des Jobcenters Münster 
zur Verfügung.  
 
Darüber hinaus beteiligt sich das Jobcenter Münster  an Münsters Aktionsprogramm für 
Migrantinnen und Migranten und Bleibeberechtigte zu r Arbeitsmarktintegration in Müns- 
ter und im Münsterland (MAMBA) und bietet in diesem Rahmen ein besonderes Bera- 
tungsangebot an. Das Projekt MAMBA ist bis Ende 2014 zeitlich befristet.  
 
Neben vergleichbaren Unterstützungsbedarfen der übr igen Zielgruppen, treten bei Men- 
schen mit Migrationsvorgeschichte folgende Problematiken auf:   
 
Sie haben häufig keine (anerkannte) Berufsausbildun g, teilweise auch keine (anerkann- 
te) oder nur geringe Schulbildung. Hinzu kommen oft mals nicht ausreichende Deutsch- 
kenntnisse.  
 
Beim Bewerbungs- und Stellensuchverhalten ist eine besondere Unterstützung bei der 
Arbeitsplatzsuche sinnvoll, um die Zielgruppe auf d ie Erfordernisse im Auswahlprozess 
von Arbeitgebern vorzubereiten. Auch soll die Darst ellung der eigenen Stärken und 
Kompetenzen verbessert werden.  
 
Es wurde ein Bedarf für weitere Daten zur Zielgrupp e insbesondere zu den (Teil-) Aner- 
kennungen von im Ausland erworbenen Berufsabschlüss en und Qualifikationen festge- 
stellt. Eine detaillierte Auswertung soll 2014 in A bsprache zwischen Jobcenter und der 
Statistikdienststelle der Stadt Münster verfolgt we rden. Auf Basis dieser Auswertung 
können genaure Planungen für Qualifizierungsangebote erfolgen.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 39 - 
 
Auch im Heimatland gut qualifizierte Menschen mit Migrationsvorgeschichte benötigen in 
Deutschland Unterstützung, da Kenntnisse über die A nforderungen des Arbeitsmarktes 
fehlen. Eine Anerkennung der Bildungsabschüsse wird  ebenso benötigt wie ggf. auch 
passgenaue Qualifizierungen, um die „Lücke“ zwischen den bereits vorhanden Fähigkei- 
ten und den Erfordernissen des angestrebten Berufsb ereiches zu schließen. Hierbei 
bietet das Jobcenter Münster Unterstützung und Beratung. 
 
2.3.6. Zielgruppe „Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden“ 
Rund 700 erwerbsfähige Leistungsberechtigte haben e ine Behinderung im Sinne des 
Gesetzes. Bei ihnen ist nicht nur vorübergehend die  körperliche Funktion, die geistige 
Fähigkeit oder die seelische Gesundheit wesentlich gemindert. Der Anteil an Frauen 
beträgt 43,7 % und der Anteil der Männer beträgt 56,3 %. 
 
Bei der Zielgruppe der Menschen mit Behinderung, di e auf Leistungen nach dem SGB II 
angewiesen sind, hat die vorliegende gesundheitlich e Einschränkung bzw. die vorhan- 
dene Behinderung Auswirkungen auf die Integrationsmöglichkeiten. Dies kann sowohl in 
der noch leistbaren Stundenzahl zum Ausdruck kommen  als auch bei den Tätigkeiten, 
die ausgeübt werden können bzw. nicht ausgeübt werden sollen. 
 
Es lässt sich feststellen, dass neben physischen Ei nschränkungen die Erkrankungen im 
psychischen Bereich immer mehr zunehmen. Teilweise ist auch beides gegeben bzw. 
aus den physischen Einschränkungen in Kombination m it langer Arbeitslosigkeit entste- 
hen zusätzlich psychische Problemlagen. Die vermein tlich fehlende Motivation und 
Frustration resultiert aus dieser Gemengelage. Daneben gibt es innerhalb der Zielgruppe 
auch Menschen, die ihre aktuelle Leistungsfähigkeit  überschätzen und Arbeitsstellen 
anstreben und teilweise auch annehmen, die gesundheitlich nicht leistbar sind. In diesen 
Fällen kommt es dann in der Folge zu Frustrationen,  wenn das Vorhaben scheitert. Teil- 
weise fehlen auch soziale Netzwerke in Folge der ps ychischen Erkrankung und es 
kommt zur Isolation. 
 
Daher steht das Handlungsfeld „Stärkung der Leistun gsfähigkeit“ im Vordergrund. Bei 
rund 50 % der Kundinnen und Kunden muss die physisc he und/oder psychische Ge- 
sundheit verbessert oder ggf. stabilisiert werden. Trotz dieser Gemeinsamkeit, kann dies 
unterschiedliche Facetten haben und somit Auswirkun gen auf die speziell für diese Ziel- 
gruppe benötigten Maßnahmen. Die Stabilisierung als  Ausgangspunkt auf dem Weg zur 
eigentlichen Integration ist dabei in vielen Fällen unerlässlich.   
 
Für knapp 10 % der Menschen mit Behinderung ist das  vorrangige Entwicklungsziel 
„Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens “ festgestellt worden. Insbeson- 
dere das Thema „Selbstmarketing“ spielt eine große Rolle. Die eigenen Chancen und 
Möglichkeiten zu erkennen und diese dem potentielle n Arbeitgeber überzeugend aufzu- 
zeigen, stellt aufgrund der Einschränkungen der Lei stungsfähigkeit eine besondere Her- 
auforderung dar.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 40 -
 
Eine zusätzliche Hürde stellt die fehlende Bereitsc haft der Arbeitgeber dar, Menschen 
mit Behinderung eine Chance zu geben, Ihre Fähigkei ten unter Beweis zu stellen. Hier 
gibt es immer noch bei einem Teil der Arbeitgeber B edenken. Gleichzeitig gibt es Arbeit- 
geber, die für diese Zielgruppe viel tun. Hierbei h andelt es sich u.a. um sogenannte In- 
tegrationsunternehmen. Diese haben als Grundvoraussetzung einen Anteil an Menschen 
mit Behinderung beschäftigt. Hauptaugenmerk besteht  in diesem Zusammenhang dar- 
auf, geeignete Arbeitsplätze entsprechend der zielg ruppenspezifischen Bedürfnisse zu 
akquirieren. 
 
Für gut 23 % der Kundinnen und Kunden ist aktuell k eine Hilfeplanung im Sinne des 
fa:z© modells notwendig (z. B. aus gesundheitlichen Gründen, der Betreuung von Kinder 
unter 3 Jahren oder Angehörigen). 
 
Neben den geplanten zielgruppenspezifischen Maßnahm en stehen Menschen mit Be- 
hinderung grundsätzlich auch alle übrigen geeigneten Förderangebote zur Verfügung.   
 
2.3.7. Zielgruppe „Gründungswillige und Selbstständige“ 
Das Team „Selbstständige“ betreut 210 Leistungsberechtigte, davon 82 Frauen und 128 
Männer. Diese Zielgruppe übt in der Regel bereits e ine selbstständige Tätigkeit aus. 
Primäres Ziel ist daher, den Selbstständigen Unters tützung auf dem Weg in die wirt- 
schaftliche Unabhängigkeit anzubieten.  
 
Es ist grundsätzlich zwischen „Gründungswilligen“ u nd „Bestandsselbstständigen“ zu 
unterscheiden. 
 
• Gründungswillige 
Leistungsberechtigte Existenzgründerinnen und -grün der werden durch das Team 
„Selbstständige“ frühzeitig gezielt und umfassend b eraten. Insgesamt sind im Jahr 
2013 25 Anträge auf Einstiegsgeld bewilligt worden.  Es wird 2014 mit einem ähnli- 
chen Antragsvolumen gerechnet. In den Beratungsgesp rächen werden auch weiter- 
gehende Unterstützungsleistungen (z.B. Teilnahme am  Gründerzirkel) erläutert und 
vermittelt. 
 
• Bestandsselbstständige 
Die Strukturdaten für die Zielgruppe zeigen, dass v on 210 selbstständig Tätigen 92 
erwerbsfähige Leistungsberechtigte über ein Gewinne inkommen von über 850,- € 
verfügen – 71 von ihnen sind bereits seit 13 Monaten oder länger im Leistungsbezug 
nach dem SGB II. 82 selbstständige erwerbsfähige Le istungsberechtigte erwirtschaf- 
ten ein geringeres Einkommen als 850,- €. Um die in dividuellen Ressourcen der Be- 
standsselbstständigen sowie deren Unternehmungen zu  stärken, sollen künftig ver- 
stärkt Beratungsleistungen (Coaching) durch geeignete Dritte zum Einsatz kommen.  
 
2.4. Zusammenfassung der Ergebnisse 
Im Jahr 2013 wurden erstmals fa:z© konforme Maßnahm en durchgeführt und parallel 
„Breitbandmaßnahmen“ zurück gefahren. Es hat sich gezeigt, dass die fa:z© konformen

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 41 - 
Maßnahmen individuellere und passgenauere Förderket ten ermöglichen. Daher soll an 
dem neuen Maßnahmenangebot unter Berücksichtigung d er einzelnen Ressourcenbe- 
reiche sowie der zielgruppenspezifischen Bedürfniss e festgehalten und dieses weiter- 
entwickelt werden. Alle Förder- und Aktivierungsmaß nahmen sowie Eintritte werden im 
folgenden Kapitel zusammengefasst.  
 
3. Übersicht der Förderinstrumente und Förderfälle  
Insgesamt sind rund 5.700 Förderfälle geplant: 
 
Förderinstrument Rechts-          
grundlage 
Förder-
fälle  
2014 
Vermittlungsbudget § 44 SGB III     2.597   
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung § 45 SGB III     1.864    
Förderung der beruflichen Weiterbildung  § 81 SGB I II         519   
Arbeitsgelegenheiten § 16d SGB II         270   
Eingliederungszuschuss § 88 SGB III         139   
Freie Förderung § 16f SGB II         87    
Einstiegsgeld § 16b SGB II           96   
Eingliederungszuschuss für behinderte und schwerbehin- 
derte Menschen § 90 SGB III           43   
Probebeschäftigung § 46 SGB III           33   
ausbildungsbegleitende Hilfen § 75 SGB III           25   
Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben § 117  SGB III           26   
Einstiegsqualifizierung § 54a SGB III           18   
Förderung von Arbeitsverhältnissen § 16e SGB II           15   
BaE - integrativ und kooperativ § 76 SGB III           17   
Leistungen zur Eingliederung von Selbstständigen § 16c SGB II           16   
Gesamt      5.765  
 
Abbildung 23 
 
 
Die Mittel des Eingliederungstitels verteilen sich wie folgt auf die arbeitsmarktpolitischen 
Instrumente.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 42 -
 
Finanzieller Bedarf für vorgesehene Förderinstrumente 
0,00% 
5,00% 
10,00% 
15,00% 
20,00% 
25,00% 
30,00% 
Maßnahmen zur Aktivieru
ng und Eing
liederung 
Förder
ung beruflich
e Weite
rbildung 
Arb
eitsgelegenheiten 
Eingliederu
ngszuschuss 
Vermittlungsbudget 
Freie Förd
erung 
Be
schäftigungsz
uschuss 
besonder
e Maßnahm
e zur Wei
terbildung Reha 
Probebeschäf
tigung 
So
nstiges 
Auß
erbetr
iebliche Berufsausbildu
ng 
Einstiegsgeld 
Au
sbildungsbegleitend
e Hilf
en 
Einstiegsqualifizierung 
Sachkostenzuschuss 
Selbständige 
 
Abbildung 24 
 
Bei der Verteilung des Eingliederungstitels sowie b ei der Verteilung der Förderfälle ist 
ein kontinuierlicher Wandel festzustellen. Bisher l ag der finanzielle Schwerpunkt bei der 
Förderung der beruflichen Weiterbildung“ (§ 81 SGB III). Mittlerweile hat sich der 
Schwerpunkt auf die Maßnahmen zur Aktivierung und b eruflichen Eingliederung verla- 
gert. Grund hierfür ist zum einen, dass Qualifizierungsmaßnahmen oftmals ein Bedarf an 
(mehreren) Aktivierungs- und Stabilisierungsmaßnahm en (Förderketten) voransteht. 
Zum anderen wurden einige münsterspezifische Maßnahmen im Sinne des § 45 SGB III 
angereichert und Förderungen der beruflichen Weiter bildung in Maßnahmen zur Aktivie- 
rung und Eingliederung umgewandelt.  
 
3.1. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung  
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliede rung gem. § 45 Abs. 1 SGB III 
beinhalten einen ganzen Maßnahmekatalog. So sind un ter anderem betriebliche und 
schulische Einzel- und Gruppenmaßnahmen der Aktivie rung und beruflichen Eingliede- 
rung vorgesehen.  
 
Es werden auch im Jahr 2014 fa:z© konforme und ziel gruppenspezifische Maßnahmen 
bereitgestellt, um individuelle Förderketten anbiet en zu können. Insgesamt sind über 
1.860 Maßnahmeeintritte in Maßnahmen zur Aktivierun g und beruflichen Eingliederung 
geplant.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 43 - 
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung  2014 
  An- 
zahl/ 
Förder- 
fälle Nr.  Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme 
Ressourcenbe- 
reich  
Ziel- 
gruppe Beginn    Dauer   
TZ* 
V
Z*  
1 Aktiv und Fit in 
den Job  
Stärkung der physischen 
und psychischen Fähigkeit  
mit dem Ziel einer passen- 
den Arbeit nachzugehen 
bzw. alternativ an den 
Integrationsaktivitäten der 
Stadt Münster mitzuwirken  
Leistungsfähigkeit 50plus 
2. Quartal 
und  
4. Quartal 
6  
Monate 15   
2 Aktivierungshilfen 
Unterstützung von Jugend- 
lichen im Vorfeld von Aus- 
bildung, Qualifizierung und 
Beschäftigung 
lebenspraktische 
Kompetenzen U25 3.Quartal max. 12 
Monate 10 
  
Modul 1 
Diagnostik  Leistungsfähigkeit Ue25 2. Quartal modular  60 
  3 
Arbeitserprobung  
für physische 
Beeinträchtigte   Modul 2 
Arbeitserprobung Leistungsfähigkeit Ue25 2. Quartal modular  60 
 
Modul 1 
Diagnostik Leistungsfähigkeit Alle 2. Quartal modular  43   
4 
Arbeitserprobung  
für psychische 
Beeinträchtigte   Modul 2 
Arbeitserprobung Leistungsfähigkeit Alle 2. Quartal modular  37  
Vorbereitung auf eine 
Teilzeitausbildung Qualifikation 
Allein- 
erzie- 
hende 
1. Quartal 8  
Wochen  12   
Individuelles Coaching 
Teilzeiterstausbildung Qualifikation 
Allein- 
erzie- 
hende 
2. Quartal 6  
Monate 12   5 Betriebliche Aus- 
bildung für Frauen 
Stabilisierung Teilzeiterst- 
ausbildung Qualifikation 
(Allein-) 
Erzie- 
hende 
4. Quartal 
7 
 Monate  12   
6 Basiskompetenzen 
für Arbeit Frauen  
Erhöhung der Grund-
kompetenz, Lesen und 
Schreiben, Lerntraining, 
Gesundheitsförderung, 
EDV, Mathematik, berufli- 
che Orientierung,  
Schnupperpraktikum 
Qualifikation Ue25 
1. Quartal
 
und 
3. Quartal 
jeweils  
4  
Wochen  
32

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 44 -
 
 
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung  2014 
  An- 
zahl/ 
Förder- 
fälle Nr.  Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme 
Ressourcenbe- 
reich  
Ziel- 
gruppe Beginn    Dauer   
TZ* 
V
Z 
7 Basiskompetenzen 
für Arbeit Männer 
Erhöhung der Grund-
kompetenz, Lesen und 
Schreiben, Lerntraining, 
Gesundheitsförderung, 
EDV, Mathematik, berufli- 
che Orientierung,  
Schnupperpraktikum 
Qualifikation Ue25 
1. Quartal
 
und 
3. Quartal 
jeweils  
4  
Wochen  
20 
  
8 Bewerbungscenter  Berwerbungstraining 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Alle lfd. Einstieg  indivi- 
duell 571 
9 Clearingstelle Ü25  
 Unabhängiger Ansprech- 
partner gegenüber Jobcen- 
ter, ab September zusätzli- 
ches Angebot von Integra- 
tionshilfen 
Mitwirkung in der 
Fallsteuerung Ue25 lfd. Einstieg   max. 12 
Monate 125 
  
Modul 1 Clearingstelle Mitwirkung in der 
Fallsteuerung U25 3. Quartal max. 6  
Monate 16   10 Clearingstelle Plus 
U25  Modul 2 Integrationshilfen lebenspraktische 
Kompetenzen U25 3. Quartal max. 12 
Monate 8   
11 
Integrationshilfen 
für besonders 
benachteiligte 
Jugendliche  
Einzelbetreuung, Schnitt- 
stelle von beschäftigungs-
 
fördernden und sozialinte- 
grativen Hilfen mit sozialar- 
beiterischen Methoden, 
Hauptschulabschluss 
Qualifikation U25 lfd. Einstieg  max. 6 
Monate 20 
  
12 Einzelcoaching + 
Begleitung 
Maßnahmen zur berufli- 
chen Eingliederung  Qualifikation 
Men- 
schen 
mit 
Migrati- 
onsvor- 
ge- 
schichte 
 
3. Quartal 12 
Monate 40 
Modul 1 Standortbestim- 
mung (berufl. + persönl.) 
Rahmenbedingun- 
gen 
(Allein-) 
Erzie- 
hende 
lfd. Einstieg  4  
Monate 80 
  
Modul 2 Entwicklung be- 
rufl. Perspektiven und 
Strategien 
Arbeitsverhalten 
(Allein-) 
Erzie- 
hende 
lfd. Einstieg  3  
Monate 40 
  
13 Erziehende auf 
dem Weg in Arbeit 
 
Modul 3 Jobcoaching 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
(Allein-) 
Erzie- 
hende 
lfd. Einstieg  6  
Monate 20 
  
14 Fit für den Alltag, 
Fit für den Job 
Fähigkeit stärken, in All- 
tagssituationen sicher und 
selbständig zurecht zu 
kommen 
lebenspraktische 
Kompetenzen Ue25 
1. Quartal 
 
und  
3. Quartal 
jeweils  
8   
Wochen  
33

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 45 - 
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung  2014 
  An- 
zahl/ 
Förder- 
fälle Nr.  Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme 
Ressourcenbe- 
reich  
Ziel- 
gruppe Beginn    Dauer   
TZ* 
V
Z 
15 Fit mit Kind 
Stärkung der Erziehungs- 
kompetenzen, Entlastungs- 
strategien entwickeln 
lebenspraktische 
Kompetenzen 
Allein- 
erzie- 
hende 
2. Quartal 2  
Wochen  12 
  
16 Jobcoaching 
Maßnahmen zur berufli- 
chen Eingliederung von 
Schwerbehinderten 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Rehabi- 
litan- 
den/Sch 
werbe- 
hinderte  
2. Quartal ca. 9 
Monate 84 
17 Kompetenz- und 
Potenzialanalyse   
Profiling mit Integrations- 
planung Eignungstestver- 
fahren, Schlüsselqualifika- 
tionen, Arbeitsmarkt, Be- 
schäftigungsalternativen  
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Ue25 
1. Quartal 
 
und  
3. Quartal 
2  
Wochen  65 
18 Konflikttraining   Sozialverhalten Ue25 1. Quartal  
  
6  
Wochen  15 
  
19 Lernort Süd 
Stabilisierung, Berufs-
orientierende und sozi-
alpädagogische Angebote, 
Vermittlung von Tages- 
struktur 
lebenspraktische 
Kompetenzen U25 lfd. Einstieg  max. 12 
Monate 7 
  
20 
Maßnahme zur 
Stabilisierung und 
Motivation von 
Haftentlassenen 
Unterstützung von haftbe- 
drohten Menschen zur 
Haftvermeidung oder zum 
Erhalt der Wohn- und 
Arbeitverhältnisse bei Er- 
satzfreiheitsstrafen 
Sozialverhalten Ue25 lfd. Einstieg 
 6  
Monate 25 
21 
Maßnahme für 
Frauen und Män- 
ner mit Kindern 
unter 3 Jahren  
Erarbeitung einer Perspek- 
tive, inkl. Kinderbetreuung 
vor Ort 
Rahmenbedingun- 
gen 
(Allein-) 
Erzie- 
hende 
2. Quartal 
4 
Wochen  20 
  
22 
Maßnahme für 
Gehörlose - Ein- 
zelcoaching 
Einzelfallbezogene Betreu- 
ung durch einen Dolmet- 
scher  
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Rehabi- 
li-
tanden/ 
 
Schwer- 
be-
hinderte  
3.Quartal 18 
Monate 5 
23 
Maßnahme für 
Jugendliche und 
junge Erwachsene 
unter 25 Jahren 
(in Planung) 
inkl. sinnstiftender Arbeit  U25 3. Quartal

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 46 -
 
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung  2014 
  An- 
zahl/ 
Förder- 
fälle Nr.  Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme 
Ressourcenbe- 
reich  
Ziel- 
gruppe Beginn    Dauer   
TZ* 
V
Z 
24 Maßnahmen bei 
einem Arbeitgeber 
   Qualifikation Alle lfd. Einstieg  indivi-
duell   
1
8
0 
25 Mitwirken - Mit- 
gestalten 
Rechte und Pflichten; akti- 
ve Mitwirkungsansätze  
Mitwirkung in der 
Fallsteuerung Ue25 3. Quartal 
3  
Wochen  15 
  
26 Praxisprofiling 
(in Planung) inkl. Arbeitserprobung  Alle 3. Quartal    
 
27 Erweiterte Clea- 
ringstelle 
Stärkung der Mitwirkung in 
der Fallsteuerung, inkl. 
Integrationshilfen 
lebenspraktische 
Kompetenzen Ue25 lfd. Einstieg 
 max. 12 
Monate 80 
  
28 PC-Grundkurs PC-Grundlagen, Word, 
Excel, Outlook Qualifikation Ue25 
2. Quartal  
und 4. 
Quartal 
jeweils 
4  
Wochen  
30 
29 Selbstmarketing Darstellung der Stärken 
und Kompetenzen 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Ue25 
2. Quartal 
und   
3. Quartal 
jeweils  
8   
Wochen  
30 
30 Stärkung der 
Persönlichkeit 
Kommunikationsfähigkeit, 
Konfliktfähigkeit, Verhal- 
tensreflekti-
on,Kompromissfähigkeit,Du 
rchsetzungsvermö- 
gen,Teamfähigkeit,Ehrena 
mtliches Engagement 
Sozialverhalten Ue25 
2. Quartal  
und 4. 
Quartal 
jeweils  
6  
Wochen  
30 
31 Stärkung des 
Arbeitsverhalten  
Training arbeitsplatzbezo- 
gener Schlüsselqualifikatio- 
nen 
Arbeitsverhalten Ue25 1. Quartal 
8  
Wochen  15 
32 Tagelöhner Tages- und Selbststruktur, 
Bestandsaktivierung 
lebenspraktische 
Kompetenzen Alle lfd. Einstieg  12 
Monate   7 
mtl.  
33 Transit 
Erstellen bzw. Überarbei- 
ten von Bewerbungsunter- 
lagen Vorbereitung auf 
Vorstellungsgespräche und 
Assessments, Telefonak- 
quise, Internetrecherche, 
alternative Bewerbungs- 
wege (z.B. Online-
Bewerbung),  
Einzelcoaching 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Ue25 1. Quartal 
lfd. Einstieg  
8 Mona- 
te   35

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 47 - 
 
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung  2014 
  An- 
zahl/ 
Förder- 
fälle Nr.  Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme 
Ressourcenbe- 
reich  
Ziel- 
gruppe Beginn    Dauer   
TZ* 
V
Z 
34 
Vorbereitung auf 
eine betriebliche 
(Teilzeit)  Umschu- 
lung 
Berufsorientierung, Ver- 
besserung der Fach- und 
Sozialkompetenz, Vorför- 
derung Deutsch und Ma- 
thematik, Bewerbungstrai- 
ning, Praktika, Suche eines 
geeigneten betrieblichen 
Umschulungsplatzes, inkl. 
Umschulungsbegleitende- 
hilfen 
Qualifikation Ue25 3. Quartal ca. 9 
Monate 40 
VZ* = Vollzeit               
TZ*=  Teilzeit               
 
Abbildung 25 
 
3.2. Förderung der beruflichen Weiterbildung 
Grundsätzlich erhöht das Vorhandensein einer abgesc hlossenen Qualifizierung oder 
Ausbildung die Chancen der erwerbsfähigen Leistungs berechtigten auf eine Integration 
in den 1. Arbeitsmarkt. Sie wirkt damit gleichzeiti g dem drohenden Fachkräftemangel 
entgegen. Daher sind ca. 520 Förderungen mit Bildun gsgutscheinen (Förderungen der 
beruflichen Weiterbildung) geplant. Davon sind rund  130 Bildungsgutscheine für Einzel- 
fallförderungen und rund 75 Bildungsgutscheine für betriebliche Einzelumschulungen 
vorgesehen. 
 
Förderung der Beruflichen Weiterbildung 2014 
Anzahl/  
Förder-
fälle 
Nr 
. 
Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme 
Ressourcen- 
bereich Zielgruppe Beginn Dauer 
TZ*  VZ*  
1 Altenpflege gem.  
Ausbildungsordnung Qualifikation  Ue25  24 
Monate  5 
2 Altenpflegehilfe gem.  
Ausbildungsordnung Qualifikation  Ue25  12 
Monate  18 
3 
Arbeitserprobung für 
psychisch Beeinträch- 
tigte 
Feststellung, beruflicher 
Kenntnisse, Fertigkeiten 
und Fähigkeiten 
Leistungsfä- 
higkeit Alle 2. Quartal
 
lfd. Einstieg  
6 
Monate  35 
4 betriebliche Einzel- 
umschulungen  Qualifikation  Ue25  24 
Monate  37

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 48 -
 
 
 
 
Förderung der Beruflichen Weiterbildung 2014  
Anzahl/  
Förder-
fälle 
Nr 
. 
Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme 
Ressourcen- 
bereich Zielgruppe Beginn Dauer 
TZ*  VZ*  
5 Bürokaufmann/-frau 
überbetrieblich 
gem.  
Ausbildungsordnung Qualifikation  
Rehabili-
tanden/ 
Schwerbe-
hinderte 
 21 
Monate 10 
6 Einzelfallförderungen   Qualifikation  Alle  indivi- 
duell  148  
7 Erzieher gem.  
Ausbildungsordnung Qualifikation  Ue25  24 
Monate  5 
8 Gabelstapler-
Spezialist 
Gabelstaplerfahrer-
Schulung Qualifikation  Ue25 3. Quartal 15 
Monate  20 
9 Gemma 
Entwicklung eines realis- 
tischen beruflichen 
Lebensplans, langfristige 
in den Arbeitsmarkt 
unter Berücksichtigung  
ihrer persönlichen/ 
familiären Situation. 
Lebensprak- 
tische Kom- 
petenzen 
junge Frauen 
unter 25 
Jahre 
lfd. Einstieg  max. 12 
Monate 6  
10  Hauswirtschaft als 
Beruf 
Vorbereitung auf  
Externenprüfung Qualifikation  Ue25 2. Quartal 15 
Monate 17  
11  Integrationsseminar 
für Migranten 
berufliche Orientierung, 
Bewerbungsmanage- 
ment, Arbeitsrecht, 
Praktikum 
Bewer- 
bungs- und 
Stellensuch- 
verhalten 
Menschen 
mit Migra-
tionsvor- 
geschichte 
1. Quartal 4 
Monate 18  
12  kaufmännisches 
Qualifizierungscenter  
verschiedene Fachmo- 
dule (inkl. MS-Office, 
SAP, etc), Callcenter, 
Bewerbungstraining, 
Lager-EDV, Englisch fürs 
Büro, Buchhaltung 
Qualifikation  Ue25 lfd. Einstieg  indivi- 
duell 42 
13  Lernwerkstatt 
Stärkung der Persön- 
lichkeit, Förderung der 
Lebenspraktischen 
Kompetenz, Verbesse- 
rung der Lernkompetenz 
sowie Kulturtechniken 
Qualifikation  Ue25 lfd. Einstieg  6 
Monate 20 
14 Qualifizierungscenter  Lager/Fahrer/ 
 Spedition/Logistik Qualifikation  Alle lfd. Einstieg  indivi-
duell 42 
15 step by step 
Schrittweise Qualifizie- 
rung zur Vorbereitung 
auf den Ar- 
beit/Ausbildung, Kin- 
derbetreuung, Berufs- 
orientierung, Praktika 
Qualifikation  junge Frauen  3. Quartal 12 
Monate 15

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 49 - 
 
Abbildung 26 
 
 
3.3. Freie Förderung 
Die Freie Förderung nach § 16f SGB III bietet einen  erweiterten Gestaltungsspielraum. 
Dieser soll vor allem genutzt werden, um unter Beac htung des Umgehungs- und Aufsto- 
ckungsverbotes der Basisinstrumente neue Einglieder ungsleistungen zu entwickeln. 
Damit werden weitergehende Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose und jungend- 
liche erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit schwer wiegenden Vermittlungshemmnis- 
sen ermöglicht. 
 
Insgesamt sind für das Jahr 2014 knapp 90 Förderfäl le geplant. Dabei ist zu unterschei- 
den zwischen Einzel- und Gruppenmaßnahmen und Einze lfallförderung in Form von 
Geldleistungen. 
 
 
 
 
 
 
 
Förderung der Beruflichen Weiterbildung 2014  
Anzahl/  
Förder-
fälle 
Nr 
. 
Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme 
Ressourcen- 
bereich Zielgruppe Beginn Dauer 
TZ*  VZ*  
16 technisch gewerbli- 
ches Trainingscenter 
Eignungsfeststellung 
und Qualifizierung in 
verschiedenen gewerb- 
lichen Bereichen, Nach- 
holen des Hauptschul- 
abschlusses, Arbeitser- 
probung 
Qualifikation 
 25 lfd. Einstieg  Modular  33 
17  Training on the Job 
Individuelles Coaching 
und Sozialberatung, 
Orientierung, Eignung 
und Motivation, Bewer- 
ber- und Kontakttrai- 
ning, Medienkompe- 
tenz, Erwerbsfähigkeits- 
training, berufsübergrei- 
fende Kompetenzen, 
Praktikum 
Qualifikation 
 Ue25 lfd. Einstieg  9 
Monate 42 
VZ* = Vollzeit       
TZ*=  Teilzeit

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 50 -
 
 
• Einzel- und Gruppenmaßnahmen 
 
Freie Förderung  
  Anzahl/  
Förderfälle  Nr.  Titel  
der Maßnahme 
Inhalt/Ziel  
der Maßnahme Ressourcenbereich  Zielgruppe Beginn   Dauer   
TZ* VZ* 
1 
Kombinierte Auf- 
und Ausstiegsbera- 
tung 
(in Planung) 
 Qualifikation Selbst- 
ständige 
 
3. Quar- 
tal  
  20  
2 Schulabschluss Plus 
Nachholen des Haupt- 
schulabschlusses, inkl. 
Sozialpädagogischer 
Begleitung 
Qualifikation U25 3.  
Quartal 
12 Mo- 
nate 17   
VZ* = Vollzeit               
TZ*=  Teilzeit               
 
Abbildung 27 
 
• Einzelfallförderung in Form von Geldleistungen (Probebeschäftigung) 
Die Förderung erfolgt gemäß §16f SGB II in Ausweitu ng (Aufstockung) der Regelun- 
gen des § 46 SGB III. Diese Ausweitung ist nur für den Personenkreis der Langzeit- 
arbeitslosen und Jugendlichen mit besonders schwerw iegenden Vermittlungshemm- 
nissen möglich. Es sind insgesamt 50 Förderfälle im  Rahmen der Probebeschäfti- 
gung geplant. Eine Bewilligung kann erfolgen, wenn die Prognoseentscheidung ge- 
troffen wird, dass innerhalb eines Zeitraums von se chs Monaten mit den Basisin- 
strumenten die Beendigung oder Verminderung der Hilfebedürftigkeit durch Integrati- 
on und/oder das Erzielen von Integrationsfortschrit ten voraussichtlich nicht erreicht 
werden kann.   
 
3.4. Weitere Förderangebote zur Unterstützung der A rbeitsaufnahme und zur Ver- 
besserung der Integrationschancen 
• Vermittlungsbudget 
Zur Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildu ngs- oder Arbeitsplatz und bei 
der Arbeitsaufnahme einer sozialversicherungspflich tigen Beschäftigung oder einer 
(auch schulischen) Ausbildung sind rund 2.560 Förde rfälle gem. § 44 SGB III ge- 
plant. 
 
• Eingliederungszuschuss (EGZ) – Zusammenarbeit mit d em Arbeitgeber- und 
Vermittlungsservice (AGVS) 
Das Antragsverfahren zum EGZ einschließlich der Bea rbeitung wird in der Regel 
vom AGVS in enger Abstimmung mit dem Jobcoach durch geführt. Im Jahr 2014 
plant das Jobcenter Münster ca. 140 Förderfälle.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 51 - 
• Förderung von Arbeitsverhältnissen 
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziale s (MAIS) führt eine zweite ESF-
Förderphase zum Projekt „Öffentlich geförderte Beschäftigung“ durch und hat hierzu 
einen Projektaufruf gestartet. Im Kern des Projekte s steht die Vorbereitung und an- 
schließende Arbeitsintegration von Langzeitleistung sbeziehern. Der Arbeitskreis 
„QuadA“ (Qualifizierung durch Arbeit) nimmt an diesem Projekt teil. Die Stadt Müns- 
ter wird dieses Projekt auch finanziell mit eingesp arten Mittel der Kosten der Unter- 
kunft unterstützen. Das Projekt hat eine Laufzeit v on 24 Monaten. Geplant sind ins- 
gesamt 15 Teilnehmerplätze. 
 
• Arbeitsgelegenheiten (AGH) 
Die Erfahrung zeigt, dass das Instrument der AGH si ch sehr gut eignet, um erwerbs- 
fähige Leistungsberechtigte zu stabilisieren und an den ersten Arbeitsmarkt heranzu- 
führen. Verschiedene Ressourcenbereiche können – je  nach individuell ermitteltem 
Entwicklungsziel - durch die Absolvierung einer AGH  gestärkt werden (Qualifikation, 
Sozialverhalten, Arbeitsverhalten, Motivation, Leis tungsfähigkeit, lebenspraktische 
Kompetenzen). Im Rahmen individueller Förderketten können Arbeitsgelegenheiten 
außerdem gut dazu dienen, auf anderen Maßnahmen auf zubauen, um Ressourcen- 
bereiche weiter zu stärken (z. B. das Sozialverhalt en im Anschluss an die Maßnah- 
me „Konflikttraining“) oder aber auf andere Entwicklungsziele vorzubereiten (z.B. auf 
eine qualifizierende Maßnahme). Daher wird im Vergl eich zum Vorjahr das AGH-
Angebot auf rund 270 Plätze erhöht. 
 
• Einstiegsgeld  
Gemäß § 16b SGB II ist es möglich, bei Aufnahme ein er sozialversicherungspflichti- 
gen Erwerbstätigkeit Einstiegsgeld als anrechnungsf reien Zuschuss zu gewähren. 
Das Jobcenter Münster plant für einen zusätzlichen Anreiz zur Arbeitsaufnahme 56 
Förderfälle. 
3.5. Förderangebote für Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren 
• Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) 
Um den betrieblichen Ausbildungserfolg zu sichern, sind auch für das Jahr 2014 
ausbildungsbegleitende Hilfen (u.a. Nachhilfe, sozi alpädagogische Betreuung) ge- 
mäß § 75 SGB III geplant. Das Jobcenter Münster sie ht Bedarf für rund 25 Jugendli- 
che. 
 
• Außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE) 
Für Jugendliche, die den Anforderungen einer betrie blichen Ausbildung (noch) nicht 
gerecht werden können, werden 17 außerbetriebliche Ausbildungsplätze gemäß 
§ 76 SGB III für 2014 angeboten. Erfahrungsgemäß is t die kooperative BaE (fach- 
theoretische Ausbildung bei einem Bildungsträger, f achpraktische Ausbildung bei ei- 
nem Kooperationsbetrieb) wirkungsvoller als die int egrative BaE (fachtheoretische 
und fachpraktische Unterweisung bei einem Bildungsträger). Daher sind 13 koopera- 
tive BaE-Plätze und 4 integrative BaE-Plätze geplant, wobei grundsätzlich ein quanti- 
tativer Spielraum besteht.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 52 -
 
Mit rund 100 verschiedenen Ausbildungsangeboten ist  eine große Vielfalt an Ausbil- 
dungsberufen gegeben. Damit kann das Jobcenter Müns ter auf die Berufswünsche 
und Neigungen der jungen Menschen eingehen. 
 
• Einstiegsqualifizierung (EQ) 
Im Rahmen der Einstiegsqualifizierung (§ 54a SGBIII ) sind genau wie im Jahr 2013 
insgesamt 18 Förderfälle geplant.  
 
3.6. Förderangebote für behinderte und schwerbehinderte Menschen 
• Probebeschäftigung 
Arbeitgebern können die Kosten für die befristete P robebeschäftigung bis zu einer 
Dauer von drei Monaten erstattet werden. Voraussetz ung der Förderung ist, dass 
dadurch die Möglichkeit einer Teilhabe am Arbeitsle ben verbessert wird oder eine 
vollständige und dauerhafte Teilhabe am Arbeitslebe n zu erreichen ist (vgl. 
§ 46 SGB III). Für das Jahr 2014 sind 33 Förderfälle geplant. 
 
• Eingliederungszuschuss 
Gemäß § 90 SGB III können für behinderte und schwer behinderte Menschen beson- 
dere Eingliederungszuschüsse gewährt werden. Das Jobcenter Münster geht von 43 
Förderfällen Im Jahr 2014 aus.  
 
• Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben 
Im Rahmen der Unterstützungsmöglichkeiten nach § 11 7 SGB III sind insgesamt 26 
Förderfälle geplant. 
 
3.7. Förderangebote zur Existenzsicherung und für Selbstständige 
• Einstiegsgeld 
Die Förderung durch Einstiegsgeld hat als Zielricht ung die Überwindung der Hilfebe- 
dürftigkeit, nicht deren Reduzierung (vgl. § 16b SG B II). Förderentscheidungen zum 
Einstiegsgeld werden im Team „Selbstständige“ getroffen. Für das Jahr 2014 sind 40 
Förderfälle geplant. 
 
• Leistungen zur Eingliederung von Selbstständigen 
Insgesamt sind 16 Förderfälle im Sinne des § 16c SG B II geplant. Darüber hinaus 
bietet das Team „Selbstständige“ qualifizierte und intensive Beratungsgespräche an. 
Da die Wirtschaftsförderung und das Jobcenter Münster eng verzahnt sind und diese 
Zusammenarbeit in Zukunft noch ausbauen wollen, kann sich die Zielgruppe alterna- 
tiv auch bei der Wirtschaftsförderung Münster beraten lassen.  
 
3.8. Kommunale Eingliederungsleistungen nach §16a Nr. 1 - 4 SGB II 
Der Gesetzgeber hat in Kenntnis der Besonderheit de s Empfängerkreises von Leistun- 
gen der Grundsicherung nach SGB II ( z.B. Langzeitbezug, Erwerbsbiografien mit Unter- 
brechungen, schwierige Rahmenbedingungen, gesundhei tliche Einschränkungen ) in

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 53 - 
§16a Nr. 1 - 4 SGB II Unterstützungs- und Beratungs leistungen installiert, die im Vorfeld 
oder parallel zu der Integration auf dem allgemeine n Arbeitsmarkt wirksam werden sol- 
len. Es handelt sich um Förderleistungen, deren Inanspruchnahme freiwillig ist.  
 
In Ziffer 1 - 4 werden die Leistungen inhaltlich be stimmten Unterstützungsbereichen zu- 
geordnet: 
 
§16a- Leistung Zuständiges  
Fachamt 
Beteiligter Kooperations- 
partner/ Leistungserbringer 
Betreuung minderjähriger 
und behinderter Kinder,  
§ 16a Ziffer 1 
Amt für Kinder, Jugendliche 
und Familien 
Familienbüro 
Häusliche Pflege von 
Angehörigen ,  
§ 16a Ziffer 1 
Sozialamt Informationsbüro Pflege im Ge- 
sundheitshaus 
Schuldnerberatung ,   
§ 16a Ziffer 2  
Sozialamt Sozialamt, Verbraucherzentrale 
Münster, Beratungs- und Bil- 
dungszentrum der Diakonie, 
Arbeiterwohlfahrt, Caritas  
Psychosoziale Betreuung,   
§ 16a Ziffer 3 
/square4 Gesundheitsamt 
/square4 Amt für Kinder, Jugendli- 
che und Familien 
/square4 Sozialamt 
Sozialpsychiatrischer Dienst 
Kommunaler Sozialdienst 
 
Migrationsberatung: AWO, DRK, 
Caritas, Beratungs- und Bil- 
dungszentrum der Diakonie 
Suchtberatung,   
§ 16a Ziffer 4 
/square4 Gesundheitsamt 
/square4 Amt für Kinder, Jugendli- 
che und Familien 
Caritas, Beratungs- und Bil- 
dungszentrum der Diakonie 
Drogenhilfe der Stadt Münster: 
Drobs 
 
Abbildung 28 
 
Die o.g. Leistungen sind als kommunale Eingliederun gsleistungen im SGB II verortet. 
Das Angebot der Leistungen nach § 16a SGB II wird a ußerhalb des Jobcenters von an- 
deren städtischen Ämtern bzw. Kooperationspartnern erbracht. Diese Art der Leistungs- 
erbringung hat den Vorteil, dass auf verbindliche g ewachsene Strukturen mit hoher 
Fachlichkeit zugegriffen werden kann.  
 
Dabei ist ein wechselseitiger Prozess zwischen Jobc enter und den anderen städtischen 
Ämtern bzw. Kooperationspartnern erforderlich. Dies  wurde auch in der erarbeiteten 
Konzeption zur Steuerung von Leistungen mit Bezug a uf Aufgaben der Grundsicherung 
für Arbeitssuchende (SGB II) aufgenommen. 
 
In der Stadt Münster bestehen über die Frage der No twendigkeit und Sinnhaftigkeit von 
§16a – Leistungen keine Zweifel. Insbesondere die h ohe Zahl der Leistungsberechtigten 
im Langzeitbezug mit ihren vielfältigen Zugangshemm nissen zum Arbeitsmarkt lässt 
keine andere Einschätzung zu. Die zielgruppenbezoge nen Texte des Arbeitsmarkt- und 
Integrationsprogramms liefern entsprechende Beispiele.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 
 
- 54 -
 
Das Jobcenter wird auch in diesem Jahr auf allen Eb enen daran arbeiten, die vielen un- 
terschiedlichen hilfreichen Angebote des § 16a SGB II den Kundinnen und Kunden zu- 
gänglich zu machen. Dazu gehört an vorderster Stell e die systematische Einbindung in 
den individuellen Beratungsprozess und die sinnvoll e Vernetzung mit der Fallsteuerung 
nach dem fa:z©  modell. Des Weiteren muss genannt werden: 
 
• Die systematische Einbindung in das Steuerungskonz ept zu Leistungen mit Bezug 
zum SGB II der Stadt Münster  
• Die Optimierung der Einbettung der § 16a – Leistun gen in das Gesamtförderinstru- 
mentarium des Jobcenters, um aufbauend und ergänzen d Synergieeffekte zu schaf- 
fen. 
• Die Nutzung von Projektstrukturen (Aktiv für Arbei t im Stadtteil) 
11 , um Kundinnen und 
Kunden besser zu erreichen und Netzwerkstrukturen auszubauen. 
• Die systematische Nutzung der erhobenen Daten um d ie Bedarfslagen verlässlich 
und valide abzubilden sowie die Qualität der Beratu ngsleistungen stetig zu verbes- 
sern. 
• Die Nutzung bestehender Kontakt- und Austauschmögl ichkeiten zwischen den Betei- 
ligten. 
 
3.9. Förderangebote Dritter 
• Perspektive 50 plus 
Im Rahmen des Projektes (siehe Ziffer. 2.3.3) sind 3 Maßnahmen mit insgesamt 225 
Eintritten für das Jahr 2014 geplant: 
 
• ESF-Sprachkurse 
Unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Dauer des A ufenthalts in Deutschland 
können Personen mit Migrationsvorgeschichte Maßnahm en der Sprachförderung, 
kombiniert mit Elementen beruflicher Qualifizierung, in Anspruch nehmen und so ihre 
Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Im Stadtgebie t Münster gibt es ein großes 
Angebot an allgemeinen und speziell berufsbezogenen Sprachkursen.  
 
• Integrationskurse 
Ebenfalls gibt es ein breitgefächertes Angebot an I ntegrationskursen. Diese beinhal- 
ten sowohl Sprachkurse als auch Orientierungskurse für Menschen mit Migrations- 
vorgeschichte. 
 
• Sonstige 
Darüber hinaus gibt es weitere Bildungsangebote der  Agentur für Arbeit Münster 
(z.B. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Werkst attjahr), die auch von den 
Kunden und Kundinnen des Jobcenters genutzt werden können, ebenso wie Bil- 
dungsmaßnahmen, die von anderen Jobcentern oder Arb eitsagenturen im Bundes- 
gebiet angeboten werden. 
  
                                               
 
11  Das Projekt Aktiv für Arbeit im Stadtteil ist ein Programm des Europäischen Sozialfonds. Das Ministerium für Ar- 
beit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen  möchte den Aufbau eines strategischen Netzwerkmana- 
gements von arbeitsmarkt- und zielgruppenspezifischen Strukturen in ausgewählten städtischen Problemgebieten för- 
dern. Im Stadtquartier Kinderhaus-Brüningheide wurden 3 Netzwerke zu folgenden Schwerpunkten eingerichtet: Ver- 
besserung berufsbezogener Sprachkompetenz, Übergang Schule – Beruf  und Nicht jugendliche Erwerbsfähige

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 
 - 55 - 
4. Schlussbemerkung 
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 sowie weitere Informationen rund um 
das Jobcenter Münster sind auf der Homepage www.jobcenter-muenster.de  zu finden.

Beschlussvorlage

3761 Zeichen

V/0096/2014 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Jobcenter 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenters Münster 2014 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
11.03.2014 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
 Vorberatung 
11.03.2014 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 
12.03.2014 Integrationsrat Anhörung 
18.03.2014 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 
19.03.2014 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 
26.03.2014 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 
02.04.2014 Hauptausschuss Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
Zum Erreichen der vereinbarten Ziele und unter Beachtung der vom Rat beschlossenen Schwe r-
punktsetzung (Vorlage V/0837/2013) wird das Arbeitsmarkt - und Integrationsprogramm des Jo b-
centers Münster für 2014 beschlossen. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 wird im Rahmen der eingeplanten Haushalt s-
mittel umgesetzt. Im Fall einer Überschreitung dieses Rahmens will der Rat bis zu 100.000 Euro 
überplanmäßig bereitstellen (Beschluss vom 11.12.2013, V/0622/2013). 
 
 
 
Begründung: 
 
Mit der Vorlage V/0837/2013 wurde ein Einstieg in eine frühzeitige Planung und Steuerung der 
Leistungen mit Bezug zu Aufgaben für Arbeitssuchende (SGB II)  genommen. Darauf aufbauend 
hat der Rat arbeitsmarktpolitische Schwerpunktse tzungen für das Jahr 2014 beschlossen und die 
kommunalen Zielvorstellungen formuliert. Gleichzeitig hat der Rat beschlossen, dass er eine vol l-
ständige Ausschöpfung des Eingliederungstitels erwartet und dabei das Risiko, das sich aus der 
daher erforderlichen Überplanung ergibt, eingeht. Parallel zu dieser Vorlage liegt den Gremien das 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0096/2014 
Auskunft erteilt: 
Herr Bierstedt 
Ruf: 
60918-300 
E-Mail: 
Bierstedt@stadt-muenster.de  
Datum: 
19.02.2014 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0096/2014 
Steuerungskonzept für Leistungen mit Bezug zu Aufgaben für Arbeitss uchende (SGB II)   
(V/0980/2013) vor, das eine Beschlussfassung des zuständigen Fachausschusses im ersten Quar-
tal vorsieht. 
 
Vor diesem Hintergrund hat d as Jobcenter Münster ein Arbeitsmarkt - und Integrationsprogramm 
erstellt, aus dem hervorgeht, mit welchen geschäftspolitischen Schwerpunkten und Maßnahmen 
der gesetzliche Auftrag  sowie die vereinbarten Ziele zur V ermeidung, Beendigung oder Verring e-
rung der Hilfebedürftigkeit der Arbeit suchenden Menschen in Münster umgesetzt werden sollen.  
 
Der Prozess für die Auswahl und Gestaltung von Förderinstrumenten und –maßnahmen wurde mit 
dem Übergang des Jobcenters in die  alleinige kommunale Trägerschaft neu strukturiert und sy s-
tematisiert. Darüber hinaus wurde der Kreis der beteiligten Akteure deutlich erweitert. Ziel ist die 
sinnvolle Verknüpfung gesamtstädtischer Leistungen mit Bezug zum SGB II (siehe hierzu auch die 
Vorlage V/0980/2013). Daher haben neben den Mitgliedern des örtlichen Beirates auch Ve rtreter 
und Vertreterinnen aus städtischen Fachämtern - die Bezug zur Zielgruppe und/oder zu SGB II 
Leistungen haben – an den Planungsworkshops mitgewirkt. 
 
Nach Abschluss des Planungsprozesses legt die Verwaltung nunmehr dem zuständigen Fachaus-
schuss und den anderen fachlich betroffenen politischen Gremien das fertig gestellte Arbeitsmarkt- 
und Integrationsprogramm 2014 vor.  Da die Zuständigkeitsordnung derzeit noch keine E ntschei-
dungsbefugnis über das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm einem Fachausschuss zugewie-
sen hat, wird diese Vorlage dem Hauptausschuss zur Beschlussfassung vorlegt. 
 
 
 
In Vertretung 
 
gez. Thomas Paal  
Stadtrat 
 
Anlage:  Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm Jobcenter Münster 2014

Beratungsverlauf (7)

11.03.2014 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
11.03.2014 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
12.03.2014 Integrationsrat
TOP 2.5 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
18.03.2014 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
19.03.2014 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
26.03.2014 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 11.4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
02.04.2014 Hauptausschuss
TOP 11 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Ludgeriplatz 4
  • Brüningheide
  • Kinderhaus

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0096/2014
Typ
Vorlagen
Datum
06.02.2014
Erstellt
06.10.2020 14:37