1170/2023
Zero Waste-Konzept Köln
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Anlage 3_Stellungnahme Rechnungsprüfungsamt
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14 .11.2023 141/1 VIII/3 Zero-Waste-Konzept Köln; voraussichtliche haushaltsmäßige Auswirkungen 80.000 € brutto jährlich hier: Stellungnahme zur Beschlussvorlage (RPA-Nr. 141/11/11/23) Sehr geehrte Damen und Herren, am 03.11.2023 wurde dem RPA ein Leserecht auf Ihre Beschlussvorlage-Nr. 1170/2023 zwecks Stellungnahme zur o. g. Maßnahme eingeräumt, da hier ein Beschluss des Rates nach Vorberatung in den Fachausschüssen eingeholt werden soll. Der Rat hatte in seiner Sitzung am 06.05.2021 beschlossen, bis Ende 2022 ein Zero-Waste- Konzept zu entwickeln. Dies sollte unter Beteiligung der Öffentlichkeit, lokal agierender Initia- tiven, lokalen Unternehmen etc., in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Institut er- folgen. Für die von der Verwaltung für eine externe Beauftragung vorgelegte Bedarfsprüfung sowie für die Vergabe (Auftragssumme 127.600 €) wurden durch das RPA entsprechende positive Stellungnahmen abgegeben (RPA-Nrn. 141/11/06/21 und 141/22/113/21). Konkrete Einwände gegen die jetzige Beschlussvorlage, das Zero-Waste-Konzept für die Stadt Köln und den darin enthaltenen Maßnahmenkatalog hat das RPA nicht, wobei jedoch eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Thematik (153 seitiges Gesamtkonzept) auf- grund der kurzfristigen Vorlage nicht erfolgen konnte. Insofern können hier nur nachfolgende Hinweise gegeben werden: Finanzierung: Die zur Umsetzung für das Handlungsprogramm voraussichtlich erforderlichen Mittel sol- len grundsätzlich über den Gebührenhaushalt finanziert werden. Hier muss beachtet werden, ob und inwieweit dies überhaupt für die ausgewiesenen Maß- nahmen gebührenrechtlich (siehe § 6 KAG NRW Benutzungsgebühren) möglich ist, damit die Abfallsatzung und die Abfallgebührensatzung nicht rechtlich angreifbar werden. 07 2 Dies ist jeweils vor Beginn einer Maßnahme zu prüfen. Außerdem soll laut Beschlussvorlage zur anteiligen Finanzierung der Kosten, die Inan- spruchnahme von Fördermitteln geprüft und realisiert werden. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen. Stellenbedarf: Eine Person in der Verwaltung, hier VIII/3/AWB der Stadt Köln (e. E.), ist zurzeit zuständig für das Projektmanagement Zero-Waste. Zukünftig soll das Zero-Waste-Team zunächst mit einem Startteam aus vier Personen ausgebaut werden, paritätisch besetzt bei VIII/3 und der AWB GmbH, das zentrale und grundlegende Aufgaben zum Thema Abfallvermei- dung übernimmt (siehe Pkt. 8.3.2 auf Seite 81 des Konzepts). In Köln (VIII/3 und AWB) sollen dabei insgesamt 3 Vollzeitstellen geschaffen werden (siehe Pkt. 11 auf Seite 130 des Konzepts). Aufgrund der paritätischen Besetzung bedeutet dies nach hiesigem Verständnis, zunächst eine weitere Stelle bei VIII/3 und zwei bei der AWB GmbH. Haushaltsmäßige Auswirkungen: Laut Beschlussvorlage werden in 2024 für die beginnende Umsetzung der Startmaßnah- men 200.000 € benötigt, wobei davon 120.000 € bei der AWB GmbH anfallen. Bei der Verwaltung ergeben sich jährliche Personal-Folgeaufwendungen i. H. v. 80.000 €. Wie sich diese Zahlen errechnen, wurde in der Beschlussvorlage nicht dargelegt, insofern kann hierzu durch das RPA keine Aussage getroffen werden. Es ist aber davon auszuge- hen, dass die Aufwendungen bei einer Ausweitung der Stellen entsprechend steigen wer- den. Mit freundlichen Grüßen
Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle VIII/VIII/3 Vorlagen-Nummer 1170/2023 Freigabedatum 14.11.2023 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Zero Waste-Konzept Köln Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat der Stadt Köln befürwortet die Ziele des Zero-Waste-Konzepts. 2. Der Rat der Stadt Köln nimmt das Handlungsprogramm des Zero Waste-Konzepts zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Startmaßnahmen. 3. Der Rat der Stadt Köln erkennt den Bedarf für die beginnende Umsetzung der Start- maßnahmen für 2024 in Höhe von 200.000 € an. 4. Der Rat der Stadt Köln beauftragt die Verwaltung mit der Prüfung und Ausarbeitung der weiteren Handlungsansätze aus dem Handlungsprogramm. 5. Der Rat der Stadt Köln beschließt, dass die weiteren Handlungsansätze nach erfolgter Prüfung und Ausarbeitung den zuständigen Ratsgremien zur Entscheidung vorgelegt werden. Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 23.11.2023 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 27.11.2023 Finanzausschuss 04.12.2023 Rat 07.12.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 80.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2024 a) Personalaufwendungen 80.000 € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2024 a) Erträge 80.000 € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Der Rat der Stadt Köln hat am 6. Mai 2021 (AN/0942/2021) beschlossen, ein Zero Waste- Konzept für Köln zu entwickeln. Das Konzept soll unter breiter Beteiligung der Stadtgesell- schaft erstellt werden, begleitet durch ein wissenschaftliches Institut. Zudem soll geprüft wer- den, ob Köln als „Zero Waste City“ zertifiziert werden sollte. Ziele des Zero Waste-Konzepts Bedeutung von „Zero Waste“ Zero Waste meint die Vermeidung unnötiger Abfälle. Es geht darum, in allen Lebensbereichen weniger Abfall zu produzieren, Recycling zu fördern und Verschwendung zu minimieren. Ab- fallvermeidung und Recycling tragen zum Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz bei. Das Zero Waste-Konzept soll eine Bewegung zur Abfallvermeidung in der Stadtgesellschaft auslö- sen und den Beginn eines langfristigen Prozesses und Dialogs darstellen. 3 Senkung der Siedlungsabfallmenge Die Menge an Siedlungsabfällen in Köln, einschließlich Haushaltsabfällen und ausgewählter Infrastrukturabfälle, soll von 474 kg pro Kopf im Jahr 2021 um 5 % auf 450 kg pro Kopf im Jahr 2030, um weitere 10 % auf 403 kg pro Kopf im Jahr 2035 und um weitere 5 % auf 380 kg pro Kopf im Jahr 2040 reduziert werden. Dadurch sollen bis 2040 insgesamt etwa ein Fünftel der derzeit anfallenden Siedlungsabfälle vermieden werden. Würde das Handlungsprogramm vollständig umgesetzt, könnten über 2040 hinaus rund 213.000 Tonnen Siedlungsabfall ver- mieden werden, was einem Siedlungsabfallaufkommen von 197 kg pro Kopf und Jahr ent- spräche. Senkung der Restabfallmenge Die Menge an Restmüll, der Teil der Siedlungsabfälle ist, soll von 225 kg pro Kopf im Jahr 2021 um 20 % auf 180 kg pro Kopf im Jahr 2030, um weitere 10 % auf 160 kg pro Kopf im Jahr 2035 und um weitere 10 % auf 135 kg pro Kopf im Jahr 2040 reduziert werden. Bis 2040 soll so mehr als ein Drittel des derzeit anfallenden Restmülls vermieden werden. 4 Die Ziele des Zero Waste-Konzepts sind ambitioniert, aber erreichbar. Sie gehen über die bis- herigen Ziele im Abfallwirtschaftskonzept (AWK) der Stadt Köln und über gesetzliche Anforde- rungen hinaus. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, sind alle Akteur*innen in der Stadt- gesellschaft gefordert. Die Stadtverwaltung soll dabei eine Vorbildfunktion einnehmen. Handlungsprogramm des Zero Waste-Konzepts Vorbemerkung Das Konzept umfasst kurzfristige, mittelfristige und langfristige Handlungsansätze und Maß- nahmen, die als Rahmen und Orientierung für ein erstes Handlungsprogramm dienen. Die Umsetzung und weitere Ausgestaltung der Handlungsansätze und Maßnahmen sind entschei- dend, um die Ziele des Konzepts zu erreichen. Das Handlungsprogramm umfasst 34 Handlungsansätze und Maßnahmen, aufgeteilt auf sie- ben Sektoren. Die Sektoren sind „ÖV - Öffentliche Verwaltung“, „ZV - Zivilgesellschaft, Ver- eine, gemeinnützige Initiativen“, „AM - Abfallmanagement“, „BK - Bildung und Kommunika- tion“, „GH - Gewerbe, Handel, Gastronomie“, „BAU - Bausektor“ und „EV - Events“. Die Umsetzung eines Großteils aller Handlungsansätze und Maßnahmen im Handlungspro- gramm bedarf zunächst eines Anstoßes durch den Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln und die AWB GmbH und einer weitergehenden konkreteren Ausarbeitung. Daher sind diese häufig als zunächst zuständige Akteur*innen benannt. Hauptverantwortliche bzw. federführende Ak- teur*innen sind auch solche, die eine koordinierende oder aktivierende Rolle in Bezug auf an- dere Akteur*innen haben. Die Hauptverantwortung ist somit nicht mit einer alleinigen Umset- zungsverantwortung gleichzusetzen; sie wird im Laufe der Konzeptumsetzung bzw. weiteren Ausarbeitung von Handlungsansätzen im Zusammenwirken mit den jeweils betreffenden Ak- teur*innen geschärft. Wird von Zuständigkeiten gesprochen, sind damit Handlungsbeiträge und einzubindende Kompetenzen gemeint. Den Abfallvermeidungs- und Klimaschutzbeiträgen von Handlungsansätzen und Maßnahmen im Handlungsprogramm des Konzepts liegen Annahmen zugrunde, die naturgemäß mit Unsi- cherheiten behaftet sind. Sie sind als erste grobe Orientierung zu verstehen, die im Laufe der weiteren Ausgestaltung von Handlungsansätzen und der Umsetzung von Maßnahmen sowie mittels Monitoring und Evaluierung genauer gefasst werden können. Eine direkte Wirkungs- messung einzelner Maßnahmen wird jedoch nur in Einzelfällen möglich sein. Bereits in Umsetzung befindliche Maßnahmen 5 Das Handlungsprogramm des Zero Waste-Konzepts greift bereits in Umsetzung befindliche Maßnahmen auf, die als Geschäfte der laufenden Verwaltung ausgeführt werden oder für die es bereits eigene Beschlusslagen gibt. Ihre Bedeutung wird durch das Zero Waste-Konzept nochmals unterstrichen. Zu diesen Maßnahmen gehören: Bereits in Umsetzung befindliche Maßnahmen Nr. Maßnahmentitel ÖV.1 Abfallarme Verwaltung – Ziffer 6 – Wertstofferfassung innerhalb der Stadtverwaltung AM.2 Anreize für mehr Abfallvermeidung/-trennung über die Abfallsatzung AM.3 Ausbau der Bioabfallsammlung BAU.3 Zirkuläres Bauen – Pilotprojekt der Gebäudewirtschaft Umzusetzende Startmaßnahmen Aus dem Handlungsprogramm wurden Startmaßnahmen ausgewählt, welche aufgrund ihres potentiellen Abfallvermeidungsbeitrags und bereits bestehender konkreter Ansätze und Aktivi- täten sinnvollerweise unmittelbar einzuleiten sind. Sie bilden zudem Grundlagen und Anknüp- fungspunkte für weitere Handlungsansätze und Maßnahmen im Handlungsprogramm. Mehr- heitlich sind sie der Verwaltung, insbesondere dem Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln, und den kommunalen Beteiligungsunternehmen im Abfallmanagement, darunter vor allem den Abfallwirtschaftsbetrieben Köln GmbH (AWB), zuzuordnen. Diese zehn Maßnahmen sind: Umzusetzende Startmaßnahmen Nr. Maßnahmentitel AM.1 Einrichtung eines Zero Waste-Teams bzw. einer Zero Waste-Fachstelle als zentrale Anlaufstelle auf Seiten der Stadt Köln und der AWB AM.6 Entwicklung einer Zero Waste-Map AM.7 Unterstützung von gemeinnützigen Reparaturwerkstätten BK.1 Aufklärung und Sensibilisierung durch Kampagnen BK.2 Ausbau der bestehenden Informations-, Beratungs- und Bildungsangebote mit Bezug zu Zero Waste BK.3 Durchführung regelmäßiger öffentlicher Veranstaltungen zu Zero Waste GH.1 Förderung der Vermeidung und Rettung von Lebensmittelabfällen GH.2 Unterstützung der Integration von Mehrweg-/Pfandsystemen für Gastronomie und Veranstaltungen GH.3 Leitfäden und Handreichungen zur Abfallvermeidung für Dienststellen, Gastro- nomie und Handel sowie Veranstaltungen EV.4 Mehrwegpflicht für Veranstaltungen und Events im öffentlichen Raum Weitere Handlungsansätze zur Prüfung und Ausarbeitung Über die bereits in Umsetzung befindlichen Maßnahmen und umzusetzenden Startmaßnah- men hinaus werden die weiteren Handlungsansätze aus dem Handlungsprogramm durch die Zero Waste-Fachstelle im Zusammenwirken mit den jeweiligen genannten Akteur*innen schrittweise weiter geprüft und ausgearbeitet. Sie werden den jeweiligen Ratsgremien zu ge- gebener Zeit erforderlichenfalls zur Entscheidung vorgelegt. Die Handlungsansätze sind: 6 Weitere Handlungsansätze zur Prüfung und Ausarbeitung Nr. Maßnahmentitel ÖV.1 Abfallarme Verwaltung (außer Ziffer 6) ÖV.2 Weiterverwendung von Büromöbeln und Informationstechnik der Verwaltung ÖV.3 Berücksichtigung von Kriterien zur Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit bei Vergabe, Einkauf und Rahmenverträgen AM.4 Ausweitung der Initiative "Coffee to go" AM.5 Errichtung eines Gebrauchtwarenkaufhauses der Abfallwirtschaft AM.8 Anlaufstellen für wiederverwendbare Artikel und Wertstoffe AM.9 Wiederverwendung von Bestandteilen des Sperrmülls ZV.1 Ausrichtung eines regelmäßigen Zero-Waste-Festivals ZV.2 Errichtung von DIY- und Repair-Cafés ZV.3 Aufbau mobiler Reparaturdienste ZV.4 Unterstützung bei der Errichtung von Leihbars und Tauschbörsen ZV.5 Reduzierung von Postwurfsendungen ZV.6 Wiederverwendung alter Fahrräder BK.4 Ausrichtung eines Zero-Waste-Kunstwettbewerbs GH.4 Entwicklung von Informations- und Beratungsangeboten mit IHK, HWK und KölnBusiness GmbH BAU.1 Erfassung von Bau- und Abbruchabfällen BAU.2 Förderung von nachhaltigem und ressourcenschonendem Bauen BAU.4 Integration von BIM im Baugewerbe EV.1 Nachhaltige Ausrichtung der Kölner Sportveranstaltungen EV.2 Nachhaltige Ausrichtung des Kölner Karnevals EV.3 Entwicklung von Zero-Waste-Konzepten für Veranstaltungen Umsetzung des Zero Waste-Konzepts Für die Umsetzung des Zero Waste-Konzepts soll eine Zero Waste-Fachstelle als zentrale Anlaufstelle eingerichtet werden, die gemeinsam durch den Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln und die AWB besetzt werden soll. Die Frage der personellen Ressourcen wird in das Stellenplanverfahren eingebracht und der organisatorische Bedarf durch die Verwaltung ge- prüft. Das Monitoring zur Maßnahmenumsetzung und das Controlling der Zielerreichung werden durch den Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln wahrgenommen. Dieser fertigt zudem einen jährlichen Bericht zur Konzeptumsetzung, beteiligt jährlich die Stadtgesellschaft zur Weiterent- wicklung des Handlungsprogramms und informiert und kommuniziert laufend und öffentlich zur Konzeptumsetzung. Der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln ist perspektivisch auch die zentrale Schnittstelle für die Mission Zero Academy oder einer anderen Prüf-/Zertifizierungs- einrichtung rund um Anforderungen und Fragen einer etwaigen Zertifizierung sowie gemein- sam mit der AWB Ansprechpartnerin für interessierte und mitwirkende Akteur*innen in der 7 Stadtgesellschaft. Schließlich gibt die Zero Waste-Fachstelle Beratungs- und Unterstützungs- leistungen als Hilfen für die städtischen Dienststellen, kommunale Beteiligungsunternehmen und Dritte. Die Umsetzungssteuerung wird durch einen einzurichtenden Beirat begleitet, dem Schlüssel- akteur*innen aus der Verwaltung, den kommunalen Beteiligungsunternehmen sowie Ak- teur*innen aus der Stadtgesellschaft, darunter Zero Waste Köln e. V., angehören sollen. Finanzierung der Umsetzung des Zero Waste-Konzepts Die zur Umsetzung für das Handlungsprogramm voraussichtlich erforderlichen finanziellen Mittel sollen grundsätzlich über den Gebührenhaushalt bereitgestellt werden. Die Mitwirkung der städtischen Dienststellen zur Umsetzung der Handlungsbeiträge der Verwaltung sollte möglichst über bestehende personelle Kapazitäten gewährleistet werden; der Abfallwirt- schaftsbetrieb der Stadt Köln unterstützt dabei. Sinnvollerweise ist Abfallvermeidung beim Verwaltungshandeln im Rahmen der gegebenen Aufgaben und Zuständigkeiten zu berück- sichtigen. Für die beginnende Umsetzung der Startmaßnahmen in 2024 werden 200.000 € benötigt. Hiervon fallen 120.000 € unmittelbar bei der AWB GmbH an. Die beginnende Umsetzung der Startmaßnahmen soll in Höhe von 200.000 Euro für 2024 aus Gebühren finanziert werden; in 2023 fallen diesbezüglich noch keine Kosten an. Die restlichen notwendigen Mittel für Personalkosten des Abfallwirtschaftsbetriebes der Stadt Köln in Höhe von rd. 80.000 € für 2024 werden vom Dezernat Klima, Umwelt, Grün und Lie- genschaften in der Produktgruppe 1101, Ver- und Entsorgung, in der Teilplanzeile 11, Perso- nalaufwendungen, bereitgestellt. Die Mehraufwendungen werden gemäß § 9 Ziffer 2 der Haushaltssatzung im Rahmen der flexiblen Haushaltsführung durch Mehrerträge in der Teil- planzeile 6, Kostenerstattungen und Kostenumlagen, ausgeglichen. Die Mehrerträge resultie- ren aus Gebühren des Abfallwirtschaftsbetriebes der Stadt Köln. Für die Folgejahre ab 2025 wird das Dezernat Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften die notwendigen Finanzmittel zur Finanzierung der Maßnahmen im Rahmen der Gebührenkalku- lation 2025 ff. vorsehen. Für ausgabenwirksame Vorhaben werden erforderlichenfalls eigene Beschlüsse in den zuständigen Ratsgremien herbeigeführt. Eine langfristige Refinanzierung der Kosten über Kosteneinsparungen infolge von mehr Abfall- vermeidung und besserer Wertstofftrennung wird angestrebt. Zur anteiligen Finanzierung der Kosten wird die Inanspruchnahme von Fördermitteln geprüft und realisiert. Zertifizierung als „Zero Waste City“ über Zero Waste Europe bzw. die Mission Zero Academy Ergebnis des Prüfauftrags Nach einer intensiven Prüfung wird eine Zertifizierung durch Zero Waste Europe bzw. der Mis- sion Zero Academy derzeit nicht befürwortet. Die Entwicklung wird weiter beobachtet, der Austausch diesbezüglich fortgeführt. Die Vorteile einer Zertifizierung werden in der leichteren Positionierung der Stadt Köln hin- sichtlich der Bemühungen für mehr Abfallvermeidung, im selbstverpflichtenden Charakter ei- nes öffentlichen Bekenntnisses, den eigenen Bestrebungen für mehr Abfallvermeidung mit der ganzen Stadtgesellschaft noch mehr Nachdruck zu verleihen, im ermöglichten Austausch mit anderen Zero Waste-Städten, in der externen Beratung und Unterstützung sowie in der unab- hängigen Begutachtung der Umsetzung gesehen. Im Rahmen der Zertifizierung sind einmalig und jährlich Gebühren zur Registrierung/Aufnahme, Beratung bzw. Auditierung zu entrichten. 8 Eine sichtbare Positionierung der Stadt Köln kann angesichts der europaweiten und internatio- nalen Bedeutung von Köln und der vielfältigen bestehenden Netzwerke und Austauschfor- mate, an denen Köln beteiligt ist, auch ohne Zertifizierung mit dem entwickelten Zero Waste- Konzept und mit der eigens entwickelten Wort-Bild-Marke (Projektlogo) erreicht werden. Mit der Entscheidung des Rates der Stadt Köln für das Zero Waste-Konzept und durch die be- gleitende öffentliche Kommunikation bekennen sich Verwaltung und Politik zu mehr Abfallver- meidung. Damit sind die höchste Verbindlichkeit zur Selbstverpflichtung und ein öffentliches Bekenntnis hergestellt. Darüber hinaus soll das Zero Waste-Konzept als Handlungsprogramm zur Abfallvermeidung Teil des fortzuschreibenden Abfallwirtschaftskonzepts der Stadt Köln werden, das als Genehmigungsgrundlage der Bezirksregierung Köln zur Darstellung einer mindestens zehnjährigen Entsorgungssicherheit dient. Die Stadt Köln und ihre kommunalen Beteiligungsunternehmen pflegen bereits heute einen intensiven und funktionierenden Austausch mit anderen Städten auf unterschiedlichen Ebe- nen rund um Abfallvermeidung, Kreislaufwirtschaft und Recycling. Ebenfalls wird der Aus- tausch auf europäischer wie internationaler Ebene gepflegt. Eine externe Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung des Zero Waste-Konzepts wird über einen einzurichtenden Beirat und die regelmäßige Beteiligung von Akteur*innen aus der Stadtgesellschaft sichergestellt. Ungeachtet der Frage der Zertifizierung soll das Zero Waste-Konzept umgesetzt und der lo- kale Zero Waste-Verein eingebunden werden. Anlagen Zero Waste-Konzept Köln Begründung für den Klimaschutz Die Anlagen können im Ratsinformationssystem der Stadt Köln eingesehen werden.
Anlage 2_Begründung für den Klimaschutz
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Begründung für den Klimaschutz Vermiedener Abfall und mehr Recycling können den Ausstoß von Treibhausgasemissionen senken, da der Transport und die Entsorgung von anfallenden Abfällen Treibhausgasemissionen verursacht und die Gewinnung und Nutzung von Sekundärrohstoffen in der Kreislaufwirtschaft gegenüber dem Einsatz von Primärrohstoffen grundsätzlich weniger Treibhausgasemissionen verursachen. Mit der vollständigen Umsetzung des Handlungsprogramms des Zero Waste-Konzepts könnten ab 2040 jährlich 64.000 Tonnen CO2-Äquivalente vermieden werden.
Anlage 1_Zero Waste-Konzept Köln
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Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 1 | Wuppertal Institut Gesamtkonzept | Juni 2023 Zero-Waste-Konzept für die Stadt Köln Autor*innen: Wuppertal Institut INFA Zero Waste Germany circulatemore Dr. Henning Wilts, Marina Fecke, Maike Demandt, Valeska Götz Dr. Gabriele Becker, Kathrin Heuer Michael Cieslik, Andrea Petmecky Nicole Seyring Entwurf des Gesamtkonzepts Abbildungsverzeichnis Wuppertal Institut | 2 Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis 4 Tabellenverzeichnis 5 Abkürzungsverzeichnis 6 Symbolverzeichnis 7 Glossar 8 1 Ausgangslage 10 2 Das Zero-Waste-Konzept 11 2.1 Ziel und Aufbau des Konzepts 11 2.2 Der Entwicklungsprozess des Konzepts 12 3 Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln 14 3.1 Überblick über die Kölner Siedlungsabfälle 14 3.2 Vergleich der Kölner Abfallmengen mit deutschen Großstädten 28 4 Der Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln 30 4.1 Sammlung der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln 30 4.2 Einordnung der aktuellen Maßnahmen in Köln 31 4.3 Ausbaupotential bei aktuellen Maßnahmen 37 4.4 Analyse der existierenden Zero-Waste-Ziele in Köln 39 5 Identifikation von Abfallvermeidungspotentialen 42 5.1 Zukünftige Entwicklungen und Auswirkung auf Abfallmengen 42 5.2 Potentiale bei der Abfallsammlung und den Erfassungssystemen 49 5.3 Vergleich mit Abfallmengen anderer Zero-Waste-Städte 52 6 Der Zero-Waste-Zielkatalog 54 6.1 Anforderungen von Zero Waste Europe und dem Green City Accord 54 6.2 Zielerreichungsgrad als Zero-Waste-City mit den bisherigen Zielen und Maßnahmen in Köln 58 6.3 Methodisches Vorgehen bei der Zieldefinition 61 6.4 Die Zero-Waste-Ziele für Köln 61 6.5 Zusammenhang der Zero-Waste-Ziele mit den SDGs 63 7 Beteiligungsformen bei der Konzeptentwicklung 65 7.1 Beteiligungsportal der Stadt Köln 65 7.2 Workshops mit ausgewählten Schlüsselakteur*innen 66 8 Zero-Waste-Maßnahmenkatalog 71 8.1 Methodisches Vorgehen 71 8.2 Überblick über die Zero-Waste-Maßnahmen für Köln 74 8.3 Der Zero-Waste-Maßnahmenkatalog für Köln 76 8.3.1 Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung 76 8.3.2 Maßnahmen des Abfallmanagements 81 8.3.3 Maßnahmen der Zivilgesellschaft, Vereine, gemeinnützige Initiativen 94 Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 3 | Wuppertal Institut 8.3.4 Maßnahmen zur Bildung und Kommunikation 100 8.3.5 Maßnahmen des Gewerbes, Handels und der Gastronomie 106 8.3.6 Maßnahmen des Bausektors 111 8.3.7 Maßnahmen für Events 116 8.4 Zusammenfassende Bewertung der Maßnahmen 121 8.5 Unterstützende Maßnahmen 123 9 Gegenüberstellung der Maßnahmen und Ziele 124 10 Gegenüberstellung der Zertifizierungskriterien und des Ziel- und Maßnahmenkatalogs für Köln 126 11 Langfristige Verstetigung innerhalb der Stadtverwaltung 130 Literaturverzeichnis 132 Anhang 138 Anhang 1 - Abfallmengen in Köln im Vergleich zu anderen Großstädten 138 Anhang 2 - Bestehende Zero-Waste-Aktivitäten in Köln 140 Anhang 3 - Gesamtliste der Kölner Maßnahmen und Empfehlungen 148 Anhang 4 - Priorisierungs-Workshop 153 Entwurf des Gesamtkonzepts Abbildungsverzeichnis Wuppertal Institut | 4 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Das Projektteam des Zero-Waste-Konzepts ------------------------------------------------- 13 Abbildung 2: Entwicklung der Siedlungsabfallmenge (Definition im Sinne des Zero-Waste- Konzepts) in Köln zwischen 2012 und 2021 ------------------------------------------------ 16 Abbildung 3: Entwicklung der Bio- und Grünabfallmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 ------ 17 Abbildung 4: Entwicklung der Altpapiermenge in Köln zwischen 2012 und 2021 -------------------- 18 Abbildung 5: Entwicklung der LVP-/Wertstoff-Menge (Wertstofftonne seit 2014) in Köln zwischen 2012 und 2021 -------------------------------------------------------------------------------------- 18 Abbildung 6: Entwicklung der Glasmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 -------------------------- 19 Abbildung 7: Entwicklung der Altkleidermenge in Köln zwischen 2012 und 2021 ------------------- 20 Abbildung 8: Entwicklung der Elektroaltgerätemengen in Köln zwischen 2012 und 2021 --------- 21 Abbildung 9: Entwicklung der Metall-, Kunststoff (WSC)- und Altholzmengen in Köln zwischen 2012 und 2021 -------------------------------------------------------------------------------------- 21 Abbildung 10: Entwicklung der Restmüllmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 ------------------ 22 Abbildung 11: Entwicklung der Sperrmüllmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 ----------------- 23 Abbildung 12: Entwicklung der Papierkorbabfallmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 -------- 23 Abbildung 13: Entwicklung der Straßenkehrichtmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 --------- 24 Abbildung 14: Zusammensetzung der Siedlungsabfälle und der Wertstoffe aus Haushalten in Köln, 2021 ------------------------------------------------------------------------------------------- 25 Abbildung 15: Stoffstromübersicht der Abfälle aus Haushalten in Köln --------------------------------- 27 Abbildung 16: Abweichungen der Kölner Abfallmengen vom Durchschnitt der deutschen Städte > 2.000 EW/m² (Mengen 2019) ---------------------------------------------------------------- 29 Abbildung 17: Existierende Zero-Waste-Aktivitäten nach Maßnahmenart ----------------------------- 32 Abbildung 18: Existierende Zero-Waste-Aktivitäten nach adressierter Akteur*innengruppe ------ 33 Abbildung 19: Existierende Zero-Waste-Aktivitäten nach Abfallart -------------------------------------- 34 Abbildung 20: Existierende Zero-Waste-Aktivitäten nach Initiator*innen ------------------------------- 36 Abbildung 21: Demographische Entwicklung der Stadt Köln (bis 2040) und für Stadtteile (bis 2030) -------------------------------------------------------------------------------------------------- 44 Abbildung 22: Übersicht der festgelegten Kölner Zero-Waste-Ziele ------------------------------------- 62 Abbildung 23: Beteiligungsportal der Stadt Köln -------------------------------------------------------------- 65 Abbildung 24: Karteikarte für die Ideensammlung in den Workshops ----------------------------------- 68 Abbildung 25: Priorisierung in den Workshops ---------------------------------------------------------------- 69 Abbildung 26: Der Prozess der Entwicklung des Maßnahmenkatalogs -------------------------------- 72 Abbildung 27: Übersicht der Zero-Waste-Maßnahmen für Köln ------------------------------------------ 75 Abbildung 28: Der Maßnahmenkatalog entlang der Abfallhierarchieebenen ------------------------ 125 Abbildung 29: Abfallmengen in Köln im Vergleich zu anderen Großstädten ------------------------ 138 Abbildung 30: Siedlungsabfall, Getrennterfassung und Restmüllmenge von Köln im Vergleich mit europäischen Zero Waste und Kandidaten-Städten 2020 (Köln in rot) ------------ 139 Abbildung 31: Erste Aufgabe des Priorisierungs-Workshops-------------------------------------------- 153 Abbildung 32: Zweite Aufgabe des Priorisierungs-Workshops ------------------------------------------ 153 Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 5 | Wuppertal Institut Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Siedlungsabfallmengen* in Köln 2021 ------------------------------------------------------------- 15 Tabelle 2: Verwertungswege und -verfahren der Abfallströme in Köln---------------------------------- 26 Tabelle 3: Existierende quantitative und qualitative Zero-Waste-Ziele in Köln ------------------------ 41 Tabelle 4: Modellierung der Kölner Restmüllzusammensetzung, Stand 2021 ------------------------ 50 Tabelle 5: Übersicht der von ZWE festgelegten Kriterien an eine Zero Waste Candidate bzw. Zero Waste Certified City ------------------------------------------------------------------------ 55 Tabelle 6: Gegenüberstellung ZW-Kriterien und bisheriger Ziele und Maßnahmen in Köln ------- 59 Tabelle 7: Beispiel eines Maßnahmensteckbriefs ------------------------------------------------------------ 73 Tabelle 8: Abfallvermeidungspotential des Maßnahmenkatalogs -------------------------------------- 121 Tabelle 9: Gegenüberstellung der Maßnahmen und Ziele ----------------------------------------------- 124 Tabelle 10: Gegenüberstellung der Zertifizierungskriterien und des Ziel- und Maßnahmenkatalogs für Köln ---------------------------------------------------------------- 126 Tabelle 11: Bestehende Zero-Waste-Aktivitäten in Köln-------------------------------------------------- 140 Entwurf des Gesamtkonzepts Abkürzungsverzeichnis Wuppertal Institut | 6 Abkürzungsverzeichnis Begriff Erläuterung AWB AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH AVG Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln GmbH GBI Gewerbe, Bau u. Industrie GHE Gastronomie, Handel u. Events KrWG Kreislaufwirtschaftsgesetz LKrWG Kreislaufwirtschaftsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Landeskreislaufwirtschaftsgesetz) LVP Leichtverpackungen örE Öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger ÖVB Öffentliche Verwaltung u. Bildung SDGs Sustainable Development Goals TGA Technischen Gebäudeausstattung WSC Wertstoff-Center ZV Zivilgesellschaft: Haushalte, Wohnungsgesellschaften, Sozial- träger, Vereine ZWAB Zero Waste Advisory Board ZWE Zero Waste Europe ZWK Zero Waste Köln Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 7 | Wuppertal Institut Symbolverzeichnis Begriff Erläuterung CO2 Kohlenstoffdioxid EW Einwohner*innen FE Eisen kg/(EW*a) kg pro Einwohner*in und Jahr t Gewichtstonne (Megagramm) Entwurf des Gesamtkonzepts Glossar Wuppertal Institut | 8 Glossar Begriff Erläuterung Siedlungsabfall gemäß Definition des Kreislauf- wirtschaftsgesetzes Siedlungsabfälle im Sinne von KrWG § 14 Absatz 1, § 15 Absatz 4, § 30 Absatz 6 Nummer 9 Buchstabe b sind gemischt und getrennt gesammelte Abfälle 1. aus privaten Haushaltungen, insbesondere Papier und Pappe, Glas, Metall, Kunststoff, Bioabfälle, Holz, Textilien, Verpackungen, Elektro- und Elektronik-Altgeräte, Altbatterien und Altakkumulatoren sowie Sperrmüll, ein- schließlich Matratzen und Möbel, und 2. aus anderen Herkunftsbereichen, wenn diese Abfälle auf Grund ihrer Beschaffenheit und Zusammensetzung mit Abfällen aus privaten Haushaltungen vergleichbar sind. Keine Siedlungsabfälle im Sinne des Satzes 1 sind a. Abfälle aus Produktion, b. Abfälle aus Landwirtschaft, c. Abfälle aus Forstwirtschaft, d. Abfälle aus Fischerei, e. Abfälle aus Abwasseranlagen, f. Bau- und Abbruchabfälle und g. Altfahrzeuge Gewerbliche Siedlungsab- fälle/ Gewerbeabfälle ge- mäß Definition der Ge- wAbfV a) Siedlungsabfälle aus anderen Herkunftsbe- reichen als privaten Haushaltungen, die auf- geführt sind in Kapitel 20 der Anlage der Ab- fallverzeichnis-Verordnung vom 10. Dezem- ber 2001 (BGBl. I S. 3379), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 22. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3103) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, insbeson- dere aa) gewerbliche und industrielle Ab- fälle sowie bb) Abfälle aus privaten und öffentli- chen Einrichtungen, die Abfällen aus privaten Haushaltungen auf Grund ihrer Beschaffenheit oder Zusammen- setzung ähnlich sind, sowie b) weitere nicht in Kapitel 20 der Anlage der Ab- fallverzeichnis-Verordnung aufgeführte ge- werbliche und industrielle Abfälle, die nach Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 9 | Wuppertal Institut Art, Zusammensetzung, Schadstoffgehalt und Reaktionsverhalten Abfällen aus privaten Haushaltungen vergleichbar sind. Zero Waste Engl. für Vermeidung von Abfall, (wörtlich “kein Ab- fall”, “keine Verschwendung”), bezeichnet Bemühun- gen, um Abfälle zu vermeiden und zu reduzieren m.H.v. Systemen, in denen von Beginn an weniger Abfälle erzeugt werden, bzw. die bestehenden Ab- fälle wieder verwertet werden. Entwurf des Gesamtkonzepts Ausgangslage Wuppertal Institut | 10 1 Ausgangslage Die Bezeichnung „Zero Waste“ (zu deutsch “kein Abfall” oder “keine Verschwen- dung”) bedeutet nicht, dass überhaupt kein Abfall mehr erzeugt wird. Es meint viel- mehr ein gemeinsames Handeln, das Verschwendung in allen Lebensbereichen ver- meidet, indem Ressourcen bewahrt werden, verantwortungsvoll produziert, nachhal- tig konsumiert, sinnvoll wiederverwertet und alles in allem möglichst wenig Abfall produziert wird. Während der Begriff Zero Waste für viele Kölner*innen noch abstrakt sein mag, wird er im Kleinen und Großen an vielen Orten in Köln bereits gelebt. So prägen seit Jahren Unverpackt-Läden1, Buchtausch-Stationen, Müllsammelaktivitä- ten oder Veedelsgärten das Stadtbild, welche von vielen verschiedenen, teilweise privaten, Initiativen und Verbänden getragen werden. Trotz der vielen bestehenden Aktivitäten und Akteur*innen rund um Zero Waste sind im Jahr 2021 in Köln immer noch 511.554 Tonnen Siedlungsabfälle angefallen, was einem Aufkommen von 474 kg pro Einwohner und Jahr entspricht. Damit folgt Köln einer Entwicklung, die in vie- len deutschen Großstädten zu beobachten ist - ein hohes Maß an Ressourcenver- brauch und Abfallaufkommen. An dieser Stelle ist jedoch aufzugreifen, dass in Köln bereits ein leichter Abfallrückgang (von etwas weniger als 1 %) zu beobachten ist und eine Entkopplung der Abfallmenge vom Bevölkerungswachstum erreicht werden konnte. Zwischen 2012 und 2019 konnte beispielsweise die Pro-Kopf-Abfallmenge um 28 kg reduziert werden. Das Zero-Waste-Konzept will diese Bestrebungen unterstützen und durch konkrete Zielsetzungen in einen formellen Rahmen bringen und durch weitere Maßnahmen ausbauen. Die Konzeptentwicklung fand dabei eng angelehnt an die Zertifizierungs- anforderungen des “Zero Waste Europe”-Vereins (kurz ZWE) statt, um eine Zertifi- zierung als “Zero-Waste-City” im Anschluss an die Veröffentlichung des Konzepts zu ermöglichen. Auf dem Weg zur Zero-Waste-City kann Köln, neben einem engagier- ten Abfallmanagement, auf viele weitere kreative Köpfe und motivierte Initiativen auf- bauen, die sich in den letzten Jahren sehr engagiert für eine Abfall- und Ressourcen- wende in ihren Veedeln und der Stadt eingesetzt haben. Vor diesem Hintergrund wurde im Mai 2021 durch den Rat der Stadt Köln beschlossen, ein Zero-Waste-Kon- zept für die Stadt zu entwickeln. Das vorliegende Konzept bildet damit den Start- schuss und stellt die Weichen für eine aktive Abfallvermeidung in Köln. –––– 1 Hinweis auf aktuelle politische Lage: Ukraine Krieg und Lebensmittelpreise Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 11 | Wuppertal Institut 2 Das Zero-Waste-Konzept Die folgenden Unterkapitel beschreiben das Ziel und den Aufbau, sowie den Ent- wicklungsprozess des Zero-Waste-Konzepts. 2.1 Ziel und Aufbau des Konzepts Mit Hilfe des entwickelten Ziel- und Maßnahmenkatalogs zeigt das vorliegende Kon- zept eine konkrete Zielrichtung auf, wie die Stadt Köln zukünftig Abfälle reduzieren und vermeiden kann. Konkret wird damit eine Zertifizierung als Zero-Waste-City durch den europäischen Verband ZWE angestrebt. Neben der konkreten Abfallver- meidung soll ein Bewusstsein innerhalb der Stadtbevölkerung für Abfälle, deren Ent- sorgung und Vermeidung geschaffen werden, um wirkliche Veränderungen bewirken zu können. Die in diesem Konzept ausformulierten Ziele besitzen bewusst einen am- bitionierten Charakter, um allen beteiligten Akteur*innen die Relevanz zu verdeutli- chen. Im Rahmen des Konzepts wurde in einem ersten Schritt, in Kapitel 3 und 4, eine Analyse des Status quo in der Stadt Köln vorgenommen. Hierbei wurden zum einen das aktuelle Abfallaufkommen und zum anderen bestehende abfallvermeidende Ak- tivitäten herausgearbeitet. Für die Untersuchung des Status quo des Abfallaufkom- mens wurde eine detaillierte Übersicht über die derzeitigen Abfallströme und -men- gen sowie über die Infrastruktur generiert. Dafür wurden eine Bestandsanalyse des Kölner Abfallsektors durchgeführt, eine vergleichende bundesweite Betrachtung der Abfallmengen vorgenommen und die Entsorgungswege der Abfälle beleuchtet. Die Analyse des Status quo der Kölner Zero-Waste-Aktivitäten mündet in einer Übersicht über die bestehenden Ziele und Maßnahmen rund um das Thema Zero Waste. In Kapitel 5 wurden Abfallvermeidungspotentiale identifiziert. Hierbei wurden zukünf- tige Entwicklungen und mögliche Auswirkungen auf die Abfallmengen sowie Potenti- ale aus den aktuellen Abfallsammel- und Erfassungssystemen herausgearbeitet. Darüber hinaus wurden die aktuellen Abfallmengen in Köln mit verschiedenen Zero- Waste-Städten verglichen, um die notwendige Zielrichtung zu verdeutlichen. Diese Potentialanalyse dient als Grundbaustein für die darauffolgende Entwicklung des Ziel- und Maßnahmenkatalogs. Daraus wurde deutlich, in welchen Bereichen Maß- nahmen besonders erfolgversprechend eingesetzt werden könnten. Kapitel 6 enthält den Zero-Waste-Zielkatalog für die Stadt Köln. Dieser wurde unter Berücksichtigung der Anforderungen von ZWE und mit Beteiligung verschiedener Akteur*innen erstellt. Dabei wurden neben den Kriterien von ZWE ebenfalls die Sustainable Development Goals (SDGs) in die Betrachtung integriert. Entwurf des Gesamtkonzepts Das Zero-Waste-Konzept Wuppertal Institut | 12 Für den Erfolg und die Umsetzung des vorliegenden Konzepts ist eine möglichst um- fassende Integration vieler Akteur*innen essentiell. Aus diesem Grund fanden ver- schiedene Beteiligungsformen bei der Konzepterstellung statt. So wurden mit ver- schiedenen Akteur*innen aus der Stadtgesellschaft in vier Workshops spezifische Maßnahmen entwickelt, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Die Ergebnisse der Be- teiligungsformen sind in Kapitel 7 dargelegt. In Kapitel 8 befindet sich der Maßnahmenkatalog mit insgesamt 34 Maßnahmen. Jede Maßnahme wird an dieser Stelle in Form eines Steckbriefs vorgestellt und nä- her erläutert. Zur Validierung der gesetzten Maßnahmen werden sie den gesetzten Zielen für die Stadt Köln gegenübergestellt. Den Abschluss des Konzepts bildet die Gegenüberstellung der Zertifizierungskrite- rien von ZWE mit dem Ziel- und Maßnahmenkatalog der Stadt Köln sowie die Erläu- terung der langfristigen Verstetigung des Konzepts innerhalb der Stadtverwaltung. Das vorliegende Zero-Waste-Konzepts bildet den Grundbaustein für eine Abfallver- meidung in Köln. Erst durch die gemeinschaftliche Umsetzung der enthaltenen Maß- nahmen können konkrete Abfallmengen eingespart werden. 2.2 Der Entwicklungsprozess des Konzepts Im Mai 2021 beschloss der Rat der Stadt Köln, die Entwicklung eines Zero-Waste- Konzepts für Köln bis Ende 2022. Konkret soll dabei der Grundbaustein für ein ge- meinsames abfallvermeidendes Handeln in der Stadt für alle Akteur*innen gelegt werden. Neben der Abfallvermeidung geht es gezielt auch darum, die Nutzungs- dauer von Produkten durch Wiederverwendung zu verlängern und Wertstoffe besser zu verwerten und somit das Recycling zu verbessern. Das Konzept entstand in einem partizipativen Prozess mit unterschiedlichen Ak- teur*innen. Von Seiten der Stadt Köln wurden die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) und die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG) intensiv in den Prozess integriert. Die AWB führt die Entsorgungs- und Reinigungsleistungen für die Stadt Köln durch. Die AVG betreibt im Auftrag der Stadt Köln verschiedene Behand- lungsanlagen. Darüber hinaus wurden die zuständigen Dezernate der Stadt Köln bei der Maßnahmenentwicklung involviert. Das Projektkonsortium wurde vervollständigt von dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, dem gemeinnützigen Verein Zero Waste Germany mit Unterstützung der Ortsgruppe in Köln, dem Institut für Ab- fall, Abwasser und Infrastruktur-Management (INFA), sowie der Beratung circula- temore. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie unterstützt Kommunen dabei, Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 13 | Wuppertal Institut Zero-Waste-Konzepte zu erstellen und damit Möglichkeiten der Abfallvermeidung zu identifizieren. So hat das Wuppertal Institut beispielsweise die Landeshauptstadt Kiel bei ihrem Vorhaben, eine Zero-Waste-Zertifizierung zu erhalten, begleitet. Der gemeinnützige Verein Zero Waste Germany setzt sich dafür ein, den Zero Waste Gedanken auf allen gesellschaftlichen Ebenen – Politik, Bildung, Bürger*in- nen, Unternehmen & Gastronomie – zu verbreiten und Prozessbeteiligte zu vernet- zen. Der Zero Waste Verein in Köln ist Teil des Dachverbands Zero Waste Ger- many. Beide Vereine haben dieselben Ziele auf den unterschiedlichen Ebenen Bund und Kommune. Der Bundesdachverband ist zudem auch Mitglied im europäischen Netzwerk der Zero Waste Cities und im regelmäßigen Austausch mit der Mission Zero Academy. Das Institut INFA unterstützt Kommunen bei der Erstellung von Ab- fallwirtschafts- und Zero-Waste-Konzepten sowie bei der Optimierung abfallwirt- schaftlicher Prozesse und der Weiterentwicklung zur Kreislaufwirtschaft. Circula- temore berät Unternehmen, Kommunen und Organisationen zu den Themen Cir- cular Economy, Zero Waste und Mehrweg. Die nachfolgende Abbildung gibt einen Überblick, über die an diesem Zero-Waste- Konzept beteiligten Akteur*innen. Abbildung 1: Das Projektteam des Zero-Waste-Konzepts Auftraggeberin Auftragnehmer*innen Kooperationspartner*innen Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Wuppertal Institut | 14 3 Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Die Weiterentwicklung der Kölner Abfallwirtschaft in Richtung Kreislaufwirtschaft wird regelmäßig in den Abfallwirtschaftskonzepten der Stadt Köln beschrieben. Das aktu- elle Abfallwirtschaftskonzept umfasst den Zeitraum 2018-2027. Über die wesentli- chen Veränderungen und Maßnahmen im Berichtszeitraum wird zudem in jährlichen Sachstandsberichten zum Abfallwirtschaftskonzept informiert. Nachfolgend wird für die Siedlungsabfälle der Status quo für das Jahr 2021 doku- mentiert. Für die wesentlichen Abfallarten wird die Mengenentwicklung beschrieben und eine Einordnung der Mengen durch einen Vergleich mit anderen Großstädten vorgenommen. 3.1 Überblick über die Kölner Siedlungsabfälle Siedlungsabfälle im Sinne des KrWG sind gemischt und getrennt gesammelte Ab- fälle aus privaten Haushaltungen und aus anderen Herkunftsbereichen, wenn diese Abfälle auf Grund ihrer Beschaffenheit und Zusammensetzung mit Abfällen aus pri- vaten Haushaltungen vergleichbar sind (siehe Definition im Glossar). Die Siedlungsabfälle im Sinne des vorliegenden Zero-Waste-Konzepts, die als Bezugsgröße für die Zielsetzungen dienen, umfassen folgende Abfallarten: von der AWB eingesammelte Abfälle aus privaten Haushalten von der AWB eingesammelte hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, die im Rah- men der kommunalen Sammlung miterfasst werden. Teilweise sind von (großen) Betrieben nur die über die AWB entsorgte Restmüllmenge, nicht aber die über private Unternehmen entsorgte Wertstoffmenge enthalten. Nicht einbezogen sind zudem sämtliche über private Unternehmen entsorgten gewerblichen Abfälle. als ausgewählte Infrastrukturabfälle Straßenkehricht und Papierkorbabfälle, da diese Abfallarten durch die Maßnahmen des Zero-Waste-Konzepts betroffen beeinflusst werden können. Die sonstigen Infrastrukturabfälle (wie z. B. Abfälle der Kanalreinigung, mineralische nicht kompostierbare Friedhofsabfälle, Hoch- wasserabfälle etc.) wurden nicht weiter betrachtet, da diese mit dem vorliegenden Zero-Waste-Konzept nicht beeinflusst werden können. In Tabelle 1 ist das Aufkommen der so definierten Siedlungsabfälle für das Jahr 2021 dokumentiert. Die Gesamtmenge lag bei 511.554 t, was einer Pro-Kopf-Menge von 474 kg entspricht. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 15 | Wuppertal Institut Tabelle 1: Siedlungsabfallmengen* in Köln 2021 Quelle: Stadt Köln (2022a), eigene Darstellung nach Konsortium *(Siedlungsabfälle im Sinne des Zero-Waste-Konzepts inkl. vom Konzept betroffener Infrastrukturab- fälle; Bezugsgröße für nachfolgende Konzeptziele; Pro-Kopf-Menge basierend auf 1.079.301 Einwoh- nern) Nachfolgend wird für die relevanten Siedlungsabfälle die Entwicklung in den letzten zehn Jahren dargestellt. Die Jahre 2020 und 2021 waren durch die Corona-Pande- mie geprägt. Die verstärkte Tendenz zum Homeoffice und die grundsätzliche Verla- gerung der Aktivitäten in den häuslichen Bereich (weniger Außer-Haus-Konsum, ver- mehrter Konsum von Take-Away-Produkten, mehr Versandbestellungen) hatte bei einigen Abfallarten auch Einfluss auf die Abfallmengen. Betrachtet man die Gesamtmenge der Siedlungsabfälle (Abbildung 2), so lässt sich jährlich ein leichter Rückgang (kleiner als 1 %) feststellen. Zwischen den Jahren 2012 und 2019 reduzierte sich die Pro-Kopf-Siedlungsabfallmenge in Köln um insge- samt knapp 28 kg. Dieser Rückgang wurde nur in den letzten beiden Jahren (v. a. durch die Pandemie und dem damit verbundenen vermehrten Homeoffice sowie die zuvor beschriebenen Auswirkungen) umgekehrt. t kg/(EW*a) Siedlungsabfälle (im Sinne des Zero-Waste-Konzepts) 511.554 474,0 46.031 42,6 8.486 7,9 26.064 24,1 56.704 52,5 29.656 27,5 20.695 19,2 3.849 3,6 5.873 5,4 1.940 1,8 286 0,3 8.805 8,2 243.175 225,3 46.164 42,8 800 0,7 4.945 4,6 8.081 7,5 Abfallart Menge 2021 Bioabfall (Biotonne) Grünabfall Grünabfall aus Stadtgebiet Altpapier Wertstoffe (Wertstofftonne) Glas Altkleider Elektroaltgeräte Schadstoffe Straßenkehricht Papierkorbabfälle Metalle Kunststoffe (WSC) Altholz Restmüll (inkl. Geschäftsmüll, Krankenhausabfall) Sperrmüll Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Wuppertal Institut | 16 Abbildung 2: Entwicklung der Siedlungsabfallmenge (Definition im Sinne des Zero-Waste-Kon- zepts) in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Für alle getrennt zu erfassenden Wertstoffe sind entsprechende Sammelsysteme eingeführt. Für die relevanten Wertstoffe werden diese nachfolgend kurz beschrie- ben. Für die darüber erfassten Wertstoffmengen sowie die Rest- und Sperrmüllmen- gen wird die Entwicklung in den letzten Jahren dargestellt. Bio- und Grünabfall Zur getrennten Erfassung von Bio- und Grünabfall ist flächendeckend eine Biotonne eingeführt. Diese wird auf freiwilliger Basis angeboten (eine Option, die auch der Ab- fallwirtschaftsplan NRW vorsieht), um eine möglichst hohe Bioabfallqualität mit gerin- gen Störstoffanteilen zu gewährleisten. Anreize zur Nutzung werden durch eine überwiegend wöchentliche Leerung (März bis November, 2-wöchentliche Leerung nur von Dezember bis Februar) sowie die Finanzierung der Biotonne über die Rest- müllgebühr gesetzt, so dass diese ohne zusätzliche Gebühr genutzt werden kann. Der Anschlussgrad lag 2021 bei 65 % und ist weiter steigend. Für Grünabfälle gibt es zusätzliche Angebote zur Abholung am Grundstück nach An- meldung, wie zwei gebührenfreie Frühjahrs- und Herbstsammlungen, eine monatli- che gebührenpflichtige Grünschnittabholung sowie einen gebührenpflichtigen Laubs- Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 17 | Wuppertal Institut ervice für die Laubzeit im Herbst. Darüber hinaus kann Grünabfall an den zwei Köl- ner Wertstoff-Centern in Ossendorf und Gremberghoven sowie den Recyclinghöfen der AVG Ressourcen abgegeben werden. Über diese Hol- und Bringsysteme wurden mit kontinuierlich steigenden Mengen aus der Biotonne im Jahr 2021 knapp 75 kg pro Kopf an Bio- und Grünabfällen erfasst. Abbildung 3 veranschaulicht die Entwicklungen der Bio- und Grünabfälle zwischen 2012 und 2021. Abbildung 3: Entwicklung der Bio- und Grünabfallmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Altpapier Über die gebührenfreien und von etwa 90 % der Grundstücke genutzten (Stand 2021), zweiwöchentlich geleerten Altpapierbehälter, sowie über die Wertstoff-Center, wurden im Jahr 2021 insgesamt 52,5 kg pro Kopf erfasst. Die Menge ist - wie bei vielen Städten - seit Jahren rückläufig, was an der nachlassenden Nutzung von Printmedien (zunehmende Nutzung digitaler Medien) und der Zunahme leichterer Verpackungen (u. a. durch Online-Handel) bedingt ist. Abbildung 4 stellt die Entwick- lung der Altpapiermengen zwischen 2012 und 2021 dar. Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Wuppertal Institut | 18 Abbildung 4: Entwicklung der Altpapiermenge in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Wertstoffe Zur gemeinsamen Erfassung von Leichtverpackungen und Nicht-Verpackungen aus Kunststoff und Metall wurde in Köln im Jahr 2014 eine Wertstofftonne eingeführt. Im Jahr 2021 waren an dieses System 87 % der Kölner Grundstücke angeschlossen. Damit wurde eine Steigerung der Wertstoffabschöpfung bis auf etwa 27 kg pro Kopf im Jahr 2021 erreicht. Vor der Corona-Pandemie lag die Pro-Kopf-Menge bei 26 kg (siehe Abbildung 5). Abbildung 5: Entwicklung der LVP-/Wertstoff-Menge (Wertstofftonne seit 2014) in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 19 | Wuppertal Institut Glas Der “Corona-Effekt” ist auch bei der gesammelten Glasmenge erkennbar (siehe Ab- bildung 6). Über die Depotcontainer der dualen Systeme sowie die an ausgewählten Standorten eingesetzten Unterflurcontainer beziehungsweise Altglassäulen wurden zuvor relativ konstant 16-17 kg/(EW*a) erfasst. Im Jahr 2021 lag die Menge bei 19 kg pro Kopf, was auf den vermehrten Konsum zu Hause während der Corona-Zeit zurückzuführen ist. Abbildung 6: Entwicklung der Glasmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Altkleider Altkleider werden in Köln über die im Stadtgebiet und auf den Wertstoff-Centern auf- gestellten Altkleidercontainer der AWB sowie karitative Sammlungen erfasst. Die über die AWB-Container erfassten Mengen wurden kontinuierlich bis auf 3,6 kg pro Kopf im Jahr 2021 gesteigert (Abbildung 7). Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Wuppertal Institut | 20 Abbildung 7: Entwicklung der Altkleidermenge in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Elektroaltgeräte Für Elektroaltgeräte gibt es ein umfassendes Holsystemangebot mit gebührenfreier Abholung nach Anmeldung (ohne Begrenzung der Häufigkeit), bei der Kleingeräte mitgenommen werden. Zusätzlich stehen Abgabemöglichkeit an den Wertstoff- Cen- tern bereit. Kleine elektrische Geräte mit einer Kantenlänge von bis zu 40 cm können auch an den Schadstoffmobilen, an den Betriebshöfen der AWB und in den Bürger- ämtern (mit Ausnahme des Bürgeramtes Innenstadt) abgeben werden. Die darüber erfasste Pro-Kopf-Menge lag im Jahr 2021 bei 5,4 kg (Abbildung 8). Zudem sind Handelsunternehmen von Elektrogeräten verpflichtet, Altgeräte zur Entsorgung an- zunehmen, unabhängig vom Kaufort. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 21 | Wuppertal Institut Abbildung 8: Entwicklung der Elektroaltgerätemengen in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Metalle, Kunststoffe (WSC) und Altholz Altholz und Kunststoffe werden auf den Wertstoff-Centern getrennt erfasst und aus dem Sperrmüll aussortiert. An den Wertstoff-Centern können zudem Metalle und weitere Wertstoffe abgegeben werden. Die Mengenentwicklung ist in Abbildung 9 dargestellt. Abbildung 9: Entwicklung der Metall-, Kunststoff (WSC)- und Altholzmengen in Köln zwi- schen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Wuppertal Institut | 22 Restmüll Durch die abfallwirtschaftlichen Maßnahmen konnte beim verbleibenden Restmüll ausgehend von 2012 bis 2019 kontinuierlich ein Rückgang um insgesamt etwa 27 kg pro Kopf erreicht werden. Als Folge der Pandemie stieg die Menge leicht an und lag im Jahr 2021 bei 225 kg (Abbildung 10). Abbildung 10: Entwicklung der Restmüllmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Sperrmüll Auch die Sperrmüllmenge ist seit 2013, unter anderem nach Einführung der getrenn- ten Holz- und Kunststofferfassung auf den Wertstoff-Centern, zunächst auf eine jähr- liche Pro-Kopf-Menge von knapp 40 kg gesunken und in den Jahren 2020 und 2021 Pandemie-bedingt leicht angestiegen (Abbildung 11). Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 23 | Wuppertal Institut Abbildung 11: Entwicklung der Sperrmüllmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Papierkorbabfälle Die Menge der über die Papierkörbe erfassten Abfälle und deren Entwicklung ist in Abbildung 12 dargestellt. Die jährliche Pro-Kopf-Menge ist ausgehend von 2012 leicht angestiegen und liegt in den letzten Jahren zwischen 7 und 8 kg. Abbildung 12: Entwicklung der Papierkorbabfallmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Wuppertal Institut | 24 Straßenkehricht Bezieht man auch die Menge des in Köln erfassten Straßenkehrichts auf die Einwoh- nerzahl, so schwankte die jährliche Pro-Kopf-Menge in den letzten Jahren überwie- gend zwischen 4 und 5 kg. Abbildung 13: Entwicklung der Straßenkehrichtmenge in Köln zwischen 2012 und 2021 Quelle: Stadt Köln (2018, 2020b, 2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Getrennterfassungsquote Bezogen auf die im Jahr 2021 erfasste Siedlungsabfallmenge (474 kg/(EW*a)) liegt die Getrennterfassungsquote in Köln bei 50 Gew.-% (siehe Abbildung 14). Bei die- ser Quote ist neben sämtlichen getrennt erfassten Wertstoffen auch der getrennt er- fasste Sperrmüll, der anschließend einer Aufbereitung zur Aussortierung von Wert- stoffen zugeführt wird (s. u.) eingerechnet. Nicht eingerechnet wurden der Restmüll sowie die beiden Infrastrukturabfälle (Papierkorbabfälle, Straßenkehricht). Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 25 | Wuppertal Institut Abbildung 14: Zusammensetzung der Siedlungsabfälle und der Wertstoffe aus Haushalten in Köln, 2021 Quelle: Stadt Köln (2022a), eigene Darstellung nach Konsortium Verwertungswege Für die stoffliche und thermische Verwertung des Kölner Abfalls betreibt die AVG Köln gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften im Auftrag der Stadt Köln verschie- dene Behandlungsanlagen. Für die Verarbeitung des Bio- und Grünabfalls, des Sperrmülls sowie des Restmülls aus den Kölner Haushalten werden eine Vergä- rungs- und Kompostierungsanlage, eine Sperrmüllaufbereitungsanlage sowie eine Restmüllverbrennungsanlage betrieben. Zusätzlich werden zwei Sortieranlagen für Gewerbe- und Baustellenabfälle, eine Holzaufbereitungsanlage sowie eine Fluff-An- lage zur Herstellung energiereicher Kunststoffabfälle betrieben. Mit der Deponie “Vereinigte Ville” wird die Entsorgungssicherheit für mineralische Abfälle als DK II- Deponie sichergestellt. Die getrennt erfassten Wertstoffe sowie die aus dem Rest- und Sperrmüll ausge- schleusten, stofflich verwertbaren Bestandteile werden stofflich verwertet. Über die Vergärung des Bioabfalls sowie die energetische Verwertung des Restmülls und des restlichen Sperrmülls wird zudem Energie erzeugt. Die Verwertungswege bzw. -ver- fahren der verschiedenen Abfallströme sind in Tabelle 2 dargestellt. Alle nicht von der AVG in eigenen Anlagen verwerteten Mengen werden von der AWB vermarktet. Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Wuppertal Institut | 26 Tabelle 2: Verwertungswege und -verfahren der Abfallströme in Köln Quelle: Stadt Köln (2018), eigene Darstellung nach Konsortium Bei den auf der Deponie abgelagerten Abfällen handelt es sich i. W. um Bau- und Abbruchabfälle. Die Asche aus der Müllverbrennung wird in einer Ascheaufberei- tungsanlage mit anderen Inertstoffen konditioniert und Metalle werden aussortiert. Nach der Reife werden Teile der aufbereiteten Asche im Straßen- und Wegebau ein- gesetzt, der Rest deponiert. In der nachfolgenden Stoffstromübersicht sind für die verschiedenen Abfallarten aus Haushalten die Erfassungssysteme sowie die Entsorgungswege zusammenfassend dargestellt. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 27 | Wuppertal Institut Abbildung 15: Stoffstromübersicht der Abfälle aus Haushalten in Köln Quelle: AWB (2022), eigene Darstellung nach Konsortium Gewerbliche und Bau- und Abbruchabfälle Gewerbliche Abfallmengen sind in den zuvor dargestellten Mengen nur insofern enthalten, als es sich um hausmüllähnliche Gewerbeabfälle handelt, die im Rahmen der Hausmülltonnen miterfasst werden, oder um Wertstoffmengen aus von Gewer- bebetrieben genutzten AWB-Wertstoffsystemen (z. B. Altpapier, Bioabfall) sowie an den Wertstoff-Centern abgegebene Kleinmengen. Daten zum Aufkommen der übri- gen nicht überlassungspflichtigen Gewerbeabfälle in Köln sind nicht verfügbar. Die Gewerbestruktur in Köln ist v. a. durch einen Dienstleistungssektor geprägt, in dem ca. 87 % der in Köln arbeitenden, sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbei- ten, davon 22 % in Handel, Gastgewerbe und Verkehr. Ebenso wie bei Gewerbeabfällen, sind auch bei Bau- und Abbruchabfällen Daten zum Aufkommen in Köln nicht verfügbar. Für beide Abfallgruppen müssen die Abfallerzeuger gemäß der neuen Gewerbeab- fallverordnung eine Dokumentation über die erfassten Fraktionen und deren Entsor- gungsweg erstellen. Auch das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz für das Land Nord- Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo des Abfallaufkommens in Köln Wuppertal Institut | 28 rhein-Westfalen (Landeskreislaufwirtschaftsgesetz – LKrWG) sieht vor, dass Abfall- erzeuger für Baumaßnahmen mit einem zu erwartenden Anfall von Bau- und Ab- bruchabfällen einschließlich Bodenmaterial von insgesamt mehr als 500 m³ ein Ent- sorgungskonzept zu erstellen haben (LKrWG §2a, Abs. 3). Für beide Dokumentati- onspflichten gilt, dass die Dokumente bzw. das Konzept der örtlich zuständigen Be- hörde nur auf Verlangen vorzulegen sind. Die Daten daraus sind aktuell nicht voll- ständig und zentral verfügbar. Auf eine Abschätzung der in Köln anfallenden Mengen an gewerblichen sowie Bau- und Abbruchabfällen, für die zahlreiche Annahmen zu treffen wären, wurde im Rah- men des vorliegenden Konzeptes verzichtet. Beide Abfallströme stehen aber den- noch im Fokus der angestrebten Abfallvermeidungsstrategie und werden auch mit Maßnahmen aus diesem Konzept adressiert. 3.2 Vergleich der Kölner Abfallmengen mit deutschen Großstädten Zur Einordnung der Kölner Abfallmengen wurde ein Vergleich mit den Mengen ande- rer Großstädte vorgenommen. Als Clusterkriterium wurde anstelle der Einwohner- zahl die Einwohnerdichte herangezogen, da diese die für abfallwirtschaftliche Bewer- tungen relevante Siedlungsstruktur beinhaltet. Das Großstädte-Cluster wird dabei üblicherweise ab einer Einwohnerdichte > 2.000 EW/km² definiert. Die Einwohner- dichte der Stadt Köln lag 2021 bei 2.664 EW/km². Zu dieser Gruppe gehören u. a. die Millionenstädte Hamburg (ca. 2.500 EW/km²), München (ca. 4.800 EW/km²) und Berlin (ca. 4.100 EW/km²), aber auch Städte mit etwa 300.000 Einwohnern (z. B. Bielefeld, Bonn). Die Mengen der übrigen Städte wurden aus den veröffentlichten Abfallbilanzen der jeweiligen Bundesländer entnommen und beziehen sich auf das Jahr 2019. Daher wurden für Köln sowohl die aktuellen Mengen als auch die aus dem Jahr 2019 für den Vergleich herangezogen. In der Abbildung 16 sind die Abweichungen der Kölner Mengen jeweils im Vergleich zum Mittewert der oben definierten Großstadtmengen dargestellt. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 29 | Wuppertal Institut Abbildung 16: Abweichungen der Kölner Abfallmengen vom Durchschnitt der deutschen Städte > 2.000 EW/m² (Mengen 2019) Quelle: Eigene Darstellung Bei den über die Biotonne sowie die Wertstofftonne erfassten Wertstoffen liegen die Kölner Mengen über dem Durchschnittswert aller Großstädte, was bei einem ver- gleichbaren Potential auf eine bessere getrennte Erfassung schließen lässt. Beim Grünabfall, dem Altpapier und Glas sind die Kölner Mengen leicht unterdurchschnitt- lich. Beim Bio- und Grünabfall ist die fehlende Trennschärfe zu beachten, da die Gartenabfälle auch über die Biotonne erfasst werden können und sich die verschie- denen Systeme für die organischen Abfälle somit gegenseitig beeinflussen. Auf die möglichen Potentiale der verschiedenen Wertstoffe im Restmüll wird im Rahmen der Potentialanalyse (siehe Kapitel 5) eingegangen. Die Kölner Restmüllmenge liegt über dem Durchschnitt und lässt darüber weiteres Reduzierungspotential erwarten. Die Kölner Sperrmüllmenge liegt beim Mittelwert der Großstädte. Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Wuppertal Institut | 30 4 Der Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Das Kölner Zero-Waste-Konzept kann auf eine Vielzahl an Vorarbeiten und bereits initiierten Maßnahmen zur Vermeidung von Abfällen blicken. Um einen Überblick über bereits existierende und geplante Zero-Waste-Aktivitäten in Köln zu erhalten werden im Folgenden bestehende Maßnahmen (=Ist) und Ziele (=Soll) beschrieben und hinsichtlich ihrer Relevanz für das Zero-Waste-Ziel eingeordnet. 4.1 Sammlung der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Um den Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln abzubilden, wurde im ersten Schritt eine Analyse der bestehenden Aktivitäten, Konzepte, Ratsbeschlüsse sowie weiterer Veröffentlichungen vorgenommen. Konkret wurde Bezug genommen auf: Zero-Waste-Aktivitäten in Köln, Ziele mit Bezug zu Zero Waste bzw. Abfallvermeidung. Die Sammlung bestehender und geplanter Zero-Waste-Aktivitäten erfolgte auf Basis einer umfangreichen Literatur- und Desktoprecherche. Hierfür wurden das Abfallwirt- schaftskonzept der Stadt Köln (2018-2027), das Ratsinformationssystem, die Stadt- strategie sowie die Klimaneutralitätsstrategie der Stadt Köln nach vorgenannten Kri- terien analysiert.2 Weiterhin wurden bestehende Beteiligungsplattformen wie die co- create Datenbank, KölnAgenda, die NRW-Mehrwert-Datenbank und Datenbanken von Köln.Global.Nachhaltig bzw. senf.koeln ausgewertet sowie die Homepages und Projektwebsites lokaler Akteur*innen überprüft.3 Auf Basis dieser Quellen wurde eine Datenübersicht generiert, die einen Überblick über den Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten verschafft. In Gesprächen mit städti- schen Akteur*innen sowie mit dem AWB und der AVG wurden außerdem ergän- zende Maßnahmen und Aktivitäten aufgenommen. Insgesamt wurden 198 Zero-Waste-Maßnahmen in Köln identifiziert (Stand August 2022). Die Auflistung dieser Aktivitäten kann Anhang 2 entnommen werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die recherchierten Listen nicht als vollständige Samm- lung aller bereits bestehenden Maßnahmen, Akteur*innen, Vereine, Unternehmen und Institutionen im Bereich Zero Waste in Köln zu verstehen ist. Viele Aktivitäten sind öffentlich nicht einsehbar, weswegen die Sammlung lediglich einen ersten Über- blick über den Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln ermöglicht. An dieser –––– 2 AWK 2018, Stadt Köln o. D., Stadt Köln 2020a und Stadt Köln 2021. 3 Co-Create Cologne o. D., Verbraucherzentrale NRW o. D. und Köln.Global.Nachhaltig (o. D.). Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 31 | Wuppertal Institut Stelle ist hervorzuheben, wie wertvoll die Kommunikation von Zero-Waste-Maßnah- men sein kann, um ein Bewusstsein für die Abfallvermeidung zu schaffen. 4.2 Einordnung der aktuellen Maßnahmen in Köln Grundlage für die Einordnung der aktuellen Maßnahmen in Köln bildet die beschrie- bene Maßnahmenliste. Für die Auswertung dieser Liste wurden verschiedene Krite- rien als Maßstab herangezogen. Konkret wurden folgende Punkte betrachtet: Welche Arten von Maßnahmen werden umgesetzt? Welche Bereiche adressieren die Maßnahmen? Welche Abfallarten stehen im Fokus der Maßnahmen? Wer initiiert die Maßnahmen? Können Geschäftsmodelle4 identifiziert werden? Die Auswertung der Maßnahmen nach Maßnahmenart erfolgt gemäß der EU-Abfall- hierarchie.5 In der fünfstufigen Hierarchie steht Abfallvermeidung an erster Stelle, gefolgt von Wiederverwendung, Recycling, Verwertung und Beseitigung.6 Abbildung 17 veranschaulicht die Verteilung der Maßnahmen in Köln entlang der Abfallhierar- chie. –––– 4 Funktionsweise von Unternehmungen, die im Geschäftsfeld Zero Waste mit einer Umsatz-/Gewinnerzielungsab- sicht aktiv sind. 5 Europäische Kommission o. D.-a. 6 Laut § 3 Kreislaufwirtschaftsgesetz ist Wiederverwendung jedes Verfahren, bei dem Erzeugnisse oder Bestand- teile, die keine Abfälle sind, wieder für denselben Zweck verwendet werden, für den sie ursprünglich bestimmt waren. Darüber hinaus unterscheidet das Gesetz die stoffliche Verwertung (insbesondere die Vorbereitung zur Wiederverwendung, das Recycling und die Verfüllung sowie die energetische Verwertung (Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff). Recycling im Sinne dieses Gesetzes ist jedes Verwer- tungsverfahren, durch das Abfälle zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufbereitet werden; es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein. Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Wuppertal Institut | 32 Abbildung 17: Existierende Zero-Waste-Aktivitäten nach Maßnahmenart Quelle: Eigene Darstellung Je ein Viertel aller Maßnahmen in Köln können der Abfallvermeidung und der Wie- derverwendung zugeordnet werden. Unter Abfallvermeidung werden dabei alle Maß- nahmen verstanden, die darauf einzahlen, dass insgesamt weniger Abfälle anfallen, bevor sie überhaupt entstehen. Zur Wiederverwendung gehören Maßnahmen, die dazu beitragen, Produkte durch Tausch bzw. Reparatur und Wartung länger im Kreislauf zu führen.7 Unter Recycling werden 10 % der Maßnahmen gebündelt, die sich auf die stoffliche Verwertung von Produktions- und Konsumabfällen beziehen. Der Kategorie Verwertung werden ein Prozent der Maßnahmen zugeordnet, bei de- nen Abfälle beispielsweise thermisch verwertet werden. An letzter Stelle der Hierar- chie steht die Kategorie Beseitigung. Hierunter fallen fünf Prozent aller Maßnahmen. Weiterhin wurde für die Auswertung das Querschnittsthema Kommunikation als Maßnahmenart aufgenommen, welche in Köln den größten Anteil (32 %) ausmacht. Es ist zu beachten, dass alle Aktivitäten jeweils nur einer Maßnahmenart zugeordnet wurden. Bei Zero-Waste-Aktivitäten, die mehreren Maßnahmenarten zugeordnet werden können, wurde die zutreffendste Kategorie gewählt. Die Strukturierung nach Maßnahmenart in Abbildung 17 zeigt, dass es in Köln be- reits einen großen Anteil an Kommunikationsmaßnahmen sowie Abfallvermeidungs- –––– 7 Die Darstellung der Maßnahmen in den einzelnen Kategorien stellt lediglich eine Übersicht dar. Wieviel stark die Maßnahmen schlussendlich auf das Endergebnis der Abfallvermeidung einzahlen, lässt sich daraus nicht ab- leiten. 1% 2% 10% 24% 30% 34% 0% 10% 20% 30% 40% Beseitigung Verwertung Recycling Wiederverwendung Abfallvermeidung Querschnittsthema Kommunikation Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 33 | Wuppertal Institut und Wiederverwendungsmaßnahmen gibt. Es ist darauf hinzuweisen, dass grund- sätzlich keine Mehrfachnennung vorgenommen wurde. Mehrere gleiche Maßnah- men eines Akteurs wurden nur einmal erfasst. Mehrere unterschiedliche Maßnah- men eines Akteurs oder einer Akteurin wurden jedoch mehrfach erfasst. In Abbildung 18 wurden die 192 identifizierten Maßnahmen (Stand 02.05.2022) nach adressierter Akteur*innengruppe unterteilt. Diese Unterteilung orientiert sich an den vier durchgeführten Workshops, in denen für unterschiedliche Bereiche („Öffent- liche Verwaltung u. Bildung“, „Gastronomie, Handel u. Events“, „Zivilgesellschaft: Haushalte, Wohnen, Sozialträger, Vereine“ sowie „Gewerbe, Bau und Industrie“) Maßnahmen zur Abfallvermeidung entwickelt wurden (mehr dazu in Kapitel 8.2). Die Abbildung zeigt, dass die identifizierten Maßnahmen überwiegend den Bereich “Haushalte und Wohnen” adressieren. Grund dafür ist unter anderem, dass viele Maßnahmen der anderen Gruppen nicht öffentlich einsehbar sind. Die Darstellung hat daher keine universelle Aussagekraft über den Fokus der bisherigen Aktivitäten der verschiedenen Sektoren oder Gruppierungen in Köln, bietet aber dennoch einen ersten Eindruck in welche Richtung sich die bisherigen Maßnahmen in Köln orientie- ren. Abbildung 18: Existierende Zero-Waste-Aktivitäten nach adressierter Akteur*innengruppe Quelle: Eigene Darstellung Die bestehenden Maßnahmen wurden darüber hinaus nach der adressierten Abfall- art untersucht. Abbildung 19 veranschaulicht die Verteilung der Aktivitäten je nach Abfallart. 8% 15% 62% 3% 12% 0% 20% 40% 60% 80% Gruppe 1 (Politik, Verwaltung & Bildung) Gruppe 2 (Gastronomie, Handel & Events) Gruppe 3 (Haushalte & Wohnen) Gruppe 4 (Gewerbe, Industrie & KMU) Verschiedene Zielgruppen Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Wuppertal Institut | 34 Abbildung 19: Existierende Zero-Waste-Aktivitäten nach Abfallart Quelle: Eigene Darstellung Bei Betrachtung der Zero-Waste-Aktivitäten nach Abfallart wird deutlich, dass sich viele der bisherigen Maßnahmen in Köln vorwiegend auf Bio- und Grünabfälle, Rest- müll, Altkleider sowie Leichtverpackungen/Wertstofftonne fokussieren. Beispiele für solche Maßnahmen sind für Bio- und Grünabfall: Maßnahmen zum Eigenanbau und Gemeinschaftsgärten und zum Thema “Essbare Stadt”; beides mit Querschnitten zur Verpackungsvermeidung die Resteverwertung und Weitergabe von Lebensmitteln (z. B. Re(st)zepte- Broschüre der AWB und die Weitergabe an die Tafeln sowie digital unter- stützte Initiativen zu “Foodsharing”) der Ausbau der Sammlung von Bioabfall und der Kompostierung für Restmüll: allgemeine Kommunikation zum richtigen Trennen (z. B. die Informationsseiten und Abfallvermeidungs-Tipps der Verbraucherzentrale NRW und der AWB) Aktivitäten zu Littering und Clean-Ups (bspw. stadtweite und ganzjährige Ak- tion „Kölle putzmunter“ mit ca. 16.000 Teilnehmenden pro Jahr, die Grillscouts der AWB, die in Kölner Grünanlagen zum Umgang mit Picknick-Müll und Grilla- sche informieren) für Altkleider: Aktivitäten zum Weiterverkauf und Weitergabe, Flohmärkte, Tausch und Ver- leih, inklusive entsprechende Angebote im Internet 1% 2% 2% 6% 11% 12% 14% 15% 38% 0% 10% 20% 30% 40% Elektroaltgeräte Schadstoffe Altpapier Sperrmüll Altkleider Restmüll LVP / Wertstoffe Bio- und Grünabfall Abfallartübergreifend Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 35 | Wuppertal Institut die Verbesserung der Sammlung und des Recyclings von Alttextilien für Leichtverpackungen: Unverpackt-Läden und weiteren Unverpackt-Angeboten Beratung durch die Dualen Systeme sowie der Ausbau der Infrastruktur zur Sammlung von Verpackungen (Wertstofftonne) mit Fokus auf bessere Ge- trennterfassung als Grundlage für mehr Recycling Maßnahmen mit Fokus der Reduzierung von Einweg und der Förderung von Mehrwegverpackungen (Produkte in Mehrweg, Coffee-to-go, Leitungswasser, precious plastics, das Geschirrmobil des Umweltzentrums, kommerzielle An- bieter von Mehrweg für den Außer-Haus-Verzehr (Recup, Vytal), Refill-Label8) Ein deutlich geringerer Anteil der Maßnahmen adressiert Sperrmüll, Altpapier, Schadstoffe und Elektroaltgeräte. Beispiele für solche Maßnahmen sind für Sperrmüll: Reparaturwerkstätten die Verbesserung getrennter Sammlung von Gebrauchsgütern die Aufarbeitung und den Weiterverkauf von Möbeln z. B. über Flohmärkte für Altpapier: das Wiederverwenden von Papier (z. B. wird an der Sporthochschule Köln ein- seitig bedrucktes Papier gesammelt und zu Blöcken gebunden) Reduktion des Verbrauchs an Schulen (z. B. ZWK Arbeitskreis Schulnetzwerk) der Verleih und die Weitergabe von Büchern für Schadstoffe: die mobile Schadstoff-Sammlung in einzelnen Stadtteilen durch die AWB Sammelaktionen von Zigarettenkippen (z.B. K.R.A.K.E.) für Elektroaltgeräte: die Verbesserung der dezentralen Sammlung solcher Geräte (z. B. Abholung von Elektrogroßgeräten durch die AWB nach Bestellung, Einführung von Sam- melbehälter an Wertstoff- und Betriebshöfen, Bezirksämtern und Schulen) Reparaturwerkstätten und Gebrauchtwarenhäuser (z. B. der Emmaus Gemein- schaft Köln e.V und die Baugemeinschaft) Tausch- und Mitnahmeregale für Elektrokleingeräte (z. B. durch Hinsundkunzt) –––– 8 Siehe nähere Informationen unter: www.recup.de, www.vytal.org, www.umweltzentrum-koeln.de, www.refill- deutschland.de/koeln/, www.coffee-to-go.koeln/. Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Wuppertal Institut | 36 Weitere Maßnahmen zielen auf keine konkrete Abfallart ab, sondern stellen die all- gemeine Abfallvermeidung in den Fokus (in Abbildung 14 mit dem Begriff “abfallar- tenübergreifend” Abfallarten zusammengefasst). Darunter fallen hauptsächlich Maß- nahmen aus dem Bereich Workshops-, Bildungs- und Informationsangebote. Bei- spiele sind der digitaler Abfallkalender der AWB, Podcasts, Plattformen für Zero Waste Termine und Tipps für Endverbraucher*innen oder der Umweltpass für Wohn- anlagen und viele weitere. Die AWB bietet zu den Themen Abfallvermeidung, Zero Waste, Wertstoffsammlung sowie Stadtsauberkeit in Tageseinrichtungen für Kinder, Schulen und bei Erwachsenen kostenlose Beratungen, Aktionen und Führungen über einen AWB Betriebshof an. Um einen Überblick über die Verteilung der Zero-Waste-Initiator*innen zu erlangen, wurde ermittelt, von welchen Akteur*innen bestehende Aktivitäten zur Abfallvermei- dung und -reduktion in Köln ausgehen (siehe Abbildung 20). Abbildung 20: Existierende Zero-Waste-Aktivitäten nach Initiator*innen Quelle: Eigene Darstellung Dabei wurde ersichtlich, dass die bisherigen Aktivitäten überwiegend von Akteur*in- nen der Privatwirtschaft (mit Gewinnerzielungsabsicht tätige Akteur*innen, z. B. aus dem Bereich Industrie, Gewerbe, Handel und Gastronomie) und der Zivilgesellschaft (ehrenamtliches Engagement ohne Gewinnerzielungsabsicht) ausgehen (72 %). Von der Zivilgesellschaft durchgeführte Maßnahmen besitzen oft auf den ersten Blick eine geringere Wirkkraft, zielen aber häufig auf eine langfristige Sensibilisierung des Ressourcenverbrauchs und Reduktion des Abfallaufkommens ab (bspw. Fahrrad- werkstätten, Pflanzenbörsen) und können Kaskadeneffekte entfalten. Gleiches gilt für Aktionen im öffentlichen Raum (z. B. Müllsammelaktionen, Gemeinschaftsgär- ten), die meist von Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft durchgeführt werden. Maß- nahmen aus der Privatwirtschaft lassen sich hingegen oftmals nicht öffentlich einse- 24% 26% 49% 0% 20% 40% 60% Kommunale Initiator*innen Privatwirtschaft Zivilgesellschaft Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 37 | Wuppertal Institut hen. Maßnahmen, bei denen ein Unternehmen jedoch beispielsweise seine Produk- tionsweise umstellt, um seine Abfälle in der Produktion zu reduzieren, können ver- gleichsweise hohe Effekte haben. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass die Pri- vatwirtschaft im Vergleich zu kommunalen Initiator*innen (z. B. der Stadt Köln selbst oder ihrer eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen wie die AWB) eine Gewinnerzie- lungsabsicht hat und Maßnahmen auch mit Blick auf ökonomische Aspekte relevant sein müssen. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz sieht in diesem Zusammenhang eine wirtschaftliche Zumutbarkeit von Abfallvermeidungsmaßnahmen vor. Während Maß- nahmen kommunaler Initiator*innen sehr gut öffentlich einsehbar sind, werden sie von Teilen der Stadtgesellschaft nicht gesehen oder bewusst wahrgenommen. Auf- grund ihrer flächendeckenden und breiten Umsetzung besitzen kommunale Ak- teur*innen jedoch eine sehr hohe Wirkkraft. In Köln gibt es eine Reihe von Organisationen und Initiativen, die ihren Zweck auf den Zero-Waste-Lebensstil ausgerichtet haben, wie beispielsweise Gebrauchtwa- renkaufhäuser und Plattformen (11 %), Unverpackt-Läden (8 %), Recycling- und Up- cyclingangebote (8 %) und Repair-Cafés bzw. Gemeinschaftswerkstätten (3 %). Die übrigen Aktivitäten lassen sich keinem konkreten Dienstleistungs- oder Geschäfts- modell zuordnen und besitzen auch keine Gewinnerzielungsabsicht. Vielmehr ent- springen sie aus der Zivilgesellschaft heraus, wie zum Beispiel Sharing-Events wie Pflanzen- oder Kleidertauschbörsen oder Nachbarschaftsinitiativen zur Stärkung lo- kaler, abfallfreier Strukturen. 4.3 Ausbaupotential bei aktuellen Maßnahmen In diesem Kapitel wird ein kurzer Blick darauf gerichtet, welche Art von Aktivitäten und Maßnahmen mit Blick auf die adressierten Abfallströme bisher fehlen bzw. aus- gebaut werden sollten. Wie zuvor erläutert, sind es insbesondere Sperrmüll, Altpapier, Schadstoffe und Elektroaltgeräte, bei denen noch vergleichsweise wenige gezielte Aktivitäten ermit- telt wurden. Für Sperrmüll mit erheblichen Abfallmengen und -volumina ergeben sich Potentiale durch weitere gezielte Angebote wie die getrennte Sammlung von noch gebrauchs- fähigen Gütern auf den Wertstoffhöfen bzw. die gezielte Abholung und die Etablie- rung weiterer Gebrauchtwarenhäuser, Pop-Up-Stores etc. zum Abverkauf oder ge- zielte Angebote für gebrauchte Möbel von Schulen, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen (Schreibtische, Stühle, Regale etc.), die an andere Nutzer*innen ver- mittelt werden. Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Wuppertal Institut | 38 Sieht man sich die Entwicklungen zum Altpapier an, so steigt v. a. die Verwendung von Papier und Pappe für Verpackungen und Versand. Potential besteht z. B. für Maßnahmen zur Reduzierung von Versandverpackungen, zur Einschränkung des Verbrauchs von Papier-Serviceverpackungen (Handel, Markt, Bäcker, etc.) oder von Freiwurfsendungen (kostenlose Zeitungen). Darüber hinaus können in Verwaltun- gen, städtischen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen grafische Papiere einge- spart werden. Elektroaltgeräte werden derzeit nur mit vergleichsweise wenigen Aktivitäten adres- siert. Um die Weiter- und Wiederverwendung von Elektrogeräten zu ermöglichen, fehlt es meist an Reparaturmöglichkeiten, Zubehör und Werkzeug. Darüber hinaus gestalten sich die Kosten für eine Reparatur meist als zu hoch. Es besteht daher Po- tential für Maßnahmen, die diese Punkte aufgreifen, z. B. die Einrichtung, Ausstat- tung und Förderung von Repair-Cafes und -werkstätten sowie die gezielte Samm- lung von noch gebrauchsfähigen Geräten. Es besteht darüber hinaus weiteres Potential, Verpackungen als einen der größten Abfallströme zu adressieren und Verpackungsmüll zu vermeiden, z. B. durch die Un- terstützung des Mehrwegangebotes im Außer-Haus-Verkauf mithilfe einer kommu- nalen Mehrwegstrategie sowie die Einbindung von Handel, Gastronomie, Märkte, Sportveranstaltungen, Karneval etc. Auch die Förderung des Einkaufs in mitgebrach- ten Verpackungen z. B. über die Aktion „Einmal, ohne bitte“9 oder Maßnahmen zur Reduktion von Getränkeverpackungen, z. B. Leitungswasserbrunnen im öffentlichen Raum und in der Gastronomie, können auf die Vermeidung und Minderung von Ver- packungsabfällen einzahlen. Im Hinblick auf die Vermeidung der Restmüllfraktion, bieten sich zielgerichtete Maßnahmen zur Substitution bestimmter Bestandteile im Restmüll mit wiederver- wendbaren Alternativen (z. B. Windeln, Hygieneartikel, Staubsaugerbeutel, Spüllap- pen, Backpapier, etc.) und die Unterstützung von Zero-Waste-Ideen und Lebenssti- len (z. B. über Eigenherstellung von Kosmetik und Reinigungsmittel, Zweitverwen- dung von Produkten, Einkaufshilfen etc.) an. –––– 9 Zero Waste Cities 2022. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 39 | Wuppertal Institut Generell kann bei der Entwicklung zukünftiger Maßnahmen die Rolle der Stadt und der städtischen Einrichtungen stärker berücksichtigt werden. Die Stadt und ihre Ein- richtungen weisen bedeutende Volumina in Einkauf und Auftragsvergabe auf. Eine Einbindung von Abfallvermeidungs- bzw. Zero-Waste-Kriterien in die Beschaffungs- richtlinien und Vergabekriterien sowie die Durchführung weiterer Vorreiter-Projekte könnte signifikante Abfallmengen einsparen und vermeiden und Zugkraft für andere Initiativen generieren. 4.4 Analyse der existierenden Zero-Waste-Ziele in Köln Um eine Grundlage für den Status quo der Kölner Ziele mit Bezug zu Zero Waste zu erhalten und eine Abschätzung über noch notwendige Ziele und Schritte auf dem Weg zur Zero-Waste-City zu formulieren, wurden bestehende Ziele mit Bezug zu Zero Waste identifiziert. Grundlage der Analyse bilden die Ratsbeschlüsse der Stadt Köln, das derzeit gültige Abfallwirtschaftskonzept sowie weitere Sachstandsbe- richte.10 Mit Bezug zu Zero Waste wurden dabei folgende Ziele identifiziert: Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und nachhaltiger Stoffkreisläufe, Anreize zur Müllvermeidung schaffen, Ausbau der Nutzung der Biotonne. Im Bereich Klimaschutz verfolgt die Stadt das Ziel der gesamtstädtischen Klimaneut- ralität bis 2035.11 Durch Abfallreduktion und vermeidungsbezogene Emissionssen- kungen kann das Zero-Waste-Konzept bei dieser Zielerreichung unterstützend wir- ken. Hinsichtlich der Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und nachhaltiger Stoffkreisläufe wurden quantifizierte und qualitative Ziele identifiziert. Quantifizierte Ziele in diesem Bereich beziehen sich auf eine stabile historische Mengenentwick- lung (Reduktion) der Abfallmengen. Dabei werden die anvisierten Maximalmengen des AWK bis 2027 voraussichtlich unterschritten. Als qualitative Ziele wurden eine bessere Vernetzung von Produktionskreisläufen, ein Ausbau der Zykluswirtschaft in den Quartieren, ein Ausbau der regionalen Produktions- und Vermarktungsketten, eine Stärkung von urbanen Recyclingangeboten sowie eine nachhaltige Nutzung von Reststoffen ausgemacht. –––– 10 Stadt Köln o. D. und AWK 2018, Stadt Köln 2020b. 11 Stadt Köln 2022c. Entwurf des Gesamtkonzepts Der Status quo der Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Wuppertal Institut | 40 Als quantifiziertes Ziel zur Schaffung von Anreizen zur Müllvermeidung hat sich die Stadt Köln eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung durch Verringerung der Tellerreste (15 % bis 2023, maximal 10 % bis 2030) zum Ziel gesetzt. Als quali- tative Ziele wurden weiterhin eine Etablierung der städtischen Verwaltung als Vor- bild, eine Erhöhung der Recyclingquoten durch dezentrale Recyclingmöglichkeiten, eine flächendeckende Implementierung von Mehrweg- statt Einwegverpackungen zur Reduzierung des Abfall- und Verpackungsaufkommens, sowie eine Abgabe von noch verzehrfähigen Lebensmitteln an Foodsharing-Initiativen oder die Tafel ausge- macht. Um die Nutzung der Biotonne auszubauen, hat sich die Stadt eine Steigerung der Anschlussquoten der Biotonne auf mindestens 80 % bis 2030, eine bedarfsde- ckende Bioabfallsammlung im gesamten Stadtgebiet bis 2040 (quantifiziert) gesetzt. Als qualitative Forderung aus der Zivilgesellschaft wurde die Einrichtung von Grün- schnitt- und Bio-Sammelstellen für Haushalte ohne Zugang zu einer Biotonne identi- fiziert (siehe Kapitel 3.1). Eine Übersicht aller ausgemachten Maßnahmen findet sich in Tabelle 3. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 41 | Wuppertal Institut Tabelle 3: Existierende quantitative und qualitative Zero-Waste-Ziele in Köln Übergeordnetes Ziel Quantitative Ziele Qualitative Ziele Stärkung regionaler Wertschöpfungsket- ten und nachhaltiger Stoffkreisläufe Stabile historische Mengenentwicklung12 Alle Ziele des AWK 2027 werden er- reicht Produktionskreisläufe vernetzen13 Zykluswirtschaft in den Quartieren ausbauen Regionale Produktions- und Ver- marktungsketten ausbauen Urbane Recyclingangebote stärken Nachhaltige Nutzung von Reststof- fen14 Anreize zur Müllver- meidung schaffen Lebensmittelverschwendung reduzieren durch Verringerung der Tellerreste auf 15% bis 2023 und auf maximal 10% bis 203015 Städtische Verwaltung als Vorbild etablieren16 Erhöhung der Recyclingquoten durch dezentrale Recyclingmöglichkeiten17 Flächendeckende Implementierung von Mehrweg- statt Einwegverpa- ckungen zur Reduzierung des Abfall- und Verpackungsaufkommens18 Lebensmittelhandel gibt nicht mehr verkaufsfähige, aber noch verzehrfä- hige Lebensmittel an Foodsharing- Initiativen oder die Tafel Ausbau der Nutzung der Biotonne Steigerung der Anschlussquoten der Bi- otonne auf mindestens 80% bis 203019 Bis 2040 bedarfsdeckende Bioabfall- sammlung im gesamten Stadtgebiet Forderung der Zivilgesellschaft: Grünschnitt- und Biomüllsammelstellen für Haushalte ohne Zugang zur Bio- tonne20 Quelle: Eigene Darstellung Die aufgeführten, bereits gesetzten Ziele wurden als Grundlage für die Zielformulie- rung im Rahmen des Konzepts genutzt. Im weiteren Verlauf wurden die bestehen- den Ziele insbesondere mit den Kriterien von ZWE verglichen und dementsprechend durch neu formulierte Ziele erweitert. –––– 12 Hier und im Folgenden: Stadt Köln 2020b, S. 17 f. und Stadt Köln 2022a, S. 23. 13 Hier und im Folgenden: Stadt Köln 2020a, S. 119. 14 Stadt Köln 2021, S. 64. 15 Stadt Köln 2021, S. 48. 16 Stadt Köln 2021, S. 30. 17 AWK 2018, S. 8. 18 Hier und im Folgenden: Stadt Köln 2021, S. 48. 19 Hier und im Folgenden: Stadt Köln 2021, S. 48. 20 Zero Waste Köln e. V. 2022. Entwurf des Gesamtkonzepts Identifikation von Abfallvermeidungspotentialen Wuppertal Institut | 42 5 Identifikation von Abfallvermeidungspotentialen Die Potentiale zur Abfallvermeidung einer Stadt sind sowohl abhängig von internen Faktoren, z. B. der demographischen Entwicklung der Stadt bzw. bestimmter Stadt- teile und von der aktuellen Ausgestaltung der Sammlung und Erfassung von Abfällen und deren Ausbaufähigkeit sowie von externen Faktoren, wie z. B. der Verschärfung von gesetzlichen Vorgaben zu bestimmten Abfallströmen. Diese Faktoren werden im Folgenden analysiert und darauf aufbauend die Potentiale der Abfallvermeidung im Wesentlichen qualitativ abgeschätzt. Ergänzend werden grundlegende Zahlen des Siedlungsabfallaufkommens in Köln mit dem Aufkommen anderer europäischer Städte verglichen, die bereits eine Zero-Waste-Strategie umsetzen. 5.1 Zukünftige Entwicklungen und Auswirkung auf Abfallmengen Köln ist eine wachsende Stadt. Bis 2030 wird ein Bevölkerungswachstum von +4 % bis 2040 von +6,3 % prognostiziert.21 Das entspricht einem Zuwachs von etwa 68.300 Menschen bzw. 44.100 Haushalten. Es ist vor allem die ältere Stadtbevölke- rung, die weiter anwächst. In Zahlen: Bis 2030 werden 14 % mehr 65- bis 80-Jährige (+23 %, bis 2040) und 20 % mehr über 80-Jährige (+39 % bis 2040) in Köln wohnen, das ist ein Zuwachs von rund 52.600 Menschen, die über 65 Jahre alt sind. Betrach- tet man die Haushaltsgrößen, so ist auffällig, dass Köln schon heute eine Stadt der Single-Haushalte ist. Die Hälfte der Kölner*innen wohnt in einem Ein-Personen- Haushalt und jeweils circa ein Viertel in Zwei- bis Drei-Personen-Haushalten (27 % 2-Personen, 23 % 3-Personen-Haushalte). Diese Verteilung wird bis 2040 gleich bleiben, mit einem leicht überdurchschnittlichen Zuwachs der 2-Personen-Haushalte (bis 2040: +11,8 %, ~ +18.000 Haushalte). Hinsichtlich der Entwicklung der Abfall- mengen lässt sich aus der demographischen Gesamtentwicklung für Köln fol- gendes ableiten: Ohne Maßnahmen zur Abfallvermeidung wird die Gesamtmenge des Siedlungsabfalls der Stadt Köln auf Grund des Zuzugs ansteigen. Eine Studie des Umweltbundesamtes geht davon aus, dass für die Altersklasse der ab 56-Jähri- gen höhere spezifische Restmüllaufkommen feststellbar sind, vor allem weil die Per- sonen dann wieder vermehrt in Ein-Personen-Haushalten wohnen.22 –––– 21 Alle enthaltenen Zahlen stammen aus der Bevölkerungsprognose der Stadt Köln (Stadt Köln 2019). 2017 ist Ausgangsjahr der Prognose. Die Zahlen können von den Bevölkerungsprognosen, welches das Land NRW aufstellt, abweichen. 22 Öko-Institut und Difu 2018, S. 49f. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 43 | Wuppertal Institut So verschieden die Kölner Stadtteile sind, sind auch deren demographische Ent- wicklungen. Es gibt Stadtteile mit einem Geburtenüberschuss bei gleichzeitiger Zu- nahme der älteren Bevölkerung, wie Nippes, Lindenthal, Sülz oder Ehrenfeld, Stadt- teile, bei denen der Anteil der Jugendlichen aktuell bereits hoch ist und weiter an- steigt, wie in Finkenberg, Immendorf oder Neubrück, und solche mit überdurch- schnittlichem Altenanteil (Heimersdorf, Dellbrück oder Zündorf). Daraus ist ohne An- passung des Bürgerverhaltens zunächst abzuleiten, dass diese stadtteilspezifi- schen Entwicklungen Einfluss auf die zukünftigen Entwicklungen der Gesamt- und Pro-Kopf-Abfallmengen haben werden. Interessant sind solche Informationen vor allem auch hinsichtlich spezifischer Abfallvermeidungspotentiale, z. B. durch zielge- richtete Kampagnen und Aktivitäten, die z. B. eher die jüngere Bevölkerung, Fami- lien oder die ältere Bevölkerung und deren Verhalten adressiert. Vor allem in den folgenden Stadtbezirken werden viele neue Wohnungen bzw. ganz neue Quartiere entstehen: Rodenkirchen (Zuwachs bis 2030 +12.600 Bewohner*in- nen), Innenstadt, Lindenthal, Mülheim, Kalk (mindestens +5.000 Menschen je Stadt- bezirk). Besonders hohe Wachstumsraten verzeichnen die Stadtteile Deutz (+24 %), Rondorf (+28 %) und Marienburg (+16 %). Zusätzlich sind für Blumberg und Zündorf Entwicklungs- bzw. Großbauprojekte in Planung.23 Mit Blick auf die lokalen Bauaktivitäten lässt sich für die Zero-Waste-Strategie von Köln folgendes ableiten: Eine Einbindung der Wohnbaugesellschaften bei Planung und Erstellung der Quartiere und Wohnungen eröffnet Chancen, große Mengen Bau- abfälle zu vermeiden, besser zu verwerten oder z. B. rückgebautes und abgebroche- nes Material direkt wiederzuverwenden. Eine clevere Planung der Quartiere mit Ein- beziehung von Zero-Waste-Ansätzen kann die Abfallvermeidung in diesen Quartie- ren befördern, z. B. die Einplanung von Flächen für Tausch, Wiederverwendung o- der Weitergabe, verbesserte Konzepte für die getrennte Erfassung von Abfällen, etc. oder quartiersspezifische Kampagnen. Hilfreich wären frühzeitiges Einbeziehen der AWB bei Planung/Beratung und Planungsvorgaben der Stadt bezüglich Entsorgung in neuen Quartieren. –––– 23 Stadt Köln 2019. Entwurf des Gesamtkonzepts Identifikation von Abfallvermeidungspotentialen Wuppertal Institut | 44 Abbildung 21: Demographische Entwicklung der Stadt Köln (bis 2040) und für Stadtteile (bis 2030) Quelle: Stadt Köln 2019, S. 14 und 18. Die Entwicklung der Abfallmengen der Stadt Köln wird nicht nur von der Stadtent- wicklung, sondern gegebenenfalls auch von externen Faktoren, wie z. B. den Ände- rungen rechtlicher Vorgaben für Abfälle bzw. einzelne Abfallströme und weiteren Entwicklung z. B. bzgl. Konsumverhalten beeinflusst. Diese werden deshalb im Fol- genden kurz betrachtet. Abgesehen von der Verschärfung der Pflichten, Abfälle ge- trennt zu erfassen, umfassen die Vorgaben meist Recyclingquoten - zunächst ohne Einfluss auf die originären Abfallmengen. Vor allem bei Verpackungen, Elektroaltge- räten, Sperrmüll und Bauabfällen werden auf Bundesebene aktuell auch weitere Maßnahmen diskutiert, welche die Abfallmengen tatsächlich reduzieren können, in- dem Materialien, bevor sie der Abfallkategorie zugeschrieben werden, im Kreislauf gehalten werden. Verpackungen und Bau werden beide auch im EU Circular Eco- nomy Action Plan im Rahmen des Green Deal als prioritäre Sektoren genannt; er- wartet werden hier weitere legislative und nicht-legislative Maßnahmen, um die Ab- fallmengen zu verringern.24 Hinsichtlich Verpackungen sieht das deutsche Verpackungsgesetz seit 2019 eine Mehrwegquote von 70 % für Getränke vor, um dem rückläufigen Angebot an Mehr- wegflaschen in den letzten zwei Jahrzehnten zu begegnen. 2019 lag der Anteil, der in Mehrwegflaschen angebotenen Getränke nur noch bei knapp 42 %. Auch Wasser –––– 24 Europäische Kommission 2020. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 45 | Wuppertal Institut wird nach wie vor in Kunststoff-Einwegflaschen angeboten. Da auch Einwegflaschen bepfandet sind, werden sie im separaten Abfallstrom gesammelt und mittlerweile auch zu einem hohen Anteil recycelt und wieder in Einwegflaschen eingesetzt. Durch diese Änderungen sowie die Ausweitung des Einwegpfandes auf weitere Ge- tränke in Kunststoffflaschen (ab 2022 auch Säfte, Nektar, Smoothies, Energydrinks, ab 2024 zudem Milchgetränke)25 werden Rohstoffe zwar besser im Kreislauf geführt, es werden aber keine nennenswerten Auswirkungen auf die Restabfallmengen der Stadt Köln erwartet, da dieser Abfall üblicherweise bereits durch die Haushalte als Verpackungsabfall entsorgt wird, also nicht im Restabfall landen. Eine Verringerung der Restabfallmengen im öffentlichen Raum, auf Plätzen und in Parks kann im gerin- geren Umfang gegebenenfalls erwartet werden, da Verpackungsabfälle und Geträn- keflaschen in der Stadt normalerweise in den Müllkörben und Mülleimern nicht ge- trennt entsorgt werden. Kampagnen für die Nutzung von Mehrwegflaschen für Ge- tränke sowie der generelle Verzicht auf abgefülltes Wasser (Leitungswasser trinken, Trinkwasserspender aufstellen, etc.) wären ein Hebel, um Verpackungsmengen zu reduzieren. Abgesehen von Getränken werden durch neue Gesetze vor allem Einwegkunststoff- produkte und -verpackungen adressiert. Seit Juli 2021 gilt die Einwegkunststoffver- botsverordnung, die bestimmte Produkte, die für den einmaligen Verbrauch be- stimmt sind, verbietet. Darunter sind z. B. Einwegbesteck aus Plastik und To-Go Verpackungen aus Styropor. Seit Januar 2023 gilt darüber hinaus die Mehrwegan- gebotspflicht für “sofort-verzehrfertige-Speisen und Getränke“. Für Speisen und Getränke, die im Außer-Haus-Verzehr (to-go, take-away) derzeit in Kunststoffein- wegverpackungen angeboten werden, müssen dann auch in Mehrwegverpackungen angeboten werden. Hierzu können eigene Mehrwegverpackungen bereitgestellt oder Poolsysteme genutzt werden. Auch mitgebrachte Verpackungen sind erlaubt. Da der Verbrauch an Serviceverpackungen in den letzten Jahren stark angestiegen ist (circa das Dreifache von 2000 bis 2017) und die genutzten Einwegverpackungen zum großen Teil auch über die Mülleimer des öffentlichen/städtischen Raum ent- sorgt werden, wird diese Regelung die Siedlungsabfallmengen senken. Das setzt aber voraus, dass die Mehrwegalternativen von der Gastronomie angeboten und von den Kund*innen auch nachgefragt und genutzt werden. Die Stadt kann hier gezielt durch Kampagnen, Förderangebote und Aufklärung und langfristig auch durch die Förderung/Bereitstellung einer zentralen Rückführungslogistik unterstützen. Neben –––– 25 Verbraucherzentrale 2022. Entwurf des Gesamtkonzepts Identifikation von Abfallvermeidungspotentialen Wuppertal Institut | 46 dem Außer-Haus-Verzehr werden von EU und deutscher Gesetzgebung auch für fol- gende Bereiche Mehrwegpflichten diskutiert: Transportverpackungen (Paletten), Umverpackungen mit mehreren Einheiten (Pflanzentrays, Obst- und Gemüsekisten, aber auch solche für Lebensmittel), Versandverpackungen sowie weitere Verkaufs- verpackungen und Einweg-Glasverpackungen für Lebensmittel. Das könnte weitere Verpackungsabfälle aus Gewerbe und Haushalten reduzieren. Die EU-Ökodesign-Richtlinie sieht seit März 2021 vor, dass für große elektrische und elektronische Haushaltsgeräte (Kühlgeräte, Waschmaschinen und -trockner, Geschirrspüler, elektronische Displays, einschließlich Fernsehgeräte, Lichtquellen und weitere gewerbliche Betriebsanwendungen) Ersatzteile und Reparaturanleitun- gen mindestens 7 bis 10 Jahre vorgehalten werden müssen. Diskutiert werden dar- über hinaus ein “Recht auf Reparatur” sowie eine Kennzeichnung elektronischer Ge- räte hinsichtlich Lebensdauer und Reparierbarkeit (“Reparierbarkeitsindex”).26 Ziel ist es, elektrische Geräte länger in der Nutzungsphase zu halten, Wiederverwendungen zu ermöglichen bzw. zu fördern und weniger Elektroschrott zu produzieren. Auch hier kann die Stadtverwaltung mit weiteren Maßnahmen unterstützen (z. B. Bereit- stellen für Flächen für Reparaturwerkstätten und -initiativen und deren Unterstüt- zung). Auch das 2020 verabschiedete Kreislaufwirtschaftsgesetz setzt stärkere Akzente zur Umsetzung der Abfallhierarchie und nennt Maßnahmen, die bereits vor dem Recyc- ling ansetzen. Adressiert wird z. B. Sperrmüll: Sperrmüll ist demnach derart zu er- fassen, dass eine Vorbereitung zur Wiederverwendung und zum Recycling möglich ist (§ 20 Absatz 2 Nr. 7). Dabei lässt das Gesetz den öffentlich-rechtlichen Entsor- gungsträgern einen gewissen Spielraum für die Umsetzung: die Sperrmüllsammlung kann weiterhin aus einer Mischung aus Hol- und Bringsystem bestehen, es besteht die Pflicht über die Möglichkeiten der Abfallvermeidung und der Wiederverwendung von Sperrmüll zu beraten (§ 46), es muss also entweder der Hinweis gegeben werden, wo Sperrmüll in örE-eigenen oder Einrichtungen sonstiger Träger zugeführt werden kann (z. B. Gebrauchtwarenhäuser, Repair- cafés, Tauschbörsen), auf eine schonende Erfassung z. B. im Bringsystem an Wertstoffhöfen oder durch Sperrmüll-Abrufsystem ist hinzuwirken. –––– 26 Umweltbundesamt 2022a. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 47 | Wuppertal Institut Durch diese und weitere Maßnahmen, die die Wiederaufbereitung und Weitergabe/ Weiterverkauf des Sperrmülls erst ermöglichen bzw. unterstützen, könnten die Men- gen an Sperrmüll deutlich reduziert werden. Bau- und Abbruchabfälle sind einer der mengenmäßig größten Abfallströme. Sie werden daher (neben z. B. Verpackungen und Textilien) als prioritäre Handlungsfel- der innerhalb des EU Circular Economy Action Plans genannt. Für diese Handlungs- felder werden in naher Zukunft legislative und nicht-legislative Maßnahmen erwartet. In NRW bestehen darüber hinaus seit der Verabschiedung des neuen Landeskreis- laufwirtschaftsgesetzes im Februar 2022 folgende Vorgaben: im Hochbau sind künftig geeignete und qualitätsgesicherte rezyklierte Ge- steinskörnungen insbesondere Recyclingbeton einzusetzen, im Tiefbau müssen mineralische Ersatzbaustoffe gleichberechtigt wie Baustof- fen aus Primärrohstoffen eingesetzt werden (Verwendung nach Ersatzbau- stoffverordnung). Zusätzlich sind im Landesabfallgesetz Anforderungen an die Vermeidung und Ver- wertung von Bau- und Abbruchabfällen für alle am Bau Beteiligten verankert. Bei größeren Vorhaben müssen für die anfallende Bau- und Abbruchabfälle Rückbau- und Entsorgungspläne erstellt werden. Die erwarteten Effekte dieser Regelungen sind: eine bessere Trennung von Bau- und Abbruchabfällen, eine Erleichterung des Wiedereinbaus und der Wiederverwendung sowie eine Reduzierung von Mischabfäl- len aus dem Bausektor. Neben diesen spezifischen rechtlichen Regelungen bzw. der zu erwartenden neuen Anforderung an die Getrennterfassung und Wiederverwendung einzelner Abfall- ströme, die vor allem einen Rückgang der gemischten Abfallströme erwarten lässt, könnten gesellschaftliche Trends bzw. Entwicklungen im Konsumverhalten vermut- lich dazu führen, dass bestimmte Abfallmengen eher weiter ansteigen. Dazu gehö- ren z. B. steigende Mengen an Papier-/Pappefraktionen (hier v. a. voluminöse Pappe) durch eine weitere Zunahme des Online-Handels, Zunahme des Verpa- ckungsmülls durch die Verwendung kleinerer Verpackungsgrößen (durch steigende Zahl von Single-Haushalten) und eine Zunahme von Einwegschutz- und Hygienearti- kel im Restmüll (durch höhere Hygienestandards und Coronaschutzartikel, weiterer Zuzug von Familien und Durchalterung der Bevölkerung). Insgesamt zeigt sich, dass die Abfallintensität, also das Abfallaufkommen im Verhält- nis zur Wirtschaftsleistung, in Deutschland sinkt; die absoluten Abfallmengen aber Entwurf des Gesamtkonzepts Identifikation von Abfallvermeidungspotentialen Wuppertal Institut | 48 eher weiter zunehmen 27. Als Gründe werden insbesondere der Ausbau der Grün- und Bioabfallsammlung (mit der Folge, dass vor allem mehr Gartenabfälle über die verbesserte Sammlung abgegeben werden) sowie der Zuwachs des Sperrmüllauf- kommens genannt28. Schaut man auf zukünftige Entwicklungen so lassen sich Abfallvermeidungspotenti- ale in folgenden Bereichen ableiten: Die Stadtteile entwickeln sich hinsichtlich Wachstum und Bevölkerungsstruktur unterschiedlich. Zielgerichtete Kampagnen und Aktivitäten der Stadt, die z. B. eher die jüngere Bevölkerung, Familien oder die ältere Bevölkerung und deren Verhalten adressieren oder Quartiere in den Blick nehmen, die von Grund auf neu geplant werden, bergen große Chancen für eine weitere Reduzierung der Abfallmengen. Derzeit werden bereits große Mengen an Bauabfällen verwertet, vor allem im Straßenbau oder der Wiederbefüllung. Das direkte Recycling, also z. B. der direkte Einsatz von rückgebauten Gebäuden in neuen Gebäuden oder die Ver- wendung von Recyclingbeton ist aber ausbaufähig. Hier braucht es gemein- same Anstrengung der Baugesellschaften und der Stadt. Kampagnen, Förderangebote, Aufklärung für die Nutzung von Mehrwegverpa- ckungen (to-go und andere Anwendungen) und langfristig auch die Förde- rung/Bereitstellung von zentraler Rückführungslogistik bzw. zur Verwendung von Leitungswasser sind ein Hebel, um Verpackungsmengen weiter zu redu- zieren. Durch die schonende Sammlung von Sperrmüll und elektrischen Geräten als Voraussetzung für eine Weiterverwendung sowie weiterer Maßnahmen, z. B. das Bereitstellen von Flächen und der Hinweis auf sowie die Unterstützung von Initiativen, die eine Weiternutzung organisieren, wird Sperrmüll und Elekt- roschrott reduziert. Ohne Maßnahmen zur Abfallvermeidung wird die Gesamtmenge an Siedlungsabfall der Stadt Köln auf Grund des Zuzugs und der zunehmenden Altersstruktur ansteigen bzw. sich zumindest nicht verringern. Das folgende Kapitel richtet den Blick auf die bestehenden Erfassungssysteme für Hausmüll und Sperrmüll in Köln, um zu quanti- tativen Abschätzungen der Abfallvermeidungspotentiale zu gelangen. –––– 27 Umweltbundesamt 2022b. 28 BDE u.a. (2021) (Hrsg.) S. 25, Statistisches Bundesamt (2022c). Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 49 | Wuppertal Institut 5.2 Potentiale bei der Abfallsammlung und den Erfassungssystemen Zur getrennten Erfassung von Wertstoffen sind in Köln für alle relevanten Wertstof- farten bereits geeignete Systeme eingeführt. Die haushaltsnahen Holsysteme für Alt- papier und Wertstoffe werden von fast allen Haushalten genutzt und auch die Bio- tonne, die zur Sicherstellung einer guten Qualität auf freiwilliger Basis angeboten wird, hat inzwischen einen Anschlussgrad von 65 % mit weiter steigender Tendenz erreicht. Durch die außer in den Wintermonaten praktizierte wöchentliche Leerung sowie die Finanzierung über die Restmüllgebühr, wodurch die Nutzung der Biotonne mit keiner zusätzlichen Gebühr verbunden ist, wird ein hoher Anreiz geboten, das System zu nutzen. Im Vergleich zu anderen Großstädten wird damit eine überdurch- schnittlich hohe Bioabfallmenge bei gleichzeitig sehr niedriger Fehlwurfquote erreicht (vgl. Kapitel 3.1). Dennoch ist bei der Biotonne eine Steigerung des Anschlusses und v. a. auch der Nutzung weiterhin möglich. Dies wird auch bereits angestrebt und mit Maßnahmen unterstützt, wie z. B. Mailingaktionen (Anschreiben der Grundstück- seigentümer*innen), Akquisition von Gewerbekund*innen sowie laufende Bewerbung und Informationsvermittlung über verschiedene Kanäle.29 Darüber hinaus planen AWB und AVG Köln ein Pilotprojekt in verdichteten Wohngebieten mit bislang gerin- ger Biotonnendichte. Hierbei soll erprobt werden, ob mit der Aufstellung von Bioton- nen durch intensive Öffentlichkeitsarbeit die gleichen hohen Qualitätsstandards er- reicht werden können. So wurde bei der im Jahr 2020 veröffentlichten bundesweiten Hausmüllanalyse er- mittelt, dass die nativ-organischen Abfälle mit ca. 39 Gew.-% den größten Anteil am Hausmüll der privaten Haushalte ausmachen.30 In dieser Menge sind Küchen- und Nahrungsabfälle, Gartenabfälle (in nur geringer Menge), sonstige organische Abfälle sowie gefüllte oder teilentleerte Lebensmittelverpackungen zusammengefasst. Ins- besondere die noch verpackten Lebensmittel sind in der vorliegenden Form nicht für eine separate Erfassung über die Biotonne oder die Sammelsysteme für Verpackun- gen geeignet. Trockene Wertstoffe (z. B. Altpapier, Altglas, Kunststoffe, Alttextilien, Elektroaltgeräte etc.) machen bundesweit insgesamt etwa 28 Gew.-% des Haus- mülls aus. –––– 29 Unterstützt auch durch den Ratsbeschluss "Anschlussverpflichtung einer Biotonne für alle Haushalte in einem Stadtbezirk" vom 22.09.2022: Quelle: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/to0050.asp?__ktonr=357955. 30 INFA et al. 2020, S. 17. Entwurf des Gesamtkonzepts Identifikation von Abfallvermeidungspotentialen Wuppertal Institut | 50 Über die Zusammensetzung des Kölner Restmülls und die darin enthaltenen Wert- stoffpotentiale liegen keine aktuellen Informationen vor. Die letzte Sortieranalyse er- folgte im Jahr 2015/2016, eine aktuelle Analyse ist für 2023/2024 geplant. Auf Basis der seit der letzten Analyse eingetretenen Veränderungen (Rückgang der Restmüll- menge und Anstieg der getrennt erfassten Wertstoffmengen) wurde für das vorlie- gende Konzept die Restmüllzusammensetzung aus dem Jahr 2015/2016 näherungs- weise rechnerisch „aktualisiert“. Die modellierte Zusammensetzung bezieht sich zu- nächst nur auf den Restmüll aus Haushalten, ohne Geschäftsmüll (im Rahmen der Sammlung miterfasster Kleingewerbeanteil), für den ein Anteil von ca. 18 % ange- nommen wurde. Ausgehend davon wurde unter der Annahme, dass der Geschäfts- müll eine vergleichbare Zusammensetzung wie der Restmüll aus den privaten Haus- halten aufweist, die Zusammensetzung auf die gesamte Restmüllmenge übertragen und zusätzlich in Tabelle 4 ausgewiesen. Tabelle 4: Modellierung der Kölner Restmüllzusammensetzung, Stand 2021 Quelle: Eigene Darstellung Demnach dürfte weiterhin das größte Potential mit 78 kg pro Kopf im Bereich des Bioabfalls liegen, weitere 10 kg/(EW*a) sind an verpackten Lebensmitteln zu erwar- ten. Die Potentiale bei den trockenen Wertstoffen liegen beim Altpapier sowie auch Stoffgruppen Gew.-% kg/(EW*a) kg/(EW*a) Altpapier 9,6 17,8 21,7 Glas 7,3 13,4 16,4 Kunststoff 6,6 12,3 15,0 Metall 2,0 3,6 4,4 Verbund-Verpackungen 0,9 1,7 2,1 biogene Abfälle 34,7 64,0 78,1 verpackte Lebensmittel 4,5 8,3 10,1 Holz 1,9 3,5 4,2 Altkleider 3,7 6,8 8,3 Elektroaltgeräte 0,5 0,9 1,1 Problem- und Schadstoffe 0,4 0,7 0,8 Sonstiges, Rest 28,0 51,7 63,1 Summe 100,0 184,8 225,3 mit Geschäftsmüll ohne Geschäftsmüll Modellierte Zusammensetzung des Restmülls aus Haushalten der Stadt Köln Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 51 | Wuppertal Institut bei den über die Wertstofftonne erfassten Kunststoffen, Metallen und Verbunden bei jeweils etwa 22 kg/(EW*a). An Glas dürften etwa 16 kg/(EW*a) enthalten sein, wobei es sich überwiegend um Verpackungsglas handelt. Etwa 63 kg/(EW*a) sind originä- rer Restmüll. Ausgehend von dieser modellierten Restmüllzusammensetzung lägen die Wertstof- ferfassungsquoten (bezogen auf die Summe der getrennt erfassten und die im Rest- müll noch vorhandenen Mengen) beim Altpapier, Glas und den über die Wertstoff- tonne erfassten Wertstoffen im Bereich von 60-75 %, beim Bioabfall bei etwa 40 %. Dies bestätigt die Annahme des insbesondere beim Bioabfall noch vorhandenen Po- tentials, das sich v. a. auf die Küchen- und Nahrungsabfälle bezieht. Bei einigen Wertstoffen ist zudem zu berücksichtigen, dass diese teilweise von den Bürger*in- nen bewusst und richtigerweise über den Restmüll entsorgt werden (wie z. B. stark verschmutztes Altpapier oder beschädigte bzw. stark verschmutzte Textilien, die nur in einem geringen Umfang für die Weiternutzung als Kleidung geeignet sind). Dar- über hinaus ist hier grundsätzlich das erhöhte spezifische Gewicht durch Anhaftun- gen, Verschmutzungen sowie eine erhöhte Feuchte durch die umgebenden Abfälle zu beachten31. Ansätze zur Verringerung der Restmüllmenge ergeben sich somit zum einen durch eine verstärkte Erfassung von Wertstoffen über die jeweiligen Wertstoffsysteme. Ab- fallvermeidungspotentiale bestehen zudem v. a. bei den Verpackungen und den Le- bensmittelabfällen, was sich auf einen Rückgang der Gesamtmenge der Siedlungs- abfälle auswirken würde. Die für Köln im Jahr 2023 geplante Sortieranalyse wird stärker belastbare Daten zum Potential im Restmüll liefern. Auch der Sperrmüll wurde im Rahmen der Konzepterstellung hinsichtlich möglicher Potentiale betrachtet. Da die Zusammensetzung des Kölner Sperrmülls nicht im De- tail bekannt ist, werden an dieser Stelle erneut die Daten aus der o. g. bundesweiten Hausmüllanalyse aufgegriffen, bei der Sperrmüllsichtungen, u. a. auch im Hinblick auf den wiederverwendbaren Anteil, durchgeführt wurden. In dieser Analyse wurden als Hauptfraktionen des Sperrmülls die Holzmöbel (Tische, Stühle, Schränke etc. mit ca. 39 Gew.-%) und die Polster- und Verbundmöbel (Möbel aus verschiedenen Ma- terialien, die sich funktions- und herstellungsbedingt in der Regel nur schwer trennen –––– 31 Die ansonsten trockenen Wertstoffe (wie z. B. Papier und Kunststoffe) weisen – wenn sie gemeinsam mit dem Restmüll ent- sorgt und im Zuge einer Sortieranalyse aus diesem aussortiert werden - durch Anhaftungen und erhöhte Feuchte eine hö- here Masse auf, als wenn sie getrennt erfasst worden wären. Entwurf des Gesamtkonzepts Identifikation von Abfallvermeidungspotentialen Wuppertal Institut | 52 lassen, mit 22 Gew.-%) ermittelt. Die Einschätzungen zum Wiederverwendungspo- tential im Sperrmüll ergaben einen Anteil von ca. 9 Gew.-% am Gesamtsperrmüllauf- kommen aus privaten Haushalten in Deutschland. Den größten Anteil an dieser Menge haben die Holzmöbel mit ca. 50 %, sowie die Polster- und Verbundmöbel mit ca. 36 %. Nimmt man eine vergleichbare Sperrmüllzusammensetzung für Köln an (Abweichungen sind allein aufgrund der höheren spezifischen Menge zu erwarten) würde dies ausgehend von 9 % der Sperrmüllmenge der Jahre 2018/2019 eine po- tenziell wiederverwendbare Menge von etwa 3,6 kg/(EW*a) ausmachen. Der Sperr- müll wird in Köln bereits jetzt sortiert und Wertstofffraktionen (v. a. Holz und Metalle) in einer Größenordnung von 50-60 % herausgeholt und verwertet. 5.3 Vergleich mit Abfallmengen anderer Zero-Waste-Städte Um Abfallmengen und Abfallvermeidungspotentiale für Köln besser einordnen zu können, wird an dieser Stelle ein kurzer Vergleich mit den Eckdaten anderer europä- ischer Zero-Waste-Städte vorgenommen. Grundlage für die Auswertung ist eine von ZWE unveröffentlichte Datenerhebung, die in anonymisierter Form genutzt werden durfte. Von den 472 gelisteten Städten sind 459 Städte bereits als Zero-Waste-Städte de- klariert, 13 haben den “Candidate”-Status. „Candidate“ Status bedeutet, die Stadt hat sich für das Programm beworben, ist aber noch nicht abschließend als Zero-Waste- Stadt zugelassen. Die meisten Städte im Zero Waste City Programm sind Klein- städte. Mit wenigen Ausnahmen: Eine gelistete Stadt hat über 1 Mio., 3 über 500.000, 6 über 200.000 und 11 Städte über 100.000 Einwohner*innen. Darüber hin- aus liegt ein Großteil der Städte in Süd- oder Osteuropa. Die Infrastruktur zur Samm- lung der Abfälle ist oft nicht vergleichbar. Manche Abfallfraktionen werden nach wie vor nur unzureichend oder gar nicht getrennt gesammelt, z. B. Biomüll oder Sperr- müll. 32 Die Daten sind daher nicht direkt vergleichbar und geben eher einen Hinweis darauf, mit welchen Mengen andere europäische Städte operieren. Für 462 Städte liegen Daten zur Menge des Siedlungsabfalls vor: durchschnittlich werden 437 kg pro Einwohner*in bei den Zero-Waste-Städten eingesammelt, bei den Kandidaten Städten sind es durchschnittlich 468 kg/EW, die Bandbreite liegt von 70 kg/EW bis 968 kg/EW, –––– 32 Alle Daten sind bereit gestellt aber unveröffentlicht von Zero Waste Germany/Zero Waste Europe, Februar 2021; aufbereitet durch circulatemore/INFA. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 53 | Wuppertal Institut Städte mit über 500.000 Einwohner*innen liegen zwischen 270 und bis 516 kg/EW. Im Vergleich: EUROSTAT (2020) gibt eine Zahl von durchschnittlich 505 kg/EW aus. Im Jahr 2021 lag Köln bei 474 kg/EW - ziemlich genau im Durchschnitt der Kandida- ten-Städte. Die Rate der Getrennterfassung liegt bei durchschnittlich 68 % bei den Zero Waste und 42 % bei den Kandidaten-Städten. Im Vergleich: Köln hatte 2021 eine Getrenn- terfassungsrate von 51 %. Die Menge des anfallenden Restmülls liegt (errechnet) bei durchschnittlich 142 kg/EW für Zero Waste und 266 kg/EW für Candidate Cities. Zum Vergleich: Köln hat 2021 226 kg Restmüll (inklusive Schadstoffe) pro Einwoh- ner*in erfasst (siehe Abbildungen in Anhang 1). Entwurf des Gesamtkonzepts Der Zero-Waste-Zielkatalog Wuppertal Institut | 54 6 Der Zero-Waste-Zielkatalog Dieses Kapitel stellt den Zero-Waste-Zielkatalog der Stadt Köln vor. Die erstellten Ziele orientieren sich an den konkreten Anforderungen von ZWE und dem Green City Accord. Bislang hat die Stadt Köln bereits einige Ziele zur Abfallvermeidung for- muliert, welche durch das vorliegende Konzept weiter ausgebaut und konkretisiert wurden. Hier ist darauf hinzuweisen, dass die Ziele zum Zeitpunkt des Entwicklungs- prozesses des Konzepts definiert wurden. In den folgenden Jahren können diese Ziele aufgrund sich verschärfender gesetzlicher Anforderungen überprüft und ggf. angepasst werden. 6.1 Anforderungen von Zero Waste Europe und dem Green City Accord Basierend auf der langjährigen Expertise der gemeinnützigen Umweltorganisation ZWE wurde ein Zertifizierungsstandard für Zero-Waste-Cities entwickelt. Dieser soll einerseits dazu genutzt werden, die leistungsstärksten Städte in Europa anzuerken- nen, gleichzeitig aber auch als Aufgabenliste für lokale Behörden dienen, die ein Zero-Waste-Rahmenprogramm entwickeln. Eine Zero-Waste-City ist demnach eine Stadt oder Kommune, die sich deutlich ambitionierte Ziele zur Abfallvermeidung setzt und dadurch die gesetzlichen Vorgaben übersteigt. Grundsätzlich soll die Zerti- fizierung dazu anregen, dass sich Städte konkrete Zero-Waste-Ziele setzen und dazu flankierende Maßnahmen erarbeiten. Der Zertifizierungsprozess besteht dabei aus fünf Schritten33: 1 | Interessensbekundung: Zunächst muss die Stadt ihre Bewerbung bei den loka- len ZWE-Mitgliedern und bei der Mission Zero Academy einreichen, in der sie ihr Interesse, eine Zero Waste City zu werden, bekundet. 2 | Verpflichtung: Die Stadt erstellt gemäß den Anforderungen von ZWE eine ei- gene Roadmap zur Zertifizierung. Dadurch erwirbt sie den Status einer Zero Waste Candidate City. 3 | Umsetzung: Innerhalb von maximal zwei Jahren muss die Stadt die Anforderun- gen an eine Zertifizierung umsetzen und den offiziellen Prüfer*innen Nachweise bereitstellen. 4 | Zertifizierung: Nach einer erfolgreichen Beurteilung erhält die Stadt den Status einer Zero-Waste-Certified-City. –––– 33 Mission Zero Waste Academy o. D.-a. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 55 | Wuppertal Institut 5 | Jährliche Verbesserung: Nachdem die Stadt zertifiziert wurde, muss sie jährli- che Optimierungen vornehmen, um die Ergebnisse zu überwachen und zu ver- bessern. Dazu gibt es alle drei Jahre einen neuen Auditprozess, der den Zertifi- zierungsstatus erneut bestätigt. Zudem besteht die Möglichkeit, im Rahmen ei- nes 5-Sterne-Programms eine höhere Stufe zu erreichen. Diese Schritte verdeutlichen, dass der Status einer Zero-Waste-Certified-City erst erreicht werden kann, wenn über mehrere Jahre die Anforderungen umgesetzt und validiert werden. Die Einsendung einer Interessensbekundung und die Erstellung ei- nes Zero-Waste-Konzepts bilden dabei den Grundbaustein und führen daher zu- nächst zu dem Status “Candidate City”. Der Zertifizierungsstandard basiert auf einem Punktesystem, das verpflichtende und punktbasierte Kriterien enthält. Die verpflichtenden Kriterien sind als Mindestanforde- rungen an eine abfallfreie Stadt anzusehen, während die punktbasierten Kriterien als zusätzliche Kriterien verstanden werden können. Setzt eine Stadt Maßnahmen um, die neben den verpflichtenden ebenfalls punktbasierte Kriterien erfüllt, erhält die Stadt zusätzliche Punkte. Die Zertifizierungsstufe und die darauf folgende Stern- Stufe (es können bis zu fünf Sterne erreicht werden) ergibt sich dann aus der Summe der gesammelten Punkte.34 Tabelle 5 gibt eine vereinfachte Übersicht über die von ZWE festgelegten Kriterien und deren Umsetzungsnotwendigkeit (verpflich- tend oder zusätzlich mit Punkten).35 Auf der linken Seite ist aufgeführt, welcher Sta- tus mit den jeweiligen Kriterien angestrebt wird. Tabelle 5: Übersicht der von ZWE festgelegten Kriterien an eine Zero Waste Candidate bzw. Zero Waste Certified City Verpflichtungs- phase A1) Veröffentlichung der Verpflichtung, eine Zero-Waste-City zu wer- den Pflicht A2) Festlegung von Zielen für das Restmüllaufkommen Pflicht A3) Reduzierung der Abfallmenge, die der Verbrennung zugeführt wird bzw. keine Erhöhung der Verbrennungskapazität Pflicht A4) Durchführung von Sensibilisierungsmaßnahmen Pflicht –––– 34 Die Anzahl der Sterne veranschaulicht das Ambitionsniveau der Gemeinde. 35 Mission Zero Waste Academy (o. D.-b). Entwurf des Gesamtkonzepts Der Zero-Waste-Zielkatalog Wuppertal Institut | 56 Vorbereitungsphase B1) Festlegung einer Zero-Waste-Strategie, inkl. Müllreduktionsziele Pflicht B2) Verpflichtende Situationsanalyse (u. a. Zusammensetzung des Ab- falls) Pflicht B3) Festlegung von Zielen für die Steigerung der Menge an gesammel- ten und recycelten festen Siedlungsabfällen Pflicht B4) Erhebung von Daten über das Niveau des Abfallaufkommens und des Recyclings Pflicht B5) Sammlung von Daten über Abfallvermeidungsmaßnahmen 3 Pkt. B6) Ernennung von Mitarbeitenden (Zero Waste Focal Point) der die Umsetzung und Koordination des Zero-Waste-Plans leitet Pflicht B7) Errichtung eines breiten Managementteams 2 Pkt. B8) Errichtung eines Zero Waste Advisory Boards (ZWAB) Pflicht B9) Konsultation von Einwohner*innen bei der Gestaltung des Zero- Waste-Plans Pflicht B10) Analyse der Beschaffungsprozesse zur Reduzierung von Abfällen entlang der Lieferketten Pflicht B11) Implementierung von Anforderungen zur Abfallvermeidung und ver- besserter Verfügbarkeit von recyceltem Material in öff. Beschaf- fungsverfahren 4 Pkt. B12) Schulungen für die beteiligten Mitarbeitenden Pflicht B13) Weitere Möglichkeiten zur Weiterbildung (z. B. Exkursionen) 3 Pkt. B14) Zusammenarbeit mit anderen Städten für Fortbildungsmaßnahmen 1 Pkt. B15) Aufforderung der Abfallunternehmen zur Transparenzerhöhung im- portierter und exportierter Abfälle 3 Pkt. Umsetzungs- und Wirkungsphase C1) Umsetzung eines Abfallwirtschaftssystems mit bestimmten Min- destanforderungen Pflicht C2) Getrennte Sammlung des lokal anfallenden Abfalls 14 Pkt. C3) Umsetzung eines Managementprogramms für Bioabfälle Pflicht C4) Sammlung von Bioabfällen gemäß des Managementprogramms 6 Pkt. C5) Etablierung eines Systems zur getrennten Sammlung von Gegen- ständen, die nicht regulär durch die Müllabfuhr gesammelt werden können Pflicht C6) Verbesserung der Vielfalt der Abfallströme, die getrennt gesammelt werden 5 Pkt. C7) Kontinuierliche Überprüfung des Niveaus und der Menge des Ab- fallaufkommens, Recyclings und der Vermeidungsmaßnahmen Pflicht C8) Sammlung und Veröffentlichung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Plans Pflicht C9) Regelmäßige Durchführung von Restmüllanalysen Pflicht C10) Stetige Bemühungen, das Restmüllaufkommen pro Kopf zu mini- mieren 9 Pkt. C11) Schaffung wirtschaftlicher Anreize für die Reduzierung der Abfall- menge 4 Pkt. C12) Förderung der aktiven Teilnahme an lokalen Zero-Waste-Program- men 3 Pkt. C13) Etablierung eines Plans, um Abfälle in der Öffentlichkeit zu vermei- den 2 Pkt. C14) Implementierung von Maßnahmen zur Abfallvermeidung im Zu- ständigkeitsbereich der Städte 10 Pkt. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 57 | Wuppertal Institut C15) Unterstützung umfassender Maßnahmen zur Abfallvermeidung 10 Pkt. C16) Implementierung von Zero-Waste-Strategien für stadteigene Ge- bäude 3 Pkt. C17) Unterstützung bei der Umgestaltung von Produkten zur verbesser- ten Kreislaufführung 3 Pkt. Kommunikations- und Bildungsphase D1) Überprüfung der Einhaltung der Zero Waste Cities-Kriterien sowie deren Verbesserung und jährliche Veröffentlichung eines Berichts Pflicht D2) Regelmäßige Kommunikation mit den Einwohner*innen über den Zero-Waste-Plan und Änderungen in der Abfallwirtschaft Pflicht D3) Sichtbar machen der Zero Waste-Verpflichtung in der internen und externen Kommunikation 3 Pkt. D4) Verankerung von Zero Waste-Bildungsinhalten in Schulen und Kin- dergärten 4 Pkt. D5) Schaffung von Netzwerken mit Kommunen in ganz Europa und dar- über hinaus Pflicht D6) Schaffung formaler Partnerschaften mit lokalen Interessengruppen 3 Pkt. D7) Bewertung und Kommunikation der positiven Klimaauswirkungen des Plans 4 Pkt. D8) Verknüpfung der SDGs im Zero Waste-Plan 1 Pkt. Quelle: Eigene Darstellung, angelehnt an Mission Zero Waste Academy o. D.-b. Darüber hinaus können die Anforderungen des Green City Accord berücksichtigt werden. Der Green City Accord ist eine Bewegung, die europäische Bürgermeis- ter*innen dazu ermutigen soll, sich für saubere und gesündere Städte einzusetzen.36 Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung verpflichten sich die Städte dazu, fünf Be- reiche des Umweltmanagements anzugehen: Luftqualität, Gewässer, Umwelt und Artenvielfalt, Kreislaufwirtschaft und Abfall sowie Lärmbelästigung. Dadurch wird er- wartet, dass die Bemühungen in diesen Bereichen verstärkt werden und alle drei Jahre über Fortschritte berichtet wird. Für den Bereich Kreislaufwirtschaft und Abfall sind dabei folgende verpflichtende Indikatoren vorgegeben:37 Pro-Kopf-Aufkommen an Siedlungsabfällen (in Tonnen) Anteil der deponierten Siedlungsabfälle (in Prozent) Recyclingquote von Siedlungsabfällen (in Prozent). Mithilfe des Monitorings dieser Indikatoren soll die Bewirtschaftung von Siedlungsab- fällen verbessert, das Abfallaufkommen und Deponierung erheblich reduziert und die Wiederverwendung, die Reparatur und das Recycling gesteigert werden. –––– 36 Europäische Kommission o. D.-b. 37 Europäische Kommission 2022. Entwurf des Gesamtkonzepts Der Zero-Waste-Zielkatalog Wuppertal Institut | 58 Die Stadt Köln ist derzeit noch keine Unterzeichnerin des Green City Accord. Über eine mögliche zukünftige Unterzeichnung wird im Anschluss an die Veröffentlichung des Zero-Waste-Konzepts entschieden. 6.2 Zielerreichungsgrad als Zero-Waste-City mit den bisherigen Zielen und Maßnahmen in Köln Das Ziel dieses Zero-Waste-Konzepts ist es, einen klaren Rahmen für die Abfallver- meidung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu bieten und eine Zertifizie- rung als Zero-Waste-City durch ZWE anzustreben. Für die weitere Konzeptualisie- rung stellt sich die Frage, inwiefern die bisherigen Ziele und Maßnahmen in Köln be- reits die vorgestellten Kriterien von ZWE erfüllen und wo ggf. noch Bedarf einer Er- weiterung besteht. Die nachfolgende Tabelle stellt die Kriterien den bisherigen Zielen und einer Auswahl an Maßnahmen in Köln gegenüber. Somit werden Lücken aufge- zeigt, welche es mit Hilfe des innerhalb dieses Konzepts zu erstellenden Ziel- und Maßnahmenkatalogs zu schließen gilt. Entwurf des Gesamtkonzepts Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 59 | Wuppertal Institut Tabelle 6: Gegenüberstellung ZW-Kriterien und bisheriger Ziele und Maßnahmen in Köln Kriterium Art Bereits adressiert in Aktivitäten Vorbereitungsphase A1) Veröffentlichung der Verpflichtung, eine Zero- Waste-City zu werden Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts A2) Festlegung von Zielen für das Restmüllaufkom- men Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts A3) Reduzierung der Abfallmenge, die der Verbren- nung zugeführt wird Pflicht Ja, siehe bisherige Bestrebungen im Abfallwirtschafts- konzept A4) Durchführung von Sensibilisierungsmaßnahmen Pflicht Ja, u. a.: Projekt „NEiS“ an Hochschulen in Köln (Thema: Vermeidung Lebensmittelverschwendung, Mehrweg); Informationswebseiten zur Mülltrennung, Päd. Beratungsangebote und Umweltbildungsaktionen der AWB Köln für alle Altersgruppen Vorbereitungsphase B1) Festlegung einer Zero Waste-Strategie, inkl. Müll- reduktionsziele Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts B2) Verpflichtende Situationsanalyse (u. a. Zusam- mensetzung des Abfalls) Pflicht Ja B3) Festlegung von Zielen für die Steigerung der Menge an gesammelten und recycelten festen Siedlungsabfällen Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts B4) Erhebung von Daten über das Niveau des Abfal- laufkommens und des Recyclings Pflicht Ja B5) Sammlung von Daten über Abfallvermeidungs- maßnahmen freiwillig Teilweise, u. a.: Beteiligungsportal der Stadt Köln B6) Ernennung von Mitarbeitenden (Zero Waste Focal Point) der die Umsetzung und Koordination des Zero Waste-Plans leitet Pflicht Ja B7) Errichtung eines breiten Managementteams freiwillig Teilweise B8) Errichtung eines Zero Waste Advisory Boards (ZWAB) Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts B9) Konsultation von Einwohner*innen bei der Ge- staltung des Zero Waste-Plans Pflicht Ja, u. a.: durch das Kölner Beteiligungsportal B10) Analyse der Beschaffungsprozesse zur Reduzie- rung von Abfällen entlang der Lieferketten Pflicht Teilweise, durch Erarbeitung des Konzepts B11) Implementierung von Anforderungen zur Abfall- vermeidung und verbesserter Verfügbarkeit von recyceltem Material in öff. Beschaffungsverfahren freiwillig Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts B12) Schulungen für die beteiligten Mitarbeitenden Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts B13) Weitere Möglichkeiten zur Weiterbildung (z. B. Exkursionen) freiwillig Ja, z. B. Exkursionen und Lehrer*innenfortbildungen zu AWB und AVG B14) Zusammenarbeit mit anderen Städten für Fortbil- dungsmaßnahmen freiwillig Nein B15) Aufforderung der Abfallunternehmen zur Trans- parenzerhöhung importierter und exportierter Abfälle freiwillig Nein Entwurf des Gesamtkonzepts Der Zero-Waste-Zielkatalog Wuppertal Institut | 60 Umsetzungs- und Wirkungsphase C1) Umsetzung eines Abfallwirtschaftssystems mit be- stimmten Mindestanforderungen Pflicht Ja: Sammlung 5 wichtiger Abfallströme: Papier, Kunst- stoff, Glas, Bioabfälle, Textilien aber noch nicht alle verpflichtend C2) Getrennte Sammlung des lokal anfallenden Ab- falls freiwillig Ja C3) Umsetzung eines Managementprogramms für Bi- oabfälle Pflicht Ja, u. a.: Kostenlose Biotonne, Speiserestetonne für Gewerbekund*innen, Abholung von Grünschnitt, Ver- gärungsanlage C4) Sammlung von Bioabfällen gemäß des Manage- mentprogramms freiwillig Ja, siehe oben. C5) Etablierung eines Systems zur getrennten Samm- lung von Gegenständen, die nicht regulär durch die Müllabfuhr gesammelt werden können Pflicht Ja, u. a.: dezentrale Sammlung in den Stadtvierteln für Elektroaltgeräte, Abholung und ggf. Restauration von Sperrmüll C6) Verbesserung der Vielfalt der Abfallströme, die getrennt gesammelt werden freiwillig Nein, da erst in Zukunft realisierbar C7) Kontinuierliche Überprüfung des Niveaus und der Menge des Abfallaufkommens, Recyclings und der Vermeidungsmaßnahmen Pflicht Ja C8) Sammlung und Veröffentlichung der wirtschaftli- chen Auswirkungen des Plans Pflicht Nein, erst nach Veröffentlichung des Konzepts C9) Regelmäßige Durchführung von Restmüllanalysen Pflicht Ja C10) Stetige Bemühungen, das Restmüllaufkommen pro Kopf zu minimieren freiwillig Ja, u. a.: durch Flohmärkte & Aufklärungsarbeit C11) Schaffung wirtschaftlicher Anreize für die Redu- zierung der Abfallmenge freiwillig Nein C12) Förderung der aktiven Teilnahme an lokalen Zero Waste-Programmen freiwillig Ja, u. a.: Schüler*innenwettbewerb zum Thema Um- welt- und Klimaschutz, Aktionswochen in Schulen C13) Etablierung eines Plans, um Abfälle in der Öffent- lichkeit zu vermeiden freiwillig Ja, u. a.: Sag’s uns-App, Grillscouts C14) Implementierung von Maßnahmen zur Abfallver- meidung im Zuständigkeitsbereich der Städte freiwillig Ja, u. a.: Fahrradwerkstatt zur angeleiteten Reparatur, Tauschbörsen C15) Unterstützung umfassender Maßnahmen zur Ab- fallvermeidung freiwillig Ja, u. a.: Unterstützung bei der Kippensammel-Aktion „Müllfrei.er.leben“ C16) Implementierung von Zero Waste-Strategien für stadteigene Gebäude freiwillig Teilweise, in Form von Pilotprojekten C17) Unterstützung bei der Umgestaltung von Produk- ten zur verbesserten Kreislaufführung freiwillig Nein Kommunikations-/Bildungsphase D1) Überprüfung der Einhaltung der Zero Waste Cities- Kriterien sowie deren Verbesserung und jährliche Veröffentlichung eines Berichts Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts D2) Regelmäßige Kommunikation mit den Einwoh- ner*innen über den Zero Waste-Plan und Ände- rungen in der Abfallwirtschaft Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts D3) Sichtbar machen der Zero Waste-Verpflichtung in der internen und externen Kommunikation freiwillig Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts D4) Verankerung von Zero Waste-Bildungsinhalten in Schulen und Kindergärten freiwillig Ja, u. a.: Pädagogische Beratungsangebote der AWB, Nachhaltigkeitsnetzwerk Kölner Schulen D5) Schaffung von Netzwerken mit Kommunen in ganz Europa und darüber hinaus Pflicht Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts D6) Schaffung formaler Partnerschaften mit lokalen In- teressengruppen freiwillig Nein D7) Bewertung und Kommunikation der positiven Klimaauswirkungen des Plans freiwillig Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts D8) Verknüpfung der SDGs im Zero Waste-Plan freiwillig Nein, erst durch Veröffentlichung des Konzepts Quelle: Eigene Darstellung Deutlich wird, dass einige der verpflichtenden Kriterien von den aktuellen Zielen und Maßnahmen von Köln nicht erfüllt werden und somit eine Schärfung der Ziele not- wendig ist. In den folgenden Kapiteln wird der Prozess der Zieldefinition und die für Köln gesetzten Ziele erläutert. 6.3 Methodisches Vorgehen bei der Zieldefinition Die Definition der Ziele erfolgte in einem partizipativen Prozess, um somit möglichst realistische und auch erreichbare Ziele zu entwickeln. Sie sollen ambitioniert sein und somit nicht nur den aktuellen Trend fortschreiben. Die Zieldefinition für Köln er- folgte in sechs Schritten: 1 | Recherche bisheriger Zielsetzungen 2 | Gegenüberstellung der bisherigen Ziele mit ZWE-Kriterien 3 | Erstellung von Zielvorschlägen 4 | Diskussions- und Austauschformate 5 | Anpassung/Überarbeitung der Ziele 6 | Finalisierung der Ziele in Kombination mit dem Maßnahmenkatalog Zunächst wurden mit Hilfe einer Desktop Recherche 68 Kölner Ziele identifiziert. Diese stammen aus dem Kommunalen Abfallwirtschaftskonzept, der Stadtstrategie Köln, dem Sachstandsbericht aus 2021 und der Klimaneutralitätsstrategie.38 Im zwei- ten Schritt wurden diese Ziele den ZWE-Kriterien gegenübergestellt. Basierend auf dieser Gegenüberstellung wurden Zielvorschläge entwickelt, welche die bisherigen Ziele zum einen erweitern und zum anderen ergänzen und somit Lücken schließen. Im nächsten Schritt wurden die Ziele mit allen im Prozess beteiligten Personen der Stadt Köln sowie der Abfallwirtschaftsbetriebe diskutiert und auf Umsetzbarkeit ge- prüft. Hierbei hat zunächst ein gemeinsamer Workshop stattgefunden, welcher im Nachgang durch bilaterale Diskussions- und Austauschformate ergänzt wurde. Ziel der Veranstaltungen war es, Ziele für Köln zu entwickeln, die zum einen die Kriterien von ZWE erfüllen und zum anderen tatsächlich auch erreichbar sind. Aus diesem Grund fand die Finalisierung der Ziele in Kombination mit der Erarbeitung des Maß- nahmenkatalogs (siehe Kapitel 9) statt. 6.4 Die Zero-Waste-Ziele für Köln Für Köln wurden insgesamt sieben Zero-Waste-Ziele identifiziert. Davon sind drei Ziele übergeordneter Natur und vier Ziele beziehen sich konkret auf das Abfallma- –––– 38 AWK 2018, Stadt Köln 2020a, Stadt Köln 2020b, Stadt Köln 2022a und Stadt Köln 2022c. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 62 | Wuppertal Institut nagement. Bei der Zieldefinition wurden sich verändernde technologische oder regu- latorische Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt, um auch bei Nicht-Eintritt die- ser Bedingungen eine erfolgreiche Umsetzung gewährleisten zu können. Die nach- folgende Abbildung gibt einen Überblick über die festgelegten Ziele. Abbildung 22: Übersicht der festgelegten Kölner Zero-Waste-Ziele Quelle: Eigene Darstellung Übergeordnete Ziele Ü1: Das erste übergeordnete Ziel bezieht sich auf die Siedlungsabfälle in Köln. Die Ausgangsbasis zur Formulierung des Ziels stellen die Mengen des Siedlungsabfal- laufkommens in 2021 in Höhe von 474 kg pro Kopf dar. Eine 15-prozentige Reduk- tion würde demnach im Jahr 2035 zu Siedlungsabfällen in Höhe von 403 kg pro Kopf führen. Damit das Ziel erfolgreich und langfristig verfolgt wird, wurden zusätzlich Teilziele für 2030 und 2040 formuliert. Das Ziel für 2030 ist eine Reduktion in Höhe von 5 % (das entspricht 450 kg/(EW*a)) und für 2040 eine Reduktion in Höhe von 20 % (d. h. 380 kg/(EW*a). Ü2: Bei dem zweiten übergeordneten Ziel wurde die Restmüllmenge fokussiert. Auch hier bilden die Restmüllmengen aus 2021 die Basis. Sie betrug 225 kg pro Kopf, sodass für 2035 eine Reduktion um 30 % zu einer Zielmenge in Höhe von 160 kg pro Kopf führt. Ebenso wie bei dem ersten übergeordneten Ziel wurden auch hier Teilziele für 2030 und 2040 formuliert. Bis 2030 wird eine Reduktion um 20 % (180 kg/(EW*a)) und bis 2040 eine Reduktion um 40 % (135 kg/(EW*a)) angestrebt. Ü3: Neben den quantitativen Zielen wird bei dem dritten übergeordneten Ziel die Sensibilisierung der Bürger*innen fokussiert. Es wird angestrebt, mehrere jährliche Übergeordnete Ziele Ziele für das Abfallmanagement Siedlungsabfälle bis 2035 um 15 % (403 kg pro Kopf und Jahr) reduzieren. Langfristig sollen weniger als 380 kg/(E*a) erreicht werden. Restmüllmenge bis 2035 um 30 % (160 kg pro Kopf pro Jahr) reduzieren. Langfristig sollen weniger als 140 kg/(E*a) erreicht werden. Sensibilisierung der Kölner*innen durch (jährlich stattfindende) Zero-Waste – Veranstaltungen und Aktionen Reduzierung der deponierten Abfallmenge auf 54 kg pro Kopf und Jahr auf langfristige Sicht Fehlwurfquoten werden erfasst und bis 2050 dauerhaft reduziert. Anteil getrennt gesammelter Siedlungsabfälle bis 2040 auf 60 % erhöhen. Die nationale Recyclingquote wird erreicht und wenn möglich sogar überstiegen. Ü1 Ü1 Ü3 Ü2 A1 A2 A4 Die Anschlussquote der Biotonne soll bis 2030 bei 80 % liegen, bei einer Fehlwurfquote von 1 %. A3 Gesamtkonzept Der Zero-Waste-Zielkatalog Wuppertal Institut | 63 Veranstaltungen und Aktionen für Zero Waste durchzuführen, um eine Identifikation der Bürger*innen mit dem Thema zu erreichen und ein eigenständiges Handeln zu ermöglichen. Ziele des Abfallmanagements Neben den übergeordneten Zielen wurden im Speziellen Ziele für das Abfallmanage- ment festgelegt. A1: Das erste Ziel besteht darin, die Entsorgung auf Deponien insoweit zu reduzie- ren, dass auf lange Sicht nur noch 54 kg pro Kopf und Jahr deponiert werden. Pro- zentual entsprechen diese 54 kg/EW 10 % der Gesamtabfallmenge (basierend auf der Abfallmenge des Jahres 2021 in Höhe von 511.554 Tonnen). A2: Das zweite Ziel für das Abfallmanagement zielt darauf ab, die Fehlwurfquoten zu reduzieren. Es wird angestrebt, dass alle gesammelten Abfälle erfasst und bis 2050 dauerhaft reduziert werden. Dies soll dazu beitragen, die Möglichkeiten des Recyc- lings zu erhöhen. A3: Die Anschlussquote der Biotonne soll zusätzlich bis 2030 auf 80 % erhöht wer- den. Dabei soll gleichzeitig die bereits sehr niedrige Fehlwurfquote der Bioabfälle bei unter 1 % verbleiben. A4: Ebenso wie das erste übergeordnete Ziel bezieht sich das vierte Ziel für das Ab- fallmanagement auf Siedlungsabfälle. Es wird angestrebt, den Anteil der getrennt gesammelten Siedlungsabfälle bis 2040 auf 60 % zu erhöhen. Als Teilziel für 2030 wurde ein Zielwert von 55 % festgelegt. Als Basis dient der Anteil des getrennt ge- sammelten Siedlungsabfalls aus 2021 in Höhe von 50 %. Darüber hinaus soll die na- tionale Recyclingquote von 65 % erreicht und wenn möglich sogar überstiegen wer- den.39 Da eine verbesserte Getrenntsammlung wesentlich zur Steigerung der Recyc- lingquote beiträgt, wurden beide Zielgrößen im dritten Ziel kombiniert. 6.5 Zusammenhang der Zero-Waste-Ziele mit den SDGs Die UN-Nachhaltigkeitsziele (im Englischen Sustainable Development Goals, kurz SDGs) wurden von den Vereinten Nationen ratifiziert, um ein einheitliches Zielsys- tem für Entwicklungsmaßnahmen aller Länder zu besitzen. Die 17 Ziele adressieren drei Säulen: soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit. Sie sind in 169 Unterziele (targets) aufgeteilt und enthalten 217 Indikatoren zur Messung dieser –––– 39 Die Getrennsammlunsquote bezieht sich auf die getrennt gesammelten Abfallströme, welcher im Anschluss einer Verwertung (z.B. in Form einer thermischen Verwertung oder Recycling) zugeführt werden. Die Recyclingquote umfasst lediglich die Stoffe, welche nach einer getrennten Sammlung tatsächlich einem Recyclingprozess zugeführt werden. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 64 | Wuppertal Institut Ziele.40 Im Folgenden wird kurz erläutert, welche SDG Ziele konkret die Abfallvermei- dung behandeln und in welchem Umfang weitere SDGs durch eine Abfallvermeidung beeinflusst werden. Die Abfallvermeidung und die Ressourcenschonung werden konkret in SDG 12 “Ver- antwortungsvoller Konsum und Produktion” adressiert. Insbesondere wird die Re- duktion von Abfällen durch Vermeidung, Reduktion, Recycling und Wiederverwen- dung bis 2030 adressiert (SDG 12.5). Darüber hinaus wird die Reduktion der allge- meinen Abfallmengen, der Lebensmittelabfälle und die Erhöhung der Ressourcenef- fizienz in Produktionsprozessen angesprochen. Neben SDG 12 besitzen weitere Ziele einen Bezug zur Abfallvermeidung. Das “Le- ben unter Wasser” und “Leben an Land” (SDG 14, SDG 15) sind durch (Kunststoff-) Vermüllung im Besonderen, zudem auch durch (metallische) schadstoffhaltige Ab- fälle wie Blei, Kadmium, Quecksilber, Mangandioxid, Kalilauge oder Schwefelsäure stark beeinträchtigt. Gelangen Abfälle in das saubere Trinkwasser (SDG 6) oder die Ernährung, so ist auch das Ziel SDG 3 Gesundheit im Fokus. Dort können Kunst- stoffabfälle jahrelang verbleiben und werden durch mechanische Kräfte sowie UV- Lichtstrahlung in immer kleinere Bestandteile zerteilt. Als Reifenabrieb aus dem Verkehrssektor und als Textilfasern bei der Wäsche wird Mikroplastik schon beim täglichen Gebrauch ins Abwasser gespült und gelangt auf diesem Wege durch das Grundwasser beispielweise auch in Nahrungsmittel.41 Deutschland hat daraus eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Zielen abgeleitet, denen sich Köln explizit in den Kölner Perspektiven 2030+ verpflichtet hat. Die Entwicklung und Umsetzung des Zero-Waste-Konzepts in Köln verbindet Argumente aus beiden Strategien und stellt nicht nur den Klimaschutz, sondern mit der Abfallvermeidung auch die Nachhaltigkeit in den Vordergrund. –––– 40 United Nations 2022. 41 Rösler 2022. Gesamtkonzept Beteiligungsformen bei der Konzeptentwicklung Wuppertal Institut | 65 7 Beteiligungsformen bei der Konzeptentwicklung Um die Akzeptanz des zu entwickelnden Zero-Waste-Konzepts für die Stadt Köln sicherzustellen, wurde im Rahmen des Citizen Science-Gedankens eine Beteiligung möglichst vieler Multiplikator*innen angestrebt.42 Diese sollten sowohl in Form eines offenen Beteiligungsportals auf einer zentralen Website der Stadt Köln als auch über Workshops die Gelegenheit haben, Vorschläge, Wünsche und Ideen einzubringen, die nach Prüfung Eingang in das Zero-Waste-Konzept finden. 7.1 Beteiligungsportal der Stadt Köln Die Stadt Köln hat über das Beteiligungsportal der Stadt (https://meinungfuer.koeln/) die Stadtgesellschaft aufgerufen, sich an der Konzeptentwicklung zu beteiligen. Abbildung 23: Beteiligungsportal der Stadt Köln Quelle: Stadt Köln 2022b. –––– 42 Bonn et. Al 2020. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 66 | Wuppertal Institut Im Zeitraum vom 24.01.2022 bis zum 06.02.2022 konnten Interessierte ihre persönli- chen Abfallvermeidungsstrategien mitteilen und Ideen zur Abfallvermeidung vor- schlagen. Diese wurden von den Teilnehmenden kommentiert und bewertet. Insge- samt wurden im Beteiligungszeitraum 433 Vorschläge eingereicht. Es wurden 2.556 Bewertungen vergeben und 299-mal wurden Vorschläge kommentiert. Im Anschluss wurden die Vorschläge gruppiert und zusammengefasst. Nach einer Eignungsprü- fung durch die Stadt wurden diese Likes priorisiert. Die Vorschläge aus dem Beteili- gungsportal wurden teilweise als neue Maßnahme in den Katalog aufgenommen o- der in Maßnahmen aus den Workshops integriert. 7.2 Workshops mit ausgewählten Schlüsselakteur*innen Mit zentralen Schlüsselakteur*innen wurden darüber hinaus Workshops durchge- führt. Das methodische Vorgehen bei der Identifikation der Schlüsselakteur*innen, die Vorstellung der Workshopgruppen sowie Ablauf und Ergebnisse der Workshops werden nachfolgend skizziert. Identifikation von Schlüsselakteur*innen und Workshopgruppen Die zu berücksichtigenden Schlüsselakteur*innen wurden im Vorfeld der Partizipa- tion mit der Stadt Köln und den beteiligten Akteur*innen auf städtischer Seite abge- stimmt. Ausgehend von einem Vorschlag für mögliche Interessengruppen bei der Kick-Off-Veranstaltung wurden schließlich vier Akteursgruppen identifiziert (vgl. Ka- pitel 5.2): Öffentliche Verwaltung u. Bildung (ÖVB) Gastronomie, Handel u. Events (GHE) Zivilgesellschaft: Haushalte, Wohnen, Sozialträger, Vereine (ZV) Gewerbe, Bau u. Industrie (GBI) Ablauf und Methode der Workshops Die Akteursgruppen wurden in enger Abstimmung mit den lokalen Akteur*innen des Konsortiums durch die Stadt Köln informiert und zu den Workshops eingeladen. Auf- grund der Corona-Pandemie wurden die Workshops als digitale Veranstaltungen über das Videokonferenz-System der Stadt Köln (BigBlueButton) durch Zero Waste Germany e.V. mit Unterstützung des lokalen Vereins Zero Waste Köln e.V. sowie dem INFA-Institut durchgeführt. Zur Sammlung der Ideen und Ergebnisse wurde ein Online-Whiteboard (Conceptboard) genutzt. Gesamtkonzept Beteiligungsformen bei der Konzeptentwicklung Wuppertal Institut | 67 Die vier Workshops wurden entsprechend den Akteursgruppen ausgerichtet und zwi- schen dem 09. und 17. März 2022 durchgeführt. Insgesamt haben ca. 80 Akteur*in- nen an den Workshops teilgenommen. Die Vorbereitung, Einweisung der Moderatio- nen, Durchführung, Auswertung und Nachbereitung der Workshops sowie der tech- nische Support erfolgte durch den lokalen Akteur Zero Waste Köln e.V. Somit war ein einheitlicher Ablauf der Workshops und Arbeitsgruppen gewährleistet. Im Nach- gang haben die Gruppenmoderator*innen jeweils die Ergebnisse zusammen- und vorgestellt. Der Ablauf der ca. 180 Minuten andauernden Workshops folgte einem einheitlichen Verfahren: In einer etwa 30-minütigen Einführungsphase wurde die Zero-Waste- Konzepterstellung sowie eine allgemeine, auf die jeweilige Akteursgruppe abge- stimmte Information zum Thema Abfall gegeben. Weiter wurden der Ablauf des Workshops mitgeteilt und die Akteursgruppen in Kleingruppen aufgeteilt. Während der Workshops waren Konsortialpartner sowie Vertreter*innen der Stadtverwaltung sowie der AWB und AVG anwesend, um mögliche Rückfragen zum Projekt direkt beantworten zu können. In den Gruppen wurden jeweils mit einem Moderator bzw. einer Moderatorin konkrete Ideen gesammelt, die auf vorbereiteten Karteikarten ein- getragen werden konnten. Auf diesen Karten (vgl. Abbildung 24) waren die Ideen und die wichtigsten Schritte zur Umsetzung kurz zu beschreiben und eine Einschät- zung zum zeitlichen Rahmen einer möglichen Umsetzung zu geben. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 68 | Wuppertal Institut Abbildung 24: Karteikarte für die Ideensammlung in den Workshops Quelle: Eigene Darstellung Am Ende der Kleingruppenarbeit ordneten die Moderator*innen die gesammelten Ideen nach Verantwortlichkeit und die Teilnehmenden konnten durch ein Punktesys- tem drei Maßnahmen auswählen, die als Ergebnis im Plenum der jeweiligen Arbeits- gruppe vorgestellt wurden. Zur Priorisierung konnten Medaillen vergeben werden, bei denen eine Goldmedaille mit drei Punkten, eine Silbermedaille mit zwei Punkten und eine Bronzemedaille einem Punkt gewichtet wurde (vgl. Abbildung 25). Gesamtkonzept Beteiligungsformen bei der Konzeptentwicklung Wuppertal Institut | 69 Abbildung 25: Priorisierung in den Workshops Quelle: Eigene Darstellung Ergebnisse Im Rahmen der Workshops wurden insgesamt 275 Abfallvermeidungsmaßnahmen vorgeschlagen und mit einer Medaille im Punktesystem versehen43. Die höchste Wertung erhielten acht Maßnahmen, die jeweils 19 Punkte erreichten. Die Ideen wurden von den Conceptboards in ein Excel Tabellenblatt übertragen. Im Rahmen einer Zusammenfassung wurden diejenigen Maßnahmen von der weiteren Auswer- tung ausgeklammert, die im Rahmen der Bewertung durch die Teilnehmenden nicht mit Punkten versehen wurden, außerdem wurden gleiche bzw. ähnliche Maßnahmen zusammengeführt, sodass schlussendlich 100 Maßnahmen in die weitere Auswahl aufgenommen wurden.44 Diese Maßnahmen wurden mit einer durchgehend hohen Relevanz bewertet, was sich in den vergebenen Medaillen widerspiegelt. 44 % der Maßnahmen bekamen eine Goldmedaille und 38 % eine Silbermedaille. –––– 43 Eine Goldmedaille bekam drei Punkte, eine Silbermedaille zwei und eine Bronzemedaille ein Punkt. 44 Beim Zusammenfassen der Maßnahmen wurden der Durchschnitt der Medaillen-Punkte berechnet. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 70 | Wuppertal Institut Die in den Workshops genannten Maßnahmen fokussieren vordergründig die Öffent- lichkeitsarbeit, Aufklärung & Bildung (26 %), Reuse, Recycle & Repair (16 %) sowie das Abfallmanagement und die politischen Rahmenbedingungen (jeweils 13 %). Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und Bildung wurden beispielsweise Großkampagnen zur Erreichung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ge- nannt, weiterhin die Aufklärung und Sensibilisierung privater Haushalte, die Förde- rung nachhaltiger Bildungsangebote, sowie die Sensibilisierung für Mehrweg-Lösun- gen. Der Großteil der Maßnahmen fokussiert die Zivilgesellschaft (46 %) und Gewerbe und Handel (32 %). Den übrigen Sektoren konnten weniger Maßnahmen zugeordnet werden: Auf den Abfallsektor entfallen 8 % der vorgeschlagenen Maßnahmen, 6 % auf den Bausektor, der der Akteursgruppe Industrie und Gewerbe zugeordnet wurde. Und jeweils 4 % der Maßnahmen konnten der Politik und der öffentlichen Verwaltung zugeordnet werden. Im Bereich der Zivilgesellschaft wurden unter anderem Tausch- börsen, Verleihbars, die Wiederverwendung von Fahrrädern und Rollern, Informati- onskampagnen zum unverpackten Einkaufen sowie die Idee einer Zero-Waste-Aus- stellung genannt. Mit Blick auf die Abfallhierarchie setzt über die Hälfte der genannten Maßnahmen (55%) direkt bei der Abfallvermeidung an (bspw. Rettung von Lebensmittelabfällen, die Einführung eines flächendeckenden Pfandsystems für Einweggeschirr und -ver- packungen, der Austausch zu Best-Practices zwischen Betrieben, Anreizen für nach- haltiges Bauen oder Verbot oder Besteuerung von Einwegverpackungen). Die Vor- bereitung zur Wiederverwendung stellt auch bei den genannten Maßnahmen die zweithöchste Ebene der Abfallhierarchie dar (19 %). Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 71 8 Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Für die Erstellung des Maßnahmenkatalogs, der für die Erreichung der gesetzten Ziele maßgeblich ist, war ein strukturiertes Vorgehen erforderlich. Nach den o. g. er- läuterten Beteiligungsformen wurden die in den Workshops und aus dem Portal ent- standenen Maßnahmen zunächst durch weitere Maßnahmen durch die Stadtverwal- tung und INFA ergänzt. Details zum methodischen Vorgehen werden im Folgenden erläutert, anschließend folgt der Maßnahmenkatalog. Für jede Maßnahme wurde ein Steckbrief erstellt, wel- cher sowohl eine kurze inhaltliche Zusammenfassung als auch weitere für die Um- setzung relevante Punkte enthält. Eine genaue Beschreibung des Aufbaus des Steckbriefs findet sich in Kapitel 8.1. 8.1 Methodisches Vorgehen Alle aus den o. g. Quellen (Beteiligungsportal und Workshops) entstandenen und entwickelten Maßnahmen wurden innerhalb eines Workshops des Projektteams zu- sammen mit der Stadtverwaltung und der AWB und AVG priorisiert45. Dabei wurden die Maßnahmen zunächst in Kleingruppen hinsichtlich ihrer Relevanz für das Ziel der Zero-Waste-City eingeschätzt. Mit den relevanten Maßnahmen für dieses Ziel wurde im Anschluss eine Priorisierungsmatrix ausgefüllt. Dabei wurden die Maßnahmen je nach Umsetzbarkeit in Köln und Effektivität bewertet. Maßnahmen, die sowohl sehr gut umsetzbar als auch effektiv sind (im Hinblick auf ihr Abfallvermeidungspotential), wurden in die weitere Erarbeitung des Maßnahmenkatalogs aufgenommen. Dabei handelt es sich um große, solitäre, aber auch um kleine, niedrigschwellige Maßnah- men, welche eine hohe Skalierbarkeit aufweisen. Darüber hinaus gibt es unter- schiedliche Zeithorizonte; es sind Sofortmaßnahmen, ebenso wie mittel- und lang- fristige Maßnahmen in der Liste enthalten. Diese Liste an möglichen Maßnahmen wurde daraufhin um weitere Vorschläge aus dem Konsortium, aus der Stadtverwaltung und dem Eigenbetrieb sowie von AWB und AVG ergänzt. Die folgende Abbildung veranschaulicht, aus welchen Quellen die unterschiedlichen Maßnahmenvorschläge stammen, welche schlussendlich den Maßnahmenkatalog für dieses Konzept formen. –––– 45 Nähere Informationen zum Priorisierungsworkshop befinden sich in Anhang 4. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 72 | Wuppertal Institut Abbildung 26: Der Prozess der Entwicklung des Maßnahmenkatalogs Quelle: Eigene Darstellung Nach eingehender Sichtung aller Maßnahmen wurden sinnvolle Zusammenfassun- gen durchgeführt sowie das Entfallen von einzelnen Maßnahmen entschieden. In Anhang 3 befindet sich ein Themenspeicher aller Maßnahmen, welche während des Prozesses vorgeschlagen wurden. Diese können der Weiterentwicklung des Kon- zepts in Zukunft dienen. Für die Kategorisierung wurden folgende Zielgruppe(n)/Akteur(e) beschlossen: ■ Öffentliche Verwaltung u. Bildung (ÖVB) ■ Gastronomie, Handel u. Events (GHE) ■ Zivilgesellschaft: Haushalte, Wohnen, Sozialträger, Vereine (ZV) ■ Gewerbe, Bau u. Industrie (GBI) Die einzelnen Maßnahmen werden einer oder mehreren Zielgruppen/ Akteur*innen zugeteilt. Für die Initiierung und Umsetzung der Maßnahmen sind verschiedene Ak- teur*innen ggf. in Zusammenarbeit mit anderen möglichen Kooperationspartner*in- nen zuständig. Beide Kategorien werden im Steckbrief ausgewiesen. Layout Für jede Maßnahme wurde ein Steckbrief in einem einheitlichen Layout erstellt, um die Übersicht zu gewährleisten. Sie enthalten folgende Informationen: Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 73 Tabelle 7: Beispiel eines Maßnahmensteckbriefs Maßnah- men- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankie- rende Maßnah- men lfd. Nr., diff. nach Maß- nahmen- gruppe Gruppen, die mit der Maßnahme adressiert werden: - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Zivilgesellschaft: Haushalte, Wohnen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Gewerbe, Bau u. Industrie [GBI] Angelehnt an Abfallhierar- chie gem. KrWG: - Abfallvermeidung & Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wie- derverwendung - Recycling / stoffliche Verwertung - Information, Bildung u. Beratung Nummern der Maß- nahmen, die für die Umsetzung dieser Maß- nahme rele- vant oder unterstüt- zend sein könnten Kurzbeschreibung Wesentliche Rahmenbedingungen und die strategischen Kern- elemente der Maßnahme Handlungsschritte/ Vorge- hensweise Auflistung der wesentlichen Handlungsschritte Ziel Darstellung der Ziele, ggf. mit Bezug zu den gesetzten überge- ordneten oder Sektor-Zielen aus AP 3 Zuständigkeit (Hauptverant- wortung in fett) Akteur*innen, welche die Maßnahme initiieren und umsetzen (z. B. entsprechendes Amt der Stadt Köln, AWB etc.) Mögliche Kooperations- partner*innen Potenzielle Akteur*innen, die bei der Initiierung (und Umset- zung) der Maßnahme beteiligt sein können oder diese verbrei- ten (z. B. Zero Waste Köln e. V., Verbände/Vereine/Institutio- nen, Unternehmen etc.) Betroffene Abfallströme Angabe der entsprechende(n) Fraktion(en) (Messbare) Erfolgsindika- toren Auflistung quantitativer Faktoren, anhand derer der Erfolg der Maßnahme gemessen werden kann Kostenaufwand Grobe Einordnung des Kostenaufwands, unterteilt in Investitio- nen und laufende Kosten, jeweils niedrig (bis ca. 50.000 €), mittel (50.000 – ca. 250.000 €), hoch (> 250.000 €) Zeitlicher Horizont Startzeitpunkt kurzfristig (ab 2023-2026), mittelfristig (ab 2026- 2030), langfristig (ab 2035) Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Zusätzlich zu diesen Informationen werden die Reichweite, der Beitrag zum Klima- schutz und den Beitrag zur Abfallvermeidung in Form einer 5-Punkte-Skala angege- ben. Bewertung der Maßnahmen Auf Basis der konkretisierten Maßnahmensteckbriefe sollen die Effekte dieser Aktivi- täten auf das Abfallaufkommen abgeschätzt werden. Dafür wird auf Erfahrungswerte aus anderen Kommunen bzw. Angaben aus der Literatur zurückgegriffen, die dann auf prozentuale Einsparwerte und Pro-Kopf-Angaben umgerechnet werden, um Bei- Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 74 | Wuppertal Institut träge zu den Zero-Waste-Zielen in Köln bestimmen zu können. Methodisch und in- haltlich handelt es sich dabei um die Beschreibung plausibler Szenarien, wie die ge- setzten Ziele durch die getroffene Auswahl an Maßnahmen erreicht werden könnten; davon deutlich abzugrenzen wären Prognosen, welche Mengeneffekte durch die Maßnahmen erreicht werden. Dafür notwendig wären dann aber deutlich präzisere Planungen für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen; beispielsweise lassen sich in der Literatur durchaus Angaben finden, welche Vermeidungseffekte durch Kom- munikationskampagnen erreicht werden können. Eine quantifizierte Prognose würde dann jedoch eine Konkretisierung erfordern, welche Zielgruppen über welche Kom- munikationskanäle adressiert werden – und insbesondere welches konkrete Budget dafür zur Verfügung gestellt werden könnte. 8.2 Überblick über die Zero-Waste-Maßnahmen für Köln Die folgende Übersicht zeigt die Maßnahmen, die in Köln in Bezug auf die Zielerreichung umgesetzt werden sollen. Dabei erfolgt eine thematische Zusammenfassung zu sieben Maßnahmengruppen: ■ Öffentlicher Verwaltung (ÖV) ■ Abfallmanagement (AM) ■ Zivilgesellschaft, Vereine, gemeinnützige Initiativen (ZV) ■ Bildung und Kommunikation (BK) ■ Gewerbe, Handel und Gastronomie (GH) ■ Bausektor (BAU) ■ Events (EV) In der nachfolgenden Tabelle sind die Maßnahmen den jeweiligen Zielgruppen/ Akteuren zugeordnet. Darüber hinaus befindet sich eine Gesamtliste der während des Erarbeitungsprozesses dieses Konzepts vorgeschlagenen Maßnahmen in Anhang 2. Dieser kann als Themenspeicher für die Weiterentwicklung des Handlungsprogramms verstanden werden. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 75 Abbildung 27: Übersicht der Zero-Waste-Maßnahmen für Köln Nachfolgend werden die einzelnen Maßnahmen in Form von Steckbriefen vorgestellt und näher erläutert. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 76 | Wuppertal Institut 8.3 Der Zero-Waste-Maßnahmenkatalog für Köln 8.3.1 Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung Abfallarme Verwaltung Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen ÖV.1 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Recycling / stoffliche Ver- wertung GH.3 Kurzbeschreibung Die Stadt Köln ist Arbeitgeberin von rund 22.000 Mitarbeiter*innen in über 80 Ämtern. Das entstehende Abfallaufkommen der städtisch genutzten Objekte soll reduziert werden. Hierzu sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden: 1. Wechsel auf die allgemeine E-Verwaltungsakte im Rahmen der Digi- talisierung. Sie ist Teil des städtischen Dokumentenmanagementsystems (DMS) und ermöglicht die elektronische Bearbeitung und rechtssichere Ab- lage sämtlichen Schriftgutes, das bei der Aufgabenerledigung anfällt und nicht in E-Fachakten oder Fachverfahren abgelegt wird. Per- spektivisch soll die Allgemeine E-Verwaltungsakte vorrangig vor E- Fachakten genutzt werden. E-Fachakten sollen dann nur noch dort zum Einsatz kommen, wo spezielle Anforderungen, beispielsweise aufgrund der Anbindung an ein Fachverfahren, erforderlich sind. 2. Umstellung auf den beidseitigen Druck. Um die Nutzung dieser Funktion der zur Verfügung gestellten Dru- cker in den Büros oder der Multifunktionsgeräte auf den Etagen (Eta- gendrucker) optimal ausnutzen zu können, sollen die Mitarbeiter*in- nen über ein Informationsschreiben und/oder einen Aushang in den Druckerräumen informiert und sensibilisiert werden. Zugleich ist zu prüfen, ob eine Standardeinstellung auf beidseitigen Druck vorge- nommen werden kann. 3. Einsatz von abfallärmeren Alternativen zu Seifenspendern und Pa- pierhandtüchern in Toiletten durch eine Umstellung auf ressourcen- schonendere Hygieneartikel. Beispielsweise wurden durch die Rhein- Energie Handtrockner als Alternative zu Papiertüchern implementiert. 4. Nutzung von Leitungswasser aus den Küchen/Teeküchen der städti- schen Gebäude als Alternative zur Nutzung von gelieferten Geträn- ken in Ein- oder Mehrwegflaschen. Die vermehrte Nutzung von eigenen Gefäßen durch die städtischen Beschäftigten und durch das Besprechungsraumcatering bringt ein Abfallvermeidungspotential mit sich. Eine regelmäßige Aufklärung über die in den Qualitätsuntersuchungen ermittelte Wasserqualität der städtischen Dienstgebäude könnte die Nutzung des Leitungswas- sers erhöhen. Darüber sollen alle betreffenden Dienststellen der Stadt Köln ein Informationsschreiben mit gleichzeitiger Aufklärung über das Abfallvermeidungs- und Kostensenkungspotential erhalten. 5. Umsetzung der Verpackungsrücknahme Durch die zusätzlichen Vertragsbedingungen der Stadt Köln werden Auftragnehmende dazu verpflichtet, mitgeliefertes Verpackungsmate- rial und Packstoffe bei der zu beliefernden Bedarfsstelle auf eigene Kosten zu übernehmen, abzutransportieren und vorschriftsmäßig zu entsorgen. Die bestehenden Regelungen zur Verpackungsrück- nahme in den zusätzlichen Vertragsbedingungen der Stadt Köln wer- den auf etwaige Umsetzungslücken in den Dienststellen geprüft. Bei Bedarf wird auf eine konsequente Handhabung im Sinne der getroffe- nen Regelungen hingewirkt. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 77 6. Die Wertstofferfassung soll innerhalb der Stadtverwaltung durch eine weiterhin konsequente Sammlung von Altpapier sowie LVP (Wert- stofftonne) und, da wo möglich, auch weiteren Fraktionen wie Altglas und Bioabfall umgesetzt werden. 7. Ein nachhaltiger Einsatz von Give-aways, die kleinen Erinnerungsstü- cke an Messen oder andere Veranstaltungen, ausgehändigt in Form von Kugelschreibern, Tassen, Schlüsselanhängern oder USB-Sticks wird angeregt. Neben der grundsätzlichen Prüfung des Einsatzes soll bei den verwendeten Produkten der ursprüngliche Zweck im Vorder- grund stehen und eine anschließende Recyclingfähigkeit gewährleis- tet sein. Auch eine Alternative zu den in der Regel eingesetzten Give- aways soll geprüft werden. Die genannten Maßnahmen sind auch auf andere Zielgruppen / Akteur*innen übertragbar. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Ermittlung des jeweiligen Status quo Prüfen des Potentials von möglichen Alternativen Durchführung eines jeweiligen Kostenvergleichs Angebote zur Projektsteuerung und dem Veränderungsmanagement zur Unterstützung an die Dienststellen Sensibilisierung und Information der Mitarbeiter*innen vor der Umsetzung über Vorankündigungen/Informationsschreiben Stetige Weiterentwicklung unter Einbindung der Anwender*innen Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb Stadt Köln - Amt 1000 Zentrale Dienste Stadt Köln - Amt 26 Gebäudewirtschaft der Stadt Köln Stadt Köln - Amt 11 Personal- und Verwaltungsmanagement Stadt Köln - Amt 12 Amt für Informationsverarbeitung Stadt Köln - Amt 44 Historisches Archiv Stadt Köln - Dez. IX/2 Stabsstelle Digitalisierung Stadt Köln - Dez. OB-2 Referat für Strategische Steuerung Gesamtpersonalrat AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Rheinenergie Zero Waste Köln e.V. Betroffene Abfall- ströme Altpapier Altglas LVP (Wertstofftonne) Restmüll Bioabfall (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Reduzierung des Ressourcenverbrauchs (z. B. Papier) und Verpackungs- verbrauchs (z. B. Flaschen) [Tonnen pro Jahr] Reduzierung der betreffenden Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Steigerung der betreffenden Wertstoffmengen [Tonnen pro Jahr] Anschlussgrad der Dienststellen an die allgemeine E-Verwaltungsakte Anzahl der reduzierten Restmüllbehälter / Anzahl der aufgestellten Gelben Tonnen Zahl der Dienststellen, die weniger oder nachhaltigere/alternative Give-a- ways einsetzen Kostenaufwand Investitionskosten: niedrig Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Kurzfristig Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 78 | Wuppertal Institut Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die öffentliche Verwaltung selbst verursacht durch ihr Handeln Abfälle, die von der absoluten Menge eine eher geringe Relevanz aufweisen, deren Vermeidung aber insbesondere mit Blick auf die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand bedeutsam ist: Wer Bürger*innen und Unternehmen zur Vermeidung motivieren möchte, sollte selbst mit gutem Beispiel vorangehen (dementsprechend auch eine höhere Reich- weite der Maßnahme). Die gelisteten Maßnahmen beziehen sich insbesondere auf das Aufkommen an Alt- papier und Verpackungsabfällen. Für die Abschätzung des Abfallvermeidungspoten- tials kann u.a. auf Erfahrungen aus der Verwaltung der Universität Kiel zurückgegrif- fen werden, wo durch vergleichbare Maßnahmen eine Reduktion von 15 % des Ab- fallaufkommens erreicht wurde46. Ein ähnliches Ergebnis würde für Köln eine Reduk- tion der Siedlungsabfälle um 71 kg/(EW*a) bedeuten. Weiterverwendung von Büromöbeln und Informationstechnik der Ver- waltung Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen ÖV.2 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Recycling / stoffliche Ver- wertung AM.5 ZV.4 Kurzbeschreibung Büromöbel und Informationstechnik der Ämter der Stadt Köln werden bei Be- darf oder Notwendigkeit durch neue Produkte ersetzt. Derzeit haben Ämter, Dienststellen und Dezernate die Möglichkeit, bei der internen Tauschbörse der Stadt Köln nicht mehr benötigte, aber noch funktionstüchtige Produkte anderen Dienststellen anzubieten. Wenn hier kein Abnehmer gefunden wird, werden die Produkte bislang aus- rangiert. Zukünftig soll durch die Stadt Köln hier eine Weiternutzung von aus- rangierten Produkten außerhalb der Verwaltung ermöglicht werden. Dies ist auch in Verbindung mit der zu prüfenden Errichtung eines Gebrauchtwa- renkaufhauses der Abfallwirtschaft denkbar. Die Maßnahme ist auch auf andere Zielgruppen / Akteur*innen übertragbar. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Prüfung mit dem entsprechenden Fachamt, welche ausrangierten Büromö- bel bzw. IT zur Verfügung gestellt werden können Entwicklung einer geeigneten Vorgehensweise Kontaktaufnahme zu möglichen Kooperationspartnern, welche die ausran- gierten Produkte abnehmen Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge A4 – Erhöhung getrennt gesammelter Siedlungsabfälle / Recyclingquote –––– 46 Cyclos 2018. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 79 Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb Stadt Köln - Amt 26 Gebäudemanagement der Stadt Köln Stadt Köln - Amt 12 Amt für Informationsverarbeitung AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen HEY, ALTER! Köln e.V. Zero Waste Köln e.V. Unternehmen mit Bezug zu Büromöbeln IT-Unternehmen/-Dienstleister Betroffene Abfall- ströme Sperrmüll Elektroaltgeräte (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Reduzierung der Sperrmüll-Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Reduzierung der Elektroaltgeräte-Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Anzahl wiederverwendeter Büromöbel Anzahl wiederverwendeter IT-Geräte Kostenaufwand Investitionskosten: keine Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz In Stadtverwaltungen besteht ein großer Bedarf an Tischen, Stühlen und weiteren Büromöbeln, wie z. B. Kleiderständern. Gleichzeitig wird auch die IKT-Infrastruktur regelmäßig ausgetauscht, auch wenn die Geräte noch gebrauchsfähig sind (einheitli- che IT-Standards sind in der Verwaltung zur Sicherstellung u.a. der Datensicherheit und mit Blick auf den Betreuungsaufwand notwendig). Sind die Möbel für eine Repa- ratur oder Wiederverwendung innerhalb der Stadtverwaltung nicht geeignet, könnte künftig versucht werden, diese außerhalb der Verwaltung einer Wiederverwendung zuzuführen. Für die Bewertung des Abfallvermeidungspotentials kann u.a. auf Erfahrungen aus München zurückgegriffen werden, wo Möbel bereits heute einem Reparaturmonito- ring unterzogen und dann ggf. über Einrichtungen wie die Halle 2 verkauft werden47. Vor diesem Hintergrund wird das Vermeidungspotential auf ca. 10 % des Abfallauf- kommens in der Verwaltung abgeschätzt, hier handelt es sich insbesondere um Sperrmüllmengen und Elektroaltgeräte.48 Auch hier wird die Reichweite aufgrund der Vorbildfunktion leicht höher eingeschätzt als der direkte Beitrag zum Klimaschutz bzw. zur Abfallvermeidung. –––– 47 Koop et al. 2022, S. 130. 48 Konkrete Mengen der Abfallreduktion können nicht angegeben werden, da keine Daten zu Abfallmengen der Stadtverwaltung vorliegen. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 80 | Wuppertal Institut Berücksichtigung von Kriterien zur Abfallvermeidung und Nachhaltig- keit bei Vergabe, Einkauf und Rahmenverträgen Maßnah- men- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen ÖV.3 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Recycling / stoffliche Ver- wertung ÖV.1 Kurzbeschreibung Gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz des Bundes und des Landes Nordrhein- Westfalen ist die öffentliche Hand zu einer abfallarmen und umweltverträgli- chen Beschaffung verpflichtet, soweit keine unzumutbaren Mehrkosten ent- stehen. Leistungen und Produkte sind vorzuziehen, die in rohstoffschonen- den und abfallarmen Produktionsverfahren hergestellt worden sind, die durch Vorbereitung zur Wiederverwendung oder durch Recycling von Abfällen, ins- besondere unter Einsatz von Rezyklaten, oder aus nachwachsenden Roh- stoffen hergestellt worden sind, sich durch Langlebigkeit, Reparaturfreund- lichkeit, Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit auszeichnen oder im Vergleich zu anderen Erzeugnissen zu weniger oder schadstoffärmeren Ab- fällen führen, eine weitgehende Trennung in die Ausgangsstoffe ermöglichen oder sich besser zur umweltverträglichen Abfallbewirtschaftung eignen. Diese Kriterien sollen künftig verstärkt bei Vergabe, Einkauf und Rahmenver- trägen berücksichtigt werden. Die Maßnahme ist auch auf andere Zielgruppen / Akteur*innen übertragbar. Beispielsweise gelten bei der Rheinenergie die Nachhaltigkeitskriterien ge- mäß des Nachhaltigkeitsziel SGD 11 für den Einkauf von Gütern. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Überprüfung und ggf. Ergänzung des Katalogs an Eignungs- und Zu- schlagskriterien bei Ausschreibungen und Vergaben (von Rahmenverträ- gen) Entwicklung und Festlegung geeigneter Kriterien Anwendung der angepassten Kriterien bei der Vergabe (von Rahmenver- trägen) zum nächstmöglichen Zeitpunkt Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge A4 – Erhöhung getrennt gesammelter Siedlungsabfälle / Recyclingquote Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb Stadt Köln - Amt 30 Amt für Recht, Vergabe und Versicherungen Stadt Köln - Dez. VIII-2 Koordinationsstelle Klimaschutz Stadt Köln - Amt 1000 Zentrale Dienste Mögliche Kooperati- onspartner*innen Umweltbundesamt RheinEnergie Betroffene Abfall- ströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl Verträge, Vergaben und Ausschreibungen nach neuen Kriterien Kostenaufwand Für Umsetzung keiner; ggf. höhere Kosten für Beschaffung / Einsatz nachhal- tigerer Produkte Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die öffentliche Hand kauft die für ihren Betrieb notwendigen Dienstleistungen und Produkte wie bspw. Baumaterialien, Straßenbeleuchtung, Fahrzeuge, Möbel, Ar- Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 81 beitskleidung, Büromaterialien oder Lebensmittel bei Externen ein. Zusammenge- nommen erreichen die Ausgaben über die verschiedenen Ressorts hinweg einen sehr hohen Wert der Kaufkraft, der in Deutschland jährlich rund 500 Milliarden Euro beträgt49. Der öffentlichen Beschaffung kommt somit eine außerordentlich starke Leitwirkung zu. Von diesem Beschaffungsvolumen entfällt etwa die Hälfte auf die Ebene der Kommunen. Dementsprechend kann dem Instrument ein hohes Abfallvermeidungspotential zuge- schrieben werden, das in der Realisierung stark davon abhängt, wie bspw. die ver- schiedenen Beschaffungsstellen konkret unterstützt werden. Basierend auf Beispie- len wie Wien, wo die Ergebnisse systematisch erfasst und analysiert werden50, wurde hier ein Vermeidungspotential von bis zu 25 % des Abfallaufkommens in der Verwaltung geschätzt51. 8.3.2 Maßnahmen des Abfallmanagements Gründung eines "Zero-Waste-Teams" Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.1 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Gewerbe, Bau u. Industrie [GBI] - Information, Bildung u. Beratung Wg. koordinie- render / unter- stützender Funktion viele Maßnahmen, z. B. BK.1-4, ZG.1 etc. Kurzbeschreibung Einrichtung eines „Zero-Waste-Teams“, zunächst mit einem Startteam aus vier Personen, paritätisch besetzt bei VIII/3 und der AWB, das zentrale und grundlegende Aufgaben zum Thema Abfallvermeidung übernimmt. 52 Es sollte sich ausschließlich um das Thema Abfallvermeidung kümmern – also Pro- jekte, Aktivitäten und Vernetzung zum Thema koordinieren und den beste- henden städtischen Abteilungen unterstützend und vorbereitend sowie mit Schulungen zur Verfügung stehen. Das Zero-Waste-Team ist außerdem für das Monitoring und Berichtswesen zuständig. Es verwaltet Fördermittel, ins- besondere für zivilgesellschaftliche Angebote zur Abfallberatung und Umwelt- bildung (z. B. beim Thema EFRE-Mittel für Single-Use-Plastics). Das Team kann Themen wie Gewerbeberatung, Förderprogramme oder Zero-Waste- Zertifizierungsprogramme erstellen und betreuen. Es unterstützt inhaltlich bei der Öffentlichkeitsarbeit, bei Veranstaltungs- und anderen Projektkonzepten und deren Umsetzung und unterstützt Akteur*innen, die mit Zero-Waste-Um- setzung befasst sind (z. B. beim Fördermittelmanagement etc.). Das Zero-Waste-Team trägt damit zur Umsetzung der Zero Waste-Strategie bei und sammelt zudem Best-Practice-Beispiele und organisiert die Vernet- zung der Zero-Waste-Städte. –––– 49 BMU 2020. 50 ÖkoKauf Wien 2014. 51 Eine Angabe der absoluten Reduktion ist an dieser Stelle ebenfalls nicht möglich, da keine konkreten Daten zur Abfallmenge in der Stadtverwaltung vorliegen. 52 Näheres dazu auch in Kapitel 11 zur langfristigen Verstetigung innerhalb der Stadtverwaltung. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 82 | Wuppertal Institut Handlungsschritte/ Vorgehensweise Zusammenstellung des Teams Sammlung und Definition der Aufgaben Aufgabenverteilung innerhalb des Teams Ziel Zielübergreifend Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Rat der Stadt Köln ( EU-Vorgaben) Fachbüros zu spezifischen Themen (z. B. Fördermittelvergabe) Zivilgesellschaft Aktive Akteur*innen und Vereine Betroffene Abfall- ströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl durchgeführter Projekte und Aktivitäten Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: hoch Laufende Kosten: hoch Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die Gründung eines Zero Waste Teams ist eine absolut sinnvolle Maßnahme für eine koordinierte Umsetzung des Zero Waste Konzepts, sie legt damit die Grundlage für die Realisierung von Abfallvermeidungspotentiale durch konkrete Maßnahmen – ein eigenständiger Beitrag zur Abfallvermeidung kann dabei jedoch nicht quantifiziert werden. Anreize für mehr Abfallvermeidung / -trennung über die Satzung Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.2 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Recycling / stoffliche Ver- wertung BK.1 BK.2 Kurzbeschreibung Derzeit beträgt das Mindestbehältervolumen 20 l pro Person und Woche. Grundlage hierfür ist eine Haus- und Geschäftsmüllanalyse aus dem Jahr 2015/2016. Beschwerden von Bürger*innen und geringere Mindestbehälter- volumen in anderen Städten weisen darauf hin, dass dieses Mindestbehälter- volumen in Köln zu hoch sein könnte. Um weitere Anreize zur Abfallvermeidung und -trennung zu setzen wird ge- prüft, ob eine Veränderung des Mindestlitermaßstabs zielführend und sinnvoll wäre. Dazu soll geprüft werden, ob bürgernahe Annahmestellen für Wertstoffe, als niederschwellige Angebote zur Trennung von Wertstoffen, geschaffen wer- den können. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Durchführung einer Haus- und Geschäftsmüllanalyse in 2023 durch exter- nes Unternehmen Auswertung der Analyse Je nach Ergebnis Änderung der Abfallsatzung Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduktion der Restmüllmengen Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 83 A2 – Erfassung und Reduzierung der Fehlwurfquoten A3 – Erhöhung der Anschlussquote der Bioabfälle A4 – Erhöhung getrennt gesammelter Siedlungsabfälle / Recyclingquote Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Externes Unternehmen Betroffene Abfall- ströme Restmüll Bioabfall Wertstoffe Altpapier (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Reduzierung der Restmüllmenge [Tonnen pro Jahr] Steigerung des bereitgestellten Volumens der Wertstoff-Behälter und der Wertstoffmengen [Tonnen pro Jahr] Kostenaufwand Keine Zusatzkosten Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Eine Reduzierung des Mindestbehältervolumens für Restabfälle kann zusätzliche Anreize setzen, das eigene Abfallaufkommen so weit wie möglich zu reduzieren. Eine tatsächliche Unterschreitung des aktuellen Mindestbehältervolumens setzt je- doch eine wirklich radikale Vermeidung voraus, so dass der Effekt der Maßnahme eher in der Signalwirkung als in einem konkret messbaren Beitrag zu Zero Waste liegen dürfte. Daher wird das Reduktionspotential dieser Maßnahme auf 0,2 % der Restmüllmengen geschätzt (gleichbedeutend mit 0,45 kg/(EW*a)). Ausbau der Bioabfallsammlung Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.3 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Recycling / stoffliche Ver- wertung BK.1 BK.2 AM.2 Kurzbeschreibung Die Biotonne wird in Köln derzeit auf freiwilliger Basis angeboten, womit eine gute Bioabfallqualität mit sehr geringen Störstoffanteilen gewährleistet wird. Der Anschlussgrad und auch die Bioabfallmenge steigen kontinuierlich an. Es wird eine weitere Erhöhung des Anschlussgrades der Biotonne im Stadtge- biet und damit eine Verringerung des Organikanteils in der Restmülltonne an- gestrebt. Neben der fortgesetzten Sensibilisierung der Bevölkerung soll in einem entsprechenden Pilotprojekt in ausgewählten Stadtteilen die Umsetzung einer Pflichtbiotonne getestet werden. Das Pilotprojekt soll Erkenntnisse bringen, welcher Erfolg in Bezug auf die Bioabfallerfassung und Restmüllmengenredu- zierung damit erreichbar ist und wie sich diese Anschlussform auf den Stör- stoffanteil auswirkt. Darüber hinaus werden auch andere Problemstellungen, wie z B. der Platzbedarf für die Biotonne, mit untersucht. Auf Basis des Monitorings des Pilotprojektes wird anschließend über die künftige stadtweite satzungsrechtliche Umsetzung der Biotonnen-Nutzung entschieden. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 84 | Wuppertal Institut Darüber hinaus soll auch die Grünschnittsammlung, in Form von bürgerna- hen, temporären Annahmestellen ausgeweitet werden. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Hausmüllanalyse zum Status Quo des Bioanteils im Restmüll Zielsetzung des daraus extrahierten Biomüllanteils Klärung der rechtlichen Voraussetzungen für das Pilotprojekt Durchführung des Pilotprojektes mit begleitendem Monitoring Ziel Ü2 – Reduzierung Restmüll A2 – Erfassung und Reduzierung der Fehlwurfquoten A3 – Erhöhung der Anschlussquote der Bioabfälle A4 – Erhöhung getrennt gesammelter Siedlungsabfälle / Recyclingquote Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH AVG Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Wohnungsbaugesellschaften Betroffene Abfall- ströme Bioabfall Restmüll (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Erhöhung des Anschlussgrades der Biotonne im Stadtgebiet Messbare Verringerung des Bioanteils in der Restmülltonne Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Keine Zusatzkosten Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Mit Blick auf den noch immer hohen Anteil biogener Abfälle im Restmüll würde ein Ausbau der Bioabfallsammlung und entsprechende flankierende Maßnahmen nicht direkt zur Vermeidung von Abfällen insgesamt, jedoch klar zur Reduktion des Rest- mülls führen. Abhängig vom konkreten Ausbau der Bioabfallsammlung und den entsprechenden Anreizstrukturen könnten hier bis zu 45 kg/(EW*A) der Restmüllmenge reduziert werden (gleichbedeutend mit einer Reduktion um 20%). Dies würde mit entsprechen hohen Beiträgen zum Klimaschutz einhergehen, da die Restmüllmengen, welche z.B. in der thermischen Verwertung behandelt werden reduziert werden können. Ausweitung der Initiative "Coffee to go" Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.4 - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung BK.1, BK.2 GH.2, GH.3 EV.3, EV.4 Kurzbeschreibung Coffee to go ist eine Initiative der Stadt Köln, AWB Köln, IHK Köln, sowie Ver- tretern aus Wirtschaft und Verbänden. Die „Coffee to go“-Aktion soll auf an- dere Mehrwegsysteme erweitert werden. In Köln gibt es verschiedene Anbieter von Mehrwegsystemen. Eine Cross - Rückgabe und -Nutzung von Mehrwegsystemen verschiedener Anbieter bei Gastronomie und Handel sollte ermöglicht werden. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 85 Die Maßnahme wird vor dem Hintergrund der Umsetzung der Einwegkunst- stoffrichtlinie und des Einwegkunststoff-Fondsgesetzes umgesetzt, in dessen Zuge weitgehende Verbote und Beschränkungen für das Inverkehrbringen von Einwegkunststoffen im Außerhaus-Verzehr gelten. Das Ziel ist, dass Mehrwegbehältnisse akzeptiert und der Verbrauch von Ein- wegverpackungen und -behältnissen für Speisen und Getränke in Köln redu- ziert wird. Im Bereich der Umwelt- und Ernährungsbildung bestehen flankierende Maß- nahmen in Umsetzung durch das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Prüfung der Rahmenbedingung und Synergien hinsichtlich der Umsetzung der Einwegkunststoffrichtlinie und des Einwegkunststoff-Fondsgesetzes Beobachtung des Pilotprojektes von ReFrastructure in München Teilnahme an dem Erfahrungsaustausch des Pilotprojektes Prüfung einer Übertragbarkeit auf Köln Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Anbieter*innen von Mehrwegsystemen Gastronomie- und Veranstaltungsbranche IHK Köln IG Gastro Stadt Köln - Amt 57 Umwelt- und Verbraucherschutzamt Betroffene Abfall- ströme Restmüll LVP (Wertstofftonne) (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl der Anbieter, die eine Cross-Rückgabe ermöglichen Littering-Aufkommen und Verschmutzung durch Essens- und Getränkever- packungen sinkt Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: niedrig Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Angesichts von 2,8 Mrd. Einweggetränkebechern, die pro Jahr in Deutschland ge- nutzt wurden, hat die Mehrwegangebotspflicht schon heute einen erheblichen Impuls zur Abfallvermeidung gesetzt. Mit der hier beschriebenen Maßnahme würde die Wahl einer Mehrweglösung weiter unterstützt, so dass eine zusätzliche Vermeidung von 20 % der bislang genutzten Einwegbecher (34 pro Kopf und Jahr) angenommen werden könnte. Der mengenmäßige Effekt auf das Abfallaufkommen wäre damit be- grenzt, es wäre gleichzeitig jedoch auch ein Beitrag zur Stadtsauberkeit, wenn weni- ger solcher to go Becher in der Umwelt landen. Somit könnten 0,1 % der Restmüll- mengen reduziert werden (0,23 kg/(EW*a)). Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 86 | Wuppertal Institut Prüfung der Errichtung eines Gebrauchtwarenkaufhauses der Abfall- wirtschaft Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.5 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung AM.7, AM.8, AM.9 BK.1, BK.2 ZV.2, ZV.6 Kurzbeschreibung Es wird geprüft, ein Gebrauchtwarenkaufhaus nach Vorbild der NochMall der Berliner Stadtreinigung, der Halle 2 des Abfallwirtschaftsbetriebs München o- der Stilbruch der Stadtreinigung Hamburg in Köln umzusetzen. Dieses könnte unter Einbindung örtlicher Sozialträger und gemeinnütziger Unternehmen und Akteure, die bereits Gebrauchtwaren und –möbel anbie- ten, von der AWB errichtet oder betrieben („Ort gegen Verschwendung“ / „Circular Mall“) werden. Es soll keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten und Unternehmen entstehen, sondern diesen eine Kooperation geboten wer- den. Das Gebrauchtwarenkaufhaus wird durch ein Serviceangebot aus z. B. einem Repair-Café, Upcycling-Workshops, Versteigerungen, Tauschbörsen, Ausstellungen, Wettbewerbe, Bildungsangeboten und/oder einer abfallarmen Gastronomie etc. ergänzt. Die Räumlichkeiten sollen allen beteiligten Akteu- ren die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und vernetzen durch Vor- träge, Workshops und sonstige Veranstaltungen/Events. Es könnte räumlich zentral oder aufgeteilt auf mehrere Orte/Räumlichkeiten, z. B. eine Etage in einem Objekt als Ausgangslage und bei weiterer wach- senden Entwicklung des Ansatzes eine Erweiterung auf weitere Räumlichkei- ten oder einem zweiten Standort im Stadtgebiet, ausgestaltet werden. Es soll letztlich eine Anlaufstelle geschaffen werden, die von der Vielfalt und den Angeboten der Akteure rund um Abfallvermeidung in Köln lebt und die dort zusammenkommen können, um Synergien zu schaffen. Beispiele/Vorbilder: https://www.nochmall.de/ https://www.awm-muenchen.de/vermeiden/halle-2 https://www.stilbruch.de/ Handlungsschritte/ Vorgehensweise Umsetzungskonzept, Betreibermodell Recherche nach geeigneten Orten und Immobilien Erstellung eines Raum- und Logistikkonzepts Zeit- und Finanzierungsplan erstellen Erstellung eines Internetauftritts Einstellung und Schulung von Mitarbeiter*innen Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Mögliche Kooperati- onspartner*innen Second Hand-Kaufhäuser Entrümpelungsunternehmen Sozialträger, gemeinnützige Akteure etc. Betroffene Abfall- ströme Sperrmüll Elektroaltgeräte Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 87 (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Reduzierung der Sperrmüll-Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Reduzierung der Elektroaltgeräte-Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Anzahl Möbel und Gegenstände, die ein 2. Leben erhalten haben Kostenaufwand Investitionskosten: hoch Laufende Kosten: hoch Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die Bewertung der Maßnahme erfolgt gemeinsam mit der Maßnahme AM.9 „Wieder- verwendung von Bestandteilen des Sperrmülls“, da sie den selben Abfallstrom ad- ressieren und sich gegenseitig unterstützen. Die Idee eines Gebrauchtwarenkauf- haus ist eine Einrichtung, welche an einem zentralen Ort oder dezentral die koordi- nierte Abgabe von gebrauchten, aber noch guten und verwendbaren Waren an Bür- ger*innen sowie auch die Sammlung der Gegenstände realisiert. Die Waren werden entweder als Spenden per Direktanlieferung entgegengenommen – bspw. über Ko- operationen mit Vermieter*innen bei Wohnungsauflösungen oder mit Dritten wie bspw. Wertstoffhöfen, durch die eine Sammlung, Zwischenlagerung sowie Überfüh- rung stattfindet. Typisch für ein Gebrauchtwaren- oder Sozialkaufhaus ist ein breites Sortiment an Waren, das auf größerer Fläche in mehreren Abteilungen und ggf. auf mehreren Etagen angeboten wird. Die Abgabe gegen Geld (Verkauf) kann entweder nach freien Kriterien erfolgen – oder bei Inanspruchnahme einer Maßnahmen-Förde- rung kann die Abgabe auch begrenzt für diejenigen Besucher*innen stattfinden, die aufgrund von ALG II-Inanspruchnahme einen Anspruch darauf haben (dann Abgabe bspw. gegen Punkte). Die Abfallvermeidungspotentiale hängen stark von der Skalierung der Umsetzung ab, Best Practice Beispiele wie das Gebrauchtwarenkaufhaus Stilbruch in Hamburg verdeutlichen jedoch das grundlegende Potential: 2018 stöberten dort 925.000 Be- sucher*innen im Angebot von Stilbruch, wo an drei Standorten rund 34.000 m3 Ge- brauchtwaren angeboten werden. 2018 kauften Besucher*innen rund 470.000 Dinge aus zweiter Hand, womit ein Umsatz von 3,8 Millionen Euro erzielt wurde. Auf den gesamten Siedlungsabfall kann damit ein Vermeidungspotential von 1 % (ca. 5 kg/(EW*a)) geschätzt werden. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 88 | Wuppertal Institut Entwicklung einer „Zero-Waste-Map“ Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.6 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Gewerbe, Bau u. Industrie [GBI] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung BK.1, BK.2 GH.1 Kurzbeschreibung Losgelöst von der AWB-Homepage wird für Köln eine eigenständige Web- seite zur Abfallvermeidung als digitale Nachhaltigkeitsplattform aufgebaut. Diese „Zero-Waste-Map“ bzw. „Map gegen Verschwendung“ soll Rubriken wie Tauschen, Leihen, Reparieren, Veranstaltungen, Workshops etc. enthal- ten. Mit der interaktiven Map werden alle Initiativen und Unternehmen sowie Veranstaltungen zum Thema gebündelt und Best-Practice-Beispiele ausge- wiesen. Damit entsteht eine Nachhaltigkeitsplattform für Köln, die Ressour- cennetzwerke knüpft. Beispiele/Vorbilder: https://trenntmap.de/ https://www.stadtreinigung.hamburg/entsorgung-recycling/zero-waste-map/ https://wastelandrebel.de/liste-unverpackt-laeden/ Handlungsschritte/ Vorgehensweise Erstellung eines Konzepts für eine eigenständige digitale Plattform Erstellung und Sicherung einer Domain Gestaltung der Webseite Recherche zu Kooperationspartner*innen, Aktiven und Engagierten Einpflegen der Daten Datenpflege, stetige Aktualisierung der Webseite Ziel Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Mögliche Kooperati- onspartner*innen Zero Waste Köln e.V. Lokale Vereine, aktive Privatpersonen Unternehmen mit Fokus Nachhaltigkeit, Engagement bei Abfallvermeidung Betroffene Abfall- ströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl der Einträge Lebendigkeit und Aktualität der Seite (Traffic, wechselnder Content) Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Klickzahlen, Meldungen/Teilungen in SocialMedia-Portalen Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die Entwicklung einer Zero Waste Map mit einem übersichtlichen und klar struktu- rierten Angebot kann die Transaktionskosten der BürgerInnen für die Nutzung sol- cher Angebote erheblich senken – aktuell sind solche Informationen über verfügbare Angebote in der Regel mit Rechercheaufwand verbunden. Auf Basis von Erfahrun- Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 89 gen u.a. aus Berlin kann ein Reduktionseffekt insbesondere auf den Sperrmüll er- wartet werden, wenn mehr Produkte repariert oder einer Wiederverwendung zuge- führt werden. Somit könnten durch diese Maßnahme 0,5 % des anfallenden Sperr- mülls eingespart werden (0,21 kg/(EW*a)). Unterstützung von Reparaturwerkstätten Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.7 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung AM.5 ZV.2, ZV.3, ZV.6 Kurzbeschreibung Gemeinnützige Akteur*innen, deren Hauptziel die soziale und berufliche In- tegration von benachteiligten Personen ist, sollen bei Upcycling-Aktivitäten unterstützt werden. Es sollen die Reparatur, Anleitung zur Reparatur sowie die Weiternutzung von Altmöbeln, Altkleidern, Altfahrrädern und Elektroaltge- räten gefördert werden. Die Möglichkeit der Weiternutzung durch Reparatur oder ein Upcycling soll insbesondere durch Sozialbetriebe erfolgen. Bereits aktive Akteur*innen (z. B. Emmaus, SKM) werden somit gestärkt. Die Unterstützung liegt im Wesentlichen in der Bereitstellung von Räumlich- keiten und Werkzeugen. Die Gegenstände können entweder von Recyclinghöfen oder aus der kom- munalen Sperrmüll-Sammlung sowie Direktanlieferungen stammen. Beispiele/Vorbilder: https://www.skm-koeln.de/ https://www.emmaus-koeln.de/ Handlungsschritte/ Vorgehensweise Erarbeitung eines Grobkonzepts für ein Förderprogramm Entwicklung einer Förderrichtlinie / eines Förderprogramms Schaffung von Personalressourcen Erstellung eines Konzepts für Räumlichkeiten und Sperrmüllsammlung/ -er- fassung Festlegung von Verantwortlichkeiten Kontaktaufnahme zu möglichen Unterstützer*innen Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Gemeinnützige Akteur*innen Vereine Unternehmen im Bereich Vintage-Möbel Unternehmen, die sich auf die Aufbereitung alter Möbel spezialisiert haben Werkstätten Handwerksbetriebe Betroffene Abfall- ströme Sperrmüll Elektroaltgeräte Altkleider (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Reduzierung der betreffenden Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Anzahl aufbereiteter Möbel etc. Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: niedrig Laufende Kosten: mittel Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 90 | Wuppertal Institut Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Do it yourself und Reparatur Cafés agieren in der Regel mit ehrenamtlichen Hobby- Reparateur*innen, die besuchenden Bürger*innen bei der Reparatur ihrer persönli- chen Gegenstände helfen. Repariert werden zumeist Elektrogeräte, aber auch Klei- dung wird in Näh-Cafés wieder für die Nutzung aufgearbeitet. Auch Möbel, Spiel- zeug und Fahrräder können repariert werden. Die Anzahl reparierter Produkte hängt dabei stark von der Kapazität der Helfer*innen ab. Reparatur-Initiativen können un- terstützt werden, indem ihnen bspw. Räume zur kostenlosen und regelmäßigen Nut- zung überlassen werden. Darüber hinaus kann durch gezielte, koordinierte Werbung und Zusammenstellung der stattfindenden Termine der Bekanntheitsgrad der Initiati- ven gesteigert werden. Eine Förderung von Reparatur, die eher das Konzept und die Vernetzung untereinander stärkt, kann zum Beispiel über Gründung und Betrieb ei- nes Reparaturnetzwerks laufen. Da ein mobiles Reparaturzentrum ein mit einem Reparatur-Café vergleichbares Kon- zept verfolgt, kann von einem ähnlichen Abfallvermeidungspotenzial ausgegangen werden. Je Reparatur-Session können auf Basis von Auswertungen für Reparatur Cafés in Bayern zwischen 25 und 30 Gegenständen repariert werden, so können ge- schätzt 50 kg Abfall vermieden werden.53 Finden 10 Reparaturtermine im Jahr statt, entspricht das hochgerechnet 250-300 reparierten Gegenständen und geschätzten 500 kg vermiedenem Abfall. Insgesamt kann das Abfallvermeidungspotential damit auf bis zu 20 % des sonst anfallenden Sperrmülls (9 kg/(EW*a)) geschätzt werden. Diese Schätzung bezieht sich auf die Umsetzung der drei Maßnahmen AM.7 („Un- terstützung von Reparaturwerkstätten“), ZV.2 („Errichtung von DIY- und Repair-Ca- fés“) und ZV.3 („Aufbau mobiler Reparaturdienste“). –––– 53 Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz 2016, S. 58. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 91 Anlaufstellen für wiederverwendbare Artikel und Wertstoffe Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.8 - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung AM.5, AM.7, AM.9 ZV.2, ZV.3 Kurzbeschreibung Die Einrichtung von kommunal geführten Anlaufstellen (z. B. Kaufhäuser oder Secondhandläden oder durch innovative Nutzung von Leerflächen) zur Ab- gabe von wiederverwendbaren Artikeln soll die bereits bestehenden Möglich- keiten zur Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Verleih und Tausch unter- stützen. Der zentrale Verkauf von gebrauchten funktionstüchtigen Dingen, die z. B. an Recyclinghöfen abgegeben wurden oder direkt von Bürger*innen ge- bracht werden (siehe Konzept Halle 2 in München) kann ggf. in Kooperation z. B. mit Repair-Cafés erfolgen. Aktionen wie bspw. Fundusverkäufe, Upcyc- ling-Workshops oder auch eine „Bibliothek der Dinge” können dazu beitra- gen, diese Einrichtungen verstärkt zu nutzen. Einige vergleichbare Maßnahmen sind bereits vorhanden; die Einrichtung ei- nes Gebrauchtwarenkaufhauses soll geprüft werden (siehe flankierende Maßnahmen). Zudem sollen dezentrale, kleinteilige Wertstoffannahmestellen zur Stärkung der stofflichen Verwertung (vor allem Bioabfall, Altpapier, Wertstoffe, Altme- tall) geschaffen werden. Beispiele/Vorbilder: https://www.awm-muenchen.de/vermeiden/halle-2 Handlungsschritte/ Vorgehensweise Erarbeitung des Konzepts Ermittlung von Kooperationsmöglichkeiten (z. B. Repair-Cafés) Anmietung einer entsprechenden Halle und Umsetzung des Konzepts (von der Kommune gestellte Lagerflächen und passgenaue Infrastruktur (Perso- nal, Katalogisierung, Logistik) Verstärkung der Kommunikation (Veranstalter, Institutionen, Einzelperso- nen über diese Möglichkeit informieren) Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduktion der Restmüllmengen A2 – Reduktion der Fehlwurfquoten Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Zero Waste Köln e.V. Lokale Kaufhäuser, Secondhandläden Betroffene Abfall- ströme Elektroaltgeräte Weitere Wertstoffe (Bioabfall, Altpapier, Wertstoffe, Altmetall) Sperrmüll Restmüll (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl neu errichteter Anlaufstellen Anzahl Besucher*innen Anzahl angenommener und verkaufter Artikel Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: mittel Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 92 | Wuppertal Institut Eine Option für die Unterstützung der Wiederverwendung von Produkten sind bspw. Sogenannte Kreislaufschränke oder Tauschräume, wo Bürger*innen unkompliziert Gegenstände, wie Bücher, Dekoartikel, Kleinstmöbel und intakte Geräte abgeben und tauschen können. Schrankpat*innen tragen Sorge, dass kaputte und unbrauch- bare Dinge schnell aussortiert und sachgerecht entsorgt werden. Der Vermeidungs- effekt ist jedoch begrenzt und kann auf Basis von Erfahrungen (z.B. in München) auf 0,5 % der Siedlungsabfallmenge (gleichbedeutend mit 2 kg/(EW*a)) geschätzt wer- den. Diese Reduktion bezieht sich auf die Umsetzung der beiden Maßnahmen AM.8 („Anlaufstellen für wiederverwendbare Artikel/Materialien“) und ZV.4 („Unterstützung bei der Errichtung von Leihbars und Tauschbörsen“). Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 93 Wiederverwendung von Bestandteilen des Sperrmülls Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen AM.9 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung AM.5, AM.7, AM.8 BK.1, BK.2 Kurzbeschreibung In Köln wird der Sperrmüll derzeit in einer Aufbereitungsanlage der AVG sortiert und es werden Wertstoffe wie Holz und Metalle ausge- schleust und verwertet. Um auch die Wiederverwendung von z. B. Möbeln und anderen Sperrmüll-Gegenständen zu fördern, wird geprüft, mit welchen Maß- nahmen dies am besten erreicht werden kann. Neben der Prüfung von Maßnahmen im Bereich der Abholung betrifft dies v. a. die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kommunizierte Anregung, Tausch- börsen sowie die weiteren geplanten Möglichkeiten zu nutzen. Dazu gehört z. B. die Abgabe bei dem zu prüfenden Gebrauchtwa- renkaufhaus und die Nutzung der noch einzurichtenden Anlaufstellen für wiederverwendbare Artikel, mit denen eine anschließende Wei- ternutzung ermöglicht werden könnte. Dabei wird auch eine Zusam- menarbeit mit den Kölner Wohnungsbaugesellschaften geprüft. Handlungsschritte/ Vorge- hensweise Erstellung eines Konzepts Ggf. Einbindung weiterer Partner (z. B. Akteure aus der Wohnungs- wirtschaft) Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Zuständigkeit (Hauptverant- wortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH AVG Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfall- wirtschaftsbetrieb Mögliche Kooperations- partner*innen GAG Immobilien AG Betroffene Abfallströme Sperrmüll (Messbare) Erfolgsindikato- ren Reduzierung der Sperrmüllmengen [Tonnen pro Jahr] Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: mittel bis hoch Laufende Kosten: mittel bis hoch Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Zur Bewertung des Abfallvermeidungspotentials siehe Maßnahme AM.5 („Prüfung der Errichtung eines Gebrauchtwarenkaufhauses der Abfallwirtschaft“). Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 94 | Wuppertal Institut 8.3.3 Maßnahmen der Zivilgesellschaft, Vereine, gemeinnützige Initiativen Ausrichtung eines regelmäßigen Zero-Waste-Festivals Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankie- rende Maß- nahmen ZV.1 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Wohnen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Gewerbe, Bau u. Industrie [GBI] - Information, Bildung u. Beratung BK.1, BK.2, BK.4 Kurzbeschreibung Um Aufmerksamkeit für das Zero-Waste-Konzept und das entsprechende Engagement der Stadt zu schaffen, wird die Ausrichtung eines Kölner Zero- Waste-Festivals mit der Stadt Köln als Trägerin geplant. Das Festival kann Veranstaltungen und Angebote für das bürgerliche Engagement, Workshops für Zero-Waste-Praktiken (z. B. ein Zero-Waste-Büro), DIY-Workshops und Infomöglichkeiten sowie Gesprächsrunden bieten. Dieses kann durch ein ent- sprechendes gastronomisches Angebot und ein Unterhaltungsprogramm flankiert werden. Dabei sollte ohne Einweg-, sondern ausschließlich mit Mehrweg-Produkten umgegangen werden. Als Vorbild und Inspiration mit Er- fahrungswerten kann das Zero-Waste-Festival Berlin dienen. Beispiele/Vorbilder: https://zerowasteberlinfestival.com/de/ Handlungsschritte/ Vorgehensweise Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, die sich aus lokalen Vereinen, Stiftungen und der Stadtverwaltung zusammensetzt Recherche zu Kooperationspartner*innen und Impulsgeber*innen Veranstaltungsplanung Bei erfolgreicher Veranstaltung, regelmäßige Durchführung z. B. alle ein o- der zwei Jahre Ziel Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Mögliche Kooperations- partner*innen Lokale Vereine, aktive Privatpersonen Schulen, Hochschulen Zero Waste Köln e. V. Betroffene Abfallströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl der Teilnehmer*innen Häufigkeit der Durchführung Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Laufende Kosten: hoch Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die drei Maßnahmen Zero Waste Festivals (ZV.1), Zero Waste Marktplatzfeste (BK.3) oder die Ausrichtung eines Zero Waste Kunstwettbewerbs (BK.4) stehen für öffentlichkeitswirksame Aktionen in Form eines Events zum Zuschauen oder Mitma- chen, bei denen bspw. auf die Vorteilhaftigkeit von Mehrwegprodukten bzw. Nach- teilhaftigkeit von Einwegprodukten wie bspw. Einwegbeutel oder Kaffeebecher „to go“ hingewiesen wird. Durch den Event-Charakter und die interaktive Ausrichtung Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 95 solcher Aktions-Informationsangebote ist der Grad der erreichbaren Aktivierung hö- her. Dass die erhaltenen Informationen letztlich in abfallvermeidendes Verhalten um- gesetzt werden oder die erhaltenen Mehrwegprodukte die sonst konsumierten Einwegprodukte dauerhaft er- setzen, ist keine automatisierte Entwicklung. Eine thematische Auseinandersetzung, die Voraussetzung für eine Verhaltensänderung ist, findet jedoch statt. Die drei Maß- nahmen zeichnen sich damit durch eine hohe Reichweite, aber nur begrenzte direkte Vermeidungseffekte aus. Je nach Umsetzung kann der gesamte Vermeidungseffekt auf ca. 1 % der Siedlungsabfallmenge (ca. 5 kg/(EW*a)) geschätzt werden. Errichtung von DIY- und Repair-Cafés Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen ZV.2 - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung BK.1, BK.2 AM.5-9 ZV.3 Kurzbeschreibung Einrichtungen, in denen kostengünstig z. B. alte Elektrogeräte, Möbelstücke oder Spielzeug repariert werden oder in denen Gegenstände selbst repa- riert, geändert (z. B. Kleidung) oder umfunktioniert (Upcycling) werden kön- nen sollen eingerichtet und unterstützt werden. Hierfür werden Mittel aus dem Gebührenhaushalt verwendet werden. Einige vergleichbare Maßnah- men sind bereits vorhanden. Die Unterstützung kann sowohl in der Bereitstellung von städtischen Räum- lichkeiten in den Stadtteilen und/oder geeigneter Mitarbeiter (wie Hausmeis- ter, Mechaniker) zur personellen Unterstützung liegen. Eine Unterstützung durch Ehrenamtliche ist ebenfalls möglich. Die Einrichtungen können entweder temporär zu bekanntzugebenden Ter- minen oder dauerhaft öffnen. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Personal und Räumlichkeiten finden Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduktion der Restmüllmengen Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen A2 – Reduktion der Fehlwurfquoten Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln – Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- ons-partner*innen Zero Waste Köln e.V. bereits Aktive Betroffene Abfall- ströme Sperrmüll Elektroaltgeräte Altkleider Erfolgsindikatoren Anzahl der Besucher*innen Häufigkeit der Öffnung Anzahl Reparaturen Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionen: mittel (je nach Ausprägung) Laufende Kosten: mittel (je nach Ausprägung) Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 96 | Wuppertal Institut Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Weitere Informationen zur Bewertung befinden sich unter der Maßnahme AM.7 („Un- terstützung von Reparaturwerkstätten“). Aufbau mobiler Reparaturdienste Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen ZV.3 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Vorbereitung zur Wieder- verwendung ZV.2 AM.7 BK.1, BK.2 Kurzbeschreibung Durch einen mobilen Reparaturdienst wird ein barrierefreies Angebot entste- hen, welches an herkömmliche Reparaturwerkstätten und bereits etablierte Repair-Cafés anknüpft. Dabei sind auch Kooperationen erwünscht, damit aus den bisherigen Erfahrungen gelernt werden kann. Insbesondere nicht-mobile Personen, die ihr Zuhause nicht verlassen können, wie bspw. Senior*innen, sollen hiermit bei der Abfallvermeidung und Wiederverwendung unterstützt werden. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Kontaktaufnahme zu bereits bestehenden Reparaturwerkstätten und Re- pair-Cafés Schaffung einer Anlaufstelle Klärung von Zuständigkeiten Aufteilen von Bezirken Zusammenstellung von Teams aus verschiedenen Akteur*innen Sicherstellung der Erreichbarkeit über verschiedene Medien Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen A2 – Reduktion der Fehlwurfquoten Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Reparaturdienste, Werkstätten Handwerksbetriebe Repair-Cafés Betroffene Abfall- ströme Elektroaltgeräte Sperrmüll Restmüll (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl durchgeführter Reparaturen Kostenaufwand Investitionskosten: niedrig Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Zur Bewertung siehe Maßnahme AM.7 („Unterstützung von Reparaturwerkstätten“). Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 97 Unterstützung bei der Errichtung von Leihbars und Tauschbörsen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen ZV.4 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung ZV.2 AM.6, AM.7 BK.1, BK.2 Kurzbeschreibung Leihbars und Tauschbörsen bieten die Möglichkeit, verschiedenste Produkte wie Werkzeuge, Haushaltsartikel, Bücher, Kleidung, Spiele/Spielzeug etc. zu leihen oder untereinander zu tauschen oder auch zu verschenken, damit diese nicht selbst bzw. mehrfach ange- schafft werden müssen. Der AWB Köln hat bereits eine Online-Tauschbörse eingerichtet (https://www.awbkoeln.de/tauschboerse/). Es können parallel dazu an zentralen Orten mit hoher Frequentierung Leihbars und Tausch- börsen aufgebaut werden, z. B. Tauschregale, Leihschränke oder an- dere Abgabestellen an öffentlich zugänglichen Orten, in Bildungs- und Kulturzentren, in Bibliotheken, auf den Wertstoffhöfen u. ä. Die Einrichtung soll zudem zukünftig bereits bei der Entwicklung von Wohnquartieren berücksichtigt werden. Beispiele/Vorbilder: https://www.hinsundkunzt.de/werkzeugverleih/index.php https://wunschnachbarn.de/werkstatt/ Handlungsschritte/ Vorge- hensweise Ausbau des Konzepts (Finanzierung, Aufbau/Ablauf, Verantwort- lichkeiten) Standorte/Räume, Material und Personal finden Ggf. Gründung eines Vereins Ggf. Unterstützung durch Fördermittel der Stadt Köln Bekanntmachung Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen A1 – Reduzierung der deponierten Abfallmengen Zuständigkeit (Hauptverant- wortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfall- wirtschaftsbetrieb Mögliche Kooperations- partner*innen Quartiersmanager Betroffene Abfallströme Restmüll Elektroaltgeräte Altpapier Alttextilien (Messbare) Erfolgsindikato- ren Anzahl errichteter Bars und Börsen Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Weitere Informationen zur Bewertung befinden sich bei Maßnahme AM.8 („Anlauf- stellen für wiederverwendbare Artikel/Materialien“). Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 98 | Wuppertal Institut Reduzierung von Postwurfsendungen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen ZV.5 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung BK.1, BK.2 GH.3 Kurzbeschreibung Es sollen Maßnahmen erarbeitet und eingesetzt werden, mit denen die Masse der Postwurfsendungen reduziert werden kann. Dazu gehört die Prüfung des sog. „Opt-in“, bei dem der Endkunde nur auf ausdrückliches Zustimmen eine Werbekontaktaufnahme erhält. In der Stadt Köln könnte dies für die Werbe- und Postwurfsendungen mit Hilfe von Aufkle- bern an Briefkästen eingeführt werden. Somit tut der/die Empfänger*in der Sendung eindeutig Kund, dass der Erhalt dieser Sendung gewünscht wird. Dadurch ist eine präzisere Anzahl bei der Produktion der Wurfsendungen be- rücksichtigbar. Zudem soll ein gemeinsames Vorgehen mit Handel und Unternehmen entwi- ckelt werden, um die Menge unerwünschter Prospekte zu reduzieren. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Hauptzuständigkeit konkretisieren Entwicklung eines Konzepts Einbindung Handel / Unternehmen Anschaffung bzw. Gestaltung von Aufklebern und Verbreitung Anbringen der Aufkleber am Briefkasten Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Postzustellende Unternehmen Auftraggebende Unternehmen Kölner Bürger*innen Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Mögliche Kooperati- onspartner*innen Zero Waste Köln e.V. Betroffene Abfall- ströme Altpapier LVP (Wertstofftonne) (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Rückgang der Auflagen an Wurfsendungen [Stück] Reduzierung des Altpapiers [Tonnen pro Jahr] Kostenaufwand Keine Zusatzkosten Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Nach Angaben des Weltpostverbands erhält in Deutschland jeder Haushalt jährlich 46 kg Werbematerial pro Jahr54; damit liegt Deutschland im weltweiten Vergleich an fünfter Stelle – nur übertroffen von den USA, der Schweiz, Slowenien und Estland. Die Einführung einer Opt-In Lösung für Werbung und kostenlose Zeitungen könnte zu einer Reduktion dieser Mengen auf ca. die Hälfte führen, was dann in der Grö- –––– 54 Fibers in Process 2018. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 99 ßenordnung von Ländern wie Frankreich liegen würde, wo genau solche Regelun- gen regional schon vorgeschrieben sind. Die Maßnahme würde damit bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße in Köln von 1,88 Personen zu einer pro Kopf Ab- fallvermeidung von ca. 12 kg führen. Im Rahmen des Zero Waste Kiel Konzepts wurde hier nur die Maßnahme „Förderung von „Keine Werbung bitte“ Klebern“ be- rücksichtigt, was aufgrund der Notwendigkeit einer eigenen Initiative mit einem deut- lich niedrigeren Vermeidungseffekt abgeschätzt wurde (- 0,2% der Siedlungsabfall- menge bzw. 1 kg pro Kopf und Jahr). Dabei wäre zum einen zu berücksichtigen, dass diese Papierabfälle in der Regel ei- ner separaten Sammlung zugeführt werden und damit eine vergleichsweise hohe Recyclingquote aufweisen dürften. Auf der anderen Seite weisen solche hochwerti- gen Papierprodukte eine hohe Klimaintensität auf – die Vermeidung der 12 kg pro Kopf und Jahr würde damit eine CO2-Einsparung von 7 kg bedeuten, hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung Kölns also ca. 8.000 Tonnen. Wiederverwendung alter Fahrräder Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen ZV.6 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung ZV.2 AM.5, AM.7 Kurzbeschreibung Durch AWB und Umweltzentrum Nord wurden bereits alte, kaputte und nicht mehr genutzte Fahrräder aus dem Stadtraum gesammelt und zum Teil repariert. Diese Maßnahme soll ausgebaut und weiter- entwickelt werden. Es wird ein Konzept entwickelt, wie eingesam- melte Fahrräder in herkömmlichen Werkstätten oder (mobilen) Re- pair-Cafés repariert und aufbereitet werden können. Damit wird die Nutzungsdauer der Räder verlängert und gleichzeitig werden Repair- Cafés gefördert und der Stadtraum gesäubert. Hierbei kann auch eine Einbindung Jugendlicher z. B. aus Brennpunktvierteln umge- setzt werden. Die Sammlung soll zu festgelegten Terminen stattfinden. Die Maß- nahme kann an die vom Ordnungsamt der Stadt Köln bereits stattfin- denden Einsammlungstermine angeknüpft werden. Die Fahrräder sollen versteigert, für einen guten oder gemeinnützigen Zweck ver- kauft oder z. B. an eine Hilfsorganisation verschenkt werden. Handlungsschritte/ Vorge- hensweise Verantwortliche für die Organisation finden Durchführende und Unterstützer (Sammler, Fahrer, Fahrzeughal- ter, Werkstätten etc.) finden Sammeltermine weit im Vorfeld festlegen Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduktion der Restmüllmengen Zuständigkeit (Hauptverant- wortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfall- wirtschaftsbetrieb Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 100 | Wuppertal Institut Umweltzentrum Köln / ÖKOBAU gGmbH Stadt Köln – Amt 32 Ordnungsamt Mögliche Kooperations- partner*innen Repair-Cafés Jugendzentren Werkstätten Betroffene Abfallströme Sperrmüll Altfahrzeuge (Messbare) Erfolgsindikato- ren Gesammelte Fahrräder Reparierte Fahrräder Weitergegebene Fahrräder Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: niedrig Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Kurz- bis mittelfristig (je nach Ausgestaltung) Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die Sammlung alter Fahrräder und Rolle trägt – soweit sie nicht über zuvor beschrie- bene Angebote einer Reparatur zugeführt werden, insbesondere zur Reduktion der Vermüllung der Umwelt bei; jedoch nur sehr begrenzt zur Vermeidung von Abfällen. 8.3.4 Maßnahmen zur Bildung und Kommunikation Aufklärung und Sensibilisierung durch Kampagnen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen BK.1 - alle Zielgruppen/Akteure - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Information, Bildung u. Beratung Begleitung für viele der übri- gen Maßnah- men Kurzbeschreibung Es existieren bereits kommunale Informationskampagnen der Stadt Köln und der AWB. Diese sollen weiter ausgebaut werden. Durch Aufklärungs- und In- formationskampagnen in Schulen, Universitäten, Jugendzentren und Betrie- ben sowie mit z. B. wirkungsvollen Plakatmotiven im öffentlichen Raum (Stadtinformationsanlagen) soll eine Aufklärung und Sensibilisierung der brei- ten Bevölkerung hinsichtlich Zero-Waste-Verhaltensweisen und weniger Res- sourcenverschwendung erreicht werden. Durch Beratungsstellen, das päda- gogische Beratungsteam der AWB bzw. dem geplanten „Zero-Waste-Team“ oder Workshop-Anbieter*innen können Schulungen, Workshops und Semina- ren stattfinden. Dabei können auch folgende Punkte Inhalt sein: Ausbildung von Multiplikatoren Sensibilisierung von Vermieter*innen Weiterentwicklung der mehrsprachigen Recyclingtipps und Aufklärungspla- kate an Behältern und Containern Verstärkung zielgruppenangepasster Aufklärungsarbeit durch Abfallberater Konzeption einer weitreichenden Kampagne, um insbesondere Young Ur- bans zu sensibilisieren Förderung themenspezifischer Workshops der Stadt Köln (z. B. im Rahmen von „Smartcity Cologne“) Handlungsschritte/ Vorgehensweise Recherche und Nutzung von Erfahrungen aus anderen Städten Entwicklung von Ideen, wie alle Personenkreise erreicht werden können Suchen, Finden und Fördern von Kooperationspartnern Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung Konzeptionelle Planung, Gestaltung und Umsetzung geeigneter Motive Unterstützung durch Agenturen bei Erarbeitung von Informationsmaterial Prominente Platzierung in Print- und Digitalmedien Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 101 Ziel Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Amt 57 Umwelt- und Verbraucherschutzamt Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Stadt Köln - Amt 1000 Zentrale Dienste Stadt Köln - Amt 13 Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Mögliche Kooperati- onspartner*innen Verbraucherzentralen Aktive Vereine/Initiativen Jugendgruppen / -organisationen / -zentren Betroffene Abfall- ströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl durchgeführte Veranstaltungen und Teilnehmer*innen Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Bürgerkontakte mit entsprechendem Bezug Zahl der jährlichen Litteringmeldungen Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Das Abfallvermeidungspotenzial durch „Informationen zu Abfallvermeidung im Allge- meinen" kann nicht genau beziffert werden, da es z.B. von dem jeweiligen Umfang der Informationskampagne abhängt. Zudem besteht seit mehreren Jahren die Er- kenntnis aus der verhaltenswissenschaftlichen Forschung, dass einerseits übermit- telte Informationen nicht zwangsläufig zur gewünschten Einstellung und andererseits bestimmte Einstellungen nicht automatisch zu dem erwünschten Verhalten führen55. Daher handeln umweltbewusste Menschen nicht zwangsläufig auch umweltschonen- der bzw. auch abfallvermeidendes Verhalten muss grundsätzlich erst erlernt werden, was viel Zeit und Regelmäßigkeit erfordert. Zudem ist Abfallvermeidung kein homo- genes Verhalten56, es ist im Gegenteil sehr vielfältig und umfasst bspw. bewusstes und verpackungsfreies Einkaufen, den Kauf von Gebrauchtwaren, den bewussten Umgang mit Lebensmitteln etc. und muss als solches auch jeweils spezifisch adres- siert werden. Somit können Informationsangebote als Begleitmaßnahme zur Förderung von Abfall- vermeidungsverhalten dienen, sodass das Potenzial zur Abfallvermeidung dieser Maßnahme isoliert betrachtet mit 3 % eingeschätzt wurde – basierend auf Good –––– 55 Shove et al. 2012. 56 Bortoleto 2015. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 102 | Wuppertal Institut Practice Beispielen wie z. B. der ReUse Kampagne in Berlin57. Somit könnte mit die- ser Maßnahme in Köln eine Reduktion der Siedlungsabfälle um 14 kg/(EW*a) be- wirkt werden. Ausbau bestehender Beratungs- und Bildungsangebote mit Fokus auf Zero Waste Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen BK.2 - alle Zielgruppen/Akteure - Information, Bildung u. Beratung Begleitung für viele der übri- gen Maßnah- men Kurzbeschreibung Die bestehenden Beratungsangebote, z. B. pädagogische Beratungsange- bote der AWB Köln für Kinder, Jugendliche und Erwachsene über Abfallver- meidung, Wertstoffsammlung und Stadtsauberkeit, Informationen und Vor- träge mit Fokus auf „Keine Verschwendung“ bzw. Zero Waste sollen ausge- baut werden. Sie sollen auch der Beratung und Unterstützung bei der Konzi- pierung und Umsetzung von Maßnahmen zur Abfallvermeidung dienen. Zielgruppen sind neben allen Dienststellen und öffentlichen Einrichtungen der Stadt Köln auch Betriebe und Unternehmen, sowie die Zivilgesellschaft. Alle sollen einen festen Ansprechpartner haben, um Maßnahmen zur Abfall- vermeidung effektiv gestalten und umsetzen zu können. Die in Köln schon seit vielen Jahren bestehenden Maßnahme „Hallo Nach- bar, danke schön“ unter Federführung des Umwelt- und Verbraucherschutz- amtes der Stadt Köln dient als positives Beispiel und Blaupause. Eine Be- wusstseinsbildung und Aktivierung von Bewohner*innen sozial benachteilig- ter Quartiere in Sachen Müllvermeidung und Umweltschutz und Pflege des eigenen Lebensumfeldes wird hier seit 15 Jahren erfolgreich praktiziert. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Sammlung bereits existierender Leitfäden und Konzepte Ergänzung der Sammlung durch noch zu entwickelnde Leitfäden und Kon- zepte Nutzung von Multiplikatoren und Öffentlichkeitsarbeit zur Verbreitung ggf. Erstellung einer eigenen Homepage zur Bündelung Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung Ziel Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH AVG Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Stadt Köln – Amt 57 Umwelt- und Verbraucherschutzamt Mögliche Kooperati- onspartner*innen Schulen und Kitas Schulamt Kinder- und Jugendamt Andere Initiativen, die Bildungsangebote machen (z. B. KRAKE) Zero Waste Köln e.V. Betroffene Abfall- ströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl der Anfragen zu den Angeboten Anzahl der Teilnehmer*innen ggf. Anzahl der Besucher*innen der Homepage –––– 57 Nähere Informationen unter: https://zero-waste-berlin.de/. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 103 Kostenaufwand Keine Zusatzkosten Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die Maßnahme „Ausbau bestehender pädagogischer Beratungs- und Bildungsange- bote“ kann bspw. das Angebot und den Einsatz von Schulmaterial bedeuten, das sich thematisch mit dem Thema Abfall bzw. Möglichkeiten zur Abfallvermeidung be- schäftigt. Idealerweise werden die Lerninhalte in eine ressourcenbewusste Gestal- tung der Schulabläufe (Mehrwegangebote im Catering, Durchführung von abfallar- men Festen, Schulgärten zur Bildung etc.) integriert. Beides kann Lehrer*innen bzw. Schüler*innen für die Gestaltung von Unterrichtsstunden und Aktionstagen oder Akti- onswochen zur Verfügung gestellt und gemeinsam durchgearbeitet werden. Good Practice Beispiele wie das Projekt „Zero Waste Schule“, das vom Zero Waste Köln e.V. ins Leben gerufen wurde, bieten Konzepte, die gezielte und kontinuierliche Zero-Waste-Lerninhalte im Unterricht, darunter Zero Waste im Allgemeinen, Lebens- mittel, Reparaturen und Nähen aber auch den ganz konkreten Umgang mit Materia- lien und Wertstoffen an der Schule adressieren. Auf Basis solcher Beispiele kann vor allem das mittelfristige Potential auf 5 % geschätzt werden, was eine Reduktion der Siedlungsabfallmengen um 24 kg/(EW*a) bedeutet. Regelmäßige Wochenend-Veranstaltungen/Marktplatzfeste zu Zero Waste Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen BK.3 - alle Zielgruppen/Akteure - Information, Bildung u. Beratung BK1, BK.2 AM.8, AM.9 ZV.2, ZV.4 Kurzbeschreibung Es sollen regelmäßige Wochenend-Veranstaltungen/Marktplatzfeste in unter- schiedlichen Veedeln zum Thema „Abfall vermeiden“/„Wertvoller Ab- fall“/„Zero-Waste-Markt“ stattfinden. Hier soll die Nachbarschaft zusammen- kommen und rund um das Thema informiert werden in Verbindung mit einem Unterhaltungs- und Mitmach-Programm. Das Schadstoffmobil wird vor Ort sein, es wird möglich sein, Sperrmüll dort abzugeben oder gut erhaltene Gegenstände, wie kleine Möbel oder Kleidung, zu tauschen. Ein Rahmenprogramm wird den Bürger*innen Reparaturen bie- ten, in Mini-Workshops wird gezeigt, wie Kleidung ausgebessert werden kann, es wird nur Mehrwegangebote bei Verzehr geben, Müll wird getrennt gesammelt. Mit städtischen Rabattangeboten, einem Open-Air-(Fahrrad)-Repair-Café, Abfall-Abgabe-Möglichkeiten, Abfallberatung etc. Beispiele/Vorbilder: Berliner „Kieztage“ der BSR Handlungsschritte/ Vorgehensweise Erstellung eines Veranstaltungskonzepts, das flexibel auf die jeweiligen Ve- edel reagieren kann Recherche zu Aktiven und Engagierten im Veedel Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 104 | Wuppertal Institut Vernetzung mit Kooperationspartner*innen, Initiativen und Unternehmen aus dem jeweiligen Veedel Ziel Ü1 – Reduktion Siedlungsabfälle Ü2 - Reduktion Restmüll / Sperrmüll Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Stadt Köln - 236 Marktverwaltung Mögliche Kooperati- onspartner*innen Zero Waste Köln e.V. Lokale Vereine, aktive Privatpersonen Unternehmen mit Fokus Nachhaltigkeit, Engagement bei Abfallvermeidung AGORA Köln Betroffene Abfall- ströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl der Veedels-Feste Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Rückmeldung der Bürgerschaft vor Ort (Umfrage-Box) Kostenaufwand Investitionskosten: niedrig Laufende Kosten: mittel Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Diese Maßnahme wurde gemeinsam mit den Maßnahmen ZV.1 („Ausrichtung eines regelmäßigen Zero-Waste-Festivals“) und BK.4 („Ausrichtung eines Zero-Waste- Kunstwettbewerbs“) bewertet. Weitere Informationen zur Bewertung siehe Maß- nahme ZV.1. Ausrichtung eines Zero-Waste-Kunstwettbewerbs Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen BK.4 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Öffentliche Verwaltung, Betriebe, Po- litik u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Information, Bildung u. Beratung BK.1, BK.2 ZV.1 Kurzbeschreibung Mit der Ausrichtung eines Zero-Waste- Kunstwettbewerbs soll das Ziel verfolgt werden, Bürger*innen für das Thema Abfallvermeidung zu sensibilisieren und alternative Nutzungen von unvermeidbaren Abfällen zu finden. Der Kunstwettbewerb kann in Verbindung mit einem Zero-Waste- Festival durchgeführt werden, so dass die Preisverleihung mit der Ehrung der Gewinner*innen während des Festivals erfolgen kann. Die Kunstwerke können im Anschluss an den Wettbewerb bei der AVG und der AWB ausgestellt werden. Beispiele/Vorbilder: https://www.gag-koeln.de/wir-fur-koln/aktiv-in-koln/kunst-kultur/ https://krake.koeln/projekte/muellseum/ Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 105 Handlungsschritte/ Vorge- hensweise Kontaktaufnahme zu GAG, KRAKE e.V. sowie zu den Verantwortli- chen des Zero-Waste-Festivals Weitere Akteure aus der Wohnungswirtschaft einbinden Ziel Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverant- wortung in fett) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln – Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfall- wirtschaftsbetrieb AVG Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH Mögliche Kooperations- partner*innen Organisatoren des Zero-Waste-Festivals GAG Immobilien AG K.R.A.K.E. e.V. Betroffene Abfallströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsindikato- ren Anzahl Teilnehmer*innen am Wettbewerb Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: niedrig Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Kurzfristig (ggf. abhängig von Zero-Waste-Festival) Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Weitere Informationen zur Bewertung siehe Maßnahme ZV.1 („Ausrichtung eines re- gelmäßigen Zero-Waste-Festivals“). Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 106 | Wuppertal Institut 8.3.5 Maßnahmen des Gewerbes, Handels und der Gastronomie Förderung der Vermeidung und Rettung von Lebensmittelabfällen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen GH.1 - Gastronomie, Handel u. Events - [GHE] - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung GH.3, GH.4 BK.1, BK.2 AM.6 Kurzbeschreibung Zur Rettung von Lebensmittelabfällen wird eine Kooperation mit Tafeln und ähnlichen Organisationen und Vertreiber*innen sowie Produzent*innen von Lebensmitteln angestrebt. Die Reduzierung dieser Art Abfallmengen soll z. B. durch ein zentralisiertes Meldesystem die entsprechende Organisation der Erfassung Aktionen in der Region wie das Brandenburgische „Koch sucht Bauer, Bauer sucht Koch" (www.bauer-sucht-koch.de/) Förderung und Ausbau der bereits bestehenden Aktivitäten zum Foodsha- ring, z. B. „Togoodtogo“ Der nachhaltigkeits-Guide der AWB www.awbkoeln.de/abfall-vermeiden) Umstellung des Kantinenbetriebs aller öffentlicher Einrichtungen nach den Standards einer abfallvermeidenden Praxis erreicht werden. Weitere Unterstützung kann auch durch die Bereitstellung von mietfreien Räumlichkeiten, die Übernahme von Betriebs- und Nebenkosten, durch kleine Zuschüsse, Sachspenden und Fördergelder erfolgen. Hierfür werden zunächst Mittel aus dem Gebührenhaushalt genutzt werden. Durch das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln wird gemein- sam mit dem Ernährungsrat das Pilotprojekt „STERN Kitas“ umgesetzt. Es wird angestrebt Bildungsangebote in den Schulen und Kitas im Bereich Wert- schätzung von Lebensmitteln und Reduzierung von Lebensmittelabfällen wei- ter zu etablieren. Beispiele/Vorbilder: https://toogoodtogo.de/de https://www.bauer-sucht-koch.de/ https://foodsharing.de/ https://stern-kita.koeln/ Handlungsschritte/ Vorgehensweise Konzeption Erfassungssystem Auswahl Kooperationspartner*innen, Tafel o. ä. Auswahl beteiligungswilliger Unternehmen Durchführung von Informationsveranstaltungen zur Arbeit der Tafeln Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduktion der Restmüllmengen Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Amt 57 - Umwelt- und Verbraucherschutzamt AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Mögliche Kooperati- onspartner*innen Tafeln in Köln Restaurants, Gastronomiebetriebe, Märkte Supermärkte, Lebensmittelläden IHK HWK Kreishandwerkerschaft Innungen (Bäcker, Metzger) Zero Waste Köln e.V. Betroffene Abfall- ströme Bioabfall Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 107 (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Mengen geretteter Lebensmittel Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: mittel Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Events oder Aktionen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen zielen auf die öffent- lichkeitswirksame Darstellung der Möglichkeiten zur Wiederverwendung von Lebens- mitteln bzw. zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Die Veranstaltungen sollen aufzeigen, dass und auch wie vermeintlich nicht mehr nutzbare Lebensmittel noch verzehrt oder durch Verarbeitung anderweitig für die Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden können. Dies betrifft Lebensmittel deren Mindesthaltbar- keitsdatum überschritten wurde sowie auch Reste, die bei der Vorbereitung und Zu- bereitung von Speisen entstehen oder übrigbleiben. Die damit verbundenen Vermeidungseffekte sind stark abhängig von der konkreten Umsetzungsform, mit Blick auf die noch immer hohe Menge an Lebensmittelabfällen (durchschnittlich pro Kopf und Jahr: 78 kg58), kann das Potential grob auf eine Re- duktion um 10 kg/(EW*a) der Siedlungsabfallmenge (Reduktion um 2 %) geschätzt werden. Die damit verbundenen Klimawirkungen wären angesichts der ressourcen- intensiven Herstellung und Transportlogistik noch höher einzuschätzen; ebenso die Reichweite solcher Maßnahmen. Unterstützung der Integration von Mehrweg-/Pfandsystemen für Gastro- nomie und Veranstaltungen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen GH.2 - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung GH.3, GH.4 EV.4 Kurzbeschreibung Die seit dem 01.01.2023 geltende Mehrweg-Angebotspflicht für Gastronomie und Handel soll unterstützt werden. Damit soll es mehr Angebote in Super- märkten, im Einzelhandel, in der Betriebsgastronomie und in Kantinen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen und anderen Events geben, die ermögli- chen, Mehrwegbehälter oder eigene Behälter zu nutzen. Bei Ausschreibun- gen für die Wochenmärkte werden Stände bevorzugt, die Mehrweg-/Pfand- systeme anbieten. Als zusätzlichen Anreiz zur Nutzung könnten z. B. trans- portable Spülküchen begleitend aufgestellt werden, als bereits in der Umset- zung befindliches Beispiel ist hier das Geschirrmobil des Umweltzentrums der Stadt Köln zu nennen. (Groß-)Veranstaltungen werden nur mit Nutzung eines mit Mehrweg-/Pfandsystems genehmigt. Zum Teil wird dies in Köln be- reits umgesetzt und auch einige flankierende Maßnahmen dieses Konzepts –––– 58 Umweltbundesamt 2022c. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 108 | Wuppertal Institut dienen der Unterstützung. Zur weiteren Etablierung könnten Mehrweg- /Pfandsysteme städtisch gefördert werden. Beispiele/Vorbilder: https://recup.de/ https://www.vytal.org/ https://greengastroguide.de/ Es ist das Ziel, Gastronomie, Handel und Veranstalter*innen als auch End- konsument*innen für die Integration und Nutzung von Mehrweglösungen im To-Go-Bereich zu sensibilisieren. Ein frühzeitiges Onboarding von Akteur*in- nen aus Wirtschaft, Gastronomie und der Zivilgesellschaft mit entsprechen- den Austauschrunden zu den Erfahrungen sollen helfen, optimale Hand- lungsschritte und geeignete Systeme zu finden. Auch eine Erhebung einer örtlichen Verpackungssteuer auf die Ausgabe von Speisen und Getränken in Einwegverpackungen kann nach dem richtungsweisenden Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts in Leipzig vom 24.05.2023 einen Weg aufzeigen. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Sichtung der aktuellen Angebote Klärung des Bedarfs der Nutzer*innen Informationskampagnen und Organisation von Workshops (Runder Tisch) Gewinnung von Unternehmen / Kantinen / Lieferdiensten etc. als Vorreiter ggf. Einrichtung von Rückgabestationen an öffentlichen Orten Klärung der finanziellen Fördermöglichkeiten Prüfung einer kommunalen Verpackungssteuer Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb Stadt Köln – Amt 57 Umwelt- und Verbraucherschutzamt Stadt Köln – Amt 32 Ordnungsamt Mögliche Kooperati- onspartner*innen Anbieter*innen von Mehrwegsystemen Gastronomie- und Veranstaltungsbranche Betroffene Abfall- ströme Restmüll Altpapier LVP (Wertstofftonne) (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Ausgegebene Mehrwegbehältnisse Anzahl der Veranstaltungen Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Ein spezieller Ansatzpunkt für die Vermeidung von Abfällen bei städtischen Events ist die verpflichtende Nutzung von Mehrweg-Geschirr. Für die Abschätzung des Ab- fallvermeidungspotentials wird dabei häufig auf das Münchner Oktoberfest hinge- wiesen, wo ein solches Mehrweggebot bereits seit 1990 existiert und zu einer deutli- chen Reduktion des Abfallaufkommens geführt hat59. Allerdings bietet das Oktober- fest mit dem abgeschlossenen Gelände auch besonders günstige Voraussetzungen. Insgesamt wird das spezifische Potential dieser Maßnahme in Ergänzung zu den –––– 59 Koop et al. 2022, S. 103. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 109 allgemeinen Zero Waste Konzepten für Events auf eine ähnliche Größenordnung geschätzt (1% des Siedlungsabfalls, also 5 kg/(EW*a)), basierend u.a. auf Erfahrun- gen in Bayreuth60. Leitfäden und Handreichungen zur Abfallvermeidung für Dienststellen, Gastronomie und Handel sowie Veranstaltungen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen GH.3 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Information, Bildung u. Beratung gH.4 BK.1, BK.2 Kurzbeschreibung Um bei möglichst vielen Veranstaltungen und Events in Köln im Sinne der Abfallvermeidung, Nachhaltigkeit und des entsprechenden Umgangs mit Ressourcen handeln zu können, werden verstärkt Leitfäden und Konzepte mit praxisbezogenen Empfehlungen zum Thema „Zero Waste“ entwickelt und verbreitet. Es werden sowohl bereits vorhandene Leitfäden wie z. B. das BMUV-Papier „Nachhaltige Sportveranstaltungen“ als auch noch zu entwi- ckelnde Konzepte und Maßnahmen verstärkt in Umlauf gebracht. Hierbei werden alle zur Verfügung stehenden Medien verwendet und eine Barriere- freiheit sichergestellt. Diese Maßnahme dient nicht nur der Sensibilisierung mit den entsprechen- den Themen und der Vermeidung von Abfällen in den entsprechenden Ver- antwortungsbereichen, sondern auch der dazugehörigen Vernetzung unter den Akteur*innen und Veranstalter*innen. Eine Handreichung von der Stadt Köln ist bereits in der Planung. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Sammlung bereits existierender Leitfäden und Konzepte Ergänzung der Sammlung durch noch zu entwickelnde Leitfäden und Kon- zepte Nutzung von Multiplikatoren und Öffentlichkeitsarbeit zur Verbreitung ggf. Erstellung einer eigenen Homepage zur Bündelung Ziel Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Amt 26 Gebäudewirtschaft der Stadt Köln Mögliche Kooperati- onspartner*innen Zero Waste Köln e.V. Veranstalter*innen Dienstleister*innen für Veranstaltungen (Catering, Messebauer, Musik-/Un- terhaltungsbranche, Logistik, …) Betroffene Abfall- ströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Anzahl der Leitfäden und Konzepte Anzahl der Anfragen zu Leitfäden und Konzepten ggf. Anzahl der Besucher der Homepage Anzahl Interessent*innen Kostenaufwand Investitionskosten: niedrig Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Kurzfristig –––– 60 Nähere Informationen siehe: https://www.landkreis-bayreuth.de/letsgomehrweg/. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 110 | Wuppertal Institut Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Durch konkrete Leitfäden und Handreichungen können für das Thema Abfallvermei- dung schon sensibilisierte Akteur*innen unterstützt werden, solche Ideen auch in die Praxis umzusetzen, bspw. auf ihren Dienststellen bzw. in Gastronomiebetrieben. Häufig helfen solche Handreichungen, Vorgesetzte von der Umsetzbarkeit zu über- zeugen und damit Handlungsblockaden zu lösen. Ein konkretes Beispiel sind Ange- bote in München, Plakate von der Landeshauptstadt München bestellen oder herun- terladen zu können (anpassbar mit eigenem Logo). Auf diesen sollen Hinweise zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung angegeben werden (z. B.: „Nimm deine Reste mit“; „Bestelle dir eine kleinere Portion und erhalte ggf. Nachschlag“), sofern diese Möglichkeiten im jeweiligen Betrieb gegeben sind). Außerdem soll ein QR-Code abgedruckt sein, der auf die Zero-Waste-Plattform/App verlinkt, auf wel- cher zusätzliche Informationen gefunden werden können. Das Abfallvermeidungspo- tential ist dabei natürlich stark abhängig von den konkreten Angeboten und kann mit 1 % des Siedlungsabfallaufkommens (5 kg/(EW*a)) kalkuliert werden. Da es häufig um Lebensmittelabfälle geht, wäre der Klimaschutzeffekte etwas höher anzusetzen, da diese ansonsten häufig zusammen mit dem Restmüll thermische verwertet wer- den. Entwicklung von Informations- und Beratungsangeboten mit IHK, HWK und KölnBusiness GmbH Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen GH.4 - Gewerbe, Bau u. Industrie [GBI] - Information, Bildung u. Beratung GH.3 BK.1, BK.2 Kurzbeschreibung Es werden geeignete Informations- und Beratungsangebote (Leitfaden, Tipps, Austausche) mit der IHK, HWK und der KölnBusiness GmbH entwi- ckelt, um Kölner Unternehmen für mehr Abfallvermeidung und Recycling zu sensibilisieren. Auf den seit 2021 durchgeführten Wettbewerb „GoingCircular“ und die IHK Recyclingbörse soll aufgebaut werden. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Abstimmung der Ausrichtung der Informations- und Beratungsangebote Erstellung konkreter Angebote Angebote der Zielgruppe verfügbar machen Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb IHK, HWK, KölnBusiness GmbH AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln - Dez. VIII/2 Koordinationsstelle Klimaschutz Mögliche Kooperati- onspartner*innen Kölner Unternehmen Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 111 Betroffene Abfall- ströme Sämtliche Fraktionen (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Reduzierung der betreffenden Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Anzahl Interessent*innen Kostenaufwand Keine Zusatzkosten Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz In vielen Betrieben bestehen noch Potenzial für Ressourceneffizienz und Abfallver- meidung, die bislang nicht realisiert werden. Öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger sind gegenüber privaten Haushalten, aber auch Gewerbebetrieben zur Information und Beratung über Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen verpflich- tet. Entsprechend des novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes richtet sich die Ab- fallberatungspflicht künftig noch stärker auf Aspekte und Maßnahmen der Abfallver- meidung aus. Eine Beratung wird auch heute schon von den Industrie-, Handels und Handwerkskammern vorgenommen – entsprechende Angebote könnten noch weiter ausgebaut werden. Die Effekte einer solchen Maßnahme sind schwer abschätzbar, da ähnliche Ange- bote schon heute z.B. durch die Effizienzagentur NRW existieren. Basierend auf Er- fahrungen z.B. in laufenden ÖKOPROFIT Projekten zeigt sich jedoch, dass solche Maßnahmen immer wieder neue Unternehmen erreichen und damit zu einer Vermei- dung von bis zu 10 % der Gewerbeabfälle61 führen könnten – selbstverständlich ab- hängig von den hier zur Verfügung gestellten Ressourcen, z.B. Personalkapazitäten. 8.3.6 Maßnahmen des Bausektors Erfassung von Bau- und Abbruchabfällen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen BAU.1 - Gewerbe, Bau u. Industrie [GBI] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Recycling / stoffliche Ver- wertung BAU.2, BAU.3 GH.4 Kurzbeschreibung Es besteht bereits eine Baustoff-Recyclingbörse der IHK. Zudem arbeitet die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln mit dem Unternehmen Concular im Rah- men des Pilotprojektes „Zirkuläres Bauen“ zusammen. Die AVG betreibt Ge- werbe- und Baustellenabfallrecycling. Die Gewerbeabfallverordnung ver- pflichtet Erzeuger und Besitzer von Bau- und Abbruchabfällen zur getrennten Sammlung und Beförderung dieser, um sie der Vorbereitung zur Wiederver- wendung oder dem Recycling zuzuführen. Sie sind zudem zur Dokumenta- tion verpflichtet, sofern es sich um mehr als 10 m³ Abfall insgesamt handelt. Die Dokumentation ist auf Verlangen dem Umwelt- und Verbraucherschutz- amt der Stadt Köln vorzulegen. –––– 61 Daten zum Aufkommen der Gewerbeabfälle in Köln sind nicht verfügbar, weswegen eine genaue Berechnung der Abfallver- meidungsmengen nicht möglich ist (siehe hierzu auch Kapitel 3.1). Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 112 | Wuppertal Institut Die Erfassung der entsprechenden Abfälle soll zentral aufgebaut und gesteu- ert werden. Mit der Erfassung der unterschiedlichen Stoffströme sollen (auch in Verbindung mit der Baustoff-Recyclingbörse der IHK) Abbruchmaterialien gezielter wiederverwendet bzw. Abfall effizient vermieden werden. Handlungsschritte/ Vorgehensweise Hauptzuständigkeit konkretisieren Evaluation vorhandener Angebote Prüfung und Vereinbarung ergänzender Handlungsbedarfe Erarbeitung von Angeboten zur Stärkung des Recyclings von Bau- und Ab- bruchabfällen Ziel Ü1 – Reduktion der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge A1 – Reduzierung der deponierten Abfallmengen A4 – Erhöhung der Getrenntsammlungsquote Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Amt 26 Gebäudewirtschaft der Stadt Köln IHK Köln HWK Köln Stadt Köln - Amt 57 Umwelt- und Verbraucherschutzamt (Vollzugskontrolle Gewerbeabfallverordnung) Stadt Köln - Dez. VIII/2 Koordinationsstelle Klimaschutz Mögliche Kooperati- onspartner*innen KölnBusiness GmbH Unternehmen aus Gewerbe und Industrie Betroffene Abfall- ströme Bau- und Abbruchabfälle (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Reduzierung der betreffenden Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die Erfassung von Daten zum Einsatz von Rohstoffen in Gebäuden über soge- nannte BIM-Systeme kann einen zentralen Hebel für die Vermeidung von Bau- und Abbruchabfällen darstellen; sie ermöglichen insbesondere die Erfassung von Bau- und Abbruchabfällen als mögliches Ausgangsmaterial für die Gewinnung bzw. den Einsatz von Sekundärbaustoffen. Durch die Erfassung von Daten zur technischen Gebäudeausstattung (TGA) können auch schon während der Nutzungsphase eines Gebäudes Vermeidungseffekte erstehen, wenn damit die gezielte Reparatur oder der selektive Austausch von Einzelkomponenten ermöglicht wird. Mit Blick auf die Abschätzung der Vermeidungseffekte ergibt sich demnach für die beiden Maßnah- men BAU.1 („Erfassung von Bau- und Abbruchabfällen“) und BAU.4 („Integration von BIM im Baugewerbe“) eine ähnliche Einschätzung: „Obwohl die tatsächliche Ab- fallvermeidung in diesem Fall erst nach mehreren Jahren sichtbar und messbar wird, ist das Potential als sehr hoch einzustufen.62“ Analysen des Landesamts für Umwelt in Bayern weisen zudem auf mögliche Kosteneinsparungen für Bauherren hin. Der Effekt solcher eher am Ende der Kette ansetzender Maßnahmen kann auf ca. 10 % –––– 62 Leitfaden zur Erstellung kommunaler Abfallvermeidungskonzepte des Bayerischen Landesumweltamtes, S. 26. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 113 der Bau- und Abbruchabfälle geschätzt werden, allerdings mit einer längeren Vor- laufzeit für das Jahr 203563. Förderung von nachhaltigem und ressourcenschonendem Bauen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen BAU.2 - Gewerbe, Bau u. Industrie [GBI] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung BAU.1, BAU.3, BAU.4 GH.3, GH.4 Kurzbeschreibung Die Abfallvermeidung und das nachhaltige und ressourcenscho- nende Bauen (z. B. mit Rezyklatanteil) soll z. B. bereits im Rahmen der Baugenehmigung eingefordert werden. Mögliche Anreize könn- ten die Beschleunigung von Genehmigung bei Einhaltung nachhalti- ger Kriterien, eine mögliche Förderung von nachhaltigen Wohnfor- men/Zwischennutzungen oder bei entsprechenden Bauprojekten sein. Die Nutzung von Freiflächen und Leerstand könnte bei entspre- chenden Rahmenbedingungen erleichtert werden. Eine Selbstver- pflichtung zum nachhaltigen und ressourcenschonenden Bauen wäre eine mögliche Steigerung des Anreizsystems. Beide Maßnahmen sollen für Neu-/Umbauten von öffentlichen sowie privat und/oder gewerblich genutzten Gebäuden in Köln gelten. Beispiele/Vorbilder: https://www.architects4future.de/ https://concular.de/ Förderprogramm Gebäudesanierung und Erneuerbare Energien - klimafreundliches Wohnen des Umwelt- und Verbraucher- schutzamtes der Stadt Köln Für die Erfassung kann auch BIM-Software verwendet werden. Einige Förderprogramme bestehen bereits. Handlungsschritte/ Vorge- hensweise Hauptzuständigkeit konkretisieren Initiierung von Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen Bekanntmachung von BIM Benennung projektverantwortlicher Unternehmen/Verwaltungen Zusammenbringen der Stakeholder Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Zuständigkeit (Hauptverant- wortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfall- wirtschaftsbetrieb Stadt Köln – Amt 26 Gebäudewirtschaft der Stadt Köln Stadt Köln - Amt 63 Bauaufsichtsamt Stadt Köln - Amt 56 Amt für Wohnungswesen Stadt Köln - Amt 57 Umwelt- und Verbraucherschutzamt Stadt Köln - Amt 23 Amt für Liegenschaften, Vermessung und Ka- taster Stadt Köln - Dez. VIII/2 Koordinationsstelle Klimaschutz Mögliche Kooperations- partner*innen Concular und weitere entsprechende Unternehmen Bau- und Abbruchunternehmen Architektur-, Ingenieur- und Planungsbüros –––– 63 Daten zum Aufkommen der Bau- und Abbruchabfälle in Köln sind nicht verfügbar, weswegen eine genaue Berechnung der Abfallvermeidungsmengen nicht möglich ist (siehe hierzu auch Kapitel 3.1). Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 114 | Wuppertal Institut BIM-Software-Anbieter Betroffene Abfallströme Bau- und Abbruchabfälle (Messbare) Erfolgsindikato- ren Erfasste Mengen Bau- und Abbruchabfälle [Tonnen pro Jahr] Mengen wiederverwendbarer Materialien Anzahl Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen Anzahl verkaufter bzw. angewandter Software Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Maßnahmen zur Vermeidung von Bauabfällen wirken aufgrund der langen Nut- zungsdauer von Gebäuden in der Regel nur stark zeitverzögert; damit erhöhen sich dann jedoch auch die Unsicherheiten in der Abschätzung von konkreten Vermei- dungseffekten. Erfolgt die Förderung primär über die Zurverfügungstellung von Infor- mationen, beispielsweise in Form eines Leitfadens zu den Prinzipien des abfallar- men Bauens (mit Blick auf Maßnahmen wie die Wiederverwendung von Gebäudetei- len und Bauelementen (z.B. Sanitäranlagen, Treppen oder Dachkies) oder die Aus- stattung mit gebrauchten Produkten (z.B. Badewanne oder Bodendielen), so sind die Effekte auch sicherlich geringer als bei einer konkreten Anpassung von Verwaltungs- vorschriften. Auf Basis von etablierten Angebotsstrukturen wie z.B. in Wien kann der mögliche Vermeidungseffekt dieser Maßnahme, sowie der Maßnahme BAU.3 („Zir- kuläres Bauen – Pilotprojekt der Gebäudewirtschaft“) auf bis zu 10 % der Abfallmen- gen durch Bau und Abbruch geschätzt werden64. Eine konkrete Berechnung der Ab- fallreduktion ist aufgrund fehlender Daten zum Aufkommen der Bau- und Abbruchab- fälle in Köln nicht möglich. Zirkuläres Bauen – Pilotprojekt der Gebäudewirtschaft Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen BAU.3 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gewerbe, Bau u. Industrie – [GBI] - Abfallvermeidung & Wie- derverwendung - Vorbereitung zur Wieder- verwendung - Recycling / stoffliche Ver- wertung BAU.1, BAU.2, BAU.4 Kurzbeschreibung Das Bezirksrathaus Innenstadt soll in absehbarer Zeit abgerissen werden. Baumaterialien und Einbauten sollen möglichst umfange- reich ausgebaut und einer Wiederverwertung und 1-zu-1 Wiederein- bau zugeführt werden. –––– 64 Fechner o.J. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 115 Handlungs- schritte/ Vorge- hensweise Beauftragung des Start-Ups Concular mit dem Projekt Bestandsaufnahme, Dokumentation und Bewertung der vorhandenen Materia- lien/Objekte im Hinblick auf Vermarktungspotential Aufbereitung und Vermarktung Vertrieb der Materialien über die Plattform des Start-Ups Realitätscheck/Evaluation im Hinblick auf Verwertungsquote, Vermarktung und Wirtschaftlichkeit/Aufwand Ziel Ü1 – Reduktion der Siedlungsabfälle A1 – Reduktion der Deponierung Zuständigkeit (Hauptverantwor- tung in fett) Stadt Köln – Amt 26 Gebäudemanagement der Stadt Köln Mögliche Koope- rationspartner*in- nen Stadt Köln - Dez. VIII/2 Koordinationsstelle Klimaschutz Concular und weitere entsprechende Unternehmen Stadt Köln 02-1 Bürgeramt Innenstadt Betroffene Abfall- ströme Bauabfälle Erfolgsindikatoren Erfolgreiche Vermarktung möglichst vieler Materialien aus dem Gebäude Kostenaufwand Kostenaufwand für die Beauftragung des externen Dienstleisters, Mehrkosten im Abfall- und Verwertungskonzept, Personalkosten 26 Zeitlicher Horizont In Arbeit, Ergebnisse mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Diese Maßnahme wurde gemeinsam mit der zuvor aufgeführten Maßnahme BAU.2 („Förderung von nachhaltigem und ressourcenschonendem Bauen“) bewertet. Integration von BIM im Baugewerbe Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen BAU.4 - Gewerbe, Bau u. Industrie [GBI] - Information, Bildung u. Beratung - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung BAU.1, BAU.2, BAU.3 GH.3, GH.4 Kurzbeschreibung Building Information Modeling (BIM bzw. Bauwerksdaten-modellie- rung) ist eine Arbeitsmethode, die alle relevanten Bauwerksdaten di- gital modelliert, kombiniert und erfasst. Die Integration von BIM im Bauhandwerk trägt dazu, dass bereits während der Planungsphase und auch im Zuge der Bauphase durch z. B. computerbasierte Simu- lationen anfallende Baumaterialien und somit anfallende Abfälle oder wiederverwendbare Materialien erkannt und ggf. entsprechend ver- hindert werden, sodass ein sinnvoller Einsatz der Ressourcen statt- findet. Beispiele/Vorbilder: https://concular.de/ Handlungsschritte/ Vorge- hensweise Hauptzuständigkeit konkretisieren Bekanntmachung von BIM Initiierung von Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen Benennung von Projektverantwortlichen in Unternehmen bzw. Ver- waltungen Vernetzung von Unternehmen und öffentlicher Bauverwaltung Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge A1 – Reduzierung der deponierten Abfallmengen Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 116 | Wuppertal Institut Zuständigkeit (Hauptverant- wortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfall- wirtschaftsbetrieb Stadt Köln – Amt 26 Gebäudewirtschaft der Stadt Köln Stadt Köln – Amt 63 Bauaufsichtsamt Stadt Köln - Dez. VIII/2 Koordinationsstelle Klimaschutz weitere städtische Dienststellen Bauherr*in Mögliche Kooperations- partner*innen Concular und weitere entsprechende Unternehmen Bau- und Abbruchunternehmen Architektur-, Ingenieur- und Planungsbüros BIM-Software-Anbieter Betroffene Abfallströme Bau- und Abbruchabfälle (Messbare) Erfolgsindikato- ren Erfasste Mengen Bau- und Abbruchabfälle [Tonnen pro Jahr] Mengen wiederverwendbarer Materialien Anzahl Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen Anzahl verkaufter bzw. angewandter Software Kostenaufwand Investitionskosten: mittel Laufende Kosten: niedrig Zeitlicher Horizont Mittelfristig (ab 2023 Konzepterarbeitung, ab 2025 Umsetzung) Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die Bewertung dieser Maßnahme wurde in Verbindung mit der Maßnahme BAU.1 „Erfassung von Bau- und Abbruchabfällen“ durchgeführt. Die Gesamtmenge des Vermeidungspotentials beträgt für beide Maßnahmen 10 % der Bau- und Abbruch- abfälle. 8.3.7 Maßnahmen für Events Nachhaltige Ausrichtung der Kölner Sportveranstaltungen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen EV.1 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung EV.3, EV.4 BK.1, BK.2 GH.2, GH.3 Kurzbeschreibung Derzeit fällt in Zusammenhang mit dem Fußball in Köln (Bundesliga, Europa- meisterschaft 2024) und anderen Sportveranstaltungen Abfall im Wesentli- chen in Form von Einwegprodukten und Verpackungen an. Daher wird eine Unterstützung für (Fußball-)Vereinen und sonstigen Veranstalter*innen bei der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Fußballspiele oder sonstigen (Sport-)Ver- anstaltungen aufgebaut: Abfallmengen sollen so gering wie möglich ausfal- len, Alternativen zu Einwegprodukten sollen gefunden werden und nicht ver- meidbarer Abfall soll aus Wertstoffen bzw. Recyclingprodukten bestehen. Bei der Stadt Köln existiert bereits ein Team zur nachhaltigen Ausrichtung der Spiele im Rahmen der Europameisterschaft 2024. Als erste Orientierung kann z. B. das BMUV-Papier „Nachhaltige Sportveran- staltungen“ dienen. Beispiele/Vorbilder: https://www.tsg-hoffenheim.de/aktuelles/news/2022/03/tsg-und-nachhaltig- keitspartner-prezero-streben-erstes-zero-waste-stadion-deutschlands-an/ Handlungsschritte/ Vorgehensweise Kontaktaufnahme und Erfahrungsaustausch mit dem bestehenden Team und weiteren aktiven Akteur*innen Erstellung eines ganzheitlichen Konzepts Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 117 Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln – Amt 52 Sportamt Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Kölner Fußballvereine Kölner Veranstalter*innen Und weitere Betroffene Abfall- ströme Restmüll LVP (Wertstofftonne) (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Einsparungen Abfallmengen Kostenaufwand Keine bis mittlere Zusatzkosten (je nach Ausgestaltung) Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Veranstaltungen und Feste als Ereignisse auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Parks, die häufig zu einem erhöhten Abfallaufkommen aufgrund des Außer-Haus- Verzehrs von Speisen und Getränken führen, prägen das öffentliche Bild einer Stadt. In der Gestaltung von abfallarmen Veranstaltungen durch die Vorgabe einzuhalten- der Kriterien, die in Summe zu einer Verringerung von Abfallquellen und einem an- sehnlicheren öffentlichen Bild führen sollen, liegt ein großes Potenzial zur Abfallver- meidung. In vielen kommunalen Abfallwirtschaftssatzungen sind bspw. Einwegver- bote bei öffentlichen Veranstaltungen bereits aufgeführt, werden in der Praxis jedoch nicht immer von den Veranstaltern umgesetzt. Evaluationen der Veranstaltungs-Dachmarke „ÖkoEvent“201 aus Wien zeigen, dass durch ergriffene Abfallvermeidungsmaßnahmen wie die Etablierung eines Mehrweg- systems auf Veranstaltungen, im Zeitraum von 2013-16 mit 44.372 kg eine sehr große Menge an Abfall vermieden werden konnte65. Andere Studien zeigen, dass durch die Verwendung von Mehrweggeschirr, -besteck und -bechern das Abfallauf- kommen bei öffentlichen Veranstaltungen um bis zu 30 % reduziert werden kann.66 Bezogen auf das Gesamtabfallaufkommen sind die direkten Effekte dann begrenzt (geschätzt auf 1 % des Siedlungsabfallaufkommens), die Potentiale liegen hier vor allem in der Sensibilisierung der BesucherInnen für das Thema. Mit dem Kölner Kar- neval und der Einbindung zentraler Fußballvereine bieten sich hier in Köln beson- ders relevante Ansatzpunkte. In Köln wäre damit durch die Umsetzung der drei Maß- nahmen EV.1 („Nachhaltige Ausrichtung der Kölner Sportveranstaltungen“), EV.2 –––– 65 Leutgöb et al. 2018. 66 Lottner 2016. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 118 | Wuppertal Institut („Nachhaltige Ausrichtung des Kölner Karnevals“) und EV.3 („Entwicklung von Zero- Waste-Konzepten für Veranstaltungen“) eine Reduktion um 1 % und 5 kg/(EW*a) des Siedlungsabfalls möglich. Nachhaltige Ausrichtung des Kölner Karnevals Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen EV.2 - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung EV.3, EV.4 GH.1, GH.2 BK.1, BK.2 Kurzbeschreibung Derzeit fällt bei der Ausrichtung von Veranstaltungen im Rahmen des Kölner Karnevals Abfall im Wesentlichen in Form von Einwegprodukten und Verpa- ckungen an. Daher wird eine Unterstützung für Karnevalsvereine und sons- tige Veranstalter*innen bei der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Veranstaltun- gen eingeführt. Abfallmengen sollen so gering wie möglich ausfallen, Alterna- tiven zu Einwegprodukten sollen gefunden werden und nicht vermeidbarer Abfall soll verwertbar sein bzw. aus Recyclingprodukten bestehen. Für den anfallenden Abfall sollen Möglichkeiten zur getrennten Erfassung geschaffen werden. Die nachhaltige Ausgestaltung sollte bei öffentlichen Veranstaltungen auch die verwendeten Produkte betreffen. Statt konventionellem Konfetti und Glit- zer könnten alternative Produkte, z. B. von Anbietern wie „Saatgutkonfetti“, die biologisch abbaubares Konfetti aus Blumensaat vertreiben, eingesetzt werden. Beispiele/Vorbilder: https://www.saatgutkonfetti.de/ Handlungsschritte/ Vorgehensweise Sichtung vergleichbarer Maßnahmen Erstellung eines Konzepts Einbindung aller Beteiligten Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Festkomitee Kölner Karneval AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Stadt Köln – Amt 32 Ordnungsamt Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirtschafts- betrieb Mögliche Kooperati- onspartner*innen Karnevalsvereine Anbieter von Produktalternativen Betroffene Abfall- ströme Restmüll LVP (Wertstofftonne) (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Eingesparte Abfallmengen Kostenaufwand Keine bis mittlere Zusatzkosten (je nach Ausgestaltung) Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Entwicklung von Zero-Waste-Konzepten für Veranstaltungen Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen EV.3 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Information, Bildung u. Beratung - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung EV.1, EV.2, EV.4 GH.1, GH.2 Kurzbeschreibung Für Veranstaltungen werden Konzepte mit Bezugnahme „Zero Waste“ erarbeitet. In diesen sollen z. B. Aspekte wie verpflichtende Mehrweg-Konzepte und Pfandsysteme für z. B. Becher und Geschirr (bspw. insbesondere in Grünflächen und rund um Gewässer), die Verwendung von nachhaltigen Produkten sowie eine Einschränkung von Einweg-Produkten verankert werden. Ziel ist, dass die notwen- dige Infrastruktur für die Konzeptumsetzung geschaffen und somit Abfall in großem Umfang vermieden wird. Eine grundsätzliche Zulassung nur mit Zero-Waste-Konzept für Ver- anstaltungen wird angestrebt. Die Beratung dafür kann ggf. z. B. durch BNE-Erfahrene67 oder das Zero-Waste-Teams des AWB durchgeführt werden. Bei einigen Veranstaltungen werden solche Konzepte bereits umge- setzt. Als Orientierung kann z. B. das BMUV-Papier „Nachhaltige Sportver- anstaltungen“ dienen. Handlungsschritte/ Vorge- hensweise Gründung einer Arbeitsgruppe Erarbeitung eines Konzepts mit Festlegung der einzelnen Aspekte (inkl. Kontrollmechanismen) Umsetzung der Vorgaben bei Veranstaltern und Angebot von Hilfe- stellungen Konzeption von Beratungsangeboten Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung Erarbeitung von Informationsmaterial Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverant- wortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Ab- fallwirtschaftsbetrieb AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperations- partner*innen Stadt Köln - Amt 32 Amt für öffentliche Ordnung Stadt Köln - Amt 57 Umwelt- und Verbraucherschutzamt Veranstalter*innen Dienstleister*innen für Veranstaltungen (Catering, Messebauer, Musik-/Unterhaltungsbranche, Logistik, …) Betroffene Abfallströme Restmüll Verpackungen Altpapier (Messbare) Erfolgsindikato- ren Abfallmengen pro Veranstaltung Anzahl Teilnehmer Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Keine bis niedrige Zusatzkosten Zeitlicher Horizont Mittelfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz –––– 67 BNE = Bildung für nachhaltige Entwicklung (https://www.bne-portal.de/bne/de/einstieg/was-ist-bne/was-ist-bne.html). Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 120 | Wuppertal Institut Mehrwegpflicht für Veranstaltungen und Events im öffentlichen Straßen- land Maßnahmen- nummer Zielgruppe(n) / Akteur(e) Maßnahmencluster Flankierende Maßnahmen EV.4 - Öffentliche Verwaltung u. Bildung [ÖVB] - Gastronomie, Handel u. Events [GHE] - Zivilgesellschaft: Haushalte, Woh- nen, Sozialträger, Vereine [ZV] - Abfallvermeidung u. Wie- derverwendung EV.1, EV.2, EV.4 GH.2, GH.3 Kurzbeschreibung Bei städtischen Veranstaltungen werden Mehrwegangebote für Getränke und Speisen bereits vorrangig eingesetzt. Es ist zu prüfen, inwieweit auch für Ver- anstaltungen Dritter im öffentlichen Straßenland verbindliche Auflagen zur Abfallvermeidung gemacht werden können. Diese Maßnahme geht über die seit dem 01.01.2023 geltende Mehrwegan- gebotspflicht hinaus. Alternativ sollen zumindest Empfehlungen und Handreichungen zur Abfallver- meidung bzw. für die Nutzung von Mehrwegangeboten bei der Genehmigung von Veranstaltungen Dritter im öffentlichen Straßenland ausgegeben werden. Die Erarbeitung dieser Handreichungen und Empfehlungen werden in einer anderen Maßnahme im Rahmen dieses Konzepts beschrieben (siehe „Flan- kierende Maßnahmen“). Handlungsschritte/ Vorgehensweise Rechtliche Prüfung, inwieweit eine Ermächtigungsgrundlage für verbindli- che Auflagen zur Abfallvermeidung gegenüber Dritten als Veranstalter*in im öffentlichen Straßenland geschaffen werden kann Erarbeitung von Art und Umfang der Auflagen Prüfung der Umsetzung der Auflagen bei Genehmigung von Veranstaltun- gen Dritter Ziel Ü1 – Reduzierung der Siedlungsabfälle Ü2 – Reduzierung der Restmüllmenge Ü3 – Sensibilisierung der Kölner*innen Zuständigkeit (Hauptverantwortung in fett) Stadt Köln - Dez. VIII/3 Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Abfallwirt- schaftsbetrieb Stadt Köln - Amt 32 Amt für öffentliche Ordnung Stadt Köln - Amt 30 Amt für Recht, Vergabe und Versicherungen AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH Mögliche Kooperati- onspartner*innen Veranstalter*innen Umweltbundesamt, Deutsche Umwelthilfe Stadt Köln - Amt 57 Umwelt- und Verbraucherschutzamt Stadt Köln - Amt 62 Bauverwaltungsamt Betroffene Abfall- ströme Restmüll LVP (Wertstofftonne) (Messbare) Erfolgsin- dikatoren Reduzierung der betreffenden Abfallmengen [Tonnen pro Jahr] Medienpräsenz (z. B. Artikel, die über die Maßnahme berichten) Kostenaufwand Keine Zusatzkosten Zeitlicher Horizont Kurzfristig Beitrag zur Abfallvermeidung Reichweite Beitrag zum Klimaschutz Die Bewertung der Maßnahme wurde gemeinsam mit GH.2 („Unterstützung der In- tegration von Mehrweg-/Pfandsystemen für Gastronomie und Veranstaltungen“) durchgeführt. Beide Maßnahmen bieten eine Abfallvermeidungspotential von insge- samt 5 kg/(EW*a) der Siedlungsabfälle. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 121 8.4 Zusammenfassende Bewertung der Maßnahmen Der formulierte Maßnahmenkatalog besitzt neben einem Abfallvermeidungspotential ebenfalls die Möglichkeit CO2-Emissionen zu reduzieren. Die gesamten Vermei- dungspotentiale werden im Folgenden dargelegt. Tabelle 8: Abfallvermeidungspotential des Maßnahmenkatalogs Maßnahmen- nummer Maßnahmentitel Abfallstrom Vermeidungs- potential ÖV.1 Abfallarme Verwaltung Siedlungsabfälle 71 kg/(EW*a) ÖV.2 Weiterverwendung von Büromöbeln und In- formationstechnik der Verwaltung Stadtverwaltungs- abfall -10%68 ÖV.3 Berücksichtigung von Kriterien zur Abfallver- meidung und Nachhaltigkeit bei Vergabe, Einkauf und Rahmenverträgen Stadtverwaltungs- abfall -25% AM.1 Gründung eines Zero-Waste-Teams n/a n/a AM.2 Anreize für mehr Abfallvermeidung / -tren- nung über die Satzung Restmüll 0,45 kg/(EW*a) AM.3 Ausbau der Bioabfallsammlung Restmüll 45 kg/(EW*a) AM.4 Ausweitung der Initiative „Coffee to go“ Restmüll 0,23 kg/(EW*a) AM.5 Prüfung der Errichtung eines Gebrauchtwa- renkaufhauses der Abfallwirtschaft Siedlungsabfall 5 kg/(EW*a) AM.9 Wiederverwendung von Bestandteilen des Sperrmülls AM.6 Entwicklung einer Zero-Waste-Map Sperrmüll 0,21 kg/(EW*a) AM.7 Unterstützung von Reparaturwerkstätten Sperrmüll 9 kg/(EW*a) ZV.2 Errichtung von DIY- und Repair-Cafés ZV.3 Aufbau mobiler Reparaturdienste AM.8 Anlaufstellen für wiederverwendbare Arti- kel/Materialien Siedlungsabfall 2 kg/(EW*a) ZV.4 Unterstützung bei der Errichtung von Leih- bars und Tauschbörsen ZV.1 Ausrichtung eines regelmäßigen Zero- Waste-Festivals Siedlungsabfall 5 kg/(EW*a) BK.3 Regelmäßige Wochenend-Veranstaltun- gen/Marktplatzfeste zu Zero Waste BK.4 Ausrichtung eines Zero-Waste-Kunstwettbe- werbs ZV.5 Reduzierung von Postwurfsendungen Siedlungsabfall 1 kg/(EW*a) ZV.6 Wiederverwendung alter Fahrräder n/a n/a BK.1 Aufklärung und Sensibilisierung durch Kam- pagnen Siedlungsabfall 14 kg/(EW*a) –––– 68 Aufgrund fehlender Daten zu aufkommenden Abfällen innerhalb der Stadtverwaltung, ist kein genaues Reduktionspotential berechenbar. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 122 | Wuppertal Institut BK.2 Ausbau bestehender Beratungs- und Bil- dungsangebote zu Zero Waste Siedlungsabfall 24 kg/(EW*a) GH.1 Vermeidung und Rettung von Lebensmittel- abfällen Siedlungsabfall 10 kg/(EW*a) GH.2 Unterstützung der Integration von Mehrweg- /Pfandsystemen für Gastronomie und Veran- staltungen Siedlungsabfall 5 kg/(EW*a) EV.4 Mehrwegpflicht für Veranstaltungen und Events im öffentlichen Straßenland GH.3 Leitfäden und Handreichungen zur Abfallver- meidung Siedlungsabfall 5 kg/(EW*a) GH.4 Entwicklung von Informations- und Bera- tungsangeboten mit IHK, HWK und KölnBu- siness GmbH Gewerbeabfälle -10%69 BAU.1 Erfassung von Bau- und Abbruchabfällen Bau- und Abbruch- abfälle -10%70 BAU.4 Integration von BIM (Building Information Modeling bzw. Bauwerksdaten-Modellie- rung) im Baugewerbe BAU.2 Förderung von nachhaltigem und ressour- censchonendem Bauen Bau- und Abbruch- abfälle -10%67 BAU.3 Zirkuläres Bauen – Pilotprojekt der Gebäu- dewirtschaft EV.1 Nachhaltige Ausrichtung der Kölner Sport- veranstaltungen Siedlungsabfall 5 kg/(EW*a) EV.2 Nachhaltige Ausrichtung des Kölner Karne- vals EV.3 Entwicklung von Zero-Waste-Konzepten für Veranstaltungen Summe der möglichen Abfallreduktionen pro Einwohner*in 196,89 kg/(EW*a)71 Summe der gesamten möglichen Abfallreduktionen für Köln 212.503,57 t Für eine grobe Abschätzung des mit diesem Vermeidungspotentiale verbundenen Beitrag zum Klimaschutz kann auf Berechnungen von Dehoust et al. 2010 und Vogt & Fehrenbach 2017 zurückgegriffen werden, die eine Netto-Einsparung von etwa 0,3 t C02eq pro Tonne Abfall berechnet haben. Dieser Wert ergibt sich als Netto-Ein- sparung aus den durchschnittlichen Emissionen für die Herstellung der Primärpro- dukte und den Gutschriften aus der hier angenommenen thermischen Verwertung.72 Auf dieser Basis würden die geschätzten Gesamteinsparungen von 212.503,57 t zu einem jährlichen Klimaschutzbeitrag von 63.751 t CO2eq führen. –––– 69 Aufgrund fehlender Daten zu aufkommenden Gewerbeabfällen, ist kein genaues Reduktionspotential berechenbar. 70 Aufgrund fehlender Daten zu aufkommenden Bau- und Abbruchabfällen, ist kein genaues Reduktionspotential berechenbar. 71 Die Summe setzt sich lediglich aus den weiß hinterlegten Vermeidungspotentialen zusammen, da zu den grün hinterlegten Vermeidungspotentialen keine Berechnungen erfolgen können. 72 Koop et al. 2022. Gesamtkonzept Zero-Waste-Maßnahmenkatalog Wuppertal Institut | 123 8.5 Unterstützende Maßnahmen Neben den vorgestellten 34 Maßnahmen, wurden zusätzlich sechs unterstützende Maßnahmen formuliert, welche konkret die verpflichtenden Kriterien von ZWE und die gesetzten Ziele adressieren. Da es sich bei diesen Maßnahmen um eine weitere Untermauerung des Ziel- und Maßnahmenkatalogs handelt, werden sie an dieser Stelle ohne Maßnahmensteckbrief formuliert. 1 | Das Zero-Waste-Konzept soll zunächst bis Mitte 2023 fertiggestellt werden. 2 | Darüber hinaus erfolgt eine fortlaufende (jährliche) Datensammlung und -analyse zum aktuellen Abfallaufkommen und dem Recycling. Dies dient dazu, den Fort- schritt des Zero-Waste-Plans bewerten zu können. 3 | In regelmäßigen Abständen (ca. alle acht Jahre) werden Restmüllanalysen er- stellt und die Ergebnisse veröffentlicht. Darüber hinaus werden jährliche Abfallbi- lanzen und Informationen zur Umsetzung des Abfallwirtschaftskonzeptes kom- muniziert. 4 | Die Bürger*innen sollen in die Gestaltung und Entwicklung des Zero-Waste- Plans einbezogen werden. Dies soll im Rahmen von Veranstaltungen und Aktio- nen stattfinden, die zweimal jährlich organisiert und durchgeführt werden. 5 | Die Stadt Köln erstellt und veröffentlicht jährlich einen Bericht über den Fort- schritt und die Auswirkungen des Zero Waste-Plans. 6 | Die Stadt Köln baut Kontakte und Partnerschaften mit anderen Zero Waste Städ- ten auf (national und international). Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 124 | Wuppertal Institut 9 Gegenüberstellung der Maßnahmen und Ziele Zur Evaluierung des Zielerreichungsgrades werden in der nachfolgenden Tabelle die Ziele aufgelistet und die jeweilige Anzahl an formulierten Maßnahmen zugeordnet. Dies soll die tatsächliche Erreichung der Ziele mit Hilfe der Maßnahmen verdeutli- chen. Darüber hinaus befinden sich weitere, für dieses Konzept zunächst nicht priori- sierte Maßnahmen, im Anhang. Diese Maßnahmen können als eine Art Themen- speicher für zukünftige zu etablierende Maßnahmen verstanden werden. Tabelle 9: Gegenüberstellung der Maßnahmen und Ziele Ziele Priorisierte Maß- nahmen (in Form von Steckbrie- fen) Weitere Maß- nahmen (siehe Anhang 3) Gesamt- anzahl an Maßnahmen73 Übergeordnete Ziele Nr. 1: Reduktion der Siedlungsabfälle 28 49 77 Nr. 2: Reduktion der Restmüllmengen 25 30 55 Nr. 3: Sensibilisierung der Kölner*innen 23 43 66 Ziele für das Abfallmanagement Nr. 1: Reduktion der Deponierung 6 8 14 Nr. 2: Reduktion der Fehlwurfquoten 7 14 21 Nr. 3: Erhöhung der Anschlussquote der Bioabfälle 2 3 5 Nr. 4: Erhöhung der Getrenntsammlungsquote und Ein- haltung der nationalen Recyclingquote74 6 22 28 Quelle: Eigene Darstellung Neben den, für dieses Konzept formulierten Zielen und damit einhergehend den Kri- terien von ZWE, stellt die Abfallhierarchie eine wesentliche Grundlage für das wei- tere Zero Waste Bestreben für Köln dar. Bei der Erarbeitung des Maßnahmenkata- logs wurde deutlich, dass der Fokus der Maßnahmen auf der Vermeidung von Abfäl- len, der Wiederverwendung von Produkten oder Materialien und dem Recycling ruht. Die Verwertung sowie die Beseitigung, stellen als unterste Stufen der Abfallhierar- chie eine untergeordnete Priorität für dieses Zero-Waste-Konzept dar und wurden daher nicht in Form von Maßnahmen angesprochen. Nachfolgende Abbildung veran- –––– 73 Hinweis: Eine Maßnahme kann mehreren Zielen zugeordnet werden. 74 Abgrenzung der beiden Quoten siehe Kapitel 6.4. Gesamtkonzept Gegenüberstellung der Maßnahmen und Ziele Wuppertal Institut | 125 schaulicht die Verteilung der Maßnahmen auf den drei oberen Ebenen der Abfallhie- rarchie. Darüber hinaus wurden einige Maßnahmen dem Querschnittsthema Kom- munikation zugeordnet, da diese tendenziell mehrere Ebenen der Abfallhierarchie ansprechen. Abbildung 28: Der Maßnahmenkatalog entlang der Abfallhierarchieebenen 0% 0% 6% 18% 32% 44% 0% 10% 20% 30% 40% 50% Verwertung Beseitigung Recycling Querschnittsthema Kommunikation Wiederverwendung Vermeidung Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 126 | Wuppertal Institut 10 Gegenüberstellung der Zertifizierungskriterien und des Ziel- und Maßnahmenkatalogs für Köln Die Zertifizierung als Zero-Waste-City setzt voraus, dass die verpflichtenden Krite- rien von ZWE adressiert werden. Werden weitere Kriterien erfüllt, kann es darüber hinaus zu zusätzlichen Punkten kommen. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht, welche der verpflichtenden und zusätzlichen Kriterien durch die Ziele und Maßnah- men dieses Zero-Waste-Konzepts adressiert und erfüllt werden. Tabelle 10: Gegenüberstellung der Zertifizierungskriterien und des Ziel- und Maßnahmenkatalogs für Köln Anforderung Punkte Kölner Ziele und Maßnahmen Verpflichtungsphase A1) Veröffentlichung der Verpflichtung, eine Zero- Waste-City zu werden Pflicht Erfolgt nach Veröffentlichung des Konzepts A2) Festlegung von Zielen für das Restmüllauf- kommen Pflicht Ziel Ü2: Reduktion der Restmüllmengen Ziel A1: Reduzierung der Deponierung A3) Reduktion der Abfallmenge, die der Verbren- nung zugeführt wird bzw. keine Erhöhung der Verbrennungskapazität Pflicht Ziel Ü2: Reduktion der Restmüllmengen Ziel A3: Erhöhung der Getrenntsammlungsquote Maßnahme ÖV.1: Abfallfreie Verwaltung Maßnahme ÖV.3: Berücksichtigung von Kriterien zur Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit bei Vergabe, Einkauf und Rahmenverträgen Maßnahme EV.3: Entwicklung von Zero-Waste-Kon- zepten für Veranstaltungen Maßnahme GH.3: Leitfäden und Handreichungen zur Abfallvermeidung A4) Durchführung von Sensibilisierungsmaßnah- men Pflicht Ziel Ü3: Sensibilisierung der Kölner*innen Maßnahme BK.1: Aufklärung und Sensibilisierung durch Kampagnen Maßnahme BK.2: Ausbau bestehender Beratungs- und Bildungsangebote zu Zero Waste Maßnahme ZV.1: Ausrichtung eines regelmäßigen Zero-Waste-Festivals Maßnahme GH.4: Entwicklung von Informations- und Beratungsangeboten mit IHK, HWK und KölnBusi- ness GmbH Maßnahme EV.1: Nachhaltige Ausrichtung der Kölner Sportveranstaltungen Maßnahme EV.2: Nachhaltige Ausrichtung des Köl- ner Karnevals Vorbereitungsphase B1) Festlegung einer Zero Waste-Strategie, inkl. Müllreduktionsziele Pflicht Erfolgt durch Veröffentlichung des Konzepts Ziel Ü1: Reduktion der Siedlungsabfälle Ziel Ü2: Reduktion der Restmüllmengen B2) Verpflichtende Situationsanalyse (u. a. Zusam- mensetzung des Abfalls) Pflicht Erfolgt bereits und wird durch das Konzept verschärft B3) Festlegung von Zielen für die Steigerung der Menge an gesammelten und recycelten festen Siedlungsabfällen Pflicht Ziel A3: Erhöhung der Getrenntsammlungsquote und Einhaltung der nationalen Recyclingquote B4) Erhebung von Daten über das Niveau des Ab- fallaufkommens und des Recyclings Pflicht Erfolgt bereits und wird durch das Konzept verschärft Maßnahme BAU.1: Erfassung von Bau- und Ab- bruchabfällen B5) Sammlung von Daten über Abfallvermeidungs- maßnahmen 3 Pkt. Im Rahmen der Durchführung einzelner Abfallvermei- dungsmaßnahmen werden Daten über den Erfolg Gesamtkonzept Gegenüberstellung der Zertifizierungskriterien und des Ziel- und Maßnahmenkatalogs für Köln Wuppertal Institut | 127 bzw. die Erfolgsindikatoren dieser Maßnahmen erho- ben. Beispielhafte Maßnahmen sind: Maßnahme ÖV.2: Weiterverwendung von Büromöbeln und Informationstechnik der Verwaltung Maßnahme AM.9: Wiederverwendung von Bestandtei- len des Sperrmülls Maßnahme AM.1: Gründung eines „Zero-Waste- Teams“ B6) Ernennung von Mitarbeitenden (Zero Waste Focal Point) der die Umsetzung und Koordina- tion des Zero Waste-Plans leitet Pflicht Maßnahme AM.1: Gründung eines „Zero-Waste- Teams B7) Errichtung eines breiten Managementteams 2 Pkt. Maßnahme AM.1: Gründung eines „Zero-Waste- Teams B8) Errichtung eines Zero Waste Advisory Boards (ZWAB) Pflicht Erfolgt nach Veröffentlichung des Konzepts B9) Konsultation von Einwohner*innen bei der Ge- staltung des Zero Waste-Plans Pflicht Ziel Ü3: Sensibilisierung der Kölner*innen Partizipativer Prozess zur Beteiligung der Einwoh- ner*innen bei der Erstellung des Zero-Waste-Kon- zepts B10) Analyse der Beschaffungsprozesse zur Redu- zierung von Abfällen entlang der Lieferketten Pflicht Maßnahme ÖV.3: Berücksichtigung von Kriterien zur Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit bei Vergabe, Einkauf und Rahmenverträgen Maßnahme ÖV.1: Abfallfreie Verwaltung B11) Implementierung von Anforderungen zur Ab- fallvermeidung und verbesserter Verfügbarkeit von recyceltem Material in öff. Beschaffungs- verfahren 4 Pkt. Maßnahme ÖV.3: Berücksichtigung von Kriterien zur Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit bei Vergabe, Einkauf und Rahmenverträgen B12) Schulungen für die beteiligten Mitarbeitenden Pflicht Maßnahme AM.1: Gründung eines Zero-Waste- Teams Maßnahme ÖV.1: Abfallfreie Verwaltung B13) Weitere Möglichkeiten zur Weiterbildung (z. B. Exkursionen) 3 Pkt. Maßnahme AM.1: Gründung eines Zero-Waste- Teams Maßnahme ÖV.1: Abfallfreie Verwaltung B14) Zusammenarbeit mit anderen Städten für Fort- bildungsmaßnahmen 1 Pkt. Maßnahme AM.1: Gründung eines Zero-Waste- Teams B15) Aufforderung der Abfallunternehmen zur Transparenzerhöhung importierter und expor- tierter Abfälle 3 Pkt. Umsetzungs- und Wirkungsphase C1) Umsetzung eines Abfallwirtschaftssystems mit bestimmten Mindestanforderungen Pflicht Ziel Ü1: Reduktion der Siedlungsabfälle Ziel A2: Reduktion der Fehlwurfquoten Ziel A3: Erhöhung der Anschlussquote der Bioabfälle Ziel A4: Erhöhung der Getrenntsammelquote und Ein- haltung der nationalen Recyclingquote C2) Getrennte Sammlung des lokal anfallenden Abfalls 14 Pkt. Ziel A4: Erhöhung der Getrenntsammlungsquote und Einhaltung der nationalen Recyclingquote Die getrennte Sammlung der fünf wichtigsten Abfall- ströme (Papier, Kunststoff, Glas, Bioabfälle und Texti- ilien) wird bereits durchgeführt. C3) Umsetzung eines Managementprogramms für Bioabfälle Pflicht Ziel A3: Erhöhung der Anschlussquote der Bioabfälle Maßnahme AM.3: Ausbau der Bioabfallsammlung C4) Sammlung von Bioabfällen gemäß des Ma- nagementprogramms 6 Pkt. Ziel A3: Erhöhung der Anschlussquote der Bioabfälle Maßnahme AM.3: Ausbau der Bioabfallsammlung C5) Etablierung eines Systems zur getrennten Sammlung von Gegenständen, die nicht regu- lär durch die Müllabfuhr gesammelt werden können Pflicht Ziel A4: Erhöhung der Getrenntsammlungsquote und Einhaltung der nationalen Recyclingquote Maßnahme AM.9: Wiederwendung von Bestandteilen des Sperrmülls Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 128 | Wuppertal Institut C6) Verbesserung der Vielfalt der Abfallströme, die getrennt gesammelt werden 5 Pkt. Ziel A2: Fehlwurfquoten werden erfasst und bis 2050 dauerhaft reduziert. C7) Kontinuierliche Überprüfung des Niveaus und der Menge des Abfallaufkommens, Recyclings und der Vermeidungsmaßnahmen Pflicht Daten über Abfallaufkommen werden in Abfallwirt- schaftskonzept erfasst Recycling- und Vermeidungsmaßnahmen werden bspw. über die Bewertung einzelner Maßnahmen überprüft, z. B.: Maßnahme AM.9: Wiederwendung von Bestandteilen des Sperrmülls Maßnahme BK.1: Aufklärung und Sensibilisierung durch Kampagnen C8) Sammlung und Veröffentlichung der wirtschaft- lichen Auswirkungen des Plans Pflicht Unterstützende Maßnahme 2: Fortlaufende Daten- sammlung und -analyse zum Abfallaufkommen und dem Recycling C9) Regelmäßige Durchführung von Restmüllana- lysen Pflicht Daten über Abfallaufkommen werden in Abfallwirt- schaftskonzept erfasst Ziel Ü2: Reduktion der Restmüllmengen Unterstützende Maßnahme 3: Erstellung von regel- mäßigen Restmüllanalysen C10) Stetige Bemühungen, das Restmüllaufkommen pro Kopf zu minimieren 9 Pkt. Ziel Ü2: Reduktion der Restmüllmengen Maßnahme AM.2: Anreize für mehr Abfallvermei- dung/ -trennung über die Satzung C11) Schaffung wirtschaftlicher Anreize für die Re- duzierung der Abfallmenge 4 Pkt. Maßnahme BAU.2: Förderung von nachhaltigem und ressourcenschonenden Bauen Maßnahme AM.7: Unterstützung von Reparaturwerk- stätten Maßnahme ZV.4: Unterstützung bei der Errichtung von Leihbars und Tauschbörsen C12) Förderung der aktiven Teilnahme an lokalen Zero Waste-Programmen 3 Pkt. Ü3: Sensibilisierung der Kölner*innen Maßnahme ZV.1: Ausrichtung eines regelmäßigen Zero-Waste-Festivals Maßnahme BK.4: Ausrichtung eines Zero-Waste- Kunstwettbewerbs C13) Etablierung eines Plans, um Abfälle in der Öf- fentlichkeit zu vermeiden 2 Pkt. Maßnahme BK.1: Aufklärung und Sensibilisierung durch Kampagnen C14) Implementierung von Maßnahmen zur Abfall- vermeidung im Zuständigkeitsbereich der Städte 10 Pkt. Maßnahme ÖV.1: Abfallfreie Verwaltung Maßnahme AM.5: Prüfung der Errichtung eines Ge- brauchtwarenkaufhauses der Abfallwirtschaft C15) Unterstützung umfassender Maßnahmen zur Abfallvermeidung 10 Pkt. Unter anderem folgende Maßnahmen: Maßnahme ZV.3: Aufbau mobiler Reparaturdienste Maßnahme AM.6: Entwicklung einer Zero-Waste- Map Maßnahme AM.4: Ausweitung der Initiative "Coffee to go" Maßnahme ZV.2: Errichtung von DIY- und Repair- Cafés Maßnahme GH.1: Förderung der Vermeidung und Rettung von Lebensmittelabfällen C16) Implementierung von Zero Waste-Strategien für stadteigene Gebäude 3 Pkt. Maßnahme ÖV.1: Abfallfreie Verwaltung C17) Unterstützung bei der Umgestaltung von Pro- dukten zur verbesserten Kreislaufführung 3 Pkt. Maßnahme ZV.2: Errichtung von DIY- und Repair- Cafés Maßnahme AM.7: Unterstützung von Reparaturwerk- stätten Gesamtkonzept Gegenüberstellung der Zertifizierungskriterien und des Ziel- und Maßnahmenkatalogs für Köln Wuppertal Institut | 129 Kommunikations- und Bildungsphase D1) Überprüfung der Einhaltung der Zero Waste Ci- ties-Kriterien sowie deren Verbesserung und jährliche Veröffentlichung eines Berichts Pflicht Maßnahme AM.1: Gründung eines "Zero-Waste- Teams" D2) Regelmäßige Kommunikation mit den Einwoh- ner*innen über den Zero Waste-Plan und Ände- rungen in der Abfallwirtschaft Pflicht Ü3: Sensibilisierung der Kölner*innen Maßnahme BK.1: Aufklärung und Sensibilisierung durch Kampagnen D3) Sichtbar machen der Zero Waste-Verpflichtung in der internen und externen Kommunikation 3 Pkt. Maßnahme AM.1: Gründung eines "Zero-Waste- Teams" D4) Verankerung von Zero Waste-Bildungsinhalten in Schulen und Kindergärten 4 Pkt. Maßnahme BK.2: Ausbau bestehender Beratungs- und Bildungsangebote zu Zero Waste D5) Schaffung von Netzwerken mit Kommunen in ganz Europa und darüber hinaus Pflicht Maßnahme AM.1: Gründung eines "Zero-Waste- Teams" D6) Schaffung formaler Partnerschaften mit lokalen Interessengruppen 3 Pkt. Für die Durchführung verschiedener Maßnahmen ist die Schaffung (formaler) Partnerschaften mit lokalen Interessensgruppen notwendig, z. B.: Maßnahme AM.4: Ausweitung der Initiative "Coffee to go" Maßnahme ZV.2: Errichtung von DIY- und Repair- Cafés Maßnahme GH.1: Förderung der Vermeidung und Rettung von Lebensmittelabfällen D7) Bewertung und Kommunikation der positiven Klimaauswirkungen des Plans 4 Pkt. Maßnahme AM.1: Gründung eines "Zero-Waste- Teams" D8) Verknüpfung der SDGs im Zero Waste-Plan 1 Pkt. Erfolgt durch Veröffentlichung des Konzepts Quelle: Eigene Darstellung Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 130 | Wuppertal Institut 11 Langfristige Verstetigung innerhalb der Stadtverwaltung Um eine langfristige Verstetigung des Zero-Waste-Gedankens innerhalb der Stand- verwaltung zu bewirken, stellen ein Zero-Waste-Team und ein Zero-Waste-Advisory- Board (ZWAB) hilfreiche Instrumente dar und werden im Folgenden vorgestellt75. Zero-Waste-Team Im Maßnahmenkatalog wurde die Maßnahme „Gründung eines Zero-Waste-Teams“ formuliert, welches zunächst aus einem Startteam von vier Personen, paritätisch be- setzt bei VIII/3 und der AWB, besteht und für die Koordinierung der Konzeption, Um- setzung und Kontrolle der Zero-Waste-Strategie verantwortlich ist. Eine Person soll dabei als Hauptverantwortliche*r benannt werden. Die Schaffung einer solchen An- laufstelle soll dazu dienen, das Zero-Waste-Projekt langfristig innerhalb der Stadtver- waltung zu verstetigen. Andere Kolleg*innen und Interessenvertreter*innen wissen dadurch genau, wer die Verantwortung zur Umsetzung trägt. In Köln (VIII-3 und AWB) sollen dafür insgesamt 3 Vollzeitstellen geschaffen werden. Folgende Aufga- ben soll bei dem Zero-Waste-Team liegen: Steuerung des Zero-Waste-Projekts Koordination der Maßnahmenumsetzung und Zielerreichung: Dazu zählt u. a. die Verwaltung möglicher Fördertöpfe für die Umsetzung der Zero-Waste- Maßnahmen sowie die Allokation von Mitteln des Gebührenhaushaltes, Bewer- bung auf Förderungen, der Austausch mit Stakeholder*innen, die Zusammen- arbeit mit städtischen Referaten und dem Zero-Waste-Advisory-Board zur Wei- terentwicklung der Maßnahmen und das Controlling und die Evaluation der Maßnahmen. Netzwerkarbeit: Zur Netzwerkarbeit gehört der Austausch mit anderen Zero Waste Cities, die Zusammenarbeit mit dem Direktorium zur Einbringung des Zero-Waste-Themas in die Städtepartnerschaften und Netzwerke sowie die Koordination zur Zertifizierung über ZWE. Öffentlichkeitsarbeit: Damit sollen das Projekt und die Maßnahmen in der Stadt bekannter gemacht werden und eine langfristige und regelmäßige Kom- munikation mit den Kölner*innen aufgebaut werden, in deren Rahmen über Fortschritte und Ziele des Zero-Waste-Prozesses berichtet wird. Umsetzung der Zero-Waste-Strategie –––– 75 Zero Waste Europe 2022. Gesamtkonzept Langfristige Verstetigung innerhalb der Stadtverwaltung Wuppertal Institut | 131 Dazu gehört die Abstimmung mit den jeweiligen Dienststellen und Ak- teur*innen (Öffentliche Verwaltung und Bildung; Gastronomie, Handel und Events; Zivilgesellschaft; Gewerbe, Bau und Industrie). Darüber hinaus soll auch ein Austausch mit anderen Dienststellen, die bei der Umsetzung unter- stützen können, stattfinden. Der Austausch mit Vereinen und Zivilgesellschaft über Fortschritte und Hindernisse der Zero-Waste-Strategie soll ebenfalls stattfinden, bspw. in Form von jährlichen thematischen Jour-Fixe-Terminen oder Foren / Stammtische. Monitoring Das Monitoring sollte in Form von regelmäßigen Austauschen mit dem ZWAB, der lokalen Politik und ZWE stattfinden. Die Fachstelle sollte dem ZWAB für Rückfragen zur Verfügung stehen, die lokale Politik über Fortschritte informie- ren und ZWE im Rahmen des Zertifizierungsprozesses regelmäßig über Mei- lensteine berichten. Zero Waste Advisory Board (ZWAB) Die Gründung eines ZWAB ist für die Zertifizierung als Zero-Waste-City verpflich- tend. Das ZWAB ist eine Art Beirat, der zur Begleitung der Umsetzung dienen soll. Es sollte Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft beinhalten, um eine sinnvolle Beteili- gung der lokalen Interessengruppen an der Gestaltung, Umsetzung und Kontrolle der Zero-Waste-Strategie zu ermöglichen. Zudem sollten Schlüsselgruppen der Ge- meinschaft, wie z. B. Abfallexpert*innen, Zero-Waste-Expert*innen oder NGOs, ein- bezogen werden. Dadurch stellt das ZWAB das Bindeglied zwischen der öffentlichen Verwaltung und dem öffentlichen Wirken da. Ehrenamtlichen Mitgliedern soll dabei eine angemessene Anerkennung zuteilwerden. Das ZWAB sollte folgende Aufgaben übernehmen: Unterstützung bei der Koordination der Öffentlichkeitsarbeit in der Stadt Überprüfung der Einhaltung der Zero-Waste-Ziele und Umsetzung der Maß- nahmen sowie deren Fortschrittsmessung in Abstimmung mit der Fachstelle Unterstützung bei der Anpassung des Zero-Waste-Konzepts Bewusstsein für die Zero-Waste-Strategie steigern und als Multiplikator*innen dienen Regelmäßiger Austausch mit dem Zero-Waste-Team. Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 132 | Wuppertal Institut Literaturverzeichnis AWK (2018): Abfallwirtschaftskonzept 2018 – 2027 der Stadt Köln, online verfügbar unter https://www.awbkoeln.de/medien/Downloads/Abfallwirtschaftskonzept/Ab- fallwirtschaftskonzept_2018-2027.pdf (letzter Zugriff am 30.11.2022). Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (Hrsg.) 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Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 138 | Wuppertal Institut Anhang Anhang 1 - Abfallmengen in Köln im Vergleich zu anderen Großstädten Abbildung 29: Abfallmengen in Köln im Vergleich zu anderen Großstädten Quelle: AWB (2022) und Abfallbilanzen der Bundesländer, eigene Darstellung nach Konsortium Köln (2019); 17 kg/(EW*a) Köln (2021); 19 kg/(EW*a) 0 5 10 15 20 25 30 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000 Menge [kg/(EW*a)] Einwohnerdichte [EW/km²] Glas Mittelwert Städte > 2.000 EW/km² Gesamtkonzept Anhang Wuppertal Institut | 139 Abbildung 30: Siedlungsabfall, Getrennterfassung und Restmüllmenge von Köln im Vergleich mit europäischen Zero Waste und Kandidaten-Städten 2020 (Köln in rot) Quelle: Unveröffentlichte Daten von Zero Waste Germany/Zero Waste Europe, Februar 2021, aufbereitet durch Konsortium. 0 200 400 600 800 1.000 1.200 0 500.000 1.000.000 Menge [kg/(EW*a)] Einwohner [EW] Siedlungsabfall Vergleich mit Zero Waste Cities (cert.) < 100.000 EW (cert.) > 100.000 EW (cert.) Köln (inkl. Schadstoffe) Mittelwert (cert.) 0 100 200 300 400 500 600 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.0001.200.000 Menge [kg/(EW*a)] Einwohner [EW] Siedlungsabfall (> 100.000 EW) Vergleich mit Zero Waste Cities (cert.) + (cand.) > 100.000 EW (cert.) > 100.000 EW (cand.) Köln (inkl. Schadstoffe) Mittelwert > 100.000 EW (cert.) 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 0 500.000 1.000.000 Getrennterfassungquote [%] Einwohner [EW] Getrennterfassungsquote Vergleich mit Zero Waste Cities (cert.) < 100.000 EW (cert.) > 100.000 EW (cert.) Mittelwert (cert.) Köln 2021 (inkl. Grünabfall aus Stadtgebiet) 0 20 40 60 80 100 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 1.200.000 Getrennterfassungsquote [%] Einwohner [Ew] Getrennterfassungsquote (> 100.000 EW) Vergleich mit Zero Waste Cities (cert.) + (cand.) > 100.000 EW (cert.) > 100.000 EW (cand.) Köln 2021 (inkl. Grünabfall aus Stadtgebiet) Mittelwert > 100.000 EW (cert.) 0 100 200 300 400 500 600 0 500.000 1.000.000 Menge [kg/(EW*a)] Einwohner [EW] Restmüll Vergleich mit Zero Waste Cities (cert.) < 100.000 EW (cert.) > 100.000 EW (cert.) Köln 2021 (inkl. Schadstoffe) Mittelwert (cert.) 0 100 200 300 400 500 600 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.0001.200.000 Menge [kg/(EW*a)] Einwohner [EW] Restmüll (> 100.000 EW) Vergleich mit Zero Waste Cities (cert.) + (cand.) > 100.000 EW (cert.) > 100.000 EW (cand.) Köln 2021 (inkl. Schadstoffe) Mittelwert > 100.000 EW (cert.) Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 140 | Wuppertal Institut Anhang 2 - Bestehende Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Die folgende Tabelle beinhaltet bereits bestehende Zero-Waste-Aktivitäten in Köln, welche von unterschiedlichen Initiator*innen angestoßen und umgesetzt werden. Diese Tabelle ist nicht als vollständige sondern lebende Übersicht zu verstehen, wel- che weiterentwickelt werden kann. Tabelle 11: Bestehende Zero-Waste-Aktivitäten in Köln Titel der Maßnahme Initiator*innen Urban-/Office-Gardening Projekte AckerCompany GmbH Tag des guten Lebens AGORA Köln e.V. Herstellung von Rucksäcken aus Autoteilen Airpaq Fahrradwerkstatt zur angeleiteten Reparatur Alte Feuerwache Flohmarkt an der alten Feuerwache Alte Feuerwache Restauration und Aufarbeitung von Möbeln antik acente Second-Hand-Kleidung Anziehend anders – Secondhand Shop Verein für nachhaltiges Bauen Architects for Future Deutschland e.V. (Ortsgruppe Köln) Recycling von alten Textilien armedangels - Social Fashion Company GmbH Papierpilz (Blöcke aus gebrauchtem Papier) AStA der Deutschen Sporthochschule Fort- und Weiterbildung von Schüler*innen und Student*innen so- wie Erwachsenenbildung AVG Köln Anerkannter außerschulischer Lernort AVG Köln Stoffliche Verwertung von Gips aus der Abgasreinigung AVG Köln Vergärungsanlage für 20.000to per Jahr etabliert AVG Köln Biokompostierung in Köln etabliert, bis hin zum Verkauf von Kölner Komposterde AVG Köln Lehrer- und Erzieher*innen-Ausbildung AVG Köln Führungen in der MVA und der Kompostierungsanlage AVG Köln Informationsfilm über die Abfallaufbereitung AVG Köln RENEE:)-App (Informationen über Recycling) AVG Köln Ideen-Wettbewerb zum Umwelt- und Klimaschutz AVG Köln Aufklärungsarbeit in Schulen AVG Köln Treff am Ofen AVG Köln Gesamtkonzept Anhang Wuppertal Institut | 141 Diverse Informationsbeiträge auf Social Media AVG Köln Stoffliche Verwertung von Aschen aus der Restmüllverbrennung in der Bauindustrie AVG Köln; Drittfirma Speiserestetonne für Gewerbekunden AWB im Auftrag der Stadt Köln Mehrwegbecher für Marathon & Co AWB in Kooperation mit der RheinEnergie Köln Kostenlose Biotonne AWB Köln Pädagogische Beratungsangebote für Kitas, Schulen und Erwach- sene zu den Themen Zero Waste, Wertstoffsammlung und Stadt- sauberkeit AWB Köln Betriebshofführungen über die Betriebshöfe Maarweg und Chris- tian-Sünner-Straße AWB Köln Einsatz von Grillscouts in vielen Kölner Grünanlagen (Organisation, Evaluation) AWB Köln Informationsstände bei Stadtfesten und Events AWB Köln Netzwerkarbeit mit Kölner Vereinen und Arbeitskreisen, u.v.m. AWB Köln Multiplikatorenschulungen (Päd. Fachkräfte, Lehrkräfte) AWB Köln Theater für Vorschulkinder und Grundschulkinder (Thema: Zero Waste Picknick) AWB Köln Ferienprogramm in Kooperation mit privaten und kirchlichen Trä- gern AWB Köln AWB-eigene Handreichungen, Bücher, Spiele und Arbeitsblätter entsprechend der Zielgruppen Kitas, Schulen und Erwachsene als Bestandteil der pädagogischen Beratung AWB Köln Umweltbildungskoffer zur Ausleihe für Schulen AWB Köln Anzeigenschaltung, Redaktionelle Beiträge und Zusammenarbeit mit lokalen Verlagen und Stadtteilheften AWB Köln Informationsmaterial und Videos für alle Zielgruppen auf der Home- page AWB Köln Nachhaltigkeits-Guide auf der Homepage (Plattform für Kölner Initi- ativen und Vereine rund um die Themen Zero Waste, Reparieren, Wiederverwenden, Teilen und Tauschen) AWB Köln Repair Café und Nachbarschaftswerkstatt Baugemeinschaft WUNSCHNACHBARN WEG Flohmarkt & Second Hand Verkauf Bazar de Nuit - Nachtflohmarkt e.V. Sammeln von Kronkorken Blechwech - Kronkorken für den guten Zweck Less Waste Box (wiederverwendbare Auslieferungsbox) Bohlen & Kronshage GbR Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 142 | Wuppertal Institut Solidarische Landwirtschaft im Raum Köln; Bildung und Vermei- dung Lebensmittelabfälle Bürger machen Landwirtschaft Veranstaltungszentrum und Plattform für nachhaltige Aktionen / Foodverteiler Bürgerzentrum Alte Feuerwache e.V. Fahrradwerkstatt Bürgerzentrum Alte Feuerwache e.V. Gemeinschaftsgarten mit regelmäßigen Aktionen Carlsgarten/Schauspielhaus Flohmarkt Kölner Altstadt Cölln Konzept Kleiderkammer & Rotkreuz-Shop Deutsche Rotes Kreuz Köln e.V. Kleidercontainer (4x) Deutsche Rotes Kreuz Köln e.V. Fairstore (Gebrauchtwaren) Diakonie Michaelshoven Restauration und Aufarbeitung von Möbeln Die Möbelkiste Vom Dabberg Mark Vom- berg & Philip Dabbert GbR Gemeinschaftswerkstatt Dingfabrik Köln Beratung, Rücknahmesysteme, Recycling Duales System Deutschland GmbH Gemeinschaftsgarten; eigener Anbau und Kompostierung Ehrenamtlicher Arbeitskreis VHS Reparatur & Verleih von alten Brillen Ehrenoptik Gebrauchtwarenhäuser (3x) Emmaus Gemeinschaft Köln e.V. Eigenanbau von Lebensmitteln Erntegemeinschaft Solawi Köln e.V. Essbare Stadt Essbare Stadt Köln Urbaner Lern- und Erlebnisgarten FairStärken 2 Folgen im Podcast zur Abfallwirtschaft FFI - Fabrik für Immer Unverpacktladen für Food und Non-Food Filiz Gencer Finkennest - Interkultureller Gemeinschaftsgarten Fink Plattform zur Abholung von Lebensmitteln, die ansonsten wegge- worfen werden (aktuell 21 Standorte) Foodsharing Köln Deponiefreie Produktion Ford Werke AG Flohmarkt für Textilien & Second Hand Fräulein Klimbim Selbsternte Gärten in Holweide und Sürth Gartenglück Gemeinschaftsgarten Gartenwerkstatt e.V. Ehrenfeld Solidarische Landwirtschaft Köln Gemüsekoop Köln Nachbarschaftsplattform nebenan.de Good Hood GmbH Gemeinschaftsgarten grenzenlos gärten e.V. in Kalk Recycling von alten Textilien Hehlerei Gesamtkonzept Anhang Wuppertal Institut | 143 Unverpacktladen "Himmel und Ääd" Himmel und Ääd Sülzer Kleiderstange (Kleidertausch) Hinsundkunzt Workshops, Bildungsangebote und Infotage zum nachhaltigen Le- ben Hinsundkunzt Verleih von Werkzeugen, Geräten, Lastenrädern, Fahrrädern und E-Bikes Hinsundkunzt Wertstoffsammlung im Nachbarschaftsatelier Hinsundkunzt Repair-Café / Nachbarschaftsatelier Hinsundkunzt Tausch- und Mitnahmeregal im Nachbarschaftsatelier Hinsundkunzt Hofflohmärkte Hofflohmärkte Second-Hand-Verkauf von Kleidung (4 Stores in Köln) HUMANA Second Hand Kleidung GmbH Iglu-Geschäft für nachhaltigen Konsum Iglu gUG Beratung, Rücknahmesysteme, Recycling Interseroh Dienstleistungs GmbH Unverpacktladen für Food und Non-Food Jan Gökpinarli Rollstuhlrampen aus alten Legosteinen junge Stadt Köln e.V. Recycling von Rädern junge Stadt Köln e.V. Leihtassen auf Weihnachtsmärkten k. A. Verleih von Kleidung Kleiderei Köln Veranstaltungen und Mitgestaltung der Stadtpolitik KölnAgenda e.V. Gemeinschaftsgarten Kölner NeuLand e.V. Mensa neu denken: Mehrweg fördern und Lebensmittelverschwen- dung vermeiden Kölner Studierendenwerk & Verbraucher- zentrale NRW Mehrwegverpackungen für die Mensa Kölner Studierendenwerk AöR Verteilung gespendeter Lebensmittel Kölner Tafel Kölntasche Kölntasche.net Vorträge und Sammelaktion in Schulen Krake e.V. Köln Durchführung des Rhine Cleanup Days mit Unterstützung der AWB im Rahmen von „Kölle putzmunter“ Krake e.V. Köln mit AWB Abfallwirtschafts- betriebe Köln GmbH Platzierung von Müllsammel-Plattformenim Rhein Krake e.V. Köln Storytelling zu Nachhaltigkeit und u.a. Zero Waste Kugel zwei (Instagram/WDR) KVB Räder KVB Unverpacktladen für Food und Non-Food "Maik Rösner" Maik Rösner Marktschwärmereien mit geringem Verpackungsmüll (7 Schwärme- reien aktuell) Marktschwärmerei Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 144 | Wuppertal Institut Flohmarkt für Textilien Melan macht Märkte-Niederrhein GmbH Zero Waste in der Kirche Melanchthon Akademie, Netzwerk Unverpacktladen "Moritz Kaiser & Christoph Mies" Moritz Kaiser & Christoph Mies GbR Recycling von alten Textilien Nähwerkstatt Köln Zwei Gemüsegärten, Streuobstwiese, Bienenhaus Naturerlebnisgarten Finkens Garten Workshops zu Kompostierung Neuland Köln Beratung, Rücknahmesysteme, Recycling Noventiz Dual GmbH Imkern Pflanzstelle Bücherverleih Pflanzstelle Soziokulturelle und urbane Landwirtschaft in Köln Kalk Pflanzstelle Kaffee in Mehrwegflaschen Plastic2Beans Zero waste Café Plastic2Beans GmbH Informationskampagne zu Plastik Precious Plastics Unverpacktladen für Food und Non-Food "VEDA" projekt VEDA GmbH Gemeinschaftsgarten Querwaldein e.V. Sustainable offsite (SOS) meetup Railslove GmbH Beratung, Rücknahmesysteme, Recycling Reclay Holding GmbH Pfandsystem Recup GmbH Refill-Stationen Refill Deutschland Beratung, Rücknahmesysteme, Recycling Remondis Plattform zum Koordinieren von Müllsammelaktionen entlang des Rheins RhineCleanUp GmbH Organisation von Müllsammelevents RhineCleanUp GmbH Kippensammel-Aktion "Müllfrei.er.leben" Richarda Fesl Verkauf und Verleih von (Second Hand) Kleidung Secondhand Entlarvt Bürgerinitiativen fördern / Ideen sammlen Senf Köln Unverpacktladen für Food und Non-Food "Silke Gimnich" Silke Gimnich DE FLO: Möbelhalle, Kleiderstübchen und Schreinerei (3 Standorte) SKM Köln – Sozialdienst Katholischer Män- ner e.V. Events zur Resteverwertung von Lebensmitteln Slow Food Youth Köln Gebrauchtwarenhäuser (2 Läden) SSK e.V. Entrümpelung und Transporte SSK e.V. Gesamtkonzept Anhang Wuppertal Institut | 145 Trinkwasserbrunnen Stadt Köln Direkte Nutzung von Grünabfall vorort Stadt Köln (Ausführung AWB) Wertstofftonne Stadt Köln (Ausführung AWB) Dezentrale Sammlung in den Stadtvierteln für verschiedene Abfall- ströme (u. a. Batterien, Elektrokleingeräte) Stadt Köln (Ausführung AWB) Abfalltrennung auf städtischen Friedhöfen Stadt Köln (Ausführung AWB) Sammlung von Altkleidern Stadt Köln (Ausführung AWB) Informationskampagne zu nachhaltigem Wohnen Stadt Köln (Ausführung AWB) Mehrwegsystem etablieren Stadt Köln (Ausführung AWB) Informationskampagne "Aktiv für Köln" zur Optimierung von Wer- stoffsammelsystemen Stadt Köln (Ausführung AWB) Abfall-/Wertstoffkalender als digitale Ausgabe Stadt Köln (Ausführung AWB) Aufklärung der Bürger*innen auf Abfallbehältern Stadt Köln (Ausführung AWB) Wichtige Informationen (Müll-ABC, Tipps zur Vermeidung) stehen digital zur Verfügung Stadt Köln (Ausführung AWB) Sag's uns-App (Meldung von wildem Müll) Stadt Köln (Ausführung AWB) Digitalisierung von Informationen (AWB-App) Stadt Köln (Ausführung AWB) Tauschbörse für Möbel und Gegrauchsgegenstände Stadt Köln (Ausführung AWB) Informationskampagne Stadt Köln (Ausführung AWB) Abholung von Grünschnitt Stadt Köln (Ausführung AWB) Sammlung von Abfall Stadt Köln (Ausführung AWB) Dezentrale Schadstoff-Sammlung in den Stadtvierteln Stadt Köln (Ausführung AWB) Abholung von Sperrmüll & Elektrogroßgeräten Stadt Köln (Ausführung AWB) Dezentrale Sammlung in den Stadtvierteln (Sperrmüll, Elektrogroß- geräte, Schadtstoffe) Stadt Köln (Ausführung AWB) Restzepte Stadt Köln (Ausführung AWB) Informationskampagne zur Biotonne Stadt Köln (Ausführung AWB) Organisation von Upcycling-Workshops und Austauschplattform Stadt Land Welt e.V. Mehrweg-Dosen für Speisen zum Mitnehmen Stadthaus Deutz Herstellung von Sortiertechnologien Steinert Tauschbörse für Dienstleistungen und Waren TalentSkulptur e.V. Verkauf von Lebensmitteln, die sonst entsorgt werden würden The Good food Verkauf von Second Hand Kleidung und Accessoires The Suedstadt Second Hand Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 146 | Wuppertal Institut Verkauf von Second Hand Kleidung und Accessoires (2 Läden) THINK TWICE / Baltic Textile Trading GmbH Sammelstellen für Zigarettenstummel Tobacycle Verkauf von Vintage und recycelter Kleidung und Accessoires Todd Speiserestevermeidung Too Good To Go Flohmarkt an der Galopprennbahn Trödel Mit Unverpacktladen Ulrike Bohländer Info- und Bildungsveranstaltungen Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen Durchführung Wohnungsauflösungen, Entrümpelungen; Annahme von PC & Druckern; Korksammlung Umweltzentrum Köln Vermietung von Geschirrmobilen Umweltzentrum Köln Wochenmärkte für regionale Produkte Unbekannt Gemeinschaftsgarten Uni Köln Verkauf von Second Hand Kleidung und Accessoires Unser Blinklicht e.V. Berufsverband Unverpacktläden Unverpackt e.V. Müllsammelaktion Köln räumt auf - Aktion "Spielplatz" Urban Grün Zollstock Unverpacktladen Varme GmbH Unterhaltsamer Informationsblog über Köln Veedelsgedanken Unverpacktladen für Food und Non-Food "Veedelskrämer" Veedelskrämer GbR Plattform für Zero Waste Termine und Tipps für Endverbraucher Verbraucherzentrale NRW Informationswebseiten zur richtigen Mülltrennung Verbraucherzentrale NRW Bücherschränke (11 im Stadtgebiet) verschiedene Tiffin-Box (Mehrweg) Verschiedene Restaurants Verkauf von Second Hand Kleidung und Accesoires Vintage & Rags (Yeeco GmbH & Co. KG) Verkauf von Second Hand Kleidung und Accesoires Vintage-Emde Infoveranstaltungen, Vorträge Volkshochschule Köln Upcycling von Textilien Volkshochschule Köln Mehrwegverpackungen für To Go Geschäft Vytal Global GmbH Villa Öki (Bildungseinrichtung) Wasserforum Köln e.V. Zero Waste Karte (Online) Wastelandrebel Informationsblog, Zero Waste Buchautorin, Radio Cosmo WDR Wastelandrebel Podcast Wastelandrebel Gesamtkonzept Anhang Wuppertal Institut | 147 Biete/Suche-Börse für geflüchtete Menschen wiku Köln Unverpacktladen für Food und Non-Food "Witt & Stark" Witt & Stark GbR Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz in Köln Wuppertal Institut Nachhaltigkeitsnetzwerk Kölner Schulen Zero Waste Köln Infoveranstaltungen, z. B. "Mehrweg statt Einweg" Zero Waste Köln Quelle: Eigene Darstellung nach Desktoprecherche Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 148 | Wuppertal Institut Anhang 3 - Gesamtliste der Kölner Maßnahmen und Empfehlungen Die folgende Tabelle beinhaltet weitere Maßnahmen, welche während des Entwick- lungsprozesses des Maßnahmenkatalogs als Vorschläge in den Workshops oder dem Beteiligungsportal eingegangen sind. Einige von diesen Maßnahmen wurden in Form eines Steckbriefs in den Maßnahmenkatalog aufgenommen. Teilweise wurden mehrere Maßnahmenvorschläge aus dieser Tabelle zu einem Steckbrief zusammen- gefasst. Die Anzahl der als „Prio“ markierten Maßnahmen spiegelt daher nicht die Anzahl der Maßnahmen im Katalog wider. Nr. Titel der Maßnahme Zuordnung Ziel Prio 1 (Werbe-)Kampagne zur Förderung von Stoffwindeln Ü1, Ü2, Ü3 2 Anlaufstellen für wiederverwendbare Artikel/ Materialien etablieren Ü1, Ü3 X 3 Anreizsystem für nachhaltiges Bauen schaffen Ü1, Ü2, A1 X 4 Antragstellung mit Berücksichtigung der Triple Bottom Line Ü1, Ü2 5 Attraktiveres Gebührenmodell Mülltonnen Ü3 6 Aufklärung und SensibiliiserungSensibilisierung privater Haushalte & Be- triebe Ü3 7 Aufklärung zur korrekten Entsorgung von Medikamenten Ü3, A2, A4 8 Auflagen bei der Erteilung von Bau- und Betriebsgenehmigungen Ü1, A1 9 Ausbau Infrastruktur durch mehr Mülleimer im öffentlichen Raum A4 10 Auslobung eines (jährlichen) Kunstwettbewerbs Ü3 X 11 Ausstattung der Mülltonnen mit mehr Sortiermöglichkeiten + Neue Plastik- fraktionen bei der AWB etablieren A2, A4 12 Austausch zu Best-Practices zwischen Betrieben Ü3 13 Ausweisung nachhaltiger Gewerbegebiete/-flächen für Handwerksunter- nehmen 14 Baustoffrecycling als Leuchtturmprojekt --> Arbeitsplätze in Köln Ü1, A1, A4 15 Bedarfsgerechte Entsorgung von Sperrmüll 16 Börse für Bauteile sowie Rückbaumöglichkeiten beim Neubau beachten Ü1, A1 17 C2C Produkte im Bausektor einsetzen Ü1, Ü2, A1 18 Design der öffentlichen Mülleimer verbessern A2, A4 19 Digitalisierung beschleunigen durch Einführung der allgemeinen E-Verwal- tungsakte Ü1 X Gesamtkonzept Anhang Wuppertal Institut | 149 20 DIY- & Reparaturs-Cafes Ü1, Ü3 X 21 E-Mail-Verkehr reduzieren Ü3 X 22 Einsammlung von Abfällen auf Grünflächen A4 23 Einwegmülll in der Gastronomie und bei Veranstaltungen reduzieren Ü1, Ü2 X 24 Erstellung eines Abfallkatasters & einer gewerblichen Abfallbörse Ü1, Ü2 25 Erweiterte Verantwortung für den Vertrieb von Einwegprodukten Ü1, Ü2 26 Erweiterung der coffee-to-go-Becherseite mit Mehrwegsystemen Ü1, Ü2 X 27 Förderung nachhaltiger Bildungsangebote (Unterrichtsfach zur Abfallauf- klärung) Ü3 X 28 Förderung nachhaltiger startups 29 Förderung von Unverpackt-Läden Ü1, Ü2, Ü3 30 Große Verpackungseinheiten in Büros durch nachhaltige Alternativen er- setzen Ü1, Ü2 31 Großkampagne zur Erreichung von Young Urbans Ü3 32 Hundekot Abfallsystem 33 Informationskampagne zu unverpacktem Einkaufen Ü1, Ü3 34 Integration von BIM im Baugewerbe Ü1, Ü2, A1 X 35 Intelligente Heizungssteuerung fördern 36 Jeans-Sammelstellen A2, A4 37 Kampagne mit den Kirchen Ü3 38 Kampagne mit Ver-/mieter*innen zur korrekten Mülltrennung Ü3, A2, A4 39 Kartonsammelstellen Ü3, A4 40 Keine Gratis-Plastikbecher in öffentlichen Gebäuden anbieten Ü1, Ü2, Ü3 41 Kompostanlagen im öffentlichen Raum A2, A3, A4 42 Kontrolle der korrekten Befüllung von Wertstofftonnen A2 43 Kronkorkensammelstellen Ü3, A4 44 Leihbar Ü1 X 45 Leitfaden für Veranstaltungen verbreiten Ü1, Ü3 X 46 Materialoptimierung durch Digitalisierung Ü1, Ü2 47 Mediale Kampagne zur Aufklärung Ü3 X Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 150 | Wuppertal Institut 48 Mehr Öffentliche Räume zum Aufenthalt schaffen, mit entsprechender Müllinfrastruktur A2, A4 49 Menschen für Natur sensibilisieren Ü3 50 Mobiler Reparaturdienst Ü1 X 51 Mobilitätswende fördert auch Müllvermeidung Ü1 52 Müllfalle im Rhein 53 Nachhaltiges Design der Verpackungen (Monomaterial) fördern A4 54 Nachhaltiges Konfetti und Glitzer Ü2 55 Nachhaltigkeitskriterien bei der Auftragsvergabe anwenden Ü1, Ü2 X 56 Neue Handelskonzepte etablieren Ü1, Ü2, Ü3 X 57 Öffentliche Bereitstellung von Trinkwasser optimieren & Auststellung von Zertifikaten für Leitungswasserfreundliche Organisationen Ü1, Ü3 58 Ökoprofit wiederbeleben Ü3 59 Opt-in für Werbe- und Postwurfsendungen (Werbung und kostenlose Zei- tungen nur noch auf ausdrücklichen Wunsch) Ü1, Ü3 X 60 Personen des öffentlichen Lebens einbeziehen Ü3 61 Pfandflaschen - Aufsteller an allen Mülleimern Kölns Ü3, A4 62 Pfandsysteme flächendeckend etablieren (für Einweggeschirr) Ü1 X 63 Pilotprojekt Zirkuläres Bauen - Rückbau (Abriss von Gebäuden) Ü1, Ü2, A1 64 Quartiersangebote fördern Ü1, Ü2, Ü3, A4 65 Rechtlichen Rahmen für Kreislaufnutzung schaffen Ü1, Ü2, Ü3 66 Rettung von Lebensmittelabfallen durch verschiedene Kooperationen Ü2, A3 X 67 Sammelstelle für den Mund-Nasen-Schutz Ü1, Ü2 68 Sammelstellen für wiederverwendbares Verpackungsmaterial Ü1, Ü2, A2, A4 69 Sammlung von Altglas A4 70 Sanierung statt Abriss von Gebäuden Ü1, Ü2, A1 71 Schulprogramm zur Säuberung der Schulflächen Ü3, A2 72 Seniorenservice für Reparaturen Ü1, Ü2, Ü3 73 Sensibilisierung für Mehrweg-Lösungen Ü1, Ü3 74 Sensibilisierungsmaßnahmen Ü3 X Gesamtkonzept Anhang Wuppertal Institut | 151 75 Städtisches Feuerwerksverbot Ü1, Ü2 76 Stärkere Verpflichtung zur fachgerechten Entsorgung von Grünschnitt A4 77 Tauschbörsen Ü1, Ü3 X 78 TobaCycle etablieren & Sensibilisierung A2 79 Trenntoiletten im öffentlichen Raum anwenden A4 80 Trinkwasseraufbereitungsanlage für das Leistungswasser Ü1 81 Überprüfung digitaler Lösungen auf Rebound-Effekte 82 Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung 83 Verbot des Wegwurfs von genießbaren Lebensmitteln Ü2 84 Verbot oder (kommunale) Besteuerung von Einwegverpackungen Ü1, Ü2 85 Verpackungen optimieren durch einheitliche Vorgaben Ü1 86 Verpflichtende Biotonne A2, A3, A4 X 87 Verpflichtung zur getrennten Müllsammlung + Verkleinerung der Restmüll- tonne Ü2, A2, A4 X 88 Verteilung von nicht verkäuflichen Lebensmitteln vereinfachen Ü1, Ü2 89 Weiterbildung zur nachhaltigen Babypflege für Kitapersonal (Stoffwindeln) Ü1, Ü2 90 Werbung im öffentlichen Raum begrenzen Ü3 91 Wertstoffläden einführen Ü1, Ü3 X 92 Wiedervendbare Wetbags in allen städtischen Kitas 93 Wiederverwendung alter Fahrräder & Roller A4 X 94 Wiederverwendung von Sperrmüll Ü1, Ü3, A2 X 95 Wilder Müll in den Stadtteilen verringern Ü3 96 Zero-Waste-Ausstellung Ü3 X 97 Zero- Waste- Festival Ü1, Ü3 98 Zero-Waste-Konzepte bei Veranstaltungen und Wochenmärkten- Ver- pflichtende Mehrweg-Konzepte (Pfandsysteme) Ü1, Ü3 X 99 Zero-Waste-Schulungen für Betriebe Ü3 100 Zurückgelassene Möbel mit Vermieter*innen aufbereiten Ü1, Ü3 X Gesamtkonzept Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 152 | Wuppertal Institut Gesamtkonzept Anhang Wuppertal Institut | 153 Anhang 4 - Priorisierungs-Workshop Die nachfolgenden Abbildungen veranschaulichen die Aufgabenstellungen im Priori- sierungsworkshop zur Konkretisierung des Maßnahmenkatalogs. Abbildung 31: Erste Aufgabe des Priorisierungs-Workshops Abbildung 32: Zweite Aufgabe des Priorisierungs-Workshops
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1170/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 14.11.2023
- Erstellt
- 05.04.2023 17:11