Mandari Insight

2024/0038

Waldzustandsbericht 2023 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2023)

Magistratsvorlage 25.01.2024

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

2024/0038

148.9 KB · application/pdf

Ansehen

anlage 2

7.4 MB · application/pdf

Ansehen

anlage 3

118.5 KB · application/pdf

Ansehen

anlage 4

18.0 KB · application/pdf

Ansehen

2024/0038

10082 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
07.02.2024 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordne tenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Grünflächenamt  
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2024/0038 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 555010 
Kostenstelle:  067-030-1100 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5550-11 Sachkonto: diverse Sachkonten  
 
Betreff: Waldzustandsbericht 2023 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2023)  
 
Vorlage vom: 25.01.2024  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Waldzustandsbericht 2023 wird zur Kenntnis genommen.  
 
 
Anlagen: Waldzustandsbericht 2023  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:  
Klimarelevanz des Vorhabens:     
Auswirkungen auf Stadtklima:   ja  nein 
Auswirkungen auf THG -Emissionen:   gering1)  mittel/groß 2) 
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung:   ja  nein 
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:    
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft?   ja  nein 
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt?   ja  nein 
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr. 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 25.01.2024 
 
Hitze und Trockenheit, hervorgerufen durch die Folgen de r Klimakrise setzen unserem 
Stadtwald deutlich zu. Als Teilergebnis des Runden Tisches Wald, dessen Einrichtung durch 
Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2019 beschlossen wurde und 
dessen Abschlussbericht der Magistrat (13.01.2021) und die Stadtverordn etenversammlung 
am 27.05.2021 zugestimmt haben, soll für den Stadtwald Darmstadt jährlich ein 
Waldzustandsbericht erstellt werden. Darin soll der Waldzustand erfasst und dauerhaft 
dokumentiert werden. Diese Erhebung des Waldzustands gehört zur grundlegende n Analyse 
des Zustands unseres West - und Ostwaldes und liefert differenzierte, kleinräumige 
Erkenntnisse, welche im weiteren Prozess ermöglichen sollen, die richtigen Maßnahmen zum 
Schutz des Ökosystems Wald ableiten zu können.  
 
In Anlehnung an die landes weite Waldzustandserhebung und in Zusammenarbeit mit der 
Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen wurde vor einigen Jahren ein 
Stichprobendesign für den Waldzustandsbericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
erarbeitet. Zwischen dem 24. Jul i und dem 18. August 2023 wurde schon zum vierten Mal 
eine dezidierte, engmaschige Erhebung des Waldzustands im Stadtwald Darmstadt 
durchgeführt. Das dichte Aufnahmeraster (250 m x 250 m) garantiert eine hohe Auflösung 
der Ergebnisse und berücksichtigt etw a die standörtlich unterschiedlichen Gebiete des West - 
und Ostwaldes. Der Waldzustandsbericht 2023 für den Stadtwald Darmstadt ist in der 
Anlage beigefügt.  
 
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2023 belegen den schlechten Zustand des 
Darmstädter Stadtwa ldes. Zwar ging die mittlere Kronenverlichtung der Bäume im Vergleich 
zum außergewöhnlich heißen und trockenen Jahr 2022 leicht zurück, jedoch bleibt der 
Schädigungsgrad auch dieses Jahr auf einem sehr hohen Niveau. Während im Westwald erste 
Verjüngungspro zesse sowie an einzelnen Bäumen eine Stagnation hoher Kronenschäden zu 
beobachten sind, zeigt sich im Ostwald auch dieses Jahr eine Zunahme der Waldschäden, 
wenngleich das Schadensausmaß hier im Vergleich zum stark geschädigten Westwald 
deutlich geringer i st. Allein der sehr hohe Anteil an stehendem Totholz ist im Westwald mit 
knapp 10 % weiterhin außergewöhnlich hoch.  
 
Im Vergleich zur Landeserhebung der hessischen Wälder zeigen die Ergebnisse der 
Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt einen erhöhten Schädigungsgrad. Während 
der landesweite Durchschnitt des Nadel -/Blattverlusts im hessischen Waldzustandsbericht 
2023 mit 29 % angegeben wird, liegt das Verlustprozent im Stadtwald um mehr als 10 
Prozentpunkte darüber (41,2 %). Gleichfalls sind der Anteil stärkerer Kronenschäden sowie 
die Mortalitätsrate im Darmstädter Stadtwald erheblich höher. Verglichen mit der 
Sondererhebung in der Rhein -Main-Ebene nähern sich die Kennzahlen des Waldzustandes an, 
so dass sich nur geringe Unterschiede zum Schädigungsgrad  des Darmstädter Stadtwaldes 
ergeben. Im Westwald hingegen sind die Baumschäden so groß, dass im Vergleich zur Rhein -
Main-Ebene, mit Ausnahme der Mortalitätsrate, alle Kennzahlen des Waldzustandes 
übertroffen werden.  
 
Die Witterung hat einen großen Einflus s auf den Zustand der Wälder. Starker Wind und 
Orkanböen, Spätfrost sowie langanhaltende sommerliche Trocken - und Hitzephasen machen 
sich häufig unmittelbar im Zustand der Bäume bemerkbar. In jüngerer Vergangenheit führten 
insbesondere die überwiegend sehr  heißen und trockenen Jahre 2018, 2019, 2020 und 2022 
zu einer erheblichen Belastung der Wälder mit starken Kronenschäden und einer hohen 
Mortalität. Das Jahr 2023 begann ausgesprochen mild. Sowohl im Januar als auch Februar

- 4 - 
lag die Lufttemperatur deutlich  über dem langjährigen Mittel. Dabei war es im Februar 
deutlich zu trocken. Die Monate März und April waren dagegen wiederum sehr 
niederschlagsreich bei durchschnittlichen bzw. leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen.  
Ab Mai bis etwa Mitte Juli setzte  sich eine sehr trockene und weitgehend warme Witterung 
durch. Im Mai fiel lediglich knapp 50 % der durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Die 
Trockenstressbelastung der Bäume verschärfte sich im Juni weiter, indem gerade einmal 12 
mm Niederschlag registri ert wurden, was lediglich etwa einem Fünftel der üblichen 
Regenmenge entspricht. Gleichzeitig war es im Juni mit im Mittel über 20 °C sehr warm, so 
dass mit steigender Transpiration der Wasserbedarf der Bäume anstieg. Das warm -trockene 
Wetter setzte sich a uch in der ersten Julihälfte weiter fort und führte in den Wäldern – trotz 
zuvor gut befüllter Bodenwasserspeicher – zu ersten Trockenstressreaktionen. Allerdings 
setzten Mitte Juli glücklicherweise starke Niederschläge ein, die zu einem abrupten Ende der 
Dürrephase führten. Im August war es in Darmstadt wo nass wie schon lange nicht mehr. An 
der Wetterstation „Rosenhöhe“ wurden für den Monat August 175 mm Regen gemessen, was 
weit über das Doppelte über die übliche Regenmenge hinausgeht. Dabei blieben die 
Temperaturen im August vergleichsweise mild.  
Der September und Oktober 2023 zeichneten sich dagegen wieder mit sehr sommerlichen 
und im Mittel überdurchschnittlichen Temperaturen aus. Die Niederschlagsmengen gingen 
im Vergleich zum August stark zurück und insbesondere der Oktober war mit lediglich 6 mm 
Niederschlag erheblich zu trocken.  
 
Für eine erfolgreiche Waldverjüngung sind angepasste Wildbestände eine wichtige 
Voraussetzung. Die aktuellen Erhebungen zeigen einen unterschiedlich starken Einf luss des 
Wildverbisses auf einzelne Waldgebiete sowie auf einzelne Baumarten. So konnte gezeigt 
werden, dass derzeit sowohl im West - als auch im Ostwald Areale mit erhöhtem Wildverbiss 
auftreten und dass dabei in großer Anzahl die Baumart Hainbuche betroff en ist. Durch 
wilddicht umzäunte Probeflächen, sogenannte Weiserzäune, kann die Waldverjüngung ohne 
Wildeinfluss zusätzlich standortsbezogen erhoben und quantifiziert werden, wobei – 
sozusagen als Nebenprodukt – innerhalb weniger Jahre für die Bestandsstru ktur wichtige 
Verjüngungskegel entstehen können. Bedeutend hierfür sind kontinuierliche Kontrollen der 
Zäune durch die städtischen Forstwirte und eine regelmäßige Aufnahme der aufkommenden 
Waldvegetation.  
 
Auch wenn die Baumschäden in Teilen des Stadtwald es derzeit gravierend sind, bieten sie 
auch eine Chance für die biologische Vielfalt. Zerfallsphasen und Kalamitäten gehören zu 
einem natürlichen Ablauf der Waldentwicklung. Absterbende Bäume, stehendes Totholz oder 
umstürzende Stämme, stellen für viele Ti er- und Pflanzenarten – darunter oft seltene, vom 
Aussterben bedrohte Arten – einen wichtigen Lebensraum dar. Zudem kann ein erhöhter 
Totholzanteil am Boden zu einem verbesserten Wasserhaushalt und langfristig zu einem 
verbesserten Bodenzustand der Wälder beitragen. 
 
Seit dem Jahr 2023 finden auf den Stichprobenpunkten der Waldzustandserhebung 
umfangreiche Begleitstudien der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt) statt, 
um die natürliche Entwicklung der Wälder zu untersuchen. Dieser begleitenden F orschung ist 
im aktuellen Waldzustandsbericht 2023 ein eigener Absatz gewidmet. Vorrangiges Ziel dieser 
Forschung ist es dabei, langfristige Zusammenhänge zwischen der Waldentwicklung in Bezug 
auf die Insekten - und Bodenfauna darzustellen. Hierzu werden au f ausgewählten 
Aufnahmepunkten mittels verschiedener Methoden regelmäßig Tier - und Pflanzenarten 
erhoben sowie abiotische Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit gemessen. Besonders 
wertvoll erscheint dabei der Vergleich zwischen den beiden klimatisch und  standörtlich stark 
unterschiedlichen Bereichen des West - und Ostwaldes.

- 5 - 
 
Die Waldzustandserhebung 2023 dokumentiert die aktuellen Waldschäden und beschreibt 
die zeitliche und räumliche Entwicklung der Wälder im Stadtwald Darmstadt. Infolge der 
derzeit dynamischen Veränderung ist ein detailliertes, kontinuierliches Monitoring der Wälder 
durch die jährlichen Waldzustandsberichte von großer Bedeutung, um daraus geeignete 
Maßnahmen zur langfristigen Walderhaltung ableiten zu können. Die Waldzustandserhebung 
kann dabei neben der reinen Dokumentation gleichzeitig auch zur Bewertung und Anpassung 
eingeleiteter Maßnahmen genutzt werden. Sie liefert damit einen wichtigen Beitrag zur 
Entwicklung widerstandsfähiger und klimaangepasster Wälder.  
 
 
Dezernat III 
 
 
 
Michael Kolmer  
Stadtrat

anlage 2

74695 Zeichen

Im Auftrag der:  Bearbeitung:  
 
Wissenschaftsstadt Stadt Stefan Meining 
Der Magistrat Büro für Umweltüberwachung 
Grünflächenamt  www.stefanmeining.de 
 
 
 
Waldzustandsbericht 2023 
für den Stadtwald Darmstadt

Inhaltsverzeichnis 
1 Methodik ..................................................................................................................................... 3 
Durchführung 2023 ............................................................................................................................................... 7 
Auswertung ........................................................................................................................................................... 8 
Qualitätssicherung ................................................................................................................................................ 8 
2 Ergebnisse .................................................................................................................................... 9 
Stadtwald Darmstadt ............................................................................................................................................ 9 
Nadel-/Blattverlust........................................................................................................................................................ 9 
Vergilbung ................................................................................................................................................................... 12 
Schadstufen ................................................................................................................................................................. 12 
Stehend tote Bäume und Mortalitätsrate................................................................................................................... 13 
Einordnung der Ergebnisse ......................................................................................................................................... 14 
Fruktifikation ............................................................................................................................................................... 14 
Buche .......................................................................................................................................................................... 15 
Kiefer ........................................................................................................................................................................... 16 
Eiche ............................................................................................................................................................................ 16 
Sonstige Laubbäume ................................................................................................................................................... 17 
Sonstige Nadelbäume ................................................................................................................................................. 18 
Westwald ............................................................................................................................................................ 19 
Ostwald ............................................................................................................................................................... 21 
3 Witterung .................................................................................................................................. 23 
Das Jahr 2022 ...................................................................................................................................................... 23 
Das Jahr 2023 ...................................................................................................................................................... 24 
Witterungstrend.................................................................................................................................................. 24 
4 Bestandes- und Verbisserhebung ................................................................................................ 25 
Bestandeserhebung ............................................................................................................................................ 25 
Verbisserhebung ................................................................................................................................................. 27 
5 Wissenschaftliche Begleitforschung im Stadtwald Darmstadt 
(von Dr. Katja Wehner, Technische Universität Darmstadt) ................................................................................. 29 
Basisarbeiten ....................................................................................................................................................... 29 
Faunistische Untersuchungen ............................................................................................................................. 30 
Klimadaten .......................................................................................................................................................... 31 
6 Fazit ...................................... ….…………………………………………………………………………………………………33 
7 Glossar ....................................................................................................................................... 35 
8 Literatur- und Fotoverzeichnis .................................................................................................... 36

3 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
1 Methodik 
Die Waldzustandserhebung ist ein bunde sweit abg e-
stimmtes Verfahren zur Beurteilung der Gesundheit 
von Wä ldern. Die Erhebung beruht auf der visuellen 
Beurteilung des Kronenzustandes der Bäume, der als 
einfacher und nachvollziehbarer Indikator für den 
Vitalitätszustand der Waldbäume dient. Durch  die 
jährlichen Erhebungen kann der aktuelle Zustand des
 
 
Waldes beschrieben und sowohl zeitliche als auch 
räumliche Entwicklungen aufgezeigt werden. Auf der 
Grundlage der Waldzustandserhebung können Anpa s-
sungsstrategien zum Schutz des Waldes entwickelt 
und bereits ei ngeleitete Maßnahmen regelmäßig auf 
deren Wirksamkeit überprüft werden. 
Abb. 1: Stichprobenpunkte der Waldzustandserhebung i m Stadtwald Darmstadt getrennt nach Westwald 
(orange) und Ostwald (blau) (Kartenhintergrund: OpenStreetMap).  
Darmstadt

4 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
In Deutschland wird die Waldzustand serhebung seit 
1984 durchgeführt. Im Bundesland Hessen fi ndet die 
Erhebung jährlich auf dem weitmaschigen 8x8 km -
Raster statt, um repr äsentative Ergebnisse über den 
Vitalitätszustand der Wälder auf Landesebene zu e r-
halten. In der stark belasteten Rhein -Main-Ebene ist 
die Aufnahme auf das etwas dichtere 4x4 km -Netz 
erweitert. Um den Vitalitätsz ustand der Wälder im 
Stadtwald Darmstadt zu b ewerten, werden die jährl i-
chen Ergebnisse der hessischen Waldzustandserh e-
bung als Vergleich herangez ogen. Dies ist möglich, da 
das Aufnahmeverfahren nach gleicher Methodik und 
in enger Abstimmung mit der für die landesweite E r-
hebung zuständige n Nordwestdeutschen Versuchsan-
stalt (NW-FVA) stattfindet.  
Im Stadtwald Darmstadt wird die Waldzustandserh e-
bung seit dem Jahr 2020 auf einem Raster mit einem 
Abstand von 250x250 Metern durchgeführt. Dadurch 
ist eine ausreichende Genauigkeit der Ergebnisse für 
die standörtlich und klimatisch sehr unterschiedlichen 
Waldgebiete des West - und Ostwaldes sichergestellt 
(Abb. 1). An jedem Stichprobenpunkt werden nach
einem systematischen Auswahlverfahren acht Bäume 
des herrschendes Bestandes (Kraft´sche Klasse 1 bis 3) 
bestimmt und auf den Gesundheitszustand hin unte r-
sucht. Die Probebäume werden am Stamm eindeutig 
nummeriert, damit sie jährlich wieder aufgefunden 
und bewertet werden können (Abb. 2). 
0 - 10 % 11 - 25 % 26 - 60 % 61 - 100 %
0 - 10 % 0 0 1 2
11 - 25 % 1 1 2 2
26 - 60 % 2 2 3 3
61 - 99 % 3 3 3 3
100% 4
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufe 2
Schadstufe 3
Schadstufe 4
mittelstark geschädigt
deutlich geschädigtstark geschädigt
abgestorben
Kronen-
verlichtung
Vergilbung
ungeschädigt
schwach geschädigt Warnstufe
Tab. 1: Herleitung der Schadstufen. 
Abb. 2: Stichprobenpunkt der Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt.

5 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
An jedem Aufnahmepunkt der Waldzustandserhebung 
wird der Kronenzustand der a usgewählten Bäume 
eingehend untersucht und bewertet. Ein wesentlicher 
Aufnahmeparameter ist dabei der Nadel -/Blattverlust 
(NBV), der den Verlust an Nadeln bzw. Blätter im Ve r-
gleich zu einer ungeschädigten Baumkrone angibt  
(Abb. 4) . Zudem wird die Vergilbun g der Blattorgane 
an jedem Baum bestimmt. Beide Parameter werden in 
Fünf-Prozentstufen erhoben und zur besseren Übe r-
sicht anschließend zu Schadstufen verrechnet (Tab. 1).  
Neben den beiden Hauptkriterien Nadel -/Blattverlust 
und Vergilbung werden im Rahmen  einer ausführl i-
chen Differenzialdiagnose für jeden Baum alle weit e-
ren vitalitätsmindernden Schadsymptome aufgeno m-
men. Hieru nter fallen insbesondere Schäden durch 
Insekten, Witterungsereignisse, wie Trockenheit oder 
Spätfrost, sowie sichtbare Schäden durch  mangelnde 
Nährstoffversorgung der Bäume.  
Scheiden Bäume aus der Stichprobe der Waldzustan d-
serhebung aus, z.  B. durch Sturmwurf oder forstliche 
Nutzung, werden sie am gleichen Punkt durch direkte 
Nachbarbäume ersetzt. Stehend tote Bäume verble i-
ben solange in der Stichprobe bis sie in der Oberkrone 
kein Feinreisig mehr aufweisen. Das gesamte Aufna h-
meverfahren im Stadtwald Darmstadt wird gemäß 
dem bundesweit abgestimmten „Leitfaden zur Wal d-
zustandserhebung in Deutschland“ durchgeführt 
(WELLBROCK ET AL. 2018).  
Das Baumalter hat einen großen Einfluss auf den Kr o-
nenzustand der Bäume. Während jüngere Bäume 
meist eine dichtere und vitalere Krone aufweisen, 
zeigen sich bei älteren Bäumen in der Regel häufiger 
Schadsymptome und dementsprechend lichtere 
Baumkronen. Langjährige Untersuchungen der Wal d-
zustandserhebung in Deutschland zeigen, dass die 
Kronenverlichtung bis zu einem Baumalter von etwa 
60 Jahren stark ansteigt, danach jedoch mit anste i-
gendem Alter nur noch eine geringe Erhöhung der 
Kronenverlichtung zu ver zeichnen ist. Daher werden 
die Ergebnisse der Waldzustandserhebung getrennt 
nach den Altersgruppen „bis 60 Jahre“ und „über 60 
Jahre“ dargestellt. 
Abb. 3: Stark geschädigter Waldbestand mit abgestorbenen Kiefern.

6 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Abb. 4: Verschiedene Stadien der Kronenverlichtung jeweils von links nach rechts: Buche (oben):0, 30 und 70  % Blattverlust. 
Kiefer (Mitte): 15, 40 und 75 % Nadelverlust. Eiche (unten): 5, 25 und 95  % Blattverlust (aus: Arbeitsgemeinschaft Kronenzu-
stand, 2007).

7 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
0
10
20
30
40
50
1-20 21-40 41-60 61-80 >80
Antiel der Bäume in %
Brusthöhendruchmesser (cm)
West Ost
Abb. 5: Anteil der gemessenen Brusthöhendurchmesser 
(BHD) im West- und im Ostwald. 
 
Durchführung 2023 
Die Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt 
wurde im Zeitraum vom 24. Juli bis 18. August 2023 
durch Forstsachverständige mit langjähriger Erfahrung 
in der Waldzustandserhebung durchgeführt. Insg e-
samt wurden im gesamten Stadtwald 297 Stichpr o-
benpunkte mit 2.376 Bäumen untersucht (Tab. 2). Ein 
Stichprobenpunkt im Westwald konnte dieses Ja hr 
wegen akuter Gefahr u mstürzender Bäume von den 
Aufnahmetrupps nicht aufgenommen werden.  
Die Buche ist mit 33  % die häufigste Baumart der 
Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt. D a-
hinter folgt mit geringem Abstand die Gruppe der 
sonstigen Laubbauma rten (30  %), die sich aus vielen 
verschiedenen Baumarten, wie z.  B. Ahorn, Spätbl ü-
hende Traubenkirsche oder Roteiche, zusammensetzt. 
Die Kiefer und die Eiche sind mit jeweils 17  % in der 
Stichprobe vertreten. Einen sehr geringen Anteil (3  %) 
nehmen dagegen  die sonstigen N adelbaumarten ein. 
Auf die Altersgruppe bis 60 Jahre entfallen 45  % aller 
Probebäume. Dagegen sind 55  % der Altersgruppe 
über 60 Jahre zuzuordnen.  
Im Westwald wurden dieses Jahr 164 Stichprobe n-
punkte und insgesamt 1.312 Bäume im Rahmen der  
Waldzustandserhebung untersucht. Die häufigste 
Baumartengruppe stellen hier mittlerweile die sonst i-
gen Laubbaumarten (33 %), ihr Anteil ist in den letzten 
Jahren stetig angestiegen. Dagegen nimmt im Wes t-
wald der Anteil der Kiefer weiter ab. Aktuell sind j e-
weils 27 % der Probebäume der Kiefer bzw. der Buche 
zuzuordnen. Der Eichenanteil ist mit 12  % dagegen 
gering. Sonstige N adelbaumarten sind im Westwald 
nur marginal vertreten.  
Im Ostwald wurden dieses Jahr 133 Stichprobenpun k-
te mit insgesamt 1.064 Bäumen  auf ihren Vitalitätszu-
stand hin untersucht. Mit großem Abstand ist hier die 
Buche (40 %) die am häufigsten vorkommende Bau m-
art. Dahinter folgen die sonstigen Lau bbaumarten 
(25 %) und die Eiche (24  %). Die sonstigen Nade l-
baumarten und die Kiefer sind im Os twald mit 6 bzw. 
5 % relativ gering vertreten.  
Im Zuge der Waldzustandserhebung wird der Stam m-
durchmesser an jedem Probebaum in der Höhe von 
1,30 m (Brusthöhendurchmesser) gemessen. Die Ve r-
teilung zeigt, dass im Westwald vor al lem dünnere 
Bäume bis 40  cm und nur sehr wenige Bäume über 
60 cm zu finden sind (Abb. 5). Im Ostwald liegt der 
Schwerpunkt ebenfalls auf Bäumen mit einem Durc h-
messer von bis zu 40  cm, jedoch sind auch dickere 
Bäume über 60  cm in der Stichprobe der Waldz u-
standserhebung enthalten. 
Tab. 2: Anzahl untersuchter Stichprobenbäume.  
Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent
Aufnahmepunkte 297 100% 164 55% 133 45%
alle Baumarten 2.376 100% 1.312 55% 1.064 45%
bis 60 Jahre 1.077 45% 583 44% 484 45%
über 60 Jahre 1.299 55% 719 55% 580 55%
Buche 788 33% 359 27% 429 40%
Kiefer 411 17% 356 27% 55 5%
Eiche 414 17% 159 12% 255 24%
sonstige 
Nadelbaumarten 60 3% 1 0% 59 6%
sonstige 
Laubbaumarten 703 30% 437 33% 266 25%
Westwald OstwaldGesamt

8 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Auswertung 
Die Daten der Waldzustandserhebung werden sowohl 
für den gesamten Stadtwald als auch für die Teilgebi e-
te West- und Ostwald getrennt ausgewertet. Für den 
Westwald können aufgrund der spezifischen Bauma r-
tenzusammensetzung Kiefer, Buche, Eiche und di e 
sonstigen Laubbaumarten einzeln dargestellt werden, 
während im Ostwald die Baumarten Buche und Eiche 
sowie die sonstigen Nadelbaumarten und die sonst i-
gen Laubbaumarten einzeln auswertbar sind. Dabei 
werden die selten vo rkommenden Kiefern im Ostwald 
der G ruppe der sonstigen Nadelbaumarten zugeor d-
net.  
Der Vertrauensbereich des mittleren Nadel -/Blatt-
verlusts wird durch die Anzahl der Stichprobenbäume 
und der Streuung der Einzelwerte bestimmt. Mit dem 
so berec hneten Konfidenzintervall wird ein Bereich 
definiert in dem der wahre Wert mit einer Wah r-
scheinlichkeit von 95  % liegt (Tab. 3). Je größer das 
Konfidenzintervall ist, desto unsicherer sind die Aussa-
gen zum Vitalitätszustand der Waldbäume. Auf den 
gesamten Stadtwald Darmstadt bezogen ist der Ve r-
trauensbereich mit ± 1,1 relativ nah am Mittelwert. 
Dagegen zeigt sich insbesondere bei den sonstigen 
Nadelbaumarten aufgrund der geringen Anzahl eine 
sehr große Streuung um den Mittelwert. 
Qualitätssicherung 
Maßnahmen zur Qualitätssicherung spielen bei der 
Waldzustandserhebung seit Beginn der Erhebungen 
eine en tscheidende Rolle. Auf Bundesebene finden 
jährlich Abstimmungskurse zur Bewertung von Bau m-
kronen statt und in den Ländern werden alle Aufna h-
meteams vor der Erhebung intensiv geschult. Zudem 
finden regelmäßige Foto-Vergleichstests statt, um eine 
einheitliche Bewertung der Baumkronen zu gewäh r-
leisten (MEINING ET AL . 2019). Bei der Waldzustandse r-
hebung im Stadtwald Darmstadt wird großen Wert 
darauf gelegt, dass nur entsprechend geschultes Pe r-
sonal zum Einsatz kom mt, so dass regelmäßig eine 
hohe Datenqualität erreicht wird. 
  
 
Region Baumart Anzahl 95%-Konfidenz-             
intervall (+/-)
Gesamt Gesamt 2376 1,1
Gesamt Bu 788 1,9
Gesamt Ei 414 2,2
Gesamt Kie 411 2,8
Gesamt sLb 703 1,9
Gesamt sNb 60 7,3
West Gesamt 1312 1,6
West Kie 356 3,1
West Ei 159 3,9
West Bu 359 2,3
West sLb 437 2,6
Ost Gesamt 1064 1,4
Ost Ei 255 2,4
Ost Bu 429 2,3
Ost sLb 266 2,4
Ost sNb 59 7,1
Tab. 3: 95%-Konfidenzintervalle für die Kronen verlichtung 
der Baumartengruppe n nach Regionen im Stadtwald 
Darmstadt.

9 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
2 Ergebnisse 
Stadtwald Darmstadt  
Die Wälder Darmstadts und des gesamten Ballung s-
raums der Rhein -Main-Ebene gehören seit langem zu 
den am stärksten geschädigten Waldgebieten 
Deutschlands. Belastungen, wie Stoffeinträge aus der 
Luft, Zerschneidung durch enges Verkehrswegenetz, 
Grundwasserabsenkung in Kombination mit trockenen 
und substratarmen Stan dorten und nicht zuletzt ein 
fortschreitender Klimawandel mit einer zunehmend 
trocken-warmen Sommerwitterung führen seit Jahren 
zu einer massiven Destabilisierung der Wä lder. Hinzu 
kommen biotische Schäden durch Maikäfer, verschi e-
dene Schmette rlingsraupen oder Belastungen durch 
massiven Mistelbefall. Nach den extremen Trocke n-
jahren von 2018 bis 202 0 hat sich das Schadensau s-
maß in den Wäldern noch einmal verstärkt. Insbeso n-
dere im Darmstädter Westwald, der sich entlang der 
Rheinebene erstreckt, ist der Wald in einem nach wie 
vor sehr kritischen Zustand (Abb. 6). 
Nadel-/Blattverlust 
Die Waldbäume im D armstädter Stadtwald weisen 
auch dieses Jahr einen  schlechten Kronenzustand auf. 
Dabei zeigen sich räumlich unterschiedliche Entwic k-
lungen: I m Westwald, wo der Schäd igungsgrad sehr 
hoch ist, fallen mittlerweile vermehrt Bäume aus, so 
dass an einzelnen Waldorten die häufig besser belaub-
ten Bäume des Zwischenstandes oder der Verjüngung 
bestandesbildend werden. Im Ostwald führt dagegen 
die hohe Belastung der Wälder  auch aktuell zu einer 
Zunahme der Kronenschäden. Gegenüber dem Vorjahr 
verringert sich der mittl ere Nadel -/Blattverlust über 
alle Bäume leicht um 1,8 Prozentpunkte auf 41,2  %. Er 
bleibt damit aber weiterhin über den Werten der er s-
ten beiden Inve nturen aus den Jahren 2020 und 2021 
(Abb. 7). 
Der Schädigungsgrad der Waldbäume ist stark vom 
Baumalter ab hängig. Junge Bäume sind in der Regel 
vitaler und wüchsiger als ältere Bäume und weisen 
daher im Mittel einen geringeren Nadel -/Blattverlust 
auf. Im Ve rgleich zum Vorjahr ergeben sich allerdings
Abb. 6: Häufiges Bild im Darmstädter Westwald: stark geschädigte und stehend abgestorbene Bäume.

10 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
weitere Unterschiede: Während bei den älteren Bä u-
men (über 60  Jahre) dieses Jahr nur eine gerin gfügige 
Verbesserung des Kronenzustandes festz ustellen ist, 
zeigt sich bei den jüngeren Bäumen (bis 60 Jahre) eine 
deutliche Erholung gegenüber dem Vorjahr. Im tr o-
cken-heißen Sommer 2022 gerieten vor allem junge 
Bäume aufgrund ihrer geringen Durc hwurzelungstiefe 
im Boden schnell unter Trockenstress und zeigten 
dementsprechend einen erhöhten Schäd igungsgrad. 
Im Sommer 2023 sorgten hohe Niederschläge dagegen 
teilweise für eine Erh olung (Abb. 8) , wenngleich der 
mittlere Nadel -/Blattverlust der ju ngen Bäume noch 
nicht wieder den Wert von 2021 erreicht hat.  
In der räumlichen Verteilung der mittleren Nadel -
/Blattverluste zeigt sich vor allem im südlichen Wes t-
wald ein Schwerpunkt der Waldschäden (Abb. 9). Zahl-
reiche Aufnahmepunk te weisen hier einen deutlich 
erhöhten Schädigungsgrad auf, mit einer Kronenve r-
lichtung von über 60 bzw. über 80  %. Dagegen sind im 
nördlichen Westwald und in weiten Teilen des Os t-
waldes die Wal dschäden geringer. Im Ostwald lassen 
sich erhöhte Nadel -/Blattverluste vor allem an Stic h-
probenpunkten im nördlichen Teil entlang der Diebu r-
ger Landstraße feststellen, während im südlichen 
Waldabschnitt (südlich der B26) die Waldschäden 
geringer ausfallen. 
Abb. 8: Vitale, junge Eichenkrone. 
Abb. 7: Entwicklung des mittleren Nadel -/Blattverlustes (mNBV) aller Bäume sowie der Altersgruppen „bis 60 Jahre“ un d 
„über 60 Jahre“.

11 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Abb. 9: Mittlere  Kronenverlichtung der Stichprobenpunkte alle Altersstufen in Prozent (Kartenhintergrund: OpenStreet -
Map).  
Darmstadt

12 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
In Bezug auf die unterschiedlichen Altersgruppen e r-
geben sich deutliche Unterschiede in der räumliche 
Verteilung der mittleren Nadel -/Blattverluste (Abb. 
10). Während bei den jüngeren Bäumen mehrhei tlich 
Stichprobenpunkte mit geringer Kronenverlic htung zu 
erkennen sind, überwiegt bei den älteren Bäumen der 
Anteil stärker geschädigter Aufnahm epunkte. Sowohl 
für die jüngere als auch für die ält ere Altersstufe lässt 
sich wiederum ein eindeut iger Schadensschwerpunkt 
für den Westwald feststellen. 
Vergilbung 
Vergilbungssymptome spielen in der Bewertung der 
Waldschäden im Darmstädter Stadtwald derzeit so gut 
wie keine Rolle. Im Jahr 2023 weisen weniger als ein 
Prozent aller Bäume eine stärkere Vergi lbung in den 
Baumkronen auf. Auch sonstige Verfärbu ngen der 
Nadeln und Blätter, wie sie häufig nach trocken -
heißen sommerli chen Witterungsphasen zu beobac h-
ten sind, waren dieses Jahr aufgrund der einsetzenden 
Niederschläge ab Mitte Juli nur selten aufzufinden.  
Eine Vergilbung von Nadeln und Blättern deutet in der 
Regel auf einen akuten Nährstoffmangel der Bäume 
hin. Insbesondere ein Mangel an dem Makronährel e-
ment Magnesium führt häufig zu einer typischen 
Gelbverfärbung der Blattorgane. Nährstoffmangel 
kann durch Verarmung der Böden infolge von Bode n-
versauerung durch eingetragene Luftschadstoffe ve r-
ursacht werden oder tritt nac h längeren Trockenper i-
oden auf, wenn nur noch unzureichend Nährstoffe mit 
dem Bodenwa sser über die Wurzeln aufgenommen 
werden können. 
Schadstufen 
Nachdem der Anteil der ungeschädigten Bäume 
(Schadstufe 0) im letzten Jahr erheblich auf nur noch 
7 % zurückgegangen ist, ist dieses Jahr wieder eine 
leichte Erhöhung der Schadstufe auf 12  % zu verzeich-
nen (Abb. 11). Dies ist im Wesentlichen auf die Reg e-
neration jüngerer Bäume in diesem Jahr zurückzufü h-
ren. Der Anteil an schwach geschädigten Bäumen 
(Schadstufe 1) verringert sich gegenüber dem Vorjahr 
leicht auf aktuell 23  % (-1 Prozen tpunkte). Ebenfalls 
verringert hat sich der Anteil der mittelstark gesch ä-
digten Waldbäume (Schadstufe 2) um -3 Prozentpunk-
te und der stark geschädigten Waldbäume (Schadstufe 
3) um -1 Prozentpunkt. Dagegen bleibt der Anteil der 
abgestorbenen Bäume (Schadstufe 4) im Stad twald 
mit 7 % im Vergleich zum Vorjahr konstant. 
Abb. 10: Mittlere Kronenverlichtung je Stichprobenpunkt getrennt nach jüngeren und älteren Bäumen. Je Stichprobenpunkt 
mindestens vier Bäume der Altersstufe „bis 60 Jahre“ bzw. „über 60 Jahre“ (Kartenhintergrund: OpenStreetMap).  
Darmstadt Darmstadt

13 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Die Bäume der Schadstufen 2 bis 4 werden zur bess e-
ren Übersicht bei der Darstellung der Ergebnisse als 
„deutlich geschäd igte Bäume“ zusammengefasst. 
Demnach gelten derzeit im Stadtwald Dar mstadt 65 % 
aller Bäume als deutlich geschädigt, das entspricht 
insgesamt vier Prozentpunkten weniger als bei der 
letztjährigen Erhebung.  
Stehend tote Bäume und Mortalitätsrate 
Der Anteil an stehendem Totholz im Stadtwald Dar m-
stadt bleibt im Vergleich zum Vorjahr nahezu unve r-
ändert (Abb. 13). Zwar ist gegenüber dem Jahr 2021 
eine Abnahme festzustellen, jedoch ist der Totholza n-
teil mit 7,1  % weiterhin sehr hoch (2022: 7,2  %). In 
stark geschädigten Beständen ist auch in diesem Jahr 
ein Zusammenbrechen einzelner toter Bäume zu b e-
obachten. Jedoch wird der Ausfall der Bäume durch 
das Absterben we iterer Bäume kompensiert, so dass 
insgesamt der A nteil des stehenden Totholzes in der 
Stichprobe nahezu gleich bleibt. Den größten Anteil an 
abgestorbenen Bäumen nimmt weiterhin die Kiefer 
ein, die vor allem auf den trocken -heißen Standorten 
des Westwaldes großflächig ausfällt  (Abb. 12) . Hier 
sind 9,7  % aller Bä ume stehend tot. Dagegen ist im 
Ostwald der Anteil mit 3,9 % deutlich geringer.  
Aus der Anzahl der Bäume, die seit der letztjährigen 
Erhebung stehend abgestorben sind, wird die jährliche 
Mortalitätsrate berechnet. Entgegen dem gesamten 
stehenden Totholz sind hier also nur die jährlich frisch 
abgestorbenen Bäume enthalten. Im Jahr 2023 liegt 
die Mortalitätsrate für den Stadtwald Darmstadt bei 
Abb. 12: Frisch abgestorbene, stehende Kiefer. 
15 19
7 12
27 26
24 23
38 35
46 43
13 11 16 15
7 9 7 7
0%
20%
40%
60%
80%
100%
2020 2021 2022 2023
ungeschädigt schwach geschädigt
mittelstark geschädigt stark geschädigt
abgestorben
Abb. 11: Entwicklu ng der Schadstufenverteilung der Jahre 
2020 bis 2023 im Stadtwald Darmstadt. 
0
5
10
15
2020 2021 2022 2023
Stehend  toter  Bäume in %
Gesamt West Ost
Abb. 13: Zeitliche Entwicklung des s tehenden Totoholzes 
von 2020 bis 2023 i m Vergleich zwischen gesamtem 
Stadtwald, Westwald und Ostwald.

14 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
2,6 % und damit etwas höher als im Vorjahr (1,6  %), 
was als Reaktion auf den letztjährigen trocken -heißen 
Sommer zurückgeführt werden kann. Während im 
Westwald die Mortalitätsrate mit 3,7  % weiterhin auf 
sehr hohem Niveau liegt und im Vergleich zum Vorjahr 
leicht ansteigt, ist im Ostwald die Absterberate mit 
1,2 % deutlich kleiner, wenn auch hier in diesem Jahr 
ein Anstieg zu verzeichnen ist.  
Einordnung der Ergebnisse 
Im Vergleich zur Landeserhebung der hessischen Wä l-
der zeigen die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 
im Stadtwald Darmstadt einen deutl ich erhöhten 
Schädigungsgrad (Tab . 4). Während der landesweite 
Durchschnitt des Nadel -/Blattverlusts im hessisch en 
Waldzustandsbericht 2023 mit 29  % angegeben wird, 
liegt das Verlustprozent im Stad twald um mehr als 10 
Prozentpunkte darüber (41,2  %). Gleichfalls sind der 
Anteil stärkerer Kronenschäden sowie die Mortalität s-
rate im Darmstädter Stadtwald erheblich höher. 
Verglichen mit der Sondererhebung in der Rhein -
Main-Ebene nähern sich die Kennzahlen des Waldz u-
standes an, so dass sich nur geringe Unterschiede zum 
Schädigungsgrad des Darmstädter Stadtwaldes erg e-
ben. Im Westwald hingegen sind die Baumschäden so 
groß, dass im Vergleich zur Rhein -Main-Ebene, mit 
Ausnahme der Mortalität srate, alle Kennzahlen des 
Waldzustandes übertroffen werden. 
 
 
Fruktifikation 
Eine starke Blütenbildung und Fruktifikation kann e i-
nen großen Einfluss auf die Belaubungsdichte der 
Bäume ausü ben, da hierfür hohe Energie - und Näh r-
stoffvorräte benötigt werden, die so dem vegetativen 
Wachstum nicht mehr in ausreichender Menge zur 
Verfügung stehen. In starken Fruktifikationsjahren, 
sogenannten Mastjahren, bilden sich daher häufig 
deutlich lichtere  Baumkronen, mit kleineren Nadeln 
bzw. Blättern und einer geringeren Seitenve rzweigung 
aus.  
Im Jahr 2023 zeig ten vor allem die sonstigen Lau b-
bäume, wie z.  B. Hainbuche, Bergahorn und Ro teiche, 
eine stärkere Fruchtausbildung. An über 50  % der 
Bäume dieser Baumartengruppe wurde dieses Jahr 
eine mi ttelstarke bis starke Fruktifikation festgestellt 
(Abb. 14). Ebenfalls stark fruktifiziert hat die Kiefer, bei 
der an über 40 % der Bäume im blühfähigen Alter mit-
telstarker bzw. starker Zapfenbehang registriert wu r-
de. Dagegen fiel bei der Buche und den sonstigen N a-
Tab. 4: Kennzahlen der Waldzustandserhe bung im Vergleich. Mittlerer Nadel -/Blattverlust (NBV), Anteil stärkerer  Schäden 
und Mortalitätsrate im  Stadtwald Darmstadt ( Gesamt, West - und Ostwald) gegenüber Hessen ( Gesamt und Rhein -Main-
Ebene) (NW-FVA 2023a, NW-FVA 2023b). 
Gesamt Westwald Ostwald Rhein-Main-
Ebene
Hessen 
gesamt
mNBV 41,2% 46,0% 35,4% 43% 29%
mNBV bis 60 Jahre 31,2% 34,9% 26,5% 29% 18%
mNBV über 60 Jahre 49,5% 55,0% 42,7% 44% 33%
stärkere Schäden 22% 31% 12% 24% 11%
Mortalitätsrate 2,6% 3,7% 1,2% 5,5% 1,4%
HessenStadtwald Darmstadt
0
20
40
60
80
100
Buche Kiefer Eiche sNb sLb
mittel stark
Abb. 14: Anteil der mittel stark und stark fruktifizierenden 
Bäume nach Baumart bzw. Baumartengruppe.

15 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
delbaumarten die Fruktifikation etwas geringer aus. 
Bei der Eiche konnte dieses Jahr kein Fruchtbehang 
mit stärkerer Intensität festgestellt werden. 
 
Buche 
Der Kronenzustand der Buchen hat sich gegenüber 
dem Vorjahr nochmals verschlechtert (Abb. 17). Nach 
dem starken Anstieg 2022 ist der mittlere Blattverlust 
dieses Jahr um weitere 2,0 Prozentpunkte auf 51,3  % 
angestiegen. Damit hat sich die mittlere Kronenve r-
lichtung der Buchen in den letzten zwei Jahren um  
knapp 10 Prozen tpunkte erhöht. Mittlerweile gelten 
fast 80  % aller Buchen im Stadtwald Darmstadt als 
deutlich geschädigt und damit so viel wie bei keiner 
anderen Hauptbaumart (Abb. 18). Besonders auffällig 
ist allein mit 30  % der sehr hohe Anteil stark ge schä-
digter Buchen.  
Die Buche leidet seit Jahren unter den sich veränder n-
den Klimabedingungen. Hohe Lufttemperaturen sowie 
lange Trockenphasen der ve rgangenen Jahre führten 
bei der Buche gebietsweise zu einer erheblichen B e-
lastung. Bei zahlreichen Buchen  konnten die Bau m-
kronen nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt 
werden, so dass die oberen Partien der Baumkronen 
in großen Teilen abstarben (Abb. 15). Infolge des sehr 
trockenen und heißen Sommers des letzten Jahres 
sind im Jahr 2023 auffallend viele dieser vorgeschädig-
ten Buchen vollends abgestorben. Zwar fiel dieses Jahr 
der Juli und vor allem der August ausgesprochen nass 
aus, jedoch hatte dies zumindest für die Altbuchen nur 
noch einen geringen Einfluss auf den Kronenzustand. 
Dagegen konnten junge B uchen mit geringerer 
Durchwurzelungstiefe von den einsetzenden Niede r-
schlägen in diesem Sommer sichtlich profitieren.  
Der hohe Totastanteil in mittelalten und alten B u-
chenbeständen führt zunehmend zu einer akuten G e-
fährdung der Arbeits - und Verkehrssicherheit. Zudem 
ist zu befürchten, dass es in den nächsten Jahren zu 
einer verstärkten Ausbreitung verschiedener , sekun-
därer Schadinsekten, wie z.  B. dem Buchenborkenk ä-
fer oder dem Buche nprachtkäfer, kommt. Dies könnte 
die Vitalität der Buchen weiter verschle chtern und zu 
einer zunehmenden Erhöhung der Mortalitätsraten 
führen.
Abb. 15: Buche mit teils abgestorbenen Kronenpartien.

16 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Kiefer 
Die Kiefer wurde in der Vergangenheit vorwiegend auf 
sandigen, trockenen und nährstoffarmen Standorten 
der Rheinebene angebaut, auf denen sie infolge der 
fortschreitenden Klimaän derung mittlerweile zune h-
mend hohen Belastungen ausgesetzt ist und flächig 
ausfällt. Im Gegensatz zur Buche ist bei der Kiefer ein 
schnelles Absterben innerhalb eines Jahres zu b e-
obachten, nachdem der Kronenzustand des Vorjahres 
häufig noch als vital einge stuft wurde. Dementspr e-
chend hoch ist die Mortalitätsrate der Kiefern im 
Stadtwald Darmstadt. Mittlerweile fallen viele stehend 
tote Kiefern vor allem durch Windwurf aus der Stic h-
probe der Waldzustandserh ebung heraus, wodurch 
sich der Kronenzustand der ve rbleibenden Kiefern im 
Mittel verbessert. Durch diesen Effekt hat sich die 
durchschnittliche Kronenverlichtung in den letzten 
beiden Jahren maßgeblich verringert. Aktuell liegt der 
mittlere Nadelverlust aller aufgenommenen Kiefern 
bei 41,9 % und damit 4,6 P rozentpunkte niedriger als 
noch im Vorjahr (Abb. 17). Der Anteil stehend toter 
Kiefern ist mit insgesamt 17  %, verglichen mit allen 
anderen Hauptbaumarten, zwar weiterhin sehr hoch 
(Abb. 18), gegenüber den vorhergehenden Jahren 
jedoch rückläufig.  
Die Vita litätsschwäche der Kiefer ist im Wesentlichen 
auf klimatische Faktoren wie sommerliche Hitze und 
Trockenheit zurückzuführen. Durch eine längere Vege-
tationszeit und eine verkürzte Winterruhe wird die 
Belastung der immergrünen Baumart zusätzlich e r-
höht. Die massive Ausbreitung der Kiefernmistel in der 
Rheinebene führt zudem zu einem erhöhten Wasse r-
bedarf der Bäume, da die halbparasitäre Mistel dem 
Baum Wasser und darin gelöste Nährsalze entzieht  
(Abb. 16). Insbesondere in sommerlichen Trockenph a-
sen, wenn die Kiefer ihre Spal töffnungen der Nadeln 
bereits weitgehend geschlossen hat, kann die Mistel 
über ihre Blätter weiter Wasser ve rdunsten und somit 
akuten Trockenstress auslösen. Derzeit weisen 38  % 
der Kiefern im Stadtwald Darmstadt einen Befall durch 
Misteln in der Baumkrone auf. Geschwächte Kiefern 
sind grundsätzlich einer erhöhten Anfälligkeit gege n-
über sekundären Schadorganismen wie dem pilzlichen 
Erreger des Diplodia -Triebsterbens oder Kiefer n-
prachtkäfern ausgesetzt, die ein schnelles Absterben 
der Bäume bewirken können.  
 
Eiche 
Der Kronenzustand der Eiche hat sich gegenüber dem 
Vorjahr kaum verändert. Der mittlere Blattverlust e r-
höht sich geringfügig um 0,2 Prozentpunkte auf 36,0 
Prozent (Abb. 17). Damit zeigt sich die Eiche weitaus 
vitaler als die Buche.  Der Anteil an stark geschädigten 
und abgestorbenen Bäumen ist bei der Eiche gege n-
über allen anderen Hauptbaumarten zudem am g e-
ringsten ausgeprägt (Abb. 18). 
Vitalitätsfördernd für die Eichen wirkt sich dieses Jahr 
die sehr geringe Fruktifikation aus. Zudem  wurden 
während der diesjährigen Erhebung deutlich weniger 
Fraßschäden durch Schmetterlingsraupen an den E i-
chenblättern fes tgestellt. Allerdings stieg der Befall 
durch Eichenmehltau stark an. In den Baumkronen 
von knapp zwei Drittel aller Eichen wurde das weiße 
Myzel des Blattpilzes festgestellt, wenn auch meist in 
einer geringen Intensität (Abb. 19).  
Abb. 16: Kiefernkrone mit Mistelbefall.

17 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Trotz ihrer höheren Trockenheitstoleranz sind auch 
zahlreiche Eichenkronen von den vergangenen tr o-
cken-heißen Jahren gezeichnet. Oftmals verringert 
sich d ie Seitenverzweigung der Äste oder es sterben 
einzelne As tpartien in der Oberkrone ab. Durch die 
hohe Regenerationsfähigkeit der Eiche kann dies j e-
doch unter günstigen Witterungsbedingungen durch 
Austrieb zahlreicher sekundärer Triebe in der Bau m-
krone häufig wieder ausgeglichen werden.  
 
Sonstige Laubbäume 
Nachdem sich der Kronenzustand der sonstigen Lau b-
bäume im letzten Jahr aufgrund der hohen Trocke n-
stressbelastung stark verschlechtert hat, ist dieses Jahr 
eine teilweise Verbesserung festzustellen, wenngl eich 
das ursprüngliche Niveau von 2021 bisher nicht wieder 
erreicht wird. Der mittlere Blattverlust verringert sich 
um 5,2 Prozentpunkte auf 33,2 % (Abb. 17). Insgesamt 
gelten knapp 50 % der sonstigen Laubbäume als deu t-
lich geschädigt, wobei der Anteil an stark geschädigten 
Bäumen mit 11  % vergleichsweise hoch ausfällt (Abb. 
18). 
Zu den sonstigen Laubbäumen gehört eine Vielzahl an 
unterschiedlichen Baumarten. Am häufigsten kommen 
hierbei mit nahezu gleichen Anteilen der Bergahorn 
und die Spätblühende Traubenkirsche vor, gefolgt von 
der Roteiche. Mit kleineren Anteilen folgen Hainb u-
che, Linde, Roterle und Birke  sowie zahlreiche weitere 
Baumarten.  
In der Baumartengruppe der sonstigen Laubbäume 
sind überproportional viele junge Bäume enthalten, 
die als Pionier baumarten als erstes freiwerdende Fl ä-
chen besiedeln. Infolge der weitgehenden Austroc k-
nung des Oberbodens während des letzten Sommers 
waren es insbesondere diese, noch flachwurzelnden, 
jungen Bäume, die stark unter Trockenstress gerieten. 
In diesem Jahr profitieren dagegen viele Arten von den 
einsetzenden Niederschlägen im Verlauf des Sommers 
und zeigen einen deutlich verbesserten Kronenz u-
stand.  
Abb. 17: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung  
nach Baumarten bzw. Baumartengruppen. 
0
20
40
60
80
Buche Kiefer Eiche sNb sLb
Anteil der Bäum in %
Abb. 18: Anteil deutlich geschädigter Bäume im Stadtwald 
Darmstadt (orange: mittelstark geschädigt, rot: stark g e-
schädigt, grau: abgestorben). 
Abb. 19: Eichenblätter mit weißem Myzel des pilzlichen 
Erregers des Eichenmehltaus auf der Blattoberseite.

18 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Deutliche Schäden sind dagegen beim Bergahorn zu 
erkennen, der seit mehreren Jahren unter den extr e-
men Witterungsbelastungen leidet. Nach den Trocken-
jahren 2018 bis 2020 ist an geschwächten Bäumen 
vermehrt der Befall des aus Nordamerika stamme n-
den, pilzlichen Erregers der Ahorn-Rußrindenkrankheit 
zu beobachten. Der Pilz ist ein ausgesprochenes S e-
kundärpathogen, welcher unter der Rinde vorgesch ä-
digter Ahorne eine Holzfäule verursacht, die die Bä u-
me in kurzer Zeit zum Absterben bringt.  
 
Sonstige Nadelbäume 
Der Kronenzustand der sonstigen Nadelbaumarten hat 
sich gegenüber dem Vorjahr etwas verschlechtert. Der 
mittlere Nadelverlust erhöht sich um 1,7 Prozentpunk-
te auf 34,7  % (Abb. 17). Allerdings ist die Anzahl der 
Bäume dieser Baumartengruppe mit 60 Individuen 
sehr klein, so dass sich Veränderungen an Einzelbä u-
men sehr stark auf das Ergebnis auswirken. Insgesamt 
55 % der sonstigen Nadelbäume sind deutlich gesch ä-
digt, wobei allein 12  % als stehend tote Bäume aufg e-
nommen wurden (Abb. 18).  
Die Baumartengruppe der sonstigen Nadelbaumarten 
setzt sich im Gegensatz zu den sonstigen Laubbaumar-
ten nur aus wenigen verschiedenen Baumarten z u-
sammen. Die Lärche ist dabei mit Abstand die häufig s-
te Baumart, dahinter folgen mit gleichgroßen Anteilen 
Douglasie und Fichte sowie wenige Weymouthskiefern 
(Abb. 20). 
Abb. 20: Lärche mit Totästen in der Oberkrone (links) und junge Douglasie (rechts).

19 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
Westwald 
Der Westwald, der rund 57  % der gesamten Waldfl ä-
che des Stadtwald es von Darmstadt ausmacht, e r-
streckt sich in der hessischen Rheinebene. Auf den 
Terrassensanden des Rheins haben sich meist tiefe 
und weitgehend stei nfreie Braunerden gebildet. Die 
Versorgung der Böden mit Nährstoffen ist im Allg e-
meinen begrenzt und wird n ur oberflächennah durch 
kalkhaltige Flugsandauflagen verbessert. Der Wes t-
wald ist zudem von einer großen Ze rschneidung durch 
ein dichtes Netz aus Verkehrs - und Versorgungsadern, 
wie Autobahnen, Bundesstraßen, Zu gstrecken und 
Versorgungsleitungen gekennzeichnet. 
Das Ausmaß der Waldschäden im Westwald ist ä u-
ßerst alarmierend und in weiten Teilen unübersehbar 
hoch. Geprägt wird das Waldgebiet seit mehreren Jah-
ren durch eine massive Schädigung und ein großflächi-
ges Absterben zahlreicher Bäume  (Abb. 21). Die A us-
breitung gebietsfremder Baumarten erschwert zudem 
in weiten Teilen einen Aufbau ökologisch wertvoller 
Waldbestände mit standortsangepassten Baumarten.  
Der mittlere Nadel -/Blattverlust der Bäume im Wes t-
wald hat sich in diesem Jahr zwar um 4,5 Prozen t-
punkte auf 46,0 Prozent verringert, liegt jedoch weiter 
auf einem ausgesprochen hohen Schadniveau (Abb. 
23). Die Abse nkung der mittleren Kronenverlichtung 
lässt sich im Wesentlichen durch das Au sscheiden 
vormals stehend toter Bäume erklären, die mittlerwei-
le z usammenbrechen und somit nicht mehr Bestan d-
teil der Erhebung sind. Als Ersatzbäume we rden in 
vielen Fällen jüngere Bäume der nächsten Baumgen e-
ration ausgewählt, die nach dem Ausfall des Altb e-
standes volle  Lichteinstrahlung genießen und häufig 
einen besseren Kronenzustand aufweisen.  
Der Anteil an deutlich geschädigten Bäumen hat sich 
2023 im Westwald um 10 Prozentpunkte auf insg e-
samt 69 % verringert (Abb. 24). Mit 10  % abgestorbe-
nen und 23  % stark geschädigten Bäumen bleibt der 
Anteil starker Schäden aber w eiterhin sehr hoch. D a-
gegen hat sich der Anteil der ungeschädigten Bäume 
auf 12  % und der schwach geschädigten Bäume auf 
19 % erhöht.  
Abb. 21: Abgetrocknete und großteils abgestorbene Buchen im Westwald.

20 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Die Buche ist die Baumart mit dem schlechtesten Kr o-
nenzustand im Westwald. Der mittlere Blattverlust 
erhöht sich dieses Jahr leicht auf 61,6  % (Abb. 25). 
Insgesamt gelten 96  % aller Buchen als deutlich g e-
schädigt, wobei insbesondere der sehr hohe Anteil an 
stark geschädigten Bäumen ins Auge fällt (Abb. 26). 
Der mittlere Nadelve rlust der Kiefern verringert sich 
auf 42,1 %, im Wesentlichen bedingt durch den Ausfall 
zahlreicher stehend toter Bäume. Aktuell gelten 68  % 
der Kiefern im Westwald als deutlich geschädigt, w o-
bei 18  % der Kiefern stehend tot sind. Der Kronenz u-
stand der Eiche ist dagegen als sehr stabil zu bezeic h-
nen, m it nur geringen Veränderungen seit dem Jahr 
2020. Der mittlere Blattverlust erhöht sich geringfügig 
auf 42,6  %. Insgesamt gelten 77  % aller Eichen als 
deutlich geschädigt. In diesem Jahr sichtlich verbessert 
hat sich der Kronenzustand der sonstigen Laubbäu me. 
Nach der erheblichen Verschlechterung im Vorjahr 
verringert sich der mittlere Blattverlust auf 33,4 %. Mit 
44 % ist bei dieser Baumartengruppe auch der Anteil 
an deutlich geschädigten Bäumen am geringsten. 
 Abb. 22: Lichter Kiefernbestand im Westwald.  
 
Abb. 23: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung  nach 
Altersgruppen – Westwald. 
Abb. 25: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung  der 
Hauptbaumarten bzw. Baumartengruppen – Westwald.  
 
Abb. 26: Anteil deutlich geschädigter Bäume – Westwald 
(orange: mittelstark geschädigt, rot: stark geschädigt, 
grau: abgestorben). 
 
0
20
40
60
80
100
Buche Kiefer Eiche sLb
Antei der Bäume in %
Abb. 24: Verteilung der Schadstufen – Westwald (Werte in 
der Klammer geben die Veränderung zum Vorjahr an). 
12%
(+6)
19%
(+4)
38%
(-7)
21%
(-3)
10%
(+-0)
ungeschädigt
schwach geschädigt
mittelstark geschädigt
stark geschädigt
abgestorben

21 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
Ostwald 
Der Darmstädter Ostwald umfasst un gefähr 43 % der 
gesamten Waldfläche des Stadtwaldes und erstreckt 
sich auf zwei größere Waldkomplexe im nördlichen 
Odenwaldvorland. Das Grundgestein besteht größte n-
teils aus rötlich gefärbten, wasserstauenden San d-
steineinlagen, dem sogenannten Rotliegendem . Die 
Standorte sind meist tief - bis mittelgründig, oftmals 
tonreich und je nach Höhe der anstehenden Sta u-
schicht teilweise wechselfeucht geprägt.  
Im Gegensatz zum Westwald zeichnet sich der Os t-
wald durch einen weitgehend geschlossenen und 
stabilen Laubmischwald aus, der im Wesentlichen von 
Buche und Eiche geprägt wird  (Abb. 31) . Der Schäd i-
gungsgrad der Wälder ist mit 35,4  % mittlerer Kronen-
verlichtung im Ostwald deutlich geringer  als auf den 
nur wenige Kilometer entfernten , warm-trockenen 
Standorten der Rheinebene (Abb. 27).  
Gegenüber dem Vorjahr zeigen sowohl die jüngeren 
als auch älteren Bäume eine leichte Erhöhung des 
mittleren Nadel-/Blattverlusts.  
Der Anteil an deutlich geschädigten Bäumen liegt im 
Ostwald bei insgesamt 60  % (Abb. 28). Im Vergleich  
zum Westwald ist vor allem der Anteil an stark g e-
schädigten und abgestorbenen Bäumen mit 8 bzw. 4 % 
im Ostwald spürbar kleiner. Die ungeschädigten Bä u-
me nehmen 12% und damit etwas mehr als im Vorjahr 
ein, während der Anteil der schwach gesch ädigten 
Bäume dieses Jahr auf 28 % abnimmt.  
Der mittlere Blattverlust der Buchen ist seit dem Jahr 
2021 von ursprünglich 27,1 % auf derzeit 38,5 % ange-
stiegen (Abb. 29). Insgesamt 65  % aller Buchen gelten 
mittlerweile im Ostwald als deutlich geschädigt (Abb. 
30). Als s tark geschädigt werden 13  % eingestuft, so-
viel wie bei keiner anderen Hauptbaumart im Ostwald. 
Dagegen ist der Schädigungsgrad der Eichen mit einem 
gegenüber dem Vorjahr unveränderten Blattverlust 
Abb. 27: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung  nach 
Altersgruppen – Ostwald. 
Abb. 29: Entwicklung der mittleren Kron enverlichtung der 
Hauptbaumarten bzw. Baumartengruppen – Ostwald.  
 
Abb. 30: Anteil deutlich geschädigter Bäume – Ostwald 
(orange: mittelstark geschädigt, rot: stark geschädigt, 
grau: abgestorben). 
 
0
20
40
60
80
100
Buche Eiche sNb sLb
Anteil der Bäume in %
Abb. 28: V erteilung der Schadstufen – Ostwald (Werte in  
der Klammer geben die Veränderung zum Vorjahr an). 
12%
(+3)
28%
(-6)
48%
(+-0)
8%
(+2)
4% (+1)
ungeschädigt
schwach geschädigt
mittelstark geschädigt
stark geschädigt
abgestorben

22 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
von 31,8  % geringer. Während 53  % der Eichen als 
deutlich g eschädigt gelten, kommen vergleichsweise 
wenig stark geschädigte bzw. abgestorbene Eichen 
vor. Die sonstigen Nadelbaumarten weisen einen mitt-
leren Nadelverlust von 37,6  % auf; 48 % dieser Baum-
artengruppe ist deutlich geschädigt. Dagegen ist die 
Kronenverlichtung der sonstigen Laubbäume mit 
32,8 % etwas geringer, wenn auch der Anteil deutl i-
cher geschädigter Bäume mit knapp über 60  % etwas 
höher ausfällt. 
 
Abb. 31: Laubholzreicher Waldrand im Ostwald.

23 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
3 Witterung  
Die Witterung hat einen großen Einfluss auf den Z u-
stand der Wälder. Starker Wind und O rkanböen, Spät-
frost sowie langanhaltende sommerliche Trocken- und 
Hitzephasen machen sich häufig unmittelbar im Z u-
stand der Bäume bemerkbar. In jüngerer Vergange n-
heit führten insbesondere die überwiegend sehr he i-
ßen und trockenen Jahre 2018 bis 2020 zu ein er e r-
heblichen Belastung der Wälder mit starken Krone n-
schäden und einer hohen Mortalität. 
Das Jahr 2022 
Mit 10,7 °C war das Jahr 2022 das wärmste Jahr seit 
dem Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 in He s-
sen (DWD 2023 ). Insbesondere die Sommermonate 
Juli und August führten mit sehr heißen Temperaturen 
und einer ausgeprägten Trockenheit auch im Stad t-
wald Darmstadt für eine wiederholt hohe Belastung 
der Bäume (Abb. 32). Ab September sorgte einsetze n-
der Regen mit rekordverdächtigen Niederschlagsme n-
gen für eine  Entspannung der Situation. Während der 
Herbst- und Wintermonate 2022 konnten sich die 
0,0
5,0
10,0
15,0
20,0
25,0
0,0
5,0
10,0
15,0
20,0
25,0
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt
Monatsmitteltemperatur Mittel 2004-2023
20232022
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt
Niederschlagssumme Mittel 2004-2023
20232022
Abb. 32: Temperatur- und Niederschlagsverteilung der Station Darmstadt (Quelle: DWD 202 3) im Vergleich zum Mittel der 
Jahre 2004 bis 2023. Temperatur in Grad Celsius, Niederschlag in mm.

24 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Bodenwasserspeicher bei meist überdurchschnittl i-
chen Niederschlagsmengen weiter füllen. 
Das Jahr 2023 
Das Jahr 2023 begann ausgesprochen mild. Sowohl im 
Januar als auch Februar lag die Lufttemperatur deu t-
lich über dem langjährigen Mittel. Dabei war es im 
Februar deutlich zu trocken. Die Monate März und 
April waren dagegen wiederum sehr niederschlag s-
reich bei durchschnittlichen bzw. leicht unterdurc h-
schnittlichen Temperaturen.  
Ab Mai  bis etwa Mitte Juli setzte sich eine sehr tr o-
ckene und weitgehend warme Witterung durch. Im 
Mai fiel lediglich knapp 50  % der durchschnittlichen 
Niederschlagsmenge. Die Trockenstressbela stung der 
Bäume verschärfte sich im Juni weiter, indem ge rade 
einmal 12  mm Ni ederschlag reg istriert wurden, was 
lediglich etwa einem Fünftel der üblichen Regenme n-
ge entspricht. Gleichzeitig war es im Juni mit im Mittel 
über 20 °C sehr warm, so dass mit steigender Transp i-
ration der Wasserbedarf der Bäume anstieg.  Das 
warm-trockene Wetter setzte sich auch in der ersten 
Julihälfte weiter fort und führte in den Wäldern – trotz 
zuvor gut befüllter Bodenwasserspeicher – zu ersten 
Trockenstressreaktionen. Allerdings setzten Mitte Juli 
glücklicherweise starke Niederschlä ge ein, die zu e i-
nem abrupten Ende der Dürrephase führten. Im A u-
gust war es in Darmstadt wo nass wie schon lange 
nicht mehr. An der Wetterstation „Rosenhöhe“ wu r-
den für den Monat August 175  mm Regen gemessen, 
was weit über das Doppelte über die übliche Reg en-
menge hinausgeht. Dabei bli eben die Temperaturen 
im August vergleichsweise mild.  
Der September und Oktober 2023 zeichneten sich 
dagegen wieder mit sehr sommerlichen und im Mittel 
überdurchschnittlichen Temperaturen aus. Die Ni e-
derschlagsmengen gingen im  Vergleich zum August 
stark zurück und insbesondere der Oktober war mit 
lediglich 6 mm Niederschlag erheblich zu trocken.  
Witterungstrend 
In Abbildung 33 sind die mittlere Temperatur und die 
Niederschlagssumme für die Vegetationszeit (April bis 
September) an der Wetterstation „Darmstadt Rose n-
höhe“ dargestellt. Die Witterungsdaten zeigen für die 
Jahre 2005 bis 2023 einen langfristigen Trend steige n-
der Temperaturen und abnehmender Niederschläge. 
Im Temperaturve rlauf ergibt sich ein ansteigender 
linearer Trend um knapp eine n Grad Celsius in diesen 
19 Jahren . Deutlich zu warm war es vor allem in der 
Vegetationszeit 2018, aber auch in den letzten beiden 
Jahren 2022 und 2023 lag die mittlere Temperatur 
über dem langjährigen Trend.  
In der Niederschlagssumme zeigt sich dagegen für den 
gleichen Zeitraum ein abnehmender Trend. Seit 2005 
haben sich die Niederschlagssummen in der Vegetat i-
onszeit im Mittel um etwa 150  mm verringert. Die 
trockensten Jahre fallen dabei auf 2015 und 2018. 
Dagegen war die Vegetationszeit 20 23 aufgrund der 
hohen Niederschlagsmengen im Juli und August ve r-
gleichsweise nass.  
Eine Verringerung der Niederschlagsmengen in der 
Vegetationszeit bei gleichzeitigem Anstieg der Temp e-
ratur und damit steigender Transpirationsleistung 
führt bei den Waldbä umen zu eine r deutlichen Z u-
nahme der Gefährdung durch Trockenstress. Aktuelle 
Klimamodelle prognostizieren eine weitere Zunahme 
von sommerlicher Trockenheit und Hitze ( HLNUG 
2023).  
15
16
17
18
19
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
mittlere Temperatur (°C)
100
200
300
400
500
600
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Niederschlagssumme (mm)
Abb. 33: Verlauf der mittleren Temperatur und der Ni e-
derschlagssumme der Wetterstation Darmstadt in der 
Vegetationszeit (April bis September) in den Jahren 2005 
bis 202 3. Die gestrichelte Linie stellt jeweils den linearen 
Trend dar (Quelle: DWD 2023).

25 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
4 Bestandes- und Verbisserhebung 
Neben der Erhebung des Vitalitätszusta ndes werden 
die Aufnahmen an den Stichprobenpunkten der Wal d-
zustandserhebung seit 2021 genutzt, um zusätzliche 
Informationen über die Bestandessituation, die En t-
wicklung der Verjüngung und den Wildverbiss im 
Stadtwald Darmstadt zu erhalten.  
Hierzu werden verschiedene Probekreise an den Mi t-
telpunkten der Aufnahmepunkte angelegt. Die B e-
standeserhebung wird in einem Radius von 10  Metern 
durchgeführt. Neben Haupt - und Zwischenbestand 
wird dabei für jede Baumart der Deckungsgrad der 
Verjüngung ab einer Oberhöhe  von 60  cm erhoben. 
Bei der Verbisse rhebung werden in einem Radius von 
zwei Metern alle Bäume zwischen 8 und 20  cm sowie 
zwischen 21 und 100  cm Höhe getrennt nach der 
Baumart aufgenommen und auf etwaigen Wildverbiss 
untersucht. 
Bestandeserhebung 
In den ver gangenen Jahren ist an zahlreichen Waldo r-
ten im Stadtwald Darmstadt eine zunehmende Aufl ö-
sung des ehemaligen Hauptbestandes zu beobachten. 
Durch die hohe Mortalitätsrate ausgelöst durch Klim a-
stress fallen Altbäume aus dem Bestandesgefüge aus, 
so dass die Bestände zunehmend lichter werden.  
Besonders im Westwald, dort wo die Mortalitätsrate 
in den vergangenen Jahren am höchsten ausfiel, ist 
der Deckungsgrad des Hauptbestandes an vielen 
Standorten mittlerweile deutlich herabgesetzt (Abb. 
34). An über 25  % der  Aufnahmepunkte finden sich 
hier lichte Bestände (Deckungsgrad bis 25  %) und an 
über 40 % der Punkte lockere Bestände (Deckungsgrad 
26 bis 50  %). Dagegen kommen geschlossene (D e-
ckungsgrad 51 bis 75  %) bzw. dichte Bestände (D e-
ckungsgrad >75 %) in deutlich geringerer Anzahl vor.  
Im Ostwald liegen nur 16  % der Aufnahmepunkte in 
lichten und 31  % in lockeren Baumbeständen. Die 
meisten Bestände bilden im Ostwald ein weitgehend 
geschlossenes Kronendach. Allein 40  % der Aufna h-
mepunkte sind in geschlossenen und 14  % in dichten 
Wäldern zu finden.  
Durch das einfallende Licht bieten aufgelichtete B e-
stände der Waldverjüngung die Möglichkeiten , sich zu 
entwickeln und den neu entstandenen Standraum für 
sich zu erschließen. Dabei ist es von Vorteil, wenn 
bereits Verjü ngung im Bestand etabliert ist, so dass 
neu entstandene Lücken möglichst schnell wieder 
geschlossen werden kö nnen. Besonderes Augenmerk 
liegt daher auf den potentiellen Baumarten, die die 
zukünftige Waldgeneration bilden könnten.  
Im Westwald, in dem sich der Deckungsgrad des 
Hauptbestandes innerhalb der letzten Jahre stark he r-
abgesetzt hat, zeigt die Spätblühende Traubenkirsche 
in der Verjüngung eine hohe Konkurrenzkraft (Abb. 35 
Foto). An etwa zwei Drittel aller Aufnahmepunkte ist 
die aus Nordamerika stammende Baumart an der Ve r-
jüngung mit einer Höhe >60 cm beteiligt . Die Erh e-
bungen der letzten drei Jahre zeigen an den Stichpr o-
benpunkten im Westwald zudem eine zunehmende 
Ausbreitung der Spätblühenden Traubenkirsche. D a-
gegen finden sich heimische Bau marten wie Buche, 
Bergahorn, Linde oder Kiefer an deutlich weniger Au f-
nahmepunkten. 
Im Ostwald ist die nächste Baumgeneration  mit einer 
Höhe >60  cm stark von der Buche geprägt. An mehr 
als ein Drittel aller Aufnahmepunkte ist sie an der Ve r-
jüngung beteiligt  und dies in den letzten Jahren mit 
leicht steige nden Anteilen. Dagegen kommen andere 
Baumarten wie Hainbuche, Bergahorn, Spätblühende 
Traubenkirsche und Linde nur an deutlich weniger 
Aufnahmepunkten vor.  
0
10
20
30
40
50
licht locker geschlossen dicht
Stichprobenpunkte in %
Deckungsgrad
West Ost
Abb. 34: Deckungsgrad Hauptbestand getrennt nach 
West- und Ostwald.

26 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
Bezieht man in die Betrachtung der Waldverjüngung 
auch die jüngeren Baumpflänzchen zwischen 8 und 
20 cm ein, die im Rahmen der Verbisserhebung aufg e-
nommen wurden, so zeigt sich für den Westwald e r-
neut das starke Vorkommen der Spätblühenden Tra u-
benkirsche (Abb. 36). Dagegen sind im Ostwald die 
Eiche und der Bergaho rn am häufigsten vertreten. 
Bemerkenswert ist, dass derzeit einige Bauma rten, 
wie Eiche, Stechpalme (Ilex), Spitzahorn oder Rote i-
che, in der jüngsten betrachteten Baumschicht teils
zwar zahlreich auftreten, sie aber in der höheren 
Baumschicht ( >60 cm) nich t oder nur mit marginalen 
Anteilen vertreten sind. Neben Lichtmangel in weitg e-
hend geschlossenen Beständen, geringer Konkurren z-
kraft gegenüber anderen Baumarten oder vermeh r-
tem Absterben jüngerer Bäume nach Austroc knung 
des Oberbodens, kann für den Aufwuch s der Jun g-
pflanzen zudem der Faktor Wild eine entscheidende 
Rolle spielen.  
0
10
20
30
40
50
60
70
TrKir Bu BAh Li Kie
Stichprobenpunkte in %
2021 2022 2023
0
10
20
30
40
50
60
70
Bu Hbu BAh TrKir Li
Stichprobenpunkte in %
2021 2022 2023
Abb. 35: Anteil der Stichprobenpunkte mit Verjüngung 
(>60 cm) der Hauptbaumarten bzw. Baumartengruppen 
jeweils für Westwald (oben) und Ostwald (unten). 
 
0
10
20
30
40
50
60
TrKir BAh Ei Ilex SAh
Anteil der Bäume in %
2023
0
10
20
30
40
50
60
Ei BAh Bu REi
Anteil der Bäume in %
2023
Abb. 36: Anteil an Bäumen mit einer Oberhöhe von 8 bis 
20 cm für Westwald (oben) und Ostwald (unten). Nur Baum-
arten mit mindestens 50 Individuen in der Stichprobe.

27 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
Verbisserhebung 
Die Verbisserhebung im Stadtwald Darmstadt zeigt, 
dass an den Stichprobenpunkten der Waldzustandse r-
hebung 23  % der vorhandenen jungen Bäume zw i-
schen 8 und 20 cm sowie 41 % der Bäume zwischen 21 
und 100 cm Wildverbiss aufweisen (Abb. 38). Im W e-
sentlichen ist dies auf Verbiss durch Rehwild zurückzu-
führen. Während im Westwald der Verbiss der höh e-
ren Verjüngung mit 34 % etwas geringer ausfällt, weist 
im Ostwald jede zweite Jungpflanze von 21 bis 100  cm 
Verbissspuren auf. Dagegen liegt der Ve rbiss bei den 
jüngeren Bäumen mit einer Höhe von 8 bis 20  cm so-
wohl im West- als auch im Ostwald etwas geri nger bei 
23 %.  
Unter den einzelnen Baumarten unterliegt die Hainbu-
che dem höchsten Verbissdruck. Der Anteil an geschä-
digten Hainbuchen durch Wildverbiss ist s owohl bei 
den Bäumen bis 20 cm als auch bis 100 cm am größten 
(Abb. 39). Stärkerer Verbiss wurde auch bei den 
Baumarten Bergahorn, Eiche, Buche und Spätblühe n-
de Traubenkirsche festgestellt.  
In der räumlichen Betrachtung zeigen sich dieses Jahr 
höhere Wildverbis sschäden vor allem in Teilgebieten 
des nördlichen Westwaldes sowie im nördlichen Os t-
wald (Abb. 40). Aber auch auf anderen einzelnen 
Stichprobenpunkten des Darmstädte r Stadtwaldes 
lässt sich ein hoher Anteil an geschädigter Verjüngung 
erkennen. Hierbei wurden nur Stichprobenpunkte mit 
einer Anzahl von mindestens vier Bäumen in der Höhe 
von 8 bis 100 cm einbezogen und in drei unterschiedli-
che Klassen von gering, mittel bis stark dargestellt. Alle 
anderen Punkte sind als weiße Kreise in der Karte 
markiert. 
23 23 23
41
34
50
0
10
20
30
40
50
Gesamt West Ost
Anteil der Bäume in %
8 bis 20cm 21 bis 100cm
Abb. 38: Anteil der Bäume mit Verbiss im Gesamtwald, Ost - 
bzw. Westwald getrennt nach den Hö henstufen 8 bis 20cm 
und 21 bis 100 cm.  
 
85
36
27
14 14
98
45
37 32
46
0
20
40
60
80
100
HBu BAh Ei Bu TrKir
Anteil der Bäume in %
8 bis 20cm 21 bis 100cm
Abb. 39: Anteil der Bäume mit Verbiss für die häufigsten 
vorkommenden Baumarten getrennt nach den Höhenst u-
fen 8 bis 20  cm und 21 bis 100  cm. Nur Baumarten mit 
mindestens 50 Jungpflanzen in der Stichprobe.  
 
Abb. 37: Dichte Eichenverjüngung in einem Weise rzaun. 
Außerhalb des Zauns ist die Verjüngung deutlich spärl i-
cher vorhanden.

28 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
 
  
Abb. 40: Verbissschäden aller Bäume von 8 bis 100 cm Oberhöhe je Stichprobenp unkt in den Stufen gering, mitte l und 
stark. Keine Angabe:  es waren keine bzw. weniger als vier Jungpflanzen am Stichprobenpunkt vorhanden (Kartenhinte r-
grund: OpenStreetMap).  
 
27%
16%
15%
42%

29 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
5 Wissenschaftliche Begleitforschung im Stadtwald Darmstadt 
 (von Dr. Katja Wehner, Technische Universität Darmstadt)  
 
Im Sommer 2020 hat die Wissenschaftssta dt Dar m-
stadt eine eigenständige Waldzustandserhebung ei n-
gerichtet. In einem Raster von 250x250  m sind da -
durch markierte Stic hprobenpunkte entstanden, auf 
denen jährlich der G esundheitszustand der Bäume 
erhoben wird. Die Arbeitsgruppen Ökologische Net z-
werke (Prof. Dr. Nico Blüthgen) und Evolutionäre Tie r-
ökologie (Prof. Dr. Michael Heethoff) am Fachbereich 
Biologie der Tec hnischen Universität Darmstadt (TU 
Darmstadt) begleiten diese Waldzustandserhebung 
wissenschaftlich. Da der Stadtwald Darmstadt derzeit 
aus der forstwirtschaftlichen Nutzung herausgeno m-
men wurde, besteht aus wissenschaftlicher Sicht die 
Möglichkeit, die natürliche Waldentwicklung langfri s-
tig zu begleiten. Besonders wertvoll ist der Vergleich 
zwischen den Wäldern der Rheinebene und des 
Odenwaldvorlandes (West - versus Ostwald), die ein 
unterschiedliches Maß an Schädigung zeigen und sich 
zusätzlich durch den Bodenwasserhaushalt und die 
Hauptbaumarten im Bestand unterscheiden:  
 Werden sich im trockeneren Westwald andere 
Baumarten langfristig durc hsetzen als im feucht e-
ren Ostwald?  
 Wie wirken sich unterschiedliche  Baumbestände 
auf die Insekten- und die Bodenfauna aus? 
 Wie beeinflussen sich unterschiedliche Tiergemein-
schaften und Pflanzengesellschaften auf den Fl ä-
chen gegenseitig? 
Durch die Langfris tigkeit des Projekts lassen sich ko n-
tinuierliche Datenreihen erstellen, die durch ein mult i-
faktorielles Design die natürliche Waldentwicklung in 
den nächsten Jahren beleuchten können. 
Basisarbeiten 
Aus den 298 Stichprobenpunkten der Waldzustand s-
erhebung wu rden basierend auf der Hauptbaumart 
und dem Feuchtigkeitsgrad des Bodens 74 Flächen 
ausgewählt, von denen sich 33 im Westwald und 41 
im Ostwald befinden (Abb. 41). Beginnend im April 
2023 wurden diese 74 Untersuchungsplots um den 
Mittelpunkt d es Stichprobe npunktes auf 30x 30 m 
erweitert. Auf diesen Flächen wurden alle B äume ab 
einem Durchmesser von 7  cm vermessen sowie die 
Baumart notiert. 
Ein großer Teil des Ist -Zustandes im Jahr 2023 wurde 
durch studentische Abschlussarbeiten bestimmt. Zum 
einen wurde das Totholzvolumen der e ingerichteten 
Plots vermessen: F ür das stehende Totholz wurde der 
Durchmesser in Brusthöhe gemessen und zusätzlich 
die Gesamthöhe bestimmt. Für liegendes Totholz 
wurden alle abgestorbenen Teile ab einem Durchme s-
ser von 25  cm erfasst sow ie jegliches Totholz una b-
hängig der Größe auf den beiden Plot -Diagonalen. 
Weitere grundlegende Parameter wie die prozentuale 
Bodendeckung von Laubstreu, Moos, Steinen und 
Offenboden sowie der Wildverbiss und der Blattfraß 
von Insekten (die Herbivorie) an J ungbäumen  wurden 
ebenfalls erhoben. 
Abb. 41: Schwarze Punkte zeigen die 74 Untersuchungsplots 
für die wissenschaftlichen Begleitforschungen durch die TU 
Darmstadt.

30 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
Faunistische Untersuchungen 
Mehrere studentische Abschlussa rbeiten und eine 
Doktorarbeit im interdisziplinären Projekt „WaldDi s-
kurs“ haben sich mit der Untersuchung ve rschiedener 
Organismen-Gruppen beschäftigt. Durc h das Ausbri n-
gen von Bode nfallen mit und ohne Köder (Kuhdung) 
wurden Dung - und Laufkäfer sowie weitere bodenl e-
bende Tiere (u. a. Spinnen, Schaben) gesammelt (Abb. 
42). 
Mittels Handfängen wurden Gehäuse - und Nack t-
schnecken sowohl auf den Flächen als auch au s einer 
definierten Laubmenge im Labor erfasst. Für Flugi n-
sekten wurden im April Kreuzfensterfallen auf den 
Flächen aufgehängt und alle drei Wochen geleert 
(Abb. 44). Im Mai und September 2023 wurden je drei 
Bodenproben genommen und a nschließend im Labor 
die sogenannte Bodenm esofauna – z. B. Raubmilben, 
Hornmilben, Springschwänze – mittels Hitze extrahiert 
(Abb.43). Weiterhin wurden Totholzbewohner und mit 
Totholz assoziierte Tiere untersucht. 
Abb. 43: Mithilfe eines Blumenzwiebelstechers wurden im Mai und September je 3  Bodenkerne pro Versuchsplot entno m-
men. Die im Boden lebende mobile Fauna (z. B. Raubmilben, Hornmilben und Springschwänze; unten von links nach rechts) 
kann mittels eines Temperatur-Feuchtigkeits-Gradienten extrahiert werden (oben rechts). 
Abb. 42: Eine ebenerdig in die Laubstreu vergrabene B o-
denfalle ohne Dungköder. Die sogenannte Barber -Falle 
wurde mit einem Plastikdach gegen Regen und herabfa l-
lendes Laub geschützt.

31 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
Klimadaten 
Zur Erfassung des plotspezifischen Mikroklimas w ur-
den gleich zu Beginn der Arbeiten im April zwei Kl i-
malogger ausgebracht und kontinuierlich ausg elesen 
(Abb. 45). Wä hrend der eine Logger die bodennahe 
Temperatur und Feuchti gkeit in der Laubstreu misst, 
liefert der andere Bodenlogger Temperatur und B o-
denfeuchtigkeit in 6 cm Tiefe sowie die Temperatur an 
der Bodenoberfläche und in 15 cm Höhe. 
Erste Auswertungen des Loggers auf dem Boden de u-
ten d arauf hin, dass im Westwald deutlich höhere 
Maximaltemperaturen erreicht werden als im Ostwald 
(Abb. 46 und 47). Die mittlere Temperatur am Wal d-
boden lag im Zeitraum von April bis September 2023 
bei 21,4 °C im Westwald und bei 17,7  °C im Ostwald. 
Während im Ostwald die Max imaltemperaturen am 
Boden „nur“ knapp über 40  °C steigen, erreichten 
einige Ve rsuchsplots im Westen Temperaturen von 
über 60  °C (Abb. 47). Das umgekehrte Bild wurde für 
die Feuchtigkeit am Waldboden beobachtet: i m 
Westwald lag die mittle re Feuchtigkeit bei 60,8  % und 
im Ostwald bei 76,4  % (Abb. 47). Sowohl in Bezug auf 
die Temp eratur als auch die Fe uchtigkeit waren die 
Schwankungen im Westwald größer als im Ostwald. 
Abb. 44: Eine Kreuzfensterfalle hängt an einer Leine zw i-
schen zwei Bäumen aufgespannt. In der oberen und unt e-
ren Sammeldose befindet sich jeweils eine Fangflüssigkeit. 
 
Abb. 45: Ein Logger (1) misst Temperatur und Feuchtigkeit an der Bodenoberfläche und ist je nach Plo tbeschaffenheit mehr 
oder weniger mit Laubstreu bedeckt. Der Bodenlogger (2) steckt im Boden und liefert I nformationen zu Temperatur und 
Bodenfeuchtigkeit in 6 cm Tiefe sowie Temperaturdaten an der Bodenobe rfläche und in 15 cm Höhe. Beide Logger werden 
kontinuierlich im Feld ausgelesen.

32 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
Abb. 46: Mittels ihrer GPS -Koordinaten sind die  Untersu-
chungsplots (=roter Kreis) im West - und Ostwald darg e-
stellt. Die Größe der roten Kreise gibt dabei die Höhe der 
maximalen Temperatur wieder. 
Abb. 47: Die Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten spiegeln den Zeitraum von April bis September am Waldboden wieder 
und sind in West- und Ostwald unterschieden. Innerhalb des Kastens liegen 50% aller Werte, die rote Linie innerhalb des 
Katens stellt den Median dar. Die Minimum- und Maximum-Werte (maximal 1,5 fache des Interquartilsabstands) sowie 
die Ausreißer lassen sich an den senkrechten schwarzen bzw. roten Linien erkennen.

33 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
6 Fazit 
Der Darmstädter Stadtwald ist mit seinen knapp 
2.000 Hektar ein bedeutender Naturraum, der neben 
der Erholungsfunktion für die Bevölkerung weitere 
wichtige Ökosystemleistunge n erbringt. Der Wald 
wirkt u nter anderem ausgleichend auf das Klima und 
reinigt die Luft von Schadstoffen und Feinstäuben, er 
bindet klimaschädliche Stoffe wie Kohlendioxid im 
Holz und Methan im Waldboden, er reguliert den 
Wasserhaushalt und filtert das Tr inkwasser, er schützt 
vor Lärm und Immissionen und trägt nicht zuletzt w e-
sentlich zum Biotop- und Artenschutz bei.  
Doch diese Ökosystemleistungen des Darmstädter 
Stadtwaldes sind durch den hohen Schädigungsgrad 
der Wälder gefährdet. Die Wälder rund um Dar mstadt 
zählen schon seit längerem zu den am stärksten g e-
schädigten Waldgebieten Deutschlands, deren Z u-
stand sich nach den Trockenjahren von 2018 bis 2020 
nochmals verschärft hat. Besonders der in der Rhei n-
ebene verlaufende Westwald, mit seinen wenig wa s-
serspeichernden, sandigen und weitgehend nährstof f-
armen Standorten ist seit mehreren Jahren deutlich 
durch Witterungsextreme geschädigt und in einem 
sehr kritischen Zustand.  
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2023 bel e-
gen den schlechten Zustand des Darm städter Stad t-
waldes. Zwar ging die mittlere Kronenverlichtung der 
Bäume im Vergleich zum außergewöhnlich heißen und 
trockenen Jahr 2022 leicht zurück, jedoch bleibt der 
Schädigungsgrad auch dieses Jahr auf einem sehr h o-
hen Niveau. Während im Westwald erste  Verjün-
gungsprozesse sowie an einzelnen Bäumen eine Sta g-
nation hoher Kronenschäden zu beobachten sind, 
zeigt sich im Ostwald auch dieses Jahr eine Zunahme 
der Waldschäden, wenngleich das Schadensausmaß 
hier im Vergleich zum stark geschädigten Westwald 
deutlich geringer ist. Allein der sehr hohe Anteil an 
stehendem Totholz ist im Westwald mit knapp 10 % 
weiterhin außergewöhnlich hoch.  
Angesichts der zunehmend aufgelichteten Bestände 
kommt dem Walderhalt und der Wiederbewaldung 
eine besondere Rolle zu. Gemäß  dem aufgestellten 
Leitbild der Stadt Darmstadt soll für längere Zeit keine 
Holznutzung im Stadtwald mehr durchgeführt werden, 
um so die Stabilität und die Naturnähe der Wälder zu 
fördern. Zudem soll die zukünftige Baumartenzusa m-
mensetzung weitgehend den n atürlichen Waldgesel l-
schaften entsprechen, d.  h. aus baumartenreichen, 
laubholzgeprägten Mischwäldern bestehen, die deu t-
lich widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und 
Klimastress sind. Lediglich in Bereichen , in denen ke i-
ne heimischen Baumarten etablier t werden können, 
ist das aktive Einbringen von gebietsfremden Arten 
nach sorgfältiger Abwägung zu prüfen.  
Die Waldverjüngung steht dabei insbesondere im 
Rheintal vor großen Herausforderungen, da in Folge 
des Klimawandels auf den sandigen Standorten der 
Oberboden häufig derart austrocknet, dass ein A n-
wachsen noch flachwurzelnder Jungpflanzen erheblich 
erschwert wird. Zudem breiten sich an vielen Waldo r-
ten invasive, nicht -heimische Arten aus, die eine Ve r-
jüngung anderer Baumarten beeinträchtigen. Hier ist 
vor allem die bereits heute weit verbreitete Spätbl ü-
hende Traubenkirsche, die Kermesbeere oder der 
Japanische Knöterich zu nennen. Neben regelmäßigen 
Befall durch den Maikäfer, dessen Larven die Wurzeln 
von jungen Bäumen massiv schädigen können, e r-
schwert auch die hohe Rehwilddichte im Darmstädter 
Stadtwald die Etablierung ökologisch wertvoller 
Mischbestände. Durch den selektiven Verbiss des 
Rehwildes kommt es zu einer Entmischung der B e-
stände, so dass vorzugsweise abgefressene Baumarten 
wie Hainbuche, Eiche o der Elsbeere weniger Chancen 
haben ungestört aufzuwachsen.  
Seit diesem Jahr finden auf den Stichprobenpunkten 
der Waldzustandserhebung umfangreiche Begleitst u-
dien der Technischen Universität Darmstadt (TU 
Darmstadt) statt, um die natürliche Entwicklung de r 
Wälder zu untersuchen. Vorrangiges Ziel ist es  dabei, 
langfristige Zusammenhänge zwischen der Walden t-
wicklung in Bezug auf die Insekten - und Bodenfauna 
darzustellen. Hierzu werden auf ausgewählten Au f-
nahmepunkten mittels verschiedener Methoden r e-
gelmäßig Tier- und Pflanzenarten erhoben sowie abio-
tische Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit g e-
messen. Besonders wertvoll erscheint dabei der Ve r-
gleich zwischen den beiden klimatisch und standör t-
lich stark unterschiedlichen Bereichen des West - und 
Ostwaldes.   
Im Hinblick auf die Walderhaltung und das zukünftige 
Management des Stadtwaldes sind detaillierte Info r-
mationen über den aktuellen Waldzustand, die z u-
künftige Waldentwicklung  und das bestehende Ver-

34 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
jüngungspotential von großer Bedeutung. Die unter-
schiedlichen Untersuchungen im Stadtwald Darmstadt 
stellen hierfür eine wichtige und breite Datengrundla-
ge zur Verfügung , um die dynamische Waldentwic k-
lung mit all ihren unterschiedlichen Facetten aufzuze i-
gen. Zudem können auf dieser Basis geeignete Ma ß-
nahmen zur  Stärkung der Widerstandskraft der Wä l-
der entwickelt und diese im Rahmen der jährlich 
durchgeführten Erhebungen regelmäßig kontrolliert 
und ggf. angepasst werden.

35 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
 
7 Glossar 
Abiotisch: ohne Beteiligung von Lebewesen. 
Biotisch: mit Beteiligung von Lebewesen. 
Brusthöhendurchmesser: Durchmesser eines stehe n-
den Baumes in der Brusthöhe von 1,30m. 
Deutlich geschädigte Bäume:  Nach der Definition der 
Waldzustandserhebung gelten alle Bäume mit einem 
Nadel-/Blattverlust größer als 25% als deutlich g e-
schädigt (Zusammenfassung der Schadstufe 2 bis 4).  
Deckungsgrad: Anteil der Bestandesfläche, die durch 
Baumkronen überdeckt ist.  
Disposition: Anfälligkeit/Empfänglichkeit eines Ba u-
mes für bestimmte Krankheiten bzw. Schädlinge. 
Fruktifikation: Fruchtbildung einer Pflanz e/eines 
Baumes. 
Invasive Arten: Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer 
Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme 
beeinträchtigen und der ökologische n Vielfalt sch a-
den.  
Kraft´sche Klasse: Einteilung der Bäume in Baumklas-
sen nach ihrer soziologischen S tellung innerhalb eines 
Bestandes nach G. Kraft. Kraft´sche Klassen 1 bis 5: 
vorherrschend, herrschend, gering mitherrschend, 
beherrscht und ganz unterständig.  
Konfidenzintervall: statistisch berechneter Vertrau-
ens- oder Erwartungsbereich, innerhalb der die Werte 
mit einer definierten Wahrscheinlichkeit liegen. Oft 
wird der 95%-Vertrauensbereich angegeben.  
Mortalität: Absterberate der Bäume, die in einem Jahr 
(seit der letzten Erhebung) abgestorben sind.  
Nadel-/Blattverlust: eingeschätzter Verlust der B e-
nadelung bzw. der Belaubung. Der Nadel -/Blattverlust 
wird in 5 -Prozentstufen am Einzelbaum geschätzt und 
zum mittleren Nadel-/Blattverlust (mNBV) verrechnet.  
Resilienz: Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastu n-
gen.  
 
 
Schadstufen: Zusammenfassung der Nadel -/Blatt-
verluststufe und der  Vergilbungsstufe. Schadstufe 0  = 
ungeschädigt, 1 = schwach geschädigt, 2  = mittelstark 
geschädigt, 3 = stark geschädigt, 4 = abgestorben.  
Sukzession: zeitliche Abfolge der an einem Standort 
aufeinanderfolgenden Pflanzengesellschaften. 
Trockenreisig: dünne, abgestorbene, trockene Äste in 
der Baumkrone  
Verjüngung: Nachwuchs von Bäumen (natürliche Ve r-
jüngung, Saat oder Pflanzung). 
Vitalität: „Lebenskraft“, Gesundheit, gutes Wachstum, 
Widerstandskraft gegenüber Stressfaktoren.  
Weiserzaun: Kontrollzaun, der eine begrenzte Fläche 
wilddicht umschließt und so eine Beurteilung des 
Wildeinflusses im Vergleich zu einer nicht umzäunten 
Fläche ermöglicht.

36 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2023 
 
8 Literatur- und Fotoverzeichnis 
Literatur: 
Arbeitsgemeinschaft Kronenzustand (2007): Waldbäume – Bilderserien zur Einschätzung von Kronenverlichtungen 
bei Waldbäumen. BMVEL (Hrsg.), 130 S. 
DWD 2023: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20221230_deutschlandwetter_ 
jahr2022.pdf?__blob=publicationFile&v=3 (Stand: 01.12.2023). 
HLNUG 2023: https://klimaportal.hlnug.de/klima-der-zukunft (Stand: 01.12.2023). 
NW-FVA (202 3a): Waldzustandsbericht 202 3. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft 
und Verbraucherschutz (Hrsg.), 39 S.  
NW-FVA (2023b): schriftliche Auskunft der NW-FVA. 28.11.2023. 
Wellbrock, N., Eickenscheidt, N., Hilbrig, L., Dühnelt, P -E., Holzhausen, M., Bauer, A., Dammann, I., Strich, S., E n-
gels, F., Wauer, A. (2018): Leitfaden und Dokumentation zur Waldzustandserhebung in Deutschland. Brau n-
schweig: Johann Heinrich von Thünen -Institut, 97 S., Thünen Working. Paper 84,  DOI: 10.3220/ 
WP1513589598000. 
 
Fotos:  
Alle Fotos der Kapitel 1 bis 4 sowie das Titelbild stammen von:  
Stefan Meining (Büro für Umweltüberwachung) 
Alle Fotos des Kapitels 5 stammen von: 
Dr. Katja Wehner (Technische Universität Darmstadt)

anlage 3

10163 Zeichen

- 2 - 
 
Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
07.02.2024 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordne tenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Grünflächenamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
III 67 
 
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2024/0038 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
61 
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 555010 
Kostenstelle:  067-030-1100 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5550-11 Sachkonto: diverse Sachkonten  
 
Betreff: Waldzustandsbericht 2023 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2023)  
 
Vorlage vom: 25.01.2024  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Waldzustandsbericht 2023 wird zur Kenntnis genommen.  
 
 
Anlagen: Waldzustandsbericht 2023  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 3 - 
 
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:  
Klimarelevanz des Vorhabens:    
Auswirkungen auf Stadtklima:   ja  nein 
Auswirkungen auf THG -Emissionen:   gering1)  mittel/groß 2) 
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung:   ja  nein 
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:    
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft?   ja  nein 
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt?   ja  nein 
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr. 
 
Beschluss des Magistrats vom 14.02.2024 
 
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.

- 4 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 25.01.2024  
 
Hitze und Trockenheit, hervorgerufen durch die Folgen de r Klimakrise setzen unserem 
Stadtwald deutlich zu. Als Teilergebnis des Runden Tisches Wald, dessen Einrichtung durch 
Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2019 beschlossen wurde und 
dessen Abschlussbericht der Magistrat (13.01.2021) und die Stadtverordn etenversammlung 
am 27.05.2021 zugestimmt haben, soll für den Stadtwald Darmstadt jährlich ein 
Waldzustandsbericht erstellt werden. Darin soll der Waldzustand erfasst und dauerhaft 
dokumentiert werden. Diese Erhebung des Waldzustands gehört zur grundlegende n Analyse 
des Zustands unseres West - und Ostwaldes und liefert differenzierte, kleinräumige 
Erkenntnisse, welche im weiteren Prozess ermöglichen sollen, die richtigen Maßnahmen zum 
Schutz des Ökosystems Wald ableiten zu können.  
 
In Anlehnung an die landes weite Waldzustandserhebung und in Zusammenarbeit mit der 
Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen wurde vor einigen Jahren ein 
Stichprobendesign für den Waldzustandsbericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
erarbeitet. Zwischen dem 24. Jul i und dem 18. August 2023 wurde schon zum vierten Mal 
eine dezidierte, engmaschige Erhebung des Waldzustands im Stadtwald Darmstadt 
durchgeführt. Das dichte Aufnahmeraster (250 m x 250 m) garantiert eine hohe Auflösung 
der Ergebnisse und berücksichtigt etw a die standörtlich unterschiedlichen Gebiete des West - 
und Ostwaldes. Der Waldzustandsbericht 2023 für den Stadtwald Darmstadt ist in der 
Anlage beigefügt.  
 
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2023 belegen den schlechten Zustand des 
Darmstädter Stadtwa ldes. Zwar ging die mittlere Kronenverlichtung der Bäume im Vergleich 
zum außergewöhnlich heißen und trockenen Jahr 2022 leicht zurück, jedoch bleibt der 
Schädigungsgrad auch dieses Jahr auf einem sehr hohen Niveau. Während im Westwald erste 
Verjüngungspro zesse sowie an einzelnen Bäumen eine Stagnation hoher Kronenschäden zu 
beobachten sind, zeigt sich im Ostwald auch dieses Jahr eine Zunahme der Waldschäden, 
wenngleich das Schadensausmaß hier im Vergleich zum stark geschädigten Westwald 
deutlich geringer i st. Allein der sehr hohe Anteil an stehendem Totholz ist im Westwald mit 
knapp 10 % weiterhin außergewöhnlich hoch.  
 
Im Vergleich zur Landeserhebung der hessischen Wälder zeigen die Ergebnisse der 
Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt einen erhöhten Schädigungsgrad. Während 
der landesweite Durchschnitt des Nadel -/Blattverlusts im hessischen Waldzustandsbericht 
2023 mit 29 % angegeben wird, liegt das Verlustprozent im Stadtwald um mehr als 10 
Prozentpunkte darüber (41,2 %). Gleichfalls sind der Anteil stärkerer Kronenschäden sowie 
die Mortalitätsrate im Darmstädter Stadtwald erheblich höher. Verglichen mit der 
Sondererhebung in der Rhein -Main-Ebene nähern sich die Kennzahlen des Waldzustandes an, 
so dass sich nur geringe Unterschiede zum Schädigungsgrad  des Darmstädter Stadtwaldes 
ergeben. Im Westwald hingegen sind die Baumschäden so groß, dass im Vergleich zur Rhein -
Main-Ebene, mit Ausnahme der Mortalitätsrate, alle Kennzahlen des Waldzustandes 
übertroffen werden.  
 
Die Witterung hat einen großen Einflus s auf den Zustand der Wälder. Starker Wind und 
Orkanböen, Spätfrost sowie langanhaltende sommerliche Trocken - und Hitzephasen machen 
sich häufig unmittelbar im Zustand der Bäume bemerkbar. In jüngerer Vergangenheit führten 
insbesondere die überwiegend sehr  heißen und trockenen Jahre 2018, 2019, 2020 und 2022 
zu einer erheblichen Belastung der Wälder mit starken Kronenschäden und einer hohen

- 5 - 
Mortalität. Das Jahr 2023 begann ausgesprochen mild. Sowohl im Januar als auch Februar 
lag die Lufttemperatur deutlich  über dem langjährigen Mittel. Dabei war es im Februar 
deutlich zu trocken. Die Monate März und April waren dagegen wiederum sehr 
niederschlagsreich bei durchschnittlichen bzw. leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen.  
Ab Mai bis etwa Mitte Juli setzte  sich eine sehr trockene und weitgehend warme Witterung 
durch. Im Mai fiel lediglich knapp 50 % der durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Die 
Trockenstressbelastung der Bäume verschärfte sich im Juni weiter, indem gerade einmal 12 
mm Niederschlag registri ert wurden, was lediglich etwa einem Fünftel der üblichen 
Regenmenge entspricht. Gleichzeitig war es im Juni mit im Mittel über 20 °C sehr warm, so 
dass mit steigender Transpiration der Wasserbedarf der Bäume anstieg. Das warm -trockene 
Wetter setzte sich a uch in der ersten Julihälfte weiter fort und führte in den Wäldern – trotz 
zuvor gut befüllter Bodenwasserspeicher – zu ersten Trockenstressreaktionen. Allerdings 
setzten Mitte Juli glücklicherweise starke Niederschläge ein, die zu einem abrupten Ende der 
Dürrephase führten. Im August war es in Darmstadt wo nass wie schon lange nicht mehr. An 
der Wetterstation „Rosenhöhe“ wurden für den Monat August 175 mm Regen gemessen, was 
weit über das Doppelte über die übliche Regenmenge hinausgeht. Dabei blieben die 
Temperaturen im August vergleichsweise mild.  
Der September und Oktober 2023 zeichneten sich dagegen wieder mit sehr sommerlichen 
und im Mittel überdurchschnittlichen Temperaturen aus. Die Niederschlagsmengen gingen 
im Vergleich zum August stark zurück und insbesondere der Oktober war mit lediglich 6 mm 
Niederschlag erheblich zu trocken.  
 
Für eine erfolgreiche Waldverjüngung sind angepasste Wildbestände eine wichtige 
Voraussetzung. Die aktuellen Erhebungen zeigen einen unterschiedlich starken Einf luss des 
Wildverbisses auf einzelne Waldgebiete sowie auf einzelne Baumarten. So konnte gezeigt 
werden, dass derzeit sowohl im West - als auch im Ostwald Areale mit erhöhtem Wildverbiss 
auftreten und dass dabei in großer Anzahl die Baumart Hainbuche betroff en ist. Durch 
wilddicht umzäunte Probeflächen, sogenannte Weiserzäune, kann die Waldverjüngung ohne 
Wildeinfluss zusätzlich standortsbezogen erhoben und quantifiziert werden, wobei – 
sozusagen als Nebenprodukt – innerhalb weniger Jahre für die Bestandsstru ktur wichtige 
Verjüngungskegel entstehen können. Bedeutend hierfür sind kontinuierliche Kontrollen der 
Zäune durch die städtischen Forstwirte und eine regelmäßige Aufnahme der aufkommenden 
Waldvegetation.  
 
Auch wenn die Baumschäden in Teilen des Stadtwald es derzeit gravierend sind, bieten sie 
auch eine Chance für die biologische Vielfalt. Zerfallsphasen und Kalamitäten gehören zu 
einem natürlichen Ablauf der Waldentwicklung. Absterbende Bäume, stehendes Totholz oder 
umstürzende Stämme, stellen für viele Ti er- und Pflanzenarten – darunter oft seltene, vom 
Aussterben bedrohte Arten – einen wichtigen Lebensraum dar. Zudem kann ein erhöhter 
Totholzanteil am Boden zu einem verbesserten Wasserhaushalt und langfristig zu einem 
verbesserten Bodenzustand der Wälder beitragen. 
 
Seit dem Jahr 2023 finden auf den Stichprobenpunkten der Waldzustandserhebung 
umfangreiche Begleitstudien der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt) statt, 
um die natürliche Entwicklung der Wälder zu untersuchen. Dieser begleitenden F orschung ist 
im aktuellen Waldzustandsbericht 2023 ein eigener Absatz gewidmet. Vorrangiges Ziel dieser 
Forschung ist es dabei, langfristige Zusammenhänge zwischen der Waldentwicklung in Bezug 
auf die Insekten - und Bodenfauna darzustellen. Hierzu werden au f ausgewählten 
Aufnahmepunkten mittels verschiedener Methoden regelmäßig Tier - und Pflanzenarten 
erhoben sowie abiotische Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit gemessen. Besonders

wertvoll erscheint dabei der Vergleich zwischen den beiden klimatisch und  standörtlich stark 
unterschiedlichen Bereichen des West - und Ostwaldes.  
 
Die Waldzustandserhebung 2023 dokumentiert die aktuellen Waldschäden und beschreibt 
die zeitliche und räumliche Entwicklung der Wälder im Stadtwald Darmstadt. Infolge der 
derzeit dynamischen Veränderung ist ein detailliertes, kontinuierliches Monitoring der Wälder 
durch die jährlichen Waldzustandsberichte von großer Bedeutung, um daraus geeignete 
Maßnahmen zur langfristigen Walderhaltung ableiten zu können. Die Waldzustandserhebung 
kann dabei neben der reinen Dokumentation gleichzeitig auch zur Bewertung und Anpassung 
eingeleiteter Maßnahmen genutzt werden. Sie liefert damit einen wichtigen Beitrag zur 
Entwicklung widerstandsfähiger und klimaangepasster Wälder.  
 
 
Dezernat III 
 
 
 
Michael Kolmer 
Stadtrat

anlage 4

217 Zeichen

Punkt 7: Waldzustandsbericht 2023 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2023) 
 (V-Nr. 2024/038) 
- Kenntnisnahme - 
 
Der Ausschuss für Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umwelt und Stadtplanung nimmt 
von der Vorlage Kenntnis.

Beratungsverlauf (2)

TOP 7
TOP 61

Details

Vorlagen-Nr.
2024/0038
Typ
Magistratsvorlage
Datum
25.01.2024
Erstellt
29.09.2026 00:00