Mandari Insight

V/0378/2011

Europäische Charta für die Gleichstellung von Männern und Frauen - Aktionsplan 2011 - 2013

Vorlagen 07.06.2011

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Anlage 2 fachliche Rückmeldungen

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Anlage 1 Aktionsplan

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Beschlussvorlage

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Anlage 2 fachliche Rückmeldungen

28398 Zeichen

Anlage 2   Fachliche Rückmeldungen zu den Ergebnissen der „Denkfabrik Chancengleichhe it in 
Münster“ 
 
 
Im Rahmen der Veranstaltung „Denkfabrik –Chancengleichheit in Münster“ wurde zu den in der Charta be- 
handelten sechs Handlungsfeldern die Bestandsaufnahme der Verwaltung vorgestellt. Die Bestandsaufnah- 
me ist im Internet unter der Adresse www.muenster.de/stadt/frauenbuero  zu finden.  
 
Sie enthält umfangreiche Hinweise zu den Angeboten, Konzepten, Maßnahmen und rechtlichen Grundlagen, 
die in diesen Bereichen bei der Stadt Münster zur Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Män-
nern bereits geleistet werden bzw. diese per Landes- oder Bundesgesetz oder Ratsbeschluss absichern.  
 
Gleichzeitig wurden die von der Verwaltung zur Weit erentwicklung der Gleichstellungsarbeit erarbeitete n 
Ziele für den Aktionsplan vorgestellt. Die Teilnehmer innen und Teilnehmer der „Denkfabrik“ hatten die Mög- 
lichkeit, darüber hinaus Ideen, Anregungen und Hinw eise einzubringen, die aus ihrer Sicht ebenfalls Be deu- 
tung für die Weiterentwicklung der Chancengleichhei t haben. Die Diskussion erbrachte Hinweise, die int e- 
ressante neue Aspekte zur Weiterentwicklung der Gle ichstellung beinhalten und für den Aktionsplan genu tzt 
werden können.  
 
In der Veranstaltung wurde auch eine Reihe von Themen angesprochen,  
 
die auf unterschiedliche Weise bereits zu den Leistungen der Verwaltung gehören,  
für die sie nicht zuständig ist oder  
die aus fachlichen, finanziellen oder sonstigen Gründen nicht angezeigt sind.  
 
In der folgenden tabellarischen Übersicht werden di e Ergebnisse (jeweils eingerahmt), die in den Disku ssio- 
nen der „Denkfabrik“ zusammengetragen wurden, von d en zuständigen Ämtern erläutert und kommentiert 
(jeweils kursiv ). Es wird dabei deutlich, dass ein großer Teil der b enannten Inhalte bereits Bestandteil der 
Arbeit der Stadtverwaltung ist. Diese Tabelle stellt  insoweit eine Ergänzung zur Bestandsaufnahme dar. 
Gleichzeitig werden aber auch die Vorschläge kenntl ich gemacht, die in die Ziele des Aktionsplans einge ar- 
beitet werden. 
 
 
 
 
 
 
Fachliche Rückmeldungen zu den Ergebnissen der „Denkfabrik Chancengleichheit in Münster“ 
 
 
 
1. Handlungsfeld: 
Die politische Rolle der 
Kommune 
 
1.1 Förderung der Partizipati- 
on von Frauen 
 
 
Denkfabrik :  
Kinderbetreuung während (Rats)sitzung. 
 
Amt des Rates und des Oberbürgermeisters: 
Das Thema Kinderbetreuung wird in der Gemeindeordnung unter dem Aspekt der Über- 
nahme der Kinderbetreuungskosten behandelt. In § 45 Abs. 3 Satz 1 GO NRW heißt es: 
(3) Ist während der mandatsbedingten Abwesenheit vom Haushalt eine entgeltliche Kin- 
derbetreuung notwendig, werden die nachgewiesenen Kosten auf Antrag erstattet. ... 
Der Gesetzestext ist eindeutig und hinreichend klar. 
Eine organisierte Kinderbetreuung während der Sitzungen wird aufgrund der ausreichen- 
den Regelung in der GO NRW für nicht erforderlich gehalten.

2. Handlungsfeld: 
Allgemeiner Rahmen für die 
Gleichstellung 
 
2.1 Abbau von Geschlechter-
stereotypen 
 
 
 
Denkfabrik : 
Kampagne der Stadtverwaltung geschlechtergerechte Sprache in der Stadt (Presse, Un- 
ternehmen) 
 
Presseamt: 
Das Presseamt wird im Aktionszeitraum mit den vorhandenen Ressourcen für die Beschäf- 
tigten der Stadtverwaltung eine praxisorientierte Handreichung zur geschlechtergerechten 
Sprache erarbeiten und veröffentlichen (Print, Online). Auch eine höhere Printauflage die- 
ser Handreichung ist mit den vorhandenen Ressourcen möglich. Damit könnte sie z.B. an 
Publikumsstellen wie der Stadtbücherei ausgelegt und an ausgewählte Einrichtungen und 
Unternehmen verschickt werden. 
 
 In den Aktionsplan aufgenommen 
 
Eine umfassende öffentliche Kampagne, einschließlich Schulungen und anderen Aktivitä- 
ten mit und in Unternehmen, ist mit den vorhandenen Ressourcen nicht möglich. Das 
Presseamt könnte an einer solchen, bei einer anderen Stelle federführend angesiedelten 
Kampagne als einer der Projektpartner begleitend mitwirken. 
 
Denkfabrik : 
Münster-Nadel  - Frauen-Quotierung berücksichtigen 
 
Dezernat Oberbürgermeister: 
Die Münster-Nadel wird für „besondere Dienste und vorbildliche Leistungen zum Wohle der 
Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster verliehen. Geehrt werden kann der besondere 
Einsatz in allen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, insbesondere der 
soziale, kulturelle, sportliche und ökologische Einsatz sowie der Einsatz bei der Pflege des 
heimischen Brauchtums“.  
Vorschlagsberechtigt ist jeder Einwohner/jede Einwohnerin der Stadt Münster, darüber 
Hinaus auch Vereine, Verbände, Vereinigungen und Initiativen aus Münster. 
Der Anteil von Frauen und Männern hängt von der Zahl der eingehenden Vorschläge ab.  
 
 
3. Handlungsfeld:  
Die Kommune als Arbeitge- 
berin  
 
 
3.1 Vereinbarkeit von Familie 
und Beruf 
 
 
 
Denkfabrik 
Analyse der Führungspositionen bei der Stadt  …  
 
Personal- und Organisationsamt: 
Über den Frauenförderplan 2010 – 2012 gibt es berei ts eine Auswertung der Beschäftigten 
in besonderen Funktionen. Bei der Besetzung von Stell en - insbesondere in Führungsposi- 
tionen – gilt der Grundsatz der Bestenauslese. 
 
… und den städtischen Töchtern 
 
 als Anregung in den Aktionsplan aufgenommen 
 
Frauen in Führungspositionen - Verpflichtung zu familienbewusstem Führen in der Füh- 
rungsebene 
 
An dieser Anregung wird ganz konkret im Zuge der Ums etzung der Zielvereinbarung aus 
dem Zertifizierungsverfahren über das audit ‚berufundfamilie’ gearbeitet.  
 
Formulierung der Stellenausschreibungen so, dass sich unterrepräsentierte Gruppen an- 
gesprochen fühlt 
 
Sinn und Zweck einer Stellenausschreibung ist es, das s eine möglichst große Gruppe von 
Interessierten für eine Bestenauslese angesprochen w ird. Dies ist jedoch nur dann mög- 
lich, wenn eine gewisse Neutralität gewährleistet wird. Externe Stellenausschreibungen der 
Stadtverwaltung enthalten regelmäßig den Zusatz: „Die Stadt Münster fördert in vielfältiger 
Hinsicht aktiv die Gleichstellung der Mitarbeiterin nen und Mitarbeiter. Wir begrüßen daher 
Bewerbungen von Frauen und Männern unabhängig von Beh inderung, kultureller und 
sozialer Herkunft, Alter, Religion, Weltanschauung o der sexueller Identität. Frauen werden 
bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Lei stung bevorzugt berücksichtigt, sofern 
nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.“

Arbeitsbedingungen in frauendominierten Berufen verbessern 
Männer in frauendominierten Berufen, z.B. Kitas 
Weniger befristete Stellen, wo Frauen stark präsent sind 
Weniger 400 € - Jobs 
Einbeziehung „Freiberufler“ (gemeint sind verwaltungsuntypische Berufe) in die Gesamt- 
thematik 
 
Diese Vorschläge haben sicherlich eine gewisse Berech tigung. Bei den Arbeitsbedingun- 
gen ist die Stadtverwaltung Münster sicherlich schon  gut aufgestellt. Auch gibt es schon 
individuelle und innovative Fortbildungen. Ansonsten  fehlt insgesamt entweder die rechtli- 
che Grundlage oder die Finanzierung. 
 
Einführung Entgeltcheck 
 
Die Einführung des Entgeltcheck ist bereits über politische Anregungen in den Frauenför- 
derplan 2010 – 2012 aufgenommen. Dabei ist noch völlig offen, ob dies Verfahren über- 
haupt geeignet ist, eine Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen gut darzustel- 
len. 
 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte in allen Ebenen 
 
An diesem Thema arbeitet das Personal- und Organisati onsamt bereits über die Umset- 
zung des Migrationsleitbildes. 
 
Personalentwicklungskonzept 
 
In den anstehenden zwei Jahren würde ein Personalent wicklungskonzept nicht die höchst 
mögliche  Wirkung erzielen, da davon auszugehen ist , dass die Haushaltskonsolidierung 
eine sinnvolle und strukturierte qualitative Person alentwicklung nicht in dem notwendigen 
Umfang zulässt. Deshalb wird zunächst der Ansatz ver folgt, die qualitative Personalent- 
wicklung für Führungskräfte weiter zu aktualisieren und zu systematisieren.    
 
Weniger problembelastetes Fortbildungskonzept – mehr innovative Fortbildung 
 
Diesen Hinweis wird das Personal- und Organisationsamt in Kooperation mit dem Amt für 
Schule und Weiterbildung / Volkshochschule innerhalb der Planungen für das Fortbil- 
dungsprogramm 2012 ff. aufnehmen und umsetzen.   
 
Übertragbarkeit aller Ziele auf städtische Töchter  
 
  Als Anregung in den Aktionsplan aufgenommen 
 
 
4. Handlungsfeld: Die Kom- 
mune als Auftraggeberin 
 
4.1 Förderung der Gleichbe- 
rechtigung bei Vergabeent- 
scheidungen und Verträgen 
 
 
Denkfabrik: 
Genderaspekte in Vergabekriterien aufnehmen 
 
Frauenbüro: 
Aus rechtlichen Gründen derzeit noch nicht möglich. Siehe Bestandsaufnahme 
 
Denkfabrik: 
Berücksichtigung von Unternehmerinnen mit Migrationshintergrund 
 
Koordinierungsstelle Migration und interkulturelle Zusammenarbeit: 
Unternehmerinnen mit Migrationsvorgeschichte fallen unter den Genderaspekt und gehö- 
ren – wie alle anderen Unternehmerinnen auch – somit zur Gesamtgruppe! Bei der Verga- 
be und den erhobenen Daten bzw. dem künftigen Fragebogen wären ggf. Zusatzqualifika- 
tionen wie Mehrsprachigkeit oder Kenntnis weiterer Kulturkreise aufzunehmen.

5.5 Gesundheit 
 
 
 
Denkfabrik 
Obdachlose Frauen gesundheitlich betreuen 
 
Gesundheitsamt: 
Das Gertrudenhaus (SKF) bietet stationäre und ambulante Betreuung für obdachlose 
Frauen an. 
 
Betreuung älterer Migranten und Beratung   
 
s. auch bestehende Angebote im Bereich Sozialamt und freie Träger 
 
Anlaufstelle für Burn-out gefährdete Männer und Frauen 
Anlaufstelle für Burn-out gefährdete Frauen  
 
Dornier-Klinik macht Angebote und jeden letzten Donnerstag im Monat 16 – 18 Uhr im 
Gesundheitshaus professionelle und persönliche Beratung – auch von Frau zu Frau 
 
Beachtung des Genderansatzes bei Medikamentenausgabe, Krankheitsbildern etc.  
 
Keine städtische Zuständigkeit  
 
Denkfabrik: 
Genderkriterien für den Rettungsdienst entwickeln  
 
Feuerwehr: 
 
 Als Anregung in den Aktionsplan aufgenommen 
 
 
 
5.6 Soziale Arbeit 
 
 
 
Denkfabrik : 
Schwangere Studierende – mehr Hilfsangebote 
 
Sozialamt: 
Es wird auf die vielfältigen bestehenden Angebote verwiesen (v. a. Amt 51- Schwanger- 
schaftsberatung, SKF), die im Einzelfall angemessene Angebote vermitteln. 
  
5.7 Kinderbetreuung 
 
 
Denkfabrik 
Allein Erziehende – optimale Betreuung Randzeiten 
 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien: 
Lösungsmöglichkeiten gibt es eingeschränkt durch Angebote der Kindertagespflege - Um- 
setzungen darüber hinaus und in Kitas über KiBiz-Bedingungen sind jedoch nur mit zusätz- 
lichen finanziellen Mitteln möglich. In Kooperation mit dem Jobcenter werden aktuell die 
Bedarfe ausgewertet. 
 
U3- Betreuung auch auf Eltern, die zu Hause bleiben, ausdehnen 
Kinderbetreuungsmöglichkeiten in jedem Stadtbezirk rund um die Uhr! 
 
U3-Betreuung wird primär Kindern von Berufstätigen oder von Eltern in Ausbildung ermög- 
licht (vgl. § 24 SGB VIII), aber - soweit möglich - auch von Eltern, die eine Betreuung ihres 
Kindes einfach nur wünschen.  
 
Mehr Flexibilisierung in den Betreuungszeiten (Erhöhung Personalschlüssel) 
 
Umsetzungen in Kitas über KiBiz-Bedingungen hinaus sind auch hier nur mit zusätzlichen 
Mitteln möglich. Eine trägerübergreifende Unterarbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft 
nach § 78 Kindertagesbetreuung beschäftigt sich mit dieser Fragestellung.  
 
Systematische Vernetzung von Betreuungseinrichtungen etc. 
 
Die Kitas kooperieren zu unterschiedlichen Fachthemen und auch sozialräumlich mitein- 
ander, ebenfalls mit den Grundschulen.

Mehr Kinderpflege im Nachmittagsbereich 
 
Die Ausweitung der Kindertagespflege im Nachmittagsbereich wird angestrebt, aber auch 
Kindertagespflegeangebote sind nur begrenzt flexibel möglich und mit Grundschulen, Fa- 
milienbildungsstätten und Erziehungsberatungsstellen.   
 
Erweckung des Bündnisses für Familien (lokal)  
 
2004 wurde das „Netzwerk für Familien“ gegründet. In diesem Rahmen wurden bereits 
zahlreiche Maßnahmen initiiert und umgesetzt.  
 
Mehr männliche Erzieher  
 
Dieses Anliegen wird aus pädagogischer Sicht voll unterstützt, vor allem wegen der be- 
kannten strukturellen Bedingungen der Kitas ist die Erzieherquote dort jedoch nach wie vor 
gering.   
 
Welche Genderinhalte gibt es in der Ausbildung von Erzieher/innen? 
 
Diese Thematik kann in der seit kurzem ausgeweiteten Kommunikation des Amtes für 
Kinder, Jugendliche und Familien / Fachleuten aus der Kitapraxis mit den drei münster- 
schen Ausbildungsstätten für Erzieher/innen („Runder Tisch zur Ausbildungsoffensive für 
Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung“) aufgegriffen werden.  
 
Qualifizierung von Erzieher/innenausbildung auf weitere Ausbildungsstufen (FH, Uni) – 
höhere Entlohnung –  
 
Dieses Anliegen ist aus pädagogischer Sicht sinnvoll, liegt aber letztlich in (politischer) 
Verantwortung der Bundesländer  - die Thematik kann aber auch bei der o. g. Kommunika- 
tion mit den drei münsterischen Ausbildungsstätten für Erzieher/innen aufgegriffen werden. 
 
Höhere Qualität von Gender-Angeboten durch höhere Betreuungsschlüssel 
Die Umsetzung in Kitas über KiBiz-Bedingungen hinaus ist nur mit zusätzlichen Mitteln 
möglich. 
 
Mehr Lobby für Kinder 
 
Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien versteht seine Arbeit bereits als Lobbyarbeit 
für Kinder, dies wird bei den Amtszielen deutlich, etwa bei den Zielen zur Prävention, zum 
Schutz von Kindern und Jugendlichen, zur Partizipation oder zur Chancengleichheit. 
 
Gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung 
 
Die Angebote zur gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung wurden 
in den letzten Jahren kontinuierlich ausgeweitet, annähernd 100 münstersche Kinderta- 
geseinrichtungen praktizieren dieses Konzept. Damit besteht in Münster ein breitgefächer- 
tes Angebot in diesem Feld. 
 
Väterkurse „Kindererziehung“ 
 
Solche Kurse gehören zur Angebotspalette von Familienzentren.  
 
Aufklärungsarbeit zum Thema sexueller Missbrauch 
 
Hier greifen die Träger auf unterschiedliche Fortbildungsangebote zurück, z. B.  vom Kin- 
derschutzbund oder von Pro Familia.

5.8 Pflege 
 
 
Denkfabrik 
Männer pflegen Männer, Frauen – Frauen – Wahlfreiheit 
 
Sozialamt: 
Sofern in Einzelfällen ein entsprechender Bedarf formuliert wird, wird dieser möglichst 
realisiert. Darüber hinaus wird kein grundsätzlicher Bedarf gesehen. 
 
Tagespflege ausweiten – keine Rabentochter sein 
 
Das bestehende Tagespflege-Angebot ist aus fachlicher Sicht bedarfsgerecht. 
 
 
Gewalt in der häuslichen Pflege thematisch in die Öffentlichkeit bringen 
 
Eine öffentliche Beachtung des Themas ist festzustellen. Aus fachlicher Sicht sollte die 
öffentliche Thematisierung nicht zu offensiv betrieben werden, um nicht andererseits eine 
Stigmatisierung aller Pflegenden als potentiell gewalttätig zu lancieren. Vor diesem Hinter- 
grund hat in der fachlich Diskussion bereits ein Wechsel in der Begrifflichkeit stattgefun- 
den; der neue Begriff lautet: „Gefahren in der Pflege.“ 
 
Qualitätsoffensive – mehr Öffentlichkeitsarbeit für Wertschätzung in der Gesellschaft 
 
In diesem Kontext finden verschiedenste Aktionen der beteiligten Träger statt. Aus fachli- 
cher Sicht wird darüber hinaus kein Bedarf gesehen. 
 
Netzwerke auch für den Bereich Pflege schaffen, Tagespflege/ ambulante Pflege stärken –
Berufstätigkeit von Frauen 
Information zu bedarfgerechten Angeboten 
 
Die Umsetzung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ (ausdrücklich § 3 SGB XI) ist 
oberste Maxime aller an den Pflegeprozessen beteiligten Akteure. Insofern bestehen ent- 
sprechende Netzwerke und Beratungsangebote (Pflegeberatung, Pflegestützpunkt). 
 
Aufklärungsarbeit zu „Raben“mutter/ -vater bzw. „Raben“tochter/ -sohn 
 
Aus fachlicher Sicht ist kein grundsätzlicher Bedarf bekannt. 
 
Schaffung von Strukturen zur Verbesserung der Kooperation zwischen Pflegestützpunkt 
und „Frauen &Beruf: 
 
Der  kommunale Pflegestützpunkt im Informationsbüro Pflege des Sozialamtes der Stadt 
Münster hat mit Frauen & Beruf (FrauenForum e.V.) Strukturen für die Zusammenarbeit 
abgesprochen.  
 
Die bekannten familiären Hilfesysteme in der Pflege begegnen vermehrt den steigenden 
beruflichen Anforderungen, insbesondere mit Blick auf die Notwendigkeit, den Lebensun- 
terhalt zu sichern. Dabei ist eine große Unsicherheit bei den Beschäftigten in pflegerischen 
Belastungssituationen zu beobachten. Der Wunsch, innovative Arbeitszeitmodelle mit dem 
Arbeitgeber zu vereinbaren bestehe zwar, werde aber, aus Angst, den Arbeitsplatz zu 
verlieren, zu selten thematisiert. In den Betrieben ist allerdings durchaus ein großes Ver- 
ständnis für die Notwendigkeit familiärer Pflegesituationen vorhanden.  
Für stark belastete berufstätige pflegende Angehörige sind die Hürden, ein Beratungsan- 
gebot in einer Institution wie Frauen & Beruf anzunehmen, hoch, weil andere Fragen im 
Vordergrund stehen. Die Belastung und die Suche nach Entlastung wird aber häufig im 
Informationsbüro Pflege thematisiert. Hier wird durch die Beraterinnen des Informationsbü- 
ro Pflege auf das Angebot von Frauen & Beruf aufmerksam gemacht und für die Inan- 
spruchnahme des Angebotes geworben. Ebenso wird bei der Kontaktaufnahme zu Frauen 
& Beruf Unterstützung angeboten. Auf der anderen Seite weist Frauen & Beruf auf die 
Beratungskompetenz und die Inhalte des Informationsbüros Pflege hin und vermittelt bei 
Bedarf den Kontakt.  
Die Zusammenarbeit zwischen Frauen & Beruf und dem Informationsbüro Pflege ist in der 
Pflegekonferenz Münster bereits vorgestellt worden.

Denkfabrik : 
Ein Männerbüro für Münster 
 
Frauenbüro : 
Im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans werden Bausteine zu den Themen „Männer- 
arbeit“ zusammengetragen (siehe Männergesundheit, Jungenarbei)t. Das Frauenbüro 
steht in enger Kooperation mit den im Bereich „Männer- und Jungenarbeit“ engagierten 
Fachkräften bei der Stadt und bei freien Trägern. Feststellungen für den Bedarf und die 
konzeptionelle Ausrichtung sowie Struktur eines Männerbüros können sich erst im Rahmen 
der weiteren fachlichen Arbeit entwickeln. Die Darstellung der männerspezifischen Zielset- 
zungen im Rahmen der Gleichstellungsarbeit erfolgt u.a. im Rahmen von Zielen, die im  
Aktionsplan festgelegt werden. 
 
 
5.10 Menschen mit Migrati- 
onsvorgeschichte 
 
 
 
Denkfabrik:   
Projekt „Kulturmittlerin“ stadtweit ausweiten (Entgelt) 
 
Sozialamt: 
Im Rahmen des Projekts „Integrationsarbeit vor Ort“,  das Teil des Maßnahmeprogramms 
Kinderhaus-Brüningheide ist (vorm. Programm Soziale Stad t), werden zwei Stellen als 
„Kulturvermittler/innen“ beim Begegnungszentrum gefördert. Für die Schaffung von weite- 
ren Stellen im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten in Ent geltvariante ist jedoch das Jobcen- 
ter zuständig. 
 
Koordinierungsstelle Migration und interkulturelle Zusammenarbeit: 
Prinzipiell befürworten wir eine Ausweitung und sehen in den Kulturmittlerinnen eine gute 
Ergänzung/Erweiterung von Beratungsangeboten. Wenn Kulturmittlerinnen ausgebildet 
werden, muss klar sein, ob sie im Anschluss auch angestellt werden. Hier wäre es dann 
aber sinnvoll, den Bedarf zu ermitteln. Dabei wäre zudem eine sozialversicherungspflichti- 
ge Beschäftigung anzustreben.  
 
Denkfabrik : 
Dezernatsübergreifende Koordinationsstelle mit größeren Personalkapazitäten 
 
Koordinierungsstelle Migration und interkulturelle Zusammenarbeit: 
Eine personelle Aufstockung kann perspektivisch sinnv oll bzw. notwendig sein, ist jedoch 
in Abhängigkeit von der Haushaltslage zu betrachten. 
 
Vermeidung von „Getthoisierung“ einzelner Sozialräume 
 
Sozialamt: 
Das Sozialamt fördert Beratungsstellen, Vereine und In itiativen in unterschiedlichen Stadt- 
teilen Münsters auch mit dem Ziel, einer „Getthoisi erung“ vorzubeugen (z.B. Treffpunkt 
Waldsiedlung e.V. in der Osthuesheide, Begegnungszent rum Sprickmannstraße in Kinder- 
haus etc.). 
Darüber hinaus wurde das Konzept des Sozialdienstes für Flüchtlinge im letzten Jahr er- 
weitert: Flüchtlinge, die aus dem Wohnheim ausziehen, erhalten jetzt auch Unterstützung 
bei ihrer Integration in die Stadtteile Münsters. 
Spezielle Sprachangebote für akademische Migrant/innen 
Anreize für Migrantinnen schaffen, um Sprachförderung kontinuierlich anzunehmen 
Bildungsferne Migrant/innen elementarer ausbilden 
 
Ansätze der Vorschläge werden in der Arbeitsgruppe „Migranten/innen - Sprache und 
Bildung“ behandelt. Das Sozialamt unterstützt auch im Einzelfall Maßnahmen von Trägern, 
die u. a. auch eine Sprachförderung umfassen. Konkrete Sprachförderung erfolgt durch 
das Jobcenter bzw. der Koordinierungsstelle Migration und interkulturelle Angelegenheiten. 
Im Rahmen der Erfüllung der Pflichtaufgaben nach dem Aufenthaltsgesetz wird nicht zwi- 
schen Frauen und Männern unterschieden.  
Akademische Migranten rekrutieren sich zumeist aus Abgängen der hiesigen Hochschu- 
len, so dass eine spezielle Sprachförderung kaum nachgefragt werden wird.  
Die Erteilung eines unbefristeten Aufenthaltsrechts ist vom Nachweis der Sprachkenntnis- 
se abhängig. Oft steht höherrangiges Recht (z.B. Art. 6 GG) und das EU-Recht auf Freizü- 
gigkeit der Forderung nach Sprachkenntnissen entgegen und senkt dadurch auch die Mo- 
tivation zum Erlernen auf freiwilliger Basis.

5.12 Zugang zu Sport, Frei- 
zeit, Kultur 
 
 
 
Denkfabrik 
Frage zum Beispiel: Wie bekommt man die Jungen ans Lesen? 
 
Stadtbücherei: 
Die Stadtbücherei hat schon in der Vergangenheit immer viel Wert darauf gelegt, beide 
Geschlechter in ihren Maßnahmen zur Leseförderung gleichermaßen zu berücksichtigen 
und schätzt es so ein, dass dies auch gelungen ist. 
Der Anteil der Jungen an der Leserschaft bis 12 Jahren beträgt 47 %. Insgesamt werden in 
dieser Altergruppe 8100 Kinder erreicht. 
 
Denkfabrik : 
Theater zum Abbau von Geschlechterstereotypen 
Bewusstsein schaffen z.B. durch Imitation, Sichtweisen ergänzen sich. Wahrnehmung wird 
umfassender 
 
Städtische Bühnen: 
Aus aktueller Sicht können die Städtischen Bühnen den Vorschlag eher perspektivisch ins 
Auge fassen; u.a. wegen des anstehenden Wechsels in der künstlerischen Leitung des 
Hauses. 
 
Kulturamt: 
Insbesondere die Theaterförderung hat im Kulturamt eine starke Tradition und großes 
Gewicht. Sowohl in die Kuratoriumsförderung für das Theater im Pumpenhaus als auch für 
das Kindertheater (Begegnungszentrum Meerwiese) fließen aktuelle und zeitgemäße An- 
forderungen/Themenbezüge sowie Formen der Vermittlung ein. Zudem werden im Rah- 
men der Projektförderung dezidiert Partizipationsansätze unterstützt und gefördert (z. B. im 
Rahmen der kulturellen Bildung durch "Kultur und Schule"-Projekte, "Theater für die Aller- 
kleinsten", "Junges Theater Cactus"), die über das reine "Konsumieren" und "Wahrneh- 
men" von Inhalten hinaus auch ein direktes Erleben, Erproben, Üben von neuen/anderen 
(Geschlechter-)Rollen ermöglichen.  
 
Denkfabrik : 
Schwimmunterricht für Immigrantinnen 
 
Sportamt : 
Ein Angebot für muslimische Frauen bietet das Bildungswerk des Landessportbundes mit 
der Außenstelle Münster (Stadtsportbund Münster) an. Es findet samstags von 12.00 - 
13.00 Uhr als Kursangebot in der Regenbogenschule am Bröderichweg im dortigen Hal- 
lenbad statt.  
 
Im Schulsportunterricht ist u. a. aufgrund des Urteils des OVG Münster (AZ: 19B 1362/08) 
die Teilnahme auch von muslimischen Mädchen gesetzlich geregelt.  
 
Denkfabrik: 
Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Sportunterricht 
 
Sportamt: 
Das Inkrafttreten der Behindertenrechskonditionen (BRK) der UN aus dem Jahre 2009 wird 
in der praktischen Umsetzung nur langsam realisiert werden können. Das betrifft das ge- 
samte Schulleben einerseits, aber vor allem auch den Schulsportunterricht. Dabei kann 
davon ausgegangen werden, dass in den Grundschulen die Integration von behinderten 
Kindern bereits länger praktiziert wird. Die verstärkte Form der Inklusion ist in den prakti- 
schen Fortbildungen und in der Ausbildung von Sportlehrern/Innen bisher nicht so weit 
entwickelt worden, dass Absolventen von der Universität neues Knowhow in den Schulall- 
tag bringen können. Ansätze für eine verstärkte Berücksichtigung dieses Aspektes sind 
sowohl in der Ausbildung im Rahmen des Sportförderunterrichts als auch in der Referen- 
dariatsausbildung vorhanden. Der Annäherungsprozess an das Ziel der UN-
Behindertenrechtskommission wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen müssen.

5.14 Geschlechterspezifische 
Gewalt 
 
. 
 
Denkfabrik : 
Frauenhäuser für ältere Damen einrichten   
Finanzielle Sicherung (langfristig) für entsprechende Einrichtungen (Frauenhäuser etc.)  
 
Sozialamt: 
Ein aktueller Bedarf ist nicht bekannt. 
 
Männerhäuser 
 
Ein ausreichender aktueller Bedarf ist nicht bekannt; die Förderung eines Männerhauses 
ist auch aus finanziellen Gründen nicht umsetzbar 
 
Einrichtung eines zentralen Notrufs 
 
Zentrale Notrufnummern bestehen sowohl bei der Polizei als auch bei den Frauenhäusern, 
Frauennotruf. 
 
Einrichten Koordinierungsstelle Opferhilfe 
 
Eine Koordinierung der Opferhilfe erfolgt sowohl durch die Polizei als auch beim „Weißen 
Ring“. 
 
Fortbildung/ Supervision für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, die mit „Opfern“ arbeiten 
 
Die Durchführung entsprechender Angebote für ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter obliegt den 
jeweiligen Organisationen mit entsprechenden Schwerpunkten. 
 
Sensibilisierung in Kitas, Schulen, Firmen 
 
Das Sozialamt ist beteiligt an der Entwicklung eines „Leitfadens zum Schutz von Kindern 
bei häuslicher Gewalt“, der insb. den Fachkräften  in Kitas, Schulen und anderen Einrich- 
tungen zur Verfügung gestellt werden soll. 
 
Wie können Jungen und Männer dazu bewegt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen?! 
 
Thematisierung im AK Gewaltschutzgesetz 
 
Jungen als Opfer von Gewalt in den Blick nehmen/ Mobbing 
 
Thematisierung im AK Gewaltschutzgesetz 
 
Migranten/ innen stärker/ individueller ansprechen – niedrigschwellige Zugangswege 
 
Flyer über bestehende Beratungsangebote wurden in unterschiedliche Sprachen übersetzt 
(Notfallkarte).  
Erste Ansprechpartner für die Betroffenen sind häufig die Ärzte. Eine entsprechende Sen- 
sibilisierung der Ärzte erfolgt z.B. über den AK zum Schutz von Kindern bei häuslicher 
Gewalt, an dem ein Arzt von der Ärztekammer teilnimmt. 
 
Patenschaften für Migranten, Menschen mit Behinderungen etc. 
 
Eine Patenschaft im Zusammenhang mit einer Gewaltsituation wird aus fachlicher Situation 
für nicht umsetzbar gehalten. 
 
 
6. Handlungsfeld : Planung 
und nachhaltige Entwick- 
lung 
6.1 Stadt- und Wirtschaftsent- 
wicklung / Nachhaltigkeit  
 
 
 
Denkfabrik 
Frauenparkplätze 
 
Amt für Planung, Stadtentwicklung und Verkehr: 
Frauenparkplätze werden bereits seit geraumer Zeit in den öffentlichen Parkhäusern einge- 
richtet. Darüber hinaus werden Frauenparkplätze z. B. auch auf offenen Stellplatzanlagen 
an gut einsehbaren und in der Nacht beleuchteten Stelle eingerichtet, um den Aspekt der 
Sicherheit zu erhöhen.

Checkliste für Planungen  - Nicht nur frauenspezifische Belange berücksichtigen, sondern 
auch die Belange von Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderung 
 
Der „Kriterienkatalog“ wäre Bestandteil des vom Dezernat bereits vorgesehenen Ziels. 
 
 
6.3 Arbeitsmarkt 
 
 
 
Denkfabrik : 
Gründungsvoraussetzungen verbessern 
Gründungsberatung Migranten/ Migrantinnen 
„Frauen-Unternehmen“ gezielt auffordern (durch Verbände), 
 sich um Aufträge zu bewerben 
 
Amt für Ausländerangelegenheiten: 
Sofern zur Umsetzung bestimmter Projekte die Kenntnis der aufenthaltsrechtlichen Rah- 
menbedingungen notwendig ist (z.B. bei der Zulassung Drittstaatsangehöriger zur selb- 
ständigen Erwerbstätigkeit), steht das Amt für Ausländerangelegenheiten zur Verfügung.  
 
Koordinierungsstelle Migration und interkulturelle Angelegenheiten: 
Diesen Aspekten soll künftig im Unternehmerinnen- un d Unternehmertreff nachgegangen 
werden. Auch könnten sie Bestandteil der Professionali sierungsreihe für migrantische 
Unternehmerinnen und Unternehmer sein. In den Ergebnissen des Projektes “Migrantische 
Ökonomie – Vom Nischenthema zum Standortfaktor“ wurde  insbesondere auch die wach- 
sende, aber immer noch geringe Quote von selbständi gen Frauen benannt, mit dem 
Wunsch, diese Gruppe stärker in den Focus zu nehmen . Insgesamt sieht die Koordinie- 
rungsstelle in den aktuellen Entwicklungen eine akti ve und realistische Umsetzung dieser 
Aspekte.

Anlage 1 Aktionsplan

16416 Zeichen

Anlage 1  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Europäische Charta für die Gleichstellung von Män- 
nern und Frauen auf lokaler Ebene 
 
 
 … In Münster  
 
Aktionsplan 2011 bis 2013

Vorwort 
 
„Münster. Fair – Für Frauen und Männer. Ausgewogen. Innovativ. Richtig“ lautet das Motto, unter das wir unsere 
Arbeit im Rahmen des Beitritts zur Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern gestellt 
haben.  
 
Dass wir mit dieser Einschätzung „richtig“ liegen, hat uns die Bürgerumfrage 2010 gezeigt: 
Das Ziel „Münster soll eine Stadt sein, die sich für gleiche Chancen von Frauen und Männern besonders einsetzt“, 
wurde von einem Drittel der Befragten mit dem Votum versehen „Soll unbedingt erreicht werden!“. Weitere 45 % 
halten dieses Ziel für wünschenswert. Zusammengerechnet bedeutet dies, drei Viertel aller Münsteranerinnen und 
Münsteraner messen der Aufgabe, Chancengleichheit herzustellen, eine besondere Bedeutung zu!  
 
Diese Haltung findet ihre Entsprechung auch im Leitsatz unseres Integrierten Stadtmarketing und Leitbildprozes- 
ses: „Wir sind eine Stadt mit hohem Verantwortungsbewusstsein für die Gleichstellung von Mann und Frau in allen 
Bereichen der Stadtgesellschaft.“ 
 
Dass die Stadt diesem Leitsatz bereits seit mehr als zwanzig Jahren verpflichtet ist, kann an unserer in vielen 
Bereichen differenzierten Struktur für gleichstellungs- und frauenförderndes Handeln ermessen werden. 
 
Am Ende der letzten Ratsperiode ist die Stadt Münster mit einem einstimmigen Beschluss aller Fraktionen der 
„Europäischen Charta zur Gleichstellung von Mann und Frau auf lokaler Ebene“ beigetreten und hat damit bekräf- 
tigt, sich auch in diesem Themenfeld weiter zu entwickeln. 
 
In der Charta heißt es: 
„In der Welt von heute und morgen ist eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern auch der Schlüssel zu 
unserem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg – nicht nur auf europäischer oder nationaler Ebene, son- 
dern auch in unseren Regionen, Städten und Gemeinden.“  
 
Der Rat der Gemeinden Europas hat eine Reihe von konkreten, für die Gleichstellung der Geschlechter notwendi- 
gen praktischen Maßnahmen, Vorhaben und Eckpunkte benannt und ausführlich für sechs Handlungsfelder be- 
schrieben:  
Die politische Rolle der Kommune,  
der allgemeine Rahmen der Gleichberechtigung,  
die Arbeitgeberfunktion der Stadt,  
ebenso wie ihre Rolle als Auftraggeberin, 
ihre vielfältigen Funktionen als Dienstleisterin von der Kinderbetreuung bis zur Kultur  
und nicht zuletzt nachhaltige Wirtschafts-, Planungs- und Umweltentwicklung.  
 
Wir haben uns mit dem Beitritt zur Charta verpflichtet, einen Aktionsplan aufzustellen, der die beschriebenen 
Handlungsfelder für Münster konkretisiert. 
 
Dabei müssen wir wissen: Chancengleichheit gibt es nicht umsonst! Das heißt, auch wenn die Ziele, die mit die- 
sem Aktionsplan angestrebt werden, weitestgehend ohne zusätzliche Finanzmittel erbracht werden können - und 
die Haushaltssituation lässt keine andere Wahl -, heißt dies nicht, dass dafür nicht die vorhandenen Mittel einge- 
setzt werden müssen und dass Personal- und Sachressourcen einfließen.  
 
Die jetzt vorgelegten Ziele und Maßnahmen sind Ergebnis eines umfassenden Konsultationsprozesses, zu dem 
die Verwaltung, die Politik, Bürgerinnen und Bürger und die Fachöffentlichkeit beigetragen haben. Gerade für eine 
Querschnittsaufgabe wie die Chancengleichheit ist es wichtig, dass die gesamte Stadtgesellschaft aktiv Verant- 
wortung wahrnimmt und an der Zielabsprache ebenso Teil hat wie an der Umsetzung. Es ist darüber hinaus ge- 
lungen, im Rahmen dieses Prozesses auch erste deutliche Akzente für das Thema Jungen- und Männerarbeit im 
Rahmen der Gleichstellung zu setzen. Auch dies entspricht der Anforderung an gemeinschaftliche Verantwortung. 
 
 
gez. 
 
Markus Lewe

Inhalte der Europäischen 
Charta in Stichworten 
 
 
Aktionsplan 2011 - 2013 
 
 
1. Handlungsfeld: 
Die politische Rolle der Kommu- 
ne 
 
1.1 Förderung der Partizipation von 
Frauen 
 
Amt des Rates und des Oberbürgermeisters: 
 
Maßnahme 1: 
Anschreiben an die Parteien, bei der Wahl auf ein ausgewogenes Verhält- 
nis zu achten. 
 
Maßnahme 2: 
Abfrage bei allen Mandatsträgern und –trägerinnen im Rat, in den Bezirks- 
vertretungen, in den Ausschüssen und Kommissionen nach optimalen Sit- 
zungszeiten zur Vereinbarkeit von Mandat, Familie und Beruf. 
 
Ziel : Die Verwaltung wird beauftragt, zukünftig bei der V orbereitung der 
Besetzung von Kommissionen, Beiräten, Verwaltungs- und Au fsichtsräten 
und sonstigen Gremien die vorschlagenden Institutionen fr ühzeitig darauf 
hinzuweisen, dass nach § 12 des Gesetzes zur Gleichstellung von  Frauen 
und Männer für das Land Nordrhein-Westfalen (Landesgle ichstellungsge- 
setz) auf eine geschlechterparitätische Besetzung zu achten ist. 
 
Entsendende Institutionen werden aufgefordert, eine ausgewogene Beset- 
zung vorzunehmen, ggf. mehrere Personen (einen Mann und eine Frau) zu 
benennen.  
 
Interfraktioneller Arbeitskreis des Ausschuss für Gleichstellung 
 
Ziel 1: Ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern auf allen politi- 
schen Ebenen und in allen politischen Gremien. 
 
Ziel 2 : Selbstverpflichtung aller politischen Parteien im Rat zur Erhöhung 
des Frauenanteils in den Fraktionen auf 40%. 
 
Koordinierungsstelle Migration und interkulturelle Angelegenheiten: 
Ziel:  Mit den beteiligten Gremien (Ausschuss für Gleichstellung, Integrati- 
onsrat) wird ein Verfahren erarbeitet, wie mehr Frauen und Männer mit 
Migrationsvorgeschichte einbezogen werden können, um so eine ausgewo- 
gene Partizipation von Frauen und Männer mit Migrationsvorgeschichte zu 
gewährleisten.  
Ressourcen: Personaleinsatz für die Organisation der Zusammenarbeit 
beider Gremien sowie Sachkosten im Rahmen von Bewirtung und Doku- 
mentation. 
 
 
1.2 Ausgewogene Beteiligung als 
Handlungsgrundlage für alle 
 
 
Frauenbüro 
 
Maßnahme: 
Veröffentlichung einer Zwischenbilanz zur Umsetzung des Aktionsplans in 
2012.

Inhalte der Europäischen 
Charta in Stichworten 
 
 
Aktionsplan 2011 - 2013 
 
 
2. Handlungsfeld: 
Allgemeiner Rahmen für die 
Gleichstellung 
 
2.1 Abbau von Geschlechter-
stereotypen 
 
 
 
Amt für Bürgerangelegenheiten: 
 
Ziel : Gleiche Ansprache von Frauen und Männern – Abbau von Geschlech- 
terstereotypen 
Maßnahme : Anwenden einer geschlechtergerechten Sprache in allen Pub- 
likationen, Formularen, Anschreiben sowie im Internetauftritt des Amtes für 
Bürgerangelegenheiten. 
 
Presseamt:  
 
Ziel : Geschlechtergerechte Sprache in Publikationen der Stadt Münster. 
Maßnahme 1 : Erarbeiten und Veröffentlichen einer praxisorientierten Hand- 
reichung, Werben für deren Ziele und Umsetzung in der Stadtverwaltung. 
Maßnahme 2 : Die Handreichung wird in einer erhöhten Auflage gedruckt 
und öffentlich ausgelegt sowie an Unternehmen und Einrichtungen ver- 
schickt. 
 
2.2 Informations- und Anhörungs- 
rechte 
 
 
2.3 Gender assessment 
 
 
Amt für Finanzen und Beteiligungen: 
 
Ziel : Die Implementierung von Grundlagenwissen über das Verfahren Gen- 
der Assessment und Gender Budgeting im Bereich der Haushaltsaufstel- 
lung und des Bürgerhaushaltes. 
Maßnahme : Informationsveranstaltung für Führungskräfte des Finanzde- 
zernats.  
 
2.4 Vielfältige Diskriminierungen 
und Benachteiligungen 
 
 
3. Handlungsfeld:  
Die Kommune als Arbeitgeberin  
 
3.1 Vereinbarkeit von Familie und 
Beruf 
 
 
Personal- und Organisationsamt : 
 
Ziel : Das Personal- und Organisationsamt wird in den anstehe nden drei 
Jahren verschiedene Maßnahmen umsetzen, die im Rahmen des Zertifizie- 
rungsverfahrens durch das audit ‚berufundfamilie’ vereinbart wurden. Dazu 
gehören insbesondere: 
• Ausweitung der flexiblen Arbeitszeitlösungen – insbesondere für Väter und 
Pflegende - und der Arbeitszeitkonten 
• Bedarfsgerechte Entwicklung von Telearbeit  
• (Vereinfachter) Zugang zu sämtlichen vereinbarkeitsbezogenen Informati- 
onen 
• Prüfung: Möglichkeiten der verbesserten Einbindung spezieller Mitarbei- 
terzielgruppen in die betriebliche Information und Kommunikation 
• Unterstützung und Förderung familienbewussten Führungsverhaltens 
• Anpassung des Fortbildungsangebotes, insbesondere für Berufsrückkeh- 
rer/innen 
• Prüfziel: Ausweitung des Kriterienkatalogs für Vorschüsse 
• Gezielte Informationen zu Münsteraner Betreuungsangeboten in den Fe- 
rien 
• Optimierung des Angebotes zur Kinderbetreuungsunterstützung 
 
Amt für Finanzen und Beteiligungen 
 
Ziel : Die städtischen Beteiligungsgesellschaften werden aufgefordert, der 
Beteiligungsverwaltung regelmäßig über die Personalentwicklung hinsicht- 
lich der Frauenförderung (insbesondere Frauen in Führungspositionen) zu 
berichten. Darüber hinaus werden sie gebeten, über ihre Maßnahmen zur 
Vereinbarkeit von Familie und Beruf (generell für Männer und Frauen) zu 
berichten.

Inhalte der Europäischen 
Charta in Stichworten 
 
 
Aktionsplan 2011 - 2013 
 
3.2 Interkulturelle Personalentwick- 
lung 
 
4. Handlungsfeld: Die Kommune 
als Auftraggeberin 
4.1 Förderung der Gleichberechti- 
gung bei Vergabeentscheidungen 
und Verträgen 
 
5. Handlungsfeld: Die Kommune 
als Dienstleisterin 
 
5.1 Keine Stereotype im Schul- und 
Bildungsbereich 
 
 
5.2 Berufswahl 
 
 
Frauenbüro: 
 
Ziel:  Erweiterung geschlechtsdifferenzierter Angebote für Jun gen im Be- 
reich Berufswahl und Lebensplanung 
 
Maßnahme:  Gemeinsam mit der AG 1 Gender werden differenzierte jun- 
genspezifische Bedarfe für Münster in den Bereichen Beruf swahl und Le- 
bensplanung formuliert und mit ersten Einschätzungen zu f inanziellen und 
personellen Ressourcen den politischen Gremien vorgestellt.  
 
(Grundlage für beide Ziele: Beschluss V/0665/2010) 
 
5.3 Politische Bildung/ Neubürge- 
rInnen 
 
5.4 Schulorganisation   
 
5.5 Gesundheit 
 
 
Gesundheitsamt: 
Ziel 1: Männergesundheit - Bestandsaufnahme und Maßnahmenentwi ck- 
lung. 
Ziel 2: Aufsuchende frühe Hilfen durch Familienhebamme:  
Hier die Betreuung der Zielgruppe alleinerziehende Frauen mit Migrations- 
vorgeschichte, Angebote spezifizieren bzw. konkretisieren. 
 
Feuerwehr/Rettungsdienst 
 
Maßnahme : Im Rahmen eines fachlichen Austauschs mit einschlägigen 
medizinischen Einrichtungen in Münster werden Aspekte gendersensibler 
Arbeit und Verfahren im Rettungsdienst zusammengetragen und erörtert. 
Aufbauend auf den Ergebnissen werden ggf. notwendige Fortbildungsbe- 
darfe entwickelt. 
 
5.6 Soziale Arbeit  
 
5.7 Kinderbetreuung 
 
 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
Ziel: Ausbau der U3 Kindertagesbetreuung auf 35 % bis 2013.
 
 
5.8 Pflege 
 
 
 
Sozialamt: 
 
Ziel:   Die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflegeaufgaben in der 
Familie verbessern. 
Maßnahme:  Frauen & Beruf (FrauenForum e.V.) beraten bereits zum 
Thema "Beruf und häusliche Pflege". Bis Ende 2011 sollen Strukturen ge- 
schaffen werden, um Kooperation zwischen den Pflegestützpunkten und 
dem Träger Frauen & Beruf zu verbessern.

Inhalte der Europäischen 
Charta in Stichworten 
 
 
Aktionsplan 2011 - 2013 
 
 
5.9 Armut 
 
 
 
Koordinierungsstelle Migration und interkulturelle Zusammenarbeit: 
 
Ziel: Umsetzung der Ziele des Migrationsleitbildes  Die Integrationskur- 
se des Bundes werden nur für dauerhaft in Münster lebende Personen fi- 
nanziert. Aber auch Menschen mit einem unsicheren Status bleiben oft 
länger in der Stadt. Auch sie sollen sich verständigen können. Dafür bietet 
die Koordinierungsstelle Sprach- und Orientierungskurse für Männer, Frau- 
en und in gemischten Gruppen an. Die Kurse werden für je 20 Teilnehme- 
rinnen und Teilnehmer angeboten. Sie dauern 3 Monaten und bestehen aus 
180 Unterrichtsstunden.  
Ressourcen: Personalkosten für die Organisation der Kurse und Sachkos- 
ten für Kursmaterial. 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien: 
 
Ziel  : Vorlage „Chancen für alle Kinder in unserer Stadt - Maßnahmenpro- 
gramm zur Bekämpfung der Kinderarmut in Münster“.
 
5.10 Menschen mit Migrationsvor- 
geschichte 
 
 
5.11 Wohnen 
 
Amt für Wohnungswesen: 
 
Ziel : Verbesserung der Wohnsituation von schwangeren Frauen und Frau- 
en, die vorübergehend in Frauenhäusern leben. 
Maßnahme : Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten werden schwange- 
re Frauen und Frauen, die vorübergehend in Frauenhäusern Unterkunft 
gefunden haben, bei der Wohnungssuche vorrangig berücksichtigt. Dies 
bezieht sich auf alle öffentlich geförderten Mietwohnungen, die noch mit 
einem städtischen Besetzungs- und Benennungsrecht versehen sind. 
 
 
5.12 Zugang zu Sport, Freizeit, 
Kultur 
 
 
Stadtarchiv: 
 
Ziel : Projekte zur wissenschaftlichen Aufbereitung der Frauen- und Ge- 
schlechtergeschichte. 
 
Stadtbücherei: 
 
Ziel: Die Stadtbücherei hat das Ziel, im Rahmen ihres Informationsauftra- 
ges in besonderem Maße die Öffentlichkeit auf Gleichstellungsthemen auf- 
merksam zu machen. 
 
Maßnahme : Die Stadtbücherei setzt in den betroffenen Sachgruppen 
(Recht, Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Psychologie) ein besonderes 
Augenmerk auf ein entsprechendes Literatur- und Informationsangebot und 
gibt im 3. Quartal 2011 eine Medienempfehlungsliste zu dem Thema her- 
aus. 
 
Stadtmuseum: 
 
Ziel:  Das Stadtmuseum wird weiterhin im Rahmen der Aufarbeitung der 
Stadtgeschichte in Ausstellungen Fragen der Frauen- und Geschlechterge- 
schichte berücksichtigen. 
 
Sportamt 
 
Ziel 1 : Stärkung und Förderung der ehrenamtlichen Tätigkeit der Mädchen 
und Frauen in den Sportvereinen, gerade auch in Führungspositionen. 
Ziel 2 : Unterstützung der Sportvereine bei speziellen Projekten und Einzel- 
veranstaltungen für Mädchen und Frauen.

Inhalte der Europäischen 
Charta in Stichworten 
 
 
Aktionsplan 2011 - 2013 
 
 
5.13 Sicherheit  
 
 
 
Amt für Grünflächen und Umweltschutz: 
 
Ziel: Systematische Beachtung und Integration von Sicherheitsbedürfnissen 
aller Nutzerinnen und Nutzer der öffentlichen Grünanla
gen der Stadt Münster 
bei Neuplanung, baulichen Veränderungen und bei der Unterhaltung aller 
Grünanlagen. 
Maßnahme: Bei Neuplanungen, baulichen Veränderungen und bei der 
Unterhaltung aller Grünanlagen werden Sicherheitsbedürfnisse der Nutzer 
ermittelt, beurteilt und bilden die Grundlage - neben den weiteren zu be- 
rücksichtigenden Kriterien - für die Arbeit. 
 
 
5.14 Geschlechterspezifische Ge- 
walt 
 
. 
 
AK Gewaltschutzgesetz, Sozialamt, Frauenbüro, Zugvogel e.V. : 
 
Ziel : Erweiterung der vorhandenen Informationen zum Thema „Gegen Ge- 
walt an Frauen“ im Internet (www.gewaltschutz-muenster.de 
) um Informati- 
onen für Frauen und Mädchen mit Behinderungen. 
 
Maßnahme 1: Ermittlung von Informationen zur barrierefreien Zugänglich- 
keit der Beratungsstellen im Rahmen von KOMM Münster und Ergänzung 
der Infos auf der Internetseite zum Gewaltschutzgesetz um diesen Aspekt.  
 
Maßnahme 2: Prüfung, um welche Informationen die Internetseite für Frau- 
en mit Behinderungen ergänzt werden sollte und Bereitstellung dieser In- 
formationen auf der Internetseite. 
 
Maßnahme 3 : Gezielte Weiterleitung der Informationen zum Thema „Ge- 
walt gegen Frauen“ an Organisationen von Menschen mit Behinderungen 
sowie Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe in Münster. 
 
5.15 Menschenhandel  
 
6. Handlungsfeld : Planung und 
nachhaltige Entwicklung 
6.1 Stadt- und Wirtschaftsentwick- 
lung / Nachhaltigkeit  

Alle Ämter des Dezernat III Planung, Bau und Marketing  
 
Ziel : Revision und ggf. Überarbeitung des Leitfadens frauenspezifische 
Belange in der Stadtplanung. 
 
6.2 Mobilität  
6.3 Arbeitsmarkt  
6.4 Umwelt  
 
6.5 Städtepartnerschaften 
Städtepartnerschaften und europä- 
ische wie internationalen Koopera- 
tionen 
 
Amt des Rates und des Oberbürgermeisters: 
 
Maßnahme 1 : Erhebung zum Thema Gleichstellung/zur Gleichstellungsar-
beit in den Partnerstädten. 
Maßnahme 2: Fachaustausch zwischen den Partnerstädten Münsters zum 
Thema „Gleichstellung“. 
Maßnahme 3: Förderung von Praktika unter diesem Gesichtspunkt in den 
Partnerstädten. 
Maßnahme 4: Klärung der Frage, ob es EU-Projekte zu diesem Thema gab 
bzw. aktuell gibt oder im Aktionszeitraum geben wird. 
 
Ressourcen: Für Maßnahme 2: Sachkosten für die Durchführung; eine 
Umsetzung aus dem laufenden Budget führt dazu, dass andere Maßnah- 
men auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften nicht durchgeführt/gefördert 
werden können. Die anderen Maßnahmen werden durch eine Priorisierung 
im Rahmen der laufenden Arbeit berücksichtigt.

Beschlussvorlage

8458 Zeichen

V/0378/2011 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Frauenbüro 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Europäische Charta für die Gleichstellung von Männern und Frauen - Aktionsplan 2011 - 2013 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
14.06.2011 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 
13.07.2011 Hauptausschuss Vorberatung 
13.07.2011 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
1. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass zur Verwirklichung der Gleichstellung in Münster 
- bereits seit mehr als 20 Jahren zahlreiche Konzepte und Maßnahmen er-
folgreich umgesetzt werden, 
- eine Vielzahl der in den Handlungsfeldern der „Europäischen Charta“ an-
gesprochenen Aufgaben Bestandteil städtischer Angebote sind (siehe Be-
standsaufnahme www.muenster.de/stadt/frauenbuero
 und „Fachliche 
Rückmeldungen zu den Ergebnissen der „Denkfabrik Chancengleichheit in 
Münster“(Anlage 2). 
2. Der Aktionsplan 2011 bis 2013 zur Umsetzung der „Europäischen Charta für die Gleichstel-
lung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ in Münster wird beschlossen (Anlage 1). 
3. Die Verwaltung wird beauftragt, die darin festgelegten Ziele und Maßnahmen im Zeitraum 
bis 2013 zu realisieren. 
4. Die Verwaltung wird beauftragt, nach Ablauf des Zeitraums einen Abschlussbericht vorzu-
legen, der gleichzeitig Maßnahmevorschläge für die Fortschreibung des Aktionsplans ent-
hält. 
5. Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) wird über die Beschlussfassung in 
Kenntnis gesetzt. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen 
 
Entspreche
nd der durch die notwendige Haushaltskonsolidierung gesetzten finanziellen Vorgaben 
sind die Maßnahmen und Ziele des Aktionsplans  weitestgehend im Rahmen der vorhandenen 
Personal- und Finanzressourcen umsetzbar. Zusätzliche Mittel werden nicht bereitgestellt. 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0378/2011 
Auskunft erteilt: 
Frau Arndts-Haupt 
Ruf: 
492 17 00 
E-Mail: 
ArndtsHM@stadt-muenster.de  
Datum: 
24.05.2011 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0378/2011 
Begründung: 
Mit der Unterzeichnung der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Mann und Frau auf 
lokaler Ebene hatte sich die Stadt Münster am 24. Juni 2009 mit einstimmigen Ratsbeschluss 
verpflichtet, innerhalb eines Zweijahreszeitraums einen Gleichstellungs-Aktionsplan aufzustel-
len. Der Aktionsplan sollte Ziele und Prioritäten für die geplanten Maßnahmen und die notwen-
digen Ressourcen festlegen. Zur Erarbeitung des Ak tionsplans sollte „eine Vielzahl von Mei-
nungen“ eingeholt und der Aktionsplan dann selbst öffentlich gemacht werden.  
Verfahren 
 
Die Stadt Münster verfügt seit
 mehr als zwanzig Jahren über zahlreiche Konzepte, Beschlüsse 
und Verfahren zur Verwirklichung der Chancengleichheit. Der Gleichstellungsaktionsplan für 
Münster wurde deshalb unter federführender Organisation des Frauenbüros mit folgenden Ver-
fahrensschritten vorbereitet: 
 
1. Einrichtung eines Charta-Beirats mit je einem Vertreter und einer Vertreterin der fünf 
Dezernate und des Dezernats Oberbürgermeister. Die Mitglieder des Beirats 
ƒ koordinierten die Zusammenarbeit mit den Ämtern ihrer Dezernate, 
ƒ entwickelten das Logo für den Charta-Prozess: Münster Fair - Für Frauen 
und Männer, Ausgewogen, Innovativ, Richtig. 
ƒ bereiteten die zentrale Veranstaltung zur Beteiligung der Politik und der 
Fachöffentlichkeit konzeptionell und organisatorisch vor und arbeiteten an 
der Durchführung mit. 
 
2. Auf der Grundlage der in der Europäischen Charta für die Gleichstellung als relevant 
beschrieben Handlungsfelder (1. Die politische Rolle der Kommune, 2. Allgemeiner 
Rahmen für die Gleichstellung, 3. Die Kommune als Arbeitgeberin, 4. Die Kommune 
als Auftraggeberin, 5. Die Kommune als Dienstleisterin, 6. Planung und nachhaltige 
Entwicklung) erstellte die Verwaltung eine Bestandsaufnahme der für die jeweiligen 
Bereiche bereits vorhandene Angebote, Maßnahmen und Konzepte sowie der da-
zugehörigen Beschlüsse und rechtlichen Grundlagen. Die Bestandsaufnahme wur-
de im Internet veröffentlicht.  
 
3. Die Dezernate und Ämter erarbeiteten Ziele für den Aktionszeitraum 2011 bis 2013.  
 
4. Das notwendige Beteiligungsverfahren wurde im Rahmen der Veranstaltung „Denk-
fabrik Chancengleichheit Münster“ am 26. Januar 2011, an der über 100 Vertrete-
rinnen und Vertreter aus Politik, Fachöffentlichkeit und Verwaltung teilnahmen, rea-
lisiert. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden die Bestandsaufnahme und die Zie-
le der Verwaltung vorgestellt und diskutiert und eine Fülle von weiteren Hinweisen 
und Anregungen zur Chancengleichheit in Münster zusammengetragen. Die Veran-
staltung wurde dokumentiert, den Ämtern zur Verfügung gestellt und ebenfalls im In-
ternet veröffentlicht.  
 
5.  Die Hinweise und Anregungen aus der Veranstaltung wurden aus fachlicher Sicht in 
den zuständigen Ämtern unter folgender Maßgabe geprüft: 
 
ob  
ƒ entsprechende Maßnahmen oder Ansätze bereits vorhanden sind;  
ƒ eine Umsetzung innerhalb der nächsten zwei Jahre möglich ist (ggf. Auf-
nahme in den Aktionsplan);

- 3 - 
V/0378/2011 
ƒ die Vorschläge/ Anregungen aus fachlichen oder finanziellen Gründen nicht 
umgesetzt werden können oder sollen;  
ƒ oder eher perspektivisch angelegt sind.  
 
Die fachlichen Rückmeldungen haben ergeben, dass  
 
ƒ eine Vielzahl der angeregten Maßnahmen bereits Bestandteil städtischer 
Angebote oder anderer Träger in der Stadt ist, 
ƒ einzelne Vorschläge für den Zielkatalog verwendet werden können, 
ƒ einiges aus fachlichen oder finanziellen Gründen nicht angezeigt oder nicht 
realisierbar ist. 
 
Eine tabellarische Übersicht auf der Grundlage der Ergebnisdokumentation der Ver-
anstaltung ist beigefügt (Anlage 2). 
 
6. Begleitet wurde der Prozess zusätzlich  
 
ƒ von der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe „Charta“ des Ausschuss für 
Gleichstellung. Die Arbeitsgruppe befasste sich schwerpunktmäßig mit 
Handlungsfeld 1 Politische Rolle der Kommune, Handlungsfeld 3 Kommune 
als Arbeitgeberin und Handlungsfeld 5 Kommune als Dienstleisterin. Zu 
Handlungsfeld 1 wurden Ziele zur Verbesserung der Partizipation von Frau-
en erarbeitet und in den Aktionsplan eingebracht. Im Handlungsfeld 3 wurde 
im Zusammenhang mit den bereits vorliegenden Arbeitsaufträgen aus dem 
Frauenförderplan 2010 bis 2012 gemeinsam mit der Verwaltung eine Infor-
mationsveranstaltung zum Thema Entgeltgleichheit/ Entgeltcheck durchge-
führt. Zum Handlungsfeld 5 wurde ein Grundlagengespräch zum Thema 
Mädchen und Frauen im Sport mit dem Stadtsportbund geführt.  
 
ƒ von einer Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft Münsterscher Frauenor-
ganisationen, die sich u.a mit den Themen häusliche Gewalt, Migrantinnen 
und Geschlechterstereotype befasste und entsprechende Vorschläge in die 
„Denkfabrik“ einbrachte. 
 
7. Ergebnis des mehrfachen Konsultationsprozesses ist der Aktionsplan 2011 – 2013 
der Stadt Münster, mit dem mehr als dreißig Maßnahmen und Ziele realisiert wer-
den sollen (Anlage 1). 
 
Demographierelevanz und Inklusion 
 
Die Erarbeitung des Gle
ichstellungsaktionsplans trägt darüber hinaus zur Realisierung der Zie-
le bei, wie sie im „Handlungskonzept demographischer Wandel“ beschrieben sind. Insbesonde-
re hat der Aktionsplan Bedeutung für  
 
ƒ Einwohner/innen und öffentliche Infrastruktur,  
ƒ die familien- und generationengerechte Stadtentwicklung,  
ƒ die gesellschaftliche Balance und Integration,  
ƒ die Stärkung des Profils „Gesundheitsstadt“,  
ƒ die Förderung geschlechtersensibler Verfahren, Konzepte und Maßnahmen 
sowie 
ƒ die Kommunikation und Kooperation in der Stadtgesellschaft.

- 4 - 
V/0378/2011 
Im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans sind die Dezernate und Ämter aufgefordert, bei 
den jeweils dafür in Frage kommenden Zielen und Maßnahmen die Rahmenbedingungen für 
inklusive Verfahren und Ergebnisse zu beachten. 
 
Ausblick 
 
Das Frauenbüro wird die Umsetzung des Aktionspla
ns begleiten und zu den (Zwi-
schen)Ergebnissen (ggf. auch unterjährig) im Ausschuss für Gleichstellung Bericht erstatten. 
 
Nach Ablauf des vorgegeben Zeitraums wird eine Berichtsvorlage erstellt, die gleichzeitig ein 
Verfahren für eine Fortschreibung vorsieht. 
  
Alle Dokumentationen sind im Internet unter www.muenster.de/stadt/frauenbuero
 veröffentlicht. 
 
 
 
 
 
Markus Lewe 
Oberbürgermeister 
 
 
Anlagen: 
 
Anlage 1 Europäische Charta für die Gleichstellung von Männern und Frauen auf lokaler Ebene – 
Aktionsplan 2011 – 2013 
 
Anlage 2 Fachliche Rückmeldungen zu den Ergebnissen der „Denkfabrik Chancengleichheit in 
Münster“

Beratungsverlauf (3)

14.06.2011 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 13 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt

Zur Sitzung
19.10.2011 Hauptausschuss
TOP 8.1 Vorberatung
Zur Sitzung
19.10.2011 Rat
TOP 12.1 Entscheidung
Zur Sitzung

Orte (4)

  • Sprickmannstraße
  • Bröderichweg
  • Brüningheide
  • Kinderhaus

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0378/2011
Typ
Vorlagen
Datum
07.06.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37