2926/2021
Sachstand zur Umsetzung des Beschlusses zur Einrichtung eines Runden Tisches Pflege
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/503/1 AN/0233/2020 Vorlagen-Nummer 19.08.2021 2926/2021 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 26.08.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender 24.09.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 20.09.2021 Integrationsrat 28.09.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 08.10.2021 Sachstand zur Umsetzung des Beschlusses zur Einrichtung eines Runden Tisches Pflege Die Fraktionen Bündnis 90/ Die Grünen, CDU und Volt bitten mit der Anfrage AN/0734/2021 vom 13.04.2021 um einen Sachstandsbericht zur Einrichtung eines Rundes Tisches Pflege sowie um Prü- fung der Möglichkeit der Einrichtung eines Kompetenzzentrums bei der Arbeitsagentur Köln für die Integration internationaler Pflegekräfte in der Region Köln. Es wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten: 1. Welche Schritte wurden zur Umsetzung des Auftrags bereits unternommen und wie ist das weite- re Vorgehen geplant? 2. Welche Akteur*innen wurden konkret angesprochen und wie war ihre Reaktion auf den Vorstoß, insbesondere ihre Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung? Die Verwaltung beantwortet die Fragen wie folgt: Zu 1: Mit Beschluss des Rates der Stadt Köln vom 09.07.2019 wurde die Verwaltung u.a. beauftragt zu prüfen, wie die Fachkräftegewinnung durch die Bereitstellung weicher Standortfaktoren wirksam un- terstützt werden kann (z.B. bezahlbaren Wohnraum durch Werkswohnungen und Wohnheime für Auszubildende und Absolventen des freiwilligen sozialen Jahres oder des Bundesfreiwilligendiens- tes). Die Stadtverwaltung hat im Rahmen des Projekts „Zukunft der Pflege“ den Auftrag der Politik, einen Runden Tisch Pflege einzurichten, aufgegriffen und in einem ersten Schritt in der Projektgruppe „Fachkräftesicherung“ seitens der Arbeitsmarktförderung in Kooperation mit dem Lernenden Regio- nen e.V. zentrale Akteure in einem „Sprint“ zusammengebracht. In einer ersten Kick-Off- 2 Veranstaltung am 17.02.2021 wurden seitens dieser folgende drei Schwerpunktthemen zur Fachkräf- tesicherung identifiziert: (1) Mitarbeitendenbindung, (2) Ausbildung, (3) internationale Fachkräfte. Mit- tels je zwei weiteren Workshops werden aktuell Handlungsoptionen erarbeitet. Mit Blick auf die Integration internationaler Pflegekräfte hat der erste Workshop am 06.05.2021 statt- gefunden. Im August wird noch ein weiterer Termin erfolgen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende November vorliegen. Die Verwaltung wird hierüber berichten. Weitere Aktivitäten der Stadtverwaltung zur Integration internationaler Pflegekräfte wurden parallel seitens des Projektes aufgegriffen bzw. stadtweit zusammengetragen. Dies sind: Die Bundesagentur für Arbeit organisiert die Integration internationaler Fachkräfte aus dem Ausland über die Zentrale Auslandsvermittlung (ZAV) als Kompetenzzentrum, das einerseits eng mit interessierten kommunalen Anbieter*innen zusammenarbeitet, andererseits auch den wichtigen internationalen Austausch insbesondere mit dem Bundesministerium für wirtschaftli- che Zusammenarbeit (BMZ) pflegt. Das Kompetenzzentrum der BA hat sich bereits 2019 den Trägern der Kölner Altenpflege im Rahmen einer Liga-Sitzung vorgestellt und zielführende Wege zur internationalen Fachkräftegewinnung mit der ZAV vorgestellt. Die weitere Integration internationaler Fachkräfte (z.B. Menschen mit Fluchthintergrund) wird von der BA bereits intensiv im Regelsystem im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten auch in Kooperation mit dem Integrationsamt betrieben. Eine Nachfrage bei der ZAV hat ergeben, dass Kommunen, die besonders intensiv mit der ZAV zusammenarbeiten, dies regelmäßig über die Kliniken vor Ort organisieren, die den Auf- wand und das Risiko einer Auslandsvermittlung (z.B. Abbruch nach zeit- und kostenintensiver Akquise) besser aufzufangen scheinen. Seit 2014 versuchen die Kliniken der Stadt Köln, internationale Pflegekräfte zu gewinnen, seit 2019 in einem strukturierteren Verfahren. Es handelt sich hier um einen „ganzheitlichen“ Integ- rationsprozess durch Sprachkurse, fachliche Qualifizierung, interkulturelle Kompetenz und In- tegration. Eine rein fachliche Qualifizierung, wie sie von einigen Pflegeschulen angeboten wird, reicht für eine nachhaltige und langfristige Integration der internationalen Pflegekräfte nicht aus. Es ist ein hoher personeller Aufwand sowohl für die Administration, fachliche Quali- fizierung und praktische Anleitung als auch Integration für eine gelingende Integration der Pflegekräfte notwendig. Gemeinsam mit den Kliniken der Stadt Köln wurde eine Projektidee für ein „Kölner Modell zur Integration internationaler Pflegekräfte“ entwickelt, die sich zurzeit in der Abstimmung befindet. Die Verwaltung wird dem Ausschuss in einer der nächsten Sitzun- gen gerne den aktuellen Sachstand mitteilen. Ein Best-Practice-Beispiel zur modularen Qualifizierung im sozial-pflegerischen Bereich ist das Angebot des Jobcenter Köln „Quali Care“. Nachfolgend sind die wichtigsten Projektinformatio- nen zusammengefasst: Projektidee o Heranführung der Kund*innen an das Thema Pflege über einen nie- derschwelligen Einstieg o Start eines Pilotprojektes in 2019 mit einem Vollzeit-(4 M onate) und Teilzeitkurse (8 M onate) mit jeweils 25 Teilnehmer*innen o Abschluss als Alltagsbegleitung, Betreuungskraft oder Pflegeassis- tenz mit Trägerzertifikat Zielgruppe o Leistungsbezieher*innen ohne (verwertbaren) Berufsabschluss o mit einer Grundmotivation in einem sozial(pflegerischen) Beruf tätig zu werden o und einem Sprachniveau von mindestens B1 o Laut Rückmeldung des Trägers haben 81% der Teilnehmer*innen einen M igrationshintergrund. 3 Projektablauf Feststellungsphase o berufliche Orientierung o Abklärung der M otivation der Teilnehmer*innen o individuelle Potentialanalyse sowie die Eignungsfeststellung o betriebliche Erprobung (mind. eine Woche) in einer (oder mehreren) ambulanten vollstationären oder teilstationären Pflegeeinrichtung Förderphase o Qualifizierung in den Bereichen Alltagsbegleitung, Betreuungskraft oder Pflegeassistent/-in o vertiefende betriebliche Erprobung o Bewerbungstraining o Qualifizierungsberatung für die weitere berufliche Schritte Die Teilnehmer*innen werden in beiden Phasen sozialpädagogisch be- gleitet. Erfolgsfaktoren o Heranführung und Erprobung im sozialpflegerischen Bereich im Vor- feld der Qualifizierung o Überschaubare Dauer der Qualifizierung o Hohe M otivation der Teilnehmer*innen o Enge Anbindung an den Träger o geringe Abbrüche o Hohe Praxisanteile und Anbindung an potentielle Arbeitgeber*innen o Hohe Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes Das Angebot „QualiCare“ ist damit überaus erfolgreich gewesen. Es wurde die Option für ein weiteres Kalenderjahr gezogen: Im Februar 2021 startete ein weiterer Vollzeit- und am 14.06.2021 ein Teilzeitkurs. Der Bildungsträger IN VIA Köln e.V. hat einen Antrag zur Förderung des Projektes „Erfolgreich für die Pflege qualifizieren“ an das MAGS NRW bereits gestellt. Auszubildende in der Pflege – sei es als Pflegehelfer*in bzw. in der Pflegeassistenz oder als Pflegefachmann/-frau – erhalten entsprechend ihres individuellen Bedarfs ein umfassendes Unterstützungsangebot. „Erfolg- reich für die Pflege qualifizieren“ ist ein wichtiger Baustein, um die Fachkräftegewinnung und - sicherung in der Pflege voranzutreiben. Es trägt dazu bei, die Ziele des Kölner Projekts „Zu- kunft der Pflege“ umzusetzen, nämlich die Ausbildung und Qualifizierung zu stärken, die Zahl der Auszubildenden und Ausbilder*innen zu optimieren sowie Ausbildungsabbrüche zu ver- hindern. Das zweite Projekt, „Mehr Pflegefachassistent*innen für Köln“ setzt im Vorfeld an. „Durch ge- zielte Akquise in Kölner Schulen inklusive Kompetenz- und Potentialanalyse sowie durch Jobcoaching sollen geeignete Auszubildende für die Pflegefachassistenz gewonnen werden.“ Bei erfolgreicher Akquise ist dann auch eine weitere Unterstützung in der Ausbildung geplant. Zu diesem Projekt läuft der Unterstützungsantrag bei der Johann-Heinrich-Claren Stiftung. Zu 2: Im Rahmen der Projektgruppe „Fachkräftesicherung“ in Kooperation mit dem Lernenden Regionen e.V. wurden neben Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung Vertreter*innen aus folgenden Institutionen am Kick-off-Workshop am 17.02.2021 sowie in den weiteren Terminen der Unterarbeitsgruppen aktiv beteiligt: 4 Zentralstelle Fachkräfteeinwanderung Nordrhein-Westfalen in Bonn, Leitung Sozial-Betriebe Köln gGmbH, Geschäftsführung Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH Leiterin der Pflegeschule Louise von Marillac Deutschordens-Altenzentren Konrad Adenauer gGmbH, Geschäftsführung Jobcenter Köln, Geschäftsführung Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Köln LVR Klinik Köln, Integrationsbeauftragter Bundesinstitut für Berufsbildung Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. IN VIA Köln BFS Service GmbH, Kompetenzzentrum Sozialwirtschaft Caritasverband für die Stadt Köln e.V., Fachbereich Pflege Kliniken der Stadt Köln Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. Die Resonanz war sehr positiv, weil alle Teilnehmer*innen den hohen Handlungsdruck und die damit verbundene Notwendigkeit sehen, in einer Verantwortungsgemeinschaft von Verwaltung und Instituti- onen der Stadtgesellschaft zusammenzuarbeiten. Die Mitwirkung war sehr aktiv und es wurde eine hohe Expertise durch die Teilnehmer*innen eingebracht. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2926/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 23.08.2021
- Erstellt
- 17.08.2021 08:06