A-R/0062/2018
Ein Signal für eine humanitäre Geflüchtetenpolitik – Solidarität mit den europäischen Nachbarn: Münster nimmt 100 aus Seenot gerettete Geflüchtete freiwillig auf
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a-r-0062-2018-Freiwillige Aufnahme von Geflüchteten
4020 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0062/2018
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Ein Signal für eine humanitäre Geflüchteten-
politik – Solidarität mit den europäischen
Nachbarn: Münster nimmt 100 aus Seenot
gerettete Geflüchtete freiwillig auf
Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Der Rat der Stadt Münster begrüßt die Erklärung mehrerer n ordrhein-westfälischer Oberbür-
germeister*innen und des Rates der Stadt Osnabrück, in kommunaler Verantwortung freiwillig
Geflüchtete aufzunehmen, die aus Seenot im Mittelme er gerettet wurden. Der Rat der Stadt
Münster erklärt die Bereitschaft Münsters, ebenfalls in einer einmaligen Maßnahme bis zu 100
Geflüchtete freiwillig und zusätzlich aufzunehmen, d ie im Rahmen humanitärer Einsätze aus
Seenot im Mittelmeer gerettet wurden.
Der Rat beauftragt den Oberbürgermeister, die hierzu notw endigen Vorbereitungen zu treffen
und entsprechende Erklärungen gegenüber Bund und Land abzugeben. Der Rat geht dabei da-
von aus, dass für die Unterbringung der Geflüchteten vo rhandene Kapazitäten genutzt werden
können, die entweder frei sind oder die ansonsten ges chlossen oder wegfallen würden. Die
Verwaltung wird beauftragt, zu den Haushaltsberatungen über Veränderungsblätter diejenigen
Mittel in den Haushalt einzustellen, die sich aus d em Betrieb der Unterkünfte, für die Betreuung
der Geflüchteten und für deren Unterstützung ergeben. Da bei werden diejenigen Standards
zugrunde gelegt, die für die Unterbringung von Geflücht eten in kommunalen Unterkünften gel-
ten.
Begründung:
Im Sommer 2018 hat sich – nicht zuletzt durch das Handeln der neuen italienischen Regierung –
die humanitäre Krise im Mittelmeer weiter zugespitzt. Auf diese Lage haben mehrere nordrhein-
westfälische Oberbürgermeister*innen, aber auch der Rat unserer Nachbarstadt Osnabrück rea-
giert, indem sich die Städte bereit erklärt haben, freiw illig und zusätzlich Geflüchtete aufzuneh-
men, die aus Seenot im Mittelmeer gerettet wurden.
Dieses Signal ist in mehrfacher Hinsicht wichtig – e s dient der Unterstützung der Seenotrettung
11. September 2018
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und die Zusage zur Aufnahme Geretteter ermöglicht auch unter den schwierigen politischen
Bedingungen, die Geflüchteten an Land zu bringen und auf andere EU-Staaten zu verteilen. Die
Bereitschaft der Kommunen ist insofern ein aktives und wirksames Signal für eine an den Werten
der Menschenwürde und der Humanität orientierte Geflücht etenpolitik, die eine Katastrophe im
Mittelmeer mit zahllosen Toten aktiv verhindern helfe n kann. Dieses Signal richtet sich zugleich
an die zahlreichen Helfer*innen und Organisationen, di e mit hohem Einsatz eine humanitäre
Katastrophe im Mittelmeer abzuwenden suchen. Zugleich ist es auch ein Signal an die europäi-
schen Partnerländer – europäische Solidarität zeigt sich auch kommunal und vor Ort: Die Anrai-
nerstaaten dürfen mit der Krise im Mittelmeer nicht alleingelassen werden.
Münster hat als Friedensstadt eine besondere Verantwortu ng, und unsere Stadt sollte in Ge-
meinsamkeit und Solidarität mit den Nachbarstädten, u . a. der Friedensstadt Osnabrück, aber
auch mit den anderen nordrhein-westfälischen Städten h andeln. Die Möglichkeiten dazu beste-
hen – es gibt derzeit freie Kapazitäten zur Unterbring ung von Geflüchteten in unserer Stadt.
Diese Möglichkeiten sollten für ein humanitäres Signal genutzt werden.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Doris Feldmann
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäger
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyf ferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Ol berg
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0062/2018
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 11.09.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37