RAT/311/2025
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE: Finanzierung des kommunalen Wohnungsbaus
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Anfrage
3983 Zeichen
RAT/311/2025
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 30.09.2025
An den
Oberbürgermeister
Herrn Dr. Stephan Keller
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des Rates
am 09.10.2025
Betrifft:
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE: Finanzierung des kommunalen
Wohnungsbaus
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Rates am 9. Oktober 2025 stellt Die Linke Ratsfraktion
Düsseldorf folgende Anfrage:
Mit der Verwaltungsvorlage AWM/025/2025 liegen Änderungen zum
Impulsprogramm zur Förderung des Neubaus von Mietwohnungen zum
Beschluss vor. Diese sollen der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft SWD und
der IDR ermöglichen, auch auf Grundstücken, welche die Stadt in das Vermögen
der SWD einlegt, eine städtische Wohnungsbauförderung im Rahmen der
“Impulsförderprogramme” in Anspruch zu nehmen.
Die Notwendigkeit der Änderung wird in der Sachdarstellung damit begründet,
dass aktuelle Mietwohnungsbauprojekten von SWD und IDR “aufgrund fehlender
Wirtschaftlichkeit schwer zu realisieren sind”.
Für die “fehlende Wirtschaftlichkeit” werden u.a. die wohnungspolitischen Ziele
der Stadt (Mietpreisdeckelung und Quoten für Geförderten Wohnungsbau des
Düsseldorfer Baulandmodells) mitverantwortlich gemacht. Als Beispiele werden
die Deckelung bei Projekten an der Elisabethstraße/ Bachstraße sowie auf der
Meineckestraße genannt; mit 12,50 – 13,50 Euro Quadratmetermiete.
Die Sachdarstellung spricht von einem “Missverhältnis zwischen Objektaufwand
und -ertrag" bei diesen Projekten. Weiterhin trügen gestiegene Bau- und
Finanzierungskosten über Fremdkredite dazu bei, dass diese Projekte
unwirtschaftlich seien. Bei fehlendem Nachweis der Wirtschaftlichkeit sei auch
die Landesförderung gefährdet (§ 9 Absatz 1 Nr. 2 WFNG NRW) und damit die
Projektrealisierung insgesamt.
Seite 2
Zum Verwaltungsvorschlag, die Finanzierungslücken von SWD/IDR-Bauprojekten
durch eine Förderung im Rahmen der Impulsprogramme zu beheben, hat Die
Linke Fragen.
Die „Impulsförderung“ sieht städtische Fördermittel für Wohnungsbau mit
Startmieten von bis zu 12 Euro pro Quadratmeter vor. Das 2023 beendete
Konzept des „preisgedämpften“ Wohnungsbaus sah Höchstmieten von 9,80 Euro
pro Quadratmeter vor. Diese 9,80 Euro kritisierte der Düsseldorfer Mieterverein
als „nicht bezahlbar“ bzw. als bezahlbar nur für die einkommensstärksten zwei
Fünftel der Düsseldorfer Haushalte.1
Im Düsseldorfer Baulandmodell war der „preisgedämpfte“ Wohnungsbau
folgerichtig nicht mehr Bestandteil; das Konzept sieht auf städtischen
Grundstücken „hundert Prozent bezahlbaren Wohnraum“ vor.
Die Linke will Auskunft, wie der zusätzliche Mittelbedarf der angesprochenen
(und von ähnlich gelagerten) Bauprojekte gedeckt werden könnte, ohne die
geltende Quotierung des Düsseldorfer Baulandmodells zu verändern. Um die
Finanzierbarkeit einschätzen zu können, fragen wir auch an, wie groß der
zusätzliche Mittelbedarf bei den angesprochenen und ähnlich gelagerten
Bauprojekten ist.
Die Linke Ratsfraktion fragt an:
1. Welche Bauprojekte von SWD und IDR neben den genannten
(Elisabethstraße/ Bachstraße, Meineckestraße) sind wegen
“fehlender Wirtschaftlichkeit” gefährdet?
2. Wie groß sind die Kreditbedarfe bei Bauprojekten der SWD und
IDR deren Realisierung durch “fehlende Wirtschaftlichkeit”
gefährdet ist? (Bitte einzeln auflisten.)
3. Wie bewertet die Stadtverwaltung die Möglichkeiten der Stadt
Düsseldorf, die Finanzierungslücken von SWD-Bauprojekten
anders als durch das Impulsförderprogramm, also z.B. durch
Zuwendungen, Sicherheiten oder Kreditaufnahme durch die
Holding der LHD, zu beheben?
Mit freundlichen Grüßen
Julia Marmulla Anja Vorspel
f.d.R. Sönke Voigt
1 https://www.mieterverein-
duesseldorf.de/fileadmin/user_upload/redaktion/Mieterzeitung/1706_MZ_Duesseldor
f.pdf
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- RAT/311/2025
- Typ
- Anfrage Die Linke
- Datum
- 30.09.2025
- Erstellt
- 30.09.2025 08:38