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A-R/0020/2019

ÖPNV-Tarife digitalisieren

Antrag an den Rat 26.03.2019

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a-r-0020-2019-ÖPNV-Tarife digitalisieren

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a-r-0020-2019-ÖPNV-Tarife digitalisieren

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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0020/2019 
 
          
Münster, den 26.03.2019 
 
Ratsantrag der Ratsgruppe Piraten/ÖDP 
ÖPNV-Tarife digitalisieren: 
Der Rat der Stadt Münster bekräftigt das Ziel die Nutzung der ÖPNV in Münster durch  
Vereinfachung der Tarifstruktur attraktiver zu gestalten und beschließt daher, die 
Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Münster GmbH zu beauftragen, folgende 
Maßnahmen zur mittelfristigen Umsetzung auf die Agenda zu setzen: 
 
1. Die Stadtwerke Münster bieten in naher Zukunft nur noch genau einen Tarif  zur 
Nutzung des ÖPNV in Münster an. 
2.1 Die Nutzung des ÖPNV sei ausschließlich mit einem gültigen eTicket 
(PlusCard/Smartphone) möglich.  
 
2.2 Ein eTicket soll mit einer Startaufladung auch kurzfristig, bei Fahrtantritt, erworben 
werden können. 
3. Prinzipiell seien eTickets anonym („prepaid“) und sowohl in Bar, per Banküberweisung 
oder Lastschriftverfahren „aufladbar“ sein. 
4. Rabatte und ggf. saisonale Angebote realisiert das eTicket-System nachträglich und 
eigenständig zu Gunsten des Nutzers. 
5. Die Möglichkeit das eTicket der Stadtwerke Münster zum Bezahlen anderweitiger 
Dienste zu nutzen wird weiter ausgebaut. 
Begründung 
 
Zum Titel: 
Ein Wesenszug der Digitalisierung ist die Vereinfachung  – und zwar aus Sicht der Nutzer! 
 
Hintergründiges Ziel der vorgeschlagenen Vereinfachung ist, dass möglichst jeder  
Einwohner und regelmäßiger Besucher unserer Stadt Besitzer eines gültigen Bustickets  
wird. 
 
Es geht in diesem Antrag also darum, dass der potentielle ÖPNV-Nutzer sich mit mehr 
oder weniger komplizierten  Tarifregeln gar nicht erst beschäftigen  muss. Diese 
Aufgabe wird ihm von dazu geeigneten digitalen Lösungen in Gänze abgenommen.

Zu 1) 
Theoretisch ist unsere Forderung mit dem aktuellen eTicket, der PlusCard, bereits erfüllt, 
praktisch jedoch hat diese noch einige Mängel, die es zu beseitigen gilt. Die Recherche, 
welches Preismodell oder Abonnement den potentiellen Nutzer am günstigsten kommt 
oder kommen wird, gehört dazu:  
 
Denn „ Einfach “ ist auch hier für sich schon ein Mehrwert ! 
 
 
Zu 2) 
Wir halten es nach wie vor für eine Zumutung, dass Busfahrer nicht nur einzelne 
Fahrkarten verkaufen, sondern nicht selten dazu noch eine Preisberatung liefern sollen. 
Das Ganze selbstverständlich freundlich und geduldig, als wäre der Job nicht auch so 
schon stressig genug. Der Pünktlichkeit und Sicherheit  der Fahrgäste ist dieses 
Prozedere sicherlich nicht dienlich ! 
 
Mit einem sinnvollen Startbetrag aufgeladene eTickets zu verkaufen vereinfacht die 
Angelegenheit, eine Tarifberatung entfällt nach 1) ersatzlos.  
 
Es ist zu erwarten, dass auch die im Bus erworbenen eTickets dauerhaft verwendet 
werden, was die Anzahl der Verkäufe schlussendlich minimiert. 
Zu 3) 
Das von den Stadtwerken verwendete eTicket System ist dazu - nach unserem 
Kenntnisstand - bereits in der Lage. Der Abschluss eines Vertrags vorab, mit 
entsprechendem Aufwand für beide Vertragspartner, ist also bereits heute obsolet. 
Dieses Verfahren wäre selbst für den typischen Aluhutträger akzeptabel: Der 
Systemanbieter gewährleistet so einen hohen Grad beim Schutz der anfallenden 
Bewegungsdaten. 
Zu 4) 
Hier möchten wir dringend darauf hinweisen, dass das Fahrrad in Münster  
Verkehrsmittel Nr. 1  ist und auch bleiben soll. Für die Einführung sollten dennoch 
folgende Rabatte und Angebote systemintern realisiert werden: 
a) Deckelung der Summen 
Vielfahrer, für welche aktuell noch ein Abo die beste Wahl ist, sollten auch weiterhin nicht 
mehr bezahlen. Das Abrechnungssystem ist in der Lage eine maximale Summe für 
Nutzungszeiträume zu beachten. 
b) Rabatt für Kinder 
Dass aktuelle Modell halten wir für komplett kontraproduktiv:  
Glückliche „GoCard-Kinder“ fahren auch in der Freizeit bevorzugt mit Bus, alle anderen 
müssen ihre Eltern bitten die hohen Fahrpreise (22€/Monat/Kind) zu bezahlen. 
Für kinderreiche Familien ist das nicht leistbar!  
Lösungsvorschlag:  
Kinder und Jugendliche sollten einen Preis zahlen, der auf Taschengeld Niveau  liegt. 
Der städtische Zuschuss für Fahrschüler wäre dann ggf. überflüssig bzw. könnte 
automatisiert als Pauschale auf das Ticket geladen werden.

c) Soziale Rabatte  
Der Karteninhaber meldet seine Berechtigung online oder in einer Niederlassung der 
Stadtwerke an, das Abrechnungssystem kümmert sich um den Rest. 
d) Mitfahrer 
Eltern sollten ihre Kinder grundsätzlich unbürokratisch, also ohne Ticket und Buchung, 
kostenfrei mitführen dürfen. 
Die Möglichkeit sonstige Fahrgäste unentgeltlich  mitzunehmen (MünsterAbo, 8Uhr, 
JobTicket) halten wir für kontraproduktiv, da sie der Verbreitung des eTickets eher im 
Wege steht als unterstützt. Falls technisch machbar sollte es aber die Möglichkeit geben, 
Gäste auf ein eTicket zu buchen. 
Fazit: 
Mit einer wie hier vorgeschlagene Digitalisierung des Tarifsystems erhalten wir die 
notwendige Flexibilität dieses zukünftig gleichermaßen  sozial- wie klimagerecht zu 
gestalten. 
Gez. 
Johannes Schmanck 
Franz Pohlmann

Beratungsverlauf (1)

03.04.2019 Rat
TOP 37.9 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0020/2019
Typ
Antrag an den Rat
Datum
26.03.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37